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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 10 Stunden 42 Minuten

19. September 2018

20. September 2018 - 12:23

1. WHO: Tuberkulose weltweit tödlichste Infektionskrankheit
Unter anderem n-tv.de und die Online-Ausgaben der Berliner Morgenpost und des Solinger Tageblatts sowie der Deutschlandfunk behandeln den Jahresreport der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der gestern veröffentlicht wurde. Demnach sei Tuberkulose weiterhin die tödlichste Infektionskrankheit der Welt, noch vor Aids. Im vergangenen Jahr seien rund 1,6 Millionen Menschen an Tuberkulose gestorben, zehn Millionen Menschen sollen sich infiziert haben. Durch ihr geschwächtes Immunsystem seien HIV-Infizierte besonders von Tuberkulose-Erkrankungen gefährdet. Andersherum könne eine Tuberkulose-Erkrankung den Ausbruch von Aids begünstigen. Es gebe bei der Tuberkulose-Behandlungs allerdings auch Fortschritte. So falle die Sterblichkeitsrate der Erkrankten jährlich um drei Prozent. Kommende Woche sei in New York am Rande der UN-Generaldebatte ein Treffen hochrangiger Regierungsvertreter*innen geplant, die sich der Thematik annehmen wollen.

2. 300 Millionen Kinder und Jugendliche können nicht zur Schule
Die Deutsche Welle thematisiert einen aktuellen Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, laut dem jedes dritte Kind im Alter zwischen 5 und 17 Jahren in Krisen- und Konfliktländern keinen Schulunterricht besuchen kann. Die zehn Länder mit der geringsten Beschulungsquote liegen in Afrika. Am schlimmsten sei die Lage in Niger, der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan und Eritrea. Die größte Hürde für den Schulbesuch sei jedoch nicht Krieg, sondern Armut. In dem weltweiten Aufruf für humanitäre Hilfe seien lediglich vier Prozent für Bildung vorgesehen. Dem Thema widmete sich gestern auch Popstar Rihanna, wie unter anderem Focus.de, bz-berlin.de und kn-online.de meldeten. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter habe sie unter anderem Angela Merkel und Entwicklungsminister Gerd Müller direkt angesprochen, um ihnen für ihr bisheriges Engagement zu danken und sie aufzurufen, mehr in globale Bildung zu investieren.

3. Großbritannien friert Entwicklungshilfe für Sambia ein
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldet, hat die britische Regierung die Entwicklungshilfe für Sambia aufgrund von Korruptionsvorwürfen eingefroren. Dem britischen Entwicklungsministerium (DFID) seien Vorwürfe bekannt geworden, dass ein Teil der Mittel zweckentfremdet worden sei. Außerdem habe der Europäische Rechnungshof bemängelt, dass Zahlungen der EU für Frieden und Sicherheit in den letzten Jahren oft wirkungslos verpufft seien. Der Rechnungshof fordere deshalb Nachbesserungen bei der Unterstützung für die Afrikanische Friedens- und Sicherheitsarchitektur. Beobachter warnen, dass das Land unter dem Präsidenten Edgar Lungu sich in eine Autokratie entwickle. Im Korruptions-Wahrnehmungsindex von Transparency International befinde sich Sambia auf Platz 96 von 180. Auch Schweden, Finnland und Irland sollen bereits Fördermittel für Sambia eingefroren haben.

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18. September 2018

18. September 2018 - 12:11

1. Bis 2050 leben fast alle extrem Armen in Subsahara-Afrika

Sowohl die die Welt als auch das Handelsblatt thematisieren den sogenannten „Goalkeepers Report” der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung. Laut der Studie werden bis zum Jahr 2050 knapp 90 Prozent aller Menschen, die von extremer Armut betroffen sind, in Subsahara-Afrika leben. Nach 20 Jahren Fortschritt im Kampf gegen Armut, Hunger und Krankheit drohe ein Rückschlag. Anlass zu dieser Befürchtung gebe insbesondere das rasante Bevölkerungswachstum in den ärmsten Teilen der Welt. Allerdings könne Bevölkerungswachstum auch ein Motor für die Wirtschaft sein. Voraussetzung dafür sei, dass junge Menschen gesund und gut ausgebildet seien. Deshalb brauche es Investitionen in Bildung, Nahrungssicherheit und Gesundheit. Mit diesen Investitionen könne die Wirtschaft der Region in den kommenden 30 Jahren um mehr als 90 Prozent wachsen, so die Studie.

2. Überschwemmungen in Nigeria

Mehrere Medien, darunter Zeit Online, Sueddeutsche.de, tagesschau.de, Stern.de und die Berliner Morgenpost, berichten von mehr als 100 Toten bei Überschwemmungen in Nigeria. Vier Bundesstaaten seien zu Katastrophengebieten erklärt worden, acht weitere stehen unter Beobachtung. Tausende Menschen, die vor der Flut fliehen, seien in Notunterkünften untergebracht worden.

3. IStGH: Urteil gegen Warlord bestätigt

Wie unter anderem Zeit Online, Spiegel Online, taz.de und deutschlandfunk.de melden, hat der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) die Verurteilung des früheren Warlords Jean-Pierre Bemba wegen Zeugenbeeinflussung bestätigt. Da er bereits zehn Jahre in Haft gesessen habe, gelte seine Strafe zwar als verbüßt. Entgegen der Hoffnungen der Opposition könne er wegen der Vorstrafe nun dennoch nicht bei der Präsidentenwahl im Dezember antreten. Das Urteil aus einem Verfahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen sei im Juni wegen Verfahrensfehlern aufgehoben worden.

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17. September 2018

17. September 2018 - 12:29

1. Äthiopien und Eritrea schließen offiziell Frieden

Wie diverse Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, Welt.de, Stern.de, die Deutsche Welle, t-online.de und der Deutschlandfunk, melden, haben die Regierungschefs Eritreas und Äthiopiens am Wochenende in Saudi-Arabien ein Friedensabkommen unterzeichnet. Das Dokument regele auch den bislang strittigen Grenzverlauf, der einer der Konfliktherde gewesen sei. Eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Staaten finde bereits seit dem Friedensangebot des äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy im Juli statt. Am Wochenende seien etwa 1500 Kämpfer der exilierten äthiopischen Unabhängigkeitsbewegung Oromia Liberation Front (OLF) aus ihren Stützpunkten in Eritrea in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba zurückgekehrt. Dort seien sie von zehntausenden Anhänger*innen empfangen wurden.

2. Deutschland und Österreich zu Migration und Entwicklung

Die Sueddeutsche Zeitung thematisiert den geringen Erfolg von Rückkehrerprogrammen für abgewiesene Asylbewerber*innen in Afrika. Die neuen Migrationsberatungen in Ägypten, Marokko, Ghana, Nigeria und Afghanistan haben zwischen Juli 2017 und Juli 2018 keinem einzigen Rückkehrer aus Deutschland einen Arbeitsplatz vermitteln können. Im Senegal sei es lediglich eine Person gewesen, in Tunesien sechs. Die Entwicklungspolitikerin der Linken Eva Schreiber bemängele eine “Unterordnung der Entwicklungszusammenarbeit unter das innenpolitische Kalkül der Flucht- und Migrationsabwehr”. Um Fluchtursachenbekämpfung und die Kooperation mit afrikanischen Staaten ging es auch beim gestrigen Besuch des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wie verschiedene Medien, unter anderem die Deutsche Welle, zdf.de, Welt.de, Stern.de und  t-online.de melden, habe Merkel eine Arbeitsteilung bei der Zusammenarbeit der EU mit Afrika vorgeschlagen. Da Afrika aus 53 Ländern bestehe, könne sich nicht jeder europäische Staat mit jedem einzelnen beschäftigen, so Merkel. Kurz betone, er wolle den Fokus bei dem für Dezember geplanten Afrika-Gipfel der EU “bewusst” nicht nur auf Migrationsfragen legen. Das Treffen im Kanzleramt habe auch der Vorbereitung des informellen Gipfels der EU-Staats- und Regierungschef*innen in Salzburg gedient, das am Mittwoch und Donnerstag stattfinden werde. Im Fokus stehen dort unter anderem Fragen zur Migration.

3. Mehr Engagement deutscher Firmen in Afrika gefordert

Im Interview mit dem Tagesspiegel erklärt die Sprecherin der Geschäftsführung der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) Christiane Laibach, wie die DEG mit afrikanischen Unternehmen zusammenarbeitet. Ihr Ziel sei es, private Investitionen in Entwicklungsländer anzukurbeln. Ein Grund für das geringe Engagement deutscher Firmen in Afrika sei mangelndes Wissen um die Chancen, die der Kontinent bietet. Zudem gebe es lediglich mit 13 afrikanischen Ländern Doppelbesteuerungsabkommen. In allen anderen Ländern des Kontinents müssten deutsche Unternehmen doppelt Steuern zahlen. Zur Verbesserung der Investitionsbedingen müssen die afrikanischen Regierungen außerdem Korruption bekämpfen und Rechtsstaatlichkeit fördern, so Laibach.

