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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 14 Stunden 43 Minuten

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5. August 2020 - 17:30

Bei unserer weltweiten Kampagne #PassTheMic haben wir Informationen über die Pandemie aus erster Hand bekommen. Renommierte Expert*innen und diejenigen, die an vorderster Front gegen Covid-19 kämpfen, übernahmen für einen Tag die Social-Media-Kanäle von unseren prominenten Unterstützer*innen.

In Deutschland übergab neben Carolin Kebekus und Motsi Mabuse auch der Comedian Michael Mittermeier seinen Account auf Instagram und Facebook.

#LeadersMust take decisive, urgent action to take on a global pandemic. Unfortunately, at the start of #COVID19, many countries dragged their feet. The African Union showed signs of leadership, but more is needed. Here are 3️⃣ ways the AU can step up. https://t.co/i0Rzn2YhtU pic.twitter.com/soxsfX3Qj1

— ONE (@ONECampaign) August 5, 2020

In einer Krisensituation braucht man auch Vertrauen, Flexibilität, Reaktionsgeschwindigkeit und Improvisationstalent.

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31. Juli 2020

31. Juli 2020 - 10:26

1. Corona-Impfstoff für alle?
Das Handelsblatt thematisiert, wie das Wettrennen um einen Corona-Impfstoff die zwischenstaatlichen Beziehungen beeinflusst. Nicht erst seit der Pandemie gebe es Vorwürfe von Hackerangriffen gegen China und Russland. Zwar betonen die meisten Staaten die Bedeutung internationaler Kooperation in der Corona-Bekämpfung. Trotzdem wolle jeder Staat der erste sein, der einen effizienten Impfstoff entwickelt. Ob ein künftiger Impfstoff auch wirklich allen Menschen zugänglich gemacht werde, sei umstritten. Der Reflex, sich auf die eigene Bevölkerung zu fokussieren, sei sehr stark, wie Außenpolitiker Norbert Röttgen (CDU) sagt. Er warnt vor einem „Impfstoff-Nationalismus“. Stärker von Armut betroffene Staaten ohne eigene Pharmaindustrie könnten dadurch auf der Strecke bleiben. Insbesondere China sehe den Impfstoff nicht nur als Mittel zum Schutz der eigenen Bevölkerung, sondern auch als politische Währung. Peking verspreche afrikanischen Staaten, ihnen Zugang zum Impfstoff zu geben und Kredite für Medizin bereitzustellen. Beim China-Afrika-Gipfel Mitte Juni habe Chinas Präsident Xi Jinping seine Unterstützung zugesichert. So könne sich China den Einfluss auf seine Rohstofflieferungen und Absatzmärkte auf dem afrikanischen Kontinent sichern.

2. Klimakrise verschärft sich im Schatten von Corona
Wie die Hamburger Morgenpost thematisiert, macht die Klimakrise auch während der Corona-Pandemie keinen Halt. Zu Beginn der Pandemie sei vielerorts von einer Erholung der Natur gesprochen worden, weil CO2-Werte sanken. Dies sei aber längst kein Langzeit-Trend. Nicht nur in Lateinamerika werde Regenwald abgeholzt. Laut der UN-Landwirtschaftsbehörde FAO sei Afrika in den letzten zehn Jahren Brennpunkt der weltweiten Waldverluste geworden. Starkes Bevölkerungswachstum und die Not von Kleinbauern und –bäuerinnen, neue Ackerflächen zu gewinnen, seien die Gründe dafür. Nicht zu unterschätzen seien zudem klimawandelbedingte Extremwetterereignisse wie Dürren, Heuschreckenplage oder Stürme. Zudem werde die Lage für Umweltaktivist*innen immer gefährlicher. 2019 seien 212 Umweltschüter*innen getötet worden, wie die NGO Global Witness in einer Studie mitteilte. Die Deutsche Welle berichtet über ein Projekt junger kenianischer Agrarunternehmer*innen. Frederick Kimathi Githua und sein Team lassen in ihrem Gewächshaus in Nairobi nicht Pflanzen, sondern Larven heranwachsen. Die Insekten werden als Tierfutter verwendet. Durch die sozialen Netzwerke finde sein Unternehmen auch international Beachtung. Er liefere Starter-Sets mit Fliegeneier an andere Produktionsstätten in Afrika, aber auch Europa. Die Herstellung sei umweltfreundlicher und ergiebiger als etwas von Soja, was sonst Hauptbestandteil der meisten Tierfuttermittel sei.

3. Korruption nimmt zu
Wie David Ehl in der Deutschen Welle thematisiert, kommen nicht alle Mittel, die zur Bekämpfung der Corona-Pandemie mobilisiert werden, dort an, wo sie sollen Das Korruptionsrisiko sei extrem hoch. Wegen der Dringlichkeit würden vielerorts Anti-Korruptions-Mechanismen ausgesetzt, wie Sarah Steingrüber erklärt, unabhängige Beraterin für Anti-Korruptionsmaßnahmen im Bereich Globale Gesundheit. In Simbabwe etwa seien im Covidgate-Skandal überteuerte Schutzmasken für 28 US-Dollar pro Stück verkauft worden, was einem Monatsgehalt in Simbabwe entspreche. Der mittlerweile entlassene Gesundheitsminister Obadiah Moyo müsse sich nun vor Gericht verantworten, jedoch stehe auch die Präsidentenfamilie unter Verdacht, in den Fall verstrickt zu sein. Muchaneta Mundopa, Beobachterin bei Transparency International Simbabwe, erklärt, dass es zudem auch im pharmazeutischen Bereich Korruption gebe und das chronisch unterbezahlte medizinisches Personal Schmiergeld annehme, wie aus einer derzeit laufenden Studie hervorgehe. Auch der Zugang zu Beatmungsgeräten und das vorzeitige Quarantäne-Ende könne sich in verschiedenen afrikanischen Ländern erkauft werden, wie zuletzt in Kamerun. Die Zivilbevölkerung könne wegen der Ausgangsbeschränkungen nicht gegen die Korruption mobilisieren.

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30. Juli 2020

30. Juli 2020 - 10:06

1. Gewalt gegen Geflüchtete in Afrika
Laut einer gemeinsamen Studie des UN-Geflüchtetenhilfswerks UNHCR und dem Mixed Migration Centre des Dänischen Geflüchtetenrats sind zwischen 2018 und 2019 mehr als 1750 Menschen auf der Flucht durch den afrikanischen Kontinent ums Leben gekommen. Dies berichten unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau, Zeit Online und die Deutsche Welle. Im Fokus stehen dabei sowohl die Route zum Mittelmeer als auch Migrationsbewegungen von West- nach Ostafrika. Rund 28 Prozent der Todesfälle finden in der Sahara statt. Darüber hinaus sei insbesondere Libyen, wohin seit Beginn des Jahres über 6.200 Geflüchtete rücktransportiert worden seien, alles andere als ein sicherer Ort. Das UNHCR beklage die vor Ort üblichen willkürlichen Inhaftierungen von Geflüchteten.

2. Ruanda setzt auf Nukleartechnologie
Wie Simone Schlindwein in der Tageszeitung (taz) berichtet, will Ruanda damit beginnen, Atomenergie zu nutzen. In Kooperation mit dem russischen Konzern Rosatom soll ein nukleares Rechenzentrum sowie ein Atomreaktor enstehen. Das Forschungszentrum solle keinen Strom produzieren, sondern in erster Linie bei Strahlentherapien zum Einsatz kommen oder dabei helfen, Ernten länger haltbar zu machen. 76 der 78 Abgeordneten im ruandischen Parlament haben für die Nutzung nuklearer Energie plädiert. Einzig zwei grüne Oppositionelle haben unter Hinweis auf die Unsicherheit von Atomreaktoren dagegen gestimmt. Neben Ruanda haben auch andere afrikanische Staaten wie Ägpyten, Südafrika, Sambia, Äthiopien und Nigeria ähnliche Deals mit dem russischen Energiekonzern Rosatom geschlossen. Allerdings unterhalte Rosatom bis dato lediglich einen afrikanischen Atommeiler in Südafrika. 60 Prozent der Bevölkerung Afrikas habe bisher keinen Zugang zu Strom. Primäre Energiequellen seien bisher Dieselgeneratoren, Staudämme, Solarenergie oder Gas.

3. Corona-Tests: Deutschland unterstützt Afrikanische Union
Unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) meldet, dass die Bundesregierung der Afrikanischen Union 1,4 Millionen Corona-Tests zur Verfügung stellt. Täglich werden in Afrika 20.000 neue Covid-19-Fälle gemeldet. Insbedondere Südafrika sei betroffen. Ein Problem sei die geringe Testrate. Während in Deutschland auf 1000 Menschen über 88 Corona-Tests kommen, seien es in Südafrika rund 46. Gravierender sei die Situation in Kenia (knapp 5 Tests pro 1000 Einwohner*innen) und Nigeria (1,27 Tests per 1000 Einwohner*innen). Zu der Unterstützung sagte Entwicklungsminister Gerd Müller, „die Pandemie könne nur weltweit besiegt werden oder gar nicht“.

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#PassTheMic: Michael Mittermeier übergibt an Prof. Kekulé und Dr. Tlaleng Mofokeng

29. Juli 2020 - 17:56

Bei unserer weltweiten Kampagne #PassTheMic haben wir Informationen über die Pandemie aus erster Hand bekommen. Renommierte Expert*innen und diejenigen, die an vorderster Front gegen Covid-19 kämpfen, übernahmen für einen Tag die Social-Media-Kanäle von unseren prominenten Unterstützer*innen.

In Deutschland übergab neben Carolin Kebekus und Motsi Mabuse auch der Comedian Michael Mittermeier seinen Account auf Instagram und Facebook.

Michael Mittermeier #PassTheMic an…

Auf Instagram übernahm die südafrikanische Ärztin Dr. Tlaleng Mofokeng. Sie hat sich auf den Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte spezialisiert.  Zu ihren Fachgebieten gehören die öffentliche Gesundheitspolitik und die Produktion von Inhalten für die öffentliche Gesundheitskommunikation.

Bei Facebook übergab Michael Mittermeier sein Profil an Prof. Dr. Alexander Kekulé. Er ist Direktor des Instituts für Biologische Sicherheitsforschung in Halle und hat die Bundesregierung 12 Jahre lang zum Seuchenschutz beraten. Seine aktuelle Arbeit umfasst unter anderem das aktuelle Infektionsgeschehen zu bewerten wie in diesem Podcast des MDR.

Professor Dr. Kekulé auf Facebook

Als Einführung in die Aktion betonte Michael Mittermeier, dass ein Lösungsansatz immer die regionale und lokale Ebene einbeziehen muss.

