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Aktuelles vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg
Aktualisiert: vor 2 Tage 7 Stunden

Diskussion über das Atomabkommen mit dem Iran

21. Juni 2018 - 13:51

"Iran-Abkommen: Eine Weichenstellung für Europa?" lautete am 20. Juni 2018 das Thema einer Podiumsdiskussion mit den beiden IFSH-Rüstungsexperten Prof. Dr. Götz Neuneck und Prof. Dr. Michael Brzoska an der Bucerius Law School in Hamburg.

 

Die USA haben das Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt und setzen damit die EU unter Druck. Auf der einen Seite wollen die Europäer die transatlantischen Beziehungen nicht belasten. Auf der anderen Seite sind sie entschlossen, sowohl die nukleare Bewaffnung des Iran als auch einen weiteren Krieg im Mittleren Osten zu verhindern. Wie selbstbewusst sollte Europa seine Interessen vertreten? Was bedeutet die Entscheidung für die künftige weltpolitische Rolle der EU?

 

Götz Neuneck ging dabei vor allem auf die sicherheitspolitischen Fragen und auf die Aspekte der Rüstungskontrolle ein. Michael Brzoska referierte über die wirtschaftlichen Folgen und Sanktionsfragen im Streit um das iranische Atomprogamm. Insbesondere die Möglichkeiten der Europäischen Union wurden anschließend rege diskutiert. Die Veranstaltung fand im Rahmen des "Studium generale" der Bucerius Law School statt und wurde von Studierenden moderiert.  

Zukunft der europäischen Verteidung und Rüstungskontrolle

21. Juni 2018 - 13:41

Vom 11.-13. Juni 2018 hat an der Universidad Nebrija in Madrid die XLV CICA-Konferenz stattgefunden. CICA steht für "Colloquia on the Brain and Aggression" und organisiert seit den frühen 1980er Jahren interdisziplinären Tagungen zu Gewalt und zur Aggressionsforschung. Schwerpunkt war in diesem Jahr "The Future of Security and Defence in Europe". IFSH-Abrüstungsexperte Prof. Dr. Götz Neuneck hielt auf dem Panel "Non-Proliferation" einen Vortrag zum Thema "European Security, Arms Control and Disarmament" .

IFSH-Eurasienexpertin Anna Kreikemeyer bei der Jahrestagung der British Studies Association

19. Juni 2018 - 11:54
IFSH-Eurasienexpertin Anna Kreikemeyer hat sich an der Jahrestagung der British Studies Association (BISA) in Bath, Großbritannien (13.-15.6.2018) mit zwei Vorträgen beteiligt:

Im Panel “How (not) to do research on development, peace and security in Central Eurasia: Reflections, lessons, and new ways forward” präsentierte Anna Kreikemeyer ein Paper zum Thema “Prospects for Peace Research in Central Eurasia. Between Discourses of Danger, Local Social Orders and Hybridizations”. Darin ging sie der Frage nach, wie die liberale Friedensforschung konzeptionell und methodisch weiterentwickelt werden kann angesichts der Ungleichgewichte, Differenzen und Abgrenzungen im Verhältnis zu Eurasien. „Eurasien“ bezeichnet die postsowjetischen Staaten und ihre Nachbarländer.  

West-Ost: Unterschiedliche Vorstellungen über Konfliktbewältigung

 

Bei der Art und Weise wie akademisches Wissen geschaffen und auf akademischen Märkten verbreitet wird (Knowledge Production), gibt es Gemeinsamkeiten, aber auch beträchtliche Unterschiede zwischen westlicher und eurasischer Friedens- und Konfliktforschung. Differenzen bestehen z.B. bei den unterschiedlichen Einstellungen zu Konflikten und bei den Vorstellungen, wie sie bewältigt werden sollen. In Europa betrachten Friedensforscherinnen und Friedensforscher soziale Konflikte in der Regel als unvermeidlich und sehen in einer gewaltfreien Konfliktbewältigung auch Chancen. In Eurasien sieht man in Konflikten vor allem eine Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Deshalb bevorzugt man dort schnelle und autoritative Formen der Konflikteindämmung. Auch vor militärischen Instrumenten schreckt man weniger zurück. In der europäischen Tradition wird Friedensstiftung als konstruktiver vermittelnder Prozess zwischen allen Konfliktparteien angesehen. In Eurasien hingegen stehen staatliche, autoritäre Regelungen verbunden mit sozialer Eintracht und wirtschaftlichem Wohlergehen der Bevölkerung im Vordergrund.

