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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 22 Stunden 32 Minuten

15. Januar 2021

15. Januar 2021 - 12:30
1. Tigray: Humanitäre Lage im Norden Äthiopiens spitzt sich zu 


Wie mehrere Medien, darunter die Deutsche Welleder Standard und die Tageszeitung (TAZ), berichten, verschlechtert sich die humanitäre Lage der Schutzsuchenden in der äthiopischen Region Tigray immer weiter. Krankenhäuser seien in den vergangenen zwei Monaten bei Kämpfen zwischen der Regierungsarmee und der Tigray-Volksbefreiungsfront (TPLF) geplündert oder zerstört worden. Das Gesundheitswesen sei zusammengebrochen, Medikamente seien knapp. Die Vereinten Nationen (UN) befürchten einen massiven Anstieg der Übertragungen des Coronavirus. Dies könne die Situation weiter verschärfen. Auch nach dem offiziellen Ende des Militäreinsatzes der Regierung in der Region Tigray sei die Gefahr eines Übergreifens des Konflikts auf andere Landesteile hoch. Die Angst der Regierung, dass Rebellen fliehen oder sich unter Vertriebene mischen könnten, sei der Grund für die strikten Kontrollen der Grenzen Tigrays durch das äthiopische Militär, laut Politikwissenschafter Belachew Gebrewold. Dadurch werde auch der Zugang für humanitäre Hilfe eingeschränkt. Die UN fordern von der äthiopischen Regierung ungehinderten Zugang zu der gesamten Region. Nach UN-Angaben brauchen 2,3 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe. In einem Interview mit der TAZ berichtet Chris Melzer vom UN-Geflüchtetenhilfswerk (UNHCR), dass „die Menschen wochenlang von jeder Versorgung abgeschnitten waren. Sie hatten weder Lebensmittel noch sauberes Wasser oder Medikamente.“ Über die Lage der Menschen nördlich des Flusses könne er keine Angaben machen. Das UNHCR könne die Gegend seit zwei Monaten nicht betreten.   

 

2. Digitale Innovationen made in Africa während der Corona-Pandemie 


Der Spiegel berichtet in einem Interview mit Moredreck Chibi, Experte für Innovationen im Gesundheitswesen des WHO-Regionalbüros im Kongo, über technische Innovationen auf dem afrikanischen Kontinent während der Pandemie. In vielen afrikanischen Ländern habe die Pandemie technische Innovationen beschleunigt. So gebe es dort Apps zur Kontaktverfolgung, Selbstdiagnose-Tools oder smarte Nachweise von Covid-Tests. Chibi betont im Interview: „Wir konnten schnell den Erfindergeist unserer jungen Leute nutzen, da kam uns das junge Durchschnittsalter der Bevölkerung zugute.“ Außerdem seien viele Länder wie Ruanda, Südafrika, Kenia und Nigeria schon lange sehr aktiv in der Techbranche, haben eine gute Internetinfrastruktur sowie gut ausgebildete und experimentierfreudige junge Programmierer*innen. Als Beispiel nennt der Experte ein Programm eines jungen Mannes aus Kenia zur Kontaktnachverfolgung in öffentlichen Kleinbussen. Das Programm basiere auf Handy-Überweisungen, mit denen die Fahrten bezahlt wurden. Das sei eine speziell auf den Kontinent zugeschnittene Erfindung. Es fehle noch am nötigen Geld, aber viele Innovationen aus Afrika hätten globale Relevanz bekommen. Es gebe ein Riesenpotenzial für Techfirmen, in Afrika zu investieren. 

 

3. WHO Kritik: 95 Prozent der Impfungen in zehn Ländern 


Zahlreiche Medien, darunter die Rheinische Postdas Nachrichtenportal Nau und das Migazin melden, dass zehn Länder 95 Prozent aller Corona-Impfungen für sich beanspruchen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisiere diese ungleiche Verteilung von Corona-Impfdosen und fordere mehr Solidarität von Europa. Einer Analyse der Website “Our World in Data” zufolge handele es sich bei den zehn Ländern unter anderem um Deutschland, Israel, Italien, Spanien, Großbritannien, die USA, China und Russland. Menschen in afrikanischen Ländern müssten noch lange auf eine Impfung warten. Die ersten Lieferungen von Impfdosen für den afrikanischen Kontinent aus einem WHO-Programm würden erst im März eintreffen. Die WHO vereinbarte über ihr Covax-Programm mit verschiedenen Pharmafirmen den Erwerb von zwei Milliarden Impfdosen für dieses Jahr. Die sollen praktisch für alle Länder verfügbar sein. Schwerpunkt seien jedoch die 92 am stärksten von Armut betroffenen Länder. Covax werde im Laufe des Jahres insgesamt 600 Millionen Impfdosen für Afrika bereitstellen. Zudem habe die Afrikanische Union 270 Millionen Vakzin-Einheiten bestellt. Die WHO betone, jeder Mensch in jedem Land müsse Zugang zu Vakzinen haben. 

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14. Januar 2021

14. Januar 2021 - 12:39
1. Biden nominiert ehemalige UN-Botschafterin als Chefin des US-Entwicklungsministeriums

Der designierte US-Präsident Joe Biden hat Samantha Power als künftige Chefin der Entwicklungsbehörde USAID nominiert, wie der Spiegel heute berichtet. Unter Barack Obama sei Power von 2013 bis 2017 Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen in New York gewesen. Biden bezeichnete Power in einer Erklärung vom Mittwoch als “eine weltweit bekannte Stimme der moralischen Klarheit”. Sie werde eine “mächtige Stimme für die Verletzlichen” sein und zu einer neuen Epoche des “menschlichen Fortschritts und der Entwicklung” beitragen. Der US-Senat müsse Power noch im Amt bestätigen. Sie solle in ihrer künftigen Funktion Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats der USA werden. Unter der Regierung des scheidenden Präsidenten Donald Trump hatte die Entwicklungspolitik an Bedeutung verloren. Der Demokrat Biden wolle den Bereich nach seiner Amtsübernahme wieder aufwerten.

2. Drei UN-Blauhelmsoldaten bei Anschlag in Mali getötet

Unter anderem der Spiegel und das Nürnberger Blatt melden, dass in Mali drei UN-Blauhelmsoldaten aus der Elfenbeinküste bei einem Anschlag auf ihren Konvoi getötet worden sind. Die Soldaten seien nach UN-Angaben im Zentrum des westafrikanischen Landes über einen Sprengsatz gefahren, bevor sie von bewaffneten Männern beschossen wurden. Sechs weitere Soldaten seien verletzt worden. Die UN-Friedensmission in Mali habe seit ihrem Start im Jahr 2013 mehr als 230 Mitglieder verloren. Es handele sich um die tödlichste Blauhelm-Mission der Welt. Auch andere Länder des afrikanischen Kontinents starteten mit grausamen Ereignissen ins neue Jahr, wie die Rhein-Neckar-Zeitung und die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichten. Mindestens 102 Tote und drei Dutzend Verletzte im Niger, fünf Todesopfer in Somalia, mindestens 43 im Ost- Kongo und diverse Opfer durch Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik. Der oft religiös motivierte Terror werde in der Sahelzone immer blutiger.

3. Ringen um Lieferkettengesetz geht weiter

Wie zahlreiche Medien, darunter die Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung und Reuters, berichten, dauert die Entscheidung um das Lieferkettengesetzt weiter an. Auch ein Krisengespräch am Mittwoch, an dem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Vizekanzler Olaf Scholz sowie die Minister Gerd Müller (Entwicklung), Hubertus Heil (Arbeit) und Peter Altmaier (Wirtschaft) beteiligt waren, habe keine Lösung gebracht. Das Lieferkettengesetz solle deutsche Unternehmen für Verstöße gegen Menschenrechte und Umweltauflagen in ihren weltweiten Lieferketten verantwortlich machen. Streitpunkte seien dabei vor allem eine zusätzliche zivilrechtliche Haftung der Unternehmen, die Betriebsgröße und ob alle Stufen der Lieferketten einbezogen werden. Während sich Müller (CSU) und Heil (SPD) in den Grundzügen weitgehend einig seien, blockiere Altmaier (CDU) vor allem bei der Frage der Haftung und der Sanktionen. 70 Ökonom*innen forderten nun in einem Aufruf, ein Lieferkettengesetz mit ordnungs- und haftungsrechtlichen Konsequenzen noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden. Am Weltmarkt hätten sich Lieferketten mit erheblichen “Machtasymmetrien” durchgesetzt. Deshalb verbleibe ein viel zu geringer Anteil der Wertschöpfung in den produzierenden Ländern des globalen Südens, heißt es in dem Aufruf.

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13. Januar 2021

13. Januar 2021 - 13:16
1. Vergessene Krisen in der Corona-Pandemie


Mehrere Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Deutsche Welle und die Ärzte Zeitung, weisen auf den Bericht “Suffering in Silence” der Hilfsorganisation CARE hin. Der Bericht liste zehn humanitäre Krisen auf, über die 2020 wenig berichtet wurde. Den traurigen ersten Platz belege Burundi. Mit Hunger und Naturkatastrophen benötigen in dem Land 2,3 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Auch die Krisen in der Zentralafrikanischen Republik, Madagaskar und Malawi seien auf der Liste vertreten. Im fünften “Suffering in Silence”-Bericht von CARE werde zudem deutlich: Die Corona-Pandemie verschlimmere die Situationen. Die Hilfsorganisation warne vor coronabedingten Einschnitten bei der humanitären Hilfe. Sie appelliere an Politik und Medien, trotz Pandemie mehr über Krisen zu berichten. „Die COVID-19-Pandemie hat globale Ungleichheiten und menschliches Leid auf unerträgliche Weise verschärft“, mahnt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär der Hilfsorganisation CARE Deutschland. “Mediale Aufmerksamkeit ist eine starke Waffe im Kampf gegen das Vergessen, und daran möchte CARE mit dem Bericht ‘Suffering in Silence’ erinnern.”  

 

2. Wahl in Uganda: Polit-Popstar Bobi Wine als Hoffnungsträger 


Kurz vor der Wahl am Donnerstag in Uganda berichten unter anderem die Süddeutsche Zeitung (SZ) und die Tageszeitung (taz) über den gewaltsamen Wahlkampf. Nach 35 Jahren an der Macht wolle sich Präsident Yoweri Museveni wiederwählen lassen. Polit-Popstar Bobi Wine sei der aussichtsreichste Herausforderer des aktuellen Präsidenten. Musevini habe lange als Garant für Stabilität gegolten. Mittlerweile zeichne er sich durch brutale Unterdrückung der Opposition aus. So sei Bobi Wine seit Beginn seines Wahlkampfs immer wieder verhaftet und gefoltert worden. Seine Kinder habe er in die USA gebracht. Viele seiner Mitstreiter*innen seien ebenso verhaftet oder sogar erschossen worden. Bei vergangen Protesten seien mindestens 60 seiner Unterstützer*innen ums Leben gekommen. Während Museveni auf dem Land noch viel Unterstützung habe, stehe die ugandische Jugend hinter Bobi Wine. „Ich sehe mich als Vertreter der Mehrheit“, sagt Bobi Wine der taz. „85 Prozent der Ugander sind jünger als ich und kennen nichts außer Museveni. Wir haben eine erstklassige Bevölkerung, die in einem Dritte-Welt-Land festklebt. Museveni vertritt die Vergangenheit, ich vertrete die Zukunft“, so Wine. 

