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Aktualisiert: vor 1 Stunde 23 Minuten

EWIK Newsletter April: Kompetenzorientiertes Lernen: Projekte und Unterrichtsbeispiele

6. April 2021 - 20:53
Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe April 2021: Kompetenzorientiertes Lernen: Projekte und Unterrichtsbeispiele

Liebe Leserinnen und Leser,

bei der Konzeption und Umsetzung von Unterricht stellen sich für die Lehrkräfte die komplexen Fragen nach der Intention (wozu?), nach der Gestaltung des Lernprozesses (wie?) und nach der Auswahl des Themas (was?). Das Wichtigste sind dabei die Akteure, d.h. die Lernenden, ihre bereits erworbenen Kompetenzen, ihre zunehmend selbstbestimmte Partizipation, ihre Kommunikation mit den Lehrkräften und MitschülerInnen. Sie sollen frühzeitig eine zentrale Rolle spielen bei der Beantwortung der Fragen nach dem Sinn des Vorhabens (Projekts), wie es gemeinsam umgesetzt werden soll und um welche Herausforderungen und Verknüpfungen mit ihrer Lebenswelt es geht.

Angesichts der Vielzahl der für wichtig gehaltenen Lerninhalte und der Komplexität derzeitiger und zukünftiger Herausforderungen sowie der didaktischen Möglichkeiten, ihnen zu begegnen, kann es zuversichtlich stimmen, dass die Zahl erforderlicher Kompetenzen überschaubar bleibt. Sie sind daher bei allen Lernprozessen, denen es – wie in Schule – nicht um den Erwerb von spezialisierten und einem zeitlichen Verfall ausgesetzten Fähigkeiten und Fertigkeiten geht, von grundlegender Bedeutung. Kompetenzorientiertes Lernen kann gelernt und zunehmend wirkungsvoll gestaltet werden, wenn es bei dem Bemühen, Lösungsansätze für zukunftsfähiges Handeln zu finden, nicht ausschließlich um Wissenserwerb geht, sondern das eigene werteorientierte Handeln stets mit in den Blick kommt.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Kompetenz vage als Fähigkeit verstanden, etwas zu bewerkstelligen. Die Erziehungswissenschaft hat daraus einen Fachbegriff gemacht, der dabei helfen soll, eine Leistung zu messen. Kompetenzen sind allerdings nicht nur outcome-orientiert, sondern haben in ihrer Ergebnisorientierung auch Bedeutung für die Themenauswahl und die Unterrichtsgestaltung. Sie verbinden nach dem Entwicklungspsychologen F.E. Weinert bereits erworbene und erlernbare kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten, um sich stellende Probleme zu lösen. Kompetenzen sind darüber hinaus aber auch mit emotionalen und sozialen Bereitschaften verbunden, um Herausforderungen verantwortungsvoll begegnen zu können. Das wiederrum kann nur zu zielgerichtetem nachhaltigem Handeln führen, wenn von den Individuen – oder in diesem Fall von der Lerngruppe – Kompetenzen werteorientiert auf das Handeln ausgerichtet sind.

BNE-Kompetenzen werden im Orientierungsrahmen Globale Entwicklung (2016, S. 95) auf 11 Kernkompetenzen begrenzt. Es geht um 11 komplementäre Teilkompetenzen einer holistischen Idee (nachhaltige Entwicklung), wobei im Lernprozess verschiedene Teilkompetenzen zu einer umfassenden Gestaltungskompetenz akkumuliert werden. Da BNE-Kompetenzen ihrem Charakter nach fächerübergreifend sind, sollten sie – wie das im Orientierungsrahmen Globale Entwicklung geschieht – mit Fachkompetenzen verbunden werden. Für die unterrichtliche Praxis genügt es allerdings nicht, z.B. die Kernkompetenz Perspektivenwechsel und Empathie mit der geographischen Fachkompetenz eigene und fremde Wertvorstellungen bei der Analyse von Räumen und Entwicklungsproblemen zu kombinieren. Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern muss eine Spezifische Kompetenz formuliert werden, die der Herausforderung des gewählten thematischen Schwerpunkts gerecht wird. Sie entspricht in der Regel der Aufgabenstellung des Vorhabens (Projekts). Dabei ist eine Visualisierung der gemeinsam formulierten Aufgabenstellung/ Spezifischen Kompetenz empfehlenswert.

Kompetenzen gewinnen an Wert und Wirkung, wenn ihr Erwerb von den Lernenden (z.B. mit Hilfe eines einfachen Selbstbewertungsbogens) beurteilt wird und diese Selbstbewertung Grundlage der Feedbackkultur mit den Lehrkräften wird.

In diesem Newsletter werden aktuelle Materialien, Unterrichtsentwürfe und weitere Bildungsressourcen vorgestellt, die sich explizit auf die Kompetenzentwicklung im Sinne des Orientierungsrahmens beziehen. Schwerpunktunabhängige Meldungen und Veranstaltungshinweise runden das Angebot ab. Anregende Lektüre!
 
Jörg-Robert Schreiber

Mitautor des Orientierungsrahmens Globale Entwicklung

EWIK-Kooperationspartner
Aktuelles
Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele – Lernsnacks für Lehrkräfte"

Sie suchen Impulse, wie Sie die 17 Nachhaltigkeitsziele in Ihren Unterricht einbinden können? Vom 21. April bis zum 16. Juni 2021 bietet ein Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, die sich in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und für das Globale Lernen engagieren, die digitale Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" an. Sie richtet sich an Lehrer*innen aller Schulformen und Jahrgangsstufen und weitere Interessierte. Jede Woche werden dienstags oder mittwochs zwei Lernsnacks à 60 Minuten zu je einem Nachhaltigkeitsziel angeboten. Das Themenspektrum der methodenreichen Lernsnacks ist so breit wie die Nachhaltigkeitsziele selbst. Es umfasst unter anderem Aspekte hinsichtlich Armut, Hunger, Klimawandel, Energie, Fairer Handel, Bildung, Gesundheit oder Frieden.

Ausbeutung von Mensch und Umwelt für die Palmöl-Produktion in Guatemala

Das Video „Ein Modell des Todes – Palmölplantagen in Guatemala" der Christlichen Initiative Romero (CIR) zeigt, warum es in Deutschland ein starkes Lieferkettengesetz braucht, das robuste Sorgfaltspflichten für den Schutz von Menschenrechten und Umwelt in der gesamten Lieferkette vorschreibt: Aktivist*innen und Betroffene aus Guatemala prangern im Video die rücksichtslose Ausbeutung von Menschen und Natur durch Palmölplantagen-Betreiber an.

Weltklasse-Aktion der Globale Bildungskampagne vom 26. April bis 26. September 2021

Homeschooling, Wechselunterricht, abgehängte Schüler*innen – die Corona-Pandemie zieht eine noch nie dagewesene Bildungskrise nach sich. Zeitweise konnten laut UNESCO 1,6 Mrd. Schüler*innen weltweit nicht zur Schule gehen. Die Situation stellt ein reiches Land wie Deutschland vor große Herausforderungen. Ärmere Länder im Globalen Süden haben es ungleich schwerer. So führen Schulschließungen und Lockdown oft direkt in die Kinderarbeit. Bildungschancen werden zerstört – in vielen Fällen für immer. Mit der Weltklasse!-Schulaktion 2021 will die Globale Bildungskampagne auf globale Bildungsungleichheit aufmerksam machen und lädt Schulen bundesweit ein, sich für Bildungschancen weltweit einzusetzen.
Online Escape Game "Exit Klimakrise"

In einer Welt, in der wirtschaftliche Interessen und gedankenloser Konsum im Zentrum stehen, will die Geheimorganisation „Next Level Society" die Balance wiederherstellen und das Klima retten. Eine Task Force aus jungen Agent*innen wird sich nun dieser Herausforderung stellen. Auf die Spielerinnen und Spieler wartet eine spannende Schnitzeljagd durch das Internet und vielseitige Rätsel: Wie viele Kilometer legt ein T-Shirt zurück, wenn es produziert wird? Wie ressourcenaufwändig ist unser Fleischkonsum? Und was hat Videostreaming mit Nachhaltigkeit zu tun? Das kostenlose Online-Spiel ist im Rahmen der Klimakampagne 1Planet4All entstanden und eignet sich für Schüler*innen ab 14 Jahren.

Publikation: Weltwerkstatt – Utopien. Kunst. Globales Lernen.

