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Aktuelle Meldungen der Engagement Global gGmbH - Service für Entwicklungsinitiativen
Aktualisiert: vor 4 Stunden 16 Minuten

Gratulation: 40 Jahre erfolgreich Expertise vermittelt

31. Januar 2023 - 12:18
Der Senior Experten Service feiert heute seinen 40. Geburtstag. Foto: SES

Seit 40 Jahren vermittelt der SES Fach- und Führungskräfte, die ehrenamtlich ihre Fachkenntnisse im Dienste der Entwicklung weitergeben. Es begann 1983 mit rund 800 Experten und Expertinnen im Ruhestand, heute arbeiten fast 13.000 Fachleute aus allen Branchen für den SES – auch Menschen, die noch mitten im Berufsleben stehen oder wie bei Team works! ihr Berufsleben gerade begonnen haben. Das Besondere: Der SES tritt nur auf Nachfrage in Aktion.

Jung geblieben

Seine Kompetenzen und Erfahrungen hat der SES auch in die Kooperation mit Engagement Global beim Deutsch-Afrikanischen Jugendwerk (DAJW) eingebracht. Seit 2021 fördert das DAJW den Austausch zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern. Der SES unterstützt dabei die Programmlinie Team works! Für Team works! bilden junge und erfahrene Fachkräfte ein Tandem. Den jungen afrikanischen Fachkräften wird ein vierwöchiger Einsatz bei Unternehmen oder Organisationen in Deutschland, den jungen deutschen Fachkräften ein vierwöchiger Einsatz in einem afrikanischen Land ermöglicht. In beiden Fällen begleiten erfahrene Profis des SES die jungen Fachkräfte. Von diesen Einsätzen profitieren die beteiligten Fachkräfte ebenso wie die Einsatzstellen.

Mit team works! hat der SES seine Fähigkeit gezeigt, Herausforderungen zukunftsorientiert und konstruktiv aufzugreifen. Das soll auch zukünftig so bleiben: Anlässlich des Jubiläums erläutert SES-Chef Dr. Michael Blank, dass ein Programm angedacht ist, um auswärtige Fach- und Arbeitskräfte bei der Eingewöhnung ins deutsche Arbeitsleben zu unterstützen.

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Nachhaltiges Handeln in der Wirtschaft

26. Januar 2023 - 14:02

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) können nur erreicht werden, wenn alle mitarbeiten: Staaten, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und jede und jeder Einzelne. Die Nachhaltigkeitsziele auch in die Wirtschaft zu tragen, ist das Ziel dreier Kooperationen von Engagement Global.

17 Ziele im Supermarkt

Die Außenstelle Düsseldorf von Engagement Global betreibt gleich zwei solcher Wirtschaftskooperationen: eine mit der Rewe Group West und eine mit dem Schokoladenmuseum Köln. Ziel der Zusammenarbeit mit Rewe ist es, möglichst viele Mitarbeitende des Unternehmens durch Inputs rund um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung dabei zu unterstützen, nachhaltige Projekte in ihren Märkten mitzugestalten und umzusetzen. Deshalb hatten interessierte Mitarbeitende im September und November 2022 die Möglichkeit, an sogenannten Zukunftswerkstätten teilzunehmen. Gemeinsam mit der Außenstelle Düsseldorf haben sie Bereiche identifiziert, die nachhaltiger werden sollen und Maßnahme erarbeitet, um den anvisierten Zielen näher zu kommen. Dabei kamen Ideen zur Müllvermeidung oder Lebensmittel-Wiederverwertung auf. Aber auch soziale Nachhaltigkeit ist den Mitarbeitenden wichtig, weshalb sie sich verstärkt für einen wertschätzenden Umgang miteinander einsetzen wollen. An den Zukunftswerkstätten haben Mitarbeitende aller Funktionsebenen teilgenommen – vom Auszubildenden bis zur Marktleiterin.

Fairer Handel mit Kakao

Mit dem Schokoladenmuseum Köln setzt die Außenstelle Düsseldorf seit 2019 mehrere Projekte rund um das Thema fairer Kakao um. Dazu gehören Informations- und Aktionsstände bei der jährlich stattfindenden Woche der Nachhaltigkeit des Schokoladenmuseums, aber auch Workshops für Mitarbeitende zu fairem Handel und anderen entwicklungspolitischen Themen. Aktuell werden etwa Mitarbeitende des Museums als SDG-Scouts ausgebildet. Hintergrund ist, dass die Ausstellung umstrukturiert und mit Informationen rund um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung angereichert werden soll. Ihre Zertifikate erhalten die angehenden Scouts am 27. März 2023 und die Neueröffnung der Ausstellung ist für den 30. März 2023 geplant.

Ein weiteres Projekt ist die Podcast-Reihe Chocolate Stories. In sechs Folgen unterhält sich Moderatorin Marika Liebsch mit Expertinnen und Experten über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Kakaos sowie die sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekte entlang der Lieferkette von Schokolade.

Nachhaltigkeit in der Automobilproduktion

Die Außenstelle Leipzig betreibt seit 2022 eine Kooperation mit dem Verband der Wirtschaft Thüringen und der MDC Power GmbH in Kölleda. An fünf Seminartagen erfahren die Auszubildenden der MDC Power GmbH – einem Automobilzulieferer – einiges über globale Zusammenhänge und lernen, wie sie privat und beruflich nachhaltiger handeln können. Nachhaltigeres Handeln in der Wirtschaft gelingt zum Beispiel durch die Verwendung ressourcenschonender Materialien oder die Umstellung auf Kreislaufsysteme. Die Außenstelle Leipzig vermittelte den Auszubildenden auch, welche Herausforderungen beim Abbau von Rohstoffen wie Kobalt oder Lithium auftreten und welche Probleme mit der Enteignung von Land einhergehen.

Geplant ist, die Seminarreihe mit weiteren Ausbildungsjahrgängen fortzuführen und auch mit weiteren in Mitteleutschland Unternehmen umzusetzen.

Die Kooperationen werden im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) umgesetzt. Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen.

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Bildung unterstützen

23. Januar 2023 - 16:21
Mit ENSA-Partnerschaftsprojekten nachhaltige Entwicklung und Bildung stärken. Foto: Sarah Larissa Heuser

Der Zugang zu Bildung kann durch viele Barrieren blockiert sein. Der sozioökonomische Hintergrund, der Zustand der Infrastruktur im Heimatland ebenso wie politische Rahmenbedingungen können den Schulbesuch erschweren. Weiter verschärft werden solche Herausforderungen durch Kriege oder Krisen wie die Corona-Pandemie. Um das Ziel 4 „Hochwertige Bildung“ der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen, ist es wichtig, die Barrieren zu identifizieren und weltweit gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Bildung für alle

Diesem Ziel 4 ist auch das Themendossier „Bildung für alle“ aus dem Unterrichtsmaterial zur zehnten Runde des Schulwettbewerbs gewidmet. Lehrerinnen und Lehrer finden dort Materialien, um Kindern von der ersten bis zur sechsten Klasse viele Aspekte rund um das vierte SDG näher zu bringen. Das Dossier enthält Vorschläge, wie Kinder zu „Barriere-Detektiven“ werden können. Zur Verfügung stehen dafür Rechercheaufgaben zu Bildungsthemen und Gedankenexperimente, um die Erfahrungen während der Corona-Pandemie zu reflektieren. Außerdem werden Möglichkeiten präsentiert, wie gesammeltes Faktenwissen weiter vertieft werden kann. Ein Vorschlag ist, eine Bildungskonferenz zu simulieren, in der die Schülerinnen und Schüler in Führungsrollen schlüpfen, gemeinsam aktuelle Anliegen diskutieren und Lösungen entwickeln.

