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Welche Verteilungsfragen ergeben sich aus der Klimapolitik? Aktuelle Erkenntnisse aus Entwicklungsländern

DIE - February 23, 2021 - 12:48pm

Um katastrophale Folgen für Mensch und Natur zu vermeiden, sind entschlossene Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels erforderlich. Trotz dieser Dringlichkeit reichen die derzeit umgesetzten und geplanten Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels nicht aus, um die 2015 in Paris festgelegten globalen Ziele zu erreichen. Ein Grund für die derzeit unzureichende Umsetzung sind die wahrgenommenen negativen Verteilungseffekte. Durch die Verteuerung von Gütern können Klimaschutzmaßnahmen sowohl die Armut als auch die Ungleichheit steigern. Darüber hinaus können sie zu Störungen auf Arbeitsmärkten und mehr Arbeitslosigkeit führen, insbesondere in Sektoren und Gebieten, die von fossilen Brennstoffen abhängig sind. Infolgedessen haben öffentliche Proteste in vielen Ländern die Umsetzung der Klimapolitik bisher blockiert oder verzögert.
Neue Forschungsansätze, die in dieser Analyse und Stellungnahme erörtert werden, sorgen langsam für eine Trendwen-de. Erstens hat sich gezeigt, dass eine CO2-Bepreisung in Entwicklungsländern im Gegensatz zu den hochentwickelten Volkswirtschaften nicht regressiv wirken muss. In eine ähnlich positive Richtung gehen Studien, wonach das Erreichen der Klimaziele zu einem geringen Nettozuwachs an Arbeitsplätzen führen wird. Dennoch werden sowohl der Effekt der CO2-Bepreisung als auch die Auswirkungen der Klimapolitik auf Arbeitsmärkte Verlierer*innen hervorbringen: Preiser-höhungen würden die Armut verschärfen, da einkommensschwächere Haushalte mehr Geld für die gleichen Güter aus-geben müssten; ebenso werden bestimmte Länder, Sektoren, Gebiete und Arbeitnehmer*innen (z. B. Geringqualifizierte) von Arbeitsplatzverlusten oder -störungen betroffen sein.
Zweitens können Haushalte und Arbeitnehmer*innen, die von der Klimapolitik beeinträchtigt sind, im Rahmen von Maßnahmen zur sozialen Sicherung entschädigt werden, um negative Verteilungseffekte abzufedern. Höhere Preise können auch durch Geldtransfers an Haushalte kompensiert werden, die nur durch einen Teil der Einnahmen aus klima-politischen Maßnahmen wie einer Kohlenstoffsteuer finanziert werden können. Ähnlich verhält es sich mit Arbeits-markteffekten: Maßnahmen zur sozialen Absicherung, insbesondere arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie Umschu-lungen und Arbeitslosenunterstützung, können deutlich dazu beitragen, die Bedürfnisse der negativ betroffenen Arbeit-nehmer*innen zu erfüllen.
Es ist klar, dass ökologische und soziale Ziele sich nicht gegenseitig ausschließen müssen. Mit einem geeigneten
Policy-Mix lassen sich sowohl Armut als auch Umweltzerstörung reduzieren. Diese politischen Auswirkungen müssen allerdings breiter kommuniziert werden, um die Akzeptanz von Klimapolitiken zu erhöhen. Dies wird teilweise bereits durch aktuelle Pläne wie den europäischen Green Deal erreicht. Aus Sicht der Forschung und Politik sind mehr Studien in Entwicklungsländern erforderlich, die auch Erkenntnisse über nicht-marktbezogene klimapolitische Maßnahmen her-vorbringen und über den kurzfristigen Effekt höherer Preise auf die Kaufkraft der Haushalte hinausgehen. Nicht zuletzt kann die internationale Zusammenarbeit eine wichtige Rolle bei der politischen Koordinierung, der Finanzierung und dem Aufbau von sozialen Sicherungssystemen in Ländern mit niedrigem Einkommen spielen.

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Making economies more sustainable: what role for industrial hubs?

DIE - February 23, 2021 - 12:24pm

We discuss the urgency of green structural transformation in developing countries and the role that industrial hubs can play in this process. We first itemize the different grounds for ‘greening’ industrial structures, then review the most practical green industrial policies, and conclude by appraising three green hubs: eco-cities, green clusters, and eco-industrial parks. Altogether our chapter brings to the fore that there is considerable leeway for developing countries to seek spatial and non-spatial green policies to reduce their ecological footprint whilst increasing competitiveness simultaneously. There are indeed distinct cost advantages in incorporating green incentives and technologies in new cities, clusters, and parks, rather than retrofitting them ex post.

