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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 19 Stunden 17 Minuten

Endspurt MFF-Kampagne – Eure bisherigen Aktionen

13. Dezember 2018 - 18:01

Aktuell laufen die Verhandlungen über den Mehrjährige Finanzrahmen (MFR) auf Hochtouren. Warum diese Verhandlungen für uns so wichtig sind? Der MFR endet nur drei knappe Jahre bevor wir die Ziele der Agenda 2030 erreichen wollen. Wenn die EU und ihre Mitgliedstaaten also ernsthafte Fortschritte in der Bekämpfung extremer Armut machen will, muss sie einen vorausschauenden Haushalt bereitstellen. Will die EU ihrer Verantwortung gerecht werden und eine Vorreiterrolle in der Welt übernehmen, muss sie 140 Milliarde Euro für Entwicklung zur Verfügung stellen.

Wir haben zahlreiche Aktionen auf die Beine gestellt um unserer Botschaft Gehör zu verschaffen. Wir haben den mächtigsten Politiker*innen gezeigt: wir sind da, wenn es um wichtige Entscheidungen geht.

Eine Umfrage zeigt: 9 von 10 EU-Bürger*innen finden, dass die EU Entwicklungsländer unterstützen sollte. Es ist wichtig, dass die Regierung im Sinne ihrer Bürger*innen handelt. Im nächsten MFR wird sich zeigen, ob die EU diese Führungsposition annimmt und Menschen in den ärmsten Ländern der Welt unterstützt.

In einer Nacht und Nebel-Aktion haben Jugendbotschafter*innen vor dem Europa-Gipfel in Brüssel Plakate von ONE aufgehängt, um unsere Sichtbarkeit zu erhöhen und Politiker*innen an ihre Verantwortung zu erinnern.

Kürzlich hat ONE einen Bericht veröffentlicht, der aufdeckt, was ein starker EU-Haushalt für Entwicklung bewirken könnte. Aus dem Bericht von ONE geht hervor, was das EU-Budget von 140 Milliarden Euro erreichen könnte: 32,5 Millionen Kinder könnten zur Schule gehen und 43,5 Millionen Menschen würde der Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung und Ernährung gewährt werden. Außerdem könnten fragile Staaten Afrikas und LDCs pro Jahr 50,3 Millionen benachteiligte Menschen mit einem sozialen Sicherheitsnetz auffangen.

Diese Ergebnisse würden nicht nur die in den ärmsten Ländern der Welt lebende Bevölkerung stärken, sie wären auch ein wesentlicher Bestandteil einer neuen Partnerschaft zwischen Europa und Afrika.

Um uns in unseren Forderungen zu unterstützen, sendeten zahlreiche Menschen Tweets an unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ebenfalls an den Verhandlungen des Europa-Gipfels teilnimmt. Wer kein Twitter Konto besitzt, schrieb uns einfach eine Mail mit der Bitte um Weiterleitung. Wir haben für euch ein paar der schönsten Nachrichten, die wir bisher erhalten haben, zusammengestellt.

Did you see our message @eucopresident ? If EU aid was increased to €140 billion, at least 32.5 million children could go to school every year.
Make the right choice: invest in potential! #EUbudget #zeropointseven https://t.co/1GqBhwAKxs #ONEYouth18 pic.twitter.com/06FpW8r0r6

— Lukas Zimmermann (@LukasZi30370710) December 12, 2018

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

  • “Weltweit leben rund eine Milliarde Menschen in extremer Armut. Während die Weltgemeinschaft extreme Armut seit 1990 um mehr als die Hälfte verringern konnte, ist sie dennoch nach der jüngsten Wirtschaftskrise in vielen Ländern noch immer Realität. Bei all den Verhandlungen derzeit über den Brexit müssen wir sicherstellen, dass der Kampf gegen extreme Armut nicht in Vergessenheit gerät.” – Angela

 

  • “Mein Wunsch an die “große” Politik ist: Endlich für ein wirklich partnerschaftliches Handeln einzusetzen … und zwar WELTWEIT. Nur so kann es gelingen unsere Erde zu erhalten und allen Menschen in ihrer Heimat ein gutes und sicheres Leben zu ermöglichen!” – Thomas

 

  • “Gehen Sie mit gutem Beispiel voraus, fördern Sie die Landwirtschaft, Schulen, Universitäten, Krankenversorgung – alles durch gute Bildung in den jeweiligen Ländern möglich. Wir haben viel zu viel, was uns nicht glücklicher macht, als wenn wir einfach nur genug hätten, im Gegenteil.” – Maria

 

  • “Ich bitte Sie, sich beim Treffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel gegen extreme Armut entschieden einzusetzen. Sie sind ein kompetente Kanzlerin, deren Meinung geachtet wird. Ich hoffe auf Ihr Engagement!” – Gertrud

Die Bevölkerung Afrikas soll sich bis 2050 mehr als verdoppeln, dabei wird die Hälfte der Bevölkerung jünger als 25 Jahre sein. Investitionen in die afrikanischen Jugend von heute werden die die Zukunft Afrikas und Europas entscheidend prägen. Der nächste MFR ist eine einzigartige Gelegenheit, dieses Potenzial zu nutzen.

Wir danken euch für eure Unterstützung und euer Engagement im Kampf gegen extreme Armut. Du möchtest auch einen Tweet an Angela Merkel schicken? Super, das geht hier mit einem Klick. Wenn du kein Twitter hast, kannst du uns auch eine E-Mail an mitmachen[at]one.org schicken und wir leiten deine Nachricht weiter.

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13. Dezember 2018

13. Dezember 2018 - 12:32

1. Neue Kolonialmacht China?

Die Frankfurter Allgemeine und die Frankfurter Rundschau thematisieren heute Afrikas Schuldenkrise und den Einfluss Chinas auf dem afrikanischen Kontinent. Afrikanische Staaten stünden bereits mit über 130 Milliarden US-Dollar bei China in der Schuld. Besonders gefährdet seien Kenia, Äthiopien, Dschibuti und Sambia. Die Stimmung bei Afrikaner*innen sei gemischt. Einige befürworten den Ausbau der Infrastruktur mithilfe Chinas. Doch die Klagen über chinesischen Firmen würden immer lauter. Sie nähmen keine Rücksicht auf die Umwelt, verdrängten lokale Akteure und böten miserable Arbeitsbedingungen. Viele Experten*innen sehen China als neuen „Kolonialherren“, an den der Kontinent ausverkauft würde. Zuletzt habe der chinesische Staatspräsident Xi Jinping beim afro-chinesischen Gipfel im September zusätzliche 60 Milliarden US-Dollar in Form von Krediten versprochen. Jedes zweite Land im Süden Afrikas habe seine Staatsschulden seit 2011 verdoppelt. Es sei bis dato kaum abzusehen, was passieren würde, wenn China in der Zukunft seine Kredite zurückfordere.

 2. Afrika: Auf dem Weg in die Moderne

Im Welt-Interview mit Andrea Seibel erklärt Afrika-Experte Stephen Smith warum er eine Massenmigration von Afrika nach Europa erwartet und dies keine Katastrophe ist. Smith verwies darauf, dass das anhaltende ungeplante Bevölkerungswachstum eines der größten Herausforderungen für Afrikas Entwicklung sei. Die Lösung sehe er hier bei der Stärkung der Rechte der Frauen und freiwilliger Familienplanung, um Geburtenraten zu senken. Bevor es zu einer Massenmigration kommen würde, müsse Afrika eine Mindestschwelle des Wohlstands überschreiten, da die am stärksten von Armut betroffenen Menschen derzeitig nicht die Mittel hätten, um nach Europa zu immigrieren.  Diese Migration werde dann stoppen, wenn Afrika ein gewisses Wohlstandsplateau erreiche. Jedoch sei dies für Smith kein Grund zur Panik, da Afrika innerhalb von zwei bis drei Generationen seinen demografischen Wandel abschließen werde. Infolgedessen würde auch die dortige Bevölkerung altern.

3. Afrika-Cup 2019: Kein Ausrichter in Sicht

Wie Welt Online bereits gestern berichtete, verzichtet Marokko auf eine Gastgeberrolle für den Afrika-Cup 2019. Daher müsse der afrikanische Fußballverband (CAF) weiter nach einem Ausrichter für den bevorstehenden Cup suchen. Zuvor habe die CAF dem Titelverteidiger Kamerun die Gastgeberrolle entzogen, da es enorme Verzögerungen bei den Vorbereitungen gab. Bis Ende dieses Jahres wolle die CAF einen neuen Ausrichter des Cups präsentieren.

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3 wichtige Lehren aus unserer ONE-Unterstützer*innenbefragung

13. Dezember 2018 - 12:23

Keine Frage: Die ONE-Unterstützer*innen sind ganz besondere und beeindruckende Menschen. Unsere Aktivist*innen sind eine ausgesprochen heterogene Gemeinschaft, in der fast jedes Land der Welt vertreten ist. Klar, dass da wir gerne mehr über euch wissen wollen!

