You are here

EINEWELTblabla

Subscribe to EINEWELTblabla feed EINEWELTblabla
Updated: 3 hours 46 min ago

Das START-Stipendium – eine Heimat für junges Engagement

February 23, 2021 - 9:50am

Es ist wieder soweit. START vergibt auch in diesem Jahr Stipendien an Jugendliche, die die Zukunft aktiv mitgestalten möchten. Du bist neugierig, aufgeschlossen und hast Lust etwas in unserer Gesellschaft zu bewegen? Dann bewirb dich bis zum 15. März für ein START-Stipendium und setzte gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus ganz Deutschland deine eigenen Ideen um!

Über das Stipendium

Die Welt verändert sich und mit ihr viele Lebensbereiche: wie wir kommunizieren, zusammenarbeiten und uns informieren. Darauf sollten Jugendliche vorbereitet werden. START gibt euch die Chance, selbstorganisiertes Lernen sowie neue Kooperations- und Kommunikationsformen auszuprobieren und euch mit digitalen Lernformen auseinanderzusetzen. Das Stipendium umfasst ein dreijähriges Bildungs- und Engagement-Programm mit vielfältigen Präsenzveranstaltungen sowie digitalen Lernformaten neben der Schule.

START ist das einzige bundesweite Stipendienprogramm für Schüler*innen in Deutschland. Für START sind die schulischen Leistungen, die besuchte Schulform oder der angestrebte Abschluss nicht entscheidend. Was zählt, sind Persönlichkeit, Werte und Haltung. Denn START hat das Ziel, die Demokratie zu stärken und einen Beitrag für eine inklusive, faire Gesellschaft und nachhaltige Entwicklung zu leisten.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Schüler*innen, die

– neugierig und aufgeschlossen sind und Zukunft mitgestalten möchten.

– nach Deutschland eingewandert sind oder Kind eines eingewanderten Elternteils sind.

– mit Beginn des Schuljahres 2021/22 mindestens die 9. Klasse besuchen und noch mindestens drei Jahre in Deutschland zur Schule gehen (alle weiterführenden und berufsbildenden Schulen).

Dabei versteht START unter „Migrationserfahrung“ folgendes: Jemand mit „Migrationserfahrung“ ist entweder selbst nach Deutschland eingewandert oder Kind eines eingewanderten Elternteils. Geburtsort oder Staatsbürgerschaft spielen hierbei keine Rolle.

Warum lohnt es sich, sich zu bewerben?

START bietet eine Vielzahl von Angeboten zur Stärkung von Kommunikation, Kreativität, Zusammenarbeit und kritischem Denken. Außerdem lebensbereichernde Erfahrungen, die die Jugendlichen nachhaltig prägen und über sich hinauswachsen lassen werden. START ermöglicht es dir außerdem Teil einer starken Community zu werden, die aus ca. 3.000 Stipendiat*innen und Alumni besteht. On top gibt es noch 1.000 € pro Schuljahr sowie einen Laptop dazu.

Schaut euch hier das Video der Stiftung selbst an, in dem euch Heinz erklärt, was euch bei START alles erwartet!

 

– Ronja –

Das Beitragsbild wurde uns von START zur Verfügung gestellt.

Der Beitrag Das START-Stipendium – eine Heimat für junges Engagement erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

GermanZero – Klimaneutral bis 2035!

February 19, 2021 - 9:28am

Das Ziel „Klimaneutral bis 2035“ kommt euch bekannt vor? Kurze Erinnerung: 2015 wurde die erste umfassende und rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzvereinbarung auf der Pariser Klimakonferenz beschlossen. Das Ziel dieses Übereinkommens: Die Erderwärmung soll deutlich unter 2°C gehalten werden und der Temperaturanstieg soll durch weitere Maßnahmen auf 1,5°C begrenzt werden. Außerdem sollen die Länder bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützt werden.

Wer ist GermanZero?

GermanZero ist eine 2019 gegründete, deutsche Klimaschutzorganisation, die sich dafür einsetzt, dass Deutschland bis 2035 klimaneutral wird. Der Plan – die völkerrechtliche Verpflichtung aus dem Pariser Weltklimaabkommen von 2015 – soll auch eingehalten werden. Für dieses Ziel hat die Organisation einen konkreten Klimaplan und die notwendigen Gesetzesentwürfe erarbeitet, um durch kommunale Klimaentscheide von Bürgerinnen und Bürgern mit diesem Gesetz die Demokratie von unten zu beleben und das Paket 2022 in den Bundestag einzubringen. Klingt gut! Aber wie genau soll das jetzt funktionieren?

Welche Aktionsformen gibt es?

Da gibt es zum einen das Ziel, zusammen mit Vertreter*innen aus Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft bis zum Herbst 2021 ein 1,5°-Gesetzespaket zu entwickeln. Mit diesem Gesetz soll ein fairer Klimaschutz für Deutschland, mithilfe eines Staatszieles – Klimaneutralität zum Wohle künftiger Generationen, effektive CO2-Steuern und umfassende sektorale Maßnahmen – erreicht werden. Angestrebt wird, dass im Frühjahr 2022 der Entwurf des Gesetzes mit einer Zweidrittelmehrheit von Bundestag und Bundesrat entschieden wird, um Deutschland bis spätestens 2035 in die Klimaneutralität zu führen.

Der Klimaplan definiert in einem ersten Maßnahmenkatalog, wie Deutschland bis 2035 klimaneutral werden und das 1,5-Grad-Ziel einhalten soll. Dazu gehören die klimafreundliche Transformation und ansteigende CO2-Mindestpreise in den Sektoren Energie, Industrie, Verkehr, Gebäude und Wärme, Landwirtschaft und Ernährung, ebenso wie der Ab- und Umbau von klimaschädlichen Subventionen sowie die rechtliche Verankerung des Klimaschutzes.

Und dann gibt es noch die Kampagnen für Lokalgruppen zu Bürgerentscheiden: GermanZero unterstützt Kommunen und Städte dabei, Bürgerbegehren und Bürgerentscheide auf den Weg zu bringen, um ihre eigenen Kommunen klimaneutral zu machen. Ziel hierbei ist, die Forderung nach Klimaneutralität bis spätestens 2035 in einer Bottom-Up-Bewegung auch in den Regionen zu verankern und damit zugleich GermanZeros Initiative für ein 1,5-Grad-Klimagesetzespaket auf bundespolitischer Ebene zu forcieren. Dazu gehören auch die Politiker*innengespräche, um diese zur Abgabe eines Klimaversprechens zur Einhaltung des 1,5-Grad-Zieles aufzurufen. Angeboten werden den kommunalen Initiativen Workshops zum Kick-Off von Klimaentscheiden, Vernetzungsmöglichkeiten, Mustervorlagen zur Umsetzung und Gestaltung der kommunalen Initiativen sowie eine Patenbegleitung.

Wie könnt ihr aktiv werden?

Hier findet ihr heraus welche Städte schon aktiv geworden sind und welche noch den Startschuss und eure Unterstützung gebrauchen können. Informiert euch und sammelt Unterschriften in eurer Stadt, damit das große Ziel, Deutschland bis 2035 klimaneutral zu machen, erreicht werden kann!

 

– Ronja –

Das Beitragsbild entspricht dem Logo der Klimaschutzorganisation GermanZero.

Der Beitrag GermanZero – Klimaneutral bis 2035! erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Lust auf ein neues Projekt? – Zeit für Wettbewerbe

February 16, 2021 - 3:03pm

Ja, die Wintermonate können manchmal ein bisschen zäh sein, vor allem in diesen anhaltenden Pandemiezeiten. Und auch die Perspektive kleine oder große Zukunftspläne zu schmieden sieht irgendwie nicht so rosig aus. Deswegen gibt es hier ein versuchtes Angebot der Aufmunterung: eine Kombination aus Beschäftigung und Planung! Wir stellen euch ein paar Wettbewerbe vor, die in den kommenden Monaten anstehen und auf die ihr euch ab jetzt vorbereiten könnt. Habt ihr Interesse euch mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und Kapazität für ein neues Projekt? – Dann los!

Future Fiction Kreativwettbewerb

Was wäre, wenn die Klimaerwärmung gebremst oder sogar aufgehalten werden kann? Was wäre, wenn die Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden? Was wäre, wenn das die Zukunft ist? Wie sieht diese Zukunft aus? Stellen wir uns kurz vor: wir befinden uns in einem Jahr zwischen 2030 und 2040. Es wurden viele Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt und wir haben es geschafft, die Erderwärmung zu stoppen. Wie sieht die Welt nun aus? 

Im Rahmen des Future Fiction Kreativwettbewerbs werden Menschen zwischen 13 und 23 Jahren gesucht, die ihre Vorstellung in einem Text oder Video darstellen möchten. Deine Geschichte kann in deinem Dorf, deiner Stadt oder deinem Viertel spielen. Sie soll zeigen, wie die Welt aussieht, wenn unsere Klimaschutzbemühungen erfolgreich umgesetzt werden. Zeig uns mit deinem Beitrag, wieso es sich lohnt, sich für diese Zukunft einzusetzen!

Wieso dein Beitrag für den Wettbewerb wichtig ist: Mit dem Wettbewerb wollen die Initiator*innen Menschen inspirieren und motivieren, sich gegen die Klimaerwärmung einzusetzen. Mit deinem Beitrag trägst du deshalb zu einer Bewegung bei, die die Vorstellung einer besseren Welt in die Realität umsetzen möchte. Du hilfst dabei, auch andere Menschen davon zu überzeugen, sich für eine bessere Zukunft einzusetzen. Die Beiträge, die unsere Jury am meisten überzeugen können, werden in einer Ausstellung präsentiert, über Social Media und Newsletter bekannt gemacht und in unseren Podcast „Labor Zukunft – Forschung ohne Kittel“ aufgenommen. Es wird außerdem angestrebt, ausgewählte Texte in einem E-Book zu veröffentlichen.

Du kannst deine Geschichte entweder als Video oder als Text einreichen. Einsendeschluss ist der 18. April 2021.

Ausgepackt – Co2-Verpackungsfrei-Wettbewerb

Wie können Plastik- und Verpackungsmüll reduziert werden, um Natur, Umwelt und Klima zu schützen? Welche nachhaltige Verpackung könnte noch erfunden werden? Welche No-Waste-Botschaften können andere bewegen, auf Verpackungen zu verzichten? Im Ausgepackt-Wettbewerb sollen Ideen entwickelt werden, die helfen, den Package-Footprint, also den Fußabdruck des Verpackungsverbrauchs, zu reduzieren.

In drei Kategorien können Beiträge bis zum 05. Mai 2021 eingereicht, die von einer fachkundigen Jury bewertet und im Herbst 2021 beim „Festival der guten Ideen“ prämiert werden. Zu gewinnen gibt es attraktive Sach- und Buchpreise. Mitmachen können alle Jugendlichen zwischen 12 und 23 Jahren. Entweder als Einzelteilnehmende oder als Gruppe/Schulklasse. Jede Gruppe oder Einzelperson kann in jeder Kategorie einen Beitrag einreichen.

Das sind die Kategorien:

  1. NoWaste-Botschaft für eine verpackungsärmere Welt
  • Entwicklung eines Plakats, einer Social Media-Kampagne, einem Videoclip oder einem anderen medialen Format mit einer NoWaste-Botschaft
  1. Idee für eine umwelt- und klimafreundliche Verpackung
  • Erfindung einer kreativen Verpackungslösung für ein Produkt das die Umwelt und das Klima schont. Das kann zum Beispiel eine Mehrweglösung, eine neue Unverpackt-Idee oder eine Verpackung sein, die aus einem nachwachsenden Rohstoff besteht.
  1. Ideen für Verpackungseinsparung an der Schule/ im Jugendtreff
  • Ein großes Potential Verpackungen einzusparen haben Schulen, Jugendtreffs und andere Einrichtungen, wo viele Menschen viel konsumieren. Welche Vorschläge gibt es für diese Orte, damit sie künftig weniger Verpackungsmüll produzieren? Oder welche Idee wurde schon verwirklicht?

 

Am 17. und 24. Februar von 11 bis 12 Uhr findet für alle interessierten Schüler*innen, Azubis und Studierende ein zweiteiliges Online-Seminar zum Thema Klima und Verpackungen statt. Hier findet ihr mehr Informationen zur Online-Ideenwerkstatt für nachhaltige Verpackungen.

