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Updated: 1 hour 6 min ago

Heuschreckenplage in Kenia nimmt erneut Fahrt auf

3 hours 28 min ago
(Optional) Dieser Text erscheint NUR in der Vorschau, jedoch nicht der Haupt-E-Mail .

16.02.2021 | Pressemitteilung

In Kenia droht neue Heuschreckenplage

Welthungerhilfe unterstützt notleidende Familien

Bonn/Berlin, 16.02.2021. Die Heuschreckenplage am Horn von Afrika nimmt erneut Fahrt auf, da eine neue Generation von Schädlingen brütet und schlüpft. In Ländern wie Äthiopien, Somalia und Kenia ist die nächste Ernte bedroht. So geraten nach jahrelangen Krisen bereits verarmte und geschwächte Familien immer tiefer in eine Abwärtsspirale durch Hunger und Armut.

Laut der UN-Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation (FAO) bedroht die nächste Generation von Heuschrecken die Existenzgrundlage von über 39 Millionen Menschen in Äthiopien, Jemen, Somalia, Sudan und Kenia. In den vergangenen Monaten wurden die Schädlinge am Horn von Afrika auf 1,3 Millionen Hektar Land bereits bekämpft. Doch allein in Nord- und Zentralkenia sind bereits über 15 Bezirke massiv von der zweiten Heuschreckenwelle betroffen, darunter auch viele neue Gebiete. Bereits vorher war die Ernährungslage von rund 1,9 Millionen Menschen prekär, jetzt könnte sie sich nochmals dramatisch verschlechtern.

„Glücklicherweise kommen inzwischen weniger Heuschrecken bei uns an. Dennoch rechnen wir mit dem Schlimmsten, wenn die Brut im März und April schlüpft“, erklärt Kelvin Shingles, Landesdirektor der Welthungerhilfe in Kenia. Vor allem Viehhalter sind in ihrer Existenz bedroht. Nach jahrelangen Dürren, Überschwemmungen und nun der zweiten Heuschreckenplage fehlt ihnen das Futter für ihr Vieh und so auch das überlebensnotwendige Einkommen durch Milch- und Fleischverkauf. Auf diese Weise verschärfen sich Konflikte um Wasser und Land.

„Wir lassen diese Menschen nicht im Stich und bieten ihnen Unterstützung in der Krise an. Dafür sind wir auch auf Spenden angewiesen“, so Shingles. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen unterstützt die Welthungerhilfe in Kenia Gemeinden, die von der Heuschreckenplage besonders betroffen sind: Sie erhalten Bargeld, neues Saatgut, landwirtschaftliche Beratung und Trainings, um selbst durch den Einsatz umweltverträglicher Methoden die weitere Vermehrung der Heuschrecken besser zu kontrollieren.

Unser Landesdirektor Kelvin Shingles steht für Interviews bereit (Englisch).

Die Welthungerhilfe bittet dringend um Spenden für die betroffenen Menschen in Ostafrika unter dem Stichwort: „Nothilfe Ostafrika“:
 www.welthungerhilfe.de/heuschreckenplage

Weitere Informationen finden Sie unter www.welthungerhilfe.de/presse

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 9.830 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 3,95 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

Herausgeber:

Deutsche Welthungerhilfe e.V.
Pressestelle
Friedrich-Ebert-Straße 1
53173 Bonn
IBAN: DE15 3705 0198 0000 0011 15
BIC: COLSDE33

Ansprechpartner:

Simone Pott
Pressesprecherin
Telefon 0228 / 22 88-132
Mobil 0172 / 2525962
simone.pott@welthungerhilfe.de

Juliane Last 
Assistenz
Telefon 030 / 288 749-15
presse@welthungerhilfe.de

Hinweis: Falls Sie unsere Pressemeldungen nicht mehr erhalten möchten, klicken Sie bitte hier.

Lieferkettengesetz Ja- Geschlechtergerechtes Lieferketten Gesetz nein!

3 hours 28 min ago
Lieferkettengesetz Ja- Geschlechtergerechtes Lieferketten Gesetz nein!

 

Der Marie-Schlei-Verein begrüßt im Interesse der vielen Frauen, die unter menschenunwürdigen Bedingungen Produkte für den europäischen und deutschen Markt herstellen, das deutsche Lieferkettengesetz. Menschenrechtsschutz und faire Arbeitsbedingungen müssen entlang der gesamten Lieferketten gelten. Das Lieferkettengesetz wird Unternehmen in Zukunft verpflichten, ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht im gesamten Produktionsprozess nachzukommen. Die Einhaltung von Menschenrechten ist keine Frage von Freiwilligkeit mehr.

 

Allerdings ist das Gesetz halbherzig, weil es keine gerichtlichen Sanktionen gibt. Außerdem ist das Lieferkettengesetz frauendiskriminierend. Es gibt weder ein Engagement für geschlechtergerechte Lieferketten noch ein Engagement gegen frauendiskriminierende Praktiken in den Produktionsländern. Dabei machen Frauen die Mehrheit der Arbeiterinnen aus und sind Willkür, Lohnungleichheit und Gewalt ausgesetzt - in Asien und Lateinamerika vor allem. Die grauenhaften Brände in Bangladesch sind allen noch bewusst. „Gender Economic Empowerment ist nur möglich, wenn menschenrechtliche gendergerechte Grundwerte respektiert werden.", so Christa Randzio- Plath, Vorsitzende Marie-Schlei-Verein.

Durch die Einrichtung von staatlichen Kontrollbehörden und Vor-Ort-Kontrollen in Unternehmen soll die Umsetzung des Lieferkettengesetzes gewährleistet werden. Bei Verstößen können Buß- und Zwangsgelder verhängt werden, die in einen Fonds zur Stärkung menschenrechtlicher Sorgfalt fließen sollen. NGOs und Gewerkschaften sollen zukünftig die Möglichkeit haben, Betroffene vor Gericht zu vertreten. Unternehmen erhalten durch das Gesetz endlich Rechtssicherheit für ihre unternehmerischen Sorgfaltspflichten. Und wer sich bereits jetzt für Menschenrechtsschutz entlang der Lieferkette einsetzt, wird zukünftig im Wettbewerb nicht mehr benachteiligt. Es ist zu begrüßen, dass die EU-Kommission 2021 auf Vorschlag des Europäischen Parlaments einen Vorschlag für EU-weite gesetzliche Regelungen machen wird, bei dem die Haftung der Unternehmen im Vordergrund stehen wird und Schadensersatzansprüche der Betroffenen durchsetzbar möglich werden sollen.

 

Entwicklungsprojekte für Frauen – MARIE-SCHLEI-VEREIN e. V.

Grootsruhe 4, D-20537 Hamburg

Tel. +49 40 4149 6992

Whatsapp +49 157 36234531

E-Mail marie-schlei-verein @ t-online.de

Internet www.marie-schlei-verein.de

 

Call for a more equitable vaccine approach - CONCORD Newsletter February 2021

3 hours 29 min ago

Director's blog LETTER TO PRESIDENT VON DER LEYEN:
CALL FOR A FAR MORE EQUITABLE VACCINE APPROACH

Will the EU fulfil its pledge to leave no one behind in the current vaccination drive? CONCORD, as part of a global effort by influential civil society networks and platforms, is calling on the EU to ensure a far more equitable approach to the current vaccination drive. While Europe seems to be 'sorted' - at least in terms of supply - universal access is the only solution to end the pandemic and mitigate deepening socio-economic inequalities.

Vaccines surely have to be considered public goods? If so, then the EU must commit to go further than just allowing partner countries to have Europe's left-overs. Most particularly, the EU should not block other countries from developing their own vaccines. Our open letter urges the EU and national leaders to work with partners and enable the roll-out of effective and all-inclusive national vaccine programmes. 

It's clear as ever that we will not be safe until we are all safe.

Tanya Cox,
CONCORD Director


Our letter

CONCORD NEWS OF THE MONTH CONCORD's reaction to NDICI agreement In many aspects, CONCORD welcomes Member States' endorsement of the political agreement reached with the European Parliament on the Neighbourhood, Development and International Cooperation Instrument. However, the outcome is in parts problematic. The Member States agreed on deep cuts to the budgetary envelope in July, which sends an alarming signal about European solidarity with the rest of the world.

Our reaction Webinars on EU Green Deal and food systems In January, CONCORD launched a short series of online events for members. The first of the webinars took place on 20 January and focused on the European Green Deal. It was followed by a second webinar, on 17 February, on the role of food systems in EU external action and impact of COVID-19. The webinar series will continue during the spring and early summer.

Our work on food security Talking Development podcast: Sustainable business models After the first episode of the Talking Development podcast with CONCORD's newly elected President Rilli Lappalainen, the Talking Development continues with an episode on social economy enterprises and sustainable business models. In this episode, we spoke with Fatima Ihihi, the founder of Toudarte, a cooperative in Morocco that empowers women and brings them financial independence by producing argan oil.

Our newest episode OPINION Can the EU truly deliver on gender equality? International Women's Day is coming up and Céline Mias, Vice-President of CONCORD; EU Representative & Head of Office of CARE International, takes stock of the EU's commitment to gender equality. After a disappointing end to 2020, which had promised to be the most propitious year ever for EU commitments to gender equality, what's next for the EU? How can the EU remain a trailblazer and leader on gender equality, when a backlash in its own Member States is undermining its efforts?

Full piece by Céline Mias UPDATES FROM OUR NETWORK European Support to local democracy Local democracy means to put local communities at the centre of the attention supporting human rights, democracy and sustainable development. ALDA's flagship initiative aims to provide the tools to support local democracy through an institutional and civil society point of view. ESLD comprises hundreds of projects, participants and stakeholders from Europe and beyond. 

Read abstract Participation of CSO in the preparations of the EU Recovery and Resilience Plans Civil Society Europe launched this report in cooperation with the European Centre for Not-for-Profit Law. The study outlines the participation of CSO across the EU in the preparation of the National Recovery and Resilience Plans and reveals poor involvement of civil society at this stage.

Read full report Her Abilities Award 2020 Founded by Light For the World, the award aims to honour women with disabilities who achieved greatness in their life and field of work. This year's winners are: Bernice Oyeleke in the category of Health and Education, Robbie Francis Watene in the category of Rights and Gamze Elibol in the category of Arts, Culture and Sports.

Get to know them UN Food Systems Summit launches The Independent Dialogues The UN Food Systems Summit (discussed at the webinar on food security by colleagues from CARE and Oxfam) is launching The Independent Dialogues, a Step-by-Step Guide and Promotion Toolkit to give everyone around the world a chance to contribute towards strategies for more sustainable food systems. 

Learn more EVENTS Unless stated differently the following events are taking place online. THE BEST PRACTICES OF HOUSING AND URBAN RENEWAL IN AFRICA

This online discussion will introduce cutting-edge practices of integrated green sustainable housing and urban renewal and deliver recommendations for funding and scaling up these innovations.

When: 25 February 2021, 14:00 - 15:30 (CET)
Registration: via this link 
Hosted by: Habitat for Humanity

RELEVANCE OF THE HOUSING AND URBAN RENEWAL SECTOR IN THE AFRICA-EU PARTNERSHIPS

This policy discussion will focus on the state of the Africa-Europe relationship, with its challenges and opportunities for the housing and urban renewal sector.

When: 4 March 2021, 12:30 (CET)
Registration: via this link 
Hosted by: Habitat for Humanity WOMEN WHO LEAD:  INSPIRING STORIES OF POLITICAL AND COMMUNITY ENGAGEMENT

To honour International Women's Day, the event will offer a platform for presenting and celebrating women leaders' journeys and achievements.

When: 4 March 2021, 15:00 - 16:15 (CET)
Registration: via this link 
Hosted by: European Partnership for Democracy   THE EU GREEN DEAL IN EU DEVELOPMENT COOPERATION AND EXTERNAL RELATIONS WEBINAR
We are at a crossroad where we need to ensure that the right policies are in place as the EU steps up its engagement and implementation of the Green Deal. Implementing the Green Deal in the area of development cooperation should go hand in hand with efforts to recover from the COVID-19 crisis to ensure recovery efforts are in line with other long-term objectives. 
When: 16 March 2021  14:00 - 15:30 (CET)
Registrations: Zoom link will be provided for those interested
Hosted by: Ministry of Foreign Affairs Sweden JOB OPPORTUNITIES Chief Executive Officer
Organisation: ActionAid UK
Deadline: 1 March 2021 ECHO expert(s)
Organisation: World Vision
Deadline: 9 March 2021 CALLS FOR PROPOSALS & OPPORTUNITIES The latest open calls for proposals from DEVCO

From 1 January to 24 February 2021 Add your news Want to change how you receive these emails?
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Lieferkettengesetz hätte wirkungsvoller sein können

February 14, 2021 - 6:14pm
 Bundesregierung einigt sich auf abgeschwächtes LieferkettengesetzKommentar der Initiative Lieferkettengesetz

Berlin, 12.02.2021. Die heute von der Bundesregierung bekanntgegebene Einigung auf einen Kompromiss für ein Lieferkettengesetz kommentiert Johanna Kusch, Koordinatorin des zivilgesellschaftlichen Bündnisses „Initiative Lieferkettengesetz“:

„Der heutige Kompromiss ist ein wichtiger und längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung: ‚Made in Germany‘ darf nicht länger für Kinderarbeit oder Fabrikeinstürze in den Lieferketten deutscher Unternehmen stehen. Ein Anfang hierfür ist jetzt gemacht. Das ist auch ein Erfolg all der zivilgesellschaftlichen Organisationen, Wissenschaftler*innen, Unternehmen und hunderttausenden Bürger*innen, die sich seit Jahren für ein solches Gesetz aussprechen.

Klar ist aber: Ein wirkungsvolleres Gesetz wäre möglich gewesen. Doch offenbar sind der CDU ihre guten Beziehungen zu den Wirtschaftsverbänden wichtiger als der effektive Schutz von Menschenrechten und Umwelt. Nur so ist zu erklären, dass das Gesetz zunächst nur für so wenige Unternehmen gilt. Durch die fehlende zivilrechtliche Haftung wird Opfern von schweren Menschenrechtsverletzungen ein verbesserter Rechtsschutz vor deutschen Gerichten verwehrt. Und auch die Pflicht zur Einhaltung von Umweltstandards berücksichtigt das Gesetz nur marginal – hier gibt es dringenden Nachbesserungsbedarf.

Umso wichtiger ist es, dass in Zukunft eine Behörde prüfen wird, ob sich Unternehmen an ihre Sorgfaltspflichten halten. Verstößt ein Unternehmen gegen seine Pflichten, kann die Behörde Bußgelder verhängen und das Unternehmen von öffentlichen Aufträgen ausschließen. Das ist ein großer Fortschritt zu den bisherigen freiwilligen Ansätzen.

Die Bundestagsabgeordneten fordern wir nun dazu auf, sicherzustellen, dass die Sorgfaltspflichten von Unternehmen den UN-Leitprinzipien entsprechen. Ein Lieferkettengesetz muss auch Umweltstandards abdecken und eine zivilrechtliche Haftungsregelung enthalten, um die Schadensersatzansprüche von Betroffenen zu stärken.“

Hintergrund:
Die Initiative Lieferkettengesetz ist ein Zusammenschluss aus 124 zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen sowie Gewerkschaften und kirchlichen Akteuren. Eine ausführliche Analyse des heute vorgestellten Gesetzentwurfs wird das Bündnis in Kürze vorlegen.