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Lieferung unvollständig

INKOTA - February 23, 2021 - 11:33am
Ohne zivilrechtliche Haftung fehlt dem Lieferkettengesetz der Biss. Von Arndt von Massenbach Viele hatten nicht mehr dran geglaubt: Nach monatelangem Streit der beteiligten Minister hat sich die Bundesregierung Mitte Februar auf einen Entwurf für ein Lieferkettengesetz geeinigt. Gerade rechtzeitig, um das Gesetz noch vor den Bundestagswahlen zu verabschieden. Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie INKOTA fordern seit Jahren gesetzliche Regelungen, um Kinderarbeit auf Kakaoplantagen, Hungerlöhne für Näherinnen in Bangladesch und andere Menschenrechtsverletzungen in globalen Lieferketten wirksamer bekämpfen zu können. Auch Gewerkschaften, viele Ökonomen und zuletzt eine wachsende Zahl von Unternehmen hatten sich dafür ausgesprochen. Gut und überfällig also, dass das Lieferkettengesetz nun endlich kommt. Ein Erfolg des hartnäckigen Engagements von Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen. Erstmals werden Unternehmen gesetzlich auf den Schutz der Menschenrechte in ihren Lieferketten verpflichtet und müssen darüber berichten. Gut auch, dass eine Bundesbehörde die Unternehmensberichte prüft und Verstöße gegen die Sorgfaltspflichten mit Zwangs- und Bußgeldern und in schweren Fällen durch den Ausschluss von öffentlichen Aufträgen ahnden kann. Jetzt den Südlink 195 "Kritischer Konsum: Was kann er erreichen - und was nicht?" bestellen Doch der Kompromissvorschlag hat auch erhebliche Mängel. Auf Druck der Wirtschaftslobby hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier alles darangesetzt, den ursprünglichen Entwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil und Entwicklungsminister Gerd Müller zu verwässern. Zwar konnte Altmaier nicht durchsetzen, die Sorgfaltspflichten auf die erste Stufe der Lieferkette zu begrenzen. Bei mittelbaren Zulieferern müssen Unternehmen aber nun nur nach konkreten Hinweisen auf Menschenrechtsverletzungen aktiv werden. Zudem wird das Gesetz zunächst nur für circa 600 große Unternehmen mit mindestens 3.000 Mitarbeiter*innen gelten. Ab 2024 sind dann auch Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten betroffen. Gerade in Risikobranchen wie der Textilindustrie gibt es aber viele mittelständische Unternehmen, die so nicht erfasst werden. Das größte Manko aber ist die fehlende zivilrechtliche Haftung der Unternehmen bei Verletzung ihrer Sorgfaltsplichten. Opfer von Menschenrechtsverletzungen erhalten so weiterhin keine verbesserten Möglichkeiten, vor deutschen Gerichten Schadensersatzforderungen einzuklagen. Zwar können Betroffene sich leichter von NGOs und Gewerkschaften vor Gericht vertreten lassen. Maßgeblich ist aber das meist schwächere nationale Recht der Produktionsländer. Es bleibt also wohl dabei, dass Betroffene zwar klagen können, es aber fast nie tun. Der Bundestag wird das Gesetz kaum noch substanziell verbessern. Auf EU-Ebene hat der Gesetzgebungsprozess dagegen gerade erst begonnen. Ende Januar hat der Rechtsausschuss des Europaparlaments einen guten Vorschlag für ein europäisches Lieferkettengesetz beschlossen – zivilrechtliche Haftung inklusive. Arndt von Massenbach ist politischer Geschäftsführer von INKOTA. Jetzt den Südlink 195 "Kritischer Konsum: Was kann er erreichen - und was nicht?" bestellen Jetzt den Südlink abonnieren Erfahren Sie mehr zum Lieferkettengesetz
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Process tracing the term limit struggle in Malawi: the role of international democracy promotion in Muluzi's bid for a third term

DIE - February 23, 2021 - 11:09am

Attempts to circumvent presidential term limits in African countries show a puzzling variation of success or failure. This variation is due to both international and domestic factors. However, how these interact is not yet well understood. This article analyses how international donors and organisations intervened in the attempted term limit circumvention in Malawi from 1999 to 2003. It differentiates between different types of instruments used by donors in democracy promotion, and, by doing so, contributes to the question whether donors in term limit struggles can contribute to genuine democratic consolidation. It employs deductive process-tracing based on an analysis of primary media sources and interviews conducted during field research. The results show that erosion of party support as a proximate and a strong civil society response as a mediate factor were important in saving Malawi’s term limit. Aid conditionality and democracy promotion by donors and international organisations exerted influence on both factors.

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Neue Stimme für Menschenrechte und gute Regierungsführung

DIE - February 23, 2021 - 10:40am

Der Amtsantritt von Präsident Joe Biden markiert eine Kehrtwende weg von der Regierungsführung des Vorgängers. Anstelle der abgeschotteten "America First"-Strategie von Donald Trump wird Bidens Team die Zusammenarbeit mit multilateralen Organisationen wieder aufnehmen und zu den unter Barack Obama unterzeichneten Abkommen zurückkehren. Als Teil der außenpolitischen Agenda der Vereinigten Staaten wird auch die Entwicklungszusammenarbeit eine größere Rolle in der Biden-Regierung spielen.

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Das START-Stipendium – eine Heimat für junges Engagement

EINEWELTblabla - February 23, 2021 - 9:50am

Es ist wieder soweit. START vergibt auch in diesem Jahr Stipendien an Jugendliche, die die Zukunft aktiv mitgestalten möchten. Du bist neugierig, aufgeschlossen und hast Lust etwas in unserer Gesellschaft zu bewegen? Dann bewirb dich bis zum 15. März für ein START-Stipendium und setzte gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus ganz Deutschland deine eigenen Ideen um!

Über das Stipendium

Die Welt verändert sich und mit ihr viele Lebensbereiche: wie wir kommunizieren, zusammenarbeiten und uns informieren. Darauf sollten Jugendliche vorbereitet werden. START gibt euch die Chance, selbstorganisiertes Lernen sowie neue Kooperations- und Kommunikationsformen auszuprobieren und euch mit digitalen Lernformen auseinanderzusetzen. Das Stipendium umfasst ein dreijähriges Bildungs- und Engagement-Programm mit vielfältigen Präsenzveranstaltungen sowie digitalen Lernformaten neben der Schule.

START ist das einzige bundesweite Stipendienprogramm für Schüler*innen in Deutschland. Für START sind die schulischen Leistungen, die besuchte Schulform oder der angestrebte Abschluss nicht entscheidend. Was zählt, sind Persönlichkeit, Werte und Haltung. Denn START hat das Ziel, die Demokratie zu stärken und einen Beitrag für eine inklusive, faire Gesellschaft und nachhaltige Entwicklung zu leisten.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Schüler*innen, die

– neugierig und aufgeschlossen sind und Zukunft mitgestalten möchten.

– nach Deutschland eingewandert sind oder Kind eines eingewanderten Elternteils sind.

– mit Beginn des Schuljahres 2021/22 mindestens die 9. Klasse besuchen und noch mindestens drei Jahre in Deutschland zur Schule gehen (alle weiterführenden und berufsbildenden Schulen).

