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Aktuelles von der Agrarkoordination
Aktualisiert: vor 6 Stunden 48 Minuten

UN-Biodiversitätskonferenz COP14 in Ägypten zu Gene Drives:

21. Januar 2019 - 10:30

Die 196 Mitgliedsstaaten des UN-Übereinkommens über Biologische Vielfalt CBD haben in Sharm El-Sheikh, Ägypten, eine strenge Regulierung von Gene Drive Technologien beschlossen. Nach intensiven und kontroversen Diskussionen einigten sich die Delegierten auf eine Vereinbarung, die Regierungen u.a. dazu verpflichtet, vor einer Freilassung von mit Gene Drives manipulierten Organismen die Zustimmung von „potentiell betroffenen indigenen und lokalen Gemeinschaften“ einzuholen.

Die CBD-Delegierten machen klar, dass es sich hier um eine äußerst riskante Technologie mit hoher Sprengkraft handelt, die starker Regulierung bedarf. Diese Vereinbarung erschwert die Anwendung potentiell hochriskanter Technologien erheblich. Genetische Merkmale einzelner Arten stark zu verändern oder einzelne Arten sogar ganz auszurotten, ist ein massiver Eingriff in Ökosysteme, der unterbunden werden muss.

Die getroffene Vereinbarung unterstreicht zudem, wie fundamental ganze Bevölkerungsgruppen in ihrer Existenz und ihren grundlegenden Rechten durch die unkalkulierbaren Folgen derartiger Technologien betroffen sein könnten. Gerade im Vorfeld des 70. Jahrestages der Menschenrechtscharta ist dieser Kompromiss daher ein deutliches Signal an die Regierungen, grundlegende Rechte über Partikularinteressen zu stellen und konsequenter zu garantieren.

Auch wenn diese Entscheidung kein Moratorium bedeutet, wie wir es uns gewünscht hätten, so schiebt sie der Erforschung und Anwendung von Gene Drives doch klare Riegel vor. Die Entscheidung der CBD kam allerdings nur auf immensen Druck der Zivilgesellschaft zustande. Hunderte von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Wissenschaftler/innen, Bauernverbände und Indigene Gruppen haben im Vorfeld der COP 14 ein Moratorium verlangt und in den letzten zwei Wochen hart dafür gekämpft. Sie sind dabei auf eine gut organisierte und großzügig finanzierte Lobby der Gegenseite getroffen.

Diese pro Gene Drive Lobby ist unter anderem von der Bill and Melinda Gates Foundation finanziert und hatte im Vorfeld vor allem afrikanische Regierungen auf ihre Seite gebracht, die sich zuvor noch kritisch gegenüber Gene Drives geäußert hatten.

Kategorien: Hamburg, Ticker

Demo Wir haben es satt!

19. Januar 2019 - 11:44
19.01.2019 12 Uhr Berlin am Brandenburger Tor


Der Agrarindustrie den Geldhahn abdrehen!

Für eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung, für Klimagerechtigkeit und gutes Essen!

Gutes Essen, eine klimagerechte Landwirtschaft und der Erhalt der Bauernhöfe – das steht 2019 auf dem Spiel. Bei der kommenden Reform der EU-Agrarpolitik (GAP) entscheidet sich, welche Landwirtschaft mit den 60 Milliarden Euro Jahr für Jahr unterstützt wird. Jetzt muss Schluss sein mit den Steuermilliarden an die Agrarindustrie! Der Umbau zu einer bäuerlichen und ökologischeren Landwirtschaft kann nicht mehr warten. Bei den Verhandlungen in Brüssel muss sich die Bundesregierung an die Seite der Bäuerinnen und Bauern stellen, die Tiere artgerecht halten, insektenfreundliche Landschaften schaffen und gutes Essen herstellen. Deswegen schlagen wir – die bunte, vielfältige und lautstarke Bewegung – mit unseren Töpfen Alarm für die Agrarwende!


Für eine klimagerechte Landwirtschaft und gutes Essen!

Die Dürre 2018 hat gezeigt: So geht es nicht weiter! Wir brauchen endlich eine wegweisende Politik mit konsequentem Klimaschutz. Deswegen kämpfen wir für eine Landwirtschaft, die lebendige Böden schafft, das Klima schützt und uns mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln versorgt!


