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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 11 Stunden 38 Minuten

05. August 2019

5. August 2019 - 11:11

1. Sudan: Endlich Frieden?
Viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die tageszeitung (taz), Zeit Online, n-tv.de, der Deutschlandfunk und die Deutsche Welle berichten, dass sich die Militärführung und die Opposition im Sudan auf Eckpunkte einer neuen Verfassung geinigt haben, die auch die lange umstrittene Machtfrage regelt. Am 18. August solle ein „souveräner Rat“, der aus sechs Vertreter*innen der Opposition und fünf Militärs bestehen werde, die Regierungsgeschäfte übernehmen. Im Beisein ausländischer Regierungsvertreter*innen solle einen Tag vorher ein entsprechendes Abkommen feierlich unterzeichnet werden. Die Demonstrierenden auf den Straßen der Hauptstadt Khartum sowie Vertreter*innen der Afrikanischen Union und der Regierung Äthiopiens, die im Konflikt vermittelt hatten, haben die Einigung begrüßt. Seit dem Sturz des Langzeitpräsidenten Omar al-Bashir habe es einen langen Konflikt zwischen Militärs und Zivilist*innen um die Führung des Landes gegeben, bei dem insgesamt 250 Menschen ums Leben gekommen seien.

2. Müller für Ökostrom in Afrika
Wie die Bild am Sonntag meldet, will Entwicklungsminister Gerd Müller aktiver gegen die globale Erderwärmung vorgehen. In einem Brief an die Regierungsfraktionen von Union und SPD habe er gemeinsames und entschlossenes Handeln in dieser Frage gefordert. 90 Prozent aller Kohlekraftwerke werden in Entwicklungsländern geplant, so Müller. Die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C sei nicht möglich, wenn die geplanten 1000 Kohlemeiler ans Netz gehen. Daher müsse Deutschland die afrikanischen Länder darin unterstützen, ihren wachsenden Energiebedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Die Mittel dazu sollen aus dem neu aufgelegten Klimafonds der Bundesregierung kommen.

3. Impfen gegen Ebola
Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung benennt der Epidemologe und Geschäftsführer der Impfallianz Gavi Seth Berkley die Herausforderungen im Kampf gegen die derzeitige Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo. Derzeit seien 2700 Ansteckungen und über 1800 Tote gemeldet worden. Als Vorsichtsmaßbahme habe das Nachbarland Ruanda seine Grenzen vorübergehend geschlossen. Berkley sei kürzlich von einer Reise aus dem Krisengebiet zurückgekehrt. Die Grenzschließungen könne er nachvollziehen, allerdings erhöhe sich damit auch das Risiko von alternativen Grenzüberquerungen, bei denen kein Fieber festgestellt werden könne. Er betonte auch die Notwendigkeit von flächdeckenden Routineimpfungen. Derzeit erliegen in Kongo mehr Menschen den Masern als Ebola. Lediglich etwa ein Drittel der Bevölkerung könne mit Masernvakzinen erreicht werden. Obwohl es bereits einen Ebola-Impfstoff gebe, der erfolgreich im Kongo eingesetzt werde, sei mehr Handeln erforderlich, um einen Ausbruch effektiv entgegenzuwirken. Es sei kaum möglich, alle Ebola-Kontaktpersonen aufzuspüren. Und wenn geimpft werde, geschehe dies noch nicht schnell genug, so der Mediziner. Uganda habe mit seiner schnellen Reaktion und gezielten Impfungen vorgemacht, wie man Ebola in den Griff bekommt, bevor es sich zu einer Epidemie entwickle. Insgesamt sei es wichtig, ein stabiles Gesundheitssystem aufzubauen, so Berkley.

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31. Juli

31. Juli 2019 - 17:33
1. Afrika: Viele Frauen ohne Internetzugang

Silja Fröhlich thematisiert in der Deutschen Welle, dass mehr Männer als Frauen in Afrika Zugang zu Internet und mobilen Diensten haben. Frauen fehlen oft die finanziellen Mittel für mobile Daten. Zudem können auch unangemessene Texte und Fotos bei verheirateten Frauen zu Konflikten in der Familie führen, so Aissata Fall aus dem Senegal. Lediglich jede dritte Handybesitzerin nutze mobile Daten. Bei den Männern seien es immerhin sieben von zehn. Auch nutzen Frauen ihr Mobiltelefon vor allem für berufliche Zwecke. Zu Hause stehe dann die Familie im Mittelpunkt, so Yalwati Shuaibu, Anwältin aus Nigeria. Digitale Bildung sei ein wichtiger Schritt, um Frauen zu stärken, sagt Agnes Odhiambo, Expertin für Frauenrechte. Oft seien auch soziale Strukturen ein Problem. So können Frauen oft nicht selbständig handeln, wenn es um den Kauf von mobilen Daten oder Handys und Smartphones geht. Der globale Mobilfunkunternehmensverband GSMA schätzte jedoch, dass die globale Wirtschaftskraft um rund 628 Milliarden Euro steigen könne, wenn Frauen den gleichen Zugang zum Internet haben wie Männer. Insbesondere in Afrika mit seinem großen Sektor für mobile Technologien gebe es hier enormes Potenzial. Auch für demokratische Prozesse und das Mitwirken bei politischen Entscheidungen sei es wichtig, Frauen den Zugang zum Internet zu ermöglichen, so die mosambikische Frauenrechtlerin Graca Samo.

2. Berlin mitverantwortlich für Afrikas Klima?

Unter anderem das Handelsblatt, der Deutschlandfunk und Focus Online berichten, dass Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) die Verantwortung für Klimaschutz in Afrika auch in Deutschland sieht. Aktuell beobachte man die Auswirkungen der Klimaveränderung in Europa, aber die Situation sei in Afrika um “ein Vielfaches dramatischer”, so Karliczek. Sie wolle die Ausbildung lokaler Klimaexpert*innen vorantreiben und laufende Klimaforschungsprojekte unterstützen. Rund 25 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren seien für Investitionen in Westafrika geplant. Auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller sehe hier Handlungsbedarf. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland forderte er eine/n eigenständige/n Afrika-Kommissar*in im Kabinett der angehenden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

3.Sudan schließt Schulen

Wie mehrere Medien, darunter der Tagesspiegel, der Deutschlandfunk, die Stuttgarter Zeitung, der Standard und Evangelische.de  berichten, schließt das Militär im Sudan landesweit alle Schulen. Zuvor seien am Montag fünf Schüler*innen in der Stadt Al-Obeid von Sicherheitskräften erschossen worden, als sie gegen die Rationierung von Brot und Benzin demonstriert haben. Nun schließe die Regierung landesweit alle Schulen und reagiere somit auf die nun stattfindenden Proteste von Schüler*innen gegen Polizeigewalt. Auch die Verhandlungen zwischen der Protestbewegung und dem Militärrat seien vorerst vertagt worden, so Taha Osmann, Unterhändler der Opposition. Das Kinderhilfswerk Unicef habe die Regierung im Sudan zu einer Untersuchung der Vorkommnisse aufgerufen.

 

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30. Juli

30. Juli 2019 - 14:56
1. Afrika: Solarenergie und Bäume für ein besseres Klima

Kathrin Witsch berichtet im Handelsblatt von zwei deutschen Unternehmern, die erneuerbare Energien in Afrika stark ausbauen wollen. Martin Baart und Markus Schwaninger haben 2016 das Start-up ‚Ecologi‘ gegründet, um den Ausbau von Solaranlagen in Entwicklungsländern voranzutreiben. Investitionen in diesem Bereich können sehr rentabel sein, denn es gebe genug Wirtschaftskraft in Afrika, so Baart. Hohe Zinsen in Entwicklungsländern seien der Hauptgrund, der dort für viele gegen eine Investition in Solaranlagen spreche. Demgegenüber stehe in Ländern wie Nigeria und Südafrika immer noch eine große Industrie mit fossilen Energien. Für Baart und Schwaninger gehe es nicht nur um Geldanlagen. Jeder habe eine Mitverantwortung, die Energiewende voranzutreiben, so Baart. Bereits seit Sonntag berichten viele Medien, darunter die Tagesschau, ZDF.de, BILD, FAZ.net, die Tageszeitung (taz), Zeit Online und die Deutsche Welle, dass die natürlichen Ressourcen der Erde noch nie so schnell verbraucht worden seien, wie in diesem Jahr. Seit dem vergangenen Montag verbrauche die Menschheit mehr Ressourcen als sich in einem Jahr regenerieren können. Der ‚Erdüberlastungstag’ rücke so vom 1. August 2018 auf den 29. Juli 2019. In Äthiopien habe die Landesregierung derweil einen Rekord im Baumpflanzen aufgestellt, wie unter anderem die BILD, Sueddeutsche.de, FAZ.net, die Hannoversche Allgemeine Zeitung, Stern.de, der Deutschlandfunk, und SWR.de berichten. Innerhalb von 12 Stunden haben die Regierung sowie Bürger*innen rund 350 Millionen Setzlinge gepflanzt, um gegen die Abholzung von Wäldern und die klimabedingte Versteppung vorzugehen.

2. Krankheiten durch zu wenig Toiletten

Wie die Welt berichtet, gibt es in vielen afrikanischen Städten keine ausreichende sanitäre Versorgung. Besonders deutlich werde dies in der ugandischen Hauptstadt Kampala. Bei anhaltenden Regenfällen kollabiere das Abwassersystem und überflute die Häuser mit Fäkalienschlamm. Grund hierfür sei vor allem der rasante Anstieg der Bevölkerung, mit dem der Infrastrukturausbau der Stadt nicht mithalten könne. Allein in Kampala haben 1200 Menschen keinen Zugang zu öffentlichen Toiletten, weltweit seien es 2,5 Milliarden. Nicht nur starke Regenfälle, sondern auch undichte sanitäre Einrichtungen stellen ein Problem dar. Sie sorgen für eine Verunreinigung des Wassers und begünstigen somit den Ausbruch von Krankheiten wie Cholera. Dies verursache auch wirtschaftliche Schäden – jährlich müssen rund 160 Millionen Euro gegen diese Epidemien aufgewendet werden. Aktuell sei das Abwassersystem in Kampala für weniger als zehn Prozent der aktuellen Bevölkerung ausgelegt. Prioritäten werde erst einmal der Bau von Toiletten und sanitären Einrichtungen in Schulen sein, so Najib Bateganay vom städtischen Amt für Sanitäreinrichtungen.

3. Senegal: Surfen für die Zukunft

Andreane Williams berichtet in der Deutschen Welle, dass sich der Senegal als Urlaubsziel für Surfer*innen etablieren will. Die Küste sei bislang noch weitgehend unbekannt, das Land biete jedoch ideale Voraussetzungen. Neben perfekten Bedingungen für den Sport sei das Land in Westafrika auch relativ stabil. Durch die wachsende Medienaufmerksamkeit kommen immer mehr Menschen in den Senegal zum Surfen, so die Surferin Marta Imarisio. Allerdings sei es für die einheimische Bevölkerung immer noch ein schwer erschwinglicher Sport. Ein gebrauchtes Surfbrett koste so viel wie ein durchschnittliches Monatsgehalt. Für viele Senegale*sinnen biete der Sport aber auch Möglichkeiten. So verdienen sich viele Surfer*innen einen Lebensunterhalt mit dem Unterricht und können auch international Kontakte knüpfen. Im Surfsport sei Afrika die Zukunft, so Oumar Seye, Besitzer eines Surfshops in Dakar.