 

Welche Folgen hat ein autoritäres Konfliktmanagement?

 

Angesichts dieser kulturellen und politischen Ungleichgewichte und Unterschiede plädiert Kreikemeyer in einem Mehrebenenansatz für einen achtsamen Umgang mit universalistischen Ansprüchen bei liberalen Vorstellungen zum Friedensaufbau in Eurasien. Nach Ansicht der Autorin sind hier noch tiefer gehende Studien und Dialoge über konkrete Konflikte und Interventionsformen wichtig. Dabei sollte auch genauer erforscht werden, wie soziale Ordnungen zum Friedenserhalt beitragen können und welche sicherheitspolitische Folgen ein autoritäres Konfliktmanagement hat. Außerdem ist im Zeitalter der Globalisierung noch zu wenig bekannt, wie externe Faktoren Einfluss auf lokale Konflikte und auf Friedensprozesse nehmen.

 

Akademischer Austausch zwischen Ost und West

 

Im Workshop “Security Theory, Expertise and Practice: Past Experiences and New Approaches to Collaboration“ wurden Kooperationserfahrungen in der Forschung mit ausländischen Partnern und Partnerinnen vorgestellt. Es wurde gefragt, wie diese gemeinsame Wissensproduktion die humanitäre Sicherheit beeinflussen kann und wie nachhaltig sie ist. Inwiefern wirken Sachzwänge oder Interessen auf die Projektentwicklung und – vermarktung ein? Auch diese Fragen waren Gegenstand der Diskussion. Kritisch geprüft wurde, ob und wie Fragestellungen möglicherweise dazu führen, dass ein Thema ausschließlich oder zu stark unter sicherheitspolitischen Aspekten betrachtet wird. Von besonderem Interesse waren schließlich innovative Ideen zu praktischer Kooperation.

 

 Eurasia Peace Studies Exchange Project

 

Kreikemeyer stellte das Konzept und die Erfahrungen das Eurasia Peace Studies Exchange Projects vor. Das vom Norwegian Centre for International Cooperation in Education (SIU) geförderte akademischen Netzwerk orientiert sich an dem oben beschriebenen Ansatz. Es verfolgt das Ziel kulturelle, normative und politische Ungleichgewichte und Differenzen in Europa und Eurasien durch akademischen Dialog und Austausch im Bereich der Friedensforschung zusammenzuführen und zu diskutieren. Das Projektteam aus Mitgliedern der Fakultäten für Internationale Beziehungen der Staatlichen Universität Odessa und Tiflis, der Akademie für Bildungswissenschaften in Kiew, der Abteilung für Sozialanthropologie der American University of Central Asia in Bishkek des Centre for Peace Studies an der Arktischen Universität Tromsø und des IFSH hat bereits Koordinationstreffen und Intensivworkshops durchgeführt. Sie fanden in Norwegen, Georgien, in der Ukraine und am IFSH in Hamburg statt. Ein weiterer Workshop in Kirgisistan ist für 2019 geplant. Neben vielen Gemeinsamkeiten wurden hierbei auch unterschiedliche Wahrnehmungsmuster und Prioritätensetzungen zu Friedensgefährdungen deutlich. So stehen für georgische und ukrainische Kolleginnen und Kollegen vor allem sicherheitspolitische Herausforderungen durch Russland im Fokus. Deutsche und norwegische Teammitglieder möchten neben dem Thema Russland aber auch an der Bewältigung globaler Probleme arbeiten, wie etwa dem Klimawandel oder der weltweiten Migration.

