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Vielfalt auf Feldern und Tellern

ONE - 27. September 2022 - 16:42
Der Weg aus Ernährungs- und Klimakrisa

Dies ist ein Gastbeitrag von Stefan Schmitz, Leiter des Globalen Treuhandfonds für Nutzpflanzenvielfalt (CROP TRUST). Der CROP TRUST, eine internationale Stiftung mit Sitz in Bonn, setzt sich für die Bewahrung der Vielfalt von Nutzpflanzen ein und unterstützt Erhalt und Betrieb der wichtigsten Saatgutbanken im globalen Süden. Die Konservierung und Nutzung dieser Vielfalt ist ein zentraler Schlüssel zur Sicherung der Ernährung im Klimawandel.

Warum Nutzpflanzenvielfalt?

Die Vielfalt von Nutzpflanzen ist für künftige Ernährungssicherheit unerlässlich. Ohne Nutzung dieser Vielfalt wird es nicht mehr möglich sein, die Menschheit im Klimawandel ausreichend und gesund zu ernähren – und dies mit einer Landwirtschaft, die umweltverträglicher ist als heute.

Weizen, Mais und Reis – diese drei Nutzpflanzen steuern heute mehr als 60% zur gesamten Welternährung bei. Viele andere Pflanzen, oft wenig beachtet, manchmal vom Aussterben bedroht, könnten den Speiseplan bereichern, eine abwechslungsreichere und gesündere Ernährung bieten. Einige dieser Pflanzen wie etwa Hirse benötigen zum Wachsen auch deutlich weniger Wasser. Neue Pflanzensorten, die auf Basis der vorhandenen und erhaltenen Vielfalt gezüchtet werden, können widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit oder gegen neue Schädlinge und Pflanzenkrankheiten sein.

Komplexe Reisterrassen, die von Bächen bewässert werden, befinden sich in verschiedenen Erntephasen. Die Betsileo-Gemeinden sind für ihre aufwendige Landschaftsgestaltung bekannt, die bis hoch in die Hügel ragt. © Toby Smith/Reportage von Getty Images für den Crop Trust.

Nur Wiederentdeckung von Vielfalt und Erzeugung neuer Vielfalt aus vorhandener Vielfalt ermöglicht eine Landwirtschaft, die an jeweilige lokale Verhältnisse angepasst ist. Viele Länder werden nur auf dieser Basis in der Lage sein, eine eigenständige, selbstverantwortete und leistungsfähige Landwirtschaft aufzubauen, die sie langfristig unabhängig von Nah-rungsmittelimporten macht. Größere Unabhängigkeit vom Weltmarkt trägt zur Vermeidung von Hungerkrisen bei.

Eine produktive Landwirtschaft durch wiederendeckte und neu gezüchtete Vielfalt fördert damit auch die Überwindung von Armut im ländlichen Raum, die in vielen Ländern des Südens verbreitet ist. Etwa durch Nutzung von solchen Sorten, die höhere Erträge liefern, bessere Lagerungs- und Verarbeitungseigenschaften besitzen oder weniger Dünger benötigen.

Wiederendeckte und neu gezüchtete Vielfalt kann auch solche Produkte auf den Teller bringen, die reicher an Mikronährstoffen und damit wertvoller für die menschliche Ernährung sind. Dies wird umso dringender, als bereits heute viele der herkömmlichen Nutzpflanzensorten unter steigenden Temperaturen nachweislich ihre Nährstoffgehalte einbüßen.

Pflanzen, die im Anbau weniger Wasser und Dünger benötigen, wären der richtige Weg zu einer umweltverträglicheren Landwirtschaft. Höhere Erträge pro Hektar durch neu gezüchtete Pflanzensorten verhindern auch, dass Kleinbauernfamilien ihre Anbauflächen ausdehnen und dabei aus purer Not Wälder und andere Naturräume zerstören. Und schließlich erleichtert ein höherer Proteingehalt von Nahrungspflanzen die Umstellung von einer stark fleischbasierten auf eine überwiegend pflanzlich basierte Ernährung.

Farbenfrohe Maissorten werden beim ‘Wettbewerb zum Größten Maiskolben der Welt’ in Jala, Mexiko zur Schau gestellt. © Shawn Landersz/Crop Trust.

Nutzpflanzenvielfalt ist massiv bedroht

Die Nutzpflanzenvielfalt, eine unserer wichtigsten Lebensversicherungen, ist auf breiter Front bedroht. Erstens ist Nutzpflanzenvielfalt, oder besser gesagt die Vielfalt der wilden Artverwandten unserer heutigen Nutzpflanzen, in ihren natürlichen Lebensräumen bedroht. Mit jedem Quadratkilometer an tropischem Regenwald, der gerodet wird, an Savanne, die degradiert, an Naturlandschaften, die Siedlungs- und Infrastrukturflächen weichen, verschwinden auch unzählige wilde Artverwandte von Nutzpflanzen. Diese besitzen aber möglicherweise genau die genetische Eigenschaften, die ein Schlüssel für die Züchtung neuer Nutzpflanzensorten sind, die widerstandsfähiger gegen harsches Klima oder neue Pflanzenkrankheiten und Schädlinge sind.

Zweitens ist Nutzpflanzenvielfalt auf den Feldern bedroht. Überall auf der Welt macht eine ehemals große Diversität an „alte Sorten“, Ergebnis jahrtausendelanger Landwirtschaft, einer kleinen Zahl an marktgängigen „hochgezüchteten“ Sorten Platz. Dies ist nicht nur ein Verlust an Vielfalt, der unmittelbar sichtbar ist. Während die Erbanlagen alter „Landrassen“ sehr vielfältig und von Pflanzen zu Pflanze unterschiedlich waren, keine Ähre der benachbarten glich, sind heutige Qualitätssorten genetisch sehr homogen. Dies ist züchterisch gewollt und hat erheblich zur Möglichkeit der Industrialisierung der Landwirtschaft – und damit auch zu wirtschaftlicher Entwicklung und Wohlstand in Teilen der Welt – beigetragen. Die Kehrseite, die „genetische Erosion“, darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden.

Die Anstrengungen müssen verstärkt werden, Nutzpflanzenvielfalt in der Natur und auf den Feldern zu erhalten. Dies allein reicht aber nicht. Der Verlust in der Natur und in den Feldern lässt sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vollständig stoppen. Sofern nicht bereits geschehen, muss von dort gerettet werden, was noch zu retten ist, und in Saatgutbanken dauerhaft eingelagert werden. Solche Saatgutbanken gibt es überall auf der Welt. Insgesamt sind es mehr als 1.750, etwa 130 von ihnen mit mehr als 10.000 Saatgutproben gelten als besonders bedeutend. Aber leider sind viele der Saatgutbanken im Süden chronisch unterfinanziert und in einem katastrophalen Zustand.

Damit ist drittens die Nutzpflanzenvielfalt auch selbst dort gefährdet, wo man eigentlich von ihrem besonderen Schutz ausgehen sollte, in den Saatgutbanken. Gesammelte und eingelagerte Schätze an wilden Artverwandten unserer heutigen Nutzpflanzen, alte Sorten, vernachlässigte und bislang zu wenig beachtetet Sorten drohen unwiederbringlich verloren zu gehen. Und solange das Geld selbst für die elementare Konservierung dieser Schätze in vielen Saatgutbanken nicht reicht, muss deren Nutzbarmachung für Züchtung und Anbau im Feld erst recht Utopie bleiben.

