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1. Dezember 2020 - 14:29
Der 25. November ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Foto: Pixabay

Diskriminierung von Frauen und Gewalt gegen Frauen sind überall auf der Welt alltäglich. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, riefen lateinamerikanische und karibische Feministinnen im Jahr 1981 – und im Jahr 1999 auch die Vereinten Nationen – den 25. November zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen aus.

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) ist so ein Fall von Gewalt gegen Frauen. In einigen Gegenden in Sierra Leone in Westafrika beispielsweise sind 95 Prozent der Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren davon betroffen. Das Bewusstsein für die körperlichen und psychischen Folgen ist sehr gering, die Anreize, die Praxis fortzuführen sind hingegen groß: Frauen, die sich keiner Genitalverstümmelung unterziehen, werden stigmatisiert und ausgegrenzt. Beschneiderinnen verlieren ihr Ansehen und ihre Einnahmen.

Die sierra-leonische Frauenrechtsorganisation Amazonian Initiative Movement (AIM) hat es sich zum Ziel gemacht, Genitalverstümmelung entgegenzuwirken. AIM verfolgt dabei einen integrativen Ansatz: Sie wenden sich nicht nur an die unmittelbar Beteiligten wie Beschneiderinnen, Mädchen und Eltern, sondern binden in ihre Aufklärungsarbeit auch Gesundheitspersonal, Kinder und Jugendliche, Lehrkräfte sowie in der Gemeinschaft respektierte Führungspersonen ein.

Gemeinsam mit dem deutschen Verein PfefferminzGreen e.V. und gefördert durch das Programm bengo von Engagement Global hat AIM das Projekt „Wasserbrunnen gegen Genitalverstümmelung (FGM)“ ins Leben gerufen. Mit dem Projekt gehen die Beteiligten gleich vier Probleme an: ungenügende Wasserversorgung, mangelhafte hygienische Bedingungen, Armut und Genitalverstümmelung.

Um Verbesserungen in diesen Bereichen zu erzielen, wurden 30 Wasserbrunnen in 30 Dörfern gebaut, die alle Bewohnerinnen und Bewohner mit fünf Litern Wasser pro Person und Tag versorgen. Die Brunnen wurden mit einfachen, leicht zu bedienenden Handpumpen ausgestattet. Für den Betrieb ist die Dorfgemeinschaft verantwortlich, Reparaturen und die Instandhaltung übernehmen 60 eigens dafür ausgebildete Fachkräfte für Mechanik.

Workshops, Gruppendiskussionen und kulturelle Aktivitäten vermittelten, wie Hygienestandards dauerhaft verbessert werden können, um den Ausbruch und die Verbreitung von Krankheiten zu reduzieren. Zudem wurden die Menschen sensibilisiert, welche negativen Folgen die Genitalverstümmelung für die Gesundheit von Mädchen und Frauen dauerhaft hat. Den Beschneiderinnen wurden Einkommensalternativen geboten wie zum Beispiel Landwirtschaftskurse oder andere Qualifizierungen.

Am Ende der Projektlaufzeit organisierte AIM im Dorf Mathaska im Port Loko Distrikt die allererste „Bondo without blood“-Zeremonie des Landes. Die Aufnahme junger Frauen in die Bondo Society, sogenannte Frauengeheimbünde, erfolgt üblicherweise durch das Ritual der Beschneidung. Zu Beginn der alternativen Zeremonie erklärten 40 Beschneiderinnen, dass sie ihre Messer und Klingen niederlegen und sich für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzen werden. Auch tauschten die Beschneiderinnen ihre traditionell rot-weiße Kopfbedeckung gegen eine blau-gelbe, die seither für einen unblutigen Initiationsritus steht. 70 Mädchen über 18 unterzogen sich der alternativen Initiation: Sie gingen für 15 Tage in den Busch, lernten etwas über ihr kulturelles Erbe, traditionelle Medizin, aber auch über Körperpflege und Hauswirtschaft.

Über bengo

Bengo berät deutsche Nichtregierungsorganisationen zu Fragen rund um die Förderung von Auslandsprojekten durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und unterstützt in allen Phasen eines Projekts: im Vorfeld, während der Antragstellung, bei der Projektdurchführung und beim Abschluss des Vorhabens

Weitere Informationen

Zur Internetseite von bengo

Zur Internetseite von PfefferminzGreen e.V.

Zur Internetseite des Amazonian Intitiative Movement (AIM)

Kategorien: Ticker

Wasserbrunnen gegen Genitalverstümmelung

25. November 2020 - 11:57

Diskriminierung von Frauen und Gewalt gegen Frauen sind überall auf der Welt alltäglich. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, riefen lateinamerikanische und karibische Feministinnen im Jahr 1981 – und im Jahr 1999 auch die Vereinten Nationen – den 25. November zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen aus.

