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AgrarKoordination

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Aktuelles von der Agrarkoordination
Aktualisiert: vor 12 Stunden 7 Minuten

Sommerferienprogramm: "Werde Weltenwandler*in"

9. Juli 2018 - 10:00
In der Woche vom 9. bis zum 12. Juli findet täglich von 9.00 bis 16.00 Uhr für 10 bis 15-Jährige eine Ferienwoche in der Kulturkapelle im Wilhelmsburger Inselpark statt. Unter dem Motto "Wir bauen uns die Welt, wie sie uns gefällt" werden sich die Kinder und Jugendlichen Gedanken darum machen, wie sie die Welt zu einem besseren Ort machen können - für sich und andere. Hierfür werden nachhaltige und innovative Projekte, wie ein Gemeinschaftsgarten oder eine Selbsthilfewerkstatt, in Wilhelmsburg und Umgebugung besucht und nach Lösungen geforscht. Die gesammelten Informationen und vor allem die eigenen Ideen der Teilnehmer*innen werden in der Abschlussveranstaltung am Donnerstag, den 12. Juli ab 16.00 Uhr für Eltern und Freunde in einer Ausstellung aus Bildern, Modellen, Videoschnipseln und Audiomaterial präsentiert. Um Anmeldung bis zum 04. Juli unter info@hamburgmalfair.de wird gebeten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 40,-€ inklusive Verpflegung.
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FactSheet zum EU-Mercosur-Abkommen

18. Juni 2018 - 10:19
PowerShift hat zusammen mit der AbL, Agrar-Koordination, attac, Brot für die Welt, BUND,  Campact, FDCL, Forum Umwelt und Entwicklung, Greenpeace und den Naturfreunden ein FactSheet zum EU-Mercosur-Abkommen herausgegeben. Dieses findet Ihr im Anhang und steht hier zum Download bereit:
https://power-shift.de/wp-content/uploads/2018/06/factsheet_mercosur_web.pdf

Seit zwanzig Jahren verhandelt die Europäische Union schon mit den Staaten des Mercosur (Teilnehmende:Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) über die Beseitigung von Handelsschranken. 
Unser gerade veröffentlichtes Fact Sheet zum EU-Mercosur Abkommen beleuchtet die Hintergründe. 

Für das internationale Agrobusiness und die Lebensmittelindustrie stellt das Mercosur-Abkommen einen der wichtigsten Handelsverträge der EU dar. Kommt es zustande, könnten u.a. die Lebensmittelimporte des Mercosur in die EU bis 2025 von derzeit 17 auf 25 Prozent anschwellen. Für Landwirtschaft, Menschenrechte, Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz wäre das Abkommen ein Rückschritt - und zwar auf beiden Seiten des Atlantiks.

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Welches Wachstum ernährt die Welt? Vorträge und Workshop

30. Mai 2018 - 9:48
Programm
  • Einführung: Welches Wachstum ernährt die Welt?, Agrar Koordination
  • „Kann Bio Deutschland und die Welt ernähren?“, Axel Wirz, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL) Deutschland
  • Welches Wachstum fördern Handelsabkommen?, Kerstin Lanje, Misereor und Mireille Remesch, Agrar Koordination
  • Die Konzernmacht wächst, was bedeutet das für unsere Ernährung?, Jutta Sundermann, Aktion Agrar
Im Abschluss Podiumsgespräch mit den ReferentInnen und Arbeitsgruppen zu den Themen: Bio und Welternährung, Handelsabkommen, Konzernmacht. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Initiative Essbarer Campus der Leuphana Universität Lüneburg statt. Bitte melden Sie sich für die Veranstaltung an unter www.agrarkoordination.de
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Ein erster Schritt in die richtige Richtung

11. Mai 2018 - 16:11

Die von Bayer hergestellten Insektengifte Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam (Syngenta) dürfen laut einem EU-Beschluss nicht mehr im Freiland verwendet werden. 16 von 28 EU-Ländern haben der Regulierung zugestimmt, die noch dieses Jahr in Kraft treten soll. Auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Österreich unterstützen das Verbot gegen die drei sogenannten Neonicotinoide. Mit nur einer Stimme Mehrheit  war es allerdings eine knappe Entscheidung