In einer Krisensituation braucht man auch Vertrauen, Flexibilität, Reaktionsgeschwindigkeit und Improvisationstalent.

Damit bezog er sich auf die Aussage von der WHO – ein künftiger Impfstoff müsse für alle verfügbar sein.

Prof. Kekulé sagte, dass mit der Corona-Krise eine Art weltweite Notgemeinschaft entstanden ist. Die Krise verpflichtet dazu, global zu denken. Zu Zeiten der Ebola-Krise in Westafrika vor einigen Jahren gab es viele Stimmen, die das seinerzeit schon gefordert haben. So richtig passiert sei leider kaum etwas. Bei Corona hofft er darauf, dass der ‘globale Geist’ stark ist und auch über die Zeit der akuten Krise hinaus bestehen bleibt.

Das hier ist #PassTheMic von ONE Deutschland: Ich mache Sendepause und überlasse heute meine Social Media Accounts…

Posted by Michael Mittermeier on Friday, June 12, 2020

Was die beiden besprochen haben, findet ihr hier:

Kommt ein Virologe zum Komiker. Klingt wie ein vielversprechender Anfang für einen Witz, wenn ihr mich fragt. Schaut euch selbst an, was ich mit Prof. Dr. Alexander Kekulé für #PassTheMic zu besprechen habe.

Posted by Michael Mittermeier on Friday, June 12, 2020

Dr. Tlaleng Mofokeng übernimmt auf Instagram

Auf Instagram übernahm Dr. Tlaleng Mofokeng. Die Allgemeinärztin, die sich auf sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte spezialisiert hat, erzählte in ihrer Übernahme welche Lernerfolge aus vergangen Pandemien auch bei der Bekämpfung von Corona nützlich sein können.

Egal, ob es um Impfstoffe geht, um Forschung oder um Aufklärung – wir müssen sicherstellen, dass wir in der Corona-Pandemie niemanden zurücklassen, vor allem nicht die Ärmsten.

Denn: Niemand von uns ist sicher, wenn nicht alle Menschen in Sicherheit sind.

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Wenn wir in Südafrika eines aus der HIV-Krise gelernt haben, dann wie wichtig Gesundheitsgerechtigkeit ist. Egal, ob es um Impfstoffe geht, um Forschung oder um Aufklärung – wir müssen sicherstellen, dass wir in der Corona-Pandemie niemanden zurücklassen, vor allem nicht die Ärmsten. Denn: Niemand ist geschützt, wenn nicht alle sicher sind.

A post shared by Michael Mittermeier (@michlmittermeier) on Jun 12, 2020 at 2:59am PDT

Das Gespräch von den beiden findet ihr hier:

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Für mich als bekennender Südafrika-Fan und Vater einer Tochter war es total spannend mit Dr. T sprechen zu dürfen. Ich habe auf jeden Fall einiges gelernt. Danach bin ich ruhig. Versprochen.

A post shared by Michael Mittermeier (@michlmittermeier) on Jun 12, 2020 at 12:51am PDT

Wir befinden uns in einer weltweiten Pandemie, die eine globale Reaktion erfordert. Ruft gemeinsam mit uns zu Maßnahmen auf, um jeden und jede überall zu schützen. Folgt uns auf Facebook und Twitter um auf dem Laufenden zu bleiben.

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29. Juli 2020

29. Juli 2020 - 12:18

1. Seit Corona sterben jeden Monat 10.000 Kinder
Wie unter anderem die Tagesschau, Deutschlandfunk, Rheinische Post, Redaktionsnetzwerk Deutschland und die Deutsche Welle berichten, sterben durch die Coronakrise jeden Monat mehr als 10.000 Kinder an Hunger. Dies gehe aus einer Studie der Vereinten Nationen hervor. Betroffen seien Regionen, in denen Nahrungsmittel ohnehin knapp seien, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Unicef erklären. Bauern und Bäuerinnen in ländlichen Regionen mit schwachen Erträgen werden vom Markt abgeschnitten. In kleineren Dörfern kommen keine Lebensmittel- oder Medizinlieferungen mehr an. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten drehe sich die Entwicklung damit um. Seit 1980 habe die Kindersterblichkeit stetig abgenommen. Die Mangelernährung vieler Kinder werde Langzeitfolgen haben, wie Francesco Branca, Chef für Ernährung bei der WHO, erklärt. So leiden durch die Mangelernährung immer mehr Kinder am sogenannten Wasting-Syndrom, eine starke Form der Unterernährung und Verkümmerung, die zu dauerhaften körperlichen und psychischen Schäden führt. Laut UN seien mindestens 2,4 Milliarden US-Dollar Soforthilfe nötig. Wie Alan Posener in der Welt beleuchtet, schlägt die UN vor, den am stärksten von Armut betroffenen Menschen während der Coronakrise ein Grundeinkommen zu zahlen. Zur Finanzierung sollen die Regierung der betroffenen 132 Länder die Mittel verwenden, die eigentlich zur Schuldentilgung vorgesehen sind. Monatlich wären das 172 Milliarden Euro. Für sechs Monate entspräche es einem Drittel der Schuldenrückzahlungen, die die Staaten in diesem Jahr zahlen müssten. Ein Feldversuch des Grundeinkommens in Namibia habe vielversprechende Ergebnisse gezeigt: Über zwei Jahre sei ein Rückgang der Kriminalität und ein Anstieg im Schulbesuch verzeichnet worden. Schwierig bleibe bei einem solchen Vorhaben im größeren Stil allerdings, wie sichergestellt werden kann, dass das Geld auch wirklich Bedürftige erreicht und keine korrupten Regime.

2. Verhandlungen in Mali
Katrin Gänsler thematisiert in der tageszeitung (taz) die Verhandlungen in Westafrika über die derzeitige Krise in Mali. Dreimal innerhalb der letzten zwei Wochen haben die 15 Staatsoberhäupter der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) getagt. Zuletzt haben sie sich in einer Videokonferenz am Montag darauf verständigt, die Vorschläge der ersten Ecowas-Vermittlungsmission von Nigerias Ex-Präsident Goodluck Jonathan erneut zu unterstützen. Mali Protestbewegung lehne diese jedoch ab. Der größte Streitpunkt sei, dass die westafrikanischen Regierungen den amtierenden Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita unterstützen. Das Ziel der malischen Protestbewegung M5-RFP sei jedoch Keitas Rücktritt. Neben der kritischen Sicherheitslage sei der Wahlsieg von 31 Parlamentsabgeordneten umstritten. Laut Opposition habe das Verfassungsgericht die ursprünglichen Wahlergebnisse zugunsten von Bewerber*innen der Regierungspartei RPM aufgehoben. In diesem Fall befürworte auch die Ecowas-Mission Neuwahlen für die betroffenen Wahlkreise. Dies könnte sich auf die gesamte Region auswirken, da zum Ende des Jahres auch in Malis Nachbarländern Guinea, Elfenbeinküste, Burkina Faso und Niger neue Präsident*innen gewählt werden. Die Mehrheit dieser Wahlen berge Konfliktpotential, da auch in anderen Ländern Wahlergebnisse umstritten seien und Proteste gegen Regierungsparteien stattfinden.

3. Ostkongo: Kehrt M23 zurück?
Simone Schlindwein berichtet in der tageszeitung (taz) über die Gerüchte von wiederkehrenden M23-Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Seit einer Woche kursieren Meldungen, nach denen die Rebellengruppe M23 (Bewegung des 23. März) wieder in den Bergen Ostkongos aktiv sei. Teile des Bezirks Rutshuru in der Provinz Nord-Kivu seien eingenommen worden. Der kongolesische Armeesprecher Major Njike Kaiko Guillaume habe Kämpfe im Bezirk Ruthuru bestätigt. Drei Soldat*innen seien getötet und eine*r verwundet worden. Er habe zunächst nur von „Angreifern“ und „bewaffneten Männern“ gesprochen, aber die Gruppen nicht genauer identifiziert. Viele Menschen vermuten, dass es sich um M23 handelt: Die Terrorgruppe habe 2012 die Provinzhauptstadt Goma eingenommen. Erst 2013 habe die Rebellengruppe zurückgedrängt und entwaffnet werden können. Nach eigenen Aussagen befinde sich M23-Militärführer Sultani Makenga seit Anfang 2017 mit knapp 100 Kämpfern aus Uganda in der Nähe des erloschenen Sabinyo-Vulkans. Dort warte er auf „den richtigen Moment“. Aus Uganda werden die Vermutungen als Gerüchte und Angstmacherei auf Social Media abgetan.

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28. Juli 2020

28. Juli 2020 - 16:35

1. Afrikanische Freihandelszone kommt 2021
Wie unter anderem ZDF heute, N-tv und die Stuttgarter Nachrichten berichten, sieht die Weltbank im Kampf gegen Armut eine Freihandelszone in Afrika als Mittel der Wahl. Eigentlich sei das Vorhaben schon für Anfang Juli diesen Jahres geplant gewesen. Durch die Corona-Pandemie verschiebe sich der Start der Freihandelszone AfCFTA auf den 1. Januar 2021. Aus einem neuen Bericht der Weltbank gehe hervor, dass durch die afrikanische Freihandelszone bis 2035 rund 30 Millionen Menschen von Armut befreit werden könnten. Das Gesamteinkommen in Afrika könne um 450 Milliarden US-Dollar gesteigert werden, heißt es weiter. Exporte innerhalb des Kontinents würden um 81 Prozent steigen. Insbesondere jene Staaten, die derzeit hohe Handelskosten haben, würden profitieren. Dazu zählen unter anderem die Elfenbeinküste oder Simbabwe. Mit allen afrikanischen Staaten wäre AfCTFTA die größte Freihandelszone weltweit und würde einen Markt von 1,2 Milliarden Menschen umfassen. Durch die Corona-bedingten Wirtschaftseinbußen sei die Freihandelszone nächstes Jahr besonders wichtig, heißt es aus Kreisen der Weltbank. Die Wirtschaft könne in Afrika laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr um 3,2 Prozent schrumpfen. Die Freihandelszone würde regionalen Handel und Wertschöpfungsketten unterstützen und so die negativen Folgen der Krise abfedern.