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) ist so ein Fall von Gewalt gegen Frauen. In einigen Gegenden in Sierra Leone in Westafrika beispielsweise sind 95 Prozent der Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren davon betroffen. Das Bewusstsein für die körperlichen und psychischen Folgen ist sehr gering, die Anreize, die Praxis fortzuführen sind hingegen groß: Frauen, die sich keiner Genitalverstümmelung unterziehen, werden stigmatisiert und ausgegrenzt. Beschneiderinnen verlieren ihr Ansehen und ihre Einnahmen.

Die sierra-leonische Frauenrechtsorganisation Amazonian Initiative Movement (AIM) hat es sich zum Ziel gemacht, Genitalverstümmelung entgegenzuwirken. AIM verfolgt dabei einen integrativen Ansatz: Sie wenden sich nicht nur an die unmittelbar Beteiligten wie Beschneiderinnen, Mädchen und Eltern, sondern binden in ihre Aufklärungsarbeit auch Gesundheitspersonal, Kinder und Jugendliche, Lehrkräfte sowie in der Gemeinschaft respektierte Führungspersonen ein.

Gemeinsam mit dem deutschen Verein PfefferminzGreen e.V. und gefördert durch das Programm bengo von Engagement Global hat AIM das Projekt „Wasserbrunnen gegen Genitalverstümmelung (FGM)“ ins Leben gerufen. Mit dem Projekt gehen die Beteiligten gleich vier Probleme an: ungenügende Wasserversorgung, mangelhafte hygienische Bedingungen, Armut und Genitalverstümmelung.

Um Verbesserungen in diesen Bereichen zu erzielen, wurden 30 Wasserbrunnen in 30 Dörfern gebaut, die alle Bewohnerinnen und Bewohner mit fünf Litern Wasser pro Person und Tag versorgen. Die Brunnen wurden mit einfachen, leicht zu bedienenden Handpumpen ausgestattet. Für den Betrieb ist die Dorfgemeinschaft verantwortlich, Reparaturen und die Instandhaltung übernehmen 60 eigens dafür ausgebildete Fachkräfte für Mechanik.

Workshops, Gruppendiskussionen und kulturelle Aktivitäten vermittelten, wie Hygienestandards dauerhaft verbessert werden können, um den Ausbruch und die Verbreitung von Krankheiten zu reduzieren. Zudem wurden die Menschen sensibilisiert, welche negativen Folgen die Genitalverstümmelung für die Gesundheit von Mädchen und Frauen dauerhaft hat. Den Beschneiderinnen wurden Einkommensalternativen geboten wie zum Beispiel Landwirtschaftskurse oder andere Qualifizierungen.

Am Ende der Projektlaufzeit organisierte AIM im Dorf Mathaska im Port Loko Distrikt die allererste „Bondo without blood“-Zeremonie des Landes. Die Aufnahme junger Frauen in die Bondo Society, sogenannte Frauengeheimbünde, erfolgt üblicherweise durch das Ritual der Beschneidung. Zu Beginn der alternativen Zeremonie erklärten 40 Beschneiderinnen, dass sie ihre Messer und Klingen niederlegen und sich für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzen werden. Auch tauschten die Beschneiderinnen ihre traditionell rot-weiße Kopfbedeckung gegen eine blau-gelbe, die seither für einen unblutigen Initiationsritus steht. 70 Mädchen über 18 unterzogen sich der alternativen Initiation: Sie gingen für 15 Tage in den Busch, lernten etwas über ihr kulturelles Erbe, traditionelle Medizin, aber auch über Körperpflege und Hauswirtschaft.

Über bengo

Bengo berät deutsche Nichtregierungsorganisationen zu Fragen rund um die Förderung von Auslandsprojekten durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und unterstützt in allen Phasen eines Projekts: im Vorfeld, während der Antragstellung, bei der Projektdurchführung und beim Abschluss des Vorhabens

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Toiletten dürfen keine Utopie sein

18. November 2020 - 16:44
Einheimische bauen einen Wassertank. Foto: Arde Kubaho

Hygienische Sanitäranlagen und der Zugang zu sauberem Wasser sind Basis für ein gesundes Leben und für Wohlbefinden. Einige werden es von ihren Urlaubsreisen kennen - in südlichen Ländern ist die Situation oft prekär. Teilweise reicht das Wasser nicht nur mengenmäßig nicht aus, sondern auch die Qualität ist ungenügend. Es mangelt an Brunnen und Pumpen. Deshalb ist der Welttoilettentag am 19. November auch ein Appell der Vereinten Nationen, die weltweit 4,2 Milliarden Menschen ohne sichere Sanitärversorgung zu unterstützen.