Mitte des Jahres haben wir eine Umfrage verschickt, um mehr über unsere Unterstützer*innen zu erfahren, über eure Gemeinsamkeit und was euch zum Handeln bewegt. Hier sind die drei wichtigsten Erkenntnisse, die wir aus dieser Umfrage gewonnen haben:

1. ONE-Unterstützer*innen engagieren sich mit Leidenschaft, und das nicht nur für die Beendigung extremer Armut.

In der diesjährigen Umfrage haben wir unsere Unterstützer*innen gebeten, uns zu verraten, bei welchen Themen sie den dringlichsten Handlungsbedarf sehen. Wir haben erfahren, dass die wichtigsten Themen für ONE-Unterstützer*innen die Bekämpfung des Klimawandels, ein besserer Zugang zu einer guten Schulbildung, die Verbesserung des Zugangs zu Wasser und sanitärer Grundversorgung sowie das Beenden der Geschlechterungleichheit sind.

Während diese Themen euch weltweit ein Anliegen waren, variieren andere Antworten je nachdem, wo die ONE-Unterstützer*innen leben. So sehen beispielsweise ONE-Unterstützer*innen in Nigeria den größten Handlungsbedarf bei der Verbesserung des Zugangs zu einer guten Schulbildung, während die Unterstützer*innen in den USA am meisten daran interessiert sind, Hungersnöte zu beenden und eine gute Ernährung zu fördern.

Es freut uns zu sehen, dass – unabhängig von den Antworten – alle unsere Unterstützer*innen in der Mission vereint sind, der extremen Armut überall auf der Welt ein Ende zu bereiten! Da wir die extreme Armut nicht bekämpfen können, ohne uns in einer Vielzahl von Bereichen zu engagieren, haben wir eine ganze Reihe eurer wichtigsten Anliegen bereits Visier!

2. ONE-Unterstützer*innen sind optimistisch, was die Zukunft und die Erfolge unseres Engagements betrifft.

In einer Zeit polarisierender Politik und großer Unsicherheit beurteilen unsere Unterstützer*innen die Chancen auf die Erfolge ihres Engagements im Kampf gegen extreme Armut dennoch weiterhin optimistisch! Überwältigende 94% der Befragten waren der Meinung, dass sie mit ihrem Engagement etwas bewegen können. Das sind großartige Nachrichten, denn Optimismus ist für den Kampf gegen extreme Armut von enormer Bedeutung.

Ob sie nun mit politischen Vertreter*innen in Kontakt treten, bei ONE-Veranstaltungen ehrenamtliche Arbeit leisten oder unsere Anliegen einfach nur online teilen – der Enthusiasmus unserer Unterstützer*innen ermöglicht es uns, einen fundamentalen Wandel zu bewirken. Es demonstriert den Entscheidungsträger*innen, welche gewaltige Kraft uns antreibt: Eine Bewegung von Menschen, die bereit sind, alles zu tun, um die extreme Armut zu bekämpfen.

3. ONE-Unterstützer*innen macht es Freude, andere zu ermutigen und sich mit Leidenschaft an der Bekämpfung der extremen Armut zu beteiligen.

Die Teilnehmer*innen der Umfrage gaben mehrheitlich an, dass sie ihre Freunde und Familie wahrscheinlich ermutigen würden, sich ONE anzuschließen. Nur 12% der weltweit Befragten antworteten, dass sie andere nicht dazu ermutigen würden. In Nigeria antworteten 88% der befragten Unterstützer*innen, dass sie ONE sehr wahrscheinlich empfehlen würden! Wir freuen uns, Unterstützer*innen zu haben, die sich so sehr dafür einsetzen, dass unsere Bewegung weiter wächst!

Vielen Dank an alle unsere Unterstützer*innen, die an dieser Umfrage teilgenommen haben! Bei unseren weiteren Kampf gegen die extreme Armut werden wir eure Antworten im Kopf behalten.

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12. Dezember 2018

12. Dezember 2018 - 12:49

1. Deutschland erhält Negativpreis ‘Fossil des Tages’

Deutschland wird seine selbstgesteckten Klimaziele bis 2020 voraussichtlich nicht erreichen, wie unter anderem tagesschau, faz und die Welt melden. Bei der UN-Klimakonferenz in Kattowitz habe Deutschland dafür den Negativpreis „Fossil des Tages“ von dem internationalen Climate Action Network verliehen bekommen. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) habe Besserung versprochen. Deutschland wolle bis 2030 seine CO2-Emissionen um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Eine CO2-Steuer lehne die Umweltministerin jedoch ab. Zudem kündigte sie an, weitere 70 Millionen Euro für den Klima-Anpassungsfonds bereitzustellen. Dieser finanziere Frühwarnsysteme gegen Überschwemmungen, Umstellungen und Maßnahmen zur Wasserversorgung und trockenresistente Anbaumethoden vor allem in Entwicklungsländern. Darüber hinaus nehme Deutschland eine Vermittlerrolle in der Frage ein, wie wohlhabende Staaten Entwicklungsländer finanziell beim Klimaschutz unterstützen können.

2. Vorbereitungen des EU-Afrika Gipfel

Wie Euractiv, die Tiroler Tageszeitung und ARD Wien berichten, organisiert Österreich einen EU-Afrika Gipfel zum Ende der Ratspräsidentschaft am 17. und 18. Dezember in Wien. Zusammen mit dem Vorsitzenden der Afrikanischen Union, Ruandas Präsident Paul Kagame, lade Bundeskanzler Sebastian Kurz Staats- und Regierungschefs*innen aus Afrika und Europa ein. Zudem habe er über 1000 Unternehmen eingeladen. Der Gipfel stehe unter dem Motto „Taking cooperation to the digital age“ und solle Möglichkeiten in den Bereichen Innovation und Digitalisierung zwischen den beiden Kontinenten realisieren. In Vorbereitung auf den Gipfel sei Kurz nach Äthiopien und Ruanda gereist. Die politisch stabile Lage dieser Staaten führe Kurz in erster Linie auf Reformprozesse zurück. Die Förderung der Wirtschaft sei „die wahrscheinlich nachhaltigste Form von Entwicklungszusammenarbeit“, so Kurz. Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung meldet, wird Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im kommenden Jahr eine Afrika-Reise unternehmen, um sich über Fluchtursachen zu erkundigen.

3. Netflix: Erste Serie aus Afrika

Spiegel Online thematisiert die erste afrikanische Eigenproduktion von Netflix, die in 2019 in 190 Ländern starten soll. Die Serie „Queen Sono“ spiele in Südafrika und drehe sich um eine Agentin, die gegen das Verbrechen in Südafrika kämpft. Gespielt werde die Hauptrolle von der südafrikanischen Schauspielerin Pearl Thusi. Laut dem Netflix-Verantwortlichen Eric Barmack sollen weitere afrikanische Produktionen folgen. Netflix wolle regionalen Künstlern*innen die Möglichkeit geben, ihre Geschichten einem internationalen Publikum zu erzählen.

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Eine bessere Zukunft für Nigeria

11. Dezember 2018 - 14:50

Nigeria gehört zu den Ländern, in denen es Kinder und Mütter am schwersten haben. Jedes achte Kind, das unter dem fünften Lebensjahr stirbt, kommt aus Nigeria. 25 % aller Kinder, die hier vor dem fünften Lebensjahr sterben, sind Neugeborene. Deshalb haben wir die Kampagne Make Naija Stronger ins Leben gerufen.

Wie können 100 Millionen Nigerianer*innen mobilisiert werden, die Gesundheit ihrer Familien zu verbessern? Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass das National Health Act finanziert werden muss, um dieses Ziel zu erreichen.

Eine vollständige Finanzierung würde allen Nigerianer*innen eine angemessene und erschwingliche medizinische Grundversorgung ermöglichen. Damit können nicht nur grundlegende Dienstleistungen angeboten werden, auch Gesundheitseinrichtungen könnten erweitert und verbessert werden. Medizinisches Personal könnte eine gute Ausbildung erhalten und wichtige Medikamente könnten bereitgestellt werden. So wird der Prozess zu einer flächendeckenden Grundversorgung vorangetrieben.

ONE-Unterstützer*innen demonstrieren auf den Straßen von Abuja und rufen die Regierung auf: #MakeNaijaStronger

Seit dem Start der Kampagne im Jahr 2016 haben über 220 000 Personen die Online-Petition unterschrieben. Darin wird der amtierende Präsidenten Buhari aufgefordert, ein zugängliches Gesundheitssystems für alle aufzubauen. Hunderte von Menschen nahmen an den Demonstrationen teil, Tausende sahen und teilten die Videos der Aktionen. Unterstützer*innen marschierten im Februar 2018 sogar bis zu den Toren des Parlaments, um kluge Maßnahmen von Nigerias Politiker*innen zu fordern.

ONE Champions in Aktion.

Junge, motivierte ONE Champion Aktivist*innen verbreiteten die Botschaft der Kampagne an die gesamte Nation, an engagierte Bürger*innen, Lobbygruppen und an die lokale Regierung.

ONE arbeitete auch mit zahlreichen zivilgesellschaftlichen und nichtstaatlichen Partner*innen zusammen, um Druck auf die Bundesregierung auszuüben. 2017 unterzeichneten über 30 Partner*innen einen offenen Brief an Präsident Buhari, in dem sie einen Quantensprung in der Gesundheitsfinanzierung forderten. Gemeinsam mit diesen Partner*innen organisierte ONE über 130 Lobbytreffen und öffentliche Aktionen.

Vor Kurzem konnte der großen Erfolg der #MakeNaijaStronger-Kampagne gefeiert werden! Nach zwei Jahren aktiver Kampagnenarbeit unterschrieb Präsident Muhammadu Buhari das Budget 2018 mit einer Förderung in Höhe von 55,1 Milliarden Naira für die medizinische Grundversorgung. Das entspricht 1% des CRF für den Grundversorgungsfonds.