2. Malis mächtige Opposition
Katrin Gänsler thematisiert in der tageszeitung (taz) die Position und Strategie von Imam Mahmoud Dicko in Mali. Heute führe er die Protestbewegung M5-RFP gegen den amtierenden Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita an. Noch vor zwei Jahren habe er gemeinsam mit weiteren religiösen Meinungsführer*innen den Wahlsieg Keitas unterstützt. Die Protestbewegung wolle Imam Dicko selbst als Präsidenten sehen. Die gewählte Regierung versuche durch Gespräche mit Dicko, die Wogen zu glätten. Seit 2008 sei Dicko Vorsitzender der religiösen Instanz „Hoher Islamischer Rat von Mali“ (HCIM) und damit ein sehr einflussreicher religiöser Meinungsführer. Rund 95 Prozent der malischen Bevölkerung seien Muslim*innen. Bereits 2009 habe es Dicko geschafft ein Familiengesetz zu verhindern, dass „unislamische“ Reformen beinhaltet hätte. Damals habe er 50.000 Demonstrant*innen mobilisieren können. Im April 2019 sei es ihm gelungen, mit einer Kampagne den Rücktritt des Premierministers Soumeylou Bobyéye Maiga zu erzwingen. In Mali sei das Vertrauen in die Politik gering. Viele hoffen daher auf religiöse Führungspersonen, die das Land aus der Krise führen können.

3. Somalia: Ministerpräsident abgewählt
Wie unter anderem Deutschlandfunk und der österreichische Standard berichten, wurde der somalische Regierungschef Hassan Ali Khaire vom Parlament abgewählt. Das Misstrauensvotum habe aufgrund der kritischen Sicherheitslage im Land stattgefunden. Erst seit 2012 habe das ostafrikanische Land wieder eine international anerkannte Regierung. Noch immer werden aber weite Teile des Landes durch die islamistische Al-Shabaab-Miliz kontrolliert. Khaire weigere sich jedoch, die Entscheidung des Parlaments anzunehmen. Präsident Abdullahi Mohamed wolle aber schon bald eine Nachfolge nominieren.

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27. Juli 2020

27. Juli 2020 - 17:06

1. Was kommt nach Cotonou-Abkommen?
Daniel Pelz thematisiert in der Deutschen Welle, wie es um das sogenannte Cotonou-Abkommen steht. Das Cotonou-Abkommen klärt die Beziehungen zwichen der Europäischen Union und 80 Entwicklungsländern aus Afrika, der Karibik und dem Pazifik (AKP-Staaten). Da dieses zum Ende des Jahres ausläuft, verhandeln die EU und AKP-Staaten nach länger Corona-Pause seit Anfang Juni wieder um ein Nachfolgeabkommen. Die finnische EU-Verhandlungsführerin und Kommissarin für Entwicklungszusammenarbeit Jutta Urpilainen zeige sich optimistisch. Seitens der AKP sei Verhandlungsführer Robert Dussey, Außenminister Togos, noch zurückhaltend. Seit 2018 werde über die Neuausrichtung der Partnerschaft verhandelt. Es gehe um die politischen Beziehungen, Wirtschaft, Handel und Entwicklungspolitik zwischen 106 Ländern, den EU-Staaten und ehemaligen europäischen Kolonien. Die afrikanische Seite fordert, dass auch ihre Prioritäten in einem neuen Abkommen stärker berücksichtigt werden, erklärt der südafrikanische Diplomat John Maré. Insbesondere im Handel werde ein neuer Kurs gefordert. Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, die sogenannten EPAs, mit einzelnen AKP-Staaten seien umstritten. Lokale Märkte werden mit Billigimporten aus der EU geflutet und dadurch die lokale Wirtschaft zerstört, wie Maré beklagt. Zudem arbeite die Afrikanische Union an einer panafrikanischen Freihandelszone. Dies erschwere die Aushandlung des neuen Abkommens, da Einzelabkommen der mit afrikanischen Ländern diese Freihandelszone unterminieren können.

2. Corona: Südafrika kommt nicht zur Ruhe
Wie unter anderem die Stuttgarter Zeitung und die Augsburger Allgemeine berichten, hat die Coronakrise Südafrika weiter fest im Griff. Durch Armut und Korruption werde die Eindämmung von Covid-19 weiter erschwert. Auch bei leichteren Fälle, die sich zu Hause auskurieren lassen, sind viele auf Kliniken angewiesen, da viele Menschen kein Zuhause haben, in dem sie sich isolieren können. Zudem seien nur ein Bruchteil der Betten in Corona-Zentren im Land auch an Sauerstofftanks angeschlossen. Für mittelschwere und schwere Verläufe sei eine Beatmung mit Sauerstoff aber überlebenswichtig. Die Lieferanten kommen zudem nicht nach und der Sauerstoff werde immer knapper, wie der südafrikanische Gesundheitsminister Zweli Mkhize zugibt. Die Pandemie sei zwar mit zeitlicher Verzögerung, dafür aber mit voller Wucht in Südafrika angekommen. Francoise Venter, Virologe der Johannesburger Witwatersrand-Universität, bedauert, dass die Chance verspielt worden sei von anderen Ländern zu lernen, die früher von der Pandemie betroffen waren. Bisher sei die offizielle Sterberate noch relativ gering. Allerdings werden jene nicht erfasst, die ohne einen Test an Covid-19 gestorben sind.

3. Gewalt im Sudan
Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online, Deutschlandfunk und BR24 berichten, sind bei einem Angriff in Dafur im Sudan 60 Menschen getötet und 60 weitere verletzt worden worden. 500 bewaffnete Männer sollen am Samstag das Dorf Masteri in der Nähe der Landesgrenze zum Tschad überfallen haben, wie das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten mitteilte. Die Angreifer haben Häuser und den örtlichen Markt in Brand gesteckt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Suna haben die Kämpfe von Samstagmorgen bis Sonntagabend angedauert. In Dafur sind UN-Soldat*innen stationiert, um Sudan auf dem Weg zu Frieden und Demokratie zu unterstützen. Jedoch zeigen immer wieder auftretende Ausschreitungen, wie fragil die Lage in der Region weiterhin sei. Wie unter anderem die Deutsche Welle und evangelisch.de melden, sei im Süden des Sudans zudem ein  Massengrab mit Überresten von 28 Militärs entdeckt worden. Es stamme vermutlich aus der Zeit des ehemaligen Präsidenten Omar al-Baschir. Die derzeitige Übergangregierung in Khartum habe versprochen, Verbrechen unter dem langjährigen Machthaber aufzuklären. Seitdem werden immer wieder Massengräber im Land gefunden.

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24. Juli 2020

24. Juli 2020 - 11:01

1. Grundeinkommen für die Ärmsten
Viele Medien, darunter Spiegel, das Handelsblatt, die Tagsezeitung (taz), das Redaktionsnetzwerk Deutschland und Zeit Online melden, dass das UN-Entwicklungsprogramm UNDP ein temporäres Grundeinkommen für die Menschen vorschlägt, die besonders von Armut betroffen sind. Dies beträfe etwa 2,7 Milliarden Menschen in 132 Entwicklungsländern. Das Grundeinkommen solle diesen Menschen erlauben, während der Corona-Pandemie zu Hause zu bleiben und so die Verbreitung des Virus bremsen. Die Kosten dafür velaufen sich auf monatlich rund 199 Milliarden US-Dollar.  UNDP-Chef Achim Steiner schlägt eine Umwidmung von Schuldendienstleistungen vor, um das Grundeinkommen zu finanzieren. Insgesamt werden Entwicklungs- und Schwellenländer alleine in diesem Jahr 3,1 Billionen US-Dollar dafür aufwenden, Schulden zurückzuzahlen, so die UNDP. Auch UN-Generalsekretär António Guterres habe sich für einen umfassenden Schuldenstillstand für Entwicklungsländer ausgesprochen, damit diese die Gelder umgehend für die Bekämpfung der Pandmie verwenden können.

2. Corona trifft Entwicklungsländer härter als Finanzkrise 2008/2009
Das kirchliche Hilswerk Misereor warnt davor, dass der weltweite Hunger durch die Corona-Pandemie einerseits und den Klimawandel andererseits verschärft wird, meldet die Deutsche Welle. In Afrika und Asien habe der Lockdown größere Folgen als das Virus selbst. Die Situation am Arbeitsmarkt verschärfe sich, Lieferketten werden unterbrochen und so entstehen Versorgungsengpässe. Besorgnis erregend sei die Gesundheitsversorgung in einigen Ländern. So existiere im Südsudan keine einzige Intensivstation, sagt Pirmin Spiegel, Misereor-Hauptgeschäftsführer. Laut Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, treffe die Corona-Pandmie die Entwicklungsländer härter als die Finanzkrise 2008/2009. Von den 750 Milliarden Euro, die die EU zusätzlich zur Bewätligung der Pandemie aufwenden wolle, fließen lediglich eine Milliarde Euro in Entwicklungsländer. Dies sei „ernüchternd“, urteilt der Vorsitzende der Katholischen Zentralstelle für Entwicklungszusammenarbeit Karl Jüsten.

3. WTO-Chef fordert mehr Solidarität
Roberto Azevêdo, der scheidende Direktor der Welthandelsorganisation (WTO), empfiehlt seiner Nachfolge, den WTO-Mitgliedsländern deutlich zu machen, dass sie schnell handeln müssen, meldet das Handelsblatt. Die gegenwärtige Corona-Pandemie habe „die größte Rezession in Friedenszeiten“ verursacht. Die Länder müssten dem Reflex widerstehen, zuerst nur an sich selbst zu denken und ein System finden, in dem alle unterstützt werden.

 

 

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23. Juli 2020

23. Juli 2020 - 10:43

1. Staudammstreit: Äthiopien schafft Fakten
Äthiopien hat damit begonnen, den Stausee am Blauen Nil zu fluten, wie unter anderem Tagesschau.de, Spiegel, FAZ.net und die Tageszeitung (taz) melden. Äthiopiens Premier Abyi Ahmed nannte diesen Schritt für das 2011 begonnene Projekt „historisch“. Laut äthiopischer Regierung sei durch die Stauuung der Wassefluss stromabwärts nicht unterbrochen worden. Das Großprojekt sei ein großer Streitpunkt zwischen Äthiopien, Sudan und Ägypten. Vor allem Ägypten, das rund 90 Prozent seines nationalen Wasserbedarfs aus dem Nil decke, befürchte, dass die Wasserknappheit im Inland dadurch verschärft werde. Unter Moderation der Afrikanischen Union habe es gestern Gespräche zur Schlichtung des Konflikts gegeben. Die Parteien haben dort vereinbart, die Gespräche fortzusetzen, um zu einer Einigung zu kommen.