Das Kühllager des Instituts für landwirtschaftliche Genetik in Hanoi, Vietnam ist mit Maniok-Setzlingen gefüllt. Diese werden verwendet, um neue Sorten zu züchten, die gegen Schädlinge und Krankheiten resistent sind. © Brent Stirton/Reportage von Getty Images für den Crop Trust.

Die Rolle des Crop Trust

Der Erhalt der Nutzpflanzenvielfalt in Saatgutbanken, ihre Nutzbarmachung für Züchtung und Anbau sowie die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins über ihre große Bedeutung sind Kernanliegen des Crop Trust. Der Crop Trust ist aktiver Fürsprecher und Unterstützer von ländlicher Entwicklung, von Armuts- und Hungerbekämpfung sowie von leistungsfähi-ger, eigenständiger und importunabhängiger Landwirtschaft im globalen Süden, vor allem in Zeiten eines beschleunigten Klimawandels.

Der Crop Trust kann gegenwärtig Gutes tun, besitzt aber bei Weitem noch nicht ausreichende finanzielle Mittel, seine Aufgaben ganz zu erfüllen. Täglich droht überall auf der Welt der unwiederbringliche Verlust von Nutzpflanzenvielfalt und damit der Schwächung einer unserer wichtigsten Lebensgrundlagen. Die weitere Stärkung des Crop Trusts und seiner finanziellen Möglichkeiten ist daher ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung und zur gerechten Nutzung eines der wichtigsten globalen öffentlichen Güter.

Verscheidene Samenkörner aus dem International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics (ICRISAT) in Hyderabad, Indien. © Michael Major/Crop Trust.

Erhalt von Nutzpflanzenvielfalt, Teil nachhaltiger und gerechter globaler Strukturpolitik

Es gibt kaum einen Lebensbereich, in dem internationale Zusammenarbeit so elementar wichtig für das Überleben der Menschheit ist wie im Bereich des Erhalts von Nutzpflanzenvielfalt und ihrer Anwendung. Der Internationale Saatgutvertrag, unter dessen Dach der Crop Trust operiert, stellt hierfür eine sehr wichtige Grundlage dar. Dieser Saatgutvertrag bedarf der Weiterentwicklung, nicht zuletzt wegen der sich immer wieder neu stellenden Fragen eines ungehinderten Zugangs zu pflanzengenetischen Ressourcen und eines gerechten Vorteilsausgleichs, und dies bei immer weiter steigender Bedeutung digitaler Sequenzinformationen für die Pflanzenzüchtung. Gleichzeitig muss erreicht werden, dass verschiedene Politikbereiche für eine Welt ohne Hunger und eine Welt mit nachhaltiger Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Dies sind vor allem Agrarpolitik, Entwicklungspolitik, Außen- und Sicherheitspolitik, Forschungspolitik, Wirtschafts- und Klimaschutzpolitik.

Du möchtest dich auch für weltweite Ernährungssicherheit einsetzen? Dann unterzeiche jetzt unsere Petition und fordere die Politik zum Handeln auf! 

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Testseite Tobias

Germanwatch - 27. September 2022 - 16:32
Meldung | 26.09.2022Testseite Tobias

 

 

 

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Figure 2: Kenya elecricity generation by technology

Aktuell

Be fair and share

Engagement Global - 27. September 2022 - 15:07

Von Upcycling-Workshop über Kleidertausch bis zur Modenschau: Am Aktionstag der Außenstelle Hamburg von Engagement Global und der Bücherhalle Hamburg gab es für die Besucherinnen und Besucher viel zu sehen und zu erleben. Unter dem Motto „fair and share“ zeigten die Kooperationspartner gemeinsam mit verschiedenen norddeutschen Fairtrade-Akteurinnen und Akteure wie nachhaltig Mode sein kann.

Beim Upcycling-Workshop haben die Teilnehmenden etwa alten Kleidungsstücken einen neuen Look verpasst und bei der Kleidertauschparty aussortierte Kleidung miteinander getauscht. Gemeinsam mit dem Verein Mobile Bildung e.V. und der Fair Trade Stadt Hamburg boten die Kooperationspartner außerdem verschiedene Mitmach-Aktionen an, um die Weltreise einer Jeans zu verfolgen, Jenga der etwas anderen Art zu spielen, verschiedene Textil-Siegel kennenzulernen oder das eigene Wissen zu fairem Handel zu testen. Die Ausstellung „Change your Shoes“ wird über den Aktionstag hinaus in der Zentralen Bücherhalle zu sehen sein.

Highlight des Tages war eine Modenschau, bei der nachhaltige Mode der Hamburger Labels spaluoer, Faible and Failure, NoNoi, Paul Kadjo, JAN ´N JUNE und Recolution von Helen Fares vorgestellt und von Performerinnen und Performern im Stil des Voguings vorgeführt wurde.

Im Anschluss an die Modenschau fand dann noch ein Gespräch über Mode und Nachhaltigkeit in den globalen Lieferketten statt. Mit dabei waren Jessica Grage von der Kampagne für Saubere Kleidung sowie die Modeschöpferinnen und -schöpfer Paul Kadjo vom gleichnamigen Label, Isabelle Mann von faible and failure und Stefanie Panholzer von spaluoer. Mit den Zuschauerinnen und Zuschauern sprachen sie beispielsweise über die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung der überwiegend weiblichen Näherinnen in der Modebranche. In diesem Zusammenhang wurde auch der Unterschied zwischen Mindestlöhnen und existenzsichernden Löhnen erklärt. Weitere Gesprächsthemen waren die Ressourcenherkunft und Materialienbeschaffenheit nachhaltiger Kleidung sowie die Problematik in Bezug auf Greenwashing.

Jessica Grage fasst das Thema des Gesprächs wie folgt zusammen: "Die Textilindustrie, als drittgrößte Fertigungsindustrie der Welt, zeichnet sich durch einen enormen Ressourcenverbrauch aus. Die ökologischen und sozialen Missstände bestehen dabei entlang der globalen Lieferkette und bisher hat das Setzen auf freiwillige Selbstverpflichtung bei Unternehmen nicht zu ausreichenden Verbesserungen geführt. Für eine nachhaltige textile Lieferkette benötigen wir daher ein wirkungsvolles EU-Lieferkettengesetz."

Weitere Informationen
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Praktikant*in im Sektorvorhaben Klima zum Thema Klimakommunikation (Bonn) - Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

greenjobs - 27. September 2022 - 14:46
Ein besseres Leben für alle und sinnstiftende Aufgaben für unsere Mitarbeiter*innen – das ist unser Erfolgsmodell. Seit mehr als 50 Jahren unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als Unternehmen der Bundesregierung bei der weltweiten Umsetzung entwicklungspolitischer Ziele. Gemeinsam mit Partnerorganisationen in 120 Ländern engagieren wir uns in unterschiedlichsten Projekten. Wenn Sie etwas in der Welt bewegen und sich selbst dabei [...]
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"Menschen helfen, die in Not sind": Sicherheitsexpertin Claudia Major für Aufnahme russischer Deserteure

SWP - 27. September 2022 - 14:42
An der Frage, Deserteure aus Russland aufnehmen oder nicht, scheiden sich derzeit die Geister. Die Sicherheitsexpertin Claudia Major hat dazu eine klare Meinung – und plädiert dafür, dass Deutschland seinen Regeln treu bleiben muss
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Peace requires strategy

D+C - 27. September 2022 - 13:52
Researchers advise Germany's Federal Government to draft coherent strategies crisis and conflict countries

In 2017, Germany’s Federal Government adopted ambitious guidelines on “Preventing crisis, resolving conflicts, building peace”. The idea was that all efforts concerning crisis and conflict countries should take a whole-of-government approach. Four principles were explicitly endorsed: namely to

  1. respect, protect and safeguard human rights,   
  2. act in a context-specific, inclusive and long-term perspective
  3. identify risks, make coherent efforts and fulfil demands of diligence, and
  4. prioritise prevention and politics.

