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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 11 Stunden 34 Minuten

27. August 2019

27. August 2019 - 14:10
1. DR Kongo: Neue Regierung steht

Mehrere Medien, darunter ZDF.de, Spiegel Online, die Deutsche Welle, die Junge Welt und der Deutschlandfunk berichten, dass es nach über sieben Monaten Verhandlungen eine neue Regierung in der Demokratischen Republik Kongo gibt. Von den ausgehandelten 66 Regierungsposten gehen 42 an die Partei des Ex-Präsidenten Kabila (FCC) und die verbleibenden Sitze gehen an die Partei des neuen Präsidenten Félix Tshisekedis. In der Bevölkerung sei die Nachricht positiv aufgenommen worden. Allerdings seien nicht alle anvisierten Ziele umgesetzt worden. So seien nach wie vor Politiker*innen der alten Regierung im Amt und auch der Frauenanteil sei geringer als zunächst erwartet. Es sei nun eine intensivere Beziehung zwischen dem Kongo und Deutschland zu erwarten. Entwicklungsminister Gerd Müller habe nach seinem letzten Besuch angekündigt, den Dialog mit der neuen Regierung erneuern zu wollen.

2. Kenia jetzt Ölexporteur

Wie die Tagesschau und das Handelsblatt berichten, exportiert Kenia neben den Hauptprodukten Tee, Blumen und Kaffee nun auch Erdöl. Gestern sei in dem ostafrikanischen Land zum ersten Mal Öl verschifft worden. Bisher seien die Öl-Exporte Afrikas aus Nigeria und Angola gekommen, nun gebe es auch in Ostafrika mit Kenia einen Exporteur. Bereits 2012 sei man dort auf die Vorkommen gestoßen. Aktuell baue die Regierung einen Hafen und eine Pipeline, um den Transport des Erdöls in Zukunft zu erleichtern.

3. Brandherd Afrika

Viele Medien, darunter ZDF, Spiegel Online, Focus, Welt und RTL berichten, dass neben den Bränden im südamerikanischen Amazonas-Gebiet vor allem Afrika von starken Feuern betroffen ist. Von der NASA veröffentlichte Bilder zeigen vor allem viele kleine aktive Feuer. Gerade in Zentral- und Ostafrika sei die Karte übersäht mit roten Punkten, die das Feuer markieren. Diese seien teilweise von Menschen verursacht worden. Allerdings können diese Brände gerade in der Savanne auch dienlich für die Natur sein, so Johann Georg Goldammer, Leiter des Zentrums für Globale Feuerüberwachung. Trockene Gräser werden so beseitigt und die entstehende Asche diene als Dünger für den Boden. So regeneriere sich das Ökosystem selbst. Allerdings reguliere auch hier der Mensch immer mehr die Natur und dämme natürliche Feuer ein, um die Landwirtschaft zu schützen, so Rico Fischer vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Im Regenwald hingegen sei die Situation weitaus dramatischer. Anders als in Afrika könne sich die Natur hier nicht innerhalb von wenigen Jahren erholen, so Fischer.

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26. August 2019

26. August 2019 - 10:16

1. G7-Gipfel zu Frauen, Westafrika und Aidsbekämpfung
Sehr viele Medien berichten über den derzeit stattfindenden G7-Gipfel im französischen Biarritz. Kurz vor dem Gipfel habe Frankreichs Präsident Emmanuel nach Verhandlungen mit den Entwicklungsorganisationen Oxfam und ONE eingewilligt, den anwesenden Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Zugang zum Pressezentrum zu gewähren, wie unter anderem ZDF.de, Welt Online, der Münchner Merkur und die Rheinpfalz meldeten. Gayle Smith, Präsidentin von ONE, forderte die G7-Staaten auf, endlich Fortschritte statt Versprechen für die Gleichberechtigung von Frauen zu liefern, so Spiegel Online, Handelsblatt.com und Focus Online. Gastgeber Macron habe das Thema selbst auf die Agenda gesetzt. Frauen zu stärken sei nicht nur moralisch geboten, sondern auch „schlau“, da auch die Wirtschaft von der Beseitung struktureller Benachteiligung profitiere, so Smith. Um dieser Forderung Ausdruck zu verleihen, hatte ONE ein Kunstwerk am Strand von Biarritz geschaffen, wie auch Sueddeutsche.de zeigt. Zu sehen seien die Konterfeis der G7-Staats- und Regierungschefs und die Forderung „Turn the tide for gender equality“. Im Vorfeld hatte die tunesische Aktivistin und Jugendbeauftragte der Afrikanischen Union Aya Chebbi im Tagesspiegel ebenfalls dazu aufgerufen, Frauen und Mädchen zu stärken. Unter anderem die Süddeutsche Zeitung, ZDF.de, Spiegel Online, Zeit Online und Focus Online berichteten von einer deutsch-französischen Initiative zur Terrorbekämpfung in Westafrika, die in Biarritz vorgestellt wurde. Dabei sollen keine zusätzlichen Truppen bereitgestellt, sondern sich auf „Ausbildungshilfe, Ausrüstung und Beratung“ konzentriert werden. Kritik komme seitens der NGOs Oxfam und ONE. Beide forderten einen stärkeren Fokus auf entwicklungspolitische Maßnahmen zur Stabiliserung der Sahelzone. Lob kam hingegen von ONE und ihrem Mitgründer Bono für die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria mit einer Milliarde Euro zu unterstützen. Dies meldeten unter anderem Bild.de, das Handelsblatt, Focus Online und die Hannoversche Allgemeine Zeitung. In einem gemeinsamen Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sprachen sich Entwicklungsminister Gerd Müller und Microsoft-Gründer und Philanthrop Bill Gates ebenfalls für Investitionen in globale Gesundheit aus. Diese retten Millionen Leben. Deutschland nehme hier eine Vorreiterrolle ein.

2. GIZ „keine Beute für die SPD“
Mehrere Medien, darunter Sueddeutsche.de, Faz.net und Bild.de, melden, dass der ehemalige Bundesverkehrsminister und CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer verhindert möchte, dass der kommissarische SPD-Co-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel zum 1. Oktober als Arbeitsdirektor zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wechselt. Der CSU-Politiker, der auch Vorsitzende des Bundesausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit sei sowie im GIZ-Aufsichtsrat sitze, begründete seine Forderung mit einem Interessenkonflikt, dem Schäfer-Gümbel als aktiver Politiker ausgesetzt sei. Die GIZ sei zudem keine „parteipolitische Beute für erfolglose SPD-Politiker“, so Ramsauer weiter. Martin Jäger, Staatssekretär aus dem Entwicklungsministerium, habe bereits den Compliancebeauftragten der GIZ eingeschaltet und Schäfer-Gümbel informiert, dass sein Wechsel geprüft werde.

3. Sudan: Geld für Wachstum
Wie die Süddeutsche Zeitung meldet, fordert Sudans neuer Ministerpräsident Abdalla Hamdok Hilfszahlungen in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar, um das Land nach den vergangenen politischen Unruhen wieder zu stabilisieren. Die Mittel sollen in erster Linier dafür verwendet werden, Importkosten zu decken, den Wirtschaftsaufbau zu fördern sowie den Währungsverfall aufzuhalten. Dazu wolle Hamdock Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank aufnehmen.

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22. August 2019

22. August 2019 - 18:08
1. G7-Gipfel: Kein Zugang für NGOs

Wie mehrere Medien, darunter n-tv.de, Focus Online und der Standard berichten, wird Frankreich beim diesjährigen G7-Gipfel Nichtregierungsorganisationen keinen Zutritt zum Pressezentrum gewähren. Die Organisationen Oxfam und ONE verhandeln mit dem Elysée, ob es Bewegung in dieser Frage gibt. Der Ausschluss der Zivilgesellschaft werde stark kritisiert. Oxfam-Chefin Winnie Byanyima habe als Reaktion ein Treffen mit Präsident Emmanuel Macron abgesagt. Derweil berichten Bild.de und der Kölner Stadt-Anzeiger, dass sich sowohl die Komikerin Carolin Kebekus als auch die Moderatorin Jeannine Michaelsen vor dem G7-Gipfel für Maßnahmen zur Stärkung von Frauen ausgesprochen haben. Kebekus habe dabei konkret für mehr Investitionen im Kampf gegen Aids geworben. Diese Krankheit sei weltweit Todesursache Nummer eins bei Frauen unter 50.

2. Malaria-Krise und positive Signale bei Polio

Wie die Süddeutsche Zeitung, der Deutschlandfunk und die Badische Zeitung berichten, gibt es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit Jahresbeginn bereits rund sechs Millionen Malaria-Fälle in Burundi. 1.855 Menschen seien bis zur Jahresmitte bereits an der vermeidbaren Krankheit gestorben. Die Krankheit nehme epidemische Ausmaße an. Erfreuliche Nachrichten gibt es hingegen im Kampf gegen Polio, wie Spiegel Online und Deutschlandfunk Nova berichten. Demnach sei Nigeria als letzter Staat Afrikas für poliofrei erklärt worden. Dieser Fortschritt sei vor allem zurückzuführen auf nationale Investitionen und globale finanzielle Unterstützung sowie umfassenden Hilfsmaßnahmen. In Gebieten, in denen die Terrorgruppe Boko Haram präsent sei, sei das Impfen weitaus schwieriger gewesen. Allerdings bestehe nun auch die Angst, dass viele der Hilfsgelder wegfallen. Es müsse jedoch weiter geimpft werden, um eine Rückkehr der Krankheit zu verhindern. Die Finanzierung dafür sei noch nicht eindeutig geklärt.

3. Ruanda und Uganda: Ende des Grenzstreits?

Wie die Deutsche Welle und die junge Welt berichten, gibt es zwischen Ruanda und Uganda Einigung im Streit um den Grenzverlauf zwischen den Ländern. Zur Vermittlung haben sich Paul Kagame und Yoweri Museveni, die Präsidenten Ruandas und Ugandas zusammen mit ihren Amtskollegen aus Angola, der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo in der Hauptstadt Angolas getroffen. Im Juni habe es bereits eine kurzzeitige Grenzöffnung gegeben, allerdings existiere noch immer ein Einreisestopp für Ruander*innen nach Uganda. Es sei vereinbart worden, den vor allem wirtschaftlich relevanten Grenzübergang zu öffnen und von weiteren Aktionen „die der Destabilisierung oder Zersetzung im Territorium des anderen förderlich wären“ zu unterlassen, so Kagame und Museveni.

