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Aktuelles vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg
Aktualisiert: vor 2 Tage 6 Stunden

Anstieg der weltweiten Waffenproduktion – Interview mit dem Hörfunksender Radio 24

13. Dezember 2018 - 12:06

Gute Geschäfte für die Rüstungsindustrie: Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI hat sich die Produktion von Rüstungsgütern zum dritten Mal in Folge erhöht. Allein die 100 größten Rüstungsunternehmen der Welt verkauften im vergangenen Jahr Waffen und militärische Dienstleistungen im Wert von fast 400 Milliarden Dollar, 2,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Die Phase der relativen Ruhe, die nach Ende des Kalten Krieges eingetreten war, sei vorbei, erklärt Friedensforscher Ulrich Kühn im Gespräch mit dem schweizerischen Hörfunksender Radio 24. Weltweit gebe es wieder mehr Spannungen. Vor allem die Zahl der regionalen Konflikte steige wieder an, insbesondere im Nahen Osten wie die Bürgerkriege in Syrien und im Jemen zeigten.

 

Das ausführliche Interview auf Radio 24 hören Sie hier.

Neue Publikation: Was leisten Hybriditätskonzepte für die Forschung zu Interventionen?

13. Dezember 2018 - 10:31

Interventionen zum Friedensaufbau nach bewaffneten Konflikten sehen sich vielfältigen Anforderungen gegenüber. Die Forschung befasst sich unter anderem seit vielen Jahren mit Fragen der international-lokalen Beziehungen. Wer sind die lokalen Partner für externe Interventen? Gibt es noch staatliche Strukturen oder ist ein Konfliktgebiet in rivalisierende Gruppen zerfallen? Wie kann der Kontakt zur einheimischen Bevölkerung gestaltet werden? Wie können Missverständnisse im Umgang mit nicht-westlichen Kulturen vermieden werden? Warum sind manche Interventionen wirksam, andere hingegen nicht?

 

Der Beitrag der Friedensforscherin Anna Kreikemeyer fragt nach dem Stellenwert von Konzepten der Vermischung in international-lokalen Beziehungen (Hybridität). Entsprechende Studien belegen wie ein konstruktiver und achtsamer Umgang mit Verschiedenheit solche Beziehungen verbessern kann. Interventen, die sich für lokale Ordnungen und Kulturen interessieren und sie respektieren, können außerdem die Eigenverantwortung der lokalen Bevölkerung beim Friedensaufbau stärken. Kleine überschaubarer Projekte sind erfolgversprechender als große Vorhaben. Internationale Organisationen sind aufgefordert den Stellenwert von Diversität und Hybridität in ihren Strategien zum Friedensaufbau zu überprüfen.

 

Anna Kreikemeyer, Hybridity Revisited: Zum Stellenwert von Hybriditätsperspektiven in der Friedensforschung, in: Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung, 7. Jg. (2018), Heft 2, S. 287 – 315, DOI: 10.5771/2192-1741-2018-2-287.

 

https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/2192-1741-2018-2/zefko-zeitschrift-fuer-friedens-und-konfliktforschung-jahrgang-7-2018-heft-2

 

 

 

Sicherheitspolitische Auswirkungen des Klimawandels – Interview auf NDR Info

11. Dezember 2018 - 11:47

Schmelzende Polkappen und hungernde Eisbären – beim Klimawandel denken die meisten zunächst an die Auswirkungen auf Natur und Umwelt.

 

Im Interview mit der Sendereihe „Streitkräfte und Strategien“ erklärt IFSH-Wissenschaftler Delf Rothe, inwiefern der Klimawandel Auswirkungen auf die Sicherheit und das friedliche Zusammenleben hat.

 

Einige warnen bereits vor Klima-Migration und der Tatsache, dass in Zukunft Menschen aufgrund ansteigender Meeresspiegel, Dürre und anderer klimabedingter Schäden ihre Heimat verlassen müssen.