A recent study has assessed to what extent these principles have shaped Germany’s engagement in Mali and Niger. It also looked into how German policies are being perceived by local-civil society actors. The study was commissioned by the Advisory Board to the Federal Government for Civilian Crisis Prevention and Peacebuilding. The Board has 20 members who are professionals in international cooperation, social sciences, foundations and civil society.

The study clearly shows that the Federal Government is only insufficiently pursuing the goals defined in its own guidelines. There are several tools and mechanisms for coordinating different ministries. It is a problem, however, that they do not cover all ministries running efforts in Mali and Niger. Also, the ministries concerned neither share a vision of how lasting peace can be achieved nor an understanding of what Germany’s role should be in making it happen.

French policies have failed

Contrary to the guidelines, the Federal Government so far has failed to draft an overarching country-specific policy for either Mali or Niger. It has thus not defined what Germany’s contribution to establishing peace should be. This strategic gap is striking, especially given Germany's massively expanded engagement in both countries since 2012. It now includes, among other things, the largest military deployment abroad, training programmes for the police, humanitarian relief as well as development cooperation. Lacking a strategy of its own, Germany largely depends on France – but French policies have failed in both political and military terms in the entire Sahel region (see Lori-Anne Théroux-Bénoni on www.dandc.eu).

Moreover, Germany’s Federal Government would do well to pay more attention to its guidelines when it comes to the implementation of measures. For example, there is no systematic strategy for conflict prevention in Mali and Niger. Contrary to the guidelines, moreover, there is no focus on human rights. Local civil society complains about this, as impunity and the lack of a legitimate judiciary are considered a key cause of violent conflicts. Germany's long-term commitment to development, however, is expressly praised.

On this basis, we advise the ministries concerned to draft joint and coherent strategies for crisis and conflict countries. These strategies should spell out how lasting peace can be promoted in the respective country contexts. Moreover, we propose investing more in conflict prevention and giving German embassies a stronger role in strategic matters.

In Mali, the German government should lend more support to national and local structures for conflict resolution. For Niger, we recommend the German government to promote an institutionalised dialogue with civil society. This is indispensable, especially against the background of the currently discussed expansion of German (security) engagement in Niger. Otherwise, German efforts may become disconnected from society as they did in Mali.

 

Link

Policy Coherence for Peace in German Government’s action – Lessons from Mali and Niger

(Full study available in German, English and French versions will be published soon)

 

Antonia Witt heads the research group "African Intervention Politics" at the Peace Research Institute Frankfurt (PRIF) and co-author of the study mentioned in the manuscript. witt@HSFK.de

Simone Schnabel is the second co-author and a doctoral researcher at PRIF. Baba Dakono and Abdoul Karim Saidou have contributed to the study as well. schnabel@HSFK.de

Kategorien: english

Kein Frieden ohne Strategie

E+Z - 27. September 2022 - 13:52
Wissenschaftler empfehlen Bundesregierung kohärente Strategien für Krisen- und Konfliktländer zu entwickeln

Mit den 2017 verabschiedeten Leitlinien „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ hat sich die Bundesregierung ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Außenpolitisches Handeln in Krisen- und Konfliktländern soll einem ressortgemeinsamen Ansatz folgen und sich an vier Handlungsprinzipien orientieren:

  1. Menschenrechte achten, schützen und gewährleisten,
  2. kontextspezifisch, inklusiv und langfristig orientiert handeln,
  3. Risiken transparent machen, kohärent handeln und Sorgfaltspflichten beachten, sowie dem
  4. Primat der Politik und Vorrang der Prävention folgen.

Eine Studie untersuchte am Beispiel der Länder Mali und Niger, inwieweit diese Leitlinien in der Praxis umgesetzt werden und wie das deutsche Engagement vor Ort wahrgenommen wird. In Auftrag gegeben hat die Studie der „Beirat der Bundesregierung Zivile Krisenprävention und Friedensförderung“, ein Gremium aus 20 Mitgliedern aus den Bereichen der internationalen Zusammenarbeit, Wissenschaft, Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen, das die Bundesregierung berät.

Das Ergebnis ist klar: Die Bundesregierung setzt die in ihren Leitlinien formulierten Ziele nur unzureichend um. Zwar gibt es eine Vielzahl an Instrumenten und Mechanismen, die eine Koordination aller Ressorts ermöglichen. Diese decken jedoch nur einen Teil der in Mali und Niger aktiven Ressorts ab. Auch haben die Ministerien kein gemeinsames Verständnis davon, wie ein nachhaltiger Frieden erreicht werden soll und wie Deutschland konkret daran mitwirken kann.

Abhängig von Frankreich

Anders als es die Leitlinien vorsehen, hat die Bundesregierung bisher weder für Mali noch für Niger länderspezifische politische Gesamtstrategien formuliert, die das Ziel der Förderung nachhaltigen Friedens operationalisieren. Diese strategische Lücke steht in klarem Widerspruch zu dem seit 2012 massiv ausgeweiteten deutschen Engagement in beiden Ländern. Dieses umfasst etwa den aktuell größten Bundeswehr-Einsatz im Ausland, Ausbildung der Polizei, humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Durch das Fehlen einer solchen Gesamtstrategie macht sich Deutschland stark von Frankfreichs Politik abhängig, die aber militärisch und politisch in der gesamten Region gescheitert ist.

Auch bei der Umsetzung der Maßnahmen handelt die Regierung nicht immer konsequent nach ihren Leitlinien. So gibt es keine systematische Strategie zur Konfliktprävention und auch Menschenrechte haben nicht den in den Leitlinien vorgesehenen Fokus. Das beklagt auch die örtliche Zivilgesellschaft, denn Straflosigkeit und das Fehlen einer legitimen Gerichtsbarkeit gelten als eine Schlüsselursache der Gewaltkonflikte. Ausdrücklich gelobt wird indessen Deutschlands langfristiges Entwicklungsengagement.

Auf dieser Grundlage empfehlen wir den betreffenden Bundesministerien gemeinsame Strategien für Krisen- und Konfliktländer zu entwickeln, die die Förderung eines nachhaltigen Friedens für die jeweiligen Länder operationalisieren. Wir empfehlen außerdem mehr in die Prävention von Konflikten zu investieren und deutsche Botschaften vor Ort stärker in strategische Prozesse zur Ausrichtung des Engagements einzubeziehen.

In Mali sollte die Bundesregierung nationale und lokale Strukturen zur Konfliktregelung stärker fördern. Für Niger empfehlen wir einen institutionalisierten Dialog mit der Zivilgesellschaft. Dieser ist insbesondere vor dem Hintergrund der aktuell diskutierten Ausweitung des deutschen (sicherheitspolitischen) Engagements in Niger unabdingbar, um den gesellschaftlichen Anschluss, anders als in Mali, nicht zu verlieren.