 

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Drei Gründe warum Armut sexistisch ist und was wir dagegen tun sollten

22. August 2019 - 18:07

Hier schreiben die Jugendbotschafterinnen Janice und Anne-Kathrin, wie Frauen und Mädchen Armut besiegen können. 

Armut kennt kein Geschlecht? Die Lebenswirklichkeit von Millionen Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern zeigt eine andere Realität. Egal wo, Frauen sind von Armut am stärksten betroffen. Ein paar Fakten dazu: In Subsahara-Afrika können (oder dürfen) 52 Millionen Mädchen nicht zur Schule gehen – verglichen mit 45 Millionen Jungen. Die Armutskrankheit Aids ist Todesursache Nummer 1 für Frauen unter 50. Die Gefahr für eine Frau, sich mit HIV zu infizieren, ist in Afrika doppelt so hoch wie für die Männer. Mädchen werden Opfer von Zwangsheiraten, sexueller und physischer Gewalt. Hinzu kommt, dass sie oft keine Chance haben, der Armut zu entfliehen, da ihnen der Zugang zu Bankkonten, Grundbesitz oder bestimmten Berufen verwehrt wird. Je ärmer ein Land ist, desto krasser fällt die Geschlechterungleichheit aus. Die Fakten zeigen: Armut ist sexistisch.

Doch es gibt auch eine positive Nachricht. Frauen und Mädchen sind zwar am härtesten von Armut betroffen, sie sind aber gleichzeitig so etwas wie eine Wunderwaffe gegen ebendiese Armut. Man muss “nur” dafür sorgen, dass sie ihr Potential abrufen können. Davon profitieren nicht nur sie selbst, sondern alle. Wirklich alle. Hier drei Beispiele:

1. Wirtschaftswachtum: 

Investitionen in Bildung zahlen sich nicht nur für die Mädchen selbst aus. Dank größerer Selbstständigkeit bei Lebensentscheidungen können die Mädchen ihr wirtschaftliches Potential entfalten. Das kommt ihren Familien, Dörfern und letztendlich dem gesamten Land zu Gute. Jeder investierte US-Dollar in ein zusätzliches Schuljahr von Mädchen zahlt sich in Ländern mit niedrigem Einkommen eine Einkommensrendite um das Zehnfache aus. Erhielten Mädchen den gleichen Bildungszugang wie Jungen, hätten Entwicklungsländer damit mindestens 112 Milliarden US-Dollar mehr in den Staatskassen! Geld, dass diese wiederum in die Gesundheit und Bildung investieren können.

2. Weniger Hunger:

Hunger ist die Ursache von fast der Hälfte aller Kindstode. Die, die überleben, leiden oft ihr ganzes Leben lang unter den Nachwirkungen der Mangelernährung. Der Schlüssel im Kampf gegen den Hunger ist eine starke Landwirtschaft. Hätten Frauen in Afrika den gleichen Zugang zu Land oder landwirtschaftlichen Produktionsmitteln, könnten die Erträge um 20-30 Prozent steigen. Damit könnten 100-150 Millionen Menschen von chronischem Hunger befreit werden.

3. Weniger Kindstode: 

Frauen mit höherer Bildung haben in der Regel besseren Zugang zu oft lebenswichtigen Informationen über ihre Gesundheit, z.B. zur Versorgung während der Schwangerschaft, Hygiene, Impfungen und Ernährung. Das führt zu weniger Schwangerschaften in jungen Jahren, weniger Infektionen mit z. B. Aids und weniger Kindstoden. Wenn alle Frauen in Subsahara-Afrika eine weiterführende Schule mit einem Abschluss verlassen würden, hätte dies zur Folge, dass 1,2 Millionen Kinder weniger sterben würden – jedes Jahr! Zudem würde die Müttersterblichkeit um 70 Prozent sinken, wenn alle Mädchen mindestens die Grundschule abschließen würden.

Die Fakten zeigen es deutlich: Wir können nur gewinnen, wenn wir Frauen und Mädchen stärken. Es ist immer wichtig, sich das vor Augen zu führen. Doch gerade jetzt haben wir die Chance, einen richtigen Sprung nach vorne zu machen: Von Samstag bis Montag findet der G7-Gipfel im französischen Biarritz statt. Dort treffen sich die Staats- und Regierungschef*innen der sieben größten Industrienationen der Welt. Dieses Jahr hat die französische Regierung die Beseitigung von Ungleichheiten zum zentralen Thema erklärt. Der perfekte Anlass, um für die Stärkung von Frauen in aller Welt einzutreten und so dem Ende der extremen Armut einen Schritt näherzukommen. Fordere  die G7-Chef*innen dazu auf, konkrete Fortschritte für Frauen in aller Welt zu beschließen, und unterzeichne unter ONEs digitale Postkarte  an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Also: Nutze deine Stimme, damit Frauen und Mädchen weltweit gestärkt werden!

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Ein feministischer G7 ist möglich: Wenn die Regierungschef*innen handeln

22. August 2019 - 17:13

Die ganze Welt wartet gespannt auf den Beginn des diesjährigen G7-Gipfels. Währenddessen stellt der Gender Equality Advisory Council (GEAC), ein internationales Team aus Expert*innen für Gleichberechtigung, die Regierungschef*innen vor eine Herausforderung. Sie erstellten eine Reihe von Vorschlägen, um Gleichberechtigung zu fördern und Frauen und Mädchen zu stärken. Denn Ziel ist, dass der diesjährige Gipfel sich zum ersten Mal vorrangig und tatkräfig für Gleichberechtigung einsetzt.

Dieser Bericht erschien nur Tage vor der Eröffnung des Gipfels in Biarritz und richtet den Fokus auf die Krise, in der sich Frauen und Mädchen weltweit befinden. Er beleuchtet die Vielzahl an Hindernissen, denen sich Frauen und Mädchen tagtäglich stellen müssen: Vom Zugang zu guter Schulbildung und einer fairen gesundheitlichen Versorgung über gerechte Berufschancen bis hin zu einem Leben ohne jegliche Art von Gewalt. Tag für Tag werden weltweit ihre Rechte verletzt.

Echten Fortschritt bewirken

Wir von ONE sind davon überzeugt, dass die Politiker*innen auf drei verschiedenen Ebenen liefern müssen, um echten Fortschritt für Gleichberechtigung zu bewirken. Der Kampf gegen Seximus muss in folgenden Bereichen angegangen werden:

  1. Gesetzlicher und politischer Wandel
  2. Zusage finanzieller Unterstützung
  3. Nachvollziehbarkeit und Transparenz in der Umsetzung

Der GEAC-Bericht geht auf jede einzelne dieser Ebenen ein und hält großartige Empfehlungen für die internalionalen Regierungschef*innen bereit, besonders für Gesetzesänderungen und finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten.

Eine der zentralen Forderungen an die G7 Staats- und Regierungschef*innen (und ihre Kolleg*innen in der ganzen Welt) ist es, mindestens ein neues fortschrittliches Gesetz zu beschließen, das sich gezielt gegen Sexismus und für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzt. Dieses Gesetz soll bis zum Gipfel nächsten Jahres verabschiedet sein.

Um diesen Wandel möglich zu machen, weist der GEAC außerdem darauf hin, wie wichtig finanzielle Unterstützung im Kampf für Gleichberechtigung ist. Dabei fordern sie Länder dazu auf, mindestens 0,7% ihrer Wirtschaftskraft (Bruttonationaleinkommen, BNE) für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) einzusetzen. Zusätzlich fordert der Bericht von den Geberländern, sicherzustellen, dass mindestens 85% dieser Entwicklungsgelder Geschlechtergleichsstellung fördern. Das ist eine notwendige Maßnahme, wenn Gleichberechtigung in naher Zukunft Realität werden soll.

Dennoch reichen gesetzlicher Wandel und finanzielle Unterstützung nicht aus.

 Taten statt Worte

Wir haben zu oft leere Worte und gebrochene Versprechen gehört. Genau aus diesem Grund müssen wir dafür sorgen, dass Politiker*innen Rechenschaft über die Einhaltung ihrer Versprechen leisten müssen. Nur so kann der G7-Gipfel für Frauen und Mädchen weltweit echte Taten statt leerer Worte liefern.

Um das möglich zu machen, ist ein innovativer und unabhängiger Rechenschaftsmechanismus notwendig, der die Einhaltung von Versprechen und tatsächlichem Fortschritt verfolgt und die Machthabenden dafür zur Verantwortung zieht.

Der GEAC-Bericht erkennt an, dass es einen solchen Mechanismus braucht. Allerdings müssen die Forderungen und Empfehlungen noch konkreter werden, um zu verhindern, dass Länder ihre Berichte verfälschen oder eine politische Teilhabe ihrer Zivilgesellschaften verhindern. Damit es ein wirklich bahnbrechendes System werden kann, sind einige Dinge notwendig: Eine unabhängige Gruppe von Experten, die den Fortschritt nachverfolgen, engagierte Zivilgesellschaften mit einem gleichberechtigten Platz am Tisch und, dass alle (nicht nur den wohlhabenden G7) Länder zur Verantwortung gezogen werden.

Nach aktuellen Schätzungen wird es noch 108 Jahre dauern, bis wir Gleichberechtigung weltweit tatsächlich erreicht haben. Doch dieses Jahr haben Regierungschef*innen die Möglichkeit, einiges an dieser erschreckenden Statistik zu ändern. Die G7 haben große Hoffnungen für Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt geweckt, indem sie Gleichberechtigung zur obersten Priorität für den Gipfel erklärt haben. Damit haben sie die Chance, ihn zu einem Gipfel zu machen, der sich wie nie zuvor für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzt.

Die Zeit für großartige Taten ist jetzt; lasst uns sichergehen, dass die G7 echten Fortschritt anstreben und die weltweiten Hoffnungen nicht enttäuschen.

Unterstütze jetzt unsere Forderung für #ProgressNotPromises auf dem G7-Gipfel!

 

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Postkarten an die G7 – Unsere Forderungen gegen Sexismus

22. August 2019 - 14:43

Der G7-Gipfel in Biarritz liegt in greifbarer Nähe. Ein Ereignis, bei dem die Regierungschef*innen weltweitem Sexismus endgültig den Kampf ansagen können. Damit das passiert und wir die Rechte von Frauen und Mädchen stärken können, braucht es handfeste politische Entscheidungen und Maßnahmen. In Punkto Gleichberechtigung interessieren uns nicht die Versprechen der G7-Chef*innen, sondern nachvollziehbarer und echter Fortschritt.