Dabei versteht START unter „Migrationserfahrung“ folgendes: Jemand mit „Migrationserfahrung“ ist entweder selbst nach Deutschland eingewandert oder Kind eines eingewanderten Elternteils. Geburtsort oder Staatsbürgerschaft spielen hierbei keine Rolle.

Warum lohnt es sich, sich zu bewerben?

START bietet eine Vielzahl von Angeboten zur Stärkung von Kommunikation, Kreativität, Zusammenarbeit und kritischem Denken. Außerdem lebensbereichernde Erfahrungen, die die Jugendlichen nachhaltig prägen und über sich hinauswachsen lassen werden. START ermöglicht es dir außerdem Teil einer starken Community zu werden, die aus ca. 3.000 Stipendiat*innen und Alumni besteht. On top gibt es noch 1.000 € pro Schuljahr sowie einen Laptop dazu.

Schaut euch hier das Video der Stiftung selbst an, in dem euch Heinz erklärt, was euch bei START alles erwartet!

 

– Ronja –

Das Beitragsbild wurde uns von START zur Verfügung gestellt.

Der Beitrag Das START-Stipendium – eine Heimat für junges Engagement erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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COVID-19 and the Economic Stories of our Time

EADI Debating Development Research - February 23, 2021 - 9:48am
By Simon Mair What is the economy? Speaking to the NGO Our Economy, one interviewee described the economy as “a giant blob or mass that feels like it has its own consciousness.” In popular and academic discussion of the economy it can seem like we’re talking about a child or pet that we have to …
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Abwärmenutzung in Rechenzentren: Green IT mit Algen und künstlicher Intelligenz

reset - February 23, 2021 - 6:23am
Wie lassen sich Digitalisierung und Klimaschutz durch nachhaltige Rechenzentren vereinen? Denkanstöße liefern ein algenzüchtendes Rechenzentrum in Nordfriesland und das Leuchtturmprojekt Künstliche Intelligenz in Frankfurt.
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Abwärmenutzung in Rechenzentren: Green IT dank Algen und künstlicher Intelligenz

reset - February 23, 2021 - 6:23am
Wie lassen sich Digitalisierung und Klimaschutz durch nachhaltige Rechenzentren vereinen? Denkanstöße liefern ein algenzüchtendes Rechenzentrum in Nordfriesland und das Leuchtturmprojekt Künstliche Intelligenz in Frankfurt.
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Neuer Bericht: Kinder in der EU äußern sich über ihre Rechte und ihre Zukunft

Unicef - February 23, 2021 - 12:01am
Eine Gruppe von fünf Kinderrechtsorganisationen hat eine Online-Umfrage und Konsultationen durchgeführt, um Prioritäten von Kindern und Jugendlichen zur Verwirklichung ihrer Rechte und ihre Vorstellungen für die Zukunft zu erfahren.
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Die neue Liebe zur Autarkie

SWP - February 23, 2021 - 12:00am

In wichtigen Volkswirtschaften zeigt sich eine überraschende und gefährliche Renaissance protektionistischen Denkens. China, Indien und die USA, die drei bevölkerungsreichsten Staaten der Welt, haben ihre handelspolitischen Prioritäten verändert. Präsident Donald Trump warb vehement für den Kauf amerikanischer Produkte, und sein Nachfolger Joe Biden wird den in der Demokratischen Partei ohnehin unpopulären Freihandel vermutlich nicht fördern. Der indische Premier­minister Narendra Modi propagiert nicht nur die Produktion von Waren im eigenen Land (»Make in India«), sondern setzt inzwischen auf eine weiterreichende Selbst­versorgung. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat schon 2018 gefordert, die Abhängigkeit der Volksrepublik von Im- und Exporten zu reduzieren. Und auch Europa ist keineswegs frei von protektionistischen Reflexen. Der französische Präsi­dent Emmanuel Macron hält es für notwendig, die Globalisierung anders zu gestalten, und will weg von ihrer bisherigen auf Liberalisierung drängenden Form. Der Ruf nach Selbstversorgung ist vielerorts plötzlich wieder populär.

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Lieferkettengesetz bleibt hinter kommunaler Praxis zurück

Engagement Global - February 22, 2021 - 5:18pm
Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik startet zum Schuljahresbeginn 2021/2022 in eine neue Runde. Foto: Engagement Global

Wieso schwimmt immer mehr Plastikmüll in unseren Weltmeeren? Welche Auswirkungen hat unser Konsumverhalten weltweit? Und wie sieht eigentlich der Alltag von Menschen in anderen Teilen der Erde aus? Es sind Fragen wie diese, die durch den Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik Einzug in die Klassenzimmer aller Schulformen und -fächer erlangen – und das deutschlandweit.

Der Wettbewerb motiviert Kinder und Jugendliche sich gemeinsam mit ihren Lehrkräften mit globalen Themen zu beschäftigen. Durch die Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Lebensrealitäten wird der Perspektivwechsel gefördert und Schülerinnen und Schüler lernen, globale Zusammenhänge zu erkennen und eigene Handlungsideen im Sinne des EINE WELT-Gedankens zu entwickeln. Dies gelingt besonders durch Projekte, die im Austausch mit Menschen aus dem Globalen Süden entstanden sind. Durch persönliche Gespräche und Begegnungen erhalten Kinder und Jugendliche einen tiefen Einblick in die Lebenswelten von Menschen in anderen Ländern und setzen sich so mit der eigenen, aber auch fremden Wertorientierung und ihrer Bedeutung für die Lebensgestaltung auseinander.

Auch in der vergangenen Runde des Schulwettbewerbs wurden wieder zahlreiche Beiträge eingereicht, die in partnerschaftlicher Zusammenarbeit entstanden sind und durch die internationale Begegnung bereichert wurden. Dabei standen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, speziell Themen wie Ressourcenschutz, nachhaltiger Konsum, Klima und Gesundheit sowie kultureller Austausch und die Erarbeitung gemeinsamer Handlungsideen für eine nachhaltigere Gestaltung des Lebensalltags im Globalen Norden und Süden, im Fokus der partnerschaftlichen Projekte.

