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Aktualisiert: vor 11 Stunden 17 Minuten

Wem gehört Wasser?

16. Mai 2022 - 17:02
Filmabend mit anschließendem Fachgespräch. Foto: Katrin Springer

Der Film „Trockenland – Wem gehört das Wasser?“ (rbb 2021) zeigt eine direkte Folge des Klimawandels in Brandenburg: Wassermangel. In dem deutschen Bundesland führen Trockenheit und Dürre in Verbindung mit weiteren Faktoren zu Verteilungskonflikten um natürliche Ressourcen, mit denen es umzugehen gilt. „Trockenland“, der anlässlich der Ökofilmtour – einem Festival des Umwelt- und Naturfilms – gezeigt wurde, bereitet die Problematik anschaulich für ein breites Publikum auf.

Engagement Global hatte die Zuschauerinnen und Zuschauer am 23. April 2022 in Wittstock, am 30. April 2022 in Wandlitz und am 7. Mai 2022 in Brandenburg an der Havel zum Filmnachgespräch mit lokalen Fachleuten eingeladen. Gemeinsam wurden Eindrücke aus dem Film geteilt und konkrete regionale Auswirkung besprochen.

Die lokalen Folgen des Klimawandels

In ihren Vorträgen und Diskussionen nach der Filmvorführung stimmten die Expertinnen und Experten überein, dass die Wasser-Lage in Brandenburg – ohnehin schon zweit-trockenstes Bundesland – zunehmend kritischer wird. Die Landschaft sei von Menschen immer mehr entwässert worden und der Bedarf würde weiter steigen. Die Ansiedlung der Tesla Gigafactory habe die Verteilungskonkurrenz verstärkt, wie unter anderem der Wasserverband Strausberg-Erkner betont. Zudem führen die vermehrten Dürrejahre dazu, dass Flüsse und Seen kleiner werden und der Grundwasserspiegel sinkt.

Stafanie Wesch vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung machte in ihrem Vortrag deutlich, wie extrem sich die Klimakrise auf die Menschen in der Sahelzone, eine Übergangszone im Sudan zwischen der Wüste Sahara im Norden und der Trockensavanne im Süden, auswirkt und stufenweise auch die menschliche Sicherheit gefährdet. Anhaltende Trockenzeiten bedeute für Menschen, die in der Land- und Viehwirtschaft tätig sind, existenzielle Not und befördere soziale Unruhen.

Was tun gegen Wasserknappheit?

Auch in Brandenburg müsse Wasser zurückgehalten und gespart werden, betonte Bernd Garysiak von der Unteren Wasserbehörde Brandenburg im Nachgespräch. Andernfalls käme es zu Trinkwasserengpässen. „Ein allgemeiner und gerechter Zugang zu einwandfreiem und bezahlbarem Trinkwasser“ ist dann nicht mehr erreichbar – das Ziel 6 der Agenda 2030 in Brandenburg also verfehlt.

Das Brandenburger Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz hat zusammen mit Wasser-Verbänden ein Landesniedrigwasserkonzept erarbeitet. Als nächstes sollen konkrete Umsetzungspläne entwickelt werden. Diese sind an den Filmabenden von Referierenden wie Teilnehmenden auch kritisch in den Blick genommen worden, nicht zuletzt wegen scheinbar fehlendem Umsetzungswillen.

Engagement vor Ort

Auf einem Markt der Möglichkeiten präsentierten an den drei Veranstaltungsorten auch lokale Initiativen Projekte, die im Kern Ansätze der Landesnachhaltigkeitsstrategie umsetzen. Darunter zum Beispiel Wasserrückhaltsysteme, Waldgartensysteme und Komposttoiletten, die ohne Wasser funktionieren und als Kreislaufwirtschaft feste Bestandteile in Humus für die Landwirtschaft verwandeln.

Es solle zudem, so eine wiederkehrende Forderung während der Podiumsdiskussionen, die Umsetzung der Agenda 2030 an erste Stelle gesetzt, Entscheidungen und Prozesse transparenter gestaltet und Bürgerbeteiligungen gestärkt werden. Auch das brauche es, um mit den lokalen und globalen Folgen des Klimawandels umgehen zu können.

Die Außenstelle Berlin von Engagement Global hat die Thementour im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) durchgeführt. Es war eine Kooperation mit dem Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz e.V. (FÖN), in Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern ESTAruppin e.V. am 23. April 2022 in Wittstock, Naturpark Barnim am 30. April 2022 in Wandlitz und der Stadt Brandenburg an der Havel am 7. Mai 2022 im Naturschutzzentrum Krugpark.

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Wie geht Frieden?

12. Mai 2022 - 12:51
Professor Lothar Brock, Professor Timothy Williams und Professor Gregor Lang-Wojtasik sprechen darüber: Wie geht Frieden? Foto: Engagement Global/Claudia Casagranda

„Friedenspolitik steht in der Krise. Und das nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine“, so Prof. Dr. Stefan Peters, Direktor des Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstituts CAPAZ, in seinem Festvortrag am Eröffnungsabend der Fachtagung „Wie geht Frieden?“. Mögliche Antworten auf die Titelfrage und die Herausforderungen, denen die Friedenspolitik im 21. Jahrhundert begegnet, standen im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung (5. bis 7. Mai 2022) in Weingarten in Oberschwaben.

Fundiert, aber auch kontrovers, diskutierten Akteurinnen und Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft auf und abseits der Bühne, wie bewaffnete Konflikte gelöst und Krisen bewältigt werden können. Zu der Fachtagung mit anschließendem Aktionstag hatten die Außenstelle Stuttgart von Engagement Global, die Pädagogische Hochschule Weingarten und die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart eingeladen.

„Abwesenheit von Krieg ist nicht gleich Frieden“

Bei der feierlichen Eröffnung der Fachtagung begrüßten die Gastgeber-Institutionen die Teilnehmenden und legten gemeinsam mit Prof. Dr. Stefan Peters den Grundstein für den folgenden Tag, indem sie deutlich machten: Frieden und nachhaltige Entwicklungspolitik müssen zusammengedacht werden. Denn auch dort, wo keine Waffen im Einsatz sind, könne nicht automatisch von einem nachhaltigen Frieden ausgegangen werden. Wenn die wirtschaftliche Entwicklung stockt, wenn Menschen unter Umweltzerstörung, Armut und Diskriminierung leiden, sind auch soziale Unruhen und Konflikte zu erwarten.

Wie Frieden, Sicherheits- und Entwicklungspolitik zusammenwirken, erläuterte am zweiten Tagungstag unter anderem Prof. Dr. Timothy Williams von der Universität der Bundeswehr München am Beispiel Ruanda. In seinem Vortrag beschrieb er den Weg von der ethnisch begründeten Gewalt während des Genozids in den 90er-Jahren bis heute, wo ethnische Zugehörigkeit in der Verfassung von Ruanda keine Rolle mehr spielt und der Sicherheitssektor umgebaut ist. „Das Land boomt“, resümierte er. „Transitional Justice“ heißt der Fachbegriff mit dem beschrieben wird, was nach einem Krieg an Aufbauarbeit geleistet werden kann.

Sicherheit, Entwicklung und Engagement für Frieden

Einig sind sich die Expertinnen und Experten darin, dass Sicherheit gewährleistet sein muss, um Entwicklungsprozesse unterstützen zu können. Dr. Charlotte Dany, Geschäftsführerin der Friedensakademie Rheinland-Pfalz, betonte etwa im Podiumsgespräch, dass humanitäre Hilfe, friedenspolitische Maßnahmen und Entwicklungszusammenarbeit immer zusammenwirken müssen. Zugleich sei es aber auch notwendig, diese von den Maßnahmen und Zuständigkeiten der Sicherheitspolitik auch klar voneinander abzugrenzen. Sie erläuterte: „In Mali zum Beispiel werden humanitäre Organisationen zu Zielscheiben, wenn sie in die Nähe von sicherheitspolitischen Interessen geraten.“ Daher sei es wichtig, mit zivilen Maßnahmen Vertrauen in den Regionen aufzubauen.

Vertrauen schaffen durch zivile Maßnahmen: Genau das berücksichtigt das Konzept „Sicherheit neu denken“, das Ralf Becker von der Evangelischen Landeskirche Baden vorstellte. Militärische Einsätze werden darin als letztes Mittel angesehen; Vorrang haben nicht-militärische Instrumente wie beispielsweise Mediation oder der Einsatz von Friedensfachkräften. Seit 20 Jahren seien diese in Afrika unterwegs und wirken präventiv und deeskalierend.

Austausch mit Neugier und auf Augenhöhe

Unterdessen bereitet die Tansania-AG des Kurt-Huber-Gymnasiums Gräfelfing (KHG) sich auf den Besuch der Schülerinnen der Emmaberg Girls Secondary School aus Tansania vor, der im Sommer vorgesehen ist: Teilnahme am Unterricht, Besichtigung von Schloss Neuschwanstein und „Brezen“ essen sind schon fest vorgesehen. 2019 haben 13 der Jugendlichen Tansania besucht und gemeinsam zu den Fragen gearbeitet „Was machen wir gerne?“ und „Was sind unsere Träume, Wünsche und Ziele für unsere Zukunft?“. Daraus sind ein gemeinsames Videoprojekt und erste Ideen für den thematischen Schwerpunkt des anstehenden Gegenbesuches entstanden. Im Interview erzählen Schülerinnen der Tansania-AG, was sie auf der ENSA-Konferenz erlebt haben und was sie sich für den Gegenbesuch ihrer Partnerschule vorgenommen haben.

Viele Perspektiven auf Frieden

So wurden auf der Fachtagung anhand von zahlreichen Beispielen Friedenskonzepte und -prozesse vorgestellt, die mögliche Antworten auf die Frage „Wie geht Frieden?“ geben. In Podiumsgesprächen, Vorträgen und offenen Gesprächsrunden diskutierten Fachleute die verschiedenen Konzepte, hinterfragten bestehende Narrative und benannten auch die Herausforderungen eines ganzheitlichen Friedensprozesses.

Nicht ausgespart wurden die Kontroversen um den Russland-Ukraine-Krieg: Warum gab es 2014 keine Deeskalation in der Ukraine? Ist es vernünftig, sich mit militärischen Mitteln zu wehren? War es ein Fehler, die Ukraine nicht in die NATO aufzunehmen? All das waren Aspekte, denen die Fachleute unter der Leitfrage „Wie geht Frieden?“ nachgegangen sind und den Teilnehmenden so aktuelle Einblicke in das komplexe Feld der Friedensarbeit boten. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem politischen Podium, auf dem die Abgeordnete aus der Region Agnieszka Brugger, Mitglied des Bundestages, und Heike Engelhardt, Mitglied des Bundestags, sowie Norbert Liens, Mitglied des Europäischen Parlaments, Rede und Antwort standen und ihre aktuelle Politik erläuterten.