Was wir bisher erreichen konnten

Fakt ist, dass überall auf der Welt, Tag für Tag, die Rechte von Frauen verletzt werden. Die Agenda des Gipfels muss deshalb lauten: Sexismus besiegen. Diese Forderung haben wir in den vergangenen Wochen mit unserer Postkartenaktion laut an die Bundeskanzlerin und ihre G7-Kolleg*innen kommuniziert. Unterschriften von mehr als 53.000 ONE Unterstützer*innen haben der Botschaft dabei besonders viel Gewicht verliehen.

https://s3.amazonaws.com/one_org_international/de/wp-content/uploads/2019/08/22114909/20190820_Video_Postkartenaktion.mp4

Die zentralen Punkte unserer Forderung sind klar und deutlich: wir wollen eine neue Biarritz-Partnerschaft sehen, die gesetzlichen und politischen Wandel für die Gleichberechtigung von Frauen vorantreibt. Vorschläge dafür gibt es bereits – und die G7-Regierungschef*innen haben die Macht, solchen Beispielen zu folgen und sich weltweit für die Beseitigung von Sexismus einzusetzen. Nicht nur gesetzliche Beschlüsse können dabei helfen, sondern auch gezielte finanzielle Unterstützung, um beispielsweise die finanzielle Inklusion von Frauen in Sub-Sahara Afrika zu fördern.

Im Laufe der Aktion haben ONE Unterstützer*innen nicht nur online unsere Postkarte unterschrieben. Auf Events wie dem Wacken und dem Zelt-Musik-Festival formulierten zahlreiche Menschen eigene Botschaften an die Bundeskanzlerin.

Das Wochenende war laut @Wacken. Aber noch lauter sind eure Stimmen bei unserer Postkartenaktion an die #G7. Mach es wie viele engagierte Menschen beim Festival und lass deine Unterschrift zählen: https://t.co/jUwqmlhJ9p pic.twitter.com/3ZPddGZK2t

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) August 5, 2019

Was passiert nun mit den Botschaften?

Die Postkarten gelangen nun Stück für Stück ins Bundeskanzleramt und sorgen dafür, dass unsere Stimmen nicht länger ignoriert werden können. Die Bundeskanzlerin und die G7-Regierungschef*innen sollen wissen, dass uns der Kampf gegen Sexismus am Herzen liegt. Deshalb erwarten wir von ihnen, dass sie ihre Macht und ihren Einfluss nutzen, um diesen Kampf für Frauen und Mädchen weltweit zu entscheiden. Das Monda Magazin unterstützt unsere Postkartenaktion und fordert ebenfalls dazu auf, diese Forderung klar und deutlich zu kommunizieren.

Die Bundeskanzlerin selbst sagte auf der G20-Afrika-Konferenz in Berlin: „Wenn wir nicht die Rolle von jungen Mädchen und Frauen stärken, wird die Entwicklungsagenda keinen Erfolg haben.“

Wir stimmen voll und ganz zu. Aber jetzt wollen wir echten Fortschritt statt Versprechen sehen und hoffen, dass so viele Postkarten wie möglich die Kanzlerin erreichen. Die G7 müssen auf dem Gipfel im Kampf gegen Sexismus liefern. Denn wir wollen keine 108 Jahre mehr warten – die Zeit ist jetzt. Und es gibt keine Gleichberechtigung, solange wir nicht alle die gleichen Rechte haben.

Ihr wollt auch nicht länger warten? Unsere Postkartenaktion läuft noch. Lass deine Unterschrift zählen und unterstütze unsere Forderung an die Bundeskanzlerin und ihre G7-Kolleg*innen.

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Gleichberechtigung – Das sind eure Ideen

22. August 2019 - 14:06

Wir haben gefragt, Ihr habt geantwortet: Mit welchen Gesetzen können wir Mädchen und Frauen die gleichen Chancen wie Jungen und Männern ermöglichen? Wir stellen euch einige der Ideen unserer Mitmachaktion vor.

Gesetze, Politik, Internationale Abkommen – muss das so kompliziert sein?

Gleichberechtigung ist kein Hexenwerk. Soziale Ungleichheiten sind menschengemacht und nicht natur- oder gottgegeben. Deshalb können wir den Spieß umdrehen und uns für eine Gesellschaft mit gleichen Möglichkeiten einsetzen, egal welches Geschlecht, Hautfarbe, Einkommen der Eltern & co du hast. Deshalb ist es im Grunde ganz einfach: Es geht darum, dass wir alle die gleichen Rechte haben. Zugegeben, bei der Umsetzung wird es komplizierter, aber dazu haben wir ja auch eure Hilfe und Ideen. 2500 Vorschläge habe wir von euch erhalten, hier kommt ein Best-of , wie die G7 Frauen weltweit stärken können.

Gemeinsam können wir Gleichberechtigung erreichen. Hier ist die tunesische Aktivistin Aya Chebbi mit Jugendbotschafterinnen von ONE.

Parité in Politik & Wirtschaft

Parité beschreibt den gleichen Anteil an Frauen und Männern in wichtigen Institutionen. In Afrika haben beispielsweise schon Südafrika, Äthiopien, Ruanda und seit kurzem Guinea-Bissau so viele Ministerinnen wie Minister. Die Idee darf aber für Viele nicht in der Politik aufhören: Silvia S. findet „Wir brauchen verbindliche Frauenquoten für Aufsichtsräte, Vorstände und das obere Management in allen Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden.“

Apropos Arbeit. Unglaublich viele Stimmen erreichten uns und forderten die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern. Logisch, alles andere wäre auch. An alle Kritiker*innen, die die Machbarkeit in Frage stellen: Island hat bereits vorgemacht, dass es geht. Hanna H. bringt dazu die wichtige Rolle von Lohntransparenz, flachen Hierarchien und diversen Teams ein.

 „Ich fordere eine gesetzliche Regelung zur gleichen Bezahlung von Männern und Frauen wie in Island“ – Silvia S.

Für Frauen, die gleich selbst anpacken und sich selbstständig machen fordern mehrere Menschen zinslose Kredite für Frauen und Fortbildungen im geschützten Rahmen.

Bildung, Bildung, Bildung!

Greta B. findet: “Das A und O der Gleichberechtigung heißt Bildung, Bildung, Bildung! Solange Mädchen und Frauen in vielen Ländern davon ferngehalten werden, kann es keine Gleichberechtigung geben.” Im Globalen Süden können nach Laura S. die Übernahme von Schulgeld und Stipendien für Mädchen und Frauen den Zugang zu Schulen und Universitäten ermöglichen. Bildung ist dabei nicht nur Selbstzweck: Yesra Z. sieht in Bildung die Grundlage für selbstbewusste und selbstbestimmte Frauen.

Bildung ist dabei aber nicht gleich Bildung. Deshalb sollte nach Anke W. genderkritische Bildungsarbeit Kindern ermöglichen, vermeintliche Selbstverständlichkeiten und (Un-)Möglichkeiten zu hinterfragen. Eva-Catrin R. findet, dass in der Schule Mädchen und Jungen lernen sollten, gemeinsam Probleme zu Lösen und Ideen zu Entwickeln.

„Das alles sind verschiedene Ausdrücke für dasselbe: Respekt und Würde. Mangelt es daran, hilft kein Gesetz. Wir brauchen also eine neue Erziehung. Dort beginnt Gleichberechtigung.“ – Vera W.

Es ist an der Zeit die Stimme zu erheben und gemeinsam gleiche Rechte und Möglichkeiten zu fordern.

Schluss mit Luxus

„Ich möchte, dass die Tampons und Binden allgemein mit 7% Mehrwertsteuer belegt werden und nicht als Luxus gelten.” Findet Werner F. und hat damit unsere volle Unterstützung. Männer können nicht schwanger werden und haben in der Regel auch nicht ihre Tage. Frauen schon – deshalb erreichten uns auch viele Ideen, die gegen diese Ungleichheit angehen. Für Eva-Catrin R. sollten Arbeitsgeber*innen Alleinerziehende entlasten und gezielt Mütter einstellen – weigern sie sich, helfen Sanktionen. Ganz hoch im Kurs war aber auch die Forderung nach einer qualitativ hochwertigen und kostenlosen Kinderbetreuung.

Keine Werbung mehr, die Frauenkörper zum Verkauf beliebiger Ware nutzen!“ – Colette C.

Darüber hinaus findet Rita H.: „Frauen sollen wegen ihrer Einschränkungen während der meist schmerzhaften monatlichen Periode mehr Urlaub zum Erholen bekommen.“ Neu ist diese Forderung nicht: In Japan haben Frauen bereits seit 1947 Anspruch auf drei freie Tage im Jahr – und auch in Taiwan und Indonesien wird es umgesetzt.

Gleiche Rechte und Rechtsstaatlichkeit bedeutet für viele Frauen einen großen Schritt Richtung Gleichberechtigung. Foto: Sebastian Pichler via Unsplash

Schluss mit sexistischer Werbung und ein neues Prostitutionsgesetz

Halbnackte Frauen, die Fernseher verkaufen – macht null Sinn, scheint aber zu funktionieren. Das muss aber nicht sein. Unter anderem Berlin hat sexistische Werbung bereits verboten. Auch Colette C. findet, dass es keine Frauenkörper braucht, um Dinge zu verkaufen. Ursula R. geht einen Schritt weiter und fordert „Werbung, auf der die Männer nackt sind und die Frauen die angezogenen Macher.“ Ob das ganz ernst gemeint war wissen wir nicht, die Idee regt aber zum Nachdenken über Rollenbilder an.

„Die komplette Übertragung der Frauen-WM. Man kann Freundschaftsspiele der Männer gucken aber nicht mal die komplette Frauen-WM, warum?“ – Carrie

Bei dem Schutz von Prostituierten sind die skandinavischen Länder für viele Menschen Vorreiter. Dort ist Prostitution verboten – jedoch für die Freier. So werden Sexarbeiter*innen nicht kriminalisiert und in die Illegalität gedrängt. Viele Nachrichten, die uns erreichten, fordern diesen Ansatz auch für andere Länder.

Wer kann das schon bezahlen?

Auch die Frage nach dem Zugang zu Geld beschäftige uns. Es kann nicht sein, dass Frauen wegen ihres Geschlechts keinen Kredit bekommen. Oder kein Konto. Diese Forderung unterstützt auch Carolin Kebekus.