Durch ihr Engagement werden sich Schülerinnen und Schüler ihrer vielfältigen Möglichkeiten zur verantwortlichen Mitwirkung im globalen Entwicklungsprozess und der aktiven Gestaltung eines nachhaltigen Miteinanders zunehmender bewusst. Ihre Projekte tragen zudem dazu bei, andere Menschen im Bereich globale Entwicklung weiterzubilden.

So treten einige Projektgruppen nach Fertigstellung ihrer Arbeiten aktiv an andere Schulen oder gar die Lokalpolitik heran, um das erlangte Wissen weiterzugeben und das Recht auf Bildung zu einer Pflicht werden zu lassen.

Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik startet zum Schuljahresbeginn 2021/2022 in eine neue Runde. Dann können erneut kreative und nachhaltige Projekte zu den Themen der EINEN WELT eingereicht werden!

Weitere Informationen

Zur Internetseite des Schulwettbewerbs

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Putting 'Policy Coherence for Peace' at the Heart of the EU's Approach to External Crises and Conflicts

DIE - February 22, 2021 - 4:38pm

The adoption of the EU’s Multi-annual Financial Framework (MFF) 2021-2027 will bring profound changes to the set-up of the EU’s instruments for crisis prevention, conflict management and peacebuilding in fragile and conflict-affected countries, which aim to improve the EU’s ability to engage in these contexts. However, reforming the EU’s financial instruments alone is not sufficient to address key underlying challenges. What is needed is an overarching strategic framework that puts policy coherence for sustainable peace at the centre of EU crisis prevention, conflict management and peacebuilding.

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22. Februar 2021

ONE - February 22, 2021 - 2:57pm
1. G7 stemmt sich gegen die Pandemie

Wie viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Welt, das Handelsblatt und Zeit Online, berichten, sagten die G7-Staaten bei ihrem Online-Treffen am vergangen Freitag Milliardenbeiträge für den internationalen Kampf gegen die Corona-Pandemie zu. Bei dem Treffen erhöhten die G7 ihre Zusagen für die Impfstoffverteilung insbesondere in ärmeren Ländern um mehr als vier Milliarden US-Dollar. Deutschland sei mit einer Zusage von zusätzlich 1,5 Milliarden Euro nun der größte Geber – vor den USA und Großbritannien. Bezugnehmend darauf spricht Entwicklungsminister Gerd Müller in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse von einem wichtigen Signal Merkels für internationale Solidarität – unter anderem  Stern.de und die Hamburger Morgenpost greifen das auf. Er warnt vor einer dramatischen Benachteiligung ärmerer Länder bei der Versorgung mit Corona-Impfstoffen. Eine faire globale Verteilung der Impfstoffe sei nicht nur aus humanitären Gründen geboten, sondern liege auch im eigenen Interesse. Andernfalls komme das Virus “im nächsten Flieger zurück, vielleicht noch gefährlicher”, so Müller.

2. Afrikas wirtschaftliches Potential

Martin Franke thematisiert in der Reihe „Schneller schlau“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wie mithilfe chinesischer Investitionen Afrikas enormes wirtschaftliches Potential ausgeschöpft wird. Der afrikanische Kontinent sei reich an Bodenschätzen, aber trotzdem arm. Das liege unter anderem daran, dass die Wirtschaft stark von Rohstoffexporten abhängig sei, vor allem von Erdöl. Wenn afrikanische Länder ihre Wirtschaft breiter aufstellen und diverse Exportprodukte anbieten, würde das ihre Handelsbilanz stärken, wie es in Südafrika oder Marokko bereits der Fall sei. 2019 stammten nur 2,5 Prozent der auf der Welt exportierten Waren aus Afrika. Die meisten dieser Exporte gehen nach China. Laut dem panafrikanischen ‘Afrobarometer’ steige das Ansehen Chinas auf dem afrikanischen Kontinent immer mehr. China habe mit seinen günstigen Krediten auf dem ganzen Kontinent zur Verbesserung der Infrastruktur beigetragen. Ein allgemeines Problem sei jedoch, dass ein großer Teil ausländischer Gelder wegen Korruption nicht an geplanter Stelle ankommen. Von jedem geliehenen US-Dollar verlassen bis zu 63 Cent den afrikanischen Kontinent innerhalb von fünf Jahren, weil sie als Privatvermögen außer Landes gebracht werden. Deutschland sei auf Platz sechs der Zielländer.

3. Corona gefährdet Entwicklungszusammenarbeit

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldet, wirkt sich die Corona-Pandemie negativ auf die Entwicklungszusammenarbeit aus. Die Deutsche Entwicklungsgesellschaft (DEG) habe mit 1,4 Milliarden Euro deutlich weniger zugesagt als die ursprünglich geplanten 1,9 Milliarden Euro. Das liege einerseits an den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie in vielen Ländern. Andererseits liege es daran, dass deutsche DEG-Mitarbeiter*innen zwischenzeitlich ihre Einsatzländer verlassen mussten. Besonders für Südamerika seien die Neuzusagen zurückgegangen. Für Afrika hingegen, wo die Pandemie weniger stark ausgeprägt sei, seien die Neuzusagen der DEG um zwölf Prozent gewachsen. Die DEG helfe Unternehmen in ärmeren Ländern, indem sie sich an ihnen beteilige oder die Abnahme deutscher Exportgüter finanziere.

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Pestizide müssen verantwortungsvoll eingesetzt werden

E+Z - February 22, 2021 - 1:14pm
Afrika holt andere Regionen beim Gebrauch von Schädlingsbekämpfungsmittel ein

Im Sommer 2019 fielen Riesenschwärme von Wüstenheuschrecken in Ostafrika ein und zerstörten hunderttausende Hektar Ernte. Das verschärfte in mindestens acht Ländern die Lebensmittelknappheit. Teils waren die Schwärme groß wie ganze Städte und verdunkelten den Himmel. Durch heftige Regenfälle 2020 konnten sich die Schädlinge einnisten und neue Heuschrecken ausbrüten – was die Lebensmittelkrise weiter verschärfte. Hinzu kommt die Klimakrise (siehe Mahwish Gul im Schwerpunkt des E+Z/D+C e-Papers 2020/11).