 

Der Klimawandel gehöre zu den größten Bedrohungen der Menschheit, sagt Friedensforscher Delf Rothe. Allerdings gebe es keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Klimawandel und Konflikten. So zeige etwa das Beispiel Naher Osten, dass das Problem der Wasserknappheit auch in konfliktträchtigen Regionen friedlich und kooperativ gelöst werden könne. Der Klimawandel sei niemals die alleinige Ursache gewaltsamer Konflikte. Er könne jedoch bereits bestehende Konflikte weiter verschärfen. Das ausführliche Interview hören Siehier.

OSZE-Außenminister beraten über Ukraine-Konflikt

10. Dezember 2018 - 15:01

Die Außenminister der 57 OSZE-Teilnehmerstaaten sind in Mailand zu ihrer Jahrestagung zusammengekommen. Das Ministerratstreffen war überschattet durch den Ukraine-Konflikt und den Niedergang der Rüstungskontrolle.

Welchen Einfluss kann die OSZE auf den Ukraine-Konflikt nehmen? Warum ist die Beilegung des Konflikts so schwierig und welche Rolle spielt die russische und ukrainische Innenpolitik? Warum steht der INF-Vertrag vor seinem möglichen Ende? Diese Fragen beantwortet Cornelius Friesendorf, Leiter des OSZE-Forschungszentrums am IFSH, im YouTube-Interview. Das ausführliche Interview in englischer Sprache sehen Sie hier.

Zentralasientag am IFSH

8. Dezember 2018 - 0:00

Am 7. Dezember hat der 5. Interdisziplinäre Zentralasientag am IFSH stattgefunden. Hauptthemen waren die innenpolitischen Entwicklungen, die regionale Zusammenarbeit und die Außenbeziehungen der zentralasiatischen Staaten.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Schweden und Tschechien präsentierten eigene Forschungsprojekte und diskutierten in verschiedenen Panels über Friedensperspektiven, Aktivitäten von Nichtregierungsorganisationen sowie über die politischen und ökonomischen Prozesse in der Region.

Der Zentralasientag ist ein akademisches Forum, das vom IFSH einmal jährlich organisiert wird. Ziel ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zu Zentralasien forschen, zusammenzubringen und einen Austausch ihrer Forschungsergebnisse zu ermöglichen.

Neue Publikation: "Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit"

7. Dezember 2018 - 10:24

Das neue Themenheft widmet sich dem Schwerpunkt Radikalisierung und entstand maßgeblich unter der Mitwirkung von IFSH-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern, die sich am Verbundprojekt PANDORA beteiligen. Das Projekt, das vom Bundesbildungsministerium gefördert wird, untersucht, wie das Internet und die sozialen Medien zur Radikalisierung beitragen.

 

Herausgeberinnen des neuen Themenheftes sind Dr. Janina Pawelz (IFSH) und Anja Schmidt-Kleinert (Universität Marburg).

 

Martin Kahl, Leiter eines PANDORA-Teilprojekts am IFSH, zeigt in seinem Beitrag auf, was über Radikalisierung im Internet bekannt ist und zeichnet Forschungsansätze und Kontroversen dazu nach.

 

Maik Fielitz, ein weiterer Extremismusexperte am IFSH, untersucht gemeinsam mit Jakob Guhl den Modus Vivendi islamistischer und muslimfeindlicher Mobilisierung in den sozialen Netzwerken.

 

http://demokratie-gegen-menschenfeindlichkeit.de/aktuelles-heft/

 

Der Themenschwerpunkt des Heftes:

 

Janina Pawelz, Anja Schmidt-Kleinert: Editorial zum Schwerpunkt.

 

Martin Kahl: Was wir über Radikalisierung im Internet wissen. Forschungsansätze und Kontroversen.

 

Hande Abay Gaspar, Julian Junk, Manjana Sold: Zum Verhältnis von Online und Offline-Radikalisierung. Beobachtungen aus der Forschung zu salafistischem Dschihadismu.

 

Anja Schmidt-Kleinert: Ein kritischer Blick auf die Radikalisierungsforschung. Ein Essay.

