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Aktualisiert: vor 6 Stunden 22 Minuten

Stellvertretende UN-Menschenrechtskommissarin: Indigene Völker ‚bleiben bei allen sozialen und wirtschaftlichen Indikatoren zurück‘

20. September 2018 - 10:35

20. September 2018 - Fortschritt, der traditionelle Kultur, Sprache, Land und menschliche Tradition zerstört, „ist keine Entwicklung, sondern vorsätzliche Zerstörung“, hat die stellvertretende Hochkommissarin für Menschenrechte, Kate Gilmore in einer Rede vor dem Menschenrechtsrat zum Schutz von indigenen Völkern auf der ganzen Welt erklärt.

In ihrer Ansprache forderte Gilmore die Mitgliedsstaaten dazu auf, die „vollständige Inklusion“ aller 370 Millionen Menschen in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung voranzutreiben, die zu indigenen Volksgruppen gehören. Die Agenda fordert alle Nationen dazu auf, Armut und Ungleichheit zu beseitigen.

Eine weitere Rednerin war die Sonderberichterstatterin für die Rechte indigener Völker, Victoria Tauli Corpuz, die ihre Besorgnis über einen „drastischen Anstieg“ von Angriffen gegen indigene Völker ausdrückte.

Sie sind das „lebende Beispiel der weltweit am meisten benachteiligten, am meisten ausgeschlossenen, am meisten zurückgelassenen Menschen“, fügte sie hinzu.

Mehr Informationen: https://bit.ly/2MNYzRQ

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Neue Präsidentin der UN-Generalversammlung fordert, die Vereinten Nationen den Menschen näher zu bringen

19. September 2018 - 12:44

19. September 2018 - Die diesjährige Sitzung der UN-Generalversammlung (UNGA) wurde am Dienstag von ihrer Präsidentin eröffnet, die sich während ihrer Amtszeit besonders dafür einsetzen will, die Weltorganisation den Menschen näher zu bringen und ihre Teilhabe und Unterstützung für die Vereinten Nationen zu stärken.

In ihrer Eröffnungsrede zur 73. Sitzung der UNGA, die 193 Mitglieder umfasst, sagte Präsidentin María Fernanda Espinosa, dass der Bedarf an stärkerer globaler Führung im Dienste des Multilaterismus, für friedlichere, gerechtere und nachhaltigere Gesellschaften, ihre Arbeit antreiben. 

„Lasst uns zusammen eine Welt schaffen, die gleichberechtigter und freier, nachhaltiger und naturnaher sowie inklusiver und unterstützender ist“, betonte sie. 

Espinosa, die im Juni zur UNGA-Präsidentin gewählt wurde, folgt Miroslav Lajčák, dem Präsidenten der 72. Sitzungsperiode. Sie ist erst die vierte Frau in der Geschichte dieses UN-Organs, die diese Position innehat, und die erste Frau aus der Lateinamerika & Karibik - Region.

In ihrer Ansprache hat Espinosa ihre sieben Prioritäten skizziert, die sie in Absprache mit den Mitgliedsstaaten festgelegt hat und die die kommende Sitzungsperiode prägen werden: Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter; Umsetzung der neuen globalen Vereinbarung zu Migration und Flüchtlingen; Schaffung anständiger Arbeitsmöglichkeiten; Schutz der Umwelt; Stärkung der Rechte von Personen mit Beeinträchtigungen; Unterstützung des UN Reform-Prozesses; und die Erleichterung des Dialogs.

Mehr Informationen: https://bit.ly/2NZJzVG

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Scheidender Präsident der UN-Generalversammlung: In einer komplexen Welt müssen wir „den richtigen Weg einschlagen“

18. September 2018 - 13:11

18. September 2018 - Der scheidende Präsident der UN-Generalversammlung, Miroslav Lajčák, rief die globale Gemeinschaft am Montag dazu auf, für Multilaterismus einzustehen und betonte dabei, dass dies der einzige Weg sei, die komplexen und wachsenden Herausforderungen, denen die Welt gegenübersteht, anzugehen. 

