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Aktuelle Meldungen der Engagement Global gGmbH - Service für Entwicklungsinitiativen
Aktualisiert: vor 12 Stunden 8 Minuten

Welttag der sozialen Gerechtigkeit

19. Februar 2020 - 17:25
Die Kinder packen beim Bau einer inklusiven Modellstadt mit an. Foto: Stadt Leipzig

Der Welttag der sozialen Gerechtigkeit wurde 2009 von den Vereinten Nationen eingeführt und soll jährlich am 20. Februar an das Leitbild der sozialen Gerechtigkeit in Gemeinschaften erinnern. Auch Engagement Global unterstützt und fördert Einrichtungen, Vereine, Initiativen und Kommunen, die sich mit ihrer entwicklungspolitischen Arbeit aktiv für ein gerechtes globales Miteinander einsetzen.

Ein Beispiel für kommunales Engagement für eine sozial gerechtere Gesellschaft ist ein Projekt der Partnerstädte Leipzig und Addis Abeba. Gemeinsam entwickelten die Städte Ideen und Aktivitäten einer „inklusiven Kommune“. Sie fokussierten sich dabei auf den Bildungsbereich, um Kindern mit Behinderung die gesellschaftliche Teilnahme zu erleichtern und gleichzeitig die Akzeptanz und das Zusammenleben aller zu verbessern.

Umgesetzt wurde dies mit Hilfe von drei Pilotprojekten: dazu gehörte die Erstellung eines taktilen, ertastbaren Kinderbuchs – von Kindern und für Kinder, mit oder ohne Behinderung. Gleiches gilt für das Schulgartenprojekt, an dem sich Schulen beider Städte beteiligten; ein Projekt, mit dem vielfältige Bildungsthemen, aber auch Sinne angesprochen werden. Leipzig brachte zusätzlich seine Erfahrung beim inklusiven Planspiel „Stadt in der Stadt“ mit ein. Dazu wurde in Addis Abeba durch spielerisches Lernen eine inklusive Modellstadt geplant, gebaut und mit Leben erfüllt. Dabei wurden Kinder mit beeinträchtigtem Seh-, Hör- und Bewegungsvermögen gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung selbst aktiv und ließen so 2019 an zwei Standorten der äthiopischen Hauptstadt eine Woche lang spielend eine neue Stadt aus Holz entstehen.

Die beiden engagierten Partnerstädte haben bei ihren Projekten gezeigt, dass sie gemeinsam einen Beitrag zu einer sozial gerechteren Kommune leisten können. Gefördert wurden die „Inklusiven Kommunen“ dabei von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global durch das Projekt „Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte“ (Nakopa).

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BNE inklusiv

17. Februar 2020 - 12:41
Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des Fachtreffens BNE und Inklusion im Rahmen der Umsetzung des Orientierungsrahmens Globale Entwicklung in der Schule wurden nun veröffentlicht. Foto: Engagement Global

Im Mai 2019 hatte das erste Fachtreffen „BNE inklusiv“ über 60 Lehrerinnen und Lehrer, Fachexpertinnen und Fachexperten, Vertreterinnen aus Wissenschaft und Lehre, Trägerorganisationen, Verbände, Bildungseinrichtungen, Stiftungen sowie Interessensvertretungen der Arbeitsbereiche BNE und Inklusion zusammengebracht. Im Fokus des Fachtreffens stand die Frage, wie Unterricht und Schule gestaltet werden müssen, damit alle Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung ihrer individuellen Fähigkeiten globale Kompetenzen erwerben können. Das Fachtreffen machte deutlich, dass BNE und Inklusion hierbei nicht in Konkurrenz zueinanderstehen, sondern sich gegenseitig stützen und stärken.

Die nun vorliegende Veröffentlichung will den Akteurinnen und Akteuren in Schulen Mut machen, in ihrem konkreten Umfeld einzelne Schritte anzugehen. In den Kapiteln Unterricht, Lernmaterialien, Lehrkräfteausbildung und -fortbildung sowie Whole School Approach werden die jeweiligen Arbeitsergebnisse des Fachtreffens vorgestellt sowie die daraus abgeleiteten pädagogischen Handlungsempfehlungen für die schulische Praxis. Diese Handlungsempfehlungen bedürfen immer der kritischen Diskussion und Reflexion, um die Passung vor Ort für gegebene Umstände zu prüfen.

Das Treffen war Teil des Umsetzungsprozesses des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung.

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Ausstellungs-Finissage „Ein Ort. Irgendwo“

10. Februar 2020 - 10:12
Bei der Finissage zum Thema Frauen auf der Flucht sprachen Expertinnen über Migrationsarbeit und ihre persönlichen Erfahrungen. Foto: Felix Schaaf, ISSO Institut.

Mit einer Finissage zum Thema „Frauen auf der Flucht“ wurde am Donnerstag, 6. Februar 2020, die Karikaturenausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ im ISSO-Institut, Institute for Social and Sustainable Oikonomics, in Koblenz beendet. Lokal aktive Vertreterinnen aus der Migrations- und Integrationsarbeit erzählten über ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke aus der Arbeit mit Betroffenen.

Beatrix Sieben, Geschäftsführerin des ISSO-Instituts, und Birgit Steck von Engagement Global stellten zunächst die Hintergründe und Entstehungsgeschichte der Karikaturenausstellung vor, die das Ergebnis eines internationalen, künstlerischen Wettbewerbs zu den Themen Flucht und Migration ist. Anschließend leitete Petra Keller von Medica Mondiale e.V. mit einem Einführungsvortrag das Thema des Abends ein. Die Veranstaltung drehte sich um genderspezifische Fluchtursachen und –erfahrungen und darum, wie eine traumasensible Integration ermöglicht werden kann.

Dabei sprach Petra Keller auch konkret das Publikum an: „Wir sind verantwortlich dafür, auf welches Umfeld Menschen nach ihren traumatischen Erfahrungen stoßen“. Sie forderte weiter, dass Gewaltschulkonzepte stärker vorangebracht werden müssten und es sowohl weitere Prävention sowie Intervention von und bei Gewalt an geflüchteten Frauen geben müsse.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion machten neben Petra Keller auch Roula Fallal von der Initiative Frauenzimmer Koblenz, Karima Faddane, Integrationslotsin und Mitglied im Beirat für Migration und Integration der Stadt Koblenz, sowie die Juristin und Journalistin Soumaia Talo Alolabi aus Syrien ihre Standpunkte zum Thema deutlich und berichteten von persönlichen Erfahrungen.

Nach dem thematischen Input hatten die Gäste die Gelegenheit, die Ausstellung zu besichtigen und gemeinsam über das Gehörte und Gesehene ins Gespräch zu kommen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Musikschule zwischen den Weinbergen aus Koblenz. Durch den Abend führte Daniel Steiger von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) in Koblenz.

Vernissage im saarländischen Kirkel

Interessierte können die Ausstellung noch bis Freitag, 14. Februar2020, im ISSO-Institut in Koblenz besuchen. Von Montag, 2. März, bis Freitag, 15. Mai 2020, ist die Ausstellung im Bildungszentrum Kirkel im Saarland zu sehen. Am Dienstag, 10. März, findet dort eine Vernissage statt, bei der Adonis, ein syrischer Geflüchteter, über seine Flucht- und Ankunftserfahrungen berichtet.

Die Finissage war eine Kooperationsveranstaltung von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungspolitische Bildung in Deutschland (EBD), dem ISSO-Institut Koblenz und dem Beirat für Migration und Integration Koblenz.

Hintergrund

Die Kulturkoordination Exile e.V. rief im Jahr 2017 in Kooperation mit Engagement Global weltweit Künstlerinnen und Künstler dazu aufgerufen, ihre Erfahrungen, Eindrücke und Sichtweisen zum Thema Flucht und Migration in künstlerischer Form darzustellen. Die Ausstellung zeigt das breite Spektrum der Themen Flucht und Migration, die Schwierigkeiten, Hürden und den Schmerz, die Heimat und Familie zu verlassen sowie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, Unterstützung und Akzeptanz.

Die Ausstellung kann kostenlos ausgeliehen werden. Interessierte können sich gerne an aussenstelle.mainz@engagement-global.de wenden

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Zwischen Fluchtursachen und Arbeitsmigration

4. Februar 2020 - 15:57
Die Soldatinnen und Soldaten besuchten eine Ausstellung zu afrikanischem Leben in Deutschland im Afrika-Haus in Berlin. Foto: Engagement Global

Im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) führte Engagement Global im Januar 2020 zwei Seminare für angehende Stabsoffiziere der Führungsakademie der Bundeswehr durch.

Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen entwicklungspolitische Themen nahe zu bringen und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren. Dazu kooperiert Engagement Global unter anderem mit Organisationen auf Bundesebene – wie beispielsweise mit der Bundeswehr – die für die Verankerung und Verbreitung entwicklungspolitischer Inhalte besondere Bedeutung haben.

In dem Seminar am Dienstag, 28. Januar 2020, befassten sich die Teilnehmenden mit dem Thema „Afrikanische Zuwanderung nach Deutschland - Zwischen Fluchtursachen und Arbeitsmigration“. Dabei hatten die Soldatinnen und Soldaten die Gelegenheit, im Berliner Afrika-Haus eine Ausstellung zu afrikanischem Leben in Berlin zu besuchen und während einer Stadtführung mehr über die Bedeutung Berlins für die afrikanische Geschichte erfahren.

Das anschließende Gespräch mit Lucía Muriel und Tahir Della von der Organisation glokal e.V. drehte sich unter anderem um die Ursachen für Flucht und Migration aus afrikanischen Ländern nach Deutschland. Die während der Diskussion aufgekommenen Fragen und Aussagen zeigten auf, wie unterschiedlich die Blickwinkel der Teilnehmenden und der Referierenden Lucía Muriel und Tahir Della, die selbst schon rassistische Anfeindungen erlebt haben, auf die Themen Fluchtursachen und Rassismus sind. Die Referierenden schilderten, wie verletzend viele Formulierungen für Menschen mit Migrationshintergrund sind und wie schwer es dadurch ist, sich als Teil der deutschen Gesellschaft zu fühlen. Die Notwendigkeit, sich fortlaufend mit strukturellem und Alltagsrassismus auseinanderzusetzen, untermauerte Lucía Muriel mit der Aussage „Das N-Wort ist für uns sehr verletzend, wir wollen es nicht mehr hören!“.

Das Seminar am Mittwoch, 29. Januar 2019, beschäftigte sich mit dem Thema „Zivile Krisenprävention im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit“. Ziel des Seminares war es, den Teilnehmenden ein besseres Verständnis für die Aufgaben und Wichtigkeit der Entwicklungszusammenarbeit zu vermitteln. Dazu übernahmen die Soldatinnen und Soldaten in einem Planspiel die Rolle von Mitarbeitenden von Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in einem fiktiven Post-Konflikt-Szenario. Durch den Perspektivwechsel wurden die Herausforderungen bei der Koordination von Entwicklungszusammenarbeit ebenso ersichtlich wie die Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit für den Wiederaufbau staatlicher und nichtstaatlicher Strukturen.

Die durch das Spiel gewonnen Informationen wurden durch den anschließenden Besuch des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundestages ergänzt. Dr. Nora Röhner, Referentin im Referat Frieden und Sicherheit im BMZ, stellte die Aufgaben des Ministeriums vor und sprach über die Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit für den Aufbau friedlicher Gesellschaften.

Beim Besuch des Unterausschusses zivile Krisenprävention des Deutschen Bundestags erfuhren die Soldatinnen und Soldaten mehr über die Bemühungen des Bundestags, Konflikte friedlich zu regeln.

Hintergrund

Engagement Global führt an verschiedenen Bundeswehrstandorten Bildungsseminare zu entwicklungspolitischen Themen durch. Ziel der Zusammenarbeit ist es, das Verständnis für die Entwicklungszusammenarbeit voranzubringen und die Angehörigen der Bundeswehr mit der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung vertraut zu machen.

Seit 2017 besteht ein Kooperationsvertrag zwischen Engagement Global und der Führungsakademie der Bundeswehr. Die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit dem Zentrum Innere Führung ist für das Jahr 2020 geplant.

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Cyber-Sicherheit als Herausforderung

4. Februar 2020 - 14:52
Die öffentliche Abendveranstaltung fand in der Dresdner Frauenkirche statt. Foto: Stiftung Entwicklung und Frieden

Wie kann es angesichts der Übernutzung der natürlichen Ressourcen gelingen, das Überleben und Wohlergehen aller Menschen auch in Zukunft zu sichern? Welche Rahmenbedingungen sollte die Politik setzen, von der globalen bis zur lokalen Ebene, um Rohstoffkonflikte und die Zerstörung von Lebensräume zu verhindern? Wie kann jede und jeder Einzelne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Um diese und weitere Fragen drehte sich das Dresdner Forum für Internationale Politik (DFIP) 2020, das am Donnerstag, 23., und Freitag, 24. Januar 2020, in Dresden stattfand.

Die Teilnehmenden der Fachkonferenz zum Thema „Rohstoffe für den Klimaschutz: Strategien zur Konfliktprävention“ befassten sich unter anderem mit den Herausforderungen, vor die uns ein fairer Rohstoffabbau stellt. Dr. Jutta Matreux, Werksleiterin der Wacker Chemie AG in Nünchritz, merkte in diesem Zusammenhang an, dass Lieferketten oft sehr kleinteilig und undurchsichtig seien, das Bewusstsein für nachhaltiges unternehmerisches Handeln in der Chemiebranche aber steige. Der Konzern Wacker selbst verpflichtet sich zu einer transparenten Berichterstattung, was den Abbau und die Verarbeitung von Rohstoffen betrifft.

In einem Interview zu nachhaltigen Rohstoffen für Zukunftstechnologien wies Prof. Dr. Maximilian Fichtner, Stellvertretender Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm, darauf hin, dass viele Rohstoffe – wie Magnesium als Ersatz für Lithium – auch in Deutschland vorkommen. Man müsse diese nicht unter ausbeuterischen Bedingungen in Drittstaaten abbauen.

Die öffentliche Abendveranstaltung zum Thema „Wenn das Eis schmilzt… Umwelt und Frieden zusammen denken“ am Donnerstag, 23. Januar 2020, in der Dresdner Frauenkirche hatten Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, und Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, eröffnet. Sie betonte, dass Entwicklungspolitik globale Nachhaltigkeitspolitik sein müsse. Dies untermauerte auch die anschließende Podiumsdiskussion.

Dr. Adriana E. Abdenur, Koordinatorin des Bereichs Frieden und Sicherheit am Instituto Igarapé in Rio de Janeiro, Brasilien, und Dr. Eliyas T. Ayuk, Mitglied es International Ressource Panel der Vereinten Nationen, aus Accra, Ghana, hoben bei der Podiumsdiskussion mit dem Polarforscher Arved Fuchs hervor, dass die Armen einerseits am stärksten vom Klimawandel betroffen sind und dass die Folgen für den Globalen Süden gleichzeitig auch Auswirkungen auf den Globalen Norden haben.

Das Forum ist eine Veranstaltung des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global in Kooperation mit der sächsischen Staatskanzlei, der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) in Bonn und der Stiftung Frauenkirche in Dresden.

Das EBD-Programm bringt mit unterschiedlichen Formaten einer breiten Öffentlichkeit oder ausgewählten Zielgruppen entwicklungspolitische Themen nahe. Ziel des EBD-Programmes ist es, eine kritische Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungsthemen zu ermöglichen sowie Menschen zu eigenem Engagement für eine nachhaltige Entwicklung zu motivieren.

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Umwelt und Frieden zusammen denken

30. Januar 2020 - 15:23
Die öffentliche Abendveranstaltung fand in der Dresdner Frauenkirche statt. Foto: Stiftung Entwicklung und Frieden

Wie kann es angesichts der Übernutzung der natürlichen Ressourcen gelingen, das Überleben und Wohlergehen aller Menschen auch in Zukunft zu sichern? Welche Rahmenbedingungen sollte die Politik setzen, von der globalen bis zur lokalen Ebene, um Rohstoffkonflikte und die Zerstörung von Lebensräume zu verhindern? Wie kann jede und jeder Einzelne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Um diese und weitere Fragen drehte sich das Dresdner Forum für Internationale Politik (DFIP) 2020, das am Donnerstag, 23., und Freitag, 24. Januar 2020, in Dresden stattfand.