Auf diese Weise lernen die Kinder Bildungsbarrieren aber auch neue Perspektiven kennen und arbeiten zudem gemeinsam an alltagsnahen Handlungsmöglichkeiten. Im Dossier sind außerdem noch unter anderem Nachhilfeangebote, Demonstrationen oder Informationskampagnen als umsetzbare Projekte für Schülerinnen und Schüler vorgeschlagen. Auch der Tag der Bildung am 24. Januar lenkt die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung von Bildung und die Handlungsmöglichkeiten der Einzelnen, sich für sie einzusetzen.

Lehrkräfte können das Themendossier „Bildung für alle“ zusammen mit weiteren Unterrichtsmaterialien von der Website des Schulwettbewerbs herunterladen oder kostenfrei bestellen. Ein ergänzendes Quiz dient der Lernerfolgskontrolle. Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ wird von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten durchgeführt.

Mit dem Klimawandel lernen

Neben dem Abbau vom Bildungsbarrieren ist es auch ein wichtiges Anliegen, das Wissen um nachhaltige Entwicklung zu stärken. Denn Bildung ist nicht nur ein Ziel der Agenda 2030, sondern auch ein Baustein zur Erreichung weiterer Ziele wie „Keine Armut“, „Gesundheit und Wohlergehen“ oder „Weniger Ungleichheit“. Dass Bildung auch in Bezug auf Umwelt- und Klimaschutz von großer Bedeutung ist, wollen auch das Martin-Pollich-Gymnasium in Mellrichstadt und die „Southern Cross Schools“ in Hoedspruit (Südafrika) ihren Schülerinnen und Schülern vermitteln. In den Mittelpunkt ihrer von ENSA geförderten Begegnungsreise im Juli 2022 haben sie darum Informationsbeschaffung und -verarbeitung von Klimadaten gestellt. Das Thema der Begegnung war: Mit dem Klimawandel lernen – ein Schritt in Richtung Resilienz und Nachhaltigkeit.

Bei der Reise der südafrikanischen Schülerinnen und Schüler nach Mellrichstadt verglichen die Kinder und Jugendlichen unter anderem Klimadiagramme, sammelten Informationen zu Klimaveränderungen und recherchierten damit zusammenhänge landwirtschaftlichen Auswirkungen. Außerdem arbeiteten sie gemeinsam im Biosphärenreservat Rhön mit, wo sie sich auf wissenschaftlicher Basis mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzen – und lernten, wie sie sich gemeinsam und in ihren Ländern engagieren können.

Das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm (ENSA) fördert internationale Schulpartnerschaften zwischen Schulen aus Deutschland und Schulen aus Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa. Teilnehmende Schulen werden dabei durch ein pädagogisches Begleitprogramm und finanzielle Mittel unterstützt.

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Informieren über Teams up!

23. Januar 2023 - 14:35
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Wie den Frieden in Karisia sichern?

20. Januar 2023 - 13:08
Einen Plan für Frieden entwickeln. Foto: Engagement Global

Wie kann Frieden gesichert werden, wenn ein Konflikt zwischen ethnischen Gruppen schwelt und eine notleidende Bevölkerung dringend Hilfe benötigt? Wer kann Unterstützung bieten, wenn im Land Anschläge verübt werden und die Handlungsmöglichkeiten aller Akteure einschränkt sind? Mit diesen Fragen haben sich Studierende der Universität Potsdam in einem Seminar zum Thema internationale Entwicklungspolitik auseinandergesetzt. Zum Einsatz kam dabei das Spiel „Friedenssicherung in Karisia“.

Das Planspiel zur internationalen Entwicklungszusammenarbeit wurde im Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) entwickelt. Spielerinnen und Spieler nehmen dabei die Rolle lokaler Autoritäten, von Nothilfe- und Entwicklungsorganisationen und der Bundeswehr ein. Gemeinsam werden dann Strategien entwickelt und durchgespielt, die eine nachhaltige Entwicklung in der Region unterstützen könnten.

Entwicklungspolitische Perspektiven kennenlernen

Die Außenstelle Berlin von Engagement Global hatte Studierende der Universität Potsdam am 18. Januar 2023 dazu eingeladen, ihre Erkenntnisse aus dem Seminar „Internationale Entwicklungspolitik“ von Dr. Elena Sondermann zu vertiefen. Dabei lernten sie verschiedenen Positionen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit kennen und die Komplexität des Handlungsfeldes besser verstehen.

Als Spielerinnen und Spieler machten sie die Erfahrung, dass es intensive Absprache unter den Gruppen und ein hohes Maß an Koordinationsgeschick braucht, um erfolgreich agieren zu können. Besonders die Personen, die als Hilfsorganisationen agierten, stießen im Verlauf des Spiels auf Herausforderungen. Sie nannten unter anderem die Konkurrenz um Spendengelder und fehlende Handlungsoptionen unter bestimmten Bedingungen als Schwierigkeiten, denen sie begegnet sind.

Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen.

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ASA-Bewerbungsfrist bis zum 25. Januar verlängert

19. Januar 2023 - 16:10
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Kinder stärken, Kinder schützen

5. Januar 2023 - 14:31
Sternensinger bei Engagement Global. Foto: Engagement Global/Sarah Josef

Kinder engagieren sich für Kinder: Seit 1959 findet die Aktion „Dreikönigssingen“ in Deutschland statt. Als drei Könige verkleidet ziehen Jugendgruppen durch die Gemeinden, erfreuen Zuhörende mit ihrem Gesang und sammeln für wohltätige Zwecke. Am 5. Januar 2023 machten drei Sternsinger der Pfarrgemeinde Bonn-Süd bei Engagement Global in der Friedrich-Ebert-Allee halt. Vor einem Teil der Belegschaft trugen Fynn, Thomas und Justus gekonnt das Lied „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ vor und sammelten Spenden für Kinderschutz-Projekte ein.

Jedes Jahr stehen ein Thema und ein regionales Beispielprojekt im Fokus des Dreikönigssingens. 2023 ist unter dem Motto „Kinder stärken, Kinder schützen – in Indonesien und weltweit“ der Scheinwerfer auf die ALIT-Stiftung gerichtet. Die indonesische Organisation bietet Kindern in Not Unterstützung und macht sich auch politisch und überregional für strukturelle Verbesserungen im Kinderschutz stark. Das Spendengeld, das beim Dreikönigssingen gesammelt wird, kommt Projekten von Organisationen wie dieser und damit Kindern weltweit zugute.

Rund 20 Kinder aus der Pfarrgemeinde Bonn-Süd beteiligten sich neben Fynn, Thomas und Justus in diesem Jahr an der Aktion.

Getragen wird das Dreikönigssingen vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

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Geschichte von Flucht und Hoffnung

16. Dezember 2022 - 10:15

Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ zeichnet Projekte aus, die auf eine faire, nachhaltige und zukunftsfähige Welt einzahlen. Wenn die Schülerinnen und Schüler in ihrem Wettbewerbsbeitrag zudem die Perspektive von Menschen im Globalen Süden in besonderem Maße einbeziehen, können sie sich den Sonderpreis „Hoffnungsträger“ sichern, der von den zivilgesellschaftlichen Partnern des Wettbewerbs vergeben wird. In der zehnten Runde des Schulwettbewerbs gelang dies der fünften Klasse der Realschule im Kreuzviertel in Münster.