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Ebola – Wir beobachten, wie aus einer Krise eine Katastrophe wird

30. Juli 2019 - 12:15

Eine Version dieses Gastkommentars wurde ursprünglich auf TIME.com veröffentlicht und kann hier gelesen werden.

Stell dir einen Feuerwehrmann vor, der einen Brand bekämpft, während die Sprinkleranlage Benzin verteilt. So kannst du dir den aktuellen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) vorstellen.

Bisher sind über 1.600 Menschen an dem Virus gestorben, Tausende weitere haben sich infiziert. Dieser Ausbruch hat noch nicht das Ausmaß der letzten Ebola-Krise von 2014 erreicht, bei der mehr als 11.000 Menschen starben. Aber er hat das Potenzial, noch tödlicher zu werden.

Mit jedem Tag, der vergeht, verbreitet sich das Virus weiter. Mitte Juli wurde in Goma, einem Verkehrsknoten an der Grenze zu Ruanda, der erste Fall von Ebola entdeckt. Um dem Virus die Stirn zu bieten, muss die internationale Gemeinschaft den Ausbruch als das behandeln, was er ist – eine Krise.

Aufgrund der Ansteckungsgefahr müssen sich Ärzte in der Behandlung von Ebola durch besondere Anzüge schützen Foto: AFP/Seyllou

Strukturelle Probleme in der Gesundheitsversorgung der Demokratischen Republik Kongo

2014 saß ich im Nationalen Sicherheitsrat und habe den US-amerikanischen Einsatz gegen Ebola mit geleitet. Damals dachte ich, der Ausbruch sei der schrecklichste Notfall der öffentlichen Gesundheit, den ich je in meinem Leben erleben würde. Es stellte sich heraus, dass ich mich geirrt habe.

Denn die Herausforderungen in der aktuellen Krise sind beispiellos: schlechte Infrastruktur, Misstrauen gegenüber dem Gesundheitspersonal und schlechter Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Das für sich wäre schon genug zu tun. Aber in der Kombination mit Ebola wird die Aufgabe in der Demokratischen Republik Kongo schwieriger und komplexer als der letzte Notstand in Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Diese Instabilität kam nicht über Nacht. Die Demokratische Republik Kongo ist reich an Ressourcen, wurde aber in der Vergangenheit von schlechter Regierungsführung und gewaltsamen Konflikten heimgesucht. Seit Jahrzehnten investiert die DRK nicht ausreichend in die Grundversorgung und die Gesundheitsinfrastruktur. Dabei wäre das die erste Verteidigungslinie gegen Epidemien wie Ebola. Im Jahr 2016 beliefen sich die jährlichen Gesamtausgaben der Regierung für die Gesundheitsversorgung in der DRK auf nur 3 US-Dollar pro Person.

Ärzte versorgen einen Patienten, der sich mit Ebola infiziert hat.

Herausforderungen im Kampf gegen Ebola

Jahrelange Gewalt entlang ethnischer Konfliktlinien hat in der Demokratischen Republik Kongo eine Atmosphäre des Misstrauens gegenüber politisch Verantwortlichen geschaffen. In einer aktuellen Umfrage gaben 25 Prozent der kongolesischen Befragten an, Ebola existiere nicht. Dieser Mangel an Vertrauen und die anhaltenden Spannungen haben zu Angriffen auf Gesundheitspersonal und Kliniken geführt, die den gesamten Einsatz gefährden.

Um eines klarzustellen: Nichts im Kampf gegen Ebola oder andere globale Epidemien ist einfach. Genau deshalb ist es ratsam, dass die internationale Gemeinschaft aus den Fehlern und Erfolgen des letzten Ausbruchs lernt.

Haben wir aus unseren Fehlern gelernt?

Mein größtes Bedauern über die Reaktion auf die letzte Ebola-Epidemie ist, dass die Welt nicht früher und umfassender gehandelt hat. Denn die Krise 2014 hatte uns überraschend getroffen und zeigte, wie schlecht Amerika und die Welt auf Infektionskrankheiten vorbereitet waren.

Die Weltgesundheitsorganisation hat nur die Hälfte der beantragten Mittel erhalten, die zur Bekämpfung des Ausbruchs benötigt wurden. Die Vereinigten Staaten können dieses Problem nicht allein lösen, die internationale Gemeinschaft muss im Kampf gegen diese Krankheit mobilisiert werden.

Der Kampf gegen Ebola braucht eine starke Partnerschaft und mehr Engagement von Europa und den USA

Als eine Person, die schon einmal gegen diese hässliche Krankheit gekämpft hat, kann ich nicht anders, als mich an alle zu wenden, die Einfluss auf die nächsten Schritte im Kampf gegen die Epidemie haben. Momentan beobachten wir, wie die Krise zur Katastrophe wird. Wir haben die Mittel, um Ebola zu besiegen. Was uns fehlt, ist der politische Wille. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich über Ebola Gedanken zu machen – nicht erst, wenn die Krankheit die USA oder Europa erreicht.

Wenn wir zulassen, dass die Epidemie auf noch mehr Gemeinschaften und Länder übergreift, werden wir weder die Staaten Afrikas, noch die Weltgesundheitsorganisation oder andere zum Sündenbock machen. Wenn die Frage der Schuld aufkommt, brauchen wir nur eines: einen Spiegel.

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29. Juli

29. Juli 2019 - 15:42
1. Entwicklungsländer: Lebensmittel aus Deutschland

Wie der Deutschlandfunk, die Neue Osnabrücker Zeitung und Evangelische.de berichten, exportierte Deutschland 2018 Lebensmittel im Wert von rund sechs Milliarden Euro in Entwicklungsländer. Das sei fast doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Hauptabnehmer der Waren sei China. Durch eine solche „wettbewerbsverzerrende Exportpolitik“ dürfe der Aufbau einer Landwirtschaft in Entwicklungsländern nicht gefährdet werden, warnen die FDP-Politiker*innen Carina Konrad und Olaf in der Beek. Auch die Frankfurter Rundschau stellt die Frage nach der Zukunft der Landwirtschaft in Afrika. Eine hohe Industrialisierung, Monokulturen und Einsatz von hochmodernen Maschinen stünden einem kleinbäuerlichen Ansatz gegenüber. Die Welternährungsorganisation FAO hält eine nachhaltige Landwirtschaft unter Einbezug der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen als wichtigen Faktor, um die UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

2. Nigeria: Anschlag durch Boko Haram

Mehrere Medien, darunter die Welt, Tagesschau, Spiegel Online und Deutsch Welle berichten über einen Anschlag im Nordosten Nigerias. Mitglieder der Gruppe Boko Haram hätten am Samstag 65 Menschen bei einem Anschlag auf eine Beerdigungsgesellschaft in der Ortschaft Badu getötet. Es seien auch zehn Angreifer*innen unter den Opfern gewesen. Zwei Wochen zuvor hätten sich die Bewohner*innen des Dorfes gegen die Terrormiliz zur Wehr gesetzt. Es sei ein Vergeltungsschlag gewesen, so Mahammed Bulama, Chef der Provinzregierung. Auch Bartholomäus Grill berichtet im aktuellen Spiegel über die Gefahren für Helfer*innen in den Gebieten Boko Harams. Die seit 2009 existierende Gruppe sei nach wie vor die gefährlichste Terrororganisation weltweit. Sie hätten ihre Netzwerke ausgebreitet und unterhielten Verbindungen zu Organisationen in Mali, Burkina Faso, Togo, Benin, Ghana und Somalia. Die Terrormiliz sei für rund 1,8 Millionen Binnenvertriebene und rund 20.000 Tote verantwortlich, so eine Bilanz der UN 2018. Eine Eindämmung der Gefahr sei nicht in Sicht, auch, weil sogar Generäle Waffen an Boko Haram verkaufen, so ein Ex-Offizier der Armee. Unterdessen berichtet Bernd Dörries in der Süddeutschen Zeitung, dass die Redeemed Christian Church of God in Abuja, eine Pfingstkirche, immer mehr Zulauf findet. Dies läge auch an dem idyllischen Gelände der Kirche. Viele Bewerber*innen wollen Lagos entfliehen. In den Kirchen funktioniere alles, auf die Regierung könne man nicht warten, so Olaitan Olubiyi, Chefredakteur der lokalen Zeitung.

3. Südafrika: Entschädigung nach 15 Jahren

Martina Schwikowski berichtet in der Tageszeitung Online (taz), das südafrikanische Bergarbeiter*innen im Goldabbau nach 15 Jahren Gerichtsstreit nun Entschädigungszahlungen bekommen. Bereits 2004 habe der juristische Konflikt begonnen, heute seien bereits viele der Betroffenen tot. Viele der Minenarbeiter*innen seien von Tuberkulose und Silikose betroffen, dafür seien die unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen beim Abbau verantwortlich. Jahrzehntelang seien die Leiden der Bergleute von den Konzernen ignoriert worden. Nun erhielten Arbeiter*innen, die ab 1965 in den Minen arbeiten oder gearbeitet haben, Entschädigungszahlungen. Im Jahr 2016 gab zum ersten Mal ein Gericht in Johannesburg einer Sammelklage gegen 32 Bergbaukonzerne den Kläger*innen recht.

 

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26. Juli 2019

26. Juli 2019 - 12:37
1. Gewalt im Kongo

Wie unter anderem der Deutschlandfunk und die Neue Zürcher Zeitung berichten, gab es von Januar bis Juni fast 700 außergerichtliche Hinrichtungen in der Demokratischen Republik Kongo. Laut des UNO-Menschenrechtsbüros seien davon 418 Hinrichtungen von bewaffneten Kämpfern ausgeführt worden. Andere Taten seien auf Sicherheitsbeamt*innen zurück zu führen. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Menschenrechtsverstöße nach aktuellen Zahlen leicht zurück, so Abdul Aziaz Thioye, Direktor des Uno-Menschenrechtsbüros. Im Kongo gebe es seit dem Machtwechsel im Dezember letzten Jahres allerdings eine höhere Zahl an organisierten politischen Verbrechen. Der Oppositionspolitiker Felix Tshisekedi hatte nach 18 Jahren den Präsidenten Joseph Kabila abgelöst.