Die Teilnehmenden der Fachkonferenz zum Thema „Rohstoffe für den Klimaschutz: Strategien zur Konfliktprävention“ befassten sich unter anderem mit den Herausforderungen, vor die uns ein fairer Rohstoffabbau stellt. Dr. Jutta Matreux, Werksleiterin der Wacker Chemie AG in Nünchritz, merkte in diesem Zusammenhang an, dass Lieferketten oft sehr kleinteilig und undurchsichtig seien, das Bewusstsein für nachhaltiges unternehmerisches Handeln in der Chemiebranche aber steige. Der Konzern Wacker selbst verpflichtet sich zu einer transparenten Berichterstattung, was den Abbau und die Verarbeitung von Rohstoffen betrifft.

In einem Interview zu nachhaltigen Rohstoffen für Zukunftstechnologien wies Prof. Dr. Maximilian Fichtner, Stellvertretender Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm, darauf hin, dass viele Rohstoffe – wie Magnesium als Ersatz für Lithium – auch in Deutschland vorkommen. Man müsse diese nicht unter ausbeuterischen Bedingungen in Drittstaaten abbauen.

Die öffentliche Abendveranstaltung zum Thema „Wenn das Eis schmilzt… Umwelt und Frieden zusammen denken“ am Donnerstag, 23. Januar 2020, in der Dresdner Frauenkirche hatten Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, und Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, eröffnet. Sie betonte, dass Entwicklungspolitik globale Nachhaltigkeitspolitik sein müsse. Dies untermauerte auch die anschließende Podiumsdiskussion.

Dr. Adriana E. Abdenur, Koordinatorin des Bereichs Frieden und Sicherheit am Instituto Igarapé in Rio de Janeiro, Brasilien, und Dr. Eliyas T. Ayuk, Mitglied es International Ressource Panel der Vereinten Nationen, aus Accra, Ghana, hoben bei der Podiumsdiskussion mit dem Polarforscher Arved Fuchs hervor, dass die Armen einerseits am stärksten vom Klimawandel betroffen sind und dass die Folgen für den Globalen Süden gleichzeitig auch Auswirkungen auf den Globalen Norden haben.

Das Forum ist eine Veranstaltung des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global in Kooperation mit der sächsischen Staatskanzlei, der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) in Bonn und der Stiftung Frauenkirche in Dresden.

Das EBD-Programm bringt mit unterschiedlichen Formaten einer breiten Öffentlichkeit oder ausgewählten Zielgruppen entwicklungspolitische Themen nahe. Ziel des EBD-Programmes ist es, eine kritische Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungsthemen zu ermöglichen sowie Menschen zu eigenem Engagement für eine nachhaltige Entwicklung zu motivieren.

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Basismodul zur Selbstevaluation verlängert

23. Januar 2020 - 15:13
Die Anmeldefrist für das Basismodul wurde bis Sonntag, 2. Januar 2020, verlängert. Foto: Unsplash

Welche Möglichkeiten gibt es, das eigene Projekt „unter die Lupe“ zu nehmen? Wie kann Selbstevaluation umgesetzt werden? An diese Fragen knüpft die Seminarreihe „Selbstevaluation in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit“ an.

Das Basismodul der Reihe findet am Freitag, 7., und Samstag, 8. Februar 2020, in Nürnberg statt und gibt eine Einführung in die Prinzipien und den Ablauf von Selbstevaluation – anhand von konkreten Fallbeispielen entwicklungspolitischer Bildung. Die Klärung des Evaluationsgegenstands steht ebenso im Fokus wie die Auswahl geeigneter Indikatoren und die Wahl passender Datenerhebungsinstrumente. Es wird herausgearbeitet, wie eine Selbstevaluation im Arbeitsalltag implementiert werden kann, so dass sie neben den täglichen Anforderungen zu bewältigen ist.

Die Anmeldefrist zum Basismodul der Seminarreihe „Selbstevaluation in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit“ wurde bis Sonntag, 2. Februar 2020, verlängert.

Das Weiterbildungsangebot besteht aus vier Modulen, die auch unabhängig voneinander absolviert werden können und richtet sich an Mitarbeitende von Trägerorganisationen, die entwicklungspolitische Bildungsprojekte durchführen. Teilnehmende, die alle vier Module absolviert haben, erhalten ein Zertifikat der Pädagogischen Hochschule Weingarten.

Die Seminarreihe wird vom Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global in Kooperation mit Brot für die Welt - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V., der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland (agl) e.V. und der Pädagogischen Hochschule Weingarten angeboten.

Für jedes Seminar wird ein geringer Teilnahmebeitrag in Höhe von 35,00 Euro erhoben. Die Übernachtungs- und Verpflegungskosten werden von den Kooperationspartnern übernommen. Bei Bedarf kann eine Fahrtkostenerstattung beantragt werden.

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Rohstoffe für den Klimaschutz

21. Januar 2020 - 10:39
Die öffentliche Abendveranstaltung findet am Donnerstag, 23. Januar 2020, in der Dresdner Frauenkirche statt. Foto: Stiftung Entwicklung und Frieden

Die Menschheit verbraucht mehr Ressourcen für Nahrung und Energie als die Erde in einem Jahr regenerieren kann. Diese Übernutzung geht nicht nur auf die Kosten zukünftiger Generationen, sondern ist auch ungleich verteilt und birgt Konfliktpotenzial. Der Klimawandel wirkt sich in diesem Zusammenhang zum einen auf natürliche Lebensgrundlagen aus. Zum anderen sorgt die Entwicklung neuer (vermeintlich) klimafreundlicher Technologien für eine erhöhte Nachfrage nach Metallen, seltenen Erden und anderen Rohstoffen.

Das Dresdner Forum für Internationale Politik (DFIP) 2020 widmet sich diesen Herausforderungen und geht am Donnerstag, 23., und Freitag, 24. Januar 2020, weiteren Fragen zum Thema „Rohstoffe für den Klimaschutz: Strategien zur Konfliktprävention“ nach.

Am Mittwochabend, 23. März 2019, lädt das DFIP um 19 Uhr zu einer öffentlichen Abendveranstaltung in die Dresdner Frauenkirche ein. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, eröffnen den Abend zum Thema „Wenn das Eis schmilzt… Umwelt und Frieden zusammen denken“.

Im Fokus stehen hierbei die Folgen der fortschreitenden Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen durch den Menschen. Den Einführungsvortrag dazu hält der Abenteurer und Polarforscher Arved Fuchs. Im Anschluss diskutieren mit ihm Dr. Adriana E. Abdenur, Koordinatorin des Bereichs Frieden & Sicherheit am Instituto Igarapé in Rio de Janeiro, und Dr. Elias T. Ayuk, Mitglied des International Resource Panel und ehemaliger Direktor des UN University Institute for Natural Resources in Africa in Accra, Ghana, und beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven.

Seit 2018 bietet das DFIP eine hochrangige Plattform zur Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen der internationalen Politik. Die diesjährige Fachkonferenz thematisiert unter anderem, welche Folgen die Digitalisierung für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen hat. Darüber diskutieren Johanna Pohl von der Nachwuchs-Forschungsgruppe „Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation“ an der Technischen Universität Berlin und Maija Tenhunen, Managerin Nachhaltigkeit und Klimawandel bei PricewaterhouseCooper (PwC) in Helsinki, Finnland.

Das Forum ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) in Bonn, dem Freistaat Sachsen, Engagement Global und der Stiftung Frauenkirche Dresden.

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Neue Ombudsperson ernannt

14. Januar 2020 - 9:04
Ministerialdirektorin a.D. Dorothee Fiedler ist Ombudsperson bei Engagement Global. Foto: BMZ

Ministerialdirektorin a.D. Dorothee Fiedler hat im Dezember 2019 das Amt der Ombudsperson bei Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen übernommen. Als unabhängige Instanz vermittelt die Ombudsperson bei Beschwerden, wenn andere Beschwerdewege in der Organisation von der beschwerdeführenden Person als nicht ausreichend betrachtet werden.

Mit der Einführung des Amtes im Herbst 2014 setzte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein deutliches Zeichen für Bürgerbeteiligung und Transparenz in der staatlichen Entwicklungsorganisation.

Dorothee Fiedler bringt langjährige Erfahrung im politischen Raum sowie in der zwischenstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit mit.

Von 2014 bis 2017 leitete sie die Zentralabteilung im BMZ. Vorangehende Stationen im BMZ waren die Leitung der Unterabteilung „Grundsatzfragen und Organisation der bilateralen Zusammenarbeit; Beauftragte für Lateinamerika“ (2008 bis 2012) und der Unterabteilung „Politische Steuerung in der bilateralen EZ“ (2012 bis 2014). Dorothee Fiedler ist außerdem Mitglied des Fachbeirats des Exposure- und Dialogprogramme e.V. (EDP) in Bonn.

