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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 10 Minuten 7 Sekunden

22. Juni 2018

22. Juni 2018 - 15:37

1. Bilanz nach 100 Tagen GroKo
Mehrere Medien, darunter tagesschau.de, die Hannoversche Allgemeine Zeitung, das Hamburger Abendblatt und die Frankfurter Rundschau, haben gestern ein Resümee über die ersten 100 Tage der aktuellen Großen Koalition gezogen. Ein zentraler Punkt aller Analysen ist, dass der Asylstreit zwischen CSU und CDU die aktuelle Amtszeit Angela Merkels zur bisher schwierigsten mache. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) beteilige sich, anders als die meisten seiner Parteikollegen, kaum an diesem Konflikt. Er sei bisher vor allem damit beschäftigt gewesen, Finanzminister Olaf Scholz (SPD) von einer Erhöhung des Entwicklungsbudgets in den Bundeshaushalten 2018 und 2019 zu überzeugen. Zudem habe er sein Ministerium neu strukturiert und beispielsweise eine eigene Afrika-Abteilung eingerichtet.

2. Antworten für die Armut Afrikas
In der neuen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT ist das Dossier den Entwicklungsschwierigkeiten Afrikas gewidmet. Die Autor*innen begleiten fünf Personen, die die letzten Jahrzehnte in verschiedenen Ländern Afrikas aus jeweils eigenen Perspektiven erlebt haben: ein Textilunternehmer, ein Entwicklungshelfer, eine Richterin, ein Baumwollbauer und ein ehemaliger Kindersoldat. Eine eindeutige Antwort auf die Armut bietet das Dossier nicht, denn die Erklärungen sind so verschieden wie die Protagonist*innen selbst. Korruption, Bürgerkrieg, Handelsungleichgewichte und Staatsschuldenkrisen werden alle als Teil des Problems angeführt.

3. Jugendträume im ländlichen Sambia
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlicht eine Reportage über die Lebensträume von Jugendlichen im östlichen Sambia. Einige der Jugendlichen müssten bereits als Minderjährige in der Landwirtschaft arbeiten und könnten daher nicht immer zur Schule gehen. Armut sei weit verbreitet, jedoch seien die Lebensbedingungen der Jugendlichen je nach Region sehr unterschiedlich. Auch die Träume der jungen Sambier*innen seien individuell: Während sich die einen nach einem modernen Leben in der Stadt sehnten, möchten andere in ihrem Heimatdorf bleiben und sich dort mit Landwirtschaft eine Existenz aufbauen.

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Ergebnisse des G7-Gipfels: Erfolg für Frauen & Mädchen weltweit

22. Juni 2018 - 11:58

Im März starteten wir unsere Kampagne zum G7-Gipfel, um Kanadas Premierminister und Gastgeber Justin Trudeau und die G7 daran zu erinnern, einen Masterplan vorzulegen. Einen Plan, der Frauen und Mädchen weltweit stärkt und es ihnen ermöglicht, ihr volles Potential auszuschöpfen.

Warum? Weil Frauen und Mädchen nirgendwo die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben wie Männer. Nirgends. Wir glauben, dass JEDE Frau und JEDES Mädchen – ganz egal wo sie leben – die Möglichkeit haben müssen, eine Schule zu besuchen, Geld zu verdienen und ein selbstständiges Leben zu führen. Wir baten euch um Unterstützung und ihr habt eure Stimmen genutzt, damit die G7-Staats- und Regierungschef*innen unsere Forderungen hören. Und wie immer habt ihr alles gegeben – und die G7 haben euch gehört.

Trotz aller Ablenkungen und Unterbrechungen verzeichnete der G7-Gipfel in Kanada echten Fortschritt im Kampf um wirtschaftliche Teilhabe von Mädchen und Frauen weltweit. Sie haben nicht nur 2.9 Milliarden US$ für die Bildung von Mädchen für die nächsten Jahre zugesagt, auch alle Entwicklungsbanken der sieben Länder haben erklärt, 3 Milliarden US$ für die wirtschaftliche Stärkung von Frauen in Entwicklungsländern zur Verfügung zu stellen.

Gemeinsam wollen wir nochmal mit euch Revue passieren lassen, wie ONE-Unterstützer*innen weltweit unsere Kampagne umgesetzt haben.

ONE-Unterstützer*innen in Großbritannien haben den Spirit von Rosie The Riveter zum Leben erweckt und ein super Fotomotiv erstellt. So wurden die kanadische und britische Regierung aufgefordert, Frauen und Mädchen im Kampf gegen extreme Armut ins Zentrum zu stellen. Die Nachricht an Premierminister Trudeau und Premierministerin May war klar: We can do it – Wir können es schaffen! Unsere Unterstützer*innen haben sogar eure Petitionsunterschriften persönlich im britischen Regierungssitz in der Downing Street 10 abgegeben.

An Kreativität hat es bei unserer Kampagne zum G7-Gipfel nicht gefehlt. We-can-do-it!

Eure Petitionsunterschriften wurden direkt beim britischen Regierungssitz abgegeben.

Die Jugendbotschafter*innen in Belgien waren während ihrer Auftaktveranstaltung des Programms aktiv. Sie trafen den kanadischen Botschafter in der EU in Brüssel und überreichten ihm die #ArmutIstSexistisch Petition.

Die Jugendbotschafter*innen in Brüssel stellten sicher, dass Kanada als Gastgeber unsere Forderungen hören.

In Italien haben sich die Jugendbotschafter*innen mit Vertreter*innen der Kanadischen Botschaft in Rom getroffen und forderten, die Stärkung von Frauen und Mädchen und ihre Gleichberechtigung mit an oberste Stelle in Kanada zu setzen. Die verschiedenen Vertreter*innen waren beeindruckt vom Aktivismus der italienischen Jugendbotschafter*innen, Bewusstsein für dieses globale Problem in der Botschaft, aber auch in ihren lokalen Gemeinschaften zu schaffen.

Die französischen Jugendbotschafter*innen setzten den Kampf für Gleichberechtigung fort, in dem sie Stände in verschiedenen Regionen organisierten. Darunter waren Stände in Universitäten, aber auch in Fußballstadien, um zu erklären warum Armut sexistisch ist.

Auch die französischen Jugendbotschafter*innen waren kreativ: Mit einem Poetry-Slam erklärten sie warum Armut sexistisch ist.

Unsere Unterstützer*innen in Deutschland waren kaum zu übertreffen. Sie überlieferten den Offenen Brief zum Internationalen Frauentag direkt an die Kanadische Botschaft und ihre Forderungen an die G7-Staats- und Regierungschef*innen ebenfalls ins Kanzleramt. Unsere Jugendbotschafter*innen Luisa und Vanessa hatten sogar die Möglichkeit genutzt, unsere Forderungen nach globaler Gleichberechtigung beim Y7-Gipfel in Kanada einfließen zu lassen. Aber auch in Berlin waren unsere Jugendbotschafter*innen aktiv und organisierten einen Stand beim diesjährigen Karneval der Kulturen, um mit den Menschen über ONE’s Themen zu sprechen und Unterschriften zu sammeln.

Unsere Jugendbotschafter*innen in Berlin mit einem bunten Stand beim Karneval der Kulturen.

Wir danken jedem einzelnen von euch für die Unterstützung und euren Einsatz, damit die G7-Staaten euch hören. Denn: Erst wenn wir alle die gleichen Rechte haben, sind wir alle wirklich gleichberechtigt. Weil ihr gehandelt habt, werden Millionen mehr Frauen und Mädchen die Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen, Geld zu verdienen und ein selbstständiges Leben zu führen.

