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Aktualisiert: vor 3 Stunden 19 Minuten

Europa lesen. Hamburger Autorengespräche mit Delio Miorandi

18. September 2018 - 13:12

Wir freuen uns deshalb sehr, Sie in Kooperation mit dem Istituto Italiano Di Cultura Amburgo heute einladen zu können zu unserer vierten Ausgabe von

EUROPA LESEN. HAMBURGER AUTORENGESPRÄCHE                                           
mit Delio Miorandi und seinen Büchern „ANTONIO: Vom Eselspfad ins Wirtschaftwunder“ & ANTONIO: Im Land der Verheißung"
am Dienstag, den 18. September 2018, 19:00 Uhr im Italienischen Kulturinstitut, Hansastraße 6, 20149 Hamburg.

Unser Gast kam selbst 1959 als Student aus Italien nach Deutschland und blieb nach Ende seines erfolgreich abgeschlossenen Studiums in der Bundesrepublik. In seinen beiden Romanen beschreibt er auf Grundlage seiner Autobiografie die Schicksale italienischer Gastarbeiter und ihre Inklusion, für die er sich zeit seines Arbeitslebens, aber auch auf privater Ebene eingesetzt hat und die ihm noch stets eine Herzensangelegenheit ist. Für sein Engagement erhielt er u.a. den Deutschen Bürgerpreis.

Unter der Moderation von Eleonora Cucina, Mitglied des Integrationsbeirats, Fotografin und Interkulturelle Trainerin, möchten wir uns mit Ihnen gemeinsam über Chancen und Herausfoderungen von (Arbeits-)Migration und über die Frage, was wir aus der Vergangenheit lernen können, austauschen. Im Anschluss an die Diskussion haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit mit unseren Gästen weiter ins Gespräch zu kommen.

Um Anmeldung wird gebeten unter anmeldung@europa-union-hamburg.de Wir freuen uns auf Sie!
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Spinelli Gruppe: Manifest für die Zukunft Europas

12. September 2018 - 19:42
Die Spinelli Gruppe ist überzeugt, dass eine Disintegration der EU ins Unglück führen würde und dass eine starke, demokratische und nach föderalen Prinzipien organisierte Regierung der beste Garant für künftigen Frieden und Wohlstand auf dem europäischen Kontinent sind. Das Manifest legt dar, warum Reformen notwendig sind, wie diese aussehen sollten und wie sie umgesetzt werden können. Das „Manifesto for the Future of Europe“ ist auf der Webseite der Spinelli Gruppe in englischer und französischer Sprache veröffentlicht.

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Infostand im Rahmen der Hamburger Klimawoche

11. September 2018 - 16:51

Der Info-Point Europa beteiligt sich mit Unterstüzung der Europa-Union Hamburg an der diesjährigen Hamburger Klimawoche. Im Rahmen der European Researchers‘ Night präsentiert der Info-Point Europa seine Arbeit und die der Europäischen Kommission im Bereich der Umwelt- und Klimapolitik mit einem

 

Infostand sowie einer Präsentation

Freitag, den 28. September 2018, 18:00 bis 22:00 Uhr, Lattenplatz (Neuer Kamp 30, 20357 Hamburg, U3 Feldstraße)

 

Kommen Sie vorbei!

Weitere Informationen zur Hamburger Klimawoche finden Sie hier.

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Demokratiesicherung in Europa. Empfehlungen für eine gesamteuropäische Aufgabe

5. September 2018 - 10:45

Zu Beginn stellte Linda Schneider, Co-Autorin der Studie und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität Berlin (Öffentliches Recht, insb. Verfassungsrecht, und Rechtsphilosophie), in einem Kurzvortrag zentrale Aspekte ihrer Analyse vor, beispielsweise legte sie Erklärungen dar, warum sich die Studie mit Demokratie und nicht etwa mit Rechtstaatlichkeit beschäftige, warum Demokratieabbau in einzelnen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ein europäisches Problem sei und wie die einzelnen EU-Institutionen bisher dazu gehandelt hätten. Die Studie habe sich hinsichtlich jenes Demokratieabbaus in ihrer Darstellung vor allem an den Beispielen von Polen und Ungarn orientiert. Diese Einleitung diente sowohl  den Referenten als auch dem Publikum als Zusammenfassung wesentlicher Elemente der Studie und somit als Input für die anschließende Diskussion.

Zunächst tauschten sich der Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin (B‘90/Die Grünen), der außerdem Sprecher für Osteuropapolitik ist und der Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete und Schatzmeister der Europa-Union Hamburg Dr. Sven Tode (SPD), der u.a. in Polen an einer Hochschule lehrte und ebenfalls einen starken Bezug zu Osteuropa hat, über die Methodik und Resultate der vorliegenden Untersuchung aus und gaben eine Einschätzung der politischen Situation der beiden angesprochenen Länder.

In Ungarn, so waren sich Manuel Sarrazin und Sven Tode einig, sei die Stärke des Ministerpräsidenten, Viktor Orbán, die Schwäche der Opposition. Außerdem trügen der ausgeprägte Nationalismus und die Vorstellung, die Außengrenze Europas zu sein, auch dazu bei, dass Orbán mit seiner europafeindlichen Politik soweit komme. Linda Schneider betonte aus der Sicht einer Juristin diesbezüglich, dass im Gegensatz zu Polen, in Ungarn alles verfassungskonform abgelaufen sei und man deswegen auf die Ergebnisse der nächsten Wahl warten müsse.

Die politische Lage in Polen, so waren sich die Podiumsgäste einig, sehe jedoch im Vergleich zu Ungarn positiver aus. Sven Tode betonte, dass die Zivilgesellschaft in Polen sehr stark sei und die Polen durchaus auf die Straße gingen und protestierten, so wie sie es zum Beispiel als Protest gegen verschärfte Abtreibungsgesetze getan hätten. An dieser Entwicklung solle die EU anknüpfen und versuchen, die Zivilgesellschaft zu stärken und zu fördern, beispielsweise mit Stipendien oder andere Förderungen. Manuel Sarrazin unterstrich die guten deutsch-polnischen Beziehungen und plädierte dafür, dass dies ein Anknüpfungspunkt sei, um einen gemeinsamen Dialog zu starten, was wiederum Demokratie stärke.

Das Fazit der drei Referenten*innen war, dass die Lage zur Demokratie in beiden Ländern außer Zweifel verbesserungswürdig sei, aber man trotzdem positiv bleiben solle, was die Zukunft Ungarns und Polen anginge. Diskutiert wurde hitzig über geeignete Lösungsvorschläge für die Situation, ob und welche konkreten Schritte  die EU bzw. einzelne Institutionen einleiten solle und in welchen Ansätzen; müssen (weitere) juristische Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet werden? Sollten eher finanzielle Sanktionen verhängt werden? Oder ist der richtige Weg, das Engagement des Europäischen Rats zu stärken?

Im Anschluss an das moderierte Gespräch hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, ihre Fragen an die Podiumsteilnehmer*innen zu richten. Wenn Sie wissen möchten, welche Punkte von Seiten des Publikums gestellt wurden und wie die Sprecher*innen dazu Stellung bezogen haben, werfen Sie einen Blick in den Mitschnitt der Veranstaltung auf unserem Youtube-Kanal.

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Should I stay or should I go? Die sozialen Auswirkungen des Brexit

28. August 2018 - 12:29

Wie wird die Beziehung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich aussehen? Wie erklärt sich der Brexit? Welche sozialen Konsequenzen gibt es? Und was können wir für den kulturellen Austausch tun?

