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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 3 Stunden 33 Sekunden

29. Oktober 2020

vor 5 Stunden 4 Minuten

1. Corona-Impfstoff: Wo stehen wir?
Wie Deutschlandfunk berichtet, ist das Rennen um die Suche nach einem wirksamen Covid-19-Impfstoff im vollen Gange. Remdesivir, ein antivirales Medikament und ehemaliger Hoffnungsträger, sei laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bedingt wirksam – es sei sogar zu Nierenschäden bei Betroffenen gekommen. Die nur wenige Wochen andauernde Testung von den Malaria-Medikamenten Chloroquin und Hydroxychloroquin sei ebenfalls eingestellt worden, da die Mittel laut einigen klinischen Studien nicht nur unwirksam seien, sondern sogar gefährlich sein können. Auch das HIV-Kombinationspräparat Lopinavir/Ritonavir zeige laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wenig bis gar keine Wirkung. Das Kortison-Präparat Dexamethosan schüre Hoffnung. Zum einen sei es auf Grund des abgelaufenen Patentschutzes preiswert. Zum anderen seien die Nebenwirkungen bereits bekannt. Es könne daher laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte für Patient*innen mit schwerem Verlauf in Betracht gezogen werden, die eine Sauerstofftherapie benötigen. Am vielversprechendesten sei derzeit die Behandlung mit Rekonvaleszenten-Plasma, wozu auch in Deutschland Studien laufen. Am Ende des Tages werde die Lösung wahrscheinlich sein, eine Kombination mehrerer Medikamente anzuwenden.

2. Tote bei Wahlen in Tansania
Wie der Spiegel, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung (Taz), die Frankfurter Rundschau und die Deutsche Welle melden, ist es im Zuge der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Tansania auf der halbautonomen Insel Sansibar zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Dabei sollen zehn Menschen ums Leben gekommen sei. Zudem gebe es schwerwiegende Vorwürfe gegen die derzeitige Regierungspartei CMM: Wahlumfragen seien untersagt, Wahlbeobachter*innen werde der Zugang zu Wahlkabinen verwehrt und in Tansanias größter Stadt Daressalam seien vorab befüllte Wahlurnen beschlagnahmt worden. Im ganzen Land seien am Wahltag Online-Dienste wie WhatsApp blockiert worden. Zudem werfen Menschenrechtsorganisationen dem amtierenden Präsidenten John Magufuli einen autoritären Führungsstil sowie tiefe Einschnitte in die Presse- und Meinungsfreiheit vor. Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch seien allein seit Mitte Juni 17 Oppositionspolitiker*innen und Regierungskritiker*innen festgenommen worden. Zudem erhebt Oppositionsführer Tunda Lissu schwere Vorwürfe gegen die Regierung: Diese solle verantwortlich für einen missglückten Mordanschlag sein, der 2017 an ihm verübt werden sollte. Laut Magufulis Stellvertreterin Samia Suluhu Hassan werde die derzeit regierende CMM auch die nächste Regierung bilden, selbst, wenn Magufuli nicht die Mehrheit der Stimmen bekommen sollte. Lissu wiederum gab bekannt, dass er zu Protesten aufrufen werde, wenn sich der Verdacht auf Wahlmanipulation gegen die Regierung erhärten sollte.

3. Genitalverstümmelungen durch Corona wieder auf dem Vormarsch
Wie Martina Schwikowski in der Deutschen Welle beschreibt, habe die Pandemie zum Anstieg von Genitalverstümmelungen auf dem afrikanischen Kontinent geführt. Durch den stärker werdenden ökonomischen Druck sehen sich viele Eltern dazu gezwungen, ihre Töchter zu verheiraten. So soll diese für den Rest der Familie sorgen können. Zudem wollen die Eltern damit auch die Versorgung ihrer Töchter sicherstellen. Eine Heirat gehe in vielen Regionen Afrikas jedoch oft mit einer Beschneidung der Frauen einher. Die Aufklärungsarbeit gegen diese Form der Genitalverstümmlung bleibe wegen der Corona-Pandemie auf der Strecke, der Zugang zu medizinischen Diensten werde erschwert und in Schulen falle es kaum auf, wenn Mädchen dem Unterricht fernbleiben. Nach Schätzungen der WHO seien 200 Millionen Mädchen und Frauen weltweit von Genitalverstümmelung betroffen. Diese Zahl sei laut Asita Maria Scherrieb, Fachreferentin der Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes, durch die Folgen der Covid-19-Maßnahmen bereits um weitere zwei Millionen angestiegen. In einigen westafrikanischen Ländern gebe es nun dezentrale Telefon-Hotlines für bedrohte Frauen und Mädchen, so Daniela Gierschmann, Westafrika-Expertin bei der Frauenorganisation Medica Mondiale.

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#LangaforMen kämpft für eine Welt frei von geschlechtsspezifischer Gewalt

28. Oktober 2020 - 18:02

Unsere Gastautorin Megan Gieske ist eine Schriftstellerin und Fotografin, die in Kapstadt, Südafrika lebt.

Im südafrikanischen Langa haben sich zwei junge Männer ein Ziel gesetzt. Gemeinsam wollen sie geschlechtsspezifischer Gewalt in Südafrika ein Ende bereiten und widmen sich dazu vorwiegend der Aufklärung junger Männer.

„Männer müssen über geschlechtsspezifische Gewalt und Geschlechtergleichstellung aufgeklärt werden, damit Frauen und Mädchen frei sein können“, erklären die beiden Gründer von #LangaforMen, Siyabonga Khusela und Luyolo Lengisi.

Die beiden Männer sind selbst noch jung, gerade einmal 21 und 22 Jahre alt. #LangaforMen gründeten sie 2019 als Reaktion auf die Gewalt gegen Frauen, die sie selbst als Kinder miterlebt haben.

„Wir konnten uns nicht einfach zurücklehnen und nichts tun“, sagt Siyabonga. „Wir haben eine Mission und eine Vision. Wir wollen der Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein Ende bereiten.“

„Wir kämpfen dafür, denn wir wollen, dass unsere Schwestern und Mütter frei sein können, wenn sie zur Schule, zur Arbeit oder nach Hause gehen.“

„Wir möchten, dass die Opfer Heilung erfahren”, fügt Luyolo hinzu. „Und wir möchten auch, dass die Täter geheilt werden, denn bislang haben wir uns nur der Opfer angenommen.“

Als Frauen ihnen erklärten, dass man Mädchen nicht vorschreiben könne, keine kurzen Röcke zu tragen oder abends zu Hause zu bleiben, dass Mädchen frei sein und sie selbst sein dürfen sollten, wurde Luyolo und Siyabonga klar, dass es zunächst darum gehen müsse, Männer und Jungen aufzuklären. „Als Männer müssen wir zuerst uns heilen, bevor wir rausgehen und andere heilen können“, sagt Siyabonga, „Wir heilen Männer, um die Gesellschaft heilen zu können.“

Die beiden stehen auch für Opfer auf Polizeistationen ein, stellen Informationen über die sozialen Medien bereit, sprechen vor Schulklassen, um Themen wie Menstruation und  damit verbundene Hygienprodukte zu destigmatisieren, und organisieren Meditationsgruppen und Lesungen.

Mit ihren Fahrrädern fahren sie von Tür zu Tür und verteilen Damenbinden. Mädchen aus Familien, die von Armut betroffen sind, können die Hygieneartikel anonym per Social Media bestellen.

Letztes Jahr organisierten Siyabonga und Luyolo als Reaktion auf den Tod von Uyinene Mrwetyana, der landesweit Entsetzen auslöste, ihren ersten Protestmarsch bestehend aus Männern. Die 19-jährige Studentin Uyinene war im August 2019 von einem Postangestellten vergewaltigt und ermordet worden, als sie ein Paket abholen wollte. Wütende Südafrikaner*innen hielten Kundgebungen, Nachtwachen und Protestmärsche ab und brachten so die „Am I Next?“-Bewegung ins Rollen.

Der Einfluss von Covid-19 auf Häusliche Gewalt

Siyabonga und Luyolo fahren auf ihren Rädern am Kulturzentrum Guga S’thebe gegenüber der Johnson Ngwevela Hall vorbei. Vor der Corona-Pandemie veranstaltete #LangaforMen hier Kundgebungen. Sie machten mit Video-Zeugenaussagen von Opfern auf häusliche Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam. Jetzt ist das Gebäude wegen des Lockdowns leer.

Doch die Arbeit der beiden geht weiter. Sie ist jetzt – zu Corona-Zeiten – wichtiger denn je. Laut Polizeiminister Bheki Cele wurden nur eine Woche nach Beginn des Lockdowns in Südafrika landesweit mehr als 87.000 Fälle von häuslicher Gewalt an Frauen angezeigt.

Nur eine Woche nach Beginn des Lockdowns in Südafrika wurden landesweit mehr als 87.000 Fälle von häuslicher Gewalt an Frauen angezeigt.

Am 16. Juni 2020 nahm Siya Kolisi, einer der beliebtesten Rugby-Spieler Südafrikas, Kapitän der Nationalmannschaft und Mitgründer der Kolisi Foundation, an einem Marsch von #LangaForMen zum Parlament teil. Auf Pappschildern stand in Großbuchstaben geschrieben: „Echte Männer vergewaltigen niemanden!“

Einen Tag später, am 17. Juni, erklärte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa häusliche Gewalt zur „zweiten Pandemie“ Südafrikas.

Häusliche Isolation, Einkommensverlust und der begrenzte Zugang zu medizinischer Versorgung und Hilfsangeboten können das Risiko von Gewalt gegen Frauen erhöhen.

2018 wurden in Südafrika 2.700 Frauen und 1.000 Kinder von Männern getötet und täglich mindestens 100 Fälle von Vergewaltigung gemeldet. Im letzten Jahrzehnt ist die Zahl der Morde und Sexualverbrechen im Land erheblich gestiegen – allein von 2018 bis 2019 nahmen die Fälle von Vergewaltigung um 4,6 Prozent zu. Die UN geht davon aus, dass während eines dreimonatigen Lockdowns die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt in Partnerschaften um 20 Prozent steigen wird.

 

Hoffnung auf Freiheit

Für Siyabonga und Luyolo sind diese Zahlen sehr persönlich. Denn sie selbst mussten als Kinder miterleben, wie ihre Mütter missbraucht wurden.

„Wir kämpfen dafür, denn wir wollen, dass unsere Schwestern und Mütter frei sein können, wenn sie zur Schule, zur Arbeit oder nach Hause gehen“, sagt Luyolo.

Jede Woche veranstalten Siyabonga und Luyolo bei Siyabonga zu Hause sogenannte „Healing-Sessions“ für sechs bis sieben Jungen. Sie haben dabei die Hoffnung, dass diese die Botschaft einer Welt ohne Gewalt gegen Frauen weitertragen.

Luyolo, der seit 2015 Poesie und Drama unterrichtet, lädt Dichter ein, „heilsame“ Gedichte vorzutragen. „Diese Geschichten dürfen nicht verschwiegen, sondern müssen erzählt werden“, sagt er. „Außerdem lernen die Jungen dadurch, mit ihrer Stimme zu spielen und das System zu hinterfragen.“ Luyolo hofft, Jungen vermitteln zu können, dass Schreiben eine Form von Heilen ist und eine Möglichkeit Wut in Worten zu verarbeiten und von Traumata zu heilen.

Während ihrer ersten Session trat ein A-capella-Männerchor aus dem südafrikanischen Township Khayelitsha auf und Siyabonga und Luyolo klärten die Jungen über toxische männliche Rollenbilder, das Patriarchat und Geschlechtergleichstellung auf.

„Wir erklären den Jungen, dass es okay ist, zu weinen.“

„Wir erklären den Jungen, dass es okay ist, zu weinen“, sagt Siyabonga. „Denn in unserer Gesellschaft bekommen wir vermittelt, dass ein Mann keine Gefühle zeigen darf. Vielmehr muss er gegenüber Frauen handgreiflich werden oder jemanden schlagen, um sich Respekt zu verschaffen. Wir möchten ihnen beibringen, dass das nicht stimmt.“

In der grünen Gebirgslandschaft des Tafelbergs leiten Siyabonga und Luyolo eine Healing-Session mit 30 Jungen. Sie lehren sie, alle Lebewesen zu schätzen und sich für eine Welt einzusetzen, in der “Frauen frei sind.”