Zum G7-Gipfel haben wir es schon gemeinsam geschafft. Stellen wir nun sicher, dass die Versprechen der Bundesregierung ebenfalls eingehalten werden. Bist du dabei? Dann unterzeichne hier unsere Petition. Denn: Das schönste Versprechen ist das, das man hält oder?
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21. Juni 2018

21. Juni 2018 - 14:42

1. Nobelpreisträgerin Johnson Sirleaf: Migration „treibende Kraft für Entwicklung“
In einem Interview mit tagesschau.de hat sich die Friedensnobelpreisträgerin und frühere Präsidentin Liberias Ellen Johnson Sirleaf für einen positiveren Blick auf Migration ausgesprochen. Migration ermögliche „den Transfer von Informationen, Wissen und Technologie“ sowie Partnerschaften und Handel. Aktuell arbeite Johnson Sirleaf zusammen mit den Vereinten Nationen (UN) an dem „Global Compact for Migration“, einem internationalen Regelwerk, das ein „globales Verständnis“ von geeigneten Systemen und Strukturen für Migration schaffen soll. Wichtig sei, dass Europäer*innen und Afrikaner*innen gemeinsam Gesetze und Bestimmungen für Migration erarbeiten. Zudem müsse die Armut in Afrika „auf andere Weise angesprochen werden“. Wirtschafts- und Entwicklungsstrategien sowie die Nutzung natürlicher Ressourcen müssen langfristig konzipiert werden.

2. Tauwetter zwischen Äthiopien und Eritrea
Wie der österreichische Standard sowie die deutschen Nachrichtenagenturen dpa und epd melden, nähern sich die ostafrikanischen Länder Eritrea und Äthiopien  weiter an. Eritreas Präsident Isias Afwerki habe gestern angekündigt, auf das Friedensangebot Äthiopiens eingehen und eine Delegation zu bilateralen Gesprächen nach Addis Abeba schicken zu wollen. Äthiopiens neuer Premierminister Abiy Ahmed, der als Reformer gelte, habe bei seinem Amtsantritt im April die Beilegung des Konfliktes mit dem Nachbarland zum Ziel erklärt. Vor zwei Wochen habe seine Regierung das Waffenstillstandsabkommen von 2000 bedingungslos akzeptiert und den Anspruch auf umstrittene Gebiete aufgegeben.

3. WM: Senegals Sieg weckt Erwartungen
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Hamburger Morgenpost und die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichten, hat Senegals WM-Sieg gegen Polen für Euphorie und Hoffnungen gesorgt, die über das Land hinaus den ganzen afrikanischen Kontinent erreichen. Der bisher einzige Sieg einer afrikanischen Mannschaft bei dieser WM werde auch der Leistung von Trainer Aliou Cissé zugeschrieben. Über sich selbst sage Cissé, er repräsentiere „eine neue Generation, die ihren Platz im Weltfußball beansprucht“. Dass Senegal von ganz Afrika unterstützt werde, mache ihn stolz. Auch der Präsident Senegals, Macky Sall, habe bereits erklärt, dass er dieses Jahr auf den Weltmeistertitel seiner Mannschaft hoffe. Trainer Cissé wolle solche Erwartungen aber vorerst bremsen.

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20. Juni 2018

20. Juni 2018 - 11:44

1. Welthungerhilfe: 815 Millionen Menschen hungern
Wie unter anderem die ARD-Tagesschau, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau und Neues Deutschland berichten, leiden laut dem aktuellen Jahresbericht der Welthungerhilfe 815 Millionen Menschen an Hunger. Die größten Herausforderungen seien nach wie vor in Afrika zu bewältigen, aber auch in Asien fördere die Organisation mehrere Projekte. Insgesamt sei ein positiver Trend zu verzeichnen: Während 1970 noch 28 Prozent der Weltbevölkerung hungerten, seien es heute nur noch 11 Prozent. Auch beim Zugang zu sauberem Trinkwasser und beim Rückgang der Kindersterblichkeit gebe es deutliche Fortschritte. “Große Sorgen“ bereiteten Welthungerhilfe-Präsidentin Bärbel Dieckmann jedoch die zunehmenden Konflikte um Ressourcen und der Klimawandel. Diese Probleme müssten politisch gelöst werden, so Dieckmann. Wie der Nachrichtendienst dpa berichtet, mahnte sie zudem an, dass Entwicklungszusammenarbeit “nicht als Fluchtabwehr missbraucht werden“ dürfe.

2. Müller fordert Verbesserung der Krisenhilfen in Afrika
Mehrere Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) wie die Hannoversche Allgemeine, die Dresdner Neusten Nachrichten und das Göttinger Tageblatt veröffentlichen heute ein Interview mit Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Darin thematisiert dieser die krisenhafte Lage im Südsudan. Im Land tobe seit fünf Jahren ein Bürgerkrieg. Die vor einigen Monaten vereinbarte Waffenruhe werde immer wieder gebrochen. Inzwischen sei ein Drittel der südsudanesischen Bevölkerung auf der Flucht. Aufgrund von Überschwemmungen seien zudem sieben Millionen Menschen vom Hunger bedroht. Zur Einhegung dieser und ähnlicher Krisen in Afrika fordert Müller einen Krisenfonds der Vereinten Nationen (UN) über zehn Milliarden Dollar sowie eine „europäische Afrika-Offensive“ samt einer wesentlichen Mittelerhöhung im nächsten Budget der Europäischen Union (EU).

3. Bald EU-Asylzentren in Afrika?
Wie tagesschau.de, Spiegel Online, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Deutsche Welle und n-tv.de melden, könnte der Europäische Rat bei seiner nächsten Sitzung Ende Juni über EU-Asylzentren in Afrika entscheiden. Ratspräsident Donald Tusk habe einen derartigen Beschlussentwurf erarbeitet. Diese Zentren sollen in enger Zusammenarbeit mit dem UN-Flüchtlingswerk und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) geleitet werden. Ziel sei, direkt in Afrika zu prüfen, welche Migrant*innen in Europa Chancen auf Asyl haben und welche nicht. Damit soll die lebensgefährliche Überquerung des Mittelmeers auf Schlepperbooten eingedämmt werden. Über die konkrete Ausführung des Entwurfs und eventuelle Änderungen werden die Staats- und Regierungschefs bei der Sitzung entscheiden.

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19. Juni 2018

19. Juni 2018 - 13:24

1. Zahl Menschen auf der Flucht erreicht Rekordhoch
Wie unter anderem Süddeutsche.de, Zeit Online, faz.net und die Welt  berichten, waren laut einem Bericht des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) 2017 68,7 Millionen Menschen auf der Flucht. Damit seien aktuell mehr Menschen auf der Flucht als jemals zuvor. Täglich würden über 44.000 Personen aus ihrer Heimat vertrieben. Die meisten Geflüchteten stammen aus Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia. Die größte Zahl an Schutzsuchenden beherbergen Schwellen- und Entwicklungsländer wie die Türkei, Pakistan und Uganda. Deutschland stehe an sechster Stelle. In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt fordert Achim Steiner, Chef des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), eine bessere europäische Zusammenarbeit bei Geflüchteten.

2. Nimmt Migrationsdruck aus Afrika zu?
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung präsentiert der amerikanische Professor und Afrika-Experte Stephen Smith Thesen aus seinem neuen Buch „La ruée vers l’Europe“. Das Buch sei kurz nach seiner Veröffentlichung zu einem Referenzwerk in der Einwanderungs- und Entwicklungsdebatte geworden. Laut Smith werde es im Zuge der demographischen Entwicklung des schnell wachsenden jungen Afrika einen starken Migrationsdruck in das alternde Europa geben. Grund für diese Auswanderungswelle sei neben Armut auch der „Wunsch nach Veränderung, nach Abenteuer“. Entwicklungshilfe werde die Menschen nicht daran hindern, nach Europa zu gehen, so Smith. Er argumentiert, dass dieses Geld die Reise teilweise erst ermögliche. Wichtig für eine Verbesserung der Umstände in Afrika sei seiner Ansicht nach neben Korruptionsbekämpfung vor allem „eine resolute Geburtenkontrolle“. Eine deutsche Version des Buches soll im Herbst unter dem Titel „Nach Europa: Das junge Afrika auf dem Weg zum alten Kontinent“ erscheinen.