Feindbild Rußland? Götz Neuneck zur neuen Konfrontation in der ARD-Sendung "Monitor"

18. Juni 2018 - 16:09

Jahrzehnte nach Ende des Kalten Krieges rüstet der Westen wieder auf. Russland ist erneut zur Bedrohung geworden. Die NATO probt für den Ernstfall und führt Manöver durch - im Baltikum, direkt an der russischen Grenze. Rußland sei einer der "größten Feinde des Westens", heißt es in der nationalen Verteidigungsstrategie der USA. In der ARD-Sendung "Monitor" warnt IFSH-Rüstungsexperte Prof. Dr. Götz Neuneck vor den Folgen dieser militärischen und rhetorischen Aufrüstung.  Link

Politische Radikalisierung im Internet

14. Juni 2018 - 15:57

Am 13. Juni hat Dr. Martin Kahl auf der 5. Lüneburger IK Fachtagung "Radikalisierungsprozesse - Kulturelle Hintergründe und Lösungsansätze" zum Thema "Online-Radikalisierung" referiert. Die Tagung war eine Fortbildungsveranstaltung für Angehörige der Polizeidirektion Lüneburg. Martin Kahl ging in seinem Vortrag auf wissenschaftliche Gesichtspunkte bei der Erforschung der Online-Radikalisierung ein und trug über den  aktuellen Forschungsstand zu diesem Thema vor.

Große Inszenierung - wenig Substanz. Im Interview mit dem BR analysiert IFSH-Rüstungsexperte Götz Neuneck das Gipfelergebnis

14. Juni 2018 - 13:56

Nach dem historischen Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bleiben viele Fragen offen. Unter anderem die, wie die nukleare Abrüstung Nordkoreas tatsächlich ablaufen soll. Im Interview mit dem Bayrischen Rundfunk erklärt IFSH-Rüstungsexperte Prof. Dr. Götz Neuneck, welche Unzulänglichkeiten der vermeintliche Deal hat. Link

Neue Publikation

14. Juni 2018 - 9:19

Unter welchen Bedingungen kann rechtsextreme und salafistisch-dschihadistische Propaganda zu Gewalt führen? Dieser Frage gehen Dr. Martin Kahl, Dr. Janina Pawelz und Prof. Dr. Ursula Birsl in ihrem Beitrag "Propaganda, Mobilisierung und Radikalisierung zur Gewalt" nach. Erschienen in Forum Kriminalprävention 2/2018.

Atomwaffenfreies Korea und Sicherheitsgarantien der Amerikaner? Eine Analyse des Gipfeltreffens

12. Juni 2018 - 18:00

Der positive Ausgang des Gipfels zwischen Donald Trump und Kim Jong-un ist eine gute Nachricht. Die Absichtserklärungen der beiden Staatschefs geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus: US-Präsident Donald Trump und der „Oberste Führer“ Nordkoreas haben einen verheißungsvollen „Deal“ beschlossen: US-Sicherheitsgarantien für Nordkorea im Tausch gegen die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Damit scheinen Trump und Kim ihre bisherigen Differenzen ausgeräumt zu haben. Strittig war bisher Folgendes: Kim wollte in den Verhandlungen vor allem eine glaubwürdige und verlässliche Sicherheitsgarantie für sein Regime erzielen und erst unter dieser Voraussetzung nuklear abrüsten. Trump verlangte vorrangig die vollständige überprüfbare nukleare Abrüstung Nordkoreas als Voraussetzung für Sicherheitsgarantien.

 

Nun scheinen sich beide Seiten auf beides zugleich geeinigt zu haben. Der Teufel steckt allerdings im Detail: Was bedeutet Denuklearisierung? Nur die Nordkoreas? Oder die der gesamten koreanischen Halbinsel? Dies würde bedeuten, dass die USA ihren „nuklearen Schutzschirm“ aus Südkorea abziehen. Und beinhaltet die Denuklearisierung Nordkoreas auch den Verzicht des Regimes auf das Know How in Gestalt tausender Nuklearexperten? Über Zeiträume wurde augenscheinlich noch nicht gesprochen.

