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Aktualisiert: vor 21 Stunden 57 Minuten

Das Coronavirus: Was wir jetzt aus vergangenen Epidemien lernen können

30. Januar 2020 - 14:34

Die Nachrichten sind gerade voll vom Ausbruch des gefährlichen Coronavirus. Für uns ist das vor allem ein Beweis dafür, dass globale Gesundheitssysteme weiter gestärkt werden müssen. Warum?

Dazu musst du nur mal einen Blick nach Wuhan, China, werfen. Es ist erst Januar und schon jetzt stecken wir in der ersten großen Gesundheitskrise des neuen Jahrzehnts. Das Coronavirus ist eine ansteckende Atemwegsinfektion mit möglicher Todesfolge. In kürzester Zeit hat es sich auf fast alle Provinzen des Landes ausgebreitet und in der vergangenen Woche Europa und Nordamerika erreicht.

 

Die Geschwindigkeit, mit der sich das Virus ausgebreitet hat, ist alarmierend. Aber auch die vergleichsweise hohe Sterblichkeitsrate von zwei bis drei Prozent ist definitiv ein Grund, das Virus ernst zu nehmen. Nur zum Vergleich: Die Sterblichkeitsrate der saisonalen Grippe liegt unter 0,01 Prozent. Auch deshalb hat die Politik schnell reagiert. Wuhan und die umliegenden Gebiete sind abgeriegelt. Und Gesundheitsexpert*innen auf der ganzen Welt arbeiten mit Hochdruck daran den Virus wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Krisenmanagement wird immer besser

Das Krisenmanagement bei globalen Krankheitsausbrüchen ist im Laufe der Jahre immer besser geworden. Seit der SARS-Epidemie Anfang der 2000er Jahre und der globalen H1N1-Grippe-Pandemie 2009 haben wir viel gelernt. Wir sind inzwischen viel besser darin geworden die Ausbreitung von Krankheiten einzudämmen und eine große Zahl an Patient*innen zu behandeln. Die Erfahrungen aus vergangenen Krisen werden uns auch jetzt helfen die Ausbreitung des Coronavirus so schnell wie möglich einzudämmen. Doch was haben wir konkret gelernt?

Krankheiten kennen keine Grenzen

Erstens sehen wir immer wieder, dass Krankheiten keine Grenzen kennen. Wir leben in einer Welt, in der über 7,7 Milliarden Menschen permanent und global miteinander interagieren und sich dabei über Grenzen hinwegbewegen. Das hat zur Folge, dass sich ansteckende Krankheiten noch schneller ausbreiten und Länder und Kontinente in wenigen Tagen, wenn nicht sogar Stunden, überqueren. Nationale Grenzen bieten also keinen zuverlässigen Schutz gegen wachsende Pandemien. Was wir daraus lernen können? Dass internationale Zusammenarbeit notwendig ist, um neuen Krankheitsausbrüchen voraus zu sein und sie nachhaltig zu besiegen. Wenn es um die Bekämpfung globaler Epidemien geht, gibt es keinen Platz für Einzelkämpfer*innen.

Investitionen sind die beste Verteidigung

Die zweite bedeutende Lektion ist, dass Investitionen in bessere Gesundheitssysteme überall auf der Welt die stärkste Verteidigung gegen jeden Ausbruch sind. Fortschritte in der Medizin und neue Impfstoffe, Behandlungen und Praktiken sind allesamt lebenswichtige Waffen – aber sie werden niemals ein Allheilmittel sein. Sie sind auf eine ausreichende Anzahl von angemessen ausgebildetem und engagiertem medizinischem Personal, gut ausgestattete Krankenhäuser und effiziente Liefer- und Beschaffungssysteme angewiesen, die Medikamente rechtzeitig dorthin bringen, wo sie benötigt werden. Deshalb sind Programme, wie Gavi, die Impfallianz, so wichtig. Sie schützen mit Impfstoffen nicht nur Millionen von Menschen vor vermeidbaren Krankheiten, sondern bauen auch jene Gesundheitssysteme auf, die es ermöglichen, Epidemien zu bekämpfen.

Gesundheitspersonal transportiert Patient*innen ins Jin Yintan Krankenhaus am 17. Januar 2020 in Wuhan, Hubei, China, Photo: Getty Images

Während sich das Coronavirus ausbreitet, werden wir daran erinnert, dass globaler Gesundheitsschutz nur so stark ist, wie das schwächste Glied in seiner Kette. Wenn es uns nicht gelingt, starke und effiziente Gesundheitssysteme auf der ganzen Welt aufzubauen, verringert sich unsere Fähigkeit, so schnell und effektiv wie möglich, auf Krankheiten zu reagieren. Und das würde in unserer supervernetzten Welt letztlich das Ansteckungsrisiko für Menschen überall erhöhen.

Schließe Dich uns an und appelliere an die Staats- und Regierungschef*innen der Welt, dass Gavi dieses Jahr vollständig finanziert werden muss.

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30. Januar 2020

30. Januar 2020 - 14:09

1. Beeinflusst China die WHO?
Aus der chinesischen Stadt Wuhan breitet sich das neuartige Coronavirus zwar in sämtliche Provinzen des Landes aus und es werden vermehrt Fälle in anderen Weltregionen gemeldet, dennoch verhindern die Gegenmaßnahmen der chinesischen Regierung laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen noch schlimmeren Ausbruch, so Spiegel. Nach Angaben von Michael Ryan, dem Notfallchef der WHO, sei die derzeitige Reaktion Chinas im Vergleich zum Sars-Ausbruch 2003 deutlich lösungsorientierter. Die Disziplinarkommission der Kommunistischen Partei drohe mit Bestrafung, wenn Maßnahmen gegen das Virus „nicht effektiv“ ausgeführt würden. Darunter falle der „Missbrauch von Hilfsgeldern und -materialien“ oder andere Pflichtverletzungen. Der Tagesspiegel und die Potsdamer Neuesten Nachrichten thematisieren darüber hinaus das Verhalten der WHO im Angesicht der Epidemie. Das WHO-Notfallkomitee habe bisher keinen „Internationalen Gesundheitsnotstand“ ausgerufen, weil noch keine „globale Gesundheitskrise“ vorliege, so Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. Würde das Notfallkomitee, das heute erneut zur Beratung zusammenkomme, den Notstand ausrufen, würde die WHO „als höchste internationale Gesundheitswächterin in Aktion treten“. Dazu können Reisewarnungen, Quarantänen und verschärfte Gesundheitskontrollen gehören. Möglicherweise habe die WHO diesen Schritt bisher vermieden, um die Entscheidungshoheit Chinas nicht infrage zu stellen. Eine Einflussnahme Chinas in die Politik der WHO sei bisher zumindest darin sichtbar geworden, dass Taiwan nicht an WHO-Meetings teilnehmen dürfe. Allerdings sei insbesondere bei einer möglichen Pandemie eine grenzenlose internationale Zusammenarbeit entscheidend.

2. Lassafieber grassiert in Nigeria
Im westafrikanischen Nigeria ist das Lassafieber ausgebrochen und hat seit Anfang des Jahres bereits 41 Menschen getötet, wie die Welt, n-tv.de, der Deutschlandfunk, die Deutsche Welle und das Ärzteblatt melden. Mittlerweile seien 258 Infektionsfälle in insgesamt 19 der 36 nigerianischen Bundesstaaten registriert worden. Wie auch Ebola gehöre das Lassa-Virus zur Sorte der hämorrhagische Fieber, die schwere innere Blutungen mit sich bringen. Allerdings zeige die Krankheit bei 80% der Infizierten keine Symptome. Das Virus werde über eine Nagetierart auf den Menschen übertragen, über den es sich via „Tröpfcheninfektionen, offene Wunden oder den Austausch von Körperflüssigkeiten“ auf andere Menschen übertrage. Eine Impfung gegen das Virus gebe es bisher nicht, allerdings könne ein antivirales Medikament in der ersten Krankheitswoche einen schweren Verlauf abmildern, so Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Hamburg in der Deutschen Welle.

3. Oxfam: EU zweckentfremdet Entwicklungsgelder
Die Entwicklungsorganisation Oxfam wirft der EU vor, Entwicklungsgelder für Grenzschließung und Abschiebungen zu „missbrauchen“, wie die Deutsche Welle berichtet. In einem neuen Bericht kritisiert Oxfam, dass Gelder aus dem ‚EU-Treuhandfonds für Afrika‘ dazu verwendet werden „Migration zu verhindern“. Bereits 3,9 Milliarden Euro seien dafür bestimmt „die Bewegungsfreiheit von Menschen einzuschränken“. Demgegenüber stehen lediglich 56 Millionen Euro für „reguläre Migrationsprogramme“ zwischen Afrika und der EU. Oxfam bezeichnet diesen Ansatz als „kontraproduktiv“, da dies willkürliche Inhaftierung und Menschenhandel bestärke, wie das Beispiel Libyen zeige. Entwicklung und Mobilität gehen „Hand in Hand“, so Oxfam. Freizügigkeit habe positive Effekte auf die wirtschaftliche Entwicklung.

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29. Januar 2020

29. Januar 2020 - 12:46

1. Coronavirus: Wettlauf für Impfstoff begonnen
Derzeit forschen wissenschaftliche Einrichtungen auf der ganzen Welt nach einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus, dass vor einigen Tagen in China ausbrach, wie die Deutsche Welle, Bayern 2, Zeit Online, das Handelsblatt, die Hessenschau und die Neue Züricher Zeitung berichten. Die Produkt-Entwicklungspartnerschaft Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (Cepi), finanziert unter anderem von der Bundesregierung und der Bill & Melinda Gates Stiftung, unterstütze ihrerseits Forschungsgruppen finanziell. In Deutschland forschen die Tübinger Biotechfirma Curevac sowie das Institut für Virologie der Universität Marburg an einem Impfstoff. Afrikanische Staaten bereiten sich ebenfalls auf eine drohende Ausbreitung der Lungenkrankheit auf dem Kontinent vor, wie die Deutsche Welle meldet. Im chinesischen Wuhan, Ausbruchsort des Coronavirus, studieren circa. 5.000 junge Afrikaner*innen, die das Virus in ihre Heimatländer verschleppen könnten. John Nkengasongo von der Seuchenschutzbehörde der Afrikanischen Union rechne fest damit, dass sich auch in Afrika Menschen infizieren. Die Überwachungssysteme zur Virusabwehr in den einzelnen Mitgliedsstaaten seien nun entscheidend. Zur Zeit der Ebola-Epidemie von 2014 bis 2016 in Westafrika haben afrikanische Staaten Frühwarnsysteme installiert. Im Gegensatz zu Ebola seien jedoch für eine zweifelsfreie Diagnose viele afrikanische Länder auf Labore in Südafrika angewiesen. Hinzu komme, dass auf dem Kontinent viele gefälschte oder minderwertige Medikamente im Umlauf sind, wie der Spiegel meldet. Die Länder Gambia, Ghana, Kongo-Brazzaville, Niger, Senegal, Togo und Uganda haben sich im Kampf gegen diese Bedrohung, die jährliche hunderttausende Menschenleben kostet, in der sogenannte „Lomé-Initiative“ zusammengetan.