2. Nigeria: Protest für Freilassung von religiösem Führer

Zaharaddeen Umar berichtet in der Deutschen Welle, dass Proteste der schiitischen Gruppe der Islamischen Bewegung für Nigeria (IMN) in Nigerias Hauptstadt Abuja mit Gewalt niedergeschlagen wurden. Mindestens acht Menschen, unter ihnen auch ein Journalist, seien bei den Protesten am Montag getötet worden. Die Polizei sei mit Tränengas und scharfer Munition gegen die Demonstrant*innen vorgegangen. Anlass für den Marsch der IMN sei die Inhaftierung des geistigen Führers der Gruppe, Ibrahim Zakzaky, gewesen. Dieser sei bereits 2015 wegen Terrorismusvorwürfen verhaftet worden. Allerdings ordnete ein Gericht ein Jahr später die Freilassung des Religionsführers an, die Ermittlungen seien rechtswidrig gewesen. Demonstrant*innen seien bereit, die Märsche fortzuführen, bis Zakzaky frei sei. Die Regierung habe sich bis jetzt allerdings geweigert, den Anweisungen des Gerichts nachzukommen, so Mukhtar El-Khasim, Analyst in Nordnigeria. Der Großteil der nigerianischen Bevölkerung zählt zu der Gruppe der Sunniten, Zakzakys gründete die schiitische IMN als Studentenbewegung. Diese sollte eine islamische Revolution in Nigeria vorantreiben. Nigerianische Behörden werfen den Demonstrant*innen gewaltsames Vorgehen gegen Polizist*innen und Bürger*innen, sowie öffentliches und privates Eigentum vor. Diese hielten dagegen: es seien immer friedliche Proteste gewesen.

3. Oxfam: Mehr Hilfeleistungen gegen drohende Hungerkatastrophe nötig

Wie Zeit Online berichtet, fordert die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam mehr Unterstützung bei der Bekämpfung von Hunger. In den Ländern Äthiopien, Kenia und Somalia breite sich die Dürre immer weiter aus. Die Hilfe für diese Regionen sei allerdings viel zu niedrig, nur rund ein Drittel sei finanziert, so ein neuer Bericht von Oxfam. Die Vereinten Nationen (UN) gehen von rund 7,6 Millionen Hungerleidenden in der Region aus. Bereits 2011 habe es ein kollektives Versagen gegeben. Man müsse schnell handeln, um Leben zu retten, so Lydia Zigomo, Oxfam Regionaldirektorin für das Horn von Afrika. Ausbleibender Regen vernichte die Ernte und somit die Lebensgrundlange vieler Menschen. Die Klimakrise befeuere diesen Trend und es sei entscheidend, humanitäre Maßnahmen mit der Bekämpfung des Klimawandels zu verbinden. Im Jahr 2018 seien rund 16,1 Millionen Menschen auf Grund von wetterbedingten Ereignissen aus ihrer Heimat vertrieben worden.

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25. Juli 2019

25. Juli 2019 - 12:18
1. Haushalt: Militär vor Entwicklungszusammenarbeit?

Wie unter anderem Spiegel Online, der Tagesspiegel, Focus Online und die Ostseezeitung berichten, erntet die CDU-Chefin und neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer viel Kritik für ihre Pläne zu steigenden Verteidigungsausgaben. Sie habe sich dazu bekannt, das in der NATO vereinbarte Ziel, zwei Prozent der Wirtschaftskraft für Verteidigungsausgaben aufzuwenden, voranzutreiben. Der Koalitionspartner SPD betonte, dass die Militärausgaben im Koalitionsvertrag an die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit gekoppelt seien. Mehr Geld für Verteidigung müssten mit mehr Investitionen in die globale Armutsbekämpfung einhergehen, so Rolf Mützenich, kommissarischer Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Auch Grünen-Chef Robert Habeck äußert sich in der Hamburger Morgenpost kritisch über die Zwei-Prozent-Zusage Kramp-Karrenbauers. Er würde sich eine ebenso lebhafte Debatte darüber wünschen, wie die Bundesregierung ihrem Versprechen nachkommen will, 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für Entwicklungshilfe bereitzustellen.

2. Afrika: Geldtransfer als Wirtschaftsleistung

Antonio Cascais berichten in der Deutschen Welle, dass Geldtransfers nach Afrika noch immer mit hohen Gebühren und Risiken verknüpft sind. Immer mehr Menschen in Afrika erhalten Geld von ihren Angehörigen im Ausland. Diese ‚Rücküberweisungen‘ von Verwandten machen in vielen Ländern einen signifikanten Teil der Wirtschaftsleistung aus. In einigen Ländern übersteige diese Zahl sogar die internationalen Entwicklungsinvestitionen, so Dilip Ratha von der Weltbank. Gerade ärmere Menschen profitieren jedoch von dem System der Rücküberweisung, sagt Paulino Dias, kapverdischer Wirtschafts- und Finanzfachmann. Geld würde so direkt bei denen ankommen, die es benötigen. Allerdings verlangen die Banken und Transferagenturen hohe Gebühren. Zu Beginn dieses Jahres habe eine Überweisung nach Afrika im Schnitt rund 9,3 Prozent des Geldwertes gekostet. Eines des UN-Nachhaltigkeitsziele sei, diese Kosten auf drei Prozent zu senken. Durch die hohen Bankgebühren erhalten Geltransferdienstleistungen und mobile Zahlungssysteme immer mehr Zulauf. Vor allem für Menschen ohne eigenes Girokonto sei so ein bargeldloser Zahlungsverkehr möglich. Hier sei jedoch die Gefahr für illegale Geschäfte größer, da es weniger Kontrollmechanismen gebe. Dies könne man nie ausschließen, so Dias.

3. Erinnerung an deutschen Kolonialismus

Der Tagesspiegel und die Deutsche Welle berichten, dass in Berlin nun eine zweite Gedenktafel an den Protest des Kameruners Martin Dibobe gegen den deutschen Kolonialismus erinnert. Dieser kam aus Kamerun nach Deutschland und arbeitete sich zum ersten schwarzen Zugführer der Hochbahn Berlins hoch. Mit 32 Punkten habe Dibobe 1919 in seiner Petition unter anderem gleiche Rechte für Deutsche und Afrikaner*innen in Deutschland gefordert. Sein Anliegen sei jedoch weitgehend unbeachtet geblieben. Als die deutschen Kolonien an Frankreich und Großbritannien übergingen, sei Dibobes Petition in Vergessenheit geraten. Allerdings sei Dibobes Forderungen noch heute aktuell, so Mnyaka Sururu Mboro, deutsch-tansanischer Aktivist. Erst rund 100 Jahre nach der Petition habe es den ersten afrikanisch-stämmigen Bundestagsabgeordneten gegeben. Die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte sei noch immer schwierig. Erst kürzlich sei eine Diskussion um die Rückgabe von Kulturgütern aus der Kolonialzeit entbrannt. Deutschland müsse dies als einen Teil seiner Geschichte anerkennen und aufarbeiten, so Paulette Reed-Anderson, Spezialistin für afrikanische Geschichte.

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Warum globale Gesundheit uns allen zugutekommt

24. Juli 2019 - 15:34
Was ist globale Gesundheit eigentlich?

Es ist ein bedeutendes Jahr für die globale Gesundheit. Deswegen wird ONE das Thema auch oft zur Sprache bringen. Aber bevor wir uns mit den detaillierten Statistiken oder der Bedeutung der Finanzierung der innovativsten Partnerschaft der Welt befassen, lasst uns doch erst mal darüber sprechen, was globale Gesundheit eigentlich ist!

Warum ist all das so wichtig?

Wenn Menschen Zugang zu bezahlbarer Gesundheitsversorgung haben, profitiert davon auch ihr direktes Umfeld: Zum Beispiel können Kinder die Schule besuchen, Erwachsene einen Beruf ausüben oder Familien ihre gemeinsame Zeit genießen. Die allgemeine Lebensqualität nimmt drastisch zu, wenn die Prävention und Behandlung von Krankheiten bezahlbar und zugänglich sind.

Im Kampf gegen Tuberkulose sind viele Menschen auf internationale Hilfe angewiesen. Lokale Programme wie in diesem Bild versorgen die Menschen.

Klar stehen hierbei die Menschenrechte immer an oberster Stelle. Jedoch ist es ebenfalls wichtig zu begreifen, dass eine gesunde und gebildete Weltgemeinschaft noch andere Vorteile mit sich bringt: Wirtschaftswachstum zum Beispiel. Genauso kann eine unzureichende Gesundheitsversorgung dieses Potenzial auch schnell wieder zunichtemachen. Die Ebola-Epidemie von 2014 ist ein bedrückendes Beispiel dafür, was für verheerende wirtschaftliche Folgen ein einziger Krankheitsausbruch haben kann. Im Jahr 2015 verloren allein Guinea, Liberia und Sierra Leone 2,2 Milliarden US-Dollar ihrer Wirtschaftsleistung. Dies gefährdete die ökonomische Stabilität und das Wachstum des Privatsektors in der Region. Und über allem steht natürlich eine gute Gesundheit für jede*n. Denn eine gerechtere Welt bedeutet auch, einen fairen Zugang zu Krankenhäusern, Medikamenten, gesundheitliche Beratung und mehr. Im Klartext: Bei Gesundheit handelt es sich um eine kluge und gerechte Investition mit hohen Erträgen.

HIV positiv zu sein bedeutet nicht das Ende. Mit den richtigen Medikamenten  kann man keine Mitmenschen infizieren und sogar ein HIV negatives Baby zur Welt bekommen.

Doch obwohl der Zugang zu Prävention und Behandlung ein Recht und kein Privileg sein sollte, bleibt er vielen Menschen aufgrund von Kosten, Entfernungen, Stigmatisierung und Diskriminierung verwehrt. Nach zehn Jahren stetigen Rückgangs ist Malaria wieder auf dem Vormarsch, insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren, die zwei Drittel aller Malariatodesfälle ausmachen.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Fortschritt im Gesundheitsbereich seit Ende des letzten Jahrhunderts ist eine der anerkanntesten und bedeutendsten Erfolgsgeschichten der Entwicklungszusammenarbeit. Dieser Erfolg war jedoch keinesfalls ein Selbstläufer, sondern richtig harte Arbeit. Im Wesentlichen wurde er sowohl von öffentlich-privaten Kooperationen als auch durch bahnbrechende finanzielle Zusagen und höhere staatliche Investitionen im Gesundheitssektor sowie leidenschaftliches bürgerliches Engagement erreicht.

Jede*r hat das Recht auf Gesundheit – weltweit! Bild: Hush Naidoo via Unsplash

Die Erfolgsgeschichte zeigt uns eindrucksvoll, was mit Entwicklungszusammenarbeit bewirkt werden kann. Doch wir dürfen uns auf diesen Erfolgen auf keinen Fall ausruhen, sonst riskieren wir, diese zunichte zu machen. Denn obwohl jährlich mehr als zehn Millionen Menschen an Tuberkulose erkranken, befinden sich fast 40 Prozent davon nicht in Behandlung. Das sind beinahe vier Millionen Menschen, die keine Diagnose, geschweige denn eine Therapie bekommen – und damit auch weiterhin ansteckend sind.