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14. September 2018

14. September 2018 - 12:05

1. IWF zurück in Afrika

Für die Deutsche Welle erörtert Jan Philipp Wilhelm das wiedererstarkende Engagement des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Afrika. Die Staatsschulden einiger afrikanischer Länder seien in den vergangenen Jahren derart angesteigen, dass sie sich für Hilfskredite und Unterstützung bei Wirtschaftsreformen an die UN-Organisation in Washington gewendet haben. Das frühere Engagement des IWF in Afrika sei jedoch umstritten. Die Strukturreformen wie der Abbau von Subventionen, Privatisierungszwänge und Freihandelspolitik haben die wirtschaftlichen Probleme der Empfängerländer oft noch verschlimmert. Der IWF habe aus seinen Fehlern gelernt, heißt es heute. So würden Themen wie gute Regierungsführung und soziale Belange mittlerweile weit stärker gewichtet. Als möglichen Grund für das Umdenken beim IWF und der Weltbank nennt Wilhelm den Verlust ihrer Monopolstellung. So können sich einige afrikanische Staaten heute an den regulären Kapitalmärkten versorgen. Auch der Aufstieg Chinas als Großinvestor habe die finanziellen Verhältnisse in Afrika neu geordnet. Das eigentliche Problem werde der IWF aber wohl nicht lösen können: Grund für die Verschuldung afrikanischer Länder sei, dass sie „hauptsächlich Rohstoffe exportieren und alles andere importieren“, so der Programmmanager bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Dakar. Wolle man das Schuldenproblem lösen, so müsse man den Ländern die Möglichkeit geben, ihre Landwirtschaft und Industrie ohne Freihandelsagenda zu entwickeln.

2. Müller fordert mehr Geld für Freiwilligendienst „weltwärts“

Wie die Blätter des RedaktionsNetzwerks Deutschland, unter anderem die Hannoversche Allgemeine Zeitung, Märkische Allgemeine Zeitung und die Dresdner Neuesten Nachrichten melden, fordert Entwicklungsminister Müller mehr Mittel für Freiwillige in der Entwicklungszusammenarbeit. Er wolle den Freiwilligendienst ‚weltwärts‘ weiter ausbauen und damit „ein starkes Zeichen für Weltoffenheit in Deutschland setzen“. Dafür müsse das Parlament jedoch weitere Mittel für den Haushalt 2019 zur Verfügung stellen. Heute findet in Berlin ein Festakt zum zehnjährigen Jubiläum des Freiwilligendienstes statt.

3. Kofi Annan: Staatsbegräbnis in Ghana

Viele Medien, darunter FAZ.net, Spiegel Online, tagesschau.de, die Deutsche Welle und MAZ Online berichten von der Beisetzung des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan in seinem Heimatland Ghana. Rund 2000 Gäste haben dem Staatsbegräbnis beigewohnt, darunter der frühere Bundespräsident Horst Köhler. Der derzeitige UN-Generalsekretär António Guterres habe Annan als würdevollen und mutigen Diplomaten gelobt. Er habe sein Amt mit moralischer Überzeugung ausgeführt. „Sein Vermächtnis wird weiterleben“, so Annans Witwe Nane Annan. 2001 habe Annan zusammen mit den Vereinten Nationen den Friedensnobelpreis in Empfang genommen.

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World Youth-Summit in der Jugendherberge? Passt zusammen!

14. September 2018 - 10:08

Hier bloggt Jugendbotschafter Nikolas. Niko engagiert sich nicht nur als Jugendbotschafter, sondern auf viele unterschiedliche Arten. Kürzlich hat er an der Weltjugendkonferenz teilgenommen, um sich für Geschlechtergerechtigkeit stark zu machen. 

Zwischen dem 18. und dem 24. Juli kamen Jugendliche aus Ägypten, Australien, China, Deutschland, Malaysia, Süd-Korea und Taiwan zusammen, um voneinander zu lernen und den Jugendlichen ihrer Heimatländer eine Stimme zu geben.

Die Seoul Decleration 2017, die Jugendbotschafter Nikolas verabschieden dufte.

Die Plattform dazu war die „43rd World Youth Rally 2018“, eine Weltjugendkonferenz, die von Hosteling International Korea ausgerichtet wurde. Dabei stand es jedem nationalen Jugendherbergswerk, das zum Dachverband Hostelling International gehört, frei eine Delegation zu entsenden. Nun hieß es für uns – die deutschen Delegierten – ab in den Flieger nach Seoul, schnell in der Lobby des Hotels ein paar bekannte Gesichter via High Five begrüßen und nach einer kurzen Dusche weiter an unserer Forderung feilen. Der von über 80 Delegierten besuchte Welt-Jugend-Gipfel hat nämlich nicht nur die Funktion, Jugendliche aus aller Welt zu Freunden zu machen und Grenzen zu sprengen, sondern legt den besonderen Fokus auf die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen. Wie kann die Jugend dazu beitragen, diese 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu realisieren? Das und vieles mehr sollte auf der World Youth Rally diskutiert werden.

Bereits letztes Jahr durfte ich als deutscher Delegierter die „Seoul Deklaration“ – eine Weltjugenddeklaration – verabschieden. Dieses Jahr hieß es diese Arbeit fortzusetzen. Während des „Youth Forums“, einem Plenum in dem jede Delegation eine Rede über die für sie am wichtigste Ziele hielt, sprach die deutsche Delegation über „Geschlechtergerechtigkeit“ (SDG 5). Da wir glauben, dass die herrschende Geschlechterungerechtigkeit geradezu zum Himmel schreit. Nicht zuletzt, weil eine Gender-gerechte-Welt auch den Welthunger und extreme Armut bekämpfen würde.

Die deutschen Delegierten in Seoul

Nirgends auf der Welt haben Frauen die gleichen Chancen wie Männer. Nirgends. Aber Mädchen und Frauen in den ärmsten Ländern der Welt trifft diese Ungerechtigkeit am härtesten.

#Armutistsexistisch! Um diese Ungerechtigkeit endlich Vergangenheit sein zu lassen, müssen Frauen überall auf der Welt gezielt emanzipiert und auf Augenhöhe in den Arbeitsmarkt eingebunden werden. Doch das ist ja leichter gesagt als getan, oder? Nein, antworteten darauf die Delegierten Australiens, Chinas, Deutschlands, Malaysias, Süd-Koreas und Taiwans. Gemeinsam forderten wir unsere jeweiligen Regierungen auf, bis 2025 eine verbindliche Frauenquote von 40% in Wirtschaftsunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern zu realisieren.

Nun hieß es im nächsten Schritt: „Feministen aller Welt vereinigt euch“ und so kam es dazu, dass wir in langen Arbeitssessions gemeinsam einen offenen Forderungsbrief als eine gemeinsame Jugend verfassten. Dieser fordert unsere Staatsoberhäupter auf, nicht nur der Jugend ein offenes Ohr zu schenken, sondern auch unsere Sorgen ernst zu nehmen und unsere Forderung nach besagter Frauenquote zu erfüllen. Die Jugend ist natürlich die Zukunft, doch vielmehr schon die Gegenwart und darum müssen wir heute schon aktiv werden. Wenn du unseren Forderungsbrief auch unterschreiben möchtest, dann melde dich gerne bei uns und werde Teil der Forderung nach mehr Gerechtigkeit!

Jugendbotschafter Nikolas bei der Unterzeichnung.

Meine Motivation als Delegierter an der World Youth Rally teilzunehmen, war es, vielen Jugendlichen – mich eingeschlossen – eine Stimme zu geben, denn zu oft werden einzelne Stimmen überhört. Doch gemeinsam als ein lauter Chor können wir den Bundestag und all die anderen Regierungsgebäude dieser Welt zum Beben bringen.

Lasst uns gemeinsam rufen:
Gender Diskriminierung beenden – im 21. Jahrhundert ankommen!

Nikolas Karanikolas

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13. September 2018

13. September 2018 - 19:02

1. Cholera in Simbabwe
Wie stern.de, die Deutsche Welle und die Online-Ausgabe des Ärzteblattes berichten, hat die simbabwische Regierung den nationalen Notstand ausgerufen, um eine Cholera-Epidemie zu verhindern. Rund 2000 Menschen seien bereits infiziert, 20 davon seien bereits verstorben. Vor zehn Jahren seien in Simbabwee bereits mehr als 4000 Menschen bei einer Cholera-Epidemie gestorben.