 

3. Vereinte Nationen richten Vorratslager für Ebola-Impfstoff ein 


Der Spiegel und die Deutsche Welle berichten, dass die Vereinten Nationen (UN) Vorratslager für den Ebola-Impfstoff anlegen. An dem Projekt seien neben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF auch die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) und Ärzte ohne Grenzen (MSF) beteiligt. Ebola gelte als eine der tödlichsten Viruskrankheiten. Vor allem in der Demokratischen Republik Kongo und in Westafrika starben in den vergangenen Jahren über zehntausend Menschen. Für einen möglichen neuen Ausbruch der gefährlichen Ebola-Seuche haben die Vereinten Nationen daher einen Impfstoff-Vorrat eingerichtet. Der Vorrat mit 500.000 Dosen solle in der Schweiz lagern. Bis diese Menge zusammengekommen ist, werde es jedoch einige Jahre dauern, sagte Seth Berkley, der Chef der internationalen Impfallianz GAVI. Mit dem gelagerten Ebola-Impfstoff sollen Regierungen im Falle eines Ausbruchs innerhalb von 48 Stunden Zugriff auf den Impfstoff haben. Mit dem Mittel seien in Guinea und in der Demokratischen Republik Kongo schon mehr als 350.000 Menschen geimpft worden. Zuletzt sei die Demokratische Republik Kongo in Zentralafrika mehrmals von Ebola betroffen gewesen. Der jüngste Ausbruch wurde erst im November 2020 für beendet erklärt. 

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12. Januar 2021

12. Januar 2021 - 12:02
1. Klimagipfel: “Große Grüne Mauer” in der Sahelzone

Mehrere Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die tageszeitung (taz), berichten über den gestrigen Klimagipfel One Planet Summit in Paris. Rund 30 Regierungschef*innen und Expert*innen, unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel, seien per Video zu der von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron initiierten Konferenz dazu geschaltet. Ein Hauptaugenmerk lege neben dem Artenschutz auf der Großen Grünen Mauer in der Sahelzone. Um das ins Stocken geratene Umweltprojekt zu retten, setze Macron verstärkt auf nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit. Dabei plane er rund zehn Milliarden Euro zu investieren. Bis zum Jahr 2030 sollen 100 Millionen Hektar Land in der Sahelzone fruchtbar gemacht werden. So werden die ausschreitende Wüstenbildung und damit einhergehende Dürre sowie Hungersnöte bekämpft. Die Sahelzone sei besonders vom Klimawandel betroffen, was zu zahlreichen Konflikten in der Region führe.

2. Textilsiegel “Grüner Knopf” büßt an Glaubwürdigkeit ein

Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, nimmt die Kritik an der Glaubwürdigkeit des staatlichen Siegels „Grünen Knopf“ zu. Dieser solle garantieren, dass Kleidung nach strengen ökologischen und sozialen Standards produziert werde. Organisationen wie Femnet beobachten jedoch, dass Firmen das Logo nutzten, ohne Schutz von Menschenrechten zu garantieren. So zeige eine Studie, dass Unternehmen zwar in allgemeiner Form über menschenrechtliche Risiken berichten. Allerdings bleibe die Antwort auf die Frage, wie es ganz konkret in der eigenen Lieferkette aussehe, aus. Zwei Drittel der Firmen nehmen beispielsweise geschlechterspezifische Gewalt in den Fabriken nicht als Menschenrechtsverletzung wahr. Das Entwicklungsministerium müsse dringend Indikatoren nachschärfen, um zu verhindern, „dass Greenwashing mit dem Grünen Punkt auch noch staatlich zertifiziert wird“, so Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von Femnet. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) weist die Kritik zurück. Die Studie beruhe nur auf öffentlicher Berichterstattung von Unternehmen, so ein Sprecher des BMZ. Außerdem werden die Unternehmen von unabhängigen Prüfstellen geprüft.

3. Widerstandskomitees im Sudan bringen Hoffnung

Ilona Eveleen berichtet in der tageszeitung (taz) ausführlich über die derzeitige Lage im Sudan, knapp zwei Jahre nach dem Sturz von Diktator Omar al-Bashir. Die derzeitige zivil-militärische Übergangsregierung werde von einer kollektiven Präsidentschaft unter General Abdelfattah al-Burhan und einer Regierung unter Premierminister Abdalla Hamdok geführt. Mit ihrer Regierung sei die sudanesische Bevölkerung jedoch zunehmend unzufrieden. Die zivilen Bewegungen wie Gewerkschaften, Studierendengruppen und Frauenorganisationen, die den Aufstand gegen al-Bashir organisiert hatten, seien hoffnungslos zerstritten. Währenddessen versuche das Militär, immer mehr Macht an sich zu reißen. Hoffnung machen der Zivilgesellschaft sogenannte Widerstandskomitees. Die Gruppen konzentrieren sich darauf, die lokale Bevölkerung über den Stand der Politik zu informieren und Nachbarschaftsprobleme anzugehen. Der 30-Jährige Abdelmonim Ali, der sich in einem dieser Widerstandskomitee engagiert, meint entschlossen: „Die Revolution ist noch nicht vorbei, bis eine vollständige Zivilregierung eingerichtet ist.“

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11. Januar 2021

11. Januar 2021 - 10:43

+++ Liebe Leser*innen von ONEs Top Themen des Tages,
wir wünschen Ihnen ein frohes neues Jahr und melden uns wieder zurück. Ab heute erhalten Sie wieder täglich unsere entwicklungspolitische Presseschau – kurz, knackig und kostenfrei. Falls Sie Kolleg*innen oder Bekannte kennen, die ebenfalls unsere Top-Themen erhalten wollen – eine formlose Mail mit dem Betreff „Aufnahme Top-Themen“ an presse@one.org reicht aus. +++

1. Impfungen in den ärmsten Ländern stocken

Claudia Bröll und Till Fähnders berichten in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die logistischen und finanziellen Herausforderungen bei den Impfungen in Ländern, die besonders von Armut betroffen sind. Die Kühlung der Impfstoffe stelle dabei ein grundsätzliches Problem beim Transport in den Ländern des globalen Südens dar. Unter anderem deshalb seien viele Entwicklungsländer auf die globale Impfstoffinitiative Covax angewiesen, so der Gesundheitsexperte des World Economic Forum, Arnaud Bernaert. Die Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Impfallianz Gavi soll 92 Entwicklungsländern den Zugang zu Impfstoffen ermöglichen. Dafür habe Covax bisher zwei Milliarden Impfstoffe angeschafft. Bernaert rechnet jedoch damit, dass in diesem Jahr nur 200 bis 500 Millionen Impfdosen verteilt werden können. Daher will die Afrikanische Union (AU) nun auch eigenständig Impfstoffe für rund 40 Prozent der Bevölkerung des Kontinents bereitstellen. Die AU verhandele derzeit mit mehr als zehn Herstellern. Bis April will die AU Impfstoffe zur Verfügung stellen. An der Finanzierung beteilige sich auch China. Bernaert warnt deshalb, China könne sich dadurch als Retter der Welt stilisieren. Die Covax-Initiative sei eine wichtige Alternative zur chinesischen Impfdiplomatie, so Bernaert weiter.

2. Äthiopien: Konflikte in der Tigray-Region dauern an

Wie unter anderem die Tageszeitung (taz) und der Deutschlandfunk berichten, halten die Kämpfe in der Region Tigray im Norden Äthiopiens an. Laut Angaben der Regierung seien wichtige Vertreter der Tigray-Volksbefreiungsfront (TLPF) entweder getötet oder verhaftet worden. Dennoch werden weiterhin Kämpfe in Teilen Tigrays sowohl von der Regierung als auch von den Vereinten Nationen (UN) gemeldet. Währenddessen habe ein Generalmajor der äthiopischen Streitkräfte zugegeben, dass die eritreische Armee in den Tigray-Konflikt involviert gewesen sei. Der Generalmajor habe dabei seine Missbilligung gegenüber dem Eingriff Eritreas geäußert. Die UN fordere zudem uneingeschränkten Zugang zu Tigray. Laut UN-Angaben benötigen dort 2,3 Millionen Menschen humanitäre Hilfe.

3. Deutscher Politikwissenschaftler wird UN-Missionschef im Sudan

Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Deutsche Welle und der Deutschlandfunk, melden, dass der ehemalige Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Volker Perthes, zum Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs für den Sudan ernannt wurde. UN-Generalsekretär António Guterres lobte seine umfassende Erfahrung in Wissenschaft, Forschung, internationalen Beziehungen und Diplomatie. Auch Deutschlands Außenminister Heiko Maas bezeichnete Perthes als den perfekten Kandidaten. Perthes werde zukünftig die UN-Mission UNITAMS im Sudan leiten. Diese wurde vor kurzem ins Leben gerufen und soll den Übergang zu einer Demokratie im Sudan unterstützen.

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18. Dezember 2020

18. Dezember 2020 - 12:34

Anmerkung: Vom 21. Dezember 2020 bis einschließlich den 8. Januar 2021 werden wir die Top-Themen des Tages pausieren. Ab dem 11. Januar 2021 sind wir wieder für Sie da. Wir wünschen Ihnen eine erholsame Zeit. Bleiben Sie gesund!

1. Scholz und Merkel sollen über Lieferkettengesetz verhandeln

Wie mehrere Medien, darunter der SPIEGEL und die Rheinische Post, melden, zeigt sich Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verärgert über die Blockade des lang geplanten Lieferkettengesetzes. Er mache insbesondere Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dafür verantwortlich. Streitpunkte seien dabei eine zivilrechtliche Haftung für Unternehmen weltweit sowie die Betriebsgröße, ab der das Gesetz greifen solle. Altmaier erklärte, dass vor allem mittelständische Unternehmen davon ausgenommen werden sollen. Für ihn seien die Vorschläge Heils nicht praktikabel. Unterstützung für das Gesetzesvorhaben komme dagegen vom Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sowie von mehreren Unternehmen. Deshalb sollen nun Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vize-Kanzler Olaf Scholz im Januar eine Einigung erzielen.

 

2. Industriestaaten lehnen Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Mittel ab

Nach einer Meldung des Handelsblatts lehnen mehrere Industriestaaten eine Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Mittel im Allgemeinen Rat der Welthandelsorganisation (WTO) ab. Südafrika und Indien hatten den Vorschlag eingebracht. Dabei seien sie von mehreren Hilfsorganisationen unterstützt worden. Marco Alves von „Ärzte ohne Grenzen“ warnt, dass durch geistige Eigentumsrechte Impfstoffe, Medikamente und Schutzausrüstung künstlich verknappt werden. Dies sei Ländern nachteilig, die von Armut betroffen sind. Ein WTO-Botschafter eines Industriestaates betont dagegen, dass die Aussetzung eines Patentschutzes ein falsches Signal sei. Der Patentschutz sei der Grund, weshalb private Firmen Impfstoffe und Medikamente überhaupt entwickelten. Ähnliche Meinungen vertreten Generaldirektor des internationalen Pharmaverbandes IMFPA, dem Wissenschaftsdirektor von Johnson & Johnson und dem Chef von Pfizer. Wie der epd indes meldet, hatten die Mitgliedsstaaten der WTO am Donnerstagabend keine Entscheidung gefällt.

 

3. Äthiopiens Regierung verweigert unabhängige Untersuchungen zum Tigray-Konflikt

Wie der Standard berichtet, lehnt Äthiopiens Regierung eine unabhängige Untersuchung zum Tigray-Konflikt ab. In einem Interview mit der Deutschen Welle erklärte Äthiopiens Demokratisierungsminister Zadig Abraha, dass die äthiopische Regierung nicht auf eine Bewertung des Konflikts durch „westliche Institutionen“ warten und deren Entscheidung abnicken werde. Er betonte, dass Äthiopien vereinter denn je sei. Bei dem Konflikt in Tigray sei es laut dem Minister nicht um ethnische Auseinandersetzungen gegangen. Auch Eritrea sei nicht involviert gewesen. Das US-Außenministerium habe derartige Berichte jedoch zuvor als glaubwürdig eingestuft. Mittlerweile sei die Konfliktregion wieder für humanitäre Hilfsgüter offen. Donnerstag habe ein Konvoi der Vereinten Nationen Geflüchtetenlager erreicht und Nahrungsmittel verteilt. Außerdem haben die Vereinten Nationen ein Nothilfepaket in Höhe von 29 Millionen Euro für die Zivilbevölkerung in Tigray angekündigt.