 

Dennoch: Kompromisse scheinen möglich: Nordkorea könnte von Anfang an wenigstens eine Teilabrüstung der Nuklearwaffen beginnen und die USA könnten sich bereitfinden, Verhandlungen mit Nordkorea zur Umwandlung des bisherigen Waffenstillstandsabkommens in einen Friedensvertrag aufzunehmen. Die Rahmenbedingungen für beiderseitiges Entgegenkommen würden durch militärpolitische Zurückhaltung Südkoreas und der dortigen US-Streitkräfte günstig beeinflusst. Das hieße Zurückhaltung bei gemeinsamen Manövern. Südkoreas Präsident Moon Jae-in, der sich um eine Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen bemüht, wäre hierfür ein verheißungsvoller dritter Partner. Die Europäer könnten die Entspannung der nordkoreanischen Atomkrise materiell unterstützen, indem sie zusammen mit Japan für künftige Inspektionen Geld, Personal und Material zur Verfügung stellen.

 

Sollte diesem ersten Gipfel in Singapur ein weiterer folgen, könnten die Europäer eine positive Rolle spielen, wie es das Friedensgutachten 2018 vorschlägt: Sie sollten sich als Gastgeber für einen weiteren Gipfel ins Gespräch bringen. Mit einem solchen Angebot wäre vielleicht sogar ein erster Schritt getan, die Irritationen in den transatlantischen Beziehungen mittelfristig zu überwinden. Auch symbolische Gesten können helfen, gefährliche Ausschläge in der Fieberkurve der internationalen Beziehungen zu moderieren.

Historisches Treffen zwischen Trump und Kim Jong-un: Was hat es gebracht?

12. Juni 2018 - 17:54

Große Erwartungen und vollmundige Lippenbekenntnisse: Die ganze Welt hat mit Spannung das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un verfolgt. IFSH-Rüstungsexperte Prof. Dr. Götz Neuneck zieht eine nüchterne Bilanz:

 

Historisch ist an diesem Treffen, dass ein US-Präsident zum ersten Mal einen nordkoreanischen Machthaber persönlich getroffen hat. Die Erklärung beinhaltet vor allem allgemeine Absichten wie die Aussicht auf Wohlstand oder einen langanhaltenden Frieden. Sie könnte der Grundstein dafür sein, dass die USA und Nordkorea nach 70 Jahren ihre Feindschaft beenden, ihre Beziehung zueinander normalisieren und die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei wird. Zusätzlich hat Südkorea die Möglichkeit, mit Nordkorea weiter zu verhandeln, die militärischen Spannungen entscheidend zu verringern und weitere humanitäre Fragen zu lösen.

Vor allem der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat durch den Gipfel einen großen Imagegewinn erzielt. Er konnte „auf Augenhöhe“ mit dem US-Präsidenten verhandeln.

 

Bezüglich der Nuklearwaffenfrage bleibt die Erklärung allerdings mehr als dürftig: Sie spricht zwar von dem langfristigen Ziel der „vollständigen Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel“. Der Text enthält aber keinerlei Details über die Definition, den Zeitplan und den Inhalt dieses Prozesses, der von US-Außenminister Michael R. Pompeo und einem nordkoreanischen Offiziellen erst noch ausgehandelt werden müssen. Die USA sind bereit Sicherheitsgarantien zu geben. So sollen Planspiele und militärische Manöver der USA und Südkoreas, die zweimal im Jahr stattfinden, zunächst beendet werden. Auch hat Trump den Abzug von US-Truppen in Aussicht gestellt. Die Sanktionen bleiben aber vorerst bestehen. Ein konkretes Ergebnis ist dagegen die vereinbarte Zurückführung der sterblichen Überreste von Soldaten aus der Zeit des Koreakrieges. Nordkorea will eine Testanlage für Raketenmotoren zerstören. Dies sind minimale Zugeständnisse. Trotz aller Handschläge, dem Selbstlob Trumps und der Flaggenparade werden erst die nächsten Verhandlungsrunden zeigen, ob Nordkorea tatsächlich zu einer tiefgehenden atomaren Abrüstung bereit ist. Dies Prozess wird sehr schwierig und mühselig.