 

Heike Kleffner: „Sie sind in meine Wohnung gekommen, because I am black.“ Eine Fallstudie aus Sachsen-Anhalt.

 

Hanne Wurzel: Politische Bildung und Radikalisierungsprävention.

 

Frank Feuerschütz, Marc Rüdiger: Hassrede als Alltagsphänomen im Leben junger Menschen.

 

Ricarda Milke: Politische Bildung und Radikalisierungsprävention in Zeiten des Rechtspopulismus. Von den 1990er-Jahren lernen.

 

Mehr über das Projekt erfahren Sie hier: https://www.pandora-projekt.de/

 

 

 

Die schwierige Suche nach einer Lösung im Nahost-Konflikt

5. Dezember 2018 - 18:31

Im Interview mit dem Portal "Israelnetz" erläutert IFSH-Nahostexpertin Margret Johannsen warum sie eine Einstaatenlösung für möglich hält und welche Konzepte zu einem dauerhaften Frieden zwischen Palästinensern und Israelis führen könnten.

Das ausführliche Interview lesen Sie hier

Abrüstungsstreit zwischen den USA und Russland - Interview mit dem ORF

5. Dezember 2018 - 16:53

Der Streit zwischen den USA und Russland rund um den Intermediate-range Nuclear Forces (INF) Vertrag spitzt sich zu. 60 Tage hätte Russland Zeit, um sich wieder vertragskonform zu verhalten, heißt es am Rande des NATO-Außenministertreffens in Brüssel von Seiten der USA. Russland bestreitet, überhaupt gegen den INF-Vertrag zur Begrenzung von Mittelstreckenraketen zu verstoßen. Dazu gab Ulrich Kühn ein Interview im Mittagsjournal des ORF.

Das ausführliche Interview hören Sie hier.

INF-Vertrag vor dem Aus - was kommt auf Europa zu? Interview mit SPIEGEL ONLINE

4. Dezember 2018 - 15:56

Dass der INF-Vertrag über das Verbot landgestützter nuklearer Mittelstreckenwaffen gekündigt wird, steht für Abrüstungsexperte Ulrich Kühn fest. Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE nimmt er Stellung zu verschiedenen Szenarien, die auf Europa und Deutschland nach dem Vertragsende zukommen könnten. Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier.

Festakt in der Staats- und Universitätsbibliothek: Neue Stiftungsprofessur "Theologie der Friedenskirchen" an der Universität Hamburg eingerichtet

3. Dezember 2018 - 17:39

Der Fachbereich Evangelische Theologie an der Universität Hamburg hat Grund zur Freude: Die Arbeitsstelle „Theologie der Friedenskirchen“ (ATF) wird verstetigt.

Ermöglicht wird dies durch die Besetzung der neu eingerichteten Stiftungsprofessur durch Prof. Dr. Fernando Enns und die Einführung der wissenschaftlichen Geschäftsführung durch Pastorin Dr. Marie Anne Subklew. Mit einem Festakt im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek wurde dieser Aufwuchs nun gefeiert.  

Die Arbeitsstelle Theologie und Friedenskirchen (ATF) bilde mit ihrem Forschungsschwerpunkt ein Alleinstellungsmerkmal und sei eine Bereicherung für den Fachbereich Evangelische Theologie, erklärte Fachbereichssprecherin Prof. Martina Böhm.  

An der Podiumsdiskussion im Rahmen des Festaktes nahm auch IFSH-Direktorin Prof. Dr. Ursula Schröder teil. Sie betonte, dass es zwischen der Politikwissenschaft und der Theologie große Schnittmengen bei der Beschreibung von Versöhnungsprozessen gebe und ein interdisziplinärer Austausch bereichernd für beide Seiten sei. Versöhnung sei ein fragiler Prozess, der unter geänderten politischen Rahmenbedingungen wieder brüchig werden könne. Der Konflikt in Nordirland sei ein Beispiel dafür.