Der Globale Fonds ist eine der wirksamsten Waffen, die wir im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria haben. Der Fonds unterstützt Programme, die von lokalen Expert*innen in den Ländern und Gemeinden durchgeführt werden, die am meisten Unterstützung brauchen. Bisher hat er dazu beigetragen, 27 Millionen Menschenleben zu retten. Um zwischen 2021 und 2023 weitere 16 Millionen Menschenleben zu retten, muss der Fonds bei seiner Wiederauffüllungskonferenz im Oktober dieses Jahres mindestens 14 Milliarden US-Dollar erhalten.

Wir dürfen diese Entwicklung jetzt auf keinen Fall ausbremsen. Bist auch du bereit, diese Herausforderung anzunehmen?

Dann füge hier deinen Namen hinzu und fordere die Staatsoberhäupter der Welt dazu auf, dieses wichtige Instrument zu unterstützen. Teile die Aktion anschließend mit deiner Familie und deinen Freunden.

 

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24. Juli 2019

24. Juli 2019 - 12:06
1. HIV-Neuinfektionen bei Kindern

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung und der Deutschlandfunk berichten, verläuft der Rückgang von HIV-Infektionen bei Kindern langsamer als sich die Vereinten Nationen (VN) zum Ziel gesetzt haben. Seit 2010 haben sich deutlich weniger Kinder unter 14 Jahren infiziert. Mit insgesamt 160.000 liege man jedoch deutlich über dem anvisierten Ziel von 40.000 Neuinfektionen. Somit rücke das Ziel, bis 2020 weniger als 20.000 neu infizierte Kinder und Jugendliche zu haben, in weite Ferne. Es müsse schnell gehandelt werden, um diese Situation umzukehren und die Ziele zu erreichen, so Gunilla Carlsson, kommissarische Geschäftsführerin von UNAIDS, dem Anti-Aids-Programm der VN. In afrikanischen Ländern sei die Infizierungsrate immer noch hoch. In Ostafrika steckten sich Kinder an, weil keine ausreichende Behandlung der Mütter während der Schwangerschaft gewährleistet werden könne. In Zentral- und Westafrika hätte die Hälfte der Neuinfektionen von Kindern durch eine Behandlung der Mütter mit Medikamenten während der Schwangerschaft verhindert werden können. Die Kinder-Neuinfektionen gingen jedoch in den Ländern Botswana, Ruanda und Malawi stark zurück, hier seien bereits 95 Prozent der infizierten Mütter behandelt worden.

2. Schweiz bremst Entwicklungsziele

Andreas Zumach berichtet in der Tageszeitung (taz), dass die Schweiz weltweit das Land ist, das die Nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO am stärksten bremst. Kein anderes Land lebe so sehr auf Kosten anderer, so ein aktueller Bericht der Bertelsmann-Stiftung, die den Fortschritt der Sustainable Development Goals (SDGs) überprüft. Die Schweiz führe, knapp vor Singapur, die Negativ-Liste der größten Kostenverursacher der 160 betrachteten Länder an. Sie würde von allen Ländern die meisten Kosten in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Sicherheit auf Kosten anderer verursachen. Zum einen falle die Niedrigsteuerpolitik des Landes ins Gewicht, die zu „Veruntreuung ausländischer Staatsgelder und zu Korruption“ verleite. Zum anderen sei das Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit gemessen an der nationalen Wirtschaftskraft der Schweiz besonders niedrig. Zudem habe die Schweiz vergangenes Jahr das Verbot aufgehoben, Waffen in Länder mit Menschenrechtsverletzungen zu exportieren. Aus der Tatsache, dass Länder mit einem ähnlichen Einkommensniveau wie die Schweiz besser abschneiden, schließen die Autor*innen der Studie, dass ein stärkerer Einsatz für eine bessere Welt ohne Einschränkungen des eigenen Wohlstands möglich sei.

3. Bildung gegen Kinderehen

In einem Interview mit Spiegel Online, berichtet die Kinderechtsaktivistin Nena Thundu über die verursachten Traumata durch Kinderehen bei Mädchen. In 30 von 55 afrikanischen Staaten werden noch immer mehr als 75 Prozent aller Mädchen vor der Volljährigkeit verheiratet. Armut sei einer der größten Faktoren, warum Eltern ihre Kinder früh verheiraten wollen. Finanziell werde vor allem in Jungen investiert. Die Kinderheirat verstoße in einigen Ländern bereits gegen Gesetze, sei jedoch immer noch in sieben von zehn afrikanischen Staaten legal. Besonders schwierig sei es, Denkmuster zu durchbrechen, so Thundu, die für die Afrikanische Union eine Kampagne gegen Kinderheirat koordiniert. Die Eltern handeln oft aus Unwissen, daher müsste Aufklärung stattfinden. Es sei wichtig, den Familien Alternativen und die Vorteile von Bildung für Frauen und Mädchen aufzuzeigen. Mit steigender Bildung erhöhe sich die Chance, wirtschaftlich eigenständig Fuß zu fassen – gleichzeitig sinke das Risiko einer Kinderehe. Erste Erfolge gebe es in Mauritius, Malawi, Sambia und Eritrea. Hier hätten strengere Gesetze und Regierungskampagnen für einen deutlichen Rückgang gesorgt.

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23. Juli 2019

23. Juli 2019 - 14:33
1. Afrika unter Strom

Die Deutsche Welle und das Handelsblatt berichten, dass Siemens langfristig in Nigerias Stromversorgung investieren will. Mit rund 200 Millionen Einwohnern sei Nigeria das bevölkerungsstärkste Land, laut Weltbank seien davon jedoch rund 80 Millionen Menschen ohne eigenen Stromanschluss. Staatspräsident Muhammadu Buhari und Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser haben verkündet, dass die Stromproduktion in Nigeria bis 2023 verdreifacht werden solle. In welcher finanziellen Höhe sich Siemens an dem Projekt beteiligen werde, sei bisher nicht bekannt. Derzeit sei das staatliche Stromnetz Nigerias überlastet. Nigerias schlechte Infrastruktur an Stromnetzen werde oft als Hemmnis für eine wachsende Volkswirtschaft genannt. Alexander Smoltcyk berichtet im aktuellen Spiegel, dass auch erneuerbare Energien im südlichen Afrika auf dem Vormarsch sind. In Subsahara-Afrika habe sich der Zugang zu Strom seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt. Dies sei zwar auch weitestgehend auf fossile Brennstoffe zurückzuführen, jedoch werden erneuerbare Energien immer wichtiger. Wasserkraftwerke seien für den Großteil an erneuerbaren Energien verantwortlich. Jedoch steige auch Stromerzeugung durch Erdwärme-, Wind- und Solartechnologie in Afrika deutlich.

2. Korruption in Kenia

Wie Spiegel Online berichtet, werden in Kenia mehrere Spitzenpolitiker*innen wegen Korruptionsverdacht angeklagt. Neben Finanzminister Henry Rotich und seinem Stellvertreter Kamau Thugge seien noch 26 weitere Personen im Visier der Justiz. Darunter befinde sich auch der Chef eines italienischen Baukonzerns. Grund für die Anklage sei die Veruntreuung von öffentlichen Geldern beim Bau zweier Staudämme. Rotich habe „kolossale Beträge” an Privatpersonen sowie Institutionen überwiesen und dadurch Gesetze verletzt, so der Chefankläger Noordin Haji. Die zunächst veranschlagten Kosten von rund 400 Millionen Euro seien vom Finanzministerium auf rund 543 Millionen erhöht worden –allerdings ohne stichfeste Angabe von Gründen. Mit Rotich werde das erste Mal ein amtierender Finanzminister in Kenia angeklagt. Oft bleiben Skandale der politischen Elite in Kenia ohne strafrechtliche Folgen. Auch politisch könne die Verhaftung Folgen haben. Rotich stehe dem aktuellen Vizepräsidenten William Ruto nahe, der den aktuellen Präsidenten Uhura Kenyatta 2022 ablösen möchte. Jedoch habe er nur eine Chance, wenn Kenyatta ihn unterstütze. Die Anklage Rotichs könnte nun erneut für Spannungen bei den Unterstützer*innen von Ruto sorgen. Die Verhaftung sei ein Erfolg, allerdings sei eine Haftstrafe erst ein wirklicher Durchbruch, so Samuel Kimeu, Vorsitzender von Transparency International.

3. Anschlag in Somalia

Wie mehrere Medien, darunter Zeit Online, Focus Online, die Deutsche Welle und der Deutschlandfunk berichten, sind in Somalias Hauptstadt Mogadischu 17 Menschen bei einem Terroranschlag ums Leben gekommen. Rund 30 weitere seien dabei verletzt worden. Der Täter habe sich auf einer Zufahrtsstraße zum Flughafen selbst in die Luft gesprengt. Die Druckwelle habe mehrere Menschen zu Boden gezwungen, so Suado Ali, Anwohner. Nach dem Anschlag habe sich die islamistische Al-Schabaab-Miliz zu der Tat bekannt. Die Terrormiliz habe erst vor rund einer Woche einen Anschlag in der Hafenstadt Kismayo verübt. Die Gruppe kontrolliere große Teile im Süden und Zentrum Somalias und verstehe sich als Teil des Terrornetzwerks Al-Kaida.

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Karneval der Kulturen: Campaigning unter Gleichgesinnten

22. Juli 2019 - 16:51

Beim Karneval der Kulturen in Berlin haben unsere Jugendbotschafter*innen auf unsere ‘Armut ist sexistisch’-Kampagne aufmerksam gemacht. Hier erzählt unsere Jugendbotschafterin Anne von ihren persönlichen Erfahrungen und erklärt, warum sie denkt, dass das multikulturelle Straßenfest der richtige Ort ist, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. 

Fremde Leute ansprechen, ihnen innerhalb von drei Sätzen ein komplexes Thema erklären und sie dann am besten noch dazu bewegen, etwas zu unterschreiben. Nicht dein Ding? Meins auch nicht. Die gute Nachricht: Man wächst an seinen Aufgaben und es lohnt sich, sich zu überwinden. Das beste Rezept dafür? Man gehe mit einer klaren und überzeugenden Botschaft, die vielen Menschen am Herzen liegt, auf ein Festival, an dem sich genau diese Menschen tummeln. Und siehe da, man erhält eine einzigartige Möglichkeit, seine Präsentationskünste zu üben. Und das auch noch für eine gute Sache! In meinem Fall hieß das: Ich war mit dabei auf dem Karneval der Kulturen in Berlin, um die Besucher*innen über unsere Kampagne Armut ist sexistisch zu informieren.

Unsere Botschaft: Armut ist sexistisch

Armut ist sexistisch, da Frauen und Mädchen heute immer noch deutlich stärker von Armut betroffen sind, als Männer. Aus diesem Grund haben mehr als 45 afrikanische Aktivistinnen einen offenen Brief an die Regierungschefs und -chefinnen dieser Welt verfasst. Darin fordern sie, statt leerer Versprechen, endlich Taten für Frauen weltweit. Diesen Brief kann jeder, dem Gleichberechtigung am Herzen liegt, ebenfalls unterzeichnen. Gemeinsam können wir mit unseren Stimmen der Botschaft noch mehr Gewicht verleihen.