3. Deutscher Völkermord in Namibia: Aufarbeitung stockt
Spiegel Online veröffentlichte bereits gestern ein Interview mit dem Afrikanisten Henning Melber, in dem er die stockende Aufarbeitung des deutschen Kolonialverbrechens im heutigen Namibia thematisiert. Das Deutsche Kaiserreich habe als Kolonialmacht zwischen 1904 und 1908 etwa 80.000 Menschen der Stämme Nama und Herero getötet. Die Verhandlungen, die Deutschland mit Namibia um die Konditionen und das Ausmaß einer offiziellen Entschuldigung führt, seien seit dem Eingeständnis des Völkermords 2015 kaum weitergekommen. Inzwischen sei eine Sammelklage von Nachfahr*innen der ermordeten Nama und Herero in einem New Yorker Gericht eingereicht worden. Darin fordern die Kläger*innen finanzielle Reparationen von der deutschen Bundesregierung.

 

 

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18. Juni 2018

18. Juni 2018 - 9:17

1. Mehr EU-Mittel für Afrika gefordert
Anlässlich des morgen stattfindenden deutsch-französischen Ministerrats veröffentlichte die Frankfurter Rundschau heute einen Gastbeitrag von Stephan Exo-Kreischer und Friederike Röder, Deutschland-Direktor und Frankreich-Direktorin der Entwicklungsorganisation ONE. Darin fordern sie die EU zu einer echten Partnerschaft mit Afrika auf. Die Bevölkerung auf dem Nachbarkontinent werde sich bis 2050 auf 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln. Mit den richtigen Investitionen in Bildung, Beschäftigung und politische Beteiligung für die junge afrikanische Generation könne dies zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum in Afrika führen, wovon Europa gleichermaßen profitieren würde, so die Autor*innen. Dazu seien im kommenden EU-Siebenjahreshaushalt zusätzliche 40 Milliarden Euro an Entwicklungshilfe nötig – verglichen mit dem aktuellen Budgetrahmen. Zudem sprachen sich Exo-Kreischer und Röder für die Einführung einer EU-Finanztransaktionssteuer aus. Diese solle zum einen die Haushaltslücke kompensieren, die durch den anstehenden Brexit zu erwarten sei, und zum anderen zu 100 Prozent für Entwicklung aufgewendet werden. Der deutsch-französische Ministerrat müsse ein entsprechendes Signal an die gesamte EU senden. Auch Entwicklungsminister Gerd Müller sprach sich in der Bild am Sonntag für eine deutliche Erhöhung der EU-Hilfen für Afrika aus.

2. Weniger UN-Blauhelme
Wie die Frankfurter Rundschau meldet, sinkt die Zahl der Friedenseinsätze der UN-Blauhelmmission deutlich. Grund sei in erster Linie die Beitragskürzung der US-Regierung um 40 Prozent. Ihr Anteil am Gesamtbudget habe rund ein Drittel betragen. Insofern schlage diese Maßnahme besonders stark zu besuche. Insbesondere in Afrika sei die Zahl der eingesetzten UN-Soldat*innen reduziert worden. Dabei sei dort der Bedarf eher gestiegen, so Jaïr van der Lijn, Peacekeeping-Experte bei dem Friedensforschungsinstitut Sipri. Insgesamt 25 UN-Missionen finden derzeit auf dem Kontinent statt. UN-Botschafterin Nikki Haley habe sich schon länger für eine Überprüfung aller UN-Blauhelmmissionen ausgesprochen.

3. Nigeria: Anschläge nach Ramadan
Mehrere Medien, darunter ZDFheute, FAZ.net, Zeit Online und stern.de, berichten von einer Reihe von Selbstmordanschlägen im Nordosten Nigerias zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan. Dabei seien mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. In der Region kämpfe die Extremistenorganisation Boko Haram seit Jahren „gewaltsam für die Errichtung eines Gottesstaats“. Bisher seien diesem Konflikt über 20.000 Menschen zum Opfer gefallen.

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15. Juni 2018

15. Juni 2018 - 15:06

1. Mehr Geld und neue Struktur für die EU-Außenpolitik
Wie viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, der Deutschlandfunk, Euractiv und die Neue Osnabrücker Zeitung berichten, hat die Europäische Kommission gestern den Gesetzvorschlag für das außenpolitische Finanzierungsinstrument des nächsten Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) vorgestellt. Der MFR sei der Siebenjahreshaushalt der Europäischen Union (EU), den die EU derzeit für 2021 bis 2027 bestimme. Dem neuen Instrument, unter das neben der Nachbarschafts- und Migrationspolitik auch die Entwicklungszusammenarbeit falle, sollen 123 Milliarden Euro zukommen. In dem Instrument sei nun erstmals auch der wichtigste Entwicklungs-Topf der EU, der Europäische Entwicklungsfonds (EDF) enthalten. Kritiker*innen befürchten, dass die EU das vorhandene Entwicklungsgeld für die Kontrolle der Migration aus Afrika und dem Nahen Osten zweckentfremden könnte.

 2. Deutsche Kulturpolitik in Afrika
In einem Interview in der Süddeutschen Zeitung hat Michelle Müntefering (SPD), Staatsministerin für Auswärtige Kulturpolitik, die Prioritäten und Aufgaben ihres neu geschaffenen Postens erläutert. Im Koalitionsvertrag habe die Bundesregierung etwa die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit und eine engere kulturelle Zusammenarbeit mit Afrika festgehalten. Konkret schlug Müntefering vor, internationale Kriterien zur Rückgabe kolonialer Beutekunst zu entwickeln. Darüber hinaus begreife die Staatsministerin die auswärtige Kulturarbeit Deutschlands als Friedensarbeit, etwa durch die Förderung der Demokratie weltweit.

3. Rücküberweisungen von Migrant*innen
Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, erheben internationale Geldtransferinstitute wie Money Gram und Western Union hohe Gebühren und bieten schlechte Wechselkurse für ihre Kund*innen. Diese sei gerade für Menschen, die im Ausland arbeiten und deren Angehörige in Entwicklungsländern leben, ein Problem. Viel Geld gehe so verloren, insbesondere für die Überweisung von Kleinbeträgen. Neue Technologien wie Kryptowährungen könnten in Zukunft eine Lösung sein. Das Entwicklungsministerium biete mit seiner Webseite Geldtransfair.de bereits heute eine Alternative, die aber noch wenig bekannt sei. Insgesamt sei die Summe der Rücküberweisungen laut Schätzungen der Weltbank aktuell etwa dreimal so hoch wie die weltweite Entwicklungshilfe. Ob die Geldtransfers langfristig zur Volkswirtschaft eines Landes beitragen können, hänge laut dem Migrationsexperten Thomas Liebig von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von der Stabilität des Geldflusses ab, wie die Frankfurter Rundschau weiterhin berichtet.

 

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14. Juni 2018

14. Juni 2018 - 15:01

1. Müller fordert mehr EU-Mittel für Afrika
Wie Zeit Online bereits gestern berichtete, hat sich Entwicklungsminister Gerd Müller für eine deutliche Erhöhung der Hilfen der Europäischen Union (EU) für Afrika ausgesprochen. Diese sollen laut Müller in die strategische Bekämpfung von Fluchtursachen investiert werden. Im Rahmen der siebenjährigen Finanzplanung der EU wolle die Staatengemeinschaft den Anteil für Afrika bis dato lediglich um eine Milliarde Euro erhöhen. Müller bezeichnete diese Mehrausgaben im ARD-Morgenmagazin als „lächerlich“. Gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP sagte der Minister, dass die Ausgaben verdoppelt oder verdreifacht werden sollten. Anstatt Europa „zur Festung“ auszubauen, müsse die EU vor Ort Perspektiven für die Menschen schaffen. Die EU-Kommission stellte heute die aktuelle Finanzplanung in Brüssel vor.