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Jahresrückblick Teil 2: Was 2020 in Subsahara-Afrika noch so los war

17. Dezember 2020 - 17:15

Wohl kaum ein Kontinent hat so sehr damit zu kämpfen, in der Berichterstattung vorwiegend auf Krisen, Kriege und Konflikte reduziert zu werden, wie der afrikanische Kontinent. Dabei hat der unglaublich diverse und zweitgrößte Kontinent der Erde so viel mehr zu bieten. Wir haben für euch die Augen offen gehalten und einen minimalen Ausschnitt der Berichterstattung, die über regierungspolitische innerstaatliche Herausforderungen hinausgeht, in einem kleinen Jahresrückblick kurz zusammengefasst.

 Aufräumen mit Klischees: Gegenbeispiel Botswana

Dass das europäische Bild des afrikanischen Kontinents noch immer verzerrt ist, ist kaum von der Hand zu weisen. Und doch kommt es zu Momenten, wo Einem*Einer die Worte fehlen, um dagegen anzukämpfen. Um einen Beitrag zu einem ganzheitlicheren Bild zu leisten, könnte es sich lohnen, Erfolgsgeschichten zu erzählen. Der Spiegel veröffentlichte einen Artikel, der erklärt, warum Botswana westlichen Nationen in nichts nachsteht. Im Gegenteil – der im südlichen Afrika gelegene Staat könne in vielerlei Hinsicht als Vorbild dienen.

Obwohl die Nation bei der Erlangung der Unabhängigkeit 1966 vor vielen Herausforderungen stand, hat das Land diese gekonnt gemeistert – und steht heute bei einigen Dingen besser da als so manch westlicher Staat. Im weltweiten “Corruption Perception Index” von Transparency International belegt Botswana den 34. Platz und schneidet damit besser ab als Polen, Spanien und Italien. Das Gesundheitssystem, das in den USA größtenteils der reichen Bevölkerung vorenthalten ist, ist für die gesamte Bevölkerung Botswanas gratis. Zudem ist der nächstgelegene Gesundheitsposten für 84% der Bevölkerung weniger als fünf Kilometer entfernt – und das in einem Land, das größer ist als Frankreich und zugleich weniger Einwohner*innen hat als Berlin. Auch beim „Demokratieindex“ der britischen Zeitschrift „The Economist“ schneidet Botswana besser ab als Belgien, Tschechien, Polen und Italien. Bei dem Rating waren allem voran Wahlprozesse, die Funktionsweise der Regierung, politische Teilhabe, die politische Kultur und Bürger*innenrechte maßgeblich. Zudem ist Bildung in Botswana bis hin zur Promotion für die allermeisten kostenfrei – ein Modell, von dem beispielsweise die USA, wo die meisten Student*innen ihr Studium mit einer hohen Verschuldung abschließen, meilenweit entfernt ist. Und die Wirtschaft? Botswana hat geschafft, was bisher weltweit vielen anderen Staaten nicht gelang: die wenigen verfügbaren Ressourcen – in Botswanas Fall Diamanten – so gerecht wie möglich unter der Bevölkerung aufzuteilen. Zudem seien alle wichtigen ethnischen Gruppen ungefähr proportional zu dem jeweiligen Bevölkerungsanteil in Botswanas Regierungen und Parlamenten vertreten, so Andreas Wimmer, Professor an der Columbia-University. Laut Keith Jefferis vom botswanischen Thinktank Econsult habe die relativ heterogene Bevölkerung Botswanas zusammenwachsen können. Und das zu einer Zeit, zu der sich Botswanas Nachbarstaaten in der Apartheid befanden. Botswana ist in vielerlei Hinsicht ein Vorbild – und zwar nicht nur für andere afrikanische, sondern ebenso für westliche Staaten.

Okavango Delta, Botswana. © Nadja Grossenbacher

Kreativ gegen Corona: Wie Subsahara-Afrika der Pandemie trotzt

Auf die wohl am wenigsten vorhergesehene Herausforderung des Jahres 2020 – die globale Ausbreitung des Coronavirus – reagierten einige auf dem afrikanischen Kontinent lebende Menschen mit besonders viel Kreativität und Innovation. Während andernorts mit Angst und Schrecken Hamsterkäufe getätigt wurden, dürften viele Afrikaner*innen in der Herausforderung auch eine Möglichkeit gesehen haben. Schon zu Beginn des Covid-19-Ausbruchs zogen in Südafrika Leute von Tür zu Tür, die eigene Corona-Tests verkaufen wollten, und nutzten die Krankheit als Aufhänger für neue Ideen, um an Geld zu kommen. Doch auch in der Wissenschaft ließ die Kreativität auf dem Kontinent nicht lange auf sich warten. Der Erfindungsreichtum afrikanischer Erfinder*innen reichte von selbstgebauten Beatmungsgeräten in Kenia über automatische Handdesinfektionsspender in Uganda bis hin zu einem kontaktlosen elektrischen Seifenspender in Äthiopien, der durch einen eingebauten Sensor sogar bei Stromausfällen bedient werden kann. Auch künstlerisch wurde Covid-19 umgesetzt: von Lagos bis Nairobi wurden Hauswände zum Thema bemalt. Mable Etambo aus Kibera (Stadtteil Nairobis) erfand sogar einen trendigen Corona-Haarstyle, der an die Abstandsregelungen und das häufige Desinfizieren von Händen erinnern soll.  Diese und weitere Beispiele können in diesem Beitrag von der Deutschen Welle nachgelesen werden. Auch in der Welt am Sonntag schrieb Axel Bojanowski am 1.11. über die bemerkenswerten Erfindungen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen 120 registrierte Erfindungen zur Pandemie-Bekämpfung aus Afrika. Das ist circa jede Achte von den rund tausend Innovationen, die die WHO bezüglich Corona untersucht hat. Die WHO hat die Kreativität Afrikas in dieser Hinsicht in höchsten Tönen gelobt und zudem auf das vielversprechende Potenzial des Kontinents verwiesen.

Du willst dem afrikanischen Kontinent – wie auch die WHO es getan hat – „Extra-Points for Creativity“ geben? Teile beispielsweise diesen verlinkten Beitrag auf den sozialen Medien und trage zu einem lösungsorientierten und selbstständigen Bild des afrikanischen Kontinents bei.

Baby-Boom bei Kenias Elefanten

Zumindest medial schien sich in diesem Jahr in Bezug auf Afrikas Fauna alles um die größten bekannten am Land lebenden Säugetiere zu drehen: die Elefanten. 2020 habe es in Kenia einen regelrechten Baby-Boom bei den Dickhäutern gegeben. Die Population habe sich laut dem Kenya Wildlife Service seit den 1990er-Jahren sogar verdoppelt. Während 1989 nur mehr 16 000 Elefanten im ganzen Land umherstreiften, wuchs die Zahl bis Ende vergangenen Jahres auf 34 800. Zudem seien auch weniger Elefanten von Wilderer*innen getötet worden: erlagen 2018 noch diesem qualvollen Tod, waren es 2019 34 und im August 2020 bis dahin nur mehr sieben. Dennoch sollte nicht übersehen werden, dass auch darüber berichte wurde, dass  2020 in Botswana und Simbabwe hunderte Elefanten an Cyanobakterien starben.

© Nadja Grossenbacher

Gefahr aus dem Globalen Norden: Fracking

Während in Kenia in Bezug auf die grauen Riesen Erfolge zu verbuchen sind, haben die Elefanten Botswanas und Namibias bald eine Gefahr zu fürchten, die von außerhalb des afrikanischen Kontinents kommt. Wie die Tageszeitung(TAZ) berichtete, will die kanadische Firma ReconAfrica in Kürze mit Öl- und Gaserkundungen in Okavango-Quellgebieten beginnen. Dies stellt nicht nur eine Bedrohung für die größte Elefantenpopulation des afrikanischen Kontinents dar, sondern gefährdet auch die vor Ort lebenden Menschen.

San Rock Painting. © Nadja Grossenbacher

Besonders betroffen sind die San, deren Lebensgrundlage durch Ölerkundungen zerstört wird. Sie wurden schon in der Vergangenheit oft aus auf Naturschutz und kapitalistischen Motiven basierenden Gründen von ihren Lebensmittelpunkten vertrieben und umgesiedelt. ReconAfricas Erkundungspläne schließen auch die Tsodilo Hills mit ein – ein UNESCO-Weltkulturerbe und heilige Stätte der San, die mehr als 4 500 Felsbemalungen beinhaltet. Manche dieser Zeichnungen sind 1200 Jahre alt. Auch die traditionelle Lebensweise der San wird durch die Präsenz der Arbeiter*innen von ReconAfrica und dem, was sie mit sich bringen – Geld, Straßen, Alkohol, Umweltverschmutzung – bedroht.

Der hohe Preis des Naturschutzes

Apropos Naturschutz: mit der offensichtlichen Bedrohung von Menschen und Tieren vor Ort ist noch lange nicht alles gesagt. Im Sinne des Naturschutzes kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen bei der lokalen Bevölkerung, wie Simone Schlindwein in einer Serie in der TAZ berichtet. Finanziert wird der Natur- und Wildtierschutz, der mitunter auch zur prozesslosen Ermordung von Menschen führt, unter anderem von deutschen BMZ und KfWGeldern.

 

Du willst dich für den Schutz des Okavango-Deltas stark machen und Menschen und Tiere vor Ort schützen, indem du dich gegen die Öl- und Gaserkundungen von ReconAfrica aussprichst? Unterzeichne diese Petition!

Du willst etwas über politische Bewegungen und Umbrüche im letzten Jahr auf dem afrikanischen Kontinent erfahren? Wirf einen Blick auf diesen Blogbeitrag, den ersten Teil des Jahresrückblicks!

Du willst auch unterm Jahr auf dem aktuellen Stand bleiben, was politische Entwicklungen in Subsahara-Afrika angeht? Abonniere die Top-Themen von ONE per E-Mail oder lies sie hier auf unserem Blog nach.

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17. Dezember 2020

17. Dezember 2020 - 12:37

1. António Guterres plädiert für weltweiten Impfstoffzugang
In einem Interview in der Zeit Online äußerte sich UN-Generalsekretär António Guterres zu globaler Impfgerechtigkeit. Obwohl er der Zukunft hoffnungsvoll entgegenblicke, sehe er zwei große Herausforderungen: den Impfnationalismus einiger Staaten sowie wie die Skepsis mancher Teile der Gesellschaft gegenüber einer Impfung. Die von der Weltgesundheitsorganisation losgetretene Covax-Initiative solle für eine gerechte globale Impfverteilung sorgen. Allerdings fehlen der Covax-Initiative aktuell 4,2 Milliarden Dollar. Guterres plädiere für globale Solidarität in einer Pandemie. Er verweise zudem darauf, dass jene, die ihren Impfstoff nicht für alle zugänglich machen, sowohl an Einfluss als auch an gutem Ruf verlieren werden. Guterres gehe zusätzlich davon aus, dass China und Russland ihre Impfstoffe vermutlich als öffentliche Güter bereitstellen werden. Auch die westliche Welt habe zudem ein Interesse daran, sich solidarisch zu zeigen. Dies liege auch im Eigeninteresse der westlichen Staaten. Weiterhin äußert sich Guterres im Interview zum UN-Sicherheitsrat, zu notwendigen Investitionen in soziale Sicherungssysteme und zur Klimakrise.