Ein weiterer Schädling – der Heerwurm – setzt vielen afrikanischen Ländern seit 2016 erheblich zu (siehe die Heutzutage-Kolumne von Humphrey Nkonde im E+Z/D+C e-Paper 2017/04). Diese Raupen treten im „Heer“ auf, fressen alles, was ihnen in den Weg kommt, und zerstören Getreidepflanzen und Weideland. Laut UN hat die Invasion dieser Insekten dem Kontinent bisher einen Ernteschaden in Höhe von drei Milliarden Dollar verursacht. Manche Bauern verloren ihre komplette Ernte. Inzwischen betrifft die Raupenplage zunehmend auch Asien.

Wenn Schädlinge eine Region befallen, versuchen Bauern sie daran zu hindern, auf den Feldern zu landen. Manche legen Feuer oder verbrennen Müll, um Rauch zu erzeugen. Manche werfen Steine, wedeln mit Stöcken oder machen mit den irgendwelchen Gegenständen Lärm, um die Schwärme zu vertreiben.

Das hilft wenig. Was hingegen hilft, ist, Pestizide aus Flugzeugen zu versprühen. Bei der Heuschreckeninvasion am Horn von Afrika geschah dies über einen koordinierten internationalen Einsatz. Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und die regionale Desert Locust Control Organization for Eastern Africa (DLCO-EA) waren aktiv daran beteiligt. Laut einem Artikel im Monatsmagazin Africa Report hat die DLCO-EA hunderte von Mitarbeiter dafür geschult, die Koordinaten der Heuschreckenschwärme zu übermitteln. War ein Schwarm mehr als 500 Hektar groß, setzten die Behörden Leichtflugzeuge ein, um die Schädlinge aus geringer Höhe mit Chemikalien zu vernichten.

Vorsicht ist geboten

Diese Sprüheinsätze sind umstritten. Das Gift, das die Schädlinge vernichtet, kann auch nützliche Insekten wie Bienen und Käfer töten, die für ein funktionierendes Ökosystem gebraucht werden. Werden zu viele Gifte eingesetzt, deren Rückstände die empfohlene Menge überschreiten, kann das die Ernte verunreinigen und Menschen und Tiere krank machen oder sogar töten. Wenn sich zu viele Pestizide im Organismus ansammeln, kann das wissenschaftlichen Studien zufolge je nach Dosis und Gift verheerende Folgen haben wie Geburtsschäden, Tumore, genetische Veränderungen, Blut- und Nervenschäden, Koma oder Tod.

Am Horn von Afrika wurde etwa ein Liter Pestizid pro Hektar Ackerfläche eingesetzt – eine Menge, die angeblich Schädlinge vernichtet, ohne Mensch und Tier zu schädigen. Das mag stimmen, jedoch hat Afrika einen weiten Weg vor sich, bis Pestizide sicher eingesetzt werden. Das Programm der US-Regierung, Feed the Future, dokumentierte einen weitverbreiteten Fehleinsatz von Pestiziden in Afrika. In dem Bericht von 2019 steht: „Ohne Regulierung, gute Schulung und Kompetenzaufbau der Bauern läuft Afrika Gefahr einer weitreichenden Pestizidvergiftung.“ Die Autoren warnen, „zunehmender Einsatz von Pestiziden hat Frischwasserquellen verunreinigt und bedroht die Tierwelt, darunter viele gefährdete Spezies“.

Das sind konkrete Gefahren, obwohl Afrika – verglichen mit anderen Weltregionen – bisher wenig Pestizide einsetzt. Das zeigen auch aktuelle Statistiken der FAO (siehe Grafik: Give pests no chance).

Schnell wachsender Markt

 

So nutzte Afrika 2018 durchschnittlich 0,3 Kilogramm (kg) Pestizide pro Hektar – in Amerika waren es 3,5 kg, wobei in Süd- und Mittelamerika durchschnittlich mehr eingesetzt wurde als in Nordamerika – und 3,7 kg in Asien. Der globale Durchschnitt lag bei 2,7 kg pro Hektar.

Der noch gemäßigte Pestizideinsatz in Afrika ändert sich aber, seit Anbieter von Landwirtschaftschemikalien wie Insektiziden, Fungiziden, Herbiziden und Düngemitteln den Kontinent für sich „entdecken“. Die Beratungsfirma Market Data Forecast schätzt den Markt für Pflanzenschutzmittel im Mittleren Osten und Afrika für 2020 auf 8,7 Milliarden Dollar. Sie geht davon aus, dass die Zahlen bis 2025 auf 10,4 Milliarden Dollar steigen – das wäre in fünf Jahren eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 3,1 Prozent.

Tatsächlich braucht Afrika mehr Pestizide aufgrund der Art seiner Landwirtschaft. Wie in anderen Entwicklungsregionen wird auf dem Kontinent weitgehend auf offenem Feld statt in Gewächshäusern angebaut – was die Ernte anfälliger für Schädlingsbefall macht. Um die Bevölkerung zu ernähren und Exporteinnahmen zu generieren, müssen landwirtschaftliche Erträge gesteigert werden.

Zudem konzentriert sich der immer wichtiger werdende Gartenbausektor in Afrika auf Pflanzen, die relativ schnell nach der Ernte verderben und die der Verbraucher frisch bevorzugt. Ein Schädlingsbefall zur falschen Zeit kann die komplette Ernte zerstören. Neben dem Insektenbefall können die Pflanzen auch durch Krankheiten oder Vogelfraß zerstört werden.