2. D.R. Kongo bald Ebola-frei?
Mehrere Medien, darunter Spiegel Online, ZDFheute und die Berliner Morgenpost berichten über ein mögliches Ende der Ebola-Krankheitswelle in der Demokratischen Republik Kongo. Wie der Chef der Weltgesundheitsorganisation Tedros Ahanom in der Hauptstadt Kinshasa mitteilte, haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit Wirkung gezeigt. Weiterhin bedürfe es jedoch großer Wachsamkeit. Im Kongo starben bis zuletzt 28 Menschen an Ebola, das Gesundheitsministerium habe 50 weitere Fälle registriert.

3. Geschlechterungleichheit verwehrt Mädchen Bildung
Die tageszeitung (taz) thematisiert heute die geringe Möglichkeit auf Bildung für Kinder in Afghanistan. Laut einer Studie des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) und weiteren Entwicklungs- und Hilfsorganisationen gehen 43,7 Prozent der Kinder in Afghanistan nicht zur Schule, 60 Prozent davon seien Mädchen. In Konfliktregionen oder Regionen, die unter der Herrschaft der Extremistenorganisation Taliban stehen, bleibe sogar bis zu 85 Prozent der Mädchen der Bildungszugang verwehrt. Nach einem Bericht der Hilfsorganisation ONE sei das Land am Hindukusch somit trauriger Spitzenreiter in puncto Beschulung von Mädchen, gefolgt von dem Südsudan, der Zentralafrikanischen Republik und dem Niger.

 

 

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5 afrikanische Fußballteams wollen bei der WM 2018 Geschichte schreiben

14. Juni 2018 - 14:14

Die Weltmeisterschaft in Russland startet am 14. Juni und zum ersten Mal haben sich fünf Teams der afrikanischen Fußballkonföderation (CAF) qualifiziert. Da stellt sich doch die Frage: Wird dieses Jahr vielleicht eine afrikanische Fußballmannschaft Weltmeister?

Bisher haben es nur drei afrikanische Teams geschafft in ein Viertelfinale zu kommen: Kamerun im Jahr 1990, Senegal 2002 und Ghana 2010. 2018 könnte es so weit sein, dass ein afrikanisches Team weiterkommt als je zuvor und vielleicht sogar das ganze Turnier gewinnt.

Hier sind die fünf Teams die man während der WM 2018 im Auge behalten sollte:

Senegal

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2018 mag erst ihr zweiter Weltcup sein, aber die Teranga Lions aus dem Senegal genießen schon jetzt hohes Ansehen. Ihr Team aus dem Jahr 2002 hat es bis zum Viertelfinale geschafft. Ihr damaliger Kapitän Aliou Cisse hat die Mannschaft für ihren Einsatz bei der diesjährigen WM trainiert.

„Diese Generation ist großartig“, sagt Cisse über sein Team. „Wir verändern die Einstellung. Es geht nicht nur darum Pässe zu spielen oder um technisches Können. Es geht darum den afrikanischen Fußball auf ein neues Level zu heben. Das ist unser Ziel.“

Marokko

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Nach 20 Jahren Abwesenheit wird Marokko zum dritten Mal bei einer Weltmeisterschaft teilnehmen. Die Atlas Lions zeichnen sich durch ihre unterschiedlichen Spieler aus; 17 der 23 Spieler sind nicht in Marokko geboren. Sie haben sich dafür entschieden für das Land zu spielen, in dem ihre Eltern und Großeltern geboren sind. Der Trainer des Teams, Hervé Renard, versteht warum die Spieler sich bewusst dafür entschieden haben für Marokko zu spielen, denn er ist selber in Frankreich geboren.

„… Das Wichtigste ist Teamgeist.“ Sagt Renard. „Wenn du im Fußball etwas erreichen willst, brauchst du Teamgeist, da spielt es keine Rolle wo du herkommst.“

Das Team wird in den nächsten Wochen auf starke Gegner treffen. In ihrer Gruppe sind Portugal, aktuell als viertstärkste Mannschaft eingestuft und Spanien als aktuell achtstärkste Mannschaft.

Nigeria

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Nigeria hat von den diesjährigen afrikanischen Teams am meisten WM-Erfahrungen. 2018 nehmen sie zum sechsten Mal an dem Turnier teil. Obwohl sie in der Gruppe B ungeschlagen sind, werden sie auf ihren langjährigen Konkurrenten treffen. Nigeria und Argentinien spielten in den letzten Weltmeisterschaften schon gegeneinander, bei denen Argentinien jedes Mal als Gewinner herausging.

Obwohl das Team aus einigen herausragenden Spielern besteht, erklärt Trainer Gernot Rohr, dass die Stärke des Teams darin läge, ein Kollektiv zu sein. „Es ist nicht die individuelle Qualität, auch wenn diese Qualität riesig ist, die einen Unterschied macht. Es ist der beste Teamgeist.“

Tunesien

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Die Eagles of Carthage qualifizierten sich für ihre fünfte Weltmeisterschaft und müssen sich großen Herausforderungen in Gruppe G stellen. Das Team wird auf England und Belgien treffen, aber die Spieler sind zuversichtlich, dass sie das „wahre Gesicht Tunesiens“ zeigen werden.

Bei der WM in Argentinien 1978 schrieb Tunesien erstmals Geschichte, da sie als das erste afrikanische Land ein Weltmeisterschaftsspiel gewannen. Seit damals haben sie zwar nicht mehr gewonnen, aber das kann sich dieses Jahr ändern.

Ägypten

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Diese WM wird die erste für das ägyptische Team seit 1990 und die dritte in ihrer Fußballgeschichte. Die Pharohs sicherten sich ihren Platz in ihrem letzten Spiel, dank Mohamed Salah, der den Sieg gegen die Demokratische Republik Kongo sicherte.

Mohamed Salah, Fußballer des Jahres 2017, wird voraussichtlich dieses Jahr ebenfalls spielen, trotz einer Schulterverletzung aus dem Champions League Finale vom FC Liverpool gegen Real Madrid. Er erzielte 44 Tore in einer rekordbrechenden ersten Saison, was ihn zum großen Hoffnungsträger der ägyptischen Mannschaft macht. Seine athletischen Fähigkeiten haben ihm eine große Fangemeinde beschert: Bei der Präsidentschaftswahl in Ägypten erhielt er über 1 Million Stimmen, obwohl er überhaupt nicht kandidierte.

Ägyptens Torwart, Essam El-Hadary, ist der älteste Spieler, der an der Weltmeisterschaft 2018 teilnimmt. Ob er danach in den wohlverdienten Ruhestand geht, wird sich zeigen.

Welche Mannschaft feuerst du bei der Weltmeisterschaft in Russland an? Hinterlass uns hier einfach einen Kommentar.
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13. Juni 2018

13. Juni 2018 - 13:58

1. Jedes fünfte Kind in Afrika muss arbeiten
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung, die Deutsche Welle und der Deutschlandfunk bereits gestern anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit berichteten, müssen über 150 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren arbeiten. Obwohl diese Zahl seit Jahren insgesamt zurückgehe, sei Kinderarbeit besonders in Afrika und Asien noch stark verbreitet. Nach Zahlen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sei auf dem afrikanischen Kontinent jedes fünfte Kind betroffen. Über 70 Prozent der Kinder weltweit seien in der Landwirtschaft tätig, die meisten im Rahmen der Familie. Laut der ILO seien gesetzliche Verbote allein nicht ausreichend, um Kinderarbeit einzudämmen. Wichtig seien vor allem auch alternative Einnahmequellen und die soziale Absicherung der Familien, damit diese im Krisenfall nicht auf die Arbeit ihrer Kinder angewiesen sind.