2. EU friert finanzielle Unterstützung für Äthiopien ein
Wie die Tageszeitung (TAZ) und die Deutsche Welle berichten, hat die EU die für die Regierung Äthiopiens geplante finanzielle Unterstützung vorerst eingefroren. Die EU werde ein Unterstützungspaket in Höhe von 90 Millionen Euro für das Land aufschieben, so eine Sprecherin der EU-Kommission. Um diese Entscheidung zu revidieren, müsse freier humanitärer Zugang zur Tigray-Region geschaffen, Hatespeech und Diskriminierung gegen die Tigrayer*innen beendet, Menschenrechtsverletzungen untersucht sowie Telekommunikation in Tigray wiederhergestellt werden. Im Zuge der bewaffneten Auseinandersetzung in der Tigray-Region sei Berichten zufolge auf ein UN-Team geschossen worden. Die Genfer Konvention verpflichte jedoch Kriegsparteien zum Schutz von unabhängigen humanitären Organisationen. Außerdem gebe es laut einem weiteren TAZ-Artikel Hinweise auf eine Beteiligung eritreischer Truppen am bewaffneten Konflikt in Tigray. In dem Konflikt um Tigray gebe es bereits tausende Tote und 50 000 Menschen seien in den benachbarten Sudan geflohen.

3. Zivilgesellschaftlicher Widerstand auf dem afrikanischen Kontinent
Andrea Böhme schreibt in ihrer Kolumne in der Zeit Online über Protestbewegungen auf dem afrikanischen Kontinent im Jahr 2020. Der zivilgesellschaftliche Einsatz auf dem Nachbarkontinent mache Mut, obwohl viele afrikanische Länder gleichzeitig von Pandemien, der Klimakrise und einer Krise des Wachstumsmodells betroffen seien. Politische Forderungen auf dem afrikanischen Kontinent werden laut der Autorin im positiven Sinne radikaler. Als Beispiele nennt sie die #EndSars-Bewegung und das Engagement der „Feminist Coalition“ in Nigeria. Letztere habe zur medizinischen Versorgung und psychologischen Betreuung von #EndSars-Protestierenden beigetragen. Zudem habe die Feminist Coalition geholfen, die #EndSARS-Bewegung im Globalen Süden mit der Black Lives Matter-Bewegung im Globalen Norden zu vernetzen. Außerdem verweist die Autorin auf die Arbeit des Thinktanks „Power Shift Africa“ mit Sitz in Nairobi. Über diesen Thinktank beraten junge Wissenschaftler*innen afrikanische Klimaschutzgruppen und legen offen, wo bei den Energiewenden afrikanischer Staaten auf Worte auch Taten folgen, so Böhme. Weitere nennenswerte Bewegungen im Jahre 2020 seien die sudanesische Demokratiebewegung und die Antikorruptionsproteste in Mali.

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Das JugendbotschafterInnen-Programm 2015 vs. heute und warum Du jetzt JugendbotschafterIn werden solltest!

17. Dezember 2020 - 10:20

Hier berichtet Justin Treutlein, der sich bereits vor fünf Jahren das erste Mal als ONE-Jugendbotschafter engagiert hat, von seinen Erfahrungen.

2015, 2016, 2017 und 2020. Die Jahre vergingen wie im Fluge. Doch eines haben sie gemeinsam: Der Kampf gegen extreme Armut und vermeidbare Krankheiten waren und sind ONEs Kernanliegen, für die ich mich seit jeher einsetze.

Alles begann im Frühjahr 2015. Über die Facebook-Seite des Entwicklungsministeriums erfuhr ich, dass eine Nichtregierungsorganisation namens ONE sogenannte JugendbotschafterInnen suchte. Die ehrenamtlichen Tätigkeiten mit professioneller Background-Unterstützung klangen spannend und vielfältig. Sodann zögerte ich nicht lange und reichte meine Bewerbung ein – mit Erfolg.

Das machen die ONE-JugendbotschafterInnen

Die Abkürzungen wie SDG, IWF und GFATM sind Dir nur wenig geläufig? Mir zunächst auch! Nach den jährlich stattfindenden ONE-Auftakttreffen konnte ich mich mit umfassendem Know-How an die Arbeit, äh Ehrenamtstätigkeit, machen. Es folgten Blog-, Radio- und Zeitungsbeiträge in denen ich über die Ziele ONEs sprechen durfte. Ebenso mit einer Reihe von Politikerinnen und Politikern, wie dem Entwicklungsminister und auch dem heutigen Bundespräsidenten. Darüber hinaus nahm ich an zahlreichen entwicklungspolitischen Treffen teil. Dabei verschlug es mich nach Berlin, München, Paris und Brüssel. Pandemie-bedingt fanden in diesem Jahr fast alle Treffen ausschließlich digital statt.

Und was konnten wir erreichen? 

Einiges! So erhöhte Deutschland – mitunter durch das Engagement von ONE – seinen Beitrag zum Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose kontinuierlich. Doch auch hier gibt es noch einiges zu tun: So wurden anfängliche Zusagen nicht immer erfüllt. Deshalb ist es wichtig, dass Deutschland seinen Zusagen auch tatsächlich nachkommt. Und genau dafür braucht es engagierte junge Leute!

Noch ohne Abstand und Masken: 2016 traf Justin Treutlein den Bundesentwicklungsminister Gerd
Müller, um ihn an die Erhöhung des deutschen Beitrags für den Globalen Fonds zu erinnern.

Ein weiteres Kernanliegen: Die Bekämpfung extremer Armut. Hierbei konnten – u.a. durch das unaufhörliche Engagement ONEs – Erfolge erzielt werden. Dabei ist ein positiver Rückgang von 2015 bis 2019 von über 10% auf 8,4% der Weltbevölkerung zu verzeichnen. Und das bei global zunehmendem Bevölkerungswachstum. Doch Pandemie-bedingt bleibt jedoch noch mehr zu tun: So wird leider in diesem sowie im nächsten Jahr von einem Rückfall der extremen Armut auf bis zu 9,4 % der Weltbevölkerung erwartet. 

„Die Bekämpfung vermeidbarer Krankheiten war und wird 2021 wichtiger denn je!“

Hinzu kommt die Bekämpfung vermeidbarer Krankheiten, welche 2021 wichtiger denn je sein wird. Auch die Covid-19-Pandemie muss schnellstmöglich beendet werden: Bereits jetzt kannst Du ONE unterstützen, indem Du die Petition unterzeichnest!

Corona zeigt uns, dass ONEs zentrale Anliegen wichtiger und aktueller denn je sind. 

Denn hierfür muss das entwicklungspolitische Wissen und das damit einhergehende Verständnis, in breiten Teilen der Gesellschaft und in der Politik erhöht werden. Dafür braucht es engagierte junge Leute, die an morgen denken und sich auf vielfältigste Weise für ein entwicklungspolitisches Bewusstsein einsetzen.

Auf dem Bundesparteitag der SPD 2015 trafen die ONE-JuBos Amina Hikari Fall und Justin Treutlein den heutigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, um ihm ONE vorzustellen.

Das klingt spannend? Dann solltest Du Dich unbedingt für das ONE-JugendbotschafterInnenprogramm bewerben! Denn das Jahr 2021 steht voller globaler Herausforderungen.

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16. Dezember 2020

16. Dezember 2020 - 12:37

1. EU unterstützt Covax-Initiative mit 500 Millionen Euro
Das Redaktionsnetzwerk Deutschland meldet, dass die EU insgesamt 500 Millionen Euro für die Versorgung wirtschaftlich herausgeforderter Länder mit Corona-Impfstoffen zur Verfügung stellt. Dies finanziere eine Milliarde Impfstoffdosen, so die diplomatische Vertretung der EU in Genf. Empfängerin der finanziellen Unterstützung sei die Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation. Die Covax-Initiative soll eine gerechte globale Impfstoffverteilung sicherstellen. An der Initiative nehmen mehr als 180 Länder teil. Die EU habe der Covax-Initiative bisher 850 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit sei die EU die größte finanzielle Unterstützerin der Impfinitiative, so EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Mehr als 90 Länder finanzieren den Kauf von Impfstoffen selbst. 92 Länder sollen dabei unterstützt werden.

2. Boko Haram bekennt sich zu Entführung von Schüler*innen in Nigeria
Wie zahlreiche Medien, darunter die Welt, die Tageszeitung (TAZ) und die Deutsche Welle, berichten, bekennt sich die Terrormiliz Boko Haram zu der Entführung hunderter Schüler*innen in Kankara in der Provinz Katsina im Nordosten Nigerias. Als Motivationsgrund für die Tat gab Boko Harams Anführer Abubakar Shekau in einer Audiobotschaft die westlich geprägte Ausbildung und Erziehung der Kinder an. Dass Boko Haram tatsächlich für die Tat verantwortlich sei, werde von manchen Beobachter*innen angezweifelt. Die Gruppe sei bisher vorwiegend in einer 500 Kilometer entfernten Region aktiv gewesen. Die Provinzregierung Katsinas habe zudem angegeben, mit den Kidnappern in Verhandlung zu sein. Die Tat in Kankara erinnere jedoch stark an die von Boko Haram in Chibok getätigte Entführung von hunderten Schulmädchen im Jahr 2014. Etwa Hundert von ihnen gelten bis heute als vermisst. Als Reaktion auf die Entführung 2014 sei eine Kampagne unter dem Motto “Bring back our girls” entstanden. Laut Dominic Johnson von der TAZ habe dies auch einen Einfluss auf die Wahlen in Nigeria in 2015 gehabt. Im Internet gebe es bereits erste Protestaktionen mit dem Hashtag #bringbackourboys. Dies könne sich nun unter Umständen destabilisierend auf die Präsidentschaft Muhammadu Buharis auswirken. Mittlerweile werde ihm sogar zunehmend innerhalb der Partei Führungsschwäche vorgeworfen.

3. Niger: Grenzkontrollkompagnie CMCF von Deutschland mitfinanziert
Christian Jakob schreibt in der Tageszeitung (TAZ), dass Deutschland maßgeblich zur Ausbildung und Finanzierung einer mobilen „Grenzkontrollkompanie” (CMCF) (Compagnie Mobile de Contrôle des Frontières) in Niger beiträgt. Hauptaufgabe der Polizeieinheit CMCF sei die Grenzkontrolle. Damit sei sie sowohl für die Terrorismusbekämpfung als auch für die „Bekämpfung der illegalen Einwanderung“ zuständig, so der Chef der CMCF Haro Ammani. Viele Menschen, die beispielsweise aus Nigeria vor dem Terrorismus fliehen, kommen auf der Trans-Sahara-Route zuallererst in Niger vorbei. Seit 2016 habe Niger mit mehr als eine Milliarde eine vergleichsweise hohe Summe in der Entwicklungszusammenarbeit aus Europa erhalten. Damit gehe die EU laut dem Autor vor allem gegen Migration aus Westafrika vor. Für die Ausbildung der Grenzkontrolleinheit CMCF haben Deutschland und die Niederlande einen zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung gestellt. Sicherheitskräften in der Region werden häufig Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Laut Amnesty International haben Soldat*innen in Niger, Mali und Burkina Faso allein zwischen Februar und April 2020 mindestens 199 Menschen unrechtmäßig getötet und gewaltsam verschwinden lassen. Nigers Nationale Menschenrechtskommission habe am 5. September den Fund von mindestens 71 Leichen bestätigt. Die Kommission mache Armeeangehörige für die Hinrichtung verantwortlich. Diese Vorwürfe richten sich allerdings nicht gegen die CMCF. Dennoch stelle sich die Frage, welche Mitverantwortung Deutschland für die Taten der Sicherheitskräfte trage, wenn es Polizei und Militär ausbilde, so der Autor des TAZ-Artikels. Das Beispiel der CMCF zeige zudem, wie sehr sich Sicherheits-, Migrations- und Entwicklungspolitik heute im Sahel vermischen, so der Autor weiter.