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You spoke. They listened. We won. Millions of Nigerians will receive better health care as government allocates N55.15…

Posted by ONE Africa on Tuesday, July 10, 2018

Durch diese Kampagne haben wir realisiert: Wir alle haben eine laute, starke Stimme. Wenn wir an eine Sache glauben und Druck auf die Regierung ausüben, können wir Berge versetzen. Das wichtigste dieser Kampagne war die Teilnahme von unglaublich leidenschaftlichen nigerianischen Bürger*innen und einflussreichen Personen – wie Waje, Ali Nuhu, Desmond Elliot, Falz, Basketmouth, Toolz, Yemi Alade und Kate Henshaw.

Sie erkannten, dass ein Politikwechsel erforderlich war, um den Gesundheitssektor des Landes anzugehen.

Was kommt als Nächstes?

Es muss noch viel getan werden, bis sich diese Fonds in gesunde Leben verwandeln. Und auch wir müssen die gleiche Achtsamkeit, Leidenschaft, Einfallsreichtum und Hartnäckigkeit aufbringen wie die ONE Champion Aktivist*innen. Damit stellen wir sicher, dass die nigerianische Regierung die finanziellen Mittel effektiv und transparent verwendet. Denn nur so können wir eine sinnvolle Verwendung des nationalen Gesundheitsfonds garantieren. Und erst dann können wir erwarten, dass Leben positiv verändert und gerettet werden.

Mache jetzt mit und nutze deine Stimme, um zusammen eine stärkere Welt zu schaffen!
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11. Dezember 2018

11. Dezember 2018 - 12:04

1. Waffen hemmen Entwicklung

Das Handelsblatt thematisiert das Problem weltweit gestiegener Rüstungsexporte, die erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit hemmen. Laut dem evangelischen Hilfswerk Brot für die Welt seien diese eines der größten Hemmnisse im Kampf gegen Armut, da Gewaltkonflikte die Ergebnisse guter Entwicklungszusammenarbeit zerstörten. Der weltweite Rüstungsexport sei zum dritten Mal in Folge nacheinander gestiegen. Auch deutsche Rüstungskonzerne hätten ihre Produktion um zehn Prozent erhöht. Ihr Anteil an den weltweiten Waffenverkäufen liege damit bei 2,1 Prozent.

2. Günstigere Rücküberweisungen für Migrant*innen

Wie Marcel Leubecher in der Welt schreibt, sollen Rücküberweisungen von Migrant*innen in Heimatländer günstiger werden. Die privaten Geldflüsse durch Rücküberweisungen seien auf Grund ihres enormen Volumens von weit größerer Bedeutung als staatliche Entwicklungszusammenarbeit. Bisher würden die Transaktionen lediglich über drei große Dienstleister laufen, bei denen 10 Prozent Transaktionskosten anfallen. Der Marktführer Western Union habe sich jedoch an den Verhandlungen des UN-Migrationspakt beteiligt, der vorsieht, Transaktionskosten für Rücküberweisungen auf weniger als drei Prozent zu senken. Die Senkung der Transaktionskosten werfe große Probleme für die deutsche Abschiebepolitik auf. Die Geldflüsse seien ein wichtiger Grund für mangelnde Rücknahmebereitschaft von abgelehnten Asylbewerber*innen.

3. Nigeria: Bevölkerungsboom und Perspektive

Die Deutsche Welle berichtet über Nigerias Zukunftsprobleme. Der von einer Wirtschaftskrise geplagte Staat habe keine ausreichende Infrastruktur, um seine wachsende Bevölkerung zu versorgen. Bis 2050 sollen voraussichtlich mehr als doppelt so viele Menschen in dem bereits bevölkerungsreichsten Land Afrikas leben. Chinesische Firmen investierten immer mehr in Nigeria: Zwischen 2005 und 2017 habe China dort alleine 37,1 Milliarden US-Dollar für Bauinvestitionen aufgewendet. Deutsche Firmen seien weitaus zurückhaltender. Bis 2016 habe Deutschland nur umgerechnet 209 Millionen US-Dollar in Nigeria investiert.

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10. Dezember 2018

10. Dezember 2018 - 13:22

1. Müller: UN-Migrationspakt bewusste Panikmache

Im Interview mit dem Handelsblatt verteidigt Entwicklungsminister Gerd Müller den UN-Migrationspakt, der heute in Marrakesch von 164 Staaten angenommen wurde, wie unter anderem tagesschau.de und Zeit Online melden. Bundeskanzlerin Angela Merkel sei bereits gestern nach Marrakesch gereist, um den Pakt für Deutschland zu unterschreiben. Müller kritisierte, dass der Pakt, losgelöst von den Fakten, bewusst für Panikmache benutzt worden sei. Der Pakt würde keine zusätzliche Migration nach Deutschland auslösen. Er wies zudem darauf hin, dass Entwicklungszusammenarbeit sich nicht auf Fluchtursachenbekämpfung reduzieren lasse. Vor allem in Bezug auf das Bevölkerungswachstum Afrikas verwies Müller auf die Wichtigkeit der Schwerpunkte Bildung, gesundheitliche Infrastruktur und Selbstbestimmung der Frauen, um Geburtenraten zukünftig zu senken. Im Jahre 2020 habe Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft inne, wobei dann auch das neue EU-Afrika-Abkommen und somit neue Möglichkeiten der Handelskooperation auf der Tagesordnung stehen.

2. Schuld an Afrikas Schuldenkrise

Der Journalist Daniel Pelz thematisiert in der Deutschen Welle und auf Focus Online Afrikas Schuldenkrise und die möglichen Risiken durch den ‚Compact with Africa‘ der Bundesregierung. Die Schuldfrage sei nicht trivial, denn es gebe mehrere beitragende Faktoren. Afrikanische Regierungen und Unternehmen seien nicht die einzigen Urheber von Korruption; auch das Ausland spiele eine bedeutende Rolle. Regierungen hätten sich nach der Finanzkrise 2008 legal Geld bei ausländischen Privatanlegern geliehen, die jetzt ihr Geld mit Zinsen zurückfordern. Doch auch öffentliche Geber hätten Fehler gemacht und Geld an schlecht regierte Staaten geliehen. Aktivist*innen seien besonders skeptisch gegenüber Deutschland und dem ‚Compact with Africa‘ durch den Privatinvestitionen in Afrika gestärkt werden sollen.

3. Rapper protestieren im Kongo

Bereits gestern berichtete die Tagesschau über die kreativen Protestaktionen gegen Korruption und Misswirtschaft zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl im Kongo. Der amtierende Präsident Joseph Kabila habe entgegen der kongolesischen Verfassung immer wieder seine Amtszeit verlängert. Musiker wie Rapper Bob Elvis protestieren gegen die Autoritäten, obwohl dies durchaus gefährlich sei. In den letzten drei Jahren seien mehr als 300 Menschen bei politischen friedlichen Protesten getötet und etliche gefangen genommen worden. Im Sommer verkündete Präsident Kabila, dass die bevorstehenden Wahlen am 23. Dezember stattfinden sollen und er selbst nicht antreten werde. Er habe den ehemaligen Innnenminster Emmanuel Ramazani Shadary als Kandidaten ernannt. Dies lasse vermuten, dass Kabila auch nach der Wahl weiter hinter den Kulissen seine Macht behalten würde.

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Solarrevolution im Kongo: Wie Technologie die Gesundheitsversorgung im Kongo verbessert

7. Dezember 2018 - 12:41

Anfang 2015 fand in Berlin die Finanzierungskonferenz der Impfallianz Gavi statt. 7,5 Milliarden US-Dollar kamen zusammen, um bis 2020 weitere 300 Millionen Kinder in Entwicklungsländern mit wichtigen Impfungen zu versorgen. Kommende Woche zieht Gavi Halbzeitbilanz: Seit 2016 wurden 127 Millionen Kinder geimpft. Welchen Herausforderungen sich Entwicklungsländer hierbei gegenübersehen und wie sie gemeinsam mit Gavi Wege finden, um allen Kindern ein gesundes Leben zu ermöglichen, erzählt diese Geschichte aus der Demokratischen Republik Kongo.

©gotlife.gavi.org

Für die Gesundheitshelfer*innen in den chaotischen, verarmten Vierteln von Kinshasa ist das Leben hart. Victor arbeitet als Impfarzt in den ländlichen Außenbezirken der kongolesischen Hauptstadt und das Fehlen eines funktionstüchtigen Kühlschranks machte sein Leben noch schwerer. Denn ohne Kühlung ist es nicht möglich Impfstoffe zu lagern oder sie zu den Kindern zu bringen, die sie brauchen.

„Wir konnten früher nur zwei bis drei Impfaktionen im Monat durchführen. Zwischen den Einsatzorten und unserer Zentrale liegen vier Kilometer. Um die Impfstoffe sicher zu transportieren, mussten wir die Kühlbox mit dem Motorrad hin und her fahren“, berichtet Victor. „Das ist einziges Fortbewegungsmittel und die Fahrt war sehr teuer.”

https://s3.amazonaws.com/one_org_international/de/wp-content/uploads/2018/12/07112855/DRC-bg-loop.mp4 Kongo: So groß wie Westeuropa, ohne guten Straßen, von Wäldern bedeckt

Im Kongo war das bisher der Normalfall. 2016 verfügten nur 16 Prozent der Gesundheitszentren des Landes über einen funktionierenden Kühlschrank: meistens veraltete, mit Benzin betriebene Geräte, anfällig für Brände, Temperaturschwankungen oder Ausfälle. Für die Impfstoffe können diese Umstände fatale Folgen haben, denn als biologische Produkte können sie ihre Wirksamkeit verlieren, wenn sie nicht konsequent in einem bestimmten Temperaturbereich aufbewahrt werden. Normalerweise wird dies durch eine Kühlkette erreicht, also mit Kühlschränken und -boxen, die die Impfstoffe kontinuierlich kühl halten.