„Dein Song für eine Welt“ – Wettbewerb

Am 28. Januar 2021 ist der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ in eine neue Runde gestartet. Du schaust gern über den eigenen Tellerrand und denkst, die EINE WELT geht uns alle an? Du hast Spaß an Musik oder schreibst eigene Songs? Du bist zwischen 10 und 25 Jahre alt? Dann bist du hier genau richtig. Der Song Contest ruft alle zwei Jahre Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland sowie in Ländern des Globalen Südens dazu auf, sich musikalisch mit entwicklungspolitischen Themen, wie z.B. Menschenrechten, dem Klimawandel, nachhaltigem Konsum oder Flucht und Migration auseinanderzusetzen und eigene Songs dazu zu schreiben und zu komponieren.
Auch dir liegt ein globales Thema besonders am Herzen? Auch du möchtest mit deiner Musik die Welt bewegen? Dann mach mit beim Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ und vielleicht wird dein Song der nächste EINE WELT-Song!

Zu gewinnen gibt es Geld- und Sachpreise. Und der Einsendeschluss läuft bis zum 16. Juni 2021!

 

– Ronja –

 

Das Beitragsbild ist von Dragos Gontariu auf Unsplash.

Der Beitrag Lust auf ein neues Projekt? – Zeit für Wettbewerbe erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Eiseskälte in Lipa – Was ist da los?!

February 12, 2021 - 9:32am

Das Camp Lipa liegt im Norden von Bosnien und Herzegowina und somit nahe an der Grenze zu dem europäischen Land Kroatien an. Das Camp sollte ursprünglich nur für den Sommer während der Pandemie genutzt werden, da es sich als Standort für die Weiterreise nach Europa gut eignet. Doch die Flüchtenden hatten kaum eine Möglichkeit, einen Asylantrag in der EU zu stellen und saßen fest – und somit war das Camp schnell überfüllt.

Die aktuelle Situation

Im Dezember war ein Feuer in dem Lager in Lipa ausgebrochen. Danach waren etwa 1.000 Menschen ohne Unterkunft, wofür Bosnien und Herzegowina international viel Kritik erntete. Geplant war eigentlich eine Evakuierung in eine Kaserne in die Hauptstadt Sarajevo, die allerdings an dem Widerstand der Bürger*innen und der Kommunen dort gescheitert ist. Die Flüchtenden mussten also in dem vom Brand zerstörten Camp bleiben, trotz eisiger Temperaturen des Wintereinbruchs. Das Militär errichtete direkt daneben neue Zelte, die allerdings noch nicht vollständig benutzbar waren, als sich das Wetter verschlechterte. Ein Mitarbeiter der Organisation „Danish Refugee Council“ sagte in einem Interview mit der Tagesschau, dass die Lebensbedingungen vor Ort gegen die Menschenrechte verstoßen würden. Es gäbe keine Gesundheitsversorgung, keinen Strom und keine sanitären Einrichtungen. Das Lager soll nun bis April wieder neu aufgerüstet und mit fließend Wasser und Strom ausgestattet werden.

Bis dahin sind die Menschen auf sich allein gestellt und können nur auf weitere Unterstützung von Hilfsorganisationen hoffen. Zusätzlich zu den lebensbedrohlichen Umständen, kommt es bei Fluchtversuchen immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen an der Grenze. Denn die kroatische Grenzpolizei hindert die Menschen daran, die Grenze zu passieren. Solche, die es schaffen, werden – oft unter Einsatz von Gewalt – wieder abgeschoben. Dass die Außengrenze bewacht wird und geprüft werden muss, ob die Einreise erfolgen darf, entspricht den europäischen Einwanderungsgesetzen. Doch das brutale Zurückdrängen, sogenannte Pushbacks, ist meist illegal, aufgrund der schwierigen Beweisführung rechtlich hoch umstritten und wird von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert. Die EU-Staaten haben sich darauf geeinigt, dass man auch an der Außengrenze schnelle Asylverfahren beantragen kann. Das Recht auf Asyl ist fest in EU-Regelwerken verankert. Die Realität an der Grenze Bosnien und Herzegowinas sieht jedoch anders aus.

Wie genau diese Realität aussieht? Das Magazin Fluter hat sich vor Ort mit sechs Flüchtenden unterhalten und ihre Geschichten festgehalten, die ihr hier nachlesen könnt.

Die Problematik der Zuständigkeiten

Die EU hat Bosnien eigentlich in den vergangenen Jahren viel Geld zur Unterstützung der Migrationspolitik überwiesen, aktuell 20 Millionen Euro pro Jahr. Da stellt sich die Frage, woran es liegt, dass diese finanzielle Unterstützung nicht da ankommt, wo sie benötigt wird. Das Problem in Bosnien und Herzegowina ist, dass die relativ schwache Zentralregierung in Sarajevo nicht gegen die starken kommunalen Kantone, vergleichbar mit Bundesländern, ankommt. In diesen Auseinandersetzungen werden die Fragen der Zuständigkeit hin und her geschoben. Neben Lipa gibt es noch einige andere Camps, die den Umständen entsprechend wesentlich besser ausgestattet sind und bei denen die Fördergelder tatsächlich auch ihre Wirkung zeigen. Warum trotz lauten Hinweisen auf die extremen Mängel des Camps so wenig unternommen wurde, bleibt also schwammig. Seit Ende Januar wird auch teilweise der Presse der Zugang zu dem Camp von bosnischen Sicherheitsbehörden verwehrt.

Klare Forderungen

Der Leiter der Europa-Abteilung von der Menschrechtsorganisation Pro Asyl, Karl Kopp, sieht ganz klar die EU in der Verantwortung. Er fordert, dass die Menschen sofort evakuiert werden müssen, und zwar nach Europa. Denn sie sitzen in Lipa fest, weil sie gewaltsam völkerrechtswidrig an der EU-Außengrenze Kroatien zurückgeprügelt werden. Damit diese Pushback-Politik aufhört, so sagt Kopp, muss in einem zweiten Schritt endlich ein gemeinsames europäisches Schutzsystem geschaffen werden, zu dem auch legale und sichere Fluchtwege gehören. Das Kernproblem sei, dass es in der EU nur noch eine kleine Koalition der aufnahmebereiten Staaten gäbe. Aber es würden viele Städte und Regionen, nicht nur in Deutschland, existieren, die bereit sind mehr zu tun, um Flüchtlingsrechte und Menschenwürde zu verteidigen. Diese Koalition der Aufnahmebereiten gilt es laut Kopp zu stärken. Das vollständige Interview im Gespräch mit der TAZ findet ihr hier.

Aktiv werden

Wenn ihr selbst aktiv werden wollt, dann könnt ihr beispielsweise in die projektübergreifende Sammelbox der Organisation „Balkanbrücke Supports“ einzahlen. Dort werden Spenden für verschiedene Gruppen vor Ort gesammelt und dann bedarfsorientiert und in Absprache mit den jeweiligen Gruppen entschieden, wohin und in welcher Höhe die Gelder weitergeleitet werden.

Eine konkrete humanitäre Hilfsorganisation in Bosnien ist SOS Bihac. Auch dort findet ihr weitere Informationen und wie ihr selbst aktiv werden könnt.

Darüber hinaus könnt ihr eure Stimme abgeben für die Aktion von Pro Asyl „Nein zu einem Europa der Haftlager für Flüchtlinge!“ oder euch auf der Homepage mehr über eine Mitgliedschaft, Spendengelder oder den Newsletter informieren.

Ansonsten findet ihr hier den Veranstaltungskalender des Bündnisses Seebrücke mit Terminen für eine Online-Vortragsreihe zum Thema „Die EU macht dicht.“ Dort findet ihr auf der Homepage auch Material, falls ihr eigene kleine Aktionen starten wollt.

 

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Alea Horst, die in der Region Bihac, in der das Camp Lipa liegt, fotografiert hat.

Der Beitrag Eiseskälte in Lipa – Was ist da los?! erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Indoor-Farming – Gewächshaus im Discounter

February 9, 2021 - 10:56am

Frisch geerntete Kräuter direkt im Discounter um die Ecke kaufen? Hört sich zuerst etwas absurd an, ist aber durchaus möglich. Denn das ist die Konzeptidee des Berliner Startups Infarm seit 2013. In einem Audio-Beitrag des WDR wird über Aldi-Süd-Konzerne berichtet, in denen die Kräuterschränke schon im Einsatz sind. Auch wenn der Beitrag nur über den Discounter berichtet, tauchen die Kräutervitrinen immer häufiger auf und das in verschiedenen Discountern und auch in Supermarktketten. Die unterschiedlichen Kräuter wachsen in großen Vitrinen heran und werden von einer*einem professionellen Gärtner*in gepflegt. Danach können Kunden die Kräuter frisch geerntet direkt in der Filiale kaufen.

WIE FUNKTIONIERT DAS?

Die Kräuter, zu denen hauptsächlich Basilikum und Petersilie zählen, werden in kleinen Gewächshäusern angebaut. Dabei stehen die Pflanzen in einer Nährlösung und werden künstlich beleuchtet. Dies diene zur besseren Kontrolle der Parameter, so ein Sprecher von Infarm. Da die Kräuter in den Vitrinen vertikal angebaut werden, können mehr Ebenen genutzt und dementsprechend mehr Kräuter angepflanzt werden. Diese wachsen ungefähr drei Wochen in den einzelnen Vitrinen heran, bis sie geerntet und frisch im Supermarkt verkauft werden können. Es wachsen nicht alle Kräuter in den Supermärkten, sondern auch in Indoor-Farmen in der Nähe der einzelnen Filialen. Dies vereinfacht die Lieferung der neuen Pflanzen und steigert die Kapazitäten der zu verkaufenden Pflanzen.

WAS BRINGT DAS?

Die Idee dahinter ist mehr Nachhaltigkeit in Supermarktketten. Dies wird vor allem deutlich durch das Wegfallen der Transportwege und einen geringeren Wasserverbrauch. Auch dass die Kräuter ohne Pestizide behandelt werden, was bei lokal angebauten Kräutern häufig der Fall ist, sorge für einen nachhaltigeren Anbau der Pflanzen. Der Schädlingsbefall ist nicht nur um einiges geringer, sondern gar nicht erst vorhanden. Außerdem sind die Kräuterschränke nicht nur nachhaltig, sondern auch platzsparend. Die bisher häufigste Kritik jedoch bezieht sich auf die kontinuierlich verbrauchte Energie zur Beleuchtung der Pflanzen. Und darauf, dass die Technik meist teurer als die konventionelle Landwirtschaft sei.

EIN STARTUP FÜR DIE WELT?

Die Konzeptidee ist durchaus nicht nur in Deutschland wiederzufinden, sondern auch in Ländern wie Japan, USA und dem Vereinigten Königreich. Somit könnte neben den Kritikpunkten auch Konkurrenz zu anderen Unternehmen Infarm etwas zu schaffen machen. Ob sich auf längere Sicht mehr Nachteile ergeben oder die Idee sich weiter durchsetzt bleibt offen.

-Lea-

Das Beitragsbild ist von Security auf Pixabay.

Der Beitrag Indoor-Farming – Gewächshaus im Discounter erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

6. Februar 2021: Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

February 4, 2021 - 1:47pm

Mit dem internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung wird am kommenden Samstag auf die Menschenrechtsverletzungen an Mädchen und Frauen aufmerksam gemacht. Denn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass weltweit über 200 Millionen Mädchen und Frauen beschnitten und 3 Millionen Mädchen jährlich gefährdet sind, Opfer einer Beschneidung zu werden.

Erklärung zu dem Begriff

Die Hilfsorganisation Plan International schreibt zu dem Begriff auf ihrer Homepage folgendes:

Im Rahmen der Programmarbeit und in der Kommunikation mit den Betroffenen verwenden wir, sofern dies von den Mädchen, Frauen und Gemeinden gewünscht wird, den Begriff der „Beschneidung“. Für uns stellt diese Praxis jedoch eine gravierende Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen dar, die konsequent bekämpft werden muss. Um das Schweigen über dieses gewaltsame Ritual zu brechen und auf politischer Ebene Unterstützung für die Beendigung dieser Praktik zu finden, sprechen wir in diesem Zusammenhang von „Verstümmelung“.

Denn mit der Beschneidung weiblicher Genitalien, die auch Mädchenbeschneidung oder Frauenbeschneidung genannt wird, sind alle Praktiken gemeint, bei denen weibliche Geschlechtsteile (Klitoris und/oder Schamlippen) teilweise oder ganz entfernt werden. Diese Eingriffe werden an Menschen vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter ausgeführt. Fast immer finden sie vor Beginn oder während der Pubertät statt. Dabei wird die Beschneidung oft ohne Einverständnis, ohne Betäubung und ohne hygienische Maßnahmen durchgeführt. Fast immer ist der Eingriff mit starken Schmerzen verbunden und kann langfristig schwere körperliche und psychische Schäden verursachen. Laut WHO sterben 10 Prozent der Frauen an den direkten Folgen wie Blutvergiftung und Blutverlust. 25 Prozent sterben an langfristigen Folgen wie Infektionen mit Aids und Hepatitis sowie an Komplikationen bei einer Geburt.  