Diese und viele weitere, spannende Fragen haben Wolfgang Wopperer-Beholz , ein selbstständiger Unternehmer, der bereits in vielen Branchen Einblicke hatte und sich nebenbei für die Erhaltung demokratischer Werte einsetzt und  Jon Worth, ein  politischer Blogger und Journalist, der gebürtig Brite ist, aber schon jahrelang in Deutschland lebt, gemeinsam diskutiert.

Im Zusammenhang mit dem Brexit wird oft von einer Scheidung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU  gesprochen. Einerseits wollen die Briten die Vorteile der EU, wie die Teilnahme am Binnenmarkt oder an Austauschen. Andererseits wollen sie gleichzeitig  insbesondere aufhören, Geld an die EU zu zahlen. Besonders in Fragen der Wirtschaft, bspw. Die Arbeitsmarktpolitik, betont Jon Worth, dass die Deutschen viel besser als die Briten vorbereitet seien, was die Auswirkungen des Brexit auf viele Berufsfelder angeht.

Louise Brown und Wolfgang Wopperer-Beholz kritisierten außerdem  insbesondere die Entpolitisierung der britischen Gesellschaft und besonders das fehlende Engagement der Jugend. Erklärt haben sich beide dieses Phänomen mit der Gewöhnung an die Selbstverständlichkeit der Demokratie und fehlendem Interesse an politischen Themen. Unter anderem Schuld daran seien die vielen Herausforderungen des Alltags für viele junge Briten, wie teure Mieten und hohe Studienkredite.

Weiterhin wurde die Wahrscheinlichkeit eines „Brexit-Exits“-Szenarios thematisiert, d.h. die vorzeitige Beendigung der Brexit-Verhandlungen mit der Maßgabe, dass das Vereinigte Königreich weiterhin Teil der EU bleibt. Worth argumentierte, dass dies juristisch umstritten, aber wahrscheinlich möglich sei. Man müsse aber beachten, dass es viele Einschränkungen gebe und viele „Wenn und Aber“. Auch wurde die Option eines „No-Deal“ diskutiert, ein Brexit ohne konkrete Vereinbarungen. Über dieses Szenario waren sich die Diskutierenden einig, dass dies eine wirtschaftliche Katastrophe sowohl für das Vereinigte Königreich und Irland als auch Deutschland bedeuten würde. Es müsse um jeden Preis verhindert werden, die Verhandlungen ohne Ergebnisse und Vereinbarungen  abzuschließen. Notfalls solle man lieber eine Verlängerung in Betracht ziehen.

„You don’t know what you’ve got until it’s gone“ ist eine persönliche Lehre, die Jon Worth dem Publikum mit dem Plädoyer ans Herz legte, weiterhin für einen kulturellen Austausch zwischen den Ländern zu sorgen und auf individueller Ebene dazu beizutragen, die Verbindungen, die bereits bestehen, zu stärken und die Freundschaft zwischen dem Vereinten Königreich und Deutschland zu pflegen.

Im Anschluss an das moderierte Gespräch hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Fragen an die Podiumsteilnehmer zu richten: sollte es ein zweites Referendum geben? Was sähe in diesem Fall die „optimale Frage“ aus? Wie positionen sich die Kirchen und zivilgesellschaftlichen Organisationen im Vereinigten Königreich? Was war die „wirkliche“ Motivation für den Brexit? Und steht es um die Zukunft Schottlands? Es folgte eine lebhafte Diskussion.

Neugierige können sich einen Mitschnitt der Veranstaltung auf unserem Youtube-Kanal ansehen!

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Aktionskomitee für die Vereinigten Staaten von Europa! – Einwurf von EUD-Generalsekretär Christian Moos

23. August 2018 - 16:06
Die europäischen Föderalisten setzen sich seit 1946 für eine auf föderativer Grundlage errichtete, europäische Gemeinschaft ein, den europäischen Bundesstaat (Düsseldorfer Programm von 2012). Auch das ist nicht neu. Das Ziel bleibt aber auch nach über 70 Jahren richtig. Und heute, in Anbetracht der Verschiebungen im Weltgefüge, richtiger denn je. 1955 kam der Anstoß aus Paris, warum nicht jetzt aus Berlin? Europa kann nicht bis nach der Europawahl warten. Es braucht einen starken proeuropäischen Impuls – gerade als Signal an die Menschen vor dem Mai 2019. Allein von oben darf der Impuls freilich auch nicht kommen. (Er wird aber auch von oben gebraucht.) Schon in den 1950er Jahren kam der Impuls nicht nur von oben. Die europäischen Föderalisten, viele Bürgerinnen und Bürger, engagierten sich öffentlich für Europa. Das ist heute nicht anders. Und das ist auch gut so. Denn angesichts des drohenden, eigentlich paradoxen internationalen Bündnisses ultranationalistischer Kräfte ist zivile, europäische Gegenwehr angesagt. Den Nationalisten, die momentan in vielen EU-Staaten von Erfolg zu Erfolg eilen und auch aus Übersee Unterstützung zu erhalten scheinen, gilt es die Brandfackeln zu entwenden. Mit Mut und Zuversicht statt Angst und Verzweiflung. Und mit einem neuen Aktionskomitee für die Vereinigten Staaten von Europa!

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Europa der Regionen - Auf dem Weg zu einem föderalen Europa

20. August 2018 - 12:37
Diese und weitere Fragen wollen wir unter der Moderation von Frau Barbara Duden, Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft und Mitglied des Ausschusses der Regionen am
Mittwoch, den 29. August um 19:00 Uhr im Bürgermeistersaal des Hamburger Rathauses
mit unseren beiden Gästen diskutieren: Herr Karl-Heinz Lambertz, Präsident des Ausschusses der Regionen, und Herr Stefan Alexander Entel,
Publizist und Mitglied der Europa-Union Hamburg e. V., die in Ihrem Buch „Von Eupen nach Europa“ auf o.g. Fragen ihre eigenen Antworten gegeben haben. In Ihrem Werk sprechen sie sich für eine föderale und regionale EU aus, um den globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnen zu können und um letztendlich aus der EU eine wirkliche Union der Bürger werden zu lassen. Dabei greifen sie die Ursachen vieler Probleme auf, mit denen Europa und die europäische(n) Gesellschaft(en) aktuell zu kämpfen haben und wagen eine Prognose, wie das Europa von 2050 nach Ihren Vorstellungen aussehen könnte. Im Anschluss an die Diskussion wird es im Phönixsaal einen kleinen Empfang geben mit der Möglichkeit offen gebliebene Fragen zu klären und mit den Anwesenden ins Gespräch zu kommen. Weiterführende Links zum Buch "Von Eupen nach Europa":

Rezension BRF Nachrichten: https://brf.be/kultur/buch/1182888/
Buchvorstellung Radio Contact Ostbelgien: http://radiocontactnow.be/podcast/buchvorstellung-von-eupen-nach-europa/
Buchvorstellung Homepage Stefan A. Entel: https://stefan-entel.eu/vorstellung-des-buches-von-eupen-nach-europa-von-karl-heinz-lambertz-und-stefan-alexander-entel/

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EUD-Generalsekretär Christian Moos zum Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen

16. August 2018 - 12:38
„Brüssel tut gut daran, alle Möglichkeiten der Verträge zu nutzen. Die EU darf dabei aber nicht alleingelassen werden, denn bereits jetzt zeigen die betroffenen Regierungen, die alle von Populisten geführt werden, mit dem Finger auf Brüssel, werfen der EU Einmischung und Bevormundung vor, und lenken vom eigenen Tun ab. Deshalb müssen auch die Bundesregierung und alle den europäischen Werten verpflichteten Regierungen klare Worte finden und die Europäische Kommission unterstützen. Korrupte Regierungen, die das Recht beugen, um ihre Macht zu sichern, wie auch mit illiberaler Demokratie liebäugelnde Politiker können zu einer echten Gefahr für die europäische Freiheit werden. Für die Europa-Union gilt klar und unmissverständlich: Demokratie und Rechtstaatlichkeit, die Achtung der Menschenrechte und die Achtung und der Schutz von Minderheiten sind, ebenso wie Pressefreiheit oder die Freiheit der Forschung und Lehre, keine verhandelbaren Güter, sondern Grundwerte, auf denen die Europäische Union gegründet ist. Eine dauerhafte und anhaltende Verletzung dieser Werte muss von allen beteiligten Akteuren und Institutionen sanktioniert werden! Die überparteiliche Europa-Union ist Teil der zivilgesellschaftlichen Allianz für die liberale Demokratie.“
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Europa erneuern! Mitgliedszeitschrift Europa aktiv Ausgabe 3-2018 erschienen

3. August 2018 - 7:55
In der neuen Ausgabe von „Europa-aktiv“ werden Sie viele Fotos finden von Demonstrationen und Aktionen: Die Europafreunde sind entschlossen, das Feld nicht den Anti-Europäern zu überlassen. Erfreulich, dass Experten der Europa-Union immer häufiger als Sachverständige in die Parlamente gebeten werden, um in Ausschüssen zu sprechen oder Fragen von Abgeordneten über Europapolitik und Bürgerbeteiligung zu beantworten. Einen bunten Rückblick auf die Europawoche und vor allem den gut besuchten „Europatag“ beim Katholikentag in Münster bietet das Magazin ebenso wie vielfältige Berichte aus den Landesverbänden und von den Aktivitäten der Jungen Europäischen Föderalisten. Viel Vergnügen bei der Lektüre! Die Ausgabe 3-2018 kann hier online abgerufen werden.

Ältere Ausgaben finden Sie in unserem Archiv.

Bis zur nächsten Ausgabe können Sie sich auch auf der Europa-Union Facebook-Seite auf dem Laufenden halten.

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Demokratiesicherung in Europa. Empfehlungen für eine gesamteuropäische Aufgabe

12. Juli 2018 - 15:48
Freiheitliche Demokratien stehen weltweit unter Druck. Die Europäische Union ist von diesen Entwicklungen nicht ausgenommen, wie man an Ländern wie Ungarn und Polen sehen kann. Deren Regierungen betreiben einen Staatsumbau, der die Unabhängigkeit von Verfassungsgerichtsbarkeit, Justiz und Medien beschränken soll. Demokratieabbau in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union ist ein europäisches Problem. Wird in einem Mitgliedstaat Rechtsstaatlichkeit eingeschränkt, so trifft es die Gemeinschaft in ihrem Kern und bedroht die gemeinsamen Grundlagen. Wie aber soll die EU auf Demokratieabbau in ihren Reihen reagieren? Wie kann sie ihn verhindern und den demokratischen Rechtsstaat schützen? Die von der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegebene Studie nimmt sich dem Dilemma an, in dem sich die EU befindet, und eruiert, welche Möglichkeiten sie dennoch hat. Die Autor/innen Christoph Möllers und Linda Schneider eröffnen neue Lösungswege und fordern ein europäisches Bewusstsein für eine europäische Aufgabe. Datum: Donnerstag, den 30. August 2018, 19.00 Uhr Ort: Staatsbibliothek Carl-von-Ossietzky (Uni Hamburg), Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg Mit: Linda Schneider, Co-Autorin der Studie, Humboldt Universität Berlin Manuel Sarrazin, MdB, Bündnis90/DIE GRÜNEN, Sprecher für Osteuropapolitik PD Dr. Sven Tode, MdHB, Schatzmeister Europa-Union Hamburg e. V. Moderation: Jörn Dobert, umdenken Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e. V. Eintritt frei. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.
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Europa lesen. Hamburger Autorengespräche" mit FAZ-Korrespondentin und Buchautorin Michaela Wiegel

12. Juli 2018 - 15:36

Trotz strahlendem Sonnenschein und Vorrundenspiel des Gastgebers der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft lockte der Austausch über den mächtigen Mann an der Spitze unseres Nachbarlandes und über seinen Optimismus für die Zukunft Europas ein interessiertes Publikum in die Buchhandlung boysen+mauke im Johanniskontor.

Nach einer kurzen Vorstellung der Vita unseres Gastes, Frau Michaela Wiegel, die mit über 20 Jahren Berufserfahrung als Journalistin in Frankreich, die Eindrücke mehrerer Präsidentschaften, Regierungen und auch politischer und gesellschaftlicher Umwälzungen unmittelbar sammeln konnte, ging es zunächst um den Hintergrund des Buches bzw. um die Frage, wie das Interview, das Emmanuel Macron ihr exklusiv gegeben hat und das eine Basis für das Werk bildet, zustande gekommen sei. Als ein Grund hierfür kann vor allem wohl die Neugier auf Seiten der Journalistin genannt werden. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen überwogen vor allem die Sorge um die Zukunft Frankreichs und der drohende Wahlerfolg der Rechtspopulisten, die das Interesse für den jungen, rätselhaften Präsidentschaftskandidaten entfachten. Doch auch als sich ein Gewinn Macrons abzeichnete, blieben die Zweifel, ob er auch eine parlamentarische Mehrheit hinter sich versammeln könne und auch die Erwartung, wie er später einem Vergleich seiner Positionen vor seiner Wahl und nach Amtsantritt standhielte. Aus dem Antrieb heraus, mehr über ihn wissen zu wollen und ihn besser verstehen zu können, entwickelte Michaela Wiegel einen intensiven Austausch, auch zu Personen aus seinem direkten Umkreis, wie beispielsweise dem ehemaligen französischen Botschafter, Philippe Etienne. Auch Emmanuel Macron sei es allerdings ein Bedürfnis gewesen, eine guten Kontakt und einen direkten Austausch mit deutschen Journalisten*innen zu pflegen, da ihm die Beziehung zu Deutschland sehr wichtig sei. So sei es nach einem nicht unkomplizierten Terminfindungsprozess schließlich zu einem Empfang und einem Interview in den pompösen Räumlichkeiten des Elysée-Palastes gekommen.

Im weiteren Verlauf des Gespräches, zeichneten Isabelle Maras und Michaela Wiegel die Gliederung des Buches nach, wobei die Autorin ihre Erläuterungen an verschiedenen Stellen durch das Vorlesen von Auszügen aus ihrem schriftlichen Werk vervollständigte. Den Auftakt bildete dabei die Schilderung der Kinder-, Jugend und (Aus)bildungsjahre des französischen Präsidenten. Für das sicherlich hochbegabte Kind Emmanuel Macron sei seine Großmutter eine wichtige Bezugsperson gewesen, bei der er viel Zeit verbracht und zu der er einen sehr engen Kontakt gehabt habe. Dieser Umgang und viele Gespräche generell mit dieser kriegserfahrenen Generation hätten ihn und viele seiner Sichtweisen entscheidend geprägt. Besonders seinen Zugang und seine Affinität zu Deutschland sei durch anfänglich durch die Literatur entstanden, die seine Großmutter ihm empfohlen habe und die bemerkenswerterweise immer auf eine Versöhnung mit den deutschen Nachbarn setzte.