Die Initiative Lieferkettengesetz wird getragen von:
Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl), Brot für die Welt, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Christliche Initiative Romero e.V. (CIR), CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), Forum Fairer Handel e.V., Germanwatch e.V., Greenpeace e.V., INKOTA-netzwerk e.V., Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e. V., Oxfam Deutschland e.V., SÜDWIND e.V., ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V., Weltladen-Dachverband e.V., Werkstatt Ökonomie e.V.


Oxfam: Lieferkettengesetz light mit Schonfrist für Unternehmen

February 14, 2021 - 3:40pm
Einigung beim Lieferkettengesetz

Berlin, 12.02.2021. Die Minister Altmaier, Müller und Heil haben sich auf einen Gesetzesentwurf für ein Lieferkettengesetz geeinigt. Allerdings soll er erst ab 2023 greifen, und gilt vorerst auch nur für Unternehmen mit über 3000 Mitarbeiter*innen. Die zivilrechtliche Haftung fehlt im Kompromiss.

Franziska Humbert, Juristin und Expertin für Wirtschaft und Menschenrechte bei Oxfam Deutschland, kommentiert: „Der Kompromiss ist ein wichtiger erster Schritt – aber im Moment ist das nur eine Lightversion eines wirksames Gesetzes. Die Menschen, die auf Bananen-, Trauben- oder Teeplantagen schuften, um das Essen herzustellen, das wir in unseren Supermärkten kaufen, haben weiterhin keine echte Chance, vor deutschen Gerichten Schadensersatz einzuklagen, wenn sie zum Beispiel Gesundheitsschäden durch Pestizideinsatz erleiden oder andere Menschenrechte verletzt werden. Das ist eine vertane Chance. Dass deutsche Wirtschaftsverbände außerdem durchgesetzt haben, dass die Regelungen nur für Unternehmen ab 3000 Mitarbeiter*innen gelten, bedeutet, dass die Mehrzahl der deutschen Unternehmen einfach weitermachen kann, wie bisher."



Digitale Technologien können Zugang zu Land gefährden

February 14, 2021 - 3:39pm

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Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist das Thema Digitalisierung aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Und auch auf staatlicher Ebene tut sich viel: so werden in vielen Ländern für die Verwaltung von Landrechten digitale Technologien eingesetzt. Die Befürworter dieser Initiativen versprechen, Betrug und Korruption zu bekämpfen und die oft maroden Landkataster effizienter zu machen.


Nutznießer des Digitalisierungsschubs sind jedoch oft Agro-Unternehmen und große Immobilienentwickler. Benachteiligte Gruppen haben häufig das Nachsehen. Die neue FIAN-StudieDisruption or Déjà Vu? Digitalization, Land and Human Rights" beschreibt die aktuellen Entwicklungen und zeigt menschenrechtliche Risiken bei der Digitalisierung des Landsektors auf. Eine deutsche Zusammenfassung der Studie können Sie hier herunterladen. Die Frankfurter Rundschau hat die Studie heute aufgegriffen.

Entgegen dem Versprechen, die Digitalisierung werde weit verbreitete Probleme wie Korruption und unsichere Grundbesitzverhältnisse beheben, zeigt die Studie, dass digitale Technologien Ungleichheiten im Landsektor erhöhen können und oftmals zu Landgrabbing führen.

Die Frage ist nicht, ob digitale Technologien gut oder schlecht sind. Wenn ihr Einsatz nicht menschenrechtlich eingebettet ist, profitiert nur eine kleine Gruppe mächtiger Unternehmen und Eliten. Ländliche Gemeinden hingegen laufen Gefahr, ihr Land und ihre Existenzgrundlage zu verlieren" (Philip Seufert, Studienautor)

Die Verteilung von Land ist ein Indikator für soziale Ungleichheiten. Unsicherer Zugang zu Land ist eine wichtige Ursache für Armut und Hunger. Doch die im Rahmen der Studie analysierten Projekte zeigen, dass landbezogene Digitalisierungsprozesse vielerorts dazu führen, Land für Finanzinvestitionen attraktiv zu machen. Auch geht Digitalisierung oft mit einer Übertragung von Kompetenzen des Staates auf private Akteure einher.

Es ist inakzeptabel, dass Regierungen und Entwicklungsbanken den Einsatz digitaler Technologien im Landsektor vorantreiben, ohne international akzeptierte Menschenrechtsstandards zu berücksichtigen" (Mathias Pfeifer, Koautor der Studie)

Es bedarf gezielten politischen Handelns, um die strukturellen Ursachen von Diskriminierung und Ungleichheit zu überwinden. Digitale Technologien müssen in den Dienst einer menschenrechtsbasierten Entwicklungspolitik gestellt werden, welche die Bedürfnisse von ländlichen Gemeinden und marginalisierten Bevölkerungsgruppen priorisiert. 

FIAN Deutschland e.V.


WEBSEMINARE - TERMINE

18. Februar:

Online-Workshop: Wasser - knappe Ressource und Menschenrecht

24. Februar:  Landwirtschaft ? Gefahr und Lösung - für das Menschenrecht auf Wasser im ländlichen Raum
16.-17. April
FIAN-Mitgliederversammlung (virtuell)

21. April:
Online-Seminar: Ökonomische Perspektiven auf das Lieferkettengesetz

FIAN
(FoodFirst Informations- & Aktions-Netzwerk) ist die Internationale Menschenrechtsorganisation für das Recht auf Nahrung mit Mitgliedern in 60 Ländern. Spendenkonto
FIAN Deutschland e.V. - GLS Gemeinschaftsbank eG Bochum
IBAN DE84430609674000444400 - BIC GENODEM1GLS












Weckruf - Deutscher Beitrag zu einer atomwaffenfreien Welt

February 14, 2021 - 3:38pm


Weckruf: Deutscher Beitrag zu einer atomwaffenfreien Welt - Iran-Deal erneuern, Atomwaffenverbotsvertrag beitreten, Abrüstung verhandeln

Die Kooperation für den Frieden, der Zusammenschluss von über 50 Friedeninitiativen und Organisationen in Deutschland, fordert von der Bundesregierung sofortige entschlossene diplomatische Initiativen, um die wachsenden Gefahren der weltweiten Atombewaffnung einzudämmen. Die Kooperation sieht in der nuklearen Rüstungskontrolle und der konsequenten Abrüstung dieser Massenvernichtungswaffen einen wesentlichen Bestandteil einer unbedingt erforderlichen Politik für einen friedlichen internationalen Ausgleich der Interessen.

Die Kooperation sieht gegenwärtig – wenn auch tendenziell eng gefasste - Chancen für diplomatische Bewegung im Bereich der Rüstungskontrolle und sogar einer beginnenden Abrüstung der Atomwaffen. Die Verlängerung des New Startabkommens zwischen den USA und Russland zur Begrenzung der Atomraketen gibt uns Hoffnung.

Dafür muss die Bundesregierung der neuen Biden-Administration unmissverständlich verdeutlichen, dass eine Rückkehr zum sog. Iran-Atom-Abkommen nicht daran scheitern darf, wer sich zuerst und wer sich zuletzt bewegt. Die Rückkehr des Iran zu den Vorgaben des Abkommens bezüglich der Urananreicherung muss Hand in Hand gehen mit der Rücknahme der US- und westlichen Sanktionen gegen das Land. Der globale Erfolg eines solchen Vorgehens läge zudem darin, den Staat Israel von eigenen militärischen Operationen gegen das iranische Atomprogramm, also der Begin-Doktrin des Vernichtungsschlages gegen Massenvernichtungswaffen, abzuhalten, was unausweichlich eine Eskalation der regionalen Konfliktlage bedeuten würden.

Wenn die Diplomatie wirklich zurück ist, wie US-Präsident Biden in seiner ersten außenpolitischen Rede verkündete und die globalen Herausforderungen wie Corona, Klimawandel und der Kampf gegen die Verbreitung von Atomwaffen nur gemeinsam von allen Staaten angegangen werden können, dann ist eine stille und nachlaufende Diplomatie der falsche Weg.

Deswegen muss die deutsche Außenpolitik das eigene Verhältnis zu Moskau entschärfen und in diesem Sinne in seinen politischen und militärischen Bündnissen wirken. Ein Beitrag mit großer Signalwirkung wäre die schrittweise Annäherung Deutschlands an den Atomwaffenverbotsvertrag und dessen Einbindung in den internationalen Prozess der nuklearen Abrüstung. Eine beginnende Abrüstung der großen „legalen" Atomwaffenmächte USA und Russland kann in Fragen der Abrüstung die Annäherung an den Global Player China bedeuten. Das diplomatische Angehen der globalpolitischen Probleme der Großregion des Fernen Osten und das Erarbeiten von entsprechenden Sicherheitsgarantien könnte weiterhin nicht nur den chinesischen Atomwaffenbestand sondern auch den Nordkoreas, Pakistans und Indiens zur Verhandlungsmasse machen.

Die Kooperation für den Frieden fühlt sich von der Äußerung des US-Philosophen Noam Chomsky bestätigt, dass die Menschheit angesichts von Klimawandel und drohenden Nuklearkriegen handeln müsse. Führende Wissenschaftler haben in diesem Jahr die Atomkriegsuhr (Doomsday Clock) auf 100 Sekunden vor zwölf Uhr stehenlassen. Der "falsche Umgang" mit der schwerwiegenden, globalen Gesundheitskrise sei ein "Weckruf" dafür, dass "Regierungen, Institutionen und eine irregeleitete Öffentlichkeit nicht darauf vorbereitet sind, mit den noch größeren Bedrohungen durch Atomkrieg und Klimawandel umzugehen." Wir wissen, dass die Zeit knapp ist, weswegen wir den entschiedenen Wandel zur nuklearen Abrüstung fordern.

Philipp Ingenleuf, Wiltrud Roesch-Metzler und Jens-Peter Steffen
Sprecher*innen der Kooperation für den Frieden

 

 
Kooperation für den Frieden
Römerstr. 88, 53111 Bonn
Tel.: 0228-692904
Fax: 0228-692906
Email: info@koop-frieden.de
Web: www.koop-frieden.de

Spendenkonto:
Förderverein Frieden e.V.
IBAN: DE62 4306 0967 4041 8604 01
bei der GLS Gemeinschaftsbank

Endlich: Durchbruch beim Lieferkettengesetz

February 12, 2021 - 1:13pm

Die Bundesregierung hat sich auf ein Lieferkettengesetz verständigt, es soll noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden. Die SPD-Fraktion im Bundestag wertet das Gesetz als historischen Meilenstein im Kampf gegen Ausbeutung.

Die SPD-Bundestagsfraktion erklärte dazu:

Sascha Raabe, entwicklungspolitischer Sprecher;
Frank Schwabe, menschenrechtspolitischer Sprecher;
Bernd Rützel, zuständiger Berichterstatter:

„Die Einigung zum Lieferkettengesetz ist ein historischer Meilenstein im weltweiten Kampf gegen Ausbeutung, Hungerlöhne, Zwangs- und Kinderarbeit. Mit dem Lieferkettengesetz schützen wir Menschen- und Arbeitnehmerrechte und stellen sicher, dass Ausbeutung kein Wettbewerbsvorteil sein darf.

Dieses Gesetz ist für den internationalen Bereich von der Bedeutung vergleichbar mit der Einführung des Mindestlohnes auf nationaler Ebene. Es ist das wirksamste und umfassendste Gesetz, das es bisher weltweit im Bereich menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten für Unternehmen gibt und wird auch einen wichtigen Schub für eine europäische Regelung geben.

Wir sind stolz, dass wir das gegen erhebliche Widerstände aus dem Wirtschaftsflügel der Union durchgesetzt haben. Unser Dank gilt insbesondere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, der wie ein Löwe für dieses Gesetz gekämpft hat, und an die gesamte Fraktions- und Parteispitze sowie an Vizekanzler Olaf Scholz, der sich auch persönlich in die Verhandlungen eingeschaltet hat. Ein Dank auch an Entwicklungsminister Gerd Müller, der sich engagiert in seiner Fraktion dafür eingesetzt hat.

Ein großer Dank geht auch an die vielen zivilgesellschaftlichen Unterstützerinnen und Unterstützer, die mit Petitionen und Kampagnen für ein Lieferkettengesetz geworben haben. Heute ist ein guter Tag im Kampf gegen Ausbeutung und Armut."

               Die komplette Pressemitteilung finden Sie hier:
https://www.spdfraktion.de/presse/pressemitteilungen/endlich-durchbruch-beim-lieferkettengesetz


SPD-Fraktion im Bundestag: Positionspapier zur Sahel-Region

February 9, 2021 - 5:27pm
Das Sahel-Engagement weiterdenken

Christoph Matschie, zuständiger Berichterstatter:

Die SPD-Fraktion im Bundestag hat heute ein Positionspapier zur Sahel-Region verabschiedet. Mit dem Papier will die SPD-Fraktion Optionen aufzuzeigen, wie das deutsche und europäische Engagement in der Sahel-Region angesichts von Instabilität und hoher Sicherheitsrisiken weiterentwickelt werden kann. Das Papier entstand im Rahmen eines mehrmonatigen Strategieprozesses unter Beteiligung von Ministerien, Think Tanks sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren.

„Die Stabilisierung der Sahel-Region ist von zentraler Bedeutung für Afrika aber auch für Europa, denn zerfallende Staaten stellen ein hohes Sicherheitsrisiko nicht nur für die eigene Bevölkerung, sondern auch für die internationale Gemeinschaft dar. Mit dem vorliegenden Papier möchte die SPD-Bundestagsfraktion die Debatte um das europäische Sahel-Engagement voranbringen. Dafür werden konkrete Vorschläge gemacht, um das Engagement effektiver als bisher zu gestalten. Klar ist, dass Europa auf absehbare Zeit in der Region aktiv Unterstützung leisten muss.

Durch eine stärkere Kooperation der europäischen Partner und eine Einbettung in die Außen- und Entwicklungspolitik der EU soll die Effektivität des Engagements weiter erhöht werden. Durch eine engere Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Union und der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) soll die Nachhaltigkeit des europäischen Engagements verbessert werden und mehr Raum für eigenständige Lösungen vor Ort geschaffen werden.

Die SPD-Fraktion spricht sich dafür aus, die Handlungsfähigkeit des Staates zu verbessern und die Einsatzfähigkeit der Sicherheitskräfte zu erhöhen. Klare politische Zielsetzungen und eine enge Nachverfolgung im Dialog mit den Regierungen insbesondere mit der Übergangsregierung in Mali sind unabdingbar. Eine realistischere Ausbildung und das Training im Verbund sollen Streitkräfte und Polizei in die Lage versetzen, die Sicherheit selbst zu gewährleisten.

Durch die politische Fokussierung auf die den Konflikten zugrundeliegenden politischen, ökonomischen und sozialen Probleme soll die Grundlage für eine langfristige Stabilisierung der Sahel-Region geschaffen werden. Dabei müssen auch Megatrends wie Klimawandel und schnelles Bevölkerungswachstum adressiert werden."


