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Die Blockchain-basierte Plattform Textile Trust will Lieferketten der Textilbranche transparenter machen

reset - February 22, 2021 - 5:42am
Die einzelnen Schritte von den Rohstoffen bis zum fertig genähten Kleidungsstück sind für Verbraucher*innen meist unübersichtlich. Eine neue Plattform will Transparenz in die Lieferketten bringen.
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USA und Russland verlängern New Start

SWP - February 22, 2021 - 12:00am

Am 3. Februar 2021 haben die USA und Russland die Gültigkeit des New-Start-Ver­trags über die Verminderung strategischer Waffen um fünf Jahre verlängert. Zwei Tage später wäre er außer Kraft getreten. Der Vertrag begrenzt Atomwaffen und strategische Trägersysteme globaler Reichweite. Wollte der damalige Präsident Donald Trump zuerst China einbinden und neue russische Waffen einbeziehen, änderte sein Nach­folger Joe Biden prompt den Kurs. Damit wurde ein quantitativer atomarer Rüstungs­wettlauf vorläufig abgewendet. Um strategische Stabilität aber auch künftig zu sichern, muss binnen fünf Jahren ein Nachfolgevertrag geschlossen werden. Es wird darum gehen, die Zahl strategischer Atomwaffen zu senken, auch neue Waffentechno­logien und substrategische Kernwaffen zu begrenzen sowie die Fähigkeiten anderer Atommächte zu berücksich­tigen. Dies wird sich auch auf regionale Abschreckungskonzepte auswirken. Deutschland und die Ver­bündeten sollten diesen Prozess nach­drücklich unterstützen und bei der Überprüfung des strategischen Konzepts der Nato die Bedeutung von Kernwaffen reduzieren.

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C20 – L20 Joint Statement on TRIPS Waiwers

#C20 18 - February 19, 2021 - 9:22pm
A strong action is urgent to make vaccines and treatments accessible for all! Civil 20 and Labour 20 raise together their voices to jointly call G20 for supporting the waiver of TRIPS agreement on COVID-19 vaccines and treatments. Read here the C20-L20 TRIPS statement
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19.02.2021 Deutschland unterstützt Kampf gegen Covid-19 in Entwicklungsländern mit 1,5 Milliarden Euro

BMZ - February 19, 2021 - 4:30pm
Beim digitalen G7-Gipfel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel heute weitere 1,5 Milliarden Euro für den Kampf gegen Covid-19 zugesagt. Davon sind rund eine Milliarde Euro für die internationale Impfallianz Gavi. Die weiteren Mittel sind zur Stärkung der WHO und der Impfstoffforschung, insbesondere zu Mutationen. Dazu erklärte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: "Die Zusage Deutschlands auf dem G7-Gipfel ist ein wichtiges Signal: Wir besiegen Corona nur weltweit oder gar ...
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Entwicklungspolitische Bildungsangebote in Kitas platzieren

Engagement Global - February 19, 2021 - 3:13pm
Engagement Global fördert verschiedene Möglichkeiten, Bildungsveranstaltungen zu globalen Themen in Kindertagesstätten durchzuführen. Foto: Anja Lehmann

Warum wachsen in Deutschland keine Bananen? Gehen alle Kinder in die Kita? Und woher kommt die Schokolade? Fragen wie diese bewegen schon die Kleinsten und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, globale Themen in Kindertagestätten (Kita) zu platzieren.

Bei der Informationsveranstaltung „Unsere Kita in der Welt“, die am Donnerstag, 18. Februar 2021, digital stattfand, informierte die Außenstelle Berlin von Engagement Global über Unterstützungsangebote zum Globalen Lernen.

Unter den Teilnehmenden waren interessierte Erzieherinnen und Erzieher sowie Engagierte in Kitas in Berlin und Brandenburg. Sie erfuhren unter anderem, wie sie Referentinnen und Referenten für entwicklungspolitische Bildungsveranstaltungen finden können und welche Fördermöglichkeiten für Aktionstage oder Projektwochen es gibt.

Referentinnen und Referenten werden über das Programm Bildung trifft Entwicklung (BtE) vermittelt – entweder über die Referentinnen-Suche auf der Website oder über die für die einzelnen Bundesländer zuständigen regionalen Bildungsstellen. BtE engagiert sich für ein Lernen, das Brücken zwischen globalen Zusammenhängen und der Lebenswelt der Lernenden schlägt. Die vermittelten Referentinnen und Referenten kommen entweder selbst aus Ländern des Globalen Südens oder sind zurückgekehrte Fachkräfte oder Freiwillige der Entwicklungszusammenarbeit. Sie können also auf eigene Erfahrungen zurückgreifen und so globale Zusammenhänge für Menschen jeden Alters anschaulich und verständlich darstellen.

Über das Aktionsgruppenprogramm (AGP) fördert Engagement Global wiederum kleine Projekte der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit. Ziel des Programms ist es, Menschen zu erreichen, die bisher wenig Berührungspunkte zu entwicklungspolitischen Fragestellungen hatten.

Neben der Vorstellung der Programme BtE und AGP erhielten die Teilnehmenden weitere Anregungen und Tipps, wie Sie globale Themen in Ihren Einrichtungen platzieren und Ideen dazu umsetzen können. Außerdem bot die Online-Veranstaltung die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmenden über eigene Ideen und Erfahrungen zum Globalen Lernen in der Kita auszutauschen.

Die Außenstellen von Engagement Global fungieren als regionale Anlaufstellen zu allen Fragen rund um entwicklungspolitisches Engagement in den Bundesländern. Die Außenstelle Berlin ist für die Bundesländer Berlin und Brandenburg zuständig.

Weitere Informationen
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ALERT! Coming On the UN Agenda…

Global Policy Watch - February 19, 2021 - 2:57pm

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The demands and urgency of addressing COVID-19 related issues have been added to the already crowded United Nations agenda, with consideration and intensity shifting up and down on the scale of priorities.

Some that have come to the fore in the first few weeks of 2021 are:

Least Developed Countries

The Africa Regional Review in preparation for the 5th United Nations Conference on the Least Developed Countries (LDC5) will be held 22-26 February 2021. The meeting will take place in a virtual format, co-organized by the host country, Malawi and the UN Economic Commission for Africa. Registration is now open to participate in this virtual meeting. The Asia-Pacific Review is tentatively schedule for 18 to 22 April 2021, co-organized by host country Bangladesh and the Economic and Social Commission for Asia and the Pacific.

These reviews will feed into the Intergovernmental Preparatory Committee (PrepCom) whose mandate is to agree on elements of the new PoA. These PrepCom meetings will be held 24-28 May 2021 and 26-30 July 2021.

For more details on the critical role of LDC5 and the various preparatory meetings, view GPW UN Monitor #22 “COVID-19 & LDCs: Upcoming opportunities to address structural impediments”.

Committee for Development Policy

From 22-26 February, the Committee for Development Policy (CDP) will hold its Annual Plenary Session. Among the agenda items include the Voluntary National Reviews, Country monitoring, the upcoming ECOSOC theme, and the Triennial review of the LDC category.

The Triennial review will determine if countries qualify to graduate from the LDC category. At present, Bangladesh, Lao People’s Democratic Republic, Myanmar, Nepal and Timor-Leste are all eligible for graduation from the LDC category. These meetings will be webcast on UNWebTV. For more details on this, view GPW UN Monitor #22 “COVID-19 & LDCs: Upcoming opportunities to address structural impediments”.

Revitalization of the GA & selection process of S-G

Each year, the General Assembly (GA) carries out an agenda item titled, “Revitalization of the Work of the General Assembly”. The 75th Session of the GA Revitalization will consider the selection process for the Secretary-General, in addition to the role and authority of the GA, the President of the GA’s office, and working methods. These meetings will be webcast on UNWebTV. Among the upcoming meetings include:

Thursday, 25 February 2021 at 10 a.m. virtually (thematic debate on GA role and authority, including on public diplomacy and global communications)

Thursday, 11 March 2021 at 10 a.m. virtually (thematic debate on the Office of the PGA)

Thursday, 25 March 2021 at 3 p.m. in-person meeting in the GA Hall (informal dialogue between Permanent Missions and the UN Secretariat and briefing on the Secretary-General’s analysis on the impact of the COVID-19 pandemic, including on operational support, management strategy, policy & compliance, safety & security, use of UN premises, among others)

Wednesday, 14 April 2021 at 10 a.m. virtually (thematic debate on working methods, including on coherence and coordination among the six main committees and the role of the General Committee)

Friday, 23 April 2021 at 10 a.m. virtually (thematic debate on Secretary-General selection process)

Stay tuned for a forthcoming UN Monitor with more details on the issues being addressed in the Revitalization process.