Darüber hinaus zeichnete sich Emmanuel Macron schon sehr früh durch seinen bis heute anhaltenden philosophischen Background aus. So sei neben seiner literarischen Bildung auch seine Mitarbeit bei dem französischen Magazin Esprit zu erwähnen, die in seiner Laufbahn, die eigentlich einer klassischen „Königslaufbahn“ französischer Politiker entspreche,  das besondere Etwas darstelle, da sie über einfachen Erfolg, den er sowieso gehabt habe, hinausgegangen sei. Zu dem Extra gehöre dabei auch seine Beziehung zu und seine Erfahrung mit dem ihm zunächst selbst unbekannten zeitgenössischen französischen Philosophen Paul Ricœur, dessen Grundphilosophie „en même temps“ (sowohl als auch) – der Versuch, die Argumente des Gegenüber zu verstehen und in die eigene Position aufzunehmen- er stark verinnerlicht habe und die seine Politik charakterisiere. Außerdem zu erwähnen sei der `doppelte Zeitgewinn` Emmanuel Macrons, den er zum einen durch die eigene Kinderlosigkeit und zum anderen durch den Verzicht auf eine zuerst lokale Wahlkarriere erworben und den er zum Lesen und Nachdenken genutzt habe. Dieser Umstand habe dazu geführt, dass er in seinen Ansichten, vor allem als Politiker, sehr gefestigt sei.

Im Hinblick auf die besondere Beziehung zu Deutschland griff Isabelle Maras eingangs die Frage auf, ob Emmanuel Macron zwischenzeitlich enttäuscht sei, da sein Bild von Deutschland durch die Literatur entstanden und deshalb idealisiert sei und sich ihm nun die Differenz zwischen seiner Vorstellung und der Realität offenbare. Michaela Wiegel ist der Überzeugung, dass es gerade momentan zwar Umstände gebe, die an seinem Bild von Deutschland rüttelten, wie beispielsweise die schwierige und langwierige Regierungsbildung nach den Bundestagswahlen oder innere Streitigkeiten, die aber dennoch nicht zu einer Entfremdung seinerseits führten. Im Gegenteil sei mit ihm an der Spitze eine neue Generation an der Macht, die einen anderen Zugang, einen verkopften, zu Dingen und ein ungewöhnlich reifes Verständnis für die Bundesrepublik hätte. Es sei ein Anliegen, aus bisherigen Denkmustern auszubrechen, die speziell auf der Annahme ruhen, Deutschland schulde Frankreich etwas und habe (finanziell) etwas wieder gut zu machen; andererseits sei es auch wichtig, die deutsche Seite zur Abkehr von der stetigen Frage nach den eigenen Kosten zu bewegen. Ein (weiteres) herausstechendes Merkmal in Macrons politischer Vorgehensweise sei seine Besetzung wichtiger Posten mit germanophilen Personen, die oft nicht nur selber eine besondere Beziehung zu Deutschland haben, sondern darüber hinaus fließend die deutsche Sprache beherrschten und davon in Ausübung ihrer Position Gebrauch machten, was wiederum das deutsch-französische Verhältnis auf eine andere Ebene setze. Abzuwarten bleibe allerdings, ob sich dadurch auch auf lange Sicht in diesem Aspekt etwas verändere.

Einen weiteren großen Raum des Gespräches sowie auch des Buches nahm das Thema Europa bzw. Europäische Union, spiegelbildlich zu Macrons politischer Schwerpunktsetzung ein. Passenderweise fand am gleichen Tag wie „Europa lesen“ der deutsch-französische Ministerrat statt, bei dem es um die akuten Probleme der EU gegangen sei und bei dem Emmanuel Macron erneut betont habe, dass die Beziehung zu Deutschland mitunter am wichtigsten für Frankreich sei, vor allem aber in der europäischen Verankerung. Michaele Wiegel habe erfahren, dass der französische Präsident nicht an die Auflösung oder Überwindung der Nation glaube, dafür aber an die Kraft der EU als einzigartiges Gebilde.  Da Nationalstaaten allein immer weniger ausrichten könnten, in Bereichen wie Klimawandel, Digitalisierung oder Migrationsströmen, sei seine Vision, die europäische Schicksalsgemeinschaft weiter zu vertiefen, die einzige vernünftige Lösung. Die Autorin hob bei dieser avisierten Vertiefung vor allem drei Aspekte der Politik Macrons hervor. Erstens plädiere er für ein eigenes Eurozonenbudget. Des Weiteren wolle er die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, vor allem den Verteidigungsbereich ausbauen. Ein dritter Punkt sei die Stärkung der Solidarität, bei der er aber beispielsweise keine Vergemeinschaftung der Schulden anstrebe.

Insgesamt wolle er wieder Bewegung in den europäischen Prozess bringen und zeigen, dass die europäische Gemeinschaft ein Erfolgsprojekt ist und funktioniert. Er setze dabei auf ein differenziertes Europa, auf ein Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Der literarische Abend schloss mit diversen Fragen aus dem Publikum, die sich u.a. um die Innenpolitik Macrons oder auch mit dem Blick auf potentielle Krisenherde drehten. Sollten Sie an den einschätzenden Antworten der FAZ-Korrespondentin Michaela Wiegel interessiert sein oder an weiteren Details zu den vorherigen Erläuterungen, können Sie sich ganz bequem einen Mitschnitt der Veranstaltung auf unserem Youtube-Kanal ansehen.

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"Europa ist live erlebbar"

10. Juli 2018 - 14:10
David

"Es ist Donnerstag der 31. Mai, 22 Uhr. 30 junge Leute treffen sich am Hamburger Busbahnhof. Wir sind bunt gemischt, von Elftklässlern bis zu JEF-Veteranen, die langsam an der Altersgrenze kratzen. Es geht nach Straßburg, zum European Youth Event, dem wohl größten Jugendevent Europas – organisiert vom Europäischen Parlament.

Der Bus braucht viel länger als geplant. Aus dem Fenster kann man schweren Gewittern bei der Arbeit zugucken, am nächsten Morgen wird das Veranstaltungsgelände halb zerstört sein. Beides tut der Stimmung keinen Abbruch. Es herrscht Klassenfahrtstimmung, als junger Berufstätiger wird man bei all den Schülern ganz nostalgisch.

So wie wir begeben sich in diesen Tagen 9.000 andere junge Menschen aus allen Ecken des Kontinents nach Straßburg. Dieses Fest der Jugend lässt einen die europäische Vielfalt spüren wie sonst nie. Es steht für Europas Zukunft. Die Organisatoren bieten ein buntes Potpourri an Workshops & Podiumsdiskussionen zu vielen brennenden Themen wie Jugendarbeitslosigkeit, Freihandel, Terrorismus oder Brexit, aber auch zu Yoga oder Esperanto. Auf den Bühnen und hinter den Podesten stehen Menschenrechtler oder Politstars wie Tajani und Sonneborn genauso wie führende Köpfe vieler Jugendorganisationen – gerade auch von den Jungen Europäischen Föderalisten. Die JEF sind insgesamt stark präsent, Dutzende aus den verschiedensten Sektionen sind vor Ort. Die Vielfalt des Events bedeutet auch, dass das gesamte politische Spektrum Gesicht zeigt – der Front National ist vor Ort, eine junge Polin fordert in einer Podiumsdiskussion die Schließung der Grenzen. Die Grundstimmung des Events ist sonst – wenig überraschend – fröhlich, weltoffen & liberal.

Das seröse Parlamentsevent wird gemischt mit dem YO-Fest des Europäischen Jugendforums, der Dachorganisation der europäischen Jugend-NGOs, zu der auch die JEF gehören. Neben den für Festivals mittlerweile obligatorischen Foodtrucks stehen „Hubs“ genannte Pavillons. Zu Schwerpunkthemen wie Umweltschutz und Digitalisierung kommt man schnell mit den anderen Teilnehmern in Kontakt und wird zu Diskussionen angeregt. Konzerte und DJ-Sessions machen die Festivalatmosphäre komplett.