An die Fachtagung schloss ein Friedenstag mit Mitmachaktionen, Workshops und Ausstellungen an, der weitere Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit dem Thema bot. So zeigte unter anderem die Friedensregion Bodensee e.V. die Ausstellung Friedensklima und der Zivile Friedensdienst stellte sein Fachkräfte-Entsendeprogramm vor und beschrieb, wie sie in Krisenregionen zum Einsatz kommen.

„Wie geht Frieden?“ wurde im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) durchgeführt. Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen.

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Tempo für Gleichstellung

5. Mai 2022 - 18:59
Im ASA-Projekt engagieren sich Teilnehmende für Barrierefreiheit. Foto: unsplash

Seit 31 Jahren wird am 5. Mai der Tag der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung begangen. Verbände und Institutionen ebenso wie Aktivistinnen und Aktivisten machen an diesem Tag mit zahlreichen Aktionen und Initiativen öffentlichkeitswirksam auf Themen rund um Inklusion und Teilhabe aufmerksam.

Im vergangenen Jahrzehnt ist unter anderem auf Basis des 2002 verabschiedeten Behindertengleichstellungsgesetz und der 2009 in Deutschland rechtskräftig gewordenen UN-Behindertenrechtskonvention schon viel für Inklusion und Partizipation bewegt worden. Aber das Ziel ist noch lange nicht erreicht.

Inklusion voranbringen

Betroffene kritisieren etwa erst jüngst verabschiedete Gesetze wie das Teilhabestärkungsgesetz von 2021 wegen Mängeln, etwa in Bezug auf die Teilhabe am Arbeitsleben oder die Regelungen zur Anrechnung von Vermögen bei Teilhabeleistungen. Zum diesjährigen Protesttag werden unter dem Motto „Tempo machen für Inklusion – barrierefrei zum Ziel!“ besonders die Defizite in den Bereichen bauliche Barrierefreiheit und digitale Teilhabe in den Blick genommen.

Für Barrierefreiheit weltweit setzen sich auch der Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V. (JuSeV) und die Bosnian Representative Association for Valuable Opportunities (BRAVO) ein. Mit den „Barriere-Detektiven“ haben die beiden Institutionen 2021 gemeinsam ein internationales Projekt für mehr Inklusion im Alltag gestartet. Unterstützt wurden sie dabei von Teilnehmenden des Programms ASA global von Engagement Global.

Barriere-Detektive im Training

Die beiden Partnerorganisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam den Zugang zu sozialer und gesellschaftlicher Teilhabe besonders für junge Menschen zu verbessern. Unter anderem mit inklusiver Jugend- und Informationsarbeit, mit Bildungskampagnen und Mobilitätsinitiativen engagieren sie sich, um die Position von Menschen mit Behinderung zu stärken.

Das Ziel des gemeinsamen Projektes 2021: Junge Menschen zu befähigen, Barrieren in ihren Heimatorten zu erkennen und sichtbarer zu machen. In Workshops geschult und mit Checklisten ausgestattet entwickelten sich viele junge Menschen weltweit zu „Barriere-Detektiven“, die gemeinsam daran arbeiten, Hindernisse für Menschen mit Behinderung sichtbarer zu machen und zu beseitigen.

Barrierefreiheit und Inklusion fördern im ASA-Programm

Die ASA-Teilnehmenden haben die Partnerorganisationen in dem sechsmonatigen Projekt dabei unterstützt, internationale Treffen des Projektteams zu organisieren. Sie haben außerdem die Trainingseinheiten begleitet und die Öffentlichkeitsarbeit aktiv gestaltet.

Die Projekttreffen fanden unter anderem in Deutschland, Bosnien- Herzegowina und Montenegro statt. Auf einer Website und einem Instagram-Kanal haben die ASA-Teilnehmenden auf das Projekt aufmerksam gemacht – und junge Menschen motiviert, sich gemeinsam mit ihnen für mehr Teilhabe und Inklusion einzusetzen.

Die ehemalige ASA-Teilnehmerin Lea Raak resümiert: „Da ich selbst mit Behinderungen lebe, habe ich mich besonders gefreut, durch das ASA-Programm an einem Projekt beteiligt gewesen zu sein, welches jungen Menschen den Alltag und auch die Barrieren von Menschen mit Behinderung nähergebracht hat. Wichtig dabei finde ich, die Stimmen von Menschen mit Behinderung zu stärken, also diese als die Expertinnen und Experten ihres Lebensalltags anzuerkennen und miteinander zu lernen und an Lösungen zu arbeiten, die Barrieren abbauen und das gesellschaftliche Miteinander fördern.“

ASA global bietet die Möglichkeit, ein sechsmonatiges Projekt sowohl in Deutschland als auch in einem Land Afrikas, Asiens, Lateinamerikas oder Südosteuropas im internationalen Team zu unterstützen. Teilnehmende aus beiden Partnerländern durchlaufen das Programm zusammen.

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Geld, Mode, Macht – und Nachhaltigkeit

27. April 2022 - 16:51
Kleider tauschen statt kaufen war in Hamburg während der Fashion Revolution Week möglich. Foto: Teresa Enhiak Nanni

Das diesjährige Motto der Fashion Revolution Week, „Money, Fashion, Power“, übt deutliche Kritik am Status quo der Modeindustrie. Wenige Modeunternehmen bündeln die Macht. Sie produzieren zu viel und zu schnell auf Kosten von Umwelt und Menschen. Sie verdienen Geld, das nur ihnen zugutekommt und mit dem sie ihre Macht erhalten. Die Fashion Revolution Week soll den Blick auf diese Missstände lenken und zugleich die Konsumierenden ermutigen, andere Wege zu gehen.

Diesen Vorsatz unterstützt auch die Außenstelle Hamburg von Engagement Global. Gemeinsam mit dem Hamburger Team von Fashion Revolution luden sie am Sonntag, 24. April 2022, zu einem Aktionstag auf der Fashion Revolution Week ein. In einer Reihe von Workshops hatten Interessierte die Möglichkeit, das Beste aus ihrer alten Kleidung rauszuholen. Im Upcycling-Workshop lernten die Teilnehmenden von Scrap Knitting bis Sashiko-Stickerein vielfältige Gestaltungstechniken, während im Repair-Café alte Fertigkeiten wie Löcher stopfen und Hosen kürzen geschult worden sind.

Wer mehr über Fair Fashion und die eigenen Wirkungsmöglichkeiten lernen wollte, hatte dazu in entwicklungspolitischen Kurzseminaren die Gelegenheit. Referentinnen und Referenten gaben einen Input über die Folgen der Corona-Pandemie auf die Bekleidungs- und Textilproduktion im Globalen Süden. Durch die Pandemie veränderten und verringerten sich der Konsum und der Bedarf an Fast Fashion, sodass Millionen Näherinnen kein Gehalt erhielten oder ihre Jobs verloren. Und schon vorher hatten die 35 Millionen Menschen, die weltweit Kleidung nähen, ein sehr geringes Einkommen. Darauf machte die Kampagne „pay your workers“ aufmerksam.

Tipps, wie sich für nachhaltigen Konsum eingesetzt werden kann, gaben am Aktionstag die Referentinnen der Kampagne „Saubere Kleidung“. Das Netzwerk setzt sich seit 1996 für die Rechte von Arbeiterinnen und Arbeiter in der Modebranche und entlang der Lieferketten ein.

Ein weiteres Highlight: Den ganzen Tag kamen Besucherinnen und Besucher vorbei, um ihre alte Kleidung zu tauschen. Drei Kleidungsstücke durften mitgebracht werden und gegen drei einer anderen Person ausgewechselt werden. „Neue“ Klamotten – auf nachhaltigen Wegen.

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Fachtagung zu Sand, Wirtschaft und Nachhaltigkeit

22. April 2022 - 9:42
Als zweitwichtigste Ressource findet Sand vielseitigen Einsatz im Baugeschäft. Foto: Unsplash

Der Tag der Erde erinnert unter anderem daran, dass Ressourcen endlich sind – und durch menschliches Handeln zunehmend belastet werden. Mit diversen Projekten setzt sich Engagement Global für einen nachhaltigeren Umgang, zum Beispiel mit der Ressource Sand, ein. Am 29. März 2022, lud die Außenstelle Stuttgart von Engagement Global zu einem Podiumsgespräch mit dem Titel „Wie Sand am Meer?“ ein. Die Veranstaltung knüpfte an eine Fachtagung aus dem Jahr 2020 an, zu der ab jetzt eine Dokumentation auf der Website von Engagement Global zur Verfügung steht.

Dokumentation „Auf Sand gebaut?“

Die Außenstelle Stuttgart organisierte 2020 ein Fachgespräch, bei dem Expertinnen und Experten das Thema Sand näher beleuchteten. Als zweitwichtigste Ressource neben Wasser findet Sand vielseitigen Einsatz und ist so stark nachgefragt, dass der Bestand an verwendbarem Sand schwindet. Daraus ergibt sich nicht nur eine Materialknappheit.

Vielmehr ergeben sich in Ländern des Globalen Südens ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Konsequenzen, denen es zu begegnen gilt: Schäden am Ökosystem, schlechtere Qualität des Trinkwassers, verkleinerte Lebensräume, Menschenrechtsverletzungen im Zuge des illegalen Abbaus und Konflikte im Bereich der Landnutzung sind nur einige der Folgen, die mit der Nutzung der Ressource Sand einhergehen.

Das digitale Fachgespräch im Oktober 2020 skizzierte für die Teilnehmenden nicht nur die Herausforderungen, sondern warf auch einen Blick auf interdisziplinäre Lösungsansätze, die von Lieferkettenregelungen über Vergabepraxen bis hin zum Engagement von Individuen reichen. Interessierte können ab sofort in einer Dokumentation des Gesprächs die länderspezifischen Sichtweisen sowie Vorschläge für einen nachhaltigeren Umgang nachlesen.

Auch die Aufgaben, die sich in der Bildungsarbeit in den nächsten Jahren stellen – etwa global nachhaltiges Wirtschaften normalisieren oder auch den öffentlichen Diskurs voranbringen – sind in der Dokumentation aufbereitet. Aufgaben, denen sich auch Engagement Global verpflichtet sieht. Darum lud die Außenstelle Stuttgart im März 2022 zu einem Podiumsgespräch ein, das thematisch an das Fachgespräch anknüpfte, die Herausforderungen aufgriff und den Diskurs fortsetzte.