Gipfeltreffen in Singapur: Verzichtet Nordkorea jetzt tatsächlich auf seine Atomwaffen? Interview ARD-Tagesschau

12. Juni 2018 - 17:32

Zum ersten Mal haben sich ein US-Präsident und der Machthaber Nordkoreas persönlich getroffen. Hat das Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Kim Jong-un den versprochenen Durchbruch gebracht? Im Interview mit der ARD-Tagesschau analysiert IFSH-Rüstungsexperte Prof. Dr. Götz Neuneck das Ergebnis des Treffens: Link

Friedensgutachten 2018 vorgestellt

12. Juni 2018 - 15:37

 

Die führenden deutschen Friedensforschungsinstitute haben auf der Bundespressekonferenz in Berlin das Friedensgutachten 2018 vorgestellt. 

V.l.n.r.: Prof. Dr. Tobias Debiel (INEF), Prof. Dr. Conrad Schetter (BICC), Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (HSFK), Prof. Dr. Christopher Daase (HSFK), Prof. Dr. Ursula Schröder (IFSH).

 

 

Mehr Kriege, Populisten auf dem Vormarsch und Demokratien unter Druck:

Selten war die Welt so unsicher wie heute, stellen die führenden deutschen Friedensforschungsinstitute in ihrem Friedensgutachten 2018 fest, das jetzt auf der Bundespressekonferenz in Berlin präsentiert wurde. „Kriege ohne Ende. Mehr Diplomatie, weniger Rüstungsexporte“: auf rund 100 Seiten prangern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, was schief läuft in der Welt und wo die Politik dringend gegensteuern müsste. 2017 war das Jahr der Krisen und eskalierenden Konflikte. Der Nahe und Mittlere Osten zählt nach Einschätzung der Friedensforscherinnen und Friedensforscher zu den gefährlichsten Regionen weltweit. In Europa geraten liberale Demokratien wie Polen und Ungarn unter Druck. Russland macht keine Anstalten, die völkerrechtswidrige Annexion der Krim zu revidieren.  Und die Türkei höhlt die Gewaltenteilung aus und schränkt die Freiheitsrechte ihrer Bürgerinnen und Bürger ein.

 

 In diesem Jahr setzt das Friedensgutachten noch stärker auf klare Empfehlungen an die Bundesregierung. Unter anderem auf den Rat, Rüstungsexporte restriktiver als bislang zu regulieren. Vor allem dann, wenn das Kriegsgerät „Made in Germany“ in Krisenregionen eingesetzt wird, in denen gegen humanitäres Völkerrecht und Menschenrechte verstoßen wird.  

 Die Expertise der Friedensforscherinnen und Friedensforscher ist gefragt. Nach der Vorstellung des Friedensgutachtens vor der Hauptstadtpresse ging es weiter: ins Bundeskanzleramt, ins Bundespräsidialamt, zum Außen- und Verteidigungsministerium und zum Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. 

 Das Friedensgutachten ist ein gemeinsames Analysepapier des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH), des Bonn International Center für Conversion (BICC), des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HFSK) und des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF).

   

Weitere Informationen finden Sie hier: Link.