  Die komplette Pressemitteilung finden Sie hier:
https://www.spdfraktion.de/presse/pressemitteilungen/sahel-engagement-weiterdenken
Die komplette Pressemitteilung als PDF:
https://www.spdfraktion.de/node/5148055/pdf
 

© 2020 SPD-Bundestagsfraktion -

Nr. 33/2021 - 09.02.2021
Arbeitsgruppe: Außenpolitik



Patentschutz schafft künstliche Knappheit bei COVID-19-Impfstoffen

February 6, 2021 - 4:10pm
Die drei größten Impfstoff-Hersteller bislang kaum an Produktion beteiligt / NGO-Bündnis kritisiert Schutz von Monopol-Interessen

Berlin, 05.02.2021. Wegen des Schutzes von Patentrechten herrscht bei der Versorgung mit COVID-19-Impfstoffen eine künstliche Knappheit. So sind die drei größten Impfstoff-Hersteller an der Produktion der lebensrettenden Vakzine derzeit kaum beteiligt, viele andere Hersteller bislang gar nicht. Das kritisiert die „People's Vaccine Alliance", ein Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen, darunter EMERGENCY, Frontline AIDS und Oxfam. Das Bündnis fordert unter anderem die Aussetzung von Patentschutzregeln und die gemeinsame Technologie-Nutzung, damit alle Menschen schnellstmöglich Zugang zu sicheren und wirksamen COVID-19-Impfstoffen erhalten.

Die Anzahl der Impfdosen, die die drei größten impfstoffproduzierenden Pharmakonzernen, GlaxoSmithKline (GSK), Merck und Sanofi, 2021 produzieren wollen, werden für maximal 1,5 Prozent der weltweiten Bevölkerung reichen. Rund ein Drittel der Weltbevölkerung könnte mit den Mitteln geimpft werden, die Pfizer/BioNTech, Moderne und AstraZeneca planen zu produzieren. Doch weil wirtschaftlich privilegierte Länder sehr viel mehr Dosen bestellt haben, als sie eigentlich für ihre Bevölkerung benötigen, stehen für den Schutz der Weltbevölkerung de facto sehr viel weniger zu Verfügung.

Während AstraZeneca einen Großteil seines Impfstoffes an Länder des Globalen Südens verkauft hat, haben Pfizer/BioNTech und Moderna fast ausschließlich Verträge mit wirtschaftlich privilegierten Ländern geschlossen und weigern sich zugleich, Wissen und Technologien mit anderen Herstellern zu teilen, obwohl Steuergelder von insgesamt über 100 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung der lebensrettenden Vakzine geflossen sind.

„Jedes Unternehmen, das Impfstoffe produzieren kann, muss jetzt in die Herstellung der COVID-19-Vakzine einsteigen. Mitten in einer weltweiten Pandemie können wir es Unternehmen nicht erlauben, sich hinter Geschäftsgeheimnissen zu verstecken. Der Patentschutz muss aussetzen werden, damit schnell sichere und wirksame Impfstoffe für so viele Menschen wie möglich produziert werden können. Die Profite einer Handvoll Konzerne dürfen nicht wichtiger sein als die Gesundheit von Milliarden Menschen", fordert Sandra Dworack, Entwicklungsexpertin bei Oxfam Deutschland.

Wissenstransfer und Ausweitung der Produktion innerhalb kurzer Zeit möglich

Nach Angaben von UNICEF werden derzeit nur 43 Prozent der weltweiten Kapazitäten zur Herstellung von COVID-19-Impfstoffen genutzt. Kürzlich hatte das dänische Pharmaunternehmen Bavarian Nordic angeboten, 240 Millionen Impfdosen in seinen Produktionsanlagen herzustellen, doch keines der drei Unternehmen, die die Rechte an den bislang zugelassenen Impfstoffen halten, ist auf das Angebot eingegangen. Auch im Globalen Süden gibt es ungenutzte Produktionskapazitäten. Das Serum Institute of India produziert bereits Hunderte Millionen COVID-19-Impfstoffe im Auftrag von AstraZeneca und Novovax – und entwickelt darüber hinaus eigene. 20 weitere Impfstoffhersteller gibt es allein in Indien, viele mehr in anderen Ländern. Sie könnten innerhalb kurzer Zeit ihre Produktionskapazitäten ausweiten, um sichere und wirksame Impfstoffe herzustellen.

Bislang nur 55 Impfungen gegen COVID-19 in den ärmsten Ländern

Bislang wurden weltweit mehr als 108 Millionen Menschen geimpft, aber nur 4 Prozent in Ländern des Globalen Südens, die meisten davon in Indien. Von den ärmsten Ländern war bislang nur Guinea in der Lage zu impfen: 55 Menschen. Wirtschaftlich privilegierte Länder haben dagegen genug Impfdosen aufgekauft, um ihre Bevölkerung dreimal zu impfen. Wenn Regierungen nicht gegensteuern, wird in vielen Ländern des Globalen Südens bis zum Ende des Jahres nur jeder zehnte Mensch eine Impfung erhalten haben.

Die „People's Vaccine Alliance" fordert US-Präsident Joe Biden sowie die Regierungen Großbritanniens und der EU auf, den Druck auf die Impfstoffhersteller zu erhöhen und sie dazu zu bewegen, Wissen und Technologien für die Produktion von COVID-19-Vakzinen offenzulegen und auf ihre Patente zu verzichten. Zudem müssen die Regierungen dafür sorgen, dass alle anderen großen Impfstoffhersteller sich an der Produktion beteiligen. Darüber hinaus fordert die Allianz von wirtschaftlich privilegierten Ländern wie Deutschland, in öffentliche Produktionsanlagen vor allem in Länder des Globalen Südens zu investieren.

 

Redaktionelle Hinweise:

  • Die Forderung nach freizugänglichen Impfstoffen wird unterstützt von vielen politischen Führungspersönlichkeiten, Gesundheitsexpert*innen und Ökonom*innen. Mehr Informationen unter: https://peoplesvaccine.org
  • GlaxoSmithKline (GSK), Merck und Sanofi haben sich gemeinsam verpflichtet, dieses Jahr 225 Millionen Impfdosen zu produzieren. In dieser Woche hat GSK erklärt, zusätzlich mit dem Unternehmen CureVac einen Impfstoff zu entwickeln, der gegen neuere Varianten des Corona-Virus wirksam sein soll, und den Hersteller bei der Produktion seines Impfstoffes zu unterstützen, der sich aktuell noch in der Testphase befindet. Vergangene Woche kündigte zudem Sanofi an, in die Produktion von 125 Millionen Dosen des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech einzusteigen.
  • Mit Stand vom 4. Februar meldete Bloombergs globaler Impfstoff-Tracker insgesamt 108 Millionen verabreichte COVID-19-Impfdosen in 67 Ländern.: https://www.bloomberg.com/graphics/covid-vaccine-tracker-global-distribution/
  • Wir beziehen uns auf das UNICEF-Impfstoff-Dashboard: https://www.unicef.org/supply/covid-19-vaccine-market-dashboard

 


Mehr unter www.oxfam.de 

Briefing "Auf Stand-by - Bericht über die 6. Tagung der UN-Arbeitsgruppe für ein verbindliches Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten (Treaty)"

February 3, 2021 - 9:37pm

Neuerscheinung

Auf Stand-by

Bericht über die sechste Tagung der UN-Arbeitsgruppe für ein
verbindliches Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten („Treaty")
Briefing

Vom 26. bis 30. Oktober 2020 tagte die zwischenstaatliche Arbeitsgruppe zur Formulierung eines verbindlichen Abkommens zu Wirtschaft und Menschenrechten zum sechsten Mal im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN) in Genf. Grundlage der Diskussionen war der im August 2020 vom ecuadorianischen Vorsitzenden der Arbeitsgruppe vorgestellte zweite überarbeitete Abkommensentwurf („Second Revised Draft").

Die Tagung war überschattet von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Sie fand in einem hybriden Format statt, d. h. mit der Möglichkeit zur Teilnahme vor Ort oder virtuell. Von den 66 teilnehmenden Staaten erklärten viele, sie hätten aufgrund der COVID-19-Einschränkungen keine abgestimmten Regierungspositionen vorbereiten können. Es fanden daher keine zwischenstaatlichen Verhandlungen statt, sondern lediglich Diskussionen über den Abkommensentwurf. Wesentliche Streitpunkte, u.a. zur Frage des Anwendungsbereichs des Abkommens und den Haftungsregeln wurden wieder aufgebracht und konnten während der Tagung nicht beigelegt werden.

Ob die EU und ihre Mitgliedsstaaten sich bis zur nächsten Tagung im Herbst 2021 endlich für ein Verhandlungsmandat für den Prozess durchringen werden, hängt stark vom Ambitionsniveau der angekündigten europäischen Gesetzesinitiative und weiterer Initiativen, wie dem deutschen Lieferkettengesetz ab. Eine aktive Beteiligung der EU wird eine Signalwirkung auf andere bislang unbeteiligte Industrienationen haben.
Auf Stand-by
Bericht über die sechste Tagung der UN-Arbeitsgruppe für ein verbindliches Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten („Treaty")

Briefing

Herausgeber: Global Policy Forum Europe und Rosa-Luxemburg-Stiftung
Autorin: Karolin Seitz
Berlin/Bonn, Februar 2021

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Newsletter Gerechter Welthandel | CETA-Online-Konferenz am 13.2.

February 3, 2021 - 9:35pm


Newsletter Gerechter Welthandel | 2.2.2021

Einladung zur CETA-Online-Konferenz des Netzwerks Gerechter Welthandel

Samstag, 13. Februar 2021 | 13-17:30 Uhr 
Das Handels- und Investitionsschutzabkommen der EU mit Kanada (CETA) gefährdet den Umwelt- und Verbraucherschutz, die öffentliche Daseinsvorsorge und die Demokratie. Es verschärft die Klimakrise, vergrößert den Einfluss von Konzernlobbyisten und etabliert eine Paralleljustiz für Konzerne. Doch CETA ist noch nicht entschieden!
2021 stehen wichtige Entscheidungen über den weiteren Ratifizierungsprozess an: Das Bundesverfassungsgericht will endlich ein Urteil über mehrere Verfassungsbeschwerden fällen, die gegen CETA eingereicht wurden. Bei der Bundestagswahl werden die Weichen für die Position der zukünftigen Bundesregierung und des Bundestages zu CETA gestellt, und insgesamt sechs Landtagswahlen entscheiden über die Position der Bundesländer: Auch diese werden im Bundesrat noch über CETA abstimmen müssen. Zwar wird das Abkommen bereits vorläufig angewandt, wichtige Teile wie die Paralleljustiz für Konzerne sind hiervon jedoch ausgenommen und treten erst in Kraft, wenn CETA vollständig ratifiziert wurde.
In einer Online-Konferenz wollen wir uns auf den aktuellen Stand des Abkommens bringen, seine aktuellen und erwarteten Auswirkungen diskutieren sowie Aktivitäten zum bevorstehenden Ratifizierungsprozess planen.Die Konferenz richtet sich in erster Linie an Personen, die in lokalen und regionalen Bündnissen gegen CETA und andere ungerechte Handelsabkommen aktiv sind oder werden wollen. Auch weitere Interessierte sind herzlich eingeladen, teilzunehmen!Die Konferenz wird über Zoom durchgeführt, die Teilnahme ist kostenlos.  
Mehr Infos und Anmeldung: www.gerechter-welthandel.org/ceta  


Programm
ab 12:45 UhrZoom-Raum offen, Technik-Check 
13:00 UhrBegrüßung- Programmvorstellung
- technische Hinweise
- Vorstellungsrunde
13:30 UhrAktueller Stand der CETA-Verfassungsbeschwerden: Wann und worüber entscheidet das Bundesverfassungsgericht? Input und Rückfragen (Marie Jünemann, Mehr Demokratie) 
13:50 Uhr                Sonderklagerechte für Konzerne: Welche Investorenklagen drohen uns mit CETA im Bereich fossile Energien/Klimaschutz sowie bei der öffentlichen Daseinsvorsorge? Vortrag und Diskussion mit Emma Jacoby/Fabian Flues (PowerShift) und Thomas Fritz (freier Autor) 
14:50 UhrPause 
15:00 Uhr                Die CETA-Ausschüsse: Wie funktionieren und welche Entscheidungen treffen sie, und warum bedrohen sie die demokratische Entscheidungsfindung? Vortrag und Diskussion von Alessa Hartmann (PowerShift)
15:45 Uhr               Parallele Arbeitsgruppen zu Strategie-Diskussion und Aktionsplanung 
AG 1: BundestagswahlWie können wir CETA zum Thema während dem Bundestagswahlkampf machen? Mit welcher Schwerpunktsetzung gelingt das, und an welche Adressaten richten wir uns? Was brauchen lokale Bündnisse, um aktiv zu werden?Vorbereitung und Moderation: Anne Bundschuh (Forum Umwelt und Entwicklung)  
AG 2: Landtagswahlen 2021 und Abstimmung im Bundesrat Auch der Bundesrat wird noch über CETA abstimmen müssen, die Position der Landesregierungen ist daher entscheidend für das weitere Ratifizierungsverfahren des Abkommens. Sechs Landtagswahlen stehen 2021 bevor – wie bringen wir CETA als Thema in den Wahlkampf ein? Und welche Strategie und Aktivitäten verfolgen wir, wenn die Abstimmung im Bundesrat bevorsteht?Vorbereitung und Moderation: Ludwig Essig (Netzwerk Gerechter Welthandel Baden-Württemberg/Umweltinstitut München), Franz Rieger (Stop TTIP Berchtesgadener Land/Traunstein) 
16:45 UhrPause 
17:00 Uhr Vorstellung der Ergebnisse und gemeinsamer Abschluss
17:30 UhrEnde


Die Veranstaltung wird organisiert vom Netzwerk Gerechter Welthandelwww.gerechter-welthandel.org

Impressum

NaturFreunde Deutschlands
Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus,
Sport & Kultur
Maritta Strasser (V.i.S.d.P.)
Warschauer Straße 58a/59a
10243 Berlin
info@naturfreunde.de
www.naturfreunde.de


Urteil in der Klimaklage | Ein historischer Sieg – für das Klima!

February 3, 2021 - 9:34pm

Nichtregierungsorganisationen gewinnen vor Gericht gegen den französischen Staat

Oxfam-Klimaexperte: Wichtiges Signal auch für andere Regierungen, den Klimaschutz nicht länger schleifen zu lassen

Paris, Berlin, 03.02.2021. Der 3. Februar 2021 könnte als wichtiger Meilenstein im Kampf gegen die Klimakrise in die Geschichte eingehen. Heute verkündete das Pariser Verwaltungsgericht sein wegweisendes Urteil gegen den französischen Staat: Er habe nicht ausreichend Maßnahmen ergriffen, um die Klimaschutzziele Frankreichs zu erreichen. Geklagt hatten mehrere Nichtregierungsorganisationen, darunter Oxfam Frankreich. 2,34 Millionen Menschen hatten diese Klage über eine Petition unterstützt – die größte in der Geschichte des Landes. Oxfams Klimaexperte Jan Kowalzig begrüßt das Urteil und geht davon aus, dass es den Druck auch auf andere Regierungen erhöht, in der Klimakrise nun schneller zu handeln. Er kommentiert:

„Jedes Zögern und Zaudern beim Klimaschutz in Ländern wie Frankreich oder Deutschland trägt zur Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen bei - vor allem in den Ländern des Globalen Südens. Mit diesem Urteil haben die Richter der französischen Regierung gehörig die Leviten gelesen! In einem zweiten Schritt könnten sie nun verschärfte Maßnahmen zur Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase anordnen. Das Urteil ist auch ein Signal an andere Staaten, deren Regierungen sich bislang in Fensterreden zum Pariser Abkommen bekennen, den konkreten Klimaschutz aber immer wieder verwässern, verschieben oder verhunzen - zulasten der Menschen im Globalen Süden, wo die Klimakrise Armut, Hunger und Ungleichheit weiter verschärft."