Für viele bäuerliche Betriebe …

Wir haben Respekt für die harte Arbeit, die Bäuerinnen und Bauern jeden Tag leisten. Doch die Politik lässt die Höfe im Stich. Über 100.000 Betriebe mussten bei uns in den letzten 10 Jahren dichtmachen. Gleichzeitig reißen sich außerlandwirtschaftliche Investor*innen mit staatlicher Unterstützung immer mehr Land unter den Nagel. Die fatalen Folgen: Höfesterben und Monokulturen, Glyphosat und Artenschwund, Megaställe und Antibiotikaresistenzen. Daher: Subventionen an Agrarwüsten, Tierfabriken und Großgrundbesitz stoppen!


… und ein solidarisches Europa!

In vielen europäischen Schlachthöfen und Treibhausplantagen herrschen unwürdige Arbeitsbedingungen, damit Discounter und die Exportindustrie mit Dumpingpreisen immer größere Profite machen können. Im globalen Süden zwingt die EU vielen Staaten Freihandelsverträge auf und ruiniert mit Billigexporten dann Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern. In einem solidarischen Europa sind gerechter Handel genauso wenig wie Menschen- und Bauernrechte verhandelbar!

 

Essen ist politisch!

Auf dem Land und in der Stadt zeigen wir gemeinsam, dass es anders und besser geht. Immer mehr Bäuerinnen und Bauern ackern ohne Glyphosat, halten ihre Tiere artgerecht und füttern gentechnikfrei. Immer mehr Menschen machen Foodsharing, sind Teil einer Solidarischen Landwirtschaft und entscheiden sich an der Ladentheke für gutes, handwerklich erzeugtes Essen aus der Region. Wir schauen über den Tellerrand und treten gemeinsam ein für die globale Agrar- und Ernährungswende und für ein Europa ohne Ausgrenzung und Rassismus.

 

 

 

Wir haben die unerträgliche Klientelpolitik satt!

Agrarministerin Julia Klöckner darf sich nicht länger vor den Karren der Agrarlobby spannen lassen. Bei der EU-Agrarreform muss sie der Agrarindustrie endlich den Geldhahn zudrehen und eine Politik für Menschen, Tiere und Umwelt machen!


Wir fordern: Schluss mit dem Gießkannen-Prinzip!

·         Agrarsubventionen nur noch für umwelt- und klimaschonenden Ackerbau!

·         Öffentliche Gelder nur noch für artgerechte Tierhaltung!

·         Mehr Unterstützung für kleine und mittlere Betriebe, die gute Lebensmittel für uns alle erzeugen!


Sei dabei, wenn wir dafür mit vielen Tausenden im politischen Berlin demonstrieren. Dann, wenn sich bei der weltgrößten Agrarmesse „Grüne Woche“ und dem Agrarministergipfel alles um die Zukunft von Essen und Landwirtschaft dreht, sagen wir gemeinsam: Wir haben Agrarindustrie satt – Essen ist politisch!

Demonstration: 19. Januar 2019 | 12 Uhr | Brandenburger Tor | Berlin


Tickerkasten

Weltweites Höfesterben stoppen +++ Für gesundes Essen für alle +++ Für Klimaschutz und Artenvielfalt +++ Für artgerechte Tierhaltung und weniger Fleischkonsum +++ Für Ernährungssouveränität und gerechten Welthandel +++ Für eine Digitalisierung ohne Konzerne und Datenklau +++ Für eine Landwirtschaft ohne Ackergifte +++ Für Entwicklungszusammenarbeit mit ökologischen Grundsätzen +++ Für eine sozialgerechte bäuerliche und ökologische EU-Agrarreform (GAP) +++  Für ein solidarisches Europa – Geflüchtete willkommen +++ Nein zur neuen Gentechnik wie Crispr und Gene Drives +++


Wer wir sind

Wir sind Bäuerinnen und Bauern, von konventionell bis bio, von Tierhaltung bis Ackerbau. Wir sind Bäcker*innen, Köch*innen Verbraucher*innen, Imker*innen, Natur- und Tierschützer*innen, Umweltaktivist*innen, Aktive der Entwicklungszusammenarbeit, engagierte Jugendliche, Menschen aus Stadt und Land und viele mehr. Wir gehen seit 2011 gemeinsam auf die Straße und zeigen klare Kante für gute Landwirtschaft und gesundes Essen!