Podiumsgespräch „Wie Sand am Meer?“

Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Entwicklungspolitik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kamen am Dienstag, 29. März 2022, in der Evangelischen Stadtakademie München zusammen, um über die Ressource Sand zu sprechen. Und über die Baubranche, die ganz wesentlich dazu beiträgt, dass der Sandbestand verknappt wird. Thematisiert wurden die Hintergründe, Herausforderungen und auch der Status quo.

Trotz eines schon vor Jahren verhängten Exportstops in Indonesien wird Sand nämlich weiterhin im großebn Stil abgebaut, wie Leona Pröpper, Eine Welt Fachpromotorin bei der Nichtregierungsorganisation Watch Indonesia! berichtet. Als Beispiel nennt sie den Ausbau des Hafens Makassar New Port auf Sulawesi (Indonesien). Dort seien durch das Abtragen des Sandes mit Hilfe von Saugrobotern die Fischgründe zerstört worden. Die lokale Bevölkerung, die vom Fischfang lebt, verlor dadurch ihre Lebensgrundlage.

Eine weitere zentrale Frage war im Podiumsgespräch immer wieder, welche Rolle die ressourcenintensive Lebensweise des Nordens spielt und wo Hebel der Veränderung liegen. Markus Richthammer, Industrievorstand der Firmengruppe Max Bögl, plädierte dafür, dass der Rohstoff eine andere Wertigkeit bekommt. Es müsse „mit Feingefühl und Wertschätzung“ gebaggert werden und vor allem zukünftig bedarfsgerecht gebaut werden.

Die Außenstelle Stuttgart von Engagement Global hat das Fachgespräch und die anschließende Abendveranstaltung in München im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) durchgeführt. Es war eine Kooperation mit der Evangelischen Stadtakademie München, der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Landesbüro Bayern, und dem oekom e.V.

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Das System Erde erhalten

22. April 2022 - 9:04
Am Tag der Erde liegt der Fokus auf unserem Planeten. Foto: Pexels

„Invest in our Planet“ lautet das internationale Motto des Tages der Erde am Freitag, 22 April 2022. Was aber genau bedeutet das? Oder besser gefragt: Wie kann die Weltgemeinschaft dem Anspruch, unseren Planeten zu erhalten, gerecht werden? Wie kann jede und jeder Einzelne aktiv etwas dazu beitragen? Schon im Kleinen – mit lokalem Handeln, das im globalen Zusammenhang steht – kann begonnen werden, zum Beispiel in Form eines nachhaltigen Projekts im Schulunterricht.

Das Themendossier „Das System Erde erhalten“ aus dem aktuellen Unterrichtsmaterial zum Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ leitet genau dazu an. In der Lerneinheit wird Schülerinnen und Schülern der Zusammenhang zwischen Biodiversität, Klimawandel und Welternährung nähergebracht. Sie lernen unterschiedliche Landnutzungssysteme in Bezug auf Nachhaltigkeit zu bewerten und Verbindungen zu ihrem eigenen Konsum zu ziehen.

„Die Schülerinnen und Schüler werden mit der ökologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Dimension biologischer und stofflicher Vielfalt konfrontiert, ebenso wie mit der Reduktion natürlicher Vielfalt und damit verbundenen Risiken“, erklärt Wiebke Schwinger, Projektleiterin beim Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik. „Dadurch werden sie dazu befähigt, umwelt- und sozialverträgliche Nutzungsformen von Ökosystemen zu bewerten und aufbauend darauf nachhaltige Handlungsoptionen auszuarbeiten.“

Der Mensch und die Erde im Schulprojekt

Intakte Ökosysteme sind eine wesentliche Voraussetzung für den Erhalt des Klimas, den Schutz vor Naturgefahren sowie die Basis einer gesunden Ernährung. Um nachhaltige Handlungsoptionen zu finden, die den Erhalt des Systems Erde sichern, motiviert das Themendossier Schülerinnen und Schüler, sich eine weitere entscheidende Frage zu stellen: Wie können sowohl Ökosysteme als auch die menschliche Existenz auf Dauer gesichert werden?

„Ziel unseres Themendossiers ist es, Schülerinnen und Schülern aufzuzeigen, dass die Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen zum Erhalt des Systems Erde auf lokaler Ebene beginnen kann, also auch bei ihnen selbst. Gleichzeitig lernen sie globale Zusammenhänge und damit verbundene weltweite Auswirkungen ihres Handelns zu begreifen“, führt Wiebke Schwinger aus.

Das Themendossier „Das System Erde erhalten“, das für den Unterricht der Klasse 7 bis 13 konzipiert wurde, steht Lehrkräften auf der Website des Schulwettbewerbs zur kostenfreien Bestellung sowie zum Download bereit. Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ wird von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten durchgeführt.

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Die Jugend und Europa

14. April 2022 - 15:31
Digitaler Dialog für Demokratie und Teilhabe. Foto: Ukrainian Vibes

Der Zugang zu verlässlichen und umfassenden Informationen hilft Menschen, faktenbasierte Entscheidungen zu treffen und Veränderungen mitzugestalten. Besonders in Krisenzeiten sind zudem vertrauenswürdige Informationen von zentraler Bedeutung für die Politik und die Zivilbevölkerung.

Denn die Verbreitung von Fehlinformationen kann dazu führen, dass die Gefahrenlage falsch eingeschätzt, die Verteidigung demoralisiert oder die Öffentlichkeit in ihrer Unterstützung fehlgeleitet wird. Diese Gefahren sind auch im gegenwärtigen Krieg in der Ukraine zu erkennen, der auch als Informationskrieg bezeichnet wird.

Umso wichtiger ist es, schon jungen Menschen ihren Anspruch auf umfassende und zuverlässige Informationen zu vermitteln, damit sie diese einfordern und auch nutzen können. Dazu tragen Projekte wie die Dialogreihe „Ukrainian Vibes - European Public Sphere“ bei, in der junge Europäerinnen und Europäer dazu eingeladen waren, an Gesprächen über Nachhaltigkeit, Europa und Demokratie teilzunehmen.

Die unabhängige europäische Organisation European Youth Information and Counselling Agency (ERYICA) hat 2007 den Jugendinformationstag ins Leben gerufen, um das Recht der Jugend auf hochwertige und verlässliche Informationen ins Bewusstsein zu rufen. Denn nur wer informiert ist, kann zur Veränderung beitragen. Dies zeigen die Jugendbewegungen der letzten Jahre wie etwa Fridays for Future.

ASA-Teilnehmende für „Ukrainian Vibes - European Public Sphere“

Die Dialogreihe „Ukrainian Vibes - European Public Sphere“ hatte das Ziel, junge Menschen zu motivieren, an politischen Prozessen teilzunehmen und gemeinsam Ideen für Europa zu entwickeln. Der Verein Democracy International (DI), die Nichtregierungs-Organisation National Ecological Centre of Ukraine (NECU) und die gemeinnützige Organisation Change Communication organisierten dafür von April bis Oktober 2021 vier Online-Workshops und drei offene Diskussionen. Unterstützt wurden sie dabei von vier Teilnehmenden des Programms ASA global, von denen zwei aus Deutschland und zwei aus der Ukraine kamen.

Das internationale Projekt vertiefte nicht nur die ukrainisch-deutsche Partnerschaft – knapp die Hälfte aller Teilnehmenden kam aus der Ukraine –, sondern erreichte auch Bürgerinnen und Bürger aus insgesamt 36 Ländern, die ihre Ideen, Wünsche und Vorstellungen zu Europa in den Dialog einbrachten. Die Workshops konzentrierten sich auf Teilnehmende zwischen 14 und 21 Jahren, die nach Inputs von Expertinnen und Experten über Themen rund um Demokratie, Nachhaltigkeit und europäische Integration diskutierten. Ein besonderer Fokus lag dabei immer wieder auf dem Gastland Ukraine.

Im zweiten Teil wurde die Veranstaltung für alle Altersgruppen geöffnet. Insgesamt 172 Teilnehmende sammelten Ideen für grünen Tourismus, machten Vorschläge, wie die Ukraine in die EU eingegliedert werden könnte, und stellten sich ein besseres Bildungssystem in Europa vor. Die Ergebnisse mündeten in einen Ideenkatalog, der an europäische Politikerinnen und Politiker versendet wurde.

Die Dialogreihe – die in diesem Jahr mit neuen ASA-Teilnehmenden fortgesetzt wird – zeigt, wie Demokratie gestärkt wird durch gesellschaftliche Teilhabe und nicht zuletzt auch durch uneingeschränkten Zugang zu Informationen. Als Teil des ASA-Programms setzt das Projekt ein Zeichen für partnerschaftliche Zusammenarbeit und zivilgesellschaftliches Engagement, das besonders in Kriegszeiten von hoher Bedeutung ist.

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Agenda 2030 in Krisenzeiten

14. April 2022 - 12:47
Was machen Pandemie und Krieg mit der Agenda 2030? Foto: Janine Schmitz

Mit der Agenda 2030 und ihren 17 Zielen (Sustainable Development Goals; SDG) haben die Länder der Vereinten Nationen sich zu einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet, dazu gehört auch der Einsatz für SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ und 16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“. Eine Betrachtung aktueller Geschehnissen in der Welt führt darum auch zu der Frage: Wie steht es um die 17 Nachhaltigkeitsziele vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine?

Bei der Online-Veranstaltung „Quo vadis, SDGs?“ am Dienstag, 12. April 2022, thematisierten auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. und der Außenstelle Hamburg von Engagement Global Fachleute aus Politik und Wissenschaft bei einem Podiumsgespräch die Agenda 2030 und ihre aktuellen Herausforderungen.

Kai-Oliver Farr, Projektleiter der Außenstelle Hamburg, erklärt: „Mit der Veranstaltung wollten wir zum einen eine Art Halbzeitbilanz der Agenda 2030 ziehen. Zum anderen haben wir die 17 Ziele und ihre Umsetzung in den Kontext der beiden großen Ereignisse gesetzt, die bei der Verabschiedung der Agenda 2030 nicht erahnt werden konnten und die die Weltgemeinschaft jetzt primär beschäftigen und auch prägen.“

Welche Kraft hat die Agenda 2030 in Krisenzeiten?

Nicht nur das SDG „Gesundheit und Wohlergehen“ ist direkt durch die Corona-Pandemie betroffen, die Umsetzung der Agenda 2030 insgesamt wird durch sie beeinflusst. In seiner Keynote nannte Jens Marten vom Global Policy Forum unter anderem die Impfungerechtigkeit und den massiven Jobverlust als Beispiele, die zeigen wie die Corona-Pandemie sich auf nachhaltige Entwicklung negativ auswirkt. Der Krieg in der Ukraine und der damit einhergehende Mangel an Rohstoffen, Nahrungsmitteln und Energie verschärfe diese Krisentrends noch weiter.