High-level Political Forum (HLPF) Review

Member States are also currently negotiating the ECOSOC/HLPF Review. This process outlines the working methods and follow-up and review mechanisms for the 2030 Agenda and Sustainable Development Goals. It will also identify the themes for the 2022 and 2023 HLPFs under ECOSOC. A Zero Draft of the resolution has been released as Member States negotiate over the next few weeks, with an expected outcome sometime in March 2021. Stay tuned for a forthcoming UN Monitor which will outline the HLPF/ECOSOC Review process in more detail.

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19. Februar 2021

ONE - February 19, 2021 - 1:11pm
1. USA sagen 4 Milliarden US-Dollar gegen Corona zu

Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung, der Bayerischer Rundfunk, Spiegel, die Berliner Morgenpost und die Salzburger Nachrichten melden, will US-Präsident Joe Biden die internationale Impfstoff-Initiative COVAX mit vier Milliarden US-Dollar unterstützen. Das kündigte das Weiße Haus am Vorabend des virtuellen G7-Treffens an. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, “dass keine Nation im Angesicht einer Pandemie alleine handeln kann”, so Biden. Die USA sei COVAX erst nach Bidens Amtsantritt im Januar beigetreten. Die Entwicklungsorganisationen ONE und World Vision begrüßen Bidens Zusage für den internationalen Einsatz gegen Corona, wie unter anderem das Handelsblatt berichtet. Gleichzeitig sicherten die USA sich jedoch auch mehr Impfdosen als sie benötigten. Hier gelte leider auch für Biden nach wie vor ‘America first’, wie Stephan Exo-Kreischer, Direktor von ONE Deutschland, kritisiert. Joe Biden nehme heute erstmals seit seiner Vereidigung an einem internationalen Gipfeltreffen teil. Anschließend trete er als erster US-Präsident bei der Münchner Sicherheitskonferenz auf. 

2. Afrika kurz vor dem Impfstart von 20 Ländern

20 afrikanische Länder stehen kurz vor der Durchführung der Corona-Impfungen, wie Welt Online und das Handelsblatt heute berichten. Die Auslieferung der ersten Million Dosen auf dem Kontinent sollen kommende Woche beginnen, so John Nkengasong, Leiter der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC. Der Impfstoff des Herstellers AstraZeneca werde an insgesamt 20 Länder verteilt, die damit vorrangig ihr Gesundheitspersonal impfen wollen. Südafrika habe damit begonnen, den Impfstoff des US-Unternehmens Johnson & Johnson zu verabreichen. Die zuvor gekauften AstraZeneca-Dosen werden an andere afrikanische Länder verteilt, da sie vor allem gegen die  in Südafrika auftauchende Virus-Mutation nicht effektiv genug wirken solle. 

3. Neue Strategie für den Welthandel

Mehrere Medien, darunter das Handelsblatt, der Tagesspiegel, das Redaktionsnetzwerk Deutschland und die Stuttgarter Nachrichten, thematisieren die strategische Neuausrichtung der EU-Handelspolitik. Die EU-Kommission wolle die Welthandelsorganisation (WTO) stärken, um besser Regeln durchzusetzen und Streitigkeiten schlichten zu können. Das Pariser Klimaabkommen solle in Handelsgesprächen stärker berücksichtigt werden, so EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis. Nachdem sein Amtsvorgänger die WTO de facto handlungsunfähig gemacht habe, ruhe die Hoffnung der EU nun auf US-Präsident Joe Biden. Auch Ngozi Okonjo-Iweala, die neue Chefin der WTO, bescheinigte Biden im Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung einen „größeren Willen, Probleme zu lösen“. Unter ihrer Riege werde die WTO einen Fokus auf die faire Verteilung von Impfstoffen legen. Die WTO könne dabei helfen, armen Ländern einen gerechten, schnellen und bezahlbaren Zugang zu Corona-Impfstoffen zu verschaffen, indem Exportrestriktionen und -verbote aufgehoben werden, so Okonjo-Iweala.

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Warum Kinder ein wirksames Lieferkettengesetz brauchen

Unicef - February 19, 2021 - 11:19am
Millionen Kinder leiden weltweit unter ausbeuterischer Kinderarbeit und anderen Kinderrechtsverletzungen in globalen Lieferketten. Lesen Sie hier, warum ein Lieferkettengesetz Kinder schützt.
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In Pakistan gefährden Toxine vor allem die Armen

E+Z - February 19, 2021 - 10:58am
Pakistan setzt die Gesetze zur Kontrolle chemischer Verschmutzung kaum um

Die Industrialisierung in Pakistan nimmt zu, und der Konsum steigt. Negative Folgen sind chemische Verschmutzung von Luft, Wasser und Böden. Besonders betroffen sind Orte, an denen arme Menschen leben.

Manchmal sind die Auswirkungen deutlich sichtbar. Bei einem Unfall in Karachi, der bevölkerungsreichsten Stadt Pakistans, starben im Februar 2020 mindestens 14 Menschen. Dutzende Überlebende kamen in örtliche Kliniken bei Keamari, einer Stadt nahe dem größten Handelshafen des südasiatischen Landes. Weil dort die Luft mit Chemikalien verunreinigt war, bekamen viele Patienten Brustschmerzen, Augenbrennen und Atemnot.

Durch Chemikalien verursachte gesundheitliche Probleme sind nicht immer leicht zu erkennen. Wer etwa aufgrund städtischer Luftverschmutzung krank wird, kann das oft nicht klar darauf zurückführen, obwohl bekannt ist, dass Stadtluft verschiedene Gifte enthält. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) verursacht verpestete Luft jährlich 22 000 vorzeitige Todesfälle. In dem Land mit 220 Millionen Einwohnern gibt es laut der UN-Agentur jährlich 40 Millionen Fälle von akuten Atemwegserkrankungen.

Quellen chemischer Verunreinigung

Teil des Problems ist die ständig wachsende Anzahl motorisierter Fahrzeuge. Laut Weltbank gab es in den zwei Jahrzehnten bis 2012 einen mehr als fünffachen Anstieg auf 10,6 Millionen Fahrzeuge – und das Wachstum hält unvermindert an. Auch schädliche Anbaupraktiken (siehe meinen Kommentar in der Debatte des E+Z/D+C e-Paper 2021/01) und Kohlekraftwerke spielen eine Rolle wie auch Luftverschmutzung durch Industrie und Kleinproduktion sowie das Verbrennen von Plastikmüll. Staatliche Stellen sind überfordert, unfähig – und vielleicht auch nicht gewillt –, alle Quellen der Verunreinigung zu erfassen.

Da Plastikmüll, industrielle Abwässer und Mülldeponien nicht angemessen kontrolliert werden, sind auch Wasser und Böden stark verseucht. Auch der Einsatz von Pestiziden und chemischem Dünger ist bedenklich.

In Pakistan ist gewissermaßen jeder diesen Risiken ausgesetzt, doch die Armen leiden besonders. In Großstädten lebt mehr als die Hälfte der Menschen in informellen Siedlungen ohne angemessene Infrastruktur. Es gibt meist keine unterirdische Kanalisation, und die städtischen Dienste ignorieren sie gern. Die Slums liegen häufig in der Nähe von Fabriken. Der Rauch von Feuerstellen zum Kochen, herumliegender Müll und unzureichende Abwasserentsorgung verschlimmern die Lage.

Mikropartikel und andere Plastikrückstände verunreinigen vielerorts das frische Grundwasser (siehe Sabine Balk im Schwerpunkt des E+Z/D+C e-Papers 2021/03). Auch Chemikalien wie Farben können schädlich sein.