„In den 1980ern gab es viele Kampagnen für ein freies Südafrika“, sagt Luyolo. „Wir wollen dieses Engagement wiederbeleben und uns für einen internationalen Lockdown des Femizids einsetzen, denn Frauen werden nicht nur in Südafrika missbraucht, sondern auf der ganzen Welt.“

Im Gespräch mit den beiden hat man das Gefühl, Zeuge des Beginns eines neuen Kapitels in der Geschichte Südafrikas zu sein – eines Wandels, der von der nächsten Generation von Führungspersönlichkeiten wie Siyabonga und Luyolo ins Rollen gebracht wird, um eine Gesellschaft aufzubauen, in der Frauen und Mädchen frei sein können.

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27. Oktober 2020

27. Oktober 2020 - 11:03

1. Frischer Wind für die UN?
Achim Steiner, Leiter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) und Stellvertretender Generalsekretär der UN, erläutert in einem Gastbeitrag in der Welt Vorschläge für Reformen der Vereinten Nationen. Die Welt stehe aktuell vor vielen großen Herausforderungen, die kein Land alleine bewältigen könne, so Steiner. Deshalb hat er einen Acht-Punkte-Plan ausgearbeitet, um die Vereinten Nationen zu reformieren. Notwendig seien unter anderem die Prävention – also, dass der Sicherheitsrat nicht erst eingreife, wenn es bereits brenne, sondern bereits davor – sowie die Stärkung der Rolle der UN bei Menschenrechtsfragen. Entwicklungspolitik müsse ein zentraler Baustein der internationalen Zusammenarbeit werden. Zudem müssen Kommunikation, humanitäre Hilfe und Digitalisierung priorisiert und zum Teil neu ausgearbeitet werden. Steiner mahnt, dass die Klimakrise als die vorherrschende Herausforderung anerkannt werden soll. Die Vereinten Nationen seien, wenn richtig eingesetzt, ein solides Instrument zur Lösung von Problemen in unserer globalen Welt, so der ranghöchste Deutsche innerhalb der UN. Europa solle die eigene Rolle und Deutschland den guten Ruf nutzen, um Reformen innerhalb der Vereinten Nationen voranzutreiben und die Institution so neu zu beleben.

2. Ein ganzer Kontinent als Müllabstellplatz
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung (taz) und das Hamburger Abendblatt berichten, fordert das UN-Umweltprogramm (UNEP) verbindliche Regeln, um den Export verkehrsuntauglicher und umweltschädlicher Gebrauchtwagen in Länder des globalen Südens – allen voran in afrikanische Länder – zu regulieren. Laut einem Bericht der Institution haben die EU, Japan und die USA von 2015 bis 2018 rund 14 Millionen Gebrauchtwagen exportiert. 40 Prozent der Empfängerländer liegen in Afrika. Ein Fallbeispiel aus den Niederlanden zeige, dass der Großteil der exportierten Autos zwischen 16 und 20 Jahre alt gewesen sei und mehr als 200.000 Kilometer auf dem Tacho gehabt haben. Außerdem erfüllen viele dieser Gefährte die Umweltstandards nicht zureichend – und dies führe dazu, dass sie in den Empfängerländern maßgeblich zur Luftverschmutzung beitragen, wie der UNEP-Bericht darlegt. Dies leiste auch einen negativen Beitrag zur weltweiten Klimakrise.

3. Tansania: Magufuli vs. Lissu
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung (taz) und die Deutsche Welle melden, steht Tansania kurz vor den Wahlen. Ähnlich wie in Guinea und Côte d’Ivoire gebe es auch hier die Befürchtung, dass der momentane Amtsinhaber John Magufuli den Wahlsieg erzielen und diesen dafür nutzen wird, seine Amtszeiten zukünftig in die Länge zu ziehen. Allerdings gebe es in dem ostafrikanischen Staat eine Opposition: der Rechtsanwalt Tundu Lissu, der vor drei Jahren einen Mordversuch überlebt hat, tritt im Namen der Partei für Demokratie und Fortschritt (CHADEMA) ebenfalls zur Wahl an. Beide Kandidaten seien sich des eigenen Sieges sicher. Solle Magufuli erneut ins Amt gewählt werden, können etwaige gewaltsame Proteste nicht ausgeschlossen werden, so Oppositionsführer Lissu. Tansania stehe zudem seit Jahren international in der Kritik, da die Presse- und Meinungsfreiheit stark eingeschränkt sei. Zudem seien Homosexuelle auf Magufulis Befehl verfolgt worden. Der einstige Hoffnungsträger Tansanias habe sich zu einem autokratischen Führer entwickelt und ging im Wahlkampf nun sogar so weit, die Namen der Oppositionspolitiker*innen auf privaten Mobiltelefonen zu blocken, so dass sie ihre potentiellen Wähler*innen nicht erreichen konnten. Magufuli habe auch keine Wahlbeobachter*innen der UN oder aus Europa einreisen lassen. Lissu vermute zudem, dass der 2017 auf ihn verübte Mordanschlag von der Regierung angeordnet worden sei.

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26. Oktober 2020

26. Oktober 2020 - 13:40

1. Steinmeier appelliert gegen “Impfstoffnationalismus”
Wie unter anderem die Tagesschau, das Redaktionsnetzwerk Deutschland und der Tagesspiegel melden, spricht sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für eine gerechte, weltweite Verteilung von Corona-Impfstoffen aus. Seinen Appell gegen “Impfstoffnationalismus” richtete er zum Auftakt des Weltgesundheitsgipfel, der gestern begonnen hat. Deutschland unterstütze die internationale Impfstoff-Initiative Covax – im Gegensatz zu den USA, deren Unterstützung Steinmeier in der Videobotschaft erbeten hat. Dafür zu sorgen, dass alle Länder einen Zugang zu einem Corona-Impfstoff haben werden, sobald dieser auf dem Markt ist, sei nicht nur ein Akt der Solidarität, sondern liege auch im Eigeninteresse. Solange nicht alle sicher seien, sei niemand sicher, so der Präsident. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht sich auch die UNAIDS-Direktorin Winnie Byanyima für globale Lösungen und Solidarität aus. Die reichen Nationen repräsentieren lediglich dreizehn Prozent der Weltbevölkerung. Trotzdem haben sie sich bereits den Zugang zur Hälfte aller Dosen eines potenziellen Covid-19-Impfstoffs gesichert, so Byanyima. Corona und Aids müssen parallel bekämpft werden und derzeit laufen die Aids-Programme mit nur wenigen Unterbrechungen weiter, berichtet die UNAIDS-Direktorin. Sie versichere, dass sie sofort Alarm schlagen würde, wenn dies nicht mehr so wäre.

2. Droht ein afrikanischer Herbst?
Wie Dominic Johnson in der Tageszeitung (TAZ) schreibt, folge auf den arabischen Frühling ein afrikanischer Herbst. Nachdem Amtsinhaber Alpha Condé in Guinea erneut zum Wahlsieger erklärt wurde, wie die TAZ kürzlich berichtete, sei es in dem westafrikanischen Land zu Ausschreitungen gekommen. Ebenso in Côte d’Ivoire, wo eine ähnliche Entwicklung bevorstehen könnte und ein erneuter Bürgerkrieg drohe. In Mali kam es vor zwei Monaten zu einem von der Bevölkerung unterstützten Militärputsch. In Nigeria sei die Regierung mit Schlägertruppen und Schusswaffen hart gegen Demonstrierende vorgegangen und habe dabei letzte Woche 51 Zivilist*innen getötet, wie unter anderem die Bild und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichten. Diese Zahlen habe Nigerias Präsident Muhammadu Buhari letzten Freitag bekannt gegeben. Dabei habe er betont, dass 18 Soldat*innen und Polizist*innen von Protestierenden getötet worden seien. Laut einem Interview mit Nicholas Anyamene im Spiegel fordere Nigerias Jugend eine gute Regierungsführung.

3. Sudan nimmt Beziehungen zu Israel auf
Wie unter anderem der Spiegel, die Welt am Sonntag, die Tageszeitung (TAZ), die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichten, hat Sudan beide Bedingungen erfüllt, um von der US-Liste der Terrorismus-Unterstützer genommen zu werden. Zum einen hat das Land Beziehungen zu Israel aufgenommen. Zum anderen willigte die sudanesische Regierung ein, 335 Millionen US-Dollar (circa 300 Millionen Euro) an die US-amerikanischen Opfer der al-Qaida-Anschläge 1998 und 2000 zu entrichten, an denen Sudan beteiligt war. Khartum habe ausdrücklich betont, dass die Zahlung kein Schuldeingeständnis sei. Auch die Beziehungen zu Israel würden sich zunächst auf wirtschaftliche und nicht etwa diplomatische Beziehungen beschränken. Dennoch befürchte die Regierung Sudans Gegenwind von der inländischen Bevölkerung.

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23. Oktober 2020

23. Oktober 2020 - 11:06

1. Trumps Blick nach Afrika
Wie Christian Putsch in der Welt berichtet, zeigt sich US-Präsident Donald Trump kurz vor den US-Wahlen doch interessiert an Afrika. In der Vergangenheit habe er Aufsehen erregt, als er afrikanische Staaten „shithole countries“ genannt haben soll. Er wolle den Handel sowie Investitionen zwischen den USA und Afrika verdoppeln. Trump plädiere jedoch für individuelle Abkommen statt der Weiterführung des AGOA (African Growth and Opportunity Act), der einen zollfreien Export von rund 6500 Produkten für afrikanische Staaten in die USA ermöglicht. Auch politisch agiere der US-amerikanische Präsident aktiver auf dem afrikanischen Kontinent als zu Beginn seiner Amtszeit. Im Staudamm-Streit zwischen Ägypten und Äthiopien habe er sich auf die Seite Ägyptens geschlagen und Äthiopien Mittel der Entwicklungszusammenarbeit gekürzt. Als Gegenleistung für die Streichung von der US-Terrorliste verlange Trump hohe Zahlungen an US-amerikanische Opfer von Terroranschlägen von Sudan, das nach dem Sturz von Langzeitherrscher Omar al-Baschir nahezu “bankrott” sei. Ferner solle Sudan diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehmen. Zudem plane Trump die US-Truppen aus dem von Terroranschlägen geprägten Somalia abzuziehen. Darüber hinaus knüpfe er den Erhalt von Entwicklungsgeldern für den gesamten Kontinent an die Bedingung, dass keine Abtreibungsberatung geleistet werde. Trumps treibende Motivation für seinen plötzlichen Blick auf den afrikanischen Kontinent scheinen einerseits sicherheitspolitische Interessen, allem voran jedoch der Handelskrieg mit China zu sein. Einige westliche sowie asiatische Staaten verhalten sich, als müsse man sich Afrika nur greifen, kritisiert Kenias Präsident Uhuru Kenyatta.

2. Mali: Deutschland kehrt zurück
Wie Dominic Johnson in der Tageszeitung (TAZ) meldet, hat die EU beschlossen, die Militärausbildungsmission EUTM-Mali wiederaufzunehmen, an der Deutschland mit 350 Soldat*innen beteiligt ist. Im Fokus stehe nun die Beratung bezüglich Menschenrechten sowie der Kampf gegen Straflosigkeit. Zudem wolle die EU-Mission die Antiterror-Eingreiftruppe G5-Sahel unterstützen. Regional wolle sich EUTM-Mali auf Zentralmali konzentrieren, da die Gewalt und Instabilitätin diesem Teil des Landes am stärksten seien. Die guten Beziehungen zwischen Mali und Deutschland sollen erhalten werden, so Thomas Silberhorn, Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium. Die Meinungen zum Thema innerhalb der deutschen Politik seien geteilt: Die Linken und die AfD verurteilen die Wiederaufnahme der Mission.

3. Guinea & Côte d’Ivoire: Tote bei Wahlprotesten
Wie die Frankfurter Rundschau schreibt, ist es sowohl in Guinea als auch in Côte d’Ivoire zu Ausschreitungen mit mehreren Todesopfern gekommen. In Guinea gebe es derzeit Ausschreitungen zwischen Sicherheitskräften und der Opposition, die sich am Montag zum Wahlsieger erklärt habe. Auch in Côte d’Ivoire werden die Unstimmigkeiten zwischen Polizei und jungen Oppositionsanhänger*innen gewaltsam ausgetragen. Guinea habe zwischen neun und 16 Getötete zu beklagen. In der Elfenbeinküste gebe es bisher sieben Todesopfer. In beiden Ländern haben sich die momentanen Amtsinhaber trotz Verfassungsbedenken erneut für die Präsidentschaftswahl aufstellen lassen. Die Präsidenten Alpha Condé (Guinea) und Alassane Ouattara (Côte d’Ivoire) berufen sich darauf, dass sich die Verfassung ihrer Länder geändert habe und so die Zählung ihrer Amtszeit von Neuem beginne.