Auf den Vortrag aufbauend diskutierten die Podiumsgäste unter anderem die Frage, welche menschenrechtliche Kraft die Agenda 2030 noch hat. Die Völkerrechtlerin Dr. Jane Hofbauer bezog dazu Stellung: „Die Agenda 2030 ist zwar als Resolution von der UN-Generalversammlung verabschiedet worden, aber sie ist auch das Ergebnis jahrelanger globaler Entwicklungspolitik und ermöglicht, Entwicklung und Menschenrechte gemeinsam zu verfolgen.“ Jens Marten ergänzte, dass die Agenda 2030 dabei geholfen habe, globale Themen wie biologische Vielfalt oder den Umgang mit Plastikmüll zu verrechtlichen. Das heißt: Gesetze auf den Weg zu bringen, die dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsziele umzusetzen.

Wie können die 17 Ziele noch erreicht werden?

Auch auf die Frage, inwieweit die Ziele der Agenda 2030 politisch überhaupt noch erreicht werden können, fanden die Podiumsgäste einige Antworten. Jens Martens sah in einem Sonderbudget für SDG-Maßnahmen eine Lösung. Dr. Rüdiger Kruse, ehemaliges Mitglied des Bundestages, brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass der Bundeshaushalt an der Agenda 2030 konsequenter ausgerichtet werden müsste – damit in Deutschland zukünftig mehr gehandelt als geredet wird. Er betonte zudem, wie wichtig das Engagement der Zivilgesellschaft ist, ohne die es viele internationale Initiativen nicht gegeben hätte.

Die Veranstaltung war Teil des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD). Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen. Die Außenstellen von Engagement Global führen das Programm dezentral durch, um entwicklungspolitisches Engagement auch regional und lokal dauerhaft zu verorten.

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Baustelle Arzneimittelversorgung

13. April 2022 - 13:14
Das Seminar nimmt die „Großbaustelle Arzneimittelversorgung“ in den Blick. Foto: unsplash

Arzneimittelversorgung ist ein weites Feld mit vielen Herausforderungen – das macht schon der Titel der neuen Veranstaltungsreihe der BUKO Pharma-Kampagne deutlich: „Großbaustelle Arzneimittelversorgung“. Von Forschung und Entwicklung über die Zulassung bis hin zur fairen Regulierung gibt es viele Themenbereiche, die eine genaue Betrachtung lohnen.

Darum lädt die BUKO Pharma-Kampagne Mitarbeitende deutscher Nichtregierungsorganisationen (NGO) und politische Entscheiderinnen und Entscheider ein, die Konfliktfelder der globalen Versorgung von Arzneimitteln in den Blick zu nehmen. Die Referentinnen und Referenten, aus pharmakologischen wie entwicklungspolitischen Feldern, geben in einer fünfteiligen digitalen Seminarreihe einen Überblick über die Faktoren, die die Verteilung und den Zugang zu Medizin positiv oder negativ beeinflussen.

Das Ziel: Das Wissen, die Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln, um die genannten Herausforderungen gut zu meistern. Der erste Kurs beginnt am Donnerstag, 28. April 2022.

Die Inhalte des Qualifizierungsprogramm

Zum Einstieg verdeutlichen die Referentinnen und Referenten – unter anderem anhand der Corona-Pandemie – die Zugangsproblematik von Arzneimitteln. Mit einer Mischung aus theoretischen Inputs und Praxisberichten werden die Teilnehmenden in die Thematik eingeführt. Am zweiten Kurstag, Freitag, 6. Mai 2022, werden die Rahmenbedingungen, also Versorgung und Regulierung, in den Blick genommen. Ein weiteres Diskussionsthema ist die ungleiche Verteilung abhängig von der geographischen Lage. Ergänzt wird dies durch ein Frage-Antwort-Gespräch mit Schwerpunkt auf die Vor- und Nachteile von Medikamentenspenden.

Nicht nur die Verteilung von Arzneimitteln birgt Fallstricke, schon in der Produktion und Patentierungen werden geographische Differenzen und Herausforderungen augenfällig. Daher wird im dritten Kurs der Reihe, am Donnerstag, 12. Mai 2022, unter anderem der Pharmaindustrie nachgespürt sowie Optionen debattiert, öffentlich geförderte Forschung zu sichern. Darauf aufbauend haben die Teilnehmenden am Freitag, 13. Mai 2022, die Möglichkeit, sich über bedarfsgerechte Forschung zu informieren und klinische Studien aus ethischer Sicht zu diskutieren. Am Donnerstag, 19. Mai 2022, stehen Transparenz und Zugang zu Informationen im Mittelpunkt. Am fünften und letzten Kurstag werden die Perspektiven von Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten berücksichtigt. Außerdem auf der Agenda: Korruption.

Wer sich schon vorab einen Eindruck von den Themen verschaffen will, kann in den begleitenden Podcast zur Seminarreihe „Stimmen zur Arzneimittelversorgung im Globalen Süden“ reinhören.

Informationen zum Hintergrund

Das digitale Seminar ist ein Qualifizierungsangebot für Praktikerinnen und Praktiker, ihr Fachwissen um entwicklungspolitische Kenntnisse zu ergänzen und zugleich die Möglichkeit, fachlich und gemeinsam an projektbezogenen Lösungsstrategien für die Arzneimittelversorgung zu arbeiten. Finanziell unterstützt wurde „Großbaustelle Arzneimittelversorgung“ über das Programm zur Förderung entwicklungspolitischer Qualifizierungsmaßnahmen (PFQ) von Engagement Global. PFQ fördert Qualifizierungsmaßnahmen von Nichtregierungsorganisationen (NRO) in Deutschland, die ihre in der Praxis erworbene entwicklungspolitische Fachexpertise an andere entwicklungspolitische Akteure der deutschen Zivilgesellschaft weitergeben.

Die digitale Seminarreihe findet zwei Mal statt. Die Termine im Frühling sind

  • Donnerstag, 28. April 2022
  • Freitag, 6. Mai 2022
  • Donnerstag, 12. Mai 2022
  • Freitag, 13. Mai 2022
  • Donnerstag, 19. Mai 2022

Die Termine im Herbst sind

  • Donnerstag, 15. September 2022
  • Freitag, 16. September 2022
  • Donnerstag, 22.September 2022
  • Freitag 23. September 2022
  • Donnerstag, 6. Oktober 2022

Alle Kurse finden zwischen 14 Uhr und 18 Uhr statt.

Die Teilnahmegebühr liegt pro Kurs bei 30 Euro. Die gesamte Seminarreihe kann für 100 Euro gebucht werden. Anmeldung per Mail an: ck@bukopharma.de

Weitere Informationen
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Teams up!

11. April 2022 - 16:33
Alle Jugendbegegnungen mit Teams up! nehmen eines der 17 Nachhaltigkeitsziele in den Fokus. Foto: X Perspektiven/ Compagnie Artistique Carrefour

Der erste Schritt ist gar nicht mehr schwer, wenn jemand dabei hilft. Darum bietet das Deutsch-Afrikanische Jugendwerk (DAJW) von Montag, 25. April 2022, bis Mittwoch, 27. April 2022, ein Online-Seminar für Organisationen an, die Interesse an einem deutsch-afrikanischen Jugendgruppenaustausch haben. Eingeladen sind alle, die sich zum ersten Mal informieren möchten und genauso jene, die kurz vor der Antragsstellung stehen oder sie bereits durchlaufen.

In den drei Seminartagen werden von der Zulassung als Träger über die Antragsstellung sowie die unterschiedlichen Projektarten bis hin zur finanziellen Planung alles thematisiert, was es braucht, um mit Teams up! erfolgreich internationale Austauschprojekte für nachhaltige Entwicklung zu starten. Die nächste Antragsfrist für Teams up! ist am Mittwoch, 1. Juni 2022.

Was ist Teams up!?

Mit Teams up! haben deutsche und afrikanische Jugendliche die Chance, verschiedene Projekte zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung grenzübergreifend zu verwirklichen. Eine Debatte über Postkolonialismus anregen? An Workshops zum Thema „Recht auf Wasser“ in zwei Ländern teilnehmen? Oder doch eine Jugendzeitschrift mit Impulsen für nachhaltigen Konsum und Tourismus gestalten?

Das Deutsch-Afrikanische Jugendwerk unterstützt solche Projekte, bei denen die Teilnehmenden sich austauschen, interkulturelle Erfahrungen sammeln und sich gemeinsam engagieren. Egal ob Fußballverein, Theatergruppe oder Pfadfinderbund – allen gemeinnützigen Jugendgruppen steht die Teilnahme an Teams up! offen.

Was wird wie gefördert?

Unterstützt werden zwei Begegnungsreisen der Jugendgruppen in einem Zeitraum von bis zu zwei Jahren, ebenso die Vor- und Nachbereitung und die digitale Zusammenarbeit am Projekt. Auch Maßnahmen zum Aufbau von partnerschaftlichen Strukturen oder die Entwicklung von neuen Ansätzen für die entwicklungspolitische Jugendarbeit werden vom DAJW bezuschusst.

Wie Organisationen sich für die Förderung bewerben können, wird auf dem Seminar erklärt. Anhand eines Praxisbeispiels wird der Prozess – besonders die Trägerprüfung durch den Zentralen Programmservice von Engagement Global und die Antragsstellung für ein Projekt – anschaulich durchgespielt. Das DAJW lädt alle ein, die vor ihrer ersten Antragsstellung noch Fragen haben. Mit dem Seminar ist der erste Schritt gemacht – für eine Begegnung zwischen deutschen und afrikanischen Jugendlichen im Zeichen der nachhaltigen Entwicklung.

Das DAJW ist ein Angebot von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Es wird bei seiner Förderlinie Team works! Fachkräftebegegnungen für nachhaltige Entwicklung vom Senior Experten Service (SES) unterstützt.

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Weltwärts im Gesundheitsdienst

7. April 2022 - 9:30
Rosa Kurek macht ihren weltwärts-Freiwilligendienst in einem Krankenhaus in Bolivien. Foto: Max Steiner

Obwohl sich das bolivianische Gesundheitssystem in den letzten Jahren im lateinamerikanischen Vergleich weit über den Durchschnitt der Region verbessert hat, hinkt die medizinische Infrastruktur dem Bevölkerungswachstum hinterher. Es stehen nicht ausreichend Klinikkapazitäten zur Verfügung. Nach Schätzungen sind 70 Prozent der bolivianischen Bevölkerung im informellen Sektor tätig. Das bedeutet: Sie haben keine Arbeitsverträge mit Krankenversicherung und nur eingeschränkten Zugang zur medizinischen Versorgung.