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Mehr globale Solidarität – Die Wünsche unserer Jugendbotschafter*innen für 2021

16. Dezember 2020 - 10:50

Social Distancing? Digitale Lobbytage? Und jede Menge Online-Stammtische? Dieses Jahr war auch für unsere Jugendbotschafter*innen anders als erwartet. Trotzdem konnten unsere ONE Activists auch 2020 jede Menge erreichen und haben auf den ersten digitalen Lobbytagen gezeigt: Nichts hält sie von ihrem Kampf gegen extreme Armut ab, egal wie ungewöhnlich die Situation im ersten Moment erscheint. 

Wir finden: Die bevorstehenden Feiertage und das Jahresende sind ein guter Zeitpunkt, um bei unseren Jugendbotschafterinnen Luisa und Lilith nachzufragen, was ihre Highlights im Jahr 2020 waren und was sie sich für das kommende Jahr wünschen. Außerdem haben uns die beiden verraten, wie sie das Beste aus Weihnachten in dieser ungewöhnlichen Zeit machen. 

 Jugendbotschafterin Luisa: An Weihnachten tanke ich Kraft für das kommende Jahr

Weihnachten und Silvester verbringe ich dieses Jahr im allerkleinsten Kreis – dafür möchte ich mir die Zeit zum Innehalten nehmen, das herausfordernde Jahr Revue passieren lassen und hoffentlich viel Kraft tanken, um mich nächstes Jahr wieder für die Themen einzusetzen, die mir am Herzen liegen.  

Unsere Jugendbotschafterin Luisa mit ihrem Wunschzettel für dieses Jahr.

Mir fällt es gar nicht so leicht, nur ein ONE Highlight auszuwählen, aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann würde ich definitiv unser Treffen mit Entwicklungsminister Müller Anfang März nennen. Das war zu diesem Zeitpunkt sogar noch in Person möglich. Max, Moritz und ich haben uns mit Minister Müller über Ernährungssicherheit und Deutschlands Verantwortung bei diesem Thema unterhalten – auf dem Dach des Bundestags.  

Ich wünsche mir natürlich, dass das nächste Jahr auch wieder nicht-digitale ONE Aktionen zulässt und wir uns auch mal wieder persönlich treffen können. Bis das wieder möglich sein wird, setzen wir aber unseren Aktivismus online fort! Aus politischer Sicht erhoffe ich mir, dass wir weiter zusammenarbeiten, um globale Gesundheit zu gewährleisten, und auf Fairness und Gleichberechtigung setzen, wenn es beispielsweise um die weltweite Versorgung mit Impfstoffen geht.  

Jugendbotschafterin Lilith: Weihnachten – dieses Jahr online und mit Menschen aus der ganzen Welt

Ich werde in diesem Jahr ein digitales Online-Weihnachtsevent veranstalten mit Personen aus aller Welt, in der wir uns über unsere Weihnachts-/Neujahrstraditionen austauschen. Internationale exotische Rezepte zum Nachbacken werden im Voraus herumgeschickt.  

Meine Highlights sind stets Live-Interviews mit Expert*innen und Politiker*innen. Es lässt sich immer etwas Neues dabei erfahren, man kann als Moderatorin interessante Eindrücke und Sichtweisen einnehmen und bietet gleichzeitig einem breiten Publikum Zugang zu einem solch wichtigen Themenfeld.

Jugendbotschafterin Lilith hat dieses Jahr in einem Facebook-Live gemeinsam mit den Jugendbotschafter*innen Liza und Patrick und dem Bundestagsabgeordneten Christoph Matschie über globale Bildung während der globalen Pandemie gesprochen.

Ich wünsche mir einen stärkeren Solidaritätsgedanken in der Welt und dass wir es schaffen, dass ein Großteil der Bevölkerung miteinander anstatt übereinander spricht. 

Außerdem auf dem Wunschzettel unserer ONE-Activist*innen: Die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fairen Kaffee

Einen Wunsch haben unsere ONE-Jugendbotschafter*innen in diesem Jahr alle gemeinsam: Die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee. Warum? Fairer Handel ermöglicht es den Kaffeebauern und –bäuerinnen im globalen Süden ihrer Arbeit eigenverantwortlich nachzugehen und mithilfe von fairen Löhnen den Lebensunterhalt ihrer Familien zu sichern. Auch ihr findet das gut und wünscht es Euch unter Eurem Weihnachtsbaum? Dann fordert gemeinsam mit uns und nuruCoffee Finanzminister Olaf Scholz auf, die Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee abzuschaffen. 

Lieber Herr @OlafScholz, ????Weihnachten steht vor der ????. Mein Weihnachtswunsch an Sie? ✨Befreien Sie fairen ☕️ von der #Kaffeesteuer! Denn: Nachhaltige Weihnachts-???? dürfen in Zukunft kein Luxus mehr sein! @BMF_Bund #keinLuxus #ONEActivists #ichwillfair pic.twitter.com/1xTFW5jNVz

— Liza Kummrow (@KummrowLiza) December 7, 2020

Auch im nächsten Jahr werden die ONE-Jugendbotschafter*innen uns wieder tatkräftig unterstützen. Ihr möchtet Teil dieser wunderbaren Community sein und Euch für das Ende von extremer Armut einsetzen? Dann bewerbt Euch jetzt für das Jugendbotschafter*innen-Programm 2021.  

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Unsere Podcast-Empfehlungen für die dunkle Jahreszeit

15. Dezember 2020 - 13:16

Dieser Winter fühlt sich ganz besonders lang an. Neben Kälte und Dunkelheit heißt es in diesem Jahr zudem: Zuhause bleiben und Kontakte beschränken. Kein Wunder also, wenn einem*r die eigenen vier Wände langsam zu eng erscheinen. Um da dem drohenden Lagerkoller vorzubeugen, haben wir für dich eine Liste mit aktivierenden Podcasts rund um die Themen zusammengestellt, die uns gerade beschäftigen.  Egal ob Fakten zu Kaffee, Geschlechterungerechtigkeiten, die EU-Afrika-Partnerschaft oder Aktivismus: Für jede*n ist etwas dabei – damit auch dieser Winter irgendwann ein Ende hat. 

1. Für Deine wöchentliche Portion Reis

Was passiert eigentlich in Deutschland, wenn woanders auf der Welt ein Sack Reis umfällt? Dieser Frage gehen die Journalist*innen Merve Kayikci, Malcolm Ohanwe und Ramin Sina in ihrem Podcast „Sack Reis“ auf den Grund. Gut nicht ganz wortwörtlich, aber die drei Journalist*innen sprechen abwechselnd mit Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt über ihr Leben zwischen den Schlagzeilen in täglichen Nachrichten. Egal ob im Gespräch mit dem Raver aus Beirut oder dem Aktivisten aus Hong Kong: Der Podcast macht deutlich, dass ihre Geschichten sehr wohl Auswirkungen auf unser alltägliches Leben hier in Deutschland haben.  

Apropos Reis: Was könnten Reiskörner mit einer globalen Pandemie zu tun haben? Wenn dich das interessiert, dann schau doch mal hier auf unserem Blog vorbei.  

Und auch die globale Pandemie zeigt: Niemand ist vor Covid-19 sicher, bis alle vor dem Virus geschützt sind. Daher hat der Zugang zu Covid-19-Impfstoffen in anderen Teilen der Welt auch entscheidende Auswirkungen auf unser alltägliches Leben in Deutschland. Fordere mit uns die Pharmaindustrie auf, ihr Wissen mit Weltgesundheitsorganisation zu teilen und so ein umfassende Impfstoffproduktion für alle Menschen überall zu gewährleisten. 

2. Von der ONE-Jugendbotschafterin zur Klimaaktivistin und Podcasterin

Die ehemalige ONE-Jugendbotschafterin und Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat kürzlich ihren nächsten Coup gestartet: Mit ihrem Podcast 1,5 Grad klärt Luisa über alle wichtigen Fakten rund um die Klimakrise auf. Doch neben Fakten spricht sie selbst und auch mit anderen Aktivist*innen über ihre persönliche Motivation für ihr Engagement. Mit von der Partie sind dabei interessante und hochkarätige Gäste wie Jane Fonda und Stefan Rahmstorf.  

Du fragst Dich jetzt, was Luisa als ONE-Jugendbotschafterin gemacht hat? Dann schau mal hier vorbei und bewirb Dich als ONE-Jugendbotschafter*in 2021. 

3. Setz doch mal die lila Brille auf

Haus Lila heißt der Podcast, der gesellschaftliche Debatten aus der feministischen Brille betrachtet. Egal ob das Abtreibungsverbot in Polen, die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Gesellschaft oder schlichtweg feministische Streamingtipps für den Lockdown: Dieser Podcast bietet ein buntes Potpourri an Themen, bei dem für jede*r etwas dabei ist. 

Du möchtest noch mehr über die geschlechterspezifischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie erfahrenDann les doch mal den Gastbeitrag unserer Jugendbotschafterin Frauenrechtsaktivistin Shila zu dem Thema. 

4. Der passende Podcast zu Deiner fairen Tasse Kaffee

Beim Namen unserer nächsten Podcast-Empfehlung musst Du vielleicht direkt an den Geruch eines frischgebrühten Kaffees denken? Doch anders als bei dem oben genannten „Sack Reis“, beschäftigt sich der Podcast „Kaffeesahne“ tatsächlich mit allem rund um das kulinarische Erlebnis Kaffee: Welche Geschichte steckt dahinter und wie wird Kaffee produziert? Und was ist eigentlich mit Nachhaltigkeit und der Wertschöpfungskette des Kaffees? Darüber und noch vieles mehr spricht Anna Schättgen in ihrem Podcast mit ihren Gästen aus der deutschen Kaffeeszene. Eine Hörempfehlung für alle Kaffeenerds und die, die es noch werden wollen. 

Auch wir bei ONE beschäftigen uns mit der Frage nach Kaffee und Nachhaltigkeit. Wenn Du mehr dazu wissen willst und was die Kaffeesteuer damit zu tun hat, erfährst Du hier. 

5. Immer auf dem neusten Stand zu den aktuellen Debatten in Brüssel

Die Europäische Union ist Dir manchmal zu komplex und Du verstehst häufig nur Bahnhof? Dann ist der Podcast „Brüsseler Bahnhof“ genau das Richtige für dich. In dem Podcast erklären acht junge Europäer*innen kinderleicht die Institutionen der EU und was in Brüssel gerade heiß debattiert wird. Besonders hörenswert: Die Folge im vergangenen November über eine EU-Afrika-Partnerschaft auf Augenhöhe. Zu Wort kommt in dieser Folge unter anderem die nigerianische ONE-Aktivistin Zigwai. Sie spricht darüber, was sie für eine gerechte und faire Zusammenarbeit zwischen den beiden Kontinenten nötig hält. 

Du willst Dich wie Zigwai in einem Programm von ONE für eine EU-Afrika-Partnerschaft einsetzen. Dann schau doch mal hier vorbei. 

 

Und jetzt wünschen wir Dir viel Spaß beim Reinhören! Für noch mehr Ablenkung in der kalten Jahreszeit schau doch mal hier vorbei. 

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Coffee Talk mit der Kaffee-Kooperative: Starke Frauen, starker Kaffee

15. Dezember 2020 - 13:15

Die Kaffee-Kooperative ist ein deutsch-afrikanisches Social Business im Kaffee-Sektor. Während der Kaffee von den Produzent*innen in Eigenverantwortung angebaut, geröstet und verpackt wird, übernimmt die Kaffee-Kooperative den Vertrieb des Fairtrade-Kaffees anschließend in Deutschland. In ihrem Gastbeitrag von Charlotte Lonitz wird erklärt, wie ihr Business mehr Gleichberechtigung in der Kaffeeproduktion fördert. Der Artikel gibt nicht zwangsweise die Meinung von ONE wieder. 