www.wir-haben-es-satt.de

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Praktikant_in gesucht für Januar/Februar

29. November 2018 - 13:38
Die Agrar Koordination sucht hauptsächlich für Januar/Februar 2019 eine Praktikantin/ einen Praktikanten. Wir freuen uns über Studierende, die sich für das Thema nachhaltige Landwirtschaft in Nord und Süd interessieren. Wir können leider keiner Schülerpraktikant_innen betreuen. Ihr könnt Eure Bewerbungen schicken an info@agrarkoordination.de
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Jugendbildungsprojekt Biopoli erhält erneut Auszeichnung

28. November 2018 - 14:19
Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für biologische Vielfalt erklärt. Die Staatengemeinschaft ruft damit die Weltöffentlichkeit auf, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Menschen auf der ganzen Welt engagieren sich schon und haben bereits einiges erreicht. Unser Jugendbildungsprojekt Biopoli wurde nun zum 2. Mal als UN-Dekade Projekt ausgezeichnet. Wir freuen uns darüber und machen unsere Bildungsarbeit in Schulen, mit Jugendgruppen, FSJ, FÖJ und StudentInnen weiter.Unser Anliegen ist es, dass sich junge Menschen kritisch mit ihrem eigenen Nahrungskonsum auseinandersetzen und damit globale Zusammenhänge verbinden können.
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Nein zum Einsatz von gene drives und synthetischer Biologie!

21. November 2018 - 10:48
In Ägypten tagen die Vertragsstaaten der Konvention über biologische Vielfalt. Ein breites Bündnis von Nichtregierungsorganisationen unterstützt die Afrikanischen Staaten im Kampf gegen den Einsatz von Gene Drives und Synthetischer Biologie. Dies ist eine Fortschreibung des Kampfes gegen Terminatortechnologie. download
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UN Vollversammlung nimmt UN Erklärung zu den Rechten von Bauern und Bäuerinnen an!

20. November 2018 - 11:11
Aber die Bundesregierung hat sich enthalten!  Das Abstimmungergebnis war: 119 dafür, 7 dagegen und 49 Enthaltungen. Dies ist ein großer Erfolg! Ein breites Bündnis von 15 zivilgesellschaftlichen Organisationen forderte die Bundesregierung dazu auf, für die Annahme der Erklärung zu stimmen. Die Erklärung stärkt die Rechte von besonders diskriminierten, ausgegrenzten und in ihrer Existenz bedrohten Gruppen auf dem Land, die einen Großteil der Welternährung sichern. Dazu erklärt Paula Gioia von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Europäischen Koordination von Via Campesina (ECVC) stellvertretend für das Bündnis: „Die Zahl der weltweit Hungernden ist im vergangenen Jahr auf über 820 Millionen Menschen gestiegen. Der Kampf um schwindende Ressourcen wie Land und Wasser hat sich verschärft; die Saatgutvielfalt ist durch die zunehmende Kommerzialisierung von wenigen Hochertragssorten und deren Eigentumsschutz bedroht. Organisationen und Menschen, die sich für die Rechte von Kleinbauern und Landarbeitern einsetzen, werden in vielen Ländern bedroht oder gar ermordet.“ Die Bundesregierung hat sich bei den Abstimmungen zur UN-Erklärung im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf enthalten. Im Koalitionsvertrag hingegen hat sich die Bundesregierung für eine Unterstützung von Kleinbauern und -bäuerinnen und die Stärkung der Menschenrechtsschutzmechanismen ausgesprochen. Im Rahmen einer menschenrechtsbasierten Außenpolitik kann mit dieser Erklärung eine Lücke im internationalen Menschenrechtskanon geschlossen werden. Das zivilgesellschaftliche Bündnis besteht aus folgenden Organisationen: Agrar Koordination, Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW ), Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Brot für die Welt, FIAN Deutschland, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL), Forum Fairer Handel, GEPA – The Fair Trade Company, INKOTA-netzwerk, Internationaler Verband Katholischer Ländlicher Erwachsenenbewegungen (FIMARC), MISEREOR, Naturland e.V., TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland), Welthaus Bielefeld und Welthungerhilfe
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EU Rechnugshof kritisiert Vorschläge zur GAP Reform als zu wenig umweltfreundlich

