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Worum geht es in der Ringvorlesung „Handel(n) gegen den Hunger“?

Datum: 
Montag, 9. April 2018 - 18:00
Ort: 
Universität Hamburg, Hauptgebäude Flügel West, Raum 221, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg

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Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „Handel(n) gegen den Hunger“ der Universität Hamburg

Worum geht es in der Ringvorlesung „Handel(n) gegen den Hunger“?

Prof. Dr. Cord Jakobeit, Professor für Politikwissenschaft, insbesondere Internationale Beziehungen, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Hamburg

Ein halbes Jahrhundert Entwicklungspolitik hat zur Verbesserung einiger Armutsindikatoren beige-tragen. Dazu gehören höhere Einschulungsraten oder geringere Kinder- und Müttersterblichkeit. Allerdings gibt es in den meisten Entwicklungsländern, besonders in Afrika, für Menschen in Armut weiterhin kaum Chancen auf ausreichende Einkommen. Vorherrschend wird die Integration von Entwicklungsländern in die Weltwirtschaft durch Handel als Schlüssel für die Scha?ung von Einkommen gesehen. Aber reicht das aus, und wie gelingt dann Armutsbekämpfung?

In der Annahme, dass die Freisetzung von Marktkräften automatisch Wohlstand mehrt und infolgedessen Armut mindert, wurde in den 1980er und 1990er Jahren von Entwicklungsländern die Liberalisierung ihrer Märkte, Deregulierung ihrer Finanzsysteme und Privatisierung verlangt. Handelshemmnisse fielen und Märkte wurden geöffnet, aber Armut blieb und verschärfte sich sogar. Wo Armutsminderung gelang, stellt sie die Hinwendung zu diesem eindimensionalen Wirtschafts-liberalismus in Frage. Nach den UN-Millenniumszielen zur Armutsbekämpfung im Jahr 2000 richtete sich die Entwicklungspolitik verstärkt auf soziale Sektoren aus. Und nun wird die Lösung in Investitionen gesehen. Die Entwicklungspolitik ist also wechselnden Zyklen oder auch Moden unterworfen. Welche Weltsichten und welches Verständnis von Armut stehen dahinter, und wie wirken sie sich konkret auf Armutsminderung aus?

In der diesjährigen Ringvorlesung geht es damit zum einen um ökonomische und politische Fragen zu Welthandel und Entwicklung:

  • Wie wirken sich die globalen Handelsbeziehungen auf Entwicklungsländer aus?
  • Welche ökonomischen Paradigmen bestimmen die Entwicklungs- und Handelspolitik?
  • Wie wurde in der nachholenden Entwicklung Armut erfolgreich bekämpft?

Zum anderen sollen konkrete Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden:

  • Was kann der Faire Handel oder ethischer Konsum zur Armutsminderung beitragen?
  • Wie können wir in Hamburg die Bedingungen des Welthandels im Sinne von Fairness, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit beeinflussen?
  • Ergeben sich Handlungsmöglichkeiten aus den Erfahrungen von Ländern, die sich erfolgreich nachholend entwickelt haben?