Zu den Hintergründen

Die sogenannte „Female Genital Mutilation“ (FGM, dt.: Genitalverstümmelung) oder das „Female Genital Cutting“ (FGC, dt.: Genitalbeschneidung) wird in 29 Ländern Afrikas, auf der arabischen Halbinsel und in manchen asiatischen Ländern praktiziert. Die Motive der Beschneidung unterscheiden sich hinsichtlich der kulturellen Praktiken in den verschiedenen Ländern. Das Sicherstellen der Jungfräulichkeit, bessere Chancen auf dem Heiratsmarkt oder spirituelle Reinheit sind verbreitete Begründungen für das Ritual. Denn oft herrscht die Vorstellung, nur ein beschnittenes Mädchen sei ein „reines“ Mädchen, das gesellschaftlich akzeptiert ist und verheiratet werden kann. Die damit einhergehende Einschränkung der sexuellen Lust der Frau gilt dabei als ebenfalls reinlicherer Aspekt.

Das Problem der Genitalverstümmelung existiert auch in Deutschland. Nach Schätzungen der Nichtregierungsorganisation „Terres des Femmes“ leben in Deutschland etwa 58.000 betroffene und 13.000 gefährdete Mädchen und Frauen.

Die Bekämpfung

Auf der einen Seite versuchen Menschen- und Frauenrechtsorganisationen durch Aufklärung, Diskussionen und Weiterbildungen in den lokalen Gemeinden über die schweren Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung zu informieren. Hier liegt der Fokus auf der Prävention, um die Verbreitung dieser Praktiken zu minimieren und so viele Mädchen wie möglich vor diesem Eingriff zu beschützen.

Auf der anderen Seite gibt es zum Beispiel den 2014 gegründeten Verein Mahaliya. Die Gründerin Zion Melak, stammt aus Eritrea und kam 1980 nach Deutschland. Das Anliegen des Vereins ist es vor allem betroffene Mädchen und Frauen, die in Deutschland ein neues Leben anfangen, zu unterstützen und zu begleiten. Dabei spielt die Aufklärung darüber, dass diese Tradition hierzulande unter Strafe steht und unter keinen Umständen akzeptiert wird, im Fokus. Denn es handelt sich um eine schwere Menschenrechtsverletzung, die durch nichts zu rechtfertigen ist. Eine kurze Dokumentation über Zion Melak findet ihr hier.

Rechtlich gesehen ist die weibliche Genitalverstümmelung auf dem Papier längst verboten. Nur in Liberia, Somalia, Sierra Leone, Mali und dem Sudan gibt es keine gesetzlichen Regelungen.

Zum Internationalen Tag

Im Februar 2003 organisierte das Inter-African Committee (IAC) in Addis Abeba eine internationale Konferenz unter dem Motto „Null-Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“. Ziel war es, die bereits begonnenen Kampagnen gegen weibliche Genitalverstümmelung weiter voran zu bringen und zu beschleunigen. Mit dabei war die damalige First Lady von Nigeria: Stella Obasanjo. Sie war nicht nur First Lady, sondern vor allem eine Aktivistin, die sich für die Rechte von Frauen und Kindern stark machte. Seit dieser Konferenz ist der 6. Februar der Internationale Tag gegen Genitalverstümmelung.

Vielleicht kennt ihr die 1997 erschienene Biografie „Wüstenblume“ von Waris Dirie? Sie erzählt darin von ihrer traumatischen Erfahrung der Beschneidung im Alter von fünf Jahren und ihrer Flucht vor einer Zwangshochzeit aus der somalischen Wüste. Seit 2008 gibt es auch eine Verfilmung des Buches. Waris Dirie kämpft nun seit einigen Jahren als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung.

 

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Nadine Shaabana auf Unsplash.

Der Beitrag 6. Februar 2021: Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Die Bildschirm-Alternative: Bücher entdecken

February 1, 2021 - 10:26am

Habt ihr auch keine Lust mehr immer nur in irgendwelche Bildschirme zu starren? Egal ob Schule, Uni, Freunde treffen, Sport, Freizeit gestalten – viel zu viele Stunden passiert das zurzeit immer zu Hause und digital. Daher kommt hier die herzliche Einladung – old but gold – mal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen. Denn es gibt da drei tolle Frauen, die drei tolle Bücher geschrieben haben, die ich euch gerne vorstellen und ans Herz legen möchte.

Noch eins vorneweg: Wenn ihr Interesse an den Büchern bekommt, dann denkt bitte beim Erwerb eines Exemplars daran, entweder Secondhand zu bestellen oder eure Buchhändler vor Ort zu unterstützen. Oder fragt in eurem Freundes- oder Bekanntenkreis, ob euch jemand sein Buch ausleiht. Warum ihr Amazon nicht unterstützen solltet, könnt ihr auch gerne hier nochmal nachlesen.

So, viel Spaß beim Anlesen und vielleicht anschließend beim haptischen Blättern von Buchseiten!

Nummer Eins

„Girl, Woman, Other“ wurde von der Autorin Bernardine Evaristo geschrieben. Sie entwickelt in diesem Buch zwölf verschiedene Porträts von weiblich gelesenen Frauen und skizziert ihre unterschiedlichen Erfahrungen aufgrund ihres Geschlechts. Dabei durchwandert Evaristo soziale Kontexte des Theaters, der Schule, der Wirtschaft und des Lebens auf dem Land, während sie geschickt all ihre Charaktere miteinander verwebt. Es geht um Wünsche, um Abhängigkeit, um Liebe, um Verlust, um Stärke, um Beziehungen zwischen Generationen, um Zusammenhalt und immer wieder um die feinen und brutalen Nuancen von Diskriminierung, die die Figuren aufgrund ihres Geschlechts und teilweise auch aufgrund ihrer Hautfarbe erleben. Verfasst sind diese Porträts in einer fließenden Sprache, die ihren Rhythmus von Zeile zu Zeile weiter entfaltet und die jedem Wort eine ganz bewusste Platzierung gewährt.

Dieses Buch ist eine wunderbare Möglichkeit in die Erfahrungswelt von leisen und lauten Persönlichkeiten einzutauchen und sich von dieser besonderen Weise, Geschichten neu zu erzählen, begeistern zu lassen.  Die deutsche Übersetzung ist unter dem Titel „Mädchen, Frau etc.“ zu finden.

Nummer Zwei

„Untenrum frei“ von der Autorin Margarete Stokowski ist ein Buch, das eigentlich als Lektüre in jeder Schule gelesen werden könnte und wesentlich mehr Aufklärung bringen würde als der dafür vorgesehene Unterricht. Gewagte These? Vielleicht, aber wer dieses Buch liest, wird damit konfrontiert, dass ziemlich viel so wie es ist, nicht ok ist und auch nicht so weiter gemacht werden muss. Wie frei und gleichberechtigt sind wir? Stokowskis zentrale Frage in ihrem Buch kreist um die These: „Wir können nicht untenrum frei sein, wenn wir obenrum nicht frei sind.“ Mit vielen konkreten Beispielen aus ihrem eigenen Leben, zeigt sie ihren Leser*innen damit, wie sich Rollenbilder und Schamgefühl in unserer Gesellschaft manifestiert haben. Aber auch wie wir diese Einschränkungen wieder loswerden können. Es geht um die Schwierigkeiten mit dem Begriff Feminismus, um das zwanghafte Rasieren, um die Gewöhnung an nackte Frauen im öffentlichen Raum, um die fragwürdige Vermarktung von Frauenzeitschriften, um Selbstermächtigung, um unvollkommene Aufklärung und und und.

Dieses Buch bewegt, ist ehrlich und entlässt einen mit einem sehr viel kritischeren Blick wieder hinaus in die Welt.

Alle guten Dinge sind Drei

Zu guter Letzt eine Empfehlung, die vielleicht ein paar von euch schon im Serienformat kennen: „The Handmaid’s Tale“ von der Autorin Margaret Atwood. Dieses Werk, das erstmals 1986 veröffentlicht wurde, entwirft die Dystopie einer Welt nach einer nuklearen Katastrophe. Stellt euch vor, euch wird euer vertrautes und freies Leben weggenommen und stattdessen landet ihr in einer Art Erziehungsanstalt, die euch nur darauf vorbereitet einzig und allein zu leben, um für andere Menschen Kinder zu gebären. So sieht die Realität der Hauptfigur in diesem Buch aus. Sie wurde zu einer solchen Magd degradiert. Man begleitet sie als Leser*in bei ihren Wanderungen durch ihre Erinnerungen und erfährt durch die beschriebenen Alltagssituationen mehr und mehr über ihre Umstände und den Verlauf dieser ganzen Katastrophe.

Dieses Buch ist düster und beklemmend und doch eine wahnsinnig detailreiche Beobachtung von kleinen Gesten und kleinen Freiheiten, die wir in unserer freien und vertrauten Welt oft übersehen. Die deutsche Übersetzung von diesem Roman heißt „Der Report der Magd“.

 

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Nietjuh auf Pixabay.

Der Beitrag Die Bildschirm-Alternative: Bücher entdecken erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Online-Fellowship und ihre Vorteile

January 29, 2021 - 1:12pm

2020 war ein Jahr voller Herausforderungen mit der Existenz von Covid-19. Ebenso mussten Fellowships, die mit persönlichen Veranstaltungen hätten durchgeführt werden sollen, durch ein Online-Format ersetzt werden. Wie kann eine Fellowship durchgeführt werden, ohne die Begeisterung der Teilnehmenden zu verringern?

Das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) ist Deutschlands älteste Mittlerorganisation. Es engagiert sich weltweit für ein friedliches und bereicherndes Zusammenleben von Menschen und Kulturen. Das ifa fördert den Kunst- und Kulturaustausch in Ausstellungs-, Dialog- und Konferenzprogrammen und agiert als Kompetenzzentrum der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Es ist weltweit vernetzt und setzt auf langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Als eines der interkulturellen Programme für 2020 hat die Coronapandemie die Wünsche und Hoffnungen einiger Teilnehmer*innen, die davon träumten, mit Gastorganisationen in Deutschland zu leben und Erfahrungen zu sammeln, etwas zerstreut. Die Situation, dass es nicht möglich ist weit zu reisen, brachte neue Ideen hervor, die das ifa als Organisator noch nie zuvor gemacht hatte. Insbesondere für die Teilnehmer*innen des kulturübergreifenden Programms 2020 werden kulturelle Austauschaktivitäten online durchgeführt und als „Remote Fellowship“ bezeichnet. Welche Erfahrungen habe ich bei dieser Remote Fellowship in Indonesien gemacht?

Was ist eine Remote Fellowship?

Vorbehaltlich der Genehmigung und Bestätigung durch das deutsche Außenministerium haben sie die Absicht, einen digitalen Test ihrer Remote Fellowship im Cross Culture Program zu starten. Die Remote Fellowship-Stipendien umfassen die folgenden Maßnahmen: Virtueller professioneller Austausch mit einer Host-Organisation für die Dauer ihrer Remote Fellowship (Online-Präsenz). Diese Maßnahme umfasst, ohne darauf beschränkt zu sein, wöchentliche Treffen mit deiner Gastorganisation, das Tutorenformular und Schulungen sowie andere Arten der Interaktion mit deiner Gastorganisation. Es gibt zwei Arten von Remote Fellowships :

1. Professionelles Programm

Das Programm bietet verschiedene Maßnahmen zur Vertiefung und Erweiterung deiner Fähigkeiten und Kenntnisse in deinem jeweiligen Arbeitsbereich. Diese Maßnahmen werden Gruppen von 10 bis 15 Fellows angeboten, die je nach ihren spezifischen Interessen und beruflichen Bemühungen in thematische Cluster eingeteilt werden.

2. Remote Fellowship mit einer außerbetrieblichen Ausbildung/Fortbildung (Online-Präsenz)

Solltest du geeignete Zertifikats- oder Diplomkurse sowie andere Schulungsprogramme in deinem Arbeitsbereich finden, werdet ihr erwägen, deine Teilnahme entweder in Gruppen oder als Einzelbeteiligung zu finanzieren (dies wird von Fall zu Fall mit deinem Koordinator bestätigt).