2. 10 vergessene Krisen
Die Hilfsorganisation Care informiert in ihrem Bericht „Suffering In Silence“ über zehn globale Krisen, die im vergangenen Jahr kaum oder gar keine mediale Aufmerksamkeit erhalten haben, wie Focus Online, die Deutsche Welle, Deutschlandfunk Nova und das Domradio melden. Von den zehn humanitären Krisen seien rund 51 Millionen Menschen betroffen. Neun der zehn Krisen betreffen den afrikanischen Kontinent. Für den Bericht habe Care insgesamt rund 2,4 Millionen Online-Artikel in Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch ausgewertet. Einer der Hauptgründe für die mangelnde Aufmerksamkeit sei die fehlende geopolitische Bedeutung von Ländern wie Madagaskar, Zentralafrika oder Sambia. Darüber hinaus berichten viele Medien oft nur über Krisen, wenn diese auch Thema bei Leitmedien sind. Die mediale Aufmerksamkeit sei wichtig, denn die betroffenen Menschen werden durch die Katastrophe sowie die ausbleibende Berichterstattung und der damit verbundenen ausbleibenden Hilfe „doppelt bestraft“, so Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von Care Deutschland, im Interview mit dem Domradio. Care möchte neben den Medien auch die Öffentlichkeit und die Politik in die Pflicht nehmen, diese Krisen wahrzunehmen und entsprechend zu handeln.

3. Massaker in Burkina Faso
In Burkina Faso sind bei einem Massaker am Samstag rund 50 Menschen getötet worden, wie die Tageszeitung (taz), der Deutschlandfunk, evangelisch.de, der Standard, die Presse und der Neue Tag berichten. Nahe der Grenze zu Mali im Norden des Landes überfielen mutmaßlich islamistische Bewaffnete das Dorf Silgadji. Sie haben alle Bewohner*innen gezwungen sich zu versammeln, die Frauen von den Männern separiert und diese dann erschossen. Erst einen Tag später haben Überlebende die nahe Stadt Bourzanga erreicht. Die Angreifer haben die lokalen Mobilfunkantennen zerstört, weswegen der Überall erst jetzt bekannt geworden sei. Sie werden noch immer in der Region vermutet. Für Sicherheitskräfte sei es schwierig, die Lage vor Ort zu evaluieren, weil die Täter die Straßen und Zufahrtswege nach Silgadji vermimen. Burkina Faso belege den achten Platz auf der Liste der vergessenen Krisen, die Care in ihrem Bericht „Suffering In Silence“ kürzlich veröffentlichte. Seit 2015 verschärfe sich die Sicherheitslage in der Sahelzone zusehends.

 

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Warum gibt es jetzt auch noch den Welttag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten?

29. Januar 2020 - 11:26

Credit: Johanna Brinkel

Hier bloggt Johanna Brinkel vom Deutschen Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten. Sie arbeitet am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Sie koordiniert und betreut infektionsepidemiologische Studien in Afrika, zu ihren Schwerpunkten zählen Themen der Globalen Gesundheit, Digital Health und NTDs.

Neue Wege zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten

Victoriasee in Tansania, Credit: dntds

Kaum jemand in Deutschland weiß, dass mehr als 1 Milliarde Menschen weltweit unter vernachlässigten Tropenkrankheiten leiden.  Das ist jeder siebte Mensch. Betroffen sind von diesen sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten (im Englischen neglected tropical diseases, kurz NTDs) vor allem Menschen in armen Ländern der Tropen, insbesondere im südlichen Afrika, Südostasien und Südamerika. In diesen Ländern sind es wiederum die Ärmsten, die es trifft. Sie haben in der Regel keinen Zugang zu sauberem Wasser, Toiletten und medizinischer Behandlung. Sie wohnen oft dort, wo die Straße nicht mehr weiterführt.

Um mehr Aufmerksamkeit für diese Menschen zu schaffen, wird dieses Jahr am 30. Januar 2020 zum ersten Mal der Welttag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten gefeiert. Über 150 weltweite Netzwerke und Organisationen unterstützen den Tag.

Was sind vernachlässigte Tropenkrankheiten?

Auf einer Insel am Victoriasee, Credit: dntds

Überträger vernachlässigter Tropenkrankheiten sind häufig Mücken, aber auch verunreinigte Nahrungsmittel oder Tiere, die Menschen mit Krankheitserregern wie Bakterien, Viren oder Würmern anstecken. Die Krankheiten führen meist nicht unmittelbar zum Tod, sind aber für die betroffenen Menschen eine große Belastung. Kranke Kinder können oft nicht zur Schule gehen, kranke Frauen können bei der Geburt sterben, kranke Eltern nicht arbeiten. Es leidet die ganze Familie, wenn eine Person krank ist. Auch für die Länder stellen NTDs ein Problem dar, da kranke Menschen weniger arbeiten können und damit die gesamte Wirtschaft nicht so leistungsstark ist. Ein Kreislauf, der in immer tiefere Armut führt und durchbrochen werden muss.

Seit 2017 zählt die Weltgesundheitsorganisation 20 Erkrankungen zu den vernachlässigten und armutsassoziierten Tropenkrankheiten. Expert*innen gehen davon aus, dass diese Erkrankungen in den nächsten zehn Jahren eingedämmt werden und einige sogar ganz beseitigt werden könnten – wenn man mehr dagegen unternehmen würde.

Was wurde bisher gegen die vernachlässigten Tropenkrankheiten unternommen?

In einem Krankenhaus in Tansania, Credit: dntds

Anders als bei anderen Erkrankungen, gibt es für einige der vernachlässigten Tropenkrankheiten bereits Medikamente, mit denen den Menschen geholfen werden kann. Manche Pharmaunternehmen stellen diese sogar kostenfrei zur Verfügung. Dennoch sind weitere Entwicklungen für besser verträgliche und wirksame Medikamente sowie für gute diagnostische Möglichkeiten und vor allem für Impfungen dringend nötig. Zudem besteht das Problem, dass die Medikamente bisher nicht bei denen ankommen, die sie benötigen. Die Länder, in denen die meisten der Kranken leben, ignorieren oft das Problem oder sind einfach nicht in der Lage dafür zu sorgen. Das ist z.B. der Fall, wenn Krieg herrscht, oder keine Krankenschwestern oder Ärzt*innen in der Gegend leben. Deshalb müssen viele zusammenarbeiten: die jeweiligen Regierungen der Länder, in denen die Kranken leben, die Regierungen der Länder, die Geld genug haben, um zu helfen, Pharmaunternehmen, aber auch solche, die Medikamente transportieren, Entwicklungsorganisationen, Ärzt*innen, Tierärzt*innen und Wissenschaftler*innen sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Sauberes Wasser durch deutsche Hilfe in Tansania, Credit: dntds

In Deutschland arbeitet seit sechs Jahren ein Netzwerk aus Expert*innen der Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zusammen, setzt sich für mehr Beachtung dieser Krankheiten ein und engagiert sich besonders dafür, dass die Bundesregierung noch mehr gegen NTDs tut.

Was passiert 2020?

Weichen werden neu gestellt: In diesem Jahr findet zum ersten Mal ein Welttag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten statt. Das ist ein erster Hinweis, dass diesem Thema mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Im Mai wird die WHO einen neuen Fahrplan bis 2030 zur Bekämpfung der vernachlässigten Tropenkrankheiten veröffentlichen. Im Juni wollen sich in der ruandischen Hauptstadt Kigali Regierungen, Organisationen und Unternehmen verpflichten, diese Krankheiten gemeinsam zu bekämpfen. Manche hatten sich bereits vorher in der sogenannten ‚London Declaration‘ verpflichtet. Manche werden neu dazu kommen. Wir hoffen, dass auch die deutsche Regierung dieses Mal dabei sein wird.

Was wollen wir in Deutschland erreichen?

Viele Expert*innen in Deutschland wollen zusammen mit der Bundesregierung neue Ideen der Weltgesundheitsorganisation zur Umsetzung der Bekämpfung von NTDs unterstützen. Sie haben vor, in Kooperation mit der WHO und engagierten Ländern, in denen diese Krankheiten vorkommen, digitale Lösungen entwickeln, um erkrankte Menschen zu finden und gute Diagnosewerkzeuge zu erfinden.

Ein anderes Beispiel ist, dass die Bundesregierung bisher ein Bekämpfungsprogramm in Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo, Gabun, Tschad, Kongo, Zentralafrikanische Republik unterstützt. Dieses Programm könnte z. B. auch auf Westafrika ausgeweitet werden.

Auch die Entwicklung neuer Medikamente ist ein weiteres Instrument. Z.B. könnten, anstelle von Infusionen, die nur in Krankenhäusern gegeben werden können, Tabletten hergestellt werden, die einfacher zu den Menschen gelangen können, die sie benötigen. Oft sind Impfungen für Menschen oder Tiere bei vielen Erkrankungen das beste und einfachste Mittel, um diese zu verhindern.

Besonders wichtig ist es aber auch, dass die Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten in Programmen zur Wasserversorgung und Hygiene, in Ernährungs- oder in Gesundheitsprogrammen zu HIV/Aids oder Müttergesundheit integriert wird. Das hat bisher noch nicht richtig stattgefunden.

Für weitere Infos kannst du die Website des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten besuchen, Jan-Thilo Klimisch auf Twitter folgen oder den Feed ‘Uniting to Combat NTDs’ im Auge behalten.

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28. Januar 2020

28. Januar 2020 - 12:42

1. Senegals Präsident in Berlin: Licht und Schatten
Bundeskanzlerin Angela Merkel empfing gestern den senegalesischen Präsidenten Macky Sall in Berlin. Themen des bilateralen Gesprächs waren die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Senegal und Deutschland und deutschen Unternehmen sowie die kritische Sicherheitslage in der Sahelzone, wie zdf.de und evangelisch.de berichten. Merkel beschrieb den Senegal aufgrund seiner „dynamischen Entwicklung“ als „potenziell attraktiven Investitionsstandort für deutsche Unternehmen“. Senegal sei ein „Reformpartner“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Teil der G20-Initiative „Compact with Africa“. Im Rahmen dieser Initiativen wolle das Land Reformen durchführen und dürfe im Gegenzug auf Investitionen aus Deutschland und anderen G20-Staaten hoffen. Doch Senegal liege ebenfalls an der Grenze zur Sahelzone; deswegen warne Sall auch vor einer Ausbreitung des dortigen Terrorismus in die Nachbarländer. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) habe erst kürzlich vor der mangelnden Gesundheitssituation im Sahel gewarnt, wie die Zeit berichtet. Nun berichtet das UN-Kinderhilfswerk UNICEF, dass rund fünf Millionen Kinder in der Sahel-Region humanitäre Hilfe benötigten, wie neben der Zeit auch der Deutschlandfunk und der NDR melden. Zu den Gründen gehören „Anschläge, Entführungen und Zwangsrekrutierungen“, die auch zu Mord, Verstümmelung und sexuellem Missbrauch führen. 670.000 Kinder aus Mali, Burkina Faso und Niger seien laut UNICEF seit Anfang 2019 aus ihren Heimatorten vertrieben worden. Das Kinderhilfswerk benötige insgesamt 190 Millionen Euro, um ausreichend Hilfe in der Region bereitzustellen.

2. Schuldenkrisen spitzen sich unter Klimawandel zu
Tagesschau.de, der Deutschlandfunk, Neues Deutschland und das Domradio berichten über den Schuldenreport 2020 des katholischen Hilfswerks Misereor und dem Entschuldungs-Bündnis Erlassjahr.de – in dem auch ONE Mitträgerin ist – der die sich verschärfende Schuldenkrise der Länder des globalen Südes behandelt, welche durch den Klimawandel nur noch verstärkt wird. Der Bericht habe 154 Länder untersucht, deren gesamte Verschuldung sich auf rund 7,08 Billionen Euro beläuft. 124 von ihnen seien „kritisch verschuldet“, 60 Prozent der 124 Länder verzeichnen eine weitere Verschlechterung seit 2014. 19 Staaten haben Kreditrückzahlen ganz oder teilweise eingestellt. Diese Situation werde durch den Klimawandel und die daraus folgenden häufigeren Wetterextreme verstärkt. „Wirbelstürme, Starkregen und Dürren“ stellen „besondere Gefahr“ für die Menschen in hochverschuldeten Ländern dar, da diese Staate nicht liquide genug seien, um „schnelle und effektive Hilfe leisten zu können“, so Anika Schroeder, Klima-Expertin bei Misereor. Auch weil die Länder des globalen Südens, wie beispielsweise afrikanische Staaten, am wenigstens zur „Klimakrise“ beigetragen haben, fordern Erlassjahr.de und Misereor eine Entschuldungsinitiative, die für die betroffenen Länder nach einer Naturkatastrophe einen automatischen Stopp laufender Schuldenzahlungen bewirke. Danach müssten die Rückzahlungsforderungen neu verhandelt werden, so Schroeder im Interview mit dem Domradio.