Auf dem Event schwirren gefühlt hunderte Sprachen um uns, junge Menschen mit den verschiedensten Hintergründen sind nach Straßburg gekommen. Europa ist live erlebbar. Die passende Kulisse: Straßburg, ein europäischer Schmelztiegel, deutsche Geschichte gemischt mit französischem Flair. Die gerademal 270.000 Einwohner zählende Stadt kommt uns manchmal wie überflutet mit den vielen Teilnehmern vor. Sie sind jedoch kein Fremdkörper. Zur Abschlussveranstaltung mischen sich unter tausende jungen Europäer noch mehr Straßburger – die Stadt schenkt Ihren Gästen zum Abschied ein Open-Air-Kino am Rhein. Hier zeigt sich der Zauber Europas ein letztes Mal, jetzt auch ganz pragmatisch: in Ermangelung von Getränkeständen nutzen wir die Europabrücke zum Besuch des nächsten Supermarkts: ein Edeka in Kehl. An der Kasse treffen wie einen alten Bekannten: Rainer Wieland hatte wohl eine ähnliche Idee."

Rosa "In der Zeit vom 31.05. bis zum 03.06. bin ich mit der Reisegruppe der JEF Nordlichter nach Straßburg zum European Youth Event 2018 gefahren. Highlights der Reise waren in erster Linie der Besuch des Europäischen Parlaments und die dazugehörigen Workshops. Kommunale Themen  europäisch diskutieren Weniger überrascht, aber sehr zufriedengestellt ging ich aus meinem ersten Workshop “Nachhaltige Stadtentwicklung“. Obwohl Städteplanung ein kommunal zu entscheidendes Thema ist, war es spannend das Problem „Autogerechte Stadt“ europäisch zu diskutieren. Wo konkret liegen die Probleme in Paris? In was für einer Stadt wollen junge Menschen in Ungarn leben? Brauchen wir ähnliche Maßnahmen in Hamburg, wie in Helsinki? Oder gar europäische Richtlinien? Die Lösung mag eine kommunale sein, das Problematisieren und das Formen von Visionen aber mindestens europäisch.  So lagen wir doch eng beieinander: Wir forderten Großstädte aus Quartieren, die vom motorisierten Individualverkehr befreit sind und eine massive Förderung der Fahrradinfrastruktur um die maximale Lebensqualität zu erreichen. Das Erstarken der Besorgten Bürger*innen™ - Nicht nur in Deutschland Wo, wenn nicht in der Diskussion „Sicherheit und Freiheit - Gefährdet Terrorismus unsere individuellen Rechte?“? Unter all die europhilen Jugendlichen, die zusammenkamen um differenziert über die Sicherheitslage in den europäischen Staaten zu diskutieren, mischten sich auch einige Anhänger*innen des Front Nationale.  Außengrenzen schützen, Gefährder*innen abschirmen, Menschen ausgrenzen und diskriminieren. Einerseits war ich über die Präsenz und Dominanz mit der die jungen Europäer*innen den Plenarsaal einnahmen und den Diskurs verschoben, erstaunt und gelähmt, andererseits sehr bestätigt durch den Gegenstrom, den die links-progressive Mehrheit dem entgegen setzte. Freund*innen treffen - JUNGE GRÜNE in Europa Im Zuge des Klimaschutz und Feminismus Workshops mit Terry Reintke habe ich einige Freund*innen des Dachverbands meiner parteilichen Jugendorganisation getroffen. Auch wenn das EYE eine partei- und positionenübergreifende Veranstaltung war, haben doch viele innerhalb ihrer Kreise Menschen wieder treffen und die gewonnenen Ideen in ihre Verbände tragen können.   Zusammen ein europäisches Narrativ schaffen oder warum das EYE nicht nur Selbstdarstellung des EPs ist. Europa ist nicht nur La-Ola-Welle im EP und glänzende-Fahnen-schwenken, auch wenn es manchmal den Eindruck erweckt. Meiner Meinung nach haben die Organistor*innen den schmalen Grad zwischen Europäischem Feeling und der Kritikwürdigkeit des europäischen StatusQuos erreicht. Für Jugendliche deren „erster Kontakt mit Europa und Europäischen Events“ das EYE war, wurde ein positives Narrativ rund um die Europäische Union geschaffen, andere haben die Diskussionsrunden ausgereizt und wieder andere Ansporn für ihre proeuropäische Arbeit gefunden. In Zukunft muss das Einbinden von weniger privilegierten Jugendlichen umgesetzt werden, doch ansonsten war das EYE eine bereichernde Fahrt mit einer netten Gruppe." Jacob "Anfang Juni kamen über 7000 junge Erwachsene aus ganz Europa in Straßburg zusammen, um das Parlament zu besuchen, an Workshops teilzunehmen, über Politik zu diskutieren, um alte Freunde zu treffen und um neue Freunde zu finden, um Europa zu feiern und einfach ein schönes Wochenende zu verbringen. Da ich selber für die JEF Seminare und Veranstaltungen, oft auch mit internationalen Teilnehmern, organisiere, war ich besonders gespannt wie so ein gigantisches Festival abläuft. Vor Beginn des Festivals hatte ich bereits aus dem sehr vielfältigen Angebot Seminare und Events herausgesucht, die mich interessieren. Das Programm war sehr auf die Bereiche Nachhaltigkeit, Gender Equality und Politik im Zeitalter der Digitalisierung ausgelegt, allerdings war die ganze Bandbreite der aktuellen politischen Themen vertreten. Nach langer Busfahrt mit vielen Staus und Baustellen kamen wir Freitagvormittag bei strahlender Sonne in Straßburg an. Nach der Akkreditierung ging es endlich auf das Gelände, wo das große Wiedersehen begann. Nach drei Jahren europäischer Jugendarbeit hat man diverse Kontakte geknüpft, Bekanntschaften gemacht und Freunde gefunden – und viele von ihnen waren auch in Straßburg. Im Laufe des Wochenendes habe ich so viele Menschen wieder getroffen und neu kennen gelernt, viel über Politik diskutiert, dutzende Ideen für Projekte ausgetauscht und einige bereits in Angriff genommen. Das Youth Festival bietet im Parlament und auf dem Gelände drumherum viele Möglichkeiten, sich kurz mit ein paar Leuten und einem Laptop zurück zu ziehen und zu planen, und wenn man fragen hat oder Hilfe braucht, sind die passenden Experten und Workshops nicht weit. Das war wahrscheinlich das produktivste Festival, auf dem ich je war. Im Laufe des Freitags haben wir das Parlament besucht, an der Eröffnungsveranstaltung teilgenommen und die ersten Seminare besucht. Abends gab es dann Kulturprogramm auf dem Festivalgelände. Samstagmorgen ging es dann gleich mit Seminaren weiter. In einem interessanten und sehr interaktiven Seminar wurde über die Zukunft des Internets diskutiert, besonders mit Blick auf einen europäischen Rahmen für Regulierung. Besonders spannend war, dass es anscheinend eine Art Generationenkonflikt gibt. Die etwas „älteren“ Teilnehmer und auch die Organisatoren des Seminars haben noch eine romantische Vorstellung vom „freien“ und anonymen Internet, während die jüngeren Teilnehmer klar für mehr Regulierung und Überwachung plädieren. Mittags wurde dann fieberhaft nach der besten Kantine im Parlament gesucht, die endgültige Entscheidung steht noch aus. Während die meisten anderen an der Abschlussveranstaltung teilgenommen haben, habe ich durch Zufall in der hinterletzten Ecke ein interessantes Seminar zu den neuen Möglichkeiten der Gentechnik (CrisprCas etc.) und die politischen und ethischen Konsequenzen entdeckt. Eine Gruppe junger Naturwissenschaftler hat in einem kurzen Vortrag erzählt, was bereits technisch möglich ist und was in den nächsten Jahren auf uns zu kommt. Die relativ offene Frage wie Politik und Gesellschaft mit dieser neuen wissenschaftlichen Revolution umgehen sollte, führte zu einer hitzigen und ausgiebigen Diskussion, die am Ende vom Hausmeister beendet wurde, der gerne endlich Feierabend machen wollte. Als einziger Sozialwissenschaftler in einem Raum mit Naturwissenschaftlern ist mir wieder bewusst geworden, wie wenig Austausch es zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen gibt, ein Missstand, den wir am besten auf europäischer Ebene beheben sollten. Am Abend haben wir uns noch mit der JEF France in einem Outdoor Club (man könnte auch Biergarten sagen) getroffen – und wie immer mit der JEF France bis in die frühen Morgenstunden geredet, geplant, getrunken und getanzt. Sonntag ging es dann in aller Frühe zurück Richtung Hansestadt. Das Wochenende war für mich ein voller Erfolg – viel Networking, spannender inhaltlicher Input, eine großartige Gruppe und endlich Mal die Möglichkeit das Europaparlament von innen zu sehen."
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Umbaumaßnahmen in der Landesgeschäftsstelle