2. Welthandel trägt Mitschuld am globalen Hunger
Marcel Grzanna schreibt für Sueddeutsche.de über die Hintergründe der weltweiten Ernährungsunsicherheit. Ein Kernproblem sei dabei die ungerechte Verteilung der Lebensmittel auf der Welt. So grassierten in den Industrienationen Übergewicht und Fettleibigkeit, während in den armen Regionen der Erde Millionen von Menschen hungern. Dabei gebe es ausreichend Lebensmittel, so Grzanna. Doch teils fehle das Geld für Technologien, um landwirtschaftliche Erzeugnisse frisch zu halten. Zudem werde ein gutes Drittel aller weltweit produzierten Kalorien an Tiere verfüttert. Großeinkäufer*innen haben mit unfairen Verträgen Abhängigkeiten geschaffen, aus denen Kleinbauern und -bäuerinnen nicht einfach aussteigen können. Deshalb müssten westliche Regierungen faire Bedingungen für Exporteur*innen schaffen. Ein Umdenken bei Konsument*innen sei nur möglich, wenn die Politik die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schaffe.

3. Technologienation Nigeria
Die Zeit thematisiert die Technologie-Industrie in Nigeria. Dort seien binnen weniger Jahre rund 700 Start-ups enstanden. Auch deutsche Geldgeber*innen seien an Investitionen interessiert. Seit Juni können sich nigerianische Start-Ups beispielsweise für eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Pharmakonzern Merck bewerben. Die nigerianische Start-Up-Szene alleine könne die enormen Herausforderungen, vor denen das Land stehe, nicht bewältigen. Alleine im vergangenen Jahr haben knapp 40.000 Nigerianer*innen im vergangenen Jahr Asyl in der EU beantragt. Nichtsdestotrotz sehen gerade junge Menschen die Tech-Industrie in der Hauptstadt als die größte Chance, die das Land habe.

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12. September 2018

12. September 2018 - 16:16

1. Zahl der Hungernden steigt auf 821 Millionen

Mehrere Medien, darunter die Frankfurter Rundschau, tagesschau.de, deutschlandfunk.de, SZ.de, Spiegel Online und die Deutsche Welle melden, dass die Zahl der chronisch unterernährten Menschen 2017 auf weltweit 821 Millionen gestiegen ist. Die Zahl der Hungerleidenden sei somit im dritten Jahr in Folge gestiegen, nachdem sie zuvor ein Jahrzehnt lang rückläufig gewesen sei. Damit sei die Zahl der Betroffenen wieder auf dem Niveau von vor zehn Jahren. Besonders dramatisch sei die Lage in Venezuela. Neben Konflikten und Wirtschaftskrisen haben auch Dürren und unregelmäßige Regenfälle als Folgen des globalen Klimawandels stark zum Anstieg der Zahl der Hungerleidenden beigetragen. 2015 setzten sich die Regierungen der UN-Mitgliedsstaaten das Ziel, den globalen Hunger bis 2030 zu besiegen. Dieses Ziel sei nur mit deutlich ehöhtem Einsatz der westlichen Länder noch zu erreichen, so der Geschäftsführer von „Aktion gegen den Hunger” Jan-Sebastian Friedrich-Rust.

2. Juncker verspricht neue Allianz” mit Afrika

Unter anderem Zeit Online, Welt.de, Stern.de und die Online-Ausgabe der Kieler Nachrichten berichten von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junckers heutiger Rede zur Lage der Europäischen Union vor dem Europäischen Parlament. Er habe unter anderem angekündigt, dass die Europäische Kommission zukünftig enger mit Afrika zusammenarbeiten wolle. Afrika brauche keine Almosen, sondern „eine ausgewogene Partnerschaft“. Er habe zudem betont, dass Europa eine solche Partnerschaft gleichermaßen brauche. Ziel dieser „neuen Allianz” mit Afrika seien Investitionsanreize für europäische Firmen sowie ein europäisch-afrikanisches Freihandelsabkommen. Durch die Zusammenarbeit könnten in Afrika in den kommenden fünf Jahren zehn Millionen Arbeitsplätze entstehen, so Juncker.

3. Offene Grenze zwischen Äthiopien und Eritrea

Wie die Frankfurter Rundschau, Deutsche Welle und ZDF.de berichten, öffneten Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed und Eritreas Präsident Isaias Afwerki am gestrigen Tag nach 20 Jahren erstmals feierlich die Grenze zwischen ihren Ländern. Die Grenzöffnung und der Abzug der an der Grenze stationierten Truppen sei ein Teil der vollkommenen Normalisierung der Beziehungen zwischen Äthiopien und Eritrea, twitterte Abiys Stabschef Fitsum Arega.

 

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U2 in Köln: Mit ONE im Einsatz

12. September 2018 - 13:18

ONE-Unterstützerin Karin war auf dem U2 Konzert in Köln mit dabei und hat sich tatkräftig für die Bekämpfung von Armut eingesetzt. Hier bloggt sie von ihrer Erfahrung und ihrem Einsatz.

Unsere ONE-Unterstützer*innen im Einsatz!

Ich bin Karin, 51 Jahre alt, ein sozialer Mensch und seit 30 Jahren U2-Fan.

Es war mein erster Einsatz für ONE in Köln und es wird nicht der Letzte sein. Habe mich sauwohl gefühlt und es hat so Bock gemacht.

Wir haben eine Stunde vor Einlass vor der LANXESS Arena Unterschriften gesammelt. Ich habe mich zusammen mit der lieben Natalie auf den Weg gemacht, da ich nicht so gut zu Fuß unterwegs bin. Viele Konzertbesucher*innen haben unterschrieben, weil sie uns schon kannten. Andere haben nachgefragt, nur wenige haben nicht unterschrieben.

Nachdem der Einlass startete, habe ich mich mit Lisa an unseren Stand gesetzt und auch hier erklärt, worum es geht und wer wir sind. Die Leute kamen interessiert und neugierig auf uns zu.

Das Konzert war der Mega-Hammer und für mich, als eifrige Konzertbesucherin, mein diesjähriges Highlight.

ONE ist als Lobby- und Kampagnenorganisation eine echte Bereicherung für diese Welt, weil wir mit WoMen-Power viel bewirken können.

Hier seht ihr alle ONE-Unterstützer*innen vor ihrem Einsatz. Vielen Dank euch allen für eure tolle Arbeit!

Unsere laufende Kampagne heißt „Armut ist sexistisch“. Wir wollen damit Mädchen und Frauen – vorallem in Afrika – davor bewahren zwangsverheiratet zu werden, ungewollt Kinder zu bekommen und aus der Armut nicht mehr rauszukommen. Mit der Möglichkeit die Schule zu besuchen, eine Ausbildung zu machen und Geld zu verdienen. Bildung ist der Schlüssel für eine gesicherte Zukunft.

Wenn auch du zu unseren Unterstützer*innen gehören möchtest, registriere dich, schenke uns deine Stimme und/oder melde dich als Jugendbotschafter*in an, um uns ehrenamtlich zu unterstützen.
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Zwischenstand Haushalt – Ist das Glas nun halb voll oder halb leer?

12. September 2018 - 10:10
Halb voll oder halb leer – in jedem Fall ist Luft nach oben.

Mit unserer aktuellen Kampagne „Das schönste Versprechen“ setzen wir uns deshalb dafür ein, Deutschland dazu zu bewegen, sein Versprechen einzuhalten, 0,7 Prozent seines Bruttonationaleinkommens (BNE) in Offizielle Entwicklungshilfe (Official Development Aid – ODA) zu investieren. Zur Bekämpfung extremer Armut, Hunger und vermeidbarer Krankheiten und in Bildungszugang für alle Kinder weltweit. Dass Deutschland es ernstmeint mit diesem Versprechen, kann es bei der Aufstellung des diesjährigen Bundeshaushalts zeigen. Dafür setzen wir uns bei der Bundesregierung und im Parlament ein.

Das Ende der politischen Sommerpause ist für uns ein guter Anlass Bilanz zu ziehen, wo wir im Haushaltsprozess stehen.

In diesem Jahr haben wir es mit dem Sonderfall zu tun, dass die neue Bundesregierung erst einmal den Bundeshaushalt 2018 aufstellen musste, der durch die Wahl im letzten Jahr und die historisch lang andauernden Koalitionsverhandlungen nicht verabschiedet werden konnte. Den 2018er Bundeshaushalt hat der Bundesrat im Juli angenommen. Jetzt, wo die Abgeordneten aus ihren Wahlkreisen wieder nach Berlin zurückkehren, muss der Haushalt für das kommende Jahr 2019 diskutiert und verabschiedet werden.

Aber der Reihe nach: wie finden wir, was bisher gelaufen ist?

Erst einmal freuen wir uns, dass es für das Entwicklungsministerium (BMZ) einen deutlichen Zuwachs gegeben hat, denn obwohl das BMZ nicht das einzige Ministerium ist, dass deutsche ODA verwaltet, ist es doch das Ministerium, das die deutsche Zusammenarbeit mit den Partnerländern zur Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) maßgeblich verantwortet. Deshalb halten wir es für ein gutes Signal, dass es für diese wichtige Aufgabe mehr Geld gibt. Es erhält 2018 9,441 Milliarden Euro, also 900 Millionen Euro zusätzlich im Vergleich zu 2017.