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20 Jahre Solidarität durch Zivilen Friedensdienst

20. Dezember 2019 - 13:01
Solidarität bedeutet, sich füreinander einzusetzen. Foto: Perry Grone

Solidarität bedeutet Zusammengehörigkeit. Es bedeutet, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen, sich für einander einzusetzen. Zum Beispiel im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft. Solidarität kann aber auch gegenüber Menschen ausgeübt werden, die man gar nicht kennt. Gegenüber benachteiligten Menschen in Deutschland und auf der ganzen Welt.

Der Internationale Tag der menschlichen Solidarität erinnert seit 2005 jedes Jahr am 20. Dezember daran, dass ein friedliches, sicheres und gutes Zusammenleben nur durch solidarisches Handeln aller stattfinden kann. Gerade in Zeiten weltweiter Krisen und Konflikte wird Solidarität immer wichtiger.

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) setzt sich dafür ein, dass allen Menschen ein gutes Leben ermöglicht wird. Durch die Entsendung von Fachkräften unterstützt er zivilgesellschaftliche Projekte zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung in Krisen- und Konfliktregionen und engagiert sich für Gewaltminderung, langfristige Friedenssicherung und Krisenprävention.

Dieses Jahr feiert der ZFD sein 20-jähriges Jubiläum. Seit November 1999 sind 1.400 ausgebildete Fachkräfte in 60 Länder gereist, um Menschen vor Ort langfristig in ihrem Engagement für Dialog, Menschenrechte und Frieden zu unterstützen. Denn zivilgesellschaftliche Akteure leisten entscheidende Beiträge zur Entschärfung und Befriedung von Konflikten, die Regierungen so nicht erbringen können.

Unter dem Motto „Frieden kann“ hat der ZFD eine Broschüre herausgebracht, die anhand von 20 Beispielen aus 20 Jahren Friedensarbeit zeigt, wie stark Frieden ist.

In Mexiko ist der ZFD beispielsweise mit neun Fachkräften aktiv. In dem Land sind Korruption, soziale Ungleichheit, Gewalt- und Drogendelikte weit verbreitet. Personen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, werden teils eingeschüchtert, bedroht, inhaftiert, entführt oder ermordet.

Um das Risiko für die lokalen Menschenrechtsorganisationen zu vermindern, unterstützen ZFD-Fachkräfte die unbewaffnete Schutzbegleitung der Aktivistinnen und Aktivisten. Die ständige Anwesenheit der Fachkräfte erweitert außerdem den Handlungsspielraum der begleiteten Personen und ihrer Organisationen.

Momentan unterstützt der ZFD in Mexiko 14 Organisationen und zwei zivilgesellschaftliche Netzwerke durch Coachings und Sicherheitstrainings. Da der Schutzschirm nicht nur die begleiteten Organisationen, sondern auch die Gemeinden, mit denen sie arbeiten, umfasst, werden jährlich 70.000 Menschen erreicht.

Auch in Mali unterstützt der ZFD mit einer Fachkraft die Suche nach Auswegen. Im Jahr 2012 eskalierte dort ein jahrelang schwelender Konflikt. Die Regierung wurde durch einen Putsch gestürzt, Rebellen übernahmen im Norden die Kontrolle. Die Militärintervention mit UN-Mandat hält bis heute an, das 2015 vereinbarte Friedensabkommen wird nur langsam umgesetzt und die Konfliktursachen sind nicht behoben.

Der ZDF und seine Partnerorganisation setzen sich im Norden Malis für ein friedvolles Zusammenleben der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ein. Dazu gehören Dialog und Versöhnung sowie zivile Konfliktbearbeitung, zum Beispiel an Schulen oder in Gemeinden. Der ZDF unterstützt außerdem Journalistinnen und Journalisten und damit konstruktiven Journalismus.

Bereits vor Beginn der Krise bildete der ZDF knapp 40 malische Expertinnen und Experten in gewaltfreier Konfliktbearbeitung aus, die der Eskalation von Konflikten auf lokaler Ebene entgegenwirkten. Viele von ihnen unterstützten nach der Krise lokale Dialog- und Versöhnungsforen.

Der ZFD wird von neun deutschen Friedens- und Entwicklungsorganisationen gemeinsam mit rund 450 lokalen Partnerorganisationen durchgeführt, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) gefördert und von Engagement Global beraten und administrativ unterstützt.

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Bildung als Motor für Klimaschutz

19. Dezember 2019 - 12:58
V.l.n.r.: Kai-Oliver Farr, Matthias Güldner, Christopher, Duis, Sarah Kumpf (Moderation), Anna Braam, Tanja Gerstenberger, Stefan Rostock Foto: Engagement Global

Anlässlich der 25. Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP25) in Madrid fand am Montag, 16. Dezember 2019, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung als Motor für Klimaschutz: Eine Nachschau auf die UN-Klimakonferenz in Madrid“ im Klimahaus in Bremerhaven statt.

Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse der Klimakonferenz und die Frage, welche Rolle Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und nachhaltige Lebensweisen bei der Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen spielt. Durchgeführt wurde die Veranstaltung von der Außenstelle Hamburg von Engagement Global in Kooperation mit der Deutschen KlimaStiftung.

Stefan Rostock, Teamleiter Bildung für nachhaltige Entwicklung bei Germanwatch e.V. und Bundeskoordinator Klima & Entwicklung der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V., führte mit einem Impulsvortrag in das Thema des Abends ein. In Bezug auf BNE hob er die UNESCO-Definition (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) des Begriffs hervor, die darauf abzielt, dass Lernende dazu befähigt werden müssen, sich selbst und die Gesellschaft, in der sie leben, zu transformieren.

An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen Anna Braam, Vorstandsmitglied der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen, Christoph Duis vom Bremer Entwicklungspolitischen Netzwerk e.V., Kai-Oliver Farr von Engagement Global, Tanja Gerstenberg, Kuratoriumsmitglied der Deutschen KlimaStiftung, Matthias Güldner vom Zentrum für Arbeit und Politik der Universität Bremen sowie Stefan Rostock teil.

Anna Braam forderte, Klimaschutz als Schulfach einzuführen, da ethische Verantwortung für die Zukunft so früh wie möglich beigebracht werden müsse. Zudem appellierte sie, nationale Klimaschutzpläne nachzubessern und die Jugend miteinzubeziehen.

Kai-Oliver Farr ergänzte, dass BNE in alle Lebensbereiche integriert werden müsse. Über die Schule hinaus müsse das Thema Nachhaltigkeit in Kitas, Hochschulen und in der außerschulischen Bildung behandelt werden. In diesem Zusammenhang waren sich die Anwesenden einig, dass alle Altersgruppen miteinbezogen werden müssen, um eine Veränderung herbeizuführen.

Während der Podiumsdiskussion wurde aber auch betont, dass vor allem die Politik Verantwortung übernehmen müsse. Wichtig sei hierbei auch, dass alle Ressorts beziehungsweise Akteure zusammenarbeiten, da die Ziele der Agenda 2030 nur gemeinsam erreicht werden könnten.

Die Veranstaltung bildete den Auftakt zur Kooperation der Außenstelle Hamburg von Engagement Global mit der Deutschen KlimaStiftung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Zusammenarbeit verbindet das Beratungsangebot der Servicestelle für Stiftungen und Philanthropie von Engagement Global mit dem Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) der Außenstellen von Engagement Global.

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Migration und Entwicklungszusammenarbeit

18. Dezember 2019 - 9:46

Heute ist der Internationale Tag der Migrantinnen und Migranten. Bereits zum zwanzigsten Mal steht an diesem von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 ausgerufenen Tag das Thema Migration im Mittelpunkt. Im September 2019 lebten nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 272 Million Menschen außerhalb ihres Herkunftslandes.

Durch ihre Arbeitskraft tragen Migrantinnen und Migranten nicht nur zum wirtschaftlichen Erfolg ihrer Aufnahmegesellschaften bei, sondern stellen auch ein wichtiges Bindeglied für die Völkerverständigung in einer zunehmend globalen Welt dar.

Engagement Global fördert verschiedene Projekte, die gemeinsam mit Migrantinnen und Migranten durchgeführt werden, da diese wertvolle interkulturelle Kompetenzen mitbringen und zu einem Perspektivwechsel beitragen können.