Hintergrund: Die Organisationen Oxfam Frankreich, Notre Affaire à Tous, die Nicolas-Hulot-Stiftung und Greenpeace Frankreich hatten den französischen Staat Ende 2018 verklagt, nachdem damals auch von offizieller Seite bestätigt worden war, dass die bestehenden Klimaschutzziele wohl nicht erreicht würden. Mit dem heutigen Urteil erklärt das Pariser Verwaltungsgericht diesen Umstand zu einem Rechtsverstoß. Dem Gericht zufolge sollen die klagenden Organisationen und die französische Regierung nun versuchen, eine Einigung über zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen zu erzielen. Gelingt das nicht, kann stattdessen das Gericht solche Maßnahmen anordnen. Auch gegen Deutschland sind Klagen wegen des mangelhaften Klimaschutzes anhängig, darunter Beschwerden beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und beim Bundesverfassungsgericht.


Wednesday 3rd February 2021

NGOs win historic victory against French State for failing to tackle climate change

  • Court battle backed by 2.34 million people – largest petition in French history
  • Landmark case will pile pressure on other governments to act faster

A landmark ruling today has found the French State at fault for failing to take enough action to tackle the climate crisis. The decision by the French court will serve as a warning to other governments to do more to reduce carbon emissions in line with their public commitments, said Oxfam France, a plaintiff in the case.

In December 2018, Oxfam France, Notre Affaire à Tous, the Nicolas Hulot Foundation and Greenpeace France launched a legal action against the French State for failing to reduce the country's emissions fast enough to meet its commitments. More than 2.3 million people signed a petition supporting the action – the largest in French history.

It is the first time the French State has been taken to court over its responsibility on climate change. Today's decision leaves the government open to compensation claims from French citizens who have suffered climate-related damage, and could force it to take further steps to reduce its emissions.

Cécile Duflot, Executive Director of Oxfam France, said: "Today's decision is a historic victory for climate justice. For the first time, a French court has ruled that the State can be held responsible for its climate commitments. This sets an important legal precedent and can be used by people affected by the climate crisis to defend their rights. This is a source of hope for the millions of French people who demanded legal action, and for all of those who continue to fight for climate justice around the world. It is also a timely reminder to all governments that actions speak louder than words."

The ruling comes as many countries are preparing more ambitious targets to reduce emissions, as required by the Paris Agreement. Governments are due to meet in Scotland later this year for the COP26 climate summit. Scientists and NGOs say the targets already announced – known as Nationally Determined Contributions – fall short of the cuts needed to avoid catastrophic global warming.

The French government's proposed climate law is, by its own admission, not enough to achieve its target of cutting emissions 40% by 2030. Even this target is not enough to put the country on track to tackle the climate crisis, Oxfam France said.

This decision also serves as a timely reminder to all European governments and the European Commission to take their international commitments seriously and to lead in the fight against the climate crisis. The current EU climate target of a 55% cut to emissions is ambitious, but still falls short of what is needed to keep global temperature rise below 1.5C.

The French State has two months to appeal the court's decision. While the four NGOs have asked the court to order the State to take additional measures to fulfill its climate commitments, the court decided to reserve its decision on this point for later in the Spring, to allow for further discussions between the French State and the NGOs.

Duflot said: "Following today's breakthrough, we now hope the courts will compel the Government to take further steps to reduce emissions and ensure that France is living up to its commitments."

Oxfam launched the legal action because the climate crisis is fueling poverty, hunger and inequality around the world. Often it is the poorest countries that have contributed least to the crisis that pay the highest price. In September 2020, Oxfam revealed that the richest one percent of people produce more than double the emissions of the poorest half of the world population combined.


 

Neue FIAN-Studie - Digitale Technologien gefährden Zugang zu Land

February 3, 2021 - 9:19pm
Entgegen dem Versprechen, wonach die Digitalisierung weit verbreitete Probleme im Landsektor wie Korruption und unsichere Grundbesitzverhältnisse beheben werde, zeigt eine neue Studie von FIAN, wie digitale Technologien Ungleichheiten und Landraub weiter fördern können. 
Während mächtige Großkonzerne auf dem jüngsten Weltwirtschaftsforum über „Tech for Good" diskutierten, zeigt die neue FIAN-Studie „Disruption or Déjà Vu? Digitalization, Land and Human Rights", dass digitale Technologien Ungleichheiten im Landsektor erhöhen und zu Instrumenten des Landraubs missbraucht werden können. Für die Studie wurden Projekte und Entwicklungen in Brasilien, Indonesien, Georgien, Indien und Ruanda untersucht. Diese zeigen auf, wie die Digitalisierung zur Verschärfung existierender Formen von Ausgrenzung beiträgt.

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Studie gehören:

• Großunternehmen und lokale Eliten nutzen die neuen Technologien mitunter, um sich Land zu sichern und lokale Gemeinden zu vertreiben. Ein Beispiel hierfür ist der 700.000 Hektar große Mirador Nationalpark in Brasilien, wo sich Agro-Unternehmen mit Hilfe von digitalen Katastern Land in Naturschutzgebieten illegal angeeignet haben. Hunderte Familien, die dort seit Generationen leben, wurden in Folge dieses digitalen Landraubs vertrieben.
• In mehr als 20 Ländern weltweit wird mit der Blockchain-Technologie – welche Kryptowährungen wie Bitcoin zugrunde liegt – im Landsektor experimentiert. Mit dieser „cutting-edge" Technologie soll es angeblich möglich sein, grundlegende Probleme im Landmanagement nahezu mit einem Schlag zu lösen. Die aktuell verfügbaren Informationen über die verschiedenen Projekte deuten jedoch darauf hin, dass sich die Technologie bisher als wenig effektiv erwiesen hat. Viele Testversuche sind ins Stocken geraten oder werden nicht weitergeführt.
• Obwohl der Zugang zu Land für eine Vielzahl von Menschenrechten und das Wohl der ländlichen Bevölkerung von zentraler Bedeutung ist, werden viele Digitalisierungsprojekte ohne Vorkehrungen zum Schutz von Menschenrechten implementiert.
• Ohne eine feste Einbettung in Menschenrechte und einen klaren Fokus auf das öffentliche Interesse sind die Hauptnutznießer der Digitalisierungsprojekte im Landsektor zumeist Agro- und Hi-Tech-Unternehmen, während benachteiligte Gruppen das Nachsehen haben. Die Regierungen verlassen sich zunehmend auf Privatunternehmen, um die Infrastruktur für die digitale Landverwaltung bereitzustellen, wodurch die öffentliche Kontrolle über grundlegende Dienstleistungen und Güter untergraben wird.
• Internationale Geber stellen Hunderte Millionen Dollar für den Einsatz digitaler Technologien im Landsektor zu Verfügung. Allein die Weltbank investiert und verleiht mehr als eine Milliarde US-Dollar für Landprojekte mit Digitalisierungskomponente in Subsahara-Afrika sowie Süd- und Südostasien.

Die gegenwärtige Anwendung von digitalen Technologien verstärkt häufig Ungleichheiten im Landsektor. Das ist keine Tech for Good, sondern Tech für Profite", erklärt Philip Seufert, einer der Autoren der Studie. „Die Frage ist nicht, ob digitale Technologien gut oder schlecht sind. Wenn ihr Einsatz nicht menschenrechtlich eingebettet ist, profitiert nur eine kleine Gruppe mächtiger Unternehmen und Eliten. Ländliche Gemeinden hingegen laufen Gefahr, ihr Land und ihre Existenzgrundlage zu verlieren", so Seufert weiter.

Die Verteilung von Land ist ein Indikator für soziale Ungleichheiten. Seit der Finanzkrise von 2008, die einen weltweiten Ansturm auf Land ausgelöst hat, kommt es vermehrt zu Vertreibungen lokaler Gemeinden. Unsicherer Zugang zu Land ist auch eine wichtige Ursache für Armut und Hunger. Dies anzugehen erfordert das Bekämpfen struktureller Probleme, wie zum Beispiel die äußerst ungleiche Verteilung von Land und der mangelhafte Schutz der Landrechte ländlicher Gemeinden. Digitalisierung – wie zum Beispiel die Einführung digitaler Kataster – wird als Königsweg zur Lösung der Probleme im Landsektor angepriesen. Doch die Initiativen in den fünf Ländern, welche im Rahmen der Studie analysiert wurden, zeigen, dass landbezogene Digitalisierungsprozesse vielerorts in erster Linie dazu dienen, Land für Finanzinvestitionen attraktiv zu machen.

Es ist inakzeptabel, dass Regierungen und Entwicklungsbanken den Einsatz digitaler Technologien im Landsektor vorantreiben, ohne international akzeptierte Menschenrechtsstandards zu berücksichtigen", sagt Mathias Pfeifer, Koautor der Studie. „Es ist unverantwortlich und gefährlich, wenn strukturelle Diskriminierung allein mit technischen Lösungen bekämpft werden soll. Verschlimmert wird die Lage durch die zumeist mangelnden Beteiligungsmöglichkeiten der Betroffenen."

Die analysierten Fälle zeigen zudem, dass Digitalisierung oft mit einer Übertragung von Kompetenzen des Staates auf private Akteure einhergeht. In Georgien beispielsweise betreibt ein niederländisches Unternehmen die Blockchain-Infrastruktur, die als Grundlage für das Landmanagementsystem des Landes dienen soll. Diese und andere öffentlich-private Partnerschaften geben Anlass zu ernsthafter Besorgnis über die öffentliche Kontrolle zentraler Gütern. Im Jahr 2020 kündigte die Welternährungsorganisation (FAO) die Einrichtung einer Plattform an, welche Richtlinien für die Anwendung digitaler Technologien im Kontext von Ernährung und Landwirtschaft bereitstellen soll. Die Ergebnisse der FIAN-Studie unterstreichen die Notwendigkeit, international vereinbarte Menschenrechtsstandards im Zusammenhang mit Digitalisierung aufrechtzuerhalten und umzusetzen, einschließlich der Landleitlinien der FAO.

- FIAN-Studie:Disruption or Déjà Vu? Digitalization, Land and Human Rights
- Analysis Grid for the Assessment of Land-related Digitalization Projects and Processes from a Human Rights Perspective
- Mapping of Digitalization and Blockchain Projects in the Land Sector
- Deutsche Zusammenfassung der Studie (Fact Sheet)

*Inwiefern ist Land und Landpolitik von Digitalisierung betroffen?
Digitale Technologien werden zunehmend für die Verwaltung und das Management von Land eingesetzt. Zum Beispiel wird Land mit GPS-Geräten und Drohnen kartiert und abgegrenzt. Informationen zu Landbesitz und -nutzung werden in digitalen Registern und Katastern gespeichert. Schließlich werden digitale Tools und Plattformen zur Durchführung von Landtransaktionen genutzt und beeinflussen die Landpolitik. Die Digitalisierung im Kontext von Land hat große Auswirkungen auf den Zugang zu, die Nutzung von und die Kontrolle über diese wichtige Ressource.








VENRO informiert! Frauen in Nichtregierungsorganisationen (NRO)

February 3, 2021 - 9:18pm
VENRO informiert! Ausgabe Nr. 1/2021
 

Nr. 1 / 2021

THEMENSCHWERPUNKT

Frauen in Nichtregierungsorganisationen (NRO)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

Frauen stellen in Verbänden, Stiftungen und gemeinnützigen Organisationen über 70 Prozent der Belegschaft, sie sind aber nur zu knapp 40 Prozent in Vorständen und Geschäftsführungen vertreten. Um Frauen aus unseren Mitgliedsorganisationen den Aufstieg in Führungspositionen zu erleichtern, haben wir im vergangenen Jahr ein Mentoring-Programm gestartet. Sowohl Mentees als auch Mentor_innen erlebten die Teilnahme als persönliche Bereicherung. Ihre positiven Rückmeldungen bestärkten uns darin, das Programm fortzusetzen und es auf Basis der Erfahrungen und der Vorschläge der Teilnehmenden weiterzuentwickeln.

 

Professorin Annette Zimmer, Autorin der Studie „Karriere im Nonprofit-Sektor?", unterstreicht im Interview die Bedeutung von Mentoring-Programmen für eine gezielte Nachwuchsentwicklung. Als weitere wirksame Förderinstrumente nennt sie die Einführung einer Quote und eine systematische Personalentwicklung.

 

Auch auf Podiumsdiskussionen dominieren oftmals Männer die Debatten. Unsere Vorstandsmitglieder haben daher beschlossen, Gender Champions zu werden. Sie nehmen nicht mehr an geschlechtlich einseitig besetzten Panels teil. Wie Sie sich dieser Initiative anschließen und ein Signal gegen #manels setzen können, erfahren Sie in diesem Newsletter!

 

Herzliche Grüße,

 

Heike Spielmans
Geschäftsführerin

 

 

Rubriken dieses Newsletters

 

„Die effektivste Förderung ist die Quote"

   

Annette Zimmer, Professorin für Deutsche und Europäische Sozialpolitik und Vergleichende Politikwissenschaft, führte im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Studie „Karriere im Nonprofit-Sektor?" durch. Im Interview spricht sie über die Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen von Frauen in Nichtregierungsorganisationen.

  Zum Interview

Mentoring-Programm ermöglicht unvorhergesehene Perspektiven

   

Um Frauen den Aufstieg in Führungspositionen im NRO-Sektor zu erleichtern, haben wir im vergangenen Jahr ein Pilotprogramm gestartet. Acht Monate später ziehen die Teilnehmenden ein positives Fazit. Über einen Austausch, von dem beide Seiten profitieren

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VENRO-Vorstandsmitglieder werden Gender Champions

   

Schließen Sie die Augen und stellen sich ein beliebiges Podium vor. Wer sitzt dort und spricht? In der Realität finden sich dort überwiegend Männer. Unsere Vorstandsmitglieder haben daher beschlossen, nicht mehr an Panels teilzunehmen, die nur mit einem Geschlecht besetzt sind. Ziel der Initiative ist es, Geschlechtergleichstellung auf einfache und wirksame Art zu fördern.

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Raus aus der Defensive: Wir brauchen neue Impulse für den Schutz humanitärer Helfer_innen

 

Das humanitäre Völkerrecht garantiert den Schutz humanitärer Helfer_innen. Dennoch werden viele Grundsätze missachtet: Humanitäre Helfer_innen werden immer öfter Opfer gezielter Angriffe, ihre Handlungsräume zunehmend eingeschränkt. Höchste Zeit, diesen Trend umzukehren.