Super! Heißt das, die deutsche ODA-Quote steigt?

Leider nein. Zur Erinnerung: Deutschland hat sich dazu verpflichtet, 0,7 Prozent des BNE in ODA zu investieren. Im Moment sieht es eher so aus, als würden wir uns wieder von diesem Ziel entfernen. Das liegt daran, dass Deutschland die Kosten für bestimmte Versorgungsleistungen für Asylsuchende in ihrem ersten Jahr in Deutschland als ODA anrechnen kann – das macht zwar keinen Sinn, weil es nicht zu Entwicklung in Deutschlands Partnerländern beiträgt, aber so sind die Regeln der OECD.

Im Jahr 2015 sind bekanntermaßen ungewöhnlich viele Asylsuchende nach Deutschland gekommen. Vor allem durch diese einmalig anrechenbaren Kosten schnellte die deutsche ODA Quote 2016 in die Höhe und erreichte erstmalig 0,7 Prozent. Seitdem sinken diese sogenannten inländischen Flüchtlingskosten wieder, weil die Anzahl ankommender Asylsuchender wieder auf das Niveau vor 2015 gesunken ist und die Ämter nun langsam mit der Bearbeitung aller Anträge nachgekommen sind. Die 2016er Quote war also leider ein Strohfeuer und hat nicht dazu geführt, dass Deutschland deutlich mehr in Entwicklung vor Ort investiert hat.

Das heißt, es steht unterm Strich heute mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit in den deutschen Partnerländern zur Verfügung als 2016, aber noch lange nicht so viel, wie es Deutschland immer wieder zugesagt hat – und die Quote sieht schlechter aus. Wie hoch sie für 2018 sein wird, werden wir erst im nächsten Jahr wissen, wenn die Bundesregierung alle Zahlungen im Nachhinein an die OECD berichtet. Schätzungen zufolge wird sie in 2018 auf ca. 0,58 und 2019 auf 0,54 Prozent sinken.

Hält die Bundesregierung den Koalitionsvertrag ein?

Aktuell sieht es nicht danach aus. Erstens bewegt sich die Regierung anders als im Vertrag festgehalten, vom 0,7 Prozent Ziel weg. Zweitens steht im Koalitionsvertrag, dass die Mittel für ODA und Verteidigung im Verhältnis 1:1 steigen sollen. Leider basierend auf den Planungen vom Frühjahr 2017, dem 51. Finanzplan. Die dort bereits vorgesehenen massiven Erhöhungen des Verteidigungsetats (BMVg) sind somit leider nicht Teil der 1:1 Rechnung.

Schaut man sich nun lediglich die neu geplanten Erhöhungen für das Auswärtige Amt (AA) und das BMZ (die beiden Ministerien, die den größten Teil der ODA auf Bundesebene kanalisieren) an und vergleicht diese mit den neu geplanten Erhöhungen für das BMVg, dann fällt einem auf, dass für das BMVg satte 6,2 Milliarden Euro bis 2021 zusätzlich eingestellt sind, für AA und BMZ zusammen allerdings „nur“ 2,9 Milliarden Euro. Das heißt, dass die Bundesregierung in 2020 und 2021 noch so einiges nachbessern muss, um ihrem selbstgesteckten Ziel gerecht zu werden.

Gibt es mehr Geld für Bildung?

Wir haben uns in der ersten Jahreshälfte ganz besonders für mehr deutsche Investitionen in die Bildungssysteme der ärmsten Länder der Welt eingesetzt. Vor allem für die Stärkung der Grund- und Sekundarbildung. Denn hier tut die Bundesregierung unserer Meinung nach bisher viel zu wenig – und mal ehrlich: wie soll jemand von Angeboten zur Berufsausbildung oder Hochschulzugang profitieren, wenn er oder sie vorher keine Grundbildung erhalten hat?

Wir freuen uns deshalb sehr, dass das Parlament hier nachgebessert und den deutschen Beitrag an die Globale Bildungspartnerschaft (GPE) von 9 auf 18 Millionen Euro verdoppelt hat. Das ist immer noch ziemlich weit von den 100 Million Euro pro Jahr entfernt, die wir als fairen deutschen Beitrag fordern, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Bundestagabgeordneten, also hauptsächlich die Mitglieder des Haushaltsausschusses, müssen sich in den kommenden Wochen eine Meinung über den Haushalt 2019 bilden. Sie können in Absprache mit ihren Fachkolleg*innen Änderungen am Entwurf der Bundesregierung beschließen. Wir werden deshalb weiter daran arbeiten, dass Deutschland seine Versprechen einhält. Dabei werden wir einen genauen Blick auf die Ausgaben für Gesundheit werfen – denn wie soll jemand lernen und arbeiten, wenn er oder sie nicht gesund ist?

Außerdem werden wir die „Fluchtursachenbekämpfung“ im Auge behalten. Es ist natürlich erst einmal nichts Verwerfliches daran, Perspektiven für Menschen zu schaffen, sodass niemand zur Flucht gezwungen ist. Aber wir sehen durchaus die Gefahr, dass durch dieses neue Mantra mehr und mehr Geld dort investiert wird, wo man irreguläre Migration nach Deutschland verhindern will, anstatt dort, wo das Geld am dringendsten gebraucht wird, oder am wirksamsten investiert werden kann.

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit muss der Bekämpfung extremer Armut dienen und nicht der deutschen Migrationspolitik – dafür ist das Innenministerium zuständig.

Wenn ihr euch ebenfalls dafür stark machen wollt, dass Deutschland sein Versprechen für das Ende extremer Armut einhält, könnt ihr hier unsere Petition an Finanzminister Scholz, Entwicklungsminister Müller und die Mitglieder des deutschen Bundestages unterstützen.

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11. September 2018

11. September 2018 - 12:34

1. Uganda: Proteste gegen Machthaber Museveni

Thilo Thielke erklärt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Hintergrund der jüngsten Proteste in Uganda. Der Oppositionspolitiker und Popstar Bobi Wine sei dem 74-jährigen Präsidenten Yoweri Museveni zu gefährlich geworden, im August wurde er inhaftiert und tagelang gefoltert. Wine sei die Stimme der Jugend, deren Unzufriedenheit mit dem seit 32 Jahren regierenden Museveni stetig steige. Laut der Deutschen Welle mache Museveni zivilgesellschaftliche Organisationen, die Medien und ausländische Einmischung für die Unruhen verantwortlich. Beobachter*innen befürchten eine extreme Einschränkung der Arbeit von NGOs in der nächsten Zeit und berichten von Drohungen und Attacken gegen Journalist*innen. Bobi Wine, der vorige Woche in die USA ausreisen durfte, stehe nun vor einer schweren Entscheidung, so Thielke. Kehre er zurück, könnte sein Leben in Gefahr sein. Bleibe er im Ausland, enttäusche er die Hoffnungen von Millionen junger Menschen in Uganda.

2. 85 Kinder im Sudan vor Zwangsarbeit gerettet

Laut Welt.de und der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen hat die sudanesische Polizei in Zusammenarbeit mit Interpol einen Menschenhändlerring in der sudanesischen Hauptstadt Khartum ausgehoben. Dabei konnten 94 Menschen gerettet werden, 85 davon waren minderjährig, einige erst 10 Jahre alt. Die Kinder stammten aus verschiedenen afrikanischen Ländern. Sie seien von der Bande zum Betteln oder zur Arbeit in den Goldminen gezwungen worden, wo sie mit gefährlichen Chemikalien wie Quecksilber oder Cyanid hantieren müssen.

3. Kauder: Etatüberschüsse in Verteidigung und Entwicklung investieren

Wie unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Unions-Fraktionschef Volker Kauder Finanzminister Olaf Scholz aufgefordert, Spielräume im Bundeshaushalt für Bundeswehr und Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen. Dies sei im Koalitionsvertrag ausdrücklich so vorgesehen.

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10. September 2018

10. September 2018 - 13:52

1. Österreichs Bundeskanzler Kurz plant Afrika-Gipfel

Wie unter anderem Der Standard berichtet, plant der österreichische Bundeskanzler und derzeitige EU-Ratsvorsitzende Sebastian Kurz für Anfang Dezember einen Afrika-Gipfel unter Beteiligung hochrangiger Vertreter*innen von Politik und Wirtschaft in Wien. Zu dem Treffen lädt der Bundeskanzler gemeinsam mit dem Präsidenten von Ruanda und Vorsitzenden der Afrikanischen Union Paul Kagame ein. Es gelte, eine “zeitgemäße, faire und nachhaltige EU-Strategie für Afrika” zu enwickeln, so Kurz. Bei dem Gipfel mit dem Titel “Hilfe vor Ort” solle es vor allem um Innovation und Digitalisierung gehen, Ziel sei die Schaffung von Arbeitsplätzen und Perspektiven.