Einsatz für Ziel 3

Mit Volunta setzen sich weltwärts-Freiwillige für medizinische Projekte und Einrichtungen in Bolivien ein. Vor Ort werden sie von Voluntas Partner Hostelling International Bolivia (HI Bolivia) über die gesamte Einsatzzeit betreut und pädagogisch begleitet. Die Freiwilligen unterstützen die Mitarbeitenden in unterschiedlichen Einrichtungen in ihrer alltäglichen Arbeit und erhalten unter anderem einen Einblick in das Gesundheitssystem und die medizinische Praxis in einem Land des Globalen Südens. Zum Beispiel im Hospital Francés im Süden von Santa Cruz, das mit finanzieller Unterstützung des französischen Staates errichtet worden ist. In dem Stadtteil leben insbesondere einkommensschwächere Familien, die in der Hoffnung auf bessere Perspektiven in die Stadt gezogen sind. Während die Bevölkerung der Stadt stark angestiegen ist, haben sich die Hoffnungen der Menschen nur sehr eingeschränkt erfüllt. Durch den Bau des Krankenhauses hat sich der Zugang zu medizinischer Versorgung für diese Menschen verbessert.

Die Vereinten Nationen lenken jährlich am Weltgesundheitstag, dem 7. April, den Scheinwerfer auf weltweite Defizite im Gesundheitswesen. Die Corona-Pandemie, Krankheiten wie Malaria oder AIDS sowie schlechte Wasser-, Hygiene- und Sanitärbedingungen sind weltweite Herausforderungen, denen es gemeinsam zu begegnen gilt. Darum auch das dritte der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.

Freiwilligendienst im Krankenhaus

Seit Januar ist die weltwärts-Freiwillige Rosa Kurek in dem bolivianischen Krankenhaus tätig und wechselt zwischen den verschiedenen Stationen. Sie hat sich zu diesem Freiwilligendienst entschlossen, weil Medizin sie interessiert und sie sich für andere Menschen einsetzen möchte. Nach Einarbeitung durch die Krankenschwestern und Pfleger kann Rosa Kurek die Vitalzeichen der Patientinnen und Patienten nehmen, also Körpertemperatur, Blutdruck oder Atemfrequenz messen. Außerdem hilft die Freiwillige bei der Wundversorgung und begleitet zusammen mit Studierenden der Medizin die Ärztinnen und Ärzte bei weiteren regulären Aufgaben.

„Ich gehe gerne zur Arbeit und fühle mich in meinem Team gut aufgehoben. Besonders interessant finde ich es, Visiten beizuwohnen oder bei Operationen zuzusehen“, erzählt Rosa Kurek. Auch der Kontakt mit den Patientinnen und Patienten macht ihr großen Spaß. Ihre Spanischkenntnisse haben sich verbessert und sie lernt immer mehr medizinisches Fachvokabular. Nach dem Freiwilligendienst möchte Rosa Medizin studieren und als Ärztin weltweit tätig sein.

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts richtet sich an junge Menschen ab 18 Jahren, die für eine längere Zeit im Ausland leben und sich engagieren möchten. Globales Lernen, interkultureller Austausch und Engagement für eine nachhaltige Entwicklung stehen dabei im Vordergrund. Weltwärts wird als Gemeinschaftswerk von rund 160 gemeinwohlorientierten Trägern in Deutschland und circa 2.000 Partnerorganisationen in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Ozeanien umgesetzt. Die Beratung und Unterstützung der beteiligten Akteure sowie die administrative und finanzielle Koordination verantwortet die Koordinierungsstelle weltwärts bei Engagement Global. Gefördert wird das Programm durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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Sport kann mehr…

5. April 2022 - 21:22
Sport verbindet Menschen – und fördert so auch Entwicklung und Frieden. Foto: unsplash

Am Internationalen Tag des Sports für Entwicklung und Frieden feiert die Welt Fairness, Teamgeist sowie Respekt gegenüber den Mitspielerinnen und Mitspielern. Die Vereinten Nationen lenken am 6. April den Blick auf die positive, vereinende Kraft des Sports über geographische und kulturelle Grenzen hinweg. Nicht vergessen werden darf dabei, dass Sport auch eine politische Dimension hat, in der zum Beispiel Sportereignisse genutzt werden, um die Öffentlichkeit mit politischen Botschaften zu erreichen – oder zu beeinflussen. Sport ist ein machtpolitisches Instrument. Umso wichtiger ist es, dem entgegenzustehen, und die integrative Kraft des Sportes zu unterstützen.

Die Außenstelle Düsseldorf von Engagement Global fördert unterschiedliche Projekte, die mit Sport im Mittelpunkt eine inklusive und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit gestalten.

Der Konkrete Friedensdienst ist ein Förderprogramm des Landes NRW. Ziel des Friedensdienstes ist es, jungen Erwachsenen aus Nordrhein-Westfalen eine praktische Mitarbeit in Projekten in Entwicklungsländern zu ermöglichen durch die sie Kulturen, Lebensverhältnisse und weltweite Wirkungszusammenhänge kennen- und verstehen lernen. Teilnehmende bereiten sich aus eigener Initiative auf das Projekt vor und planen den Auslandsaufenthalt selbst, der vom Land NRW bezuschusst wird. Durchgeführt wird das Programm von der Außenstelle Düsseldorf von Engagement Global.

Sportangebote für Inklusion

Ein Skatepark ist ein Ort des Sports. Aber mit dem Freedom Skate Park in Accra, Ghana, haben die deutschen und ghanaischen Partnerorganisationen – Sport 4 Development e.V., DUNK (Development Unity Nurturing Knowledge), Surf Ghana und ANOPA (Agoro Ne Obra PA) – 2021 mehr als nur eine Sportfläche geschaffen. Als Teil des Projekts „Inclusive Sport Unites“ bietet der Skatepark mit dazugehörigem WiFi-Café und dem ersten Skateshop des Landes einen Raum, in dem ghanaische Jugendliche mit und ohne geistige Behinderung einer gemeinsamen Leidenschaft nachgehen können.

Coaching-Programme und Kunstworkshops ergänzen das Sportangebot, um den Jugendlichen niederschwellig Themen rund um Inklusion, Selbstwahrnehmung oder auch die Special Olympics nahezubringen und Vorurteile abzubauen. Unterstützt durch den Konkreten Friedensdienst NRW reiste ein Freiwilliger des deutschen Vereins Sport 4 Development e.V. nach Accra, um bei der Gestaltung vor Ort zu unterstützen.

Fairer Handel im Sport

Anders, aber ebenso eindrucksvoll, demonstrierte die Tagung zum Internationalen Tag am 6. April 2021 die integrative Kraft des Sports, die aus Mitteln des Förderprogramms Entwicklungspolitische Information- und Bildungsarbeit der Landesregierung NRW (EpIB) gefördert wurde. EpIB unterstützt ehrenamtliches Engagement in Nordrhein-Westfalen mit finanziellen Zuschüssen.

Auf der Tagung versammelten sich digital zahlreiche Akteurinnen und Akteure, um in Interviews, Diskussionsrunden und Präsentationen zu zeigen, wie Sport zu Frieden und Entwicklung beiträgt. Eingeladen hatten die gemeinnützige Gesellschaft FAIReinskultur aus Bergisch Gladbach gemeinsam mit dem Deutschen Frisbeesport-Verband und dem Kreissportbund Rheinisch-Bergischer Kreis.

Ein Programmpunkt war: Fairer Handel im Sport. Wie dieser aussehen kann und sollte, erklärte Michael Jopp, Fachpromotor für Kommunale Entwicklungspolitik bei Sport handelt Fair. Denn die Produktion und Herstellung von Sportkleidung und Sportartikeln ist sowohl eine Frage der ökologischen wie auch der sozialen Nachhaltigkeit. Auch deswegen müssen Sport und nachhaltige Entwicklung zusammengedacht werden: Sport hat Macht, aber muss dieser auch gerecht werden.

Das bundesweite Netzwerk des Promotorenprogramms besteht aus rund 150 Promotorinnen und Promotoren und wird von der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. sowie der Stiftung Nord-Süd-Brücken getragen und von Bund und Ländern finanziert. In NRW ist das Promotorenprogramm in gemeinsamer Trägerschaft des Eine Welt Netz NRW und der Außenstelle Düsseldorf von Engagement Global. Promotorinnen und Promotoren sind Ansprechpersonen auf zivilgesellschaftlicher Seite für entwicklungspolitische Themen. An diese Fachleute können sich Interessierte und Ehrenamtliche mit Fragen und Ideen ebenso wenden wie Aktive aus Kommunen, Kirchen, Schulen, Stiftungen, Politik, Verwaltung oder Wirtschaft.

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Vernissage: Karikaturen, Flucht und Frauen

5. April 2022 - 14:09
Die Karikaturenausstellung ist bis zum 26. Mai 2022 in Kassel zu sehen. Foto: Alexandra Ehrhardt

Flucht und Migration sind Themen, die „schwer wiegen, aber als Karikaturen leicht, spielerisch und niedrigschwellig vermittelt werden“, so Nathalie Bonnet, Leiterin des Projekts „Mut zu Taten“ des Sozialen Friedensdienstes Kassel e.V. (SFD). Das zeigt die Karikaturenausstellung „Ein Ort. Irgendwo“, die seit Anfang April in Kassel zu sehen ist. Die Außenstelle Mainz von Engagement Global feierte die Vernissage am Freitag, 1. April 2022, zusammen mit dem Kooperationspartner SFD Kassel und Gästen in der Kirche im Hof in Kassel.

Die Veranstaltung wird im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) umgesetzt. Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen.

Die Ausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ ist bis Donnertag, 26. Mai 2022, in der Kirche im Hof in Kassel, Friedrich-Ebert-Straße 102, zu sehen. Jeden Donnerstag finden von 18 bis 20 Uhr Führungen statt. Montags- und freitagsvormittags sind Führungen für Schulklassen auf Anfrage möglich. Die Anmeldung erfolgt über: info@sfd-kassel.de

Keynote und Podiumsgespräch zu „Frauen auf der Flucht“

Konflikte, Gewalt, Ausbeutung, Verfolgung, ökologische Krisen sind nur ein Auszug an Ursachen, warum Menschen ihre Heimat verlassen. „Wir können nicht über den einen Grund sprechen, es fließen viele Faktoren zusammen“, erklärt Nadine Segadlo, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Osnabrück in ihrer Keynote. Die Wissenschaftlerin arbeitet im Forschungsprojekt „Frauen, Flucht – und Frieden?“ und machte in ihrem Beitrag auf der Vernissage deutlich, dass Frauen, wenn sie ihre Heimat verlassen, teilweise andere Rahmenbedingungen vorfinden als Männer. Es benötige Ressourcen, wie Geld oder Netzwerke, die Frauen nicht immer zur Verfügung hätten. Zudem käme es häufig zu Gewalterfahrungen auf der Flucht, die sich in der Aufnahmesituation fortsetzen.