Plastikmüll

Zudem ist Plastikmüll – auch Tüten, Flaschen und Verpackungen – allgegenwärtig. Riesige Teile verstopfen offene Abflüsse und Kanalisation. Auf Müllkippen wird dieser Müll oft verbrannt. Der Rauch ist eine Mixtur verschiedener Giftstoffe. Auch andernorts gibt es solche Feuer, manche ungewollt, andere absichtlich entzündet. Meist haben arme Leute nichts anderes, um Feuer zu machen. Ein Viertel der Menschen in Pakistan lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Die internationale Nichtregierungsorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) schätzt, dass in Pakistan jährlich 55 Milliarden Plastiktüten verwendet werden und dass der Verbrauch jährlich um 15 Prozent ansteigt. Bislang gibt es selbst im urbanen Raum kein formales System, um Plastikmüll zu sammeln und zu recyclen. Müllsammler holen verwendbare Teile von den Müllkippen und verkaufen sie. Der Rest wird verbrannt oder vermüllt die Umwelt dauerhaft.

Laut dem Regierungsbericht Economic Survey of Pakistan 2019-2020 wird das meiste Plastik im Jahr der Herstellung wieder weggeworfen. Das schädigt die Ozeane, Menschen, Flora und Fauna sowie die Umwelt allgemein. Landes- und Provinzregierungen haben Gesetze und Verordnungen dagegen erlassen, setzen sie aber nicht effektiv um.

Allerdings ändert sich das Verhalten mancherorts auch. So bevorzugen wohlhabende Kunden in exklusiveren Läden inzwischen kompostierbare Tüten. Da Plastiktüten billiger sind, nutzen die Ärmeren sie aber weiterhin.

Umweltverschmutzende Branchen

Industrielle Verschmutzung ist ein großes Problem. Es gibt verschiedene Industriezonen mit großen, mittleren und kleinen Produktionsstätten. Großfabriken sind formell registriert, die kleineren Betriebe entziehen sich aber weitgehend staatlicher Aufsicht. Egal wie groß die Betriebe sind, für viele industrielle Prozesse werden oft gefährliche Chemikalien genutzt. Entsprechend schmutzig sind Dämpfe und Abwasser, wogegen die Behörden aber nicht vorgehen.

Zudem nutzt die Landwirtschaft gern nährstoffreiches kommunales Abwasser, besonders für den Gemüseanbau am Stadtrand. Was weder Bauern noch Konsumenten erkennen können, ist, dass das Abwasser mit Schwermetallen und anderen Giften belastet ist. Somit schadet gesund aussehendes Gemüse womöglich der Gesundheit. Darüber hinaus wird auf diesem Weg das Grundwasser verseucht.

Laut Gesetz muss die Industrie Luftfilter und Kläranlagen einsetzen. Theoretisch gibt es harte Strafen. Praktisch jedoch werden die Gesetze nicht durchgesetzt, die Behörden zeigen wenig Interesse daran. 2019 erklärte eine Gruppe von Umweltforschern (Mahmood, 2019): „Keine Behörde in Pakistan hat bisher ernsthaft versucht, die genaue Beschaffenheit und Konzentrationen der Schadstoffe in den Abwässern aus den verschiedenen Industriegebieten zu bestimmen.“

Viele kleine Gerbereien arbeiten in der Industriestadt Sialkot im östlichen Punjab weiter ohne jegliche Abwasserreinigung. Ähnlich sieht es in Faisalabad aus, der Hochburg der Textilindustrie des Landes. Viele Produktionsstätten liegen dort in Wohngegenden und arbeiten ebenfalls ohne Kläranlagen.

Die SDG-Herausforderung

Vielleicht hängt das mangelnde offizielle Interesse an chemischer Verschmutzung damit zusammen, dass es noch eine schlimmere Verschmutzung gibt: Laut Wissenschaftlern (Ali et al, 2017) sind 80 Prozent des Trinkwassers der Pakistaner durch Fäkalien verunreinigt, was aus mangelnder Abwasserentsorgung resultiert. Pakistan ist internationale Verpflichtungen eingegangen, auch im Zusammenhang mit den Nachhaltigkeits-Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals – SDGs), worin gute Abwasserentsorgung und sauberes Trinkwasser auf der Agenda steht. Um das zu erreichen, müssen Regierungen mehr politischen Willen aufbringen als bisher und ihre Behörden effizienter arbeiten lassen.

Links

Mahmood, Q., et al, 2019: Chemical pollutants from an industrial estate in Pakistan. In: Applied Water Science 9:47.
https://www.researchgate.net/publication/331854658_Chemical_pollutants_from_an_industrial_estate_in_Pakistan_a_threat_to_environmental_sustainability

Ali, S., et al, 2017: Drinking water quality status and contamination in Pakistan. In: BioMed Research International, 8:14.
https://www.hindawi.com/journals/bmri/2017/7908183/#introduction

Imran Mukhtar ist Journalist in Islamabad.
imranmukhtar@live.com
Twitter: @imranmukhtar

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Volle Klassen trotz Corona

E+Z - February 19, 2021 - 10:24am
Burundis Bildungseinrichtungen bleiben in der Pandemie geöffnet, Abstandhalten ist nicht Pflicht

Burundis Regierung führte lediglich gewisse Schutzmaßnahmen ein, in erster Linie setzte sie auf gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife. Schulen stellten gechlortes Wasser, Seife und andere Desinfektionsmittel bereit.

Nachdem zwei Menschen an Covid-19 gestorben waren, schloss Burundi seine Grenzen. Fünf Monate lang kam niemand mehr per Flugzeug, Schiff oder auf dem Landweg herein oder heraus. Am 8. November öffneten die Grenzen wieder.

Während der gesamten Zeit blieben die Klassenzimmer voll wie eh und je. In einer Klasse sitzen in Burundi bis zu 100 Schülerinnen und Schüler, wobei sich jeweils drei eine Schulbank teilen. Abstand halten und Masken tragen mussten sie nicht. Das war nur in Kirchen Pflicht.

Während Schulen und Universitäten in den Nachbarländern zumachten, zogen sie in Burundi ihr normales Programm durch. Das Schuljahr, das im September 2019 begonnen hatte, endete im Juli 2020 ohne Einschränkungen. Bis heute hat die Corona-Pandemie den Unterricht nicht beeinträchtigt.

Eine Ausnahme bilden einige internationale Schulen. Sie ordnen Maskentragen und striktes Händewaschen an. Abstandhalten ist dort möglich, da sie wenige Schülerinnen und Schüler pro Klasse haben. Einzelne Schulen haben im vergangenen Schuljahr sogar dichtgemacht – und sich damit eine Mahnung von oberster Stelle eingehandelt.

Anfang 2021 nahm die Zahl der mit Corona infizierten Menschen in Burundi wieder zu. Als das zweite Trimester in den Schulen begann, wurden im Laufe einer Woche 140 neue Fälle registriert. Burundi schloss erneut seine Grenzen für den Schiffs- und Landverkehr, lediglich Warentransporte per Lkw werden noch hereingelassen. Flugreisende müssen einen negativen Corona-Test bei der Einreise vorweisen und einen weiteren nach sechs Tagen Quarantäne, die für alle Einreisenden obligatorisch ist.

Das Gesundheitsministerium organisierte kostenlose Massenschnelltests an drei Orten in Bujumbura, der mit Abstand größten Stadt des Landes. Die Kampagne begann am 11. Januar und dauerte 30 Tage. Von Juli bis September hatte es auch schon Massentestungen gegeben.

Der Unterricht geht weiter, die Regierung ruft die Menschen aber zu Vorsichtsmaßnahmen auf. Das Tragen von Masken sei jetzt auch in Bildungseinrichtungen geboten. Pflicht ist es aber nur im öffentlichen Nahverkehr. Die Cubahiro International School in Bujumbura verzeichnete im Januar einen Corona-Fall und schloss daraufhin für zwei Wochen die gesamte Schule.

Mireille Kanyange ist Journalistin und Reporterin bei Radio Isanganiro in Burundi.
mika.kanyange@gmail.com

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Kinder müssen wirksam und umfassend geschützt werden

Unicef - February 19, 2021 - 10:00am
Statement von Christian Schneider, Geschäftsführer UNICEF Deutschland, zur Diskussion um das Lieferkettengesetz
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GermanZero – Klimaneutral bis 2035!

EINEWELTblabla - February 19, 2021 - 9:28am

Das Ziel „Klimaneutral bis 2035“ kommt euch bekannt vor? Kurze Erinnerung: 2015 wurde die erste umfassende und rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzvereinbarung auf der Pariser Klimakonferenz beschlossen. Das Ziel dieses Übereinkommens: Die Erderwärmung soll deutlich unter 2°C gehalten werden und der Temperaturanstieg soll durch weitere Maßnahmen auf 1,5°C begrenzt werden. Außerdem sollen die Länder bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützt werden.