2. Kongo: Wer profitiert vom neuen Bergbaugesetz?

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am Wochenende darüber, wie der kongolesische Präsident Joseph Kabila mit einem neuen Gesetz dafür sorgen will, dass die Bevölkerung vor Ort von den enormen Bodenschätzen des Landes profitiert. Zukünftig müssen die internationalen Minenbetreiber deutlich höhere Abgaben auf die Rohstoffe Kupfer, Kobalt und Zinn zahlen, die sie fördern. Die Opposition und internationale Organisationen seien jedoch wenig zuversichtlich, dass davon etwas bei der Bevölkerung ankommt – allein zwischen 2013 und 2015 seien etwa 750 Millionen Dollar an staatlichen Einnahmen aus dem Bergbau verschwunden.

3. Mit Solarenergie für längere Schulbesuche in Kenia

In der Frankfurter Rundschau schreiben Anke und Daniel Domscheit-Berg über ein koreanisches Start-Up, das auf der Internationalen Funkausstellung solarbetriebene Ladestationen in der Form von Kühen vorgestellt hat. Eine dieser “Solar Cows”, die auf dem Rücken Solarpaneele und am Bauch Dockstationen für weiße Ladeakkus trägt, stehe bereits in einem kenianischen Dorf auf dem Schulhof und solle dazu beitragen, dass mehr Kinder die Schule besuchen dürfen. In armen ländlichen Regionen werden die Kinder oft dringender zu Hause gebraucht. Gerade dort, wo es kein Stromnetz gibt, müssen die Familien für viel Geld Kerosin einkaufen oder Holz sammeln – eine Arbeit, die häufig Kinder übernehmen. Hier soll die Solar-Kuh gleich mehfach Abhilfe schaffen: Schulkinder bekommen eigene Akkus, die sie während der Schulzeit aufladen können, am Nachmittag kann die Familie den Strom nutzen. So gebe es einen zusätzlichen Anreiz, die Kinder in die Schule zu schicken. Außerdem werde das Ökosystem geschont und die Familien sparen Geld.

 

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07. September 2018

7. September 2018 - 13:04

1. Investitionserleichterungen für Afrika
Laut dem Handelsblatt hat der japanische Außenminister Kono bei der Klausurtragung des Vorstands der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine Bündelung der Kredite der USA, Japans und der EU für Afrika vorgeschlagen. Hintergrund sei das Bestreben, afrikanischen Staaten eine Alternative zur finanziellen Abhängigkeit von China zu bieten. Für die Süddeutsche Zeitung erläutert Marcel Grzanna zudem die Hürden, vor denen deutsche Unternehmen bei Investitionen auf dem afrikanischen Kontinent stehen. Teilweise stehe das komplizierte OECD-Regelwerk zügigen Investitionen im Weg, auch seien die Risiken für Finanzierungen neuer Projekte zu hoch. Die Bundesregierung habe mehrere Initiativen verabschiedet, um die Zusammenarbeit der deutschen Wirtschaft mit afrikanischen Staaten zu stimulieren. Da deutsche Banken bei der Finanzierung von Projekten in Afrika sehr vorsichtig seien, wünschten sich die Unternehmen mehr staatliche Unterstützung. Dazu sollen unter anderem die deutschen Außenhandelskammern vor Ort gestärkt werden.

 

2. Epidemien auf dem Vormarsch
Forscher*innen warnen derzeit vor einem „Zeitalter der Epidemien“, schreibt Jakob Simmank auf Zeit Online. Er habe analysiert, warum immer mehr Menschen mit Erregern von Infektionskrankheiten infiziert werden. Maßgeblich für die Häufung von Epidemien seien fünf Faktoren. Zum einen sei dies die Annäherung von Mensch und Tier, bedingt durch Massentierhaltung, die Zerstörung natürlicher Lebensräume vieler Tierarten durch Entwaldung und die Aufstauung von Flüssen. Des Weiteren verbreiteten sich Mücken und Zecken, die als die größten Krankheitsüberträger gelten, aufgrund der Erderwärmung stärker. Eine Folge sei die rasante Ausbreitung von Gelbfieber. Als dritten Grund nennt Simmank die unkontrollierte Urbanisierung, die Metropolen mit mangelhafter Infrastruktur und Hygiene hervorgebracht habe. Hier seien ärmere Menschen ungleich stärker gefährdet. Auch Konflikte sollen den Ausbruch von Epidemien begünstigen, da Regierungen nicht mehr in der Lage seien, die Gesundheit ihrer Bevölkerung zu gewährleisten. Darüber hinaus können Migrationsbewegungen und das gestiegene Reiseaufkommen ebenfalls dazu beitragen, dass Erreger sich über weite Strecken verbreiten. Allerdings können Ausbrüche dank der Fortschritte in Medizin und Forschung früher erkannt und wirksame Impfstoffe entwickelt werden. Zur Vermeidung von Epidemien seien Investitionen in öffentliche Gesundheitsbehörden, in Früherkennung und Impfforschung nötig.

 

3. Elektroautos für Entwicklungsländer
Die Süddeutsche Zeitung berichtet über ein Elektro-Auto, das an der Technischen Universität München entwickelt wurde und vor allem in ländlichen Gegenden in Entwicklungsländern zum Einsatz kommen soll. Der leistungsfähige und robuste Pritschenwagen sei so gebaut, dass er vor Ort ohne viel Werkzeug repariert werden könne. Die solarbetriebenen Akkus des „aCar“ könnten zusätzlich als Stromquelle genutzt werden, um beispielsweise Wasserpumpen anzutreiben. Durch die Solarpaneele auf dem Dach der Fahrerkabine seien die Fahrzeuge so gut wie autark und nicht auf ein Tankstellen-Netzwerk angewiesen. Geplant sei außerdem, die Produktion irgendwann in die Schwellen- und Entwicklungsländer zu verlegen, wo ein Modell 10.000 Euro kosten soll. Auch europäische Landwirte sollen bereits ihr Interesse bekundet haben, hier solle der Kaufpreis jedoch bei 22.000 Euro liegen, um Forschungs- und Entwicklungskosten zu decken.

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06. September 2018

6. September 2018 - 15:19

1. Deutscher Blick auf Afrika

In Interviews mit der Süddeutschen Zeitung und dem Bayerischen Rundfunk warnt Entwicklungsminister Gerd Müller vor „Neokolonialismus“ durch solche multinationale Konzerne, die Afrikas Ressourcen ausbeuteten, kaum Steuern zahlen, nicht in die Entwicklung vor Ort investierten und keine Rücksicht auf Mensch und Natur nehmen. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung nimmt er auch die afrikanischen Regierungen in die Verantwortung: Voraussetzung für Unterstützung und Zusammenarbeit seien Reformen, die auf gute Regierungsführung und Korruptionsbekämpfung fußen. Sollte kein Reformwille erkennbar sein, müsse ein Ende der Entwicklungszusammenarbeit die Folge sein. Müller betont zudem die Wichtigkeit einer kohärenten und koordinierten Afrika-Politik auf EU-Ebene. Sowohl der deutsche Entwicklungsminister als auch der Leiter des UN-Entwicklungsprogramms Achim Steiner, der mit der Zeit sprach, appellieren an privatwirtschaftliche Unternehmen, sich stärker auf dem afrikanischen Kontinent zu engagieren. Steiner betont dabei, das negative Afrikabild, das in Deutschland nach wie vor verbreitet sei, entspreche nicht mehr der Realität. Die Welt beleuchtet indes die Aussage Müllers, dass europäische Märkte für afrikanische Exporte faktisch gesperrt seien. Der Grund dafür liege nicht etwa in Zöllen oder Quoten, Handelshemnisse seien vielmehr EU-Subventionen, Regulierungen, Standards und bürokratische Hürden. Meine man es mit einer Öffnung des europäischen Marktes für afrikanische Unternehmen Ernst, müssen die umfangreichen Regulierungen und Standards, die teilweise auf das Wirken der Agrar- und Verbraucherlobbys zurückgingen, auf den Prüfstand gestellt werden.

2. EU-Umwelt-Berichte mit Lücken

In der Zeit beleuchtet der Harvard-Professor Sven Beckert, wie die unlängst veröffentlichten EU-Berichte zu globaler Entwaldung und Umweltschäden durch Palmölkonsum die Geschichte der Rohstoffgrenzen-Expansion verschweigen. Der heutige Reichtum des globalen Nordens basiere auf einer 600-jährigen Geschichte immer neuer Wellen von Landraub, Enteignung und Versklavung. Aktuelle Initiativen in Afrika ignorierten dies. Stattdessen erwarte die EU von afrikanischen Regierungen, den Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen weiter zu liberalisieren und Kleinbauern zu verbieten, einen Teil der Vorjahresernte als Saatgut zu verwenden, damit diese industriell produziertes Saatgut kauften. Die Menschen im Norden müssten verstehen, dass es die jahrhundertelange europäische Expansion sei, die uns die modernen “Bequemlichkeiten” ermöglichten.