Marie Baron, Fachberaterin für Psychotraumatologie in der Fachberatungsstelle des Mädchenhauses Kassel, wusste dazu auch aus ihrer Arbeit zu berichten: „Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen gibt es überall, nicht nur in den Ländern, aus denen Frauen und Mädchen fliehen. Die Betroffenen wollen, dass ihr Leid anerkannt wird, aber sie wollen nicht nur als Opfer gesehen werden. Sie sind handelnde Akteurinnen ihres Lebens, aber sie benötigen Unterstützung.“

Einsatz und Engagement im Alltag

Wie sich jede Person dafür einsetzen kann, die Ursachen von Flucht zu minimieren, erklärte Nadine Zollet, Eine-Welt-Regionalpromotorin für Nordhessen. Das Konsumverhalten – von Lebensmitteln bis zum Textilberiech – müsse verändert werden. Zum Beispiel helfe der Kauf fair gehandelter Produkte, um die Lebensbedingungen der Menschen entlang der Lieferkette zu verbessern. Nadine Zollet rief auch dazu auf, sich politisch und in Kampagnen – wie beispielsweise für das Lieferkettengesetz – einzusetzen. „Gehen Sie ins Gespräch mit Politikerinnen und Politikern und treiben sie so aktiv diese wichtigen Themen voran“, erklärte die Promotorin. Sie betonte, dass es sich lohnt, hartnäckig zu bleiben – es habe fast zehn Jahre gedauert, bis die Stadt Kassel Fairtradetown geworden ist. „Wir vergessen immer wieder, wieviel Macht wir alle haben. Nadine Segadlo schloss die lebhafte Runde mit dem Hinweis: „Wenn wir eine wirkliche Veränderung wollen, dann müssen wir an die Strukturen ran.“

Im Anschluss konnten sich die Besucherinnen und Besucher der Vernissage die Werke – verteilt auf zwei Etagen – ansehen und kamen untereinander und mit den Referierenden ins Gespräch. Ein Teilnehmer berichtete: „Sowohl der Vortrag als auch das Fachgespräch haben mir gut gefallen. Und obwohl für mich nur wenige neue Erkenntnisse dazugekommen sind, ist mir die große Bedeutung des Themas wieder bewusstgeworden."

Am Donnerstag, 5. Mai 2022, 16.30 bis 21 Uhr, erklärt der Karikaturist Stephan Rürup, was genau eine Karikatur ausmacht und wie man selbst eine solche Zeichnung erstellen kann. Der Karikaturen-Workshop in der Kirche im Hof richtet sich an Menschen mit gestalterischer/zeichnerischer Vorerfahrung. Anmeldungen über: info@sfd-kassel.de

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Auftakt für Begegnung und Partnerschaft

4. April 2022 - 19:19
2019 besuchten Schülerinnen und Schüler des Kurt-Hüber-Gymnasiums ihre Partnerschule in Emmaberg. Foto: Benjamin Rückert

Eine internationale Schulpartnerschaft: Briefe schreiben, über das andere Land lernen, sich besuchen – und mehr. Bei dem Entwicklungspolitischen Schulaustauschprogramm (ENSA) von Engagement Global stehen langfristige Partnerschaften und nachhaltige Projekte im Mittelpunkt. Wie das gelingen kann – wie es an vielen Schulen schon seit Jahren gelingt –, darum ging es bei den Auftaktveranstaltungen, die im ersten Quartal 2022 stattgefunden haben. Die vier digitalen Konferenzen vernetzen von ENSA geförderte Schulen aus dem Norden, Osten, Süden und Westen Deutschlands miteinander. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler nutzten die Möglichkeit, sich gemeinsam intensiv auf die Begegnungsreisen vorzubereiten und von der Erfahrung der anderen zu lernen. Dafür gab es an jeweils vier Tagen Vorträge und Workshops.

Von Geographie bis Konfliktlösung

Die Auftaktveranstaltungen boten den schulpartnerschaftlich Engagierten eine fachliche wie soziale Weiterbildung in Bereichen der internationalen Begegnung. Es wurde ein Überblick über Geographie, Politik und Geschichte der Partnerländer und Deutschland gegeben. Zudem gab es ein Modul über Gruppenfindung und Teambuilding, in dem Teilnehmenden Tipps und Tricks vermittelt wurde, wie sie als internationale Gruppe gut zusammenarbeiten können. Ergänzt wurde dies durch Workshops zur Verständigung und Konfliktlösung sowie zu Inhalten über Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Aber nicht nur die Vorbereitung auf zukünftige Begegnungsreisen charakterisiert die Konferenzen; auch die bestehenden Partnerschaften und Projekte haben eine Bühne erhalten.

Projektgalerie mit Geschichten, Nachhaltigkeit und Kreativität

In der digitalen Projektgalerie erzählte jede Schule von der Historie ihrer Partnerschaften, präsentierte diverse Projekte und stellte die Pläne zu den von ENSA geförderten Begegnungs- und Anbahnungsreisen im Jahr 2022 vor. Es war eine Chance für die Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler von den Highlights und Herausforderung ihrer Zusammenarbeit zu berichten, aber auch sich Inspiration und gute Ideen bei anderen zu holen. Alle hatten anderes zu erzählen: Die einen starten mit den ersten Briefwechseln, andere planen Start-ups im Partnerland zu besuchen und dritte arbeiten über Grenzen hinweg an Theateraufführungen und Videoprojekten.

Vor allem die Schülerinnen und Schüler selbst berichten begeistert von zurückliegenden Aktionen und den geplanten Reisen. Zum Beispiel an der Integrierte Gesamtschule Zell (IGS) sind die Schülerinnen und Schüler stolz auf die kreativen Projekte, die sie zusammen mit den Jugendlichen des Centre Scolaire Catholique Saint Augustin Byumba, Ruanda, verwirklicht haben. Seit 2007 stehen die Schulen in Kontakt. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse haben die Schülerinnen und Schüler auch in künstlerische Formen gebracht und damit thematisch fokussierte Ausstellungen in beiden Ländern bestritten. Entstanden ist zum Beispiel die Kunstinstallation „Genozide und Holocaust“, bei der die Jugendlichen die Geschichte beider Länder aufbereitet haben.

Austausch mit Neugier und auf Augenhöhe

Unterdessen bereitet die Tansania-AG des Kurt-Huber-Gymnasiums Gräfelfing (KHG) sich auf den Besuch der Schülerinnen der Emmaberg Girls Secondary School aus Tansania vor, der im Sommer vorgesehen ist: Teilnahme am Unterricht, Besichtigung von Schloss Neuschwanstein und „Brezen“ essen sind schon fest vorgesehen. 2019 haben 13 der Jugendlichen Tansania besucht und gemeinsam zu den Fragen gearbeitet „Was machen wir gerne?“ und „Was sind unsere Träume, Wünsche und Ziele für unsere Zukunft?“. Daraus sind ein gemeinsames Videoprojekt und erste Ideen für den thematischen Schwerpunkt des anstehenden Gegenbesuches entstanden. Im Interview erzählen Schülerinnen der Tansania-AG, was sie auf der ENSA-Konferenz erlebt haben und was sie sich für den Gegenbesuch ihrer Partnerschule vorgenommen haben.

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Escape Game in Friedrichskoog

1. April 2022 - 10:32
Vier mysteriöse Kisten warten in der Seehundstation Friedrichskoog darauf, geöffnet zu werden. Foto: Artem Semikras

In der Seehundstation Friedrichskoog sind vier mysteriöse Kisten aus dem Wattenmeer aufgetaucht. Sie warten darauf, von Familien, Gruppen und Rätselfans geöffnet zu werden – aber vorher müssen noch ein paar Codes geknackt werden. In dem neuen Escape Game der Seehundstation und der Außenstelle Hamburg von Engagement Global werden Spürsinn und Forschergeist herausgefordert. Wissen über Meere, Wassertiere und das 14. der 17 Nachhaltigkeitsziele – Leben unter Wasser – sind Trumpf, um die Kisten vor Ablauf einer Stunde zu öffnen. Aber keine Sorge: Wer noch nicht alles weiß, der hat die Chance, es in der Seehundstation zu entdecken. Am Samstag, 23. April 2022, beginnt der Rätselspaß mit einer feierlichen Eröffnung.

Die Süd-Nord-Komponente von weltwärts

Das Escape Game konzipiert hat der Spieleentwickler Artem Semikras vom EscRoom – exklusiv für die Besucherinnen und Besucher der Seehundstation. Mit dem Rätselspiel wollen die Kooperationspartner, die Seehundstation Friedrichskoog und die Außenstelle Hamburg von Engagement Global, auf Themen rund um das 14. Ziel „Leben unter Wasser“ aufmerksam machen.

Die Vereinten Nationen haben am 25. September 2015 mit der Agenda 2030 und deren 17 Nachhaltigkeitszielen einen „Weltzukunftsvertrag“ geschlossen, der die Würde des Menschen, den Schutz des Planeten und weltweiten Frieden ermöglichen soll. Im Mittelpunkt des 14. Ziels steht, den Lebensraum Wasser vor Bedrohungen wie Klimawandel, Verschmutzung und Versauerung zu schützen.

Eine breite Auswahl an Informationen zu diesen Themen bietet die Seehundstation Friedrichskoog. Die Station ist die einzige autorisierte Aufnahmestelle für verlassen, erkrankt oder geschwächt aufgefundene Robben in Schleswig-Holstein. Besucherinnen und Besucher haben dort die Gelegenheit, die Tiere zu beobachten und auf spielerische Art mehr über ihren Lebensraum und ihre Lebensweise sowie Bedrohungen zu erfahren. Das Wissen über Plastik im Meer, Geisternetze und Überfischung das dort spielerisch gesammelt wird, kann bei dem entwicklungspolitischen Escape Game direkt angewendet werden.

Als Teil des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global fördert diese moderne Bildungsrallye zu Ziel 14 auch die kritische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen globaler Entwicklung und ermutigt zu Engagement für mehr Nachhaltigkeit. Die Außenstellen von Engagement Global führen das EBD-Programm dezentral durch, um entwicklungspolitisches Engagement auch regional und lokal dauerhaft zu verorten.