 

                    

Neue Publikation zur Europäischen Armee

3. Dezember 2018 - 10:39

Neuerscheinung: Hans-Georg Ehrhart: Europäische Armee – von Realitäten und Chimären, in: Militär und Ethik, 2/2018, unter:

http://www.ethikundmilitaer.de/de/themenueberblick/20182-europaeische-armee/ehrhart-europaeische-armee-von-realitaeten-und-chimaeren/

Konflikt zwischen Russland und der Ukraine - Interview für die Deutsche Welle

3. Dezember 2018 - 10:29

Im Konflikt um das Asow’sche Meer zwischen Russland und der Ukraine hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko jüngst die Entsendung von NATO-Schiffen ins Spiel gebracht. Für das russische Programm der Deutschen Welle kommentierte Dr. Ulrich Kühn diesen Vorschlag. Kühn verwies dabei auf den Umstand, dass die Ukraine kein NATO-Mitglied ist und somit auch die Beistandsgarantie des Bündnisses für Kiew nicht gilt. Die Chancen für eine solche Mission sind laut Kühn verschwindend gering. Das Interview (auf Russisch) finden Sie hier. 

Streit über INF-Vertrag - Interview mit dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL

2. Dezember 2018 - 0:00

Im westlichen Verteidigungsbündnis spitzt sich der Streit über den INF-Vertrag weiter zu. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL wollen die NATO-Außenminister bei ihrem bevorstehenden Treffen eine Erklärung verabschieden, in der Russland Vertragsbruch vorgeworfen wird. Zur Rolle der Bundesregierung in dem Streit äußert sich IFSH-Abrüstungsexperte Ulrich Kühn in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL. Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier. 

IFSH beim HSU-Kolloquium anlässlich des 100. Geburtstages von Helmut Schmidt

29. November 2018 - 10:20

Am 23. Dezember 2018 wäre Altkanzler Helmut Schmidt 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass richtete die nach ihm benannte Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr in Hamburg ein zweitägiges Kolloquium aus.

 

International renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reflektierten das außenpolitische Wirken Schmidts, der gerne als „Deutschlands letzter großer Staatsmann“ bezeichnet wird. Dabei ging es unter anderem um die Frage, inwiefern Helmut Schmidts außenpolitische Konzepte noch zeitgemäß sind. IFSH-Direktorin Prof. Dr. Ursula Schröder gab darauf Antworten aus Sicht der Friedensforschung. Brexit, eine eigene europäische Verteidigungsarmee, das schwierige Verhältnis der EU zu Russland – wie wäre ein Kanzler Schmidt mit diesen Herausforderungen umgegangen? Darüber diskutierte Ursula Schröder während einer Podiumsdiskussion unter anderem mit Prof. Dr. Joachim Krause vom Institut für Sicherheitspolitik in Kiel und Prof. Dr. Kristina Spohr von der London School of Economics.

 

Eine weitere Veranstaltung beschäftigte sich mit der Nuklearwaffenpolitik während der Kanzlerschaft Schmidts. IFSH-Abrüstungsexperte Dr. Ulrich Kühn erinnerte in seinem Vortrag an die Auseinandersetzung um den NATO-Doppelbeschluss Anfang der 1980er Jahre und zog Parallelen zur derzeitigen Krise der Rüstungskontrolle. Insbesondere der INF-Vertrag („Intermediate-range Nuclear Forces Treaty“), der landgestützte Mittelstreckenwaffen verbietet, droht zu scheitern. Seit 2014 beschuldigen die USA Russland, diesen Vertrag zu brechen. Im Oktober kündigte US-Präsident Donald Trump schließlich den Rückzug der USA aus dem INF-Vertrag an.

 

Mehr von Dr. Ulrich Kühn zur Krise des INF-Vertrags finden Sie unter:

 

https://www.airuniversity.af.edu/Portals/10/SSQ/documents/Volume-11_Issue-1/Peczeli.pdf

 

 

Konflikt zwischen Russland und der Ukraine: Video auf "SPIEGEL ONLINE"

28. November 2018 - 10:55

Nach dem Vorfall im Schwarzen Meer spitzt sich der Konflikt in der Ost-Ukraine weiter zu.