Wer ist GermanZero?

GermanZero ist eine 2019 gegründete, deutsche Klimaschutzorganisation, die sich dafür einsetzt, dass Deutschland bis 2035 klimaneutral wird. Der Plan – die völkerrechtliche Verpflichtung aus dem Pariser Weltklimaabkommen von 2015 – soll auch eingehalten werden. Für dieses Ziel hat die Organisation einen konkreten Klimaplan und die notwendigen Gesetzesentwürfe erarbeitet, um durch kommunale Klimaentscheide von Bürgerinnen und Bürgern mit diesem Gesetz die Demokratie von unten zu beleben und das Paket 2022 in den Bundestag einzubringen. Klingt gut! Aber wie genau soll das jetzt funktionieren?

Welche Aktionsformen gibt es?

Da gibt es zum einen das Ziel, zusammen mit Vertreter*innen aus Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft bis zum Herbst 2021 ein 1,5°-Gesetzespaket zu entwickeln. Mit diesem Gesetz soll ein fairer Klimaschutz für Deutschland, mithilfe eines Staatszieles – Klimaneutralität zum Wohle künftiger Generationen, effektive CO2-Steuern und umfassende sektorale Maßnahmen – erreicht werden. Angestrebt wird, dass im Frühjahr 2022 der Entwurf des Gesetzes mit einer Zweidrittelmehrheit von Bundestag und Bundesrat entschieden wird, um Deutschland bis spätestens 2035 in die Klimaneutralität zu führen.

Der Klimaplan definiert in einem ersten Maßnahmenkatalog, wie Deutschland bis 2035 klimaneutral werden und das 1,5-Grad-Ziel einhalten soll. Dazu gehören die klimafreundliche Transformation und ansteigende CO2-Mindestpreise in den Sektoren Energie, Industrie, Verkehr, Gebäude und Wärme, Landwirtschaft und Ernährung, ebenso wie der Ab- und Umbau von klimaschädlichen Subventionen sowie die rechtliche Verankerung des Klimaschutzes.

Und dann gibt es noch die Kampagnen für Lokalgruppen zu Bürgerentscheiden: GermanZero unterstützt Kommunen und Städte dabei, Bürgerbegehren und Bürgerentscheide auf den Weg zu bringen, um ihre eigenen Kommunen klimaneutral zu machen. Ziel hierbei ist, die Forderung nach Klimaneutralität bis spätestens 2035 in einer Bottom-Up-Bewegung auch in den Regionen zu verankern und damit zugleich GermanZeros Initiative für ein 1,5-Grad-Klimagesetzespaket auf bundespolitischer Ebene zu forcieren. Dazu gehören auch die Politiker*innengespräche, um diese zur Abgabe eines Klimaversprechens zur Einhaltung des 1,5-Grad-Zieles aufzurufen. Angeboten werden den kommunalen Initiativen Workshops zum Kick-Off von Klimaentscheiden, Vernetzungsmöglichkeiten, Mustervorlagen zur Umsetzung und Gestaltung der kommunalen Initiativen sowie eine Patenbegleitung.

Wie könnt ihr aktiv werden?

Hier findet ihr heraus welche Städte schon aktiv geworden sind und welche noch den Startschuss und eure Unterstützung gebrauchen können. Informiert euch und sammelt Unterschriften in eurer Stadt, damit das große Ziel, Deutschland bis 2035 klimaneutral zu machen, erreicht werden kann!

 

– Ronja –

Das Beitragsbild entspricht dem Logo der Klimaschutzorganisation GermanZero.

Der Beitrag GermanZero – Klimaneutral bis 2035! erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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Die Aufhebung der Mexico City Policy bringt Kenia voran!

DSW - February 19, 2021 - 9:15am

Gastbeitrag von Evelyn Samba, Direktorin des DSW-Länderbüros Kenia. Der Text ist erstmals im kenianischen THE STANDARD in englischer Sprache erschienen. Sie lesen hier eine gekürzte Fassung. 

Evelyn Samba – Länderdirektorin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Kenia.

Die jüngste Aufhebung der Mexico City Policy durch US-Präsident Joe Biden ist eine erfreuliche Nachricht für die reproduktive Gesundheitsversorgung in Kenia.

Erstmals wurde sie 1984 von der Reagan Regierung in Mexiko-Stadt eingeführt und stellt allen im Ausland tätigen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) die rigorose Bedingung, dass sie für den Erhalt von US-Regierungsgeldern auf die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen oder die Beratung dazu verzichten müssen.  

Seitdem wurde die Mexico City Policy in der ersten Woche einer neuen Regierung entsprechend der Parteipolitik per Dekret aufgehoben und wieder eingeführt. Sie wurde im Januar 1993 vom demokratischen Präsidenten Bill Clinton aufgehoben, im Januar 2001 durch den republikanischen Präsidenten George W. Bush wieder eingeführt, im Januar 2009 erneut durch den demokratischen Präsidenten Barack Obama aufgehoben und im Januar 2017 erneut durch den republikanischen Präsidenten Donald Trump eingeführt.  

Ursprünglich bezog sich die Mexico City Policy nur auf finanzielle Mittel für den Bereich Familienplanung. Die Version der Trump Regierung, auch als Protecting Life in Global Health Assistance bekannt, schloss die gesamte US-Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich. Sie war gnadenloser als die Versionen von Reagan und Bush.

Die Umsetzung von Präsident Trumps Version der Global Gag Rule führte bei Hunderten von Organisationen, die Informationen und Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte anbieten, zum Wegfall von Finanzmitteln. Das hatte zur Folge, dass Millionen von Menschen auf der ganzen Welt den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit verloren haben.  

Ironischerweise zeigt eine Studie, die 2019 in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, dass die Mexico City Policy die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche in einigen Ländern sogar erhöht hat: Die Mexico City Policy hat nämlich auch den Zugang zu Verhütungsmitteln negativ beeinflusst, somit stiegen die Anzahl der unbeabsichtigten Schwangerschaften an..  

Die Ergebnisse der Studie mit dem Titel USA aid policy and induced abortion in sub-Saharan Africa: an analysis of the Mexico City Policy zeigen, dass die Mexico City Policy die Rate der Schwangerschaftsabbrüche in den sechsundzwanzig untersuchten Ländern in Afrika südlich der Sahara um etwa vierzig Prozent erhöhte; Kenia eingeschlossen. 

Die drastische Mittelkürzungen aufgrund der Mexico City Policy schnitt viele Kenianer*innen von lebenswichtigen Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und der Familienplanung ab. Dies betraf insbesondere jene Kenianer*innen, die aus armen und unterversorgten Gemeinden stammen. 

Doch auch wenn wir den Politikwechsel der US-Regierung begrüßen, der den Kenianer*innen zugute kommen dürfte, ist es aus drei Gründen wichtig, dass Kenia auf eine vollständige Eigenfinanzierung von Programmen für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Familienplanung hinarbeitet. 

Der erste Grund ist, dass die Mexico City Policy bei erneuter Wahl eines republikanischen US-Präsidenten wieder in Kraft gesetzt werden könnte, was wieder zum Verlust von US-Regierungsgeldern führen würde.  

Der zweite Grund ist, dass Kenias Status als Land mit niedrigem mittlerem Einkommen bedeutet, dass wir allmählich von der Finanzierung derartiger Programme ausgeschlossen werden.

Tatsächlich vermerkt der im Oktober 2020 veröffentlichte Bericht der Health Sector Working Group 2021/22-2023/24, dass die Entwicklungspartner von Health Kenya (DFID, UNFPA, USAID und die Bill and Melinda Gates Foundation) zugesagt haben, die Mittel die reproduktive Gesundheit von Müttern, Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen (zu der auch die Familienplanung gehört) in Kenia zu verdoppeln, bis Kenia die Finanzierung ab 2023 vollständig selbst übernimmt. 

Der dritte Grund, weshalb Kenia die Finanzierung von Programmen für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Familienplanung durch eigene Gelder sicherstellen muss, ist, dass Präsident Uhuru Kenyatta auf dem Nairobi-Gipfel zum 25. Jahrestag der Weltbevölkerungskonferenz (ICPD25) im November 2019 zugesagt hat, dass Kenia die Finanzierung von Produkten der Familienplanung aus inländischen Mitteln erhöhen wird.