Die Remote Fellowship, die ich gewählt habe, beinhaltete die professionellen Programme, die mir helfen, mein kulturelles Wissen, meine Kommunikationsfähigkeiten und mein Netzwerk zu erweitern. Durch dieses professionelle Programm mache ich mit der Gastorganisation World University Service eine Online-Zusammenarbeit zum Thema Qualität der Bildung, wo ich über die Qualität der Bildung in Indonesien recherchiert habe, die mit den Zielen der nachhaltigen Entwicklung verbunden ist. Außerdem habe ich eine Deutschlehrerin interviewt, die Deutsch in einer Oberschule in Indonesien unterrichtet. Sie sagte, dass die Schüler*innen viel Motivation brauchen, um eine Ausbildung abzuschließen. Die heutige Generation möchte alles einfacher haben, ohne viel Aufwand und Prozesse, die ihnen helfen, in der Gesellschaft zu wachsen. Um etwas zu ändern, brauchen wir daher die Zusammenarbeit zwischen Schüler*innen, Lehrenden und Eltern.

Im Zusammenhang mit der deutschen Sprache stellte ich fest, dass die Schüler*innen eine große Begeisterung für das Erlernen der deutschen Sprache haben: Die Deutschklasse ist immer voll besetzt. Später, wenn ich die Chance habe und die Coronapandemie vorbei ist, habe ich vor, ihnen mehr Deutsch beizubringen und ihnen Informationen über das Studium in Deutschland zu geben.

Welche Tipps sollte ich für Remote Fellowships mitnehmen?

Eine Remote Fellowship dauert drei Monate. Das bedeutet, dass wir drei Monate lang von zu Hause oder von einem Ort aus arbeiten, der bequemer ist, als wenn wir direkt ins Büro kommen. Darüber hinaus müssen alle administrativen Anforderungen erfüllt werden, um eine Vertragsvereinbarung zu unterzeichnen, das GDPR (General Data Protection Regulation)-Blatt auszufüllen und Berichte zu einem festgelegten Zeitpunkt einzureichen. Andere Vorbereitungen, die während der Teilnahme getroffen werden müssen, sind:

1. Technische Ausrüstung zur Unterstützung deiner Aktivitäten während der Remote

2. Der Körper muss fit sein. Stundenlanges Sitzen vor dem Computer oder Online-Besprechungen können dich schnell müde machen. Vergiss nicht, dich genug auszuruhen. Ein fitter Körper kann uns daher beim fokussieren helfen.

3. Schaffe eine angenehme Atmosphäre, damit du Telefonkonferenzen bequem und leise durchführen kannst. Achte auf die Situation um dich herum!

4. Bereite deine Lieblingsgetränke und Snacks zu. Das hilft dir, unter Spannung zu bleiben.

5. Immer neugierig. Informier dich über andere Teilnehmende aus verschiedenen Ländern. Ihr könnt nicht nur andere Kulturen kennenlernen, sondern auch Netzwerke bilden. Zum Beispiel habe ich mich mit anderen Teilnehmer*innen aus Pakistan und Moldova angefreundet. Diese Freundschaft trägt nicht nur zum Netzwerk bei der Arbeit bei, sondern ist auch reich an kulturellen Einsichten.

Der Eindruck der Remote Fellowship ist die Gelegenheit, die Kultur eines Landes kennenzulernen, ohne sich persönlich treffen zu müssen. Wir lernen aus ihrer Erfahrung, aus ihrem Wissen und ihrer Sprache.

Die Vorteile des Remote Fellowships?

Nach idealist.org sind hier einige der Hauptvorteile eines wettbewerbsfähigen, professionellen Stipendiums aufgeführt: Stipendien setzen dich unschätzbaren professionellen Netzwerken aus; Stipendien beschäftigen dich mit herausfordernden, abwechslungsreichen und interessanten Arbeiten und Stipendien können Arbeit und Reisen ins Ausland finanzieren. Kultureller Austausch bedeutet, verschiedene Ideen, Traditionen und Kenntnisse mit jemandem zu teilen, der möglicherweise einen völlig anderen Hintergrund wie du hat. Der Vorteil der Teilnahme an dieser Ferngemeinschaft besteht darin, dass ich meine Komfortzone verlassen kann, mein Selbstvertrauen und meine Unabhängigkeit gewinne. Ich habe viele Fakten über mein Land und eine neue Lebensweise herausgefunden. Auch durch diese Stipendien werde ich zu einer Person, die viele Sichtweisen hat, wenn ich mich einer Situation stelle.

-Linda-

Das Beitragsbild wurde von Linda beigesteuert.

Der Beitrag Online-Fellowship und ihre Vorteile erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Eine Zukunft beim Thema Mobilität? Eine Welt ohne Autos.

January 26, 2021 - 1:55pm

„Das kann ja keine Zukunft sein, die wirklich attraktiv ist: Autos, die keinen fossilen Brennstoff mehr, sondern stattdessen einen elektrischen Antrieb haben. Das ist ja noch keine Zukunft. Das ist nur verlängerte Gegenwart. Eine richtige Zukunft bei dem Thema Mobilität – wäre eine Welt ohne Autos.“

So lautet die Perspektive von dem Soziologen und Zukunftsforscher Harald Welzer in einem Interview mit Deutschlandfunk Kultur. Er ist der Meinung, dass die Lösung nicht sein kann, einfach nur den Brennstoff auszutauschen und die restlichen Strukturen so zu belassen, wie sie gerade sind. Das wird keine nachhaltige Veränderung bringen. Denn allein der potenzielle Raumgewinn, der momentan von Autos und all den Parkplätzen besetzt ist, birgt allein schon so viele Möglichkeiten, den urbanen Lebensraum ökologischer, sozialer und sicherer zu gestalten. Eine interessante Illustration dazu, wie wenig Platz in Städten oft für Fußgänger*innen bleibt, hat der schwedische Künstler Karl Jilg entworfen.

Die Mobilitätswende in Ballungsräumen

In diesem letzten Jahr ist der unwahrscheinliche Fall aufgetreten, dass der Flugverkehr ähnlich gering war wie im Jahr 1955. Und es war tatsächlich möglich, die Wichtigkeit der Gesundheitspolitik vor die Wirtschaft zu stellen. Sind da nicht vielleicht die Weichen gestellt, um endlich auch den Klimawandel auf der Prioritätenlisten nach ganz oben zu setzen? Also: raus mit den Autos aus den Städten!  

Die Befreiung der Innenstadt von motorisiertem Individualverkehr – das fordert auch die Klimabewegung Fridays for Future. Und zwar einerseits in Form eines wesentlichen Ausbaus des öffentlichen Personennahverkehrs, in Verbindung mit einer Preisreduktion auf einen Euro pro Tag im Rahmen eines Jahrestickets. Und andererseits in Form des Ausbaus der Fahrradverkehrsinfrastruktur. Das Konzept der Entlastung und der Umstrukturierung wird in Städten, wie Oslo, Madrid, Helsinki, Kopenhagen, Hamburg und Chengdu bereits in verschieden Projekten umgesetzt.

Auch die Netzwerke von Carsharing und einem öffentlichen Fahrradverleihsystem breiten sich in den Innenstädten aus und bieten die Möglichkeit, Mobilität zu teilen.

Der ausbleibende Hype um E-Autos

Aus Sicht der Belastung durch Abgasemissionen machen Elektroautos theoretisch schon Sinn – wenn man sie richtig „betankt“. Auf den ersten Blick weisen Benzin- und Dieselautos eine schlechtere Klimabilanz gegenüber der elektrischen Alternative auf. Lädt man ein Elektroauto jedoch mit Kohle- oder Atomstrom, so können diese eine ähnlich schlechte Klimabilanz wie die konventionellen Pkw aufweisen. Hinzu kommt der große Mangel einer vorhandenen Infrastruktur, bezogen auf die Verteilung von Ladestationen, für die Nutzung von E-Autos. Auch die Batterie und die damit verbundene geringe Reichweite ist ein weiterer Schwachpunkt. Vor allem da auch die Herstellung aus Lithium und Nickel sehr konfliktreich ist.

Der ländliche Raum

Man darf bei der Diskussion allerdings nicht vergessen, dass der mediale Blick auf die Mobilitätswende oft auf den urbanen Raum begrenzt ist. Die Notwendigkeit von Autos auf dem Land ist eine andere. Während in den Städten das Auto die Palette an Ausdrucksmöglichkeiten verschiedener Individualitäten widerspiegelt und als Symbolträger (für Status oder Freiheit) fungiert – so ist das Auto auf dem Land oft essenziell, um die weniger dichte Infrastruktur nutzen zu können. Da der ÖPNV auf dem Land oft starr und lückenhaft organisiert ist, ist der Pkw mit einem Anteil von mindestens 50 Prozent aller Wege fast über sämtliche Lebensphasen der Bewohner*innen hinweg das vorrangige Verkehrsmittel im ländlichen Raum. Wobei sich diese beiden Gegebenheiten wiederum gegenseitig bedingen.

Zeit für Utopien

Um wieder zurück zu dem Ausgangspunkt zu kommen: Die eben genannten Punkte sind wohl in den Augen von Harald Welzer alles nur Aspekte einer „verlängerten Gegenwart“. Die Idee von einer Welt ohne Autos beinhaltet keine konkreten Lösungsansätze – dafür aber eine Möglichkeit als Wegweiser zu funktionieren. Wie der Historiker Rutger Bregman in seinem Buch „Utopien für Realisten“ formuliert: „Das utopische Denken kann jedoch einen anderen Weg einschlagen. Man kann eine Utopie als grobe Skizze begreifen, die keine fertigen Antworten liefert, geschweige denn endgültige Lösungen. Aber – sie wirft die richtigen Fragen auf. Denn das wahre Problem unserer Zeit ist nicht, dass es uns nicht gutginge – sondern, dass wir uns nichts Besseres vorstellen können.“

Somit ist die Zukunftsvision einer Welt ohne Autos wertvoll, wenn auch auf den ersten Blick langwierig umzusetzen. Denn um überhaupt einen anderen Weg des Denkens in den Köpfen der Menschen zu ermöglichen, braucht es manchmal Utopien.

 

-Ronja-

Das Beitragsbild ist von Febiyan auf Unsplash.

Der Beitrag Eine Zukunft beim Thema Mobilität? Eine Welt ohne Autos. erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

„Girl Rising“: Weil ich eine Frau bin.

January 22, 2021 - 12:37pm

Weil ich eine Frau bin. Diesen Satz kennen fast alle Frauen und Mädchen. Auch in dem Film „Girl Rising“ zieht sich der Satz wie ein roter Faden durch die Geschichten von neun jungen Frauen. Sie sind aus dem Zwang der jeweiligen Gesellschaft ausgebrochen und nutzen ihr Recht auf Bildung, um die Diskriminierung von Frauen zu stoppen.

Der Film „Girl Rising“ ist unterteilt in neun Kurzgeschichten aus jeweils unterschiedlichen Ländern. Als Zwischensegmente präsentiert Liam Neeson harte Wahrheiten, mit denen Mädchen täglich konfrontiert werden, um Bildung genießen zu können. Die Fakten sollen veranschaulichen, dass diese persönlichen Geschichten nicht individuell zu betrachten sind, sondern die Realität vieler Mädchen auf der ganzen Welt widerspiegeln. Es wird aufgezeigt, dass die Gründe und die Hürden, die die Mädchen überschreiten müssen, unterschiedlicher Natur sein können. Ob es sich nun um Armut, Tradition, Wert von Frauen, Naturkatastrophen, Passionen oder Religion handelt – meist sind es die Mädchen, die extra benachteiligt werden.

DIE GESCHICHTEN DER MÄDCHEN

Jede der Geschichten wurde von Schriftstellerinnen aus den jeweiligen Ländern geschrieben. Erzählt werden sie von bekannten US-amerikanischen Schauspieler*innen, dargestellt aber meist von den Mädchen selbst, deren Geschichte erzählt wird.

Die unterschiedlichen Geschichten handeln von einem Mädchen aus Ägypten, das fantasievoll und mit Gewalt gegen ihren Vergewaltiger vorgeht. Von einem Mädchen aus Haiti, das stur dafür kämpft, am Unterricht teilnehmen zu dürfen, obwohl ihre Familie die Schulkosten nach dem Erdbeben 2010 nicht zahlen kann. Von einem Mädchen aus Peru, das nun Poesie nutzt um ihren Vater, welcher sie gezwungen hat, zur Schule zu gehen, aus Dankbarkeit zu ehren. Von einem Mädchen aus Kambodscha, das Waise ist und auf der Müllhalde lebt, und deren Traum, zur Schule zu gehen, dennoch wahr wird. Von einem Mädchen aus Indien, das den Gefahren der Straße ausgesetzt ist, um die Schule besuchen zu können, die jedoch Zuflucht in ihrer Kunst und der Entschlossenheit ihrer Eltern findet. Von einem Mädchen aus Nepal, welches mit Hilfe von Aktivist*innen aus Sklaverei befreit wird, Lesen und Schreiben lernt und dadurch hilft, andere Kamlari-Mädchen zu befreien. Von einem Mädchen aus Äthiopien, das jung verheiratet werden soll, doch durch das Wort „nein“ und der Unterstützung ihres Bruders frei bleibt und in die Schule gehen kann. Von einem Mädchen aus Afghanistan, das aus dem gesellschaftlichen Zwang Afghanistans und aus der von ihr erwarteten Rolle als Ehefrau und Mutter ausbricht und weitere Frauen davon überzeugt, es ihr gleich zu tun. Und schließlich von einem Mädchen aus Sierra Leone, das als Erste ihrer Familie die Schule besuchen darf und ihre eigene Radio-Show veranstaltet. In der Sendung setzt sie sich mit den Problemen ihrer Hörer*innen und ihren eigenen auseinander und verfolgt somit ihre Träume.