9. Juli 2018 - 13:21
ACHTUNG: In der Zeit vom 02. – 13. Juli 2018 bleibt die Landesgeschäftsstelle der Europa-Union Hamburg und der Info-Point Europa für Besucher*innen geschlossen. Grund dafür sind Baumaßnahmen in der Handelskammer Hamburg, die zwecks notwendiger, behördlich auferlegter Brandschutzveränderungen in Hinblick auf die Gebäudenutzung durchgeführt werden. Das Team der Europa-Union Hamburg steht Ihnen wie gewohnt für Fragen und Anliegen unter info@europa-union-hamburg.de oder unter 040 / 34 41 42 zur Verfügung.
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Infostand Stadtteilfest KulturBewegt! in Barmbek

5. Juli 2018 - 15:41

Bereits seit 1982 findet ein Mal im Jahr ein aktives und buntes Straßenfest rund um das Bürgerhaus Barmbek am Hartzlohplatz statt. Der Info-Point Europa nahm wie schon im letzten Jahr an diesem Raum für Begegnungen teil und konnte zusammen mit seiner Trägerorganisation, der Europa-Union Hamburg, sowie den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) und dem e.p.a. Jugendbüro an einem gemeinsamen Infostand über die europäische Arbeit vor Ort informieren. Inmitten von Vertretungen der verschiedenen politischen Parteien und direkt gegenüber von der Flohmarktmeile, bot der Platz eine ideale Umgebung für interessante Gespräche sowie die Herausgabe von Informationsbroschüren. Doch vor allem die Verheißung auf Gewinne durch die Teilnahme am Glücksrad lockte Klein und Groß an den Infostand, die sich durch die Ankündigung von Fragen nicht abschrecken ließen, sondern im Gegenteil nun erst recht mitmachen wollten. Zunächst musste gedreht werden, die erste Herausforderung bestand dann darin, die Flagge, bei der das Rad gestoppt hatte, zu erkennen. Vor allem die Zuordnung der Fahnen der östlich gelegenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie die Unterscheidung der Flagge von Luxemburg und den Niederlanden, waren nicht die leichtesten Unterfangen. Wer anschließend noch eine landestypische Frage, entweder in der Erwachsenen- oder in der Kinderkategorie, beantworten konnte, durfte sich über einen Hauptpreis freuen. Oft wurde die Beantwortung der Frage zu einer Teamarbeit, sodass erfreulicherweise am Ende niemand mit leeren Händen und dafür mit ein bisschen mehr Wissen nach Hause gehen konnte. Auch unsere Informationswand „Mythen und Wahrheiten über die  Europäischen Union“ erregte die Aufmerksamkeit vieler Besucher*innen und gab Anlass für neugierige und interessierte Nachfragen.

Das schöne Wetter, die entspannte Atmosphäre und die häufig sehr offenen und neugierigen Menschen, haben die Veranstaltung auch für das bunte Team aus Info-Point, Europa-Union, JEF und e.p.a. Jugendbüro zu einem besonderen Ereignis werden lassen. Wir freuen uns jetzt schon auf das Stadtteilfest im nächsten Jahr.

Übrigens, die Auflösung zu den Fragen am Anfang: bei der „Singenden Revolution“ bildeten Esten, Letten und Litauer eine ca. 600 km lange Menschenkette durch das Baltikum, um für die Unabhängigkeit der drei Staaten zu demonstrieren. Dabei wurden ursprüngliche, verbotene Volkslieder gesungen. Dalmatiner sind eine beliebte und markante Hunderasse, deren Name sich einer Theorie zufolge von der Küstenregion Dalmatien im Süden und Südosten Kroatiens ableitet. Die spanische Fußballnationalmannschaft der Herren wurde bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2010 nach einem 1:0 gegen die Niederlande zum ersten und bisher einzigen Mal Fußballweltmeister. Wussten Sie‘s?

Kategorien: Hamburg

Infostand Stadtteilfest KulturBewegt! in Barmbek

5. Juli 2018 - 15:41

Bereits seit 1982 findet ein Mal im Jahr ein aktives und buntes Straßenfest rund um das Bürgerhaus Barmbek am Hartzlohplatz statt. Der Info-Point Europa nahm wie schon im letzten Jahr an diesem Raum für Begegnungen teil und konnte zusammen mit seiner Trägerorganisation, der Europa-Union Hamburg, sowie den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) und dem e.p.a. Jugendbüro an einem gemeinsamen Infostand über die europäische Arbeit vor Ort informieren. Inmitten von Vertretungen der verschiedenen politischen Parteien und direkt gegenüber von der Flohmarktmeile, bot der Platz eine ideale Umgebung für interessante Gespräche sowie die Herausgabe von Informationsbroschüren. Doch vor allem die Verheißung auf Gewinne durch die Teilnahme am Glücksrad lockte Klein und Groß an den Infostand, die sich durch die Ankündigung von Fragen nicht abschrecken ließen, sondern im Gegenteil nun erst recht mitmachen wollten. Zunächst musste gedreht werden, die erste Herausforderung bestand dann darin, die Flagge, bei der das Rad gestoppt hatte, zu erkennen. Vor allem die Zuordnung der Fahnen der östlich gelegenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie die Unterscheidung der Flagge von Luxemburg und den Niederlanden, waren nicht die leichtesten Unterfangen. Wer anschließend noch eine landestypische Frage, entweder in der Erwachsenen- oder in der Kinderkategorie, beantworten konnte, durfte sich über einen Hauptpreis freuen. Oft wurde die Beantwortung der Frage zu einer Teamarbeit, sodass erfreulicherweise am Ende niemand mit leeren Händen und dafür mit ein bisschen mehr Wissen nach Hause gehen konnte. Auch unsere Informationswand „Mythen und Wahrheiten über die  Europäischen Union“ erregte die Aufmerksamkeit vieler Besucher*innen und gab Anlass für neugierige und interessierte Nachfragen.

Das schöne Wetter, die entspannte Atmosphäre und die häufig sehr offenen und neugierigen Menschen, haben die Veranstaltung auch für das bunte Team aus Info-Point, Europa-Union, JEF und e.p.a. Jugendbüro zu einem besonderen Ereignis werden lassen. Wir freuen uns jetzt schon auf das Stadtteilfest im nächsten Jahr.

Übrigens, die Auflösung zu den Fragen am Anfang: bei der „Singenden Revolution“ bildeten Esten, Letten und Litauer eine ca. 600 km lange Menschenkette durch das Baltikum, um für die Unabhängigkeit der drei Staaten zu demonstrieren. Dabei wurden ursprüngliche, verbotene Volkslieder gesungen. Dalmatiner sind eine beliebte und markante Hunderasse, deren Name sich einer Theorie zufolge von der Küstenregion Dalmatien im Süden und Südosten Kroatiens ableitet. Die spanische Fußballnationalmannschaft der Herren wurde bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2010 nach einem 1:0 gegen die Niederlande zum ersten und bisher einzigen Mal Fußballweltmeister. Wussten Sie‘s?