©gotlife.gavi.org

Benzinbetriebene Kühlgeräte bringen aber noch ein Problem mit sich: Sie benötigen Treibstoff, der zunächst zu den Gesundheitszentren gebracht werden muss. Diese sind verteilt über ein Land, das so groß ist wie Westeuropa, keine ausgebauten Straßen hat und von Wäldern bedeckt ist. „Für einige Gebiete sind die Entfernungen zu groß, um sie mit Impfstoffen zu versorgen”, erklärt Didier Maundé, Logistikchef des kongolesischen Impfprogramms. „Teilweise war kein Treibstoff zu bekommen oder er war zu teuer. Die Kühlkette war gefährdet und damit die Impfungen.”

Diese Situation belastete die Aussicht der Kinder im Kongo auf ein gesundes Leben. Trotz Fortschritte in jüngster Zeit, bekommen fast 2 Millionen Kinder im Jahr Immer noch nicht alle Impfungen, die sie brauchen. Dies trägt zu einer der höchsten Kindersterblichkeitsraten weltweit bei: Fast jedes zehnte kongolesische Kind erlebt seinen fünften Geburtstag nicht.

©gotlife.gavi.org

Ein Plan für eine bessere Zukunft

Im Oktober 2018 stellte das Gesundheitsministerium in enger Zusammenarbeit mit Gavi und weiteren Allianzpartnern einen Plan vor: Bis Juni 2020 soll sich der Anteil vollständig geimpfter Kinder um 15 Prozent erhöhen, d.h. 220.000 zusätzliche Kinder sollen versorgt werden.

Ein zentrales Element des Plans ist es, den Anteil der Gesundheitsstationen mit funktionierenden Kühlgeräten massiv zu erhöhen: von 16 Prozent 2016 auf 80 Prozent bis Ende nächsten Jahres.

Ein ambitioniertes Ziel, aber mit Gavis Unterstützung konnten bereits bemerkenswerte Fortschritte erzielt werden. In den letzten zwei Jahren kamen über 4.500 neue Kühlschränke im Kongo an, weitere 1.300 sollen im nächsten Jahr folgen: Die neuen Geräte sind hochmoderne Solar Direct Drive Kühlschränke, betrieben mit Sonnenenergie, finanziert größtenteils aus Gavi-Mitteln; die Weltbank, UNICEF, die Europäische Union und die kongolesische Regierung stellen zusätzliche Mittel bereit.

©gotlife.gavi.org

„Die Wirkung ist sichtbar“, sagt Didier. „Immer mehr Impfstoffe sind inzwischen verfügbar. Die Kühlkette ist verlässlich und weite Entfernungen sind nicht mehr problematisch, da die Impfstoffe nun in mehr Regionen verfügbar sind.“ Auch die Wartung ist jetzt einfacher und die Temperatur stets konstant. Durch die Solartechnik wird zudem die Brandgefahr vermieden.

Victor bekam seinen Solarkühlschrank vor vier Monaten und freut sich sehr über das neue Gerät. „Das reduziert die Kosten für uns und wir können nun häufiger impfen. Inzwischen schaffen wir zehn Impfaktionen pro Monat.“

 

Dies ist die gekürzte Fassung des englischen Originaltexts, der auf gotlife.gavi.org  veröffentlicht wurde.

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07. Dezember 2018

7. Dezember 2018 - 12:31

1. Müller fordert Verdopplung der EU-Mittel für Afrika

Im Interview mit Ansgar Graw, das heute in der Welt erschienen ist, verteidigt Entwicklungsminister Gerd Müller seinen Marshallplan mit Afrika und fordert Verbesserungen bei der Entwicklungszusammenarbeit zwischen der EU und Afrika. Die neue Entwicklungsstrategie basiere auf vier Säulen: 1) mehr Eigenleistung afrikanischer Partner, 2) Fokus auf Ausbildung und Technologietransfer, 3) privatwirtschaftliche Investitionen und 4) fairer Handel. Mit diesem umfassenden Konzept wolle er eine neue Partnerschaft mit Afrika initiieren. Besonders in Bezug auf die sogenannten Reformländer fruchte dieser Ansatz bereits. Die deutsche Wirtschaft gehe immer mehr Kooperationspartnerschaften in diesen Ländern ein. Weiter erklärte Müller, dass Afrika die Schicksalsfrage Europas sei. Mit Hinblick auf den EU-Haushalt für die kommenden Jahre, der derzeit als Mehrjähriger Finanzrahmen (MFF) diskutiert wird, forderte Müller eine Verdopplung der jährlichen Mittel für Afrika. Zudem sprach er sich erneut für die Einsetzung eines Afrika-Kommissars aus sowie für die Institutionalisierung eines EU-Afrika-Rates, der regelmäßig tagen müsse.

2. 125 Millionen Euro für Kampf gegen Terrorismus in Sahelzone

Unter anderem das Handelsblatt veröffentlichte heute die dpa-Meldung über eine Unterstützung der EU von 125 Millionen Euro an die G5-Sahel-Staaten. Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad, die sogenannten G5-Sahel Staaten, seien besonders betroffen von Terrorismus und Instabilität. Die bereitgestellten Gelder sollen den Staaten im Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität helfen. Die EU erhoffe sich dadurch mehr Sicherheit und eine Reduzierung der Flüchtlingsbewegungen Richtung Europa. In der Zeitspanne 2014 bis 2020 stelle die EU damit insgesamt acht Milliarden Euro für die Sahelzone zur Verfügung.

3. Simbabwe überfordert mit Flüchtlingen

Wie Danai Marumba in der taz berichtet, erlebt das von einer Cholera-Epidemie geplagte Simbabwe einen wachsenden Zustrom an Flüchtlingen. Diese kämen vor allem aus den Nachbarländern Mosambik und der Demokratischen Republik Kongo. Zwar sei die Gesamtzahl der Schutzsuchenden laut UNHCR mit 13.864 Personen noch gering, allerdings habe Simbabwe seine Aufnahmekapazitäten ausgeschöpft. Die meisten Flüchtlinge lebten in simbabwischen Gastfamilien und für Flüchtlingskinder gäbe es weder Schulen noch Lehrer. Zudem habe die Registrierung der Flüchtlinge aufgrund der sich ausweitenden Cholera-Epidemie abgesagt werden müssen.

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06. Dezember 2018

6. Dezember 2018 - 12:50

1. Weniger Flüchtlinge durch EU-Afrika-Hilfe

Milliardenschwere EU-Hilfen hätten Flüchtlingsbewegungen nach Europa begrenzt, wie unter anderem Zeit online, stern.de und n-tv mit Bezug auf eine dpa-Meldung berichten. Diese neuen Einschätzungen kämen vom europäischen Rechnungshof. Dieser melde, dass allerdings noch nicht klar sei, wie groß der Beitrag im Vergleich zu anderen Maßnahmen sei. Es gehe konkret um einen 4 Milliarden Euro schweren EU-Afrika Nothilfe-Treuhandfonds, der die Schwerpunkte Sahelzone, Tschadsee-Region, Nordafrika und das Horn von Afrika habe. Der Rechnungshof kritisiere jedoch, dass die EU-Kommission die Effektivität der konkreten Projekte nicht ausreichend nachweisen könne.

2. Weber: EU-Afrika-Strategie als Zukunftsidee für Europa

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung unterstreicht Manfred Weber, Spitzenkandidat der Union für die Europawahl, die Bedeutung neuer, ambitionierter Zukunftsideen für Europa. Eine solcher Zukunftsidee sei eine neue gemeinsame europäische Afrika-Strategie. Diese Strategie benötige mehr Hilfe vor Ort, vor allem bei der Entwicklung der Zivilgesellschaften, aber auch eine moderne Handelspolitik, die auf Werten basiert. Weber betonte, dass Produkte, die durch Kinderarbeit entstanden seien, keinen Platz auf dem europäischen Markt hätten: „Kinder gehören in die Schule, und nicht an den Arbeitsplatz“.

3. Sambia: Zwischen Chinas Einfluss und nationaler Souveränität

Thilo Thielke schreibt heute in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Situation in Sambia und den Einfluss Chinas. Trotz des Schuldenerlasses vor einigen Jahren sei Sambia erneut hochverschuldet. Deswegen und wegen Korruptionsfällen hätten sich zuletzt Großbritannien und der internationale Währungsfonds (IMF) von der Zusammenarbeit mit Sambia zurückgezogen. Das deutsche Entwicklungsministerium habe zwischen 2016 und 2018 weiter über 97,5 Millionen Euro in Sambia investiert. Doch nach dem Tod von Levy Mwananwasa, ein starker Kämpfer gegen die Korruption, seien Kleptokraten und Kleptokratinnen an die Macht gekommen, die Sambia herunterwirtschafteten: Alleine im Jahr 2017 seien mehr als 4,5 Milliarden Euro durch Korruption verloren gegangen. Dazu kämen der Einfluss und die Abhängigkeit von China. Mittlerweile seien ganze Industrien von chinesischen Firmen übernommen worden. Der zunehmende Verlust der nationalen Souveränität Sambias werde von vielen Ländern und Institutionen als äußerst kritisch angesehen.