Die Agrar Koordination begrüßt das Verbot zur Freilandausbringung der drei Neonicotinoide. Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sprach nach dem Votum von einem "guten Tag für den Schutz der Bienen in Deutschland und in Europa". Für die Agrar Koordination ist jedoch klar, dass das Verbot nur ein erster Schritt sein kann. Denn trotz des EU-Beschlusses dürfen die drei Neonicotinoide weiterhin in Gewächshäusern verwendet werden. Und auch andere Insektengifte, die nach Ansicht der EU-Kommission keine Gefahr für Bienen darstellen, sowie ähnlich wirkende Pflanzenschutzmittel dürfen weiter ausgebracht werden. Grünen-Europaabgeordneter Martin Häusling fordert ein „EU-weites Komplettverbot“. Auch der Agrar Koordination ist wichtig, dass die nun verbotenen Neonicotinoide nicht einfach durch neue chemische Pflanzenschutzmittel ersetzt werden. Stattdessen sollte sich die Landwirtschaft in eine ökologische und möglichst chemiefreie Richtung weiterentwickeln.

Die Diskussion um die drei besagten Neonicotinoide ist nicht neu. Schon seit 2013 war durch eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bekannt, dass die meisten Anwendungen von Neonicotinoiden eine Bedrohung für Bienen sind. Deswegen unterlagen die drei Neonicotinoide von Bayer seitdem Beschränkungen. Am 28. Februar 2018  veröffentlichte das EFSA erneut eine wissenschaftliche Bewertung, die die schädliche Wirkung der Neonicotinoide auf Bienen bestätigte. Hierin wurde deutlich, dass nicht nur Honigbienen, sondern auch Wildbienen wie Hummeln oder Solitärbienen von den Insektengiften geschädigt werden. Die Insektengifte greifen das zentrale Nervensystem von Insekten an. Daraufhin können die Bienen sich nicht mehr richtig orientieren und bekommen Krämpfe. Die Leistungsfähigkeit der Honigbienen nimmt ab, berichten Imker.
In Kontakt mit dem Insektengift kommen die Bienen über verschiedene Wege: Rückstände der Neonicotinoide finden sich im Pollen und Nektar behandelter Pflanzen. Auch unbehandelte Pflanzen aus der Umgebung können durch vom Feld abgedrifteten Staub belastet sein. Über Rückstände im Boden können auch der Pollen und Nektar neu angebauter Pflanzen mit Neonicotinoiden kontaminiert werden.

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

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Gentechnik-Workshops in Berlin auf dem Weltacker

2. Mai 2018 - 10:51
Warum ist es bei uns verboten, gentechnisch veränderten Mais anzubauen, in Spanien aber nicht? Warum werden Maisgene überhaupt verändert und was hat das für Folgen? Für Landwirtschaft, Ökosystem und Gesundheit? In Workshops für OberstufenschülerInnen oder außerschulische Jugendgruppen wollen wir diskutieren, was alte und neue Gentechnik für die Landwirtschaft bedeuten. Vor Ort zum Anfassen gibt es gentechnikfreien Mais-, Raps- und Sojaanbau auf dem neuen Weltacker in Berlin-Pankow. Schule und Gentechnik bietet das kostenlose Bildungsangebot gemeinsam mit dem Bildungsprojekt Biopoli der Agrarkoordination an. Zielgruppe/n:
  • Gesamtschulen
  • Gymnasien und Fachoberschulen (11.-13. Klasse)
  • Berufsschulen
Lernziele:
  • Einführung in das Thema Gentechnik
  • Bezug herstellen zur eigenen Lebenswelt
  • Zusammenhang zwischen Konsum und Landwirtschaft, Klima und Ressourcennutzung begreifen
  • Kompetenzen im Bereich Bewertung und Kommunikation erproben
  • Teamarbeit fördern
Für die Buchung einer Veranstaltung senden Sie bitte eine Email an boye@2000m2.eu. Termine: Mai Fr. 25.5.2018 von 10 – 13 Uhr Juni mittwochs von 10 - 13 Uhr
06.6.2018, 13.6.2018, 20.6.2018, 27.6.2018 Termine für die Monate August und September folgen. Termine an anderen Wochentagen sowie den Wunsch für ein anderes Zeitfenster prüfen wir gerne. Fragen Sie einfach nach!
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Hamburg: March against Monsanto 19.Mai