Wie könnten wir in Zukunft leben? Wie kommen wir dorthin? Für eine global gerechte und ökologische Welt brauchen wir positive Zukunftsbilder. Im vergangenen Jahr fand in dem außerschulischen Lernort, der Weltwerkstatt im EPiZ, die fünfteilige Veranstaltungsreihe „Weltwerkstatt – grenzenlos kreativ die Welt von morgen bauen" statt. Sie zielte darauf ab, gemeinsam Utopien zu erproben und diese dann im (Bildungs-) Alltag umzusetzen. In einer eigenen Publikation werden die Idee und der Aufbau der Veranstaltungsreihe nun dargestellt. Fotos, Interviews, ­Methodenbeschreibungen und interaktive Elemente geben Einblicke in die Umsetzung und sollen dazu anregen, auch an anderen Orten Utopien zu entwickeln und neue Wege einzuschlagen.

#excitingedu DIGITAL 2021

Auf der #excitingedu DIGITAL, dem Online-Kongress für die digitale Schule, wird es zahlreiche Sessions zu digitalem Fachunterricht, Methoden für den Fern- und Präsenzunterricht, Tools für das kollaborative Arbeiten,  Medienentwicklungsplanung und auch zum Thema BNE & digitaler Bildung geben. Der Online-Kongress richtet sich an Schulleitungen, Lehrkräfte und Vertretende der Bildungsadministrationen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

ökoRAUSCH Wissenswelt - Ausstellung zu zukunftsfähigen Lebensstilen und Gesellschaftsentwürfen

Die partizipative Wissensausstellung, erstmals auf dem ökoRAUSCH Festival für Design und Nachhaltigkeit 2020 gezeigt, knüpft an den Themenkomplex des nachhaltigen Designs an und macht ökologische und soziale Hintergründe greifbar. Warum ist es nötig, einen neuen, ressourcenschonenden Umgang mit Materialien zu entwickeln? Weshalb engagieren wir uns für Gender-Gerechtigkeit? Mit welchen Instrumenten lässt sich die Umsetzung von gesellschaftlichen Visionen in die Realität befördern? Positive Alternativen für eine nachhaltige Zukunft öffnen die Gedanken dafür, dass auch andere Lebens-, Konsum-, Produktions-, Wirtschafts-, und Politikkonzepte möglich sind, die ein gutes, ökologisch und sozial verantwortungsvolles Leben für alle ermöglichen können. Die Ausstellung wird an Vereine, Einrichtungen, Museen oder Veranstaltungen NRW-weit verliehen.

Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien
Indigene Wege – Wandel-Erfahrungs-Geschichten indigener Gemeinschaften zu den nachhaltigen Entwicklungszielen

Die ‚Wandel-Erfahrungs-Geschichten' zu den 17 SDGs informieren über das Engagement indigener Gemeinschaften für nachhaltige Entwicklung und den Umgang mit lokalen Auswirkungen der weltweiten sozial-ökologischen Krise. Ihre in der kulturellen Identität verankerten und wertebasierten Vorstellungen und Praktiken von Nachhaltigkeit können auf der Suche nach Lösungen Orientierung bieten. Die dargestellten globalen Zusammenhänge zeigen die Verknüpfungen zwischen dem Handeln von Menschen in Deutschland mit der Situation indigener Völker auf. Sie eröffnen Gestaltungsspielräume für solidarisch motivierte Weltbürger*innen und alle, die sich für nachhaltige Veränderungen auf den Weg machen möchten. Zur Publikation gibt es zusätzlich ein Begleitheft für die Sekundarstufe mit Handreichungen zu den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen für die Bildungsarbeit.

Critical Literacy am Beispiel von Nachrichten zum Klimawandel

Das Workshop-Konzept zu Medienkompetenz und Klimawandelleugnung des Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationszentrum e.V. (EPIZ Berlin) ist für Schüler*innen ab der 10. Klasse geeignet. Sie lernen, wie Meinungen entstehen, welche Interessen damit verbunden sein können, wie Quellenkritik geht, und welche Informationskanäle sich für welche Botschaften eignen. Das Workshop-Konzept zielt darauf, Texte, Filme sowie die Rolle der sozialen Medien zum Thema Klimawandel zu analysieren und auf politische Standpunkte, Strategien und verborgene Botschaften hin zu hinterfragen.
Aktualisiert: OR-Teilveröffentlichung Geografie

Die Orientierungsrahmen-Teilausgaben sind praxisorientierte Ergänzungen zum gleichnamigen Fachkapitel des KMK/BMZ Orientierungsrahmens Globale Entwicklung und richten sich insbesondere an Lehrkräfte.
Die jetzt aktualisiert vorliegende Teilausgabe Geografie veranschaulicht die Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in diesem Unterrichtsfach. Sie enthält neben einem einführenden Teil das unveränderte Fachkapitel aus dem OR mit dem jeweiligen kompetenzorientierten Unterrichtsbeispiel.
Teilausgaben zum OR liegen für insgesamt neun Fächer vor und stehen zum Download zur Verfügung.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Ausbildungs- und Berufsvorbereitung

Diese Handreichung ist eine Zusammenfassung der Ergebnisse, der Erfahrungen und den Unterrichtskonzepten aus dem Projekt „Fit für MORGEN – Ausbildungs- und Berufsvorbereitung unter Einbeziehung von Bildung für nachhaltige Entwicklung". Fit für MORGEN ist eine gemeinsame Länderinitiative der Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit dem Ziel, die Umsetzung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung in der Schulpraxis zu unterstützen. In drei beruflichen Schulen in den genannten Bundesländern wurden von 2017 bis 2020 Unterrichtsmodelle für den Bereich der Ausbildungs- bzw. Berufsvorbereitung (BVJ, AVSH) entwickelt und erprobt.

History of Food – Unsere Nahrung und ihre globalen Wurzeln – Unterrichtsmaterial zur Ausstellung www.historyoffood.de

Alle Nahrungsmittel, alle Pflanzen, alle Produkte, die wir kaufen und konsumieren, können wir aus globaler und auch aus machtkritischer Perspektive betrachten. Heutige globale Produktionsverhältnisse sind nicht neutral oder gar geschichtslos. Im Gegenteil: Weltweite Produktionsverhältnisse und Handelsströme sind bis heute geprägt von kolonialer Besetzung und Ausbeutung und im Zuge dessen von Industrialisierung und Globalisierung. Das multimediale Bildungsprojekt „HI [STORY] OF FOOD – Unsere Nahrung und ihre globalen Wurzeln" diskutiert vor diesem Hintergrund die globale Geschichte der Nutzung von Nahrungsmitteln. In multimedialen Angeboten – Wanderausstellung, Website mit Videos, interaktiven Karten und Texten, Bildungsmaterial und Workshops – geht das Projekt Fragen zur Globalgeschichte von ausgewählten Nutzpflanzen nach.
FAIR macht Schule!

Die Unterrichtsmaterialien des Projektes "FAIR macht Schule!" widmen sich nachhaltigem Konsum und weltweiten Zusammenhängen von Produktion, Handel und Konsum. Dabei sollen Schüler*innen lernen, in diesen Themenbereichen Problematiken zu erkennen und schließlich selbst Handlungsoptionen zu entwickeln. Ver Produktgruppen bilden das Herzstück der Materialien: Handys, Steine, Textilien und Kakao. Geeignet sind sie für die Fächer Geografie, Gemeinschafts-/Sozialkunde, Wirtschaft, Ethik/Religionslehre und Geschichte.
Dilemmata bearbeiten. Dilemmata-Kompetenz vermitteln.

Spiele und alltagsnahe Arbeitsaufträge werfen im Themenheft der Tropenwaldstiftung OroVerde immer wieder die Frage auf: "Wie soll ich mich entscheiden?". Beispiele aus den Bereichen Nachhaltigkeit und Umweltschutz vermitteln Jugendlichen, was moralisch Handeln bedeutet, und wie sie mutig wertbasierte Entscheidungen treffen können. Erkenntnisse aus der Hirnforschung und der Spieltheorie zeigen auf, wie einfach Fehlschlüsse oder kognitive Dissonanz entstehen können. Gleichzeitig werden Methoden erarbeitet, mit denen die Jugendlichen handlungsfähig bleiben können. Das Heft steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

Inklusives Unterrichtsmaterial für die Grundschule zum Thema „Nachhaltiger Konsum von Erdbeeren"

Im Rahmen der Umsetzung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung (OR) entstehen Lern- und Lehrmaterialien für alle Fächer des OR und zur Grundschule. In Zusammenarbeit zwischen Engagement Global und der Organisation Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V. (bezev) wird aktuell das Unterrichtsmaterial „Her mit der Erdbeere – Inklusive Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Grundschule" erstellt.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung Sachsen: Unterrichtsbeispiele Gymnasium