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05. Dezember 2018

5. Dezember 2018 - 12:33

1. Uganda: Korruption in Flüchtlingshilfe?

Simone Schlindwein schreibt heute in der taz über einen Korruptionsskandal in der Flüchtlingshilfe Ugandas. Schon Anfang des Jahres seien Korruptionsvorwürfe gegen das sogenannte Flüchtlings-Musterland laut geworden. Diese fingen bei den Zahlen an: Über 300.000 der 1,4 Mio. als Flüchtlinge gelisteten Menschen gäbe es in Wirklichkeit gar nicht. Sie seien nur gelistet, um mehr Geld für Hilfsgüter zu veranschlagen. Ein Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kritisiere weiter die Verwendung der Hilfsgelder in Uganda. Viele Mittel werden demnach durch Korruption und Vetternwirtschaft verschwendet. Weiter belege der Bericht, dass ugandische Regierungsmitglieder Firmen von Familienmitgliedern beauftragt haben, die ungeeignet für Projekte seien oder sich gar nicht beworben haben. Auch die Verteilung von Hilfsgütern werde kritisiert: so gebe es z.B. einen Überschuss an Decken und Küchensets, es fehle jedoch an Solarlampen und Hygienebinden. Wie und ob das UNHCR jedoch gegen diese systematische Korruption vorgehen würde, sei fragwürdig.

2. EU muss Afrika als strategischen Partner sehen

Der Evangelische Pressedienst (epd) hat heute ein Gespräch von Phillipp Saure mit Stephan Exo-Kreischer, Direktor von ONE in Deutschland, veröffentlicht. Exo-Kreischer fordert die EU auf, Afrika als strategischen Partner zu begreifen, um international größeres Gewicht zu haben. Die Entwicklungsfinanzierung solle daher als Investition verstanden werden. Dazu fordere ONE mehr Mittel für Entwicklungszusammenarbeit im Mehrjährigen Finanzrahmen der EU (2021-2027), über den beim kommenden Europäischen Rat zum ersten Mal ausführlicher diskutiert werde: Um auf den richtigen Kurs zu kommen, die Ziele der Agenda 2030 zu erreichen, müsse die EU 140 Milliarden für Entwicklungszusammenarbeit bereitstellen. Davon sollten mindestens 20 Prozent in Gesundheit, Bildung und soziale Sicherung fließen, so Exo-Kreischer.

3. Solarzellen erleuchten Sahara

Im Rahmen der Themenseite ‚Deutschland 2030 Wie wollen wir zusammenleben? Wünsche, Träume und Sorgen zum Miteinander von Einheimischen und Geflüchteten‘ proträtiert die Süddeutsche Zeitung die Südsudanesin Angelina Jolong. Diese habe bereits für Hilfsorganisationen und als Diplomatin gearbeitet, bevor sie 2013 in Berlin einen Master in ‚European International Energy Law‘ absolvierte. Nach Ausbruch des Kriegs habe Jolong fliehen müssen und in Deutschland Asyl gesucht. Mit der Hilfe eines Pilotprojekts, das Geflüchteten in die berufliche Selbständigkeit hilft, setze sie jetzt ihre Idee um, Solarzellen nach Afrika zu exportieren. Jolong habe noch weitere Ideen und möchte ihr Know-how weitergeben um ihre Vision einer afrikanischen Energiewende wahr werden zu lassen.

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04. Dezember 2018

4. Dezember 2018 - 16:29

1. DR Kongo: Krieg und Ebola
In der Süddeutschen Zeitung behandeln Nathalie Bertrams und Ingrid Gercama die Lage in der Demokratischen Republik Kongo, das von bewaffneten Konflikten und einer Ebola-Epidemie betroffen ist. Mit 440 Infizierten und 225 Toten sei der derzeitige Ebola-Ausbruch der zweitschlimmste der Welt. Insbesondere die bewaffneten Konflikte um Rohstoffe im Osten des Landes stellen das Gesundheitsministerium sowie internationale Organisationen vor große Herausforderungen. Über eine Million Menschen seien auf der Flucht vor der Gewalt. Trotz der UN-Mission Monusco, die seit 1999 mit rund 16.000 Soldat*innen vor Ort stationiert sei, sei „kein Ende des Krieges in Sicht“. Das Risiko für eine Ausbreitung der Infektionskrankheit in Nachbarländer werde als „sehr hoch“ eingeschätzt. Hoffnung bereite eine neue experimentelle Ebola-Impfung, die dafür verantwortlich sei, dass es nicht bereits „Tausende Fälle“ gebe, so Peter Salama, Direktor des Notfall-Programms der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das Serum werde vom US-amerikanischen Pharmaunternehmen Merck produziert und von der Impfallianz Gavi finanziert. Mit Mittelzusagen in Höhe von 600 Millionen Euro bis 2020 sei Deutschland der viertgrößte Geber der Impfallianz. Gavi setzte sich für einen besseren Zugang zu Impfmitteln in Entwicklungsländern ein und habe zusammen mit Merck 300.000 Dosen der Vakzine für den Ostkongo zugesagt.

2. Mehr Einsatz für das Klima
Wie unter anderem die Welt und der Tagesspiegel melden, spricht sich Entwicklungsminister Gerd Müller dafür aus, die Weltklimakonferenz nicht mehr jährlich, sondern alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Er wolle die globalen Klimaverhandlungen „schlanker und effizienter“ machen. Der zähe Fortschritt sei angesichts der Dringlichkeit ein „Unding“, so der Minister. Kürzlich habe die brasilianische Regierung die Ausrichtung der Klimakonferenz 2019 abgesagt. Um den Klimawandel zu bekämpfen, müsse die internationale Staatengemeinschaft Regionen wie Afrika, Brasilien, Indien oder China stärker unterstützen, sagte Müller bereits vorgestern in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

3. Superstars gegen Armut
Unter anderem Spiegel Online, stern.de, die Stuttgarter Nachrichten sowie die Neue Züricher Zeitung berichten von dem „Global Citizen“-Konzert im südafrikanischen Johannesburg. Anlässlich des 100. Geburtstag des verstorbenen Anti-Apartheidkämpfers und ehemaligen Präsidenten Südafrikas, Nelson Mandela, seien dort internationale Größen wie Beyoncé, Jay-Z, Ed Sheeran, Coldplay, Pharell Williams und auch der südafrikanische Komiker Trevor Noah aufgetreten. Die US-amerikanische Talkmasterin Oprah Winfrey habe die Veranstaltung moderiert. Der Eintritt sei frei für alle gewesen, die sich politisch oder sozial engagieren. Die Organisation Global Citizen setze sich für den Kampf gegen Armut ein.

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03. Dezember 2018

3. Dezember 2018 - 16:08

1. Entwicklungshilfe für Klimaschutz
Viele Medien, darunter tagesschau.de, zdf.de, Spiegel Online, stern.de, FAZ.net und der Deutschlandfunk, melden, dass die Weltbank ihre Finanzhilfen für den Klimaschutz verdoppeln will. Auf der derzeit stattfindenden UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz habe sie mitgeteilt, bis 2025 rund 200 Milliarden US-Dollar in den Klimaschutz in Entwicklungsländern zu investieren. Ohne eine Reduzierung der Emissionen und Anpassungen an die Klimaveränderung seien bis 2030 zusätzlich hunderte Millionen Menschen von Armut bedroht. Die Industriestaaten seien noch deutlich entfernt von ihrer Zusage, den Entwicklungsländern bis 2020 100 Milliarden US-Dollar für die Bewältigung von Klimafolgen bereitzustellen. Im vergangenen Jahr habe der Beitrag bei 57 Milliarden US-Dollar gelegen. Die Bundesregierung habe zudem angekündigt, ihre Zusagen für den UN-Klimafonds auf 1,5 Milliarden Euro zu verdoppeln.

2. Investitionen in Afrika: Deutsche Wirtschaft zögert noch immer
In der Welt thematisiert Ansgar Graw die Entwicklungspolitik der Bundesregierung.  Die vielen afrikapolitischen Initiativen – darunter der Marshallplan mit Afrika (BMZ), Initiative Pro!Afrika (BMWi), Compacts with Africa (BMF) – verfolgen zwar alle das Ziel, Privatinvestitionen in Afrika zu fördern, allerdings verlaufe die Umsetzung stockend. FDP-Entwicklungspolitiker Olaf in der Beek kritisierte dies als „Ankündigungspolitik“. Bisher beteilige sich kein einziges Unternehmen an den Projekten der Bundesregierung. Bei den sogenannten Reformpartnerschaften mit der Elfenbeinküste, Tunesien und Ghana werden die Interessen deutscher Unternehmer*innen „nicht wirklich berücksichtigt“, so Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft. Dennoch habe die deutsche Wirtschaft durchaus Interesse an einem verstärkten Engagement in Afrika. Zudem zeigten sich sowohl in der Beek als auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier enttäuscht über die Rücknahme des Entwicklungsinvestitionsgesetzes, das Entwicklungsminister Gerd Müller im Sommer angekündigt habe. Damit hätte man die Entwicklungszusammenarbeit mit der Außenwirtschaftsförderung verknüpfen können, so Frohnmaier.