1. Mai 2018 - 10:21
Wo? 14:00 Uhr Demo-Beginn am HH-Hauptbahnhof/Hachmannplatz 16:30-18:00 Uhr Abschlusskundgebung und Infostände beim Grünen Jäger Was? MARCH AGAINST MONSANTO/BAYER: Friedlicher bunter Protestmarsch für freies Saatgut, für die Kennzeichnung von genetisch modifizierten Lebensmitteln und gegen Glyphosat, Neonikotinoide und die Monopolstellung von Konzernen, die unsere Nahrung und unsere Umwelt vergiften. Auch eine Erdbeeren-Armee aus kostümierten Kindern wird vor Ort sein. Die Welt gegen Monsanto – Tragödie zweiter Teil 16.05.2018, Hamburg, New York, Buenos Aires. Alljährlich demonstrieren beim MARCH AGAINST MONSANTO Tausende Menschen weltweit zeitgleich in Hunderten Städten gegen den Chemie-Konzern Monsanto und für eine nachhaltige, ökologische und faire Landwirtschaft. Der MARCH AGAINST MONSANTO hat bereits Tradition - und doch ist das Thema aktueller denn je: Die Giganten-Fusion von Monsanto und Bayer, die Verlängerte Zulassung von Glyphosat in der EU, sowie neue Studien zu Neonikotinoiden sorgen pausenlos für Aufregung. Am 19. Mai geht der Protest in eine neue Runde. Auch in Hamburg werden zahlreiche Demonstranten erwartet. Organisiert wird die Demonstration in Hamburg von machbar e.V.. Es wird ein friedlicher Protestmarsch mit bunten Plakaten und Kostümen und einer Erdbeeren-Armee aus verkleideten Kindern. Die Veranstalter setzen sich für eine nachhaltige, faire Landwirtschaft ein, die unsere Umwelt, das Klima und somit unsere Lebensgrundlagen mit Respekt behandelt. Sie fordern weitere Studien zu den Gefahren vom GVOs (gentechnisch veränderten Organismen). Vereinsvorsitzende Jacqueline Kardel sagt: "Während Kleinbauern und Bio-Betriebe um ihr Überleben kämpfen, sichert sich Monsanto Patentrechte auf sämtliches Saatgut und den gesamten Prozess der Gentechnik und festigt so seine Monopolstellung als globaler Nahrungsmittel-Lieferant. Monsantos genetisch modifiziertes Saatgut bedroht unser Ökosystem massiv. Es ist eine Tragödie und es wird Zeit, dass die Politik reagiert.“ Studien zeigen klare Zusammenhänge zwischen von Monsanto verwendeten glyphosathaltigen und neonikotinoiden Pestiziden und dem weltweiten Bienensterben. Durch die Fusion von Monsanto und Bayer wird der Multikonzern den Welthandel von Saatgut, Pestiziden und Medikamenten dominieren. Die BUNDjugend Hamburg äußert sich bei Facebook: "Auch wenn eine Mehrheit der Europäischen Bevölkerung gegen die Fusion von Monsanto und Bayer war, hat die EU-Kommission dem Deal zugestimmt. Was jetzt kommt? Monopolisierung, Verlust von Artenvielfalt und ein direkter Angriff auf die Ernährungssouveränität in den Ländern des Globalen Südens!" Tausende Menschen vereinen sich nun gegen den Agrar-Wahnsinn von Monsanto und Bayer. Beim MARCH AGAINST MONSANTO/BAYER am 19. Mai protestieren Menschen in weltweit 103 Städten gegen die Umweltsünden und Menschenrechtsverletzungen, die mit Monsanto/Bayer in Verbindung stehen: Regenwaldabholzung, den Aufkauf kleinbäuerlicher Betriebe und die Vertreibung indigener Völker (Landgrabbing), Nahrungsmittel-Monopole, gentechnisch verändertes Saatgut, Patente auf Saatgut, den Eisatz von Neonicotinoiden und Totalherbiziden wie Glyphosat, die Wasser- und Luftverschmutzung und nicht zuletzt gegen das damit einhergehende Bienen- und Artensterben. Monsanto steht in den Protesten stellvertretend für alle Agrar- und Chemie-Riesen (BASF, Syngenta, DuPont, Dow, ChemChina). Mehr Informationen auf der Website: https://www.machbar-ev.de/mam2018/
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¡Maíz! Oder wer ernährt die Welt?