2. Kolonialismus – ein deutsches Tabu?
In der Frankfurter Rundschau kritisiert Miriam Keilbach, dass Deutschland versäumt seine Kolonialgeschichte aufzuarbeiten. Die daruch ausbleibende Aufklärung erschwere die Bildung einer antirassistischen Gesellschaft. Mit 30 Jahren währte die deutsche Kolonialgeschichte deutlich kürzer als die anderer europäischer Mächte, die bereits im 16. Jahrhundert begannen, Handel mit Afrika und Afrikaner*inenn zu betreiben. Allerdings werden schwarze Deutsche heute noch immer unter anderem durch Straßennamen oder Denkmäler „mit den Mördern ihrer Vorfahren konfrontiert“.  In Deutschland werde diese Epoche unter anderem mit Hinweis auf die Taten anderer Kolonialmächte relativiert und verdrängt. Hinzu komme, dass die Greueltaten aus der Zeit des Dritten Reiches die Geschehnisse im Kolonialismus im kollektiven Gedächtnis überlagere und sich so eine „Kultur der kollektiven Vergessens“ etabliert habe. Die Proteste rund um die ‚Black lives matter‘-Bewegung „erinnern die weiße Bevölkerung an ihre Verantwortung“.

3. Verschwörungstheorien im Fakten-Check
Seit Micorosoft-Gründer Bill Gates sich mit seiner Stiftung für einen Impfstoff gegen das Coronavirus stark mache, gerate er zusehends ins Fadenkreuz von Verschwörungstheoretiker*innen, wie der Deutschlandfunk thematisiert. Professor Andreas Jungherr von der Universität Konstanz sagt, dass durch die Verschwörungstheorien die Schwere der gegenwärtigen Corona-Pandemie heruntergespielt werde. Zudem erreichen diese hohe Klickzahlen, die sich wiederum positiv auf Werbeinnahmen auswirken. Allerdings müsse unterschieden werden zwischen kruden Theorien und legitimer Kritik. In einem Faktencheck der Deutschen Presse-Agentur werden die geläufigsten Theorien zu Bill Gates auf ihren Warheitsgehalt geprüft.

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22. Juli 2020

22. Juli 2020 - 9:59

1. Afrika neuer Spitzenreiter bei Waldrodung
Wie unter anderem Tagesschau.de, Spiegel, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Deutschlandfunk melden, hat Afrika Südamerika als den Kontinent eingeholt, in dem am meisten Wald gerodet wird, so eine Studie der UN-Landwirtschaftsbehörde FAO. Jährlich werden in Afrika rund vier Millionen Hektar Wald gefällt. Dies sei insbesondere auf das hohe Bevölkerungswachstum zurückzführen sowie auf den wachsenden Bedarf von Kleinbauern und -bäuerinnen an landwirtschaftlichen Nutzflächen. Auch Investitionen aus dem Ausland intensivieren die Abholzung. Laut FAO finden mehr als 90 Prozent der Rodungen in den Tropen statt.

2. Gewalt in Nigeria nimmt zu
Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Deutschlandfunk thematisieren die bewaffneten Konflikte in Nigeria. Bei einem Hinterhalt im Nordwesten Nigerias seien 23 Soldat*innen ums Leben gekommen. Einige seien möglicherweise verschleppt worden. Es handle sich bei den Angreifern um „Banditen“, wie Sicherheitskreise angeben. Diese finanzieren sich hauptsächlich über Lösegelderpressungen und Viehraub. Die Bandenkriminalität nehme in vielen Orten Nigerias stark zu. Seit 2011 seien über 8000 Menschen im Nordwesten Nigerias gewaltsam ums Leben gekommen. Mehr als 200.000 seien auf der Flucht, so die Denkfabrik International Crisis Group (ICG). Besonders die islamistisch motivierte Gewalt nehme laut ICG stark zu. Es gebe in der Region allerdings auch einen großen Konflikt um Nutzflächen zwischen Ackerbetreibenden und Viehirt*innen. Das enorme Bevölkerungswachstum verschärfe diesen Konflikt zusätzlich.

3. Al-Bashir erneut auf Anklagebank
Unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung (Taz), die Frankfurter Rundschau und die Deutsche Welle melden, dass sich Sudans Ex-Diktator Omar al-Bashir  ein zweites Mal vor Gericht verantworten muss. Dieses Mal gehe es um den Militärputsch, der ihm 1989 zur Macht verholfen habe. Im vergangenen Dezember sei er bereits wegen „Korruption, Devisenbesitzes und Geldwäsche“ zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. In seiner Amtszeit habe er einen Völkermord in Darfur sowie die brutale Niederschlagung von Protesten zu verantworten. Dabei seien auch Fassbomben zum Einsatz gekommen. Er habe zudem dem internationalen gesuchten Terroristen Osama bin Laden Unterschlupf gewährt. Nun drohe al-Bashir lebenslange Haft oder gar die Todesstrafe.

 

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21. Juli 2020

21. Juli 2020 - 12:51

1. Masernalarm durch Corona
Sowohl die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) als auch die Tageszeitung (taz) thematisieren die Vernachlässigung von vermeidbaren Krankheiten im Zuge der Corona-Pandemie. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen warnt davor, dass mehr Kinder an Masern sterben werden als noch 2018 – damals erlagen rund 140.000 Kinder der vermeidbaren Krankheit. Gleichzeitig schlagen Gesundheitsexpert*innen in einem offenen Brief an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alarm, dass insbesondere die Bekämpfung von Masern vernachlässigt werde. Rund 30 Masern-Impfkampagnen seien abgesagt worden und über 60 Länder melden Lieferengpässe für die benötigten Impfdosen an. Nach einer gemeinsamen Studie der WHO und dem UN-Kinderhilfswerk Unicef habe sich zum ersten Mal seit 30 Jahren die Zahl der verabreichten Mehrfach-Impfungen gegen Diphterie, Tetanus und Keuchhusten deutlich reduziert. Darüber hinaus drohen bis zu 400.000 zuzsätzliche Tote durch Malaria, da keine imprägnierten Moskitonetze mehr verteilt werden können. Der Grund sei die Reaktion auf die Corona-Pandemie – Grenzen seien geschlossen und Ausgangssperren verhängt worden, was Lieferketten unterbrochen und Arbeitsplätze gekostet habe. Ferner sei in mindestens 106 Ländern der Kampf gegen HIV und Tuberkulose beeinträchtigt, da die ohnehin begrenzten Ressourcen in erster Linie für die Diagnose und Behandlung von Covid-19 in Anspruch genommen werden.

2. Politische Unruhen in Mali
Die poltiische Situation in Mali bleibt verhärtet, wie Katrin Gänsler in der Tageszeitung (taz) berichtet. Nachdem eine Delegation der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas eine Regierung der nationalen Einheit vorgeschlagen hatte, gehen die Proteste im Land weiter. Die Regierung habe sich für den Vorschlag offen gezeigt, allerdings werde er nicht von der Protestbewegung M5-RFP mitgetragen. Sie fordere einen sofortigen Rücktritt von Präsident Ibrahim Boubacar Keïta und schlage einen Premierminister aus den Reihen der Protesbewegung vor, der sich grundsätzlich um bessere Regierungsführung bemühe.

3. Staudammprojekt bleibt Zankapfel zwischen Ägypten und Äthiopien
In einem Interview mit N-tv beleuchtet Nicole Hirt vom Giga-Institut für Afrika-Studien den aktuellen Streit zwischen Ägypten und Äthiopien um Äthiopiens Staudammprojekt. Mit dem Staudamm wolle Äthiopien Energie gewinnen, um seine 110 Millionen Einwohner*innen mit ausreichend Strom zu versorgen. Durch die geplante Stauung des Nils sehe sich Ägypten seines Wasserzugangs beraubt – das nordafrikanische Land beziehe knapp 97 Prozent seines Wasserbedarfs aus dem Fluss. Das Projekt stehe kurz vor der Vollendung und es sei noch kein Ende des Streits in Sicht. Wie die AFP weiter meldet, will die Afrikanische Union in einem Online-Gipfel zwischen den Parteien vermitteln.

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20. Juli 2020

20. Juli 2020 - 17:31

1. Guterres fordert neue Weltordnung
Zum Nelson-Mandela-Tag am vergangenen Samstag sprach sich UN-Generalsekretär António Guterres für eine neue Weltordnung aus, wie unter anderem Tagesschau.de, die Frankfurter Rundschau und die Deutsche Welle melden. Er kritisierte insbesondere, dass sich die fünf Mitglieder im UN-Sicherheitsrat, die USA, Russland, China, Frankreich und das Vereinigte Königreich, seit jeher gegen Reformen stemmen, um das Gremium den neuen globalen Kräfteverhältnissen anzupassen. Es sei nicht weniger als ein „neues globales Abkommen“ vonnöten, das insbesondere Entwicklungsländer mehr Gewicht in internationalen Entscheidungsprozessen einräume.

2. Weltbank unternimmt zu wenig gegen Armut
Beim G20-Finanzminister*innen-Treffen am Samstag sagte Finanzminister Olaf Scholz dem Internationalen Währungsfonds (IWF) drei Milliarden Euro zu, wie das Handelsblatt meldet. Die Mittel fließen als langfristige Darlehen in den IWF-Treuhandfonds ‚Poverty Reduction Growth Trust‘ (PRGT), der den 70 ärmsten Ländern der Welt Liquiditätshilfen bereitsstellt. Damit sei Deutschland der größte Finanzierer des PRGT. Bereits zum Auftakt des G20-Treffens forderte die Entwicklungsorganisation ONE eine Stundung aller Schulden für Entwicklungsländer bis Ende 2021, wie unter anderem das Handelsblatt, der Tagesspiegel, die Augsburger Allgemeine, die Badische Zeitung und die Rhein-Neckar-Zeitung berichten. Nur so haben Entwicklungsländer die nötige finanzielle Freiheit, die nötigen Investitionen zu tätigen, „um der Corona-Pandemie die Stirn zu bieten“, so Karoline Lerche, Vizedirektorin von ONE. Sie kritisiert insbesondere die Weltbank, die derzeit faktisch mehr Geld in Form von Schuldenrückzahlungen von Entwicklungsländern annehme als sie ihnen als Hilfe für die Pandemie zukommen lasse.