Liebste Pussies, für Gastgeber Macron ist es beim G7-Gipfel im August eine Hauptpriorität, darauf hinzuweisen,dass im…

Posted by Carolin Kebekus on Tuesday, July 16, 2019

Fortschritt statt Versprechen

In Sachen Frauenrechten geht es voran – nur leider zu langsam. Deshalb fordern wir die G7 auf, den Worten endlich Taten folgen zu lassen und sich der Geschlechtergerechtigkeit zu verpflichten. Oder um es mit den Worten von Anne I. zu sagen: „Mit freiwilligen Lippenbekenntnissen kommen wir diesem Ziel nicht näher, nur mit Verpflichtungen und Gesetzen, deren Einhaltung kontrolliert wird.”

 

 

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21. August 2019

21. August 2019 - 17:35
1. Kamerun: Separatist*innen verurteilt

Katrin Gänsler berichtet in der Tageszeitung (taz), dass in Kamerun Mitglieder der anglophonen Separationsbewegung zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Noch sei nicht klar, ob sie Berufung einlegen werden. Neben der Haftstrafe müssen die Verurteilten hohe Geldstrafen zahlen. Die Bewohner*innen des anglophonen Teil Kameruns werden seit Jahrzehnten durch die Regierung von Präsident Paul Biya unterdrückt. Bereits 2018 sei Sisiku Ayuk Tabe, Anführer der Separatistenbewegung, zusammen mit 46 Separatisten*innen in Nigeria verhaftet und an Kamerun ausgeliefert worden. Die anhaltenden Auseinandersetzungen in der anglophonen Region sorgen dafür, dass immer mehr Menschen fliehen, 35.000 leben bereits im Nachbarland Nigeria. Laut der International Crisis Group (ICG) seien bisher 1.850 Menschen in dem Konflikt ums Leben gekommen. Das Urteil nun sei auch richtungsweisend für das weitere Verfahren gegen Oppositionspolitiker Maurice Kamto. Dieser sitze seit Ende Januar dieses Jahrs im Gefängnis, bisher noch ohne Urteil.

2. Sambia: Kirche wird immer wichtiger

In der Deutschen Welle berichtet Tessa Clara Walther, dass die Kirche in Sambia einen immer höheren Stellenwert hat. Bei der zehnten Weltversammlung von ‚Religions for Peace’ in Lindau am Bodensee seien auch Vertreter*innen aus Afrika zu Gast. Der katholische Bischof David Masupa aus Sambia, Vorsitzender der ‚Unabhängigen Kirche von Sambia’ berichtet, dass christlicher Glauben immer relevanter werde. Die Kirche helfe gerade jungen Menschen bei einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, so Masupa. Trotz einer offiziell niedrigen Arbeitslosenquote gebe es soziale und wirtschaftliche Probleme im Land. Familienstrukturen seien in Sambia sehr wichtig und somit werde auch Glaube und Religion über die Familie vermittelt, sagt Bischof Masupa. Die Kirche schenke den Menschen in Sambia vor allem Hoffnung.

3. Chinesische Investitionen in Äthiopien

Wie Joachim Eggers in der Deutschen Welle berichtet, werden Chinas Investitionen in Äthiopien zunehmend kritisch betrachtet. Rund 12 Milliarden Euro soll China bereits an Äthiopien verliehen haben, hauptsächlich für den Ausbau der Infrastruktur. Um mehr als acht Prozent könne die Wirtschaft pro Jahr dank der chinesischen Investitionen wachsen, so Costantinos Berhutsefa Constantinos, Professor für Politik an der Universität in Addis Abeba. Dieses Wirtschaftswachstum habe vor allem die Regierung nach dem chinesischen Modell vorangetrieben: staatlich verordnetes Wachstum auch gegen Widerstände aus der Bevölkerung. Seit dem Regierungswechsel im Frühjahr 2018 werde das Verhältnis zu China allerdings nüchterner gesehen. Gerade für Bauprojekte oder bei Autofirmen kommen lediglich die Arbeitskräfte aus Äthiopien. Bauteile und Materialien werde aus China importiert. Auch werde China bei den Krediten für die Infrastruktur auf eine Rückzahlung drängen, so Joachim Eggers.

 

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Zwischen Dirndl und Lederhosen: Mein Treffen mit dem Entwicklungsminister

21. August 2019 - 12:17

Unsere Jugendbotschafterin Janice war auf der Allgäuer Festwoche unterwegs, um sich dort mit dem Entwicklungsminister zu treffen. Hier berichtet sie von ihren Erlebnissen. 

Auf der Allgäuer Festwoche habe ich mich mit Entwicklungsminister Müller getroffen, um von ihm mehr Einsatz für den Kampf gegen vermeidbare Krankheiten zu fordern. Ein ziemlich aufregender Termin für mich, der besser lief, als ich erwartet hatte.

Im ONE-T-Shirt zwischen lauter Trachten

Überall auf der Festwoche sehe ich feiernde Menschen in bayerischer Tracht. Dazwischen ich, im ONE-T-Shirt. Ich bin in Kempten, um mich mit dem deutschen Entwicklungsminister Gerd Müller zu treffen und ihm eine Petition zu übergeben. Das Treffen zu vereinbaren, ging unkompliziert und schnell. Dem Entwicklungsminister gleich persönlich gegenüberzustehen, ist aber eine ganz andere Sache! Er ist ja doch ein hohes Tier und ich will nichts Falsches sagen, mich verhaspeln oder blamieren.

Jugendbotschafterin Janice bei der Allgäuer Festwoche

Der Minister ist auch nur ein Mensch

Viel Bedenkzeit habe ich aber gar nicht. Ich werde prompt zum Treffpunkt gebeten und schüttle dem Minister die Hand. Als er so vor mir steht, wird mir klar: er ist auch nur ein Mensch. Das kann ich schaffen! Dann werde ich an den Tisch gebeten und sitze dort eine ganze Weile, während sich der Minister, seine Frau, die Stadträtin, der Landrat und zwei Vertreterinnen des Bäuerinnenverbands unterhalten. Ich bekomme Kaffee, Kuchen und einen Hugo und kann zuhören und manchmal auch mitreden. Vor allem, als es um die Deutsche Bahn geht. Denn die ist der Grund, warum mein Jugendbotschafterkollege es heute leider nicht zu dem Treffen geschafft hat.

Übergabe unserer Petition an Minister Müller

Das Treffen: ein voller Erfolg!

Am Ende kann ich dann noch mein Anliegen vortragen. Fast 150.000 Menschen fordern Minister Müller und die politisch Verantwortlichen weltweit auf, den Globalen Fonds zu stärken. Der Globale Fonds bekämpft die vermeidbaren Krankheiten Aids, Malaria und Tuberkulose und hat bisher dazu beigetragen, schon 16 Millionen Menschenleben gerettet. Mit Deutschlands Hilfe soll er das auch weiterhin tun. Nach meinem kleinen Pitch habe ich das Gefühl, dass sich alle Anwesenden für das Thema interessieren und ich bekomme wirklich positive Rückmeldungen.

Zwar sagt der Minister leider nicht sofort begeistert zu, Geld für den Fonds auszugeben, aber immerhin wirkt er nicht abgeneigt. Und er sagt selbst, wie wichtig die Arbeit des Fonds ist. Sozusagen ein voller Erfolg! Endlich kann ich wieder ruhig atmen. Denn ich habe diese wichtige Sache erfolgreich gemeistert. Mit einem leichten Schwips (Hugo) und einem guten Gefühl (habe mich nicht allzu oft verhaspelt), kann ich beruhigt wieder nach Hause fahren. Mission accomplished!

Bereits im April war Janice in Kempten unterwegs und hat Briefe von ONE-Unterstützer*innen an das Wahlkreisbüro von Minister Müller übergeben. Schau dir hier die Bilder der Aktion an und zeige deinen Support für so viel junges Engagement! 

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20. August 2019

20. August 2019 - 13:03
1. Tschad: Militärpräsenz gegen Konflikte

Katrin Gänsler berichtet in der Tageszeitung (taz), dass die anhaltenden Konflikte im Tschad nun mit wachsender Militärpräsenz gelöst werden sollen. Derzeit gebe es Ausschreitungen im Grenzgebiet zum Sudan zwischen Viehzüchter*innen und den dortigen Landwirt*innen. Bei den Konflikten gehe es vor allem um die Nutzung von Weideflächen. Die lokale Bevölkerung in den betroffenen Gebieten lebe weitgehend von der Landwirtschaft. Die Viehwirtschaft betreibende Gruppe der Zaghawa sei auf der Suche nach neuen Flächen. Hieraus ergeben sich Spannungen zwischen den beiden Gruppen. Präsident Idriss Déby habe entschieden, Soldat*innen in das Gebiet zu schicken, um die „Sicherheit der Bevölkerung“ zu gewährleisten. Gegenstimmen gebe es vor allem von der Menschenrechtsorganisation ‚Tschadisches Abkommen zum Schutz der Menschenrechte‘. Laut Generalsekretär Mahamat Nour Ibedou befürchte diese vor allem eine Unterdrückung der Zivilbevölkerung, Machtmissbrauch und willkürliche Morde. Auch sollen Bürger*innen ihre Waffen abgegeben. Die Menschenrechtsorganisation befürchtet, dass Unschuldige „des Waffenbesitzes beschuldigt und erpresst werden“.

2. Somalia: „Gescheiterter Staat“

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) portraitiert Joseph Croitoru das ostafrikanische Land Somalia. Vor allem bei afrikanischen Politiker*innen gelte es nach wie vor als „gescheiterter Staat“. Bis heute leide das Land unter Unruhen und einem lang anhaltenden Bürgerkrieg. AMISIOM, die Mission der Afrikanischen Union in Somalia, finanziell unterstützt von den USA sowie der Europäischen Union, habe sich seinerseits zum Ziel gesetzt, die Übergansregierung von 2004 zu stützen. Deren Handlungsspielraum erstrecke sich jedoch nur bis in den Norden des Landes. Südzentralsomalia bleibe weiterhin unter Führung religiöser Kräfte. Kritik an der Mission und ihre Ziele seien bisher weitestgehend ausgeblieben. Jonathan Fischer, Afrikanist von der Universität Birmingham, stellte bei der Analyse von Sitzungsprotokollen fest, dass gerade Politiker*innen und Expert*innen von AMISOM nach wie vor von einem „gescheiterten Staat“ sprechen, während dieser Begriff in westlichen Diskursen oft kritisch gesehen werde. Auch sehen sie in Somalia eine Bedrohung für die errichtete Ordnung in der Region. Die an der AMISOM-Mission beteiligten Staaten, insbesondere Uganda und Äthiopien, seien deshalb vor allem an dem Aufbau einer starken Armee interessiert. Fischer wertet dies jedoch als falschen Ansatz. Es sei wichtig, die traditionellen somalische Clans sowie den starken Bezug zum Islam zu berücksichtigen.