Im Januar erhielten wir die gute Nachricht, dass Kenia laut dem jüngsten Fortschrittsbericht Family Planning 2020 auf dem besten Weg ist, das Ziel für die Verwendung moderner Verhütungsmittel zu erreichen: Seit 2012 hat sich die Nutzung moderner Verhütungsmittel um zwei Millionen Anwender*innen erhöht. 

Um diesen Fortschritt aufrechtzuerhalten, ist es wichtig, dass die kenianische Regierung und die Bezirksregierungen Mittel für Familienplanung und reproduktive Gesundheit aus unseren nationalen Einnahmen im Haushalt bereitstellen, statt sich wie bisher auf die Finanzierung aus externen Quellen zu verlassen.

Der Beitrag Die Aufhebung der Mexico City Policy bringt Kenia voran! erschien zuerst auf DSW.

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G7 unterstützen weltweite Eindämmung der Corona-Pandemie

DSW - February 19, 2021 - 8:43am
NGOs begrüßen klares Bekenntnis zu Solidarität und Multilateralismus

Gemeinsame Reaktion von Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen, Oxfam und Save the Children.

Berlin, 19. Februar 2021. Nach dem virtuellen G7-Treffen sagte Bundeskanzlerin Merkel heute neue Mittel in Höhe von 1,5 Milliarden Euro für den ACT-Accelerator zu. Der ACT-Accelerator ist die globale Antwort von Regierungen und Gesundheitsorganisationen auf die Corona-Pandemie. Damit sollen weltweit die Entwicklung und gerechte Verteilung von Covid-19-Impfstoffen, -Tests und -Medikamenten beschleunigt sowie Gesundheitssysteme gestärkt werden.

Neben der Bereitstellung zusätzlicher Mittel durch Deutschland kündigten auch US-Präsident Joe Biden und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen weitere Beiträge für COVAX, die Impfstoffsäule des ACT-Accelerators an. Für die USA ist der Beitrag von 4 Milliarden US-Dollar der erste für den ACT-Accelerator. Die EU sagte weitere 500 Millionen Euro zu. Insgesamt kamen damit heute etwa 5,3 Milliarden Euro für die weltweite Eindämmung der Corona-Pandemie zusammen.

„Dies ist ein starker und dringend benötigter Beitrag der Bundesregierung, der USA und der EU. Wir begrüßen dieses klare Bekenntnis zu Solidarität und Multilateralismus und hoffen, dass dieses Signal andere Regierungen inspiriert, diesem Beispiel zu folgen“, sagen die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen, Oxfam und Save the Children anlässlich der Bekanntgabe zusätzlicher Mittel zur Eindämmung der Pandemie. Denn ein internationaler Erfolg gegen Covid-19 ist ohne weitere finanzielle Zusagen nicht möglich. Der Bedarf ist immens: 38,1 Milliarden US-Dollar benötigt der ACT-Accelerator, um Länder mit mittlerem und niedrigem Einkommen bei der Eindämmung von Covid-19 zu unterstützen. Bisher wurden ohne die heutigen Zusagen nur circa 6 Milliarden US-Dollar bereitgestellt. Die neuen Beiträge der Bundesregierung, der USA und der EU tragen maßgeblich zur Reduzierung der Finanzierungslücke bei.

Um die Pandemie jedoch weltweit zu beenden, müssen weitere Regierungen jetzt folgen. Insbesondere für Tests und Medikamente werden zusätzliche Mittel benötigt. Darüber hinaus erhöht sich mit jedem Tag, um den die Pandemie unnötig verlängert wird, die Gefahr der Entstehung und Verbreitung von Virusmutationen. Eine fehlende globale Antwort auf die Covid-19-Pandemie wirkt sich zudem direkt auf die Weltwirtschaft, aber auch auf die deutsche Wirtschaft aus.

Bereits im Vorfeld der heutigen Ankündigung hatte Deutschland den ACT-Accelerator mit knapp 600 Millionen Euro unterstützt.

Hintergrundinformationen:

Der ACT-Accelerator (Access to Covid-19 Tools – Accelerator) wurde im April 2020 ins Leben gerufen. Im ACT-Accelerator haben sich seitdem multilaterale Gesundheitsorganisationen, Wissenschaftler*innen sowie Vertreter*innen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft versammelt, um gemeinsam die Entwicklung und gerechte Verteilung von Impfstoffen, Diagnostika und Therapeutika im Einsatz gegen die Corona-Pandemie weltweit zu beschleunigen. Der ACT-Accelerator bündelt Expertise und Ressourcen, die einzelne Länder und Organisationen nicht allein mobilisieren können. Das gemeinsame Ziel ist, Lösungen zu finden, die schnell, präzise, skalierbar, erschwinglich und flächendeckend für alle Länder der Welt zugänglich sind. Der ACT-Accelerator besteht aus drei Säulen, darunter die Impfstoff-Säule COVAX, und einem „Health Systems Connector“ zur allgemeinen Stärkung der besonders betroffenen Gesundheitssysteme. Mehr Informationen auf: https://www.who.int/initiatives/act-accelerator

Pressekontakte:

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW):
Anke Witte, Tel.: 0511/ 94 373-32, E-Mail: anke.witte@dsw.org

Global Citizen:
Friederike Meister, Tel.: 01717364470, E-Mail: presse@globalcitizen.org

Oxfam:
Steffen Küßner, Tel.: 0177-8809977, E-Mail: skuessner@oxfam.de.

Save the Children:
Susanne Sawadogo, Tel.: 030-2759 5979 120, E-Mail: susanne.sawadogo@savethechildren.de

 

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein. Mehr unter www.dsw.org

Global Citizen ist eine internationale Kampagnen-Organisation mit dem Ziel, extreme Armut weltweit bis zum Jahr 2030 zu beenden. Unterstützt wird die Organisation bei ihrer Arbeit von Millionen von Global Citizens rund um den Globus, die sich über Themen wie Gleichberechtigung, Bildung, Ernährungssicherheit und Gesundheit informieren und anschließend aktiv werden. Auf diesen Wegen mobilisiert Global Citizen eine große Community von Global Citizens, die zusammen Entscheidungsträger*innen aus Politik und Wirtschaft zum Handeln auffordert und finanzielle und politische Zusagen für die Global Goals der Vereinten Nationen einfordert. Seit Global Citizen im Jahr 2011 mit der Kampagnenarbeit begann, sind Global Citizens mehr als 25 Millionen Mal aktiv geworden. Diese Aktionen haben zu Zusagen von Regierungen, Institutionen und Unternehmen in Höhe von über 48 Milliarden US-Dollar geführt, die bis heute das Leben von 880 Millionen Menschen verbessert haben. Mehr Informationen auf www.globalcitizen.org und auf Twitter/Facebook unter @GlblCtznDe.

Oxfam ist eine internationale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation, die weltweit Menschen mobilisiert, um Armut aus eigener Kraft zu überwinden. Dafür arbeiten im Oxfam-Verbund 20 Oxfam-Organisationen Seite an Seite mit rund 3.500 lokalen Partnern in mehr als 67 Ländern. Mehr unter www.oxfam.de

Save the Children wurde 1919 gegründet und ist heute als größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in mehr als 110 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können – seit über 100 Jahren. Mehr unter www.savethechildren.de

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COVID-19 & LDCs: Upcoming opportunities to address structural impediments

Global Policy Watch - February 19, 2021 - 1:54am

Download UN Monitor #22 (pdf version).

By Elena Marmo and Barbara Adams

The United Nations and Member States begin the 2021 calendar confronted with the need to address the ongoing COVID-19 crisis and growing global inequalities. Despite the WHO’s efforts to make the COVID-19 vaccine “affordable and accessible for all” through the ACT Accelerator and calls by CSOs and UN leadership and world leaders for a People’s Vaccine (a global public good free from Intellectual Property Rights), the global vaccine distribution/rollout has been dominated by wealthy, developed countries, with little if any vaccines available for small and medium developing countries.

LDCs have been hit particularly hard as a result of COVID-19. The 2020 UNCTAD Report stated: “The GDP per capita of least developed countries (LDCs) is projected to contract by 2.6% in 2020 from already low levels, as these countries are forecast to experience their worst economic performance in 30 years. At least 43 out of the 47 LDCs will likely experience a fall in their average income.”