3. Heuschrecken überfallen Ostafrika
Mehrere ostafrikanische Länder erleben zurzeit die „schwerste Heuschreckenplage in der Region seit 25 Jahren“, so die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, wie eine Vielzahl von Medien melden, darunter tagesschau.de, der Deutschlandfunk, die Deutsche Welle, FAZ.net, der Spiegel, t-online.de, Yahoo News, die Frankfurter Rundschau, die Rheinische Post und die Badische Zeitung. Die Auswirkungen auf die lokalen Ökosysteme in den betroffenen Länder, wie Kenia, Somalia, Äthiopien und Eritrea, seien dramatisch. Durch die bereits vorhandenen Nahrungsmittelunsicherheiten sowie der kritischen Sicherheitslage in Ostafrika drohten Hungersnöte. Der Klimawandel begünstige eine solche Schwarmbildung aufgrund zunehmender Niederschläge „im Bereich der südlichen Arabischen Halbinsel und des nördlichen Ostafrikas“ und somit sehr feuchter Phasen, so Axel Hochkirch, Biodiversitäts- und Insektenforscher im Interview mit dem Deutschlandfunk. Die FAO warne ebenfalls vor der im März einsetzenden Regenzeit, die die Zahl der Heuschrecken auf das Fünfhundertfache wachsen lassen könne. Somit drohe der komplette Verlust der Ernte. Um die Insekten aus der Luft mit Pestiziden zu bekämpfen habe die FAO von der internationalen Gemeinschaft 63 Millionen Euro gefordert.

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27. Januar 2020

27. Januar 2020 - 16:09

1. DR Kongo: Gemischte Bilanz nach dem ersten Amtsjahr des Präsidenten
Félix Tshisekedi ist seit einem Jahr Präsident der Demokratischen Republik Kongo. Die Bilanz seiner Amtszeit fällt in mehreren Medien zwiespältig aus. Die Tageszeitung (taz) thematisiert die Reiseaktivitäten des Präsidenten, der mit seinen Auslandsreisen – in seinem ersten Amtsjahr 39 Stück mit insgesamt über 200.000 Reisekilometer – für ausländische Investitionen in der DR Kongo werben möchte. Die kongolesische Bürgerrechtsbewegung La Lucha kritisiere, dass die erhoffte Wirkung der Reisen bisher allerdings nicht eingetreten sei und landesweite Korruption und das unsichere Investitionsumfeld potenzielle Investor*innen abschrecke. Darüber hinaus berichtet die taz über die Probleme beim Bau des neuen Wasserkraftwerks Inga III, das die DR Kongo seit Jahrzehnten plant, aber bei dem nun die verantwortlichen Bauunternehmen und Investor*innen abgesprungen seien. Der Focus und die Deutsche Welle beschreiben, wie die Bevölkerung der DR Kongo Anfang 2019 „große Hoffnungen auf Veränderungen“ in Tshisekedi gesetzt habe, mittlerweile aber enttäuscht sei. Der ehemalige Langzeitherrscher Joseph Kabila habe weiterhin großen Einfluss auf die nationale Politik, auch Korruption sei weiterhin alltäglich. Positiven Maßnahmen wie kostenlose Grundschulbildung stehe Vernachlässigung der instabilen Provinzen im Osten des Landes gegenüber, die von militärischen Konflikten und Krankheiten betroffen seien.

2. „Luanda Leaks“: Dos Santos verteidigt sich
Isabel dos Santos, Unternehmerin und Tochter des ehemaligen angolanischen Präsidenten José Eduardo dos Santos, der „Korruption in Milliarden-Höhe“ vorgeworfen wird, verteidigt sich nun gegen die Vorwürfe wie die Frankfurter Rundschau (FR) berichtet. Dies seien „politisch motivierte Verleumdungskampagnen,“ wegen derer sie nun den angolanischen Staat verklagen wolle. Als Geschäftsfrau habe sie sich immer im rechtlichen Rahmen bewegt, zehntausende Arbeitsplätze geschaffen und hunderte Millionen US-Dollar an Steuern bezahlt, so dos Santos laut FR. Des Weiteren führe sie als Gegenbeweis an, dass die Rechnungsprüfer*innen von PricewaterhouseCoopers (PwC) die Rechtmäßigkeit ihrer Geschäfte bestätigt hätten. Gleichzeitig stehe PwC jedoch unter Verdacht, dos Santos bei der Geldwäsche geholfen zu haben. Seit Ende der Präsidentschaft ihres Vaters im Jahr 2017, ermittele der angolanische Staat gegen die Unternehmerin wegen illegaler Bereicherung. Die Veröffentlichungen der „Luanda Leaks“ des Internationalen Konsortiums Investigativer Journalisten (ICIJ) vor einer Woche brachten die Korruptionsvorwürfe der früheren angolanischen Präsidentenfamilie an die Öffentlichkeit. Am vergangenen Mittwoch wurde ein Manager der portugiesischen Bank Eurobic, an der dos Santos 42,5 Prozent Anteile hielt, tot aufgefunden. Am Mittwoch habe Angola gegen dos Santos und diesen Mitarbeiter Anklage wegen Unterschlagung erhoben, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Welt und web.de melden. Es sei noch unklar, ob es sich um einen Suizid oder Tod mit Fremdeinwirkung handele.

3. Uganda: Generationenkonflikt macht Langzeitpräsident Druck
Simone Schlindwein thematisiert in der Tageszeitung (taz) die Präsidentschaft von Ugandas Langzeitherrscher Yoweri Museveni. Nachdem Museveni die Verfassung ändern ließ und sowohl die Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten sowie dessen vorgeschriebenes Höchstalter abschaffte, regiere er seit nun mittlerweile 34 Jahren über „alle politischen, militärischen und juristischen Institutionen“. 2021 stehen neue Präsidentschaftswahlen an, bei denen Museveni wieder nominiert geworden sei. Ebenfalls nominiert seien Bobi Wine und Kizza Besigye, ehemals Partner innerhalb der Partei Forum für Demokratischer Wandel (FDC), aber mittlerweile Wahlkampfgegner. Schlindwein schreibt in der taz, dass der 37-jährige Musiker und Jungpolitiker Wine mittlerweile selbst Kopf der Bewegung ‚People Power‘ sei. Aufgrund seiner Herkunft aus armen Verhältnissen und der Zugehörigkeit zur Ethnie der Baganda sei er insbesondere bei der Jugend des Landes als „Ghetto-Präsident“ beliebt. Der Bewegung, deren Markenzeichen, rote Mützen, mittlerweile von Präsident Museveni verboten wurde, habe derzeit jedoch in der Mittelschicht keine breite Unterstützung. Der Ausgang der 2021 anstehenden Präsidentschaftswahlen bleibe somit weiterhin ungewiss.

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24. Januar 2020

24. Januar 2020 - 12:34

1. TI: Zwei Drittel der Welt „korrupt“
Viele Medien thematisieren den Korruptionswahrnehmungsindex der Nichtregierungsorganisation Transparency International (TI), der gestern in Berlin vorgestellt wurde, darunter Tagesschau.de, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Welt, Focus Online, Zeit Online, Deutschlandfunk und die Deutsche Welle. Ganz oben auf der Rangliste stehen Dänemark und Neuseeland. Deutschland landet mit 80 von 100 möglichen Punkten auf Platz neun. Allerdings rutschen mit den USA, Frankreich, Großbritannien und Kanada vier der G7-Länder im Ranking ab. Zwei Drittel aller untersuchten Länder erzielen einen Score von unter 50 Punkten und gelten damit als korrupt. Am grassierendsten sei die Korruption in Jemen, Syrien und Somalia. Es gebe einen deutlichen „Zusammenhang zwischen Korruption und Instabilität“. Insgesamt schneide Subsahara-Afrika am schlechtesten ab. Einer der Hauptgründe sei die einseitige Nutzung des Rohstoffreichtums. Ausländiche Unternehmen investieren ihre Gewinne nicht vor Ort und es stehen kaum Mittel bereit für die Bekämpfung von Korruption. Für Deutschland fordere TI die Einführung eines Lobby-Registers sowie eine transparente Parteienfinanzierung. Auch das Sponsoring bei Parteitagen sei „kritisch“.

2. Davos: Merkel verkündet Zusage für Gavi
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte beim Weltwirtschaftsforum der Impafallianz Gavi 600 Millionen Euro für die Arbeit in den kommenden fünf Jahren zu. Das berichten mehrere Medien, darunter das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), FAZ.net, Focus Online, Yahoo News und das Ärzteblatt. Mit den Mitteln ermögliche Gavi insbesondere Kindern in Entwicklungsländern den Zugang zu Impfungen. Bis 2018 seien durch Gavis Unterstützung bereits 760 Millionen Kinder geimpft worden. Dadurch habe man bereits 13 Millionen Leben schützen können, so Gavi. Auch Entwicklungsminister Gerd Müller strich Gavis Erfolge im Kampf gegen vermeidbare Krankheiten wie Polio, Masern und Durchfallerkrankungen hervor. Deutsche Entwicklungsorganisationen fordern allerdings genauso wie Gavi-Geschäftsführer Dr. Seth Berkley eine Erhöhung des deutschen Beitrags auf 700 Millionen Euro. Der verkündete Beitrag stehe für ein „Weiter so“. Bereits bei der letzten Finanzierungskonferenz 2015 habe Deutschland der Impfafllianz für die aktuellen Fünfjahrespersiode 600 Millionen Euro zugesagt. Bei der anstehenden Finanzierungskonferenz für die Jahre 2021-2025 benötige Gavi mindestens 7,4 Milliarden US-Dollar seitens der Geber.

3. Nigeria: Tote durch Lassafieber
Wie unter anderem Focus Online, der Bonner General-Anzeiger, die Freie Presse, der Deutschlandfunk, melden, sind in Nigeria seit Jahresbeginn 24 Menschen an Lassafieber gestorben. In den erstren drei Wochen des Jahres seien über 160 Fälle der Fieberkrankheit bestätigt worden. Die Zahl der Toten könne weiter steigen. Laut dem Robert-Koch-Institut stecken sich jährlich rund 300.000 Menschen in Westafrika mit dem Lassafieber an. 80 Prozent der Infizierten zeigen jedoch keine Symptome.

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23. Januar 2020

23. Januar 2020 - 14:33

1. Corona-Ausbruch in China: Impfstoff kommt 2021
Nachdem in China eine neue Lungenkrankheit ausgebrochen war, wird bereits an einem entsprechenden Impfstoff gearbeitet, der bereits 2021 verfügbar sein soll, wie zdf.de, die Welt, die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online, n-tv.de, der Focus, Wirtschaftswoche.de, das Ärzteblatt, stern.de, und die Rhein-Neckar-Zeitung melden. Bei über 570 Menschen sei das sogenannte Corona-Virus nachgewiesen worden, darunter 95 schwere Fälle. China habe den Ausbruchsherd der Krankheit, die Stadt Wuhan, mittlerweile abgeriegelt, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Trotz der rasanten Zunahme nachgewiesener Infektionen, unter anderem in Taiwan, Japan, Südkorea, Thailand und den USA, habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch keine “gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite” ausgerufen. Der Epidemiologe und Präsident der Impfallianz Gavi, Seth Berkley, äußerte sich optimistisch, dass das Genom des Virus sequenziert sei und mehreren Forschungseinrichtungen auf der Welt bereits an einem Impfstoff forschen. Darüber hinaus sei ein Impfstoff gegen Coronaviren leichter zu entwickeln als einer gegen Krankheiten wie HIV oder Malaria. Dennoch werde es „bis zu ersten klinischen Versuchen Monate dauern“ und bis zur ersten Anwendung „mindestens ein Jahr“, so Berkley. Für die diesjährige Wiederauffüllungskonferenz benötige Gavi von der Bundesregierung 700 Millionen Euro „um den Schutz von Kindern und den vereinfachten Zugang zu Impfungen in Entwicklungsländern auszubauen“.