Bei ihrem Projekt „‘Hum yajrun!‘ Akim und sein Bruder rennen... Eine Geschichte von Flucht und Hoffnung und was wir damit zu tun haben… Bilderbuchkino mit Theaterszenen und Augenzeugenberichten“ setzten die Fünftklässlerinnen und -klässler fiktive Geschichten aus Werken, die sie im Unterricht gelesen haben, kreativ in Szene und brachten eigene Erfahrungen mit ein. Mitschülerinnen und Mitschüler aus Syrien, Afghanistan und dem Irak berichteten von ihren Erlebnissen. Die Kinder sprachen alle gemeinsam über ihre Ängste und Hoffnungen und lernten, dass es jenseits ihrer eigenen Sicht noch andere Perspektiven gibt.

Für das Projekt interviewten sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig, filmten Antworten und hielten Erzähltes als gezeichnete Bildergeschichten fest. Auch Rollenspiele wurden genutzt, um Erlebtes darzustellen und die Ängste und Hoffnungen der Klasse auszudrücken. Die Kinder filmten all diese Elemente und fügten sie am Ende zu einem Film zusammen, der Themen rund um Flucht und Migration für andere erfahrbar macht.

Tag der Migrantinnen und Migranten

Was die Schulwettbewerbsgewinnerinnen und -gewinner während der Arbeit an ihrem Projekt erreicht haben, ist auch das Ziel des Internationalen Tags der Migrantinnen und Migranten: Bewusstsein für die Hintergründe, Erfahrungen und den Alltag von Menschen mit Migrationsgeschichte schaffen. Jedes Jahr am 18. Dezember soll dieser Tag daran erinnern, dass menschliche Mobilität über ländergrenzen hinweg viele Gründe haben kann und Vielfalt sowie internationaler Austausch von unschätzbarem Wert für die Gesellschaft sind.

Zusätzlich zu persönlichen Herausforderungen, die etwa durch kriegsbedingte Flucht entstehen oder ohnehin bei der Eingewöhnung in ein neues Land auftreten, sind Migrantinnen und Migranten oft auch konfrontiert mit Schwierigkeiten, die sich vor allem aus Vorurteilen oder Fehlinformationen speisen. Der Internationale Tag dient daher auch dazu, diesem Problem mit Bildungs- und Informationsarbeit entgegenzuwirken. Oder, wie es der dreizehnjährige Asmehan formuliert: „Dafür sorgen, dass es nicht so viel Hass auf der Welt gibt, und dass man das auch mit Worten klären kann, nicht mit Gewalt, weil ich finde, jeder sollte sein oder ihr Leben schön leben“. Asmehan ist Schüler der 5. Klasse in der Realschule im Kreuzviertel. Diese Klasse entwickelte einen Bilderbuchfilm aus gezeichneten Bildern, gefilmten Theaterszenen und Augenzeugenberichten und wurde für dieses Projekt ausgezeichnet.

Was haben wir damit zu tun?

„Die Klasse hat mit dem Projekt gelernt, dass wir hier in Münster etwas mit der Geschichte von Flucht und Hoffnung zu tun haben. Auch Schülerinnen und Schüler an unserer Schule haben schmerzhafte Fluchterfahrungen gemacht und zum Ausdruck gebracht, wie froh sie sind, in Frieden und Freiheit zu leben“, berichtet Klassenlehrerin Christiane Schulte-Renneberg.

Im Zuge des Projektes lernten die Kinder auch die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung kennen. Das half ihnen Zusammenhänge zu verstehen und zu begreifen, dass Menschen weltweit sich einsetzen müssen, wenn es eine gerechtere Zukunft geben soll. Als zum Ende des Projektes der Ukraine-Krieg ausbrach, beteiligten sich die Schülerinnen und Schüler an einem Friedensmarsch in Münster. Auch diese Aktion fand Eingang in den Projektfilm.

Besonders beeindruckte die Jury des Schulwettbewerbes, dass die Erkenntnisse aus dem Projekt so schnell in Handeln mündeten. So wurde der Beitrag der Münsteraner Realschule zum Preisträger der zehnten Runde von „alle für EINE WELT für alle“ und hat den NRO-Sonderpreis der Johanniter-Auslandshilfe in Kategorie 2 (Klassen 5-7) gewonnen.

Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ wird von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten durchgeführt.

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Den Einsatz für Menschenrechte förder

12. Dezember 2022 - 11:17
Jeder Mensch hat Rechte. Foto: Unsplash

Am 10. Dezember ist der Internationale Tag der Menschenrechte. Zu diesen Rechten gehören bürgerliche und politische Freiheits- und Beteiligungsrechte, aber auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, wie das Recht auf Arbeit oder Gesundheit. Der Gedenktag ruft in Erinnerung, dass die Einhaltung dieser Rechte auch im 21. Jahrhundert noch nicht selbstverständlich ist. Das gilt zum Beispiel für die Textindustrie.

Mit der Veranstaltung „Textilproduktion in Kambodscha und im Globalen Süden“, die im Sommer 2022 in Braunschweig stattfand, machte der Verein Sahakom e.V. auf die Hintergründe und Folgen der Produktion von billiger Kleidung und auf die oftmals damit einhergehenden verheerenden Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzung aufmerksam.

Die Referentin Lisa Ramershoven von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) informierte die Teilnehmenden über die gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Textilindustrie in Kambodscha, der Region Südostasien und weltweit. Sie zeigte auf, wie einzelne Akteure, Herausforderungen und Lösungsansätze zusammenhängen. Im Anschluss an den fachlichen Input bot die Veranstaltung Raum, um Fragen zu stellen und Lösungsansätze zu erörtern.

Der gemeinnützige Verein Sahakom e.V. wurde von ehemaligen weltwärts-Freiwilligen gegründet und unterstützt die Aktivitäten im Bereich der schulischen und beruflichen Bildung der kambodschanischen Nichtregierungsorganisation New Future for Children (NFC). Gemeinsam setzen sich beide Initiativen für einen verstärkten Süd-Nord-Freiwilligenaustausch ein. Sahakom e.V. bietet darüber hinaus in Deutschland regelmäßig Informations- und Bildungsveranstaltungen zu Themen mit Bezug zu Kambodscha an, um ein differenziertes Bild von dem südostasiatischen Land zu vermitteln und zu Perspektivwechseln anzuregen.

Die Veranstaltung „Textilproduktion in Kambodscha und im Globalen Süden“ wurde vom Aktionsgruppenprogramm (AGP) von Engagement Global unterstützt. AGP fördert kleine Projekte der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit, die von Schulen, Kindertagesstätten oder Vereinen durchgeführt werden mit bis zu 2.000 Euro. Bei den Projekten wird stets die Frage gestellt „Was habe ich damit zu tun?“ und aufgezeigt, wie sich jede und jeder Einzelne aktiv für eine gerechte Welt einsetzen kann.

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Frauen kämpfen für Veränderung

9. Dezember 2022 - 10:00
Podiumsgespräch über den Freiheitskampf im Iran. Foto: Engagement Global

In der Kunsthalle Göppingen sind derzeit Werke der in Deutschland lebenden iranischen Künstlerin Parastou Forouhar zu sehen. Auf den ersten Blick sind es harmonische Ornamente, die erst bei näherer Betrachtung den Blick auf Gewalt lenken und neben der Schönheit eine rigide Ordnung erkennen lassen. Ein paar Kilometer weiter, in der Evangelischen Akademie Bad Boll, wird die Ausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ gezeigt. Die ausgestellten Karikaturen beschäftigen sich kritisch und humoristisch mit Themen rund um Flucht und Migration.