Vor wenigen Tagen hatte die russische Marine in der Meerenge von Kertsch ukrainische Schiffe an der Weiterfahrt gehindert. Im weiteren Verlauf beschoss und beschlagnahmte der russische Grenzschutz die ukrainischen Schiffe und nahm 23 ukrainische Seeleute fest. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach von einem "Akt der Aggression" und ließ für 30 Tage den Kriegszustand ausrufen - erstmals seit Ausbruch des Konflikts vor vier Jahren.

Eine weitere Eskalation im Krim-Konflikt sei vorhersehbar gewesen, erklärt Wolfgang Zellner, stellvertretrender Direktor des IFSH. Im Interview mit "SPIEGEL ONLINE" analysiert er das Geschehen und zeigt Möglichkeiten zur Deeskalation auf.

Der Friedensforscher warnt: Mitten in Europa gebe es seit Ausbruch der Krimkrise einen niedrigschwelligen Krieg, der nun die nächste Eskalationsstufe erreicht habe.

Eine weitere Verschärfung des Konflikts sei brandgefährlich, so Zellner.

 

Das Video bei "SPIEGEL ONLINE" sehen Sie hier. 

IFSH-Abrüstungsexperten beraten Außenminister Maas

26. November 2018 - 13:27

Am 22. November 2018 tagte im Auswärtigen Amt in Berlin der Gesprächskreis Abrüstung. Vom IFSH waren Götz Neuneck, Wolfgang Zellner und Ulrich Kühn vertreten. Auf der Agenda standen die konventionelle Rüstungskontrolle in Europa, die globale nukleare Ordnung sowie Risiken und Herausforderungen neuer Technologien.

 

Als einer der Referenten stellte Wolfgang Zellner mögliche Wege aus der Krise der konventionellen Rüstungskontrolle vor. Dabei verwies er auf die durchaus positiven, gleichzeitig aber auch begrenzten Ergebnisse des so genannten „Strukturierten Dialogs“ unter dem Dach der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Der „Strukturierte Dialog“ wurde vor zwei Jahren auf Initiative Deutschlands ins Leben gerufen. Seitdem finden regelmäßige Treffen statt, bei denen sich die OSZE-Teilnahmestaaten über Themen wie die Sicherheit in Europa oder die konventionelle Rüstungskontrolle austauschen. Der „Strukturierte Dialog“ ist das einzige überhaupt noch existierende multilaterale Dialogforum, in dem sich Staaten regelmäßig über diese Sicherheitsfragen austauschen.

 

An der Sitzung im Auswärtigen Amt nahm auch der Minister teil. Heiko Maas informierte sich insbesondere über neue und künftige Technologien. Im Mittelpunkt der Diskussion stand dabei vor allem die Frage, wie sich diese Zukunfts- und Risikotechnologien einhegen lassen, um künftige Wettrüsten zu verhindern.

Terminankündigung: Öffentliche Veranstaltung zu Kriseninterventionen in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

22. November 2018 - 18:04

Westliche Kriseninterventionen in der Zwickmühle: Die eigenen Soldaten schützen oder die Zivilbevölkerung des Krisenlandes – Was ist wichtiger?

 

Drittstaaten, die militärisch in Krisenregionen intervenieren, stehen häufig vor einem Dilemma: Hat für ihre Soldaten der Eigenschutz höchste Priorität, gibt es häufig mehr Opfer unter der Zivilbevölkerung des Krisenlandes. Schützen die Militärs hingegen vor allem die Zivilbevölkerung, haben sie höhere Verluste in den eigenen Reihen. Das wiederum macht Auslandseinsätze für die heimische Bevölkerung zum Teil schwer vermittelbar. Wie kann das Problem gelöst werden?

Politikwissenschaftler, Militärs, Juristen und Soziologen stellen verschiedene Krisenmanagementpraktiken aktueller Militärmissionen vor. Die Streitkräfte der USA, die Bundeswehr und die französische Armee haben dabei sehr unterschiedliche Ansätze.