 

 

Pressemitteilung IFSH zum Trump-Kim Gipfel in Singapur am 12.06.18

12. Juni 2018 - 14:07
Historisches Gipfeltreffen unter schwierigen Bedingungen

 

Zum ersten Mal treffen morgen ein US-Präsident und ein nordkoreanischer Machthaber persönlich aufeinander. Die Erwartungen an das Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Kim Jong-un sind hoch, die Ziele beider Seiten denkbar unterschiedlich. Und: Eine Strategie wie das Treffen gelingen kann, ist bislang nicht zu erkennen. Scheitern die Verhandlungen, könnte dies die sicherheitspolitische Situation auf der koreanischen Halbinsel weiter verschärfen. IFSH-Nuklear- und Abrüstungsexperte Prof. Dr. Götz Neuneck zu den Erwartungen, Erfolgsaussichten und Herausforderungen des Gipfeltreffens:

 

Zum ersten Mal scheint ein Friedensabkommen für Korea möglich zu sein. Allerdings gehen beide Seiten mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen in die Verhandlungen. Die USA und ihre Verbündeten in der Region erwarten nicht nur die Vernichtung des nordkoreanischen Atomprogramms, sondern insgesamt eine vollständige Abrüstung des Landes. Dazu zählen sowohl die Kurz- und Mittelstreckenraketen, die Südkorea und Japan erreichen könnten, als auch Raketen mit interkontinentaler Reichweite, die für die USA eine Bedrohung sind. Pjöngjang hingegen fühlt sich vor allem von der amerikanischen Militärpräsenz vor der eigenen Haustür drangsaliert und verlangt deshalb einen schrittweisen Abbau des US-Nuklearwaffenarsenals in Südostasien. Erst im Frühling dieses Jahres hatte Kim die nukleare Bewaffnung seines Landes für abgeschlossen erklärt. Zwar mit dem Hinweis, Atomwaffen nicht als erster einzusetzen und auch nicht weiterzugeben. Von einer vollständigen Aufgabe des Nuklearprogramms war allerdings nie die Rede.

 

Wie könnte die Aufgabe des Nuklearprogramms ablaufen?

Gesetzt den Fall, dass Nordkorea sein Nuklear- und Raketenprogramm aufgibt, wären die technischen Herausforderungen für eine überprüfbare Zerstörung des nordkoreanischen Programms enorm. Einen solchen Fall hat es bisher noch nicht gegeben. Eine Denuklearisierung unter internationaler Kontrolle würde eventuell fünf bis zehn Jahre dauern. Nordkoreas Atomprogramm besteht aus dutzenden Anlagen, hunderten Gebäuden und zigtausenden von Mitarbeitern. Kim müsste erst einmal eine Erklärung über Entwicklungsstand, Ort, Funktion, Personal und Inventar etc. abgeben. Eine gemeinsame Kommission müsste dann zum Beispiel mit Hilfe der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO die Angaben überprüfen. Anschließend müsste ein Verfahren erarbeitet werden, wie die Zerstörung der Anlagen und Waffen technisch geschehen soll und wie sie kontrolliert werden kann.

Das Problem: Bislang hat Nordkorea eine Überprüfung seiner Nuklearanlagen durch eine unabhängige internationale Kommission immer abgelehnt. Auch bleibt die Frage, ob es nicht weitere geheime nukleare Anlagen gibt oder die Materialangaben vollständig sind. Und: Wenn Nordkorea so weitreichende Zugeständnisse macht, wird es im Gegenzug eine Überprüfung der möglichen US-Verpflichtungen fordern.

 

Südostasien stabilisieren und sicherer machen – die Voraussetzungen:

Für die regionale Sicherheit ist neben der atomaren auch die konventionelle Abrüstung von Bedeutung: Das jetzige massive nordkoreanische Militäraufgebot entlang der Demilitarisierten Zone ist für Südkorea eine Bedrohung. Nordkorea hingegen ist besorgt wegen der Präsenz amerikanischer Truppen, etwa in Südkorea und auf Guam. Auch die regelmäßigen amerikanischen Militärmanöver in Südostasien alarmieren Nordkorea. Für eine langfristige Stabilisierung und für die wirtschaftliche Entwicklung ist auch die Einbeziehung Südkoreas, Japans und von großer Bedeutung. Für Südkorea sind eine mögliche Wiedervereinigung und der weitere militärische Schutz durch die USA also die Anwesenheit von US-Truppen wichtig. Bisher gilt auf der Halbinsel lediglich ein Waffenstillstand, der längerfristig durch ein Friedensabkommen ebenfalls unter Einbeziehung der Regionalmächte ersetzt werden müsste.