Wie eine eigene Kaffeemarke Frauen zu selbstbestimmten Produzentinnen macht und für mehr Gleichberechtigung im Kaffeebusiness sorgen kann

„Kaffee ist Männerbusiness!“ war (und ist) eine weit verbreitete Auffassung im Kaffeegeschäft weltweit. Kein Wunder, denn der Besitz von Kaffeepflanzen lag traditionell bei den männlichen Familienmitgliedern und auch die Schlüsselpositionen in der Produktion des „schwarzen Goldes“ waren fast immer in Männerhand.

Das, obwohl Frauen schon immer die eigentlichen Leistungsträgerinnen im Kaffeesektor waren: Sie erledigen rund 70 Prozent der körperlich anstrengenden Arbeiten wie Saat, Aufzucht, Ernte der Kaffeepflanzen sowie das Schälen, Waschen und Auslesen der Bohnen. Bis zu 15 Stunden arbeiten sie täglich, da nach der anstrengenden Feldarbeit meist noch Haushalts-, Erziehungs- und Pflegeaufgaben hinzukommen.

Frauen wie Thacianna erledigen den Großteil, rund 70 Prozent, der Feldarbeit im Kaffeeanbau (Foto: Charlotte Lonitz)

Strukturelle Benachteiligung in der Kaffeeproduktion

Trotz allem können Frauen meist nicht gleichberechtigt an der Wertschöpfung aus der Kaffeeproduktion teilhaben. Dies hat verschiedene Gründe:

  • Besitz: Weniger als 15 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche ist im Besitz von Frauen. Das ist beim Kaffee leider nicht anders, auch hier werden das Land und die Kaffeebäume meist an die männlichen Nachfahren vererbt. Hinzu kommt, dass Frauen oftmals erschwerten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten wie Krediten haben, um sich neue Investitionen zu leisten.
  • Arbeitsteilung: Die Arbeitsteilung entlang der Wertschöpfungskette ist sehr ungleich und typische Geschlechterrollen sind hier noch sehr dominant: Frauen erledigen den Großteil der vorgelagerten Arbeiten (Anbau, Ernte und Auslese), die jedoch in der Regel nicht allzu viel Geld abwerfen. Die späteren Aktivitäten wie Transport, Verkauf oder Qualitätskontrolle, die mehr Gewinn erbringen sowie mehr Einfluss und Ansehen genießen, sind männerdominiert: Hier belegen Frauen im Durchschnitt nur 10-20 Prozent der Positionen.[1] In den Führungsrollen des Kaffeesektors sind Frauen weltweit unterrepräsentiert und die Aufstiegschance für sie sind meist gering.
  • Einkommen: Die unterschiedliche Verteilung der Arbeit entlang der Produktionskette sowie die ungleiche Besitzlage führt logischerweise auch zu ungleichen Einkommen. Eine Studie aus Ostafrika fand heraus, dass die Einkommensunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Kaffeebäuer*innen, die gender pay gap, hier bei 39 Prozent liegt.[2]
Frauengeführte Alternativen

Doch es formiert sich schon seit einiger Zeit Widerstand. Kaffeeproduzentinnen fordern mehr Gleichberechtigung, Anerkennung und Mitbestimmungsrechte. 2003 gründete sich zum Beispiel die International Women’s Coffee Alliance (IWCA), ein internationaler Zusammenschluss von Kaffeebäuer*innen, -röster*innen und -händler*innen, der global für die Sichtbarkeit und Belange von Frauen im Kaffeesektor eintritt.

Angelique Karekezi, seit zwölf Jahren Geschäftsführerin von RWASHOSCCO (Rwanda Smallholder Specialty Coffee Company), einem Verband von sechs Kooperativen in Ruanda (Foto: Denyse K. Uwera)

Zur ruandischen Abteilung der IWCA gehört auch Angelique Karekezi. Sie ist seit 2008 Geschäftsführerin von RWASHOSCCO, dem ruandischen Kooperativenverbund mit dem wir zusammenarbeiten. Da sie die Lage der Frauen im ruandischen Kaffeebusiness mehr als gut kennt, schlug sie uns 2016 vor: Warum nicht eine Marke schaffen, die zu 100 Prozent von Frauen hergestellt wird?

Gesagt, getan. Gemeinsam mit den Frauengruppen der Kooperativen lancierten wir die Marke „Angelique’s Finest“. Von der Bäuerin bis zur Designerin und Geschäftsführerin – dieser Kaffee wird komplett unter der Kontrolle von Frauen produziert. Hinzu kommt: Die Marke, womit heutzutage hohe Gewinne im Kaffeebusiness gemacht werden, gehört den Produzentinnen. Alle wichtigen diesbezüglichen Entscheidungen werden von ihnen getroffen und alle Gewinne daraus fließen direkt und indirekt an die Produzentinnen zurück.

Kaffeebäuerin Laurence Mukakabera stolz mit der Angelique’s Finest-Packung (Foto: Denyse K. Uwera)

Kaffee & Empowerment

Doch welche Wirkung zeigt dies für die Frauen?

  1. Eigenes Einkommen

Für alle Kaffeekirschen, die die Bäuerinnen für Angelique‘s Finest abliefern, erhalten sie eine direkte Bezahlung sowie eine „Frauenprämie“. So erhalten die Frauen mehr Hoheit darüber, wie und wofür sie ihr Geld ausgeben. Das wiederum bedeutet mehr Selbstständigkeit und finanzielle Unabhängigkeit.

  1. Besitz

Um ihre Kaffeekirschen als „Frauenkaffee“ in die Produktion für Angelique‘s Finest einfließen zu lassen, müssen die Kaffeesträucher den Bäuerinnen auch gehören. Dies hat viele Ehemänner dazu veranlasst, ein Teil ihres Besitzes auf ihre Ehefrauen umschreiben zu lassen – mit nachhaltigen positiven Folgen und mehr Absicherung für die Frauen in Zukunft.

  1. Aufstiegschance

Durch die gestiegene Aufmerksamkeit werden Frauen vermehrt Weiterbildungen zur Rösterin, Cupperin (Testerin), Qualitätsmangerin oder Logistikerin angeboten und sie als solche eingestellt.

Chefrösterin Eugenie Mukandanga kontrolliert den Geruch der frisch gerösteten Bohnen in der Rösterei in Kigali (Foto: Denyse K. Uwera)

Die Qualitätsmanagerinnen Eugenie Mukandanga und Emerthe Mukabavugirije bei der Vorbereitung der Exporte (Foto: Denyse K. Uwera)

  1. Soziale Anerkennung und Partizipation

Dadurch, dass sie durch den „Frauenkaffee“ eine neue Einkommensquelle für die Kooperativen, die Familien und das Land als Ganzes schaffen, wird den Frauen mehr gesellschaftliche Anerkennung Teil. Die Produzentinnen finden, dass ihre Stimme nun mehr gehört wird. Es hat sie auch ermutigt, sich auf allen Ebenen der Kooperativen stärker einzubringen, wodurch sie aktiver an den Entscheidungsprozessen mitwirken. Heute findet man in vielen Vorständen und Leitungspositionen eine zunehmend ausgeglichenere Verteilung der Geschlechter.

  1. Stolz & Selbstbewusstsein

Der Fakt, dass sie mit Angelique‘s Finest ihr eigenes Produkt herstellen, das auf dem internationalen Markt Beachtung findet, erfüllt die Frauen mit Stolz und Selbstbewusstsein, was sich auch auf andere Bereiche des Lebens auswirkt.

  1. Gemeinschaftswachstum

Studien belegen, dass Frauen den Großteil ihres Einkommens in die Familie reinvestieren. So verbessern sie nachhaltig das Wohlergehen aller Mitglieder ihrer Gemeinschaft, beispielsweise in den Aspekten Ernährung, Gesundheit und Bildung.

Bäuerin Valerie Mukashyaka mit ihrer Familie – das gesteigerte Einkommen der Frauen kommt der gesamten Gesellschaft zugute (Foto: Denyse K. Uwera)

Fazit

Dieses Beispiel zeigt, dass Frauen aus ihrer „unsichtbaren“ Position im Kaffeegeschäft heraustreten und eine aktive, selbstbestimmte Rolle darin spielen können. Frauen produzieren nicht nur starken qualitätsvollen Kaffee, der Kaffee macht sie auch stärker. Davon profitieren im Endeffekt alle: die Produzentinnen, ihre Männer und Kollegen, ihre Gemeinschaften und die Konsumierenden.

Das Bild am Anfang des Beitrages zeigt: Kaffee ist Teamwork. Frauen der Kooperative Dukundekawa aus Musasa (Ruanda) tragen gemeinsam die getrockneten Kaffeebohnen (Foto: Maxim Schulz/BRIGITTE)

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15. Dezember 2020

15. Dezember 2020 - 11:38

1. Deutsche Pharmakonzerne verhindern weltweite Impfgerechtigkeit
Nils Klawitter berichtet im SPIEGEL , dass die beiden deutschen Impfstoffunternehmen Curevac und Biontech in einem Ranking zur fairen Impfstoffverteilung besonders schlecht abschneiden. Die Firmen unterstützen den ACT-Accelerator der Weltgesundheitsorganisation nicht. Dieser solle zu einer weltweit gerechten Impfstoffverteilung beitragen. Biontech habe keinen Preisnachlass für gemeinnützige Organisationen zugesagt. Curevac wiederum habe den Verkauf des Impfstoffs zum Selbstkostenpreis ausgeschlossen. Curevac behaupte zudem „im engen Austausch“ mit verschiedenen Impfstoffinitiativen zu stehen, sich an einer UNICEF-Ausschreibung beteiligen zu wollen sowie Studienprotokolle zum Impfstoff öffentlich einsehbar zu machen. Biontech habe gar nicht auf die Anfragen des SPIEGELS reagiert. Im Länder-Ranking des Fairness-Tests stehe Deutschland allerdings in den vorderen Rängen der Liste. Die Bundesregierung befinde sich hinter der EU und Großbritannien auf Platz drei, da sie unter anderem hohe Geldbeträge für den ACT-Accelerator zugesagt habe.

2. USA streichen Sudan von Terrorliste
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung (TAZ) und die Deutsche Welle berichten, hat die USA den Sudan von der Terrorliste gestrichen. Das Lande habe seit 1993 auf der Liste gestanden. Als Voraussetzung für die Streichung musste der sudanesische Staat 335 Millionen US-Dollar an die amerikanische Regierung zahlen. Diese Zahlung solle als Entschädigung an amerikanische Bürger*innen für vergangene terroristische Akte dienen. Zudem habe US-Präsident Donald Trump darauf bestanden, dass der Sudan diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehme. Jetzt nicht mehr auf dieser Liste zu stehen, bringe „Investitionen und Geldtransfers über offizielle Kanäle an, neue Arbeitsmöglichkeiten für junge Menschen und viele andere positive Dinge” mit sich, so der sudanesische Premier Abdullah Hamduk.