 

Wie ein besserer Schutz humanitärer Helfer_innen erreicht werden kann, können Sie in unserer Stellungnahme „Raus aus der Defensive – Humanitäres Völkerrecht stärken und humanitäre Helfer_innen weltweit schützen" nachlesen. Die Stellungnahme greift gemeinsame Überlegungen mit dem französischen NRO-Bündnis Coordination SUD auf und ist auch auf Englisch verfügbar.

  Zum Blogbeitrag
  Zur Stellungnahme (DE)
  Zur Stellungnahme (EN)

Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Der globale Süden kam zu kurz

 

Brexit, EU-Haushalt, Klimaschutz, Migration – selbst ohne die Corona-Pandemie wäre die deutsche EU-Ratspräsidentschaft 2020 sehr herausfordernd geworden. Daher ist es verständlich, dass die Bundesregierung nicht alle an sie gerichteten Erwartungen erfüllen konnte. Enttäuschend ist jedoch, dass die von Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigten Schwerpunkte Afrika-EU-Beziehungen und globale Verantwortung eindeutig zu kurz gekommen sind.

  Zum Blogbeitrag
05.02.2021 - 06.02.2021, W. P. Schmitz-Stiftung, Königswinter   Was ist ein gutes Auslandsprojekt?  

Methoden und Instrumente der Projektentwicklung und -begleitung werden vorgestellt und praktisch eingeübt. Außerdem wird der Frage nachgegangen, wie Erfolge im Projekt über Indikatoren nachgewiesen werden können, und Hinweise zu Fördermöglichkeiten für Auslandsprojekte aus dem Titel Private Träger des BMZ gegeben.

  Zur Veranstaltung
09.02.2021 - 17.03.2021, VENRO, Online, Hannover
  Security and Crisis Management in Practice  

Humanitarian NGOs are working in difficult contexts. An appropriate security and crisis management in NGOs is key when it comes to the duty of care for their employees. In three (online) seminars, participants will learn how to improve their own security concepts and crisis management, how to safeguard the ownership of staff and how to involve partner organisations.

  Zur Veranstaltung
16.02.2021 - 18.02.2021, IFHV der Ruhr-Universität Bochum/VENRO, Online  

Einführung in die Mechanismen vorausschauender humanitärer Hilfe

 

Die dreitägige Online-Fortbildung bietet einen Überblick über Möglichkeiten und Grenzen vorausschauender humanitärer Hilfe anhand des Konzepts von Forecast-based Financing. Die Teilnehmenden lernen vorhandene Beispiele der Nutzung von Extremwetter-Vorhersagen kennen und machen sich vertraut mit den Grundlagen, um Schwellenwerte („trigger levels") für die Auslösung vorausschauender humanitärer Maßnahmen festzulegen.

  Zur Veranstaltung
24.02.2021 - 26.02.2021, IFHV der Ruhr-Universität Bochum/VENRO, Online  

Legal basics of protection in humanitarian action

 

Even though protection is a core pillar of humanitarian action, it is often not entirely understood by humanitarian professionals and/or staff may feel insufficiently equipped in fulfilling their responsibilities in protection. The training addresses NGO staff working in the field or at the management level. It seeks to provide participants with the knowledge and understanding necessary to recognize and address protection issues in their daily work, in particular in situations of forced displacement.

  Zur Veranstaltung
01.03.2021, KKID, Online (Zoom)  

How to plan a project with Theory of Change?

 

In the last years, the expectation that development projects focus more on their impacts (rather than just the smooth implementation of the project measures) has risen dramatically. Organisations and project staff struggle with high expectations to prove "impact" and with a multitude of definitions, concepts, and tools on the market. This workshop will enhance your ability to plan systematically in an impact-oriented way.

  Zur Veranstaltung

Brot für die Welt sucht eine_n Referent_in Zielgruppenmanagement (w/m/d).

 

AGIAMONDO sucht eine_n Pädagog_in für kirchliche Friedensarbeit, Gikongoro, Ruanda (m/w/d).

 

Plan International sucht eine_n Projektcontroller_in (m/w/d) in Hamburg.

 

CARE sucht eine_n Fundraising Referent_in Großspenden (m/w/d) in Bonn.

 

Oxfam sucht eine_n Roving Grants and Compliance Advisor (w/m/d) in Berlin.

 

Save the Children sucht eine_n Studentische Mitarbeiter_in (m/w/d) im Bereich Social Media in Berlin.

  Alle Stellenangebote
  Besuchen Sie uns auf    

sekretariat@venro.org

www.venro.org

Tel.: 030 2639299-10

 

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Stresemannstraße 72

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Redaktion: Janna Völker

Fotos: Unsplash/CoWomen (Header), Shutterstock/Tino Adi, Auswärtiges Amt/Thomas Trutschel/photothek.de

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EWIK Newsletter Februar: Globales Lernen und soziale Gerechtigkeit

February 3, 2021 - 9:18pm

Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe Februar 2021: Globales Lernen und soziale Gerechtigkeit

Liebe Leserinnen und Leser,

seit der Antike gilt Gerechtigkeit als höchste Tugend im sozialen Zusammenleben. In einer idealen Gesellschaft ist Gerechtigkeit das Prinzip, nach dem jedem Menschen sein Recht in gleicher Weise zugestanden wird: Gesetzgeber, Exekutive und Zivilgesellschaft sorgen gemeinsam für einen fairen Ausgleich der Interessen und Chancen aller. Das klingt großartig - allerdings sind wir nicht nur in einzelnen Ländern, sondern auch in der Weltgesellschaft vom Idealzustand weit entfernt.

Angesichts der Disparitäten in der Welt, angesichts der Klimakrise und humanitärer Katastrophen ist klar, dass gerechtes Handeln heute nicht mehr nur auf den Einzelnen und den sozialen Nahbereich bezogen werden kann. Vielmehr stellt sich die Frage nach weltweiter sozialer Gerechtigkeit. Dabei ist Armutsbekämpfung in einzelnen Ländern nur ein erster Schritt. Denn Armut ist keine Naturkatastrophe: Sie entsteht, weil Schwächere - zum Bespiel Kleinbauernfamilien, Indigene, Migranten - durch lokale Eliten und international agierende Unternehmen ihrer Lebensgrundlagen beraubt werden. Sie entsteht aus der weltweiten Exklusion der ärmsten Länder und ihrer Menschen durch das herrschende Weltwirtschafts- und Welthandelssystem. Gerechtes Handeln im globalen Kontext zielt darauf, diese Ausbeutung und Ausgrenzung zu beenden.

Seit Anfang 2020 hält das Sars-Cov-II-Virus die ganze Welt in Atem. Es fordert alle Gesellschaften, alle Volkswirtschaften heraus. Allerdings sind die Länder besonders hart getroffen, deren Gesundheitssysteme schon vor der Krise fragil waren und die nicht die Ressourcen haben, für ihre Bevölkerung einen staatlichen Rettungsschirm aufzuspannen. In diesen Ländern sind wiederum die Armen besonders benachteiligt und existenziell bedroht. Wie sollen mangelernährte Menschen, die beengt wohnen und ihren Lebensunterhalt im informellen Wirtschaftssektor verdienen, dem Virus die Stirn bieten? Um die Jahreswende 2020/21 fiel in einigen Ländern, auch in Deutschland, der Startschuss für die Corona-Impfung. Doch wie kann die Verteilung der Vakzine weltweit fair geregelt werden? Die für die Impfkampagne notwendige Infrastruktur ist in vielen Südländern nicht gegeben. Mehr denn je ist internationale Solidarität gefordert - denn eine Überwindung der Pandemie ist nur möglich, wenn alle Länder in Nord und Süd an einem Strang ziehen.

Auch die Klimakrise ist weltweit spürbar; aber die Menschen auf der Südhalbkugel und besonders die armen Bevölkerungsgruppen sind von den Auswirkungen des Klimawandels besonders hart getroffen. Wenn wir heute von Gerechtigkeit sprechen, meinen wir daher nicht nur Tausch- und Leistungsgerechtigkeit, dass „jedem das Seine" zugeteilt wird, sondern wir meinen Verteilungs-, Beteiligungs- und Chancengerechtigkeit in globaler Perspektive. Wir meinen Umwelt- und Generationengerechtigkeit. Wir meinen Gerechtigkeit als Grundwert unseres Zusammenlebens, aber auch als Norm internationaler Vereinbarungen. Wir meinen Gerechtigkeit als innere Einstellung, aus der sich sozial und ökologisch verantwortliche Verhaltungsweisen ableiten. Globales Lernen fördert diese innere Einstellung - altmodisch gesprochen: die Tugend der Gerechtigkeit - und betrachtet weltweite soziale Gerechtigkeit im Kontext von Nachhaltigkeit.

In dieser Newsletter-Ausgabe finden Sie hierzu nützliche Material- und Medienhinweise, außerdem Aktionsideen und Anregungen, wie Sie das Globale Lernen ganzheitlich gestalten können.

Eine gewinnbringende Lektüre wünscht Ihnen Ihre

Petra Gaidetzka, MISEREOR
EWIK-Kooperationspartner
Aktuelles

Wettbewerb "Dein Song für eine Welt"

Am 28. Januar 2021 ist der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!" in eine neue Runde gestartet. Der Wettbewerb verfolgt das Ziel, das Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen für entwicklungspolitische Themen zu stärken und ihnen und ihren musikalischen Botschaften eine Plattform zu geben. Ab sofort sind Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 25 Jahren aufgerufen, selbstgeschriebene Songs einzureichen, die sich musikalisch mit globalen Themen auseinandersetzen. Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!" ist eine Begleitmaßnahme zum Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle" und wird von Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt. Zu gewinnen gibt es Geld- und Sachpreise. Einsendeschluss ist der 16. Juni 2021.

Berufliche Schule „Grenzenlos" digital: Lehrerfortbildungen zu Globalem Lernen

Das Projekt „Grenzenlos - Globales Lernen in der beruflichen Bildung" richtet sich an Lehrkräfte von berufsbildenden Schulen und bietet kostenlos Lehrkooperationen zu Themen der Nachhaltigkeit an. Das Besondere: die Referent*innen sind Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die ihre fachlichen Kenntnisse, Wissen um die Methoden und Techniken des Globalen Lernens und ihre Erfahrungen aus den Heimatländern in den Unterricht einbringen. Außerdem können sich die kooperierenden Schulen auch für die Auszeichnung als „Grenzenlos-Schule" für besonderes interkulturelles Engagement bewerben.

"Zugriff verweigert - Digitalisierung global gerecht gestalten" - BREBIT 2021

Unter dem Motto "Zugriff verweigert - Digitalisierung global gerecht gestalten" geht die BREBIT 2021 in ihr 18. Jahr. Die Bildungstage finden vom 16. August bis 3. Dezember 2021 in ganz Brandenburg statt und greifen das Vorjahresthema Digitalisierung und globale Gerechtigkeit nochmals unter anderen Blickwinkeln auf.

Neue Materialien zum Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung

Das Menschenrecht auf Wasser ist das Jahresthema 2020/21 von FIAN, dem FoodFirst Informations- & Aktions-Netzwerk. In diesem Zusammenhang sind aktuell mehrere Veröffentlichungen zum Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung erschienen. So bietet eine Broschüre neben einer umfassenden Einführung in das Menschenrecht auf Wasser eine Fülle von Daten zu Wasserverbrauch durch Bergbau und Landwirtschaft sowie dem Wasserfußabdruck. Ein achtseitiges Faltblatt stellt anschaulich und kurz dar, wie die Klimakrise die Verfügbarkeit und den Zugang zu Wasser in vielen Regionen der Welt gefährdet. Ein Factsheet beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Freihandelsabkommen auf das Menschenrecht auf Wasser, ein weiteres zeigt am Beispiel von Indien, wie strukturelle Mängel die Verwirklichung des Menschenrechts auf hygienische Sanitärversorgung verhindern können. Alle Materialien stehen zum Download bereit und können kostenlos bestellt werden.

Methodenhandbuch: Connect for Change

Welche Rolle spielen globale Bildungspartnerschaften und -projekte für einen Wandel im Sinne der Sustainable Development Goals (SDGs)? Zu dieser und anderen Fragen haben Menschen aus dem Globalen Norden und dem Globalen Süden im Projekt „Connect for Change" zusammengearbeitet. Das Handbuch „Connect for Change - Globale Bildungspartnerschaften und -projekte für den Wandel gestalten" dient als Anregung und Leitfaden für den Aufbau, die Gestaltung und Weiterentwicklung von Bildungspartnerschaften und -projekten in Schule und Zivilgesellschaft. Es enthält Beiträge von Expert*innen aus der ganzen Welt.

Rosenaktion im Frühjahr 2021: Sag es mit fairen Rosen!

Vom 14. Februar bis zum 14. März 2021, rund um den Weltfrauentag am 8. März, ruft TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland) zur Rosenaktion „Flower Power - Sag es mit fairen Rosen" auf. Mit privaten Blumengrüßen, Rosenaktionen und Pop-Up-Stationen in ganz Deutschland setzen Aktive in Schulen, Städten und Unis ein Zeichen für Frauenrechte und den fairen Handel mit Rosen. Der Großteil der Blumenproduktion erfolgt in Ländern des globalen Südens. Auf den Blumenplantagen sind die Arbeitsbedingungen oft miserabel, darunter leiden insbesondere die vielen Frauen, die dort beschäftigt sind. Durch Fairtrade können Frauen selbstbestimmter ihre Zukunft gestalten.

Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien

Weltweite soziale Gerechtigkeit: Materialien für den Religionsunterricht zum Inhaltsfeld „Verantwortliches Handeln aus christlicher Motivation"

Diese von MISEREOR entwickelte Unterrichtshilfe stellt Material für vier mögliche - in sich abgeschlossene und frei wählbare - Unterrichtseinheiten zur Erarbeitung des Themas weltweite soziale Gerechtigkeit zur Verfügung. Jedes der Module stellt dabei einen anderen Aspekt in den Mittelpunkt und nutzt Beispiele aus der Projektarbeit MISEREORs und ihren Partnerorganisationen in Indien, Madagaskar, Brasilien, Paraguay und Kambodscha.

MISEREOR Lehrerforum: „Soziale Gerechtigkeit zwischen Globalisierung und Nachhaltigkeit"

Gerechtigkeit ist Thema im Religionsunterricht der Oberstufe. Das MISEREOR Lehrerforum Nr. 114 bietet Materialien für die Unterrichts-Gestaltung und motiviert zum Blick über den Tellerrand: Denn gerechtes Handeln steht heute im Spannungsfeld von Globalisierung und Nachhaltigkeit.

The winner takes it all?! Methoden für die politische Bildung zu sozialer Ungleichheit.

Wie kann Bildungsarbeit zum Thema soziale Ungleichheit aussehen? Wie kann die Geschichte und Gegenwart von Ungleichheit in Deutschland und global didaktisch so aufbereitet werden, dass es interessant, verständlich und auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand ist? Das Bildungsmaterial bietet einen Beitrag zu diesen Fragen. In dem Material werden neue Methoden zum Thema soziale Ungleichheit für Jugendliche und junge Erwachsene vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf Methoden, die die Teilnehmer*innen aktivieren.