Spielstart in der Seehundsstation am 23. April 2022

Ab April 2022 können Familien und kleine Gruppen beim Besuch der Seehundstation ihre Spürnasen unter Beweis stellen und Neues über Meer und Tiere lernen. Am Samstag, 23. April 2022, startet der Rätselspaß. Wer die vier Spielstationen des Escape Games ausprobieren möchte, muss seine Gruppe vorab auf der Website der Seehundstationen anmelden. Fünf Gruppen haben am Eröffnungstag die Chance, die vier mysteriösen Kisten zu öffnen.

Wann: Samstag, 23.April 2022; Die Seehundstation ist geöffnet von 10 Uhr bis 18 Uhr

Programm:

  • 10:30 Uhr: Fütterung der Dauerhaltungstiere ansehen
  • 11:00 Uhr: Fütterung der Jungtiere ansehen
  • 11:30 Uhr: Eröffnungsworte
  • 12:30 Uhr: Spielstart erste Gruppe / insgesamt 5 Gruppen

Pressevertreterinnen und -vertreter können gerne jederzeit kommen

Eine Bildungsreferentin oder ein Bildungsreferent ist vor Ort und beantwortet Fragen rund um SDG 14

Spieldauer: 1 Stunde

Zielgruppe: Teilnehmen können kleine Gruppen und Familien. Spielbar ab zehn Jahren.

Anmeldung: Eine Anmeldung ist erforderlich und erfolgt über die Website der Seehundstation

Kontakt

Engagement Global
Außenstelle Mainz
aussenstelle.mainz@engagement-global.de

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Frieden und Menschenrechte verteidigen

23. März 2022 - 21:55
Frieden und Menschenrechte müssen verteidigt werden. Foto: pexels

Der Internationale Tag für das Recht auf Wahrheit über schwere Menschenrechtsverletzungen und für die Würde der Opfer am 24. März wurde 2010 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Das Ziel ist, auf Menschrechtsverletzungen aufmerksam zu machen und ihren Opfern zu gedenken. Gleichzeitig wird damit ins Bewusstsein gerufen, wie wichtig es ist, sich weltweit für Frieden und Menschenrechte einzusetzen. Diesem wichtigen Anliegen widmet sich auch ein Themendossier aus dem aktuellen Unterrichtsmaterial zum Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“. Denn Frieden und Menschenrechte zu verteidigen kann man lernen.

„Frieden, öffentliche Sicherheit und damit die Einhaltung von Menschenrechten sind nur dann verwirklicht, wenn sie gleichermaßen für alle Bevölkerungsgruppen gelten. Kriege und weltweite Ungerechtigkeiten führen uns immer wieder vor Augen, dass es hier noch viel zu tun gibt. Genau da setzt das Themendossier ‚Frieden und Menschenrechte verteidigen‘ an“, erklärt Wiebke Schwinger, Projektleitung beim Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik.

Themendossier „Frieden und Menschenrechte verteidigen“

Die Lerneinheit bereitet das entwicklungspolitische Themenfeld rund um Menschenrechte für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 13 umfassend und anwendungsbezogen auf, um zu verdeutlichen: Frieden, Rechtsstaatlichkeit und die Einhaltung der Menschenrechte sind die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung.

Die Jugendlichen können sich anhand des Materials mit der Wirksamkeit menschenrechtlicher Instrumente auf internationaler Ebene auseinandersetzen. So verschaffen sie sich zugleich auch einen Eindruck davon, wie zivilgesellschaftliche Organisationen und sie selbst auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen können. „Dadurch sollen die jungen Menschen nicht nur globale Zusammenhänge begreifen, sondern vor allem eigene Handlungsoptionen ausloten, sich die Frage stellen, was jede und jeder Einzelne tun kann, um allen Menschen zukünftig ein Leben in Würde zu sichern“, betont Wiebke Schwinger.

Mit dem Unterrichtsmaterial lernen Schülerinnen und Schüler die Bedeutung unterschiedlicher politischer Systeme und Strukturen für die Gestaltungsmöglichkeiten der Menschen einzuschätzen sowie die Relevanz von Good Governance für eine nachhaltige Entwicklung zu erkennen und zu bewerten. Es wird außerdem geübt, die Auswirkungen politisch-rechtlicher Maßnahmen auf verschiedene gesellschaftliche Gruppierungen zu analysieren. Das Material vertieft vorhandenes Wissen über die Bedeutung der Menschenrechte für die Verständigung im globalen Rahmen und bietet Informationen, wie zu ausgleichenden Konfliktlösungen beigetragen werden kann.

Dabei ist die Lerneinheit in ihrem Aufbau am Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung ausgerichtet sind nach dem Dreischritt Erkennen – Bewerten – Handeln gegliedert. Ergänzende Arbeitsblätter erleichtern Lehrkräften die Umsetzung der Erarbeitung des Themas im Unterricht.

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Ohne Wasser kein Leben

22. März 2022 - 17:47
Wasser ist wertvoll. Darauf macht auch Engagement Global aufmerksam. Foto: Ajaya Kumar Behera

Wasser ist lebenswichtig – nicht nur als Trinkwasser. Auch für Sanitärversorgung, Gesundheit und Umwelt ist die Ressource unverzichtbar. Und trotzdem haben circa zwei Milliarden Menschen weltweit keinen zuverlässigen Zugang zu Wasser. Zugleich wirken sich menschliches Handeln und Klimawandel negativ auf den Grundwasserstand aus. Deswegen steht der Wasseraktionstag am Dienstag, 22. März 2022, unter dem Motto „Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz“. Es soll deutlich gemacht werden, dass der Umgang mit Wasser ein anderer werden muss: Nicht nur muss Wasser für Menschen weltweit verlässlich zugänglich sein und die umfassende Versorgung sichergestellt werden, es braucht auch mehr Wertschätzung für diese wertvolle Ressource. Das Amandus-Abendroth-Gymnasiums und die Birla Highschool machen gemeinsam vor, wie schon ein nachhaltigerer Umgang mit Wasser gefördert werden kann.

Das Projekt „no water, no life - no water, no peace”

Die Schülerinnen und Schüler der zehnten und elften Jahrgangsstufe des Amandus-Abendroth-Gymnasiums in Cuxhaven haben sich in Zusammenarbeit und im Austausch mit der Birla Highschool, einer Partnerschule im indischen Kolkata, dem Thema Wasser gewidmet. Das Projekt „no water, no life - no water, no peace” wurde von den beiden Schulen partnerschaftlich und fächerübergreifend umgesetzt. Die Schülerinnen und Schüler schauten sich an, welche Rolle die Wasserversorgung für den Weltfrieden und die ungerechte Ressourcenverteilung spielt.

Durch die geographische Lage der beiden Orte Cuxhaven und Kolkata hatten die Schülerinnen und Schüler einen persönlichen Bezug zu dem Thema, der es ihnen ermöglichte, sich intensiv mit den unterschiedliche Perspektiven auf die Ressource Wasser, das Leben am Wasser und damit verbundenen Herausforderungen und Lösungsansätze auseinanderzusetzen. „Dabei ist die Idee, sich das Ganze global anzuschauen, in dem Fall mit Schwerpunkt Indien und Deutschland. Und zu überlegen: Was können wir denn regional tun? Was ist regional bei uns von Bedeutung?“, erklärte Lehrerin Dr. Katja Steinmetz.

Durch die Identifizierung mit der eigenen Lebenssituation reflektierten die Schülerinnen und Schüler zudem ihr eigenes Verhalten und wurden motiviert, sich für einen nachhaltigeren Umgang mit Wasser einzusetzen. „Ich habe im Kontakt mit den Indern und bei unserer wissenschaftlichen Arbeit unfassbar viel gelernt für mein persönliches Leben, aber auch über die Welt. Und das war wirklich eine beeindruckende und auch sehr schöne Erfahrung“, resümiert Schüler Christoph. Das Projekt wurde in der neunten Runde des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ mit dem NRO-Sonderpreis Christoffel-Blindenmission e.V. ausgezeichnet.

Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ wird von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten durchgeführt.

Data for Purpose mit dem ASA-Programm

Wasserversorgung ist auch für die Teilnehmende des ASA-Programmes ein Thema. Bei dem Projekt „Data for Purpose: Wirkungsanalyse für ein soziales Unternehmen im Wassermanagement durchführen“ von ASApreneur haben Studierende die Möglichkeit, die Kooperation zwischen dem Sozialunternehmen soulproducts GmbH und BORDA Zambia in Berlin und Sambia zu unterstützen. souldproducts stellt seit 2012 umweltschonend und fair produzierte Trinkflaschen her, während BORDA sich unter anderem für Umweltschutz durch integrierte Sanitärlösungen einsetzt.

Gemeinsam arbeiten sie daran, die Wasser- Sanitär- und Hygieneversorgung (WASH) sowie die Abfallinfrastruktur in einkommensschwachen Stadteilen in Lusaka (Sambia) zu verbessern und damit zusammenhängende Themen auf kreative Weise in Schulen zu etablieren – auch um zu einer langfristigen Verhaltensänderung im Bereich Hygiene beizutragen. In unter anderem der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Wirkungsanalysen lernen die Studierenden die Auswirkungen entwicklungspolitischen Engagements kennen.

Projekte bei ASApreneurs finden in Zusammenarbeit mit Unternehmen oder wirtschaftsnahen Organisationen statt. Im Fokus stehen verantwortliches unternehmerisches Handeln und Möglichkeiten, um sozial-ökologische Nachhaltigkeit in wirtschaftliche Prozesse zu integrieren. Die von ASA geförderten Teilnehmenden arbeiten mit Partnerinstitutionen in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Südosteuropa.

bengo: Wasser und Gesundheit

Der Wasseraktionstag soll aber nicht nur einen besseren Umgang mit der lebenswichtigen Ressource anregen, sondern dient auch dazu, in den Fokus zu rücken, dass mehr als 1,42 Milliarden Menschen in wasserarmen Gebieten leben. Wie auch die Corona-Pandemie deutlich gezeigt hat, wirken sich Versorgung und Zugang zu Wasser auch auf die Sanitär- und Hygienebedingungen und damit auch auf die Gesundheit aus.

„Die kleine Hilfsaktion e.V.“ will in Zusammenarbeit mit RainWater Cambodia dazu beitragen, die Gesundheitssituation im ländlichen Kambodscha zu verbessern. Dafür wurden WASH-Einrichtungen (Wasser- Sanitär- und Hygieneversorgung) in 28 kommunalen Gesundheitszentren nachgerüstet und modernisiert. Der Verein schätzt, dass davon jährlich 56.000 Patientinnen und Patienten profitieren werden. Das Projekt bietet dem Personal der Gesundheitszentren zudem Schulungen im Gesundheitsmanagement an und stellt der Bevölkerung Informationen zu Verfügung, die ihnen den Umgang mit den neuen WASH-Einrichtungen erleichtern soll. Im Interview auf dem Blog von Engagement Global erzählt Nadine Urbansky von Die kleine Hilfsaktion e.V. von der Umsetzung des Projekts in Kambodscha und weiteren Plänen für besseren Zugang zu Wasser, Sanitäreinrichtungen und Hygiene.