3. WHO: Unterbesetzt und unterfinanziert
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung beleuchtet den Zustand der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Zuge der Corona-Pandemie. Laut einem ranghohen Mitarbeiter gehen die Mitarbeiter*innen der WHO „auf dem Zahnfleisch“. Derzeit zeige sich die WHO als „operativ überlastete und politisch eingeschüchterte Organisation“. In der Corona-Krise komme ihr die Aufgabe zu, nationale und internationale Aktivitäten zu koordinieren. Sie sammle Gesundheitsdaten und gebe auf Basis dieser Handlungsempfehlungen aus. Allerdings könne sie selbst bei einem dringenden Verdacht einer Epidemie nicht eingreifen, sonndern benötige immer die Zustimmung des jeweiligen Landes. China habe lange Zeit Daten zum Ausmaß des Covid-19-Ausbruchs zurückgehalten, was wiederum dazu geführt habe, dass die WHO nicht ausreichend informiert gewesen sei, um einen globalen Gesundheitsnotstand auszurufen. Eine frühere Kommunikation und Reaktion hätte mehrere Todesfälle verhindern können, seien sich Expert*innen sicher. Die WHO ihrerseits habe es versäumt, rechtzeitig auf das Tragen von Masken sowie deutlich darauf hinzuweisen, dass das Virus über Aerosole verbreitet werde. Dies deute darauf hin, dass die WHO mit den aktuellen Studien- und Forschungssergebnissen überfordert sei. Die WHO sei personell zu schwach aufgestellt und „massiv unterfinanziert“, urteilt Ilona Kickbusch, Gründerin des Global Health Centers in Genf und ehemalige WHO-Mitarbeiterin. Ein weiteres Problem sei, dass rund 80 Prozent der WHO-Mittel aus freiwilligen Zahlungen und Spenden bestehen. Diese seien wiederum oft zweckgebunden, was der WHO wenig Flexibilität in ihrem Handeln ermögliche.

 

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Potenziale, Talente und Träume junger Geflüchteter

17. Juli 2020 - 15:44

Dies ist ein Gastbeitrag von Vivian Onano. Sie ist Social Entrepreneurin und humanitäre Aktivistin.

Aktuell befinden sich weltweit knapp 80 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten davon sind Kinder und Jugendliche, mit eigenen Träumen und Lebenszielen. Seit vielen Jahren warten sie auf eine Chance, ihr Leben selbst wieder in die Hand zu nehmen und ihren Traum von einer besseren Zukunft wahr zu machen.

Letztes Jahr besuchte ich das Flüchtlingslager Kakuma im Norden Kenias. Die Unterkunft existiert seit 1992 und beherbergt heute rund 196.000 Geflüchtete und Asylsuchende aus zehn Ländern. Im Rahmen meiner Mitarbeit am UNESCO-Weltbildungsbericht mit dem Schwerpunkt Flüchtlinge und Migranten wollte ich mich mit Jugendlichen darüber unterhalten, welche Schwierigkeiten sie beim Zugang zu Bildung haben.

Während meines Besuchs lernte ich viele engagierte und talentierte junge Menschen kennen. Bei einem gemeinsamen Treffen forderten alle der anwesenden Jugendlichen gerechte Bildungschancen. Sie wollen keine Almosen, sondern eine gute Ausbildung, um den sozialen Aufstieg aus eigener Kraft zu schaffen. Das erinnerte mich an meinen eigenen Lebensweg. Durch die hochwertige Bildung die ich erhalten habe, haben sich bestimmte Türen geöffnet. Diese gaben mir die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln, zu wachsen und schließlich zum Allgemeinwohl in meiner Gemeinde beizutragen.

Die Macht der Bildung

Einer dieser jungen Menschen, denen ich begegnen durfte, war Nhial Deng aus dem Südsudan. Nhial und sein Kollege Pascal Zigashane, Mitbegründer der URISE Initiative For Africa, nahmen mich mit in Schulen und zu einer gemeinschaftsbasierten Organisation. Der Optimismus, die Leidenschaft und die Entschlossenheit all der Menschen, denen ich begegnete, waren überwältigend.

Seit zehn Jahren lebt Nhial nun schon im Flüchtlingslager von Kakuma. Zahlreiche Hürden erschwerten ihm den Neubeginn, aber durch Bildung schöpfte er auch Hoffnung.

Denn für Geflüchtete ist Bildung der Schlüssel zu einer hoffnungsvolleren und besseren Zukunft – für sich selbst und ihre Gemeinden.

Als junger Mensch am Rand der Gesellschaft erhofft auch Nhial sich eine bessere Zukunft. Trotz aller Widrigkeiten hat er beschlossen, sich nicht von seinen ambitionierten Zielen abbringen zu lassen. Das hilft ihm, aus jeder sich ihm bietenden Chance das Beste herauszuholen. Auf diese Weise ist es ihm gelungen, nicht nur sein eigenes Leben zu transformieren, sondern auch das Leben von Menschen um ihn herum.

Nhial glaubt an die Ziele für nachhaltige Entwicklung als Schlüssel zu einer besseren Welt. Dafür engagiert er sich in den Bereichen Advocacy, Kommunikation, hochwertige Bildung, Politik, Friedensförderung, Geschlechtergleichheit und Social Entrepreneurship. Er ist fest davon überzeugt, dass junge Menschen wie er einen wichtigen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit, Frieden und Nachhaltigkeit in der Welt leisten können. Dazu wirkt er gleich an mehreren lokalen, regionalen und globalen Initiativen mit.

Global Changemakers

Im März 2019 – eine Woche nach meinem Besuch in Kakuma – wurde er vom weltweiten Jugendnetzwerk Global Changemakers zu einem der „Changemaker“ ernannt. Dieses Jahr ist er als einer der ONE Campaign Champions für Ostafrika ausgewählt und in das Young Leaders Program 2020 von Women Deliver aufgenommen worden. Durch diese Organisationen wird er die Gelegenheit haben, gemeinsam mit anderen gleichgesinnten jungen Menschen zu lernen, sich auszutauschen und ein robustes Netzwerk aufzubauen.

Nhials Stimme ist wichtig und muss in globalen Gesprächen über die Probleme, die seine Gemeinde betreffen, gehört werden.

Chancen für ein erfolgreiches Leben

Der diesjährige Weltflüchtlingstag ist ein guter Anlass, um die Potenziale, Talente, Ziele und Träume von Geflüchteten anzuerkennen. Wir müssen gemeinsam mit ihnen darauf hinwirken, dass sie die Chance bekommen, um ihren Traum von einem besseren, erfolgreichen Leben wahr zu machen.

Diese brillanten jungen Menschen haben das Zeug, Lösungen für ihre Herausforderungen zu entwickeln, und es ist unsere Pflicht, ihnen zuzuhören. Sie sind die Experten von morgen – für Gesundheit, Kommunikation, Wissenschaft und Technik.

Die Geschichte von Nhial macht mir Hoffnung, erinnert mich aber zugleich konstant an das enorme Potenzial in Flüchtlingslagern weltweit, das übersehen und vergeudet wird.

Wenn wir unsere Bemühungen verstärken, um die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung bis 2030 zu erreichen, müssen wir dafür sorgen, dass wir niemanden zurücklassen – auch nicht die Menschen in den Flüchtlingslagern und in den am stärksten marginalisierten Städten und Gemeinden. Lasst uns stattdessen unser Versprechen erneuern und uns dafür starkmachen, dass jeder Mensch überall auf der Welt ein würdevolles und chancenreiches Leben führen kann.

Während meines Besuchs in Kakuma sagte einer der Jugendlichen: „Flüchtlinge sind Menschen und möchten auch so behandelt werden“. Das Wort „Flüchtling“ bezeichnet dabei keine unveränderliche Charaktereigenschaft, sondern lediglich die derzeitige Lebenssituation eines Menschen. Die Menschenrechte von Geflüchteten müssen bewahrt werden und jeder Geflüchtete verdient, mit Respekt und Würde behandelt zu werden.

Die Jugendlichen von Kakuma haben mich zugleich herausgefordert und inspiriert, als sie mir ihre eindrucksvollen Geschichten erzählten – von Kraft, Mut und dem unerschütterlichen Willen, ihren Traum von einem erfolgreichen Leben wahr zu machen.

 

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17. Juli 2020

17. Juli 2020 - 14:54

1. Staudamm im Nil hält erstmals Wassermassen zurück
Wie unter anderem die Frankfurter Rundschau, die tageszeitung (taz), das Redaktionsnetzwerk Deutschland und die Deutsche Welle berichten, spitzt sich der Konflikt um den äthiopischen Staudamm im Nil zu. Erstmals halte der Staudamm in der diesjährigen Regenzeit spürbare Wassermengen zurück. Das Nilwasser sei für Ägypten jedoch die Lebensgrundlage. Für Äthiopien, wo der Nil entspringt, ist der Staudamm zentral für die Stromversorgung. Die einzige offizielle Regelung über die Nutzung des Nilwassers stamme aus der britischen Kolonialzeit und berücksichtige lediglich Ägypten und Sudan. Ägypten habe keinen Grund gesehen, das Abkommen zu ändern. Äthiopien wiederum sehe sich nicht an das Abkommen gebunden. Der Stausee soll sich über viele Jahre verteilt füllen, um die Wasserkraftturbinen nacheinander zu testen und anlaufen zu lassen. Dadurch werde der Strom flussabwärts über Jahre verändert werden und eine Neuregelung zur Wassernutzung nötig machen, so Äthiopien. Ägypten wolle darüber jedoch eigentlich nicht verhandeln. Seit Jahren versuche die US-Regierung, zwischen ihren beiden wichtigen Verbündeten zu verhandeln. Inzwischen habe die Afrikanische Union übernommen. Am Montag sei die neue Verhandlungsrunde nach elf Tagen ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Da in der Regenzeit aber die einzige Möglichkeit sei, den Stausee zu füllen, habe Äthiopien mit der Füllung begonnen, wie Satellitenbilder belegen. Behörden im Sudan haben gemeldet, der Wasserzufluss aus Äthiopien sei um 90 Millionen Kubikkilometer am Tag gesunken, etwa ein Drittel. Äthiopien weise jede Verantwortung zurück und begründet seinen wachsenden Stausee mit mehr Niederschlag.

2. Frankreich gibt Kunst aus Kolonialzeit zurück
Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung und das Redaktionsnetzwerk Deutschland melden, hat das französische Kabinett einen Gesetzesvorschlag für die Rückgabe von bestimmten Kulturgütern an zwei afrikanische Staaten beschlossen. 26 Werke des sogenannten königlichen Schatzes von Abomey sollen an Benin zurückgegeben werden. Sie seien derzeit im Pariser Museum du Quai Branly-Jacques Chirac aufbewahrt worden. Ursprünglich stammen sie aus dem Besitz des Generals Alfred Dodds (1842-1922). Zudem solle dem Senegal ein Säbel des früheren Feldherren El Hadj Omar Tall zurückgegeben werden. Die Waffe sei derzeit im Pariser Armeemuseum. Die Rückgabe von Kunstobjekten sei in Frankreich wie auch in Deutschland schon länger Thema. Der senegalische Restitutionsexperte Felwine Sarr habe 2018 gemeinsam mit der französischen Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy in einem Bericht Präsident Emmanuel Macron empfohlen, aus der Kolonialzeit stammende Kunstwerke an die Herkunftsländer in Afrika zurückzugeben.