„Es steht viel auf dem Spiel, wir müssen den richtigen Weg einschlagen“, sagte Herr Lajčák in seiner letzten Ansprache an die aus 193 Mitgliedsstaaten bestehende UN-Generalversammlung. 

Herr Lajčák hat von “sechs wesentlichen Trends” gesprochen, die er während seiner einjährigen Amtszeit als Präsident der UN-Generalversammlung beobachtet hat. Er war hoffnungsvoll, dass diese Beobachtungen zu Beginn der 73. hochrangigen Debatte nützlich sein werden.

Bezüglich des ersten Trends – Frieden – erkannte er den sich wandelnden globalen Diskurs an, von einem reaktiven Konzept hin zu einem Ansatz des „nachhaltigen Friedens“.

„Aber wir haben noch viel Arbeit vor uns. Nachhaltiger Frieden kann nicht einfach nur ein Konzept oder ein Bestreben sein. Es sollte vielmehr als eine Bedienungsanleitung gesehen werden. Etwas, das die echte Arbeit, die wir jeden Tag vor Ort leisten, leitet“, betont er. 

Mr. Lajčák hob außerdem die Herausforderungen durch den Klimawandel hervor und forderte mehr Führung und Förderung, um sicherzustellen, dass ausreichend Mittel vorhanden sind, um das Pariser Klimaabkommen sowie die nachhaltigen Entwicklungsziele zu erfüllen.

Der Präsident der 72. ordentlichen Sitzung der UN-Generalversammlung hob außerdem die Notwendigkeit hervor, dass die Weltorganisation sich an globale Veränderungen anpasst und betonte besonders die Arbeit rund um den Globalen Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration, welche im Dezember diesen Jahres in Marokko verabschiedet werden soll.

Mehr Informationen: https://bit.ly/2QEqKpl

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UN-Generalsekretär: Angesichts der Stärkung der Ozonschicht ist jetzt ein „entscheidender Zeitpunkt für Klimaschutz“

17. September 2018 - 13:07

17. September 2018 - Angesichts der erneuten Rekordhitze, die dieses Jahr die Erde umhüllt hat, sei es laut Generalsekretär António Guterres auch ein „entscheidender Zeitpunkt für den Klimaschutz“. Damit machte er zudem auf den gestrigen internationalen Tag für die Erhaltung der Ozonschicht aufmerksam. 

  Als Wissenschaftler zeigten, dass Fluorchlorkohlenwasserstoffe, die meist in Kältemitteln und Spraydosen vorkommen, ein Loch in die Ozonschicht reißen, reagierte die Welt mit dem Montreal-Protokoll, welches die allmähliche Abschaffung der Produktion von ozon-abbauenden Substanzen einläutete. 

  Dies hat nicht nur zur Erhaltung der Ozonschicht und den globalen Bemühungen sich mit Klimaschutz zu beschäftigen, beigetragen, sondern auch zum Schutz der menschlichen Gesundheit und Ökosysteme.

  Guterres erklärte darüber hinaus, dass die richtungsweisende Kigali-Änderung, welche ab dem 1. Januar, 2019, in Kraft tritt, ihren Fokus auf Fluorkohlenwasserstoffe legt. Dabei handelt es sich um klimaerwärmende Gase, die immer noch häufig in Kühlsystemen verwendet werden. 

  Das Thema für den diesjährigen Ozon-Tag, der jährlich am 16. September gefeiert wird, soll ein „aufrüttelnder Aufruf“, um jeden dazu aufzufordern, die Ozonschicht und das Klima im Rahmen des Montreal Protocol zu beschützen. 