INDIVIDUALITÄT DURCH VIELSEITIGKEIT

Da die Machart der Geschichten sehr unterschiedlich ist, verleiht sie dem Film in jeder neuen Passage eine individuelle Sichtweise. Durch die Vielseitigkeit der Produktion spricht der Film ganz verschiedene Menschen an. Vor allem durch die Individualität der Kinder werden die Fantasien der Mädchen unterschiedlich dargestellt, aber trotzdem verständlich genug, um nicht vergessen zu lassen, dass es sich um wahre Begebenheiten handelt. Ein Dokumentarfilm, der berührt und sich nicht nur durch Fakten auszeichnet.

EIN FILM DER BERÜHRT, STARK MACHT, MUT WECKT

Der Film war somit ein Start, durch die Kraft des Geschichtenerzählens, die Sichtweise der Welt auf Mädchen und ihre Bildung zu verändern. Mit Hilfe der Geschichten werden lokale Partnerschaften gegründet, um gegen Frauendiskriminierung zu arbeiten. Die Geschichten regen zum Nachdenken an und sollen dazu beitragen, dass jedem Mädchen ein Bildungsweg offen steht und die Unterdrückung gestoppt wird.

Abschließend kann ich nur den Leitsatz unterstützen, der sich durch den Film zieht:

„ONE GIRL WITH COURAGE IS A REVOLUTION“!

 

-Lea Pulter-

 

Das Beitragsbild ist von David Monje auf Unsplash.

Der Beitrag „Girl Rising“: Weil ich eine Frau bin. erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Impfstoff als Luxusgut?

January 19, 2021 - 3:44pm

Die Covid-19-Pandemie ist weiterhin omnipräsent. Seit der Impfstoff im Dezember zugelassen wurde, verbreitet sich die Hoffnung auf ein nahendes Ende des zweiten Lockdowns und des gesamten Ausnahmezustandes. Doch es zeigen sich leider auch wieder neue Facetten einer bröckelnden Solidarität zwischen den Ländern. Wer bekommt zuerst? Wer hat zuerst? Wer darf zuerst? Der Anspruch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lautet „Gesundheit für alle“ zu ermöglichen. Doch die aktuellen Probleme des Zugangs zu Impfstoffen und die der Verteilung, verstärken die Notwendigkeit einer globalen Gesundheitspolitik. Aber wie hängen Politik und Impfen eigentlich zusammen? Und seit wann gibt es Impfungen?

Der geschichtliche Kontext

Das Grundprinzip jeder Schutzimpfung ist es, bewusst krankheitserregendes Material in ein gesundes Individuum einzuführen, um dieses vor einer schweren Krankheit zu schützen. Aber auch dieses Prinzip musste sich erst im Verlauf der Geschichte entwickeln. Schon in der Antike haben Gelehrte erkannt, dass Menschen, welche die Pest oder die Pocken überlebt hatten, gegen spätere Epidemien dieser vielfach todbringenden Erkrankungen geschützt waren. Aber als gezielte medizinische Maßnahme wurde das Impfen erst viele Jahrhunderte später eingesetzt.

17. Jahrhundert

Der Vorläufer des heutigen Impfens, die sogenannte Inokulation, wurde früher vor allem in Indien und China praktiziert. Dazu entnahm man Personen, die beispielsweise die Pocken gerade überstanden hatten, mit einem kleinen Messer Material aus einer Pustel. Dieses Material wurde dann wiederum an Gesunde an eine dafür aufgeritzte Stelle der Haut weitergegeben.

Vor allem Lady Mary Wortley Montagu, die Gattin des englischen Botschafters in Konstantinopel, setzte sich dafür ein, das Wissen um diese erfolgreiche Praxis nach Europa zu bringen. Sie selbst ließ ihren eigenen Sohn, während eines Aufenthalts im früheren osmanischen Reich, auf diese Weise impfen und schaffte es trotz anfänglicher Skepsis sogar den englischen König zu überzeugen.

Die Inokulation blieb anfänglich allerdings meist auf den Adel und die städtische Oberschicht begrenzt. Dies lag daran, dass eine Impfung oft mit Zweifeln verbunden und dadurch noch nicht allzu verbreitet war, aber auch dass so eine Impfung mit extremen Kosten verbunden war.

18. Jahrhundert

Die erste Schutzimpfung gegen eine Infektionskrankheit war die Kuhpockenimpfung. Als ihr Entdecker gilt der englische Landarzt Edward Jenner. Dieser Arzt hat in einem riskanten Versuch einen Jungen absichtlich mit den, für den Menschen relativ harmlosen, Kuhpocken infiziert, um ihn anschließend mit den tödlichen Menschenpocken anzustecken. Und er hatte tatsächlich Erfolg: Der Junge wurde nicht krank. Jenner machte seinen Erfolg öffentlich und so war die „Vakzination“ – der Terminus ist von dem lateinischen Wort vacca für „Kuh“ abgeleitet – erfunden.

19. Jahrhundert

Trotz einigem Widerstand gegen Jenners Vorgehensweise, die teilweise als „Brutalimpfung“ betitelt wurde, war zu Beginn des 19. Jahrhunderts überall in Europa eine ansteigende Impfeuphorie unter den Medizinern zu beobachten. Einerseits wurden Schulen eröffnet, an denen die Impftechnik gelernt werden sollte. Andererseits gab es viele Impfkampagnen und Veröffentlichungen, die bereits vorgaben, die Pocken seien ausgerottet – und dass, obwohl die Pocken erst 1980, also fast 180 Jahre später, von der WHO für ausgerottet erklärt wurden.

Der Mikrobiologe Albert Calmette und der Veterinärmediziner Camille Guérin entwickelten in den 1920er Jahren dann erfolgreich einen Lebendimpfstoff gegen Tuberkulose.

Und ein weiterer Meilenstein der Impfgeschichte war der Erfolg von Louis Pasteur 1885 bei der Impfung eines Jungen gegen Tollwut. Später entwickelte er noch Impfstoffe gegen Geflügelcholera, gegen Milzbrand und gegen Schweinerotlauf. Er hatte somit den überzeugenden Nachweis geführt, dass – zumindest im Prinzip – eine Impfung fortan vor beliebigen Infektionskrankheiten schützen konnte.

Doch gab es auch damals schon viele Impfgegner*innen in der Bevölkerung, die sich mit Argumenten verweigerten, die den heutigen gegen eine Coronaimpfung sehr ähnlich sind. Zum einen befürchteten sie, die Vakzination sei gesundheitsschädlich. Zum anderen glaubten sie nicht an die Wirksamkeit dieses Vorgehens.

Das Abwägen

Eng mit dem wissenschaftlichen Fortschritt und den Debatten um das Für und Wider der Vakzination verwoben, ist die Geschichte der Impfpolitik. Zwar war das Impfen lange Zeit in Deutschland eine rein staatliche Sache. Doch ab den 1920er und 1930er Jahren begannen Pharmaunternehmen, Impfungen im großen Stil anzubieten und diese auch für die staatlichen Impfprogramme bereitzustellen. Daraufhin zog sich der Staat aus den staatlichen Impfprogrammen zurück, bis er seit den 1960er Jahren eigentlich nur noch eine kontrollierende Funktion einnimmt. Auch die Durchsetzung einer Impfpflicht gegen bestimmte Krankheiten wurde im Verlauf der Jahrhunderte immer mehr in die Entscheidungsgewalt jedes Individuums selbst gelegt.

Der Historiker Malte Thießen sieht die Problematik darin, dass sobald die Impfungen funktionieren, man die Krankheit nicht mehr sieht, gegen die sie wirken. Dadurch entsteht ein Spannungsverhältnis: Impfen oder nicht impfen? Das Hin und Her zwischen dem Allgemeinwohl und dem Individualwohl tritt ja in den aktuellen Debatten sehr deutlich hervor: Dieses Abwägen, zwischen den langfristigen Vorteilen einer potenziellen Herdenimmunität, und der kurzfristigen, eigenen körperlichen Unversehrtheit. Und diese Unsichtbarkeit der tatsächlichen Krankheit verstärkt die Unentschlossenheit mancher Bürger*innen.

Auch ein anderes Problem ist in seinen Augen gegenwärtig dominierend: nämlich, dass bei Impfstoffen immer dann fieberhaft geforscht wird, wenn es westliche Gesellschaften trifft. Viele Infektionskrankheiten, die eine große Bedrohung zum Beispiel auf dem afrikanischen Kontinent sind, sind auf der gesundheitspolitischen Agenda hier und auch auf der Agenda der Pharmaunternehmen nicht sehr weit oben angesiedelt. Auch weil es sich nicht gut verkauft oder nicht die politische Relevanz zu haben scheint. Beispiele dafür sind AIDS, Ebola und Malaria.

Fazit

Auch die Masern-Impfpflicht beispielsweise ist in vielen europäischen Ländern unterschiedlich. So gibt es Länder, in denen es nur eine Impfung gibt, die verpflichtend ist, andere haben ein umfassenderes Ausmaß. Die Problematik der Sichtbarkeit von Krankheiten tritt bei dem Thema Impfen aber zurzeit überall auf – sowohl in dem individuellen Handeln Einzelner als auch in den größeren globalen Zusammenhängen. Wie sehr sich diese Pandemie auf die globale Gesundheitspolitik auswirken und diese verändern wird, bleibt vorerst noch abzusehen.

Das Interview mit dem Historiker Malte Thießen, über Brüche in der Impfgeschichte und Impfkritik, könnt ihr hier vollständig nachlesen. Wenn ihr ausführlicher über den geschichtlichen Verlauf inklusive Jahreszahlen und medizinischem Know-How nachlesen wollt, geht das hier.

-Ronja-  

Das Beitragsbild ist von Markus Spiske auf Unsplash.

Der Beitrag Impfstoff als Luxusgut? erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Lernen – Erfahren – Bewegen 2.0 im ASA-Programm

January 14, 2021 - 2:46pm

So lautet das Motto des ASA-Programms 2021. Wollt ihr verstehen lernen, wie die Welt zusammenhängt? Und habt ihr Lust auf internationalen Austausch und gemeinsames Engagement? Und seid ihr zwischen 21 und 30 Jahren? Dann schaut euch das Programm an – denn bis zum 20. Januar 2021 können sich die Interessierten unter euch hier noch bewerben.

Programmangebot

Die COVID-19-Pandemie stellt die Machbarkeit eines solchen Austauschprogramms zwar auf die Probe, aber es gibt gute Neuigkeiten. Auch der ASA-Jahrgang 2021 soll stattfinden – wenn auch zwangsläufig anders als sonst. Das heißt, es wird eine Teil-Digitalisierung der Workshops und Seminare geben und ein Alternativprogramm, falls die Pandemiesituation die Präsenz-Projekte weiterhin nicht zulässt.

Mit Hilfe des Projektfinders könnt ihr herausfinden, welches Projekt am besten zu euch passt. Und das in einem breiten Themenspektrum zwischen: Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, Klima und Umweltschutz, Menschenrechten und nachhaltiger Wirtschaft.

Teilnahmevoraussetzungen

Für das ASA-Programm online bewerben können sich junge Menschen zwischen 21 und 30 Jahren, die in Deutschland studieren, eine duale oder schulische Berufsausbildung abgeschlossen haben oder die ihren Bachelor-Abschluss vor weniger als 18 Monaten erhalten haben. Das ASA-Programm hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, strukturellen Benachteiligungen wie Diskriminierung und Ausschlüssen in unserer Gesellschaft aktiv entgegenzuwirken. Daher sind Menschen mit Migrationsbiografie, Schwarze Menschen und People of Colour (PoC) besonders dazu eingeladen, sich beim ASA-Programm zu bewerben.