Link

Friedenspolitische Kohärenz im deutschen Regierungshandeln. Lehren aus Mali und Niger. (Liegt bisher nur auf Deutsch vor, französische und englische Fassungen werden vorbereitet.)

Antonia Witt ist Leiterin der Forschungsgruppe „African Intervention Politics“ beim Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und Mitautorin der genannten Studie. Baba Dakono und Abdoul Karim Saidou haben an der Studie mitgewirkt. witt@HSFK.de

Simone Schnabel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HSFK und Studien-Mitautorin. schnabel@HSFK.de

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Referenten-Entwurf: NGOs begrüßen Verschärfungen des Kartellrechts

Forum Umwelt & Entwicklung - 27. September 2022 - 13:41
Pressemitteilung

27.09.2022

Referenten-Entwurf: NGOs begrüßen Verschärfungen des Kartellrechts

BMWK legt Referenten-Entwurf vor / Politik darf der Industrie-Lobby nicht nachgeben

Nichtregierungsorganisationen begrüßen die geplanten Verschärfungen des Kartellrechts, insbesondere die Möglichkeit, Unternehmen zu entflechten. Angesichts der Konzentration ökonomischer Macht und von außergewöhnlich hohen Unternehmensgewinnen ist es richtig, dem Kartellamt mehr Befugnisse zu geben.

Das Wirtschaftsministerium plant, dass das Bundeskartellamt nach einer sogenannten Sektoruntersuchung den Verkauf von Unternehmensteilen anordnen kann. “Kartellbehörden müssen in schwerwiegenden Fällen übermächtige Konzerne entflechten, das heißt aufspalten können. Denn die Konzentration von wirtschaftlicher Macht schadet der Demokratie, der Gesellschaft und auch der Wirtschaft. Wenn wenige Konzerne Märkte kontrollieren, können sich diese einseitig ökonomische Vorteile verschaffen, die Politik in ihrem Sinne beeinflussen und soziale und ökologische Kosten auf die Gesellschaft abwälzen. Das muss verhindert werden”, so Nelly Grotefendt vom Forum Umwelt und Entwicklung für die Initiative ‚Konzernmacht beschränken’.

Die Vorschläge des BMWK sehen auch vor, dass bei Wettbewerbsverstößen wirtschaftliche Vorteile leichter abgeschöpft werden können. “Das kann ein Baustein sein, um Übergewinne abzuschöpfen und um von vornherein abschreckend zu wirken. Zugleich ersetzt dies nicht eine umfassendere steuerpolitische Lösung, etwa durch eine Übergewinnsteuer”, so Franziska Humbert, Expertin für Wirtschaft und Menschenrechte bei Oxfam Deutschland.

Wichtig sei nun, dass die Politik Kurs hält und sich nicht von den Gegenreaktionen von Großunternehmen und nahestehenden Wirtschaftsverbänden wie dem BDI beeindrucken lässt. “Gute Wirtschaftspolitik heißt nicht, primär die Interessen der großen Unternehmen im Blick zu haben, sondern das Gemeinwohl und die Gesamtstruktur der Wirtschaft”, erklärt Max Bank von LobbyControl. “Das Jammern des BDI ist unangebracht. Die Unterbindung von Monopolmacht über das Kartellrecht stärkt die Innovationskraft der Wirtschaft in Zeiten der Transformation.”

Nach den Vorstellungen der NGOs sollte die Bundesregierung noch weiter gehen. Sie sollte die Ausnahme streichen, dass eine Entflechtung von Unternehmensteilen nicht möglich sei, deren Übernahme in den letzten fünf Jahren kartellrechtlich genehmigt wurde. Gerade in dynamischen Sektoren und durch die Digitalisierung könne es Fehleinschätzungen bei der Fusionskontrolle geben. Die Möglichkeit der Entflechtung sollte auch in diesen Fällen gegeben sein.

Ein Verfahren für eine missbrauchsunabhängige Entflechtung sei auch ohne Sektoruntersuchung sinnvoll. Auch eine Integration einer Entflechtungsmöglichkeit in Artikel 19(a) über Plattformen mit überragender marktübergreifender Bedeutung wäre denkbar. Generell sollte die Fusionskontrolle weiter gestärkt und die Schwellen für die Annahme einer marktbeherrschenden Stellung gesenkt werden.

 

Weiteres Material

Webseite der Initiative Konzernmacht beschränken mit Plattform-Papier und weitere Infos: https://www.forumue.de/themen/handel/konzernmacht-initiative/

Pressemitteilung zum Entflechtungsstatement: https://www.lobbycontrol.de/2021/06/politik-muss-die-macht-von-uebermaechtigen-konzernen-beschneiden/

Blog-Artikel dazu: www.lobbycontrol.de/2021/06/die-macht-von-uebermaechtigen-konzernen-beschneiden/

 

Download der PM

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e+z-d+c eyrem tawia covid games

E+Z - 27. September 2022 - 13:16
Ghanaian computer game developer Eyram Tawia on Covid-19 impacts on his business

Where are you working right now?

I am at my office in Accra. I work quite often at the office because we have very good conditions here. I have fast internet, a generator, all the stuff we need. But apart from me, almost nobody is here. All my staff works from home. Everybody is invited to come and work at the office, but it is not mandatory. If you are able to do your work remotely and deliver, then I am fine with wherever you work. But I do not want to hear that the power was off, or that there was no internet. If you cannot work properly from home, you have to come to the office.

Is this a new workflow or was it like this before the Covid pandemic?

No, before Corona everybody worked at the office though we worked remotely with our Kenyan teams. But a lot has changed. From one day to another, we were forced to work from home. So we set up the whole team in a virtual environment and we use collaborative and communication tools like Miroboard, Skype, Discord and Slack. Now all the work and communication goes on remotely and we have a perfect work environment. Actually, we even work more efficiently than before the pandemic. We had not been able to monitor people and it was harder to supervise them onsite in some cases. Now that is all possible. I do not know why we did not work like this earlier, it is perfect for us. I used to say, God made Covid happen for the gaming industry! For our industry, it is important that everybody knows how to operate a computer.  This happened due to Covid. Even my grandmother and my aunties now know about computers and Zoom. For the first time, I played online games with my mother in the village.

But was it all positive for you? Were there no setbacks in your business?

Oh, yes – there were. In the beginning of Corona, the first six to seven months it was really tough. We generate 90% of our revenue from funding of non-governmental organisations (NGOs). We develop games for clients – serious games like health education (as I told you in a previous interview for www.dandc.eu). When Covid-19 started, all of our clients stopped their funding. They needed time to restructure. So that hit us hard. We had to let a lot of our employees go, we went through hard times of not having any revenue. So we had to beat ourselves up, finding new businesses. But our clients started to come back and our business normalised again. We were even asked to set up an educational game for Covid behaviour. It is a trivia game in the form of “Who wants to be a millionaire” that we launched on our trivia game platform The Hottseat. Players have to answer questions on Covid. Now, we are fully back at the same level as in pre-Corona times and we are growing. We have a core team of 15 to 20 workers for all the projects, full-timers are around 10. The rest are freelancer and interns who join us.

Did you get any Corona support from your government?

No, not at all. There were recovery programmes and the government said, that they allocated some funding for entrepreneurs. I didn't apply due to how complicated it was to get these funds. My wife, who runs a weaving factory for traditional kente cloth and employs 17 weavers, applied twice. She never got an answer.