 Mehr Informationen: https://bit.ly/2pfpv3e

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UN-Cinema: Dokumentarfilm „The Last Animals“ in der Deutschen Welle

14. September 2018 - 16:02

14. September 2018 – In Zusammenarbeit mit der DGVN NRW hat UNRIC Deutschland gestern zur UN-Cinema (Ciné-Onu) Filmvorführung in den Gremiensaal der Deutschen Welle in Bonn geladen. Gezeigt wurde der preisgekrönte Dokumentarfilm „The Last Animals“, in dem die Regisseurin Kate Brooks Naturschützer, Aktivisten und Wissenschaftler bei ihrer Arbeit zum Schutz der letzten Tiere Ihrer Art begleitet.

Auf beeindruckende Weise und streckenweise mit verdeckter Kamera gefilmt, berichtet der Film über den Kampf gegen Wilderer und kriminelle Netzwerke zum Schutz von Elefanten und Nashörnern. Von Afrika bis hinter die Kulissen asiatischer Märkte und in die USA beleuchtet der Film die globale Reaktion auf die Tierschlachtung und berichtet über den verzweifelten Versuch das Nördliche Breitmaulnashorn (Northern White Rhino) vor dem Aussterben zu bewahren.

In der anschließenden Diskussion beantworteten Experten zweier in Bonn ansässiger Organisationen Fragen rund um Ihre Arbeit für Artenschutz und gegen Wilderei. Joseph Mutua arbeitet in Bonn in der Abteilung für Umweltrecht der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN). Der Fokus seiner Arbeit liegt im Bereich illegaler Wildtierhandel und laut Joseph ist Korruption eine der größten Herausforderungen. So werden zum Beispiel in Tanzania laut Joseph rund 70% der Fälle, die vor Gericht gebracht werden, im Berufungsverfahren zurückgewiesen.

Auch Melanie Virtue arbeitet in Bonn im Sekretariat der Konvention zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (UN Environment Convention on Migratory Species, CMS, Bonn Convention). Sie blickt auf über 20 Jahre Arbeitserfahrung mit den Vereinten Nationen zurück, unter anderem am Hauptsitz des Umweltprogramms (UNEP) in Nairobi. Auf die Frage, warum der Schutz wilder Tiere in Afrika uns alle eigentlich betrifft, sagte Melanie: „Wir müssen uns fragen, wieviele Arten wir in unserer Lebenszeit aussterben lassen, bis nur noch der Mensch und Plastik übrig bleiben. Ist das die Welt, in der wir leben möchten? Ich denke nicht und deswegen ist es so wichtig, dass wir unsere Aufmerksamkeit jetzt dieser Krise widmen.“

UN-Cinema ist eine europaweite Initiative, die ursprünglich 2007 vom Regionalen Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNRIC) in Brüssel ins Leben gerufen wurde. Dabei werden Filme zu UNO-relevanten Themen gezeigt, gefolgt von Podiumsdiskussionen mit geladenen Gästen, die entweder zur Entstehung des Filmes beigetragen haben oder Experten für das im Film behandelte Thema sind. Der Eintritt ist frei.

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Syrien: UN-Generalsekretär warnt vor "Blutbad" in Idlib

12. September 2018 - 11:06

12. September 2018 - UN-Generalsekretär António Guterres hat vor einer Großoffensive in der syrischen Provinz Idlib gewarnt. "Es muss verhindert werden, dass die Region in ein Blutbad verwandelt wird", sagte er in New York. Ein groß angelegter Angriff auf die Rebellenhochburg würde einen "humanitären Albtraum" zur Folge haben. Guterres forderte die Türkei, Russland und den Iran auf, Terroristen in der Rebellenhochburg zu isolieren und gleichzeitig die Zivilisten zu schützen. "Der Kampf gegen Terrorismus entbindet die Kriegsparteien nicht von ihren grundlegenden Verpflichtungen nach internationalem Recht", erklärte er. Idlib ist der letzte große Rückzugsort für Rebellen in Syrien, unter ihnen zahlreiche islamistische Kämpfer. Machthaber Baschar al-Assad will mit Unterstützung seiner russischen und iranischen Verbündeten die ländlich geprägte Provinz an der Grenze zur Türkei zurückerobern. In den vergangenen Tagen hatte die Luftwaffe zusammen mit Kampfjets der verbündeten Russen Angriffe auf Idlib geflogen. Nach Angaben der Vereinten Nationen könnte eine Großoffensive rund 800.000 Menschen in die Flucht treiben.