Das Material umfasst zwölf ausgewählte Unterrichtsbeispiele zu aktuellen globalen Herausforderungen für verschiedene Fächer. Die Unterrichtsbeispiele wurden von Themenexperten und -expertinnen entwickelt, an den sächsischen Lehrplänen ausgerichtet und durch das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) geprüft. Sie bieten Lehrkräften die Möglichkeit, Themen wie „Globalisierung von Wirtschaft und Arbeit", „Migration und Integration" oder „Kommunikation im globalen Kontext" mit geringem Aufwand in ihren regulären Unterricht einzubeziehen und damit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) schulartspezifisch umzusetzen. Die Unterrichtsbeispiele sind natürlich auch in allen anderen Bundesländern uneingeschränkt anwendbar.
Zum Schwerpunkt: Multimediales

Planspiel zum Thema Palmöl für Berufsschüler*innen

Ob Brotaufstrich, Waschmittel oder Shampoo: Palmöl ist ein vielseitiger Rohstoff und steckt in zahlreichen Produkten des täglichen Lebens. Doch der steigende Konsum hat massive Folgen. Beim vom WILA Bonn entwickelten "Planspiel Palmöl" schlüpfen Berufsschüler*innen für den Einzelhandel in die Rollen von Kund*innen, Verkäufer*innen und Einkäufer*innen. Sie diskutieren Maßnahmen, um den Handel mit Produkten, in denen Palmöl enthalten ist, nachhaltig und fair zu gestalten.

taraxacum. - Impulskartenspiel mit Fragen und Aufgaben für eine Welt im Wandel 

Querbeet denken, Klartext reden, nachhaltig handeln - das ist das Motto des neuen Impulskartenspiels von Ökohaus e.V. Mit den Karten können wichtige Fragen des sozialökologischen Wandels spielerisch entdeckt werden. Die Spielenden kommen leicht ins Gespräch - von philosophischen Fragen über Experimente und Bewegungsaufgaben bis hin zu konkreten Handlungsmöglichkeiten. taraxacum. eignet sich perfekt für den Einsatz in der Schule - ob als Einstieg in ein Unterrichtsthema oder auch in einer Vertretungsstunde.
Aber auch unter Freunden oder in der Familie bringt es eine Menge Spaß, mit den Karten über Fragen unserer aller Zukunft nachzudenken und zu diskutieren.

Planspiele bei der bpb

Planspiele gewinnen als handlungsorientierte Methode in der schulischen und außerschulischen Bildung für die Vermittlung komplexer Zusammenhänge in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat eine Übersicht über die Methodik der Planspiele zusammengestellt und pflegt eine Datenbank mit Planspielen in der politischen Bildung, darunter auch zahlreiche zu den Themenfeldern Entwicklungspolitik und Ökologie / Nachhaltigkeit.

Immer dem Essen nach! Immer dem Essen nach! – Digitale Schnitzeljagd zu weltweiter Ernährung

Die Schnitzeljagd „Immer dem Essen nach" wird mit der App Actionbound gespielt. Die Spieler*innen besuchen einen Supermarkt, einen Bioladen und ihre Schulkantine, bekommen Informationen zu weltweiter Ernährung, berechnen den Fußabdruck ihres Essen und diskutieren zum Beispiel über die Frage, ob es weiterhin Werbung für ungesunde Nahrungsmittel geben sollte. In der Version für Zuhause gehen sie in ihrer Küche auf Entdeckungstour. Das Angebot richtet sich an Lehrkräfte und Multiplikator*innen ab der 6. Klasse und eignet sich für mindestens zwei Schulstunden.

Zum Schwerpunkt: Aktionen, Angebote, Fortbildungen
FAIR macht Schule! – Aktionstage für Schulklassen in Baden-Württemberg rund um Sozial- und Umweltstandards

Unter dem Titel "FAIR macht Schule!" bietet der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) Aktionstage für Schulen an, bei denen sich die Schülerinnen und Schüler mit Themen rund um nachhaltigen Konsum und Sozial- und Umweltstandards bei Unternehmen und in der kommunalen Beschaffung auseinandersetzen und dazu bei einer Stadtrallye in Dialog mit verschiedenen öffentlichen und privaten Akteuren vor Ort treten. Das Angebot richtet sich an Schulklassen und Projektgruppen aller Schularten in Baden-Württemberg ab Klasse 8 und wird auch als digitales Format angeboten.

Multiplikator*innenschulung „Fit für faires globales Handeln"

Der Fußball aus Pakistan, die Schokolade mit Kakao aus Ghana oder das T-Shirt aus Bangladesch - das sind alles global gehandelte Konsumgüter, die auf unterschiedlichste Weise produziert werden und bei uns im Geschäft landen. Aber wie wurden diese Waren produziert, wie steht es um die Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette, welche Unternehmen sind beteiligt und handeln sie nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit? In der Multiplikator*innenschulung von hamburg mal fair wird diesen Fragen nachgegangen und ein Einstieg in die Bildungsarbeit für Faires Globales Handeln ermöglicht. Die Fortbildung richtet sich an junge Erwachsene, die Kindern und Jugendlichen globale Zusammenhänge begreifbar machen möchten und neugierig auf kreative Methoden in der Bildungsarbeit sind.

Zum Schwerpunkt: Hintergrundinformationen

Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung

Der "Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung" (OR) im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung ist das Ergebnis einer gemeinsamen Initiative der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Er hilft dabei, Bildung für nachhaltige Entwicklung mit globaler Perspektive fest in Schule und Unterricht zu verankern. Der konzeptionelle Ansatz des OR ist weltweit bislang einmalig. Der OR benennt elf Kernkompetenzen in den Bereichen Erkennen – Bewerten – Handeln, auf die sich die Teil-Kompetenzen der Fächer beziehen (S. 95ff).
Aktuell wird der OR auf die Gymnasiale Oberstufe erweitert. Der OR steht auf dem Portal Globales Lernen in Lang- und Kurzversion, in Fächer-Teilausgaben sowie in fremdsprachigen Versionen zum Download zur Verfügung und kann kostenfrei beim Cornelsen-Verlag bestellt werden.

Globales Lernen. Eine Einführung: Lerneinheit zum Thema Coffee-to-go Einwegbecher

Wie viele andere Organisationen hat auch der Verein Vamos e.V. seit März 2020 die Zunahme von digitalen Angeboten des Globalen Lernens beobachtet und selbst Ideen entwickelt. Im Projekt „welt.weit.virtuell - Globales Lernen mit digitalen Medien", das im November 2020 gestartet ist, beschäftigen sich die Autor*innen u. a. mit der Frage, was mögliche Anderswerte digitalen Globalen Lernens bzw. des Lernens mit digitalen Medien sein können. Im Projekt wird also versucht, genauer auf die Lernprozesse zu schauen, die durch digitale Medien anders gestaltet werden können: Inwieweit und in welchen Bereichen können digitale Elemente Bildungsangebote des Globalen Lernens / BNE ergänzen, verbessern, neugestalten oder sogar neue Lernformen ermöglichen?
Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik "Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Fridays for Future
Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.


Online Escape Game: Digital Breakout – Wer rettet das Internet?

Ein Hacker droht, das Internet lahmzulegen! - WELTWEIT! Es gibt nur eine Chance, das Internet zu retten: Die Spielenden müssen einen Weg finden, wie Digitalisierung nachhaltig und gerecht gestaltet werden kann. Werden Sie es schaffen? Die Zeit läuft! Beim Knacken von Rätseln und Codes werden der zunehmende Rohstoffverbrauch, die damit verbundenen Umweltprobleme und die Arbeitsbedingungen im globalen Süden beleuchtet. Und vor allem geht es in dem Spiel darum, Chancen und Handlungsmöglichkeiten zu finden.

Workshop-Reihe für Schulklassen zum Thema „Grenzen des Wachstums"

Das derzeitige Wirtschaften ist auf Wachstum ausgerichtet. Die bereits in den 1970er Jahren vom Club of Rome aufgezeigten Grenzen des Wachstums werden immer stärker sichtbar. Knapper werdende Ressourcen wie fossile Brennstoffe („Peak Oil") oder landwirtschaftliche Nutzfläche („Peak Soil") führen das Wirtschaftswachstum an seine Grenzen. Andere Modelle müssen gefunden und diskutiert werden. Ziel der Workshop-Reihe ist es, dass sich die Schüler*innen mit nachhaltiger Entwicklung auseinandersetzen, ihre Urteilskraft schärfen und eine Verantwortung für die eigene Lebensweise wahrnehmen.

Unsichtbar? Hinter den Kulissen globaler Waren: Inklusive Methoden für den Förderschwerpunkt „Sehen"

Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern, so lautet das vierte der SDGs (Sustainable Development Goals). Sowohl die Nachhaltigen Entwicklungsziele als auch die UN-Behindertenrechtskonvention verdeutlichen, wie wichtig inklusive Bildung ist. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, allen Kindern und Jugendlichen diese Bildung zu ermöglichen. Das vorliegende Konzept des Schul- und Bildungsprojekts êpa! des Marburger Weltladens für Fachkräfte in der pädagogischen Arbeit mit Kindern (7 - 12 Jahre) bietet Methoden und Materialien des Globalen Lernens an, die es sehenden und nichtsehenden Kindern gleichermaßen ermöglichen, an diesem Bildungsangebot teilzuhaben.