Gefördert wird das Projekt durch das Förderprogramm Private Träger, zu welchem bengo von Engagement Global berät. Bengo steht deutschen Nichtregierungsorganisationen (NRO) als Beratungsstelle für Fragen rund um die entwicklungspolitische Projektarbeit in Ländern des Globalen Südens zur Seite. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt den NRO zur Unterstützung dieser Arbeit Fördermittel bereit, die von Engagement Global verwaltet werden.

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Hinweis zum Krieg in der Ukraine

21. März 2022 - 15:49
Aktueller Hinweis zum Krieg in der Ukraine

Im Sinne von Ziel 16 „Frieden, Gerechtigkeit und Starke Institutionen“ fördern wir kommunales und zivilgesellschaftliches Engagement für eine friedliche und inklusive Gesellschaft. Der Krieg in der Ukraine betrifft auch viele unserer Partner, zum Beispiel der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, von weltwärts, dem ASA-Programm und dem Zivilen Friedensdienst, die sich mit uns gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft einsetzen und denen wir uns in diesen Tagen besonders verbunden fühlen.

Auf einer Sonderseite der SKEW finden Sie Informationen und Berichte zur aktuellen Situation in der Ukraine und den deutschen Partnerkommunen.

Zur Sonderseite der SKEW

Außerdem bietet das Bundesministerium des Inneren und für Heimat (BMI) mit dem Hilfe-Portal „Germany4Ukraine“ eine erste, digitale Anlaufstelle für Hilfesuchende an.

Zum Hilfe-Portal „Germany4Ukraine“ des BMI

Wenn Sie die Menschen aus der Ukraine unterstützen möchten, finden Sie zudem auf der Überblicksseite der Deutschen Stiftung für Ehrenamt und Engagement gebündelte Informationen und Anlaufstellen.

Zur Internetseite der Deutschen Stiftung für Ehrenamt und Engagement

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Aktueller Hinweis zum Krieg in der Ukraine

21. März 2022 - 15:49
Aktueller Hinweis zum Krieg in der Ukraine

Im Sinne von Ziel 16 „Frieden, Gerechtigkeit und Starke Institutionen“ fördern wir kommunales und zivilgesellschaftliches Engagement für eine friedliche und inklusive Gesellschaft. Der Krieg in der Ukraine betrifft auch viele unserer Partner, zum Beispiel der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, von weltwärts, dem ASA-Programm und dem Zivilen Friedensdienst, die sich mit uns gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft einsetzen und denen wir uns in diesen Tagen besonders verbunden fühlen.

Auf einer Sonderseite der SKEW finden Sie Informationen und Berichte zur aktuellen Situation in der Ukraine und den deutschen Partnerkommunen.

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Außerdem bietet das Bundesministerium des Inneren und für Heimat (BMI) mit dem Hilfe-Portal „Germany4Ukraine“ eine erste, digitale Anlaufstelle für Hilfesuchende an.

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Wenn Sie die Menschen aus der Ukraine unterstützen möchten, finden Sie zudem auf der Überblicksseite der Deutschen Stiftung für Ehrenamt und Engagement gebündelte Informationen und Anlaufstellen.

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Wiederverwertung statt Wegwerfen

18. März 2022 - 9:30
Recycling hautnah: ASA-Teilnehmende auf einer Mülldeponie bei Kumasi, Ghana. Foto: Recycle Up! Ghana

Wasser, Luft, Kohle, Gas, Öl und Mineralien sind natürliche Ressourcen, aber endlich. Deswegen müssen nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sichergestellt werden. Das forciert auch das 12. der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Mit den in der Agenda 2030 festgeschriebenen Zielen haben die Vereinten Nationen einen Weg in eine lebenswerte Zukunft aufgezeigt. Eine siebte Ressource, die maßgeblich dabei helfen kann, das Ziel 12 zu erreichen, ist recyceltes Gut. Weggeworfene Materialien – oder in anderen Worten „Müll“ – spielen im Einsatz gegen den Klimawandel, beim Erhalten der Natur und damit des Lebensraumes eine zentrale Rolle.

Jedes Jahr können nach Angaben der Global Recycling Foundation über 700 Millionen Tonnen CO2-Emissionen durch Recycling reduziert werden. Aus unbrauchbarem Müll wird nutzbarer Rohstoff, der dem Wirtschaftskreislauf wieder zugutekommt. Dies geschieht entweder durch Wiederverwendung in der ursprünglichen oder der stofflichen Form. Aber alleine die Plastikproduktion hat sich seit dem Jahr 2000 weltweit fast verdoppelt, wobei nur circa neun Prozent recycelt werden. Auch wenn Industrieländer als die größten Müllproduzenten erste Ansätze zur Verbesserung beschlossen haben – bestimmte Einwegprodukte zu verbieten oder höhere Quoten für das Recycling von Verpackungen festzulegen – ist es noch ein weiter Weg, um das erklärte Ziel zu erreichen. Dafür braucht es unter anderem auch das Bewusstsein und die Initiative der Zivilgesellschaft – etwas, für das sich schon die Jüngsten einsetzen.

Ohren auf fürs Recycling

Einige Jugendliche aus Westghana gehen einfallsreiche Wege, um die Herausforderungen und Chancen rund um Müll länderübergreifend ins Bewusstsein zu rufen: Mit dem Projekt „Action4CleanCommunities“ (A4CC). Über 500 Schülerinnen und Schülern aus fünf Communities nehmen an verschiedenen Workshops über Plastik, Abfallmanagement und Umweltschutz teil, bilden sich weiter und tauschen sich aus. Ihre Eindrücke und Diskussionen in den Seminaren werden für ein Radiomagazin aufgenommen und durch Inputs von Expertinnen und Experten ergänzt. So lernen nicht nur die Initiatorinnen und Initiatoren, sondern auch ein Radiopublikum über Grenzen hinweg. Denn das Projekt ist international angelegt: Die westghanischen Jugendlichen treten auch mit Gleichgesinnten aus anderen Kontinenten in Kontakt, erarbeiten gemeinsam Ideen und Lösungsätze sowie neues Material für die Radiosendung.

Die Idee zu dem Projekt kam von den westghanischen Kindern und Jugendlichen und ist Teil des globalen Nachhaltigkeitsprogramms von Theia International e.V.. Der Verein setzt die Initiative zusammen mit dem Children Parliament Ghana, zwei Schulteams und dem Radio Ghana um und wird dabei von der Außenstelle Düsseldorf von Engagement Global mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen über das Förderprogramm Auslandsprojekte NRW unterstützt. Das Ziel des Projektes ist es, durch Aufklärung über zum Beispiel die Schadstoffe in Plastikmaterialien, die Alternativen zum Wegwerfen von Müll oder nachhaltige Handlungsoptionen, ein Umdenken zu erreichen.

„Bee Sustainable“ mit ENSA

Engagiert für nachhaltigen Konsum sind auch die Schülerinnen und Schüler des Erich-Kästner-Gymnasiums Laatzen und der Muizenberg High School in Capetown, Südafrika, die sich gemeinsam auf die erste Anbahnungsreise zum Aufbau ihrer Schulpartnerschaft vorbereiten. Im Sommer 2022 wird die Gruppe südafrikanischer Jugendlicher die Schule in der Region Hannover besuchen. Voraus geht dieser Reise ein intensiver Austausch und fachliche Auseinandersetzung mit ausgewählten Aspekten der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Im Zentrum der Schulpartnerschaft sollen unter anderem Konsum, Klimawandel und Ernährung stehen und mit einem Projekt über Bienen bei der anstehenden Anbahnungsreise greifbar gemacht werden. Wild- und Honigbienen sind relevant für Ernährung wie Landwirtschaft. Sie liefern einen natürlichen Rohstoff, den die Schülerinnen und Schüler zu nutzen wissen. Neben dem ökologischen Umgang lernen die Jugendlichen auch ökonomisch mit Ressourcen zu haushalten: In einer selbst gegründeten Firma wollen sie Bienenprodukte aus eigener Produktion verkaufen. Weiterverarbeitung leichtgemacht.

Das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm (ENSA) fördert internationale Schulpartnerschaften zwischen Schulen aus Deutschland und Schulen aus Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa. Teilnehmende Schulen werden dabei durch ein pädagogisches Begleitprogramm und finanzielle Mittel unterstützt.

Abfallbewusstsein mit dem ASA-Programm

Ebenfalls für Recycling setzten sich die Teilnehmenden eines ASAPreneur basis Projektes ein: „Umwelt- und Abfallbewusstsein sowie soziales Unternehmertum für junge Menschen unterstützen“. Zusammen mit der Nichtregierungsorganisation (NRO) Up! e.V. in Leipzig und der Organisation Recycle up! Ghana in Kumasi schärfen die Studierenden die Aufmerksamkeit für die weltweite Abfallproblematik. Das Ziel des Projektes ist, wie Goodlet Owusu Ansah von Recycle Up! Ghana erzählt, die nächste Generation von „environmental change makers“ zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, zu kommunalen Botschafterinnen und Botschaftern zu werden.

Dies geschieht zum einen durch Kampagnen in den sozialen Medien und zum anderen, indem landesweite Unterrichtseinheiten konzipiert und vor Ort für Lehrkräfte wie Schülerinnen und Schüler durchgeführt werden. Ein weiterer Ansatz des Projektes ist, junge Unternehmerinnen und Unternehmer mit nachhaltigen Geschäftsideen unter anderem durch Coachings und Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Die ehemalige Teilnehmende Clara erzählt: „Ich habe thematisch wie methodisch viel von meinen Kolleginnen und Kollegen lernen dürfen. Besonders mit Blick auf das (bilaterale) Projektmanagement und der Partizipation von Ehrenamtlichen wurde mir deutlich, wie wichtig Kommunikation, Perspektivwechsel und Flexibilität dafür sind.

Projekte bei ASApreneurs finden in Zusammenarbeit mit Unternehmen oder wirtschaftsnahen Organisationen statt. Im Fokus stehen verantwortliches unternehmerisches Handeln und Möglichkeiten, um sozial-ökologische Nachhaltigkeit in wirtschaftliche Prozesse zu integrieren. Die von ASA geförderten Teilnehmenden arbeiten mit Partnerinstitutionen in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Südosteuropa.

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