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UN-Generalsekretär Guterres: „Klimawandel ist direkte, existenzielle Bedrohung“

11. September 2018 - 14:07

„Die Welt riskiert es den Punkt zu überschreiten, an dem es kein Zurück mehr beim Klimawandel gibt, was verheerende Folgen für die Menschen auf dem Planeten und die natürlichen Systeme, die diese erhalten, hat", hat UN-Generalsekretär António Guterres am Montag gewarnt. Dabei forderte er eine bessere Führung und ein größeres Bestreben nach Klimaschutz, um den richtigen Kurs einzuschlagen.    „Das Versprechen der Staatsoberhäupter zumPariser Klimaabkommen vor drei Jahren „war wirklich das absolute Minimum, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu vermeiden“, sagte Generalsekretär Guterres am UN-Hauptsitz in New York.    „Einfach ausgedrückt: wir müssen den Ausstoß von tödlichen Treibhausgasemissionen bremsen und den Klimaschutz vorantreiben,“ fügte er hinzu.    Guterres betonte in seiner Rede neben den enormen wirtschaftlichen Kosten des Klimawandels auch die Chancen, die sich durch den Klimaschutz ergeben.    Zudem hob er die asymmetrische Auswirkung auf anfällige Nationen hervor und forderte reichere Länder dazu auf, diese zu unterstützen.    Guterres gab darüber hinaus bekannt, dass er im September 2019 einen Klimagipfel einberufen wird, um den Klimaschutz an die Spitze der internationalen Agenda zu setzen. Die Vorbereitungen für den Gipfel werden von Luis Alfonso de Alba, einem ehemaligen mexikanischen Diplomaten, als Sonderbeauftragten geleitet.    Mehr Informationen: https://bit.ly/2MjN8kt
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WHO: 800.000 Menschen begehen jährlich Selbstmord

10. September 2018 - 11:18
  Jedes Jahr begehen rund 800.000 Menschen Selbstmord. Damit ist Suizid unter 15- bis 29-Jährigen im Jahr 2016 die zweithäufigste Todesursache.
  Angesichts des Welttags der Suizidprävention am 10. September, hat die WHO in Kooperation mit Kanadas Mental Health Commission ein Toolkit veröffentlicht, welches dabei helfen soll, Suizid zu vermeiden.   Mit fast vier Fünfteln der globalen Selbstmorde im Jahr 2016 traten in Niedriglohnländern und Ländern mittleren Einkommens die meisten Suizide auf.    In Ländern mit hohem Einkommen zeigt sich dagegen eine direkte Verbindung zwischen Suizid und psychischen Krankheiten.    Das Toolkit gibt einen Überblick über Möglichkeiten, dieses schwerwiegende gesellschaftliche Gesundheitsproblem zu verhindern. Zudem informiert das Toolkit über die häufigsten Selbstmordmethoden und die mögliche Einschränkung des Zugangs zu diesen. Andere Beispiele beinhaltenRichtlinien zur Verringerung des Alkohol- und Drogenmissbrauchs, effektive psychische Gesundheitsfürsorge und Nachsorge für Selbstmordversuche.    Mehr Informationen: https://bit.ly/2O1D15q
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Bedeutender Vorstoß der UN für Frieden startet in Genf, um den ‚heißen Krieg‘ im Jemen zu beenden

6. September 2018 - 11:34

6. September 2018 – Die von den UN in Genf organisierten Vermittlungsgespräche zwischen der jemenitischen Regierung und der Houthi-Opposition könnten zu einem ‚flackernden Licht der Hoffnung‘ für die kriegsmüde Zivilbevölkerung im Jemen werden, sagte der UN-Sondergesandte Martin Griffiths am Mittwoch.