Natürliche Schädlingskontrolle

Nicht nur synthetische Pestizide können Afrikas Ernten schützen. Mancher Käfer ist gut für Nutzpflanzen, weil er ein natürlicher Feind von Raubinsekten ist. Setzt man ihn überlegt und nachhaltig ein, kann das ähnliche Erfolge zeigen wie das Sprühen von Gift.

Wo Pestizide die einzige schnelle und wirksame Lösung sind – zum Beispiel bei einer Schädlingsinvasion –, sollten sie trotzdem gespritzt werden. Das sollte Teil von umfassenderen und vordefinierten integrierten Produktions- und Schutzplänen (IPP) sein. Sie sollten bereits vor einer Krise entworfen werden. Das Sprühen sollte dann unter strikter Einhaltung von Sicherheitsprotokollen bezüglich der Mengen und Verabreichungsmethoden erfolgen.

IPP-Konzepte dienen dazu, Kosten und Folgen für die Umwelt niedrig zu halten und zugleich Erntemengen und Qualität zu maximieren. IPP beginnt mit der Verwendung hochwertigen Saatguts und anderen Pflanzmaterialien wie Zwiebeln und Kartoffelknollen. Zudem beinhaltet es die Verwendung sicherer und effektiver Dünger sowie gute Zucht und Anbau von Nutzpflanzen. Wo möglich, sollte IPP berücksichtigen, ob Gewächshäuser nutzbar wären, um die Umgebung der Pflanzen zu kontrollieren.

Synthetische Pestizide, Herbizide und Dünger können im Zusammenhang mit IPP wertvoll sein und dabei helfen, hochwertige Nutzpflanzen kosteneffizient zu produzieren und zuverlässig an globale Märkte zu liefern. Chemikalien sind jedoch keine Wundermittel. Die Regulierungsbehörden der Importländer müssen außerdem sicherstellen, dass die Sicherheitsstandards auf allen Stufen der Lieferkette bis hin zum Verkauf an den Verbraucher eingehalten werden.

In Erzeugerländern müssen die Regulierungsbehörden die Anlagen inspizieren – von der Farm bis zum Export die ganze Lieferkette entlang. Sie müssen die Produkte dezertifizieren, die den zulässigen Gehalt an Pestizidspuren überschreiten, und so verhindern, dass kontaminierte Pflanzen in Umlauf kommen. Auch die Importländer müssen gewährleisten, dass Sicherheitsstandards an allen Punkten entlang der Lieferkette bis hin zum Konsumenten eingehalten werden.

Lieferketten überprüfen

Für Erzeugerländer bedeutet totale Qualitätskontrolle, dass jeder, der irgendwo in der Lieferkette eine Rolle spielt, sich dieser Rolle bewusst ist. Hilfreich dafür ist besseres Training der Bauern – und auch der Landwirtschaftsberater, die den Bauern bewährte Praktiken zeigen. Zugleich sollten sich Regierungen und andere Organisationen auf die Entwicklung technologischer Alternativen für Pestizide, einschließlich des Einsatzes biologischer Pestizide, konzentrieren.

Wenn Heuschrecken oder Heerwürmer einfallen, müssen Behörden und Landwirte allerdings schnell reagieren können und setzen wahrscheinlich synthetische Pestizide ein. Mit dem richtigen politischen Ansatz und durch Schulungen wird dies auch auf eine sichere und verantwortungsvolle Art möglich.

Link
Feed the Future, 2019: Synthetic pesticides in Africa: The good, the bad and the ugly.
https://www.agrilinks.org/post/synthetic-pesticides-africa-good-bad-and-ugly

Patrick Ajwang ist Dozent für Agrar- und Biosystemtechnik an der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology (JKUAT) in Juja, Kenia.
ajwang@agr.jkuat.ac.ke

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Agenda 2030 y nexos entre seguridad de agua, energética y alimentaria: el caso de Huexca, Morelos

DIE - February 22, 2021 - 10:48am

La Agenda 2030 establece una visión ambiciosa de desarrollo humano en tiempos de cambio ambiental global y climático, y constituye un acercamiento integral al nexo entre seguridad de agua, de energía y alimentaria (nexo-AEA). Al analizar el caso del río Cuautla en Morelos, tomamos la gobernanza hídrica como punto de partida para investigar si los Objetivos de Desarrollo Sostenible 2030 se han convertido en un detonador de transformación de sostenibilidad y gobernanza local. A partir de un Análisis de Red Social (ARS), basado en 33 entrevistas de expertos y actores sociales, así como investigación de campo, se examinó el conflicto que emergió con la termoeléctrica en Huexca, Morelos. Concluimos que los cambios principales en la gobernanza hídrica en México fueron atribuibles a cambios impuestos desde el nivel nacional. Asegurar la resolución de conflictos del nexo-AEA requeriría de la incorporación y el anclaje de la Agenda 2030 en las estrategias nacionales y locales sectoriales, mediante la asignación del presupuesto y la participación de la población en las actividades políticas estatales y locales.

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Syrien: Gesichter des Krieges

Welthungerhilfe - February 22, 2021 - 10:22am
Zehn Jahre Krieg in Syrien – zehn Jahre Gewalt, Leid und Trauer. Die Hälfte der syrischen Bevölkerung ist auf der Flucht, unter ihnen viele Kinder. Die Welthungerhilfe hat Geflüchtete in Nordsyrien gefragt, was ihnen Hoffnung macht.
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Mit dem Lieferkettengesetz zu sozialer Gerechtigkeit?