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Ein Marathon zum Schuldenstopp – Mit Teiletappen zum Ziel?

22. Oktober 2020 - 19:23

Gemeinsam mit ONE-Unterstützer*innen weltweit machen wir uns für einen Schuldenstopp in den Ländern, die am stärksten von Armut betroffen sind, stark. Seit Anfang Oktober ist im Marathon zum Schuldenstopp viel passiert – höchste Zeit für ein Update. 

Zunächst die Good News: Die G20-Finanzminister*innen und die Präsident*innen der Zentralbanken konnten sich auf eine Verlängerung des Schuldenstopps einigen. Die Forderungen nach Schuldenrückzahlungen werden weiter bis Juni 2021 ausgesetzt – ein klares Signal, den ärmsten Ländern der Welt helfen zu wollen. Indem die G20 im Rahmen einer neuen Initiative jetzt auch private Gläubiger mit an den Tisch holen wollen, gehen sie einen nächsten wichtigen Schritt in die richtige Richtung. 

Auch die Weltbank kündigte weitere mögliche Covid-19-Soforthilfepakete an. Doch leider konnte sie sich nicht dazu durchringen, ihre Forderungen nach Schuldenrückzahlungen einzufrieren. Damit hat die Weltbank ihre Chance vertan, den von Armut am stärksten betroffenen Ländern schnell und wirksam in dieser weltweiten Pandemie zu helfen – und wir müssen weiter Überzeugungsarbeit leisten! 

Auf dem Weg zu dieser Teiletappe haben wir ein paar ereignisreiche Wochen durchlebt. Hier stellen wir Euch einige Highlights unserer Kampagne vor. 

Petitionsübergabe an das Finanzministerium – eure Unterschriften haben das ermöglicht

Noch vor dem Treffen der G20-Finanzminister*innen konnten wir gemeinsam mit Oxfam Deutschland und erlassjahr.de unsere Petition an Staatssekretär Wolfgang Schmidt aus dem Finanzministerium übergeben. Mit über 820 000 Unterstützer*innen im Rücken machten wir deutlich: Wir fordern ein Schuldenmoratorium jetzt! Auch eine prominente Stimme fand sich unter den Unterstützer*innen wieder. So appellierte Jan Josef Liefers an Olaf Scholz, dass sich kein Land der Welt zwischen Schuldendienst und Menschenleben entscheiden solle.

Petitionsübergabe an das Finanzministerium. Foto: Mike Auerbach/Oxfam

Auch in der Presse fanden sich unsere Forderungen wieder: So berichtete das Handelsblatt im Vorfeld zum Treffen der G20-Finanzminister*innen, dass nur ein Aussetzen der Schuldenrückzahlungen den ärmsten Länder wieder die nötige Luft zum Atmen verschafft. Dass hierbei auch private Gläubiger mit eingeschlossen werden müssen, wurde ebenso in der Berichterstattung zum G20-Treffen aufgegriffen. 

Starke Aktion in Großbritannien  

Doch nicht nur in Deutschland waren wir in den vergangenen Tagen aktiv: So konnten wir unsere Petition kurze Zeit später mit inzwischen über 860 000 Unterschriften auch an das Finanzministerium Großbritanniens übergeben. Gemeinsam und virtuell wurde darüber gesprochen, warum angesichts von Covid-19 Schuldenerleichterungen Leben retten können. 

ONE UK übergeben Petition mit über 860 000 Unterschriften an das Finanzministerium der UK.

Bonjour, Weltbank – ONE in Frankreich goes Eiffelturm

Und auch unser Team in Frankreich ließ sich von Covid-19 nicht aufhalten, für einen Schuldenstopp zu kämpfen. In einem offenen Brief an die Weltbank schreibt die ONE–Direktorin Naja Vallaud–Belkacem, dass die Weltbank, private und multilaterale Kreditgeber ihre Forderungen nach Schuldenrückzahlungen bis Ende 2021 aussetzen müssen. Corona-konform, unter freiem Himmel und mit 1,5m-Abstand unterstrichen die französischen Kolleginnen unseren Appell an die Weltbank eindrücklich: „Vous avez le pouvoir de sauver des vies!“ (zu dt.: „Sie haben die Macht, Leben zu retten!“) stand auf dem großen Banner vor der weltberühmten Kulisse des Eiffelturms geschrieben. 

ONE Frankreich mit klarer Botschaft an die Weltbank.

Auch global und virtuell: Unsere ONE Activists sind mit vollem Einsatz dabei! 

Doch was wäre unser Aktivismus ohne die tatkräftige Unterstützung unserer ONE Activists? Sie bilden das Herzstück von allem, was wir tun. Daher haben wir einige unserer Global Activists gefragt, was ihnen die Aussetzung der Schuldenrückzahlungen bedeutet und warum sie wichtig ist. Wir konnten Stimmen aus den verschiedensten Teilen der Welt einfangen, die sich in einem Punkt alle einig waren: Die globale Pandemie hat bestehende Ungleichheiten weiter verschärft. Es liegt jetzt an uns, die führenden Politiker*innen, Weltbank und IWF an ihre Macht und die damit einhergehende Verantwortung zu erinnern. 

So ließen unsere Global Activists ihren Worten auch Taten folgen. Ob per Videogespräch oder Tweet: Die ONE Activists hatten alle Hände voll zu tun, die Finanzminister*innen ihrer Länder von einem Schuldenstopp zu überzeugen und den nötigen Druck auszuüben. Via Twitter richteten sie sich zudem direkt an die Weltbank und ihren Präsidenten David Malpass. Sie erinnerten Malpass an frühere Aussagen, in denen er sich für das Aussetzen von Schuldentilgungen aussprach.

Italienische Aktivist*innen im Gespräch mit Botschafter Pietro Benassi.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Zusage der G20, die Forderungen nach Schuldenrückzahlungen bis Juni 2021 einzufrieren, gibt den ärmsten Ländern der Welt die Möglichkeit, ihren Kampf gegen die Pandemie fortzuführen. Am 20. November treffen sich die G20-Finanzminister*innen erneut, um eine mögliche Ausweitung der Schuldenerleichterungen zu beschließen. Auch das ist ein weiterer vielversprechender Schritt in die richtige Richtung. Bis dahin bedeutet das aber noch eine Menge Arbeit – für die G20 und für uns. 

Die Weltbank hingegen konnte sich auf kein Schuldenmoratorium einigen, wobei sie aber gleichzeitig neue Kredite vergibt. Damit hat sie ihre größte Chance vertan, den ärmsten Ländern der Welt nachhaltig zu helfen.  

Jetzt heißt es: Dran bleiben!

Dennoch können wir zufrieden auf das bisher Erreichte schauen und sagen: Die Einigung der G20 zeigt, was möglich ist, wenn Aktivist*innen aus der ganzen Welt zusammenkommen und ihre Kräfte bündeln. Zwar sind wir noch nicht auf der Zielgerade angekommen, doch haben gemeinsam einen guten Start hingelegt. Jetzt müssen wir den Druck aufrechterhalten und die G20, Weltbank und private Gläubiger überzeugen: Die Schuldenrückforderungen müssen mindestens bis Ende 2021 ausgesetzt werden, da die gesamte Reichweite der wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 noch lange nicht absehbar sind. Hoffentlich unterstützt Du uns dabei!! 

 

Ohne Euch wäre das nicht möglich gewesen! Wir möchten uns deshalb bei unseren über 70 000 Unterstützer*innen bedanken, die bereits unsere Petition unterzeichnet haben. Ihr fragt euch, was Ihr tun könnt? -Teilt unsere Petition mit Euren Freund*innen und bleibt dran, wie es mit unserer Kampagne weitergeht.   

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22. Oktober 2020

22. Oktober 2020 - 13:01

1. Nigeria: Exzessive Gewalt gegen Zivilbevölkerung
Viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, der Tagesspiegel, die Tageszeitung (TAZ), Zeit Online, die Frankfurter Rundschau und der Standard, berichten über die “exzessive Polizeigewalt” gegenüber Zivilist*innen in Nigerias Wirtschaftsmetropole Lagos. Unter dem Hashtag #EndSARS protestieren seit zwei Wochen viele Menschen gegen die Polizeieinheit SARS, die brutal gegen Demonstrierende vorgehe. Nun sollen bewaffnete Kräfte mit scharfer Munition auf Protestierende geschossen haben. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International seien dabei zwölf Menschen getötet worden. Babajide Sanwo-Olu, Gouverneur des Bundestaats Lagos, sprach jedoch von 25 Verletzten und bestritt jegliche Todesopfer. Zudem gebe es zivil gekleidete Prügel- und Schießtruppen, die bewaffnete Übergriffe auf Demonstrierende vornehmen. Diese Truppen sollen laut der Frankfurter Rundschau auch im Wahlkampf von nigerianischen Politiker*innen eingesetzt werden und können ihre Angriffe ungestraft vor den Augen der Polizei ausführen. Laut Amnesty International sei die Einheit SARS alleine in den letzten drei Jahren für mindestens 82 Fälle von “Folter, Misshandlung und Hinrichtungen” verantwortlich. Nigerias Präsident Muhammadu Buhari habe die Auflösung von SARS angekündigt, hülle sich jedoch bezüglich der Vorkommnisse in Lagos in Schweigen. Die Vorkommnisse erregen mittlerweile auch international Aufsehen. US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden forderte, das brutale Vorgehen gegen die nigerianische Zivilbevölkerung zu beenden.

2. Burundi: Ex-Präsident Buyoya wegen Ermordung verurteilt
Wie die Tageszeitung (TAZ) schreibt, verurteilte Burundis oberstes Gericht den ehemaligen Präsidenten Burundis, Pierre Buyoya, zu lebenslanger Haft. Buyoya, Angehöriger der Tutsi, habe das Land von 1987 bis 1993 sowie von 1996 bis 2003 regiert, sei mittlerweile Sonderbeauftragter der Afrikanischen Union (AU) für Mali und lebe im Ausland. Er sei für den Tod seines Nachfolgers, Melchior Ndadaye, Angehöriger der Hutu, verantwortlich. Nach Ndadayes Wahlsieg 1993 putschten Tutsi-Offiziere. Dies führte wiederum zu einer “Racheaktion gegen die Tutsi-Minderheit”. Der anschließende Bürgerkrieg habe hunderttausenden Menschen das Leben gekostet. Dieser habe geendet, als die Hutu-Rebellen die Macht ergriffen. Sie regieren das Land bis heute. Die Nichtregierungsorganisation SOS Torture Burundi warnt davor, dass die öffentliche gesellschaftliche Abwertung der Bevölkerungsgruppe der Tutsi in Burundi derzeit wieder zunehme. Der Völkermord an den Tutsi in Ruanda 1994 habe mit einer ähnlichen Rhetorik begonnen.

3. Südafrika schließt Grenzen für deutsche Urlauber*innen
Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland meldet, verbietet Südafrika erneut die Einreise von deutschen Urlauber*innen. Der südafrikanische Staat, der erst Anfang Oktober nach einer sechsmonatigen Sperrung die Grenzen wieder öffnete, habe Deutschland zusammen mit fünf anderen Ländern auf die Liste der Hochrisikoländer gesetzt. Für Deutsche mit Ländereien innerhalb Südafrikas Ländergrenzen sowie Expert*innen und Geschäftsreisende seien jedoch Ausnahmen möglich. In Südafrika selbst habe es 704.000 bestätigte Corona-Fälle gegeben. Rund 18.470 Menschen seien bisher an den Folgen von Covid-19 gestorben.