3. Angriff in Burkina Faso

Wie Zeit Online und die Neue Zürcher Zeitung berichten, sind bei einem Angriff auf einen Militärstützpunkt in Koutougou, Burkina Faso, mindestens ein Dutzend Soldat*innen ums Leben gekommen. Der Angriff durch eine „terroristisch bewaffnete Gruppe“ habe Montagmorgen stattgefunden. Es seien außerdem mehrere Soldat*innen verletzt oder nach wie vor vermisst. Islamistische Gruppen seien in der Region häufig für Gewalttaten verantwortlich. Für die Armee seien die Angriffe nur schwer einzudämmen.

 

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19. August 2019

19. August 2019 - 10:34

1. Neustart im Sudan
Viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, der Tagesspiegel, die tageszeitung (taz), tagesschau.de und das ZDF berichteten bereits am Wochenende, dass der bisher regierende Militärrat und die Opposition Sudans ihren langen Streit um die Führung des Landes offiziel beigelegt haben. Nach einer Verfassungserklärung, die beide Seiten unterzeichnet haben, werde es eine gemeinsame Regierung aus Militär- und Zivilvertreter*innen geben. Diese dürfe etwas mehr als drei Jahren regieren und solle dann den Weg für freie Wahlen ebnen, aus der eine reine Zivilregierung hervorgehen solle. Dem Streit zwischen Militär und Opposition sei der Sturz des Langzeitdiktators Omar al-Bashir vorausgegangen, der das Land 30 Jahre mit repressiven Mitteln regiert habe. Dieser muss sich nun vor einem Gericht in der Hauptstadt Khartum, wie unter anderem der Deutschlandfunk meldet. Er sei angeklagt wegen „Korruption, Devisenvergehen und illegaler Anhäufung von Vermögen“.

2. Müller gegen Ebola
Der Tagesspiegel, N-tv.de und die Deutsche Welle thematisierten bereits am vergangenen Freitag die Afrika-Reise von Entwicklungsminister Gerd Müller. Beim Staatsbesuch in der Demokratischen Republik Kongo habe Müller 50 Millionen Euro für die Bekämpfung der derzeit vor Ort grassierenden Ebola-Epidmie zugesagt. Laut dem Virologen Jean-Jacques Muyembe sei die Krankheit  „trotz der mittlerweile getesteten effektiven Gegenmittel weder eingedämmt noch unter Kontrolle“. Bisher haben sich im Zuge der aktuellen Krankheitswelle 2900 Menschen infiziert, 1900 seien bereits an Ebola gestorben.

3. Ruanda: Doch kein ökonomisches Vorzeigemodell?
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung setzt sich kritisch mit den Erfolgen von Ruandas Präsident Paul Kagame auseinander. Seit seiner Amtsübernahme vor knapp 20 Jahren habe er das Land wirtschaftlich vorangebracht, die Kindersterblichkeitsrate gesenkt und die Armut im Land verringert. Seine repressiver Umgang mit politischen Gegner*innen habe seinem Ansehen bisher nicht geschadet, da die Wahrnehmung seiner Peron als Wirtschaftsdreformer, der Ruanda poltitisch stabilitisert, überwiege. Dieses Bild gerate laut einem Bericht der Londoner Financial Times ins Wanken. Kagames wirtschaftliche Erfolge seien geringer als bisher angenommen, da die „Statistiken Ruandas mindestens einmal gefälscht“ worden sein. Statt dem offiziellen Armutsrückgang um knapp sechs Prozent zwischen 2011 und 2014 sei die Armut in diesem Zeitraum tatsächlich um über sechs Prozent gestiegen. Kagame selbst habe die Berichte als „westliche Propaganda“ bezeichnet. Seine Macht werde von der Kritik nicht erschüttert werden, wohl aber das Bild Ruandas als wirtschaftliche Vorzeigenation Ostafrikas.

 

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15. August 2019

15. August 2019 - 14:00
1. Stoppt Nigeria Lebensmittelimporte?

Wie die Deutsche Welle und Evangelische.de berichten, setzt Nigeria trotz des afrikanischen Freihandelsabkommens (AfCFTA) weiterhin auf Abschottung bei der Einfuhr von ausländischen Waren. Hohe Zölle und Verbote auf bestimmte Waren erschweren nach wie vor den Import von Produkten nach Nigeria. Nun wolle die nigerianische Regierung unter Präsident Muhammadu Buhari die Einfuhr von Lebensmitteln komplett einstellen. Sie habe eine entsprechende Anweisung für einen Finanzierungsstopp für Lebensmittel-Importe an die nigerianische Zentralbank gegeben. Laut Buhari sollen die dadurch frei werdenden Mittel zukünftig in die heimische Wirtschaft investiert werden. Nigeria habe Lebensmittelsicherheit erreicht und sei nicht mehr auf den Import von ausländischen Lebensmitteln angewiesen, so Buhari. Das Land sei reich an Öl, dennoch leide ein Großteil der Bevölkerung unter extremer Armut und Nahrungsmangel. Die Einfuhr von Reis und Milch sei bereits vor einigen Wochen gestoppt worden. Da die Zentralbank unabhängig von der Regierung agiere, glauben Beobachter*innen nicht, dass die Anweisungen der Regierung umgesetzt werden.

2. Merkel in die Entwicklungspolitik?

In einem Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland thematisiert Bundeskanzlerin Angela Merkel unter anderem den Berliner Politikbetrieb und äußert sich zu Plänen nach ihrer Legislatur, wie unter anderem die Hannoversche Allgemeine Zeitung und die Berliner Zeitung schreiben. Seenotrettung sei ein Gebot der Menschlichkeit, so Merkel. Gespräche mit afrikanischen Ländern über die Art und Weise, wie Deutschland unterstützen könne, seien daher wichtig. Sie schließe nicht aus, nach ihrer Kanzlerinnenschaft zum Thema zu sprechen oder sich um etwas zu „kümmern, das mit Entwicklungspolitik zu tun hat“. Zudem melden die Hannoversche Allgemeine Zeitung und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, dass Entwicklungsminister Gerd Müller am Mittwoch nach Afrika aufgebrochen ist. Er werde die Länder Ruanda, die Demokratische Republik Kongo und Kenia besuchen. Dort werde er sich für Klimaschutz, Investitionen für mehr Jobs sowie die Bekämpfung von Pandemien stark machen.

3. Von Oxfam zu UNAIDS

Wie Welt Online, der Deutschlandfunk und die Deutsche Welle berichten, wird Winnie Byanyima nach fünf Jahren an der Spitze der Entwicklungsorganisation Oxfam nun Leiterin des Anti-Aids-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS). Nach dem Rücktritt von Michel Sidibé im Mai diesen Jahres sei der Posten vakant gewesen. Byanyima sei „geehrt“ über die Ernennung. Die ugandische Frauenrechtlerin sei bereits Teil des UN-Umweltprogamms UNEP und Co-Direktorin des Wirtschaftsforums in Davos gewesen. Ihr Vorgänger Sidibé sei wegen Kritik und Beschwerden an seinem Führungsstil zurückgetreten. Schweden hatte aufgrund der Verfehlungen die Zahlungen an UNAIDS vorübergehend eingestellt.

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14. August 2019

14. August 2019 - 12:25
1. Ebola: Heilung in Sicht?

Wie unter anderem Spiegel Online, Zeit Online, Sueddeutsche.de, der Standard und die Pressagentur Reuters berichten, werden zwei experimentelle Behandlungen gegen Ebola im Kongo zugelassen. Nach der Behandlung seien 90 Prozent der Patient*innen geheilt worden, so Anthony S. Fauci, Direktor des US-amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases. Die Ergebnisse der beiden Wirkstoffe seien noch nicht publiziert, die Antikörper-Therapien werden aber aufgrund der hohen Erfolgsrate nun fortgesetzt. Vier Wirkstoffe seien getestet worden, zwei davon werden nun weiter für Impfungen verwendet. Bei der aktuell Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo sind mit 1900 Menschen rund zwei Drittel der Infizierten bereits gestorben. Die Antikörper-Therapie solle bei allen Patienten angewendet werden. Durch die hohe Überlebensrate hoffen auch die Ärzte auf wachsendes Vertrauen aus der Bevölkerung. Das Misstrauen gegenüber Ärzt*innen und dem Umgang mit Betroffenen sei nach wie vor noch sehr groß. Mehrere Medien, darunter Spiegel Online, ZDF, Deutsche Welle und die Berliner Morgenpost berichtet außerdem, dass die Masernfälle weltweit wieder steigen, insbesondere in Afrika. Laut der Weltgesundheitsorganisation seien dort die Fälle in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 900 Prozent nach oben geschnellt.

2. G7: Superheld*innen gegen Sexismus?

Das Monda-Magazin thematisiert, dass die Entwicklungsorganisation ONE mit einem Video die G7-Regierungschefs und -chefinnen zum Handeln für Geschlechtergerechtigkeit auffordert. In sozialen Netzwerken mache der Hashtag #ProgressNotPromises bereits auf die Verantwortung der Regierenden aufmerksam. Anstatt leerer Worte sollen Taten folgen. Das Video zeigt die sieben Staatsoberhäupter als Superheld*innen, die vor der Wahl stehen im Angesicht der weltweiten „Sexismus-Krise“ zu handeln  oder es bei Reden zu belassen. Politiker*innen bräuchten keine Superkräfte, um Fortschritt bei Gleichberechtigung zu erreichen, sie bräuchten den Mut und politischen Willen zu handeln statt zu reden, so Gayle Smith, Präsidentin von ONE. Auch T-Online.de greift das Video auf.