What else changed in your company due to the pandemic?

We were not sure whether we should keep our office, because we have a lot of empty space including a big hall, that we did not use anymore. But it is still important to have a physical place for personal meetings. And we found a great new purpose for our hall. We are actually converting it into a training facility where we coach trainees in game development. That is starting to kick off. We have even completed our first training with women in animation. We got a small grant from an organisation called ScaleUp Africa with MasterCard Foundation. They wanted us to train women, because women lack job opportunities and there are very few women in game development and in the tech industry in general.

That sounds promising. Last time we spoke, you expressed your regret that there is not enough training for game developing and computer science in Africa. Is this a first step to change matters?

Yes, it is definitely. The course was going quite well. Our approach is that we want to add value to existing skills. For example, if you like to draw pictures, we try to teach you how to create a comic for a video game. If you like to programme computers, we show you how to do the coding for games. There are many different steps in the process of creating a game.

How did it work out with your female trainees?

We had 30 women who applied. 20 of them were active throughout the course and 15 graduated with certificate. Teaching women is the same as men; there is no difference. If a lady is interested in programming she is good in that, if she is interested in art, she does that. We plan to work together with three of the 15 graduates. That is perfect for us. The idea is that we eat from our own farm. The next course will start in October. So now we are setting up a team of instructors. I did the first course myself, but I do not have the time for it anymore.

Will it be a training for women only again?

I think it will be mixed. But I am tempted to make a next course again only with women. But there are so many more men interested than women. Let me tell you an example: When we advertised for the first course, we asked for women to apply – and yet, we had 90 % male registration. I think one of the reason is, that gaming started with masculine representation. Women often cannot identify with the characters. In most games, women are sexist projections of men. We are trying not to stereotype our characters. We have women of all different shapes in our game universe. But it will take some time to change matters. And positive affirmation may help. So we think about a scholarship for women.

Besides promoting women, what are your goals?

We want to train as many people as possible in video gaming. And we want to contribute to the challenge in Africa to create jobs for the youth. We want to expand the skills of young people and we try to get partners who can absorb the work force. We are also trying to establish a lot of different opportunities for gamers in Africa. We are joining together under a canopy named “Pan-African gaming group” which currently is made of 10 game studios across Africa with the same vision to transform the African gaming industry. We also want to connect entrepreneurs. We have just started the Gamer`s Association Ghana officially with around 250 participants in our WhatsApp group.

The main business of Leti Arts are educational games for NGOs. But you are also working on your own computer games like Africa’s Legends, where African superheroes are the main characters. What other games are you planning?

In the last months, we created a lot of new games, one game is called Puzzle Scout, that is going to be out soon. You are collecting writings across Africa, connect them to chapters and in the end of the game you have built a book. As with our Africa’s Legends we want to raise awareness for our history. We are teaching about Ghana, how the British invaded it and how it became independent. Everything we create has a connection with our initial idea to teach history. For that, we are partnering with one of the big museums in Africa, the Pan African Heritage Museum in Accra which is scheduled to be open in 2023. They will be responsible for the historic content. We also have a new game with one of our superheroes, it´s called Karmzah Run and we are upgrading our African Legends. But still, we are looking for a major investor who will fund a few of that projects.

Eyram Tawia is CEO and co-founder of Leti Arts.

info@letiarts.com

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Fighting Coronavirus with a computer game

D+C - 27. September 2022 - 13:16
Ghanaian computer game developer Eyram Tawia on Covid-19 impacts on his business

Where are you working right now?

I am at my office in Accra. I work quite often at the office because we have very good conditions here. I have fast internet, a generator, all the stuff we need. But apart from me, almost nobody is here. All my staff works from home. Everybody is invited to come and work at the office, but it is not mandatory. If you are able to do your work remotely and deliver, then I am fine with wherever you work. But I do not want to hear that the power was off, or that there was no internet. If you cannot work properly from home, you have to come to the office.

Is this a new workflow or was it like this before the Covid pandemic?

No, before Corona everybody worked at the office though we worked remotely with our Kenyan teams. But a lot has changed. From one day to another, we were forced to work from home. So we set up the whole team in a virtual environment and we use collaborative and communication tools like Miroboard, Skype, Discord and Slack. Now all the work and communication goes on remotely and we have a perfect work environment. Actually, we even work more efficiently than before the pandemic. We had not been able to monitor people and it was harder to supervise them onsite in some cases. Now that is all possible. I do not know why we did not work like this earlier, it is perfect for us. I used to say, God made Covid happen for the gaming industry! For our industry, it is important that everybody knows how to operate a computer.  This happened due to Covid. Even my grandmother and my aunties now know about computers and Zoom. For the first time, I played online games with my mother in the village.

But was it all positive for you? Were there no setbacks in your business?

Oh, yes – there were. In the beginning of Corona, the first six to seven months it was really tough. We generate 90% of our revenue from funding of non-governmental organisations (NGOs). We develop games for clients – serious games like health education (as I told you in a previous interview for www.dandc.eu). When Covid-19 started, all of our clients stopped their funding. They needed time to restructure. So that hit us hard. We had to let a lot of our employees go, we went through hard times of not having any revenue. So we had to beat ourselves up, finding new businesses. But our clients started to come back and our business normalised again. We were even asked to set up an educational game for Covid behaviour. It is a trivia game in the form of “Who wants to be a millionaire” that we launched on our trivia game platform The Hottseat. Players have to answer questions on Covid. Now, we are fully back at the same level as in pre-Corona times and we are growing. We have a core team of 15 to 20 workers for all the projects, full-timers are around 10. The rest are freelancer and interns who join us.

Did you get any Corona support from your government?

No, not at all. There were recovery programmes and the government said, that they allocated some funding for entrepreneurs. I didn't apply due to how complicated it was to get these funds. My wife, who runs a weaving factory for traditional kente cloth and employs 17 weavers, applied twice. She never got an answer.

What else changed in your company due to the pandemic?

We were not sure whether we should keep our office, because we have a lot of empty space including a big hall, that we did not use anymore. But it is still important to have a physical place for personal meetings. And we found a great new purpose for our hall. We are actually converting it into a training facility where we coach trainees in game development. That is starting to kick off. We have even completed our first training with women in animation. We got a small grant from an organisation called ScaleUp Africa with MasterCard Foundation. They wanted us to train women, because women lack job opportunities and there are very few women in game development and in the tech industry in general.

That sounds promising. Last time we spoke, you expressed your regret that there is not enough training for game developing and computer science in Africa. Is this a first step to change matters?

Yes, it is definitely. The course was going quite well. Our approach is that we want to add value to existing skills. For example, if you like to draw pictures, we try to teach you how to create a comic for a video game. If you like to programme computers, we show you how to do the coding for games. There are many different steps in the process of creating a game.

How did it work out with your female trainees?

We had 30 women who applied. 20 of them were active throughout the course and 15 graduated with certificate. Teaching women is the same as men; there is no difference. If a lady is interested in programming she is good in that, if she is interested in art, she does that. We plan to work together with three of the 15 graduates. That is perfect for us. The idea is that we eat from our own farm. The next course will start in October. So now we are setting up a team of instructors. I did the first course myself, but I do not have the time for it anymore.

Will it be a training for women only again?