Unser Stand beim Karneval der Kulturen 2019

Unsere Location: Der Karneval der Kulturen

Es gibt kaum einen besseren Ort, um besser auf Geschlechtergerechtigkeit und unsere Kampagne aufmerksam zu machen, als den Karneval der Kulturen – DAS multikulturelle Straßenfest in Berlin. Hier teilen Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft ihre Kultur an Ständen, auf der Bühne oder auf der großen Parade. Das ganze Fest ist ein Bekenntnis zur Vielfalt Berlins. Die Besucher*innen haben Bock auf eine offene Gesellschaft voller Solidarität und Gemeinschaft.

Zum ersten Mal in meinem Leben stand ich an einem Stand und wurde von Besucher*innen proaktiv nach meinem Anliegen gefragt. Manche kamen direkt zum Punkt à la „Ihr macht was für Frauen – wie kann ich euch unterstützen?“. Und selbst internationale Besucher*innen haben uns gebeten, unser Quiz über sexistische Gesetze für sie ins Englische zu übersetzen, da sie neugierig waren. Überwältigt von so viel positivem Feedback und so vielen neu gewonnenen Unterstützer*innen, waren wir nach einem langen Festivaltag erschöpft, aber unglaublich glücklich.

ONE-Jugendbotschafterinnen beim Karneval der Kulturen 2019

Bring deine Message an die richtigen Menschen

Auf dem Karneval der Kulturen hatte ich die ideale Möglichkeit, mir einen Ruck zu geben und mit völlig fremden Menschen darüber zu reden, wie man die Welt ein kleines Stückchen besser machen kann. Jede einzelne positive Rückmeldung war für mich persönlich ein echtes Erfolgserlebnis, aber auch ein Erfolg für den weltweiten Kampf für Gleichberechtigung. Und es hat mir gezeigt, dass es nicht nur eine kleine Minderheit ist, die endlich die Stärkung von Mädchen und Frauen fordert und sich auch dafür einsetzt. Großartige Veranstaltungen, wie der Karneval der Kulturen, geben uns die Möglichkeit, diesen Menschen eine Stimme zu verleihen.

Setz dich mit unseren Jugendbotschafter*innen für Geschlechtergerechtigkeit ein und unterstütze unseren offenen Brief.  

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22. Juli 2019

22. Juli 2019 - 15:35
1. Sudan: Revolution der Frauen

Anne Reuß berichtet in der Süddeutschen Zeitung, dass Frauen eine zentrale Rolle beim Sturz des sudanesischen Diktators Omar al-Baschir gespielt haben. Vergangene Woche haben sich die Opposition sowie das Militär auf eine Übergangsregierung im Sudan geeinigt. Unter dem ehemaligen Machthaber al-Baschir seien wichtige Reformen ausgeblieben, vor allem Frauen haben unter den Gesetzen und der Unterdrückung des Regimes gelitten. Sie seien sich ihrer Rolle beim Aufbau eines neues Sudans bewusst, so Islam Yousif, Rechtsanwältin. Die Regierung unter al-Baschir habe Frauen verhaften lassen, wenn sie ihre Haare zeigten oder Hosen trugen. Die Rechte der Frauen seien nie verankert gewesen, so Yousif. Mit der Revolution solle sich dies nun ändern. Frauen seien bereits seit 1964 Bestandteil politischer Vereinigungen, Parteien und Organisation gegen diktatorische Regime, so die Islamwissenschaftlerin Souad Ali. Die Ikone der Revolution und Symbol für den Aufstand sei bereits eine Frau: die 22-jährige Architekturstudentin Alaa Sala, die mit einem langen, weißen Kleid und goldenen Ohrringen auf einem Autodach fotografiert worden und deren Bild um die Welt gegangen sei. Anfang Juni haben paramilitärische Einheiten rund 70 Frauen vergewaltigt. Zudem werde seitens des Militärs oft versucht, die Demonstrantinnen einzuschüchtern. Dies dürfe nie wieder vorkommen, so Yousif.

2. Kameruns unsichtbare Krise

Wie Katrin Gänsler in der Tageszeitung (taz) berichtet, findet die angespannte Situation rund um die Geflüchteten in Kamerun kaum öffentliche Beachtung. Seit nicht einmal zwei Jahren stehe im südostnigerianischen Bundesstaat Cross River eine Siedlung für Geflüchtete aus Kamerun. 2017 seien immer mehr Kameruner*innen aus dem anglophonen Teil ihres Landes geflohen. Heute leben rund 36.000 registrierte Vertriebene aus Kamerun in Nigeria, 530.000 Menschen sollen innerhalb des Landes auf der Flucht sein. Die Krise sei jedoch nicht sichtbar, so Antonio José Canhandula vom UN-Geflüchtetenhilfswerk (UNHCR). Die anglophone Bevölkerung werde bereits seit Jahren diskriminiert und strukturell benachteiligt. Der englischsprachigen Bevölkerung werde der Zugang zu Arbeit oft verwehrt. Im Herbst 2016 habe die geplante Umstellung des Bildungs- und Justizsystems auf Französisch die Konflikte im anglophonen Teil des Landes eskalieren lassen. Rund 1.850 Menschen seien bei Protesten getötet worden. Die Regierung in Kamerun sei für die anhaltenden Konflikte verantwortlich, so Thomas Ngoe, der aus Kamerun geflohen sei. Auch die Regierung lasse Hilfe nur schwer zu, so Canhandula . Die Krise habe zu einer wachsende Gruppe an Rebell*innen und Separationsbewegungen geführt. Diese Gruppen fordern unter anderem die Unabhängigkeit der anglophonen Region.

3. 75 Jahre Weltbank

Wie mehrere Medien, darunter der Deutschlandfunk, die Tagesschau, das ZDF, Stern.de und die Frankfurter Rundschau berichten, wird die Weltbank 75 Jahre alt. Im Juli 1944 habe bereits der britische Ökonom John Maynard Keyns den Ansatz vertreten, dass Frieden durch mehr Handel zwischen Nationen sowie Abbau von Zöllen und ein stabiles Wechselkurs-System zu erreichen sei. 75 Jahre nach der Konferenz in Brenton Woods, setze sich die Weltbank und der internationale Währungsfonds (IWF) für den Abbau des Wohlstandsgefälles und den Kampf gegen Armut ein. Die bessere Verteilung von Einkommen, mehr Beteiligung von Frauen sowie bessere Bildung in Entwicklungsländern und die Bekämpfung des Klimawandels seien Themen auf der Agenda von IWF und Weltbank. Sorgen im Kampf gegen die Armut bereite allerdings US-Präsident Donald Trumps „America first“-Politik. Diese könne das weltweite Wachstum langfristig schmälern und somit Hunger und Armut wieder verschärfen. Weltbank-Präsident David Malpass betonte, er wolle sich noch mehr im Kampf gegen extreme Armut, vor allem in Afrika, einsetzen. Die Probleme seien sehr real und sehr groß, so Malpass.

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19. Juli

19. Juli 2019 - 14:14
1. Südafrika: Verfahren gegen Ex-Präsident Zuma geht weiter

Wie Martina Schwikowski aus Südafrika für die Tageszeitung (taz) berichtet, sagt Südafrikas Ex-Präsident Jacob Zuma seit Montag vor einer Untersuchungskommission aus. Die Kommission, die Zuma einst selbst ins Leben gerufen hatte, tage bereits seit einem Jahr. Es geht um das Korruptionsverfahren gegen Zuma. Bereits im Februar 2018 habe ihn seine eigene Partei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) wegen Korruptionsvorwürfen abgesetzt. Die Kommission werde geleitet vom Obersten Richter des Verfassungsgerichts Raymond Zondo, dieser soll den Umfang des Schadens untersuchen, den die Zuma-Regierung angerichtet habe. Bei einer Feststellung von kriminellen Machenschaften könne sie das Verfahren an Strafverfolgungsbehörden weiterleiten. Zuma behaupte nun, er habe nichts getan und wisse von nichts. Die Vorwürfe seien eine Verschwörung gegen ihn. Zuma weiche konkreten Anschuldigungen der Kommission aus und betone, er habe stets die Partei und sein Land retten wollen. Laut Schätzungen von Ex-Finanzminister Pravin Gordhan seien rund 6 Milliarden Euro gestohlen worden. Das Vertrauen von Investor*innen in Südafrika sei stark beschädigt. Zumas Aussagen hätten ihn zwar diskreditiert, dennoch gäbe es vermutlich nach wie vor Mitglieder des ANC, die Zuma treu blieben, so Ben Turok, ehemaliger ANC-Veteran.

2. Uganda: Internetsteuer weiter in der Kritik

Wie die Deutsche Welle und die Tageszeitung berichten, sorgt die vor einem Jahr eingeführte Social-Media-Steuer in Uganda weiter für Probleme. Im Juli 2018 habe Ugandas Regierung die sogenannte Over the Top Tax (OTT) eingeführt, umgangssprachlich auch „Soziale-Medien-Steuer“. Sie beziehe sich nicht nur auf WhatsApp, Facebook und Twitter, sondern auch auf Taxi-Dienste. Die bereits hohen Kosten für das Internet in Uganda stiegen so noch mehr und stellen für viele Menschen mit ohnehin geringem Einkommen eine Herausforderung dar. Durch einen VPN-Zugang ließen sich die Restriktionen der Regierung umgehen, so Abdulhakim Kawenja, Taxifahrer. Dies sei für viele gerade junge Ugander*innen eine stille Auflehnung gegen die Regierung. Bereits mit in Kraft treten des Gesetzes gab es Proteste von Oppositionspolitiker*innen und Bürger*innen, die von der Polizei mit Gewalt aufgelöst wurden. Laut Präsident Yoweri Museveni würden immer mehr junge Menschen sinnlos chatten und somit Gerüchte verbreiten. Es sei in keinem Land illegal, Gerüchte zu verbreiten, so Eron Kiiza, Menschenrechtsanwalt. Die Steuer sei ein Instrument, um die Rede- und Meinungsfreiheit in Uganda einzuschränken. Die Regierung weise allerdings eine politische Verbindung zurück. Für sie seien lediglich die sinkenden Steuereinnahmen durch weniger Telefongespräche ein Problem. Dies solle die Steuer ausgleichen. Aktuell lägen die Einnahmen jedoch bei nur etwa 17 Prozent der geplanten Summe.