Migrantinnen und Migranten in der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global arbeitet seit 2007 mit migrantischen Organisationen zusammen und stärkt ihre Kooperation mit Kommunalverwaltungen im Bereich der Entwicklungspolitik.

Dies geschieht unter anderem durch den Wettbewerb Kommune bewegt Welt. Gewürdigt wird dabei gemeinschaftliches Engagement von Kommunen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, insbesondere Migrantinnen und Migranten, zum Thema Migration und Entwicklung. Der Wettbewerb rückt das Engagement der Beteiligten in das Blickfeld der Öffentlichkeit und gibt guten Ideen eine Bühne.

Ab März 2020 ruft die SKEW wieder zu Bewerbungen auf und prämiert mit einem Preisgeld von insgesamt 135.000 Euro herausragende entwicklungspolitische Kooperationsprojekte von Kommunen mit migrantischen Organisationen, die das Thema Migration und Entwicklung auf kommunaler Ebene voranbringen.

Ob in Integrations- oder Migrationsbeiräten oder als Mitarbeitende der Kommunalverwaltungen, immer mehr Migrantinnen und Migranten wirken auch direkt in der Kommune mit. Dies prägt auch die kommunale Entwicklungspolitik.

Als Teil der Initiative Kommunales Know-how für Nahost unterstützt die SKEW deutsche Kommunen, die syrischen Geflüchteten Einblicke in die Funktionsweise einer deutschen Kommunalverwaltung ermöglichen wollen. Die Geflüchteten verbessern ihre berufliche Perspektive und erlernen Verwaltungswissen, das zukünftig für den Auf- und Ausbau kommunaler Strukturen in Syrien relevant werden kann. Durch den Austausch mit den syrischen Kolleginnen und Kollegen steigt innerhalb der Verwaltungen das Verständnis für globale Fragen und die kommunale Verantwortung rückt näher ins Bewusstsein.

Im Januar 2020 können Kommunen wieder ihr Interesse an einer Projektteilnahme bekunden. Fünf Kommunen werden dann im Februar ausgewählt.

Geflüchtete in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit

Auch das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global fördert Projekte, die in Zusammenarbeit mit Migrantinnen und Migranten umgesetzt werden.

Eines dieser Projekte ist Life back Home, das entwicklungspolitische und antirassistische Bildungsarbeit mit den Themen Flucht und Migration verbindet. Dazu werden junge Geflüchtete zu Bildungsreferentinnen und -referenten ausgebildet, die anschließend Schulen besuchen und in Vorträgen und Workshops über die Situation in ihrem Heimatland, ihre Flucht und ihr Leben in Deutschland berichten. Die Inhalte werden anschließend in einer geleiteten Gruppendiskussion vertieft. Gemeinsam mit Schulen und Bildungseinrichtungen gestaltet das Life back Home-Team auch ganze Projekttage mit verschiedenen Aktivitäten und weiteren Workshopangeboten.

Durch die Vorträge und Workshops werden Kenntnisse zu Fluchtursachen und deren entwicklungspolitischen Hintergründen vermittelt, ein Perspektivenwechsel zwischen jungen Menschen aus Deutschland und jungen Geflüchteten erreicht sowie die Akzeptanz von geflüchteten Menschen in der deutschen Aufnahmegesellschaft gestärkt.

Life back Home ist ein Projekt des interkulturellen Netzwerks The Global Experience e.V. Die Non-Profit-Organisation wurde 2005 am Schiller Gymnasium in Münster gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den globalen, interkulturellen Austausch zu fördern sowie die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen weltweit zu verbessern.

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Perspektivwechsel bei den Menschenrechten

13. Dezember 2019 - 12:32
Alle Menschen werden frei und gleich an Würde und Recht geboren. Foto: Yannis Papanastasopoulos

Am 10. Dezember 1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. In 30 Artikeln hält sie universelle Grundsätze der Menschenrechte fest, darunter das Recht auf Leben, Eigentum, Gesundheit, Staatsangehörigkeit, Gleichheit vor dem Gesetz und freie Meinungsäußerung.

Die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung setzt die Teilhabe aller voraus, weshalb viele Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit auch die Stärkung der Menschenrechte fest im Blick haben. Vor allem geht es dabei um jene Menschenrechte, die sich mit Freiheit, Gleichheit, Gesundheit und Arbeitsbedingungen befassen.

Die Menschenrechte wahren und stärken, dazu können alle beitragen. Diesen Gedanken vermitteln auch Projekte, die über das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global gefördert werden. So zum Beispiel das Projekt „Menschenrechte vertiefen – Perspektiven marginalisierter Gruppen“, welches im Januar 2017 startete. Das Projekt von Peace Brigades International – Deutschland e.V. (pbi) möchte die Menschenrechte verstärkt aus Perspektiven marginalisierter Gruppen des Globalen Südens thematisieren. Die Sichtweisen der indigenen Bevölkerung, der Women Human Rights Defenders (WHRD) sowie der Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersex and Queer (LGBTIQ) aus Ländern des Globalen Südens zu den Themen Flucht und Asyl, Wirtschaft und Menschenrechte sowie Gender sollen in den Vordergrund der Bildungsarbeit treten.

Dafür hat pbi mehrere Workshops ins Leben gerufen, bei denen sich die Teilnehmenden mit Diskriminierungen aufgrund von Geschlechteridentitäten beschäftigen. In einigen Vorträgen und Workshops, die sich unter anderem an eine interessierte Öffentlichkeit, Studierende sowie Schülerinnen und Schüler richten, stehen die Menschenrechtsverletzungen in Honduras im Vordergrund.

Die pbi-Bildungsreferentin Shirley Medoza ist in dem mittelamerikanischen Land aufgewachsen. Dort hat sie sich als Trans-Aktivistin und Teil der Organisation CozumelTrans* für die Rechte der LGBTIQ-Personen in Honduras eingesetzt. Sie begleitet die Workshops und Vorträge zum Fokusthema Transphobie und Flucht und schildert ihre Arbeit und Perspektive auf die Situation in Honduras.

„In Honduras macht die LGBTIQ-Gemeinschaft eine der Bevölkerungsgruppen aus, die sich in einer besonderen Situation der Verletzbarkeit befindet. Sie genießt keine wirkliche Anerkennung ihrer Grundrechte und ist gesellschaftlicher sowie politischer Stigmatisierung ausgesetzt. […] Es ist sehr gefährlich, sich in Honduras öffentlich für die LGBTIQ- und Menschenrechte einzusetzen. Verfolgung und Gewalt gegen Trans-Menschen finden tagtäglich statt“, berichtet Shirley Medoza. Da auch sie in Honduras bedroht, verfolgt und verletzt wurde, floh sie nach Deutschland.

Aus diesem Anlass möchte pbi mit dem Bildungsprojekt der globalen und lokalen Transphobie ein Gegengewicht setzen. Pbi will auf die Situation von Menschen, die von Transphobie betroffen sind, aufmerksam machen und diesen Fluchtgrund verstärkt in das Bewusstsein der Menschen hier vor Ort holen.

Das übergeordnete Ziel des Projekts „Menschenrechte vertiefen – Perspektiven marginalisierter Gruppen“ ist es, eine Kultur globaler Solidarität zu fördern, fremdenfeindliche Einstellungen und Diskriminierung durch Aufklärung und Empathie zu verhindern, den Blick auf Menschenrechts-, Demokratie- und Umweltthemen zu schärfen sowie einen Perspektivwechsel anzuregen.

Das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global fördert in Deutschland durchgeführte Projekte, die lebensnah und anschaulich über entwicklungspolitische Themen aufklären und zeigen, wie sich Bürgerinnen und Bürger entwicklungspolitisch engagieren können.

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Kreative Ideen beim Festival der Taten

11. Dezember 2019 - 10:21
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Wer trägt die Verantwortung?

6. Dezember 2019 - 16:56
von links: Stefan Niethammer, Dr. Jürgen Janssen, Moderatorin Gabi Struck und Anna Cavazzini sprachen über faire Lieferketten. Foto: Engagement Global

„Transformation unserer Welt - Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. SDGs konkret – Nachhaltigkeit in der Textil- und Bekleidungsbranche“ lautete das Thema der Ringvorlesung im GIZ Haus Berlin. Von Montag, 11. November, bis Montag, 2. Dezember 2019, konnten sich alle Interessierten Diskussionen und Vorträge von Expertinnen und Experten aus der Entwicklungszusammenarbeit und nachhaltigen Textilbranche anhören und einbringen. Am Montag, 2. Dezember 2019, fand die letzte von insgesamt fünf Veranstaltungen statt, die sich um die Frage nach der Verantwortung im fairen Textilbereich drehte.