27. April 2018 - 16:00
Am Thementag ¡Maíz! wollen wir uns umfassend mit dieser Pflanze beschäftigen und zwar von der Schöpfungsgeschichte bis zu globalen Märkten.  Hierzu beginnen wir um 16:00 Uhr mit vier parallel stattfindenden Workshops:
  • Ideen mit Musik verbreiten
  • ¡Sin maiz no hay país! - Biodiversität und Widerstand gegen die Agrarindustrie in MexikoMexikanischer
  • Muralismo - Wandmalerei als Form politischer Intervention
  • Menschenrechtsverletzungen durch Pestizide
Im Anschluss um 19:00 startet eine Performance mit Musiker_innen und Künstler_innen vom Kollektiv Tonalli. In einer abschließenden Podiumsdiskussion widmen wir uns der Frage, wer die Welt zu welchem Preis ernährt und haben dafür tolle Gesprächspartner gefunden. Weitere Informationen finden Sie unter http://w3-hamburg.de/zeitalter/aktuelle-termine. Die Veranstaltung findet im Saal der W3 im Nernstweg 32-34 in 22765 Hamburg statt. Diese Veranstaltung ist eine Kooperation von: W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik, Agrarkoordination, Romerotage, Pestizid Aktions-Netzwerk e.V., Amnesty International, Zentrum für Mission und Ökumene - Nordkirche weltweit und treemedia e.V.
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10 Mrd. Wie werden wir alle satt?

24. April 2018 - 12:29
Wann: Dienstag, 24. April 2018, 19:00 – 22:00 Uhr Wo: Kleines Theater Bargteheide, Hamburger Straße 3, 22941 Bargteheide Gäste auf dem Podium: Anneli Wehling, (BDM-SH), Bäuerin, Kiebitzreihe Stefanie Pöpken, PROVIEH e.V., Kiel, -angefragt- Albert Teschemacher, Alt-Bauer, Dannau Matthias Stührwoldt, Bauer und Agrarpoet, Stolpe Moderation: Uwe Schreiber, AbL Schleswig-Holstein
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Seminar "Wie erstelle ich mit SchülerInnen eine Simple Show (Legetechnik)?"

13. April 2018 - 10:58
Das Seminar findet für ReferentInnen innerhalb unseres Jugendbildungsprojekts BIOPOLI statt. Wer Interesse daran hat, als ReferentIn bei BIOPOLI tätig zu werden, kann sich gerne für dieses Seminar anmelden. Weitere Infos zum BIOPOLI Projekt. Seminarprogramm Anmeldung zum Seminar bitte senden an Sandra Blessin: sandra.blessin@agrarkoordination.de
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Auftaktveranstaltung „GUTES ESSEN MACHT SCHULE“ in Berlin

12. April 2018 - 12:14
Julika Lietzow von der Agrar Koordination stellt das Projekt „Gutes Essen macht Schule“ vor und zeigt Handlungsfelder in Richtung einer nachhaltigen Verpflegung in Ihrer Kita und  Schule auf. Eingeladen sind insbesondere: Leitungen und Träger von Kitas und Schulen, Caterer, Lehrkräfte, Erziehungskräfte, Multiplikatoren und natürlich Küchenpersonal.  Dienstag, 17. April 2018, 16 bis 18 Uhr, Im Gewächshaus des Botanischen Volksparks Blankenfelde Pankow Blankenfelder Chaussee 5, 13159 Berlin
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Ein schwarzer Tag für die biologische Vielfalt und Landwirte weltweit