DIE - February 22, 2021 - 10:03am

Kurz vor dem Welttag für soziale Gerechtigkeit der Vereinten Nationen am 20. Februar einigte sich die Bundesregierung, das im Koalitionsvertrag vorgesehene Lieferkettengesetz in den Bundestag einzubringen. Der Welttag erinnert an die Erklärung zu sozialer Gerechtigkeit für eine faire Globalisierung, die von den Mitgliedsstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) 2008 beschlossen wurde. Darin wurde festgehalten, dass Arbeit keine Ware ist, und Staaten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer innerhalb von Landesgrenzen - und im Zuge der Internationalisierung der Wirtschaft auch darüber hinaus - gemeinsam gute Arbeitsbedingungen schaffen sollen. Die Erklärung verweist damit auch darauf, dass Unternehmen in Deutschland oder Europa, die ihre Produkte oder Komponenten aus globalen Lieferketten beziehen, eine wichtige Rolle bei der Umsetzung einer fairen Globalisierung zukommt. Bisher wurde in Deutschland vor allem auf freiwillige Maßnahmen von Unternehmen gesetzt, die durch staatliche Anreize, wie die Einbindung von sozialen und ökologischen Kriterien in die öffentliche Beschaffung, unterstützt werden. Das geplante Gesetz soll große deutsche Unternehmen verpflichten, bei ihren direkten Zulieferern auf die Einhaltung der Menschenrechte zu achten. Damit ist die Bundesregierung dem ‚smart mix‘ aus Anreizen und Verpflichtungen für ein nachhaltigeres und damit auch sozial gerechteres Wirtschaften einen Schritt nähergekommen.

Im Nationalen Aktionsplan „Wirtschaft und Menschenrechte“ formulierte die Bundesregierung 2016 erstmals ihre Erwartungen an die freiwillige Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten durch Unternehmen sowie staatliche Beiträgen zum Schutz der Menschenrechte, wie einer nachhaltigen öffentlichen Beschaffung. Als sich Ende 2020 abzeichnete, dass nur eine Minderheit deutscher Unternehmen freiwillige Maßnahmen zur Wahrung der Sorgfaltspflicht gegenüber Menschenrechten entlang ihrer internationalen Lieferketten ergreift, forderten Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft unternehmerische Sorgfaltspflichten endlich auch gesetzlich und verbindlich zu verankern. Mit der Umsetzung folgt Deutschland einem Trend ähnlicher Gesetze, z.B. in Frankreich und Großbritannien, die den Schutz von Menschenrechten entlang internationaler Lieferketten zunehmend verpflichtend machen. Ist damit der Beitrag von Deutschland und deutschen Unternehmen zu einer fairen Globalisierung erfüllt und werden staatliche Maßnahmen wie eine nachhaltige öffentliche Beschaffung überflüssig?

Zum einen ist das geplante Lieferkettengesetz der Bundesregierung weit weniger ambitioniert als von vielen die sich dafür einsetzen erhofft. Es soll nur für eine kleine Zahl sehr großer Unternehmen gelten, die Sorgfaltspflicht soll nur die erste Stufe der Lieferkette betreffen und ökologische Kriterien werden voraussichtlich nicht einbezogen. Zudem ist man vom Klagerecht für Betroffene abgerückt. Damit steht zu befürchten, dass die tatsächliche Veränderung unternehmerischen Handelns gering ausfällt.

Zum anderen wäre auch ein umfassenderes Gesetz nur ein Element des ‚smart mix‘. Lieferkettengesetze sind Bausteine einer fairen Globalisierung, die Unternehmen dazu verpflichten, Managementsystemen für soziale und ökologische Aspekte in ihren Lieferketten aufzubauen. Wichtiger noch als mögliche Bußgelder bei Verstößen sind die Maßnahmen, die in Unternehmen umgesetzt werden, um die eigene Lieferkette zu verstehen und mit allen Akteuren an der Verbesserung von Arbeitsbedingungen und den Folgen unternehmerischen Handelns zu arbeiten. Von diesen Veränderungen kann auch die nachhaltige öffentliche Beschaffung profitieren. Vorgaben öffentlicher Auftraggeber an soziale und ökologische Aspekte in internationalen Lieferketten sind für viele Bieter in Vergabeverfahren schwer zu erfüllen, wenn sie selbst unzureichende Erfahrungen mit diesen Aspekten ihrer Lieferkette haben. Erhöhter Aufwand und zusätzliche Kosten sowie ein unzureichendes Angebot in vielen Produktgruppen sind die Folge. Durch die Limitierung auf die erste Stufe der Lieferkette ist der potenzielle Effekt des aktuellen Vorschlags für ein deutsches Lieferkettengesetz geringer, als wenn Unternehmen ihre gesamte Lieferkette, über Komponenten bis zu den Rohstoffen, in den Blick nehmen müssten.

Lieferkettengesetze decken darüber hinaus lediglich ein Minimum an unternehmerischer Verantwortung ab. Die Ziele der ILO-Erklärung zu sozialer Gerechtigkeit gehen über die Wahrung der Menschenrechte hinaus. Faire Löhne, soziale Absicherung sowie gesunde und sichere Arbeitsbedingungen stehen im Zentrum der ILO-Erklärung und sind nicht explizit Teil der Überlegungen zu einem deutschen Sorgfaltspflichtgesetz.

Die Europäische Kommission plant bereits eine Vorlage für ein EU-weites Lieferkettengesetz. Es bleibt zu hoffen, dass diese ambitionierter ausfällt, ökologische Kriterien einbezieht, Betroffenen ein Klagerecht einräumt und für mehr Unternehmen gelten wird. Davon unabhängig können staatliche Akteure ihre Bemühungen um eine nachhaltige öffentliche Beschaffung verstärken, um das Ziel von sozialer Gerechtigkeit und einer fairen Globalisierung zu erreichen.

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Nicht Genug! Positionspapier von SDG Watch Europe zur fehlenden EU-Nachhaltigkeitsstrategie

Forum Umwelt & Entwicklung - February 22, 2021 - 9:33am

Im November 2020 veröffentlichte die Europäische Kommission ein “Staff Working Document” mit dem Titel ” Delivering on the UN’s Sustainable Development Goals”. Zwar ist es grundsätzlich gut, dass die Kommission mit diesem Dokument ihr Interesse an den SDGs erneut bekräftigt und die Generaldirektionen anhält zu berichten, was sie zur SDG-Umsetzung leisten. Doch dies ist bei Weitem nicht genug. Denn solche Bekenntisse führen nicht zu Taten. Fakt ist, die EU Kommission hat weiterhin keine SDG-Umsetzungsstrategie. SDG Watch Europe führt nun erneut die zentralen Kernforderungen zur SDG-Umsetzung in der EU auf.