3. Sahel: Wer gegen wen?
Thilo Thielke thematisiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Kampf von Dschihadist*innen in Westafrika. Seit mehreren Jahren führen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und ihre zahlreichen Ableger einen Krieg gegen alle, die sie als ihre Feinde identifizieren. Sie greifen Staatstruppen sowie Zivilbevölkerung, Vertreter*innen internationaler Organisationen und Tourist*innen an. Mitunter bekämpfen sich die islamistischen Gruppen aber auch gegenseitig. Im Mai verübte der IS einen Bombenanschlag auf das Terrornetzwerk Al-Qaida, bei dem etliche bewaffnete Kämpfer ums Leben gekommen seien. Der Schlag habe wiederum eine Reihe von Vergeltungsmaßnahmen von Al-Qaida ausgelöst und beide Terrormilizen bekämpfen sich nun gegenseitig. Die Sicherheit im Sahel sei dadurch massiv gefährdet. Allein 2019 wurden 456 Zivilist*innen von Terroristen getötet. Derzeit scheint es, als versuchen die Dschihadist*innen die vulnerable wirtschaftliche Lage durch Corona auszunutzen. Die knapp 15.000 UN-Blauhelmsoldat*innen, die speziell für den Kampf gegen Terrorismus ausgebildet sind, seien quasi machtlos gegen die Fülle an Konflikt und den zunehmenden Staatszerfall in Mali.

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16. Juli 2020

16. Juli 2020 - 17:01

1. Weniger Impfungen wegen Corona
Im Spiegel wird der aktuelle Stand der Corona-Impfstoffentwicklung thematisiert. Das Mainzer Unternehmen Biontech arbeite gemeinsam mit dem amerikanischen Pharma-Unternehmen Pfizer an einem Wirkstoff, bei dem Teile des Virus simuliert werden, um so die Antikörperbildung anzuregen. Die US-amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA habe nun ein schnelleres Zulassungsverfahren veranlasst. Die USA hätten dadurch jedoch keine Sonderrechte am Wirkstoff und die Entwicklung und die Tests des mRNA-Wirkstoffes werden trotzdem stetig kontrolliert, heißt es. Derzeit werden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) global rund 160 Impfstoffe getestet. Durch die Dringlichkeit erfolgen bessere Absprachen, die die Prozesse beschleunigen. Zudem produzieren einige Hersteller schon jetzt Impfstoffe, von denen sie noch gar nicht wissen, ob sie wirksam sein werden. Zumal sei derzeit noch unklar, wie lange eine Immunität gegenüber Covid-19 überhaupt anhält. Wie unter anderem Zeit Online, das Redaktionsnetzwerk Deutschland, Deutschlandfunk und SWR berichten, warnen die WHO und das Kinderhilfswerk Unicef derzeit, dass Impfungen gegen andere vermeidbare Krankheiten wegen der Corona-Pandemie derzeit zurückgehen. Auf der ganzen Welt haben Kinder wichtige Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus oder Keuchhusten verpasst. In mehr als 60 Ländern gebe es Lieferengpässe beim Masern-Impfstoff. Andere Menschen trauen sich wegen der Pandemie nicht mit den Kindern ins Krankenhaus oder können es sich nicht leisten. Mindestens 30 geplante Impfkampagnen drohen auszufallen. Obwohl die Impfraten über die letzten Jahre immer gestiegen seien, seien 2019 14 Millionen Kinder nicht erreicht worden, die meisten davon in Afrika.

2. Weltbevölkerung stagniert in zweiter Jahrhunderthälfte
Wie unter anderem die Tagesschau, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Welt, Spiegel und die Tageszeitung (taz) berichten, kann das Weltbevölkerungswachstum bereits ab 2064 stagnieren. Während in anderen Teilen der Welt die Bevölkerungszahlen stagnieren oder sinken, stehe der afrikanische Kontinent noch vor einer Bevölkerungsexpansion. 2100 werden rund 8,8 Milliarden Menschen auf der Welt leben. Das sind etwa zwei Milliarden weniger als die Vereinten Nationen noch letztes Jahr prognostizierten. Dabei könnten die Populationen in Europa und Asien im Vergleich zu heute um mehr als die Hälfte schrumpfen. Daraus folgert Richard Horton, Chefredakteur der britischen Fachzeitschrift „The Lancet“, dass der Einfluss von Afrika und der arabischen Welt in Zukunft wichtiger werde, während Europa und Asien an Einfluss verlieren. Mit dem Rückgang der Geburtenrate auf 1,66 Kinder pro Frau zum Ende des Jahrhunderts könne die Geburtenrate in Europa dann so niedrig sein, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht mehr ohne Einwanderung aufrechterhalten werden kann. Durch den damit einhergehenden demografischen Wandel werde es mehr ältere und weniger jüngere Menschen geben, was die globale Wirtschaftsordnung dramatisch verändern werde.

3. 70 EU-Abgeordnete fordern EU-Finanztransaktionssteuer
In einem offenen Brief bei Euractiv fordern 70 Mitglieder des EU-Parlaments eine europaweite Finanztransaktionssteuer. Dies könne eine Maßnahme zur Finanzierung des Wideraufbaus nach der Corona-Pandemie sein, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast im April bekundete. Das Vorhaben sei Teil des Programms der deutschen Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli begonnen hat. Der bisherige Vorschlag Deutschlands greife zu kurz, da er Derivate nicht besteuere. , Dadurch würden lediglich jährliche Einnahmen von vier Milliarden Euro für zehn EU-Ländern generiert werden. Angesichts der Herausforderungen durch die Corona-Krise fordern die EU-Abgeordneten in ihrem Schreiben aber eine deutlich ambitioniertere Finanztransaktionssteuer. So könnten nötige Mittel eingeworben werden, um den Wiederaufbau nach der Pandemie nachhaltig und umweltfreundlich zu gestalten.

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Die globale Bildungskrise darf sich durch Covid-19 nicht verschärfen

15. Juli 2020 - 13:10

Die weltweite Bildungskrise gehört zu den größten Bedrohungen unserer Zeit. Bereits vor der Corona-Pandemie waren 90% der Kinder in Ländern mit einem durchschnittlich niedrigem Einkommen nicht in der Lage, einfache Sätze zu lesen und zu verstehen. Das betrifft nicht nur individuelle Schicksale. Die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel. Denn die Kinder von heute sind die Ärzt*innen und medizinischen Fachkräfte von morgen.

Seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat sich die ohnehin ernüchternde Lage weiter verschlimmert. Während des Höhepunkts der Krise waren 1,6 Milliarden Kinder – das sind 90 % aller Schülerinnen und Schüler weltweit – vom Unterricht an Schulen ausgeschlossen. Vor allem für die Kinder aus den Ländern, die von extremer Armut betroffen sind, werden die Schulschließungen verheerende Folgen haben.

Um die Auswirkungen der Pandemie abzudämpfen haben viele Länder Fernunterricht eingeführt. Es haben jedoch nicht alle denselben Zugang zu diesen digitalen Angeboten. Deshalb bleiben viele Kinder, die von extremer Armut betroffen sind, auf der Strecke. Nicht einmal 30 % der Menschen die in Afrika leben, haben Zugang zum Internet. Nur 56 % der afrikanischen Länder südlich der Sahara verfügen über ein digitales Bildungskonzept, welches von zu Hause durchgeführt werden kann. Es zeigt sich – die Verteilung von Bildungstechnologie ist alles andere als gerecht.

Bildungsfortschritte stehen auf dem Spiel

Durch Covid-19 besteht die Gefahr, dass Jahrzehnte des Fortschritts in der Verbesserung des Bildungszugangs verloren gehen. Durch den Rückgang von Rücküberweisungen aus dem Ausland sinkt das Haushaltseinkommen von Millionen von Familien. Dadurch wird ein Schulbesuch für viele Familien unerschwinglich.

Wenn die Kinder in die Schule zurückkehren, hinken sie im Stoff weit hinterher. Die Wissenslücken summieren sich mit der Zeit. Eine durchgeführte Studie zeigt, dass drei Monate verpasster Unterricht sich sieben Jahre später als Lücke von eineinhalb Schuljahren zeigt.

Nachhaltige Investitionen in Bildung können dazu beitragen diese Auswirkungen zu minimieren. Angesichts der verheerenden wirtschaftlichen Folgen durch Covid-19 sind die dafür vorgesehenen Mittel jedoch in Gefahr. Die Weltbank rechnet mit einem Rückgang des globalen BIP um 5,2 % im Jahr 2020. Zudem könnten die Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit um bis zu 12 Milliarden US-Dollar sinken.

Dadurch wird nicht nur das Gesamtvolumen der Bildungsausgaben zurückgehen. Angesichts drängender Fragen in den Bereichen der Gesundheitspolitik und Ernährungssicherung werden Regierungen den Schwerpunkt voraussichtlich weniger auf die Bildungspolitik legen. Beispielsweise in Nigeria will die Regierung das Budget für Grundbildung drastisch kürzen.

Covid-19-Folgen auf die Bildung minimieren 

Noch ist es nicht zu spät, die richtigen Schritte einzuleiten, um die Folgen von Covid-19 auf die Bildung zu minimieren. Einige Länder haben dafür gute Einfälle. Sierra Leone zieht Lehren aus der Ebolafieber-Epidemie von 2014 bis 2016, um die Bildungsverluste der Schüler*innen zu begrenzen. Dazu gehören die Übertragung von Lernsendungen im Radio für Schüler*innen ohne Internetzugang, die Bereitstellung von gedrucktem Lernmaterial und die Entwicklung von Smartphone-Apps.

Auch in Liberia legte die Regierung nach dem Ende der Ebola-Epidemie 2016 eine Radiokampagne auf, um Schüler*innen aufzurufen, wieder zur Schule zu gehen. Zudem werden Schulbücher, Hygiene-Sets und Lehrmaterialien verteilt. Dadurch hat die Zahl der Schulbesucher*innen bald wieder das Niveau vor Ausbruch der Epidemie erreicht.

Um sicherzustellen, dass Lernen weiterhin stattfindet, muss Bildung ganz oben auf der Agenda für den Wiederaufbau nach Corona stehen.

Führende Politiker*innen und Entscheidungsträger*innen weltweit müssen zusammenarbeiten, um die Folgen von Corona für die Bildung zu minimieren.