Das sind nur zwei Beispiele wie Kunst zu einer politischen Ausdrucksform werden kann. Passend zum Kontext dieser Ausstellungen fand am 7. Dezember 2022 die Veranstaltung „Blickpunkt Iran: Frauen kämpfen für Veränderung“ in der Kunsthalle Göppingen statt. Nach einer thematischen Einführung durch Dr. Melanie Ardjah, Direktorin der Kunsthalle, startete ein moderiertes Podiumsgespräch. Die Juristin und Politologin Raze Baziani und der Literaturwissenschaftlerin Maryam Aras sprachen über die Lebensbedingungen im Iran und die Ziele der Protestbewegung.

Eine zentrale Frage des Abends war, wie sich die Lebensbedingungen im Iran ändern müssen, damit auch diskriminierte Gruppen sicher und frei in dem Land leben können.

Was muss sich ändern?

Die Literaturwissenschaftlerin Maryam Aras warnte zu Beginn der Podiumsdiskussion davor, die aktuelle Bewegung als eine „Kopftuchrevolution“ zu bezeichnen: „Das Kopftuch ist lediglich ein Symbol. Es geht in Wirklichkeit um viel, viel mehr.“ Sie erläuterte die strukturellen Probleme des Regimes, dass neben Frauen auch ethnische Minderheiten diskriminiere. Auch diese würden sich aktiv an den Protesten beteiligen – unabhängig von religiösen, ethnischen und klassizistischen Unterschieden. Was sich nun Bahn bricht, sei eine breite Solidarisierung in der ganzen Gesellschaft und der Wunsch „dass die Islamische Republik verschwinde“.

Beide Referentinnen werden häufig gefragt, wie ein gerechtes und demokratisches System im Iran aussehen könne. Auf dem Podium betonten sie, dass es darauf noch keine Antwort gebe. Vielmehr sei es ein Prozess – eine Frage, die ausgehandelt werden müsse. Raze Baziani, Kurdin und selbst mit vier Jahren nach Deutschland geflohen, benennt als Kernfrage: „Wie wollen wir als Gesellschaft verwaltet und regiert werden?“

Es werden darum momentan auch keine Personen in den Vordergrund der Bewegung gestellt, erläutern die Expertinnen. Zentral sei die politische Idee, um die es geht. Die Bewegung im Iran möchte Selbstbestimmung und Demokratie und sie möchte sie alleine aufstellen, ohne Einwirkung von außen. Die Hoffnungen richten sich nun darauf, so Maryam Aras, dass die Paramilitärs weiter ermüden und gegen den starken Widerstand nicht ankommt.

Was kann von Deutschland aus getan werden?

Den Rat der Referentinnen an das Publikum auf die Frage, wie von Deutschland aus unterstützt werden kann ist, sich solidarisch zu zeigen. Das Interesse müsse bestehen bleiben. Darum gilt es, Bühnen für Betroffene zu schaffen und ihnen zuzuhören. Es helfe, Petitionen zu unterschreiben. Wichtig sei es aber auch, die eigenen Annahmen zu hinterfragen. Dazu gehört auch, sich bewusst zu machen, dass der Protest im Iran nicht um eine Kleiderordnung gehe. Vielmehr ziele die Bewegung auf die Veränderung des gesellschaftlichen und politischen Systems.

Die Veranstaltung wurde organisiert von der Außenstelle Stuttgart von Engagement Global, der Evangelischen Akademie Bad Boll, Pro Ökumene – Initiative in Württemberg e.V. und dem Forum der Kulturen.

Die thematisch passende Karikaturenausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ ist ein Angebot der Außenstelle Stuttgart in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Bad Boll im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD). Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen.

Ansprechperson

Für Nachfragen zu der Veranstaltung

Außenstelle Berlin
Lützowufer 6
10785 Berlin
aussenstelle.berlin@engagement-global.de

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Soziale Sicherung statt Armut

8. Dezember 2022 - 12:35
Dr. Markus Loewe und Silas Theile sprechen über soziale Sicherung. Foto: Sabine Schepp

Alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen einigten sich im September 2015 auf die Agenda mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG). Sie bildet ein Rahmenwerk für ökologische, soziale und ökonomische Aspekte der nachhaltigen Entwicklung, an der sich die Weltgemeinschaft orientieren kann. Das erste Ziel ist „Armut in allen ihren Formen und überall beenden“.

Auf dem Weg zu diesem Ziel, ist es ein großer Schritt, arme und besonders gefährdete Menschen sozial abzusichern. Diesem Teilaspekt des SDG 1 widmet sich die diesjährige Ausgabe der Ringvorlesung „Transformation unserer Welt – Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“. Unter dem Titel „Soziale Sicherung – weltweit nachhaltig gerecht“ stellten Fachleute an vier Terminen unterschiedliche Perspektiven auf das Thema vor.

Organisiert wurde die Reihe, die in der Berliner Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) stattgefunden hat, von der Außenstelle Berlin von Engagement Global in Kooperation mit der GIZ und der Alice Salomon Hochschule Berlin. Die Abschlussveranstaltung am 5. Dezember 2022 blickte auf die Auswirkungen aktueller Krisen auf soziale Sicherungssysteme.

Herausforderungen und Potenziale sozialer Sicherung

In Krisenzeiten wird besonders sichtbar, wie sehr strukturelle Unterstützung in einer Gesellschaft notwendig ist. Wie soziale Sicherungssysteme im Umgang mit der Corona-Pandemie, dem Klimawandel sowie Flucht und Migration helfen können, stand im Mittelpunkt der Vorträge von Dr. Markus Loewe vom German Institute of Development and Sustainability (IDOS) und Silas Theile von der GIZ.

In seinem Input erläuterte Dr. Markus Loewe am Beispiel der Corona-Pandemie, wie schnell sich aus einer Krise weitere Krisen entwickeln können – wie etwa zunehmende Arbeitslosigkeit und ein erhöhtes Armutsrisiko. Bestehen aber bereits Strukturen für eine soziale Basisversorgung, können negative Auswirkungen abgefedert werden. Darum sei es wichtig, frühzeitig etwa eine Infrastruktur für Hilfsleistungen aufzubauen und bestehende Sozialprogramme aufzustocken.

Silas Theile, der Berater im Sektorvorhaben Soziale Sicherung ist, verwies ebenfalls darauf, dass feste institutionelle Strukturen für eine soziale Grundversorgung essenziell seien. Er bezog sich vor allem auf einen sicheren Zugang zu finanziellen Hilfen. Kambodscha etwa habe ein entsprechendes Zahlungssystem entwickelt, das der Bevölkerung in Krisenzeiten zugutekomme.

„Wenn man das System einmal hat, kann man es auch in anderen Krisen einsetzen“, so Silas Theile. Er legte in seinem Vortrag dar, dass viele Staaten bereits um den Aufbau sozialer Sicherungssysteme bemüht sind. Der Erfolg sei allerdings stark von finanziellen Mitteln abhängig. So erreichten Covid-19-Sozialleistungen in der Bevölkerung von einkommensstarken Ländern 44 Prozent, in Staaten mit mittlerem Einkommen 25 Prozent und in Staaten mit niedrigem Einkommen nur 8 Prozent der Bedürftigen.