14. November 2018 - 16:17
Die vorgeschlagene Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik für die Zeit nach 2020 wird den ehrgeizigen Bemühungen der EU um einen umweltfreundlicheren und stärker leistungsgestützten Ansatz nicht gerecht. Dies ist der Tenor einer heute veröffentlichten Stellungnahme des Europäischen Rechnungshofs. Die Prüfer beanstanden weitere Punkte der Vorschläge, die insbesondere die Rechenschaftspflicht betreffen. Download
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Ausstieg von Glyphosat

12. November 2018 - 13:41
Am 6.11.2018 hat die Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ein Konzept vorgelegt, wie der Einsatz von Glyphosat in den nächsten Jahren bis zum Komplettausstieg im Jahre 2023 schrittweise zurückgefahren werden kann. Demnach sollen Landwirte, die in Zukunft das Mittel nutzen im Gegenzug 10% der Fläche als pestizidfreie Schutzfläche vorhalten. Außerdem sieht das Konzept vor, dass in Privatgärten und Parks, in der Vorernte sowie in Naturschutzgebieten und anderen ökologisch sensiblen Gebieten kein Glyphosat zur Anwendung kommen darf. Zu Gewässern müsste immer mindestens ein Abstand von 20 m bestehen. Dieser Vorstoß des Bundesumweltministeriums ist wichtig und dringend notwenig angesicht der zurückgehenden Artenvielfalt. Das Ziel ist im Koalitionsvertrag klar benannt: Es soll mit einer systematischen Minderungsstrategie der Einsatz von plyphosathaltigen Pestiziden deutlich eingeschränkt werden und schließlich ganz verboten werden. Über die Einschränkungsmaßnahmen darf leider nicht das Umweltministerium, sondern das Landwirtschaftsministerium entscheiden. Wollen wir hoffen, dass dies die Vorschläge aus dem Hause Schulze ernst nimmt.
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Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation

12. November 2018 - 13:30
Digitale Technologien werden häufig für ihre Effizienz und Nachhaltigkeit gefeiert. Doch wie nachhaltig sind die Produktion und der Einsatz digitaler Technologien tatsächlich und was für Möglichkeiten stecken in ihnen? Steffen Lange hat sich genauer mit dem Zusammenhang von Digitalisierung und Nachhaltigkeit beschäftigt. In seinem Buch „Smarte grüne Welt? Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit“ (oekom Verlag, 2018) – herausgegeben gemeinsam mit Tilman Santarius – erläutert er, wie die Digitalisierung dabei helfen kann, unsere Gesellschaft in eine sozial und ökologisch nachhaltige zu transformieren. Wir wollen mit ihm darüber sprechen, wie mithilfe der Digitalisierung eine Ökonomie des Gemeinsamen entstehen könnte und was für kollaborative Praktiken des Wirtschaftens durch digitale Technologien möglich sind. Steffen Lange ist Teil der interdisziplinären Forschungsgruppe sozial-ökologische Transformation. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftler_innen aus Psychologie, Ingenieurswesen, Marketing und Soziologie untersucht er die sozialen und ökologischen Auswirkungen, die durch die Bereitstellung und Nutzung digitaler Technologien entstehen. Ort: W3-Saal, Nernstweg 32-24 Preis: Eintritt nach eigenem Ermessen frei wählbar Eine Veranstaltung der W3 - Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V. in Kooperation mit umdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg
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Gericht bestätigt Schadensersatz wegen Glyphosat

7. November 2018 - 11:44
In zweiter Instanz hat ein US Gericht das Urteil gegen Monsanto bestätigt. Ein 46-jähriger Platzwart, der viele Jahre das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat von Monsato eingesetzt hatte, hatte gegen den Konzern geklagt, weil er aufgrund des umstrittenen Pestizids an Lymphdrüsenkrebs erkrankt war. Die Geschworenen sahen es nicht nur als erwiesen an, dass Glyphosat Krebs verursachen könnte, sondern sie sprachen den Saatgut-Giganten auch deshalb für schuldig, weil er nicht ausreichend vor Risiken gewarnt hatte. Zwar muss der Konzern nach dem Urteil der 2. Instanz an den Kläger nun nur noch 78 Millionen Dollar statt 289 Millionen Dollar zahlen, aber in der Sache bestätigte das Gericht, das erstinstanzliche Urteil. Damit kann eine Welle von Klagen dem Saatguthersteller Monsanto ins Haus stehen. Da der deutsche Konzern Bayer Monsanto kaufen will, fällt dieses unschöne Licht nun auf Bayer, der scheinbar kein Problem damit hat, dass Monsanto in Europa eines der unbeliebtesten Unternehmens ist.
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Bericht zur Brüsselreise der Agrar Koordination vom 15. – 18.10.2018