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21. Oktober 2020

21. Oktober 2020 - 9:47

1. Geberkonferenz für die Sahelregion
Bei einer internationalen Geberkonferenz kamen insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro für die Länder der Sahelzonbe zusammen, wie unter anderem Tagesschau.de, das ZDF, die Süddeutsche Zeitung, das Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Tageszeitung (Taz) und die Frankfurter Rundschau melden. Außenminister Heiko Maas sagte vonseiten Deutschlands 100 Millionen Euro für dieses und „die darauf folgenden Jahre“ zu. In der Region seien trotz internationaler Bemühungen 16 Millionen Menschen vom Hunger bedroht. UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock betonte, dass ihm keine Region auf der Welt „so große Sorge“ bereite wie die Sahelzone. Neben den Folgen des Klimawandels führe die politische Instabilität dazu, dass Kriminalität, insbesondere Drogen-, Waffen- und Menschenschmuggel floriere. Dänemarks Außenminister sprach sich für eine gezielte Förderung von Frauen und Mädchen aus. Neben einer koordinierten Unterstützung bei der Entwicklungszusammenarbeit seien mehr Anstrengungen bei der Friedenssicherung notwendig, so Maas.

 2. Guinea: Opposition vor Wahlsieg?
Wie unter anderem Zeit Online, die Tageszeitung (Taz) und die Deutsche Welle melden, erklärt sich Oppositionsführer Cellou Dalein Diallo zum Sieger der Präsidentschaftswahlen in Guinea – noch vor Bekanntgabe des offiziellen Endergebnisses. In der Folge sei es zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Anhänger*innen des 68-Jährigen gekommen. Amtsinhaber Alpha Condé (82) hatte sich auf eine dritte Amtszeit beworben. Zuvor hatte er per Referendum eine Verfassungsreform durchgesetzt, die eine Amtsübergabe nach spätetestens zwei Legislaturperioden nicht mehr zwingend vorsieht. Am 24. November werde es eine Stichwahl geben, wenn kein Kandidat mehr als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen kann.

3. Neuanfang für US-Sudan-Beziehungen?
In einem Meinungsbeitrag in der Süddeutsche Zeitung thematisiert Anna Reuß die aktuelle US-Politik gegenüber dem Sudan, das sich nach dem Sturz von Diktator Omar al-Bashir in einer Phase des Umbruchs befindet. Die Inflation vor Ort nehme Überhand, „Lebensmittelpreise steigen täglich“. Ohne Unterstützung von außen könne sich der Sudan nicht aus seiner Krise lösen. Die USA listen das Land am Nil seit 27 Jahren als staatlichen Terrorismusförderer. Dadurch seien sowohl ausländische Investitionen blockiert als auch Unterstützung durch den Internationalen Währungsfonds oder die Weltbank. Die junge Demokratie Sudans sei „fragil“. Für den Reformer Abdolla Hamdoch, der die Übergangsregierung aus Militärs und Zivilist*innen anführe, wäre eine Streichung von der Terrorliste von immenser politischer Bedeutung. Als Gegenleistung für die Streichung solle das Land Schadensersatz an die Opfer der Terrororganisation al-Qaida in Höhe von 335 Millionen US-Dollar zahlen. Zudem verlange Washington die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel. Die USA sollten jedoch auch zu Zugeständnissen gegenüber Sudan bereit sein, fordert Reuss. Dies sei im Interesse der USA. Andernfalls könne sich das Land aus Mangel an Alternativen China zuwenden.

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Wie Corona die Gesundheit von Müttern bedroht

20. Oktober 2020 - 14:28

Weltweit ist die Gesundheitsversorgung von der aktuellen Corona-Pandemie schwer getroffen. Medizinische Leistungen zur Vorbeugung und Behandlung nicht übertragbarer Krankheiten sind unterbrochen, notwendige medizinische Eingriffe bei Malaria könnten durch die Pandemie wegfallen und insgesamt lastet ein enormer Druck auf Gesundheitssystemen weltweit.

Doch ähnlich wie für den Bildungs– und Beschäftigungssektor, könnte die Pandemie noch größere und übermäßig schlimmere Folgen für die Gesundheitsversorgung von Frauen und Mädchen haben, insbesondere in den Bereichen Geburtshilfe und Verhütung.

Warum das so ist, erklären wir hier.

Die Folgen früherer Epidemien für die Gesundheit von Frauen und Mädchen

2017, also vor Ausbruch der Corona-Pandemie, starben weltweit täglich mehr als 800 Frauen während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt an vermeidbaren Ursachen. Ebenso wurden jedes Jahr mindestens zehn Millionen Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren in Entwicklungsländern ungewollt schwanger. Diese ohnehin schon schlechte Lage könnte sich durch die Corona-Pandemie und den limitierten Zugang zu Ressourcen weiter zuspitzen – mit schrecklichen Folgen für die betroffenen Mädchen und Frauen.

Schon jetzt konnten wir weltweit erleben, wie stark sich die aktuelle Gesundheitskrise sowie Einsparungen im Gesundheitswesen auf die medizinische Versorgung von Müttern und den Zugang zu Verhütungsmitteln auswirken – vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Dort, wo 94 % der Todesfälle während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt auftreten (größtenteils aufgrund von Infektionen, Blutverlust, Bluthochdruck, unsicheren Abtreibungen und anderen zugrunde liegenden Probleme) und wo jedes Jahr ca. 12 Millionen Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren ein Kind zur Welt bringen. Grund dafür ist, dass während einer Gesundheitskrise wie der aktuellen Corona-Pandemie die finanziellen Mittel im Gesundheitswesen umverteilt werden.

Vor der Ebolafieber-Epidemie 2014–2016 war die Müttersterblichkeitsrate in Sierra Leone seit 1990 um mehr als 50 % zurückgegangen und ein „gewisses Niveau der Schwangerschaftsvorsorge war nahezu universell“. Dieser Fortschritt wurde durch die Ebola-Epidemie jedoch zunichte gemacht.

In Sierra Leone, Liberia und Guinea kam es im selben Zeitraum zu einem massiven Anstieg der Müttersterblichkeit, also der Zahl der Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten. Das lag daran, dass Frauen medizinischen Einrichtungen fernblieben – „aufgrund von Quarantäneauflagen oder falschen Vorstellungen vom Virus und seinen Übertragungswegen“. Dies führte letztlich dazu, dass Frauen ihre Kinder zu Hause zur Welt brachten, was deutlich mehr Risiken für die Müttergesundheit birgt, da bei einer Hausgeburt nicht so viele medizinische Eingriffe möglich sind wie bei einer Geburt im Krankenhaus. Im Bereich der Empfängnisverhütung führte die Epidemie in Guinea, Liberia und Sierra Leone zu einem starken Rückgang bei der Verwendung von Verhütungsmitteln und dem Besuch sexualpädagogischer Veranstaltungen.

Doch vor allem wurden während der Epidemie die finanziellen Mittel für die sexuelle und reproduktive Gesundheit umverteilt. Sie wurden nun für die Notfallversorgung eingesetzt, sodass nicht mehr genügend Ressourcen für die notwendige medizinische Versorgung von Frauen zur Verfügung stand.

Angesichts dieser Verhältnisse ging der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen aufgrund der Ebolafieber-Epidemie von „120.000 vermeidbaren Todesfällen von Müttern“ aus.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie könnten noch schwerwiegender sein.

Die Folgen von Corona für die Gesundheitsversorgung von Frauen

Infolge der COVID-19-Pandemie könnten rund 49 Millionen Frauen und Mädchen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln haben und bis zu 15 Millionen ungewollt schwanger werden, wenn der Lockdown ein ganzes Jahr andauert.

Darüber hinaus sind schwangere Frauen und Mütter kurz nach der Geburt auf verschiedene medizinische Untersuchungen und Eingriffe angewiesen. Doch wenn die Angst um die eigene Gesundheit und die ihres Kindes Frauen daran hindert, eine Klinik oder medizinische Einrichtung aufzusuchen, kann dies erhebliche Folgen haben. Dies trifft insbesondere in von Armut am stärksten betroffenen Ländern zu, wo ohnehin schon 1 von 45 Frauen während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt stirbt.

Infolge der aktuellen Corona-Pandemie wird Frauen der Zugang zur sexuellen und reproduktiven Gesundheitsversorgung erschwert und die „Lieferung von Verhütungsmitteln verzögert sich“. Darüber hinaus gibt es aufgrund der Corona-Pandemie viel mehr Hausgeburten. Das birgt zahlreiche Risiken für die Mutter und ihr Kind. Die aktuellen Kürzungen bei der Schwangerschaftsvorsorge und Geburtshilfe könnten dazu führen, dass 113.000 Frauen während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt sterben – vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Diese Zahl könnte durch die Corona-Krise drastisch ansteigen. Schon 2017, also vor der Pandemie, entfielen 86 % der Todesfälle von Frauen während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt auf Afrika südlich der Sahara und Südasien.

Doch wenn Regierungen und Staatschefs jetzt entschlossen handeln, können diese Folge abgemildert werden.

Die Gesundheitsversorgung von Müttern muss Priorität haben

Um die Auswirkungen der Corona-Krise auf die medizinische Versorgung schwangerer Frauen und die Müttersterblichkeit zu mindern, muss die Politik weltweit dafür sorgen, dass die Müttergesundheit priorisiert behandelt wird. Dies erfordert Investitionen in das Gesundheitssystem, um einerseits angemessen auf die Corona-Pandemie reagieren zu können und andererseits die notwendigen Mittel für die Schwangerschaftsvorsorge und Geburtshilfe zur Verfügung stellen zu können. Nur so wird sichergestellt, dass werdende Mütter die medizinische Versorgung erhalten, die sie benötigen, und jeder Mensch weltweit die Corona-Pandemie überleben kann.

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20. Oktober 2020

20. Oktober 2020 - 11:50

1. Vorbereitung auf den Impfstoff
In einem Interview mit Zeit Online mahnt Professorin Marylyn Addo, Infektiologin am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf, die Gesellschaft an, sich an die empfohlenen Maßnahmen halten, um der Pandemie die Stirn zu bieten. Es gebe jedoch auch Grund zur Zuversicht: Die Forschung zu Covid-19 sei erheblich vorangegangen und die Mediziner*innen haben ein besseres Einschätzungsvermögen für Risikopatient*innen entwickelt, die an Corona erkrankt sind. Derzeit seien zwischen 170 und 190 Impfstoffe in der Entwicklung und 44 davon in der klinischen Testphase. Addo selbst forsche in Hamburg an einem Corona-Vakzin. Die Weltgesundheitsorganisaton (WHO) erwartet einen Corona-Impfstoff Mitte des Jahres 2021, wie Deutschlandfunk, RP Online und RTL.de melden. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF lagert laut der Süddeutschen Zeitung und der Berliner Zeitung bereits 520 Millionen Spritzen, um einen neuen Impfstoff so schnell wie möglich einsetzen zu können.

2. Klimakrise und Wasserknappheit
Wie Matthias Jauch im Tagesspiegel berichtet, geht der Streit zwischen Ägypten, Äthiopien und Sudan bezüglich des Staudamms weiter, den Äthiopien gebaut hat. Trotz Drohungen aus Ägypten habe Äthiopien den Staudamm im Juli erstmals mit Wasser befüllt. Während Äthiopien sich davon eine deutlich verbesserte Stromversorgung verspricht, sorgen sich die Bewohner*innen Sudans und Ägyptens um ihre Wasserversorgung. Ein Szenario wie dieses werde auch in Zukunft kein Einzelfall sein. Durch das Bevölkerungswachstum werde der Wasserbedarf weltweit steigen. Nach UN-Angaben haben bereits jetzt 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Außenminister Heiko Maas habe bereits davor gewarnt, dass der Klimawandel nicht nur eine ökologische Herausforderung, sondern auch immer öfter eine Frage von Krieg und Frieden sei. Bereits jetzt gebe es in Nigeria blutige Kämpfe um Weide- und Ackerland, wie Matthias Jauch im Tagesspiegel weiter schreibt. Im Falle des oben erwähnten Staudamms fordern Ägypten und der Sudan eine Einigung. Es habe in der Vergangenheit vorbildliche Lösungen für derartige Probleme gegeben: 1960 haben Indien und Pakistan einen Vertrag zur Nutzung des Indus-Wassers geschlossen, der bis heute gültig ist.