Podcast „Klima? Gerecht! Globale Perspektiven auf die Klimakrise"

In der aktuellen Folge des Podcasts „Klima? Gerecht! Globale Perspektiven auf die Klimakrise" der Christlichen Initiative Romero (CIR) geht es um die Stärkung marginalisierter Stimmen im Klima-Diskurs. Unter dem Titel „Von Menschenrechten und Machtverhältnissen" diskutieren die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Norma Sancir aus Guatemala und die Klimaaktivistin Lea Dehning aus Deutschland über systemische Ursachen für die Klimakrise und gehen der Frage nach, welche Rolle dabei Kolonialismus und der Schutz von Menschenrechten spielen.

Neues vom Blog EineWeltBlaBla


EineWeltBlaBla im März 2021

Das Sich-gegenseitige-Verstehen in der eigenen Muttersprache ist manchmal problematisch, im schlechtesten Fall diskriminierend und verletzend. Wie unser Verständnis von Sprache mit dem Begriff Political Correctness zusammenhängt, sind wir in dem Beitrag zu Die Macht der Worte nachgegangen.

Am 3. März war Tag des Artenschutzes - Zeit, um eine Bilanz zu ziehen, haben wir uns gedacht.

Warum fällt uns das mit dem Klimaschutz eigentlich so schwer? Dieser Frage wurde in dem ersten Gastbeitrag dieses Monats nachgespürt und Zusammenhänge zwischen dem Problem des kollektiven Handelns im 21. Jahrhundert, der Verwaltung von öffentlichem Gut und dem Klimawandel erkannt.

Am 8. März war Internationaler Frauentag! In einem ersten Beitrag dazu haben wir uns dem diesjährigen Motto der UN für den Weltfrauentag 2021: Women in leadership: Achieving an equal future in a COVID-19 world gewidmet. In Teil 2 zum feministischen Kampftag gibt es einen Überblick, wie anlässlich des Frauenkampftages weltweit Menschen aktiv geworden sind.

Wie geht es unserer Psyche bei all der Umweltzerstörung? Was bedeuten Begriffe wie Klimaangst, Klimadepression oder Solastalgie? Und wie hängen diese emotionalen Auswirkungen mit der Klimakrise zusammen? Auch damit haben wir uns im März auseinandergesetzt, denn mit diesen Gefühlen steht keine*r alleine da.

Für alle, die es auch vermissen, neue Menschen kennen zu lernen oder ein Gespräch mit einer Person zu führen, über die man noch überhaupt nichts weiß, haben wir die Organisation "Start with a friend" vorgestellt, die Einwander*innen und Locals zusammenführt.

Anlässlich des Weltwassertags am 22. März hat sich der „a tip: tap" Verein vorgestellt und über sein Engagement und die verschiedenen Projekte zum Thema Leitungswasser berichtet.

Zum Monatsende hin haben wir noch ein wenig den Blick in Richtung kommende Sommermonate schweifen lassen. Denn das Feriencamp Modell morgen verbindet die Fragen der Zukunft mit einer Berufsorientierung der besonderen Art: In den verschiedenen Camps können Jugendliche herausfinden, wie man mit einem sinnvollen Job seinen Lebensunterhalt verdienen und eine zukunftsfähige Welt gestalten kann. Und um einen Eindruck vom letzten Jahr zu bekommen, erzählt eine Teamerin von ihren eigenen Erfahrungen.

Kennt ihr schon unseren Instagram und Facebook Account? Da werdet ihr regelmäßig über die Veröffentlichung unserer neuen Beiträge informiert!
Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Neues aus den Datenbanken
Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien

In der Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien können sich Lehrkräfte und Interessierte über das aktuell verfügbare Angebot an didaktischen Printmaterialien zur Einen Welt informieren. Die Datenbank bietet die Möglichkeit, über eine umfassende Suchmaske gezielt nach Publikationen zu suchen. Hier gelangen Sie zu einer Zusammenstellung aktueller Bildungsmaterialien.

Datenbank Eine Welt Medien – Filmtipps zum Thema Kompetenz-, werte- und handlungsorientiertes Lernen

Die Datenbank Eine Welt Medien hat zum Schwerpunkt dieses Newsletters eine Empfehlungsliste mit Filmen zusammengestellt. So fördern Filme aus dem Globalen Süden häufig Empathie und die Fähigkeit zum Perspektivenwechsell und schulen ebenso Reflexions- und Urteilsfähigkeit. Alle Filme werden jeweils mit ausführlicher Beschreibung, Altersempfehlung und Verleihstellen aufgeführt.
Veranstaltungen
Digitale Öffentlichkeitsarbeit - wirkungsvoll für eigene Formate im digitalen Raum werben
13.04.2021 online Afrika, China und Europa: zwischen Abhängigkeit, Konkurrenz und Kooperation
15.04.2021 online Online-Methodenfortbildung zum Thema „Globale Sanitärversorgung und Hygiene" der German Toilet Organization e. V. (GTO)
16.04.2021 online Grenzen des Wachstums - Über Ressourcenknappheit und das Gute Leben
16.04.2021 - 17.04.2021 online Workshop: Transformative Bildungspraxis – auf dem Weg zur sozial-ökologischen Transformation?
17.04.2021 online UrbanArt in der umwelt- und entwicklungspolitischen Bildungsarbeit - sichtbare Zeichen setzen für Veränderung vor Ort
21.04.2021 online Die SDGs in Unterricht und Schule bringen - Auftaktveranstaltung der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" 
21.04.2021 online Podcasts, Erklärvideos und andere Bildungssnacks selbst gemacht
21.04.2021 - 22.04.2021 online Online-Seminar „Wirkungsorientierung bei Multiplikator*innenschulungen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit"
22.04.2021 online Warum Kinderarbeit? Ein Bildungsangebot zum SDG 1. Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" 
27.04.2021 online Klimawandel macht Hunger! Ein digitaler Workshop der Welthungerhilfe zum SDG 2. Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" 
27.04.2021 online Welternährung neu denken. Interaktive Lehrerfortbildung zum weltweiten Ernährungswandel. Ein digitaler Workshop zum SDG 2. Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" 
05.05.2021 online One Health - Gesundheit für alle. Ein digitaler Workshop der DAHW zum SDG 3. Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" 
05.05.2021 online Workshop: Transformative Bildung und Digitalisierung
07.05.2021 online Nachhaltigkeitsziel 4: Bildung für alle – digitale Unterrichtsmaterialien mit offener Lizenz selbst erstellen. Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte"
11.05.2021 online Kinderarbeit und Kinderrechte weltweit. Ein Online-Workshop von Brot für die Welt zum SDG 8. Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" 
11.05.2021 online Vorschau Ausgabe Mai 2021: 
Die nächste Ausgabe des Newsletters der Eine Welt Internet Konferenz erscheint Ende April 2021 zum Thema

Biologische Vielfalt / Nachhaltige globale Landwirtschaft  

Zusendungen sind bis zum 23. April 2021 willkommen.
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Um Ihre Suche nach passenden Bildungs- und Unterrichtsmaterialien, nach aktuellen Aktionen, Veranstaltungen und Kooperationsmöglichkeiten zu erleichtern, versuchen wir stets, die Vielfalt der Angebote im deutschsprachigen Raum möglichst umfassend darzustellen.

Wir möchten daher gerne wissen: Werden wir unserem Anspruch gerecht, einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu allen relevanten Informations- und Bildungsangeboten zum Globalen Lernen zu bieten?

Hier geht es zur Umfrage. Das könnte Sie auch interessieren:
Publikationen der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Print-Rundbrief  –  März 2021 SDG 2 - Hunger beenden

Der Rundbrief erscheint viermal jährlich und berichtet über die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Bund und Ländern, Fortbildungsangebote, Veranstaltungen, neue Materialien, Kampagnen und Aktionen.
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65195 Wiesbaden    
                      
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Dr. Kambiz Ghawami (V. i. S. d. P)

Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des
über den


 



Umweltbundesamt unterstützt Vereinte Nationen bei digitaler Nachhaltigkeit

6. April 2021 - 20:51

"Coalition for Digital Environmental Sustainability" (CODES) gegründet Zur Unterstützung der Roadmap für digitale Zusammenarbeit des UN-Generalsekretärs haben sich das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP, der International Science Council, das Umweltbundesamt, die Regierung von Kenia, Future Earth sowie Sustainability in the Digital Age zusammengeschlossen, und gemeinsam die weltweite Initiative CODES (Coalition for Digital Environmental Sustainability) gegründet.


y Die CODES-Initiative ist ein offener Stakeholder-Zusammenschluss. Sie will Umweltbelange fest in der Roadmap für digitale Zusammenarbeit verankern. Die Initiative will Treffen koordinieren, Diskussionen anstoßen, Berichte erstellen und vor allem dabei helfen, Zusammenarbeit herzustellen für einen Aktionsplan zur Stärkung einer Digitalisierung für ökologische Nachhaltigkeit.