Dazu müssen Regierungen folgende Schritte in die Wege leiten:

  • Die Ausarbeitung einer gemeinsamen Strategie für Bildungsinvestitionen, sowie die Ausarbeitung eines Planes zu Interessenvertretung, um die Lücken in der Bildungsfinanzierung zu schließen; vor allem im Hinblick auf die Auswirkungen von Bildung
  • Der Schutz von Bildungsbudgets
  • Die Ausarbeitung und Umsetzung eines Plans, um Schüler*innen zurück in die Schulen zu holen und Lernrückstände aufzuholen
  • Der Ausbau und die Stärkung von Programmen zum sozialen Schutz, zur Absicherung von Menschen, die von extremer Armut betroffen sind
  • Die Auflage eines Konjunkturprogramms

In diesem Papier erfährst du mehr über die Folgen von Corona für die globale Bildung und wie wir diese schützen können.

 

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15. Juli 2020

15. Juli 2020 - 12:39

1. Kommt nun das Lieferkettengesetz?
Wie unter anderem die Tagesschau, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Tagesspiegel, Zeit Online, Spiegel und die Tageszeitung (taz) berichten, kündigen Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) weitere Anstrengungen für ein Lieferkettengesetz an. Wie aus einer Unternehmensumfrage der Bundesregierung zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte hervorgehe, überwachen deutsche Unternehmen ihre ethischen Prinzipien in Lieferketten nicht ausreichend. Nur 455 von etwa 2.250 befragten Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten haben überhaupt umfassend Auskunft über ihre Lieferketten gegeben. Laut Müller sei das Ergebnis „enttäuschend“. „Die Ausbeutung von Mensch und Natur sowie Kinderarbeit“ dürfe nicht zur „Grundlage einer globalen Wirtschaft und unseres Wohlstandes werden“, so der Entwicklungsminister. Das Lieferkettengesetz würde alle deutschen Unternehmen in die Pflicht nehmen und im Zweifel auch Haftungsregeln festschreiben. Diese sollen aber laut Heil auch „machbar und verhältnismäßig“ sein.  Wirtschaftsverbände kritisieren das Vorhaben und plädieren für Freiwilligkeit. Die beiden Minister wollen das Gesetzesvorhaben noch in dieser Wahlperiode abschließen.

2. Chinas militärische Präsenz in Afrika
Unter anderem Spiegel und N-tv thematisieren das militärische Engagement Chinas in Afrika. Seit Jahren investiere Peking massiv in die Beziehungen zu Afrika. Bisher seien Handel und Rohstoffsicherung die Hauptanliegen gewesen. Einer neuen Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Berliner Thinktanks Merics zufolge rüste die Volksrepublik nun auch militärisch in Afrika auf. Die Ergebnisse basieren auf Interviews mit sechzig Sicherheitsexpert*innen in acht westafrikanischen Staaten. Demnach gehen die chinesischen Interessen über Handelsbeziehungen hinaus. Nicht nur bei UN-Einsätzen werde verstärkt Militär beigesteuert, sondern auch afrikanische Staaten selbst werden durch die Regierung in Peking aufgerüstet. Damit sei China nach Russland Afrikas zweitgrößter Waffenlieferant. In der Studie heißt es, China wolle sich als „verantwortliche große Macht“ positionieren.

3. Sudan: Innere Konflikte erschweren Friedensprozess
Ilona Eveleens berichtet in der Tageszeitung (taz) über den Friedensprozess im Sudan. Während in Dafur Friedensgespräche geführt werden, sei in der Provinz Nord-Dafur der Notstand ausgerufen worden. Am Montag haben Anhänger*innen von Milizen in der Stadt Fata Borno 13 Demonstrant*innen getötet. Einen Tag zuvor sei ein Aktivist im nahegelegenen Kutum gestorben, während die Polizei eine Protest-Kundgebung auflöste. Die Demonstrierenden fordern mehr Sicherheit in Dafur und das Ende von gewaltsamen bewaffneten Angriffen, die ihrer Ansicht nach von der Regierung unterstützt werden. Die Polizei habe am Montag beim Übergriff der Milizen nicht eingegriffen. Regierungsvertreter*innen dagegen werfen den Demonstrierenden Gewalt vor. Die sudanesische Gewerkschaft SPA verurteilte den Angriff auf die friedlichen Demonstrationen. Die SPA sei auch die treibende Kraft hinter dem Volksaufstand 2019 gewesen, der letztlich zum Sturz des langjährigen Diktators Omar Hassan al-Bashir geführt habe. Die Lage in der Region bleibe angespannt. Die Übergangsregierung aus Zivilist*innen und Militär soll das Land demokratisieren. Neben den Rebellionen in Dafur wolle sie auch die Konflikte in anderen Regionen des Landes befrieden.

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14. Juli 2020

14. Juli 2020 - 16:35

1. Rückschlag im Kampf gegen Hunger
Wie unter anderem die Tagesschau, ZDF heute, die Süddeutsche Zeitung, Spiegel und Deutschlandfunk Nova berichten, steigt die Zahl der Hungernden weltweit immer weiter. Das zeigen die Ergebnisse des neuen Berichts der Vereinen Nationen „The State of Food Security and Nutrition in the World“. Im Jahr 2019 litten laut Bericht 690 Millionen Menschen an Hunger, etwa neun Prozent der Weltbevölkerung. Damit sei die Zahl im Vergleich zu 2018 sogar noch um zehn Millionen gestiegen, innerhalb von fünf Jahren sogar um 60 Millionen. Bis 2030 wolle die Weltgemeinschaft im Rahmen der Nachhaltigen Entwicklungsziele Hungersnöte weltweit eindämmen. Dieses Ziel sei nun kaum noch erreichbar, heißt es im Bericht. Die Zahl der Hungernden könnte laut Prognosen bis 2030 sogar noch auf 840 Millionen steigen.

2. EU kooperiert mit Nordafrika zum Grenzschutz
Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung berichten, will die Europäische Union enger mit fünf nordafrikanischen Staaten zusammenarbeiten. Ziel sei die Eindämmung irregulärer Migration, wie die EU-Innenkommissarin Ilva Johansson nach einer Videokonferenz am Montag mitteilte. Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Mauretanien seien an der Kooperation beteiligt. Die Initiative sei von Italien ausgegangen. Zudem seien die Innenminister*innen Deutschlands, Spaniens, Frankreichs und Maltas an der gestrigen Videokonferenz beteiligt gewesen. Das Projekt sei Teil des größeren Pakts für Asyl und Migration, der im September umgesetzt werden soll. Nach Schätzungen von der EU-Grenzschutzorganisation Frontex seien allein auf der westlichen und zentralen Mittelmeerroute in den vergangenen drei Jahren 330 Millionen Euro mit Schleuserei verdient worden. Durch den Treuhandfonds für Afrika fließen 870 Millionen Euro in die Zusammenarbeit mit nordafrikanischen Staaten, davon ein Drittel ins Grenzmanagement.

3. Neue europäische Sahel-Einheit startbereit
Eine neue europäische Kampftruppe ist einsatzbereit für den Einsatz in der Sahelzone, wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung meldet. Die Taskforce Takuba werde ab Mittwoch mit 100 französischen und estnischen Soldat*innen gemeinsam mit malischen Truppen in einer gemeinsamen Einheit gegen islamistische Terrorgruppen in der Sahelzone kämpfen. Im Oktober soll eine zweite Truppe mit 60 tschechischen und im Januar mit 150 schwedischen Soldat*innen folgen, wie Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly im Interview mit La Croix ankündigte. Ende Juni habe sich der französische Präsident Emmanuel Macron mit Vertreter*innen der G5-Sahel-Staaten Mali, Niger, Tschad, Mauretanien und Burkina Faso getroffen. Er sei zuversichtlich, dass ein Sieg in der Sahelzone möglich sei. Die Zuversicht halte sich in der Sahelregion in Grenzen. Die Lage in der Sahelzone habe sich in den letzten Jahren trotz Einsatz ausländischen Militärs verschlechtert. Vergangenes Jahr seien zehnmal mehr Menschen getötet worden als 2014.

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13. Juli 2020

13. Juli 2020 - 20:59

1. Bevölkerungsboom vor allem für die ärmsten Staaten eine Herausforderung
Anlässlich des Weltbevölkerungstags  hat Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Herausforderungen durch das Bevölkerungswachstum aufmerksam gemacht, wie unter anderem der SWR, BR24 und Yahoo Nachrichten berichten. In ihrem Video-Podcast habe Merkel erklärt, dass das rasante Bevölkerungswachstum unter anderen zu Konflikten um Land, Wasser und Rohstoffen führen könne. Betroffen seien insbesondere Länder, die ohnehin mit Armut, Hunger, Arbeitslosigkeit und schwachen Bildungs- und Gesundheitssystemen zu kämpfen hätten. Unter anderem in der Tagesschau, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und im Deutschlandfunk werden die Auswirkungen des Bevölkerungswachstums thematisiert. Weltweit leben derzeit 7,8 Milliarden Menschen auf der Erde. In jeder Sekunde werden vier Menschen geboren, während zwei sterben. Pro Jahr wächst die weltweite Bevölkerung um 60 Millionen. Während der Geburtentrend in Europa zurückgehe, könne sich die Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent bis 2050 verdoppeln. Die Auswirkungen des Bevölkerungswachstums bekommen vor allem Mädchen und Frauen zu spüren. Wegen mangelnder Aufklärungsarbeit bekomme jedes fünfte Mädchen in Kenia vor dem 19. Geburtstag ein Kind. Durch die Schulschließungen wegen Covid-19 werden Teenagerinnen zunehmend Opfer von Übergriffen. Die Zahl der Schwangerschaften junger Mädchen steige wieder. Die wenigsten kehren nach einer Schwangerschaft in die Schule zurück, da sie Geld für sich und ihre Familie brauchen. Durch Corona könnten Millionen Kinder nie mehr zur Schule gehen, warnt die Entwicklungsorganisation Save the Children.