30. Oktober 2018 - 14:07

Anlässlich der Reform der GAP ist die Agrar Koordination vom 15. – 18.10.2018 mit 21 TeilnehmerInnen auf Einladung von Martin Häusling, MdEP im Agrarausschuss, Bündnis 90/Die Grüne nach Brüssel gefahren.  Das Programm umfasste zudem Gespräche mit der Europäischen Kommission, Abgeordnete der SPD und CDU, der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland und den NGOs Friends of the Earth, Nabu und Corporate Europe Observatory (CEO).

Am 1. Juni 2018 hat Agrarkommissar Hogan den Vorschlag für die GAP nach 2020 vorgelegt. Kurz beschrieben, beinhaltet der Vorschlag Folgendes: das Zwei- Säulen-System der Förderung wird beibehalten. Es werden seitens der EU Kommission 9 Ziele definiert, die Umsetzung obliegt allerdings den Mitgliedstaaten. Hierfür sollen die Mitgliedsländer nationale Strategiepläne vorlegen. In der 1. Säule wird die Förderung an die Einhaltung bestimmter Vorgaben gebunden, die so genannte Konditionalität. Diese gehen allerdings im bisherigen Vorschlag kaum über gesetzliche Standards hinaus.

Das Greening fällt weg, allerdings können über die 1. Säule Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz (Eco-Schemes) finanziert werden. Diese müssen den Landwirten angeboten werden, sind allerdings für die Landwirte freiwillig. Die EU gibt keinen Mittelumfang vor.

Die Direktzahlungen der 1. Säule sollen ab 60.000 Euro degressiv gekürzt werden und eine Kappung ab 100.000 Euro erfolgen. Allerdings sollen alle Lohnkosten anrechenbar sein.

Martin Scheele, Referatsleiter in der Generaldirektion Landwirtschaft der  Europäischen Kommission sieht in dem vorliegendem Vorschlag eine notwendige Vereinfachung und befürwortet die Umstellung hin zu ergebnisorientierten Maßnahmen, die den Mitgliedsländern mehr  Verantwortung überträgt. Unklar bleibt jedoch, wie eine Sanktion bei nicht erreichen der gesetzten Ziele erfolgen kann, denn das Fördergelder zurückgefordert werden, ist mit Blick auf die Vergangenheit unserer Meinung nach unwahrscheinlich. Kritisch wurde auch seine Haltung zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands von den TeilnehmerInnen gesehen, die seiner Meinung nach in der Produktion von qualitativ hochwertigen Produkten bestünde. Er warb für eine besonders flexible Art der Umsetzung, da durch das neue Fördersystem, die Bedingungen für die Förderung je nach örtlichen Bedingungen von den Mitgliedstaaten selbst in Plänen aufgestellt werden können. Ob sich hier die Mitgliedstaaten damit hervortun, ihren Bauern gegenüber besonders strenge Umweltstandards zu erheben, ist mehr als fraglich.

Diese Kritik teilte auch Martin Häusling. Er sieht den Vorschlag als Re-Nationalisierung, die die GAP schwächen wird und zu einer Unterbietung der Mitgliedsländer bei der Umsetzung von Umwelt- und Klimamaßnahmen führen wird. Die Eco-Schemes der 1. Säule müssen mit mindestens 40% der Mittel verbindlich gemacht werden.

Diese Verbindlichkeit der Eco-Schemes wird auch von Maria Noichl, MdEP im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, SPD gefordert. Sie lässt kein gutes Haar an dem Vorschlag des EU Kommissars Hogan. Allerdings spricht sie nicht von Re-Nationalisierung, denn wir hätten auch derzeit keine wirkliche gemeinsame Agrarpolitik, so Noichl. Dazu seien die 28 Mitgliedsländer zu unterschiedlich. Sie plädiert zudem für eine Kappung der Direktzahlungen bei 60.000 Euro Dies wäre im Vergleich zu dem, was ein Facharbeiter in Deutschland verdient fair. Außerdem wirbt sie für eine Konditionalität, die eine Flächenbindung der Tierhaltung vorgibt.