I think it will be mixed. But I am tempted to make a next course again only with women. But there are so many more men interested than women. Let me tell you an example: When we advertised for the first course, we asked for women to apply – and yet, we had 90 % male registration. I think one of the reason is, that gaming started with masculine representation. Women often cannot identify with the characters. In most games, women are sexist projections of men. We are trying not to stereotype our characters. We have women of all different shapes in our game universe. But it will take some time to change matters. And positive affirmation may help. So we think about a scholarship for women.

Besides promoting women, what are your goals?

We want to train as many people as possible in video gaming. And we want to contribute to the challenge in Africa to create jobs for the youth. We want to expand the skills of young people and we try to get partners who can absorb the work force. We are also trying to establish a lot of different opportunities for gamers in Africa. We are joining together under a canopy named “Pan-African gaming group” which currently is made of 10 game studios across Africa with the same vision to transform the African gaming industry. We also want to connect entrepreneurs. We have just started the Gamer`s Association Ghana officially with around 250 participants in our WhatsApp group.

The main business of Leti Arts are educational games for NGOs. But you are also working on your own computer games like Africa’s Legends, where African superheroes are the main characters. What other games are you planning?

In the last months, we created a lot of new games, one game is called Puzzle Scout, that is going to be out soon. You are collecting writings across Africa, connect them to chapters and in the end of the game you have built a book. As with our Africa’s Legends we want to raise awareness for our history. We are teaching about Ghana, how the British invaded it and how it became independent. Everything we create has a connection with our initial idea to teach history. For that, we are partnering with one of the big museums in Africa, the Pan African Heritage Museum in Accra which is scheduled to be open in 2023. They will be responsible for the historic content. We also have a new game with one of our superheroes, it´s called Karmzah Run and we are upgrading our African Legends. But still, we are looking for a major investor who will fund a few of that projects.

Eyram Tawia is CEO and co-founder of Leti Arts.

info@letiarts.com

Kategorien: english

Berater Energiepolitik (m/w/d) (Pristina)

epojobs - 27. September 2022 - 12:00

Berater Energiepolitik (m/w/d)

JOB-ID: J000063486

Bewerber mit Berufserfg. - Befristet

Tätigkeitsbereich

Die Abteilung Energie des Wirtschaftsministeriums der Republik Kosovo braucht Ihre Expertise für die Erstellung, das Monitoring und die Umsetzung des drei-Jahres-Aktionsplans der Nationalen Energiestrategie 2022-2031. Ziel ist die erfolgreiche Umsetzung der Energiestrategie und die Steigerung der Projektvorschläge für das EU-Instrument for Pre-Accession (IPA). Ferner sollen Vorschläge zu Finanzierungsprogrammen zur Steigerung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien erarbeitet werden. Das Wirtschaftsministerium setzt die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft in Kosovo und ist ferner zuständig für den Bereich Bergbau und allen staatlichen Unternehmen mit öffentlichen Beteiligungen. Die Fachkraft ist der energiepolitischen Abteilung zugeordnet.

Ihre Aufgaben

  • Entwicklung von Dienstleistungsangeboten für Unternehmen und Behörden zur Umsetzung des Europäischen Green Deals
  • Entwicklung von Strategien für eine saubere Energieversorgung und Energieeffizienz im Einklang mit EU-Richtlinien
  • Unterstützung bei der Ermittlung des Investitionsbedarfs im Themenfeld Nachhaltige Energien und deren Finanzierungsmöglichkeiten
  • Beratung zu dem Instrument für Heranführungshilfe (IPA) der EU und Ausarbeitung von Projektvorschlägen
  • Durchführung von Studien und Analysen des Energiesektors und Beratung bei der Fertigstellung des nationalen Energie- und Klimaplans

Ihr Profil

  • Abgeschlossenes Studium der Sozial- Wirtschafts- oder Umweltwissenschaften oder einer anderen Qualifikation, die zur Ausübung der Tätigkeit befähigt
  • Fundierte Kenntnisse im Projektmanagement und der Mittelakquise im Energiesektor
  • Gute Kenntnisse des Instruments for Pre-Accession Assistance der Europäischen Union
  • Sehr gutes Englisch

Zusatzinformationen

  • Abwechslungsreiche Tätigkeit mit Eigenverantwortung in einem internationalen Umfeld
  • Zusammenarbeit mit anderen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit
  • Professionelle Vorbereitung auf den Auslandseinsatz
  • Angebot für Corona-Schutzimpfung vor der Ausreise
  • Vermittlung zu lokalem Arbeitgeber als Integrierte Fachkraft für zunächst zwei Jahre - eine Verlängerung ist möglich
  • Attraktive monatliche Zuschüsse zum Ortsgehalt und Sozialleistungen

Landesspezifische Hinweise erhalten Sie unter anderem vom Auswärtigen Amt

Hinweis: das Stellenangebot ist aktuell, es gibt keine Bewerbungsfrist.


Anmeldung: https://jobs.cimonline.de/index.php?ac=apply&q=73a909b2a250c718e8c3935638c2d5485453b79a

Weitere Informationen finden Sie hier: https://jobs.cimonline.de/?ac=jobad&id=63486&view=external

Kategorien: Jobs

Junior-Berater*in im Deutsch-Chinesischen Programm Rechtskooperation (Peking)

epojobs - 27. September 2022 - 12:00

Junior-Berater*in im Deutsch-Chinesischen Programm Rechtskooperation

JOB-ID: J000063725

Berufsanfänger - Befristet

Tätigkeitsbereich

Das Deutsch-Chinesische Programm Rechtskooperation wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt und ist zugleich Teil des deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialogs unter Federführung des Bundesministeriums der Justiz. Ziel des Vorhabens ist, die Rechtskooperation und das gegenseitige Rechtsverständnis zwischen Deutschland und China zu ausgewählten rechtspolitischen und rechtlichen Themen in Bezug auf Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt zu verbessern. Das Vorhaben trägt zum Austausch zwischen chinesischen und deutschen juristischen Berufsträgern bei und berät chinesische Institutionen der Legislative, der Exekutive sowie der Judikative zur Verbesserung der Gesetzgebung und der Gesetzesanwendung.

Ihre Aufgaben

  • Erstellung von Fach- und Lehrmaterialien zum deutschen Recht
  • Mitarbeit an der Erstellung von Fach- und Lehrmaterialien zum chinesischen Recht
  • Fachliche Planung und Durchführung von Fachinformationsreisen, Workshops und Trainingskursen in Europa und China
  • Unterstützung der Programmleitung beim Berichtswesen und der Erstellung von Materialien zur Öffentlichkeitsarbeit
  • Unterstützung der Programmleitung beim Wissensmanagement und dem Wirkungsmonitoring
  • Mitwirkung bei der Entwicklung neuer und/oder digitaler Instrumente für die Projektdurchführung

Ihr Profil

  • Zweites Juristisches Staatsexamen (mit Prädikat)
  • Erste relevante, möglichst in Entwicklungs- oder Schwellenländern erworbene Berufserfahrung ist von Vorteil
  • Teamfähigkeit sowie organisatorisches Geschick
  • Soziale und interkulturelle Kompetenz
  • Sicheres Auftreten in einem politisch sensiblen Umfeld und diplomatisches Fingerspitzengefühl
  • Regionalerfahrung in Ostasien von Vorteil
  • Interesse an der Entwicklung digitaler Instrumente
  • Nachweislich gute schriftliche Ausdrucksfähigkeit im Deutschen
  • Verhandlungssichere Deutsch- und Englischkenntnisse; Chinesischkenntnisse (Mandarin) von Vorteil

Zusatzinformationen

Ein besseres Leben für alle und sinnstiftende Aufgaben für unsere Mitarbeiter*innen – das ist unser Erfolgsmodell. Seit mehr als 50 Jahren unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als Unternehmen der Bundesregierung bei der weltweiten Umsetzung entwicklungspolitischer Ziele. Gemeinsam mit Partnerorganisationen in 120 Ländern engagieren wir uns in unterschiedlichsten Projekten. Wenn Sie etwas in der Welt bewegen und sich selbst dabei entwickeln möchten, sind Sie bei uns richtig.