 

Wann wäre das Gipfeltreffen ein Erfolg?

Die sicherheitspolitischen Probleme in der Region sind fundamental und über Jahrzehnte gewachsen. Ein eintägiges Treffen der beiden Staatschefs kann nur ein erster Schritt sein. Es wäre ein Erfolg, wenn Trump und Kim zunächst einmal ein persönliches Vertrauensverhältnis aufbauen und einen Zeitplan für weitere Gespräche und konkrete Schritte verabreden. Vor allem aber wäre es ein Erfolg, wenn es ihnen gelingt, sich auf eine Abschlusserklärung zu einigen, die formal das Ende des Nordkoreakrieges erklärt und einen Denuklearisierungs- und Abrüstungsprozess einleitet. Ein solcher Prozess würde insgesamt Spannungen abbauen und die gesamte Region stabilisieren. Vor allem dann, wenn sich beide Seiten darauf verständigen, neben dem Raketenprogramm auch die biologischen und chemischen Waffenarsenale abzubauen und die Amerikaner mit ihren Alliierten künftig weniger Militärmanöver in Südostasien durchführen.

Amerikas neue atomare Aufrüstung

11. Juni 2018 - 17:01

Die USA wollen Nordkorea dazu bewegen, sein Atomprogramm aufzugeben. Dabei stocken die USA gerade selbst ihr eigenes Atomwaffenarsenal auf. Sie wollen künftig verstärkt Mini-Atombomben entwickeln. Mit ihrer geringeren Sprengkraft sollen diese Waffen einen vermeintlich kleineren Schaden anrichten. Trotzdem könnten sie einen neuen Rüstungswettlauf in Gang setzen, warnt IFSH-Abrüstungsexperte Prof. Dr. Götz Neuneck in der der Sendereihe „Forschung aktuell“ des Deutschlandfunks. Link: http://www.deutschlandfunk.de/us-nuklearstrategie-droht-ein-neues-atomares-wettruesten.676.de.html?dram:article_id=419923
     

Neuerscheinung: Gendarmeries in Multinational Operations

11. Juni 2018 - 8:38

Cornelius Friesendorf (2017): Gendarmeries in Multinational Operations, in: Journal of International Peacekeeping 21: 1-2, p. 125-151. DOI:10.1163/18754112-02101004

Unbemannte Kriegswaffen als Herausforderung für die Rüstungs- und Exportkontrolle

11. Juni 2018 - 0:00

Im Rahmen des Konsultationsprozesses „Orientierungswissen zum gerechten Frieden“ hat an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg vom 7. bis 8. Juni 2018 die Arbeitsgruppe „Gerechter Frieden und Gewalt“ getagt. In einem Schwerpunkt beschäftigten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit dem Thema „Unbemannte Waffen – Humanisierung oder Entmenschlichung der Kriegsführung“. IFSH-Rüstungsexperte Dr. Christian Alwardt referierte in diesem Zusammenhang zum Thema „Unbemannte Systeme als Herausforderung für die Rüstungs- und Exportkontrolle“.

Neuerscheinung: How Western Soldiers Fight: Organizational Routines in Multinational Missions

8. Juni 2018 - 8:25

Cornelius Friesendorf (2018): How Western Soldiers Fight: Organizational Routines in Multinational Missions. Cambridge University Press. DOI: https://doi.org/10.1017/9781108554091

Wissenschaftsrat zu Gast am IFSH

7. Juni 2018 - 11:37

Das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Deutschland, der Wissenschaftsrat, evaluiert die deutsche Frieden- und Konfliktforschung. Während einer Sitzung des Wissenschaftsrats am IFSH wurden nun Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern des IFSH, der Universität Hamburg, der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr, des GIGA (German Institute of Global and Area Studies) und dem Hamburger Institut für Sozialforschung geführt. In der ersten Jahreshälfte 2019 will der Wissenschaftsrat seine Ergebnisse vorstellen.