3. Fußball: Kein Afrika-Cup in Kamerun
Wie mehrere Medien, unter anderem Spiegel Online, tagesschau.de und der Deutschlandfunk bereits am Freitag und am Samstag meldeten, hat der afrikanische Fußballverband (Caf) Kamerun die Ausrichtung des Afrika-Cups 2019 entzogen. Zum einen sei das Land im Verzug bei dem Bau von Stadien. Zum anderen sei die Sicherheitslage im Land bedenklich. Es gebe vor Ort bewaffnete Unruhen zwischen der englischsprachigen Minderheit und der frankophonen Zentralregierung.

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30. November 2018

30. November 2018 - 11:55

1. Kampf gegen Aids braucht Investitionen

In der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung schreibt die Vorsitzende der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Renate Bähr, anlässlich des morgigen Welt-Aids-Tages über die Erfolge im Kampf gegen die Krankheit. Drei Viertel der 37 Millionen HIV-Positiven wissen inzwischen von ihrer Infektion, rund 22 Millionen Menschen seien in antiretroviraler Behandlung. Die Zahl der Todesfälle habe sich seit 2004 von knapp zwei Millionen auf 940.000 im Jahr 2017 halbiert. Allerdings vermitteln diese Erfolgsmeldungen das Trugbild einer Krankheit, die unter Kontrolle ist, so Bähr. Tatsächlich steige die Zahl der Aids-Todesfälle bei Jugendlichen. In Subsahara-Afrika seien Investitionen in Prävention und Behandlung dringend notwendig.  Die Onlineausgabe der Tiroler Tageszeitung zitiert die Organisation Ärzte ohne Grenzen, die mehr Hilfe für HIV-positive Kinder fordern. 2017 erhielten nur die Hälfte aller Kinder mit HIV die nötige medizinische Behandlung. In vielen armen Ländern sei eine kindgerechte Version der lebensrettenden antiretroviralen Medikamente nicht verfügbar. Da der Markt für pädiatrische HIV-Medikamente klein sei, habe er für Pharmakonzerne schlicht keine Priorität.

2. Kongo: BMW testet fairen Kobaltabbau

Mehrere Medien, darunter Welt.de, Handesblatt.com und WiWo.de, berichten, dass die Unternehmen BMW, BASF und Samsung den fairen Kobalt-Abbau in der Demokratischen Republik Kongo testen wollen. Die Konzerne haben die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) beauftragt, in einer Pilotmine zu erproben, wie Arbeits- und Lebensbedingungen im Kleinstbergbau verbessert werden können. BMW wolle langfristig Kobalt aus dem Kongo für den Bau von Elektroauto-Batterien erschließen. Bisher komme das Land aufgrund von Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit jedoch nicht infrage. Familien oder kleinere Kooperationen fördern das Metall oft unter Lebensgefahr rund um industrielle Förderungsstätten ausländischer Konzerne. Die Herausforderung bestehe darin, Menschenrechts-, Umwelt- und Sicherheitsstandards auch beim nicht-industriellen Kobaltabbau sicherzustellen, so BMW.

3. Proteste in Simbabwe

Unter anderem die Schwäbische Post, und der schweizerische Blick sowie die Aargauer Zeitung melden, dass Tausende Menschen in Simbabwes Hauptstadt Harare gegen die gescheiterte Wirtschaftspolitik der Regierung protestiert haben. Der Oppositionsführer Nelson Chamisa habe ein entschlossenes Durchgreifen gegen Korruption gefordert. Präsident Emmerson Mnangagwa stehe wegen anhaltend hoher Arbeitslosigkeit und Lebensmittel-, Benzin- und Bargeldknappheit in der Kritik. Seit seinem knappen Wahlsieg im Juli habe sich die Lage nicht gebessert.

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14 Fakten, die du über die Aids-Epidemie wissen musst

30. November 2018 - 11:22

14 Fakten, die du über die Aids Epidemie wissen musst

Vor dreißig Jahren fegte HIV/Aids weitgehend ungehindert über den Globus und eine Diagnose war praktisch ein Todesurteil. Doch drei Jahrzehnte später haben wir erstaunliche Fortschritte gemacht: die Zahl Menschen, die an Aids gestorben sind, ist um die Hälfte gesunken.  

Jedoch können diese guten Nachrichten ein Trugbild vermitteln. Die unglaublichen Fortschritte, die weltweit gegen Aids erreicht wurden, haben ein Gefühl der Selbstzufriedenheit geschaffen. Und genau dieses Gefühl bedroht jetzt unsere Fähigkeit, Aids wirklich zu beenden.

Wir hören es nicht mehr akut in den Nachrichten oder in der Politik, aber Aids ist immer noch eine Krise. Fast 37 Millionen Menschen leben heute mit HIV und mehr als 15 Millionen von ihnen können immer noch keine lebensrettende Behandlung erhalten. Das ist etwas, das wir ändern können. Aber dafür  müssen wir die Führungsrolle im Kampf gegen Aids übernehmen.

Die folgenden Statistiken zeigen euch das wahre Ausmaß der Aids-Epidemie. Sie zeigt auch, warum führende Politiker*innen der Welt jetzt handeln müssen, damit Aids bald der Vergangenheit angehört.

Weltweit
  • Rund 37 Millionen Menschen leben mit HIV/Aids. Das entspricht fast der ganzen Bevölkerung von Kanada.
  • Rund 35 Millionen Menschen sind seit Beginn der Epidemie an HIV/Aids gestorben, also genau so viele Menschen wie die Bevölkerung Marokkos.
  • Im Jahr 2017 sind fast 1 Million Menschen an Krankheiten gestorben, die mit Aids zusammenhängen. Das sind mehr als 2.500 Menschen, die täglich an Aids sterben.
  • Aids ist weltweit die häufigste Todesursache von jungen Frauen.
  • Täglich infizieren sich fast 1.000 junge Frauen mit HIV. Das sind 40 Frauen jede Stunde.
  • Nur in etwa die Hälfte der mit HIV/Aids lebenden Kinder werden behandelt. Im vergangenen Jahr wurden 180.000 Kinder mit HIV infiziert. Das war das erste Mal, dass neue Kindsinfektionen seit ihrem Höhepunkt im Jahr 2002 nicht mehr zurückgehen.
Subsahara-Afrika:
  • 65% der Neuinfektionen betreffen Subsahara-Afrika. Im Jahr 2017 waren in der Region 1,2 Millionen Menschen mit HIV infiziert.
  • Fast 70% der Todesfällen geschehen in Subsahara-Afrika. Im Jahr 2017 starben in der Region über 650.000 Menschen.
  • Im Jahr 2017 wurden in Subsahara-Afrika 282.000 junge Frauen (15-24-jährige) mit HIV infiziert – das sind über 750 Frauen pro Tag.  
  • In Subsahara-Afrika werden junge Frauen doppelt so häufig mit HIV infiziert wie Männer im selben Alter.
Die guten Nachrichten:
  • Weltweit erhielten im Jahr 2017 mehr als 21 Millionen Menschen eine lebensrettende Behandlung (2012 waren es nur 11 Millionen). Das ist eine Steigerung von 91%.
  • 2017 erhielten 14,6 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika eine lebensrettende Behandlung (2012 waren es nur 7,7 Millionen). Das ist eine Steigerung von 90%.
  • Weltweit wurden im Jahr 2017 1,8 Millionen Menschen mit HIV infiziert – im Vergleich zu 2 Millionen Neuinfektionen im Jahr 2013. Das entspricht einer Senkung von 10%.
  • In den letzten 15 Jahren sind die Kosten für eine antiretrovirale Behandlung für eine Person von 10.000 US-Dollar pro Jahr auf 75 US-Dollar pro Jahr gesunken – noch nie war die Behandlung günstiger.

Frankreich wird im Oktober 2019 eine Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds veranstalten. Das Treffen zielt darauf ab, neue Mittel aufzubringen und neue Partner zu mobilisieren. Diese Konferenz bietet Regierungen, Unternehmen und Gesundheitsorganisationen eine großartige Gelegenheit, sich erneut für den Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria zu engagieren. Dieses Ereignis muss zum Wendepunkt im Kampf gegen Aids werden. Alles andere würde unsere globale Führungsrolle in Gefahr bringen.

Wir wissen was zu tun ist. Wenn wir den Kampf gegen das Virus gewinnen wollen, müssen wir schneller handeln, entschlossen und geeint. Denn solange es Aids gibt, werden wir kämpfen. Wir lassen nicht locker, bis wir die Epidemie ein für alle Mal beenden.

Um den Kampf gegen Aids zu gewinnen, brauchen wir eure Unterstützung! Am heutigen Welt-Aids-Tag setzen wir unsere Wut in Taten um und lassen die Mächtigen der Politik laut und deutlich von uns hören. Sei laut und unterzeichne unseren Aufruf!
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29. November 2018

29. November 2018 - 12:52

1. Deutsche sind für Entwicklungshilfe

Im Tagesspiegel stellt die Organisation SOS-Kinderdörfer die Ergebnisse einer Online-Umfrage zum Thema Entwickungshilfe und Spendenverhalten vor. Laut der repräsentativen YouGov-Umfrage sind zwei Drittel der Deutschen der Meinung, dass Entwicklungszusammenarbeit wirksam sei und die Verhältnisse in armen Ländern verbessere. 68 Prozent der Befragten gaben an, dass Entwicklungshilfe eine Pflicht eines wohlhabenden Staates sei. Gleichzeitig spenden immer weniger für Hilfe im Ausland. Nur acht Prozent der Befragten spenden für internationale Entwicklungshilfe. 37 Prozent spenden grundsätzlich nicht, Tendenz steigend. Als Gründe für die kategorische Ablehnung des Spendens geben Befragte einerseits an, dass Deutschland selbst genug Probleme habe. Andererseits stellen viele die Wirksamkeit von Entwicklungshilfe in Frage. Unter anderem tagesschau.de, das Handelsblatt und die Kölnische Rundschau berichten zudem über eine Studie im Auftrag des Deutschen Spendenrats. Die Studie zeige, dass weniger Menschen spenden, diese dafür in einem größeren Umfang. Die Zahl der Spender*innen gehe seit Jahren zurück. m Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei die Spendensumme sei in diesem Jahr dennoch um sechs Prozent auf 3,3 Milliarden Euro gestiegen. Besonders großzügig sei die Generation der über 70-Jährigen.