2. Jean-Pierre Bema wieder frei
Laut Berichten von Spiegel Online, der tageszeitung (taz) und der Deutschen Welle ist der kongolesische Ex-Milizenführer Jean-Pierre Bemba wieder in Freiheit. Nachdem die Berufungskammer des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) am Freitag sein Urteil über die Beteiligung an Kriegsverbrechen aufgehoben hatte, sei am Dienstagabend seine vorläufige Freilassung veranlasst worden. Unbestritten sei, dass Bemba 2002 und 2003 die Befehlsgewalt über Soldat*innen hatte, die in der Zentralafrikanischen Republik zahlreiche Menschen folterten und töteten. Das Urteil von 2006 habe jedoch „ernstliche Fehler“, so die Berufungskammer. Bemba sei wegen Verbrechen verurteilt worden, die nicht Teil der ordentlichen Anlage waren. Zudem sei es Bemba nicht möglich gewesen, Verbrechen seiner Truppen im Nachbarland zu überprüfen.

3. Wohnungsnot in Südafrika
Die Süddeutsche Zeitung thematisiert heute den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Südafrikas Städten. Durch den Zuzug von ehemaligen Landebewohner*innen in die urbanen Zentren habe sich diese Situation stetig zugespitzt. Die Einwohnerzahl der Metropole Kapstadt habe sich so in den letzten 20 Jahren etwa verdoppelt. Da der weißen Bevölkerung wesentlich mehr urbaner Wohnraum gehöre als der schwarzen, forderten die radikalen ‚Economic Freedom Fighters‘ zur Hausbesetzung auf. Seit dem letzten Jahr diskutiere die Regierungspartei ANC über mögliche Enteignungen weißer Landbesitzer*innen zu Gunsten der schwarzen Bevölkerung.

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12. Juni 2018

12. Juni 2018 - 13:24

1. Bekenntnis zur Stärkung des multilateralen Handels
Viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Welt, das Handelsblatt, die Rheinische Post, Stern.de und die Deutsche Welle thematisierten das gestrige Treffen der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Spitzenvertreter*innen von internationalen Finanz- und Handelsorganisationen. Neben dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, der Welthandelsorganisation (WTO), der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nahm erstmals auch Akinwumi Adesina, Präsident der afrikanischen Entwicklungsbank, teil. Adesina kommentierte in diesem Rahmen die G20-Initiative ‚Compact with Africa‘, welche private Investitionen in Afrika fördern soll. In einer gemeinsamen Abschlusserklärung des Treffens betonten die Partner das gemeinsame Ziel der Integration afrikanischer Länder in den Welthandel. Rückblickend auf den Eklat während des G7-Gipfels am vergangenen Wochenende sprachen sich die Organisationen für eine Stärkung der internationalen wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit aus.

2. CeBIT: Auma Obama warnt vor digitaler Ungleichheit
Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet, hat Auma Obama, Halbschwester des früheren US-Präsidenten Barack Obama, bei der Digitalmesse CeBIT in Hannover angemahnt, Entwicklungsländer bei der Digitalisierung nicht zu vergessen. Die Repräsentantin der Nichtregierungsorganisation Sauti Kuu warnte vor einer digitalen Kluft, welche die Armen weiter abhängen könnte. Obama verwies zudem auf das Potenzial computergestützter Technologien für die Entwicklungszusammenarbeit. Auch die Berliner Zeitung behandelt die Digitalisierung Afrikas am Beispiel Kenias. Weil in dem ostafrikanischen Land im Vergleich zum Rest des Kontinents die meisten Apps entwickelt werden, gelte Kenia unter Fachleuten als „Silicon Savannah“, eine Anspielung auf das Silicon Valley in den USA. Kenias Informations- und Kommunikationssektor erwirtschafte mittlerweile acht Prozent des nationalen Bruttoinlandsproduktes.

3. Wissenschaftspreis für Achille Mbembe
Nach Berichten des Tagesspiegels, der Welt, der tageszeitung (taz) und der Rheinischen Post Online, wird der Historiker Achillle Mbembe Preisträger des Gerda-Henkel-Preises 2018. Die Auszeichnung werde Mbembe für seine Arbeit im Bereich der Postkolonialismusforschung verliehen, die neben dem Kolonialismus und seinen Folgen auch den neoliberalen globalen Kapitalismus kritisiere. Mbembe, der in Kamerun geboren worden sei und nun an der Witwartasrand-Universität in Südafrika unterrichte, gelte als einer der bedeutsamsten Wissenschaftler Afrikas. Der „Anwalt Afrikas“ werde den mit 100.000 Euro dotierten Preis Anfang Oktober in Düsseldorf entgegennehmen.

 

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11. Juni 2018

11. Juni 2018 - 16:17

1. G7-Gipfel: Mädchenbildung ohne USA
Sehr viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Zeit Online, der Deutschlandfunk, Spiegel Online und Stern berichten heute über den Eklat am Rande des G7-Gipfels im kanadischen La Malbaie. Wie das Handelsblatt und Focus Online berichten, haben die G7-Staaten 2,5 Milliarden Euro zur Förderung von Bildung armer Mädchen in Krisenregionen zugesagt. Dieser Betrag übertreffe die Ausgangsforderung von 1,1 Milliarden Euro, die Gastgeberland Kanada sowie mehrere Hilfsorganisationen an die Staatschefs gestellt hatten. Die Entwicklungsorganisationen ONE und Oxfam begrüßten die Entscheidung der Gemeinschaft der führenden sieben Industrienationen. Laut Oxfam-Sprecher Jörn Kalinski müsse Deutschland gemessen an seiner Wirtschaftsleistung „aber mehr geben“. Aktuell können 75 Millionen Kinder in 35 Ländern keine Schule besuchen. Kurz nach der Beendigung des Gipfels habe US-Präsident Donald Trump allerdings seine Zustimmung zur Abschlusserklärung des Gipfels zurückgezogen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Deutschlandfunk berichten.

2. Müller fordert Neuausrichtung der Entwicklungspolitik
In einem Interview in der Augsburger Allgemeinen kündigte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) eine neue Initiative zur Förderung privater Investitionen und beruflicher Bildung an. Die ‚Entwicklungsstrategie 2030‘ wolle Müller am Dienstag parallel zur Präsentation des ‚Masterplans Migration‘ durch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorstellen. Auch das Handelsblatt berichtet über die damit verbundene Neuausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit. Durch die Initiative wolle Deutschland Menschen, die vor Krieg, Hunger und Elend fliehen, besser „vor Ort helfen“ können. Für sein Vorhaben hoffe der Minister auf die Bewilligung weiterer 880 Millionen Euro für den Entwicklungshaushalt.

3. Scholz wirbt für Finanztransaktionssteuer
In einem Interview im Spiegel hat sich Finanzminister Olaf Scholz (SPD) für die Einführung einer europaweiten Finanztransaktionssteuer ausgesprochen. Laut Scholz könne eine solche Steuer Mehreinnahmen über fünf bis sieben Milliarden Euro für die Europäische Union (EU) generieren. Die EU könnte das zusätzliche Geld in Entwicklungszusammenarbeit investieren. Eine Finanztransaktionssteuer forderte auch Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) bereits vor zwei Wochen in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel.