2. Proteste in Mali
Wie unter anderem die Frankfurter Rundschau, die Tageszeitung (taz) und die Deutsche Welle berichten, sind bei Protesten in Mali übers Wochenende mindestens sieben Menschen getötet und siebzig weitere verletzt worden. Seit fünf Wochen gebe es regelmäßig Freitagsdemonstrationen. Die Teilnehmenden fordern den Rücktritt des Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita. Diesmal haben die Proteste mehrere Tage angehalten. Die Polizei sei mit Tränengas und Schüssen gegen die Menge vorgegangen. Der Staat sei jedoch immer weniger in der Lage die Situation zu kontrollieren. Parlamentsgebäude und der öffentliche Fernsehsender ORTM seien zwischenzeitlich besetzt gewesen, es seien Feuer gelegt und die zwei Brücken über den Niger-Fluss seien blockiert worden. Die Protestbewegung M5 bestehe aus der Zivilbevölkerung sowie der politischen Opposition und deren Anhänger*innen unter Imam Mahmoud Dicko, dem einflussreichsten islamischen Führer Malis. Die Regierung stehe vor allem unter Druck wegen der vergangenen Parlamentswahlen im März/April. Diese hätten eigentlich 2018 stattfinden sollen. Zudem werden die Wahlergebnisse angezweifelt. Darüber hinaus sei die Unsicherheit in Mali allseits präsent: Terroranschläge, lokale Ausschreitungen und Massaker der Armee haben in den vergangenen 12 Monaten mehr als 2.500 Menschen das Leben gekostet. Wie evangelisch.de  weiter meldet, droht die US-Regierung mit dem Rückzug aus dem Anti-Terror-Kampf in der Sahelzone. Ein Sprecher des US-Außenministeriums habe dies mit den zunehmenden Menschenrechtsverstößen lokaler Sicherheitskräfte begründet.

3. Corona verschärft Lage für HIV-Infizierte
Unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, NDR und BR24 berichten über die Weltaidskonferenz, die vergangene Woche virtuell stattfand. Angesichts der aktuellen Lage sei ein Hauptthema der Konferenz die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Behandlung von HIV/Aids. Durch die Einschränkungen zur Eindämmung von Covid-19 können Tausende HIV-Infizierte nicht mit lebenserhaltenden Medikamenten versorgt werden. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten durch eine sechsmonatige Unterbrechung der Therapie allein in diesem und nächsten Jahr in Subsahara-Afrika bis zu 500.000 Menschen zusätzlich durch Aids sterben. Damit würden die Fortschritte im Kampf gegen das HI-Virus auf das Jahr 2008 zurückgeworfen werden. Besonders wirke sich der Versorgungsmangel auf die Infektionszahlen von Kindern aus. Durch entsprechende Therapie können HIV-infizierte Frauen gesunde Kinder zur Welt bringen. Die Hauptforderung der Konferenz sei deswegen, dass es durch die Corona-Pandemie nicht zu Umverteilung von Mitteln zulasten des Kampfs gegen Aids kommen dürfe.

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Weltbevölkerungstag 2020: Ein milliardenschweres Potenzial 

10. Juli 2020 - 16:06

Der Weltbevölkerungstag wurde am 11. Juli 1987 anlässlich des  “Five Billion Day” ins Leben gerufen. An diesem Tag wuchs die Weltbevölkerung auf fünf Milliarden Menschen an. Seitdem soll er jährlich darauf aufmerksam machen, dass nachhaltige Entwicklung nur dann möglich ist, wenn demografische Trends nicht außer Acht gelassen werden. Denn: Unsere Bevölkerung wächst jedes Jahr um weitere 100 Millionen Menschen. Alle von ihnen verdienen ein Leben voller Chancen, frei von extremer Armut und Hunger. 

1994: Ein Plan für nachhaltiges Bevölkerungswachstum  

Kairo 1994: Die erste Weltbevölkerungskonferenz (International Conference on Population and Development, kurz: ICPD) findet statt. Dort arbeiteten die Regierungen von 179 Ländern ein Aktionsprogramm aus, das seitdem als Leitfaden für internationale politische Maßnahmen für nachhaltiges Bevölkerungswachstum dient. Das Bemerkenswerte an diesem Programm: Es betont die Wichtigkeit von gesundheitlicher Aufklärung und aktiver Teilhabe und Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen. Das ist zentral, denn diese Punkte wirken auch effektiv gegen extreme Armut – eine der größten Herausforderungen in bevölkerungsstarken, weniger entwickelten Ländern.  

2014 wurde dieser Plan erneut überarbeitet. Im Mittelpunkt stehen weiterhin Punkte, die unerlässlich für ein Ende extremer Armut sind: Gezielte Förderung von Frauen und Mädchen, Bildung und eine vorausschauende Einbeziehung künftiger Migrationsströme durch Konflikte, Nöte und die Auswirkungen der Klimakrise. An dieser Stelle möchten wir noch zwei weitere Aspekte hervorheben, die dringend unsere Aufmerksamkeit benötigen: Ernährungssicherheit und die Möglichkeiten der demografischen Dividende.  

11 Milliarden bis 2100? – Herausforderungen und Chancen 

 

Keur Simbara, Senegal (February 17, 2017)

  1. Die Macht der Bildung
    Wenn Kinder, insbesondere Mädchen, Zugang zu qualitativer Bildung erhalten, nehmen sie die eigene Lebens- und Familienplanung häufig selbst in die Hand. Bildung, insbesondere zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, zeigt Frauen und Mädchen auf, wie vielfältig sie ihre Zukunft gestalten können. Diese Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht, das weiterhin Millionen Kindern weltweit verwehrt bleibt. Dabei sprechen die Zahlen für sich: Bildung senkt die Geburtenrate und verlangsamt das Bevölkerungswachstum. Gute Schulbildung verringert auch andere Risiken, denen Frauen und Mädchen ausgesetzt sind. In Ländern des globalen Südens laufen Millionen Mädchen und Frauen jährlich Gefahr, Opfer gewaltsamer Eingriffe in ihr Leben zu werden. Zwangsverheiratung ist weiterhin tägliche Realität für Tausende Mädchen weltweit. Dabei werden nicht nur Kinderrechte missachtet, sondern viele Türen für immer verschlossen. Mädchen, die solche Eingriffe erfahren, bekommen im Vergleich wesentlich früher Kinder und müssen ihre Schulbildung abbrechen. Menschenrechtswidrige Praktiken in jungem Alter, wie weibliche Genitalverstümmelung, nehmen häufig zerstörerischen Einfluss auf das Selbstbewusstsein sowie die mentale und physische Gesundheit von Mädchen, oft lebenslang. Gegen solche gewaltsamen Eingriffe in das Leben von Mädchen und Frauen wirkt Bildung effektiv, denn durch sie entwickeln sich oft Widerstand und der Wille zur Selbstbestimmung. Bildung ist somit gleichermaßen Schlüssel für Gleichberechtigung, nachhaltiges Bevölkerungswachstum und ein Ende extremer Armut.

    Olivia Gimbo, who is a beneficiary of PRP (Protacted Relief Programme), holds up her families supply of food for the week in Epworth, Harare on the 22nd April, 2009. The PRP programme via the NGO’s Practical Action, Christian Aid and the World Food Programme, is supported by AusAid, provides cash transfers to vulnerable people throughout Zimbabwe as the economic situation deteriorates.

  2. Nachhaltige Ernährung für Milliarden
    Eine wachsende Bevölkerung stellt eine wachsende Herausforderung für Ernährungssicherung und Wasserressourcen dar. Es bedarf landwirtschaftlicher Methoden, die zukunftsfähig sind. Besonders in trockenen oder tiefen Regionen müssen Prozesse wie Wüstenbildung und Dürren, aber auch Überschwemmungen und der ansteigende Meeresspiegel als Resultate des Klimawandels mitgedacht werden. Diese kosten Regierungen weniger entwickelter Länder weltweit jährlich Milliarden. Ernährungssicherung muss sich nachhaltig gestalten, nicht nur um Unterernährung und Hunger entgegenzuwirken, sondern auch, um die Landwirtschaft als Arbeitssektor zu sichern. In zahlreichen Ländern Sub-Sahara-Afrikas arbeitet die Mehrheit der Bevölkerung im landwirtschaftlichen Sektor. In Uganda sind es beispielsweise beinahe 70, im Süd-Sudan sogar 90 Prozent. Damit sind diese Länder besonders vulnerabel für klimatische Katastrophen. Zusätzlich werden Länder des globalen Südens und besonders Sub-Sahara-Afrikas in den nächsten Jahrzehnten das stärkste Bevölkerungswachstum verzeichnen. In vielen von ihnen wird sich die Bevölkerung bis 2050 verdoppeln

    Credit: United Nations, DESA, 2019

  3. Die Chance der jungen Bevölkerung
    Länder Sub-Sahara-Afrikas könnten mehr als die Hälfte des gesamtem Bevölkerungswachstums in den kommenden Jahrzehnten ausmachen. Im Gegensatz zu den anderen Kontinenten wird vermutet, dass Afrikas Bevölkerung bis zum Ende des Jahrhunderts wachsen wird. Dabei bestimmt das Verhältnis der Altersgruppen maßgeblich die Chancen für die Wirtschaft in einem Land. Ideal ist: Arbeitsfähige Menschen zwischen 25 und 64 machen den größten Anteil aus. Denn dann sorgt ebendiese Altersgruppe für wirtschaftliches Wachstum und Staaten erzielen höhere Einnahmen. Bedeutet: Die Zahl der Menschen, die aktiv zur Wirtschaft beitragen, überwiegt die jener, die von ihr abhängig sind. Die Bevölkerungsentwicklung in Ländern des globalen Südens, wie Sub-Sahara-Afrika, vollzieht sich auf ebendiese Weise. Dieses Entwicklungspotenzial wird oft die demografische Dividende genannt. Diese ist und bleibt jedoch zunächst genau das: Ein Potenzial. Zahlreiche Faktoren werden in der Zukunft bestimmen, ob diese Chance genutzt werden kann. Zunächst ist sicherzustellen, dass für die rapide wachsende junge Bevölkerung vor Ort ausreichend menschenwürdige Arbeit geschaffen wird. Damit einhergehend sind zielgerichtete Investitionen in Bildung und Gesundheit unerlässlich. Nicht zuletzt spielt die Förderung von Gleichberechtigung für Frauen und Mädchen eine elementare Rolle. 

    Die demografische Dividende stellt sich allerdings nicht automatisch ein, wenn es genug Menschen im entsprechenden Alter gibt. Dazu müssen die sozioökonomischen Bedingungen stimmen und junge Menschen müssen in der Lage sein, Arbeit zu finden. Dies können und müssen wir durch unseren Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung unterstützen. So könnte sich aus der wachsenden jungen Bevölkerung, besonders in Afrika, eine wahre Chance ergeben.  

Der Blick nach vorn 

Viele Staatenzusammenschlüsse wie die Afrikanische Union haben Pläne, das Potenzial der demografischen Dividende auszuschöpfen. Jedoch benötigt es die entschlossene Unterstützung einer internationalen Staatengemeinschaft, um nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Auch hier wird das Erreichen der Agenda 2030 und der Agenda 2063 der AU maßgeblich bestimmen, ob sich Bevölkerungswachstum in Zukunft als Bürde oder Chance herausstellt.  

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