3. Eritrea: Sicherheit für Zurückkehrende? 

Christian Putsch behandelt in der Welt, die Frage, wie sicher es für Eritreer*innen ist, in ihr Heimatland zurückzukehren. Eritreer*innen haben in Deutschland nach Geflüchteten aus Syrien die höchste Chance auf Anerkennung bei Asylanträgen. Im Gegensatz dazu schiebe die Schweiz in vielen Fällen Antragssteller*innen ab. Für die Menschrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) sei vor allem die Zwangsrekrutierung von jungen Eritreer*innen alarmierend. Oft könnten sie nicht einmal die Schule beenden. Zu dem sogenannten Nationaldienst können Frauen und Männer auch noch bis zu ihrem 50. Lebensjahr verpflichtet werden. Bei Desertation drohen bis zu fünf Jahre Haft. Die Grenzöffnung zu Äthiopien im vergangenen Jahr, die als Fortschritt gewertet wurde, sei bereits wieder rückgängig gemacht worden. Im Ausland lebende Eritreer*innen haben nach Angaben der EU-Agentur EASO mit wenig rechtlichen Konsequenzen bei der Rückkehr in ihr Heimatland zu rechnen. Allerdings verlange die Regierung eine ‚Diasporasteuer‘ auf im Ausland erwirtschafteten Einnahmen. Laut der Nichtregierungsorganisation Freedom House falle Eritrea in Sachen Freiheit noch hinter die Länder Saudi-Arabien, Nordkorea und Libyen. Unabhängige Presse und Justiz seinen vom Präsidenten Isayas Afewerki abgeschafft worden. Bisher lehne Deutschland eine offizielle bilaterale Entwicklungszusammenarbeit ab. Entwicklungsminister Gerd Müller sehe dafür jedoch Chancen, wenn es Reformen bei Menschenrechten und der Privatwirtschaft gebe.

 

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13. August 2019

13. August 2019 - 11:51

1. Insel der Anti-Korruption
Ilona Evens portraitert in der aktuellen tageszeitung (taz) die „bürgerorientierte Politik“ von Kivutha Kibwana, Gouverneur der südkenianischen Provinz Makueni. In dem von Korruption geprägten Land falle er dadurch auf, dass er den Bürger*innen zuhöre und gewährleistet, dass geplante Entwicklungsprojekte wie Staudämme tatsächlich realisiert werden. Dabei werden die veranschlagten Investitionsmittel genau dafür eingesetzt, wofür sie vorgesehen seien. Die meisten Menschen in Makueni seien „begeistert von ihrem Gouverneur“, der sich bewusst dafür entschieden habe, für eine lokale Kleinpartei anzutreten. Bei Entwicklungsprojekten werden die Bürger*innen nicht nur angehört, sondern aktiv mit einbezogen. Das sei insofern bemerkenswert, als es in Kenia oftmals üblich sei, von geplanten Projekten betroffene Bewohner*innen nicht zu konsultieren. Korruption sei bis in die höchsten Regierungskreise weit verbreitet. Auch andere Projekte in Makueni wie eine Obstverarbeitungsfabrik, eine neue Entbindungsklinik oder eine neue Schule verbessern das Leben in der Region deutlich und seien dabei günstiger als vergleichbare Projekte in der Hauptstadt Nairobi.

2. NGOs leben gefährlicher
Wie die Leipziger Volksstimme berichtet, wird die Arbeit von Entwicklungshelfer*innen in Afrika immer gefährlicher. Erst kürzlich sei eine deutsche Rotes-Kreuz-Krankenschwester in Somalia entführt und ein Arzt der Weltgesundheitsorganisation im Kongo getötet worden. Alleine vergangene Woche seien sechs Helfer*innen im Nordosten Nigerias von einer Terrororganisation entführt worden. 2018 sei mit rund 400 „großen Angriffen“ das zweitgefährlichste Jahr für Entwicklungshelfer*innen gewesen. Besonders betroffen seien lokale Mitarbeiter*innen. Mit dem Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und Zentralafrika liegen drei der gefährlichsten Länder in Afrika. Ein Grund für die wachsende Gefahr sei, dass örtliche Milizen und Terrorgruppen die Helfer*innen verstärkt als „westliches Instrument“ wahrnehmen. Auch die Hilfseinsätze gehen mittlerweile länger als früher, so Bodo von Borries vom Dachverband deutscher Entwicklungsorganisationen VENRO.

3. Ein neues Leben in Ghana
Jana Sepehr portraitiert im ZDF den syrischen Geflüchteten Mahmoud Al Fawal, der nicht nach Europa, sondern Ghana ausgewandert ist. Es sei bemerkenswert, dass Al Fawal vor Ort nicht primär als Geflüchteter, sondern als „Fachmann“ betrachtet werde. Er habe nie nach Europa auswandern wollen, da er „nicht im Meer ertrinken“ wolle. Nachdem er eine Zeit lang im Libanon gelebt habe, sei ihm von einem Bekannten ein Job in Ghana angeboten worden, den er angenommen habe. Dort leite er mittlerweile ein Geschäft für Elektrotechnik. Die Menschen vor Ort schätzen seine Verlässlichtkeit und seine technische Expertise, so Al Fawal. Er lebe mit seiner Frau in der Hauptstadt Accra und schätze die „Hilfsbereitschaft, die Gastfreundschaft und Lebensfreude“ in Ghana.

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Zeit für Held*innentaten in Sachen Gleichberechtigung

13. August 2019 - 9:56

Weltweit sorgt es für Faszination, wenn Menschen unterschiedlichster Hintergründe, Ansichten und Fähigkeiten auf der großen Leinwand zu mächtigen Superheld*innen werden. Was den Fans dieser Filme stets klar ist: Nicht der Besitz der Macht allein erschafft Held*innen. Entscheidend ist, was man mit ihr anfängt.

Gute Taten im echten Leben scheinen meistens auf den ersten Blick weit weniger heroisch. Da fliegt niemand durch die Luft, um Menschen von einstürzenden Gebäuden aufzufangen, rettet unter Einsatz von Superkräften die Welt vor Schurken oder zerstört auf die Erde fallende Meteoriten. Nichtsdestotrotz gibt es unzählige Möglichkeiten, die Welt von morgen mitzugestalten. 

Eine dieser Möglichkeiten liegt in greifbarer Nähe. Auf dem G7-Gipfel werden die Regierungschef*innen der sieben größten Wirtschaftsmächte, gemeinsam mit geladen Gästen, zusammen kommen. Es liegt an ihnen, ihre Macht zu nutzen, um zu diesem Anlass etwas wahrlich Heldenhaftes zu tun: den Kampf gegen Ungleichheiten zur Priorität zu machen, wie bereits von Emmanuel Macron angekündigt.  

Die internationalen Regierungschef*innen müssen erkennen, was sie mit ihrer immensen Macht im Kampf für Gleichberechtigung weltweit erreichen können. Von der Schaffung fortschrittlicher Gesetze bis hin zur finanziellen Förderung des Kampfs gegen Ungleichheiten – sie haben es in der Hand, das Leben von Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt maßgeblich zu verbessern.

Bitte unterstütze auch du den Kampf gegen Sexismus. Indem du dieses Video teilst, forderst du die politischen Vertreter*innen der G7 gezielt dazu auf, ihre Macht und ihren Einfluss für Gleichberechtigung einzusetzen. Es ist an der Zeit, dass die stärksten Staaten der Welt für ihre Versprechen zur Rechenschaft gezogen werden und sich zu tatsächlichem Fortschritt verpflichten.

 Der Kampf für Gleichberechtigung kann nicht an einem einzigen Tag gewonnen werden. Es liegt ein langer Weg vor uns, wenn wir dafür sorgen wollen, dass jeder Mensch, überall auf der Welt, die gleichen Chancen erhält. Und dafür benötigen wir echten Fortschritt statt leerer Versprechen von den Regierungschef*innen auf dem G7-Gipfel.

Auch wenn wir keine Superkräfte haben: Wir leben in einer Welt voller Menschen, die heldenhafte Dinge tun können. Jeden Tag. Sei eine*r von ihnen und unterstütze unsere Kampagne. Schick jetzt eine Postkarte an Angela Merkel und fordere #ProgressNotPromises. 

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12. August 2019

12. August 2019 - 16:25
1. Ebola: Zu wenig Hilfe, zu viel Nationalismus

Der österreichische Standard berichtet, dass der weltweit aufstrebende Nationalismus Krisen wie die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo noch verschärft. Wie wenig nationale Herangehensweisen zur Bewältigung internationaler Herausforderungen beitragen, zeige die Grenzschließung des Nachbarlands Ruanda. Steigende Lebensmittelpreise, inoffizielle und unkontrollierte Grenzübertritte binnen kurzer Zeit seien die Folge gewesen. Nach nur 24 Stunden habe die Regierung aufgrund von internationalem Druck die Grenzen wieder geöffnet. Hier habe sich gezeigt, wie wichtig eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei, um die Krankheit zu kontrollieren und einzudämmen. Ein großes Problem sei auch die ‚America first‘-Politik der derzeitigen US-Regierung. Viele Staaten würden zu wenig Geld in die Bekämpfung der Seuche stecken, so Gayle Smith, frühere Chefin der US-Behörde für internationale Entwicklung USAID und Präsidentin der Entwicklungsorganisation ONE. Es fehle an der Vorbildfunktion der USA. Präsident Trump zeige bei der Bekämpfung von Ebola ein großes Desinteresse und der politische Druck auf andere Staaten sei zu niedrig. Zudem berichtete Marcus Bachmann von Ärzte ohne Grenzen in einem Interview mit der Deutschen Welle, dass Kinder besonders von der Krankheit betroffen sind. Rund jede*r sechste Infizierte sei unter fünf Jahren. Auch seien mit 57 Prozent Frauen häufiger betroffen als Männer. Dies steigere im Umkehrschluss auch die Zahl der infizierten Kinder, so Bachmann.

2. Wird der Bund klimaneutral?

Wie unter anderem Zeit Online, die Welt und die Berliner Morgenpost berichten, fordert Entwicklungsminister Gerd Müller einen klimaneutralen Bundestag. Vor allem sei es wichtig Flugreisen zu reduzieren. Ein zuvor veröffentlichter Bericht habe gezeigt, dass Abgeordnete des Bundestages im Jahr 2018 deutlich mehr geflogen seien als noch 2017. Rund 13.000 Flugmeilen sei jede/r Parlamentarier*in 2018 im Durchschnitt geflogen. Laut Müller sei eine Kompensation von Flugreisen nötig. Dieses Geld könne dann in Klimaprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländer gesteckt werden. Er selbst wolle bis Ende dieses Jahres erreichen, dass sein Ministerium klimaneutral werde. Andere Ministerien sollten seinem Beispiel folgen, so der CSU-Politiker. Kritik für den Vorschlag gab es jedoch von den Linken. Kompensationen lösen das Grundproblem nicht, die Alternativen müssen besser werden, so Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag.