3. Botswana: Wilderer töten Elefantenherde

Mehrere Medien, darunter SZ.de, Spiegel Online, FAZ.net und FR.de berichten von der illegalen Tötung von 87 Elefanten in Botswana. Das Land habe bisher eine Vorbildrolle im Kampf gegen Wilderer gespielt. Die botswanische Regierung bestreite das Ausmaß der Wilderei, sie spreche von lediglich 52 getöteten Tieren. Im Frühjahr diesen Jahres habe die neue Regierung eine Anti-Wilderer-Einheit in den Schutzgebieten entwaffnen lassen. Ob hier ein Zusammenhang bestehe, sei bisher unklar.

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05. September 2018

5. September 2018 - 12:10

1. Rezession in Südafrika
Die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, die FAZ.net und das Handelsblatt Online berichten, dass Südafrika erstmals seit der Finanzkrise 2009 wieder in die Rezession gerutscht ist. Im Vergleich zum Vorquartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal auf das Jahr gerechnet um 0,7 Prozent geschrumpft. Im ersten Quartal habe es bereits einen Rückgang von 2,6 Prozent gegeben. Grund für die unerwartet schlechten Daten soll vor allem ein Einbruch der landwirtschaftlichen Produktion um 29,2 Prozent sein. Der Amtseintritt des neuen Präsidenten Cyril Ramaphosa, der im Dezember den unter Korruptionsverdacht stehenden Jacob Zuma ersetzte, habe zunächst für optimistischere Wirtschaftsprognosen gesorgt. Um die hohe Arbeitslosenquote von 27 Prozent zu senken und Armut zu bekämpfen, sei Südafrika weiterhin auf ein kräftiges Wirtschaftswachstum angewiesen.

2. Mali: Zweite Amtszeit des Präsidenten beginnt
Gestern legte Präsident Ibrahim Boubacar Keita in Malis Hauptstadt Bamako den Eid für seine zweite Amtszeit ab, wie die Deutsche Welle berichtet. Nach einem erbitterten Wahlkampf wolle Keita das Land einen und entschlossen gegen Korruption kämpfen. Um die Gewalt im Land zu beenden, müsse der Präsident vor allem die Umsetzung des Friedensabkommen mit Rebellenmilizen aus dem Jahr 2015 vorantreiben. Das Land sei in weiten Teilen nach wie vor durch gewalttätige Islamist*innen bedroht.

3. EU: Nachholbedarf bei Handel mit Afrika
Das europa- und entwicklungspolitische Online-Magazin Euractiv thematisiert die Erwartungen der Afrikanischen Union (AU) an den Handel mit der Europäischen Union (EU). Da die bisherigen Handelsbeziehungen oft zum Nachteil afrikanischer Ländern gereichten und Länder wie China, Indien, die Türkei und Russland attraktivere Angebote machten, brauche es auf EU-Ebene ein Umdenken. Expert*innen zufolge stehen europäische Agrarsubventionen und mangelnde Investitionen der Industrialisierung Afrikas im Weg, weshalb nach wie vor größtenteils Rohstoffe nach Europa exportiert würden. Neben Privatinvestitionen brauche Afrika fairen Handel, betont auch Entwicklungsminister Gerd Müller. Die AU plane zudem eine panafrikanische Freihandelszone, für die sie sich Unterstützung von der EU wünsche.

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Breaking Barriers, Building Bridges – Barrieren einreißen, Brücken bauen!

4. September 2018 - 15:18

Die Welt-AIDS-Konferenz (englisch International AIDS Conference) ist das bedeutendste Treffen von Wissenschaftlern und Nichtwissenschaftlern zum Thema HIV und AIDS. Die Konferenz dient als Treffpunkt und zum Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Vertretern der helfenden und heilenden Berufe. Hier erzählt uns Jugendbotschafterin Melina von ihren Eindrücken. 

 

Ende Juli fand die 22. Welt Aids Konferenz in Amsterdam statt. Natürlich auch mit dabei: wir Jugendbotschafter*innen von ONE mit unserem eigenen Workshop! Gemeinsam mit über 18.000 Menschen haben wir daran gearbeitet, Aids und HIV endlich ein Ende zu setzen.

Mit viel Vorfreude treffen sich ONE Jugendbotschafter*innen vor dem Eingang zum „Global Village“.

Global Village – global call to action

Acht ONE Jugendbotschafter*innen – angereist aus Italien, Belgien, Irland, Großbritannien und den Niederlanden – treffen sich am frühen Sonntagabend vor dem Eingang zum „Global Village“, um gemeinsam an der größten internationalen Konferenz zu allen globalen Gesundheitsfragen dieser Welt teilzunehmen. Wir kennen uns nicht, bilden aber sofort ein Team, denn wir sind alle aus dem gleichen Grund hierhergekommen: uns für den Kampf gegen HIV und Aids stark zu machen und für betroffene und gefährdete Menschen einzusetzen.

Was ist das Problem?

Seit mehr als 35 Jahren ist das Humane Immunschwäche-Virus nun bekannt und trotz intensivem Einsatz der internationalen Gemeinschaft, ist die globale Epidemie nicht überstanden. Noch immer infizieren sich Menschen neu, noch immer müssen Menschen sterben. Laut einem alarmierenden Bericht der UN ist die Anzahl der HIV-Neuinfektionen in 50 Ländern der Welt wieder angestiegen und hat sich in Osteuropa und in Teilen Asiens sogar verdoppelt. Diese Zunahme der Neuinfektionen gekoppelt mit dem Wachstum junger Bevölkerungsschichten in besonders betroffenen Ländern und einem möglichen Rückgang bisheriger Unterstützungsmaßnahmen, gefährden die Ziele im Kampf gegen HIV und Aids und könnten zu einer neuen globalen Krise führen.

Wir haben das Ziel, Aids und HIV bis 2030 ein Ende zu setzen,

Wir müssen handeln! Eine junge Stimme und Perspektive im Kampf gegen die Krankheit.

Die Zahlen zeigen: der Kampf gegen HIV und Aids ist noch nicht gewonnen. Um Lösungen zu finden, dazu sind wir Jugendbotschafter*innen hier. Mit unserem Workshop „take the reigns for an Aids free world – the power of youth activism“ möchten wir junge Menschen animieren, ihre Macht und Power einzusetzen! Es braucht eine junge Stimme und Perspektive im Kampf gegen die Krankheit!

Wir haben Wünsche und Ideen!

Wir wollen eine Aids-freie Welt. Wir wollen keine weiteren Neuinfizierungen und Hilfe für alle betroffenen Menschen auf der ganzen Welt. Jeder Mensch muss Zugang zu medizinischer Versorgung haben und Präventions- wie Aufklärungsmaßnahmen müssen ausgeweitet werden. Niemand sollte Angst davor haben müssen, sich öffentlich zu äußern, Stigmatisierung und Ausgrenzung müssen ein Ende finden. Dazu braucht es ein klares Bekenntnis der Politik, in den Kampf gegen die Krankheit zu investieren – beispielsweise bei der Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds im kommenden Jahr. Gleichzeitig braucht es eine aufgeklärte und offene Haltung der Bevölkerung und die Integration betroffener Menschen. Ich wünsche mir einen größeren Stellenwert für die Bekämpfung der Krankheit und eine dauerhafte, sensibilisierte Öffentlichkeit sowie mehr Aufmerksamkeit für die developing countries. Nur so können wir das Ziel, Aids und HIV bis 2030 ein Ende zu setzen, auch tatsächlich erreichen.

Auch DU kannst etwas tun!

Mittlerweile bin ich wieder zu Hause. Voller Stärke, Leidenschaft und Inspiration, den Kampf gegen Aids und HIV weiterzuverfolgen! Schließe auch du dich dem Kampf an! Jede*r kann etwas beitragen, jede*r hat die Macht seiner eigenen Stimme und die Verantwortung, sie zu nutzen! Sprich mit deinem Umfeld, deinen Freunden und Verwandten, Schulkameraden, Kommiliton*innen, Kolleg*innen oder sogar deinen lokalen Politiker*innen: der Kampf gegen Aids ist noch nicht vorbei und er wird es nicht sein, so lange sich nicht jeder dafür einsetzt.

ONE Jugendbotschafter*innen auf der größten internationalen Konferenz zu allen globalen Gesundheitsfragen dieser Welt.