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08. Juni 2018

8. Juni 2018 - 14:06

1. Altmaier verspricht Absicherung deutscher Investitionen in Afrika
Wie das Handelsblatt berichtet, hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Absicherungsmöglichkeiten für deutsche Investitionen und Exporte in den Ländern Elfenbeinküste, Senegal, Äthiopien, Ghana und Ruanda durch die Einführung sogenannter „Hermes-Bürgschaften“ verbessert. Durch die Hermes-Bürgschaften betrage der Selbstbehalt in Schadensfällen für die deutschen Unternehmen nur noch fünf statt zehn Prozent. Wirtschaftsexpert*innen nannten diesen Schritt ein wichtiges Signal. Bislang zögerten Unternehmen bei Investitionen in Afrika, da es keine staatliche Absicherung gebe. Die Bürgschaften seien im Gegenzug zu Reformvorhaben in den fünf Ländern erteilt worden. Wie die Süddeutsche Zeitung zudem berichtet, fehle es dem ‚Marshallplan mit Afrika‘ für 2018 an Budget. Dies gehe aus einer Anfrage der Grünen an das federführende Entwicklungsministerium hervor. Auf Nachfrage der Zeitung habe eine Ministeriumssprecherin allerdings angemerkt, dass die Haushaltsplanungen für 2018 noch nicht abgeschlossen seien. Die Bundesregierung stehe in der Kritik, mit dem Plan die Entwicklung Afrikas anstoßen zu wollen, jedoch nicht ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen.

2. Kein US-Geld für reproduktive Selbstbestimmung
Die tageszeitung (taz) thematisiert die Auswirkungen der Wiedereinführung der „Mexico City Policy“ durch US-Präsident Donald Trump. Die Regelung verbiete die Vergabe von US-amerikanischen Entwicklungsgeldern an Organisationen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen oder darüber informieren. Die Regelung betreffe auch ausländische Organisationen. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) habe durch die Wiedereinführung ihren Anspruch auf 620.000 USD Entwicklungshilfe verloren, weil sie in drei ihrer Projekte über Schwangerschaftsabbrüche aufkläre. Auch während des G7-Gipfels, der heute im kanadischen La Malbaie begann, werde das Thema eine untergeordnete Rolle spielen. Aus Diplomat*innenkreisen wurde bekannt, dass sich die USA wohl gegen eine Erwähnung in einem gemeinsamen Kommuniqué gesperrt haben.

3. Neuigkeiten im Kampf gegen HIV
Wie das Hamburger Abendblatt in Berufung auf Daten des AIDS Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS) berichtet, ist die Zahl der HIV-Infizierten auf 36,7 Millionen weltweit angestiegen. Dies seien 9 Millionen mehr Menschen als zu Beginn des Jahrtausends. Weniger Menschen sterben jedoch an den Folgen der Krankheit. Dank medikamentöser Behandlung können Infizierte immer länger leben. Der Zugang zu dieser Behandlung sei weltweit jedoch ungleich verteilt. Während in Europa und Nordamerika 78 Prozent der Betroffenen diese Therapie nutzen, seien es im östlichen und südlichen Afrika nur 61 Prozent. Die Vereinten Nationen haben sich mit ihrer 90-90-90-Strategie das Ziel gesetzt, dass bis 2020 90 Prozent der Betroffenen ihren Status kennen sollen. 90 Prozent davon sollen in Behandlung sein und davon wiederum 90 Prozent eine Virenlast unter der Nachweisschwelle haben.

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07. Juni 2018

7. Juni 2018 - 12:41

1. Investitionen in Afrika brechen ein
Die Welt berichtet heute über die Ergebnisse des neusten Welt-Investment-Berichts der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung. Der Bericht zeige, dass ausländische Direktinvestitionen im letzten Jahr weltweit zurückgegangen seien. Besonders hart habe es den afrikanischen Kontinent getroffen. Dort seien die Investitionen im Durchritt um 21 Prozent eingebrochen, in Südafrika sogar um 66 Prozent. Neben einem Rückgang der Rohstoffpreise sei vor allem das Erstarken des Protektionismus und der nationalen Industriepolitik dafür verantwortlich, so der Co-Autor der Studie Richard Bolwijn. Gerade die USA unter Präsident Donald Trump seien mit ihren Schutzzöllen und der Steuerreform, die den Abfluss mehrerer Billionen US-Dollar aus dem Ausland bedeuten könne, ein wichtiger Faktor für diese Entwicklung. Laut Bolwijn könne auch die Digitalisierung und Automatisierung in Zukunft weniger Investitionen für Afrika bedeuten. Je weiter die Technologie hier fortschreite, desto weniger lohne sich die Verlagerung der Produktion in arme Länder.

2. Äthiopien will Frieden mit Eritrea
Wie die Süddeutsche Zeitung und die Deutsche Welle thematisieren, wünscht sich der neue äthiopische Premierminister Abiy Ahmed „aus tiefstem Herzen“ Frieden mit dem Nachbarland Eritrea. Der als großer Reformer geltende Ahmed wolle auch die Kleinstadt Badme und weitere laut internationalem Richterspruch zu Eritrea gehörende Gebiete zurückgeben. Im Konflikt um diese Gebiete seien in den letzten 20 Jahren etwa 100 000 Menschen gestorben. Möglich sei diese Friedensgeste auch, weil Ahmed nicht der bisher herrschenden Volksgruppe der Tigray angehöre, sondern der Gruppe der Oromo. Die Tigray, die sowohl in Äthiopien als auch in Eritrea beheimatet sind, seien untereinander verfeindet. Ob Eritrea dieses Friedensangebot akzeptieren wird, sei jedoch ungewiss. Laut der Einschätzung des Direktors der Gesellschaft für bedrohte Völker Ulrich Delius brauche Diktator Isias Afwerki die Bedrohung von außen, um seine harte Herrschaft zu legitimieren.

3. FDP fordert EU-Afrika-Abkommen
Ebenfalls in der Welt ist heute ein Artikel über die Forderungen der FDP-Bundestagsfraktion nach einem „neuen EU-Afrika-Abkommen“. In einem Antrag, der heute erstmals im Plenum beraten werde, fordere die FDP die „kleinteilige“ bilaterale Entwicklungshilfe der Bundesregierung zu einer kohärenten deutschen „Afrikastrategie“ zusammenzufassen. Zudem solle sich Kanzlerin Merkel in Brüssel für eine übergreifende europäische Afrikastrategie einsetzen. Das angestrebte EU-Afrika-Abkommen solle den afrikanischen Binnenmarkt stärken, Investitionshemmnisse abbauen und „irreguläre Migration nach Europa“ mindern. Letzteres Ziel solle durch einen europäischen Sanktionsmechanismus erreicht werden, bei dem afrikanischen Ländern Entwicklungsgelder gestrichen würden, wenn sie abgelehnte Asylbewerber*innen nicht zurücknehmen.

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06. Juni 2018

6. Juni 2018 - 14:59

1. Hilfsorganisationen: G7 sollen Mädchenbildung fördern
Wie das Handelsblatt, Focus Online und Deutschlandfunk berichten, fordern mehrere Hilfsorganisationen die G7-Staaten auf, eine Summe von 1,3 Milliarden US-Dollar in Bildungschancen für Mädchen in armen Ländern zu investieren. Diese Mittel würden in den kommenden drei Jahren 3,7 Millionen Kindern zugutekommen. Die Hilfsorganisationen fordern insbesondere, dass dieses Geld tatsächlich neu zur Verfügung gestellt und nicht nur aus bestehenden Fördertöpfen umgeschichtet wird. Oxfam-Sprecher Jörg Kalinski forderte zudem von der Bundesregierung mindestens 50 Millionen Euro pro Jahr für den Fonds ‚Education Cannot Wait‘ zu investieren. Dieser lege einen Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche in Konfliktregionen.