How will Member States and the UN Committee for Development Policy (CDP) factor this into their deliberations on the status of LDCs. The 22-26 February meeting of the CDP includes a Triennial Review regarding LDC graduation. The 5th United Nations Conference on the Least Developed Countries (LDC5), taking place in January 2022, is preceded in 2021 by a full calendar of preparatory and regional review meetings.

Committee for Development Policy

In its annual meeting from 22-26 February, CDP will hold its Triennial Review of the LDC category. Bangladesh, Lao People’s Democratic Republic, Myanmar, Nepal and Timor-Leste are all eligible for graduation from the LDC category. In May 2020 the CDP issued a statement on COVID-19’s effects on the prospects of graduation, emphasizing:

“Covid-19 threatens to have devastating effects on the least developed countries (LDC). Their public health systems are often underdeveloped and unable to cope with widespread pandemic. Lockdowns and social distancing measures to stop the spread are more difficult to implement and can have particularly debilitating impacts on livelihoods. Moreover, LDC economies have little resilience to shocks such as the collapse of global demand, exacerbating the socio-economic consequences of the crisis.”

Graduation is recommended on the basis of LDC criteria (gross national income per capita, an index of education and health, and an economic and environmental vulnerability index) including data through the year 2019.  As this method will not account for the impact of COVID-19 on the various countries eligible for graduation, the CDP has noted it will consider “additional information in the form of supplementary graduation indicators and country-specific analysis” which “will include information on Covid-19 and its impacts”. The CDP has begun tracking and compiling this information with the latest figures detailing total COVID-19 testing and cases in all LDCs.

Figure 1.1 – 10 February CDP Report on LDC COVID testing & cases

LDC5 Conference Preparations

LDC5 will take place in Doha, Qatar, 23 – 27 January 2022, at the level of Heads of State and Government. According to A/RES/74/232B1, the main objective of this conference is to adopt a new 10–year Programme of Action (PoA). The preparatory process will be based on country-level, regional and global substantive reviews of the existing PoA priorities. These reviews will contribute to the May and July 2021 meetings of the Intergovernmental Preparatory Committee (PrepCom), whose mandate is to agree on elements of the new PoA. Additionally the General Assembly and ECOSOC will hold a joint thematic event in June on the theme: “Accelerated implementation of the 2030 Agenda in LDCs to leave no one behind in the context of COVID-19”.

Meeting

Dates

Organizational session

8 February 2021

Africa Regional Review

22-26 February 2021

Asia-Pacific Regional Review

(Dates TBC – tentative 18-22 April 2021)

PrepCom 1st session

24-28 May 2021

PrepCom 2nd session

26-30 July 2021

Joint thematic event (GA & ECOSOC)

18 June 2021

LDC5

23-27 January 2022

The President of the UN General Assembly (PGA) has announced that Bangladesh and Canada will co-chair the PrepCom, with a bureau made up of Qatar (LDC5 host), Malawi (African Regional Review host) and regionally representative co-chairs: Ethiopia and Uganda from the African States; Nepal from the Asia-Pacific States; Czech Republic from the Eastern European States; Haiti and Paraguay from the Latin American and Caribbean States; and Turkey from the Western European and other States.

PGA President Volkan Bozkir cited a range of structural impediments to economic development, notably foreign debt: “The latest available data suggests that 14 LDCs are at high risk of external debt distress. While the G20 Debt Service Suspension Initiative for the International Development Association countries and LDCs, and the IMF’s debt service relief for 28 LDCs for at least 12 months, are welcome initiatives, more needs to be done. This includes dedicated debt relief measures – if LDCs are to rebound from the COVID-19 shock without compromising their development spending and progress.”

The President of the Economic and Social Council reinforced these concerns: “Even before the outbreak of the pandemic, LDCs were mostly off track in achieving the SDGs. The World Economic Situation and Prospects 2021 report estimates that LDCs saw their GDP shrink by 1.3 percent in 2020, which gets them even further away from the target of at least 7 percent growth, needed for sustainable development. This was mainly due to the disruption of international trade, a drop in oil prices, FDI, remittances and the collapse in tourism.”

LDC5 Regional Reviews

Two regional review meetings will be held prior to the PrepComs. The Africa Regional Review will take place in a virtual format 22 – 26 February 2021 organized by the host country, Malawi and the UN Economic Commission for Africa. The Asia-Pacific Review is tentatively schedule for 18 – 22 April 2021, organized by host country Bangladesh and the Economic and Social Commission for Asia and the Pacific. Registration for the Africa Regional Review is now open for all stakeholders, including Civil Society at this link.

It is crucial for these regional reviews to fully address pre-existing inequality-related conditions as well as the impact of COVID-19 on resulting and emerging inequalities—issues of debt, trade and the digital divide to name a few. The Africa Regional Review materials cite that for LDCs: “their structural constraints are compounded by new and emerging challenges, including those posed by ongoing conflict, the climate crisis, COVID-19 and their devastating impacts”. These inequalities will deepen without acknowledgement of the structural barriers to LDC development, and a plan to counteract them boldly in the upcoming Programme of Action and other intergovernmental fora.

These review processes will benefit from contributions, analyses and recommendations from a range of actors knowledgeable about and committed to LDC well-being and development. These include Civil Society Organizations (CSOs) from LDCs and many active in the development and rights arenas of health, trade, finance, ecological and gender justice and many others.

Extension on LDC Transition for Trade

On 1 October 2020, the LDC Group submitted a request to the WTO TRIPS Council (IP/C/W/668) seeking an extension of the LDC transition period, for as long as a country remains an LDC and an additional period of 12 years as a country graduates from its LDC status to ensure smooth transition.

CSOs have also issued a letter to the WTO calling on WTO Members to grant the LDC Group the requested transition period, based on the many challenges LDCs face. The letter notes: “Extremely limited testing, health services and sanitation, makes curbing COVID-19 in LDCs a massive challenge. Moreover, because of the impact of COVID-19 on commodity markets and LDC economies, resources for development are even more constrained than before.”

The letter also cites the General Assembly precedent for this extension as resolutions 59/209 of 20 December 2004 and 67/221 of 21 December 2012 have called on WTO Members to consider extending to graduated LDC Members the existing special and differential treatment measures and exemptions available to LDCs.

UNCTAD Reporting on LDCs

UNCTAD’s The Least Developed Countries Report 2020: Productive Capacities for the New Decade Report shares perspectives on counter-cyclical and preemptive policy measures for LDCs. It acknowledges the role of digitalization as a tool for development if carefully considered: “Advanced technologies offer ample scope for spillovers and productivity gains, but also risks deepening entrenched inequalities and technological divides”.

The report calls for “adequate financial resources, suitable policy space and more effective international support measures, notably in the area of technology transfer”. Among the policies promoted are investment for infrastructure and employment, science, technology and innovation policy framework; and brave industrial and sectoral policies to promote domestic value added and productive linkages.

In response to the report, Lazarus McCarthy Chakwera, President of the Republic of Malawi and host for the upcoming Africa Regional Review commented:

“It emphasizes the importance of comprehensive support for meso-level policies for productive capacity development in the context of addressing structural constraints and building the resilience of these countries. The international community should rally to the report’s call for greater solidarity and stronger international support to avert this crisis and build long-term resilience through fostering productive capacities. In this context, I also call on developed countries to understand that much like addressing the COVID-19 pandemic, tackling the acute development challenges LDCs face is a multilateral issue par excellence, and as such, should be a top priority for the international community.”

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The Italian Challenge: Can Draghi Master It?

SWP - February 19, 2021 - 12:00am

A political crisis was the last thing Italy needed during the pandemic. Yet, a personal conflict between the leader of Italia Viva, Matteo Renzi, and the previous prime minister, Giuseppe Conte, led to the collapse of the coalition in mid-January. President Sergio Mattarella then commissioned 73-year-old Mario Draghi – former head of the European Central Bank (ECB) – to form a technical government, which he will preside over as prime minister. According to Mattarella, it would have been risky to organise early elections during the pandemic. Indeed, new elections would have delayed the fight against the pandemic. In addition, the prospect of a right-wing populist government would also probably have had a negative impact on the financial markets – a risk that had to be avoided in an already challenging situation.