3. Antwort auf Trumps Rückkehraufforderung: Afrika als neues Reiseziel

Bernd Dörries berichtet in der aktuellen Süddeutschen Zeitung, dass eine Reise nach Afrika für viele Afroamerikaner*innen bedeute, den Kontinent ihrer Vorfahren kennenzulernen. Die Aufforderung Donald Trumps gegenüber US-Demokratinnen, sie sollen „nach Hause zurückgehen“ wäre für ihn nichts neues, so der Afroamerikaner und Reiseagenturbetreiber Eric Martin. Er höre diese Aussage oft auf der Straße, aber auch in sozialen Medien. Dies habe er sich nun mit seinem Geschäftspartner zu Nutze gemacht und betreibe eine Reiseagentur, die sich auf schwarze Kund*innen konzentriere. Der Slogan #GobacktoAfrica spreche Kund*innen an, die das Land ihrer Vorfahren erkunden wollten. Die Reisen seien ausgebucht, das Portfolio vielfältig. Auch umgekehrt mache sich der Trend bemerkbar. So feiere Ghana aktuell das „Jahr der Rückkehr“. Dies markiere das erste Anlegen eines Sklav*innenschiffes aus Westafrika in Virginia vor 400 Jahren. Während Ghana sich als neue Urlaubdestination vermarktet, berichtet die Deutsche Welle, dass in vielen Ländern Afrikas koloniale Gesetze nach wie vor gültig sind. In Ruanda wolle man nun damit beginnen, rund 1000 Gesetzestexte zu tilgen. Diese seien im Kolonialismus eingeführt worden, um die Bevölkerung möglichst gut zu kontrollieren und Rohstoffe einfach zu exportieren. Es sei eine Schande, dass diese Rechtsinstrumente nach wie vor gültig seien, so Ruandas Verfassungsminister Evode Uwizeyimana.

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Warum wir uns für die finanzielle Inklusion von Frauen in Subsahara-Afrika einsetzten sollten

19. Juli 2019 - 11:07

Hast auch du einen dieser pinken Aufkleber auf dem Bankautomaten deines Vertrauens entdeckt? Seit diesem Wochenende zieren hunderte Sticker in allen Teilen Deutschlands diverse Automaten und Laternen und machen auf ein wichtiges Thema aufmerksam: Den Zugang von Frauen zu elektronischem Geld. Was es damit auf sich hat und warum ähnliche Plakate Dienstagmorgen auch vor dem Finanzministerium hingen, erklären wir euch hier.

“Nur 1 von 3 Frauen auf der Welt kann Geld abheben” – diese Botschaft ziert einige Bankautomaten.

Finanzielle Inklusion – warum genau das?

Viele fragen sich bestimmt, warum wir ausgerechnet den Zugang zu Finanzdienstleistungen fordern – gibt es nichts wichtigeres? Ein Bankkonto ist für viele Frauen in von Armut betroffenen Ländern keine Sache der Bequemlichkeit. Ein Bankkonto ermöglicht es, zielgerichtet zu sparen, besser zu planen und eigenständige Entscheidungen zu treffen. Frauen können damit einen Kredit aufzunehmen, um Geld gewinnbringend zu investieren und sich selbstständig machen. Dazu gibt es aufschlussreiche Studien: Mobiles Banking führt nach einem Bericht der Weltbank zu mehr Ausgaben für Bildung, einer ausgewogeneren Ernährung und zu besserer Gesundheit von Mädchen. In Kenia hat demnach der Zugang zu mobilem Banking 185.000 Frauen dazu motiviert, anstatt schlecht bezahlter Jobs in der Landwirtschaft eigene Geschäfte aufzumachen. Dadurch wurde extreme Armut in frauengeführten Haushalten um 22% verringert. Ein Bankkonto ist also nicht nur ein Bankkonto! Diese Sprache sprechen auch die Zahlen: 99% der befragten Frauen gaben an, sie benötigen ein Bankkonto und Millionen Frauen nutzen bereits inoffizielle, oder alternative Geldquellen.

Mit der Aktion möchten wir den Finanzminister Olaf Scholz auf die wichtige Initiative aufmerksam machen

Und warum ausgerechnet Frauen in Subsahara-Afrika?

Während im Niger nur 11% der Frauen Zugang zu einem Bankkontohaben, liegt die Quote der Männer mit 20% aber fast doppelt so hoch. Im Armutskontext sind oft Frauen am stärksten betroffen, oder um es anders auszudrücken: Armut ist sexistisch. Für den ungleichen Zugang zu Finanzdienstleistungen gibt es verschiedene Gründe. In Ländern mit niedrigem Einkommen haben mit einem Anteil von nur 45% Frauen überdurchschnittlich oft keine Ausweisdokumente. Diese sind aber zur Eröffnung eines Kontos notwendig. Im ländlichen Raum ist oftmals keine Bankfiliale in der Gegend. In manchen Gesellschaften führen traditionelle Rollenbilder dazu, dass Frauen nur eingeschränkt mobil sind und deshalb keine Bank aufsuchen können. Da Frauen weltweit weniger verdienen als Männer, haben sie auch seltener die finanziellen Ressourcen, um ein Bankkonto zu eröffnen.

In den Ländern Subsahara-Afrikas kommt ein grundsätzlich niedrigerer Zugang zu einem Bankkonto dazu. So können beispielsweise nur 26% der Frauen in Mali und 15% der Frauen im Tschad Geld abheben, während es in Deutschland 99% sind. Wenn wir also die am stärksten von Armut betroffenen Menschen unterstützen wollen, trifft eine Initiative zur Stärkung von Frauen in Subsahara-Afrika die Richtigen.

Die G7 kann ca. 240 Millionen Menschen den Zugang zu einem Bankkonto ermöglichen.

 Was hat das mit Deutschland zu tun?

Mitte Juli treffen sich die Finanzminister der G7-Länder zu einem Vorgipfel des eigentlichen G7 Gipfels. Es gibt bereits einen ausgearbeiteten Plan, wie 240 Millionen Menschen, darunter 60% Frauen, Zugang zu Finanzdienstleistungen bekommen können. Zu der Initiative gehören nationale Programme, die die nötige digitale Infrastruktur bereitstellen, kompatible und inklusive Zahlungssysteme und ein System zur Identifikation der Kund*innen. Dazu kommt ein Bankensystem, das mit technologischen Neuerungen mithält, sowie eine Evaluation, ob das Programm die selbstgesteckten Ziele erfüllt. Das Ganze würde ca. 255 Millionen Dollar kosten, was für ein Programm mit dieser erwarteten Wirkung echt wenig ist. Es entspricht in etwa einem zwanzigstel dessen, was die Welt 2018 täglich für Rüstung ausgegeben hat. Mit nur 25 Millionen Euro könnte Deutschland dazu beitragen, 240 Millionen Menschen den Zugang zu einem Bankkonto zu ermöglichen. Und genau das hat es mit den Plakaten vor dem Finanzministerium hängen auf sich. Dort fordern wir Finanzminister Scholz auf, dass Deutschland seinen Beitrag zur Finanzierung dieser Initiative auf dem Treffen der G7 Finanzminister, oder spätestens beim G7 Gipfel in Biarritz beisteuert.

Teile diesen Blog mit deinen Freund*innen, damit noch mehr Leute von dieser einmaligen Möglichkeit erfahren!

 

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18. Juli 2019

18. Juli 2019 - 14:10
1. WHO: Internationaler Notstand wegen Ebola ausgerufen

Wie viele Medien, darunter die Tageszeitung (taz), die Deutsche Welle, Spiegel Online und die Tagesschau berichten, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den internationalen Gesundheitsnotstand wegen Ebola erklärt. Damit folge die WHO der Empfehlung eines Expert*innenrats, der gestern in Genf zusammenkam. Es handele sich allerdings nicht um eine globale Bedrohung, so Robert Steffen, Vorsitzender des Ausschusses. Das Ausrufen des Notstands sorge dafür, dass schneller und verstärkt Maßnahmen ergriffen werden können, um die Ausbreitung von Ebola zu verhindern. So könnten Finanzmittel schneller abgerufen und medizinische Hilfskräfte zusätzlich ausgebildet werden. Auch betone die WHO, dass sie nicht davon ausgehe, dass sich die Krankheit über die Grenzen hinaus ausbreite. Grenzschließungen zu den Nachbarstaaten seien daher nicht notwendig. Schließungen könnten die Eindämmung der Krankheit nur erschweren, da Menschen dann die offiziellen Grenzübergänge mit medizinischem Personal meiden würden. Nach wie vor würden auch die Auseinandersetzungen von Rebellengruppen in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri den Kampf gegen Ebola behindern.

2. Melinda Gates fordert besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen für Frauen

Thomas Jahn interviewt im aktuellen Handelsblatt Melinda Gates und spricht mit ihr über digitales Geld und die Unterstützung von Frauen in Afrika. Anlässlich des G7-Finanzministertreffens in Chantilly stelle Melinda Gates einen neuen Report für Finanzinnovationen der Bill & Melinda Gates Stiftung vor. Gates habe auf ihren Reisen selbst erfahren, welchen Unterschied digitale Finanzangebote insbesondere für Frauen machen können. Das beste Beispiel sei die digitale Währung M-Pesa in Kenia. In entlegenen Gebieten können sich viele Menschen oft kein Bankkonto leisten, der Weg zur nächsten Bank sei zu weit und zu teuer, die Gebühren für ein Konto zu hoch. Anstatt das Geld Zuhause zu sammeln, könnten sie ihr Geld nun digital ansparen. Dies erleichtere gerade in Krisensituation den Zugang zu dem Geld. Afrika sei auf dem richtigen Weg, aber es müsse mehr tun, so Melinda Gates. Sie fordere 255 Millionen Dollar von Europa und den USA zur Unterstützung der Initiative. Frankreich habe bereits 25 Millionen Euro zugesagt. Auch Verhandlungen mit der deutschen Regierung wären bereits eingeleitet und werden auf dem G7 Finanzministertreffen besprochen. Besonders die Unterstützung von Frauen und deren Zugang zu digitalem Geld sei wichtig, so Gates. In einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fordert auch die namibische First Lady Monica Geingos Unterstützung für Bildung von Mädchen und Frauen in Afrika. Trotz rückläufiger HIV-Zahlen, seien junge Frauen und Mädchen nach wie vor überproportional von der Krankheit betroffen. Deshalb müsse dringend in Gesundheitssysteme investiert werden, denn Ungleichheit und schlechte Gesundheit seien nicht nur sexistisch, sondern hätten auch Einfluss auf die Wirtschaftsleistungen. Für Geingos spielt der Globale Fonds zur Erreichung des Ziels, HIV, Tuberkulose und Malaria bis 2030 zu beenden, eine entscheidende Rolle. Im Oktober werde der Globale Fond in Lyon seine nächste Finanzierungskonferenz abhalten.

3. Einigung und erste Unterschriften im Sudan

Unter anderem die Tagesschau, die Welt, der Tagesspiegel, die Deutsche Welle und Zeit Online berichten, dass die ersten Verträge zur Einigung im Sudan unterschrieben sind. Am Mittwochmorgen hätten sowohl der Militärrat als auch die Protestbewegung im Sudan ein Abkommen zur Bildung einer Übergangsregierung unterzeichnet. Diese Regierung solle drei Jahre und drei Monate im Amt bleiben und aus fünf Zivilist*innen sowie fünf Militärs bestehen. Zunächst soll ein Vertreter*in des Militärs 21 Monate regieren, anschließend 18 Monate ein*e Zivilist*in. Weitere Verhandlungen über die Machtverteilung in den Staatsorganen und verfassungsrechtliche Fragen sollen in den kommenden Tagen geklärt werden. Es sei ein historischer Augenblick, so Mohammed Hamdan Dagalo, Vizevorsitzender des Militärrats. Allerdings sei die Frage nach dem Abzug von Milizen aus Khartum nach wie nicht geklärt, dies könne für erneute Spannungen sorgen.