#ONEYouth18 #MundAufGegenArmut #AIDS2018 #ONE

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04. September 2018

4. September 2018 - 12:29

1. China investiert 60 Milliarden Dollar in Afrika
Derzeit findet in der chinesischen Hauptstadt Peking der China-Afrika-Gipfel statt, über den unter anderem Spiegel Online, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Deutsche Welle, Frankfurter Rundschau und der Tagesspiegel berichten. Hochrangige Vertreter*innen so gut wie aller afrikanischen Länder seien vertreten gewesen, als der chinesische Staatspräsident Xi Jinping 60 Milliarden US-Dollar zusätzlicher Gelder in Form von Krediten, Investitionen und Finanzhilfen für Afrika zugesagt habe. Laut der Beratungsfirma McKinsey sollen chinesische Firmen bereits 12 Prozent des produzierenden Gewerbes in Afrika ausmachen. Mit einem Handelsvolumen von zuletzt 170 Milliarden Dollar (146,4 Milliarden Euro) habe China auch die USA und Frankreich als größte Handelspartner auf dem Kontinent hinter sich gelassen. Kritiker*innen warnen vor einer Schuldenfalle für die afrikanischen Staaten und vor politischer Einflussnahme. Kritisiert werde auch der massenhafte Absatz subventionierter chinesischer Produkte auf dem Kontinent, der afrikanische Märkte zerstöre. Einige Beobachter*innen betonen, durch die mangelnde Kohärenz des europäischen Engagements in Afrika und das Fehlen einer Afrika-Politik in den USA könne China seinen Einfluss in Afrika weiter ausbauen.

2. 1,7 Milliarden für die Tschadseeregion
Unter anderem die Süddeutsche Zeitung, der Tagesspiegel, ZDF heute, Zeit Online und die Deutsche Welle berichten von den Ergebnissen des ersten Tages der Geberkonferenz für die Tschadseeregion in Berlin. Rund 1,7 Milliarden Euro zusätzliche Hilfen seien zugesagt worden, davon 130 Millionen aus Deutschland. Davon seien 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe und 30 Millionen für die politische Stabilsierung der Region vorgesehen. Bundesaußenminister Heiko Maas habe die Hoffnung geäußert,  dass die „Abwärtsspirale aus Hunger und Armut, aus Flucht und Vertreibung, aus Radikalisierung und Terrorismus“ aufgehalten werden könne. UN-Nothilfe-Koordinator Mark Lowcock betonte, die Krise sei noch nicht vorüber. Auch der Leiter des UN-Entwicklungsprogramms, Achim Steiner, forderte langfristige Lösungen und eine stärkere Verknüpfung von Nothilfe und Entwicklungshilfe. Das Erstarken der Extremistenorganisation Boko Haram sei auf ein politisches Vakuum zurückzuführen, das von mangelnder medizinischer Versorgung, mangelnder Bildung und Perspektivlosigkeit geprägt sei.

3. Herausforderungen und Chancen in Ruanda
Die Deutsche Welle stellt die 17-jährige ruandische Schülerin Yasipi Casmir vor, die einen Roboter entwickelt hat, der vertikale Landwirtschaft ermöglichen soll. Im extrem dicht besiedelten Ruanda hängen rund 80 Prozent aller Einwohner*innen von Einkünften aus der Landwirtschaft ab. Yasipi wolle ein Vorbild für Jugendliche aus einkommensschwachen Familien sein – im Schnitt besuche jedes Kind in Ruanda etwa 3,8 Jahre die Schule. Über die entscheidende Rolle ruandischer Frauen für Staat und Gesellschaft berichtet auch tagesschau.de. Am Sonntag haben die Parlamentswahlen in Ruanda begonnen. 64 Prozent der Abgeordneten im derzeitigen ruandischen Parlament seien weiblich – der weltweit größte Anteil von Frauen in einem Parlament. Allerdings gebe es keine Presse- und Meinungsfreiheit, Oppositionelle seien teilweise inhaftiert. So gebe es bei allen Fortschritten noch viel Reformbedarf.

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03. September 2018

4. September 2018 - 12:02

1. Merkel beendet Afrika-Reise
Mehrere Medien, darunter Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Welt am Sonntag und die tageszeitung (taz), berichten zum Ende der Afrika-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Ghana, Nigeria und Senegal. Merkel habe wiederholt betont, der entscheidende Erfolgsfaktor für Entwicklung sei die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die Schaffung von Arbeitsplätzen, vor allem durch private Investitionen, stehe dabei im Vordergrund. So sollen in Senegal 300 Dörfer mit Solarstrom versorgt werden und der Automobilhersteller Volkswagen plane die Eröffnung eines Werkes in Nigeria. Das Thema Migration haben Merkel und ihre afrikanischen Amtskolleg*innen bei öffentlichen Auftritten gemieden. In den persönlichen Gesprächen soll insbesondere die Rücknahme ausreisepflichiger Afrikaner*innen aus Deutschland in ihre Herkunftsländer ein zentraler Verhandlungspunkt gewesen sein. Sowohl die Kanzlerin als auch Entwicklungsminister Gerd Müller, der zeitgleich Afrika bereiste, haben die bisherigen Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit und die enormen Fortschritte einzelner afrikanischer Länder betont. Als Beispiel habe Müller die Halbierung der Kinder- und Müttersterblichkeit auf dem Kontinent seit 1990 genannt. “Afrika ist reich”, betonte der Entwicklungsminister. Es sei die Politik, die sich verändern müsse.

2. Berlin: Tschadsee-Konferenz beginnt
Heute begann im Auswärtigen Amt in Berlin eine zweitägige Geberkonferenz für die Tschadsee-Anrainerstaaten , zu der Deutschland, Nigeria, Norwegen und die Vereinten Nationen eingeladen haben, wie der Deutschlandfunk, tagesschau.de, Süddeutsche Zeitung, Zeit Online, Handelsblatt und  die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten. Außenminister Heiko Maas habe die Lage in der Region als “eines der größten humanitären Dramen unserer Zeit” bezeichnet. Elf Millionen Menschen seien dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Maas habe außerdem betont, die Präsenz von terroristischen Akteur*innen wie Boko Haram und ISIS gefährde auch die Sicherheit Europas. Mehr als 50 Delegationen von Regierungen, regionalen und internationalen Organisationen sowie Verteter*innen der Zivilgesellschaft nehmen an der Konferenz teil. Die EU wolle gut 230 Millionen Euro zusätzliche Hilfen für die Region bereitstellen.

3. Ugandischer Oppositioneller ausgereist
tagesschau.de und die Deutsche Welle berichten über die Ausreise des Oppositionellen und Reggae-Stars Bobi Wine aus Uganda. Der vor allem bei jungen Ugander*innen populäre Wine, der 2017 ins ugandische Parlament gewählt wurde, sei Mitte August festgenommen und wegen illegalen Waffenbesitzes und Hochverrats angeklagt worden. Während seiner zweiwöchigen Haft soll er gefoltert und misshandelt worden sein. Am Samstag habe Wine nach Protesten seiner Anhänger*innen in die USA ausreisen dürfen. Ugandas oberster Richter Bart Katureebe habe am Freitag auf das verfassungsrechtlich verbriefte Folterverbot verwiesen und die Sicherheitskräfte aufgerufen, Festgenommene menschlich zu behandeln.

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30. August 2018

30. August 2018 - 17:53

1. Merkel in Senegal
Viele Medien, darunter Tagesschau.de, ZDF heute journal, Sueddeutsche.de, Spiegel Online, Zeit Online, ntv.de, stern.de und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichten von der ersten Station der Afrikareise von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Senegal, wo sie von einer Militärkapelle mit deutscher Schlagermusik empfangen wurde. Im Vordergrund haben die Themen Arbeit und Migration gestanden. Jedes Jahr stießen 300.000 Menschen auf den senegalesischen Arbeitsmarkt hinzu. Zudem weise das Land Wirtschaftswachstumsraten von sechs bis sieben Prozent auf. Merkel wolle deutsche Unternehmen ermutigen, diese Entwicklung zu nutzen und sich dort wirtschaftlich zu engagieren. Deutschland werde zudem 300 senegalesische Dörfer mit Solarstrom versorgen. Präsident Macky Sall habe seinerseits angemahnt, dass Europa nicht abzuschotten solle, aber auch Unterstützung beim Kampf gegen illegale Migration angeboten. Die nächste Station auf Merkels Reise sei Ghana.