Wie inklusiv sind wir schon und was geht da noch? - Lerneinheit zum SDG 10 mit Fokus auf Menschen mit Behinderungen

Das zentrale Prinzip der SDGs ist es, „niemanden zurückzulassen" und auch die Schwächsten und Verwundbarsten der Welt mitzunehmen. Jedoch ist es so, dass Menschen mit Behinderungen - die weltweit größte Minderheit - immer noch in vielen Bereichen benachteiligt und besonders von Armut betroffen sind. Deshalb hat die Christoffel-Blindenmission zu diesem Thema eine Lerneinheit entwickelt, die sich mit nachhaltiger Entwicklung unter Berücksichtigung sozialer Gerechtigkeit auseinandersetzt. Schüler*innen der Klassen 7-10 beschäftigen sich in diesem Material mit dem SDG 10 (Weniger Ungleichheiten) und dem speziellen Fokus auf Menschen mit Behinderungen. Ziel ist es, die Schüler*innen für Ungleichheiten zu sensibilisieren und zur Förderung von Empathie und Solidarität beizutragen. Sie werden angeregt, sich für Chancengleichheit und eine gerechte Welt einzusetzen.
#UNHATEWOMEN zum Thema Hate Speech

Die #UNHATEWOMEN Kampagne von TERRE DES FEMMES setzt sich gegen die verbale Gewalt gegen Frauen ein und macht diese sichtbar. Die Organisation fordert die konsequente Bekämpfung und Strafverfolgung von Hasskriminalität gegen Frauen und Mädchen im Internet, denn Gewalt tritt nicht nur in physischer Form auf. Zusätzlich wurde aufgrund des Erfolgs der Kampagne geeignetes Material für zwei Unterrrichtsstunden in den Klassenstufem 8-11 erstellt, in denen das Thema „Was ist Hate Speech?" und „Wie gehe ich mit Hate Speech um?" interaktiv erarbeitet werden kann.


Bildungsmaterial "Moderne Sklaverei"

Nach Zahlen der ILO leben global heute mehr als 21 Millionen Menschen in Sklaverei, sklavereiähnlichen Bedingungen und Zwangsarbeit, was heißt, dass zu einem einzigen Zeitpunkt in der Geschichte mehr Menschen betroffen sind als während drei Jahrhunderten transatlantischen Sklavenhandels.
Die Broschüre des Nord-Süd Netzes beim DGB-Bildungswerk BUND bietet ein geballtes Know-how für die politische Arbeit im Globalisierungsprozess zum Thema moderne Sklaverei.
Connecting the Dots. Lernen aus Geschichte(n) zu Unterdrückung und Widerstand (eLearning Tool)

Ist die Vergangenheit vergangen? Ist sie widerspruchsfrei, unveränderlich und durch historische Fakten belegt? Sind wir gar am „Ende der Geschichte" angelangt? In der hegemonialen Geschichtsschreibung gibt es unzählige Leerstellen. Viele Geschichten, die wichtig für die Gestaltung unserer Gegenwart und die Imagination möglicher Zukunft sind, wurden noch gar nicht geschrieben. Um diese Leerstellen ansatzweise zu füllen hat global e.V. in dem eLearning Tool "connecting the dots" zahlreiche aufschlussreiche Zitate von Menschen aus vielen Epochen, Erdteilen und mit vielfältigen gesellschaftlichen Perspektiven (in Bezug auf Klasse, Geschlecht, Sexualität und Rassifizierung) gesammelt. In der gleichnamigen Broschüre connecting the dots können Interessierte Methoden kennenlernen, um Zeitstrahlzitate anzuwenden und Hintergrundtexte zu einzelnen Zeitstrahlthemen finden.

pbi Online-Bildungsangebote Globales Lernen und Soziale Gerechtigkeit

Globale Zusammenhänge aufzeigen, Empathie entwickeln und das eigene Handeln kritisch reflektieren, das sind die Grundlagen der Bildungsarbeit im Globalen Lernen. Peace Brigades International - pbi - möchte auch in Zeiten von Corona Bildungsangebote für diesen Lernbereich anbieten - und zwar online! Extra für diesen Newsletter wurden die pbi-Bildungsangebote gesichtet und auf die Anforderungen von digitalen Bildungsveranstaltungen angepasst. Herausgekommen sind sieben spannende Online-Workshops für Kinder, junge Erwachsene und Multiplikator*innen.
Unterrichtsmaterial und Workshop zum Thema Regenwald im Einkaufswagen

Was ändert sich eigentlich genau, wenn ich Kakaoprodukte mit Siegel kaufe? Mit dem Workshop "Mit Schokolade den Regenwald retten" von OroVerde lässt sich exemplarisch anhand des Themas Kakao hinter die Kulissen unseres Konsums schauen. Beleuchtet werden die Mechanismen für den Anbau von Kakao und Alternativen sowie Initiativen zum konventionellen Handel bzw. die Macht des Verbrauchers. Anschaulich aufbereitet in einer PowerPointPräsentation als PDF inkl. Lehrerleitfaden für die Klassen 7-12 - auch für´s Homeschooling geeignet.
SDG 10 Schwerpunkt bei Bildung 2030

Die österreichische digitale Plattform Bildung2030 bündelt Informationen rund um die Themen der Agenda 2030 und richtet sich an alle Menschen, die eine Auseinandersetzung mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen fördern und Bildungsarbeit in diesem Sinne umsetzen. Aktueller Schwerpunkt auf der Plattform ist das Ziel 10: Weniger Ungleichheit, hier werden aktuelle Angebote, Aktionen und Bildungsmaterialien gebündelt vorgestellt. Zum Schwerpunkt: Multimediales

Weltkarte soziale Gerechtigkeit

Mit diesem Bildungsmaterial von Brot für die Welt können Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern auf virtuelle Weltreise gehen und Projekte in Albanien, Kirgisistan, Indien, Äthiopien, Simbabwe, Kolumbien und Nicaragua kennenlernen. Kinder und Jugendliche aus dem Globalen Süden erzählen, wie sie soziale Ungerechtigkeit erleben, wie sie damit umgehen und was sie selbst für soziale Gerechtigkeit tun. Dabei geht es um Inklusion an Schulen, um Integration von Geflüchteten, um Kinderarbeit und Kinderrechte, um Gleichberechtigung, gewaltfreie Konfliktlösung oder um faire Arbeitsbedingungen. Virtuelle Lernspiele und begleitende Arbeitsmaterialien ermöglichen die Auseinandersetzung mit komplexen Themen auf spielerische Weise.

Internationales Dokumentarfilmprojekt "Why Poverty?/Warum Armut?" mit 15 Kurzfilmen und 6 Dokumentarfilmen

Das internationale Dokumentarfilmprojekt "Why Poverty?" möchte mit Filmen zum Thema Armut eine öffentliche Debatte anregen. Diese DVD-Edition enthält sechs Dokumentarfilme und 15 Kurzfilme von unabhängigen Filmemacher*innen. Sie zeigen Aspekte von Armut und Ungleichheit in Entwicklungsländern ebenso wie in Schwellen- und Industrieländern auf. Gemeinsam ist allen Filmen, dass sie mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben und dazu anregen, sich weiterführend mit der Entstehung, Bekämpfung und Überwindung von Armut und Ungleichheit auseinanderzusetzen.

Let's Go Everywhere: Video-Dokufiktion zum SDG 10

Für viele Menschen aus afrikanischen Ländern ist es sehr schwierig, ein Visum für die Einreise in die EU zu erhalten, während es gleichzeitig für EU-Bürger sehr einfach ist, in afrikanische Länder zu reisen. Der Kurzfilm "Let's go everywhere" von Draufsicht GLOBAL beschäftigt sich mit dieser Ungerechtigkeit und ihren brutalen Folgen.

Spielfilm "Where to, Miss?"

Devki ist eine junge Inderin, die in der Hauptstadt Delhi lebt und dort den ständigen Konflikt zwischen dem Wunsch nach Emanzipation und den fest verankerten Traditionen der indischen Gesellschaft erlebt. Der Dokumentarfilm „Where to, Miss?" begleitet diese mutige junge Inderin innerhalb von drei Jahren durch drei unterschiedliche Lebensabschnitte: als Tochter, Ehefrau, Mutter. Anhand des Schicksals von Devki erzählt „Where to, Miss?", warum es für eine indische Frau so schwierig ist, sich aus den traditionellen Rollenbildern zu befreien.

Erklärfilm zum Thema Frauenrechte

In einem transdisziplinären Projekt des EPiZ Reutlingen mit der Hochschule Esslingen haben Studierende einen Erklärfilm in Legetechnik zum Thema Frauenrechte erstellt. Der kurze Film (9 Min.) lässt sich für die Bildungsarbeit mit älteren Grundschulkindern (ab Klasse 4) und in der Sek. I (bis Klasse 7/8) sowie der außerschulischen Bildungsarbeit einsetzen. Begriffe wie Diskriminierung und Gleichberechtigung werden erklärt und Problembereiche aufgezeigt. Über die Kinder Anna und Timo wird über die Dauer des Films der Bezug zur Lebenswelt der Lernenden hergestellt.

Zum Schwerpunkt: Aktionen, Angebote, Kampagnen, Fortbildungen
missio for life - transmediale Ausstellung zu sozialer Gerechtigkeit weltweit

missio for life ist ein Lernerlebnis zu sozialer Gerechtigkeit weltweit. Mit der interaktiven Ausstellung des internationalen Hilfswerks missio München gewinnen Jugendliche Einblicke in Lebenswirklichkeiten von Gleichaltrigen auf den Philippinen, in Indien und Tansania.
Das Anliegen von missio im Rahmen des globalen Lernens ist es, Schülerinnen und Schülern eine Vorstellung von sozialen Problemen in der Welt zu vermitteln.

Ausstellungen zum Thema Inklusion von bezev

bezev (Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V.) setzt sich dafür ein, dass BNE auch in der inklusiven Bildung, schulisch und außerschulisch, stattfindet und arbeitet im Rahmen einzelner Projekte an der Erstellung inklusiver Bildungsmaterialien zu Themen der BNE, Ausstellungen und Fortbildungsangeboten für Pädagog*innen. Zur Zeit stehen mehrere Ausstellungen zum Thema Inklusion zur Ausleihe bereit.

E-Learning Kurs "Gerecht aktiv"

Dieser Kurs basiert auf dem Aktionsleitfaden "Gerecht Aktiv" der AWO und unterstützt dabei, im wohlfahrtspflegerischen Umfeld auf globale Ungerechtigkeiten hinzuweisen und für eine solidarische Entwicklung der Weltgeschicke in den kommenden Jahrzehnten einzutreten. Er weist auf Handlungsmöglichkeiten für eine fairere Welt hin, die man als Einzelne*r oder als Organisation hat.

Bildungsangebote des Zentrums für soziale Inklusion, Migration und Teilhabe

Das Zentrum erstellt innovative Bildungsangebote im Themenbereich soziale Inklusion, Migration und gesellschaftliche Teilhabe in Deutschland zusammen mit internationalen Partnern. Damit soll ein Dialog zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Sozialpädagogik, entwicklungspolitischer Bildung und Globalem Lernen vor Ort initiiert und konstruktive und zukunftsfähige Handlungsoptionen entwickelt und durchgeführt werden.

Online-Lehrkräftefortbildung zur Interkulturellen Bildung von CARE und dem KIWI-Projekt

Im Rahmen des KIWI und KIWI kids-Projektes von CARE finden im Zeitraum Februar bis März 2021 Online-Fortbildungen für Lehrkräfte statt. Dabei wird, neben einer theoretischen Einführung in eine Vielzahl verschiedener Themen zur Interkulturellen Bildung, auch ein Einblick in verschiedene Methoden und Übungen für Schüler*innen gegeben, die dann durch die Lehrkräfte im Unterricht angewendet werden können. Die Übungen umfassen unter anderem Themen zur Bedeutung von Herkunft und Migrationsumständen für die eigene Persönlichkeitsentwicklung und zu kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden in Bezug auf jugendliche Lebenswelten. Die Fortbildungen richten sich an Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen, Pädagog*innen und Schulpsycholog*innen.

Kampagne #PussyisPower

Warum ist man eine ,Pussy", wenn man sich etwas nicht traut? Warum hat man ,Eier in der Hose", wenn man Stärke bewiesen hat? Und vor allem: Warum sprechen wir bei Männern vom ,starken Geschlecht"? Was diese Redewendungen implizieren, ist weltweit in den Köpfen der Menschen verankert. In Sachen Geschlechtergerechtigkeit muss noch viel passieren, denn Mädchen und Frauen werden in vielen Lebensbereichen stark benachteiligt. Die Kampagne #PussyisPower der Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) möchte darauf aufmerksam machen, dass die Welt voller starker Frauen ist, die sich für gleiche Rechte einsetzen - und große Erfolge erzielen.

Zum Schwerpunkt: Hintergrundinformationen

Nachhaltiges Entwicklungsziel SDG 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

„Eine Gesellschaft, in der Mädchen und junge Frauen ihr volles intellektuelles, soziales und politisches Potenzial ausschöpfen können, ist gleichzeitig auch eine sichere, gesunde und florierende Gesellschaft." so wird die australische Primierministerin auf dem Portal #17Ziele von Engagement Global zum SDG 5 zitiiert. Dort finden sich vielfältige Informationen, Materialien und konkrete Aktionsvorschläge und Handlungsempfehlungen zu allen SDGs  - und so eben auch zum SDG 5.

Nachhaltiges Entwicklungsziel SDG 10: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

„Würde man das Vermögen der unteren Hälfte auf 1,5 oder zwei Prozent aufstocken, hätte man für die Armen so viel erreicht wie mit 30 Jahren Wachstum, und das, ohne die planetarischen Grenzen weiter zu überschreiten." so wird Thomas Pogge, Professor für Philosophie auf dem Portal #17Ziele von Engagement Global zum SDG 10 zitiiert.
 Dort finden sich vielfältige Informationen, Materialien und konkrete Aktionsvorschläge und Handlungsempfehlungen zu allen SDGs  - und so eben auch zum SDG 10.

Atlas der Zivilgesellschaft

Die Entwicklung in der Welt hinsichtlich des Handlungsraums zivilgesellschaftlicher Akteure ist alarmierend. Nur vier Prozent der Weltbevölkerung leben in Ländern mit offener Zivilgesellschaft. Der Report von Brot für die Welt und dem Netzwerk CIVICUS zeigt die weltweite Lage. Besonders im Fokus stehen die Länder Ungarn, Kirgisistan, Mexiko, Bolivien, Simbabwe und Togo. Die Daten stammen von CIVICUS, einem weltweiten Netzwerk für Bürgerbeteiligung. Sie beobachten laufend den Grad der Freiheit von Zivilgesellschaft und teilt diesen in fünf Stufen ein: offen, eingeengt, beschränkt, unterdrückt, geschlossen.