Die globalen Nachhaltigkeitsziele sehen vor, dass alle Staaten bis zum Jahr 2030 Maßnahmen ergreifen, damit nachhaltige Produktions- und Konsumweisen weltweit sichergestellt werden. In der Textilbranche gibt es Ansätze, die zu einer nachhaltigeren Produktion unserer Kleidung führen sollen. Dennoch sind die ökologischen Auswirkungen der weltweiten Textilindustrie enorm. Schlechte Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern sind für viele Arbeiterinnen und Arbeiter im Globalen Süden Alltag. Doch welche Auswirkungen hat dies auf das eigene Kaufverhalten? Wie sehr werden Unternehmen bei der Forderung nach fairen Lieferketten in die Pflicht genommen und welche Rolle spielt die Politik? Diesen Fragen widmeten sich in moderierten Dialogen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Mit dabei waren Anna Cavazzini, EU-Parlamentarierin von Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Jürgen Janssen, Projektleiter im Sektorvorhaben Nachhaltigkeit in Textil-Lieferketten bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Stefan Niethammer, Geschäftsführer des Unternehmens 3Freunde, Jörg John, Agrarwissenschaftler und langjähriger Berater in der Entwicklungszusammenarbeit im Senegal im Bereich Baumwollanbau, Ariana Piper, Länderkoordinatorin von Fashion Revolution Deutschland bei FEMNET e.V. und Dagmar Maur, Abteilungsleiterin der Außenstellen von Engagement Global.

Wie können bestehende Handlungsansätze verstärkt werden, um im Textilsektor von Rohstoffgewinnung über Produktion und Konsum bis hin zum Recycling Nachhaltigkeit gewährleisten zu können? Von dieser Frage ausgehend, waren sich die sechs Expertinnen und Experten einig, dass es einer gesetzlichen Regelung auf nationaler und internationaler Ebene bedarf, um in der Textil- und Bekleidungsbranche zur Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards und menschenwürdigen Arbeitsverhältnissen auf europäischer Ebene zu verpflichten. Es müsse Gesetz geben, denn das Prinzip einer freiwilligen Selbstverpflichtung führe zu keinem Erfolg.

Verantwortung von Zivilgesellschaft, Unternehmen und Politik

Am ersten Dialogtisch diskutierten unter anderem Ariana Piper von FEMNET e.V. und Dagmar Maur von Engagement Global zum Thema Bildungsarbeit und Kampagnen. Ariana Piper erklärte, dass sich FEMNET vor allem für Frauen einsetze, da meist Frauen in der Textilherstellung arbeiten. Ariana Piper trat dafür ein, dass Kampagnen und Informationsarbeit lauter, diverser und möglicherweise auch radikaler werden müssten. Noch bewege man sich zu sehr in der eigenen Blase und erreiche noch nicht die große Käuferschicht der Textil- und Modebranche, so die Länderkoordinatorin von Fashion Revolution Deutschland. Dagmar Maur erklärte,dass entwicklungspolitische Bildungsarbeit zwar nur ein kleines, aber bedeutendes Puzzlestück darstelle, damit dann die Gesellschaft Verantwortung tragen könne. Bildungsarbeit sei ein wichtiger Punkt, um die Differenz zwischen Wissen und Handeln bei den Konsumentinnen und Konsumenten zu verkleinern. Beide betonten, dass Kampagnenarbeit und Bildungsarbeit stärker Hand in Hand gehen sollten, um gemeinsame Ziele zu erreichen und Menschen anzusprechen, die sich bisher noch nicht mit globalen Fragestellungen auseinandergesetzt haben.

Zum Thema unternehmerische Verantwortung sprachen Stefan Niethammer, Mitbegründer des T-Shirt-Labels 3Freunde und Jörg John, Agrarwissenschaftler und Berater in der Entwicklungszusammenarbeit, am nächsten Dialogtisch. „Ich produziere nicht anders, ich produziere richtig“, sagte Stefan Niethammer und erklärte weiter: „Wir kennen unsere Handelspartner: Vom Baumwollbauern bis zur Endproduktion. Wir verwenden ausschließlich fair gehandelte Biobaumwolle, wir färben in geschlossenen Systemen und gewährleisten existenzsichernde Löhne.“ Er hoffe auf ein gesellschaftliches Umdenken und schlug einen etwas anderen Weg vor: nicht die fair gehandelte Kleidung solle ausgezeichnet werden, sondern es sollten Warnhinweise auf Kleidung platziert werden, die auf die Bedingungen in der Produktion des Kleidungsstücks hinweisen und so zum Beispiel Menschenrechtsverletzungen und Umweltschädigungen aufdecken würden. Jörg John schilderte die Perspektive der Kleinbäuerinnen und –bauern im Baumwollanbau, die den Anfang der Lieferkette in der Textilbranche bilden. Auch Kleinbauern und –bäuerinnen würden mit einem unternehmerischen Interesse arbeiten, berichtete er. Letztlich müsse die Entscheidung, Baumwolle nachhaltig zu produzieren, gewährleisten, dass sie tatsächlich auch etwas davon haben. An erster Stelle würden hier die Ernährungssicherheit und ein sicheres regelmäßiges Einkommen für die Familien stehen. Kleinbauern und –bäuerinnen sollten außerdem nicht nur als Zuliefernde der Baumwolle gesehen werden. Weitere Arbeitsschritte zur Weiterverarbeitung des Rohstoffs auf lokaler Ebene sollten ermöglicht werden, was zu einer Verbesserung der Situation der Kleinbäuerinnen und -bauern führen könne. Hierfür müssten die Bäuerinnen und Bauern direkt in einen Dialog eigebunden werden. Auch die Politik müsse hier in die Pflichte genommen werden, um ganzheitliche Ansätze zu verfolgen, die die unterschiedlichen Sektoren miteinander in Bezug setzen.

Hier knüpften Jürgen Janssen von der GIZ und Anna Cavazzini, EU Parlamentarierin von Bündnis 90/Die Grünen, an. Gemeinsam widmeten sie sich an einem Dialogtisch der Frage nach politischer Verantwortung. Jürgen Janssen erläuterte das Textilbündnis, das 2014 als Multi Stakeholder-Initiative ins Leben gerufen wurde. Das Spektrum der Mitglieder im Textilbündnis zeige die Diversität des Spektrums der Akteure in der textilen Wertschöpfung, die einen Einfluss auf den Wandel haben. Dr. Janssen betonte den langen Prozess, der zur Vertrauensbildung zwischen den Akteuren notwendig war. Im Textilbündnis gebe es Gegnerinnen und Gegner sowie Befürworterinnen und Befürworter eines Lieferkettengesetzes, es existiere somit kein Grundkonsens zu diesem Punkt. Anna Cavazzini betonte, dass es Zeit für gesetzliche Regelungen auf nationaler und internationaler Ebene sei, denn allein nach dem Prinzip der Freiwilligkeit würden Standards zur Nachhaltigkeit nicht erreicht werden. Aber auch hier sei es notwendig, dass gleichzeitig die Standards für Nachhaltigkeit in internationalen Handelsabkommen genauer betrachtet werden, um in der Baumwoll- und Textilproduktion zu greifen und Nachhaltigkeit zu erreichen.

Die Veranstaltung wurde von der Außenstelle Berlin von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, der Stabsstelle Nachhaltigkeit und Energie zusammen mit der SUSTAIN IT!-Initiative für Nachhaltigkeit & Klimaschutz der Freie Universität Berlin sowie der Studentische Initiative Nachhaltigkeitsbüro der Humboldt Universität zu Berlin durchgeführt.

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Entwicklungspolitisches Engagement verstetigen

5. Dezember 2019 - 9:50
Viele ehrenamtliche Vereinen suchen dringend Nachwuchs. Foto: Martin Magunia

Am 5. Dezember wird seit 1986 der Internationale Tag des Ehrenamtes gefeiert. An diesem Tag soll das Engagement all der Menschen gewürdigt werden, die tagtäglich freiwillig helfen – sei es bei der Freiwilligen Feuerwehr, in karitativen Einrichtungen oder bei der Betreuung von Geflüchteten. Laut einer Umfrage des Deutschen Zentrums für Altersfragen haben im Jahr 2014 in Deutschland rund 30 Millionen Menschen über 14 Jahren ein Ehrenamt ausgeübt, die meisten von ihnen in Sportvereinen.