Die Roadmap für digitale Zusammenarbeit des UN-Generalsekretärs hebt bereits hervor, wie wichtig digitale Technologien für Umwelt- und Klimaschutz sind: "Die neuesten technologischen Fortschritte werden uns noch besser helfen, den Umweltzustand zu überwachen und die Umwelt zu schützen. Wenn wir diese Technologien richtig nutzen, kann die digitale Revolution helfen, den Klimawandel zu bekämpfen, globale Nachhaltigkeit voranzubringen, und auch das Wohlergehen der Menschen zu fördern."

Die CODES-Initiatoren wollen einen offenen Multi-Stakeholder-Prozess etablieren und anwendungsbasiertes Wissen und Best-Practice zusammenbringen, um die Potenziale der Digitalisierung noch stärker für Nachhaltigkeitstransformationen nutzbar zu machen. Dies beinhaltet: Aufgaben schrittweise priorisieren, ein dezentrales Koordinations-Netzwerk aufbauen, Innovationsförderung und ein gemeinsames Verständnis von Investitionsprioritäten. Ziel ist es, gemeinsam Einfluss zu nehmen darauf, wie der private und der öffentliche Sektor ihre Finanzmittel einsetzen, um einen digitalen nachhaltigen Planeten zu erschaffen. Dabei betrachtet die Initiative den Umgang mit Daten, Standards, Sicherheitsnetzen, Infrastruktur, public-private partnerships und digitalen öffentlichen Gütern. Besonders sollen die Bereiche schnell identifiziert werden, die kommerzielle und nicht-kommerzielle Investitionen in nachhaltige Wirtschaftsformen in Gang bringen.

Um das gemeinsame digitale Nachhaltigkeitsziel zu erreichen, wird CODES in ihrem Aktionsplan weltweite Zielvereinbarungen unterstützen. Die CODES-Initiative wird dazu aufrufen, zählbare und termingerechte Zusagen für Investitionen in digitale Nachhaltigkeit zu tätigen, die dabei helfen sollen, Millionen von Produkten, Milliarden von Konsumenten und Billionen von Geldern zu bewegen CODES-Initiatoren tragen dazu bei, die Fortschritte in Richtung der "Millionen, Milliarden, Billionen"-Ziele zu monitoren und an den UN-Generalsekretär sowie den Technologie-Beauftragten des Generalsekretärs zu berichten.

Als Mit-Initiator der Initiative CODES plant das Umweltbundeamt den Aufbau eines "Anwendungslabors Künstliche Intelligenz und Big-Data", mit dem die Anwendbarkeit von Methoden der KI für das umweltbezogene Monitoring, insbesondere mit globalen Satellitenfernerkundungsdaten, überprüft und konkrete Anwendungen für den Umweltschutz und das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele entwickelt werden sollen. Das Umweltbundesamt unterstützt damit die umweltpolitische Digitalagenda des Bundesumweltministeriums sowie die Umsetzung der EU-Ratsempfehlungen zur Förderung einer nachhaltigen Digitalisierung im Rahmen des Europäischen Green Deals von Dezember 2020.

"Noch sind weniger als die Hälfte der Erdbevölkerung online. Wir wollen bis 2030 alle Menschen ermöglichen, die Vorteile des Internet und der digitalen Welt zu nutzen. Dies wird jedoch die Erde weiter unter Druck setzen", sagte die stellvertretende Generalsekretärin Maria-Francesca Spatolisano, Büro des Technologie-Beauftragten, Vereinte Nationen. "Eine nachhaltigere Zukunft zu erschaffen ist eine zu große Aufgabe für ein einzelnes Land, einen einzelnen Sektor oder Unternehmen. Wir begrüßen daher die CODES-Initiative und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Initiatoren."

Wichtige Meilensteine:
  1. 27. April 2021 (vsl.): Unterstützung der Debatte der UN-Vollversammlung zur digitalen Konnektivität und Zusammenarbeit
  2. Mai 2021: Roundtable "A Digital Planet for Sustainability" zur Diskussion des Berichtsentwurfs und der Agenda der Initiative
  3. 10.-11. Juni 2021: Globale Konferenz "A Digital Planet for Sustainability - Working towards an Acceleration Plan on Digital Environmental Sustainability"
  4. Juli 2021: Roundtable, Besprechung des Plans zur Beschleunigung von Digitalisierung in der ökologischen Nachhaltigkeit
  5. September 2021: Veröffentlichung des "Aktionsplan zur Stärkung einer Digitalisierung für ökologische Nachhaltigkeit: So bewegen wir Millionen von Produkten, Milliarden von Konsumenten und Billionen von Geldern", Input zur 76. UN-Vollversammlung
  6. Einrichtung eines CODES-Programm-Vorstands, um die Beiträge der CODEs-Mitglieder zu überwachen und zu managen und um die CODES-Initiative zu beraten


Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die UN-Plattform SparkBlue oder kontaktieren Sie direkt:

???? Rethinking the world: it's going to take more than "new lenses" - CONCORD Newsletter March 2021

1. April 2021 - 15:46
r Director's blog RETHINKING THE WORLD: IT'S GOING TO TAKE MORE THAN "NEW LENSES"

For a long time now, I've been mulling over how difficult it is for decision-makers to move on from a general understanding of the fact that 'things have gone rather pear-shaped' to their being convinced that a fundamentally new approach to the world is needed in order to rebuild better.

As I see it, it's not about solving the current problems – by addressing things issue by issue - but about putting in place profoundly new ways of working.  Which requires totally new ways of thinking. Only in this way, will we really solve inequalities and ensure we all have a far greater sense of well-being and freedom to lead our lives in a way that suits us. It was Albert Einstein who once said that we cannot solve our problems using the same thinking that created the problem.

And yet time and again, this is what we see among EU decision-makers.

Tanya Cox,
CONCORD Director


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CONCORD NEWS OF THE MONTH SCOREBOARD FOR THE EU'S ACTIONS TO TACKLE INEQUALITIES The EU and its Member States have committed to tackling inequalities in partner countries. But, are commitments being translated into action? By analysing some of the EU's most recent actions, our scoreboard evaluates whether or not this approach has been taken – or if inequalities have been addressed at all. This in-depth analysis provides valuable insights to #MainstreamEquality in the future.

Our scoreboard APPROVAL OF THE PROVISIONAL AGREEMENT ON NDICI Last week, the European Parliament and the Council committees approved the provisional agreement on the Neighbourhood, Development and International Cooperation Instrument (NDICI). CONCORD Europe prides itself in having successfully influenced – with its members – the negotiations since the beginning, providing additional views and recommendations to the European Parliament and the Member States.

Read provisional agreement BOSCH FOUNDATION FUND We are very excited to share the wonderful news that the Robert Bosch Foundation has agreed to fund a new piece of work within CONCORD.  This will allow us to focus (even more deeply) on examining inequalities and how the EU and Member States address them, as well as putting a spotlight on digitalisation as a key EU priority and how it may influence inequalities of all kinds in partner countries.

Learn more UPDATES FROM OUR NETWORK INTERSECTIONALITY BETWEEN CLIMATE CRISIS AND SRHR The International Planned Parenthood Federation (IPPF) has recently released a position paper that discusses the impacts of the climate crisis on sexual and reproductive health and rights (SRHR), such as unavailable services in affected areas and harmful impacts on maternal health. IPPF describes its priorities for advocacy and engagement on the issue as a healthcare provider and advocate. 

Learn more EDUCATION IS IN A STATE OF GLOBAL EMERGENCY In April 2020, 90% of the student population were not able to receive an education due to school closures as many governments' response to stop the spread of the virus. In a joint position paper, our members call the EU to ensure that education is prioritised in countries where it's needed the most. It also identifies how the EU should support education at a national level by applying a gender and inclusion lens to all aspects of education.

Learn more EAEA's GRUNDTVIG AWARD Each year, the European Association for the Education of Adults (EAEA) Grundtvig Award highlights initiatives that produce new ideas, foster partnerships and advance understanding of how we can work in adult education. This time, EAEA Grundtvig Awards will be given to the best projects or initiatives promoting digitalisation and democracy. Applications are open until 10 April 2021.

Learn more A SAFETY NET AGAINST POVERTY: DISABILITY-INCLUSIVE SOCIAL PROTECTION Light for the World put together this issue brief on disability-inclusive social protection, outlining what social protection is, and its relevance to persons with disabilities. Including a short listing of social protection global policy framework, as well as key recommendations to ensure its inclusivity and in line with the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities.