2. Angola: Korrupter Ölberater bleibt strafreich
Pedro Agosto thematisiert in der Tageszeitung (taz), dass die Vorgänge illegaler Bereicherung in Angola über die Informationen, die mit den sogenannten „Luanda Leaks“ veröffentlicht wurden, hinausgehen. Diese Woche habe ein globales Recherchekonsortium von über 120 Journalist*innen ein Datenkonvolut aus unternehmensinternen Dokumenten ausgewertet. Dies habe ergeben, dass Isabel dos Santos, Tochter des ehemaligen Präsidenten Angolas und mutmaßlich reichste Frau Afrikas, in ein „Schema der Aneignung öffentlicher Gelder“ verwickelt sei. Angolas Justiz habe nach Ende der Präsidentschaft von Präsident José Eduardo dos Santos 2017 angefangen, die Unternehmerin wegen Korruption und illegaler Bereicherung strafrechtlich zu verfolgen. Manuel Vicente, ehemaliger Vizepräsident unter Präsident dos Santos, sei jedoch ebenfalls in kriminelle Aktivitäten verwickelt. Da Vicente jedoch Kenntnisse über sämtliche Staatsgeheimnisse besitze und auch für die erfolgreiche Akquirierung chinesischen Kapitals für Angola verantwortlich sei, sei er für den amtierenden Präsidenten João Lourenço „unantastbar“. Portugal habe 2017 sogar versucht Vicente wegen versuchter Bestechung eines Richters vor Gericht zu stellen, dann jedoch das Verfahren nach Angola übertragen, wo es ohne Konsequenzen für Vicente ausging. Vicente, selbst der reichste Mann im südlichen Afrika, sei mittlerweile „Ölberater des Präsidenten“.

3. Burkina Faso bewaffnet Bevölkerung
Nachdem vor einigen Tagen im Norden Burkina Fasos 36 Menschen bei zwei Anschlägen getötet wurden, plant das burkinische Parlament eine Kollaboration von Sicherheitskräften und Zivilist*innen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung und evangelisch.de berichtet. Präsident Roch Kaboré habe gestern eine zweitägige Staatstrauer ausgerufen, während das Parlament ein Gesetz beschloss, Partisan*innen im Kampf gegen Terrorist*innen mit Waffen auszustatten. Diesen sollen nach einem zweiwöchigen Training leichte Waffen erhalten und das überforderte Militär im seit 2018 ausgerufenen Ausnahmezustand unterstützen. Seit 2015 „schwappt“ islamistischer Terrorismus aus Nachbarländern wie Mali in die ehemals „afrikanische Musterdemokratie“ Nach Angaben der Vereinten Nationen haben im vergangenen Jahr Terroristen circa 2.000 Menschen im Land getötet – im Jahr 2017 waren es 80 Opfer. Insgesamt spitze sich die Sicherheitslage in der Sahelzone immer weiter zu und der Einfluss islamistischer Radikalisierung wachse. Kürzlich wurde in Nigeria ein christlicher Pfarrer bei einem Angriff der Terrorgruppe Boko Haram entführt und dann ermordet, wie die Welt meldet. Allerdings könne die Bekämpfung der terroristischen Gruppen untereinander dem Kampf gegen den Terror in die Hände spielen.

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22. Januar 2020

22. Januar 2020 - 12:21

1. Davos: NGOs fordern mehr Geld für Impfungen
Zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums (WEF) im schweizerischen Davos fordern acht deutsche Entwicklungsorganisationen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, 700 Millionen Euro für die Impfallianz Gavi bereitzustellen, wie unter anderem Welt Online , Yahoo News, das Deutsche Ärzteblatt und die ÄrzteZeitung berichten. Um seine Arbeit in den kommenden fünf Jahren fortsetzen zu können, benötige Gavi bei der Londoner Wiederauffüllungskonferenz Anfang Juni dieses Jahres mindestens 7.4 Milliarden US-Dollar. Damit könne sie auch in abgelegenen und konfliktstarken Regionen gegen Infektionskrankheiten kämpfen. Gavis Präsident, Dr. Seth Berkley, thematisiert in einem Gastbeitrag im Manager Magazin die langfristigen Vorteile von Impfungen für die Gesundheit und die Wirtschaft. Nach Angaben des International Vaccine Access Center rentiere sich jeder in Impfprogramme investierte US-Dollar mit insgesamt 54 US-Dollar in Form von „eingesparten Gesundheitskosten, krankheitsbedingten Lohnausfällen und Produktivitätseinbußen“ sowie den „gesellschaftlichen Nutzen eines längeren und gesünderen Lebens“. Vor allem Regierungen von Schwellen- und Entwicklungsländern haben erkannt, wie wichtig die Investition in Impfungen für ein „gesunde, wirtschaftlich nachhaltig solide Gesellschaft“ sei. Auf dem WEF riefen darüber hinaus mehrere junge Aktivist*innen die Politik dazu auf, der Wissenschaft mehr Gehör zu schenken, wie die Welt, die Süddeutsche Zeitung, stern.de, die Kölnische Rundschau und die Schweriner Volkszeitung berichten. Die 18-jährige Natasha Mwansa aus Sambia habe in einer Podiumsdiskussion auf die Arbeit der Aktivist*innen in ihren Heimatländern hingewiesen. Von der Politik erwarte sie konkrete Maßnahmen und keine Reden.

2. Afrika ohne Netz
Beschädigte Unterseekabel vor der afrikanischen Westküste haben in Afrika zu starken Internet-Problemen geführt, wie die Bild, t-online.de und der Standard melden. Zwei Internet-Kabel im Atlantischen Ozean seien vergangenen Donnerstag vor der afrikanischen Westküste beschädigt worden. Dies habe zu massiven Internet-Störungen auf dem gesamten Kontinent geführt. In Südafrika, Botswana, Kamerun und Ghana erhielten Nutzer*innen Warnungen, dass das Internet ganz oder teilweise beeinträchtigt sei. Ein Schiff solle bald aus dem südafrikanischen Kapstadt ablegen, um die Kabelschäden zu beheben. Die Abfahrt hatte sich allerdings aufgrund von zu starkem Wind zuletzt verzögert.

3. Steigende Kakaopreise gegen Armut
Kerstin Papon thematisiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung steigende Kakaopreise auf dem Weltmarkt sowie die Auswirkungen auf den Lebensstandard von afrikanischen Kakaobäuer*innen. Die größten Kakao-produzierenden Länder Elfenbeinküste und Ghana haben aufgrund von Sorgen um die kommende Zwischenernten einen höheren Kakaopreis festgelegt. Der Klimawandel begünstige starke Regenfälle und lange Dürreperioden, was verheerende Auswirkungen auf die Ernte habe. Auf den erhöhten Terminpreis komme nun auch noch eine Prämie von 400 US-Dollar, die „die Einkommenssituation und Lebensqualität der Bauern“ verbessern solle. Globale Schokoladenproduzenten wie Barry Callebaut, Nestlé, Mars und Ritter Sport unterstützen den „‘Living Income‘-Aufschlag“.

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5 Fragen zu Geschlechtergerechtigkeit an Schauspielerin und langjährige ONE-Unterstützerin Katja Riemann

22. Januar 2020 - 10:35

Katja Riemann, eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen, setzt sich schon seit Jahren tatkräftig für die Ziele von ONE ein. Insbesondere im Rahmen der Kampagne ‘Armut ist sexistisch’ macht sie sich für die Rechte von Frauen und Mädchen stark und spricht sich gegen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten in der Welt aus. Deshalb freuen wir uns besonders, ihr zu Beginn des neuen Jahrzehnts – quasi auf der Zielgeraden zum Erreichen der Nachhaltigen Entwicklungsziele – unsere 5 Fragen zu Feminismus stellen zu können. 

Photo Credit: Mirjam Knickriem

Warum brauchen wir im Jahr 2020 Feminismus?

Weil wir in den Jahren 0 bis ins 20. Jahrhundert hinein ohne Feminismus auskommen mussten, was unterm Strich niemandem gut getan hat.

Welche/r Politiker*in ist in der Lage wirkliche Veränderungen für Frauen und Mädchen weltweit zu bewirken?

Ich kenne nun wirklich nicht alle Politiker weltweit, aber wenn eines Tages Michelle Obama oder Alexandria Ocasio-Cortez erste Präsidentin der USA werden, wären sie vielleicht in der Position weltweit etwas zu bewirken. Oder falls Chimamanda Adichie beabsichtigen sollte, in die Politik zu gehen. Ich glaube, die Frage ist nicht: Wer bewirkt wirkliche Veränderung? Denn alles ist gelegt, um etwas zu ändern, es ist da, es gibt nur so viele Einflüsse und Lobbyisten, Korruption, Diktatoren, Parteien und Bewegungen, die diese aufhalten und verhindern.

Was kann die deutsche Regierung Ihrer Meinung nach tun, um die Situation von Frauen und Mädchen zu verbessern?

Ich glaube, dass wir es sind, die etwas tun müssen, wir einzelnen Männer und Frauen. Die Abgabe der Verantwortlichkeit für sein eigenes Leben an die Macher des demokratischen Staates ist eine sehr bequeme Position, aus der heraus es sich immer gut über die anderen schimpfen lässt und das eigene Licht macht man ganz klein, um möglichst keine Verantwortung zu übernehmen. Deutschland ist sehr verschieden. Über welches Deutschland sprechen wir? Das in der Stadt oder auf dem Land, im Osten oder Westen, mit oder ohne Vater, mit oder ohne Ausbildung? Mann oder Frau? Wähler oder nicht Wähler? Zyniker oder nicht?

Die Quote ist sicherlich ein guter Start, um jungen Frauen Motivation zu geben, sich zu trauen. Die #metoo Kampagne hat einiges bewegt, zumindest stehe ich unter dem Eindruck, dass in amerikanischen und englischen Produktionen dadurch etwas passiert ist, in Sachen Besetzung, auch wenn im letzten Jahr von 266 Hollywood-Produktionen es lediglich sechs weibliche dops, also Directors of photography, also Kamerafrauen gab. Wir brauchen die Vorbilder für die nächste Generation. Ich bemühe mich, eines zu sein oder zu werden. Aber man muss dazu nicht prominent sein, um als Vorbild zu fungieren. In jeder Familie oder jedem Unternehmen, jedem Job ist das möglich. Ganz sicherlich hilft Respekt. Das gegenseitige Beschimpfen und die aufbrausende Empörungskultur, die mit Herablassung, Abwertung und Voreingenommenheiten bzw. Vorurteilen daherkommt, ist nicht hilfreich, um nachhaltig etwas in Sachen Geschlechtergerechtigkeit zu bewegen. Vor Kurzem sah ich eine Übersicht der Top 10 Länder, in denen für Geschlechtergerechtigkeit am meisten erreicht wurde. Da stehen, nicht überraschenderweise, die skandinavischen Länder ganz vorn. Island, Norwegen, Finnland, Schweden. Aber dann ist da auch Spanien darunter und auf Platz 10 Deutschland. Da habe ich mich wirklich gefreut, denn in Island gibt es eine Bevölkerung von 350.000 und in Deutschland von fast 84 Millionen Menschen.