Verschiedene Perspektiven auf soziale Sicherung

Die beiden Fachleute boten den Zuhörenden mit ihren Inputs zahlreiche Anknüpfungspunkte an die vorherigen Vorlesungstermine. Wie wichtig es etwa ist, soziale Sicherung im internationalen Vergleich zu betrachten, war bereits am 21. November 2022 Thema. Gestartet war die Reihe am 7. November 2022 mit der Frage, welchen Beitrag nachhaltige Entwicklung zu sozialer Sicherung leisten kann. Am 14. November 2022 wurden feministische und intersektionale Perspektiven in den Blick genommen.

Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen.

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Networking in Accra: Workshop zur Zukunft des DAJW

6. Dezember 2022 - 10:39
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Förderprogramme des Landes NRW

5. Dezember 2022 - 16:21

Die Staatskanzlei NRW (Nordrhein-Westfalen) und die Außenstelle Düsseldorf von Engagement Global betreuen in Zusammenarbeit mehrere entwicklungspolitische Förderprogramme. Hilfe bei der Antragstellung sowie bei der Durchführung und Abwicklung der Programme bietet die Außenstelle Düsseldorf.

Die NRW Förderprogramme richten sich an alle entwicklungspolitisch aktiven und interessierten Gruppen, Netzwerke und Einzelpersonen sowie an die breite Öffentlichkeit im Land NRW. Zu den Zielgruppen der entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit in Deutschland gehören Medienschaffende, junge Berufstätige, Handwerksunternehmen und Betriebsinhaber, Kammern und Verbände, Migrantinnen und Migranten und migrantische Organisationen, entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen (NRO) sowie Politik und Verwaltung auf Landes- und kommunaler Ebene.

Mit ihren Aktivitäten im Bereich der kommunalen Entwicklungspolitik spricht die Außenstelle lokale Akteure der Entwicklungszusammenarbeit in Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft an.

Entwicklungspolitische Schwerpunkte zur Erreichung der Agenda 2030

Mit seinen entwicklungspolitischen Schwerpunkten begegnet das Land NRW den globalen Herausforderungen und Gestaltungsaufgaben entlang der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 und stellt dar, welchen Beitrag das Land zu einer global nachhaltigen Welt, auch mit Hilfe der NRW-Förderprogrammen, leisten will.

Die Inlandsarbeit umfasst entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit (EpIB) sowie die Förderung kommunaler Entwicklungszusammenarbeit und wird ergänzt um das Programm Konkreter Friedensdienst NRW zur Förderung von Begegnungsreisen mit dem Globalen Süden. In der Auslandsarbeit fördert das Land mit dem Programm Auslandsprojekte NRW entwicklungspolitisch engagierte NRO bei konkreten Projekten mit Partnern im Globalen Süden.

Förderung eines Bambus-Schulungszentrums in Ghana

Der in Herzebrock-Clarholz in Ostwestfalen ansässige Verein Grow Colorful Ghana e.V. wird für die Umsetzung eines seiner Projekte über das Programm Auslandsprojekte NRW gefördert. Ziel des Projekts ist es, durch den Bau eines Schulungszentrums einen Wissens- und Technologietransfer in Bezug auf Bambus als Pflanze und Material zu ermöglichen. Darüber hinaus soll das Projekt dazu beitragen, dass Bambus als nachhaltiger Rohstoff genutzt, Einkommensmöglichkeiten geschaffen und negativen Auswirkungen des Klimawandels entgegengewirkt wird. Die Planung des Schulungszentrums umfasst Unterkünfte, einen Werkstattbereich mit Seminarraum, Becken und Anlage für die umweltschonende Behandlung von Bambus zur Haltbarmachung, ein ökologisches Sanitärkonzept sowie eine dezentrale Strom- und Wasserversorgung.

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Fairer Advent

5. Dezember 2022 - 13:45
Wie der Advent nachhaltig gestaltet werden kann, stand im Mittelpunkt des Themennachmittags in Stendal. Foto: Engagement Global

Ein Adventsnachmittag kann nicht nur gemütlich, sondern auch lehrreich sein. Die Außenstelle Leipzig von Engagement Global hatte am 29. November 2022 in die Kleine Markthalle in Stendal eingeladen zu Kaffee, Tee und Schokolade – alles nachhaltig angebaut und fair gehandelt. Denn im Mittelpunkt der Veranstaltung, die sich gezielt an Seniorinnen und Senioren richtete, stand das Thema fairer Handel in der Lebensmittelproduktion.

Von Hintergrundwissen zum eigenen Konsumverhalten

Luis Guillermo Ordonez Ocampo, Referent für Globales Lernen, nahm die Teilnehmenden mit auf eine Reise, beginnend beim ressourcenschonenden Anbau beliebter Lebensmittel wie Kakao oder Zucker über menschenrechtskonforme Arbeitsbedingungen bei der Ernte bis hin zu fairen oder unfairen Preisen für Produkte in deutschen Geschäften. Er gab einen Einblick in die globalen Zusammenhänge im Lebensmittelhandel und informierte über Möglichkeiten, das persönliche Konsumverhalten anzupassen.

Besonders interessiert waren die Seniorinnen und Senioren an Informationen, wie fair gehandelte Lebensmittel erkannt werden können. Sie stellten Fragen zu verschiedenen Arten von Siegeln und deren Glaubwürdigkeit. Die Gruppe signalisierte Bereitschaft zum fairen Einkauf, ebenso aber auch ihr Bedürfnis nach verlässlichen Informationsquellen.

Was wird fair gekauft?

Im zweiten Teil der Veranstaltung tauschte sich Luis Guillermo Ordonez Ocampo in einem moderierten Gespräch mit Karin Stöwesandt vom Weltladen Stendal aus. Themen waren unter anderem Vorlieben und Eigenheiten der Kundschaft in Bezug auf fair gehandelte Produkte. Karin Stöwesandt wusste von Verkaufsschlagern zu berichten, wie dem Blumentopf „Pflanzhühner“, und auch von Lebensmitteln, die nicht gut angenommen werden, wie etwa Kaugummis.

Der Adventsnachmittag mit entwicklungspolitischer Note fand im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) von Engagement Global statt.

Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen.

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Kritische Begegnung mit Kolonialismus

2. Dezember 2022 - 17:00

Begegnungsreisen zwischen Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Ländern dienen unter anderem dem Perspektivwechsel, dem Erleben anderer Kulturen und dem Identifizieren von Gemeinsamkeiten. Bei der Schulpartnerschaft zwischen der Tansania-AG des Kurt-Huber-Gymnasiums Gräfelfing (KHG) und den Schülerinnen der Emmaberg Girls Secondary School aus Tansania zeigt sich, wie aus einer langfristigen Partnerschaften viele nachhaltig wirksame Projekte entstehen. Ein zentrales Thema der gemeinsamen Arbeit: Kritische Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus.

Nicht vergessen, sondern reflektieren

Kolonialismus ist Teil der Geschichte, liegt aber nicht in der Vergangenheit. Noch immer sind Zwangsarbeit und -heirat eine reale Bedrohung. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation waren 2021 mehr als 10 Millionen Menschen in einem sklavenähnlichen Verhältnis beschäftigt. Deswegen fokussiert Ziel 8 der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainale Development Goals; SDG) „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“. Es muss international daran gearbeitet werden, dass die Wirtschaft nachhaltig wächst und gleichzeitig faire Arbeitsbedingungen geschaffen und eingehalten werden.