Hier findet ihr mehr Informationen zur Teilnahme.

Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken – lasst euch doch von einem persönlichen Erfahrungsbericht von Margaou Prins aus Südafrika inspirieren, die 2016 im Rahmen der Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative (DAJ) an ASA-Kommunal global teilgenommen hat.

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Duy Pham auf Unsplash.

Der Beitrag Lernen – Erfahren – Bewegen 2.0 im ASA-Programm erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Direkte Hilfe zur Selbsthilfe – Das 1.000 Dollar-Projekt in Kenia

January 11, 2021 - 11:26am

Vielleicht habt ihr selbst schon einmal Geld an eine Hilfsorganisation gespendet und euch gefragt, wie viel davon wirklich vor Ort ankommt. Und wer bestimmt eigentlich, wie diese Spendengelder verteilt werden? Was wäre nun, wenn ihr wüsstet, dass euer gespendetes Geld von einer Organisation direkt an einen einzelnen Menschen überwiesen wird? Und diese Person komplett selbständig darüber verfügen könnte? Klingt einfach – aber auch besonders? Wir möchten euch so eine besondere Organisation vorstellen, die eine andere Perspektive, eine andere Herangehensweise aufzeigt.

Im Vergleich

Viele Organisationen, wie beispielsweise WWF, Plan International, UNICEF, Care und World Vision zählen Studien nach zu den transparentesten Organisationen. Das bedeutet, es wurde überprüft: Wie offen sie über ihre Vision und Strategie, ihre Aktivitäten und die Wirkung dieser Arbeit informieren und diese offenlegen. Also wie transparent auch ihr nachverfolgen könnt, was mit eurem Spendengeld passiert. Eins ist allerdings bei all diesen Organisationen gleich und das ist die Perspektive. Ja, sie versuchen in den Ländern durch ihre Projekte Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Und ja, sie gehen auf die Bedürfnisse der tatsächlichen Bewohner*innen vor Ort ein und helfen die Lebensbedingungen zu verbessern. Aber die Bestimmungen über den Bau von Brunnen oder die Verteilung von Schulmaterialien werden schlussendlich oft von den Organisationen  allein entschieden.

GiveDirectly

Anders funktioniert die 2009 von Studierenden der Universitäten Harvard und dem Massachusetts Institute of Technology gegründete Organisation GiveDirectly. Auf der Suche nach dem effektivsten Weg Armut zu bekämpfen, beschlossen sie, den Menschen Geld direkt per Handytransfer zu überweisen.

Das Konzept

Diese Geldtransfers sind dabei an keinerlei Bedingungen geknüpft und die Empfangenden müssen das Geld nicht zurückzahlen. Außerdem ist das Geld somit nahezu sicher vor Korruption und kommt auch tatsächlich dort an, wo es gebraucht wird. Die Idee dahinter ist, dass die Empfänger*innen somit selbst entscheiden können, wofür sie es verwenden. Von den Spenden, die an GiveDirectly fließen, verwendet die Organisation nur 15 % für sämtliche administrative Zwecke, inklusive der Gehälter aller Mitarbeitenden – ein außergewöhnlich niedriger Wert. 85% einer Spende gehen damit direkt an Menschen in Armut.

Das 1.000 Dollar-Projekt in Kenia

2014 startete eine Gruppe von Wissenschaftler*innen mit der Organisation GiveDirectly ein Forschungsprojekt in Kenia. Das Projekt sollte über mehrere Jahre hinweg neue Daten für diese andere Art der finanziellen Unterstützung in Afrika und ihrer Auswirkungen zusammentragen.

Dafür wurden 10.500 arme Haushalte in Hunderten Dörfern des Siaya County, der kenianischen Region zwischen Viktoriasee und der Grenze zu Uganda, identifiziert. Satellitenaufnahmen von Strohdächern waren eines der Auswahlkriterien. Jeder dieser Haushalte erhielt einmalig umgerechnet 1.000 Dollar  – ein Betrag, der etwa dem jährlichen Durchschnittseinkommen einer Familie in Kenia entspricht. Das Geld wurde innerhalb einiger Monate in drei Raten über ein bargeldloses Handy-Bezahlungssystem namens M-Pesa ausgezahlt. Empfänger*innen, die kein Mobiltelefon besaßen, konnten ein einfaches Smartphone bei GiveDirectly erwerben.

In etwa der Hälfte der 653 untersuchten Dörfer fanden keine Zahlungen statt. Sie dienten als Kontrollgruppe, um die Effekte für die gesamte Gemeinschaft messen zu können.

Die Wirkung

Bedingungslose Geldtransfers kamen in der Entwicklungszusammenarbeit lange Zeit nicht zum Einsatz, weil befürchtet wurde, dass die Empfänger*innen das Geld für Alkohol, Drogen und ähnliches ausgeben würden. Aber dieses Projekt in Kenia zeigt deutlich, dass dies nicht der Fall ist. Die Auswertung von den Studien weist eindeutig darauf hin, dass sich das GiveDirectly-Programm in Kenia sogar positiv auf das körperliche und psychologische Wohlbefinden der Zahlungsempfänger*innen auswirkt.

Denn was haben die Bewohner*innen in den Dörfern eigentlich mit ihrem Geld gemacht?

Die meisten haben zuerst ihre regendurchlässigen Strohdächer durch Wellblechdächer ersetzt und sich somit ein großes Stück Lebensqualität gesichert. „Wir haben uns eine Kuh gekauft“, sagt Odhiambo, eine der Empfängerinnen, „außerdem Schuluniformen und Bücher für die Kinder.“ Ihr Mann hat in ein gebrauchtes Motorrad investiert, um als Taxifahrer genug Geld für den Schulbesuch seiner Kinder zu verdienen. Auch die ständigen Geldsorgen und der damit verbundene psychische Stress wurden weniger. Und durch die Gründung kleiner Unternehmen vor Ort wurde auch die regionale Gesamtwirtschaft angekurbelt und hat dafür gesorgt, dass am Ende tatsächlich alle Bewohner*innen des Dorfes gemeinsam von den direkten Finanzspritzen profitieren.

Fazit

GiveDirectly hat eindeutig nachgewiesen, dass ihr Konzept der direkten Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig funktioniert. Außerdem ist dieser Ansatz gut umsetzbar und kann theoretisch ohne großen Aufwand in viele andere Länder übertragen werden.

Wenn ihr neugierig geworden seid, könnt ihr die Dokumentation vom WDR zu diesem Projekt anhören, die noch bis zum 13. April 2021 verfügbar ist. Oder wenn ihr weiterlesen oder selbst spenden möchtet, geht das hier.

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Shane Rounce auf Unsplash.

Der Beitrag Direkte Hilfe zur Selbsthilfe – Das 1.000 Dollar-Projekt in Kenia erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Dazwischen – Rückblick ins Jahr 2020 und Ausblick ins Jahr 2021

January 5, 2021 - 3:35pm

Und wieder ist ein Jahreswechsel abgeschlossen. Das Alte vorbei, das Neue noch ungewiss. Zwischen den Jahren kommen einem oft Gedanken darüber, was war und darüber, was sein wird. Wir möchten dieses Jahr mit euch in diesem Dazwischen, in diesem schwankenden Hin und Her beginnen. Dazu nehmen wir euch auf einen kleinen Jahresrückblick der etwas anderen Art mit und wollen euch gleichzeitig ein bisschen Schwung für die kommende Zeit mit die an die Hand geben.

Der Blick zurück: die top five

Wir von EineWeltBlabla haben uns gefragt, was euch in dem letzten Jahr interessiert hat, welche Themen und welche Projekte ihr verfolgt habt. Und dabei sind diese folgenden fünf Artikel hervorgetreten, denen ihr am meisten Aufmerksamkeit geschenkt habt. Wir stellen euch diese fünf Artikel hier nochmal kurz vor und verlinken sie euch, falls ihr sie nochmal nachlesen wollt.

Die Ökostrom-Lüge

Darunter war zum einen der Aspekt der Energiewende und der Lüge hinter manchem Ökostrom-Angebot. Denn nicht überall wo grün draufsteht, ist auch nur grün drin. Zum einen ist der Herkunftsnachweis für Ökostrom oft problematisch, andererseits schwindeln die Stromanbieter teilweise bei ihren Etiketten. Und auch die nachhaltige Investition von den Gewinnen in den Ausbau von erneuerbaren Energien funktioniert auf europäischer Ebene nicht ausreichend. Trotz allem ist es sinnvoll in grünen Strom zu investieren, denn Nachfrage und Angebot regeln sich bekanntlich gegenseitig.

Wider die Corona-Langeweile: Online-Kurse, Online-Spiele und Apps

Zum anderen hat euch das Angebot an Apps und Online-Spielen zu verschiedenen Klima- und Umweltthemen interessiert, um eure Langeweile in Coronazeiten zu überbrücken. Denn auch die Unterforderung des ständigen Zuhause-bleiben-müssens war und ist für viele eine Form der Überforderung. Und ein bisschen Beschäftigung und neuer Input kann da manchmal wirklich sehr weiterhelfen.

Minimalismus und Nachhaltigkeit

Auch der Gastbeitrag von Carlos zum Thema Minimalismus und Nachhaltigkeit wurde oft gelesen. Er erklärt, wie wir mit einem minimalistischen Konsum die Umwelt schützen können. Und inwiefern ein minimalistischer Lebensstil auch sehr positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat.

Rojava – Ökologie, Feminismus, Demokratie

Vielleicht erinnert ihr euch auch noch an das autonome Gebiet Rojava im Norden von Syrien, das wir euch vorgestellt haben. Als ein Beispiel für ein praktiziertes Experiment einer direkten kommunalen Demokratie mit radikaler Ökologie und feministischer Emanzipation. Als ein Beispiel für eine Alternative zu dem bestehenden System der kapitalistischen Moderne.

Fakten statt Vorurteile: Afrika hat mehr zu bieten als Armut

Der Gastbeitrag von Katja Scherer zu Wirtschaft in Afrika bildet den Abschluss eurer Top FIVE Artikel. Dort stellt sie ihren Blog WirtschaftinAfrika.de vor, mit dem sie auf die Vielfältigkeit der Menschen und Orte in Afrika aufmerksam machen möchte.

Der Blick nach vorne

Ein neues Jahr beginnt auch oft mit dem Brauch der neuen Vorsätze. Mit der Möglichkeit etwas neu anzufangen oder auszuprobieren. Warum es da hilft, auf die Artikel aus dem letzten Jahr zu blicken? Die Idee ist, euch zu zeigen, dass all diese Themen auch in diesem Jahr nicht an Relevanz verlieren. Und auch nicht ihre verschiedenen Gesichter. Ob nun in Form der Energiewende, dem kritischen Hinterfragen des Konsums, dem Gestalten einer Alternative zu kapitalistischen Lebensformen oder dem Öffnen von neuen Blickwinkeln auf globale Zusammenhänge und dem Öffnen zu enger Perspektiven auf andere Kulturen. Das alles sind Möglichkeiten und Wege, diese Eine Welt zu verändern – und zwar nachhaltig. Und mit dieser Vielfalt im Blick wollen wir mit euch in dieses neue Jahr starten!

-Ronja-

Das Beitragsbild ist von Manuel Meurisse auf Unsplash.

Der Beitrag Dazwischen – Rückblick ins Jahr 2020 und Ausblick ins Jahr 2021 erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Ethecon Awards 2020: Wer rettet und wer tötet den Planeten?

December 21, 2020 - 12:43pm

Die ethecon – Stiftung für Ethik und Ökonomie vergibt seit 2006 die internationalen ethecon Awards: Den Blue Planet Award und den Dead Planet Award. Wo wir uns auch auf EineWeltBlaBla viel mit der Zukunft des Planeten Erde aus unterschiedlichsten Perspektiven beschäftigen, freut uns vor allem die Verleihung des Blue Planet Awards für besondere Verdienste zu Rettung und Erhalt des Blauen Planeten. Oft hat man jedoch das Gefühl, gegen große mächtige Mühlen zu mahlen, die den Fokus statt auf Erhalt auf Zerstörung legen. Und das vor allem, um die eigene Macht und den eigenen Profit zu sichern. Bei diesen Awards kann auch damit gewonnen werden, nämlich mit dem Dead Planet Award.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt schon: Wer wurde dieses Jahr bloß ausgezeichnet? Für beide Awards gibt es doch viele Leute, die sich im Sinne der Awards verdient gemacht haben. Erst die gute oder die schlechte Nachricht? Beginnen wir mit der guten.