3. Südafrika: Apartheidsgedanken nach wie vor präsent
Bereits am Wochenende schrieb Christian Putsch in der Welt am Sonntag, dass sich die Lage in Südafrika bezüglich der Morde an weißen Farmern zuspitzt. Nach dem Mord an einem jungen weißen Landwirt im südafrikanischen Senekal haben sich Aktivist*innen der EFF (Economic Freedom Fighters) sowie Vertreter*innen der Buren auf den Straßen der Stadt eingefunden. Beiden Gruppen seien am Ortseingang im Zuge von Polizeikontrollen Waffen abgenommen worden. 90 Prozent der Farmen im Bezirk seien im Besitz von Weißen. Im vergangenen Jahr habe es 73 Mordfälle auf Farmen im ganzen Land gegeben. Der letzte Mord in der Gegend um Senekal sei jedoch an einem dunkelhäutigen Farmer begangen worden. Insgesamt sei schwarze Bevölkerung Südafrikas einer weit höheren Kriminalitätsrate ausgesetzt.

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19. Oktober 2020

19. Oktober 2020 - 12:02

1. Nigeria: Proteste gegen Polizeigewalt gehen weiter
Wie der Tagesspiegel und die Frankfurter Rundschau berichten, eskaliert die Polizeigewalt in Nigeria weiter. Die Polizeieinheit SARS, gegen die die Menschen in Lagos seit Wochen auf die Straße gehen, habe laut Amnesty International bereits 82 Menschen getötet. Zudem liegen schwere Vorwürfe wegen Folter und Erpressung vor. Erst zu Beginn dieses Monats habe SARS einen jungen Mann aus einem Hotel gezerrt und daraufhin auf offener Straße hingerichtet. Die Hinrichtung sei aufgezeichnet und auf den sozialen Medien verbreitet worden. Dies habe zu einer Protestbewegung geführt, die keine*n Anführer*in habe und online koordiniert werde. Auch international solidarisieren sich Stars wie Wizkid und Kanye West mit dem Protestierenden. Nigerias Präsident Muhammadu Buhari habe sowohl die Auflösung der SARS-Polizeieinheit sowie die Freilassung aller im Zuge der Demonstrationen festgenommenen Personen versprochen sowie die Einrichtung einer Kommission, die die Übergriffe aufklären soll. Allerdings habe er ebenfalls die Gründung einer neuen Polizeieinheit angeordnet – SWAT (Special Weapons and Tactics Team). Da es in den letzten Jahren bereits ähnliche politische Versprechen gegeben und sich dennoch nichts geändert habe, seien die Protestierenden gewillt, weiterhin auf der Straße zu bleiben. Sie haben ihren Hashtag von #ENDSARS zu #ENDSWAT geändert. Die militärische Führung Nigerias habe bereits angedroht, „mit den subversiven Elementen und Störenfrieden aufzuräumen“.

2. Guinea: Wahlen ein politisches Pulverfass
Wie unter anderem die Tageszeitung (Taz), die Frankfurter Rundschau, die Deutsche Welle und evangelisch.de melden, fanden am Sonntag Präsidenschaftswahlen im westafrikanischen Guinea statt. Die Spitzenkandidaten seien dieselben wie jene bei der ersten demokratischen Wahl im Land 2010: Oppositionsführer Cellou Dalein Diallo sowie Amtsinhaber Alpha Condé. Letzterer würde mit einer erfolgreichen Wahl in eine dritte Amtszeit starten. Da dies bisher verfassungswidrig gewesen sei, habe Condé ein Verfassungsreferendum erwirkt, das ihm weitere zwölf Jahren im Amt ermöglichen würde. Es gebe landesweit politische und ethnische Spannungen, so Ilaria Allegrozzi von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW). Laut dem Washingtoner ‘Afrika Zentrum für Strategische Studien’ ergeben Amtszeitbegrenzungen Sinn, da temporäre Präsident*innen das Landeswohl nicht um jeden Preis mit der eigenen Macht verknüpfen. Laut einer Umfrage des Afrikabarometers befürworten 75 Prozent der Bewohner*innen des afrikanischen Kontinents eine Beschränkung der Amtszeit ihrer jeweiligen Staatsoberhäupter*innen. Laut Joschka Philipps, Soziologe mit Forschungsschwerpunkt Guinea an der Universität Basel, habe die internationale Gesellschaft großes Interesse daran, das westafrikanische Land stabil zu halten. Die Gründe dafür seien wirtschaftlich: Guinea habe weltweit das größte Bauxit-Vorkommen. Ein Sprecher des UN-Generalsekretärs António Guterres habe die Parteien Guineas aufgerufen, von Gewalt abzusehen, schreibt evanglisch.de.

3. Elfenbeinküste: Aufruf zum Wahlboykott
Wie die Tageszeitung (TAZ), die Frankfurter Rundschau und die Deutsche Welle thematisieren, haben zwei der vier Präsidentschaftskandidaten in der Elfenbeinküste zum Boykott der bevorstehenden Wahlen aufgerufen. Von 44 Bewerber*innen für die Kandidatur seien lediglich vier zugelassen worden. Der derzeitige Amtsinhaber Alassane Ouattara habe auf Grund des Todes seines Wunschnachfolgers Amadou Gon Coulibaly (ehemaliger Ministerpräsident) eine Erlaubnis für eine dritte Amtszeit erbeten und diese vom Verfassungsgericht erhalten. Die Bevölkerung sowie die Opposition stehen dieser Entscheidung kritisch gegenüber. Es sei bereits im August zu Ausschreitungen mit Todesopfern gekommen.

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16. Oktober 2020

16. Oktober 2020 - 11:56

1. IWF für Schuldenerlass für arme Länder
Wie Winand von Petersdorff-Campen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet, hat Weltbank-Chef David Malpass bekannt gegeben, dass die Weltbank 12 Milliarden Dollar für die Unterstützung armer Länder zur Verfügung stellen wird. Das Soforthilfepaket soll Entwicklungsländern dabei helfen, Impfstoffe und Medikamente zu kaufen sowie ihre Corona-Teststrategien zu verbessern. Zusätzlich wolle die International Finance Corporation, die Weltbanksparte zur Finanzierung der Privatwirtschaft, vier Milliarden US-Dollar bereitstellen, “um die Produktion von Medizingütern einschließlich Impfstoffen zu fördern“. Laut der Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, sei eine wirtschaftliche Erholung für das kommende Jahr nur möglich, wenn die Verbreitung des Virus weltweit gestoppt werde. Außerdem weist Georgiewa auf die Situation ärmerer Länder hin: Diese seien überfordert, haben Mittelengpässe und benötigen daher mehr Spenden, Kredite und einen Schuldennachlass.

2. Kenia: Jugend startet Nahrungsmittelproduktion
Wie Antje Diekhans in der Tagesschau berichtet, unterstützt die UN-Ernährungsorganisation FAO junge Bäuerinnen und Bauern in Kenia. Die Landwirtschaft mache ein Drittel der kenianischen Wirtschaftskraft aus. Während die Bevölkerungszahl in dem ostafrikanischen Land boomt, steige der Altersdurchschnitt der im landwirtschaftlichen Bereich tätigen Menschen. Schon jetzt müssen Grundnahrungsmittel importiert werden. Deshalb habe sich Kenias Jugend gefragt, wie die Nahrungsmittelproduktion vor Ort weitergehen soll, so Joy Ngui von der FAO. Die FAO arbeite eng mit Kenias Jugend zusammen und vermittle Know-How, das die jungen Menschen auf ihren eigenen Feldern anwenden können

3. Die Afrika-Politik der EU: Quo vadis?
Im Leitartikel in den Stuttgarter Nachrichten plädiert Christoph Reisinger für eine bessere Koordination der europäischen Afrika-Politik. Es sei an der Zeit für eine kritische Bestandsaufnahme. Die EU solle sich fragen, warum sich zum Beispiel die Sicherheitslage in Mali nicht verbessert habe – trotz des jahrelangen Einsatzes tausender EU-Soldat*innen. Es komme nicht auf die Formulierung, sondern auf die konkrete Umsetzung der Ziele der Afrika-Strategie an. Zudem spiele die Zeit eine tragende Rolle: Der afrikanische Kontinent habe nicht nur mit den Folgen des Klimawandels, sondern auch mit vielerorts prekären Lebensverhältnissen und teilweise sogar bewaffneten Konflikten zu kämpfen. Derzeit diskutiere die EU zudem über Schuldenerleichterungen für afrikanische Länder. Reisinger mahnt, dass die EU dabei nicht vergessen dürfe, wie manche Länder mit früheren Schuldenkürzungen oder –erlassen umgegangen sind.

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Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee abschaffen – und Gleichberechtigung vorantreiben?

15. Oktober 2020 - 17:25

Wir sind davon überzeugt: fairer Kaffee darf kein Luxus mehr sein. Deshalb fordern wir die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fair gehandelten und nachhaltig produzierten Kaffee. Damit würden faire Kaffeeprodukte finanziell attraktiver für Konsument*innen in Deutschland und öfter gekauft und getrunken werden. Die Bundesregierung muss diese Chance ergreifen, denn in der fairen Kaffeeproduktion werden essentielle und hohe Sozial- und Umweltstandards eingehalten. Eine steuerliche Begünstigung dieser nachhaltigen Lieferketten könnte dazu beitragen, dass Deutschland dem Erreichen der Globalen Nachhaltigkeitsziele näherkommt. Solche zukunftsorientierte Steuerpolitik hätte mit geringem monetärem Aufwand einen großen Effekt für die Kaffeebäuer*innen in Anbauländern des Globalen Südens – viele von ihnen Frauen.  

Geschlechterungleichheit – auch im Kaffeesektor

Kaffeeproduktion erfordert viel menschliche Arbeit; Anbauflächen sind zudem stark von Auswirkungen des Klimawandels bedroht. Durch die Förderung Fairen Handels im Kaffeesektor können in diesen Bereichen nachhaltige Verbesserungen für Mensch und Umwelt erzielt werden. Doch bleibt oft unbeachtet, dass die herkömmliche Kaffeeproduktion in vielen Bereichen insbesondere auch genderspezifische Ungleichheiten reproduziert. 70% der Arbeit in der Kaffeeproduktion wird von Frauen geleistet. Fokussiert man auf einzelne Teilprozesse der Produktion, sind es sogar 90% in der Feldarbeit und 80% in der Erntearbeit. Mit anderen Worten: Frauen leisten den größten Teil der Kaffeeproduktion – und profitieren somit auch besonders von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und angemessenen Löhnen im Fairen Handel. Doch aktuelle Zahlen erzählen eine andere Geschichte:  Obwohl Kleinbäuerinnen die Kaffeeproduktion maßgeblich stemmen, haben sie noch lange nicht das gleiche Mitspracherecht wie Männer im Produktionsprozess – diese sind in den meisten Fällen Besitzer der Kaffeefarmen. Leider steht für Kaffeebäuerinnen wirtschaftliche, strukturelle und rechtliche Benachteiligung an der Tagesordnung. Einer Studie des Kaffeeproduzenten Nespresso zufolge wünschen sich 97% der in der Kaffeeproduktion tätigen Frauen, aktiver in den Anbau eingebunden zu werden. Die Probleme werden erneut deutlich, wenn man die Zahlen vergleicht. Zwar wird die meiste Arbeit in der Kaffeeproduktion von Frauen geleistet, doch verdienen sie meist weniger und besitzen weitaus weniger Land. Im Schnitt besitzen Kaffeebäuerinnen 25% weniger Land der Anbauflächen als Kaffeebauern! Dieser Wert fluktuiert zwischen 20% (Uganda) und 40% (Tansania). Darüber hinaus werden nur 20 bis 30% der Kaffeefarmen überhaupt von Frauen betrieben. Doch wie können faire Lieferketten dazu beitragen, diese Ungleichheiten zu überwinden? 

Landwirtschaft ist ein Schlüsselsektor in vielen Ländern Afrikas. Viele Bereiche stützen sich maßgeblich auf die Arbeit von Frauen – so auch der Kaffeesektor. (Credit:A.Fleuret_USAID)

Fairer Kaffee und Gleichstellung der Geschlechter

Fairer Handel hilft auf vielen Ebenen, geschlechtsspezifische Ungleichheiten innerhalb der Kaffeeproduktion abzubauen. Hierbei geht es um mehr als allein die Vorgabe von Standards. In der fairen Kaffeeproduktion helfen systematische Kooperationen vor Ort dabei, lokale Mitarbeiter*innen für das Thema zu sensibilisieren und zeitgleich dazu anzuhalten, frauenfördernde Maßnahmen in den lokalen Produktionsprozess zu integrieren. Außerdem gibt es spezielle Frauenförderprogramme – wie zum Beispiel die Woman’s School of Leadership –, welche mithilfe von Organisationen des Fairen Handels vor Ort durchgeführt werden. Doch Geschlechtergerechtigkeit vor Ort dient nicht nur dem Selbstzweck, sondern zahlt sich für die gesamte Gesellschaft und die Umwelt aus. Zahlreichen Studien  zufolge wirkt sich das finanzielle und strukturelle Wohlergehen von Frauen positiv auf deren Familie aus. Aus Zahlen von Women Deliver geht hervor, dass Frauen den Großteil ihres Einkommens in Gesundheit, Ernährung und Bildung ihrer Familienmitglieder reinvestieren. Das hat nicht nur einen positiven Effekt auf die Familie selbst, sondern trägt ebenfalls dazu bei, andere Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen. Beispielsweise kann die rechtliche und wirtschaftliche Gleichstellung zu einer Verminderung der Armut vor Ort beitragen. Auch ein Bericht der Weltbank kommt zu dem Schluss, dass Familien gesamtheitlich profitieren, wenn ihre Frauen stärker und gleichberechtigt in den Kaffeeanbau eingebunden sind.  