Was Politik aber gestalten könnte, wäre vielleicht die Einführung eines Datums, ab dem Männer und Frauen in Deutschland für dieselbe Arbeit auch dasselbe Geld erhalten. Utopisch? Bleibt die Frage, wie sich die Situation von Frauen und Mädchen in Asien und Afrika langfristig verändert…

Was ist Ihr erster Ratschlag für Menschen, die sich für Frauen und Mädchen weltweit einsetzen?

Na, die sich einsetzen, denen muss man ja nichts mehr raten, die haben sich ja schon was ausgedacht. Alle anderen könnten damit anfangen, sich mal einen Überblick über die weltweite (!) Situation von Mädchen und Frauen zu verschaffen. Ist numerisch immerhin die Majorität, befürchte ich. Ich glaube daran, dass menschenrechtliche Arbeit immer mit einem Bewusstsein beginnt.

Wir stehen noch vor einem langen Weg, bis wir Geschlechtergerechtigkeit erreicht haben. Was ist Ihrer Meinung nach der erste Schritt, um alle Barrieren für Frauen und Mädchen zu beseitigen?

Wir müssen aufhören, Kriege zu führen, das führt doch nirgendwo hin. Die Dollar, die dafür verbrannt werden, wären woanders viel besser und konstruktiver aufbewahrt. Männer und Frauen könnten sich gegenseitig respektieren, das kann ja wohl nicht so schwer sein. Der Frauenhass ist aber in den monotheistischen Gottesbüchern verankert. Die müsste man vielleicht neu schreiben, wie wäre das denn, als erster Schritt.
Und ich glaube, es ist sinnvoll, miteinander zu sprechen, sich zu beziehen, zuzuhören, ohne gleich auszuflippen. Sich zu öffnen, bestehende Voreingenommenheiten zu eleminieren, beidseitig. Wenn wir uns auf die human rights declaration beziehen würden, dann ist das wahrscheinlich der erste beste Schritt, da steht alles drin.

Du möchtest mehr zu Katja Riemanns Engagement erfahren? Über ihren Instagram-Account kannst du auf dem Laufenden bleiben oder auf ihrer Website vorbeischauen.

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21. Januar 2020

21. Januar 2020 - 14:05

1. Angola: „Luanda Leaks“ decken Korruption auf
Ein internationales Recherchenetzwerk mit Beteiligung der Süddeutschen Zeitung und der ARD hat unlautere Bereicherung bei Isabel dos Santos aufgedeckt, der Tochter des ehemaligen Präsidenten Angolas José Eduardo dos Santos. Darüber berichten viele Medien, darunter tagesschau.de, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Deutsche Welle, das Redaktionsnetzwerk Deutschland, der Tagesspiegel, der Bayrische Rundfunk, der Focus, die Mittelbayrische Zeitung, der Kölner Stadt Anzeiger, Euronews und der Weser Kurier. Die mutmaßlich „reichste Frau Afrikas“ solle sich mit Hilfe ihres Vaters und mit finanzieller Unterstützung aus dem Ausland stark bereichert haben, wie die sogenannten „Luanda Leaks“ nahelegen. Weltweit haben über 120 Journalist*innen Datensätze aus hunderttausenden Verträgen, E-Mails und Memos ausgewertet, die der afrikanischen Whistleblower-Plattform PPLAAF zugespielt worden seien. Dos Santos habe durch den Einfluss ihres Vaters mehr als eine Milliarde US-Dollar akquirieren und ein Firmenimperium von 400 Unternehmen aufbauen können. Weitere fragwürdige Geschäfte seien auch mit deutscher Beteiligung geschehen. So sei die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Kredit am Kauf deutscher Brauerei- und Abfüllanlagen beteiligt. Nach Ende der Amtszeit von Präsident dos Santos 2017 habe sein Nachfolger João Lourenço teilweise begonnen, die Korruption unter seinem Vorgänger aufzuarbeiten und dessen Tochter strafrechtlich zu verfolgen.

2. Unicef: Mädchen oft von Bildung ausgeschlossen
Das UN-Kinderhilfswerk Unicef kritisiert in einer aktuellen Studie, dass Millionen von Kindern der Zugang zu Bildung versperrt wird, insbesondere Mädchen, wie der Spiegel meldet. Jedes dritte Mädchen aus einem extrem armen Haushalt habe nie eine Schule besucht, so der Bericht. Neben der Armut kommen Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Behinderung, ethnischer Herkunft oder Unterrichtssprache hinzu. Weitere Hürden seien die geographische Distanz zur Schule sowie mangelnde Infrastruktur. Die Studie habe zudem die Bildungsausgaben von 42 Ländern untersucht, mit ernüchterndem Ergebnis: Überall auf der Welt kommen öffentlichen Ausgaben insbesondere Kindern aus wohlhabenden Haushalten zu Gute. Diese erhalten beispielsweise in Guinea oder der Zentralafrikanischen Republik neunmal so viel finanzielle Unterstützung wie Kinder, die am stärksten von Armut betroffen sind. Im Gegensatz dazu werden auf Barbados oder in skandinavischen Ländern die öffentlichen Bildungsausgaben weitestgehend gerecht zwischen Kindern aus armen und wohlhabenderen Verhältnissen verteilt. Eine gleichmäßige Verteilung sei wichtig für die sozialen Aufstiegschancen aller Kinder, wie auch Zeit Online und zdf.de berichten.

3. Äthiopien: Megastaudamm kommt
Kerstin Kullmann kommentiert im Spiegel den Bau des Megastaudammes Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) in Äthiopien. Das Riesenbauwerk solle dieses Jahr in Betrieb genommen werden und mit circa 6.000 Megawatt Leistung mehr als die Hälfte der äthiopischen Bevölkerung mit Strom versorgen. Zu diesem Zweck soll ein Stausee am Oberlauf des Blauen Nils entstehen. Ein solcher Eingriff in den Verlauf des Nils habe Auswirkungen für das flussabwärts gelegene Ägypten und den Sudan. Kullmann kritisiert das Bauvorhaben, da auf Seiten der Wissenschaft bereits mehrfach auf die verehrenden Auswirkungen von Riesenstaudämmen auf Menschen und Natur hingewiesen worden sei. Nachdem Ägypten des Megabauwerk jahrelang als existenzielle Bedrohung betrachtet habe, deuten Verhandlungen in Washington auf eine Einigung zwischen den Konfliktparteien hin, wie der ORF und die Neue Züricher Zeitung berichten. Ein neues Abkommen zwischen Ägypten, Äthiopien und dem Sudan lege einen neuen Zeitraum zur Befüllung des Stausees fest, die bereits in der kommenden Regensaison begonnen werde. Auf mögliche Dürreauswirkungen in Ägypten und im Sudan soll besondere Rücksicht genommen werden.

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20. Januar 2020

20. Januar 2020 - 16:45

1. Durchbruch: Friedensplan für Libyen steht
Viele Medien, darunter tagesschau.de, zdf.de, die Welt, Zeit Online, Spiegel, die Süddeutsche Zeitung, der Deutschlandfunk, t-online.de und die Berliner Zeitung, berichten über den internationalen Libyen-Gipfel, der gestern auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin stattgefunden hat. Ausschlaggebend für das Zusammentreffen von zwölfs Staats- und Regierungschef*innen sowie Vertreter*innen der Afrikanischen und Arabischen Union sei die Eskalation des militärischen Konflikts in Libyen zwischen dem Premier der Einheitsregierung, Fajis al-Sarradsch, und dem General Chalifa Haftar. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der russische Präsident Wladimir Putin hatten zuvor vergeblich versucht, die Konfliktparteien zu einem Waffenstillstand zu bewegen. Auch wenn al-Sarradsch und Haftar ebenfalls vor Ort gewesen, haben sie ein Aufeinandertreffen vermieden. Dennoch haben die Konferenzteilnehmer*innen einen 55 Punkte-Plan erarbeitet. Darin sollen die zerstrittenen Parteien in einen Dialog treten und Schritt für Schritt die Konflikte abarbeiten. Anderen Groß- und Regionalmächte verpflichteten sich darüber hinaus zu einem Waffenembargo. Dessen Einhaltung werde allerdings von Expert*innen als unrealistisch bezeichnet.

2. Oxfam-Studie: Frauen am stärksten von Ungleichheit betroffen
Die ungleiche Verteilung von Vermögen nimmt weltweit zu und schadet vor allem Frauen, wie eine Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam nahelegt. Diese thematisieren unter anderem tagesschau.de, der Deutschlandfunk, die Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Zeit Online, der Tagesspiegel, die Tageszeitung (taz), n-tv.de, t-online.de, die Rheinische Post, die Wirtschaftswoche und der Standard. Der Oxfam-Bericht „Time to Care“, der pünktlich zu Beginn der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos erschienen ist, stelle fest, dass einem Prozent der Weltbevölkerung 45 Prozent des globalen Vermögens gehöre. Somit verfügen die 162 reichsten Milliardäre über mehr Reichtum als 4,6 Milliarden Menschen. Frauen und Mädchen seien besonders durch die von Oxfam identifizierte „Ungleichheitskrise“ betroffen. Durch geringeren Verdienst und weniger Vermögen seien sie häufiger von Armut betroffen als Männer. Eine Ursache für die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen sei insbesondere die unbezahlte Pflegearbeit, die zumeist von Frauen verrichtet werde. Frauen verrichten durchschnittlich 1,5 Stunden mehr unbezahlte Pflege- und Fürsorge-Arbeit als Männer. Oxfam fordere Investitionen in öffentliche Infrastruktur zur Entlastung von unbezahlter Care-Arbeit sowie eine gerechte Verteilung des weltweiten Vermögens. Bisher werden „Reiche und Super-Eliten“ begünstigt, beispielsweise durch zu geringe Steuersätze, so Amitabh Behar von Oxfam International.

3. Afrika: Krankheit Korruption
Philip Plickert thematisiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die fehlende „Good Governance“ vieler afrikanischen Länder insbesondere hinsichtlich staatsnaher Unternehmen. Während hunderte Millionen Menschen in Afrika in extremer Armut leben müssen, teilen korrupte Eliten die Gewinne aus der Rohstoffförderung unter sich auf. Dieses sogenannte „Rent seeking“ sei beispielsweise in Ländern wie Angola, Südafrika und Nigeria sichtbar. Der Kampf um die Verteilung der Rohstoffe und der daraus resultierenden Gewinne führe auch zu Bürgerkiegen, wie in der Demokratischen Republik Kongo. Allein Botswana steche als positives Beispiel hervor, da die Erträge aus der Diamantindustrie zurück in öffentliche Infrastruktur und humanitäre Versorgung investiert werden. Die EU müsse bei den diesjährigen Verhandlungen um einen neuen EU-Afrika-Vertrag „Good Goovernance“ von den Regierungen einfordern und „im Gegenzug großzügigen Handelszugang gewähren“.

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Den Kampf gegen Aids unterstützen – und die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 einhalten

20. Januar 2020 - 16:03

Agnes Nyamayarwo ist eine Krankenschwester aus Uganda und die Hauptkoordinatorin des Mulago Positive Women’s Network. Als sie feststellte, dass ihr Ehemann sie mit dem HI-Virus infiziert hatte, hatte sie das Virus bereits unwissentlich an ihren Sohn übertragen. Christopher starb mit 6 Jahren an Aids. ONE-Mitgründer Bono war von Agnes’ stillem Kampf gegen die Krankheit und ihrer Tapferkeit beeindruckt. So wurde Agnes zu einer der internationalen starken Stimmen von ONE und kämpft seitdem Seite an Seite mit Bono und anderen gegen HIV/Aids.   