Norbert Lins, MdEP im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, CDU, machte kräftig Werbung für die seiner Meinung nach vorbildlichen Umweltmaßnahmen der Landwirte in seinem Wahlkreis Baden-Württemberg. Er sprach sich gegen die verpflichtende Konditionalität in der 1. Säule aus. Dafür würde er sich wünschen, dass mindestens 50% der Gelder der 2. Säule für Umwelt- und Klimamaßnahmen (jetzt sind es 30%) eingesetzt werden müssen.

Allerdings musste er eingestehen, dass die 2. Säule schon jetzt schlechter finanziert ist und um 15,3% gekürzt werden soll. Die 1. Säule hingegen nur um 3,9%. Für die Eco-Schemes hätte auch er sich eine Verbindlichkeit gewünscht.

Hier kann also angesetzt werden und im Parlament für eine Zweckbindung der Gelder geworben werden!

Einig waren sich alle Gesprächspartner in der Dringlichkeit für die Europawahl im Mai 2019 zu werben, um einen weiteren Rechtsrück im Parlament zu verhindern. Denn diese Kräfte verhindern eine konstruktive Zusammenarbeit.

Wer darüber hinaus noch aktiv werden will, der kann sich noch bis zum 19. November 2018 an der Aktion Cap Snap von „Good food good farming“ beteiligen und eigene Forderungen an die GAP stellen.

www.goodfoodgoodfarming.eu

 

Mireille Remesch

Agrarreferentin

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World Future Award für 100% bio Gesetz in Sikkim, Indien

24. Oktober 2018 - 11:47
Die weltbesten Lösungen, Gesetze und Programme zur Förderung von Agrarökologie und nachhaltigen Ernährungssystemen werden dieses Jahr mit dem Future Policy Award, dem „Polit-Oscar“ der Hamburger Stiftung World Future Council, ausgezeichnet. Das „100%-Bio“-Gesetz aus Sikkim, Indien, hat sich gegen 51 nominierte Gesetze aus 25 Ländern durchgesetzt und wird mit dem Future Policy Award in Gold ausgezeichnet. Gesetze aus Brasilien, Dänemark und Quito (Ecuador) erhalten Silber. Der Preis wird in diesem Jahr in Kooperation mit der UNO-Ernährungsorganisation (FAO) und IFOAM – Organics International verliehen. Der indische Bundesstaat Sikkim, der diesjährige Gold-Preisträger, ist der erste 100%-Ökolandbau-Staat der Welt. Sikkims Ansatz geht jedoch weit über bloße Öko-Produktion hinaus und hat Land und Menschen nachhaltig verändert: Von der Umstellung auf 100% hat das Land nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und sozial enorm profitiert. Sozio-ökonomische Aspekte wie Verbrauch und Wachstum, kulturelle Elemente wie Gesundheit, Bildung, ländliche Entwicklung und nachhaltiger Tourismus spielen in dem Gesetz eine zentrale Rolle. Bemerkenswert ist ebenfalls das schrittweise Verbot von chemischen Düngemitteln und Pestiziden, mit Unterstützung und Anreizen, um so nachhaltige Alternativen zu schaffen. Von dem Wandel zu 100% Bio haben über 66000 Bauernfamilien profitiert. Der Tourismussektor ist stark expandiert und zwischen 2014 und 2017 um 50% gewachsen. Das Sikkim-Modell ist vorbildlich für die Stärkung von Agrarökologie in Regionen und Staaten weltweit. Das ZDF strahlt am 14. Oktober, am Tag vor der Preisverleihung, den Film „Öko-Rebellen“ aus, eine Dokumentation über den Bundesstaat Sikkim und seine 100%-Bio-Politik.
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BIOPOLI-Seminar in Brüssel zur EU-Agrarpolitik