01 OCT 2020, BERLIN/GERMANY:
Diskussion und äthiopische Kaffeezeremonie mit Sara Nuru, Unternehmerin, Alexandra Rothe, Kaffeebloggerin, Stephan Exo-Kreischer, Direktor ONE Deutschland, Toni Scheurlen, Moderatorin, Speciality Coffee Roesterei Five Elephant
IMAGE: 20201001-03

Wenn du dich gemeinsam mit uns für Frauen stark machen möchtest, die im Kaffeesektor arbeiten, unterschreibe hier unsere Petition zum diesjährigen Tag der Frauen in Ländlichen Gebieten! 

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15. Oktober 2020

15. Oktober 2020 - 11:14

1. G20-Staaten verlängern Schuldenmoratorium für Entwicklungsländer
Wie unter anderem das Handelsblatt und der österreichische Standard melden, erweitern die G20-Staaten ihr bestehendes Schuldenmoratorium für die ärmsten Länder bis Mitte nächsten Jahres. Der maßgebliche Grund dafür seien die Herausforderungen im Zuge der Coronakrise. Bei dem gestrigen Treffen kritisierten die G20-FInanzminister*innen zudem, dass private Gläubiger sich bisher nicht an einem Schuldenaufschub beteiligen. Im November wollen die G20 die Lage neu bewerten und über etwaige weitere Maßnahmen beraten. Die Entwicklungsorganisation ONE begrüßte die Verlängerung des Schuldenmoratoriums, fordere jedoch, dass sich daran nicht nur die G20-Staaten, sondern auch die Weltbank und private Gläubiger beteiligen.

2. Deutschlands Dilemma in Mali
Wie der Tagesspiegel berichtet, steht Deutschland in Bezug auf Mali vor einem außenpolitischen Dilemma. Das Land sei ein “enger Partner der Bundesregierung” und darüber hinaus von entscheidender Bedeutung in der deutschen Afrika-Strategie. Deutsche Soldat*innen seien an der UN-Mission MINUSMA vor Ort beteiligt. Angesichts des Militär-Putschs sei derzeit noch unklar, wie man mit der Militärjunta als neue Machthaber umgehen solle – zumal diese von weiten Teilen der Bevölkerung unterstützt werde. Würde die Bundesregierung die Bundeswehr aus der MINUSMA-Mission zurückziehen, würde das internationale Kritik nach sich ziehen, insbesondere aus Frankreich, wie ein weiterer Artikel im Tagesspiegel erklärt. Laut dem Konfliktforscher Hans-Georg Ehrhart vom Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik sei die malische UN-Mission ohnehin zum Scheitern verurteilt. FDP-Entwicklungspolitiker Christoph Hoffmann spricht sich für einen erweiterten Ausbau des deutschen Engagements in Mali aus. Der politische Prozess in Mali sei von Deutschland vernachlässigt worden und die Bundesrepublik habe zu wenig Druck auf Ex-Präsident Keita ausgeübt, um Korruption im eigenen Land zu bekämpfen, so die Grünen-Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger. Was die Situation in Mali auf jeden Fall gezeigt habe, sei, dass afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme durchaus funktionieren, so Sicherheitsexperte Markus Kaim von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Deutschland solle daraus die Lehre ziehen, in Zukunft besser mit afrikanischen Organisationen wie der afrikanischen Union (AU) oder der Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten (ECOWAS) zusammenzuarbeiten

3. Uganda: Einschüchterung der Opposition

Wie die Deutsche Welle meldet, wurden die Büros des Künstlers und Oppositionspolitikers Bobi Wine von Sicherheitskräften gestürmt. Im Zuge der Razzia seien 30 Menschen festgenommen worden, darunter vier Kinder, so der Bruder von Wine, der mit bürgerlichen Namen Robert Kyagulanyi heiße. Die ugandische Polizei bestreitet die Vorwürfe. Wine sei der politische Hoffnungsträger der ugandischen Jugend und somit dem derzeitigem ugandischen Staatsoberhaupt Yoweri Museveni ein Dorn im Auge. Bobi Wine thematisiere in seiner Musik soziale Ungleichheit, Korruption, ineffektive Regierungsführung und Jugendarbeitslosigkeit. Präsident Museveni sei seit 1986 im Amt und bewerbe sich im kommenden Jahr für seine sechste Amtszeit.

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9 Frauen, die sich während Covid-19 für Gleichberechtigung starkmachen

14. Oktober 2020 - 16:23

Zur UN-Generalversammlung Ende September kamen Staats- und Regierungschef*innen aus aller Welt per Videoschaltung zusammen, mit dem gemeinsamem Ziel die Welt für alle Menschen zu einem besseren Ort zu machen.

Auf dem diesjährigen Treffen wurden die Ereignisse und Reden von einem Thema dominiert: COVID-19. Die globale Corona-Pandemie hat weltweit Missstände und Ungleichheit zutage treten lassen – und dazu zählt auch die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Die aktuelle Krise könnte sich besonders stark auf die Beschäftigung von Frauen, die schulische Bildung von Mädchen und viele weitere Aspekte auswirken.

Deshalb möchten wir an dieser Stelle neun starke Frauen in den Mittelpunkt rücken, die sich auf der UN-Generalversammlung für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Zuge der Corona-Pandemie starkgemacht haben.

1. Malala Yousafzai

„Die COVID-19-Pandemie ist ein Rückschlag, aber sie darf nicht zur Ausrede werden. Unser Ziel sollte nicht sein, zur alten Normalität zurückzukehren“, sagt Malala Yousafzai.

Die Kinderrechtsaktivistin aus Pakistan setzt sich für die Bildungsrechte junger Frauen und Mädchen ein. 2012 wurde auf die damals gerade einmal 14-Jährige ein Attentat verübt: Auf dem Schulweg schoss ein Taliban ihr aus nächster Nähe in den Kopf. Malala überlebte ihre lebensbedrohlichen Verletzungen und gründete anschließend den nach ihr benannten Malala Fund. Der Fund setzt sich weltweit dafür ein, dass Mädchen die schulische Bildung erhalten, die ihnen zusteht.

2. Phumzile Mlambo-Ngcuka

 „Frauen erleiden erhebliche Verluste. Wir müssen dafür sorgen, dass Frauen in ihren Ländern von sozialen Sicherungssystemen profitieren“, sagt Phumzile Mlambo-Ngcuka.

Mlambo-Ngcuka ist Präsidentin der Einheit der Vereinten Nationen für die Gleichstellung und Ermächtigung von Frauen und hat „ihre berufliche Laufbahn dem Kampf für Menschenrechte, Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit gewidmet“. Bevor sie ihre Position bei der UN antrat, war Mlambo-Ngcuka von 2005 bis 2008 Vizepräsidentin von Südafrika. Sie setzte sich im Rahmen von Projekten zur Armutsbekämpfung besonders für die Verbesserung der Situation von Frauen ein.

3. Åsa Regnér

„Auch 25 Jahre nach Verabschiedung der Pekinger Erklärung und Aktionsplattform ist es keinem Land gelungen, die Gender-Pay-Gap zu schließen“ sagt Åsa Regnér.

Die schwedische Politikerin ist seit 2019 stellvertretende Vorsitzende von UN Women. Davor war sie Ministerin für Kinder, Ältere und Gleichstellung in Schweden. In dieser Position arbeitete sie auf „konkrete Ergebnisse in der Umsetzung der schwedischen Gleichstellungspolitik hin“.

4. Melinda Gates

„Angesichts der langsamen Erholung der Weltwirtschaft nach Corona muss ein Ziel im Mittelpunkt stehen: die wirtschaftliche Ermächtigung von Frauen“, sagt Melinda Gates.

Die Geschäftsfrau, Philanthropin und Mitgründerin der Bill & Melinda Gates Foundation setzt sich weltweit für die Gleichstellung von Frauen und Mädchen ein. Mit ihrem politischen Engagement zur Stärkung und Gleichstellunf von Frauen in aller Welt möchte sie „die gesundheitliche und finanzielle Situation von Familien, Gemeinschaften und Gesellschaften nachhaltig verbessern.“

5. Aya Chebbi

„Wir wollen nicht mehr darüber sprechen, was die Politik unternehmen sollte. Die Politik weiß ganz genau, was getan werden muss, denn sie hat alle wichtigen Rahmenverträge unterzeichnet – es geht nur noch darum, diese auch umzusetzen“, sagte Aya Chebbi.

Die aus Tunesien stammende panafrikanische Aktivistin, Feministin und Diplomatin wurde 2018 zur ersten Jugendbeauftragten der Afrikanischen Union ernannt. Aya Chebbi setzt mit ihrer Arbeit und ihrem „Engagement für Frieden, Gleichstellung und die Integration Afrikas“ weltweit Zeichen.

6. Erna Solberg

 „Die Corona-Pandemie hat weltweit erhebliche Schwächen in unserem System offengelegt. Es besteht kein Zweifel mehr daran, dass wir uns für mehr Gerechtigkeit und Gleichstellung in der Welt einsetzen müssen“, sagt Erna Solberg.

Solberg ist seit 2013 Ministerpräsidentin von Norwegen und wurde 2017 in dieses Amt wiedergewählt. 2016 war sie stellvertretende Vorsitzende der Sonderbotschafter*innen des UN-Generalsekretärs für Ziele der nachhaltigen Entwicklung. In dieser Position setzte sie sich „vor allem dafür ein, dass alle Menschen und besonders Mädchen und Kinder in Konfliktregionen Zugang zu hochwertiger Bildung haben“.

7. Leymah Gbowee

„Wir haben die Pflicht, uns für die Menschheit einzusetzen. Werden Sie aktiv und korrigieren Sie Fehlentwicklungen“, sagt Leymah Gbowee.

Für ihre Arbeit als Frauenrechtlerin, Friedensaktivistin und Sozialarbeiterin wurde die Liberianerin 2011 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Zu den Höhepunkten ihrer Karriere zählt ihre Arbeit als Anführerin einer gewaltfreien Bewegung. Die Bewegung brachte christliche und muslimische Frauen zusammen und trug maßgeblich dazu bei, den Bürgerkrieg in Liberia, der 14 Jahre lang andauerte, zu beenden.

8. Dr. Alaa Murabit

„Wenn wir den Wiederaufbau einer besseren Welt realistisch angehen wollen, müssen wir die heutigen Missstände ehrlich benennen. Aktuell betreiben wir weiterhin eine Politik, von der nur einige wenige Menschen profitieren“, sagt die feministische Aktivistin Dr. Alaa Murabit.

Dr. Alaa Murabit ist Ärztin und setzt sich weltweit für Frauenrechte und globale Sicherheit ein. Sie war außerdem als Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Beschäftigung im Gesundheitswesen und Wirtschaftswachstum tätig. Dr. Alaa Murabit ist für ihre Arbeit als Gründerin von The Voice of Libyan Women, ihre TED-Talks zum Feminismus und vieles mehr bekannt geworden.

9. Katrín Jakobsdóttir

 „Diese Pandemie hat uns gezeigt, wie sehr wir Vielfalt in der politischen Führung benötigen“, sagt Katrín Jakobsdóttir.

Katrín Jakobsdóttir wurde im November 2017 zur Ministerpräsidentin Islands gewählt. Außerdem ist sie Vorsitzende des Council of Women World Leaders.