Gerne bieten wir Ihnen einen ersten Eindruck zu Themen wie bspw. Klima, Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten, Schulsituation und der Gesundheitsversorgung in China.

Im Allgemeinen ist die Sicherheitslage ruhig. Den Vorgaben zu Sicherheitsmaßnahmen der GIZ ist zu jeder Zeit Folge zu leisten. Bitte informieren Sie sich grundsätzlich auch über landesspezifische Hinweise des Auswärtigen Amts. Im GIZ Büro vor Ort ist ein(e) Ansprechpartner*in für das Sicherheitsrisikomanagement benannt. Von Seiten der GIZ bestehen keine Einschränkungen für die Mitausreise von Familienmitgliedern. Wir bitten Sie, sich gegebenenfalls zu informieren, welche Beziehungsformen im Einsatzland rechtlich und gesellschaftlich akzeptiert sind.

Bitte beachten Sie, dass sich derzeit die Ausreise nach China erheblich verzögern kann. In der Zeit zwischen Vertragsbeginn und Ausreise ist die Projektarbeit aus Deutschland aus vorgesehen.

Weitere Informationen über landesspezifische Hinweise des Auswärtigen Amts finden Sie unter https://www.auswaertiges-amt.de/de/.

Die Feinstaubbelastung am Einsatzort überschreitet den in Europa zulässigen Grenzwert um ein Vielfaches. Im Rahmen des Auswahlverfahrens und im Zuge der Einstellungsuntersuchung werden Sie über geeignete Schutz- und Verhaltensmaßnahmen informiert.

Der Arbeitsplatz ist für eine Besetzung in Vollzeit oder durch Teilzeitkräfte geeignet.

Die Bereitschaft zu regelmäßigen Geschäftsreisen wird vorausgesetzt.

Bitte beachten Sie die Bestimmungen der landesspezifischen Impfregularien für die Einreise und das Arbeiten im Einsatzland – insbesondere auch zu COVID-19.

Wir stehen mitausreisenden Partner*innen gerne zur Verfügung um Fragen zu Leistungen, Aufenthaltsgenehmigung und dem Weg zur eigenen Berufstätigkeit vor Ort zu besprechen - melden Sie sich gerne bereits in Ihrer Bewerbungsphase bei: map@giz.de.

Zur Erfüllung der Unternehmensziele ist die Bereitschaft der Mitarbeitenden für Einsätze an allen Standorten der GIZ im In- und Ausland von hohem Unternehmensinteresse.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Bewerbungen grundsätzlich nur über unser E-Recruiting-System annehmen und bearbeiten können. Nach Bestätigung der erfolgreich erstellten Bewerbung bitten wir Sie, Ihren Spam / Junk Ordner regelmäßig zu überprüfen, da E-Mails unseres eRecruiting-Systems von manchen Providern als Spam eingestuft werden.


Anmeldung: https://jobs.giz.de/index.php?ac=apply&q=c6bd7d351ef53b3a5fd1bd4d3612b529cb05336f

Weitere Informationen finden Sie hier: https://jobs.giz.de/index.php?ac=jobad&id=63725

Kategorien: Jobs

(Junior-)Finanzmanager*in „Nachhaltigkeit und Wertschöpfung in Agrarlieferketten“ (Bonn)

epojobs - 27. September 2022 - 12:00

(Junior-)Finanzmanager*in „Nachhaltigkeit und Wertschöpfung in Agrarlieferketten“

JOB-ID: J000063712

Bewerber mit Berufserfg. - Befristet

Tätigkeitsbereich

Das Globalvorhaben „Nachhaltigkeit und Wertschöpfung in Agrarlieferketten“ ist Teil der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" (SEWOH). Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert das Vorhaben die Nachhaltigkeit ausgewählter Agrarlieferketten, z.B. Baumwolle, Bananen, Kaffee, Kakao, Naturkautschuk, Palmöl oder Soja. Agrarlieferketten sind für viele hundert Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern Existenzgrundlage. Internationale Entwicklungsziele können nur in Kooperation mit den marktbestimmenden Akteuren auf globaler Ebene erreicht werden. Daher konzentriert sich das Vorhaben auf die Zusammenarbeit mit weltweit handelnden Unternehmen, globalen Zwischenhändlern, Rohstofflieferanten und internationalen Standardorganisationen. Ausgehend vom Ort des Endverbrauchs (Konsument*innen) arbeitet das Globalvorhaben entlang der Lieferkette – es wirkt „vom REGAL bis zum FELD“.

Ihre Aufgaben

  • Finanzadministrative Betreuung von ausgewählten Commodity Hubs und globalen Aktivitäten (Budgetplanung, Monitoring des Barmittelmanagements und Schlussrechnung)
  • Kaufmännische Vorbereitung von diversen Vertragsformaten sowie Finanzierungsinstrumenten
  • Laufende Beratung der Finanzierungsempfänger*innen zu rechtlichen und kaufmännischen Anforderungen und Vertragsangelegenheiten
  • Unterstützung bei der kaufmännischen und administrativen Betreuung von Kofinanzierungen (bspw. EU-Kofinanzierung)
  • Unterstützung beim Finanzmanagement, der Planung und dem Controlling nach den Richtlinien der GIZ, des BMZ sowie anderen Gebern (bspw. EU)
  • Mitarbeit bei der Qualitätssicherung von Finanz- und Vertragsablagen im Dokumentenmanagementsystem
  • Unterstützung der Projektverantwortlichen in allen Fragen des Finanzmanagements sowie der Administration von Vorhaben unterschiedlicher Auftraggeber

Ihr Profil

  • Abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung mit einschlägiger Berufserfahrung oder abgeschlossenes betriebswirtschaftlich ausgerichtetes Studium
  • Mehrjährige relevante, möglichst in Entwicklungs- oder Schwellenländern erworbene Berufserfahrung als Finanzmanger*in oder in vergleichbaren Funktionen im Finanz- oder Verwaltungsbereich sind von Vorteil
  • Gute IT-Kenntnisse (MS-Office und SAP)
  • Teamfähigkeit sowie Sozial- und Kommunikationskompetenz
  • Verantwortungsbewusstsein, Dienstleistungsorientierung, selbstständige strukturierte und gründliche Arbeitsweise sowie effektives Zeit- und Selbstmanagement
  • Verhandlungssichere Deutsch- und Englischkenntnisse; Französischkenntnisse sind von Vorteil

Zusatzinformationen

Ein besseres Leben für alle und sinnstiftende Aufgaben für unsere Mitarbeiter*innen – das ist unser Erfolgsmodell. Seit mehr als 50 Jahren unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als Unternehmen der Bundesregierung bei der weltweiten Umsetzung entwicklungspolitischer Ziele. Gemeinsam mit Partnerorganisationen in 120 Ländern engagieren wir uns in unterschiedlichsten Projekten. Wenn Sie etwas in der Welt bewegen und sich selbst dabei entwickeln möchten, sind Sie bei uns richtig.