Neue Studie: Soziale Ungleichheit gefährdet Bildungsziele der UNO. Oxfam fordert staatliche Investitionen in gebührenfreie Bildung

Soziale Ungleichheit ist eines der größten Hindernisse, um die Bildungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Das zeigt die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam in ihrem Bericht "The Power of Education to Fight Inequality", der im Vorfeld der 74. UN-Generalversammlung erscheint. Demzufolge ist in armen Ländern die Chance, dass ein Kind aus einer armen Familie die Sekundarschule beendet, siebenmal geringer als für ein Kind aus einer reichen Familie. Gründe sind Benachteiligungen armer Familien und die ungleiche Verteilung von Bildungsausgaben. Selbst in reichen Ländern absolvieren nur drei Viertel der Kinder aus armen Familien eine Sekundarschulausbildung, verglichen mit 90 Prozent aus den reichsten Familien. Oxfam fordert mehr staatliche Investitionen in gebührenfreie Bildung.

Human Rights Watch Weltbericht 2021

Im 761-seitigen World Report 2021 prüft Human Rights Watch die Menschenrechtslage in über 100 Ländern. Der Bericht beleuchtet auch EU-weite Probleme in den Bereichen Migration und Asyl, Diskriminierung und Intoleranz, Armut und Ungleichheit, Rechtsstaatlichkeit sowie EU-Außenpolitik.
Auch die Covid-19-Pandemie ist Thema: So traf und trifft die Pandemie, die Lockdown-Maßnahmen und die daraus resultierende wirtschaftliche Rezession Geringverdiener und sozial schwache Menschen überproportional schwer

"Schule in Pandemiezeiten" Zeitschrift Politik und Zeitgeschichte

Die pandemiebedingten Schulschließungen ab März 2020 haben jene Schülerinnen und Schüler besonders getroffen, die bereits vor Corona zu den Benachteiligten zählten. Selbst die von Hause aus Privilegierten waren froh, als die Schulen wieder schrittweise für den Präsenzbetrieb öffneten.
Die Bereitschaft der Politik, die Schulen in der zweiten Infektionswelle offenzuhalten, ist sehr hoch, auch wenn die Kritik daran mit Blick auf den Gesundheitsschutz wächst. Das Menschenrecht auf Bildung gilt es in Zeiten der Pandemie in Deutschland und weltweit bestmöglich zu wahren. "Nach Corona" muss mehr getan werden, um dieses Recht für alle zu verwirklichen. Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik "Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Fridays for Future
Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.


LearnStep „Das gute Digitale Leben"

In dem LearnStep „Das gute digitale Leben" setzen sich die Schüler*innen mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung für eine global nachhaltige Entwicklung auseinander. Sie lernen Möglichkeiten kennen, wie Digitalisierung ökologisch nachhaltig und sozial gerecht gestaltet werden kann. Die vom Globalen Klassenzimmer im Eine Welt Forum Aachen e.V. entwickelten digitalen LearnSteps zu Nachhaltigkeitsthemen dauern ca. 15 - 30 Minuten, eignen sich für Schüler*innen ab Klasse 5 und sind auch sehr gut im Homeschooling einsetzbar.

CULPEER4Change Quiz zu den SDGs

CULPEER4Change entwickelt Online-Quizze zu den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs). Die Quizze steht in drei Schwierigkeitsstufen zur Verfügung: Einsteiger, Fortgeschritten und Experte. Dazu gibt es einige didaktische und methodische Hinweise und Tipps für den Einsatz der Quizze im Unterricht sowie vielfältiges ergänzendes Material, das zum jeweiligen Quiz-Level passt. Jetzt neu: das Quiz zum SDG 14: "Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen" oder kurz: LEBEN UNTER WASSER. 

Future Fiction Kreativwettbewerb

Was wäre, wenn die Klimaerwärmung gebremst oder sogar aufgehalten werden kann? Was wäre, wenn die Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden? Was wäre, wenn das die Zukunft ist? Wie sieht diese Zukunft aus? Stellen wir uns kurz vor: wir befinden uns in einem Jahr zwischen 2030 und 2040. Es wurden viele Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt und wir haben es geschafft, die Erderwärmung zu stoppen. Wie sieht die Welt nun aus? Im Rahmen des Future Fiction Kreativwettbewerbs werden Menschen zwischen 13 und 23 Jahren gesucht, die ihre Vorstellung in einem Text oder Video darstellen möchten.

Ressourcen-Rechner "Mein ökologischer Rucksack"

Mit dem Ressourcen-Rechner vom Wuppertaler Institut kann man den ökologischen Rucksack des eigenen Lebensstils berechnen. In nur ca. 10 Minuten erfährt man, wie nachhaltig der eigen Lebensstil ist und wie ein ressourcenleichter Lebensstil aussehen kann.

School Lunch goes digital: anklicken, mitmachen und zu Hause Lebensmittelretter*in werden

"Restlos Glücklich" ist der Name eines Vereins aus Berlin, der sich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt und durch eigene Bildungsarbeit dazu beitragen möchte, dass Menschen ihre Lebensmittel wieder mehr wertschätzen. Dazu wurden in "School Lunch" Workshops bereits über 2.000 Schüler*innen an Berliner Grundschulen zur Lebensmittelretter*innen ausgebildet. Im Zuge der Corona-Pandemie hat der Verein nun einen interaktiven Video-Workshop entwickelt, um die Highlights der School Lunch Workshops zu den Schüler*innen nach Hause zu bringen.
Neues vom Blog EineWeltBlaBla



EineWeltBlaBla im Januar 2021

Ein neues Jahr, ein neuer Monat. In diesem Dazwischen des Jahreswechsels
haben wir kurz innegehalten und einen Blick zurückgeworfen auf die fünf Artikel, die unsere Leser*innen im letzten Jahr am meisten
interessiert haben.

Dann ging es mit einem thematischen Ausflug nach Kenia, denn dort wurde von
der Organisation GiveDirectly ein spannendes und alternatives Projekt zur Armutsbekämpfung durchgeführt. Ganz unter dem Motto: Direkte Hilfe zur Selbsthilfe.

Da in diesen Wochen alle Welt über das große Impfen spricht, haben wir einen
Blick auf die Geschichte der Schutzimpfung geworfen.

Der erste Gastbeitrag in diesem Jahr war zu dem Film „Girl Rising", der die Geschichten von neun jungen Frauen erzählt, die sich gegen ihre sozialen Zwänge auflehnen und für Bildung einsetzen, um die Diskriminierung von Frauen zu stoppen.

Zum Abschluss wurde ein bisschen Platz für Utopien gemacht: „Eine richtige
Zukunft bei dem Thema Mobilität wäre eine Welt ohne Autos."

Kennt ihr schon unseren Instagram und Facebook Account? Da werdet ihr regelmäßig über die Veröffentlichung unserer neuen Beiträge informiert!
Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Neues aus den Datenbanken
Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien

In der Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien können sich Lehrkräfte und Interessierte über das aktuell verfügbare Angebot an didaktischen Printmaterialien zur Einen Welt informieren. Die Datenbank bietet die Möglichkeit, über eine umfassende Suchmaske gezielt nach Publikationen zu suchen. Hier gelangen Sie zu einer Zusammenstellung aktueller Bildungsmaterialien.

Datenbank Eine Welt Medien – Filmtipps zum Thema Globales Lernen und soziale Gerechtigkeit

Die Datenbank Eine Welt Medien hat eine Liste mit ausgewählten Filmempfehlungen zum Thema Globales Lernen und soziale Gerechtigkeit zusammengestellt, jeweils mit ausführlicher Beschreibung, Altersempfehlung und Verleihstellen.
Veranstaltungen
Die SDGs in der Bildungspraxis - Hintergründe zu den SDGs
08.02.2021 online BNE und die Klimakrise - 'Flatten the Curve' für den Klimawandel
10.02.2021 online Workshop: Didaktik - nachhaltig leben lernen- Bildungsarbeit mit Schüler*innen gestalten
11.02.2021 - 14.02.2021 in Rostock
Die SDGs in der Bildungspraxis - Wie können Schulen Fördermittel für BNE - SDG Projekte erhalten?
18.02.2021 online
MMZ-Beratungscafé: Reinkommen – Zuhören – Fragen stellen
18.02.2021 online
FilmCafé Global: Filme in der Bildungsarbeit - zum Beispiel Klimagerechtigkeit
23.02.2021 online Online-Lehrkräftefortbildung: Methoden zur Klimakrise digital anwenden
24.02.2021 online Die SDGs in der Bildungspraxis - SDG 17: Praxisbeispiele zur Erreichung von regionalen Partnerschaften
25.02.2021 online Arbeiten in den Grenzen des Wachstums - Online Workshop
02.03.2021 online FilmCafé Global: Film ab online - Wie geht das?
03.03.2021 online
Die SDGs in der Bildungspraxis - Fairtrade in der Schule
04.03.2021 online Methodenworkshop Projekttagskonzept Plastik im Meer
11.03.2021 - 14.03.2021 in Rostock
24. Eine-Welt-Landeskonferenz NRW
12.03.2021 - 13.03.2021 online Vorschau Ausgabe März 2021: 
Die nächste Ausgabe des Newsletters der Eine Welt Internet Konferenz erscheint Ende Februar 2021 zum Thema

BNE digital - was hat sich während Corona bewährt?

Zusendungen sind bis zum 19. Februar 2021 willkommen.
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Um Ihre Suche nach passenden Bildungs- und Unterrichtsmaterialien, nach aktuellen Aktionen, Veranstaltungen und Kooperationsmöglichkeiten zu erleichtern, versuchen wir stets, die Vielfalt der Angebote im deutschsprachigen Raum möglichst umfassend darzustellen.

Wir möchten daher gerne wissen: Werden wir unserem Anspruch gerecht, einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu allen relevanten Informations- und Bildungsangeboten zum Globalen Lernen zu bieten?

Hier geht es zur Umfrage. Das könnte Sie auch interessieren:
Publikationen der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Print-Rundbrief  –  November 2020 SDG 1 - Armut in jeder Form
und überall beenden

Der Rundbrief erscheint viermal jährlich und berichtet über die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Bund und Ländern, Fortbildungsangebote, Veranstaltungen, neue Materialien, Kampagnen und Aktionen.
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Dr. Kambiz Ghawami (V. i. S. d. P)

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80 Millionen Menschen auf der Flucht - UNO-Flüchtlingshilfe blickt auf sieben Krisen weltweit

January 29, 2021 - 12:46pm
Die UNO-Flüchtlingshilfe stellt sieben Krisen vor, die auch in 2021 wieder Millionen Menschen zur Flucht zwingen werden und für die es neben politischen Lösungen ein verstärktes humanitäres Engagement braucht. In Syrien, im Jemen, der Sahel-Zone, in Äthiopien, Lateinamerika, Bangladesch sowie an den europäischen Außengrenzen verschlechtert sich die Situation für Geflüchtete zunehmend. Die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt als nationaler Partner das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), um den Menschen vor Ort direkt in der Not zu helfen. Gleichzeitig fördert die Organisation Projekte, um Geflüchteten eine Perspektive für eine bessere Zukunft zu geben. 

 

„Corona bestimmt aktuell weltweit die Lebensrealität der Menschen sowie die globale Berichterstattung. Doch die weltweiten Krisen stehen deswegen nicht still, im Gegenteil. Für Millionen Menschen bedeuten sie den Verlust der Heimat. Diese Menschen dürfen wir nicht alleine lassen", fordert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

 

Ungefähr 12 Millionen Syrer*innen hat der andauernde Bürgerkrieg zu Flüchtlingen oder zu Vertriebenen innerhalb ihres Landes gemacht. Sie bilden damit die größte Flüchtlingsgruppe der Welt. Heftige Regenfälle und Schnee erschweren die Bedingungen für Geflüchtete, ein Schutz gegen Corona ist praktisch nicht vorhanden. Hoffnung macht, dass Jordanien beispielsweise die weltweit erste Impfkampagne für Flüchtlinge gestartet hat.

 

Der Dauerkonflikt im Jemen hat das Land in die größte humanitäre Katastrophe der Welt geführt: 80 Prozent der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, um über die Runden zu kommen. Die Gewalt hält an, Frieden ist derzeit nicht in Sicht. 3,6 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht.

 

Ein innerstaatlicher Konflikt in Äthiopien führt aktuell dazu, dass innerhalb weniger Wochen etwa 60.000 äthiopische Flüchtlinge die Grenze zum Sudan überquert haben. Die Lebensbedingungen in Tigray verschlechtern sich zusehends. Es häufen sich Ausfälle bei der Energieversorgung. Nahrungsmittel und Treibstoff, der u.a. auch für die Wasserversorgung wichtig ist, werden knapper. Kommunikationssysteme wurden zeitweise gekappt, was die Koordination der Hilfe stark beeinträchtigt. Mitarbeiter*innen des UNHCR hatten im Januar 2021 lediglich Zugang zu zwei der vier Flüchtlingslager in der äthiopischen Region Tigray. Um Hilfe zu leisten, braucht es jedoch ungehinderten Zugang.

 

Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit entwickelte sich die Krise in der Sahelzone 2020 in Ländern wie Mali, Tschad oder Niger dramatisch: Mehr als 2,9 Millionen Menschen sind dort derzeit auf der Flucht. Hinzu kommt, dass die Route für Flüchtlinge und Migranten durch die Sahara und nordafrikanische Länder sowie über die Seewege nach Italien, Malta und Spanien weiterhin einen verheerenden Tribut an Menschenleben fordern.

 

Obwohl sich die Zahl der Ankünfte über das Mittelmeer in Europa in 2020 im Vergleich zu 2019 deutlich verringert hat (72.751 im Vergleich zu 123.663) ist die Zahl der Menschen, die bei der Überfahrt ums Leben gekommen sind oder als vermisst gelten, nur geringfügig gesunken (1335 in 2019 und 1166 in 2020). Das Mittelmeer bleibt die tödlichste Außengrenze Europas. Insgesamt 23.023 Flüchtlinge und Migranten erreichten im letzten Jahr auch die Kanarischen Inseln. 480 Menschen starben bei dem lebensgefährlichen Versuch oder werden vermisst. Die Situation in den Aufnahmelagern auf den griechischen Inseln bleibt zudem besorgniserregend: Noch immer sind viele der Lager überbelegt und unzureichend ausgestattet.

 

Der größte Exodus in Lateinamerikas jüngerer Geschichte: Aus vielen Ländern der Region flüchten Männer, Frauen und Kinder vor Verfolgung, Gewalt und Perspektivlosigkeit. Politische Krisen, wie in Venezuela und Nicaragua, verstärken die soziale und wirtschaftliche Misere. Mangelnde Lebensmittelversorgung, ein zusammengebrochenes Gesundheitssystem und die steigende Kriminalität treiben die Menschen zur Flucht.

 

Rund 860.000 Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar leben derzeit in Bangladesch. Ein Großteil von ihnen floh im August 2017 dorthin. Fast 80 Prozent der Geflüchteten sind Frauen und Kinder. Die Hilfsprojekte vor Ort sind allerdings stark unterfinanziert, nur etwas mehr als die Hälfte der benötigten Mittel stehen zur Verfügung. Hinzu kommen Bestrebungen der Regierung von Bangladesch, Rohingya-Flüchtlinge in Lager auf einer abgelegenen und vor allem überschwemmungsgefährdeten Insel zu bringen. Dies erschwert die Situation der Flüchtlinge zusätzlich.