3. Tansania: Explosion nach LKW-Unfall 

Mehrere Medien, darunter die Tagesschau, Spiegel Online, Zeit Online sowie der Tagesspiegel berichten von einer Explosion in Morogoro im Osten Tansanias, bei der mindestens 62 Menschen ums Leben gekommen sind. Die Explosion gehe auf einen beschädigten Tanklaster zurück. Beim Versuch an den verbliebenen Treibstoff zu gelangen und diesen aufzufangen, sei der Wagen explodiert. Es gebe weitere Opfer mit Verbrennung, die sich in Behandlung befinden.

 

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08. August 2019

8. August 2019 - 14:40
1. Friedenssignale in Mosambik

Mehrere Medien, darunter die Tageszeitung (taz), die Süddeutsche Zeitung und die junge Welt berichten, dass die Regierung Mosambiks und die Oppositionspartei Renamo ein Friedensabkommen geschlossen haben. Bereits am vergangenen Dienstag haben beide Parteien das Abkommen unterzeichnet. Darin haben sie sich auf eine anhaltende Waffenruhe geeinigt und bekennen sich zur Wahrung der Stabilität des Landes. Das fragile Friedensabkommen von 1992 zwischen der Frelimo-Gruppe und den Rebell*innen der Renamo-Angehörigen sei im Jahr 2013 von den Renamo aufgekündigt worden. Erst im Jahr 2016 sei eine erneuerte Waffenruhe vereinbart worden. Das aktuelle Abkommen solle vor allem auch die anstehenden Wahlen im Oktober erleichtern. Mosambiks Präsident Filipe Nyusi und Oppositionsführer Ossufo Momade sehen vor allem großes Potenzial für wirtschaftliches Wachstum. Frieden, Sicherheit und nachhaltige Entwicklungen seien die obersten Prioritäten, um Afrika weiter aufzubauen, so Moussa Faki, Kommissionspräsident der Afrikanischen Union zum unterzeichneten Friedensabkommen. Mosambiks riesiges Erdgasvorkommen berge großes Potenzial für eine starke wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region, so Angolas Präsident Joao Lourenco.

2. Simbabwe: Hilfe gegen Hunger

Wie unter anderem n-tv, der Deutschlandfunk, General Anzeiger und evangelische.de berichten, ruft die UNO die internationale Gemeinschaft zu Hilfeleistungen für Simbabwe auf. Grund hierfür sei die starke Nahrungsmittelknappheit in dem Land. Von 16 Millionen Menschen benötigen rund fünf Millionen dringend Hilfe. Auch brauchen fast 2,5 Millionen Menschen schnellstmöglich humanitäre Unterstützung, da sie von einer Hungersnot bedroht seien. Grund für diese dramatische Situation sei die anhaltende Wirtschaftskrise sowie Wetterextreme. Im März dieses Jahres habe der Zyklon ‚Idai‘ für schwere Verwüstungen und Nahrungsmittelausfälle gesorgt. David Beasley, Exekutivdirektor des UN-Welternährungsprogramm, forderte die internationale Gemeinschaft dazu auf, rund 300 Millionen Euro für Simbabwe bereit zu stellen.

3. Wird das Wasser knapp?

Julia Merlot berichtet bei Spiegel Online, dass Wasser weltweit zu einem knappen Nahrungsmittel werden kann. Bereits am Dienstag berichteten die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung, dass der Thinktank ‚World Resource Institute‘ (WRI) ermittelt habe, dass Wasserknappheit in immer mehr Ländern immer früher ein Thema sein wird. 2018 erlebte Kapstadt bereits einen ‚Day Zero‘ – also einen Tag, an dem kein Wasser aus den Leitungen mehr gekommen sei. Dies könne laut dem WRI immer öfter vorkommen, besonders in ohnehin trockenen Staaten des Nahen Ostens sowie in Nordafrika. Aktuelle leiden bereits 17 Staaten unter sehr hohem Wasserstress, weitere 27 seien mit einem hohen Risiko eingestuft worden. Bei Ländern, die bereits von Trockenheit betroffen seien, können kleine Dürren die Situation sehr schnell verschlimmern und einen scherwiegenden Wasserstress auslösen.

 

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07. August 2019

7. August 2019 - 15:25
1. Ruanda: Kritik nicht erwünscht

Thilo Thielke berichtet in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass Ruandas Präsident Paul Kagame immer härter und repressiver gegen seine politischen Gegner*innen vorgeht. Um Widerspruch im Keim zu ersticken, werfe Kagame politischen Gegner*innen oft vor, sie würden den Genozid in Ruanda leugnen. Man müsse für die Demokratie im Land kämpfen, so Victoire Ingabire, Vorsitzende der politischen Gruppe ‚Vereinigten Demokratischen Kräfte Ruandas’. Auch Ingabire sei vorgeworfen worden, den Völkermord zu leugnen, bei dem rund 800 000 Menschen ums Leben kamen. Kagame selbst betreibe ‚Geschichtsklitterung‘, so Ingabire. Er leugne, für den Bürgerkrieg verantwortlich zu sein und Kriegsverbrechen begangen zu haben. Jeder, der dieser Meinung widerspreche, werde verhaftet, isoliert oder verschwinde spurlos. Lange habe Präsident Kagame Freiheiten genossen und wenig Widerspruch aus dem Westen erhalten, so der ruandisch-kanadische Ökonom David Himbara. Himbara, der von 2000 bis 2002 für die Regierung Kagames als Ökonom gearbeitet habe, habe den Präsidenten für gefälschte Berichte zum Wirtschaftswachstum kritisiert und könne heute nicht mehr in sein Heimatland zurückkehren. Die vergangene Wahl habe Kagame mit fast 99 Prozent gewonnen. Gegenkandidat*innen wie die Unternehmerin Diane Rwigara seien erst gar nicht zur Wahl zugelassen worden.

2. Korruptionsvorwürfe im Kongo

Wie Clarissa Herrmann in der Deutschen Welle berichtet, erhebt die Nichtregierungsorganisation (NGO) ‚Global Witness‘ Korruptionsvorwürfe gegen den Sohn des kongolesischen Präsidenten, Denis Christel Sassou-Nguesso. Mehr als 50 Millionen US-Dollar soll der Sohn von Präsident Denis Sassou-Nguesso veruntreut haben. Damit sei er nicht das erste Mitglied der Familie, das wegen Veruntreuung im Fokus der Öffentlichkeit steht. Auch seine Schwester, Claudia Sassou-Nguesso, soll sich laut der NGO über Staatsgelder einen luxuriösen Lebensstil finanziert haben. Bereits 2007 habe die Organisation ‚Transparency France’ neben Anderen den kongolesischen Präsidenten angezeigt. Dieser solle in Frankreich Luxusapartments mit veruntreuten Geldern erstanden haben. Im Kongo werde über die Korruption der Familie kaum gesprochen, so Maixent Animba von der NGO ‚Forum für Führungssystem und Menschenrechte’. Auch würden sich nur wenige NGOs trauen, die Regierung zu kritisieren, so Animba weiter. Die Korruption sei nicht nur ein Problem des Kongos. Die internationale Gemeinschaft müsse sich stärker gegen Korruption einsetzen und die Finanzströme besser kontrollieren, so Brice Mackosso von der katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden.

3. Kamerun: Dunkles Kapitel des deutschen Kolonialismus

Hans Hielscher thematisiert bei Spiegel Online das rigide Vorgehen im deutschen Kolonialismus in Kamerun. Das Volk der Douala, dem auch Manga Bell angehört habe, habe seinerzeit einen Schutzvertrag mit dem Kaiserreich geschlossen, an den sich die deutsche Seite nicht gebunden fühlte. Der damalige Thronkandidat Manga Bell habe jedoch an dem deutschen Rechtssystem festgehalten und gefordert, dass der amtierende Gouverneur, Jesko von Puttkamer, aufgrund seiner gewalttätigen Vorgehensweise gegen die Einheimischen abgelöst werde. Die Lage habe sich weiter zugespitzt, als 1910 Otto Gleim den Posten übernahm. Fortan seien viele Einheimische zwangsenteignet und vertrieben worden. Der damalige König Manga Bell habe sich hiergegen zur Wehr setzen wollen und angedroht die Unterstützung anderer europäischer Mächte zu ersuchen. Dieses Vorgehen sei als „Hochverrat“ gewertet worden und von deutscher Seite mit der Todesstrafe geahndet worden. Noch heute werde Manga Bell als Held der Freiheit verehrt. In Gedenken an den kamerunischen König sei der Berliner Nachtigalplatz umbenannt worden.

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06. August 2019

6. August 2019 - 15:40
1. Strom aus Afrika

Wie unter anderem die Welt, Focus Online, ZDF, Deutsche Welle und die Frankfurter Rundschau berichten, ist das Energiegroßprojekt Desertec zehn Jahre nach dessen Start weitgehend gescheitert. Das ursprüngliche Vorhaben habe darin bestanden, Strom in der afrikanischen Sahara-Wüste zu erzeugen und diesen nach Europa zu transportieren. Grund für das Scheitern seien Uneinigkeiten über strategische Fragen zwischen den Gründungsmitgliedern und fehlender politischer Rückhalt. Mittlerweile haben sich die meisten beteiligten deutschen Unternehmen aus der Initiative zurückgezogen. Die Partner kommen nun aus Saudi-Arabien und China. Bei der Gründung von Desertec seien erneuerbare Energie noch nicht marktfähig gewesen, so Paul van Son, Geschäftsführer der Desertec Industrial Initiative (DII). Heute spielen Wind- oder Solaranlangen eine weitaus größere Rolle. Marokko plane, 52 Prozent seines Energiebedarfs aus regenerativen Quellen zu gewinnen. Bemerkenswert sei, dass nicht in erster Linie die Wirtschaft solche Projekte vorantreibt, sondern dass sie „institutionell gefördert“ werden. Im Handelsblatt berichtet Wolfgang Drechsler, dass unter der aktuellen Regierung Südafrikas erneuerbare Energien wieder eine Zukunft haben. Unter dem neuen Präsidenten Cyril Ramaphosa sei das Thema grüne Energie wieder nach oben auf die politische Agenda gerückt. Attraktiv seien neben Solar- und Windkraftanlagen auch Biogas. Dies versorge die Verbraucher*innen nicht nur mit Energie, die Biogasanlagen regeln auch die Verarbeitung von Bio-Abfällen und Abwasser aus industriellen Prozessen.