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17. Juli 2019

17. Juli 2019 - 16:23
1. Kampf gegen HIV und Aids: Finanzielle Mittel fehlen

Mehrere Medien, darunter die Deutsche Welle, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Zeit und Spiegel Online berichten, dass die Anzahl der an AIDS verstorbene Menschen weltweit zurückgeht. Vergangenes Jahr seien rund 770.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit gestorben, dies sei im Vergleich zum Jahr 2010 ein Rückgang von 33 Prozent. In Osteuropa und Zentralasien hingegen sei die Zahl der infizierten Personen um 29 Prozent gestiegen. Die Regionen Ost- und Südafrika seien allerdings nach wie vor am stärksten von HIV betroffen. Rund 20 Millionen Menschen seien dort mit dem Virus infiziert, 37,9 Millionen seien es weltweit. Eine positive Entwicklung sei in Südafrika zu sehen, hier sei die Zahl der Neuinfektionen seit 2010 um 40 Prozent gesunken, ebenso die Zahl der Todesfälle. Nach wie vor ein großes Problem im Kampf gegen HIV sei die Versorgung mit den lebenswichtigen Medikamenten. Diese seien für Betroffene oft schwer zu bekommen, nur rund 62 Prozent weltweit hätten im letzten Jahr Zugang zu den antiretroviralen Medikamenten gehabt. Ein weiteres Problem sind laut UNAIDS fehlende finanzielle Mittel. Diese seien bereits 2018 um rund 890 Millionen Euro zurückgegangen.

2. Neue Fluchtrouten: Von Eritrea über Mexiko in die USA

Wie Simone Schlindwein in der Tageszeitung (taz) berichtet, fliehen immer mehr Menschen aus Afrika in Richtung der USA und durchqueren dabei Mexiko. Mexikanische Behörden meldeten, dass sich die Zahl der afrikanischen Migrant*innen seit Beginn des Jahres verdreifacht habe. Rund 1.900 Geflüchtete seien registriert worden, sie kämen vor allem aus den Ländern Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo. Doch auch immer mehr Eritreer*innen würden sich für die Route Richtung USA entscheiden, oft sei dies nur über „komplizierte Umwege” möglich, so Zecarias Gerrima, Vizedirektor der Organisation Africa Monitors. Vor der Grenzöffnung Eritreas nach Äthiopien im Juli 2018 seien rund 5.000 Eritreer*innen heimlich über die Grenze geflohen. Von dort machten sich viele über den Sudan nach Libyen an die Mittelmeerküste auf, um nach Europa zu gelangen. Vor ein paar Jahren seien die Grenzen jedoch weitestgehend geschlossen worden und die Weiterreise durch den Sudan sei kaum möglich. Viele Eritreer*innen würden dort festgenommen und deportiert, so Gerrima. Doch die Zahl der Flüchtenden gehe nicht zurück, stattdessen gebe es eine neue Route für Schleuser*innen. Sie würden nun bis nach Nordamerika geschleust. Über Umwege würden sie von afrikanischen Flughäfen nach Südamerika gebracht, um von dort mit dem Auto weiter zu fahren. Oft dauere die Reise mehrere Monate, manchmal sogar Jahre. Den Deal, den die Europäische Union mit dem Sudan und Libyen geschlossen habe, funktioniere nicht, es habe die Schlepper nur auf andere Routen gebracht, so der Vizedirektor von Africa Monitors.

3. Deutsche Kolonialvergangenheit in Namibia

Wie sowohl die Welt als auch die Süddeutsche berichten, hat Bundesratspräsident Daniel Günther in Namibia über die Kolonialvergangenheit Deutschlands gesprochen. Die Schrecken, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts an den Menschen des Landes verübt worden seien, werden nicht vergessen, so Günther. Deutschland, welches von 1884 bis 1915 Kolonialmacht in Namibia war, habe die „historische Schuld” anerkannt. Der letzte Besuch des Landes durch den Bundesrat habe 1997 stattgefunden. Dementsprechend groß sei das Interesse an Günthers Besuch in Windhuk. Das Verbrechen an den Herero und Nama sei ein Punkt, aber auch mögliche Entschädigungszahlungen von Seiten Deutschlands an die Nachkommen der Herero und Nama stehen im Fokus des Besuchs. Präsident Hage Geinob und Vizepräsident Nickey Mbumba betonten, dass die finanzielle Entschädigung vor allem ein Wunsch der namibischen Bürger*innen sei. Herero-Aktivist*innen kritisierten hingegen, dass Günthers Gesten und Worte nicht ausreichen. Eine Kranzniederlegung in dem Ort Swakopmund für die Opfer des Kolonialismus bezeichneten Herero-Vertreter*innen als „Heuchelei”.

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19. Juli 2019

16. Juli 2019 - 14:11
1. Jeder fünfte Mensch in Afrika hungert

Viele Medien, darunter die Tagesschau, die Tageszeitung (taz), Spiegel Online und die Deutsche Welle berichten, dass die Zahl der Hungernden weiter ansteigt. Bis zum Jahr 2015 sei die Zahl der hungernden Menschen gesunken, doch im vergangenen Jahr sei sie wieder gestiegen. Laut des aktuellen Berichts der Vereinten Nationen zur weltweiten Ernährungslage leiden 821 Millionen Menschen an Hunger. Besonders drastisch sei die Lage für Kinder, 149 Millionen seien unterentwickelt, so David Beasley, Direktor des Welternährungsprogramms. Betroffen seien vor allem Menschen in Regionen in Subsahara-Afrika, hier seien fast 20 Prozent der Bevölkerung unterernährt, Tendenz steigend. Wirtschaftskrisen, Kriege und auch Folgen des Klimawandels seien Gründe für diesen Trend. Das Ziel der Uno, Hunger bis 2030 zu eliminieren, rücke aktuell weiter weg. Auch die Zahl der hungernden Kinder, die dadurch in ihrer Entwicklung beeinflusst seien, solle bis 2025 halbiert werden. Es gebe keine bessere Entwicklungshilfe, als in Kinder zu investieren, so Henrietta Fore, Exekutivdirektorin des Kinderhilfswerks UNICEF.

2. Kongo: Erster Ebola-Fall in Millionenstadt

Wie unter anderem Spiegel Online, Zeit Online und die Tageszeitung Online berichten, wurde das Ebolavirus nun auch in der kongolesischen Metropole Goma festgestellt. Das Gesundheitsministerium habe in Goma im Osten des Landes einen Ebola-Fall registriert. Somit sei der erste Fall in einer Großstadt mit mehr als einer Million Einwohner*innen registriert worden. Die Stadt habe sich allerdings bereits mit Vorsichtsmaßnahmen auf eine mögliche Ausbreitung vorbereitet. Ein Priester sei am Wochenende von Butembo, nördlich von Goma gelegen, in die Provinzhauptstadt gereist und habe bereits auf der Reise Symptome gezeigt. Er sei in Goma direkt positiv auf Ebola getestet worden. Er und auch alle anderen Reisenden wurden identifiziert und isoliert. So solle eine Ausbreitung der Krankheit verhindert werden. Mit rund 1.665 Todesfällen im Kongo sei es die zweitgrößte Ebola-Epidemie in der Geschichte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüfe nun erneut, ob eine Notlage ausgerufen werden müsse. Der dafür nötige Expert*innenausschuss werde so schnell wie möglich einberufen, so Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO-Generaldirektor.

3. Vor G7-Finanzministertreffen: ONE fordert mehr Einsatz für Frauen von Scholz

Wie der Tagesspiegel  heute in seiner Morgenlage berichtet, fordert die entwicklungspolitische Organisation ONE mehr Investitionen für Finanzdienstleistungen für Frauen. Anlässlich des G7-Finanzministertreffen in Chantilly morgen und übermorgen habe ONE Plakate vor dem Finanzministerium in Berlin angebracht. Diese sollen Finanzminister Olaf Scholz zu mehr Einsatz für Frauen und deren Zugang zu Finanzdienstleistungen auffordern. Aktuell könne nur eine von drei Frauen auf der Welt Geld abheben, so ONE. Dies müsse sich ändern. In mehreren europäischen Ländern seien heute Sticker und Plakate mit der Botschaft angebracht worden. Auch die Komikerin Carolin Kebekus unterstütze die Aktion.

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15. Juli 2019

15. Juli 2019 - 14:20
1. Merkel und Nooke: Mehr Investitionen in Afrika nötig

Unter anderem die Rheinische Post veröffentlichte heute einen Gastbeitrag von Günter Nooke, dem persönlichen Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin. Er fordert eine „substanzielle Afrikapolitik“ der Europäischen Union, die verstärkt auf private Investitionen in afrikanische Länder und Wirtschaftswachstum setzen solle. Es gäbe bereits gute Ansätze wie etwa den Marschallplan aus dem Entwicklungsministerium, doch die Größenordnung der bisher angedachten Projekte sei einfach zu klein. Es müsse sich dringend etwas ändern und die Zeit dafür sei günstig, da 2020 das Cotonou- Abkommen neu ausgehandelt werde. Auch die neue Freihandelszone in Afrika böte gerade ideale Bedingungen, um wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Der wichtigste Punkt sei laut Nooke allerdings der politische Wille, mehr Mittel für Investitionen in Afrika zur Verfügung zu stellen. Dazu fordert er, dass die EU europäischen Unternehmen mindestens zehn Prozent der Strukturfondsmittel als Beihilfen für Investitionen in Afrika zur Verfügung stellt. Bereits am Wochenende berichtete unter anderem ZDF Online, dass Kanzlerin Angela Merkel erneut betont habe, dass Herausforderungen in der Entwicklungszusammenarbeit nur gemeinsam zu schaffen sind. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Entwicklungshelfer*innen-Gesetzes habe sich die Kanzlerin bei diesen für ihren Einsatz weltweit bedankt. Entwicklungszusammenarbeit sei ein Beitrag „zu wirtschaftlichem, sozialem und politischem Fortschritt in Entwicklung- und Schwellenländern“, so Merkel. Dennoch zeige die Zwischenbilanz zur Umsetzung der UN-Agenda 2030, dass es zu langsam vorangehe. Die Zahl der Menschen, die Hunger leiden, sei wieder gestiegen. Da auch Merkel auf wirtschaftliche Zusammenarbeit setze, kündigte sie an, noch 2019 eine weitere Konferenz zu den G20-Compacts with Africa in Berlin auszurichten. Zeitgleich solle auch eine Investor*innen-Konferenz stattfinden.