Der Blue Planet Award 2020 geht an Phyllis Omido

Die Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Phyllis Omido wurde mit dem Blue Planet Award 2020 ausgezeichnet. Sie hat sich vor allem für die Ortsbewohner*innen und Arbeiter*innen einer Blei-Recycling-Fabrik in Owino Uhuru, ein Dorf nahe der kenianischen Stadt Mobasa, eingesetzt, in der sie auch selber arbeitete. Die Abgase und das bleiverseuchte Abwasser der Fabrik haben Krankheiten und Fehlgeburten verursacht und zu zahlreichen Todesfällen geführt. Phyllis Omido hat Proteste dagegen organisiert, die Probleme und auch Korruption innerhalb der Umweltbehörde publik gemacht und sogar erfolgreich gegen die kenianische Regierung geklagt. Jetzt gibt es ein Gesetz, das vorschreibt, dass Blei aus Ostafrika nicht mehr ausgeführt werden darf. Das Blei, das recycelt werden soll, kommt übrigens (wenig überraschend?!) zu großen Teil aus Europa.

In dem Buch Mit der Wut einer Mutter berichtet Phyllis Omido von ihrem Kampf gegen das gefährliche Bleischmelzen. In der Begründung zur Vergabe steht noch viel mehr, das Phyllis Omido geleistet hat.

Der Dead Planet Award 2020 geht an Jeffrey Preston Bezos

Die Auswahl war auch in diesem Bereich groß, doch einer ist besonders herausgestochen und hat damit verdientermaßen den Dead Planet Award 2020 erhalten: Der US-amerikanische Unternehmer und Investor Jeffrey Preston Bezos. Seinen Namen könnte man mit dem schönen Amazonasgebiet verbinden und hoffen, dass er sich dort für die Umwelt einsetzt, doch weit gefehlt. Er ist der Gründer des Onlineversandhändlers Amazon und gilt als reichste lebende Einzelperson der Welt. Reicht da die Bezeichnung ultra-reich überhaupt aus?! Während er auch während der Corona-Pandemie reich und reicher wird, werden die Arbeitsbedingungen bei Amazon schlecht und schlechter. Ein Tarifvertrag oder eine Gewerkschaft für die Beschäftigten? Wozu? Dann doch lieber Überwachung. Schonender und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen? Dann doch lieber kerosinintensive Luftfracht und Abbau seltener Erden und Mineralien. Und obendrauf: Weltraumtourismus. Damit schafft er es, sich nicht nur für die Zerstörung unseres Planeten einzusetzen, sondern weit darüber hinaus, wow!.

Damit es hier nicht ausartet, könnt ihr noch mehr über seine Taten in der Begründung zu Vergabe nachlesen.

Die Preisverleihung im November 2020

Die Preisverleihung fand in diesem Jahr online statt, was euch ermöglicht, sie noch einmal anzusehen und zwar hier. Darüber hinaus gab es Proteste vor deutschen Amazon-Niederlassungen.

-Marina-

Das Beitragsbild ist von Greg & Lois Nunes auf Unsplash.

Der Beitrag Ethecon Awards 2020: Wer rettet und wer tötet den Planeten? erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Klimakrise, was geht?

December 17, 2020 - 6:52pm

Viel wird über Corona, Weihnachten, den neuesten harten Lockdown geredet – da könnte man meinen, der Klimawandel mache eine Winterpause. Tut er natürlich nicht. Was gerade im Bereich Klima-Engagement und Klimakrise passiert, erfahrt ihr bei uns.

Kinder und Jugendliche klagen gegen 33 Länder

In Portugal hat eine Gruppe von sechs Kindern und Jugendlichen 33 europäische Länder verklagt. Sie werfen der Klimapolitik dieser Staaten vor, gegen Menschenrechte zu verstoßen und so die Zukunft junger Menschen zu gefährden. Deutschland gehört auch zu den verklagten Ländern. Die Klage liegt nun beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und die betroffenen Regierungen (diejenigen aller EU-Staaten sowie von Norwegen, Russland, Großbritannien, der Türkei, der Schweiz und der Ukraine) haben bis Februar 2021 Zeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Das Besondere an der Klage ist, dass die Kids nicht erst vor nationalen Gerichten klagen mussten; bei einer so umfangreichen Klage wäre das schlicht unmöglich. So durften sie ausnahmsweise direkt vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen. Wir sind sehr gespannt, wie es weitergeht!

Hitzewelle in Australien

In Australien beginnt jetzt der Sommer – mit Temperaturen von teilweise 40° C. Nachdem vor einem Jahr verheerende Brände über den Kontinent hinwegfegten und eine Spur der Verwüstung hinterließen, kehrt das Feuer nun mit voller Wucht zurück: Fraser Island, eine 122 Kilometer lange Insel, brennt bis an die Strände. Es wurden bereits Ortschaften evakuiert, die Hälfte der Insel ist schon jetzt zerstört. Diese Karte zeigt das Ausmaß der Katastrophe besonders anschaulich.

Protest im Danni beendet, weitere Aktionen folgen

Der Protest im Dannenröder Forst ist vorbei, nachdem vergangene Woche die letzten Bäume gefällt worden sind. Hier die Bilanz der Polizei in Zahlen (Quelle: hessenschau):

Bilanz der Polizei in Zahlen

  • über 500 Barrikaden, Strukturen und Baumhäuser geräumt
  • über 1.000 Aktivist*innen in Gewahrsam genommen
  • rund 3.200 Identitäten überprüft
  • rund 2.500 Platzverweise erteilt
  • Ermittlungen wegen rund 450 Straftaten und 1.550 Ordnungswidrigkeiten
  • Polizisten aus allen Bundesländern und der Bundespolizei im Einsatz
  • rund 80 verletzte Polizist*innen (zum Großteil leichte Verletzungen, auch ohne Fremdeinwirkungen)
  • mehrere verletzte Waldbesetzer*innen, zum Teil schwer verletzt (genaue Zahl nicht bekannt)

Die Gegner*innen des Autobahnausbaus wurden zwar aus den Bäumen vertrieben, doch Ruhe geben wollen sie nicht: Weitere Protestaktionen gegen den Weiterbau der A49 und den Neubau anderer Autobahnen sind schon angekündigt.

Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann die Entwicklung hier auf dem Waldbesetzungs-Blog verfolgen.

Corona nicht hilfreich für das Klima

Wie die Klimareporter berichten, kann die Coronakrise trotz gesunkener CO2-Emissionen nichts gegen den Klimawandel ausrichten. Dazu sind die Einsparungen einfach zu gering. Der Ausstoß von Treibhausgasen muss also – wenig überraschend – drastisch gesenkt werden, und das möglichst schnell.

Erhöhung des EU-Klimaziels für 2030

Die EU hat ihr Klimaziel für das Jahr 2030 hochgesetzt: Statt 40 % sollen bis dahin 55 % weniger Treibhausgase produziert werden als 1990. Während die Bundesregierung mit dem Beschluss zufrieden scheint, halten Umweltschutzverbände dieses Ziel immer noch für unzureichend: So sollen mindestens 60 oder 65 % eingespart werden, um die Klimakatastrophe zu verhindern.

 

-Katharina-

 

Beitragsbild von Ylvers auf Pixabay

Der Beitrag Klimakrise, was geht? erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Schreibt für Wärme und Freiheit für Alle!

December 15, 2020 - 12:40pm

Aktuell sind politische Aktivitäten und Aktionsformen eher eingeschränkt möglich. Viele Aktionsformen konnten der Pandemie angepasst werden und das ist gut so. Gerade jetzt müssen weiter vehement Menschenrechte eingefordert werden, denn es gilt: Leave no one behind.

Ich habe euch zwei Möglichkeiten rausgesucht, wie ihr ganz einfach von zu Hause aktiv werden könnt – und das schriftlich. Die Seebrücke ruft mit der Forderung Wärme für Alle zu einer Postkartenaktion auf und Amnesty hat einen Briefmarathon für die Freiheit und gegen Menschenrechtsverletzungen initiiert.

Seebrücke: Wärme für Alle

Die Seebrücke macht auf die katastrophalen Zustände geflüchteter Menschen in Lagern an den EU-Außengrenzen aufmerksam. Nicht nur, dass die Lager eh schon schrecklich und menschenunwürdig waren, nach dem Brand von Moria auf Lesvos hat sich die Situation nur weiter verschlechtert – und jetzt ist auch noch Winter. Regenfälle haben Granaten und Munition auf dem Gelände, wo die Geflüchteten leben, freigespült, Zelte stehen unter Wasser, es bilden sich Seen und es ist kalt. Und noch immer ist keine Evakuierung der Lager in Sicht.

Daher hat die Seebrücke Postkarten erstellt, mit denen ihr den politischen Druck erhöhen könnt. Ihr könnt die Postkarten einfach ausdrucken und so verschicken oder zu diesen Aktionszeiträumen:
13.12. bis 18.12.2020 an die Landesinnenminister*innen
19.12. bis 23.12.2020 an die Wahlkreisabgeordneten des Bundestags

Listen mit den Adressen hat die Seebrücke auch erstellt, sie sind in der Vorlage verlinkt.

Amnesty: Briefmarathon für Freiheit

Der Briefmarathon ist eine weltweite Kampagne von Amnesty International zum Tag der Menschenrechte. Gemeinsam mit Tausenden anderen Menschen auf der ganzen Welt werden E-Mails an Regierungen geschickt, in denen die Einhaltung der Menschenrechte gefordert wird. 2015 hat diese Kampagne zur Freilassung Moses Akatugbas geführt. Er wurde im Alter von 16 Jahren in Nigeria festgenommen, gefoltert und zum Tode verurteilt – nur weil er angeblich Mobiltelefone gestohlen hatte. 2015 kam Moses durch die Unterstützung der Briefe nach 10 Jahren im Todestrakt endlich frei.

Auf der Seite zum Briefmarathon könnt ihr euch schriftlich für viele Menschen in Not und Gefahr einsetzen und euch zu den Hintergründen der Verletzungen ihrer Rechte informieren. Es gibt auch Materialien, um dies im Unterricht zu behandeln.

Also, ran an den Stift bzw. die Tastatur!

-Marina-

Das Beitragsbild ist von Aaron von Pilgrim auf Unsplash.

Der Beitrag Schreibt für Wärme und Freiheit für Alle! erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Wie die Corona-Krise unser Lernsystem verändert

December 11, 2020 - 3:01pm

Die Corona-Krise beansprucht nicht nur unser Gesundheitssystem und die Wirtschaft, sondern schlägt ein neues Kapitel des Lernens auf. Den meisten Schulen fehlt es an grundlegender, technischer Ausstattung, Eltern sind beim Homeschooling mit Kind maßlos überfordert – so verändert die Corona-Krise unser Lernsystem!

Lernen in Zeiten von Corona? 3 häufige Probleme im Home Office

Die aktuelle Pandemie-Situation zerrt an unseren Nerven und macht uns insbesondere dann zu schaffen, wenn wir uns auf das Lernen des Schulstoffs zu Hause konzentrieren müssen. Die folgenden drei Probleme erschweren das Pauken und die Arbeit im Home Office besonders stark:

1. Ablenkung
Das Handy klingelt, der Heißhunger nach Schokolade meldet sich und im Fernseher läuft die Lieblingsshow – es gibt unzählige Dinge, die uns in unseren eigenen vier Wänden von der eigentlichen Aufgabe ablenken. Umso wichtiger ist es, ein gesundes Maß an Pausen in den Arbeitsrhythmus einzubauen – denn es ist besser, sich zu bestimmten Zeiten “bewusst” ablenken zu lassen, als ständig auf die neuesten Mitteilungen einzugehen.

2. Technische Faux-Pas
Gerade hat der Lehrer noch von den klausurrelevanten Themen gesprochen und plötzlich bricht die Chatverbindung ab? Technische Störungen lassen sich leider schlecht voraussagen. Doch man kann ein wenig vorsorgen und bestimmte Dinge vorab kontrollieren: 
Habe ich eine stabile Internetverbindung bis zu meinem Arbeitsplatz, oder sollte ich gegebenenfalls mit einem Netzwerkkabel nachhelfen?
Teste vor jedem Online-Meeting auch dein Bild und deinen Ton!

3. Selbstständiges Lernen
Im Home Office fehlt die persönliche Betreuung der Lehrkraft vor Ort, weshalb es sich anfangs besonders schwer gestaltet, die nötige Menge an Selbstständigkeit und Selbstdisziplin zu erreichen.

bewährte Tipps gegen Konzentrationsprobleme im Home Office 

1. Regelmäßig lüften
Zugegebenermaßen findet man nicht immer die Motivation, die eigene Stube zu verlassen und im teils stürmischen Herbstwetter spazieren zu gehen. Wenn Zeit und Lust knapp sind, kann es sich als hilfreich erweisen, die Fenster zu kippen, und die Luftzirkulation anzukurbeln. Frische Luft tut gut, denn Sauerstoff ist für den Körper unentbehrlich.