Kategorien: Hamburg

Rechtspopulismus in Europa - Die liberale Demokratie unter Druck

5. Juli 2018 - 12:42

Geleitet wurde die Diskussion von Richard Gebhardt, Politikwissenschaftler und Publizist. Zunächst wurde Nina Horaczek, Autorin und Chefreporterin bei der Wiener Stadtzeitung „Falter“, zu einem Gespräch auf die Bühne gebeten. Frau Horaczek definierte zu Beginn den Begriff des Rechtspopulismus, der generell nicht positiv besetzt sei, als eine Art der Volksverführung. Diese sei darauf gerichtet, ein Gefühl von „wir gegen die Volksvertreter“ zu erzeugen. Ferner seien nur die eigenen Vertreter der populistischen Bewegungen in der Lage zu beurteilen, was gut für das Volk sei. Schließlich berichtete Frau Horaczek noch über die derzeitige Situation populistischer Bewegungen in Österreich.

Im Anschluss diskutierte Michael Minkenberg, Lehrstuhlinhaber Vergleichende Politikwissenschaft, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), über das Phänomen des Rechtspopulismus. Dieser sei ein politischer Stil, der das Performative betone und die Politik gegenüber ihren Kritikern oder sogar Feinden inszeniere. Besonders stark sei dieser Vorgang in den östlichen Mitgliedstaaten der EU zu beobachten. Dort tauchten ständig neue populistische Parteien auf. Die Gründe dafür sah Herr Minkenberg unter anderem darin, dass dort nach dem Ende der Sowjetunion ein massiver Systembruch eingetreten sei, der den Boden für Populisten bereitet habe.

Schließlich unterstrich Paul Igendaay, Europa-Kulturkorrespondent bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Diversität in Zeiten populistischer Bewegungen. Letztere mit der Gesellschaft (wieder) zu einen, sei die eigentliche gesellschaftliche und politische Aufgabe. Zugleich sprach sich Herr Igendaay gegen die pauschale Dämonisierung von Populisten aus, sofern diese nicht klar die Grenzen zu Antisemitismus oder Rassismus überschritten. So sei es aus seiner Sicht etwa falsch, die CSU mit der AfD gleichzusetzen. Populisten müsse man vielmehr mit Argumenten begegnen.

Im Anschluss an die Einzelgespräche fand noch eine Gruppendiskussion mit allen drei Experten statt. Herr Minkenberg hob dabei hervor, dass es auch in Deutschland Fremdenfeindlichkeit gebe, während insofern häufig die östlichen Länder im Fokus stünden. Die nichtsdestoweniger starken populistischen Bewegungen in diesen Ländern führte er darauf zurück, dass es in Mitteleuropa infolge der Kriegserfahrungen stets eine klare Trennung und Tabuisierung bestimmter radikaler Positionen gegeben habe, im Osten dagegen nicht.

Herr Igendaay dagegen führte aus, dass die Gesellschaft in Deutschland seiner Auffassung nach zu ängstlich agiere im Angesicht erstarkender populistischer Bewegungen. Er betonte die Bedeutung demokratischer Prozesse bei der gesellschaftlichen Entwicklung und verwies in diesem Zusammenhang auf die frühere SED und PDS, die nunmehr in Form der LINKEN politisch akzeptiert sei. Dies müsse auch jetzt versucht werden.

Anschließend konnten auch die zahlreich erschienenen Zuhörer*innen noch ihre Fragen stellen. Haben wir ihr Interesse geweckt? Ein Mitschnitt der Veranstaltung kann jederzeit bequem von zu Hause aus oder von unterwegs auf unserem Youtube-Kanal abgerufen werden.
Kategorien: Hamburg

Rechtspopulismus in Europa - Die liberale Demokratie unter Druck

5. Juli 2018 - 12:42

Geleitet wurde die Diskussion von Richard Gebhardt, Politikwissenschaftler und Publizist. Zunächst wurde Nina Horaczek, Autorin und Chefreporterin bei der Wiener Stadtzeitung „Falter“, zu einem Gespräch auf die Bühne gebeten. Frau Horaczek definierte zu Beginn den Begriff des Rechtspopulismus, der generell nicht positiv besetzt sei, als eine Art der Volksverführung. Diese sei darauf gerichtet, ein Gefühl von „wir gegen die Volksvertreter“ zu erzeugen. Ferner seien nur die eigenen Vertreter der populistischen Bewegungen in der Lage zu beurteilen, was gut für das Volk sei. Schließlich berichtete Frau Horaczek noch über die derzeitige Situation populistischer Bewegungen in Österreich.

Im Anschluss diskutierte Michael Minkenberg, Lehrstuhlinhaber Vergleichende Politikwissenschaft, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), über das Phänomen des Rechtspopulismus. Dieser sei ein politischer Stil, der das Performative betone und die Politik gegenüber ihren Kritikern oder sogar Feinden inszeniere. Besonders stark sei dieser Vorgang in den östlichen Mitgliedstaaten der EU zu beobachten. Dort tauchten ständig neue populistische Parteien auf. Die Gründe dafür sah Herr Minkenberg unter anderem darin, dass dort nach dem Ende der Sowjetunion ein massiver Systembruch eingetreten sei, der den Boden für Populisten bereitet habe.

Schließlich unterstrich Paul Igendaay, Europa-Kulturkorrespondent bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Diversität in Zeiten populistischer Bewegungen. Letztere mit der Gesellschaft (wieder) zu einen, sei die eigentliche gesellschaftliche und politische Aufgabe. Zugleich sprach sich Herr Igendaay gegen die pauschale Dämonisierung von Populisten aus, sofern diese nicht klar die Grenzen zu Antisemitismus oder Rassismus überschritten. So sei es aus seiner Sicht etwa falsch, die CSU mit der AfD gleichzusetzen. Populisten müsse man vielmehr mit Argumenten begegnen.

Im Anschluss an die Einzelgespräche fand noch eine Gruppendiskussion mit allen drei Experten statt. Herr Minkenberg hob dabei hervor, dass es auch in Deutschland Fremdenfeindlichkeit gebe, während insofern häufig die östlichen Länder im Fokus stünden. Die nichtsdestoweniger starken populistischen Bewegungen in diesen Ländern führte er darauf zurück, dass es in Mitteleuropa infolge der Kriegserfahrungen stets eine klare Trennung und Tabuisierung bestimmter radikaler Positionen gegeben habe, im Osten dagegen nicht.

Herr Igendaay dagegen führte aus, dass die Gesellschaft in Deutschland seiner Auffassung nach zu ängstlich agiere im Angesicht erstarkender populistischer Bewegungen. Er betonte die Bedeutung demokratischer Prozesse bei der gesellschaftlichen Entwicklung und verwies in diesem Zusammenhang auf die frühere SED und PDS, die nunmehr in Form der LINKEN politisch akzeptiert sei. Dies müsse auch jetzt versucht werden.

Anschließend konnten auch die zahlreich erschienenen Zuhörer*innen noch ihre Fragen stellen. Haben wir ihr Interesse geweckt? Ein Mitschnitt der Veranstaltung kann jederzeit bequem von zu Hause aus oder von unterwegs auf unserem Youtube-Kanal abgerufen werden.
Kategorien: Hamburg

Should I stay or should I go? Die sozialen Auswirkungen des Brexit

3. Juli 2018 - 15:03

Deshalb freuen sich die Europa-Union Hamburg e. V. und Save Democracy e. V. sehr, Sie heute einladen zu können zu unserer Fishbowl-Diskussion

„Should I stay or should I go? Die sozialen Auswirkungen des Brexit“

am Mittwoch, den 22. August 2018, 19.00 Uhr im betasalon des betahauses Hamburg, Haus 73 im 1. OG, Schulterblatt 73, 20357 Hamburg.