 2. Sambia: Skepsis gegenüber China steigt

Für die Süddeutsche Zeitung schreibt Bernd Dörries über das wachsende Misstrauen der sambischen Bevölkerung gegenüber chinesischen Großinvestitionen. Nur 20 Prozent der auf den Baustellen eingesetzten Arbeiter*innen seien Einheimische. Zudem seien die Projekte meist überteuert, so der sambische Bürgerrechtler Jimmy Maliseni von der Organisation Alliance for Community Action. Die Gesamtverschuldung Sambias bleibe unklar. Das Land habe seine Abhängigkeit von der Entwicklungshilfe drastisch reduzieren können, bis 2010 der Kupferpreis dramatisch fiel. Seitdem steige die Verschuldung und die Korruption. Finnland, Schweden und Großbritannien haben Teile ihrer Entwicklungsmittel für das Land eingefroren, weil Gelder verschwunden seien.

3. Ghanaische Ministerin in Island

Die Deutsche Welle berichtet vom Women Leaders Global Forum in Islands Hauptstadt Reykjavik. Eine der Teilnehmerinnen war Sarah Adwoa Safo, Ghanas Ministerin für öffentliche Beschaffung. Ghana investiere 60 Prozent seines verabschiedeten Haushaltes in die Bildung, so Safo. Es gebe immense Probleme. So seien die Klassen seien überfüllt und die Ausbildung der Lehrer*innen oft unzulänglich. Allerdings sei Ghana in der Region Vorreiter, wenn es darum gehe, Bildung für alle zu ermöglichen. Beim Women Leaders Global Forum sei außerdem eine Studie vorgestellt worden, in der die Wahrnehmung von Frauen in Führungspositionen untersucht wurde. Überrascht habe die Expert*innen das Ergebnis für Deutschland: Hierzulande seien nach wie vor viele Männer der Meinung, dass Männer Führungspositionen bekleiden sollten. In Frankreich und Großbritannien sei die Wahrnehmung von Frauen in Führungspositionen deutlich positiver. In Afrika sei die Studie bislang noch nicht durchgeführt worden. Eine Ausweitung auf alle Kontinente sei jedoch geplant.

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28. November 2018

28. November 2018 - 12:11

1. Verschleiert UN Todesumstände zweier Ermittler im Kongo?

Für die Süddeutsche Zeitung (SZ) schreiben Hannes Munziger, Tobias Zick und Frederik Obermaier über den Tod zweier Ermittler*innen der Vereinten Nationen (UN). Offiziell heiße es, die Schwedin Zaida Catalán und der US-Amerikaner Michael Sharp seien von Rebell*innen getötet worden. Ein internationales Rechercheteam habe Hunderte interner UN-Dokumente ausgewertet. Die Dokumente legen den Verdacht nahe, dass der kongolesische Geheimdienst und die Armee an den Morden beteiligt waren und die Vereinten Nationen davon wissen. Laut den SZ-Autor*innen verschleiere die UN die Beteiligung staatlicher Kräfte, um zu verhindern, dass die kongolesische Regierung die Zusammenarbeit einstellt.

2. Deutscher Afrika-Preis für Umweltschützer

Mehrere Medien, darunter die Deutsche Welle, taz.de und Focus Online, berichten von der Verleihung des Deutschen Afrika-Preises der Deutschen Afrika-Stiftung. Der Preis gehe 2018 an die beiden Umweltschützer Gerald Bigurube und Clovis Razafimalala. Bigurube setze sich seit über 40 Jahren für den Schutz der Nationalparks und der Tierwelt Tansanias ein. Razafimalala kämpfe in Madagaskar gegen den illegalen Handel mit Rosenholz. Für sein Engagement habe er in Madagaskar bereits im Gefängnis gesessen.

3. Müller fordert Regeln gegen Kinderarbeit

Laut Hannoverscher Allgemeiner Zeitung, Bremer Nachrichten und Ärzteblatt.de hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller anlässlich des 60-jährigen Jubiläums von Brot für die Welt gesetzliche Regelungen gegen Kinderarbeit gefordert. In Freihandelsabkommen der Europäischen Union müsse sich dieser Grundsatz wiederfinden. In europäischer Importware dürfe keine Kidnerarbeit stecken, so Müller

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Wie Fahrräder die Welt bewegen

28. November 2018 - 10:42
Autorin: Leah Missbach Day ist Fotografin und Mitgründerin der internationalen Hilfsorganisation World Bicycle Relief.  Übersetzung aus dem Englischen von Lena Kleine-Kalmer, World Bicycle Relief.

 

Es ist 5.30 Uhr und Ayans Wecker klingelt. Früher war die Schülerin aus Kenia um diese Zeit bereits seit eineinhalb Stunden auf den Beinen, um ihren Schulweg anzutreten. „Jetzt kann ich viel länger schlafen. Ich fahre mittlerweile mit dem Fahrrad und brauche nur noch ein Viertel der bisherigen Zeit”, erzählt die 16-Jährige zufrieden.

Ayan gehört zu den Jugendlichen und Kindern, die 2016 am BEEP Programm der internationalen Hilfsorganisation World Bicycle Relief (WBR) teilgenommen haben. BEEP steht für „Bicycles for Educational Empowerment Program“: Im Rahmen des Programms bekommen Schüler*innen ein von WBR speziell für den Einsatz in unwegsamen Gelände entwickeltes, robustes Buffalo-Fahrrad. Im Gegenzug verpflichten sie sich, ihre Schullaufbahn vollständig abzuschließen. Weil Mädchen auch im Bildungsbereich besonders stark benachteiligt sind, gehen 70 Prozent der Räder immer an Mädchen.

Seit sie ihre Buffalo-Räder haben, kommen die Schüler*innen der Umoja Schule in Eldoret, einer Stadt im Westen Kenias, deutlich schneller zur Schule. Ein wichtiger Effekt: „Meine Noten sind nun richtig gut”, erzählt Ayan stolz. Die Fahrräder eröffnen auf diese Weise neue Zukunftsperspektiven.

©World Bicycle Relief

Der Schulweg ist weit

Da es in den ländlichen Regionen Kenias – wie in vielen anderen afrikanischen Ländern – keine sicheren und verlässlichen Verkehrsmittel gibt, haben viele Schüler*innen wie Ayan keine andere Wahl, als zu Fuß zur Schule zu laufen. Aber die Entfernungen sind groß, so dass die Kinder und Jugendlichen häufig zu spät kommen, schon bei Unterrichtsbeginn erschöpft sind oder ganz fehlen. Klar, dass sich das negativ auf ihre schulischen Leistungen auswirkt. Fahrräder stellen für die Schüler*innen ein sicheres und schnelles Transportmittel dar. Und wer zur Schule radeln kann, spart noch dazu Energie, die man zum Lernen braucht.

Für ihre Zukunft hat Ayan große Pläne: „Nach der Schule möchte ich die Welt zu einem besseren Ort machen. Damit auch diejenigen, die das Leben leid sind, es wieder positiv sehen.“

An der Umoja Schule werden rund 800 Schüler*innen unterrichtet – viele von ihnen leben in den armen Bezirken im weiten Umkreis der Schule. Umoja wurde zwar von Christ*innen gegründet, legt jedoch viel Wert auf eine vielfältige Gesellschaft. Die Schule nimmt Kinder und Jugendliche verschiedenster Herkunft auf, egal ob mit muslimischen oder christlichen Glauben.

„Wenn ich als muslimisches Mädchen Rad fahre, fragen mich viele, wie das geht”

In ihrem Dorf war Ayan das erste Mädchen, das Fahrrad fuhr. Ihre Familie hatte keine Bedenken deswegen. Die kulturellen Erwartungen innerhalb ihrer Gemeinschaft waren aber dennoch ein Thema. „Wenn ich als muslimisches Mädchen Rad fahre, fragen mich viele Leute, wie das geht. Das überrascht mich.“ Trotzdem lässt sich Ayan nicht von ihrer Überzeugung abbringen. „Die Tatsache, dass ich Rad fahre, hat viele andere muslimische Mädchen dazu ermutigt, es mir gleichzutun.“

© World Bicycle Relief

Durch die Fahrräder bekommen die Mädchen ein ganz neues Selbstvertrauen. „Es fühlt sich gut an, dass ich Teil der Bewegung bin, die unsere Kultur ändert, und die den Mädchen zeigt, dass jeder Radfahren kann. Es ist mir egal, was die Leute sagen. Ich bin diejenige, die von diesem Fahrrad profitiert. Das Wichtigste, was jeder tun kann, ist für seine Rechte aufzustehen.“ Denn letztlich, findet Ayan, sei es doch so: „Ohne Bildung ist kein Leben möglich. Ohne Bildung ist nichts. Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Das Fahrrad hilft dabei, dass sie diesen Weg gehen – oder besser gesagt: radeln kann.