Auch Engagement Global unterstützt zivilgesellschaftliches Engagement. Die Fachstelle für entwicklungspolitische Beratung und Vernetzung, die Mitmachzentrale (MMZ), ist dabei die erste Anlaufstelle für Interessierte. Sie informiert zu Möglichkeiten des entwicklungspolitischen Engagements im In- und Ausland. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MMZ beraten sowohl Einzelpersonen als auch Kommunen, Schulen, Vereine, Unternehmen und andere zivilgesellschaftliche Akteure. Sie unterstützen bei der Vernetzung, vermitteln Ansprech- und Kooperationspartner und verweisen auf Finanzierungsquellen.

Darüber hinaus führt die MMZ in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren Veranstaltungen zu verschiedenen Aspekten des entwicklungspolitischen Engagements durch.

So zum Beispiel auch am 4. Deutschen Engagementtag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Veranstaltung findet von Donnerstag, 5. bis Freitag, 6. Dezember 2019 unter dem Motto „Keine Frage des Alters! Engagement aller Generationen“ in Berlin statt. Martin Block, Abteilungsleiter der MMZ, moderiert dort einen Workshop zum Thema „Staffelübergabe – Wie in ehrenamtlichen Organisationen die Kooperation der Generationen gelingen kann“. Der Workshop wird in Zusammenarbeit mit dem Weltladen-Dachverband e.V. und dem Eine Welt Netz NRW e.V. durchgeführt.

Im Workshop wird den Fragen nachgegangen, welche Erwartungen die verschiedenen Generationen an ehrenamtliches Engagement haben, wie sich Engagement-Formen, Ehrenamtskulturen und technische Möglichkeiten in den letzten Jahrzehnten verändert haben und wie die Generationen voneinander lernen und profitieren können, um den Generationenwechsel erfolgreich durchzuführen. „Wir stellen fest, dass es viele lang gewachsene, ehrenamtlich organisierte Vereine gibt, die händeringend Nachwuchs suchen, weil die Engagierten zu alt werden. Andererseits gibt es viele Jüngere, die sich gerne freiwillig engagieren möchten, aber oft anders als gewohnt. In dem Workshop besprechen wir die Gelingensbedingungen, wie beide Generationen voneinander lernen und profitieren können, damit sich die Vereine stabilisieren und ihre Arbeit verstetigen“, so Martin Block.

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Kostenfreies Infotelefon
Telefon: +49 (0) 800 188 7 188
info@engagement-global.de

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Faires Geschäft mit afrikanischer Musik?

3. Dezember 2019 - 15:52
Die Podiumsgäste und das Publikum diskutierten darüber, ob es faire Handelsbeziehungen im globalen Musikgeschäft gibt. Foto: Shaban Masengesho

Am Samstag, 30. November 2019, drehte sich im „Baron“ an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) in Mainz alles um den Kultursektor in den Ländern Afrikas und um faire Handelsbeziehungen im globalen Musikgeschäft. Die Veranstaltungsmanagerin Elodie Tegabou, der Musikpädagoge Clinton Heneke, der DJ und Musiker Janeck Altshuler und der Veranstalter und DJ Pedo Knopp diskutierten miteinander und mit dem Publikum. Dr. Hauke Dorsch vom Archiv für die Musik Afrikas an der JGU und Tom Simmert vom Institut für Ethnologie und Afrikastudien an der JUG moderierten die Veranstaltung.

Wie bei vielen Menschen hat sich auch bei den rund 60 Anwesenden im Baron schon lange ein Bewusstsein für faire Handelsbeziehungen entwickelt. Als Konsumentinnen und Konsumenten können sie sich bereits in vielen Bereichen bewusst für fair gehandelte Waren entscheiden: Neben Kaffee, Blumen und Bananen finden sich in den Regalen immer öfter gerecht und nachhaltig produzierte Säfte, Honig, Kosmetika, Wein oder Textilien. Wie aber steht es mit kulturellen Gütern?

Das an dieser Thematik sehr interessierte Publikum war sich bewusst, dass es zahlreiche Initiativen und Unternehmen gibt, die die Standards des Fairen Handels auf weitere Produkte ausweiten möchten. Weil das Thema Fairtrade Music jedoch neu ist, wollte Moderator Tom Simmert gleich zu Beginn von den Podiumsgästen wissen, wie es ihrer Meinung nach um den Kultursektor steht. „Gibt es so etwas wie faire Handelsbeziehungen im globalen Musikgeschäft?“ und „Gilt nicht in vielen Ländern die Kultur- und Kreativwirtschaft als Entwicklungsmotor?“ waren seine Einstiegsfragen.

Der Musikpädagoge Clinton Heneke berichtete unter anderem von den sehr hohen Erwartungen afrikanischer Musikerinnen und Musiker, wenn sie nach Europa auf Tournee gingen. Pedo Knopp, DJ und Veranstalter, mahnte vor allem professionelles Handling und faire Bezahlung für Bands an. Neben einigen großen Gigs gäbe es zum Beispiel in Frankreich auch Fonds für kleine und mittlere Kulturveranstaltungen. Aus dem teilweise aus Frankfurt am Main angereisten Publikum meldete sich unter anderem Dasito Kajela Röttger vom Africa Alive Team mit der Anmerkung, dass es sehr schwierig sei, Visa für afrikanische Musikerinnen und Musiker zu bekommen.

Moderator Dr. Hauke Dorsch fragte gezielt nach den Afrikabildern, mit denen sich die Musikerinnen und Musiker beziehungsweise die Veranstalterinnen und Veranstalter im Rhein-Main Gebiet konfrontiert sehen. So unterschied DJ und Musiker Janeck Altshuler verschiedene Veranstaltungsformate, die auch sehr unterschiedliche Afrikabilder vermittelten. Manchmal käme es sogar zu Auseinandersetzungen mit dem Publikum darüber, was denn nun „typisch afrikanische Musik“ sei. Alle vier Podiumsgäste waren sich darüber einig, dass die in vielen Städten Deutschlands seit Jahrzehnten veranstalteten Afrikafestivals mit dem Dilemma zu kämpfen haben, dass sie einerseits nicht dem stereotypen deutschen Bild afrikanischer Kultur entsprechen wollen, andererseits jedoch Publikumserwartungen bedienen, um auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Veranstaltungsmanagerin Elodie Tegaboue bedauerte, dass es kaum ein differenziertes Bild afrikanischer Musiken gäbe und selbst für ein multikulturelles Publikum bekannte Städte wie Frankfurt am Main nicht die gleichen Bedingungen aufwiesen wie etwa Paris oder London. Pedo Knopp unterstrich dies und beklagte den Mangel an geeigneten Spielstätten für authentische afrikanische Musik und den hohen bürokratischen Aufwand für Fördergelder.

In der Schlussrunde plädierten alle Anwesenden dafür, dass sich die afrikanische Musikszene stärker vernetzen und es sowohl formale als auch informelle Bildungsveranstaltungen zur Vielfalt afrikanischer Musik geben müsse, um eine differenzierte Wahrnehmung des afrikanischen Kontinents und seiner vielfältigen Kultur vermitteln zu können. Unterschiedliche Veranstaltungsformate könnten im Idealfall dazu beitragen, Klischees im Afrikabild zu brechen und ein positives, differenziertes Bild Afrikas zu vermitteln, wie Elodie Tegaboue betonte: „Musik ist die Sprache, die alle verstehen“.

Die Veranstaltung wurde von der Außenstelle Mainz von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) und in Kooperation mit dem Archiv für die Musik Afrikas und dem Institut für Ethnologie und Afrikastudien an der JGU Mainz durchgeführt.

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Migration, Flucht und Agenda 2030

2. Dezember 2019 - 9:48
Der Film We Exist kombiniert Bilder von Menschen auf der Flucht mit Musik von Menschen aus Afrika und dem mittleren Osten. Foto: We Exist

Wie kann die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung dazu beitragen, Fluchtursachen zu bekämpfen? Diese und weitere Fragen wurden am Mittwochabend, 27. November 2019, an der Katholischen Hochschule in Paderborn mit Expertinnen und Experten und rund 60 interessierten Besucherinnen und Besuchern diskutiert. Prof. Dr. Monika Többe-Schukalla begrüßte die Besucherinnen und Besucher sowie die zur Diskussionsrunde eingeladenen Gäste und gab einen Überblick über die Agenda 2030.