„Die Zeit ist gekommen, um einen neuen Prozess zu beginnen, der zu einer Lösung dieses Konflikts führt, der auf solch tragische Weise das Leben von so vielen Jemeniten gezeichnet hat und es immer noch tut“, erklärte er vor Journalisten.

Die Auseinandersetzungen im Jemen eskalierten im März 2015, als eine internationale Koalition, geführt von Saudi-Arabien, militärisch auf Wunsch des jemenitischen Präsidenten gegen oppositionelle Streitkräfte der ‚Houthi-Saleh‘ eingegriffen hatte. Der Name der Gruppe ist ein Verweis auf den mittlerweile verstorbenen früheren jemenitischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh.

Seitdem sind tausende von Zivilisten gestorben und rund acht Millionen Menschen befinden sich am Rande einer Hungersnot, wie humanitäre Hilfsorganisationen der UN berichten. Laut UNICEF wurden alleine im Juli und im August dieses Jahres 76 Jugendliche in dem kriegsgebeutelten Land getötet.

Mehr Informationen: https://bit.ly/2NkxsC0

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UN Sondergesandter für Syrien: „Es ist an der Zeit maximalen moralischem Druck auszuüben, um die Menschen in Idlib zu retten“

5. September 2018 - 12:48

5. September 2018 – Nach Ansicht des UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura sollten alle Staaten „moralischen Druck“ ausüben, um einen umfassenden Angriff auf die syrische Stadt Idlib zu verhindern. Dies gelte vor allem für Russland und die Türkei.

De Mistura wandte sich damit direkt an den türkischen Präsidenten Erdogan und den russischen Präsidenten Putin. 

„Sie sind diejenigen, die miteinander reden können, telefonieren können und dafür sorgen können, eine Lösung zu entwickeln, damit es nicht zum Schlimmsten kommt“, sagte de Mistura vor Journalisten in Genf.

In Idlib sei es nun nötig, fast drei Millionen Zivilisten zu schützen, erklärte er weiter, auch weil es Ankündigungen für einen Angriff am 10. September gebe.

Mehr Informationen: 

https://bit.ly/2wJAWog

 

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UN-Nothilfekoordinator fordert mehr Unterstützung für die Region: Trotz Fortschritten ist die Tschadsee-Krise noch nicht überwunden

4. September 2018 - 14:50

4 September 2018 – Trotz Verbesserungen der humanitären Situation in der Tschadsee-Region bleiben Millionen von Menschen abhängig von lebensnotwendiger Unterstützung, wie der höchste UN-Nothilfekoordinator am Montag auf der Tschadsee-Konferenz in Berlin mitteilte. Dabei fordert er größere internationale Unterstützung für die Region, um den erreichten Fortschritt sicherzustellen. 

„Es gibt noch immer eine große humanitäre Krise. Es ist nicht vorbei, trotz der Fortschritte, die wir gemacht haben“, sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock auf der hochrangigen humanitären Konferenz zur Region. 

Ungefähr zehn Millionen Menschen in der Tschadsee-Region bleiben abhängig von Unterstützung. Zur selben Zeit sind humanitäre Akteure mit großen Herausforderungen konfrontiert, während sie diejenigen versorgen, die von der Gewalt durch Boko Haram am schlimmsten betroffen sind.

Neben lebensrettenden humanitären Leistungen ist es ebenso wichtig, die Ursachen der Krise zu beleuchten und bleibende Lösungen zu finden, betonte Lowcock. Laut ihm bedarf es sowohl der Stärkung von Resilienz und Entwicklungszusammenarbeit, als auch die Förderung von Stabilisierungsmaßnahmen. Der Ansatz in der Region soll in Zukunft neben  unmittelbaren humanitären Leistungen vor allem den Ursachen der Krise begegnen, sodass es zu einer stabilen und nachhaltigen Entwicklung kommen kann.

Einer der Sektoren, der am dringendsten Mittel benötigt aber häufig unterfinanziert ist, ist der Bildungssektor. UNICEF hat 41.7 Millionen US Dollar angefordert, um dem Bildungsbedarf der Kinder in der Krise nachzukommen, hat allerdings im ersten Halbjahr 2018 nur acht Prozent des Betrags erreicht. 