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27. November 2018

27. November 2018 - 11:54

1. EU-Budget kann Armut verringern

In der Frankfurter Rundschau schreibt Winnie Byanyima, Geschäftsführerin von Oxfam International, über die Verantwortung der Europäischen Union in der Armutsbekämpfung. Gestern haben sich die Außen- und Entwicklungsminister*innen der EU in Brüssel getroffen, um über das EU-Siebenjahresbudget für die Jahre 2021 bis 2027 zu beraten. Mit der richtigen Ausrichtung könne dieser Haushalt helfen, Armut in der Welt zu beseitigen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, so Byanyima. Dafür brauche es jedoch eine neue Vision von Europa. Statt an kurzsichtigen Eigeninteressen müssen die EU-Staaten sich am Allgemeinwohl orientieren. Die EU müsse ihre Führungsrolle bei der Förderung von globaler Armutsbekämpfung und Klimaschutz beibehalten.

2. Angola: Streit um Staatskasse

Die Deutsche Welle berichtet über den Streit des angolischen Präsidenten João Lourenço mit seinem Vorgänger José Eduardo dos Santos. Präsident Lourenço habe dos Santos, der fast 40 Jahre lang die angolische Regierungsgeschäfte geführt habe, vorgeworfen, das Land heruntergewirtschaftet zu haben. Nun habe sich dos Santos gewehrt. Finanzen und Wirtschaft seien bei der Machtübergabe stabil gewesen, so der Ex-Präsident. Dem angolischen Journalisten und politischen Analysten Alexandre Solombe zufolge gehe es in dem öffentlichen Konflikt um die Deutungshoheit über die jüngste angolanische Geschichte. Der mächtige dos-Santos-Clan, darunter Isabel dos Santos, Tochter des Ex-Präsidenten und reichste Frau Afrikas, versuche, das Erbe José Eduardos ins rechte Licht zu rücken. Dessen Sohn José Filomeno dos Santos sei wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, illegaler Bereicherung, Geldwäsche und Korruption angeklagt. Die neue Regierung unter Lourenço habe Unternehmen und Privatpersonen eine Frist von sechs Monaten eingeräumt, um illegal außer Landes geschafftes Geld wieder nach Angola zu transferieren. Ab dem 22. Dezember könne auch Isabel dos Santos wegen Korruption angeklagt werden.

3. Frankreich gibt Kunstwerke an Benin zurück

Verschiedene Medien, darunter Süddeutsche Zeitung, Tagesspiegel, Zeit Online und Deutschlandfunk.de, thematisieren Frankreichs Umgang mit Kunstobjekten aus ehemaligen Kolonien. Der französische Präsident Emmanuel Macron habe beschlossen, 26 Kunstwerke an den westafrikanischen Staat Benin zurückzugeben. Damit reagiere er auf den Kolonialismus-Bericht der Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und des senegalesischen Ökonomen Felwine Sarr. Benin habe die Rückgabe seit langem gefordert. Macron habe außerdem angekündigt, 2019 alle afrikanischen und europäischen Partner*innen in Paris zusammenzubringen, um über den Austausch von Kunstwerken zu diskutieren. Laut Savoy und Sarr könne ein Rücktausch nur ein Gewinn sein. Insbesondere Afrikas Jugend habe ein Recht auf ihr kulturelles Erbe.

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Das Ende extremer Armut bis 2030 – geht das überhaupt?

26. November 2018 - 14:54

Die deutsche Entwicklungsfinanzierung 2019 wird um rund 1 Milliarde Euro gegenüber 2018 erhöht. Dafür haben wir lange gekämpft und es ist durchaus ein Grund zum Feiern! Aber jetzt müssen wir uns natürlich auch dafür einsetzen, dass diese Mittel gut verwendet werden und extreme Armut wirksam bekämpft wird.

Die Vereinten Nationen haben sich das ‘Ende extremer Armut bis 2030’ als erstes ihrer 17 nachhaltigen Entwicklungszielen in der Agenda 2030 gesetzt. Dieses Ziel ist auch unser Leitbild bei ONE. Schön und gut, denkt ihr euch: aber kann dieses Ziel überhaupt erreicht werden? Und wenn ja, wie? Diese Fragen beantworte ich euch im Folgenden.

Was ist extreme Armut überhaupt?

Ein Mensch lebt in extremer Armut, wenn er weniger als 1,70 Euro pro Tag (in seiner lokalen Währung) zur Verfügung hat. In extremer Armut zu leben bedeutet häufig auch keinen Zugang zu Bildung oder Gesundheitsversorgung, keinerlei soziale Absicherung und häufig auch gesellschaftliche Diskriminierung.

Wo stehen wir im Kampf gegen extreme Armut?

Seit den 90er Jahren hat die Weltgemeinschaft unglaubliche Fortschritte erreicht: die Anzahl der Menschen die in extremer Armut leben hat sich mehr als halbiert. Nur noch ca. 8 Prozent der Menschheit lebt in extremer Armut. Klingt erstmal wenig, aber in absoluten Zahlen leider nicht mehr: 800 Millionen Menschen leben weltweit noch in extremer Armut. Leider machen wir auch nicht mehr so große Fortschritte wie zuvor und extreme Armut ballt sich zunehmend in Subsahara Afrika, vor allem in den am wenigsten entwickelten und fragilen Ländern. 

Quelle: Weltbank (2018); Die Welt nach Einkommen: Hohes Einkommen (rot), oberes mittleres Einkommen (rosa), niedriges mittleres Einkommen (hellblau), niedriges Einkommen (blau)

Die Weltbank stellte vor Kurzem die düstere Prognose, dass das Ende extremer Armut bis 2030 nicht erreicht werden kann. Sie schätzt, dass bis 2030 voraussichtlich 400 Millionen Menschen durch Wirtschaftswachstum aus der Armut gehoben werden können – also gerade einmal die Hälfte der Menschen die derzeit in extremer Armut leben.

Ist das Ende extremer Armut also illusorisch?

Mit nichten. Wir wissen jetzt lediglich offiziell, dass Wirtschaftswachstum alleine nicht zum Ende extremer Armut in Subsahara Afrika führen wird (aber das war uns auch schon vorher klar…). Um extreme Armut wirksam zu bekämpfen, müssen vor allem die sozialen Sektoren wie Bildung, Gesundheit und soziale Absicherung ausgebaut werden. Eine Studie des ODIs hat dies kürzlich eindrucksvoll nachgewiesen.

Es ist ja auch relativ logisch: Menschen die in extremer Armut leben sind häufiger von vermeidbaren Krankheiten betroffen, weil sie z.T. in schwierigen hygienischen Bedingungen leben, und sich grundlegende medizinische Versorgung und Medikamente nicht leisten können. Ebenso bleibt diesen Menschen häufiger der Zugang zu einer guten Bildung verwehrt. Beides, eine solide Bildung und ein guter Gesundheitszustand, sind Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und eine aktive Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen. Und natürlich haben sie auch massiven Einfluss darauf, wie produktiv ein Mensch zur Wirtschaftskraft eines Staates beitragen kann.

Leider sind genau diese sozialen Sektoren in den 48 Ländern, in dem der größte Anteil der Menschen in extremer Armut lebt, chronisch unterfinanziert. Die Studie zeigt weiter, dass extreme Armut nur beendet werden kann, wenn diese sozialen Sektoren finanziert werden. Letztendlich kommt sie zu dem Schluss, dass diese Finanzierung gesichert werden könnte, wenn alle OECD Länder sich an ihre Vereinbarung halten würden 0,7 Prozent ihres BNE in Entwicklungsfinanzierung und davon die Hälfte in Bildung, Gesundheit und soziale Absicherung zu investieren. Genau das fordern wir schon lange, zuletzt in unserer Haushalts- sowie MFF-Kampagne. Wenn ihr euch jetzt fragt: ja aber hilft mehr Geld denn wirklich mehr? Beantworten wir euch diese Frage gerne hier.

Dann sind wir ja auf dem richtigen Weg, oder?

Leider nein. Alle Länder einschließlich Deutschland müssen mehr und vor allem besser investieren. Wenn alle OECD DAC Länder 0,7 Prozent ihres BNE für Entwicklungsfinanzierung ausgeben würden, würde dies weitere 184 Milliarden Dollar pro Jahr für ODA zur Verfügung stellen. Wenn unsere Forderung erfüllt wird, dass die Hälfte davon für soziale Sektoren in diesen 48 Ländern ausgegeben wird, könnten damit 94 Prozent der Kosten um extreme Armut zu beenden gedeckt werden. Wir finden, dass Deutschland und die EU hier Vorbilder sein und ihre Vereinbarungen einhalten sollten, damit andere Staaten nachziehen. Leider hat Deutschland die Chance für 2019 verpasst das 0,7 Ziel zu erreichen, aber es ist noch nicht zu spät das vorhandene Geld jetzt besser zu investieren.

Kurz gesagt: ist es möglich, dass das Ende extremer Armut bis 2030 erreicht werden kann? Ja – vorausgesetzt wir lösen unsere Versprechen ein und investieren Entwicklungsgelder auch wirklich gezielt dort, wo sie am meisten benötigt werden.

 

von Deborah Hosemann, Policy & Advocacy Intern

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