2. Chinesische Militärpräsenz für mehr Frieden in Afrika?

Wie Martina Schwikowski in der Deutschen Welle berichtet, lud das chinesische Verteidigungsministerium erneut die Führungen afrikanischer Armeen nach Peking ein. Bereits vergangenes Jahr habe das Treffen unter dem Titel „Chinesisch-Afrikanisches Forum zur Sicherung und Verteidigung“ gestanden. Dieses Jahr sei das Wort „Verteidigung“ durch Frieden ersetzt worden. Der veränderte Wortlaut lasse eine Verschiebung von Prioritäten Chinas erkennen, hin zu mehr Engagement in der Friedenssicherung, so Cobus van Staden, Mitarbeiter des südafrikanischen Instituts für internationale Angelegenheiten (SAAIA). Allerdings gehe es China vor allem darum, mehr Präsenz in Afrika zu zeigen. Das Forum im letzten Jahr sei ein Test für eine afrikanische Kooperation gewesen. Dieses Jahr sei es bereits offizieller und den Gesprächsrunden werde mehr Bedeutung beigemessen, so Lina Benabdallah, Politikwissenschaftlerin aus den USA. Die Militärbasis in Dschibuti spiele für China eine wichtige Rolle. So wolle Chinas Präsident über eine neue Route von Dschibuti über die neue gebaute Eisenbahnstrecke nach Addis Abeba ganz Ostafrika erschließen. China sei in den letzten Jahren zum zweitgrößten Waffenexporteur in Afrika geworden. Chinas Präsiden Xi Jinping habe sich jedoch auch für das Ziel der Afrikanischen Union ausgesprochen, die Waffen bis 2020 ruhen zu lassen.

3. Angriff in Somalia

Wie viele Medien, darunter die Tageszeitung (taz), die Deutsche Welle, die Welt und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichten, sind bei einem Terrorangriff auf ein Hotel in Kismayo in Somalia 26 Menschen getötet worden. Es habe rund zwölf Stunden gedauert, bis alle Terrorist*innen außer Gefecht gesetzt worden seien, berichten lokale Medien. Erst habe sich ein Selbstmordattentäter vor dem Hotel in die Luft gesprengt, anschließend hätten Angreifer*innen das Hotel gestürmt. Unter den Opfern seien neben mehreren ausländischen Staatsbürger*innen auch die somalisch-kanadische Journalistin Hodan Nalayeh und ihr Ehemann. Nalayeh sei vor kurzem aus Kanada in ihr Heimatland Somalia zurückgekehrt. Der UN-Chef in Somalia, James Swan, verurteile den Angriff, den die Terrorgruppe Al-Shabaab beanspruche, aufs Schärfste. UN-Generalsekretär António Guterres sprach der somalischen Bevölkerung seine Solidarität und Unterstützung aus.

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12. Juli 2019

12. Juli 2019 - 15:15
1. Angola: Journalist und Präsident gegen Korruption

Bernd Dörries berichtet in der Süddeutschen Zeitung über den Kampf des angolanischen Präsidenten João Lourenço gegen Korruption und Misswirtschaft. Seit zwei Jahren regiere der neue Präsident. Angola sei nach Südafrika die wohlhabendste Nation der Staaten Subsahara-Afrikas, dennoch leide die Bevölkerung unter Armut. Zwei Drittel der Bevölkerung hätten weniger als zwei Dollar am Tag zur Verfügung. Lourenço habe nun den Journalisten Rafael Morais zu sich eingeladen und öffentlich seine Arbeit unterstützt, weiter über Korruption zu berichten. Obwohl die Familienmitglieder des ehemaligen Präsidenten größtenteils aus ihren Ämtern entfernt worden seien, sind viele Posten noch mit Mitgliedern des alten Regimes besetzt. Somit habe es der neue Präsident schwer, tiefgreifende Veränderungen vorzunehmen, so Morais. Trotz seiner Ölvorkommen kämpfe Angola mit Schulden. Kredite an China in Milliardenhöhe belasten das Land. Investitionen, etwa in Gewerbeparks, um das Land zu diversifizieren und eine Alternative zu Ölexporten zu schaffen, seien gescheitert. Lourenço plane nun, Staatsfirmen zu privatisieren und auch den staatlichen Ölkonzern Sonangol zu spalten, um die korrupte Elite zu minimieren. Derweil berichtet die Welt, dass sich Bundesratspräsident Daniel Günther (CDU) im Rahmen seines Afrikabesuchs auch mit dem Staatspräsidenten Lourenço in Angola treffen werde.

2. Tansania: Mehr Kinder für eine bessere Wirtschaft?

Wie die Tageszeitung Online (taz) und Deutschlandfunk Nova berichten, forderte Tansanias Präsident John Magufuli Frauen im Land auf, mehr Kinder zu bekommen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Er habe Tansanias Frauen wörtlich geraten „ihre Eierstöcke zu befreien”. Er fordere dazu auf mehr Kinder zu bekommen, um so einen wirtschaftlichen Aufschwung im Land herbeizuführen. China sei hierfür das beste Beispiel, so Magufuli. Eine große Bevölkerung bedeute eine große Wirtschaftsleistung. Vor fast 60 Jahren hatte Tansania rund zehn Millionen Einwohner*innen, heute seien es schon 61 Millionen. Damit sei das Land bereits jetzt eines mit der höchsten Geburtenrate weltweit. Viel Kritik bekam der Präsident von den Medien. So wurde in sozialen Netzwerken hervorgehoben, dass die jetzige Bevölkerung bereits unter Hunger leide, ein Aufruf zu mehr Kindern sei der falsche Weg. Bereits letztes Jahr habe Magufuli Frauen dazu aufgerufen, auf Verhütung zu verzichten, was von Frauenrechtsaktivist*innen schon damals mit Sorge betrachtet wurde.

3. Ebola: Hilfe sollte auch ohne globalen Notfall kommen

Wie Johannes Dietrich in der aktuellen Frankfurter Rundschau berichtet, will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ebola-Epidemie noch nicht zu einem „globalen Notfall” erklären. Der britische Entwicklungsminister Rory Stewart fordere die WHO auf, den Ebola-Ausbruch im Kongo zu einem globalen Notfall zu erklären, damit mehr finanzielle Hilfe von der internationalen Staatengemeinschaft komme. Aktuell fehlen der Organisation mehr als die Hälfte der benötigten Mittel. Zu Beginn des Jahres hatte die WHO ein Budget von 98 Millionen Dollar gefordert. Nicht nur der britische Minister fordere mehr Hilfe, auch private Hilfsorganisationen schlossen sich der Forderung an. Die internationale Gemeinschaft müsse die Mittel zur Verfügung stellen, um einen globalen Notstand zu vermeiden, nicht erst, wenn bereits der Notstand ausgerufen wurde, so Tedro Ghebreyesus, WHO-Generaldirektor. Er warne auch, dass die Erklärung eines „ globalen Notfalls“ negative Folgen haben könne. Es wäre z.B. kontraproduktiv, wenn Grenzen geschlossen würden. Dies vergrößere vor allem die Not der einheimischen Bevölkerung. Ein großes Problem sei es auch, dass die Bevölkerung nur schwer kooperiere. Gewalttätige Unruhen und Angriffe auf Helfer*innen von Gesundheitsorganisationen verschlimmerten die Lage. Im Nachbarland Uganda sei nach drei Todesfällen der Ausbruch unter Kontrolle.

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11. Juli 2019

11. Juli 2019 - 16:49
1. Demographie: Bildung als wichtiger Faktor

Zum Weltbevölkerungstag berichtet Martina Schwikowski in der Deutschen Welle über die demographische Lage in Afrika. Die junge Bevölkerung in Afrika wachse rasant, die Wirtschaft könne hier in vielen Ländern nicht mithalten. Das westafrikanischen Land Niger habe aktuell die höchste Geburtenrate, es werde hier mit einer Verdreifachung der Bevölkerung bis zum Jahr 2050 gerechnet. Für diesen Anstieg fehlen Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Bildung und vieles mehr, so Alisa Kaps, Mitarbeiterin des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Ein entscheidender Faktor bei der Bevölkerungsentwicklung sei Bildung. Je länger Mädchen Bildung erhielten, desto später heiraten sie, so Kaps. Langfristig können sie somit mehr zum Familieneinkommen beitragen und das traditionelle Rollenbild verändern. Der Wandel vollziehe sich allerdings nur langsam, sagt Jakkie Cilliers, Direktor des südafrikanischen Instituts für Sicherheitsstudien. Eine gesellschaftliche Debatte zu Themen wie Bildung für Frauen und Mädchen sowie Gesundheitsversorgung sei wichtig. In Afrika dauere es allerdings noch rund drei Jahrzehnte, bis mehr Einkommen und Wachstum durch den demographischen Umschwung spürbar werden, so Cilliers. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, liegt Deutschland in der EU mit 83 Millionen Menschen als bevölkerungsreichster Staat an der Spitze. In Afrika bewiesen die Staaten Äthiopien und Ghana, dass ein staatliches Gesamtkonzept wirksam sei. In Äthiopien habe sich die Kindersterblichkeitsrate in den letzten 25 Jahren halbiert, die Einschulungszahlen haben sich dagegen verdoppelt.

2. Wo fängt Klimaflucht an?

In einem Interview mit Andrea Bachstein in der Süddeutschen Zeitung erklärt Politikwissenschaftler Benjamin Schraven wie der Klimawandel Migration in Zukunft beeinflussen wird. Klimamigration und Klimaflucht sei schwierig zu definieren, da die Zusammenhänge oft wesentlich komplexer seien als zunächst angenommen. Am Horn von Afrika müssten die Menschen aufgrund von Dürre fliehen, allerdings seien hier auch von Beginn an keine stabilen Zustände gegeben. Es gebe keine allgemeine Definition von „Klimaflüchtling”. Ab wann der Einfluss des Klimas selbst so hoch sei, dass es als Fluchtursache gelte, sei schwierig zu sagen. Viele Menschen kehren nach Naturkatastrophen an ihre Heimatstätten zurück oder verlassen ihr Zuhause erst gar nicht. Dennoch werden sie registriert. Es sei klar, dass es einen Einfluss des Klimawandels auf das Migrationsverhalten gebe, unklar sei, in welchem Ausmaß. Eine gigantische Bewegung durch den Klimawandel sei in den nächsten Jahren aber nicht zu erwarten. Wichtig sei vor allem die Bekämpfung vor Armut, denn oft träfen die Folgen des Klimawandels die Menschen, die bereits von Armut betroffen sind.

3. Kampf gegen Terrorismus aufnehmen

Wie ZDF.de und evangelische.de berichten, warnt UN-Generalsekretär António Guterres vor dem wachsenden Terrorismus in Afrika. Terroristische Attacken würden ganze Regionen destabilisieren. Afrika müsse Unterstützung im globalen Kampf gegen Terrorismus bekommen. Sie sollten stärker miteinander kooperieren, aber auch internationale Gemeinschaft sollten Unterstützung leisten. Guterres verweist vor allem auf die Bluttaten von Extremisten*innen in Kenia, Nigeria, Mali, Burkina Faso und Niger. Wirtschaftliche Fortschritte und soziale Entwicklung dürften nicht durch Terroristen*innen zunichtegemacht werden.

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