2. Flucht durch den Jemen

Fanny Facsar berichtet in der Deutschen Welle, dass immer mehr Geflüchtete aus Afrika auf dem Weg nach Saudi-Arabien und Europa die gefährlichere Route über den Jemen wählen. Viele der Migrant*innen kommen an der Küste des Jemens an, um dort in die nächstgelegene Stadt Aden zu gelangen. Dies sei oft mit tagelangen Märschen durch die Wüste verbunden. Von dem seit vier Jahren tobenden Krieg im Jemen erfahren Viele erst mit der Ankunft. Die Route durch den Jemen nach Europa sei günstiger und noch relativ unbekannt, allerdings auch gefährlich. Der anhaltende Krieg verhindere, dass die Migrant*innen von Aden aus weiter nach Dhale gelangen können, wo sie die Grenze nach Saudi-Arabien überqueren können. Genaue Zahlen, wie viele Menschen die Route von Ostafrika über den Jemen wählen, gebe es nicht. Schätzungen gehen von 50.000 bis zu 150.000 pro Jahr aus. An der neuen Route verdienen vor allem die Schleuser*innen. An jedem Geflüchteten, den sie nach Jemen schleusen, verdienen sie rund 400 US-Dollar.

3. Südsudan: Angriff auf Militärfahrzeug

Wie die Junge Welt und die Salzburger Nachrichten berichten, sind im Südsudan zehn Menschen bei einem Angriff auf ein Militärfahrzeug getötet worden. Bereits am Sonntag habe die Rebellengruppe National Salvation Front (NAS) einen Angriff auf Zivilist*innen verübt und dabei fünf Menschen getötet. Das Land befinde sich wegen der anhaltenden Gewalt in einem fragilen Zustand. Die NAS erkenne das im vergangenen Jahr geschlossene Friedensabkommen zwischen Präsident Salva Kiir und den Unterstützern des ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar nicht an. Im November solle nun eine Einheitsregierung in Kraft treten.

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Unterwegs zum G7-Gipfel – was bisher geschah

6. August 2019 - 12:21

Am 24. August ist es soweit: Die G7 Staaten treffen sich in Biarritz, um über die globalen Herausforderungen zu diskutieren und die politischen Weichen für die nächsten Jahre zu stellen. Bei so einem wichtigen Event sind wir natürlich am Start. Und bereiten uns seit Monaten vor. Hier erklären wir euch, was bisher geschah:

Internationaler Frauentag – Los geht’s!

Pünktlich zum Frauentag am 8. März haben über 40 Aktivistinnen, die in verschiedensten Ländern Afrikas für die Rechte und Belange von Frauen kämpfen einen offenen Brief mitverfasst. Ihre Forderung an die politisch Verantwortlichen: Wir setzten uns vor Ort ein, doch wir brauchen die Unterstützung der Politiker*innen. Wir fordern Taten, keine leeren Versprechen.

Über 40 Aktivistinnen quer aus Afrika haben diese mutige Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit formuliert. Diese Frauen werden nicht aufhören, bis alle die gleichen Möglichkeiten haben! 💪🏽👊🏽
Unterzeichne ihren offenen Brief:https://t.co/UCzUqY0DHx #IWD2019 #Frauentag pic.twitter.com/FzhFqtzfdz

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) March 8, 2019

Konferenz der Minister*innen für Gleichstellung – Viel Lärm auf Twitter & Facebook

Anfang Juni haben sich die Minister*innen für Gleichstellung der G7-Staaten getroffen. Uns war wichtig, dass dabei nicht nur die Belange der Menschen in den G7-Ländern diskutiert wird. Wir fordern Geschlechtergerechtigkeit weltweit. Deshalb haben wir mit unzähligen Facebookposts und Tweets einigen Lärm gemacht. Unsere Nachrichten an die Parlamentarische Staatssekretärin des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend forderten: Gleiche Rechte und Chancen für Mädchen und Frauen, weltweit.

Liebe Caren Marks @BMFSFJ, ich bin einer von 125.000 Menschen, die Aktivistinnen aus ganz Afrika im Kampf für Gleichberechtigung unterstützen. Wir zählen auf Sie bei #G7France https://t.co/5cUP0Zpbxm pic.twitter.com/pDVRCBBqrp @ONEDeutschland #ONEYouth19

— Lukas Zimmermann (@Lukas__Zi) May 8, 2019

Pan-Afrikanische feministische Perspektiven – Aya Chebbi in Berlin

Am 7. Mai hatten wir die Ehre, die tunesische Aktivistin Aya Chebbi zu empfangen. Im Arabischen Frühling setzte sie sich für Frauen und Demokratie ein, mittlerweile ist die Jugenddelegierte der Afrikanischen Union – dem Pendant zur EU. Gemeinsam mit Jugendbotschafterinnen hat sie beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung klar gemacht: Wir brauchen Fortschritte in der Gleichberechtigung. Die G7 muss liefern!

Auf dem Weg ins @BMZ_Bund mit #ArmutIstSexistisch Botschafterin @aya_chebbi und #ONEYouth19 Botschafterinnen Luisa und Sonya. Unsere Botschaft: Echter Fortschritt, keine leeren Versprechen für Geschlechtergerechtigkeit. Die #G7France müssen liefern! pic.twitter.com/td3j1ikjAv

— StephanExo-Kreischer (@BueroBerlin) May 7, 2019

Übergabe des offenen Briefs an den  G7-Sherpa der Bundesregierung

Einen Monat später haben unsere Jugendbotschafter*innen beim Bundeskanzleramt vorbeigeschaut. Dort hatten wir ein wichtiges Treffen mit dem deutschen G7-Sherpa. Das ist die Person, die bereits im Vorfeld mit den Sherpas der anderen Ländern über die Themen des G7-Gipfels verhandelt. Umso wichtiger, dass auch unsere Botschaft hört. Ein konstruktiver Austausch und die Versicherung, sich beim Gipfel für die Anliegen von Frauen weltweit einzusetzen.

#G7 Sherpa der Bundesregierung Prof. Röller versichert: Deutschland wird an der Seite Frankreichs ein starker Partner für die Stärkung von Frauen sein. Wir geben gerne Rückenwind, nehmen Sie aber auch beim Wort. Vielen Dank für den konstruktiven Austausch.#ArmutIstSexistisch pic.twitter.com/PlpNSV6dje

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) June 4, 2019

Jugendbotschafterin Carla leitet die deutsche Delegation beim Jugend-G7-Gipfel

Beim Jugend-G7-Gipfel, dem Y7, leitet die Jugendbotschafterin Carla die deutsche Delegation. Ziel des Treffens ist es, die Anliegen der Jugend in den G7 Prozess mit einzubringen. Ihr Schwerpunkt: „Heutzutage sollte extreme Armut eigentlich kein Thema mehr sein – ist es aber, insbesondere für Frauen, denn Armut ist sexistisch. Dabei haben Frauen und Mädchen das größte Potenzial, extreme Armut zu beenden – wenn man sie nur ließe. Hier müssen die G7-Staaten ansetzen. Wir brauchen keine weiteren Versprechen, sondern endlich echte Fortschritte.“

Unsere Jugendbotschafterin @carla_reemtsma bei #Y7: Wir brauchen eine gleichberechtigte und umfassende Partnerschaft mit #Afrika – für die Ärmsten und Frauen & Mädchen. Für Fortschritt müssen wir Ungerechtigkeit bekämpfen und global denken & handeln. 🌍💪 #G7Biarritz #ONEYouth19 https://t.co/pJ0S5YBN94

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) June 13, 2019

Eure Gesetzesvorschläge für Gleichberechtigung

Frankreich hat zum G7-Gipfel einen Prozess angestoßen, bei dem Bürger*innen der G7 Ideen für Gesetze zur Gleichberechtigung vorschlagen können. Wir von ONE finden das super und haben auch gesammelt.

Frankreich ist Gastgeber des diesjährigen #G7-Gipfels. Zur Vorbereitung hat die französische Regierung eine Umfrage gestartet. Mit welchen Maßnahmen sollen Mädchen und Frauen rund um den Globus gestärkt werden? Deine Ideen sind gefragt! #G7Biarritzhttps://t.co/MLXNNFFCIc

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) July 5, 2019

E-Mails an Minister Müller

Anfang Juli haben sich die Minister*innen für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der G7-Länder getroffen. Damit auch dort unsere Forderungen klar sind, haben wir unsere Unterstützer*innen gebeten, Mails an die politisch Veranstwortlichen zu schreiben. In rund 1500 Nachrichten haben sie Bundesminister Dr. Gerd Müller aufgefordert, die Entwicklungsgelder für die Grund- und Sekundarschulbildung in der ärmsten Region Afrikas, der Sahelzone, zu verdoppeln.

Plakat- und Stickeraktivismus für die Finanzminister

Mitte Juli haben sich die Finanzminister zu einem Vorgipfel der G7 getroffen. Dabei hatten sie bereits die Möglichkeit 240 Millionen Frauen in Afrika Zugang zu Finanzdienstleistungen zu verschaffen. Grund genug, um über Nacht Plakate vor dem Finanzministerium aufzuhängen und Bankautomaten aus ganz Deutschland zu bestickern.

Denn während 99 Prozent der Frauen in Deutschland ein Bankkonto haben, sind es in Niger nur 11 Prozent. Und unsere Botschaft wurde gehört und Unterstützung vom Finanzministerium angekündigt. Frankreich und Großbritannien haben ihren finanziellen Beitrag bereits zugesagt, wir bleiben dran und warten auf die Zusage von Deutschland.

Super-Aktion, @ONEDeutschland und @carolinkebekus 👏! Auch uns ist wichtig, dass Frauen weltweit Zugang zu Finanzdienstleistungen erhalten! Deshalb unterstützen wir auch finanziell die Allianz für Finanzielle Inklusion mit Fokus auf Sub-Sahara-Afrika @OlafScholz #G7Finance #G7 https://t.co/4GJv9aE95o

— BMF (@BMF_Bund) July 16, 2019

Und jetzt? Mach mit!

Natürlich machen wir nicht halt. Du hast die Möglichkeit eine Postkarte an die Bundeskanzlerin zu schicken. Fordere sie hier auf, sich bei der G7 besonders für Frauen und Mädchen weltweit einzusetzen.

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