3. Niger: 27 Tote bei Boko Haram-Angriff
Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) meldet, dass die Terrorgruppe Boko Haram ein Dorf im Südosten Nigers angegriffen und dabei 27 Menschen getötet hat. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet zudem, dass die Tat kurz vor dem Beginn der landesweiten Kommunal- und Regionalwahlen im Niger geschah. Das Dorf Toumour liege nahe der Grenze zu Nigeria. Es sei nach Angaben eines Lokalpolitikers zu 60 Prozent zerstört worden, nachdem etwa 70 Angreifer*innen dort stundenlang gewütet hatten. Boko Haram kämpfe seit 2009 im Nordosten Nigerias. Allerdings habe sich der Konflikt mittlerweile auch auf die Nachbarländer Niger, Kamerun und Tschad ausgeweitet. In den vergangenen Jahren haben Boko Harams und andere Dschihadisten rund 36.000 Menschen getötet. Zwei Millionen Menschen seien aus diesem Grund geflüchtet. Boko Haram sei seit 2016 in zwei Flügel aufgespalten: Die Gruppierung des Islamisten Abubakar Shekau und die Gruppierung Islamischer Staat in Westafrika, die größtenteils in der Gegend um den Tschadsee aktiv sei. Letztere ziele vor allem auf Militäranlagen und internationale Hilfsorganisationen ab. Abubakar Shekaus Gruppe bekannte sich zur Tötung von 76 Landarbeiter*innen bei Nigerias Kommunalwahlen Anfang Dezember.

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14. Dezember 2020

14. Dezember 2020 - 12:39

1. Mehr als 300 Schüler*innen in Nigeria entführt
Viele Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung, die Tageszeitung (TAZ) und die Stuttgarter Nachrichten, melden, dass es in Kankara im Bundesstaat Kantsina in Nigeria zu einem schweren bewaffneten Anschlag auf eine lokale Schule kam. Die Täter*innen haben mit schweren Schusswaffen um sich geschossen und vermutlich mehr als 300 Schüler*innen entführt. Etwa 200 Schüler*innen konnten entkommen. Laut einigen Berichten seien die Entführer*innen mit den Geiseln in den Wald geflohen. Dort sollen sie von der staatlichen Polizei entdeckt worden sein. Daraufhin sei es zum Schusswechsel gekommen. Wer genau hinter den Anschlägen stecke, sei nach wie vor nur Objekt von Spekulationen. Beobachter*innen schließen nicht aus, dass es sich um einen weiteren Anschlag von Boko Haram handeln könnte. Obwohl die radikalislamistische Miliz bisher nicht in Kantsina aktiv gewesen sei, sei eine regionale Ausbreitung der Gruppe nicht auszuschließen. Allerdings könnten die Täter*innen auch einer anderen bewaffneten Gruppe angehören. So könne es sich überdies um „Banditen“ handeln. Sie entführen ungeachtet des sozialen Status Personen, um Lösegeld zu fordern.

2. Südafrika muss weiter auf Impfstoffzugang warten
Wie Claudia Böll in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt, muss das afrikanische Land vermutlich bis zum zweiten Quartal 2021 auf einen Impfstoff warten. Südafrika sei mit insgesamt 830.000 Infektionen und 22.000 Toten das am stärksten betroffene Land auf dem afrikanischen Kontinent. Obwohl in Südafrika vier Impfstofftests verliefen, habe die Regierung es verpasst, mit den Pharmakonzernen über Preise und Lieferungen zu verhandeln. Südafrika sei bei klinischen Untersuchungen an vorderster Front und werde dennoch auf eine Implementierung warten müssen, so Shabir Madhi, Impfforscher an der Witwatersrand-Universität in Johannesburg. Trotz der fortwährenden Herabstufung des südafrikanischen Rand werde die Nation von der Weltbank als Land mit höherem mittlerem Einkommen eingestuft. Dadurch müsse Südafrika die gleichen Preise für Impfstoffe bezahlen wie reichere Staaten im Globalen Norden. Die Haushaltslage der südafrikanischen Regierung sei jedoch sehr angespannt. Demnach setze der Staat nun auf die Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation und die Impfallianz Gavi, über die insbesondere afrikanische Länder bis Ende 2021 ca. 2 Milliarden Impfdosen erhalten sollen.

3. Koloniale Raubkunst überschattet Eröffnung des Humboldt-Forums
Unter anderem die Tageszeitung (TAZ) und der Tagesspiegel berichten, dass die Frage um die so genannten Benin-Bronzen kurz vor der Eröffnung des Humboldt-Forums noch immer nicht geklärt ist. So habe der nigerianische Botschafter in Deutschland in einem Brief an die Bundesregierung erneut die Rückgabe der Benin-Bronzen gefordert. Im Auswärtigen Amt sei das Schreiben der nigerianischen Regierung bereits im August 2019 eingegangen. Daraufhin seien Gespräche mit dem Verweis auf einen fortgeführten Dialog erfolgt. In dem Schreiben sehe die Bundesregierung jedoch offenbar keine offizielle Rückgabeforderung. Die Benin-Bronzen seien der berühmteste Fall von kolonialem Kunstraub, so der Historiker Jürgen Zimmermann. Die Blamage sei abzuwenden gewesen und schade dem internationalen Ruf Deutschlands, so Zimmermann weiter.

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Nachhaltig Weihnachten feiern: Geschenke grün verpacken

11. Dezember 2020 - 12:57

Verschenken macht Freude. Und für viele Menschen gehört der Prozess des Einpackens maßgeblich zur Tradition dazu. Doch während mittlerweile immer öfter nachhaltige Produkte verschenkt werden, entsteht dennoch jedes Jahr eine Menge Müll – rund 8.000 Tonnen an Geschenkverpackungen an einem durchschnittlichen Weihnachtsabend in Deutschland, um genau zu sein. So sind zwar viele Geschenke von innen durchdacht, stecken aber immer noch in Einmalverpackungen. Das lässt sich allerdings mithilfe recht einfacher Maßnahmen ändern. 

1. Verpackungen von letztem Jahr wiederverwenden

Die einfachste Art, direkt für das kommende Jahr vorzusorgen: Die eigenen Geschenke etwas vorsichtiger auspacken und Papier und Schleifenband aufheben. Für das nächste Weihnachten haben deine Geschenke dann bereits ein sicheres Gewand.  

2. Zeitungen

Eine tolle Möglichkeit, Tageszeitungen und Zeitschriften nicht direkt ins Altpapier wandern zu lassen, ist, sie als Geschenkpapier umzufunktionieren. Ob taz, Financial Times oder Le Monde Diplomatique – die bedruckten Seiten machen als Verpackung wirklich etwas her.  

3. Kalenderblätter

So kannst du das vergangene Jahr direkt weiterverwerten. Das funktioniert natürlich am besten mit großen Wandkalendern, die tolles Bildmaterial hergeben. Aber auch Tischkalender mit Zitaten oder Taschenkalender mit der eigenen Handschrift können zu interessantem Geschenkpapier werden.  

4. Kissenbezüge

Zweckentfremden und vor dem Müllcontainer retten: Hast du alte Kissenbezüge herumliegen, die nicht mehr zum Sofa passen? Oder Stoffreste vom letzten Nähprojekt? Statt in den Mülleimer können sie um deine Weihnachtsgeschenke enden – und dabei noch wirklich etwas hermachen.  

5. Jutebeutel …

… hängen millionenfach in beinahe jeder Küche. Und können ganz einfach umfunktioniert werden. Schnapp dir einen mit besonders schöner Farbe oder einem tollen Muster und schon kannst du auch große und unförmige Geschenke toll verpacken. Mit etwas recyceltem Schleifenband hält das Ganze auch gut. 

6. Gläser

Wer Selbstgemachtes verschenkt, ist mit abgespülten Gläsern der Lieblingsmarmelade am besten bedient. Es sieht nicht nur schick aus, sondern hält den Inhalt auch viel länger frisch. Die Verpackung kann danach ins Altglas wandern – oder aber der oder dem Beschenkten selbst als Aufbewahrung dienen. 

Noch mehr Tipps für ein nachhaltigeres Weihnachten

Mindestens genauso wichtig wie diese nachhaltigen Verpackungsideen selbst umzusetzen, ist aber, es weiterzusagen. Es ist toll, beschenkt zu werden – aber noch besser, wenn beim Auspacken keine Unmengen an Müll produziert werden müssen. Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, dein Weihnachten dieses Jahr grüner zu gestalten: Second Hand verschenken. Den diesjährigen Weihnachtsbaum mieten statt kaufen. Versuchen, nicht zu viel zu kochen und damit große Lebensmittelabfälle vermeiden. Oder die Lichterketten ausschalten, wenn du das Haus verlässt.  

Nachhaltigkeit ist Dir nicht nur an den Feiertagen wichtig? Dann schau mal auf unserem Blog mit Tipps zu nachhaltigem Kaffekonsum vorbei oder unterstütze unserPetition an Olaf Scholz. Denn gemeinsam mit nuruCoffee fordern wir die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fairen Kaffee, um so nachhaltige Entwicklung zu fördern. 

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11. Dezember 2020

11. Dezember 2020 - 12:35

1. EU-Ratspräsidentschaft: Haushaltseinigung erzielt
Wie die Deutsche Welle berichtet, fand am Donnerstag das letzte Treffen des Europäischen Rates unter der Präsidentschaft Deutschlands statt. Die Bundesregierung habe viele Ziele während der Präsidentschaft nicht erreicht. So seien beispielsweise keine Fortschritte bei der Afrika-Strategie zu verzeichnen gewesen. Lange Zeit hatten auch Ungarn und Polen den Haushaltsvorschlag ebenso wie den Corona-Fonds blockiert. Die Blockade sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass beide Staaten die Überprüfung der Rechtsstaatlichkeit vor der Auszahlung von Haushaltsmitteln verhindern wollten. Tatsächlich werde die Rechtsstaatlichkeit beider Länder von der EU angezweifelt. Diesbezüglich laufen bereits Verfahren. Mittlerweile haben sich die EU-Staaten nach Meldungen von SPIEGEL Online, Euractiv der Deutschen Welle und auf den EU-Haushalt und verschärfte Klimaziele geeinigt. So habe der Europäische Rat beschlossen, die Rechtsstaatlichkeit nur noch bei der Verwendung von EU-Mitteln zu überprüfen. Zudem müsse erst noch der Europäische Gerichtshof über die Rechtmäßigkeit des Verfahrens entscheiden. Weiterhin habe der Rat beschlossen, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 55 Prozent der Werte von 1990 zu senken.

2. Gewaltsame Ausschreitungen nach Wahlen in Ghana
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung schreiben, kam es nach den Wahlen in Ghana zu gewaltsamen Ausschreitungen. Beobachter*innen hatten die Präsidentschaftswahl als glaubwürdig eingestuft. Nun fechte die Opposition jedoch das Wahlergebnis an. Bisher habe Ghana für die Durchführung von friedlichen Wahlen als Musterland gegolten. Im Zuge der Ausschreitungen habe die Polizei bisher fünf Tote und ein Dutzend Verletzte gemeldet. Dennoch habe die überwiegende Mehrheit der Wahlbeobachter*innen den Prozess als positiv, friedlich und organisiert bewertet.

3. Afrikanische Länder bei Impfstoffverteilung depriorisiert
Johannes Dieterich berichtet in den Stuttgarter Nachrichten, dass der afrikanische Kontinent vermutlich erst Mitte 2021 umfassende Mengen des Corona-Impfstoffs erhalten werde. Derzeit sterben täglich hunderte Afrikaner*innen an den Folgen des Coronavirus. Doch die derzeit produzierten Impfstoffe werden bisher nur für die wohlhabenden Staaten des Nordens abgefüllt. Die USA und die EU haben schon im Vorhinein den Großteil der Impfstoffdosen gekauft. Die Regierungen Indiens und Südafrikas haben der Welthandelsorganisation vorgeschlagen, die Patentrechte für die Impfstoffherstellung auszusetzen. Dadurch könnten Impfstoffe auch von anderen Pharmaunternehmen hergestellt und die Kosten deutlich gesenkt werden. Der Westen habe diesen Vorschlag jedoch blockiert. Geistiges Eigentum solle geschützt werden, so die wohlhabenden Staaten des Globalen Nordens. Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ habe vergeblich für die Unterstützung des Vorschlags von Indien und Südafrika plädiert. Dadurch wäre „in einem entscheidenden Augenblick das Wohl der Menschen über die Profite der Unternehmen“ gestellt worden, so die Organisation.