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14. Oktober 2020

14. Oktober 2020 - 12:53
  1. G20: Entscheidung über Schuldenerleichterungen für arme Länder fällt heute

Das Handelsblatt  und der Tagesspiegel  thematisieren wachsende Staatsschulden während der Corona-Pandemie, die insbesondere für Entwicklungsländer zum Problem werden. Beim heute stattfindenden Treffen der G20-Finanzminister*innen werde über Schuldenerleichterungen für die ärmsten Länder beraten. Um die vom April dieses Jahres stammende „Initiative zur Aussetzung des Schuldendienstes“ (DSSI), die mit Ende des Jahres ausläuft, zu ersetzen, haben die G7-Finanzminister*innen ein Rahmenwerk für „faire Lastenverteilung“ sowie „Schuldenerleichterungen auf Einzelfallbasis“ vorgeschlagen. Die G7 sowie Weltbank-Präsident David Malpass fordern zudem eine Beteiligung privater Gläubiger bei Schuldenerleichterungen. Die Entwicklungsorganisationen erlassjahr.de, Brot für die Welt, Misereor und Oxfam Deutschland fordern Schuldenerlasse für Entwicklungs- und Schwellenländer. Auch die NGO ONE spricht sich für ein Schuldenmoratorium bis Ende 2021 aus, wie unter anderem das Handelsblatt, Focus Online und Yahoo News melden. Kein Land solle “zwischen Schuldenrückzahlungen oder Menschenleben entscheiden müssen”, so ONEs Deutschland-Direktor Stephan Exo-Kreischer. Laut Reuters planen die G20, das Schuldenmoratorium vorerst bis Mitte 2021 zu verlängern und im April desselben Jahres über das weitere Vorgehen bei etwaigen Schuldenerleichterungen zu sprechen. Einige Länder seien dagegen, das Schuldenmoraotrium bereits jetzt um zwölf Monate zu verlängern, so Malpass. Anders als die G20-Staaten beteiligen sich private Gläubiger bisher nicht an einem Schuldenmoratorium.

  1. So kann der Hunger bis 2030 besiegt werden

Wie die Tageszeitung(TAZ) und die Berliner Zeitung berichten, hat das deutsche Entwicklungsministerium eine Studie veröffentlicht, die zeigt, wie der Hunger auf der Welt bis 2030 besiegt werden kann. Das Hauptaugenmerk für eine erfolgreiche Hungerbekämpfung müsse bei der Förderung von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in afrikanischen und asiatischen Ländern liegen, so der Bericht. Dabei sei es wichtig, eine nachhaltige und ökologische Vorgehensweise zu beachten – denn bereits jetzt beeinflusse der Klimawandel die Ernährungsversorgung stark. Zudem sei es wesentlich, Frauen und Mädchen zu fördern sowie den innerafrikanischen Warenaustausch zu stärken. Außerdem plädieren die Expert*innen für eine Verbesserung des Transports und der Lagerung der Lebensmittel. Um das UN-Entwicklungsziel, den Hunger auf der Welt bis 2030 zu beenden, zu erreichen, müsse die Weltgemeinschaft 14 Milliarden US-Dollar pro Jahr investieren. Entwicklungsminister Gerd Müller sicherte bereits zu, dass Deutschland seinen Beitrag zur Hungerbekämpfung erhöhen werde. Beim jetzigen Stand der Bemühungen gegen Hunger werden 2030 zehn Prozent der Weltbevölkerung hungern müssen.

  1. Nigeria: Bevölkerung fordert Auflösung gewaltsamer Polizeieinheit

Wie Spiegel meldet, kündigte Nigerias Präsident Muhammadu Buhari nach zahlreichen Protesten an, die „Anti-Überfall“-Polizeieinheit SARS aufzulösen. Diese sei in Nigeria für Raubüberfälle auf die Bevölkerung bekannt und habe sich laut Amnesty International für 82 Fälle von Folter, Misshandlung und außergerichtlicher Hinrichtung im Zeitraum von Januar 2017 bis Mai 2020 zu verantworten. Bei den Demonstrationen in der Stadt Lagos sei die nigerianische Polizei gewaltsam mit scharfen Waffen und Tränengas gegen Demonstrierende vorgegangen und habe dabei mindestens einen Menschen getötet. Bis sich daran nichts ändere, werde sie auf der Straße bleiben, so die 26-jährige Demonstrantin Olasunkanmi Amoo.

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13. Oktober 2020

13. Oktober 2020 - 14:29

1. Die Welt erleidet eine Hungerkrise

Die Welthungerhilfe hat ihren jährlichen Welthungerhilfe-Index (WHI) vorgestellt. Darüber berichten zahlreiche Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung , die Frankfurter Allgemeine Zeitung, ZDF, das Handelsblatt, der Spiegel und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. In den 107 untersuchten Ländern habe sich die Lage durch die Coronakrise deutlich verschärft. Insgesamt leiden 690 Millionen Menschen an Hunger. Fast die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren sterbe auf Grund von Unterernährung. Das angestrebte UN-Ziel, bis 2030 Hunger erfolgreich bekämpft zu haben, rücke dadurch in weite Ferne. Laut dem WHI können bis zu 840 Millionen Menschen auch in zehn Jahren noch unterernährt sein.

2. Schulden: Afrikas Schicksal hängt von China ab

Wie Frank Stocker in der Welt berichtet, stehen viele Länder des Globalen Südens kurz vor einer Wirtschaftskrise – oder stecken bereits tief drin. Schon vor der Coronakrise haben Entwicklungs- und Schwellenländer große Summen an Schulden angehäuft. Diese seien nun auf einen fatalen Höchstwert angestiegen. Wie das Handelsblatt berichtet, hat sich die Verschuldung aufstrebender Länder seit 2010 laut dem Bankenverband IIF verdoppelt. Südafrika beispielsweise stecke 20 Prozent seines Haushalts in den Schuldendienst. Die Schuldenlast sei für ärmere Länder weit problematischer als für wohlhabende Industrieländer, was an der instabilen wirtschaftlichen Situation sowie hohen Zinsen liege, die Schwellen- und Entwicklungsländer oft aufweisen. Während die G20-Länder dazu tendieren, Schuldenerlasse oder Schuldenaufschiebungen für ökonomisch schwächere Länder zu gewähren, seien private Gläubiger noch immer zögerlich, diesem Beispiel zu folgen. China sei in Bezug auf Afrika der einflussreichste Gläubiger und spiele bei der Kreditvergabe an afrikanische Länder eine tragende Rolle. Eine Schuldenstundung sei nötig, um den verschuldeten Ländern die Möglichkeit zu bieten, sich wirtschaftlich zu erholen und in Gesundheitsmaßnahmen zu investieren, so Weltbank-Direktor David Malpass. Afrikas wirtschaftliches Schicksal liege somit zu einem großen Teil in Chinas Händen.

3. Der Kilimandscharo brennt

Wie der Spiegel, der Tagesspiegel, die Rheinpfalz und die Deutsche Welle berichten, ist ein Feuer auf dem Kilimandscharo ausgebrochen. Die Gründe seien noch ungeklärt. Die Löscharbeiten gestalten sich trotz tatkräftiger Unterstützung der Zivilbevölkerung als schwierig. Der Brand sei auf 3500 Metern Höhe ausgebrochen, wo es kaum noch Wasser gebe, so die Bergführerin Debbie Bachmann. Das Wahrzeichen Tansanias sei maßgeblich für den Tourismus des Landes. Rund 1,6 Millionen Jobs hängen an dem Publikumsmagneten. Das als Weltnaturerbe anerkannte fast 6.000 Meter hohe Bergmassiv werde jährlich von zehntausenden Tourist*innen bestiegen.

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Fairer Kaffee in drei Aufgüssen – Unser virtueller Weltkaffeetag

13. Oktober 2020 - 10:06

Es klirren Löffel im Hintergrund, ein aromatischer Geruch liegt in der Luft und die Begeisterung für fair gehandelten Kaffee ist nahezu greifbar– es ist Donnerstagabend, der 1. Oktober, Weltkaffeetag. Im Rahmen unserer Kampagne „Fairness darf kein Luxus sein“ haben wir von ONE gemeinsam mit Sara Nuru von nuruCoffee zu einer äthiopischen Kaffeezeremonie geladen. Mit dabei: eine virtuelle Zuschauerschaft. 

 

‚Auf einen fairen Kaffee‘ ist das Motto des Abends, an dem sich Stephan Exo-Kreischer, Direktor von ONE Deutschland, mit der Unternehmerin und Gründerin von nuruCoffee Sara Nuru und Kaffeebloggerin Alexandra Rothe von Milk & Café zu einem Gespräch in der ‚Speciality Coffee‘-Rösterei Five Elephant trifft. Neben der Moderation durch Toni Scheurlen wird das Event von einer traditionellen äthiopischen Kaffeezeremonie begleitet. Ziel des Abends: Den immensen Mehrwert einer Befreiung fair gehandelten Kaffees von der Kaffeesteuer zu diskutieren. Denn: Fairness darf kein Luxus sein.

 

Vorbereitungen: Kaffee mahlen oder stoßen? 

Schon vor dem ersten Aufguss hält der Abend einige Überraschungen bereit, denn weder Elektromahler noch Omas alte Kaffeemühle kommen beim Kaffeemahlen zum Einsatz: In der äthiopischen Tradition werden die Bohnen nämlich händisch zerstoßen. Kaffeemeisterin Ruth röstet die Bohnen auf dem Bunsenbrenner und es knackt es leise, als die Bohnen mit dem großen Holzmörser zerstoßen werden. Moderatorin Toni merkt an, dass diese traditionelle Form der Kaffeezubereitung sicherlich auch eine gewisse Kraftaufwendung mit sich bringt. Während der erste Aufguss so vorbereitet wird, erzählt uns Sara von ihrer ersten Tasse Kaffee in ihrem Leben – für sie ein wahrer Aha-Moment. Anders als Saras Eltern ihr als Jugendliche jahrelang erzählt hatten, steht ihrer Leidenschaft für das wachmachende Heißgetränk gar keine vermeintliche Kaffee-Allergie im Weg. 

 

Erster Aufguss: Genuss

Mit Masken vor Mund und Nase lassen sich unsere Kaffeeexpert*innen und Moderatorin Toni ihren ersten Aufguss von Kaffeemeisterin Ruth einschenken. Zurück auf ihren Plätzen werden die Masken abgenommen und die heiße Brühe in den kleinen weißen Porzellantassen gekostet. „Mhh das schmeckt ein bisschen nach Nelken und Zimt, kann das sein?”, beschreibt Toni ihr koffeinhaltiges Geschmackserlebnis. Gleichzeitig führt die erste revitalisierende Tasse Kaffee an diesem Abend auch direkt zum ersten Highlight: Sara, Alexandra und Stephan müssen ihre Kaffeeexpertise in unserem kniffligen Kaffeequiz unter Beweis stellen. Warum wurden Kaffee und Cafés im Laufe der Geschichte mehrfach verboten? Was hat Café eigentlich mit der Erfindung der Webcam zu tun? Das sind nur einige der Fragen, die das Kaffeewissen der drei auf die Probe stellen. Viele Wissenslücken werden dabei mit weiteren (un)nützen Fakten rund um den koffeinhaltigen Wachmacher unterfüttert: Oder hättet Ihr gewusst, dass Johann Sebastian Bach eigens eine Kaffeekantate komponiert hat?

 

Zweiter Aufguss: Ansprechen von Problemen 

Erneut tappt unsere Kaffeerunde zu Ruth, um sich ihre nächste Tasse Kaffee an diesem Abend abzuholen. Mit den Worten „Fruchtig und das erinnert irgendwie an Weihnachten“ kommentiert Alexandra die zweite Verkostungsrunde. Verfeinert mit traditionellen Kräutern, begeistert der zweite Aufguss besonders die bekennende Kaffeeenthusiastin. Und was darf bei einer guten Tasse Kaffee natürlich auch nicht fehlen? – Ein süßes Stück Gebäck! In dieser aufgelockerten Atmosphäre leitet Moderatorin Toni zum wichtigsten Programmpunkt an diesem Abend über: Die Kaffeesteuer!