ONE-Mitgründer Jamie Drummond ist seit mehr als 20 Jahren einer der engagiertesten Aktivist*innen im Kampf gegen HIV/Aids. Sein herausragender „Faktivismus“, wie Bono es beschrieb, wurde 2019 mit dem ‚World Without Aids Award‘ der Deutschen Aids-Stiftung ausgezeichnet. Bei der feierlichen Operngala in Berlin fand die Preisverleihung durch Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn und den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, statt. Mit einer bewegenden Rede nahm Drummond diese Auszeichnung entgegen. Er hob sowohl große Erfolge als auch die Herausforderungen hervor, die im Kampf gegen die Krankheit noch bevorstehen. Ihr findet Auszüge dieser Rede hier.

Möglichkeiten in Aktivismus verwandeln

Vor beinahe zwanzig Jahren trafen Agnes und ich uns das erste Mal in Kampala, Uganda. Das war der Anfang unseres gemeinsamen Engagements gegen HIV/Aids. Damals starben täglich ungefähr 4500 Menschen… Es war furchtbar, viele hatten die Hoffnung verloren. Seitdem konnte diese Zahl dank einer historischen Partnerschaft zwischen Aktivist*innen, dem privaten Sektor und Regierungen halbiert werden – Preise für Medikamente sanken und Gesundheitspersonal wurde unterstützt, um wirklich jede*n Bedürftige*n zu erreichen. 2023 werden durch Aids verursachten Tode abermals um die Hälfte gesunken sein, laut des Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria auf 1.100 Menschen am Tag. Gelingt es uns, die globalen Geber für diese notwendige Reduktionsrate zur Verantwortung zu ziehen und dabei nicht nachzugeben, ist eine Welt, in der kein Mensch an Aids sterben muss, bis 2030 möglich. 

Eine großartige Aussicht, oder? Jetzt geht es darum, wie wir sie realisieren können. Wir müssen eine  Partnerschaft auf die Beine stellen, die noch mehr für die Menschen und den Planeten erreichen kann.

Weshalb Aids ein Thema globaler Wichtigkeit bleibt

Die erste Gefahr ist eine ‚Aids-Apathie‘. Neulich, auf der ‘World Without Aids’-Gala in Berlin, kamen wir mit einem deutschen Prominenten ins Gespräch. Er gab offen zu, dass viele seiner Freunde der Ansicht waren, Aids wäre nicht länger ein „cooles“ Thema, für das man sich stark macht. Sein Argument war, dass andere Herausforderungen – wie der Klimawandel und Menschenrechte – heutzutage wichtiger erscheinen. Diese Ansicht ist weit verbreitet. Und natürlich sind all diese Themen unglaublich wichtig und müssen von uns allen auf der Welt gemeinschaftlich angegangen werden.

Deshalb sind auch die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung so wichtig – sie vereinen all diese Themen in sich und geben darüber hinaus konkrete Finanzierungsrichtlinien. Jetzt ist es wichtig, dass die Menschen, die sich engagiert für den Klimaschutz einsetzen, ebenso engagiert an vorderster Front gegen vermeidbare Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria kämpfen. Denn solcher Einsatz kann unzählige Tode durch beide Ursachen vermeiden. Auf keinen Fall dürfen wir zulassen, dass Menschen an todbringenden Krankheiten wie Aids das Interesse verlieren. Denn dadurch würden wir zulassen, dass sie zu Modeerscheinungen werden, die man verwirft, wenn sie nicht mehr spannend sind. Den Kampf gegen die Krankheit würden wir dann nicht nur verlieren, sondern auch ihr großes Comeback erleben, das genauso viele Menschen das Leben kosten würde wie früher. Würde der Einsatz gegen Aids dann auf einmal wieder an Beliebtheit gewinnen? Eine solche Entwicklung können wir nicht zulassen. Wir müssen Menschlichkeit, moralische Vorstellungskraft und Kreativität in uns finden – und damit sicherstellen, dass alle Herausforderungen für Gerechtigkeit, Gleichheit und Nachhaltigkeit gleichzeitig und miteinander den notwendigen Einsatz erhalten.

Ein Anliegen für die Sicherung weltweiter Gesundheit

Leider überzeugen Argumente von „Gerechtigkeit und Gleichheit“ nicht alle Menschen gleichermaßen. Aber wie wäre es mit dem Argument der Gesundheitssicherung unserer eigenen Familien und Gemeinschaften? Übertragbare Krankheiten sind die ältesten Todfeinde der Menschheit. Sie haben sich mit uns entwickelt und bedrohen das System globaler Gesundheit nun an dessen schwächsten Stellen. Diese sind die Länder, die am stärksten von Armut betroffen sind und in denen tropische Krankheiten einen andauernden Kampf gegen die Immunsysteme der Einzelnen und gegen globale Gesundheitssysteme führen. Wie wir an Aids gesehen haben: Mit seinem Ursprung im Zentrum von Afrika verbreitete sich die Krankheit dennoch auf globaler Ebene. Es gibt also ein starkes Argument für kontinuierliche und starke Unterstützung des Gesundheitspersonals, das an vorderster Front gegen diese Krankheiten kämpft – die Sicherung globaler Gesundheit.

Unglaublich, dass man diese Argumente überhaupt anführen muss, oder? Allein heute werden mehr als 14 000 Kinder unter fünf Jahren sterben, die meisten an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten und hauptsächlich in den von Armut am stärksten betroffenen Regionen unserer Welt. Stell dir einmal vor, eine Armee böser Aliens würde heute aus dem All angreifen und 14.000 Kinder umbringen. Und diese Armee würde damit drohen, es am nächsten Tag und an jedem darauffolgenden zu wiederholen. Wir würden uns natürlich zur Wehr setzen. Und dennoch lassen wir zu, dass genau das jeden Tag geschieht, trotz der finanziellen und technischen Mittel, mit denen wir es verhindern könnten. Ist unsere Untätigkeit angesichts dieses Sterbens nicht die größte moralische Faulheit, Abwesenheit von moralischer Vorstellungskraft und sogar pure Feigheit?

2020 – werden wir etwas ändern?

 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation das Jahr der Krankenschwester und Hebamme ausgerufen. Wir finden, dass ist ein großartiger Anlass, um finanzielle Unterstützung für diese Gesundheitsheldinnen  zu erhöhen und die Sicherung unserer Gesundheit zu gewährleisten. Wir brauchen 9 Millionen zusätzliche Krankenschwester auf der ganzen Welt bis 2030, um vermeidbaren Krankheiten endgültig den Kampf anzusagen, neue Todfeinde wie nicht ansteckende Krankheiten, zum Beispiel Krebs und Diabetes, einzudämmen und den Menschen zu helfen, die an mentalen Krankheiten leiden. Viele derjenigen, die  mehr als 20 Jahre mit HIV/Aids gelebt haben, leiden nun an diesen chronischen Krankheiten und benötigen Hilfe durch ein Gesundheitssystem, das sich umfassend um sie sorgt.

Aber: Gute Nachrichten. 2020 wird es einige Möglichkeiten geben, um Finanzierung und Unterstützung für dieses Ziel zu mobilisieren. Wir haben die Gavi-Finanzierungskonferenz im Juni in London, bei der viele Geberländer sich mit einem ambitionierteren Beitrag beteiligen sollten, von Deutschland bis zu Frankreich und den USA. Auch Klimaaktivist*innen möchten wir dazu aufrufen, diese Unterstützung für Immunisierung zu fordern. Dann folgt der Gipfel für Gleichberechtigung im Juli in Paris, bei dem der Zugang für Frauen zu Gesundheitsversorgung ein zentrales Thema sein wird. Schließlich wird auf der COP26, dem Klimagipfel im November im Glasgow diskutiert, wie den von Armut am stärksten betroffenen Ländern am besten zur Seite gestanden werden kann und im Zuge dessen muss Klimaschutz endlich handfest adressiert werden.

Ein Kampf, der nur gemeinsam gewonnen werden kann

All das werden Momente sein, zu denen Herausforderungen für Gesundheit, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit nicht als entweder/oder-Fragen präsentiert werden können – sondern als Teil desselben Ziels. Alle Menschen müssen dabei an einem Strang ziehen, denn wir alle teilen denselben Planeten. Eine junge Frau, die durch HIV bedroht ist, ist auch bedroht von geschlechtsspezifischer Gewalt, ungleichem Zugang zu Schulbildung, lokaler und globaler Korruption, Verletzungen der Menschenrechte oder Regierungschef*innen und Firmen, die ihren Lebensraum verunreinigen. Sie lebt an vorderster Front im Kampf gegen extreme Armut, Auswirkungen des Klimawandels und Sexismus. Ihre gelebte Realität sollte daher nicht aufgebrochen und je nach Belieben von Menschen aus der Ferne in ihren einzelnen Aspekten angegangen werden. Denn wir wissen, dass es in den einkommensschwächsten Ländern gerade einmal 300 US-$ je junger Frau kosten würde, um sie nachhaltig zu stärken. Lasst uns gemeinsam versuchen, diese Investitionen zu ermöglichen und das Geld bis hin zu jeder einzelnen Frau verfolgen, um sicherzugehen, dass es sie tatsächlich erreicht und unterstützt. Diese Investition in ihre Zukunft wird über unser aller Schicksal entscheiden.

Wir haben die Wahl. Ein desaströses Jahrzehnt steht uns bevor, wenn wir zwischen 2020 und 2030 isolieren, ausgrenzen und nicht Seite an Seite kämpfen. Lasst uns stattdessen ein Jahrzehnt daraus machen, in dem wir liefern, bedeutsamen Aktivismus vorantreiben und gemeinsam arbeiten – als ein Team.

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17. Januar 2020

17. Januar 2020 - 10:04

1. Showdown im Kongo
In der Tageszeitung (taz) beleuchtet Simone Schlindwein eine Militäroffensive der Demokratischen Republik Kongo gegen die Rebell*innen der Allied Democratic Forces (ADF) im Osten des Landes. Die Operation habe bereits im Dezember 2014 begonnen. Seitdem habe es Berichte darüber gegeben, dass ADF-Kämpfer*innen in der Region um die Stadt Beni Massaker verüben. In dem Konflikt seien rund 1.600 Zivilist*innen und Soldat*innen ums Leben gekommen. Die lokale Bevölkerung fühle sich nicht von der Armee geschützt und werfe ihr vor, sogar Geschäfte mit der ADF zu betreiben. Angeführt werde die ADF seit einigen Jahren von dem Ugander Musa Baluku, der die Rebellengruppe internationaler und islamistisch ausgerichtet habe. Trotz anderweitiger Bekundungen des sogenannten Islamischen Staats (IS) könne laut UN-Expert*innen keine direkte Verbindung zwischen der ADF und dem IS bestätigt werden. Die Angst vor einer Ausbreitung des Islamismus beschere Kongos President Félix Tshisekedi internationale Unterstützung, sowohl von Russland als auch den USA, Frankreich und der ehemaligen Kolonialmacht Belgien. Der Armeesprecher General Leon Kasonga sei zuversichtlich, die ADF mit der jetzigen Offensive „auszulöschen“.

2. Mali: UN-Friedensmisssion wird nicht verkleinert
Wie die Rheinische Post meldet, sind die USA im UN-Sicherheitsrat mit dem Vorschlag abgeblitzt, die 16.000 Mann starke UN-Mission Minusma in Mali zu verkleinern. Als Gründe für eine Verkleinerung führten die USA an, dass das Friedensbkomen von 2015 nicht eingehalten werde und sich die Sicherheits- und Versorgungslage im Land verschlechtere. Die Truppen solle sich auf dicht besiedelte Regionen konzentrieren. Gleichzeitig sollen durch die Verkleinerung frei werdende Mittel anderweitig verwenden werden. Insbesondere Frankreich und Russland haben sich jedoch für ein Fortbestehen der bisherigen Truppengröße stark gemacht. Jean-Pierre Lacroix, Leiter der UN-Friedensmission, habe sich sogar für eine Erweiterung des Mission ausgesprochen.