16. Oktober 2018 - 9:00
Wir wissen es alle – die aktuelle Agrarpolitik bringt viele Probleme mit sich (Massentierhaltung, Nitrat im Grundwasser, Sojaimporte, Abnahme der Artenvielfalt, Höfesterben, …). Doch aktuell wird über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU für die Zeit nach 2020 diskutiert. Jetzt ist also die Zeit, unsere Vorstellungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft direkt an die Entscheidungsträger zu bringen und mit ihnen über die aktuelle GAP-Reform zu diskutieren. Außerdem wollen wir die EU-Institutionen und deren Arbeitsweisen kennen und verstehen lernen.
Deswegen hat die Agrar Koordination ein Weiterbildungsseminar für ihre BIOPOLI-Referent*innen in Brüssel geplant.
In der Zeit vom 16.-18. Oktober 2018 treffen wir uns mit EU-Abgeordneten verschiedener Parteien sowie mit der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der EU Kommission (DG AGRI), tauschen uns mit in Brüssel ansässigen NGOs aus und werden eine kritische Stadtführung zum Thema Lobbyismus mit Corporate Europe Observatory machen. Genaueres zum Programm finden Sie hier.

Diese Veranstaltung steht allen offen - auch denjenigen, die noch nicht BIOPOLI-Referent*innen sind. Die Plätze sind allerdings begrenzt und werden bei Überbelegung primär an Referent*innen vergeben.

Zur Anmeldung oder bei Fragen schreiben Sie bitte an folgende E-Mail-Adresse: mireille.remesch@agrarkoordination.de
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27.10.Demo für eine Bienenfreundliche Landwirtschaft , Berlin

9. Oktober 2018 - 13:28
Mit der kommenden Reform der EU-Agrarpolitik kann die Agrar- und Ernährungswende gestemmt werden. Doch die Politiker*innen drücken sich vor dem Kurswechsel. Auch Agrarministerin Julia Klöckner muss jetzt ihr Wort zum Schutz der Insekten halten: Statt die Agrarindustrie weiterhin mit Subventionen zu mästen, müssen die Gelder den Bäuerinnen und Bauern zugutekommen, die für die Agrarwende ackern und gutes Essen für alle produzieren - klima-, umwelt-, und tierfreundlich! Deswegen machen wir in Berlin Dampf für eine insektenfreundliche Landwirtschaft! Protestaktion mit Reden und gemeinsamen Essen: Samstag, 27.10., 12 Uhr, Brandenburger Tor (Berlin)
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Den Soja wahn stoppen - Verantwortung in der Lieferkette übernehmen

28. September 2018 - 15:29
Freitag, den 28. September 2018 von 17:00 bis 19:00 Uhr GLS Bank, Düsternstr. 10, 5. OG, 20355 Hamburg Anreise: Stadthausbrücke S-Bahn: S 1 oder S 3 (1 Min.) oder Rödingsmarkt U-Bahn: U3 (5 Min.) Unser Konsumverhalten und das derzeitige Modell der industrialisierten Landwirtschaft haben weitreichende Folgen, insbesondere für die Anbauregionen und betroffenen Menschen Lateinamerikas. Der hohe Bedarf an Eiweißfutter in der industriellen Tierhaltung Europas hängt direkt mit dem massiven Anbau von gentechnisch verändertem Soja und der Waldzerstörung in Lateinamerika zusammen. Deutschland ist der größte Fleischproduzent. 2016 wurden 6,3 Millionen Tonnen Soja importiert, überwiegend aus Lateinamerika. Aktuelle Untersuchungen von der Organisationen Mighty Earth, FERN und Rainforest Foundation Norway belegen die negativen Auswirkungen der Soja-Importe auf die Länder Argentinien und Paraguay. Tausende Hektar Naturwald werden dem Soja-Anbau geopfert. Das geht auf Kosten des Klimas, der Biodiversität und der Menschen vor Ort. Darüber hinaus gewähren die Untersuchungsergebnisse interessante Einblicke in die Intransparenz und mangelnde Nachhaltigkeit der Lieferketten. Großhändler und Supermarktketten, die auf ihren Webseiten Corporate-Responsibility-Grundsätze großschreiben, wissen oft nicht, wo ihre Produkte herkommen.
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Regionale Bio-Lebensmittel in der Kita- und Schulverpflegung sind bezahlbar!