Andere sektorenspezifische Prioritäten sind Nahrungssicherung und Ernährung, Notunterkunft und lebensmittelunabhängige Artikel, Schutz, Gesundheit, Wasser, Hygiene und sanitäre Einrichtungen sowie raschen Wiederaufbau. 

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Tschadsee-Konferenz in Berlin: kollektiver ganzheitlicher Ansatz für Frieden und Entwicklung nötig

3. September 2018 - 14:31

Armut, Klimawandel und Konflikte haben sich auf das Leben und die Lebensgrundlage von Millionen Menschen in der Tschadseeregion ausgewirkt. Auf Einladung von Deutschland, Nigeria, Norwegen und den Vereinten Nationen kommen in Berlin vom 3. bis 4. September 2018 hochrangige Teilnehmer zusammen, um zentrale Fragen zur Humanitären Hilfe, Krisenprävention und Entwicklungszusammenarbeit in der Tschadsee-Region zu diskutieren und lebensnotwendige Unterstützung zu mobilisieren.

In Kamerun, Niger, Nigeria und dem Tschad hat der steigende Einfluss und die Ausbreitung nicht-staatlicher bewaffneter Gruppen seit 2009 zu massiver interner und grenzüberschreitender Flucht und Migration, Menschenrechtsverletzungen und der Zerstörung von Lebensgrundlagen geführt.

Nach der Humanitären Konferenz von Oslo, welche im Februar 2017 stattgefunden hat und US$ 672 Millionen an finanzieller Unterstützung für Nigeria und die Tschadsee-Region mobilisiert hat, konnten Hilfeleistungen ausgeweitet werden: Mehr als sechs Millionen Menschen haben in 2017 Hilfsleistungen erhalten, und im Nordosten Nigerias konnte eine Hungersnot verhindert werden. Gleichzeitig gab es Bemühungen, die regionale Kooperation zu stärken, um sich gemeinsam mit den treibenden Faktoren der Krise auseinanderzusetzen.

Die #LakeChadBerlin Konferenz wird auf diese Erfolge, Partnerschaften und Verpflichtungen, die aus der Konferenz in Oslo hervorgingen, weiter aufbauen. Um der Krise in der Tschadsee-Region ganzheitlich zu begegnen, werden sich die Teilnehmer in Berlin in interaktiven thematischen Diskussionen auf folgende Schwerpunkte fokussieren, Strategien entwickeln und finanzielle Förderung mobilisieren: Diese sind Humanitäre Hilfe und Schutz, Krisenprävention und Stabilisierung, sowie nachhaltige Entwicklung.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://lakechadberlin.de/

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De Mistura fordert humanitären Korridor für Idlib

31. August 2018 - 14:00

31. August 2018 - Der UN-Sondergesandte für Syrien, de Mistura, hat angesichts der drohenden Offensive in Idlib die Einrichtung eines humanitären Korridors verlangt.

Er sei bereit, deswegen persönlich in die syrische Provinz zu reisen, sagte de Mistura in Genf. Niemand bezweifle, dass es sich bei den Kämpfern dort um Terroristen handle. Aber dies könne den Einsatz schwerer Waffen in dichtbesiedelten Gebieten nicht rechtfertigen.

Idlib ist das letzte große Gebiet in der Hand von Rebellen. Zehntausende Bewaffnete und etwa drei Millionen Zivilisten sind dort eingeschlossen. Die syrische Regierung droht seit Wochen mit einem Angriff. Russland kündigte eine Aufstockung seiner Seestreitkräfte im östlichen Mittelmeer an. Zwischen Russland, der Türkei und dem Iran laufen derzeit intensive Gespräche, um eine Offensive zu vermeiden, die zu einer Fluchtwelle in die Türkei führen könnte.