Auch dafür braucht es eine kritische Erinnerungskultur – um sich damit auseinandersetzen und daraus lernen zu können. Zugleich gilt es auch, Folgen dieser kolonialen Vergangenheit wie etwa Rassismus gegen Schwarze zu problematisieren und sich diesem entgegenzustellen. Das machen die Schülerinnen und Schüler des KHG in Zusammenarbeit mit ihrer Partnerschule in Tansania in verschiedenen Formen.

Auslöser war die von ENSA geförderte Begegnungsreise der deutschen Schülerinnen und Schüler nach Tansania im Jahr 2019. Die Erkenntnisse aus dieser Reise wurden diskutiert und auf ihnen aufbauen Projektideen für den jahrgangsübergreifenden Unterricht entwickelt. Ein besonderer Fokus lag stets auf dem Thema Gleichberechtigung zwischen der Schülerschaft.

Für die Begegnungsreise 2022 ist die Entwicklung eines Kurzfilms geplant, der die Themen Augenhöhe und Anti-Rassismus über die Partnerschaftsgruppen hinaus visualisieren soll. Auch soll er genutzt werden, um die verschiedenen Perspektiven auf Aspekte rund um Klimawandel, Ressourcenverknappung und Artensterben in den Blick zu nehmen. Eine zentrale Frage dabei: Was können wir gemeinsam für eine gute Zukunft tun und wo können wir dabei aus der Vergangenheit lernen?

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Fair gehandelt auf dem Land

1. Dezember 2022 - 9:28
Bei der Veranstaltung „Fair Würzen“ lauschten die Teilnehmerinnen dem Vortrag des Journalisten-Duos lobOlmo. Foto: lobOlmo

Der Preis der schnellen Mode ist weit höher als der Betrag, der auf dem Etikett steht. Das verdeutliche Hildegard Scheu, Expertin für nachhaltige Bekleidung und Vereinsmitglied von FEMNET e.V. bei ihrem Vortrag in der Reihe „Fair im Land. Was trägt mein Einkauf zu globaler Gerechtigkeit bei?“. Die Außenstelle Mainz von Engagement Global hat gemeinsam mit den Landfrauen Pfalz e.V. die Reihe über Fairness und Nachhaltigkeit im Kleidungs- und Lebensmittelkonsum organisiert. Insgesamt 164 Landfrauen aus sechs verschiedenen Kreisverbänden kamen dafür an fünf Abenden zwischen 19. Oktober 2022 und 23. November 2022 im rheinland-pfälzischen Bornheim zusammen.

Hildegard Scheu gab an zwei Veranstaltungsterminen einen Einblick in globale Zusammenhänge und Entwicklungen in der Modeindustrie. Mit dem Kauf fairer Produkte werde ein Beitrag zur Verbesserung des problematischen Status quo geleistet. „Wir haben es mit untragbaren Zuständen zu tun: Lange Arbeitszeiten, keine oder nur kurzfristige Arbeitsverträge, extrem niedrige Löhne, Gewalt und sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz und oft ein Klima der Angst“, beschreibt die Referentin die Situation in den Nähereien im Globalen Süden.

Was getan werden kann

Die anwesenden Frauen gingen nach dem Input mit der Expertin tiefer ins Gespräch und interessierten sich vor allem dafür, wie die Überproduktion von Textilien gestoppt werden kann – in dem weniger gekauft wird – und an welche Sammelstellen aussortierte Kleidungsstücke sinnvoll abgegeben werden können – beispielsweise bei Kleiderkammern der Caritas oder an Second-Hand-Läden. Die Anwesenden tauschten sich auch darüber aus, in welchen Läden der Region aus zweiter Hand oder fair eingekauft werden kann. „Tauschpartys finde ich gut. Die Kleidung bleibt im Umlauf und ich muss mir kein brandneues Kleidungsstück kaufen, indem noch alle Chemikalien vorhanden sind“, sagte eine Teilnehmerin.

Helen Strauss von der Christlichen Initiative Romero gab an einem weiteren Veranstaltungsabend eine Einführung zum Thema Konsum. Sie sprach darüber, wie massiv der Modekonsum seit 2000 gewachsen ist, dass trotz Preissteigerungen in vielen anderen Bereichen die Preise für Kleidung fast stagnieren und im Durchschnitt lediglich 4 Prozent der Konsumausgaben für Bekleidung aufgewendet werden. Die sozialen und ökologischen Folgen der aktuellen Textilproduktion wurden von ihr anschaulich aufgezeigt: „Natürlich kann man ausrangierte Kleidung zu Putzlappen verarbeiten. Aber so viele Putzlappen braucht ja kein Mensch.“ Sie riet dazu, weniger zu kaufen und wenn, dann nachhaltiger.

Von Kleidung zu Lebensmitteln

Das Journalisten-Duo „LoBolmo“ aus Frankfurt am Main nahm die Teilnehmenden mit einer visuell aufbereiteten Präsentation rund um faire und gesunde Gewürze mit auf eine Reise nach Sri Lanka. Eine Inselnation, die vor allem für den Anbau einiger uns aus dem alltäglichen Gebrauch vertrauter Gewürze wie Pfeffer, Zimt oder Muskatnuss bekannt ist. Im Fokus stand hierbei die Arbeit der Kleinbauern auf den Plantagen und die Weiterverarbeitungsprozesse, die häufig noch immer in aufwändiger Handarbeit stattfinden. Ebenso wie Jutta Ulmer, die in ihrem Vortrag am letzten Veranstaltungsabend den Schokoladenkonsum der Deutschen auf den Prüfstand stellte, machte das Journalisten-Duo deutlich, dass fairer Handel zu einem Wandel der Produktionsbedingungen beitragen kann – und darum auch die Kaufentscheidung für fair gehandelte Lebensmittel einen Unterschied macht.

Die abschließende Verköstigung einiger mit passenden Gewürzen zubereiteter Snacks aus dem lokalen Weltladen rundeten den Abend ab. So war der faire Handel an diesen Abenden in sprichwörtlich „in aller Munde“.

Die Außenstelle Mainz hatte in Kooperation mit den Landfrauen Pfalz e.V. im Rahmen des Programms „Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland“ (EBD) Themen des fairen Handels in den ländlichen Raum gebracht. Ziel des EBD-Programms ist es, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem entwicklungspolitischem Engagement zu ermutigen. Die Außenstellen von Engagement Global führen das Programm dezentral durch, um entwicklungspolitisches Engagement auch regional und lokal dauerhaft zu verorten.

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13. KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen

30. November 2022 - 13:30

Am 25. und 26. November 2022 kamen mehr als 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, Wissenschaft, Lehrkräftebildung, Schulen und Zivilgesellschaft zur 13. KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung (OR) zusammen. Unter den Teilnehmenden in Leipzig waren wie auch in den vorherigen Jahren zahlreiche Schülerinnen und Schüler.

Der OR dient der Verankerung und Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Schule. Im thematischen Fokus der Workshops und Open Spaces stand seine Erweiterung auf die gymnasiale Oberstufe, die derzeit in einem partizipativen Prozess erarbeitet wird. Engagement Global richtete die Tagung im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Kultusministerkonferenz (KMK) aus.