3. Krimi in Lesotho
Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine sowie n-tv.de berichten, beschäftigt sich das südafrikanische Land Lesotho mit einem spektakulärem Mordfall. Maesiah Thabane, die Gattin von Premierminister Tom Thabane sei untergetaucht. Gegen die 42-jährige liege ein Haftbefehl vor. Sie werde verdächtigt, an der Ermordung der ehemaligen Gattin des Premierminister beteilgt gewesen zu sein. Der Mord soll sich zwei Tage vor der Vereidigung Tom Thabanes und ein Jahr vor der Hochzeit mit Maesiah Thabane ereignet haben. Thabanes Sprecher Relebohile Moyeye, der auch verdächtigt werde, sei ebenfalls untergetaucht. Das Hohe Gericht des Landes habe bereits einen Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls abgelehnt. Die Opposition fordere den Rücktritt des 80-jährigen Premiers, der ebenfalls in dem Fall verstrickt sein könne und dem vorgeworden werde, sich von seiner Frau die Regierungsgeschäfte „diktieren“ zu lassen.

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16. Januar 2020

16. Januar 2020 - 17:20

1. Mehr Hunger durch Klimawandel
Die Vereinten Nationen warnen vor einer Hungerkrise im südlichen Afrika, wie Tagesschau.de meldet. Anhaltende Wetterextreme wie lange Dürren und Überschwemmungen sowie wirtschaftliche Missstände haben zur Folge, dass 45 Millionen Menschen die Unterernährung drohe. Das seien „so viele wie nie zuvor“, so das Welternährungsprogramm (WFP). Die Situation sei insbesondere durch den globalen Klimawandel verschärft worden. Wichtig sei daher auch, die Menschen in den von Wetterxtremen betroffenen Gebieten widerstandsfähiger zu machen. Das WFP plane Nahrungsmittelhilfen für 8,3 Millionen Menschen bereitzustellen. Von den dafür benötigten 440 Millionen Euro seien bisher ledigich 184 Millionen gesichert.

 2. Müller: „Kampfpreise unmoralisch“
Entwicklungsminister Gerd Müller kritisiert die „unmoralischen“ Geizkampagnen deutscher Einzelhandelsketten. Das berichten unter anderem die Berliner Morgenpost, shz.de und der Deutschlandfunk. Betroffen seien oft Produkte aus Entwicklungsländern wie Kaffee. Bei der Landwirtschaftsmesse Grüne Woche wollen sieben der führenen deutschen Einzelhändler, darunter Aldi, Rewe und Edeka, am Freitag eine Selbstverpflichtungserklärung unterschreiben. Darin sichern sie „existenzsichernde Preise“ für bestimme Produke aus Entwicklungsländern zu und übernehmen damit „Verantwortung für faire Lieferketten“. Angesichts vieler „Kampfpreise“ zweifle Müller allerdings am Problembewusstsein einiger Lebensmittelhändler. Die Niedrigpreise tragen zu einer Verarmung in Entwicklungsländern bei, so der Minister weiter.

3. Südafrika hat Problem mit Fremdenfeindlichkeit
Laut Human Rights Watch unternimmt Südafrika zu wenig gegen Fremdenfeindlichkeit, wie der Deutschlandfunk meldet. Entsprechende Gesetze werden kaum umgesetzt, gewalttätige Übergriffe bleiben oft ohne rechtliche Konsequenzen. 2019 erreichte die Gewalt gegen Ausländer*innen mit mehreren Toten ihren traurigen Höhepunkt. Die Menschenrechtsorganisation habe zudem Burundi, Südsudan und Guinea dafür kritisiert, den Spielraum für zivilgesellschaftliches Engagement einzuschränken.

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15. Januar 2020

15. Januar 2020 - 11:55

1. Libyen-Krise: Frieden in Berlin?
Viele Medien, darunter Tagesschau.de, ZDF heute, die Süddeutsche Zeitung, Spiegel, die Welt, der Tagesspiegel, Focus Online und Zeit Online, melden, dass die Bundesregierung in Berlin für kommenden Sonntag einen internationalen Gipfel zur Lösung der Libyen-Krise einberuft. Bei Friedensverhandlungen in Moskau seien die libysche Einheitsregierung unter Fajes al-Sarradsch und General Chalifa Haftar, der eine Gegenregierung anführe, zu keiner einvernehmlichen Lösung gekommen. Neben den libyschen Konflikparteien nehmen auch die USA, Russland und die Türkei an den Verhandlungen teil – auch, um zu verhindern, dass es wie in Syrien zu einem Stellvertreterkrieg verschiedener ausländischer Mächte komme. Außenminister Heiko Maas äußerte sich optimistisch, dass es zu einer Einigung kommen werde, die das nordafrikanische Land befriede. Seit dem Sturz Muammar al-Gaddafis 2011 befinde sich Libyen im Bürgerkrieg.

2. Vernachlässigen Konzerne Menschenrechte?
Laut einer gemeinsamen Studie der Nichtregierungsorganisationen Germanwatch und Misereor beschäftigen sich deutsche Agratunternehmen zu wenig mit Menschenrechtsfragen, obwohl es in dem Sektor regelmäßig zu Menschenrechtsverletzungen kommt, berichtet das Handelsblatt. Vor der Berliner Landwirtschaftsmesse ‚Grünen Woche‘ wollen die beiden NGOs den Druck auf die Bundesregierung  erhöhen, Unternehmen zur Einhaltung menschenrechtlicher Standards zu verpflichten. Innerhalb der Bundesregierung gehe der Streit um ein mögliches Lieferkettengesetz weiter. Während sich Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) für eine rechtlich bindende Regelung einsetzen, halte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dies für „verfrüht“, da er die zweite Phase einer groß angelegten Unternehmensbefragung zum Thema abwarten wolle. Laut Menschenrechtsorganisationen erfülle keines der 20 größten deutschen Unternehmen in allen Belangen menschenrechtliche Mindeststandards.

3. Humanitäre Hilfe allein reicht nicht
Die Menschenrechtebeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), spricht sich für eine bessere Verzahnung von kurzfristiger humanitärer Hilfe und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit aus, wie evangelisch.de emeldet. Krisen und Konflikten seien oft nicht nach wenigen Monaten beendet. Wichtig sei daher auch mit Blick auf die Menschen, die über Jahre in Geflüchtetencamps wohnen, Angebote bei Bildung, Gesundheit und Beschäftigung zu schaffen. Zudem werden die bisherigen Rüstungsexporte nicht resitriktiv genug gehandhabt, so Kofler.

 

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14. Januar 2020

14. Januar 2020 - 11:44

1. Kamerun gängelt Journalistin
Wie die Welt meldet, wurde die Journalistin Irène Mbezele in Kamerun für ihre Arbeit mit zwei Jahren Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe verurteilt. Das Gericht habe sie und den Verleger der Zeitschrift Kalara wegen „Verleumdung“ sowie „Beleidigung staatlicher Institutionen“ für schuldig befunden. Mbezele habe in Kalara einen Artikel veröffentlicht, der die Einflussnahme einer Parlamentarierin auf die Justiz thematisierte. Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen habe das Urteil scharf kritisiert.

2. Investitionen für Akzeptanz
Wie der Deutschlandfunk der NDR melden, erhält das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in den kommenden zwei Jahren acht Millionen Euro für den Aufbau einer neuen Forschungsdiziplin. Gegenstand der Forschung soll sein, wie man Vorbehalte medizinischer Hilfe in Entwicklungsländern abbauen könne, um „Infektionskrankheiten wie Malaria oder Ebola wirksamer zu bekämpfen“. Es reiche nicht, nur die nötigen Wirkstoffe bereitzustellen, sondern man müsse auch Wege finden, den Einsatz vor Ort zu vermitteln und dabei kulturelle Unterschiede zu antizipieren. Daher werden neue Konzepte auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Psychologie, Anthropologie sowie der und Kommunikationswissenschaft entwickelt.

3. Historischer Blick auf die Entwicklungszusammenarbeit
Im Interview mit Deutschlandfunk Kultur beleuchtet der Historiker Hubertus Büschel die Geschichte der Entwicklungszusammenarbeit. In der Spätzeit des Kolonialzeiten habe es bereits Ansätze von „Entwicklungsbemühungen“ gegeben. Heute sei der Ansatz partnerschaftlicher, allerdings kommen auch hier nicht nur die Ressourcen, sondern auch die Inhalte sowie die Herangehensweise aus dem „Westen“. Von den Geldgebern werde festgesetzt, wohin die Entwicklung gehen solle. Dabei seien trotz wichtiger Zielsetzungen wie „Senkung der Kindersterblichkeit, Erhöhung der Lebenserwartung“ sowie „Wirtschaftlichkeit“ auch vieles an kulturellem Erbe in Afrika zersört worden. Auch bei der Verantwortung für die eigene koloniale Verantwortung tue sich Deustchland schwer, wie das Beispiel Namibia zeige.

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2020 – Der Countdown läuft

14. Januar 2020 - 11:03
Was 2020 (für uns) wichtig wird: Europa, Impfungen und der deutsche Haushalt 

Für ONE ist 2020 nicht irgendein Jahr. Ab jetzt wird runtergezählt: 10, 9, 8… 2020 markiert den Countdown bis zum Jahr 2030. Dem Jahr, in dem die globale Gemeinschaft die Nachhaltigen Entwicklungsziele erreicht haben will. 

Wird die Welt immer schlechter? 

Aktuell gibt es noch sehr viel zu tun. Wir sind zehn Jahre vor Ablauf der Frist längst nicht da, wo wir sein müssten. Und die aktuellen Umstände machen es nicht leichter. Schauen wir zurück auf das letzte Jahrzehnt oder auch nur auf die ersten Tage des neuen Jahres, sehen wir viele besorgniserregende Entwicklungen und Katastrophen auf der ganzen Welt. Es scheint, dass gerade jetzt, zu einer Zeit, in der die internationale Zusammenarbeit bei vielen nicht en vogue ist und auf nationale Alleingänge gesetzt wird, die Welt mehr und mehr Krisen gegenübersteht, die von einem Staat alleine gar nicht bewältigt werden können: Klimakrise, Geschlechterungleichheit, Migration und die andauernde Gefahr von Krankheiten und Hunger.

Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit 

Leicht vergessen wir da die großen Erfolge der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Es wurde schon so viel erreicht: Die extreme Armut hat sich weltweit mehr als halbiert, es gehen mehr Kinder zur Schule denn je und kürzlich hat die Welt in gemeinsamer Anstrengung eine Rekordsumme für den Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria bereitgestellt. Auf diesen Erfolgen wollen wir aufbauen, damit wir es doch noch schaffen, bis 2030 die Nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen! Um das zu schaffen, hat ONE in Deutschland 2020 drei Prioritäten.

Unsere Prioritäten für 2020
    1. Europa! Wir wollen ein Europa, das internationale Verantwortung übernimmt und eine neue Partnerschaft mit Afrika eingeht. Die EU wird 2020 superwichtig werden. Einmal, weil aller Voraussicht nach in diesem Jahr der neue 7-Jahres-Haushalt der EU, der sogenannte Mehrjährige Finanzrahmen, verabschiedet wird. Um die globalen Herausforderungen bewältigen zu können, müssen aus dem EU-Haushalt 140 Milliarden Euro über sieben Jahre für Armutsbekämpfung bereitgestellt werden. Der Fokus muss hier auf Afrika liegen. Unsere Kampagne “ONE Chance” läuft daher auf Hochtouren. Darüber hinaus übernimmt Deutschland in der zweiten Jahreshälfte die EU-Ratspräsidentschaft. Gemeinsam mit unseren Jugendbotschafter*innen und jungen ONE-Aktivist*innen aus Afrika, den ONE Champions, werden wir der EU und der Bundesregierung zeigen, was die Jugend, also unser aller Zukunft, will: Eine neue Partnerschaft zwischen Europa und Afrika auf Augenhöhe!