Der Arbeitsplatz ist für eine Besetzung in Vollzeit oder durch Teilzeitkräfte geeignet.

Die Bereitschaft zu regelmäßigen Geschäftsreisen wird vorausgesetzt.

Zur Erfüllung der Unternehmensziele ist die Bereitschaft der Mitarbeitenden für Einsätze an allen Standorten der GIZ im In- und Ausland von hohem Unternehmensinteresse.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Bewerbungen grundsätzlich nur über unser E-Recruiting-System annehmen und bearbeiten können. Nach Bestätigung der erfolgreich erstellten Bewerbung bitten wir Sie, Ihren Spam / Junk Ordner regelmäßig zu überprüfen, da E-Mails unseres eRecruiting-Systems von manchen Providern als Spam eingestuft werden.


Anmeldung: https://jobs.giz.de/index.php?ac=apply&q=3ba883305d59965e9e2bf8ea81f489ea5694c707

Weitere Informationen finden Sie hier: https://jobs.giz.de/index.php?ac=jobad&id=63712

Kategorien: Jobs

Flutkatastrophe in Pakistan## Entwicklungsministerium erhöht Hilfen für Wiederaufbau

epo.de - 27. September 2022 - 11:40

Berlin. - Angesichts der verheerenden Folgen der Flutkatastrophe in Pakistan stockt das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) seine Hilfen für den Wiederaufbau von Brücken, Straßen oder Wasserleitungen auf. Nachdem Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) Anfang September der pakistanischen Regierung erste Mittel in Höhe von 13 Millionen Euro zugesagt hatte, erhöht das BMZ die Hilfen nun um weitere 26 Millionen Euro.

Inspiring Lunch People & Culture: Organisationale Voraussetzungen für Diversität schaffen

Talents4Good - 27. September 2022 - 11:37

„Diversität“ ist eines der Buzzwords unserer Zeit: Von einer veränderten Kommunikation in vielen Unternehmen über die Zusammensetzung des Bundestages bis hin zu gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen – überall gibt es Diskussionen über vermeintliche, gewünschte oder fehlende „Diversität“.

Auch im gemeinwohlorientierten Sektor ist das Thema längst in den Fokus gerückt. Trotzdem bestehen weiterhin unterschiedliche Vorstellungen davon, was unter „Diversität“ eigentlich zu verstehen ist und es mehren sich kritische Stimmen zum Begriff.

Bei unserem siebten Inspiring Lunch People & Culture teilte Eike Baur, bei Talents4Good zuständig für IT, Daten und Prozesse, Insights über „Diversität“ und ging den Fragen nach, warum der Begriff selbst nicht unbedingt passend ist und wie überhaupt organisationale Voraussetzungen für „Diversität“ geschaffen werden können. Unsere Eventreihe richtet sich an Entscheider*innen aus Geschäftsführung und Personalbereich gemeinwohlorientierter Organisationen. Der Inspiring Lunch bietet Impulse zu Zukunftsfähigkeit und Leadership in Zeiten des Wandels und Raum für Austausch und Vernetzung.

Zu Beginn ging es darum, warum wir „Diversität“ (allein) nicht unbedingt als den richtigen Begriff begreifen. Generell geht es dem Begriff darum, Chancengleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität zu repräsentieren. Dies ist immens wichtig, jedoch nutzlos, wenn Strukturen nicht hinterfragt werden. Um es in den Worten von Mohamed Amjahid in seinem Beitrag in der taz am 10.06.2021 zu fassen:

 "Was bringt es, Vielfalt zu feiern, während die grundsätzlichen Systeme der Unterdrückung weiter bestehen?"

In unseren Augen bringt es nichts, wenn eine Person mit Diskriminierungserfahrung angestellt wird, jedoch aufgrund der alten, festgefahrenen Strukturen unglücklich ist, sich nicht mit der Unternehmenskultur identifizieren kann und somit die Organisation nach wenigen Monaten verlässt. Im schlimmsten Fall ist dies sogar schädlich und führt zu Tokenism. Dieser Begriff bezeichnet kritisch eine Praxis, in der rein plakative und symbolische Anstrengungen unternommen werden, um gesellschaftlich marginalisierte Gruppen in soziopolitischer bzw. unternehmenskultureller Hinsicht gleichzustellen. Bessere Bezeichnungen für „Diversität“ sind zum Beispiel Antidiskriminierung, Machtkritik oder Belonging.

Im Kontext von Personalwesen liegt der Fokus beim Thema „Diversity“ häufig auf die Optimierung von Recruiting-Prozessen, d.h. z.B. inklusive Sprache schon in Stellenausschreibungen oder ähnliches. Insgesamt gilt jedoch, dass Personalbesetzung ein wichtiger Baustein innerhalb der ganzen Strategie ist. Jedoch sollte es nicht nur bei dieser Strategie bleiben. Warum? Im Kontext „Diversität“ bzw. Antidiskriminierung sprechen wir über strukturelle Hürden, die es bestimmten Personengruppen erschweren, in Organisationen zu kommen und schlussendlich, wenn sie es geschafft haben, auch zu bleiben.

Um eine Organisationskultur inklusiver und antidiskriminierend zu gestalten, sollte das Thema dementsprechend holistischer und struktureller gedacht werden. Doch welche weiteren Punkte gilt es strukturell für die Organisationskultur zu beachten?

Ein wichtiger Faktor ist hierbei die Transparenz. Betroffene Personen können dadurch das Arbeitsumfeld besser einschätzen und sind so langfristig zufrieden mit dem Arbeitsplatz. Auch der Umgang mit Konflikten spielt eine entscheidende Rolle. Diese werden meist negativ konnotiert betrachtet und wahrgenommen, sind aber im Kontext diverserer Lebensrealitäten normal und sollten als Chance begriffen werden, um ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das mehr Menschen gerecht wird.

In diesen Kontext müssen Mitarbeiter*innen zudem als „ganze“ Menschen wahrgenommen werden. Es muss Raum geschaffen werden, um Bedürfnisse und Emotionen anzusprechen und mit diesen einen gesunden Umgang zu finden. Gleichzeitig muss eine Balance zwischen Professionalität und „Selbsthilfegruppe“ gefunden werden.

Maßnahmen, um ein diverses und diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen sind z.B. die Einführung von Ansprechpartner*innen, insbesondere für Menschen mit Diskriminierungserfahrungen, und die Definition von klaren Prozessen bei Spannungen im Bereich Diskriminierung. Dies nimmt betroffenen Personen die Last ab, sich auch noch um die Spannungsbewältigung kümmern zu müssen. Generell gilt: Safe Spaces für Menschen mit Diskriminierungserfahrungen schaffen – für chancengleiche und gerechte Organisationskulturen, die den Bedürfnissen der diversesten Arbeitnehmenden gerecht werden!

Termin verpasst?

Sie konnten im September nicht dabei sein, aber möchten weiter informiert bleiben? Dann notieren Sie schonmal den nächsten Termin und folgen Sie uns auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/talents4goodgmbh

Am Donnerstag, 15.12.2022 findet unser nächster Inspiring Lunch People & Culture statt– schnappen Sie sich einen Lunchsnack und seien Sie dabei!

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