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UNHCR: Jedes zweite Flüchtlingskind kann nicht zur Schule gehen

30. August 2018 - 12:11

30. August 2018 - In einem in Genf vorgestellten Bericht  hat das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) mitgeteilt, dass die Zahl der Flüchtlingskinder ohne Möglichkeit auf eine Schulbildung 2018 im Vergleich zum Vorjahr um eine halbe Million gestiegen sei. Ende 2017 wurden von den Vereinten Nationen mehr als 25 Millionen Flüchtlinge erfasst, die vor Krieg und Verfolgung über die Landesgrenzen flohen. Etwa die Hälfte davon seien Minderjährige gewesen, rund 7,5 Millionen Kinder im Schulalter, erklärte das UNHCR.

"Die Hälfte von ihnen hat einen Platz gefunden, die andere Hälfte geht nicht zur Schule", heißt es in dem Bericht. Demnach besuchen nur rund 61 Prozent der Flüchtlingskinder Einrichtungen vergleichbar mit der Grundschule - im Vergleich zu 92 Prozent der Kinder weltweit. Nur 23 Prozent der Flüchtlingskinder besuchen danach auch eine weiterführende Schule, weltweit sind es 84 Prozent aller Kinder. Und nur etwa ein Prozent der Flüchtlingskinder hat dem Bericht zufolge die Möglichkeit, einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen - verglichen mit 37 Prozent der Menschen weltweit.

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UN-Menschenrechtskommissar Said verurteilt Gewalt in Chemnitz

29. August 2018 - 13:46

29. August 2018 - Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, hat die Gewalt bei Ausschreitungen von Rechtsextremen in Chemnitz scharf verurteilt. 

„Zu sehen, was in Sachsen passiert ist, ist wirklich schockierend“, sagte Said Raad al-Hussein am Mittwoch. Er verurteilte insbesondere die Angriffe rechter Demonstranten auf ausländische Passanten. „Es hat nichts mit Mut zu tun, sich auf ungeschützte Menschen zu stürzen“, sagte Said.

Der UN-Hochkommissar rief die Politiker auf, deutlicher Stellung zu beziehen. „Es ist unabdingbar, dass Politiker dies alles verurteilten. Wir brauchen eine Konzentration von Stimmen in dieser Sache.“

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UN-Untersuchung: Anzeichen für Kriegsverbrechen im Jemen

29. August 2018 - 10:01

29. August 2018 - Eine Expertenkommission der Vereinten Nationen beschuldigt die Regierung Jemens und ihre Verbündeten, in dem Bürgerkriegsland Verbrechen gegen internationales Völkerrecht begangen zu haben. Laut dem Bericht der vom UN-Menschenrechtsrat beauftragten Expertenkommission könnten alle Konfliktparteien im Jemen Kriegsverbrechen begangen haben. Seit 2015 versuchen die sunnitische Regierung und ihre Verbündeten unter Leitung Saudi-Arabiens einen Aufstand der von Saudi-Arabiens Erzfeind Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen niederzuschlagen.

"Es gibt keine Anhaltspunkte, dass die Konfliktparteien versuchen, zivile Opfer zu vermeiden", sagte der Vorsitzende der Kommission, Kamel Jendoubi, in Genf. Seit März 2015 seien mindestens 6.600 Zivilisten getötet und mehr als 10.000 verletzt worden. "Die wahren Zahlen sind wahrscheinlich deutlich höher", so die Experten.

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UN-Bericht wirft Armeeführung von Myanmar Völkermord-Absicht vor

28. August 2018 - 10:28

28. August 2018 - Eine UN-Kommission wirft dem Militär Myanmars Massentötungen und -vergewaltigungen unter der muslimischen Rohingya-Bevölkerung mit der “Absicht von Völkermord” vor. 