 

 

 

 

Für weitere Informationen:
Download des ”Staff Working Document”
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Tuberkulose: Leben retten und Hoffnung geben in Corona-Zeiten

DSW - February 22, 2021 - 9:25am

Die Corona-Pandemie macht uns derzeit alle zu Stubenhocker*innen wider Willen. Wer kann, schützt sich und andere und bleibt zu Hause. Nicht so Rosemary Wanjiru in Kenia. Die Gesundheitshelferin hat ein klares Ziel: Sie will Tuberkulose in ihrem Viertel beenden. Und ihre Patient*innen vertrauen auf sie und brauchen sie – gerade in diesen Zeiten.

Seit über 18 Jahren arbeitet Rosemary Wanjiru als Gesundheitshelferin in Soweto, einem Viertel der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Nun hat COVID-19 die zweifache Mutter vor eine Zerreißprobe gestellt: Wäre es besser, sie bliebe zu Hause, um sich und ihre Familie vor Corona zu schützen? Oder sollte sie sich weiterhin um ihre Patient*innen kümmern, die dringend ihre Hilfe benötigen?

In ihrer Nachbarschaft setzt sich Rosemary mit viel Leidenschaft dafür ein Infektionskrankheiten wie HIV und Tuberkulose in den Griff zu kriegen. Zielstrebig bewegt sie sich durch die engen Gassen ihres Viertels und versorgt ihre Mitmenschen mit lebensrettenden Medikamenten und Gesundheitsinformationen. Doch mit den ersten COVID-19-Fällen wurde alles anders. Von einem Tag auf den anderen brachte ihre Arbeit sie selbst und ihre Familie in Gefahr.

Rosemary Wanjiru mit ihrem Sohn. Die Sorge, durch ihre Arbeit in der Klinik ihre Familie mit COVID-19 anzustecken, war für sie eine große Belastung. Bild: Der Globale Fonds / Michael Ilako.

Rosemary erinnert sich noch gut daran, wie sie ihrer Familie von den ersten COVID-19 Fällen in ihrem Krankenhaus erzählte. Ihre Kinder schreckten förmlich vor ihr zurück. Sie fürchteten, sie könne das Virus mit nach Hause gebracht haben. Für sie als Mutter war das ein furchtbarer Moment.

„Ich fühlte mich stigmatisiert, unerwünscht, ungeliebt“, erinnert sich Rosemary. „Aber ich verstand natürlich, dass alle Angst davor haben, zu sterben.”

Vielen hätte das wohl den Mut genommen. Aber nicht Rosemary. Sie konnte nicht einfach aufhören, ihre Patient*innen zu versorgen, die verzweifelt auf Hilfe warteten – vor allem nicht während der ersten Monate der Corona-Pandemie, als die kenianische Regierung den Lockdown verhängte.

„Die Menschen hatten nicht genug zu essen, alle hatten Angst. Doch meine Patient*innen glaubten, ich könnte ihre Probleme lösen. Zum Beispiel eine bettlägerige Patientin von mir, sie hat Tuberkulose und HIV, brauchte meine Pflege. Ich konnte sie doch während des Lockdowns nicht einfach vergessen“, erzählt Rosemary.  „Ich hatte keine andere Wahl als loszugehen und zu helfen.“

Ihr war jedoch auch klar, dass sie alles in ihrer Macht stehende tun musste, um sich und ihre Familie vor einer Infektion zu schützen. In ihrer Klinik gab es jedoch nicht genügend Schutzausrüstungen (PPE). Darum ging Rosemary an ihr Erspartes und kaufte Masken und Handdesinfektionsmittel, um sich zu schützen.

Die Lage verbesserte sich erst, als Amref Health und Malteser International mit Unterstützung des Globalen Fonds begannen, Schutzausrüstung an Gesundheitshelfer*innen zu verteilen. Auch in Rosemarys Viertel, sodass sie sich von nun an besser vor dem neuen Virus schützen konnte. Seit März 2020 hat der Globale Fonds mehr als 45 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt, um Kenias Maßnahmen gegen COVID-19 zu unterstützen. Die Mittel ermöglichen unter anderem Gesundheitspersonal zu schulen und Ausrüstung zum Gesundheitsschutz, wie Masken und Handschuhe, zu beschaffen – um Helfer*innen wie Rosemary zu schützen.

Wenn sie heute die Menschen in ihrem Viertel versorgt, fühlt sich Rosemary sicherer. Tausenden anderen Gesundheitspfleger*innen in Kenia fehlt jedoch weiterhin das Nötigste, um sich und ihre Familien vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. COVID-19 breitet sich weiter im Land aus und der verfügbare Gesundheitsschutz reicht bei weitem nicht aus. Rosemary hofft, dass sich bald alle ihre Kolleg*innen ausreichend schützen können, sodass sie nicht länger vor die Entscheidung gestellt werden: Schütze ich mich und meine Familie? Oder gehe ich meiner Arbeit nach, die ich liebe und wo ich gebraucht werde?

„Wir retten Leben, geben Hoffnung und verbreiten die Botschaft, dass Tuberkulose heilbar ist“, sagt Rosemary Wanjiru. „Das ist ein großartiges Gefühl… So fühle ich mich erfüllt.“

COVID-19 hat die Bekämpfung von Tuberkulose ausgebremst. Aber Rosemary ist trotzdem zuversichtlich, dass sie maßgeblich dazu beitragen kann, die Verbreitung der Krankheit in ihrem Viertel ein für alle Mal zu beenden.

 

Der Text ist ein Gastbeitrag vom Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria. Mehr Infos auf https://www.theglobalfund.org/en/.

Der Beitrag Tuberkulose: Leben retten und Hoffnung geben in Corona-Zeiten erschien zuerst auf DSW.

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