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Ausmalbild zu Weihnachten im ONE-Style

10. Dezember 2020 - 16:49

Weihnachten rückt näher und Du suchst noch ein persönliches Geschenk für deine Liebsten? Wie wäre es da mit einem Ausmalbild im ONE-Style? Egal ob gerade Covid-19 ist oder auch wenn wir (hoffentlich bald) zur alten Normalität zurückgekehrt sind, jede*r freut sich sicherlich über ein selbst ausgemaltes Bild mit aktivistischen Grüßen im Postfach.

Du hast keinen Drucker? Dann speichere das Bild auf Deinem Telefon und mal es in deiner Instagram Story aus.

Download ONE Activist unter dem Weihnachtsbaum

 

Weihnachten ist nicht so dein Ding? Dann schau mal hier vorbei und finde noch mehr coole Ausmalbilder für Deine Entspannung im Home Office.

Du willst wie unsere Aktivistin auf dem Bild unterm Weihnachtsbaum aktiv werden? Dann schau mal auf unserem Blog über Couch-Aktivismus an Weihnachten vorbei.

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10. Dezember 2020

10. Dezember 2020 - 12:35

1. Plädoyer gegen Hunger
Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms (WFP) David Beasley, Bundesaußenminister Heiko Maas und Entwicklungsminister Gerd Müller sprechen sich in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für eine Welt ohne Hunger aus. Dahingehende Bemühungen seien auch friedensfördernd, da Lebensmittel- und Ressourcenknappheit oft zu Konflikten führen. Statt auf Krisen zu reagieren, schlagen die beiden Minister und der WFP-Exekutivdirektor vor, präventiv dagegen vorzugehen. Hunger habe politische Ursachen und brauche deshalb politische Lösungen. Deutschland werde die finanzielle Unterstützung für das WFP kommendes Jahr erhöhen. Zudem sehen die Autoren die Verantwortung auch beim Privatsektor, insbesondere jenen Firmen, die von der Pandemie profitiert haben.

2. Der geopolitische Machtkampf um Corona-Impfungen
Mehrere Journalist*innen der ZEIT verweisen in einem Artikel auf die geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung der Impfstrategien in Europa, den USA, China und Russland. Um das globale Problem der Corona-Pandemie zu lösen, verfolge jede Großmacht eine andere Strategie. Russland habe bereits Impfstoffdosen an diverse Länder verkauft, darunter Brasilien, Kasachstan und Mexiko. Auch China werde “globale öffentliche Güter” bereitstellen. Die EU müsse in dieser Krise ihr Modell des Multilateralismus gegenüber nationalem Egoismus verteidigen. Dabei stehen sich manche EU-Staaten gegenseitig im Weg. Zudem haben reiche Nationen im Vorhinein Unmengen an potenziellen Impfstoffdosen gekauft, die weit über die eigenen Bevölkerungszahlen hinaus gehen. Somit werde wirtschaftlich schwachen Staaten der Zugang zu etwaigen Impfstoffen verwehrt. Diesen Ländern bleibe, wenn überhaupt, nur die Wahl zwischen dem chinesischen und dem russischen Impfstoff. Der chinesische Impfstoff sei schon großen Teilen der chinesischen Bevölkerung „ohne nennenswerte Nebenwirkungen“ verabreicht worden. Nun werde er in anderen Ländern getestet. Den westlichen Ansprüchen genüge er jedoch nicht. Der russische Impfstoff Sputnik V sei ebenfalls umstritten. Putin selbst verzichte aus Solidarität auf die eigene Impfung.

3. Ghanaischer Präsident Akufo-Addo bleibt im Amt
Auf Basis der in Ghana abgehaltenen Wahlen wird Amtsinhaber Nana Akufo-Addo vermutlich Präsident des westafrikanischen Landes bleiben, so Katrin Gänsler in der Tageszeitung (TAZ). Er liege mittlerweile mit 6,6 Millionen Stimmen vor seinen Mitstreiter*innen. Es habe sich eine hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet. Im Vergleich zum Jahr 2016 haben diesmal circa zwei Millionen mehr Menschen gewählt. Herausforderer John Mahama habe in der Region „Western Togoland“ die meisten Stimmen erhalten. Diese Region habe sich im September für unabhängig erklärt. Laut Beobachter*innen sei in der Woche vor den Wahlen ein großes Militäraufgebot in jene Gegend geschickt worden. Sowohl nationale als auch internationale Beobachter*innen haben die Wahl in Ghana gelobt. Für die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS sowie die Afrikanische Union (AU) zeige dies abermals, dass Ghana im Stande sei, seit 1992 erfolgreiche und friedliche Wahlen durchzuführen.

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Was war außer Corona auf der Welt los? Eine Presseschau zu Subsahara-Afrika

10. Dezember 2020 - 10:06

Das Corona-Virus hat die Welt 2020 ganz schön erschüttert. Doch das ist bei Weitem nicht alles, was in diesem außergewöhnlichen Jahr passiert ist. Wir werfen einen Blick in unsere Presseschau der letzten Monate und stellen euch in Kürze einige soziale (Protest-)Bewegungen und politische Umbrüche in Subsahara-Afrika vor.

#EndSARS-Proteste in Nigeria

Trotz Lockdown ging die Jugend des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas auf die Straße – und das mit schwerwiegenden Folgen. In Nigeria gibt es eine Polizeieinheit namens SARS, die laut Berichten gewaltsam ist und der seit Jahren Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Die Spezialeinheit, die die Bevölkerung eigentlich vor Überfällen schützen solle, wurde selbst zum Täter. Dabei hatte sie vor allem junge, männliche und vergleichsmäßig ökonomisch privilegierte Menschen im Visier. Dies berichteten viele verschiedene Medien. Im Oktober dieses Jahres ging ein Video viral, das zeigte, wie SARS-Polizisten einen jungen Mann auf offener Straße exekutierten – das war der nötige Tropfen, der noch gefehlt hatte, um die Proteste auszulösen. Präsident Buhari reagierte zu Beginn mit der Abschaffung von SARS. Doch es kam lediglich zu einer Umbenennung in SWAT und nicht zu einer Änderung der tatsächlichen Verhältnisse. Daraufhin protestierten die Demonstrierenden weiter. In Lekki, einem Vorort der Wirtschaftsmetropole Lagos, wurden zuerst jegliche Kameras und Straßenbeleuchtungen abgeschaltet. Später wurde auch das Telefonnetz gekappt und es kam zu Schüssen auf die friedlich Demonstrierenden. Es gab über 50 Todesopfer. Dennoch: die Protestbewegung geht weiter und hat sich sogar international Gehör verschafft. Musik-Größen wie Wizkid und Kanye West solidarisieren sich mit der Bewegung.

Du möchtest die Zivilbevölkerung Nigerias in ihrem Kampf gegen Polizeigewalt unterstützen und dich mit deiner Stimme für das Auflösen der SARS-Polizeieinheit einsetzen? Schreibe jetzt eine E-Mail an Muhammadu Buhari und Generalstaatsanwalt Abubakar Malami oder tweete zum Thema.

Der Kampf gegen Femizide: #ShutitallDown Namibia

In dem sonst so friedfertig erscheinenden Land im südlichen Afrika war es den Frauen* nun endgültig zu viel: Die Frauenrechtsorganisation Femnet berichtet von durchschnittlich 3 gemeldete Vergewaltigungen und 66 Fälle von häuslicher Gewalt täglich. Um unter anderem die Ausrufung eines nationalen Notstandes in Bezug auf die Femizide sowie den Rücktritt Doreen Siokas, der Ministerin für Geschlechtergleichstellung, Armutsbekämpfung und soziale Sicherheit, zu fordern, starteten Aktivist*innen friedliche Proteste, wie The Namibian berichtete. In Namibia sind Femizide leider keine Einzelfälle. Frauen* werden oftmals von ihren ehemaligen Partnern getötet, wenn sie die Beziehung beenden oder dies auch nur in Erwägung ziehen. Aktivist*innen fordern nun politisches Handeln seitens der Regierung.

Du willst dich soldiarisieren? Mach auf deinen Social Media Kanälen auf die soziale Bewegung aufmerksam und/oder unterschreibe eine Petition, damit zukünftig nicht die Protestierenden, sondern die Mörder und Sexualstraftäter festgenommen werden.

Die Fakten zu Gender-based violence sind schockierend – und das nicht nur in Namibia. Mach dieses Quiz und lerne mehr über das Thema.

Afrikanischer Herbst: Machtkämpfe, Rebellion und politischer Widerstand

Auch was Regierungspolitik betrifft, war auf dem afrikanischen Kontinent in den letzten Monaten Einiges los. Dominic Johnson ging in der TAZ sogar soweit, die Vorkomnisse in ihrer Geballtheit als „afrikanischen Herbst“ zu bezeichnen. In Tansania, Côte d’Ivoire und Guinea kam es laut mehreren Medien zu Ausschreitungen vor, während und nach Wahlen. Wie unter anderem die TAZ berichtet, feuerte Friedensnobelpreisträger Ahmed Abiy einen Bürgerkrieg im eigenen Land an, indem er den Befehl zum militärischen Angriff auf die nach Autonomie strebende Tigray-Region gab. Ugandas Machthaber verhaftete die politische Opposition. In Burkina Faso wurde laut der TAZ über einer Million Binnengeflüchteten und 300 000 weiteren Einwohner*innen die Stimmabgabe verwehrt. Die nördlichen Regionen Nigerias und Mosambiks wurden, wie die SZ berichtete, von radikalislamistischen Milizen terrorisiert und in Kamerun tobt laut Beiträgen der Deutschen Welle nach wie vor ein Sezesssionskrieg. Eine Auseinandersetzung schien die nächste zu jagen.

Äthiopiens Ministerpräsident nahm sich ein Beispiel an dem oben erwähnten Präsidenten Nigerias, Muhammadu Buhari. Auch er sorgte dafür, dass bei seinem Einschreiten Strom und Internet gekappt waren. Handelte es sich in Falle des Lekki-Massakers unter Buhari nur um den Teil einer Vorstadt, stellte Friedensnobelpreisträger Abiy dies sogar für eine gesamte Provinz (Tigray) sicher. Jetzt mag man sich noch fragen, wieso es in drei verschiedenen afrikanischen Ländern schon fast zeitgleich zu Ausschreitungen im Zuge der Wahlen kam. Eine der gemeinsamen Komponenten, die sich auftun, ist, dass die jeweiligen Amtsinhaber ihre Machtposition wohl nur sehr ungern aufgeben wollen würden. Dabei gingen sie zum Teil sogar so weit, ihre Amtszeiten verlängern zu lassen. Im Falle Äthiopiens, Côte d‘Ivoires, Guineas  und Tansanias wurde gar das Feuer auf die eigene Bevölkerung eröffnet, wenn diese die Legitimität der jeweiligen Machthaber anzweifelten. Dennoch: die Zivilbevölkerung, und allem voran Afrikas Jugend, lehnt sich weiter auf.

Du fragst dich, wie es nun in Äthiopien weitergehen soll? Lies HIER einen Beitrag von Hewan Goitom Berhane.

Du willst auch unterm Jahr auf dem aktuellen Stand bleiben, was politische Entwicklungen in Subsahara-Afrika angeht? Abonniere die Top-Themen von ONE per E-Mail (eine kurze E-Mail an nadja.grossenbacher@one.org genügt!) oder lies sie hier auf unserem Blog nach.

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