2. Neuer Präsident in Äthiopien bringt Hoffnung
Laut der Süddeutschen Zeitung, Spiegel Online, ZDF heute und Zeit Online weckt der neue Präsident Äthiopiens Abiy Ahmed Hoffnungen auf einen „äthiopischen Frühling“. Er scheint das autoritäre Regime seines Landes reformieren zu wollen. Ahmed habe Tausende politische Gefangene freigelassen und habe  oppositionelle Medien aufgefordert, aus dem Ausland zurückzukehren. Zudem habe er vor, mit dem verfeindeten Nachbarland Eritrea Frieden zu schließen und umstrittene Gebiete zurückzugeben. Zudem plane er, die Macht des Militärs schrittweise zu beschneiden, was auch wegen der wirtschaftlichen Einflussmöglichkeiten des Militärs eine große Herausforderung sei.

3. Südafrika vor Wirtschaftsreformen
Die Deutsche Welle berichtet heute über das ambitionierte Konjunkturprogramm, das der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa für sein Land plant. Im Rahmen seines „New Deal“ solle das Wirtschaftswachstum bis 2023 von aktuell 0,7% auf 5% ansteigen. Um diese Zielmarke zu erreichen, müsse die Korruption im Land bekämpft, die Bildungsqualität erhöht, der Arbeitsmarkt reformiert und die Staatsunternehmen effizienter gemacht werden. Gleichzeitig gelte es, die große Ungleichheit in Südafrika zu verringern.

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05. Juni 2018

5. Juni 2018 - 14:40

1. Merkel bestärkt UN-Entwicklungsziele
Wie der Tagesspiegel und die tageszeitung (taz) berichten, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Jahreskongress des Rats für Nachhaltige Entwicklung die 17 Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN) bestärkt. Merkel wolle diese Ziele durch eine engere europäische Zusammenarbeit erreichen. Laut dem Urteil einer internationalen Expertenkommission könne sich Deutschland in der momentanen Nachhaltigkeitspolitik allerdings noch verbessern. Um Fluchtursachen zu bekämpfen setze die Kanzlerin innerhalb der Europäischen Union zudem auf einen Marshallplan für Afrika.

2. European Development Days stellt Frauen in den Fokus
Wie das Online-Magazin Euractiv thematisiert, finden die European Development Days, welche heute in Brüssel beginnen, dieses Jahr unter dem Leitthema ‚Women and Girls at the Forefront of Sustainable Development‘ (Frauen und Mädchen an der Spitze der nachhaltigen Entwicklung) statt. Die Gleichstellung der Geschlechter sei auch aus Sicht der Europäischen Union (EU) entwicklungspolitisch relevant. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker teilte mit, dass nachhaltige Entwicklung nicht möglich sei, „wenn die Hälfte der Weltbevölkerung zurück und außen vor bleibt“. Die Diskussionen auf der Konferenz seien neben der Frauenförderung auch vom Kommissionsvorschlag zum sogenannten mehrjährigen Finanzrahmen, dem zukünftigen Siebenjahresbudget der EU, bestimmt. Mehrere entwicklungspolitische Organisationen, darunter ONE, kritisierten den Kommissionsvorschlag, die zwölf bestehenden außenpolitischen Instrumente zusammenzufassen.

3. Madagaskar: Premierminister tritt zurück
Laut einem Bericht der Deutschen Welle ist Madagaskars Premierminister Olivier Solonandrasana Mahafaly inmitten politischer Turbulenzen zurückgetreten. Als Grund für seinen Rücktritt gab Solonandrasana an, dass er der Bildung einer Konsensregierung zwischen Regierungsparteien und Opposition nicht im Weg stehen wolle. Diese Konsensregierung sei vom obersten Gericht des Landes zur Befriedung der Konflikte zwischen den politischen Lagern vorgeschlagen worden. Der Premier der Übergangsregierung solle der UN-Vertreter Madagaskars, Christian Ntsay, werden. Seit einem Putsch 2009 sei Madagaskar politisch instabil. Zuletzt kam es in der Hauptstadt Antananarivo auf Grund eines Gesetzes, dass der Opposition mehr Befugnisse ermöglichen sollte, zu gewaltsamen Protesten. In den Augen der Opposition gehe die Verordnung nicht weit genug.

 

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04. Juni 2018

4. Juni 2018 - 15:13

1. Merkel sorgt sich um ‚Marshallplan mit Afrika‘
Laut einem Bericht des Spiegels ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besorgt, dass der ‚Marshallplan mit Afrika‘ nicht schnell genug fortschreitet. Durch die Initiative des Entwicklungsministeriums sollen afrikanische Partnerländer unter anderem Kredite für die Entwicklung des Finanz-, Energie- und Umweltsektors erhalten. Der ghanaische Präsident Nana Akufo-Addo habe sich kürzlich beschwert, dass die Gelder für sein Land noch immer nicht verfügbar seien. Merkel habe daraufhin Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) zur Rede gestellt. Laut dem Entwicklungsministerium habe Deutschland die Kriterien zur Kreditvergabe Ghana noch nicht mitgeteilt, da das afrikanische Land zuvor noch Reformen umsetzen müsse.

2. UN-Prognose: 2050 wohl fast 10 Milliarden Weltbürger*innen
Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Samstagsausgabe berichtet, haben die Vereinten Nationen (UN) ihre Bevölkerungsprognose für 2050 auf 9,8 Milliarden Menschen angehoben. Vor allem in Afrika werde die Bevölkerung von derzeit 1,25 Milliarden auf 2,25 Milliarden Menschen im Jahr 2050 ansteigen. Um all diese Menschen in Arbeit zu bringen, müssten laut Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) 20 Millionen neue Arbeitsplätze pro Jahr geschaffen werden. Dieses Ziel sei nach aktuellen Einschätzungen kaum zu erreichen, sodass sich auch die Anzahl der Armen vergrößern könnte. Um das rasante Bevölkerungswachstum abzumildern, müsse Frauen in ganz Afrika Zugang zu grundlegender Bildung und Verhütung geschaffen werden. In einem Interview in der Süddeutschen Zeitung aus der vergangenen Woche, kritisiert der Afrika-Wissenschaftler und Ethnologe Helmut Asche, dass das deutsche Entwicklungsministerium aus dem Thema Familienplanung derzeit „keine besondere Initiative“ gemacht habe.

3. Geringes Wirtschaftswachstum in Afrika
Die Welt thematisiert heute das geringe Wirtschaftswachstum des afrikanischen Kontinents. Laut einem Report der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) sei die gesamte afrikanische Wirtschaft nur um 1,5 Prozent gewachsen. Trotz Erfolgsbeispielen wie Äthiopien und Ruanda sei das Wachstum pro Kopf auf den gesamten Kontinent gerechnet sogar negativ gewesen. Derzeit fehlen auf dem Kontinent Arbeitsplätze, um gerade junge Menschen zu beschäftigen. Dies erhöhe den Druck, Arbeitsmöglichkeiten in anderen Ländern suchen zu müssen.

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01. Juni 2018

1. Juni 2018 - 16:21

1. Deutsches Afrikabild in der Kritik
Wie die Welt, RTL, die Main-Post und die Frankenpost berichten, hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei der Eröffnung des Africa-Festivals in Würzburg für einen neuen Blick auf Afrika geworben. Anstatt sich auf „Flucht, Armut und Leid“ zu fokussieren, solle sich Deutschland mehr auf die Chancen und Potenziale des Nachbarkontinents konzentrieren. Auch die Deutschen Welle thematisiert die Folgen des negativen Afrikabildes, durch die dem Tourismussektor Einnahmen fehlen. In einem Interview mit der Main-Post, das bereits gestern erschien ist, plädiert auch der Afrikapolitik-Experte Georg Schmidt, für ein differenzierteres Bild Deutschlands über Afrika.