Wasser- und Sanitärversorgung in Sheli, Ruanda

„Mindestens 20 Liter Wasser benötigt ein Mensch durchschnittlich pro Tag im Haushalt.“, erklärt die Länderreferentin Raphaela Betz von Hoffnungszeichen e.V. in Konstanz. Sie arbeitet in einem großen Team daran, die Wasserinfrastruktur in Ruanda zu verbessern. Ein Projekt konnte bereits nachhaltig in der Gemeinde Sheli, in der Nähe der ruandischen Hauptstadt Kigali, realisiert werden. Drei Jahre lang wurde hier zusammen mit den Einheimischen geplant, organisiert, Quellen erschlossen und Leitungen verlegt, um Wassertanks, Wasserkioske und Latrinen zu bauen. Aufgrund der geografischen Lage war es laut Raphaela Betz nicht einfach, die insgesamt 12.000 Einwohner der Gemeinde Sheli mit Wasser zu versorgen: „Ruanda ist das Land der 1.000 Hügel. Es gibt zwar Quellen, die meisten führen aber nur wenig Wasser. Das Oberflächenwasser ist meist nicht sauber und liegt in den Tälern. Insgesamt 5,7 km lange Wasserleitungen haben wir über Berge und Täler gelegt.“

Das Projekt in Sheli lief von Oktober 2016 bis Juli 2019 und wurde finanziell von dem Programm bengo von Engagement Global unterstützt. Die 13 errichteten Latrinen, Urine Diverting Dry Toilets (UDDT), waren pilotiert. Raphaela Betz weist auf die Besonderheiten dieser Toiletten hin: „Sie sind so konzipiert, dass Urin und Kot getrennt gesammelt werden und nach unterschiedlichen Wartezeiten zum Abbau von Risikostoffen jeweils als Dünger genutzt werden können. Dieses Konzept bedarf einer sorgsamen Einführung, weil es kulturell nicht immer akzeptiert ist, menschliche Fäzes zum Düngen zu nutzen. Außerdem muss die sichere Handhabung geübt werden, zum Beispiel, dass die Wartezeiten eingehalten werden. Vorteil ist, dass kein Abfall anfällt und man den entstehenden Dünger landwirtschaftlich nutzen kann. Wir haben die Einführung der Latrinen gemeinsam mit Küchengärten gemacht, für die der Dünger genutzt werden kann.“

Insgesamt wurden sechs Wasserkioske gebaut, die auf Privatgrundstücken stehen. Dort können sie die Menschen Wasser holen, aber auch kioskübliche Waren kaufen. Zudem wurde mit dem Train the Trainers-Ansatz eine Verhaltens- und Bewusstseinsänderung in der Zielbevölkerung im Bereich Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen bewirkt.

Die neue Wasserversorgung hat weitreichende positive Effekte, nicht nur auf die Hygiene, sondern es wurden auch Arbeitsplätze zum Beispiel an den Wasserkiosken geschaffen. Mädchen und Frauen, die in afrikanischen Ländern oft für die Wasserversorgung zuständig sind, profitieren von der Zeitersparnis: Sie müssen nicht mehr kilometerweit zum Wasserholen laufen, sondern können stattdessen die Schule besuchen oder einen Gemüsegarten anlegen. Gemäß dem Sphere Handbuch soll die Zeit zum Wasserholen maximal 30 Minuten betragen. Zudem haben sich in Sheli Kleinunternehmen wie Hoteliers angesiedelt und reichere Familien sind zugezogen. Kurz: Es ist eine neue Dorfinfrastruktur mit neuen Möglichkeiten und einer höheren Lebensqualität entstanden.

An der erfolgreichen Realisierung des Projektes waren laut Raphaela Betz eine Partnerorganisation vor Ort, einheimische Ingenieurinnen und Ingenieure, Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter, der District, die Gemeindeverwaltung, sowie das örtliche Wasserversorgungsunternehmen beteiligt. Auch viele Privatpersonen aus Sheli haben mit angepackt.

Die Wasserversorgung richtet sich insbesondere an die verletzlichen Personen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie meist von mehreren sozialen und/oder ökonomischen Faktoren wie zum Beispiel Krankheit, Ausgrenzung oder Erwerbslosigkeit betroffen sind. Langfristig zu gewährleisten, dass das Wasser vor allem diese Zielgruppe erreicht, war ein letzter Schritt - vielleicht der wichtigste – in diesem Projekt. Denn die reicheren Familien, die nach Sheli zugezogen sind, möchten Privatleitungen kaufen. Wenn viele Leitungen privatisiert sind, verringert sich der Wasserdruck an den Kiosken. Gemeinsam mit dem District von Sheli wurde deshalb entschieden, die Privatanschlüsse zu limitieren, um solche Folgen zu vermeiden. Vorrang bei der Wasserversorgung hat die breite Bevölkerung. „Der letzte Schritt vom Projekt in Sheli war der erste Schritt bei den Folgeprojekten, die wir bereits initiiert haben: Die Limitierung der Privatanschlüsse wird bereits mit Projektbeginn vertraglich festgehalten,“ betonte Raphaela Betz im Interview.