Difficult situation

Mario Draghi is inheriting a difficult situation: In Italy, the health, economic, and social crises triggered by the pandemic have exacerbated the country’s enormous structural problems. Italy’s “seven deadly sins” – as the Italian economist Carlo Cottarelli called them – are tax evasion, corruption, an excessive bureaucracy, an inefficient judicial system, demographic problems, the North-South divide, and difficulty in functioning within the Eurozone. As a result of the pandemic, gross domestic product (GDP) fell by almost 9 per cent in 2020, public debt rose to around 160 per cent of GDP, and more than 400,000 jobs were lost. The inability of the traditional parties to find solutions for the economic problems keeps support for the right-wing populist coalition (Lega, Fratelli d’Italia, Forza Italia) at almost 50 per cent.

Even though almost all major political forces have declared their intent to cooperate with the Draghi government, the framework of a technical government offers the right-wing populists a target. It is quite conceivable that they will accuse Draghi of lacking democratic legitimacy. It will also be a challenge for the new head of government to govern without his own parliamentary majority.

Managing the health crisis without austerity

The top priority of the new leadership will be to manage the health crisis. This includes speeding up vaccinations and supporting schools and the labour market. This means applying for – and successfully using – funds from the financial assistance plan of the European Union (EU) to mitigate the economic and social consequences of the Covid-19 pandemic, Next Generation EU. The expected €200 billion or so from this fund could benefit the economic recovery as well as the planned structural reforms in public administration, taxation, and the judiciary, which will give the new government more room for manoeuvre in economic policy. Unlike the last technical government under Mario Monti (2011–2013), the fact that Draghi will not have to enact politically costly fiscal consolidation with possible negative effects on GDP growth can also be seen as an opportunity. This is mainly due to broad market confidence in Draghi and the fact that his government is operating from the outset under the protective umbrella of the ECB, which will not allow the cost for servicing public debt to rise excessively. The Eurozone’s fiscal rules have also been temporarily suspended; this makes it possible to support the economy through fiscal policy measures. Finally, it should not be forgotten that, despite the structural problems, the Italian economy has many strengths: Italy is one of the most industrialised countries in Europe and the second-largest exporter after Germany. If some obstacles to growth are removed and, for example, credit is released by the Italian banking sector, the pace of recovery could pick up significantly. Draghi’s experience from the finance ministry and in central banking could help him set a decisive course.

Who will succeed Draghi?

Nevertheless, given the major challenges facing Draghi’s technical government, one should be cautious about expectations. The next general election is less than two and a half years away, and it cannot be ruled out that it will be brought forward. That is very little time to address structural problems that have existed for decades. To avert a victory for the right-wing populists, the new head of government will do everything he can to prevent early parliamentary elections until the current moderate majority in parliament has elected President Mattarella’s successor. The latter’s term ends in February 2022, and it cannot be ruled out that Draghi himself will succeed Mattarella. He could use his authority and power as president to stabilise politics, as is the traditional role of the Italian president.

In 2012, Draghi saved the Eurozone as head of Europe’s most important financial institution. In the current crisis, even if supported by figures from across a broad political spectrum, he will act as head of one of Europe’s most politically fragile governments – an incomparably less favourable starting position. Draghi will make the best possible use of his time as head of government. That much is certain. However, given the massive level of support for the populists, the most important question is: After Draghi, will someone take the helm who will continue his reforms or reverse them? Not only Italy’s future, but also that of the entire Eurozone depends on it.

This text was also published at fairobserver.com.

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Nur systemische Lösungen helfen gegen Nahrungsverluste

Welthungerhilfe - February 18, 2021 - 8:56pm
Erst eine genaue Analyse der Wertschöpfungsketten gibt Aufschluss darüber, ob weniger Nahrungsverluste zu mehr Ernährungssicherheit beitragen.
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Nachbesserungsbedarf beim Lieferkettengesetz „light“

Oxfam - February 18, 2021 - 5:58pm
Was das Lieferkettengesetz für Mensch und Umwelt bringt und was bis jetzt noch fehlt © Roanna Rahman / Oxfam Indien

Nach langem Ringen hat sich die Bundesregierung nun doch noch auf einen Kompromiss für ein Lieferkettengesetz geeinigt. Der Gesetzesentwurf sieht handfeste Sanktionen bei Menschenrechtsverstößen vor und ist – wie von Arbeitsminister Heil im Vorfeld versprochen - kein reines Placebo. Das ist ein echter Erfolg und ein wichtiger Schritt hin zu einem Wirtschaftssystem, das nicht auf Ausbeutung von Mensch und Natur beruht. Trotzdem weist der Entwurf an entscheidenden Stellen Lücken auf.

Ein gesetzlicher Rahmen für Menschenrechte

Mit dem Gesetz werden Unternehmen endlich verpflichtet, Menschenrechte entlang ihrer gesamten Lieferkette zu achten. Das war schon lange überfällig: Bereits 2011 wurden die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte vom UN-Menschenrechtsrat verabschiedet. 2018 wurde Deutschland vom UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte angemahnt, einen rechtlichen Rahmen für „menschenrechtliche Sorgfaltspflicht“ zu schaffen.

Derzeit verletzen deutsche Unternehmen in ihren globalen Lieferketten immer wieder grundlegende Menschenrechte und schädigen die Umwelt. Dies hat Oxfam in zahlreichen Studien zum Bananenanbau in Ecuador, Ananasanbau in Costa Rica, zu Wein aus Südafrika und Tee aus Indien immer wieder aufgezeigt.

Angetrieben durch Oxfams Supermarktcheck haben Aldi und Lidl zuletzt allerdings erhebliche Fortschritte bei ihrer Menschenrechtspolitik gemacht und Risikoanalysen gemäß der UN-Leitprinzipien durchgeführt. Mit dem Gesetz müssen bald auch die Nachzügler ihren Umwelt- und Menschenrechtsschutz verbessern. So kann sich beispielsweise auch Edeka – absolutes Schlusslicht unseres Supermarktchecks – durch das Lieferkettengesetz zukünftig nicht mehr darum drücken, auf menschenrechtliche Standards bei seinen Zulieferern zu achten. Das ist ein echter Fortschritt.

Der Haken bei der Sorgfaltspflicht

Eine wesentliche Lücke weist der Gesetzesentwurf bei den vorgesehenen Sorgfaltspflichten auf, die nur abgestuft gelten. Das heißt, dass wichtige Bestandteile wie die Risikoanalyse nur für die Unternehmen selbst und ihre direkten Zulieferer gelten. Aldi, Lidl, Rewe und Co müssen also nur prüfen, ob sie selbst oder ihre direkten Zulieferer Menschenrechte verletzen. Beispielsweise bei Lebensmitteln sind die Zulieferer zumeist in Deutschland ansässig, wo ohnehin strenge Arbeitsschutzregeln gelten. Daher droht das Gesetz in diesem Punkt seinen Zweck zu verfehlen.

Durch die Begrenzung auf die erste Lieferstufe entspricht das Lieferkettengesetz nicht den UN-Leitprinzipien. Zudem fällt es auch hinter die bereits bestehenden Bemühungen vieler Unternehmen zurück. Im Rahmen unserer Arbeit zu Supermärkten begrüßt Oxfam es als wichtigen Schritt, dass beispielsweise Aldi und Lidl inzwischen ihre Risikoanalysen zu sämtlichen Lebensmitteln veröffentlichen. In den Berichten zeigen sie für ihre Risikoprodukte wie Kaffee, Bananen oder Kakao auf, welche Menschenrechtsrisiken weltweit bestehen. Lidl veröffentlicht mittlerweile auch sämtliche Hauptlieferanten von Lebensmitteln weltweit. Dass das Gesetz solche Risikoanalysen nur für direkte Zulieferer einfordert, wird es deutlicher schwerer machen, auch Unternehmen wie Edeka endlich zu überzeugen, Risikoanalysen entlang ihrer gesamten Lieferketten durchzuführen und zu veröffentlichen. Daher besteht hier großer Nachbesserungsbedarf, wenn das Gesetz in den Bundestag kommt.

Immerhin müssen Unternehmen auch ihre mittelbaren Zulieferer überprüfen, wenn Gewerkschaften oder NGOs ihnen Hinweise geben, dass Menschenrechte in der Lieferkette verletzt werden. Wenn Oxfam beispielsweise einen Bericht zu Gesundheitsschäden durch den Einsatz hochgiftiger Pestizide bei Edekas Bananenlieferanten in Ecuador vorlegt, muss Edeka dem nachgehen und Abhilfe schaffen, ansonsten drohen Bußgelder. Dies greift aber zu kurz, da Unternehmen für einen effektiven Menschenrechts- und Umweltschutz präventiv handeln müssen, um durch ihre Risikoanalysen Verletzungen möglichst im Vorfeld zu verhindern.