2. Müller fordert Mut von deutscher Wirtschaft
In einem Interview mit dem ZDF Morgenmagazin rief Entwicklungsminister Gerd Müller, der sich wie die Bundeskanzlerin derzeit auf einer Afrika-Reise befindet, die deutsche Wirtschaft dazu auf, „Chancen für lukrative Investitionen in Afrika“ wahrzunehmen. Dabei verwies er auf das Wachstumspotential vieler afrikanischer Länder. Die Bundesregierung werde deutsche Unternehmen dabei unterstützen, Investitionen gegen Risiken abzusichern. Staatliche Unterstützung für Entwicklungsländer wolle er stärker an Reformbemühungen knüpfen, zum Beispiel bei der Regierungsführung, Rechtssicherheit und Korruptionsbekämpfung. Wie die dpa und die epd weiter melden, sehe der Minister nach den jüngsten Präsidentschaftswahlen in Simbabwe, die „Chance auf einen grundlegenden politischen und wirtschaftlichen Neuanfang“. Der neue Präsident Emmerson Mnangagwa müsse das Land, das bisher diktatorisch geführt wurde, reformieren.

3. App gegen Dürre
Die Deutsche Welle (DW) thematisiert die App ‚AfriScout‘, die den Menschen in Kenia bei Dürrezeiten hilft. Mithilfe von Satellitendaten erhalten Viehirt*innen Informationen über nahegelegene Weideflächen oder Wasserstellen. Zudem warne die Software auch vor nahenden Gefahren, etwa durch Raubtiere, was die Viehbestände schütze. Auch für die Umwelt sei die App von Vorteil, da sie Informationen dazu anbiete, welche Weideflächen nutzbar sind und welche sich noch erholen müssen. Die Viehzucht bilde für viele Massai in Kenia die Lebensgrundlage.

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European Development Days 18: Networking, Aktivismus und Entwicklungspolitik auf 36 m²

30. August 2018 - 13:26

Entwicklungspolitisches Networking in Brüssel mit einer klaren Botschaft. Aus sechs europäischen Ländern sind 46 ONE-Jugendbotschafter*innen angereist, um an den Europäischen Entwicklungstagen (EDDs) teilzunehmen. Auch ich bin aus Deutschland gekommen, um das belgische Team von ONE Vorort zu unterstützen. Denn wir wollen der Europäischen Union zeigen: ONE ist immer dabei und wir sind laut, wenn es darum geht Frauen und Mädchen im Kampf gegen extreme Armut zu stärken. Und das in ganz Europa.

Die Europäischen Entwicklungstage sind ein jährliches Event, das von der Europäischen Kommission veranstaltet wird. Sie dienen dazu entwicklungspolitische Aktivisten und Organisationen, sowie entwicklungspolitische Führungspersönlichkeiten zusammenzuführen. Eine Möglichkeit für Austausch, Anregungen und neue Partnerschaften. Neben einem interessanten Programm aus Tagungen und Podiumsdiskussionen, präsentieren sich die teilnehmenden Organisationen mit Ständen – eine entwicklungspolitische Messe. Dieses Jahr lag der Fokus der EDDs auf dem Oberthema „Frauen und Mädchen als Triebkraftwerk nachhaltiger Entwicklung“. Keine Frage, dass wir von ONE mit unserer passenden Kampagne #ArmutIstSexistisch dabei waren.

Ganze 36 m2 Standfläche standen uns zur Verfügung, um ONEs Arbeit den 8000 Teilnehmer der EDDs vorzustellen und neue Unterstützer zu gewinnen. Es ging um Sexismus, Gender Budgeting und Frauen und Mädchen in den ärmsten Ländern. Von einer Fotobox, einem Quizz über sexistische Gesetze und Live-Interviews mit spannenden Aktivist*innen hat sich das Brüsseler ONE-Team ein interessantes Spektrum an interaktiven Stationen überlegt.

„Empower a girl. Empower a community.“ – Mit der Fotobox konnten die Besucher mit Spaß ernste Botschaften überbringen.

Ein Highlight war, dass Kristalina Georgieva, die CEO der Weltbank ONE‘s Stand besucht hat und mit uns über genderspezifische Barrieren für Frauen und Mädchen in extremer Armut, sowie die Qualität von Bildung in den ärmsten Ländern diskutiert hat. Dabei hat sie uns Jugendbotschafter*innen bestärkt aktiv zu sein und unsere Stimme zu nutzen.

Amazing energy and inspiration from the #ONEyouth18 ambassadors @ONEinEU: together we make the impossible possible #shEDDs pic.twitter.com/piZsONez24

— Kristalina Georgieva (@KGeorgieva) June 5, 2018

Die EDDs haben ONE ermöglicht neue Kontakte zu knüpfen – und bekannte Gesichter wiedersehen. Wie Singer- und Songwriterin und Aktivistin Angelique Kidjo, die schon lange ONE unterstützt. Besonders gefreut hat es mich Mabel van Oranje wiederzutreffen, die ich beim Female Leaders Lunch in Berlin kennengelernt habe. Die niederländische Prinzessin macht sich gegen Kinderheirat stark – so auch auf den EDDs während einer Podiumsdebatte.

So good to see that you were attending the #EDD18 @MabelvanOranje! Child marriage is one of the reasons why I am speaking up with @ONEinEU. Because #PovertyIsSexist! #ONEYouth18 pic.twitter.com/vu1y5AD8JF

— Ayla Akgün (@AylaAkguen) June 6, 2018

Angelique Kidjo setzt unsere Kampagne mit in Bewegung: „Poverty is sexist!“ ruft sie dazu.

Drei große Hallen haben die Bühnen und Stände der EDDs dieses Jahr gefüllt. Man sieht Besucher in traditionellen Gewändern und Leute die Visitenkarten austauschen und gemeinsame Selfies machen. Von der Decke hängen große Banner. Sie zeigen Frauen und Mädchen mit Slogans wie „She is educated, we are smarter.“ Nach meinem Besuch in Brüssel nehme ich eine große Portion Motivation mit nach Deutschland. Denn ich habe gesehen wie viele engagierte Aktivist*innen und Projekte es gibt, die sich für Entwicklungspolitik einsetzen und Frauen und Mädchen stärken wollen. Jetzt blicke ich gespannt auf die anstehenden Verhandlungen der Europäischen Union zum mehrjährigen Finanzrahmen (MFF). Das Oberthema der EDDs 2018 muss auch im EU-Haushalt oben stehen!

Du kannst uns unterstützen. Unterzeichne jetzt unsere Petition und fordere die EU auf, sich für eine Zukunft ohne extreme Armut einzusetzen.
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29. August 2018

29. August 2018 - 18:27

1. Merkel: Afrika-Reise hat begonnen
Viele Medien, darunter die BILD, die Frankfurter Allgemeine Zeitung das Handelsblatt, die Frankfurter Rundschau und Spiegel Online und ntv.de, thematisieren die Afrika-Reise von Bundekanzlerin Angela Merkel, die heute begonnen hat. Begleitet von einer elfköpfigen Wirtschaftsdelegation wolle sie auf ihren Stationen in Senegal, Nigeria und Ghana deutsche Unternehmen zu Investitionen in Afrika ermuntern. Deutsche Unternehmer stünden einem wirtschaftlichen Engagement in Afrika bisher zögerlich gegenüber. Seit einigen Jahren fordere die Bundesregierung eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“, die stärker auf Privatinvestitionen als auf Entwicklungshilfe setze. Auch das Thema Migration werde bei den Staatsbesuchen eine Rolle spielen. Vor ihrer Reise traf die Kanzlerin noch auf den U2-Sänger und ONE-Mitgründer Bono, um über entwicklungspolitische Themen zu sprechen, wie B.Z. bereits gestern meldete.

2. Private Rücküberweisungen doppelt so hoch wie Entwicklungshilfe
Der Tagesspiegel thematisiert die wirtschaftliche Bedeutung von Rücküberweisungen durch Migrant*innen in ihre Heimatländer. 2016 habe das Volumen dieser Transaktionen aus Deutschland 17,7 Milliarden Euro betragen – etwa doppelt so viel wie der Etat des Bundesentwicklungsministeriums. Im Vergleich zu 2007 sei dies ein Anstieg um 6,5 Milliarden Euro. Damit liege Deutschland auf Platz vier der Länder mit den größten privaten Rücküberweisungen. Laut der Weltbank haben Migrant*innen im vergangenen Jahr mindestens 466 Milliarden US-Dollar in ihre Heimatländer rücküberwiesen.

3. Kolonialzeit: Deutschland wird von seiner Geschichte eingeholt
Bei einer feierlichen Zeremonie habe Deutschland die Gebeine von Herrero und Nama – zwei Völker, an denen das Deutsche Kaiserreich einen Genozid verübt hatte – an Namibia als Nachfolgestaat der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika zurückgegeben. Dies berichten viele Medien, darunter die tagesszeitung (taz), tagesschau.de, FAZ.net, Focus Online, Welt Online, Zeit.de und die Deutsche Welle. Die Nachfahr*innen der Opfer hegen noch immer große Kritik an Deutschland. So gebe es weder eine offizielle Entschuldigung der Bundesregierung noch stelle sie eine finanzielle Entschädigung in Aussicht. Die Angehörigen der Opfer versuchen derzeit gerichtlich, eine solche zu erwirken.

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