21. März 2018 - 13:53
Die Agrar Koordination kritisiert als Mitlgied der Initiative „Konzernmacht beschränken“ die Entscheidung der EU-Kommission, die Mega-Fusion von Bayer und Monsanto unter Auflagen zu genehmigen. „Dies ist ein schlechter Tag für Bauern und Bäuerinnen und Verbraucher*innen – hier und in Ländern des globalen Südens“, erklärt das Bündnis aus 28 Organisationen aus den Bereichen Entwicklung, Umwelt, Landwirtschaft, Pharma, Finanzen und Netzpolitik. Die Initiative fordert die deutsche Politik auf, sich auf Brüsseler Ebene für eine Verschärfung der europäischen Fusionskontrolle einzusetzen. Sollte Bayer-Monsanto seine Marktmacht zukünftig ausnutzen, müsste eine Entflechtung erfolgen. Die jüngste Entscheidung ist der Initiative zufolge auch ein falsches Signal an die Wettbewerbsbehörden in den USA sowie Schwellenländer wie China, Indien, Argentinien und Mexiko. In diesen Ländern steht die Entscheidung zur Mega-Fusion noch aus, die US-Justizbehörde hatte sich bereits kritisch gegenüber den Fusionsplänen geäußert. Besonders negativ wird sich eine mögliche Fusion auf die BäuerInnen des Südens auswirken. Der kommerzielle Saatgutmarkt ist schon stark auf wenige Player konzentriert, die insbesondere bestrebt sind, das Saatgut in Kombination mit den eigenen Pestizidprodukten zu verkaufen. Verstärkt wird diese Wirkung auch noch durch neue Abhängigkeiten und Überwachungsmöglichkeiten aufgrund von digitalen landwirtschaftlichen Techniken. Mit der Hochzeit Bayer-Monsanto würden die drei Superkonzerne global 60 Prozent des kommerziellen Saatgutmarktes und 70 Prozent des Pestizidmarktes kontrollieren. Die Initiative "Konzernmacht beschränken" fordert, dass u.a. das Wettbewerbrecht dahingegen geändert wird, dass schon ab einem Anteil von 20 Prozent statt erst bei 40 Prozent eine marktbeherrschende Stellung eines Unternehmens vermutet wird. Das Positionspapier des Bündnisses ist hier zu finden. Der jüngste Brief der Initiative an der EU Wettbewerbskommissarin Vestager hier.
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Die Macht der Agrarlobby in Brüssel

14. März 2018 - 9:41

Seit 2005 bringen LobbyControl und Corporate Europe Observatory den Lobbyplanet Brüssel heraus. Der Stadtführer durch das Brüsseler EU-Viertel erklärt den LeserInnen kompakt, wie Lobbyarbeit in der EU funktioniert und stellt ihnen die wichtigsten Akteure vor. Jetzt ist er in einer neuen Auflage erschienen – und zeigt den massiven Einfluss, den die Vertreter der Agrarindustrie in Brüssel haben.

 

Nicht nur die Landwirtschaftspolitik ist eine beliebte Zielscheibe für Lobbyismus. In Brüssel nehmen Schätzungen zufolge 25.000 LobbyistInnen informellen Einfluss auf zentrale Politikfelder wie Finanzen, Wirtschaft oder Ernährung. Brüssel ist damit nach Washington die zweitgrößte Lobby-Hauptstadt weltweit. Aber was ist eigentlich das Problem dabei, wenn Unternehmen und andere Akteure politische Prozesse beeinflussen?