6. September 2018 - 15:36

Immer mehr Kitas und Schulen stellen auf Bio-Verpflegung um – mit gutem Grund: Die biologische Landwirtschaft ist in vieler Hinsicht besser für die Gesundheit und umweltfreundlicher als die konventionelle Landwirtschaft. Denn Bio-Bauern verzichten auf umwelt- und gesundheitsschädliche chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel. Und bei der Bio-Tierhaltung wird verzichtet auf den vorbeugenden Einsatz von Antibiotika sowie auf gentechnisch veränderte Futtermittel.

Eine Umstellung auf Bio muss nicht teuer sein. Durch eine durchdachte Menü-und Einkaufsplanung und durch die Vermeidung von Lebensmittelabfällen kann Bio-Verpflegung mit Lebensmitteln aus der Region zu einem günstigen Preis angeboten werden.

Zu einer nachhaltigen Kita- und Schulverpflegung gehört auch, möglichst saisonal zu kochen und möglichst viele Lebensmittel aus der Region zu beziehen.Auf der Fortbildungsveranstaltung erläutert ein Bio-Caterer, wie an Kitas und Schulen Bioverpflegung mit Lebensmitteln aus der Region kostengünstig umgesetzt werden kann. Im  Anschluss an den Vortrag ist Zeit für Fragen und Erfahrungsaustausch. Regionale Landwirte und Bio-Händler können im Anschluss an die Veranstaltung ihr Angebot vorstellen. 

Die Fortbildungsveranstaltung richtet sich an Verpflegungsverantwortliche, Träger und Leitungen von Kitas und Schulen, Caterer, Küchenpersonal sowie engagierte LehrerInnen und Eltern.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten: julia.sievers@agrarkoordination.de, Tel.: 040/600 617 26

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Auszeichnungen für Lebensmittelretter an Kitas und Schulen

29. August 2018 - 15:01
Das Projekt „Gutes Essen macht Schule“ zeichnet gute Initiativen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen in der Kita- und Schulverpflegung aus und verleiht Preise. Kitas und Schulen können sich wünschen, welche Preise sie bekommen – zum Beispiel schöne Lampen für den Essensraum, schönes Geschirr, nützliche Küchengeräte oder anderes Zubehör für die Kita- und Schulverpflegung... Bewerben können sich Kitas und Schulen bis zum 30.11.2018. Beschreiben Sie uns Ihre Initiative ( ca. 1 Seite, gerne mit Fotos) mit einem Hinweis darauf, was sich Ihre Einrichtung wünscht. Bewerbung bitte schicken an: julia.sievers[at]agrarkoordination.de Telefon: 040/600 617 26 Ideen für sinnvolle Initiativen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen:
  •  Benennung einer/eines Verpflegungsverantwortlichen, der/die Rückmeldungen zu Abwesenheiten an den Caterer weiterreicht, so dass die Kochmengen täglich angepasst werden.
  •  Regelmäßige Beobachtung der Abfälle und Feedback der Kinder/Jugendlichen zu den Gerichten; Anpassung des Speiseplans, falls einzelne Gerichte ganz unbeliebt sind
  •   Mitnahme von übrig gebliebenen Speisen durch die Kinder oder ihre Eltern
Weitere Ideen gibt es beim Projekt „Gutes Essen macht Schule“ – wir unterstützen und beraten gerne und besuchen Ihre Einrichtung für einen Infotermin.
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Wissenschaft und Politik in der Verantwortung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und Ernährung

26. August 2018 - 14:58
Schulbiologie zentrum Hannover 10.30 bis 13 Uhr Umwelt- und Tierschützer, bäuerliche Familienbetriebe und Erzeugergemeinschaften, Bioverbände und selbst die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) mit ihren Anfang 2017 veröffentlichten „Zehn Thesen zur Landwirtschaft 2030“, fordern eine nachhaltigere Landwirtschaft. Etliche Gründe wie z. B. der Rückgang der biologischen Vielfalt, Grundwasserverschmutzung, Tierwohlaspekte oder die Begrenztheit fossiler Energiequellen sprechen dafür. Doch was muss getan werden, um die erforderliche Transformation zu gestalten? Die Besucher*innen sind herzlich eingeladen, sich in lockerer Frühschoppen-Atmosphäre mit ihren Ansichten, Fragen und Vorschlägen für eine mögliche Umgestaltung einzubringen, damit diese im Anschluss an Politik und Wissenschaft übermittelt und dort bearbeitet werden können. Vinnhorster Weg 2, 30419 Hannover
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