Es gibt ein Problem, weshalb wir hier sind und das es zu lösen gilt: Die Kaffeesteuer!” – Toni Scheurlen, Moderatorin 

Wie passend, dass der zweite Aufguss in der äthiopischen Kaffeezeremonie für das Ansprechen von Problemen steht – für unsere abendliche Kaffeerunde also ein guter Zeitpunkt, um über die oft verheerenden Arbeitsbedingungen für Kleinbäuerinnen und –bauern in der globalen Kaffeeproduktion zu sprechen. Sara berichtet von ihrem Engagement und wie vor allem Frauen im Kaffeeanbau immer wieder prekären Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind. Und auch wenn viele Konsument*innen generell bereit seien, sich für fair gehandelten Kaffee zu entscheiden, ist dieser meist teurer als konventionell gehandelte Alternativen. Hier wollen nuruCoffee und ONE Deutschland mit ihrer Petition „Fairness darf kein Luxus sein“ ansetzen, erklärt Stephan. Mit der Abschaffung der Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee könnten zusätzliche Kaufanreize für nachhaltige Kaufentscheidungen geschaffen werden. Das wiederum könnte die Nachfrage für fair gehandelten Kaffee steigern und die Arbeit von Millionen Kleinbäuerinnen und –bauern nachhaltig sichern. 

 „Wir sorgen dafür, dass Menschen in den produzierenden Ländern ein Leben führen können, dass menschenwürdig ist, sie ihren Kindern eine Zukunft geben können, sie Perspektiven haben und dass die Umwelt vor Ort geschützt wird.“ – Stephan Exo-Kreischer, Direktor ONE Deutschland 

Bei der anschließenden Beantwortung der Zuschauer*innen-Fragen wird deutlich, dass der Staat in diesem Punkt maßgeblich Verantwortung trägt: Denn für eine steuerliche Entlastung fair gehandelten Kaffees müssen Standards für Fairness und Nachhaltigkeit transparent und gesetzlich festgelegt werden. Schließlich hat sich die Bundesregierung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verschrieben. Das schließt die gezielte Unterstützung nachhaltigen Konsums und fairer Lieferketten mit ein. 

„Wie kriegt man das hin, dass es einen fairen Standard gibt? Aber ich denke, es gab schon viele andere Probleme, wo wir gesagt haben wie kriegt man das hin? und es gab eine Lösung und vielleicht müssen wir da ein bisschen positiver bleiben.” – Alexandra Rothe, Kaffeebloggerin 

 

Dritter Aufguss: Der Segen und die Lösung von Problemen

Bevor es zur letzten Tasse Kaffee für diesen Abend übergeht, wird ganz im Zeichen des dritten Aufgusses auch das Gewinnspiel aufgelöst. Energiegeladen von den zwei vorhergehenden Aufgüssen greifen Sara, Stephan und Alexandra nach ihren Lieblingstassen und lassen sich den letzten Aufguss für diesen Abend einschenken. Anschließend erzählen sie von den praktischen Vorteilen, die eine Befreiung von der Kaffeesteuer für fairen Kaffee mit sich bringt.   

„Es ist tatsächlich so, dass es einen unglaublichen Unterschied macht, ob du den Kaffee von Kooperativen oder über den konventionellen Markt beziehst, wo die Kaffeebäuerinnen und –bauern Tagelöhner sind und so gut wie nichts verdienen.“ – Sara NuruUnternehmerin und Gründerin von nuruCoffee 

Nur fairer Kaffee ermögliche es den Bauern und Bäuerinnen, ihr eigenes Stück Land zu verwalten und so den Wert ihrer Arbeit selbst zu bestimmen, erklärt Sara. Gleichzeitig ermögliche es ihnen, ihre Familien zu versorgen und Umweltstandards einzuhalten. Mit dem Bekenntnis zu den Nachhaltigkeitszielen ist es Deutschlands Verantwortung, alle Bemühungen zur Beendigung von extremer Armut voranzutreiben, ergänzt Stephan abschließend – die Befreiung fairen Kaffees von der Kaffeesteuer sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. 

 

Seid ihr jetzt genauso energiegeladen wie wir am vergangen Donnerstag? – Dann unterstützt unsere Petition und fordert gemeinsam mit ONE Deutschland und nuruCoffee, fairen Kaffee von der Kaffeesteuer zu befreien! Alle, die unseren Livestream verpasst haben und eine traditionelle äthiopische Kaffeezeremonie gepaart mit einem spannenden Austausch zum Thema Kaffeesteuer und nachhaltige Entwicklung erleben möchten, können unser Facebook Live „Auf einen Kaffee mit ONE x Sara Nuruhier nachschauen.

 

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12. Oktober 2020

12. Oktober 2020 - 15:16

1.Friedensnobelpreis rückt Kampf gegen Hunger in den Fokus
Anlässlich der Vergabe des diesjährigen Friedensnobelpreise an das UN-Ernährungsprogramm WFP thematisieren viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung (SZ), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), der Tagesspiegel und die Frankfurter Rundschau, die Rolle der UN-Institution im Kampf gegen den weltweiten Hunger. Laut Tagesspiegel hat das WFP 2019 vier Millionen Tonnen Nahrungsmittel und 2,1 Milliarden US-Dollar für die Hungerbekämpfung zur Verfügung gestellt. 97 Millionen Menschen in 88 Ländern hat das WFP laut der Süddeutschen Zeitung und der Tageszeitung (TAZ) bereits unterstützt. Arne Perras kritisiert in einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung, dass das WFP für Abhängigkeitsverhältnisse vor Ort sorge. Wie Anna Reuß in der Süddeutschen Zeitung weiter schreibt, tragen die Projekte des WFP sogar zur Schwächung der landwirtschaftlichen Produktion in den Ländern des Globalen Südens bei. Ferner komme auch das WFP nicht dagegen an, dass das Leid der Bevölkerung in bewaffneten Konflikten oft als Druckmittel missbraucht werde, wie das Beispiel Jemen zeige. Die Tageszeitung (TAZ) weist außerdem darauf hin, dass die Zahl der Hungernden auf dem afrikanischen Kontinent seit der Verabschiedung der UN-Milleniumsziele in 2000 gleich geblieben oder sogar angestiegen sei. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) sprechen sich Entwicklungsminister Gerd Müller und die Präsidentin der Welthungerhilfe, Marlehn Thieme, für einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder und ein Lieferkettengesetz aus. Eine Welt ohne Hunger sei möglich, es fehle jedoch der politische Wille, so Müller.

2.Schuldenerleichterungen: Ja oder nein?
Wie Nico Beckert im Tagesspiegel berichtet, planen die G20-Staaten Schuldenerleichterungen für Entwicklungsländer. Die G7-Finanzminister*innen haben China vorgeworfen, diese Bemühungen zu untergaben. Diese Vorwürfe seien laut Deborah Brautigam, Polit-Ökonomin und Direktorin der China Africa Research Initiative an der John Hopkins Universität in Washington, jedoch unbegründet. Laut Weltbank-Präsident Malpass müsse dafür gesorgt werden, dass sich private Gläubiger an den Schuldenerleichterungen beteiligen. Diese Forderung werde auch von diversen Entwicklungsorganisationen wie Oxfam, Brot für die Welt, Misereor und erlassjahr.de unterstützt. Allerdings bergen Schuldenerleichterungen auch Risiken für die Länder, die diese in Anspruch nehmen. Erst kürzlich haben Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit Sambias heruntergestuft, nachdem das Land um einen Schuldenaufschub gebeten hatte. Viele private Gläubiger selbst sprechen sich ebenfalls gegen Schuldenerleichterungen aus. Das Institute of International Finance (IIF) fordert, dass eine Beteiligung des Privatsektors auf freiwilliger Basis erfolgen müsse.

3.Fakten gegen Krankheiten
Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, das unter anderem in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, in den Kieler Nachrichten und im Göttinger Tageblatt erschien, spricht Anja Langenbucher, Europadirektorin der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, über die Arbeit ihrer Stiftung zum Thema Gesundheit. Die Gates-Stiftung arbeite auf Basis von Daten, “um die Anliegen von Menschen in Entwicklungsländern sichtbar zu machen”, sagt Langenbucher. 68 Millionen Menschen seien auf Grund der Corona-Pandemie in die extreme Armut abgerutscht. Covid-19 habe außerdem zur Folge, dass gesundheitliche Erfolge in der Welt um Jahrzehnte zurückgeworfen seien. Die globale Impfquote sei auf den Stand der Neunzigerjahre zurückgefallen. Um hier entgegenzuwirken, plädiert sie für die Unterstützung der Impfallianz Gavi. Diese setze sich dafür ein, dass Impfstoffe auch in Ländern mit geringem Einkommen zugänglich sind. Die Stiftung versuche im Austausch mit Expert*innen, zu verstehen, warum Stiftungsgründer Bill Gates zur Reizfigur von Verschwörungstheoretiker*innen und Impfgegner*innen geworden ist. Menschen dazu zu animieren, keine Masken zu tragen, gefährde die Bevölkerung und sei Besorgnis erregend.

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9. Oktober 2020

9. Oktober 2020 - 12:17

1.IWF für Lockdown
Wie die Süddeutsche Zeitung(SZ), die Welt und die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichten, hat sich der internationale Währungsfonds (IWF) für einen Lockdown und scharfe Maßnahmen zu Zeiten der Coronakrise ausgesprochen. Eine Studie der Organisation habe gezeigt, dass ein strikter Lockdown langfristig wirtschafsfördernder sei. Deshalb warne der IWF vor einer vorzeitigen Beendigung von Lockdowns zum Wohle der Wirtschaft – dies sei laut den IWF-Forscher*innen eher kontraproduktiv. Die Auffassung einiger Politiker*innen, sich zwischen der Rettung von Menschenleben und der Wirtschaft entscheiden zu müssen, sei nicht unbedingt zutreffend. Tatsächlich sei tendenziell eher das Gegenteil der Fall: Gesunde Menschen tragen zu einer gesunden Wirtschaft bei. Allerdings führen Lockdowns auch zu Problemen wie einem zunehmenden Auseinanderklaffen zwischen ökonomisch arm und reich. Entwicklungsexpert*innen fürchten laut der FAZ, dass es zunehmend aussichtsloser werde, extreme Armut bis 2030 zu beenden. Wie evangelisch.de schreibt, trage soziale Ungleichheit laut der Organisation Oxfam maßgeblich zur Verbreitung von Covid-19 bei. Viele Länder hätten beim Kampf gegen soziale Ungleichheit versagt und seien deshalb schlecht auf die Pandemie vorbereitet gewesen, so die Oxfam-Analystin für soziale Ungleichheit Elle Ehmke.

2.Gender-Win: Frau aus dem Globalen Süden wird neue WTO-Chefin
Wie unter anderem das Handelsblatt, die Frankfurter Allgemeine Zeitung(FAZ) und die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichten, steht bereits fest, dass erstmals eine Frau aus dem Globalen Süden die nächste Chefin der Welthandelsorganisation (WTO) wird. Die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen müssen bis Ende Oktober eine finale Entscheidung zwischen Ngozi Okonjo-Iweala, Nigerias Ex-Finanzministerin, und Yoo Myung Hee, Südkoreas Handelsministerin, treffen. Myung Hee strebe WTO-Reformen an und Okonjo-Iweala wolle sich für die Länder des Globalen Südens stark machen. Letztere gelte laut der FAZ als Favoritin – abgesehen von ihren bemerkenswerten Qualifikationen sei es an der Zeit, eine Afrikanerin an die Spitze der Organisation zu wählen. Okonjo-Iweala bezeichne sich selbst als starke und tatkräftige Reformerin – und diese Reformen habe die WTO, wie die FAZ weiter schreibt, bitter nötig.

3.Prioritäten am Tschadsee: Naturschutz oder Wirtschaftsboost?
Wie Thielo Thielke in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet, haben die Länder Tschad, Kamerun, Niger und Nigeria jahrelang mit vereinten Kräften an einer Bewerbung gearbeitet, um den westafrikanischen Tschad-See als Weltkultur- und Weltnaturerbe von den Vereinten Nationen anerkennen zu lassen. Das Bewerbungsverfahren laufe zwar nach wie vor, jedoch habe Tschads Tourismus- und Kulturminister nun eine E-Mail an die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) verfasst, in der er um eine Aufschiebung des Verfahrens bittet. Es seien Abkommen mit Ölfirmen zur Erschließung des Gebiets getroffen worden. Die betroffenen Gebiete liegen auch innerhalb der Landschaft, die als Weltkulturerbe hätte anerkannt werden sollen. Wenn die Suche nach Öl fortgesetzt werde, habe der Tschadsee jegliche Chance verspielt, auf die Liste der Weltkulturerbestätten aufgenommen zu werden.

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