In unserer Runde soll es darum gehen, was diese Scheidung nach 45 Jahren Gemeinsamkeit vor allem mit ihren Kindern macht, den Unionsbürgern, die die Freizügigkeit des Binnenmarktes genutzt haben, um in Großbritannien vice versa den anderen 27 Mitgliedsstaaten zu arbeiten, zu studieren, zu reisen, zu leben. Werden UK-Bürger auf dem Kontinent bleiben und werden sich Europäer einmal mehr überlegen, ob die Insel für einen Auslandsaufenthalt noch in Frage kommt? Wie ist die Stimmung und was denkt die junge Bevölkerung auf beiden Seiten über die Nachwirkungen des Trennungsprozesses? 

Mit unseren Expats und dem freien Platz möchten wir die Möglichkeit geben, einen Einblick in die Gefühlswelt der ‚Scheidungskinder‘ zu gewähren. Nicht zuletzt dürften es schließlich auch individuelle Empfindungen gewesen sein, die im Juni 2016 ausschlaggebend für den Ausgang des Referendums waren.


Wolfgang Wopperer-Beholz möchte sich keine Grenzen setzen lassen, weder auf beruflicher Ebene noch bei der Wahl des Wohnortes. Den „gelernten Philosophen“, der sich als „ungelernter Unternehmer“ in die Selbstständigkeit begeben hat und mit Startups, Acceleratoren, etablierte Unternehmen und Hochschulen Businessstrategien entwickelt und der sich ganz nebenbei noch für die Erhaltung demokratischer Werte einsetzt, zieht es trotz Austritt der Briten ins swinging London, städtisches Synonym für Weltbürgertum und Diversität. 

Jon Worth hingegen ist den Weg andersrum gegangen und hat als gebürtiger Brite sein Zuhause schon länger in Deutschland (und anderswo auf dem Festland) verortet. Als politischer Blogger, aber auch in seinem Beruf als selbstständiger Berater, erklärt er, wie die EU funktioniert und arbeitet. Seine fachkundige Sicht auf Brüssel und die Vereinigten Königreiche hat ihn zu einem begehrten Experten zu europäischen Fragestellungen im Allgemeinen und Brexit im Besonderen werden lassen. 

Durch den Abend wird Louise Brown führen, bereits seit dem Kindesalter emigrierte Britin, die sich in ihrer Karriere als Journalistin vor allem auch immer mit dem deutsch-britischen bzw. seit einigen Jahren mit dem hamburgisch-britischen Verhältnis beschäftigt hat, das seit dem Brexit-Beschluss eine neue Gewichtung bekommen haben dürfte.

Kategorien: Hamburg

Should I stay or should I go? Die sozialen Auswirkungen des Brexit

3. Juli 2018 - 15:03

Deshalb freuen sich die Europa-Union Hamburg e. V. und Save Democracy e. V. sehr, Sie heute einladen zu können zu unserer Fishbowl-Diskussion

„Should I stay or should I go? Die sozialen Auswirkungen des Brexit“

am Mittwoch, den 22. August 2018, 19.00 Uhr im betasalon des betahauses Hamburg, Haus 73 im 1. OG, Schulterblatt 73, 20357 Hamburg.


In unserer Runde soll es darum gehen, was diese Scheidung nach 45 Jahren Gemeinsamkeit vor allem mit ihren Kindern macht, den Unionsbürgern, die die Freizügigkeit des Binnenmarktes genutzt haben, um in Großbritannien vice versa den anderen 27 Mitgliedsstaaten zu arbeiten, zu studieren, zu reisen, zu leben. Werden UK-Bürger auf dem Kontinent bleiben und werden sich Europäer einmal mehr überlegen, ob die Insel für einen Auslandsaufenthalt noch in Frage kommt? Wie ist die Stimmung und was denkt die junge Bevölkerung auf beiden Seiten über die Nachwirkungen des Trennungsprozesses? 

Mit unseren Expats und dem freien Platz möchten wir die Möglichkeit geben, einen Einblick in die Gefühlswelt der ‚Scheidungskinder‘ zu gewähren. Nicht zuletzt dürften es schließlich auch individuelle Empfindungen gewesen sein, die im Juni 2016 ausschlaggebend für den Ausgang des Referendums waren.


Wolfgang Wopperer-Beholz möchte sich keine Grenzen setzen lassen, weder auf beruflicher Ebene noch bei der Wahl des Wohnortes. Den „gelernten Philosophen“, der sich als „ungelernter Unternehmer“ in die Selbstständigkeit begeben hat und mit Startups, Acceleratoren, etablierte Unternehmen und Hochschulen Businessstrategien entwickelt und der sich ganz nebenbei noch für die Erhaltung demokratischer Werte einsetzt, zieht es trotz Austritt der Briten ins swinging London, städtisches Synonym für Weltbürgertum und Diversität. 

Jon Worth hingegen ist den Weg andersrum gegangen und hat als gebürtiger Brite sein Zuhause schon länger in Deutschland (und anderswo auf dem Festland) verortet. Als politischer Blogger, aber auch in seinem Beruf als selbstständiger Berater, erklärt er, wie die EU funktioniert und arbeitet. Seine fachkundige Sicht auf Brüssel und die Vereinigten Königreiche hat ihn zu einem begehrten Experten zu europäischen Fragestellungen im Allgemeinen und Brexit im Besonderen werden lassen. 

Durch den Abend wird Louise Brown führen, bereits seit dem Kindesalter emigrierte Britin, die sich in ihrer Karriere als Journalistin vor allem auch immer mit dem deutsch-britischen bzw. seit einigen Jahren mit dem hamburgisch-britischen Verhältnis beschäftigt hat, das seit dem Brexit-Beschluss eine neue Gewichtung bekommen haben dürfte.

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Wofür wir Europäische Föderalisten stehen – Einwurf von Generalsekretär Christian Moos

26. Juni 2018 - 14:17
Europa vereinen wollten auch Tyrannen. Die Einheit Europas ist also kein Wert an sich. Wenn wir von Europa sprechen, meinen wir etwas Besonderes, das heute von außen, aber auch von innen bedroht ist: die offene Gesellschaft. Denn diese wird angegriffen von den neuen „starken“ Männern unserer verwirrten Zeit, den Trumps und Putins und Erdogans, aber auch den Orbáns, Dragneas, Salvinis und Kaczynskis. Und wo diese noch nicht mittelbar oder unmittelbar an der Macht sind, warten sie auf ihre Stunde. In Deutschland sind das die Höckes, in Frankreich die Le Pens. Anno 2018 geht es nicht mehr allein darum, die Europäische Union besser zu machen. Es geht um viel mehr. Es geht um die Freiheit, für die die europäische Idee steht. Es geht um Widerstand gegen die Versuchung des Autoritären. Diejenigen, die meinen, mit den Demagogen wetteifern zu müssen, die Ängste schüren und verstärken, begehen einen gefährlichen Fehler. Es gibt keinen aufgeklärten Populismus. Den Gegnern der liberalen Demokratie, die identisch mit den Feinden der europäischen Idee sind, müssen wir entschieden entgegentreten. Die überparteiliche Europa-Union steht als Bürgerbewegung für diese liberale europäische Demokratie ein, für Weltoffenheit und Toleranz. Christian Moos, Generalsekretär der Europa-Union Deutschland e.V.

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