2. Russland stärkt militärische Kooperation mit Afrika
Die Deutsche Welle thematisierte gestern das wachsende Militärengagement Russlands in Afrika. Bereits letztes Jahr habe Russland einen Deal mit der Zentralafrikanischen Republik abgeschlossen und dürfe seitdem Waffen, Munition und Militärausbilder*innen ins Land schicken. Nun sei der Kreml eine ähnliche Kooperation mit der Demokratischen Republik Kongo eingegangen. Laut Einschätzung des Afrika-Experten Roland Marchal habe Russland die beiden Länder gewählt, um neben einer militärischen Zusammenarbeit auch seine Waffenindustrie zu stärken. Das Verhältnis beider Staaten zum Westen sei derzeit angespannt. Der Kongo verfüge zudem über Bodenschätze, die nach Aussage des russischen Außenministeriums „zum gemeinsamen Vorteil“ genutzt werden könnten. Zuvor habe auch der russische Außenminister Sergej Lawrow mehrere afrikanische Staaten besucht.

3. Südsudan: Jedes vierte Mädchen denkt an Suizid
Laut eines Artikels im Stern, der bereits am Mittwoch erschienen ist, denkt über ein Viertel der südsudanesischen Mädchen zwischen 10 und 19 Jahren an Selbstmord. Dies habe eine Studie der Hilfsorganisation Plan International ermittelt. Gründe dafür seien Angst vor Zwangsverheiratung und Gewalt, Überarbeitung, extreme Armut und Hunger. Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International in Deutschland, kritisierte, dass die humanitäre Hilfe im Südsudan „besser auf die Bedürfnisse von heranwachsenden Mädchen“ eingehen müsse, um Gewalt und Traumatisierungen zu verhindern.

 

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Geht doch! Etappensieg auf dem Weg hin zu Bildung für alle Kinder

1. Juni 2018 - 12:41

Diese Woche gab es Grund zur Freude: Der Haushaltsauschuss des Bundestages hat für eine einmalige Erhöhung des diesjährigen deutschen Beitrags für die Globale Bildungspartnerschaft (GPE) von neun auf 18 Millionen Euro gestimmt.

Wir hatten uns, gemeinsam mit Partnerorganisationen und mit eurer Unterstützung, lange für mehr Mittel für die GPE stark gemacht, insbesondere damit Mädchen weltweit Zugang zu Bildung erhalten. Anfang Februar hatten wir eure Unterschriften an die Bundesregierung übergeben.

Nun freuen wir uns sehr über diesen Beschluss und möchten uns bei allen bedanken, die sich mit uns dafür eingesetzt haben. Das ist ein wichtiger Etappensieg. Jetzt hoffen wir, dass die Mittel in Zukunft weiter aufgestockt werden. Derzeit haben 130 Millionen Mädchen keinen Zugang zu Bildung und unser Ziel ist Bildung für alle Kinder weltweit. Das ist eine Mammutaufgabe, an der man langfristig dran bleiben muss. Wir machen also weiter Druck, unter anderem mit unserer Kampagne zum Bundeshaushalt.

Ich hoffe, ihr freut euch mit uns über diesen Etappensieg und bleibt weiterhin aktiv. Erfolge wie dieser zeigen: Euer Engagement bringt was!

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Global Media Forum – Mehr hören, Mehr sehen, Mehr verstehen

31. Mai 2018 - 15:50

Vom 11. bis 13. Juni 2018 findet in Bonn das Global Media Forum der Deutschen Welle statt. Auch ein paar unserer Jugendbotschafter*innen werden vor Ort sein. Hier schreibt Leonard Proske von den Media Services der Deutschen Welle in Bonn. 

International? Weltbürger*in? Immer bestrebt Neues zu erfahren? Und trotz der eigenen Bemühungen herrscht das Gefühl vor, nur einen kleinen Teil von dem zu verstehen was vor sich geht? Obwohl es niemand zugeben möchte, geht es wahrscheinlich vielen Menschen so. Um das „Bigger Picture“ zu zeichnen und in die Welt hinaus zu tragen, veranstaltet die Deutsche Welle einmal im Jahr das Global Media Forum in Bonn. Wir laden Journalisten, Politiker, Medien- und Kulturschaffende aus aller Welt ein, ein jährlich wechselndes Thema in aller Gänze zu erörtern, zu diskutieren und einer internationalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Dieses Jahr möchten wir über Global Inequalities sprechen. Nachrichten über die immer weiter auseinander klaffende Schere aus Arm und Reich werden schon zur Gewohnheit. Um der Gewohnheit im Umgang mit Ungleichheit etwas entgegen zu setzen, möchten wir eine Debatte darüber anstoßen. Eine Debatte, die möglichst viele Facetten von Ungleichheit in und durch die Medien thematisiert und auch an die Verantwortlichen adressiert ist. Eine Debatte, die sich nicht mit Kleinteiligem zufrieden gibt, sondern das Bigger Picture zeichnen möchte. Dabei sind mit Verantwortlichen nicht nur „Die da oben“ gemeint, sondern wir. Wo können wir durch unseren Beruf und unser Handeln  etwas zum Positiven verändern, wo können wir einen Unterschied machen?

Inspiriert durch Arbeiten von NGO´s, aktuellen Nachrichten und Forschungen haben wir uns auf die Suche nach den unterschiedlichsten Frage- und Problemstellungen gemacht und sind fündig geworden: Wir wollen die Themen globaler Ungleichheit nicht nur anreißen, wir wollen ihnen auf den Grund gehen. Unser Themenspektrum reicht dabei von Terrorberichterstattung über die Ungleichheit medizinischer Versorgung bis hin zur Gender Gap. Doch ist es uns beim Global Media Forum genauso wichtig, einen kritischen Blick auf das eigene Handeln zu werfen. Was haben wir als Medien für einen Einfluss auf die Rezeption von Ungleichheit und wo können wir aktiv werden?

Auf die Metaebene von Global Inequalities legen wir großen Wert, doch möchten wir auch ganz praktische Schritte für eine größere Gleichheit diskutieren. Wie kann uns beispielsweise neue Technik dabei helfen, Inhalte globaler Ungleichheit besser zu vermitteln. Um die vielen und ganz verschiedenen Aspekte unseres Themas abzudecken, haben wir Key Speaker eingeladen, veranstalten Panel Diskussionsrunden und laden euch ein, an Workshops teilzunehmen.

Mehr als 2000 Menschen aus 120 Ländern werden vom 11.-13. Juni zusammen kommen, um gemeinsam etwas Größeres zu schaffen. Etwas zu schaffen, das nicht nur den Anschein der Veränderung erweckt, sondern tatsächlich praktisch und nachhaltig wirkt – sowohl im Alltag wie auch in den Köpfen unserer Teilnehmer*innen und Unterstützer*innen.

Die Deutsche Welle ist mit ihrem Auftrag als Auslandsrundfunk dafür prädestiniert Beziehungen zwischen Ländern und Menschen zu knüpfen. Sie transportiert die Werte von Meinungs- und Informationsfreiheit genauso wie die der Menschenrechte in die Welt.  Auf 30 Sprachen sorgt sie Tag ein Tag aus dafür, dass Menschen rund um den Globus informiert werden.

Wenn auch Ihr mehr über die Global Inequalities erfahren wollt, dann kommt zum Global Media Forum. Auf Euch warten Speaker aus aller Welt, Diskussionen zu den großen Themen unserer Zeit und die Möglichkeit euch weiterzubilden. Darüber hinaus bekommt ihr die Chance, Teil eines größeren Netzwerks zu werden.

Folgt @dw_gmf  bei Twitter oder @Global Media Forum bei Facebook und nutzt den Hashtag #dw_gmf, dann erfahrt ihr immer direkt, was beim Global Media Forum so los ist.

Information über den Autor:

Leonard Proske studiert im sechsten Semester Ressortjournalismus in Köln. Im Augenblick absolviert er ein Praktikum bei den Media Services der Deutschen Welle in Bonn.

 

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