 

Das Hauptproblem liegt nach Meinung von LobbyControl bei der ungleichen Verteilung des Einflusses: LobbyistInnen des Unternehmenssektors haben sehr häufig einen privilegierten Zugang zu Brüsseler EntscheidungsträgerInnen. Ein Beispiel aus der Landwirtschaftspolitik: Wir haben die Lobbytreffen der EU-Kommissarinnen und -Kommissare zwischen Dezember 2014 und April 2017 ausgewertet – darüber gibt es bei der EU-Kommission Transparenz, ein deutlicher Vorsprung übrigens gegenüber der Bundesregierung: Von 104 Treffen des Agrarkommissars Phil Hogan fanden 75 Prozent mit VertreterInnen von Unternehmen und deren Verbänden statt. Die meisten Lobbytreffen hatte er mit der Irish Farmers' Association – das überrascht nicht wirklich, ist Hogan doch selbst Ire. An zweiter Stelle kommt die Vereinigung der polnischen Schweinezüchter- und Produzenten.

 

Ein Grund für diese privilegierten Zugänge liegt in den deutlich größeren Ressourcen, über die LobbyistInnen für finanzstarke Unternehmen und Verbände verfügen. Akteure, die sich für Umweltschutz, Gesundheit und einen Erhalt der traditionellen Landwirtschaft einsetzen, sind ihnen gegenüber klar in der Unterzahl.

 

Der LobbyPlanet Brüssel nimmt Sie mit auf eine Tour durch das EU-Viertel, zeigt Ihnen die wichtigsten Akteure, ihre Treffpunkte und Themen und  Strategien.

 

Da wäre zum Beispiel der europäische Dachverband der Landwirtschaft, die COPA-COGECA. Sie ist die größte Lobbygruppe der industriellen Landwirtschaft und dominiert häufig die Beratungsgruppen der EU-Kommission. Solche Gruppen richtet die Kommission vor allem dann ein, wenn neue Richtlinien und Verordnungen erstellt werden sollen. Seit Jahren kritisiert LobbyControl, dass in diesen Expertengruppen die Unternehmen massiv vertreten sind, die eigentlich reguliert werden sollen. Sie können damit schon frühzeitig ihre Interessen in die Gesetzgebung einbringen. 2015 offenbarte die COPA-COGECA  wieder einmal ihren massiven Einfluss und vereitelte eine Obergrenze für Gasemissionen aus der Tierhaltung.

Ein unverzichtbarer Helfer der industriellen Landwirtschaft ist die Chemieindustrie. BASF, der weltweit größte Chemieproduzent mit einem Jahresumsatz von 70 Milliarden Euro, ist strategisch in allen bedeutenden Lobbyverbänden und Netzwerken auf seinem Gebiet eingebunden. Gemeinsam mit dem Verband der Europäischen Chemischen Industrie (CEFIC) und dem Deutschen Verband der Chemischen Industrie (VCI) leitete BASF eine Kampagne gegen die europäischen Chemikalienrichtlinie REACH.

Ein weiterer Verbündeter der industriellen Landwirtschaft ist die Lebensmittelbranche. Von Coca-Cola bis Nestlé, von Danone bis Kellog‘s – sie alle sind Mitglieder des Wirtschaftsverbandes FoodDrink Europe. Ihre Lobbyarbeit lässt sich die die mächtige Stimme der Lebensmittelindustrie gern etwas kosten. Circa eine Milliarde gab FoodDrink Europe aus, um eine verpflichtende Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln zu verhindern.

Letzten Endes sind es mehr als eine halbe Milliarde EU-BürgerInnen, die mit den Auswirkungen des Lobbyismus auf die Qualität ihrer Lebensmittel, ihrer Gesundheit und der Landwirtschaft leben müssen. Nur eine informierte und aktive Zivilgesellschaft kann eine Bereitschaft zu grundlegenden Änderungen hervorrufen. Auch dazu wollen wir mit dem Lobbyplanet einen Beitrag leisten.

Sie können sich mit dem Lobbyplanet selbst auf Tour durch das Brüsseler EU-Viertel begeben. Der Stadtführer bietet Ihnen verschiedene Touren an – darunter auch eine auf den Spuren der Agrarlobby.

 

Der LobbyPlanet Brüssel kann für 8 Euro auf der Homepage von LobbyControl bestellt werden:  https://www.lobbycontrol.de/produkt/lobby-planet-bruessel/

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