In ihrem am Montag veröffentlichten Bericht fordert die unabhängige Kommission, den Oberbefehlshaber der Streitkräfte sowie fünf weitere Generäle wegen Anstiftung zu schlimmsten Verbrechen vor Gericht zu stellen. Die UN-Ermittler warfen der Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi vor, die Verbreitung von Hass zugelassen und die Minderheiten in den Bundesstaaten Rakhine, Kachin und Shan nicht vor Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen geschützt zu haben. Das für Montag erwartete Urteil gegen zwei in Myanmar festgehaltene Reuters-Journalisten, die über Gräueltaten gegen Rohyngias berichtet hatten, wurde auf kommende Woche verschoben.

Seit August 2017 sind fast 700.000 Rohingyas aus dem überwiegend buddhistischen Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen. Auslöser sollen Angriffe von militanten Rohingyas auf Armeeposten gewesen sein, woraufhin die Sicherheitskräfte im Bundesstaat Rakhine massiv gegen die Bevölkerungsgruppe vorgingen.

Das Vorgehen des Militärs, das ganze Dörfer abbrennen ließ, habe in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Sicherheitslage gestanden, heißt es in dem UN-Bericht.

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UN-Konferenz zu autonomen Waffen

27. August 2018 - 10:46

27. August 2018 - In Genf verhandeln heute bei den Vereinten Nationen 75 Staaten über ein Verbot autonomer Waffen. Das sind Waffen, die zum Beispiel durch künstliche Intelligenz selbst wählen, welche Ziele sie ansteuern, zerstören oder töten. Viele Staaten wollen solche autonomen Waffensysteme verbieten, andere sind gegen ein Verbot. Befürworter argumentieren, durch autonome Waffen würden weniger Menschen sterben, da diese genauer zielen könnten als Menschen. Nichtregiierungsorganisationen, wie die  Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordern ein weltweites Verbot und sprechen von "Killer-Robotern".

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UN-Bericht: "Islamischer Staat ist weiter eine ernsthafte Bedrohung für die Welt"

24. August 2018 - 11:23

24. August 2018 - Trotz schwerer militärischer Rückschläge hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) offenbar noch rund 20.000 Kämpfer und baut sich weiter in ein geheimes globales Netzwerk um. Das sind die wichtigsten Ergebnisse eines UN-Berichts, der dem Sicherheitsrat in New York von UN-Antiterrorismus-Experten übergeben worden ist. Trotz der militärischen Niederlage des IS im Irak und eines weitgehenden Rückzugs in Syrien, bleibe die Bedrohung durch die Miliz äußerst ernst und bedeutsam, heißt es in dem Bericht. Die UN-Experten geben in dem Bericht auch Empfehlungen, wie die UN-Mitgliedsstaaten gegen den globalen Terrorismus vorgehen können. 

 

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UN erinnern an Kofi Annan: Ein Anführer, der die Menschen in den Mittelpunkt der Organisation stellte

23. August 2018 - 12:40

23. August 2018 – Bei einer Trauerfeier in New York haben die Mitarbeiter der Vereinten Nationen am Mittwoch dem ehemaligen Generalsekretär Kofi Annan gedacht.

Während einer Kranzniederlegung erwiesen der amtierende UN-Generalsekretär António Guterres und viele Kollegen Annan ihre Ehre. Annan war innerhalb des UN-Systems aufgestiegen bis er im Januar 1997 für zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten der siebte Generalsekretär der Vereinten Nationen geworden war.

“Die Amtsjahre von Kofi Annan waren eine spannende Zeit. Er trieb neue Ideen voran. Er brachte neue Menschen in die Familie der Vereinten Nationen. Er sprach leidenschaftlich über unsere Mission und unsere Rolle. Er schuf einen neuen Sinn der Möglichkeiten, was die UN für die Menschen dieser Welt tun und sein können, sowohl innerhalb als auch außerhalb unserer Organisation”, sagte Guterres.

“Seine bezeichnendsten Eigenschaften waren seine Menschlichkeit und Solidarität mit jenen, die Not erleiden. Er stellte die Menschen in den Mittelpunkt der Arbeit der Vereinten Nationen und war dazu fähig, sein Mitgefühl in Handlungen des gesamten UN-Systems umzusetzen.”

Kofi Annan ist am Samstag nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Jahren gestorben.  

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