Zur thematischen Einstimmung auf das Thema wurde der Film „We exist“ gezeigt, ein Dokumentar-Musikfilm mit Musikerinnen und Musikern aus den Ländern des mittleren Ostens und Afrikas, der Musik und Bilder von Menschen auf der Flucht, die sich im Mittelmeerraum bewegen, kombiniert. Die Musikerinnen und Musiker kommen teils aus Notunterkünften, teils sind es regional und international bekannte Gruppen, die ihre Musik für den Film zur Verfügung stellen.

Nicht nur der deutsch-spanische Filmemacher und Autor des Films „We exist“ Lucian Segura diskutierte mit den Besucherinnen und Besuchern im Anschluss über das Gesehene. Auch die weiteren geladenen Gäste Dr. Kamal Sido, langjähriger Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker und Experte für Konflikte und Hintergründe kriegerischer Auseinandersetzungen im Nahen Osten, Serge Palasie, Fachpromotor für Flucht, Migration und Entwicklung des Eine Welt-Landesnetzwerks Nordrhein-Westfalen und Kurator der vor Ort gezeigten Ausstellung „Schwarz ist der Ozean“, sowie Sulaiman Sedahmad, Student der Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule NRW, waren Teil der anschließenden Diskussionsrunde zum Thema „Fluchtursachen bekämpfen? Die Agenda 2030 als mögliche Antwort“. Moderiert wurde der Abend von Julia Ures.

Sulaiman Sedahmad knüpfte gleich mit einer Erzählung über seine eigene Fluchtgeschichte an den Film an. Er könnte eines der gezeigten Kinder sein, berichtete er, die bei der Beschreibung einer Busfahrt viele Zuschauende während des Films zu Tränen rührten. Er beschrieb die Unsicherheit, nicht zu wissen, wie eine simple Busfahrt ausgehen könne und die Gefahr vor Anschlägen und Übergriffen. Eben diese Unsicherheit bewegte ihn zur Flucht. Er wollte in Sicherheit leben, so beschrieb Sulaiman Sedahmad seine persönlichen Beweggründe.

Die anschließende Podiumsdiskussion beleuchtete die Agenda 2030 vor allem vor dem Hintergrund, ob diese als Instrument zur Bekämpfung von Fluchtursachen geeignet sei. Lucian Segura plädierte dafür, die Fluchtursachen zu verstehen und die historische Verantwortung des Globalen Nordens anzuerkennen. Auch die Historiker Serge Palasie und Dr. Kamal Sido betonten die Wichtigkeit einer historischen Einordnung.

Diese historische Einordnung kommt auch in der Ausstellung „Schwarz ist der Ozean – Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun“ zu tragen, die im Rahmen der Veranstaltung gezeigt wurde.

Hintergrund

Finanziert wird die Veranstaltung über das Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der Film „We exist“ ist Teil der bundesweiten Filmtour, einer Kooperation zwischen Engagement Global und dem Deutschen Institut für Entwicklungszusammenarbeit (DIE) sowie lokalen Partnern in den jeweiligen Orten, in denen der Film gezeigt wird.

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Klima, Brand und Rodung

29. November 2019 - 14:24
Das Zukunftsforum bietet Raum für Ideen zur Umsetzung der Agenda 2030 auf lokaler Ebene. Foto: David Clode

Am Dienstag, 26. November 2019, startete das Zukunftsforum an der GenerationenHochschule der Hochschule Harz in Wernigerode mit der ersten Vorlesung. Das Thema der Auftaktveranstaltung lautete „WeltWald im Wandel: Auswirkungen von Klima, Brand und Rodung“ und knüpfte an Ziel 15 der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung an:„Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern.“

Das Zukunftsforum bringt Expertinnen und Experten sowie lokal aktive und interessierte Menschen miteinander ins Gespräch, um zu diskutieren, wie weit die Agenda 2030 mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung in der Region bereits umgesetzt wird und was zukünftig noch getan werden kann.

László Maráz vom Forum Umwelt und Entwicklung und Judith Reise vom Öko-Institut e.V. referierten zum Thema des Abends. Die Geografin Dr. Christina Alff moderierte die Veranstaltung.

László Maráz ging in seinem Vortrag den Fragen nach, wie auf lokaler Ebene mit dem Wald umgegangen wird und wie die 17 Ziele durch entsprechende Maßnahmen erreicht werden können. Judith Reise nahm in ihrem Vortrag die globale Perspektive ein und referierte darüber, welche Rolle die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik bei den Waldbränden in Brasilien spielen. Laut Judith Reise trage unser Fleischkonsum dazu bei, dass die Nachfrage von Soja als Futtermittel und damit der Bedarf an Anbauflächen steige, was wiederum dazu führe, dass Wälder gerodet würden. Um dem entgegenzuwirken müsse man einerseits den Fleischkonsum reduzieren und andererseits in Bildungsarbeit an Schulen und in Initiativen zum Naturschutz investieren.

Unter den rund 120 Zuhörerinnen und Zuhörern waren neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Leiter der Nationalparkverwaltung Harz, die Stadträtin der Fraktion der Grünen sowie Mitglieder von Solar e.V., ein Verein für Bildungs- und Kulturarbeit, und des Dachvereins Reichenstrasse e.V., ein Verein zur Jugendarbeit.

Die Veranstaltungsreihe zum Thema Nachhaltigkeit wird von Engagement Global in Kooperation mit der Hochschule Harz und der Stadt Wernigerode im Rahmen des Programms Entwicklungspolitische Bildung durchgeführt. Im Jahr 2020 wird es weitere Vorlesungstermine mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung geben.

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Bilder korrigieren

28. November 2019 - 15:59
Während der Bildkorrekturen konnten sich die Teilnehmenden informieren und austauschen. Foto: Christiane Fritsch/Engagement Global

Wie können Journalistinnen und Journalisten zur Umsetzung der Agenda 2030 und den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung beitragen und wie lässt sich über die Nachhaltigkeitsziele berichten? Rund 130 (Nachwuchs-) Journalistinnen und Journalisten kamen von Donnerstag, 21., bis Samstag, 23. November, zur „Bildkorrekturen“ in Leipzig zusammen und widmeten sich genau diesen Fragen. Unter dem Motto „Nachhaltige Entwicklungsziele Weltweit. Umsetzung und Medienberichterstattung“ setzten sich die Teilnehmenden in Workshops damit auseinander, wie sich die 17 Ziele in Deutschland, aber auch weltweit, umsetzen lassen können.

Die Journalistinnen und Journalisten diskutierten gemeinsam mit Fachleuten aus Vietnam, Bosnien, Brasilien und Deutschland während der 17. Bildkorrekturen über Möglichkeiten, die Sustainable Development Goals, kurz SDG, in ihre Berichterstattung zu integrieren. In den Workshops wurden eigene Ideen zur Umsetzung der entwicklungspolitischen Ziele entwickelt und die eigene Rolle als Journalistin und Journalist reflektiert.

Ziel war es, länderbezogene stereotype Bilder zu hinterfragen und zu korrigieren. So lernten die Teilnehmenden beispielsweise, dass Brasilien einen größeren Anteil erneuerbarer Energien hat als Deutschland. Die Stadt Hoi An in Vietnam hat elektrische Autos (TukTuks) eingeführt. Ihre Partnerstadt Wernigerode hat dies zum Vorbild genommen und ihre Schlossbahn ebenfalls auf Elektro umgestellt. Nur einige wenige Beispiele wie deutsche Partner von ihren Partnern im globalen Süden lernen können.

Vor und während der Bildkorrekturen produzierten teilnehmende Journalistinnen und Journalisten eigene Print- und audiovisuelle Beiträge und thematisierten bestehende Spannungsfelder in der journalistischen Berichterstattung. Es waren verschiedene journalistische Ausbildungsstätten und Hochschulen aus Sachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen beteiligt: die Universitäten in Leipzig, Bamberg und München sowie die Deutsche Welle Akademie.

Hintergrund

Die Bildkorrekturen-Konferenz wird von Engagement Global organisiert und über das Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) in Kooperation mit Ausbildungsstätten und Hochschulen in Sachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen gefördert.

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