Learn more JOB OPPORTUNITIES EU Partnership Officer
Organisation: Handicap International Federation
Deadline: 2 April 2021 Finance Officer
Organisation: CONCORD
Deadline: 5 April 2021 Consultant(s): Statistician for AidWatch 2021
Organisation: CONCORD
Deadline: 5 April 2021 Consultant(s): Writer for AidWatch 2021
Organisation: CONCORD
Deadline: 5 April 2021 CEO
Organisation: ActionAid Ireland
Deadline: 6 April 2021 Director of EU Advocacy & Policy
Organisation: World Vision
Deadline: 23 April 2021 CALLS FOR PROPOSALS & OPPORTUNITIES The latest open calls for proposals from DG INPTA

From 24 February 2021 to 24 March 2021 Add your news

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IB fordert stabilen Bundeshaushalt für Entwicklungszusammenarbeit

1. April 2021 - 0:51

Der Internationale Bund fordert in Zeiten der Pandemie Solidarität mit ärmeren Ländern
"Niveau von 12,4 Milliarden Euro im Haushalt für Entwicklungszusammenarbeit halten!"

Der Internationale Bund (IB) fordert für den Bundeshaushalt 2022 eine verlässliche und kontinuierliche Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Damit unterstützt die Organisation den Verband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) in seinen entsprechenden Forderungen.

"Internationale Verständigung und Zusammenarbeit gehören zu den Gründungszielen des IB und müssen gerade in der Corona-Pandemie gelebt werden, um die Nachhaltigkeitsziele zu verwirklichen und der wachsenden Armut Einhalt zu gebieten", fordert Petra Merkel, Präsidentin des Internationalen Bundes.

Nach Angaben der Weltbank leben momentan 120 Millionen Menschen mehr in extremer Armut als vor der Pandemie. In vielen Ländern gibt es keine sozialen Sicherungssysteme oder andere Unterstützungsleistungen, geschweige denn eine akzeptable Gesundheitsversorgung.

Insbesondere ärmere Länder sind von den Folgen der Pandemie betroffen. "Deutschland gehört zu den reichsten Staaten der Welt. Auch die nächste Bundesregierung muss dieses Engagement fortsetzen und ein deutliches Signal aussenden, dass sie ihre Solidarität mit den Entwicklungsländern auch während der Pandemie zeigt. Der EZ-Haushalt für das Jahr 2022 sollte mindestens auf dem Niveau von 2021 gehalten werden, mit einer Höhe von rund 12,4 Milliarden Euro", erklärt Petra Merkel.

Im Jahr 2020 hat die Bundesregierung zum ersten Mal das Ziel erreicht, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen. Diese Vorgabe wurde bereits 1970 beschlossen, jedoch erst 50 Jahre später Wirklichkeit.

Covid-Mutationen könnten Impfstoffe in nur einem Jahr unwirksam machen

30. März 2021 - 3:00

Neue Umfrage unter Epidemiolog*innen zeigt Dringlichkeit der Impfung in allen Ländern

Berlin, 30.03.2021. Expert*innen fürchten, dass Mutationen die aktuellen Impfstoffe gegen Covid-19 in einem Jahr oder weniger unwirksam machen könnten. Das zeigt eine Umfrage unter Epidemiolog*innen und Virolog*innen aus 28 Ländern. Durchgeführt wurde die Befragung von der „People's Vaccine Alliance", einem Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen wie der African Alliance, Oxfam, Public Citizen und UNAIDS. Das Bündnis fordert eine schnelle Ausweitung der Produktionskapazitäten von Impfstoffen, indem Pharmakonzerne Impfstoffpatente aussetzen.

Epidemiolog*innen von weltweit führenden akademischen Institutionen warnen eindringlich vor dem Risiko, das die Welt eingeht, wenn weiterhin zu wenige Impfdosen gegen Covid-19 produziert werden. In einer von der „People's Vaccine Alliance" durchgeführten Umfrage unter 77 Epidemiolog*innen von Institutionen wie der Johns-Hopkins-Universität, der Universität Yale, der London School of Hygiene and Tropical Medicine und der Universität Kapstadt, waren zwei Drittel der Befragten der Meinung, dass nur ein Jahr oder weniger bleibt, bevor das Virus so stark mutiert, dass die meisten Impfstoffe der ersten Generation unwirksam werden. Dann würden neue oder modifizierte Impfstoffe nötig werden. Fast ein Drittel der Befragten gaben an, dass der kritische Zeithorizont nur neun Monate oder weniger beträgt. Weniger als ein Achtel der Befragten meint, dass Mutationen die aktuellen Impfstoffe nicht unwirksam werden lassen.

Niedrige Impfungsrate in armen Ländern begünstigt Mutationen

Die überwältigende Mehrheit der Expert*innen – 88 Prozent – ist der Meinung, dass die anhaltend niedrige Impfungsrate in vielen Ländern das Auftreten von impfstoffresistenten Mutationen wahrscheinlicher macht. Die „People's Vaccine Alliance" warnt jedoch, dass im nächsten Jahr wahrscheinlich nur zehn Prozent der Menschen in wirtschaftlich benachteiligten Ländern geimpft werden könnten. Dies könnte die Entstehung von weiteren Mutationen des Virus befeuern. Die Befragung zeigt, dass es für die Sicherheit aller zwingend notwendig ist, Menschen in wirtschaftlich benachteiligten Ländern so schnell wie möglich zu impfen.

Anna Marriott, Oxfam-Expertin für Gesundheitspolitik: „In vielen reichen Ländern fühlen sich geimpfte Menschen allmählich sicherer oder können auf versprochene Impfdosen hoffen. Doch wenn wir nicht überall auf der Welt impfen, besteht die große Gefahr, dass der Impfschutz durch neue Mutationen zunichte gemacht wird."
Devi Sridhar, Professor für Global Public Health an der Universität Edinburgh, sagt: „Je mehr das Virus zirkuliert, desto wahrscheinlicher ist es, dass Mutationen und Varianten entstehen. Gleichzeitig bleiben arme Länder ohne Impfstoffe und grundlegende medizinische Versorgung auf der Strecke."
Gregg Gonsalves, Professor für Epidemiologie an der Universität Yale, ergänzt: „Wir alle haben ein Eigeninteresse daran, dass Menschen überall auf der Welt Zugang zu COVID-19-Impfstoffen haben. Das Virus interessiert sich nicht für Landesgrenzen. Neue Mutationen – egal wo sie entstehen – bedeuten, dass niemand von uns sicher ist."

Austausch von Technologie und Wissen könnte Impfungsrate erhöhen

Fast drei Viertel der befragten Epidemiolog*innen geben an, dass ein Austausch von Technologie und geistigem Eigentum die weltweite Durchimpfungsrate erhöhen könnte. Trotz der realen Gefahr von weiteren Mutationen wird die weltweite Versorgung mit Impfstoffen aktuell künstlich rationiert, weil reiche Länder die Monopole der Pharmariesen stützen. Damit entscheidet eine Handvoll Unternehmen darüber, wer lebt und wer stirbt. Anfang dieses Monats blockierten wirtschaftlich privilegierte Länder den Vorschlag, auf die geistigen Eigentumsrechte für COVID-19-Impfstoffe zu verzichten. Die „People's Vaccine Alliance" fordert sie auf, diese Entscheidung zu überdenken, wenn die Gespräche bei der Welthandelsorganisation im April wieder aufgenommen werden. Die Allianz fordert außerdem, dass alle Pharmakonzerne, die an COVID-19-Impfstoffen arbeiten, ihre Technologie und ihr geistiges Eigentum über den COVID-19 Technology Access Pool der Weltgesundheitsorganisation zur Verfügung stellen, um die Produktion von Impfstoffen zu beschleunigen.

Redaktionelle Hinweise:

  • Die Umfrage wurde zwischen dem 17. Februar und dem 25. März 2021 durchgeführt.
  • Von 77 Befragten denken 66,2 Prozent, dass es ein Jahr oder weniger dauern wird, bevor das Virus so weit mutiert, dass die meisten Impfstoffe der ersten Generation unwirksam werden. 18,2 Prozent gehen von sechs Monaten oder weniger aus, 32,5 Prozent von neun Monaten oder weniger.
  • 7,8 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Mutationen die aktuellen Impfstoffe nie unwirksam machen werden. 7,8 Prozent wollten keine Zeitschätzung abgeben. 18,2 Prozent denken, dass es zwei Jahre oder länger dauert, bevor Mutationen die aktuellen Impfstoffe unwirksam machen.
  • 74 Prozent sagen, dass ein offener Austausch von Technologie und geistigem Eigentum die weltweite Impfstoffabdeckung erhöhen könnte. 23 Prozent antworteten mit „vielleicht" und 3 Prozent mit „nein".
  • 88,3 Prozent sind der Meinung, dass eine anhaltend niedrige Impfstoffabdeckung in vielen Ländern das Auftreten von impfstoffresistenten Mutationen wahrscheinlicher macht. 6,5 Prozent stimmen dem nicht zu, 5,2 Prozent beantworteten die Frage nicht.