Es gibt Sanktionen, doch zu wenig Unternehmen sind betroffen

Zu begrüßen ist, dass die Einhaltung der Sorgfaltspflicht durch eine Behörde überprüft wird. Diese kann im Einzelfall auch Bußgelder verhängen oder Unternehmen bis zu drei Jahren von öffentlichen Ausschreibungen ausschließen.

Ein großes Manko ist, dass das Gesetz erst ab 2023 gelten soll und nur für solche Unternehmen, die mehr als 3.000 Arbeitnehmer*innen haben. Das sind in Deutschland nur rund 600 Unternehmen. Erst ab 2024 werden auch Unternehmen mit 1.000 Arbeitnehmer*innen erfasst, wodurch knapp 3.000 Firmen betroffen wären.

Kein verbesserter Rechtsschutz für Betroffene von Menschenrechtsverletzungen

Leider fehlt dem Gesetzesentwurf ein neuer zivilrechtlicher Anspruch auf Schadensersatz. Immer noch haben Arbeiter*innen, die auf Bananen, Ananas- oder Weinplantagen für unser Essen schuften, keine echte Chance, vor deutschen Gerichten Schadensersatz einzuklagen, zum Beispiel für Gesundheitsschäden durch den Einsatz hochgiftiger Pestizide.

Insgesamt besteht daher großer Nachbesserungsbedarf. Eine Chance dafür besteht, wenn das Gesetz im März oder April in den Bundestag kommt. Allerdings hat auch das Wirtschaftsministerium schon Handlungsbedarf angemeldet. Einige Passagen des Gesetzes seien so nicht abgesprochen Wesen. Es gibt also viel zu tun in den nächsten Wochen.

Wichtig ist das auch mit Blick auf die europäische Ebene: Hier könnte bereits im Sommer ein Gesetzgebungsvorschlag für ein europaweites Lieferkettengesetz auf dem Tisch liegen. Das EU-Parlament hat dazu bereits einen Initiativbericht vorgelegt, der deutlich weiter geht als der deutsche Entwurf. Die Nachbesserung ist also nicht nur entscheidend für Deutschland, sondern auch, um den guten EU-Vorschlag nicht abzuschwächen.

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Economic and distributional impacts of free trade agreements : the Case of Indonesia

DIE - February 18, 2021 - 4:56pm

As preferential trade agreements are growing in number and depth, assessment of their economic impacts has become more important to inform policy-makers facing a multitude of potential preferential trade agreements. This paper provides novel ex ante estimates of the impacts of two key preferential trade agreements currently negotiated by Indonesia, the largest economy in Southeast Asia. The paper then compares these estimates with those of other preferential trade agreements that Indonesia may negotiate in the future. To that end it, combines a dynamic, multi-country computable general equilibrium model and a microsimulation tool linking the macroeconomic results to household-level welfare. The results suggest that, among the preferential trade agreements considered, the European Union–Indonesia Comprehensive Economic Partnership Agreement (EU-CEPA) is expected to yield the largest gains for Indonesia in income, output, and exports. This result is due to a combination of large expected reductions in trade barriers and a high share of international trade between the partners. These macro effects translate into the highest expected income growth relative to the other preferential trade agreements at every point of the income distribution. However, the gains for the EU-CEPA are proportionately larger for richer households, unlike the other agreements considered. The regressive gains are mainly due to the increase in skill wage premia spurred by the additional demand for skill-intensive sectors, especially services.

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Worauf die Hoffnung ruht

E+Z - February 18, 2021 - 3:31pm
Der Coup ist ein herber Rückschlag für die Demokratisierung in Myanmar

„Ihr habt euch mit der falschen Generation angelegt!“ Das ist die Message der jungen Menschen an die Generäle. Sie sind viele, sie sind gut vernetzt – auch mit anderen Protestbewegungen wie denen in Thailand und Hongkong – und sie haben Freiheiten genossen, die sie sich nicht wieder nehmen lassen wollen. Diese Generation besteht darauf, von den Politikern regiert zu werden, die sie demokratisch gewählt hat.

Für 20-Jährige im heutigen Myanmar ist die Militärdiktatur eine Kindheitserinnerung. Das Land war seit zehn Jahren auf dem Weg der Demokratisierung. 2012 zog die National League of Democracy (NLD), die Partei der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, ins Parlament ein, seit 2015 hat sie dort die absolute Mehrheit. Das Militär war allerdings nie weg: Ein Viertel der Sitze ist für die Generäle reserviert, sie können damit jegliches Gesetz blockieren. Die Armee stellte außerdem mehrere Minister.

Trotzdem hatte Suu Kyi, die wegen einer für sie maßgeschneiderten Verfassungsklausel selbst nicht Präsidentin werden kann, viele Fäden in der Hand. Sie galt als De-facto-Regierungschefin, ihr Parteifreund und Vertrauter Präsident Win Myint als ihr Platzhalter. Nun sitzen beide in Haft. Die neuen selbsternannten Machthaber haben auch hunderte weitere Menschen festgenommen, darunter Politiker, Journalisten, Studenten und einen australischen Berater Suu Kyis.

Suu Kyis Image hat in den vergangenen Jahren – besonders im Westen – gelitten, weil sie mit den Generälen kooperierte und vor allem, weil sie die Verbrechen an der Minderheit der Rohingya weder verhinderte noch verurteilte. Bei sehr vielen Menschen in Myanmar genießt sie aber weiterhin großen Rückhalt, davon zeugen unter anderem die vielen Plakate, mit denen Demonstranten ihre Freilassung fordern.

Es geht hier jedoch nicht in erster Linie um Suu Kyi, und die heutige Generation der Protestierenden in Myanmar braucht auch keine Ikone, um für ihre Rechte zu kämpfen. Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft begehren dagegen auf, dass eine demokratisch gewählte Regierung nicht antreten durfte: Mönche und Ärztinnen, Ingenieure und Studentinnen, Mitarbeiter der Bahn und der Müllabfuhr. Die NLD hat die Parlamentswahlen am 8. November haushoch gewonnen, die Partei der Armee, die USDP, eine herbe Niederlage eingefahren. Die Militärs argumentieren mit Wahlbetrug, um den Putsch zu begründen. Er fand just an dem Tag statt, als das neu gewählte Parlament zum ersten Mal zusammenkommen sollte.

Vermutlich hatten die Generäle schlicht Angst, dass ihnen die Reste der Macht, die sie noch in den Händen hielten, entgleiten würden – und die Privilegien und Geldeinnahmen, die damit zusammenhängen. Mit einem derartigen Widerstand hatten sie aber wohl kaum gerechnet. Die Welt ist eine komplett andere als 1988, als es die letzten Massenproteste in Myanmar gab. Damals erschossen Soldaten tausende friedliche Demonstranten – und kamen ungestraft davon. Im Februar 2021 erschoss ein Polizist eine 19-jährige Demonstrantin – und die ganze Welt kennt ihren Namen und ihr Gesicht. Fotos und Videos von dem Moment, in dem Mya Thwate Thwate Khaing eine Kugel in den Kopf bekam, zirkulierten kurz darauf in den sozialen Medien.

Die Armee verliere zunehmend die Geduld, „aber es wird schwierig sein, ein Blutbad vor laufenden Smartphone-Kameras zu veranstalten“, schrieb Aung Zaw, der Chefredakteur der unabhängigen Zeitung The Irrawaddy, am 16. Februar. Der 52-Jährige hatte an den Protesten 1988 als junger Student teilgenommen und dafür mit Haft und Folter bezahlt. 1993 gründete er im thailändischen Exil The Irrawaddy. „Wenn das Militär, wie in der Vergangenheit, einen Großangriff startet, schaufelt es sich sein eigenes Grab.“

Die Hoffnung ist, dass ein Blutbad ausbleibt. Doch sicher ist das nicht. Bestimmt haben die Demonstranten Angst davor. Doch im Moment scheint eine andere Angst noch größer zu sein: Wenn die Menschen jetzt klein beigeben, sind Demokratie und Freiheit auf Jahre verloren.

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