Für Udo Michallik, Generalsekretär der KMK, bildet der OR die Grundlage für die Konzeptionierung und Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Schule; er sei „der zentrale Referenzrahmen in der Lehrkräftebildung und im Lehramtsstudium.“ 2007 erstmals erschienen, wurde der OR 2016 mit Kapiteln zu allen Unterrichtsfächern der Sekundarstufe I aktualisiert. Nun folge die Erweiterung des OR für die gymnasiale Oberstufe. Zentrales Merkmal sei dabei der Fokus auf die Wissenschaftspropädeutik, die die Fähigkeit der Lernenden fördere, aktiv an wissenschaftlichen und öffentlichen Diskursen zur nachhaltigen Entwicklung teilzuhaben.

Ingrid Arenz, administrative Geschäftsführerin von Engagement Global, befand: „Der Ukrainekrieg hat den Blick auf unsere Welt verändert, und wir fragen uns, wie wir nachhaltige Entwicklung verstehen und Bildung danach ausrichten können.“ BNE biete hier ein lösungsorientiertes und kompetenzorientiertes Bildungskonzept, das inzwischen auf allen Ebenen schulischer Bildung eine Rolle spiele. Ingrid Arenz freute sich besonders über die rege Beteiligung von Schülern und Schülerinnen an der Fachtagung.

In seinem Impulsvortrag skizzierte Jochen Steinhilber, Leiter der Abteilung „Flucht, Krisenprävention, Zivilgesellschaft“ im BMZ, aktuelle „Krisenkaskaden“ und die sich hieraus ergebenden gesellschaftlichen Herausforderungen. Deren Komplexität, Verschränkung, bestehende Dilemmata und Zielkonflikte machen vielfältige und kreative Lösungsansätze notwendig. Das BMZ hat in diesem Zusammenhang zentrale Handlungsfelder und Ziele („4+2“) definiert. Hierzu zählen unter anderem die Schaffung gerechter Übergänge in Transformationsprozessen, die sogenannte Just Transition, die Stärkung eines feministischen Ansatzes in der Entwicklungszusammenarbeit aber auch Digitalisierung. Bildung, insbesondere BNE, sei der Schlüssel zur Erreichung dieser Ziele.

„Mit dem Orientierungsrahmen“, so Jochen Steinhilber, sei es in enger Kooperation mit der KMK früh gelungen, „zukunftsweisende Bildungsansätze zu finden (…) um insbesondere in Lernprozessen Orientierung für Analyse, Urteilen und Handeln zu geben“. Jochen Steinhilber begrüßte, dass diese Bildungsansätze nun mit der Erweiterung des OR auf die gymnasiale Oberstufe fortgeschrieben werden.

Erstmals schloss sich unmittelbar an die Fachtagung das EINE WELT-Wochenende, „Zeit für Action!“ mit rund 400 Jugendlichen und Lehrkräften an. Die vielfältigen Erkenntnisse und Ergebnisse der Fachtagung wurden dort an die Teilnehmenden weitergegeben und flossen in Diskussionen und interaktive Workshops zu der Frage, wie die Schule von morgen aussehen und welchen Beitrag Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte dazu leisten können, ein.

Die vollständige Dokumentation der Fachtagung wird im Frühjahr 2023 auf der Internetseite Globale Entwicklung in der Schule veröffentlicht.

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Markt der Möglichkeiten: Engagier Dich!

28. November 2022 - 14:09
Der digitale Markt der Möglichkeiten lädt zu Austausch und Information ein. Foto: Sarah Larissa Heuser

Die Zivilgesellschaft trägt dazu bei, die großen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. Dazu gehören die Corona-Krise, der Krieg in der Ukraine, die Inflation und die Klimakrise. Seit 2016 lädt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Interessierte zu einer zweitägigen Fachtagung ein, um Wissen auszutauschen, miteinander zu diskutieren und sich zu vernetzen. In diesem Jahr liegt der Fokus der zweitägigen Veranstaltung auf dem Thema „Gestaltungskraft der Zivilgesellschaft: Frieden stiften, Gemeinschaft bilden, Demokratie stärken“.

Am Donnerstag, 1. Dezember 2022, finden neben Vorträgen und Podiumsgesprächen auch Workshops statt, die aktuelle Themen wie die Situation in der Ukraine aufgreifen oder Fragen zur Zukunft der Zivilgesellschaft diskutieren.

Am Freitag, 2. Dezember 2022, lädt der digitale Markt der Möglichkeiten zu Austausch und Information ein. Zwischen 10:45 und 12 Uhr können Interessierte mit Institutionen und Organisationen ins Gespräch kommen und sich Informationen und Ideen für das eigene Engagement holen. Auch Engagement Global wird mit der Außenstelle Berlin und der Mitmachzentrale in einem Breakout-Raum vertreten sein.

Die Veranstaltung wird hybrid durchgeführt. Am Donnerstag, 1. Dezember 2022, werden 80 bis 100 Teilnehmende vor Ort im KINDL Zentrum in Berlin anwesend sein können. Am Freitag, 2. Dezember 2022, findet die Veranstaltung ausschließlich digital statt.

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„Mein Körper gehört mir!“

25. November 2022 - 8:49
Jamilah und Hadaya setzen sich dafür ein, dass alle ein Recht auf Selbbestimmung haben. Foto: Thomas Kölsch

Nachhaltige Entwicklung ist nur Hand in Hand mit einer Gleichberechtigung der Geschlechter möglich. Ziel 5 der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung fokussiert deshalb auf Geschlechtergleichheit. Bis 2030 soll Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen weltweit erreicht werden. Mit einer feministischen Entwicklungspolitik will das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Fragen von entwicklungspolitischer Zusammenarbeit mit Fragen von Frauenrechten verknüpfen. Ein wichtiger Schritt um Frauen weltweit zu stärken, ihren Schutz strukturell zu verankern und ihnen Selbstbestimmung zu ermöglichen.

Damit Frauen und Mädchen aktiv am sozialen, politischen und wirtschaftlichen Leben teilhaben können, müssen sie frei von Diskriminierung und Gewalt leben können. Doch Gewalt gegen und Ausbeutung von Frauen ist weltweit ein gravierendes Problem. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen soll auf diese Missstände aufmerksam machen und ruft Menschen auf der ganzen Welt dazu auf, sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt einzusetzen.

Rappen für das Recht auf Selbstbestimmung

Die jungen Künstlerinnen Jamilah und Hadaya machen sich dafür stark, dass alle das Recht haben, über ihren eigenen Körper zu bestimmen. Mit ihrem Song „Mein Körper gehört mir“ haben die beiden Schwestern aus Köln an der dritten Runde des Song Contests „Dein Song für EINE WELT!“ teilgenommen und es unter die Top 5 geschafft. „Wir wollten einen Song gegen Sexismus machen und entschieden uns für Rap. Denn gerade in diesem Musikgenre, welches sehr männlich dominiert ist, werden sexistische Botschaften und Bilder transportiert, die in den Köpfen hängen bleiben. Dem wollten und wollen wir mit unserem Song gezielt entgegenwirken.“

In ihrem Lied thematisieren Jamilah und Hadaya den Alltagssexismus gegenüber Frauen und Mädchen in Deutschland und auf der ganzen Welt. Sie möchten betroffenen Mädchen und Frauen Mut zusprechen. Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ bietet den beiden Künstlerinnen ein Sprachrohr, um auf ihre Botschaft aufmerksam zu machen. „Wenn wir eine globale Veränderung wollen, müssen wir bei uns selbst anfangen. Wir müssen eine Gesellschaft schaffen, wo jede Sicht in gleichem Maße zählt und jede und jeder mit Stolz sagen kann: ‚Mein Körper gehört mir!‘“ Neben 22 weiteren Songs, welche die Positionen und Gefühle junger Menschen zu globalen Themen zum Ausdruck bringen, ist der Song „Mein Körper gehört mir“ auf dem EINE WELT-Album Vol. 3 zu hören.

Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ ist eine Begleitmaßnahme zum Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ und wird von Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt. Anfang 2023 startet der Song Contest in seine fünfte Runde. Dann können junge Menschen zwischen 10 und 25 Jahren erneut ihre Songs für die EINE WELT einreichen und zeigen, welche globalen Themen sie beschäftigen

Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland und weltweit

Schülerinnen und Schüler der Kurt Schwitters Schule in Berlin haben zusammen mit ihren Partnerinnen und Partnern aus der Colégio de Aplicação in Porto Alegre, Brasilien, einen anderen Weg gefunden, den Blick auf die Rechte und den Schutz von Frauen und der LSBTTIQ*-Community zu lenken. Schon bei Beginn der Schulpartnerschaft 2018 einigten sich die Jugendlichen und Lehrkräfte darauf, den inhaltlichen Schwerpunkt ihrer Zusammenarbeit auf Geschlechtergerechtigkeit und Anti-Diskriminierung zu legen. Im Zusammenschluss mit Nichtregierungsorganisationen wie dem Berliner Arbeitskreis für politische Bildung e.V. und der brasilianischen Organisation Nuances wurden verschiedene Möglichkeiten entwickelt, wie die Themen niederschwellig und langfristig aufbereitet werden können.

Mit Workshops, zum Beispiel zu Alltagssituationen Schwarzer Frauen und Projektwochen, während denen in der Schule sichere Räume für die Schülerinnen und Schüler geschaffen wurden, trägt die Schulpartnerschaft zum Empowerment junger Frauen bei. Die Austauschgruppen arbeiten zudem daran, Themen wie sexuelle Vielfalt oder Genderidentität im Unterricht zu verankern. So fördern sie die Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Herausforderungen und Diversität. Weitere Begegnungen, lokale Aktionen und Workshops sind geplant.

Das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm (ENSA) fördert internationale Schulpartnerschaften zwischen Schulen aus Deutschland und Schulen aus Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa. Teilnehmende Schulen werden dabei durch ein pädagogisches Begleitprogramm und finanzielle Mittel unterstützt.

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Freiwilligenarbeit im Frauennetzwerk in Kolumbien

25. November 2022 - 8:00
Jamilah und Hadaya setzen sich dafür ein, dass alle ein Recht auf Selbbestimmung haben. Foto: Thomas Kölsch

Nachhaltige Entwicklung ist nur Hand in Hand mit einer Gleichberechtigung der Geschlechter möglich. Ziel 5 der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung fokussiert deshalb auf Geschlechtergleichheit. Bis 2030 soll Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen weltweit erreicht werden. Mit einer feministischen Entwicklungspolitik will das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Fragen von entwicklungspolitischer Zusammenarbeit mit Fragen von Frauenrechten verknüpfen. Ein wichtiger Schritt um Frauen weltweit zu stärken, ihren Schutz strukturell zu verankern und ihnen Selbstbestimmung zu ermöglichen.

Damit Frauen und Mädchen aktiv am sozialen, politischen und wirtschaftlichen Leben teilhaben können, müssen sie frei von Diskriminierung und Gewalt leben können. Doch Gewalt gegen und Ausbeutung von Frauen ist weltweit ein gravierendes Problem. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen soll auf diese Missstände aufmerksam machen und ruft Menschen auf der ganzen Welt dazu auf, sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt einzusetzen.

Rappen für das Recht auf Selbstbestimmung

Die jungen Künstlerinnen Jamilah und Hadaya machen sich dafür stark, dass alle das Recht haben, über ihren eigenen Körper zu bestimmen. Mit ihrem Song „Mein Körper gehört mir“ haben die beiden Schwestern aus Köln an der dritten Runde des Song Contests „Dein Song für EINE WELT!“ teilgenommen und es unter die Top 5 geschafft. „Wir wollten einen Song gegen Sexismus machen und entschieden uns für Rap. Denn gerade in diesem Musikgenre, welches sehr männlich dominiert ist, werden sexistische Botschaften und Bilder transportiert, die in den Köpfen hängen bleiben. Dem wollten und wollen wir mit unserem Song gezielt entgegenwirken.“

In ihrem Lied thematisieren Jamilah und Hadaya den Alltagssexismus gegenüber Frauen und Mädchen in Deutschland und auf der ganzen Welt. Sie möchten betroffenen Mädchen und Frauen Mut zusprechen. Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ bietet den beiden Künstlerinnen ein Sprachrohr, um auf ihre Botschaft aufmerksam zu machen. „Wenn wir eine globale Veränderung wollen, müssen wir bei uns selbst anfangen. Wir müssen eine Gesellschaft schaffen, wo jede Sicht in gleichem Maße zählt und jede und jeder mit Stolz sagen kann: ‚Mein Körper gehört mir!‘“ Neben 22 weiteren Songs, welche die Positionen und Gefühle junger Menschen zu globalen Themen zum Ausdruck bringen, ist der Song „Mein Körper gehört mir“ auf dem EINE WELT-Album Vol. 3 zu hören.

Der Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ ist eine Begleitmaßnahme zum Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ und wird von Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt. Anfang 2023 startet der Song Contest in seine fünfte Runde. Dann können junge Menschen zwischen 10 und 25 Jahren erneut ihre Songs für die EINE WELT einreichen und zeigen, welche globalen Themen sie beschäftigen

Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland und weltweit

Schülerinnen und Schüler der Kurt Schwitters Schule in Berlin haben zusammen mit ihren Partnerinnen und Partnern aus der Colégio de Aplicação in Porto Alegre, Brasilien, einen anderen Weg gefunden, den Blick auf die Rechte und den Schutz von Frauen und der LSBTTIQ*-Community zu lenken. Schon bei Beginn der Schulpartnerschaft 2018 einigten sich die Jugendlichen und Lehrkräfte darauf, den inhaltlichen Schwerpunkt ihrer Zusammenarbeit auf Geschlechtergerechtigkeit und Anti-Diskriminierung zu legen. Im Zusammenschluss mit Nichtregierungsorganisationen wie dem Berliner Arbeitskreis für politische Bildung e.V. und der brasilianischen Organisation Nuances wurden verschiedene Möglichkeiten entwickelt, wie die Themen niederschwellig und langfristig aufbereitet werden können.

Mit Workshops, zum Beispiel zu Alltagssituationen Schwarzer Frauen und Projektwochen, während denen in der Schule sichere Räume für die Schülerinnen und Schüler geschaffen wurden, trägt die Schulpartnerschaft zum Empowerment junger Frauen bei. Die Austauschgruppen arbeiten zudem daran, Themen wie sexuelle Vielfalt oder Genderidentität im Unterricht zu verankern. So fördern sie die Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Herausforderungen und Diversität. Weitere Begegnungen, lokale Aktionen und Workshops sind geplant.

Das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm (ENSA) fördert internationale Schulpartnerschaften zwischen Schulen aus Deutschland und Schulen aus Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa. Teilnehmende Schulen werden dabei durch ein pädagogisches Begleitprogramm und finanzielle Mittel unterstützt.

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