 

Ort: Vortragssaal der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Beginn: 14 Uhr

 

Nähere Informationen finden Sie hier.

Promotionsschrift zur Arbeit der Vereinten Nationen

22. November 2018 - 17:10

Der UN-Sicherheitsrat trägt die Hauptverantwortung für die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit. Allerdings herrscht in der wichtigsten internationalen Institution keine Einigkeit darüber, wie diese Verantwortung konkret wahrgenommen werden sollte.

In Krisensituationen führt dies zu inkohärenten und selektiven Entscheidungen, die oft als Ursache einer geringen Legitimität und Glaubwürdigkeit des Sicherheitsrats verstanden werden. Holger Niemann plädiert in seiner nun erschienenen Dissertation für eine alternative Sichtweise. Sein Buch zeigt auf, dass gerade unterschiedliche Auffassungen der Mitgliedsstaaten über die Verantwortung des Sicherheitsrats die Herausbildung gemeinsamer Normen und Werte in den Vereinten Nationen befördern können.

Der Streit über die normativen Grundlagen des Sicherheitsrats prägen seine Entscheidungen über Frieden und internationale Sicherheit. Fallstudien zu den Krisen im Irak und in Syrien betonen die produktive Kraft dieser Prozesse für die Herausbildung gemeinsamer Werte und Normen im UN-Sicherheitsrat.

Das Buch zeigt damit, dass die Werte und Normen internationaler Organisationen einem steten Wandel unterworfen sind, aber gerade der Streit darüber zentral für ihre Legitimität ist.

 

                                

 

                                       

Kommunikation statt Gewalt - Radio-Interview

22. November 2018 - 10:38

Lass uns reden: Was für für zwischenmenschliche Beziehungen gilt, gilt ebenso für die Kommunikation zwischen Staaten. In Krisensituationen ist der gegenteilige Austausch entscheidend, um eine weitere Eskalation zu verhindern, erklärt Ulrich Kühn im Gespräch mit dem Dom-Radio aus Köln.

Nach Ansicht des Friedensforschers habe etwa die NATO einen entscheidenden Fehler begangenen, als sie nach der gewaltsamen Annexion der Krim sämtliche Gesprächskanäle mit Russland abgebrochen habe. Das ausführliche Interview hören Sie hier. 

OSZE-Netzwerk-Workshop zu konventioneller Rüstungskontrolle in Moskau

22. November 2018 - 10:26

Am 7. November 2018 veranstaltete das von Wolfgang Zellner geleitete Projekt A New Concept for Conventional Arms Control des OSCE Network of Think Tanks and Academic Institutions in Zusammenarbeit mit dem Russian International Affairs Council (RIAC) seinen zweiten Workshop, diesmal in Moskau.

Die rund 30 Teilnehmer/innen, darunter zahlreiche russische Expert/innen sowie Vertreter des russischen Außen- und Verteidigungsministeriums diskutierten den Entwurf des Berichts „Reducing the Risk of Conventional Deterrence in Europe. Arms Control in the NATO-Russia Contact Zones“.

Es herrschte weitgehende Einigung darüber, dass der Aufbau wechselseitiger konventioneller Abschreckungsstrukturen in Europa in den vergangenen Jahren der Einhegung durch Instrumente der Risikoreduzierung bedürfe, wenn die Gefahr ungewollter Eskalationsschübe nicht über Gebühr anwachsen solle. Dafür sei das klassische Repertoire der Risikoreduzierung, vertrauensbildende Maßnahmen zur Verhinderung militärischer Zwischenfälle, nicht ausreichend. Vielmehr müssten die Instrumente konventioneller Rüstungskontrolle in umfassenderer Weise eingesetzt werden.

Das Projekt will Optionen aufzeigen, wie dies getan werden kann. Der Bericht soll Anfang 2019 bei der OSZE in Wien und in einer Reihe von Hauptstädten vorgestellt werden.

              

                         

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