 


Welthungerhilfe zum neuen Bundeshaushalt

29. März 2021 - 18:34
(Optional) Dieser Text erscheint NUR in der Vorschau, jedoch nicht der Haupt-E-Mail .

23.03.2021 | Pressemitteilung

Trotz Coronakrise im eigenen Land: Mehrheit der Deutschen solidarisch mit Menschen in ärmeren Ländern


Bonn/Berlin, 23.03.2021.
Die Welthungerhilfe ermutigt die Bundesregierung vor dem Kabinettsbeschluss zum Bundeshaushalt am Mittwoch, die Mittel für Entwicklungs-zusammenarbeit und Humani­täre Hilfe für die kommenden Jahre weiterhin auf hohem Niveau zu halten. Nur so wird Deutschland seiner globalen Verantwortung sowie den großen Herausforderungen von Corona-Pandemie, Klimakrise und Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) gerecht. Auch eine Mehrheit von Bundesbürger*innen befürwortet nach einer aktuellen Umfrage Kontinuität bei der Solidarität mit und Verantwortung für Menschen in armen Ländern.

„Die Corona-Pandemie hat viele Entwicklungserfolge zunichte gemacht. Extreme Armut und Hunger sind wieder auf dem Vormarsch. In vielen Ländern mutiert Corona zum Hungervirus. Die Schulschließungen in vielen Ländern hat gravierende Folgen auf die Bildungslage einer ganzen Generation“, sagt Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe. „Corona zeigt der Welt wie unter einem Brennglas auf, dass wir die globalen Herausforderungen nur gemeinsam meistern oder gar nicht. Die Bundes-regierung muss daher den bisherigen Aufwärtstrend beibehalten und weiterhin zusätzliche Gelder zur Verfügung stellen“, so Mogge weiter.

Eine Mehrheit der Bürger*innen in Deutschland lehnt eine Kürzung der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit ab, wie eine repräsentative Allensbach-Befragung im Auftrag der Welthungerhilfe zeigt. Drei von vier Befragten befürworten ausdrücklich, dass Deutsch­land Hilfe für ärmere Länder leistet. Auf die Frage, ob und wie Deutschland angesichts der Corona-Pandemie seine Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit verändern sollte, plädieren mehr Bürger*innen dafür, die Budgets auszuweiten (29 %) oder beizubehalten (40 %) als zu kürzen (23 %).

Für globale Solidarität ist auch Neuverschuldung kein Tabu: Rund die Hälfte der Bevölkerung befürwortet ausdrücklich, dass von den schuldenfinanzierten Corona-Hilfsgeldern auch ein Teil an ärmere Länder z.B. in Afrika geflossen ist. Nur 26 % finden das nicht gut. Für die Umfrage hat das Institut für Demoskopie Allensbach zwischen dem 4. und 17. Februar 2021 1.082 repräsentativ ausgewählte Bürger*innen befragt.

Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, steht für Interviews zur Verfügung.

Weitere Informationen sowie Umfrage-Grafiken zur kostenfreien Nutzung finden Sie unter www.welthungerhilfe.de/presse

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 9.830 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 3,95 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

EU-Mercosur-Abkommen: EU-Kommission unterschätzt negative Auswirkungen

29. März 2021 - 18:32
EU-Mercosur-Abkommen: EU-Kommission unterschätzt negative Auswirkungen

++ Fast 200 Ökonom*innen kritisieren Nachhaltigkeits-Folgenabschätzung
++ Folgenabschätzung hätte vor der Vereinbarung über ein Handelsabkommen abgeschlossen werden sollen


Berlin. 29.03.2021 - Die finale Folgenabschätzung für das Assoziierungsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay wurde heute veröffentlicht. Die Studie war von der EU-Kommission in Auftrag gegeben und von Wissenschaftler*innen der London School of Economics durchgeführt worden.

Derartige Folgenabschätzungen (Sustainability Impact Assessment, SIA) sollen die möglichen wirtschaftlichen, sozialen, menschenrechtlichen und ökologischen Auswirkungen von Handelsabkommen analysieren und in die Ergebnisse der Verhandlungen einfließen lassen. 

Die aktuelle SIA wird diesem Anspruch jedoch nicht gerecht: "Die Verhandlungen über das EU-Mercosur Abkommen sind seit bald zwei Jahren abgeschlossen. Ohne die starken Proteste der Zivilgesellschaft und einiger EU-Staaten wäre es längst ratifiziert. Dass die finale Folgenabschätzung erst jetzt präsentiert wird, belegt einmal mehr, wie intransparent diese Verhandlungen ablaufen und dass zivilgesellschaftliche Partizipationsmöglichkeiten fehlen", sagt Bettina Müller von PowerShift. Auch eine Untersuchung der Europäischen Ombudsfrau kam Mitte März zum Ergebnis, dass die SIA vor der Vereinbarung über ein Handelsabkommen hätte fertiggestellt hätten werden müssen.

Wirtschaftswissenschaftler*innen kritisieren zudem die methodischen Grundlagen der SIA: "Die Wirtschaftsmodelle, die zur Berechnung dieser angeblichen Gewinne verwendet werden, [sind] für die Bewertung der sozialen und ökologischen Auswirkungen dieses Abkommens nicht geeignet", heißt es in einem Offenen Brief, der von knapp 200 Wirtschaftswissenschaftler*innen unterzeichnet und vom zivilgesellschaftlichen europaweiten Seattle2Brussels Network veröffentlicht wurde. Zwölf der Unterzeichner*innen stammen aus Deutschland. 

Das für die Abschätzung verwendete Modell basiere auf unrealistischen Annahmen und verwende nicht die tatsächlich im Abkommen vereinbarten Zahlen bezüglich Zollsenkung oder Importquoten. Im Ergebnis unterschätze es daher die die negativen Auswirkungen der Handelsliberalisierung, insbesondere in Bezug auf Entwaldung und auf Arbeitsplatzverluste in den Mercosur-Staaten. Andere Modelluntersuchungen kämen demnach zu ganz anderen Schlussfolgerungen. 

Prof. Dr. Jakob Kapeller, Professor für Sozioökonomie an der Universität Duisburg-Essen ergänzt: "Das EU-Mercosur Abkommen birgt die Gefahr, bestehende Pfadabhängigkeiten im globalen Handel weiter zu verstärken. Darunter auch den überproportionalen Ressourcenverbrauch in reichen Ländern und das Fehlen einer aufholenden Industrialisierung in Lateinamerika."

Dr. Dr. h.c. Manuela Troschke, EU-Klimabotschafterin und Mitglied der Scientists for Future Germany, erklärt: "Abkommen wie EU-Mercosur müssten der Vergangenheit angehören. Sie setzen fatale Anreize zur Spezialisierung von Ländern auf klima- und umweltschädliche Produktion. Dies können wir uns angesichts der Erderhitzung nicht mehr leisten." 

Die Unterzeichner*innen appellieren daher an die EU-Kommission, eine umfassendere Folgenabschätzung in Auftrag zu geben, "die sich auf die aktuellsten empirischen Daten und auf zusätzliche moderne Modellierungsinstrumente stützt". Die Abschätzung müsse außerdem "transdisziplinär durchgeführt werden und eine Bewertung der Umwelt-und Klimaauswirkungen des Abkommens einschließen". 



Link zum Offenen Brief:

s2bnetwork.org/offener-brief-zu-den-wirtschaftlichen-auswirkungen-des-eu-mercosur-abkommens/ 


Weitere Informationen: 

Nachhaltigkeitsfolgenabschätzung des EU-Mercosur-Abkommens:
trade.ec.europa.eu/doclib/press/index.cfm?id=2260 

Pressemitteilung der Europäischen Ombudsstelle vom 19.3.2021:
www.ombudsman.europa.eu/de/press-release/de/139425

Mehr als 100 Organisationen fordern „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“

29. März 2021 - 18:22
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Mehr als 100 Organisationen fordern
 „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!"

Verbände stellen gemeinsamen Appell vor

© UNICEF/UNI331932/Bänsch

Berlin/Köln, 25. März 2021 // Ein breites Bündnis von mehr als 100 Organisationen fordert in einem gemeinsamen Appell die Bundestagsfraktionen und die Bundesländer auf, sich bis zur Sommerpause auf ein Gesetz zur Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz zu einigen, das den Ansprüchen der UN-Kinderrechtskonvention gerecht wird. 