 

Der UNHCR ist in allen Regionen vor Ort, um den Menschen vor Ort zu helfen, sei es eine medizinische Erstversorgung, Rechtsberatung oder um die Bildungschancen für Kinder und Jugendliche zu erhöhen. Insgesamt wies das Budget des UNHCR in 2020 jedoch eine Finanzierungslücke von 43 Prozent auf. Es braucht aus Sicht der UNO-Flüchtlingshilfe daher ein erhöhtes Engagement, um den Menschen in den Krisenregionen zu helfen und eine Perspektive zu geben.


Unterstützungsmöglichkeiten unter: www.uno-fluechtlingshilfe.de

PRESSEMELDUNG DER UNO-FLÜCHTLINGSHILFE 3/2021, Bonn, 29. Januar 2021

Hungerkrise spitzt sich nach Militärkonflikt in Äthiopien zu

January 29, 2021 - 12:45pm
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29.01.2021 | Pressemitteilung

Hungerkrise spitzt sich nach Militärkonflikt in Äthiopien zu

Welthungerhilfe stellt 200.000 Euro Soforthilfe für notleidende Menschen in Tigray bereit

Bonn/Berlin, 29.01.2021. Rund drei Monate nach Beginn der Kämpfe in der äthiopischen Provinz Tigray wächst die Not der Menschen in der Region und die Hungerkrise spitzt sich massiv zu. Die Welthungerhilfe bereitet gemeinsam mit Partnern Nothilfemaßnahmen vor und stellt 200.000 Euro Soforthilfe für eine erste Unterstützung bereit. Diese Hilfe wird jetzt dringend gebraucht, um Menschenleben zu retten. Sollte sich die humanitäre Notlage am Horn von Afrika weiter verschärfen, könnten weitere Hilfsgelder bereitgestellt werden.  

„Die Versorgungslage der Menschen in Tigray ist katastrophal. Uns erreichen dramatische Berichte über unfassbares Leid und große Not. Die Menschen leiden an Hunger, denn wegen der Kämpfe konnten die Bauern die Ernte nicht einfahren, Getreide verdirbt auf den Feldern. Weil zudem Transportrouten blockiert und Banken geschlossen sind, steigen Nahrungsmittelpreise und lokale Märkte brechen zusammen: Die Menschen drohen zu verhungern, wenn keine schnelle Hilfe erfolgt“, beschreibt Matthias Späth, Landesdirektor der Welthungerhilfe in Äthiopien, die dramatische Situation in Tigray. „Trotz des riesigen humanitären Bedarfs erreichen Hilfsorganisationen die betroffenen Menschen bislang kaum. Jetzt gibt es Anzeichen, dass die äthiopische Regierung den Zugang erleichtern will. Das ist dringend notwendig, denn nach einer schweren Dürre, Überflutungen und Heuschreckenplagen haben die Menschen keinerlei Reserven mehr. Und die Corona-Pandemie verschärft die Lage zusätzlich.“

Die Welthungerhilfe bereitet mit ihren Partnern die Versorgung notleidender Menschen in Tigray und in den angrenzenden Provinzen mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs vor. Der Zugang zu den betroffenen Gebieten ist aber weiterhin schwierig. Insgesamt sind nach UN-Angaben in Tigray etwa 2,3 Mio. Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Rund eine halbe Million Menschen ist vor den Kämpfen zwischen der Zentralregierung in Addis Abeba und der Befreiungsfront Tigray People Liberation Front (TPLF) geflohen.

Mehr als 60.000 Menschen haben im Nachbarland Sudan Schutz gesucht. Auch dort versorgt die Welthungerhilfe Geflüchtete u.a. mit Trinkwasser, Unterkünften und baut sanitäre Einrichtungen.

Die Welthungerhilfe bittet um Spenden für die betroffenen Menschen: www.welthungerhilfe.de/nothilfe-tigray

Matthias Späth, Landesdirektor der Welthungerhilfe in Äthiopien, steht für Interviews zur Verfügung.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.welthungerhilfe.de/presse

 

Die Welthungerhilfe ist seit 1972 in Äthiopien tätig. Derzeit gibt es 13 laufende Projekte in den Regionen Afar, Amhara und Oromia. Schwerpunkte der Projektarbeit liegen aktuell in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH), Landwirtschaft und Umwelt sowie humanitäre Hilfe.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 9.830 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 3,95 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.


Neo-Kolonialismus statt Entwicklungszusammenarbeit im Kongo

January 28, 2021 - 8:27pm
Neuer NGO-Bericht kritisiert DEG scharf • Europäische Entwicklungsbanken versenkten 150 Millionen US-Dollar in umstrittenes Palmöl-Unternehmen Feronia-PHC
• Feronia-PHC werden Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen
• Gemeinden zweifeln Rechtmäßigkeit der Landnutzungsrechte an
• Nach Konkurs des Unternehmens akzeptierten Entwicklungsbanken Schuldenschnitt in zweistelliger Millionenhöhe. 

(Berlin/Kinshasa, 28.01.2021) In ihrem heute veröffentlichten Bericht „Development Finance as Agro-Colonialism" zeigen 11 NGOs das Scheitern europäischer Entwicklungsbanken im Rahmen der Finanzierung des Palmölunternehmens Feronia-PHC in der Demokratischen Republik Kongo auf. Die Entwicklungsbanken haben seit 2013 rund 150 Millionen US-Dollar in die Ölmühlen und Plantagen des Unternehmens gesteckt, ungeachtet der bestehenden Landkonflikte mit den umliegenden Gemeinden und der Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen, der Untergrabung von Arbeiterrechten und Gewalt gegen Gemeinden.

Auch die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), Tochterunternehmen der staatlichen KfW Förderbank, ist seit 2015 mit einem Kredit von 16,5 Millionen Euro an der Finanzierung beteiligt. 2018 haben mehrere kongolesische Gemeinden aufgrund der Konflikte mit der börsennotierten Feronia Inc. und deren Tochterunternehmen PHC Beschwerde auf Mediation bei der DEG eingereicht. Zwei Jahre später meldete der Plantagenbetreiber Konkurs an; auf den Start der Mediation warten die Beschwerdeführer*innen jedoch noch immer.

DEG fehlt die Kompetenz „Wie auch die anderen Entwicklungsbanken hat die DEG Geld gegeben, ohne die Strukturen zu haben, das Projekt im Sinne einer wirklichen Entwicklungsfinanzierung, die auf Stärkung der Lebensumstände der Menschen vor Ort abzielen sollte, begleiten zu können oder zu wollen", so Aktivistin und Entwicklungsexpertin Jutta Kill, die die Projektregion im Kongo im Januar 2020 für eine Recherche im Auftrag mehrerer NGOs, darunter urgewald und FIAN, besuchte. Wie der Bericht der NGOs zeigt, floss viel Geld in Managergehälter, Berater und Honorare für einen einflussreichen kongolesischen Politiker. Von den versprochenen Schulen, renovierten Häusern für Arbeiter*innen und Wasserpumpen ist bis heute kaum etwa zu sehen.

Koloniales Erbe wird fortgeführt

Im Zentrum des Konflikts steht die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Konzessionsrechte, die Feronia-PHC für sich reklamiert. Diese Landrechtsfrage ist auch Inhalt der Beschwerde, die bei der DEG anhängig ist. Der Mitbegründer des globalen Nahrungsmittelkonzerns Unilever erhielt 1911 Konzessionsrechte von der belgischen Kolonialregierung und wandelte Wälder in industrielle Palmölplantagen um. Das kongolesische Tochterunternehmen PHC, das die Konzessionsrechte hält, nutzt derzeit 25.000 Hektar der 107.000 Hektar großen Konzession für den Betrieb von Ölpalmplantagen. Seit Jahrzehnten kämpfen die umliegenden Gemeinden für Gerechtigkeit und Land. Sie sind dabei Gewalt und Unterdrückung ausgesetzt. Der Tod von drei Gemeindemitgliedern in den letzten fünf Jahren steht im Zusammenhang mit diesem Konflikt.

Anstatt die Insolvenz von Feronia Inc. zum Anlass zu nehmen, lokale Unternehmen in der Hand der Gemeinden aufzubauen und den Menschen ihr Land zurückzugeben, halten die Entwicklungsbanken an diesem kolonialen Modell von Landnutzung durch Plantagenwirtschaft fest. Als größter Anteilseigner und Kreditgeber haben die Entwicklungsbanken CDC (UK), Proparco (Frankreich), AECID (Spanien), FMO (Niederlande), BIO (Belgien) und die DEG zugestimmt, die Anteile, die Feronia Inc. am kongolesischen Unternehmen PHC hielt, an den privaten Aktienfonds Straight KKM mit Sitz auf Mauritius zu übertragen. Auch einen massiven Schuldenschnitt zugunsten des neuen Finanzinvestors haben sie in Aussicht gestellt.

„Entwicklungsgelder haben mehr Unglück als Entwicklung in die Gemeinden gebracht. Entwicklung bedeutet die Restitution von Land, das den Gemeinden vor mehr als 100 Jahren geraubt wurde. Der Status quo ist einfach die Fortsetzung der Kolonialisierung im Zeitalter der Demokratie", sagt Jean-François Mombia Atuku, Direktor der kongolesischen Organisation RIAO-RDC, Mitherausgeber des heute veröffentlichten Berichts.

„Es ist völlig unverständlich, warum Entwicklungsbanken wie die DEG weiterhin ein Produktionsmodell aus der Kolonialzeit finanzieren, das große strukturelle Mängel aufweist, konfliktträchtig ist und nicht zu einer breit basierten Entwicklung führt" so Roman Herre von FIAN Deutschland. „Die Gemeinden, denen diese Entwicklungsfinanzierung offiziell dienen soll, fordern völlig andere Entwicklungsansätze."

Feronia-PHC ist nicht die einzige desaströse Finanzierung von Entwicklungsbanken für industrielle Großplantagen – aber es muss die letzte sein, wenn die Entwicklungspolitik ihrem Anspruch auf eine menschenrechtsbasierte und sozial wie ökologisch nachhaltige Entwicklung gerecht werden will.

Link zum Bericht

Link zur deutschen Zusammenfassung FIAN Pressemitteilung vom 28. Januar 2021

AKLHÜ: Auch in Pandemie-Zeiten bleibt die weltweite personelle Zusammenarbeit unersetzlich

January 28, 2021 - 8:25pm


LHÜ-INFO Januar 2021

AKLHÜ-Feature Fachtag des AKLHÜ stellt fest: Auch in Pandemie-Zeiten bleibt die weltweite personelle Zusammenarbeit unersetzlich

Die Mitgliedsorganisationen des AKLHÜ haben bei ihrem virtuellen Fachtag am 22. Januar bekräftigt, dass die weltweite personelle Zusammenarbeit auch in Zeiten der Pandemie unersetzlich ist. Fachkräfte und Freiwillige leisten in dieser Zeit einen wesentlichen Beitrag zur Versöhnung, Gerechtigkeit und Völkerverständigung. Obgleich in der Pandemie personeller Austausch nur beschränkt oder gar nicht geschehen, ist ein tieferes Verständnis über Grenzen und Kontinente hinweg für eine friedvollere, gerechtere und nachhaltigere Welt notwendig. Dieses kann vor allem in direkter Begegnung und im gemeinsamen Arbeiten entstehen und gedeihen, selbst wenn sich digitale Hilfsmittel dazu als nützlich erweisen.

→ Zur Pressemitteilung

   

Personelle Zusammenarbeit (PZ) In Mittelamerika lernten Schweizer Ärzte das Konzept der sozialen Gesundheit kennen

Gegenseitiges Lernen zwischen Fachleuten aus dem Süden und der Schweiz steht im Zentrum der internationalen Zusammenarbeit von Associazione per l'aiuto medico al Centro America (AMCA) in Mittelamerika - ein Mitglied von Unité, dem Schweizer Verband für Personelle Entwicklungszusammenarbeit. Dieser gegenseitige Austausch auf Augenhöhe validiert eine horizontale Entwicklungsperspektive.

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  Vom Straßenverkauf zum Onlineshop - Wie ein WFD-Partner dem weltweit längsten Lockdown Gutes abgewinnt

Ausgerechnet Corona hat die Verwirklichung eines lang gehegten Vorhabens der argentinischen Partnerorganisation Prosoco möglich gemacht. In Zusammenarbeit mit der Fachkraft des Weltfriedenstienst e.V. hat Prosoco eine Website für Kunsthandwerkprodukte und Informationen zur Vermarktung aufgebaut. Der Zugang zu zahlungskräftiger Kundschaft in weiter entfernten Großstädten Argentiniens wird damit vom Traum zur Realität.

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  "In Beziehung bleiben ist das Wichtigste": Ein Interview mit Dr. Friederike Repnik, AGIAMONDO-Beraterin auf Zeit

Der Umgang mit gewaltbelasteter Vergangenheit und Versöhnung ist ein sensibles Themenfeld. Deshalb ist Dr. Friederike Repnik mehrmals im Jahr in den Projektländern, um Partner und Fachkräfte persönlich zu treffen und Erfahrungen auszutauschen. Was die coronabedingte Umstellung auf digitale Kommunikation für ihre Arbeit bedeutet, berichtet sie AGIAMONDO im Interview.

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  100 Jahre Workcamps - Ein Blick in die Geschichte einer Friedensbewegung

Vor 100 Jahren organisierte der Schweizer Pazifist Pierre Cérésole gemeinsam mit Gleichgesinnten das erste Workcamp in Frankreich. Aus diesem Engagement ist eine bis heute lebendige und wichtige Bewegung entstanden, mit dem Ziel den Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft zur fördern - für mehr Verständigung und Frieden in der Welt.

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Tipps & Termine Neuerscheinung: AKLHÜ Handreichung "Miteinander Lernen in Incoming-Freiwilligendiensten"

Im Oktober 2020 hat im Rahmen des FSJ INGLOS Projekts eine digitale Fachtagung zum Thema „Internationale Freiwillige im FSJ in Deutschland - Lernprozesse in und Zusammenarbeit mit Einsatzstellen" stattgefunden. Im Nachgang ist die Publikation „Miteinander Lernen in Incoming-Freiwilligendiensten. Eine Handreichung für Einsatzstellen und Trägerorganisationen" entstanden. Sie enthält praktische Hinweise und Best-Practice- Beispiele wie Mitarbeitende von Trägerorganisationen, Einsatzstellen sowie Freiwillige diese Lernprozesse und ihre Wirkungen verbessern können.

→ Mehr Infos

  IAVE Webinar Series 2021: Volunteering for Social Change

In dieser 4-teiligen Webinarreihe wird die International Association for Volunteer Effort (IAVE) – ein globales Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen, nationalen Freiwilligenzentren und führenden Vertretern der Freiwilligenarbeit auf der Graswurzelebene -- die Rolle von Freiwilligen im sozialen Aktivismus und die verschiedenen Möglichkeiten, wie sie zu einer friedlicheren, gerechteren und nachhaltigeren Gesellschaft beitragen, untersuchen.

→ Mehr Infos

   

IMPRESSUM
Herausgeber: AKLHÜ e.V. – Netzwerk und Fachstelle für Internationale Personelle Zusammenarbeit
Redaktion: Wanja Amling, Tel.: 0228-9089914, aklhue@entwicklungsdienst.de 
Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 22.02.2021

Bildnachweis: Oben: AKLHÜ, Mitte: Pixabay License, Unten: Unsplash License


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