 

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank ist zuversichtlich: „In Hamburg existiert schon jetzt eine einmalige Konstellation von herausragenden universitären und außeruniversitären Einrichtungen der Friedens- und Konfliktforschung. Wir erhoffen uns von der Evaluierung des Wissenschaftsrates Empfehlungen zur Weiterentwicklung und Profilbildung der Hamburger Institute.“

 

Die Hansestadt ist bewusst als Tagungsstätte für das zweitägige Treffen ausgewählt worden. „Hamburg zeichnet sich durch eine in Deutschland einzigartige Dichte und Vielfalt universitärer und außeruniversitärer Einrichtungen aus, die in der Friedens- und Konfliktforschung aktiv sind“, erklärt die Vorsitzende des Wissenschaftsrates. Das besondere Interesse des Gremiums gelte vor allem der engen Verbindung von gesellschafts- und naturwissenschaftlicher Expertise, die seitens der Politik wie auch der Medien intensiv nachgefragt werde und den spezifischen Markenkern Hamburgs ausmache, so Prof. Dr. Martina Brockmeier.

Die Beurteilung der Hamburger Institute und Einrichtungen geht auf eine Entscheidung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zurück. 2016 hatte das Ministerium den Wissenschaftsrat um eine Bewertung der deutschen Friedens- und Konfliktforschung gebeten. Die Begutachtung umfasst sowohl die universitären und außeruniversitären Institute als auch die Deutsche Stiftung Friedensforschung als Förderorganisation.

Debatte über Sicherheitssektorreform

7. Juni 2018 - 9:21

In Postkonflikt-Situationen zielen Reformen des Sicherheitssektors darauf ab, erneute Gewaltanwendung zu verhindern und funktionierende Institutionen aufzubauen, die die Sicherheit der Bevölkerung dauerhaft gewährleisten.

Wie kann die Bundesregierung diese Unterstützung effizienter gestalten, welche Ziele sollte Deutschland insgesamt dabei verfolgen und wann sollte die Bundesregierung besser auf ein Engagement verzichten? Fragen, die das Auswärtige Amt, das Verteidigungs-, Innen- und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit derzeit diskutieren.

Wichtige Erfolgsfaktoren dabei sind die Unterstützung guter Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und demokratischer Kontrolle. Und: alle beteiligten Ressorts sollten sich besser als bislang absprechen, argumentiert IFSH-Direktorin Prof. Dr. Ursula Schröder. https://peacelab.blog/debatte/sicherheitssektorreform

Israels Regierungschef Netanjahu bei Kanzlerin Merkel

4. Juni 2018 - 16:45

Am Montag war Israels Premierminister Benjamin Netanjahu zu Gast bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche stand unter anderem das Atomabkommen mit dem Iran. Aus Anlass des Besuchs hat der Bayrische Rundfunk IFSH-Nahostexpertin Dr. Margret Johannsen um Einschätzungen gebeten. Im Interview mit dem Polit-Magazin "Bayern 2 radioWelt" blickt Margret Johannsen auf die Sicherheitsarchitektur im Nahen Osten und beleuchtet die angespannte Beziehung zwischen Israel und dem Iran. 

www.br.de/mediathek/podcast/aktuelle-interviews/481

Trumps Fastabsage des Nordkorea-Gipfels

4. Juni 2018 - 11:59

Götz Neuneck hat der Internet-Zeitschrift Word Economy ein Interview zum Hin und Her bezüglich des geplanten Nordkorea-Gipfels zwischen Präsident Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim gegeben. Es ist nachzulesen unter: Link

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