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Fürs Klima aufs Rad steigen

17. November 2020 - 11:32
Das Team von Engagement Global legte 12.500 Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Foto: Engagement Global

Auch in diesem Jahr hat Engagement Global mit einem Team am bundesweiten Wettbewerb „Stadtradeln – Radeln für ein gutes Klima“ teilgenommen. Bei dem Wettbewerb legen die Teilnehmenden an 21 Tagen möglichst viele Wege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurück.

Zwischen dem 20. September und 10. Oktober 2020 fuhren die Mitglieder des Teams von Engagement Global insgesamt 12.500 Kilometer mit dem Fahrrad und sparten somit 1.838 Kilogramm CO² ein. Damit erreichte Engagement Global in Bonn den 8. Platz. Das erfolgreichste Teammitglied legte eine Strecke von 1173,5 Kilometern zurück. Bonn hat mit 506.421 Kilometern und 2.894 Radelnden insgesamt 74 Tonnen CO² eingespart.

Stadtradeln ist eine Kampagne des Klima-Bündnis, dem größten Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen zum Schutz des Weltklimas. Ziele der Kampagne sind, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und ein Zeichen für eine bessere Radinfrastruktur in den Kommunen zu setzen.

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Wie ein nachhaltiges Leben zum Normalfall werden kann

13. November 2020 - 16:38
Nachhaltigere Produktionsabläufe können nachhaltiges Handeln im Alltag erleichtern. Foto: Engagement Global

Wieso tun wir oft nicht das, was wir für richtig halten? Und wie können wir das in Zukunft ändern? Über diese und ähnliche Fragen diskutierten Michael Kopatz vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, und die rund 70 Teilnehmenden beim fünften und letzten Zukunftsforum 2020 am 11. November 2020 digital.

Michael Kopatz stellte bei der Abschlussveranstaltung „Vom Wissen zum Tun: Wie ein nachhaltiges Leben zum Normalfall werden kann“ sein Konzept der Ökoroutine vor. Die Idee dahinter ist, lokale, nationale und globale Strukturen und Verhältnisse dahingehend zu ändern, dass es für alle im Alltag leichter wird, nachhaltig zu handeln. Michael Kopatz plädiert dafür, dass sich nicht nur die Menschen, sondern auch die politischen und wirtschaftlichen Strukturen ändern müssen. In der Praxis bedeute dies: Statt moralischer Appelle an die Bürgerinnen und Bürger, sollten gesetzliche Standards erhöht und Produktionsabläufe und Produkte effektiver und nachhaltiger gestaltet werden.

Als konkretes Beispiel führt er an, dass man den Mindestlohn für eine Näherin verdreifachen könnte, ohne dass es den Konsumentinnen und Konsumenten auffallen würde. Denn: Der Anteil der Lohnkosten einer Näherin am Gesamtpreis eines T-Shirts betrage in Deutschland lediglich 1%. Das Ergebnis sei Folgendes: “Wir können nachhaltig leben, ohne uns tagtäglich mit Klimawandel oder Massentierhaltung befassen zu müssen.“

Sind die richtigen Strukturen geschaffen, so der Umweltwissenschaftler, kann ein umweltbewusstes Verhalten ohne große Anstrengungen zur Routine werden. Es müsse sich besser anfühlen, das Richtige zu tun. Dann würden Menschen auch entsprechend handeln. Als Beispiel hierfür nennt er den Ausbau von Radwegen und Busspuren, um es für den Menschen attraktiver zu machen das eigene Fahrzeug stehen zu lassen. Solange Menschen mit dem Auto schneller in der Stadt sind und es überall Parkplätze gibt, während der Bus nur zweimal am Tag kommt und es keine sicheren Radwege gibt, haben die Menschen laut Michael Kopatz nur wenige Anreize, das eigene Auto stehen zu lassen.

Trotzdem hätten auch Bürgerinnen und Bürger eine Verantwortung. Für Michael Kopatz gilt jedoch: „Politischer Protest ist wichtiger als die Veränderung des Konsumverhaltens“. Damit appellierte er an die Teilnehmenden des Zukunftsforums sich zu engagieren – sei es durch die Teilnahme an Demonstrationen oder in dem sich die Teilnehmenden vor Ort beispielsweise für die Umwandlung von Parkplätzen in Grünflächen oder Radwege einsetzen.

Das Zukunftsforum ist eine Kooperation der Hochschule Harz, der Stadt Wernigerode und Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD). Es bringt Expertinnen und Experten sowie lokale Akteure und Interessierte miteinander ins Gespräch. Ziel des Zukunftsforums ist die Sensibilisierung für und Auseinandersetzung mit der Agenda 2030 und ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung.

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