2. Störfaktoren entfernen
Smartphone, Spielkonsole und alle anderen Ablenkungen adieu! Sobald man geistig abwesend ist, weil man sich ablenken lässt, wird man Erinnerungen – und damit essentiellen Lernstoff – nicht optimal im Gedächtnis speichern oder bei Bedarf abrufen können.
Sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren verschafft einen klaren Kopf. Den aufmerksamen Geist kann man zum Beispiel mit Achtsamkeitsübungen trainieren. In Zeiten von Corona werden online auch viele Yoga- oder Meditationskurse angeboten.

3. Tagesplan erstellen
Es ist so verlockend, einfach etwas länger im Bett zu bleiben, um eine Aufgabe im Home Office auf “später” zu schieben. Das ein oder andere Mal kann dies passieren, zur Routine sollte es jedoch nicht werden.
Ein Tagesplaner im Bullet Journal Stil kann den nötigen Überblick verschaffen, um Planungsfrust und zeitfressende “Nichts-Tun”-Lücken zu umgehen. Wer jedoch keine künstlerische Ader besitzt, dem langt auch das Anfertigen einer einfachen To-Do-Liste: Allein dadurch, dass man sich seinen Tagesablauf stets vor Augen führt, erzielt man eine stärkere Grundmotivation, die Dinge anzupacken. 
Einzige Voraussetzung: Der selbst erstellte Plan sollte in Sichtweise sein, also zum Beispiel an der Lampe auf dem Schreibtisch hängen. 

Erfahrungen als Praktikantin und Nachhilfelehrerin

Nachhilfeunterricht ist eine Win/Win-Situation – im Idealfall wird dem Schüler eine kompetente Unterstützung zur Erarbeitung des Lernmaterials und dem Lehrer ein fairer Gehalt pro Stunde geboten.

In der Zeit zwischen dem bestandenen Abitur und dem Jura-Studium habe ich spannende Einblicke in die Bereiche “Online Marketing”, “Content Management” und “Business Development” in Form eines dreimonatigen Praktikums beim “Nachhilfe Team” erhalten.

Die oben genannten Tipps basieren auf Berichten über die häufigsten Probleme beim Nacharbeiten des Schulstoffs, die ich während des Praktikums und – seit nunmehr vier Jahren – bei meinem Nebenjob als Nachhilfelehrerin für Schüler aller Jahrgangsstufen gesammelt habe.

Jetzt bist du dran: Lass dich von der aktuellen Pandemie-Situation in deinem Lernprozess nicht aufhalten! So wie du lernt auch die Wissenschaft ständig Neues über den bestmöglichen Umgang mit dem Coronavirus und dessen Folgen für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Ich wünsche dir gutes Gelingen!

-Julia-

Das Beitragsbild ist von Markus Winkler auf Unsplash.

Der Beitrag Wie die Corona-Krise unser Lernsystem verändert erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Nature Connected Youth – Ein Projekt, das zum Fühlen anregte

December 9, 2020 - 12:36pm

Es gibt eine Erfahrung, die in der weltweit verbreiteten Corona-Pandemie viele teilen – Isolation. Die Worte „Quarantäne“ und „Lockdown“ sollten meines Erachtens zu den (Un)worten des Jahres erklärt werden. Durch Einschränkungen und Verunsicherungen leidet unser Kontakt zu anderen, insbesondere auch interkulturelle Austauschmöglichkeiten sowie das Zusammentreffen von diversen sozialen Kreisen wird erschwert bis unmöglich, es verstärken sich Separationsprozesse.

Diese gemeinsame Erfahrung von Isolation bzw. Einschränkungen im persönlichen Alltag hat uns alle im Online-Jugendaustausch Nature Connected Youth zwischen deutschen und türkischen Teilnehmenden begleitet. Vor diesem Hintergrund und den Herausforderungen, denen wir alle durch die Corona-Krise gegenüberstehen, war es eine Freude, sich einer Ressource bewusst zu werden, die uns beinahe selbstverständlich auch in der Krise zur Verfügung steht und uns Halt und Ruhe geben kann: nämlich unsere Verbindung zur Natur und damit auch zu uns selbst. Letztendlich stellt man fest, dass man sich als Mensch nicht entkoppeln kann von „der“ Natur. Wir sind Teil, wir sind selbst Natur und wir schaffen Bewusstsein über unsere Umwelt. In der modernen Gesellschaft entsteht insbesondere in Anbetracht der Klimaveränderungen oft der Eindruck, wir hätten uns entkoppelt und lebten nicht mehr im Einklang mit unserer Natur. Der Gedanke, ob es ein Entkoppeln von uns selbst ist, da wir unweigerlich Teil von Natur sind, hat mich während des Projektes beschäftigt

Doch wie haben wir uns mit der Verbindung zur Natur auseinandergesetzt? 

Ob durch Vogelbeobachtung, einen achtsamen Spaziergang oder das Schreiben eines Gedichtes (Haiku, eine traditionelle japanische Gedichtform): wir bekamen einige Anregungen, um die uns umgebenden Naturorte besser zu erkunden. Biomimicry – so nennt sich beispielweise die Wissenschaft, welche innovative Lösungen aus der Natur ableitet. Gib ein Schlagwort in dieser Suchmaschine ein und du findest gegebenenfalls eine Antwort auf deine Frage aus der Natur: www.asknature.org.

Wie schon erwähnt, fand der Jugendaustausch nur online statt. Wie das war? Nun ja, jeden Morgen gab es herzlich geführte Zoom-Sessions, Aktivitäten und dann ein Wiedersehen zum Austausch am Nachmittag. Die Online-Party am Samstagabend war für einige von uns die erste digitale Party überhaupt und hat uns ganz spielerisch ordentlich in Fahrt gebracht. Der Icebreaker funktioniert also auch virtuell. Die Atmosphäre war sehr offen und man könnte sagen, wir haben uns gegenseitig dazu verholfen, unsere Verbindung zur Natur emotional und gedanklich wahrzunehmen. Bei den täglichen Aktivitäten war man nicht allein, wenn man das nicht wollte, denn im Gepäck gab es immer eine Whatsapp-Gruppe, in der Bilder von den Ausflügen, Musik und Gedanken geteilt wurden.

Meine Empfehlung: unsere Playlist bei Spotify namens Nature Connected Youth. Und somit war meine Woche gefüllt von farbigen Herbstbildern, Ausblicken auf Wälder, Strände, windige Seen, grüne Hinterhöfe, begleitet von musikalischen Klängen und, nicht zuletzt, Vogelgeräuschen.

Wie habe ich das Projekt erlebt?

Ich war neugierig, ich war neugierig, denn es hat mich sehr interessiert, wie ein Austausch online stattfinden kann. Wie es sich anfühlt, über den PC, Gemeinschaft und das Thema Natur zu erleben? Als ich Teil des Projektes werden durfte, fühlte ich mich zunächst etwas fremd. Das Beobachten oder gar Zeichnen von Natur hatte ich bisher lieber Biolog*innen und Naturforscher*innen überlassen und selbst nicht als erstrebenswert erachtet. Doch was passiert, wenn wir „out of our box“ gehen? Wir erste Ängste und Bedenken überwinden? Wir erweitern unseren Erfahrungsschatz und fühlen uns im Nachhinein bereichert.

Ursprünglich stellte ich mir vor, ich würde vor dem PC sitzen, ich würde ein paar Vorträgen lauschen und mir dann einen Kaffee machen und meinem Alltag nachgehen, aber im Austausch entstand nicht nur eine besondere Gruppengemeinschaft, sondern auch Ideen, die meinen Alltag nachhaltig begleiten.  Fortwährend hat (nicht nur) mir das Jahr 2020 stetige Veränderung gebracht, ob es neue Regularien waren, auf die ich mich einstellen musste oder persönliche Vorhaben, die ich dadurch nicht nur einmal abändern durfte. Das Einzige, was bestehen bleibt, die stetige Veränderung (Tadaa). In dieser Zeit nicht den Fokus auf negative Sachen durch permanente Einschnitte zu richten, sondern trotz äußerer Irritation innere Ruhe zu finden, dabei hilft mir die Verbundenheit zur Natur. Und zu wissen, dass diese Ressource (hoffentlich!) beständig bleibt, das macht sie so wertvoll.

Ein Blick darüber hinaus

Was es im Hinblick auf die digitale Begegnung noch anzumerken gibt, ist eine Sache, die im Feedback Thema wurde. Aufgrund der Corona-Situation verlagert sich das soziale Geschehen ins Internet. Wir können in dieser Situation dankbar dafür sein, dass uns die Möglichkeiten der Vernetzung und Verbindung über eine virtuelle Welt zur Verfügung stehen.
Dennoch gibt es dabei zwei Aspekte, die nicht außer Acht geraten dürfen. Zuerst die Notwendigkeit einer individuellen Datensensibilität – alles, was wir in dem Online-Jugendaustausch geteilt haben, wurde digital vermittelt, teilweise über Messenger wie Whatsapp oder Plattformen wie Zoom. Damit ist letztlich nichts mehr nur dem intimen Moment zwischen Menschen überlassen, sondern wird für unbestimmte Zeit Teil des digitalen Datenmeers. Zweitens, es gibt Menschen, welche nicht die Möglichkeit erhalten digital an solchen Projekten teilzunehmen, ob das nun an persönlichen Umständen oder strukturellen Bedingungen wie Armut liegt. Denken wir nur daran, wie es obdachlosen Menschen in einem Lockdown gehen muss, wenn sich der Raum des Geschehens zurückzieht ins Private und Digitale. Wir können diese Menschen nicht außer Acht lassen und deshalb muss bei uns allen nicht nur eine Selbstfürsorge, sondern auch die Solidarität in Verbindung zu unseren Mitmenschen steigen.

Vorschlag: Gib deinen 10. Groschen, wenn du kannst, an Hilfebedürftige. Die Krise verstärkt die soziale Separation, Armut und prekäre Verhältnisse nehmen zu, Bildungsunterschiede können sich verstärken, soziale Integration wird zunehmend eine Herausforderung. Dies sind Dinge, zu denen ich mir Gedanken mache, während ich selbst dankbar bin an einem solchen Projekt teilnehmen zu dürfen. Es stellt sich für mich die Frage des Weitergebens von dem, was ich erhalten habe. Letztendlich gehören wir alle zur Natur und zu dem gewaltigen Kreislauf eines Ökosystems. Wir können uns nicht entkoppeln, nicht von Nachbar*innen und nicht von dem Baum und den Vögeln im Hinterhof.

Im Projekt Nature Connected Youth gab es die ideale Verknüpfung zwischen einem edukativem Teil rund um Natur und Umwelt und einem Austausch auf persönlicher Ebene.

-Elisa Wellner-

Hintergrund:

Der digital angeleitete, deutsch-türkische Jugendaustausch „Nature Connected Youth“, der vom 19. bis 28. Oktober 2020 stattfand, wurde von der deutsch-türkischen Jugendbrücke gefördert und von den Organisationen NEDEN und DENK GLOBAL! umgesetzt.

Der Beitrag Nature Connected Youth – Ein Projekt, das zum Fühlen anregte erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Youth Climate Action Day 2020

December 4, 2020 - 11:39am

Morgen noch nichts vor? Dann nehmt doch am Online-Aktionstag zum Youth Climate Action Day 2020 teil!

Ab 10 Uhr geht es wie der Name schon sagt um das Thema Klima. Es werden unterschiedliche Workshops zu Klimagerechtigkeit angeboten. Zum Beispiel zu Ernährung, Klimawandel aus rassismuskritischer Perspektive, Upcycling und viele mehr.

Dein Thema, mit dem du dich gerne auseinandersetzen möchtest, ist nicht dabei oder du hast keine Zeit? Dann starte deine eigene Klimaaktion! Poste am 5. Dezember Bilder, kleine Berichte, Videos, Audios auf Facebook, Instagram, Twitter oder schicke diese Informationen an die Aktiven von Climate Action Day. Sie posten dies dann für euch.

Der Youth Climate Action Day ist eine weltweite Bewegung junger Menschen, die gegen den Klimawandel und die globale Ungerechtigkeit aktiv werden wollen. Es gibt zwar ein Organisationsteam, aber auf eure Beiträge kommt es an, die über die Verbreitung in den sozialen Medien Aufmerksamkeit erregen und informieren sollen. Auf einer Weltkarte werden alle Aktionen auf der Homepage sogar dokumentiert.

Der Beitrag Youth Climate Action Day 2020 erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Categories: Ticker

Pages