      ONEs Jugendbotschafter*innen vor dem EU-Parlament im Brüssel

    2. Impfungen! Für alle. Überall. Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch auf der Welt ein Recht auf ein Leben in Würde haben soll. Egal, wo der Mensch geboren ist. Eine gute Gesundheit ist der Grundstein dafür. Die Globale Impfallianz Gavi hat seit ihrer Gründung im Jahr 2000 760 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern der Welt gegen vermeidbare Krankheiten geimpft und dadurch geholfen, langfristig 13 Millionen Menschenleben zu retten. Wir werden mit unserer globalen Kampagne “Tiny but Mighty” alles daran setzen, Gavi dabei zu unterstützen, sein neues Finanzierungsziel von 7,4 Milliarden US-Dollar zu erreichen. So kann Gavi bis 2025 300 Millionen Menschen impfen. Dazu haben wir bis Juni Zeit. Dann findet die Finanzierungskonferenz in London statt. Unser Ziel ist, dass Deutschland 700 Millionen Euro für die Jahre 2021-2025 bereitstellt. Und das am besten sobald wie möglich, da ein großer deutscher Beitrag ein starkes Zeichen an alle anderen Geberländer sein wird. Ende Januar startet unsere globale Kampagne, aber in Deutschland machen wir jetzt schon Druck!

      Photo: Gavi

    3. Last but not least: Der Deutsche Haushalt! Während es in den vergangenen Jahren stetig mehr Geld für internationale Entwicklungszusammenarbeit gab, sieht es laut mittelfristiger Finanzplanung für 2021 und danach düster aus. Angesichts der großen globalen Herausforderungen, die vor uns liegen, und mit Blick auf die uns verbleibende Zeit bis zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen, darf der deutsche Entwicklungsetat auf gar keinen Fall stagnieren oder gar schrumpfen. Damit würde die Große Koalition nicht nur Deutschland langfristig schaden und ihre Versprechen aus dem Koalitionsvertrag brechen, weil die ODA-Quote von 0,7 Prozent der Wirtschaftskraft für Entwicklungshilfe absinken würde – entgegen der Vereinbarungen von Union und SPD. Deutschland ließe auch Millionen von Menschen im Stich. Das werden wir nicht zulassen!

      ONE-Jugendbotschafter*innen vor dem Bundestag

All das schaffen wir nicht allein 

Nur mit unseren Unterstützer*innen und den ONE-Jugendbotschafter*innen gemeinsam können wir erfolgreich sein und uns dafür stark machen, dass jeder Mensch überall ein Leben in Würde und mit Chancen führen kann. Die Teams von ONE in den afrikanischen Büros sind unsere Augen und Ohren auf dem afrikanischen Kontinent. Sie arbeiten mit afrikanischen Aktivist*innen, mit prominenten Unterstützer*innen und politischen Expert*innen vor Ort zusammen. Ihre Kenntnisse, Bewertungen und Einschätzungen leiten unsere internationale Arbeit. ONE wird bei allen politisch Verantwortlichen darauf drängen, dass ihre wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Strategien im Einklang mit der „Agenda 2063” stehen, der Entwicklungsagenda der Afrikanischen Union.

Hast Du Lust, dabei zu sein? 

Hast du Lust, diese großen Themen gemeinsam mit uns anzupacken? Dann unterzeichne jetzt unseren Aufruf und setz dich auf unseren Verteiler. Wir melden uns dann, sobald wir deine Unterstützung benötigen. 

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13. Januar 2020

13. Januar 2020 - 14:08

1. Angriff auf Militärlager in Niger
Islamistische Milzen griffen am Donnerstag einen Armeestützpunkt in Niger an, wie die Welt, Zeit Online, Spiegel, die Deutsche Welle, der Standard, die Stuttgarter Nachrichten, die Stuttgarter Zeitung und die Presse melden. Nach einer Durchsuchung des Camps gehe man mittlerweile von rund 90 Opfer auf Seiten der nigrischen Armee aus. Von den Angreifenden seien ebenfalls 77 Menschen gestorben. Dieser Angriff auf das nigrische Militärlager Chinégodar nahe der malischen Grenze stelle die schwerste Attacke auf das nigrische Militär seit Ausbruch der terroristischen Aktivitäten 2015 dar. Die Bedrohungslage in der Sahelzone verschlechtere sich rapide, wie tagesschau.de und der Standard berichten. Um den „Rahmen und die Ziele des französischen Engagements im Sahel zu evaluieren“ treffen sich heute die Staatschefs der Eingreiftruppe G5-Sahel aus Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und dem Tschad mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron in der französischen Stadt Pau, so die französische Regierung. Macron möchte eine „kontinentübergreifende Antiterrorkoalition“ unter französischer Führung gründen, wie die Tageszeitung (taz) berichtet. Bisher fehle dem französischen Vorstoß allerdings die breite europäische Unterstützung.

2. Südsudan scheitert am Frieden
Bernd Dörries portraitiert in der Süddeutschen Zeitung den Alltag von Rogasiano Felix Andrea, einem Postmitarbeiter in der südsudanesischen Hauptstadt Juba, und beschreibt anhand seiner Geschichte den Zustand des Landes. Das jüngste Land der Welt habe 2011 nach jahrelangen, wiederkehrenden Bürgerkriegen seine Unabhängigkeit vom Sudan erlangt. Nach anfänglicher Euphorie sei zwei Jahre später ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Gekämpft werde vor allem um wichtige Ämter im Militär sowie den Gewinnen aus der Ölförderung. Seit der Unabhängigkeit seien im Südsudan mehr als 400.000 Menschen ums Leben gekommen. Kritik*innen des Regimes werden verfolgt und bestraft. Auch wenn sich der Südsudan mutmaßlich zurückentwickle, mangele es Rogasiano Felix Andrea nicht an Hoffnung. Bald werde ein nahegelegenes Atomkraftwerk ans Netz gehen und sowohl Stadt als auch Postfiliale mit Strom versorgen.

3. Afrika zahlt per Handy
Martina Schwikowski thematisiert in der Deutschen Welle mobile Zahlungssysteme in vielen afrikanischen Ländern. Aufgrund fehlender finanzieller Infrastruktur (vor allem der Mangel an Geldautomaten, Banken oder Kassen) sowie der weit verbreiteten Hyperinflation haben sich die Transaktionen per Mobiltelefon in vielen afrikanischen Ländern etabliert. Im Gegensatz dazu konnten sich die mobilen Zahlungssysteme im stark entwickelten Südafrika nicht durchsetzen. In vielen anderen afrikanischen Ländern dominieren die Anbieter MTN, Vodafone und Orangen die Märkte und planen noch mehr afrikanische Märkten zu erschließen und ihr Angebot weiterzuentwickeln. Mittlerweile verzeichne beispielsweise Vodafone mit 37 Millionen Kund*innen weltweit mehr Transaktionen als der Online-Bezahldienst Paypal.

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10. Januar 2020

10. Januar 2020 - 12:46

1. Korruption beim UNHCR?
Julia Amberger und Jonas Breng decken im Stern einen mutmaßlichen Korruptionsskandal beim UN-Geflüchtetenhilfswerk UNHCR auf. Demnach sollen Mitarbeiter*innen der UN-Organisation Afrikaner*innen gegen Bezahlung eine „Umsiedlung in den Westen“ ermöglicht haben. Ugandas Hauptstadt Kampala sei einer der Hauptanlaufpunkte für diese Geschäfte gewesen. Mithilfe gefälschter Papiere haben Interessenten es so in die begehrten Resettlement-Programme geschafft, mit denen wohlhabende Länder wie Deutschland besonders schutzbedürftigen Geflüchteten Schutz bei sich bieten. Jährlich finden etwa 50.000 bis 60.000 solcher Umsiedlungen statt. Die UNHCR-Zentrale in Genf habe bereits bestätigt, dass sie ihrerseits Korruptionshinweise aus Uganda und Kenia erhalten habe. Die Integrität des Resettlement-Programms habe oberste Priorität, so eine Sprecherin des Geflüchtetenhilfswerks. Durch die Erfassung von Fingerabdrücken, Netzhaut und Fotos der Geflüchteten solle das Betrugsrisiko gesenkt werden. Vor 2018 seien Asylbewerber*innen lediglich mit Passfoto und Fallnummer registriert worden.

2. Neue Enthüllungen zu Cambridge Analytica
Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, das Redaktionsnetzwerk Deutschland und der Deutschlandfunk, berichten über die neuesten Enthüllungen über die US-amerikanische Datenanalysefirma Cambridge Analytica. Laut der ehemaligen Mitarbeiterin und Whistleblowerin Brittany Kaiser solle die Firma mit Regierungen und Gemeindiensten zusammengearbeitet haben. Die von ihr neu veröffentlichten Dokumente beinhalten sensible Daten zu Brasilien, Kenia, Malaysia, dem Iran sowie zu John Bolton, dem ehemaligen Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, so der britische Guardian. Nach einem Skandal um die unerlaubte Nutzung von Facebookdaten zur Beeinflussung politischer Wahlen habe die Firma 2018 Insolvenz anmelden müssen. Unter anderem mithilfe von Facebookdaten habe das Unternehmen Persönlichkeitsprofile erstellt, um so personalisierte Wahlwerbung ermöglichen. Durch dieses sogenannte Mikrotargeting habe sie unter anderem auf die US-Wahlen 2016 sowie auf die Entscheidung zum Brexit Einfluss genommen. Ein Cambridge-Analytica-Mitarbeiter habe laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor versteckter Kamera zudem zugegeben, zweimal den Wahlkampf von Präsident Uhura Kenyatta geführt zu haben. Kenia sollte in Afrika das „Vorzeigeprojekt“ des US-Unternehmens werden. Zudem habe es auch Überlegungen gegeben, politisches Marketing für den Prinzen Äthiopiens zu betreiben.

3. Müller fordert „Jahrhundert-Pakt“ mit Afrika
Im Interview mit dem Handelsblatt fordert Entwicklungsminister Gerd Müller einen Neustart der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Afrika. Nach dem Auslaufen des Cotonou-Abkommens benötige es einen „Jahrhundert-Pakt“ zwischen den beiden Kontinenten, der die Bereiche Armut und Hunger umfasst, den ‚Green Deal‘ auf Afrika ausweitet und die Fragen der Sicherheit, Migration und des Handels regelt. Die EU dürfe Afrika nicht länger nur Absatzmarkt für „subventionierte billige Agrarprodukte“ behandeln, sondern müsse stärker in die „Wertschöpfung vor Ort und eine produktive Land- und Ernährungswirtschaft investieren“, so der Minister. Rückenwind erhoffe er sich von der neuen EU-Kommission unter Ursula von der Leyen, da es auch in ihrem Interesse liege, Europas Nachbarkontinent nicht „komplett chinesischen Investoren“ zu überlassen. Auch durch ein neues Lieferkettengesetz könne mehr Wertschöpfung vor Ort ermöglicht werden, die wiederum Jobs schaffe und Armut reduziere. Im vom Terrorismus geplagten Sahel brauche es zudem ein stärkeres EU-Engagement. Es gebe ein enorm hohes Bevölkerungswachstum in der Region. Im Kampf gegen Armut lege er den Schwerpunkt auf die Familienplanung sowie die Stärkung von Frauen, insbesondere in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Dies führe auch zu einem Rückgang der Geburtenraten.

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