Der Aufruf „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!", der anlässlich der für morgen angesetzten 1. Lesung im Bundesrat veröffentlicht wurde, kritisiert den von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf als unzureichend, da er keine Stärkung der Kinderrechte bedeute. Der Appell wurde initiiert vom Aktionsbündnis Kinderrechte (Deutsches Kinderhilfswerk, Der Kinderschutzbund, UNICEF Deutschland in Kooperation mit der Deutschen Liga für das Kind) und wird getragen von über 100 Organisationen aus der Kinder- und Jugendhilfe, Medizin, Pädagogik und anderen Bereichen.

Wörtlich heißt es im Appell: „Eine Grundgesetzänderung muss zu einer Verbesserung der Rechtsposition von Kindern in Deutschland beitragen. Sie darf in keinem Fall hinter die UN-Kinderrechtskonvention, Art. 24 der europäischen Grundrechtecharta und die geltende Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes zurückfallen, die spezifische Kinderrechte gegenüber dem Staat anerkennt. Dabei kommt es auf die Aufnahme von ausdrücklichen Kinderrechten in das Grundgesetz in einem eigenen Absatz an, da diese dem Kind unabhängig bei allem staatlichen Handeln zustehen. Eine unmittelbare Verknüpfung mit den Elternrechten würde zu einem vermeidbaren Konflikt zwischen Eltern- und Kinderrechten führen. (…) Wir fordern nun eine zügige Einigung unter Einbezug der Zivilgesellschaft einschließlich von Kindern und Jugendlichen, die diesen Eckpunkten Rechnung trägt. Denn Kinderrechte gehören ins Grundgesetz – aber richtig!"

„Die Covid-19-Krise zeigt sehr deutlich, dass die Belange von Kindern und Familien in Deutschland zu häufig durchs Raster fallen. Mit der Aufnahme der Kinderrechte in das deutsche Grundgesetz haben Bund und Länder die große Chance, langfristig eine wichtige Grundlage für ein kinder- und familienfreundlicheres Land zu schaffen", so Dr. Sebastian Sedlmayr, Leiter der Politik-Abteilung von UNICEF Deutschland. „Dafür braucht es jedoch eine klare und wirklich an den Kinderrechten orientierte Formulierung und Platzierung im Grundgesetz. Rein symbolische Aussagen in der Verfassung helfen niemandem."

Die Organisationen fordern, dass folgende Elemente in der Formulierung zur Aufnahme der Kinderrechte im Grundgesetz enthalten sein sollten:

  • Das Recht des Kindes auf Anerkennung als eigenständige Persönlichkeit;
  • Die Berücksichtigung des Kindeswohls als ein vorrangiger Gesichtspunkt bei allen Entscheidungen, die Kinder betreffen;
  • Das Recht des Kindes auf Beteiligung, insbesondere die Berücksichtigung seiner Meinung entsprechend Alter und Reifegrad;
  • Das Recht des Kindes auf Entwicklung und Entfaltung;
  • Das Recht des Kindes auf Schutz, Förderung und einen angemessenen Lebensstandard;
  • Die Verpflichtung des Staates, für kindgerechte Lebensbedingungen Sorge zu tragen.

>> Den vollständigen Appell „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!" sowie die Liste aller Organisationen finden Sie hier.


VENRO informiert! Förderung zivilgesellschaftlicher Arbeit

19. März 2021 - 20:05

 

Nr. 2 / 2021

THEMENSCHWERPUNKT

Förderung zivilgesellschaftlicher Arbeit
 

Liebe Leser_innen,

 

zur Verwirklichung der Menschenrechte und der globalen Nachhaltigkeitsziele ist zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland und weltweit unerlässlich. In der Corona-Pandemie steht dieses Engagement weiterhin vor besonderen Herausforderungen. Welche Unterstützung Nichtregierungsorganisationen aus der Politik erhalten und weshalb eine Flexibilisierung von Fördervereinbarungen für ihre Arbeit so wichtig ist, erläutert Malte Schrader vom Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft im Interview.

 

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung plant unterdessen, die Förderrichtlinien für entwicklungspolitische Projekte zu entbürokratisieren. In unserer Stellungnahme „Zivilgesellschaft stärken durch verbesserte Förderbedingungen" haben wir die zentralen Elemente zusammengefasst, die bei der Reform Beachtung finden müssen. Christiane Mohr, Sprecherin unserer AG Kofinanzierung, zeigt in ihrem Blogbeitrag auf, weshalb ein politischer Dialog über die Förderregelungen nicht nur spannend, sondern auch wichtig ist.

 

Herzliche Grüße,

 

Heike Spielmans
Geschäftsführerin

 

 

Rubriken dieses Newsletters

 

„Die Fördervereinbarungen sind oftmals sehr unflexibel"

 

Die Maecenata Stiftung hat in einer Studie Potenziale und Bedarfe der Zivilgesellschaft in und nach der Corona-Krise untersucht. Eine Folgestudie erscheint Ende April. Im Interview erläutert der Co-Autor der Studie, Malte Schrader, wie die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen besser unterstützt werden kann.

  Zum Interview

Was NRO über zivilgesellschaftliche Förderprogramme wissen müssen

 

Entwicklungspolitische Vorhaben von Nichtregierungsorganisationen (NRO) können in Deutschland finanziell gefördert werden. Das Thema erscheint oftmals trocken und kompliziert – doch ein genauerer Blick auf die Förderbedingungen ist nicht nur spannend, sondern auch lohnenswert. Ein Blogbeitrag von Christiane Mohr, Sprecherin unserer Arbeitsgruppe Kofinanzierung.

  Zum Blogbeitrag

Zivilgesellschaft stärken durch verbesserte Förderbedingungen

 

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist vom Haushaltsausschuss des Bundestages aufgefordert worden, die Förderbedingungen des Titels „Förderung entwicklungswichtige Vorhaben privater deutscher Träger" zu überprüfen und zu entbürokratisieren. In unserer Stellungnahme benennen wir die zentralen Elemente, die bei der Reform Beachtung finden müssen.

  Zur Stellungnahme

Lieferkettengesetz: Jetzt muss nachgebessert werden!

 

Nach monatelangem Druck aus der Zivilgesellschaft hat das Bundeskabinett einen Entwurf für ein Lieferkettengesetz beschlossen. Auch wenn der Entwurf erhebliche Mängel aufweist, ist er ein wichtiges Signal. Für ein starkes Gesetz ist es aber unabdingbar, dass nun im parlamentarischen Verfahren nachgebessert wird. Den Änderungsbedarf erläutert unser Vorstandsvorsitzender Dr. Bernd Bornhorst.

  Zum Blogbeitrag
  Zur Pressemitteilung
 

Frauen sind seltener als Rednerinnen auf politischen Fachveranstaltungen vertreten als Männer. Im Rahmen der Aktion „Gender Champions" rufen wir dazu auf, nicht mehr an geschlechtlich einseitig besetzten Podien teilzunehmen. Neben dem Verband selbst haben sich viele Mitgliedsorganisationen und bisher bereits 77 Einzelpersonen der Aktion angeschlossen und sind selbst „Gender Champions" geworden.

  Zur Aktionsseite
  Zur Pressemitteilung

Deutschland berichtet zum Umsetzungsstand der Agenda 2030

 

Deutschland berichtet 2021 das zweite Mal bei den Vereinten Nationen über die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung in, durch und mit Deutschland. VENRO und weitere Organisationen des Netzwerks Agenda 2030 haben ihre Erwartungen an den Prozess und die Inhalte des Staatenberichts formuliert.

  Zur Stellungnahme (PDF)

Wie aus guten Absichten wirksame Projekte werden

 

Die Handreichung zur Umsetzung unserer Leitlinien für eine wirksame Projekt- und Programmarbeit ist nun auch auf Englisch verfügbar. Die Handreichung unterstützt Organisationen dabei, ihre Arbeit an unseren Leitlinien auszurichten. Dabei werden sowohl Fragen der Projektgestaltung und des Partnerdialogs als auch der Organisationskultur angesprochen.

  Zur Handreichung (EN)
  Zur Handreichung (DE)

CFS-Jahrestreffen: Hunger ist in erster Linie ein politisches Problem

 

Von Roman Herre

   

Der UN-Welternährungsrat CFS gilt als ein äußerst innovatives globales politisches Forum. Als auf seinem virtuellen Jahrestreffen nun Leitlinien zu nachhaltigen Ernährungssystemen verabschiedet werden sollten, waren die Hoffnungen entsprechend groß. Die Verhandlungen machten jedoch nur einmal mehr den Unwillen führender Exportländer deutlich.

  Zum Blogbeitrag
20.04.2021 - 27.04.2021, IFHV der Ruhr-Universität Bochum/VENRO, online
  Einführung in das humanitäre System  

Mit dieser Einführungsveranstaltung möchten wir Neueinsteigenden in humanitären Organisationen sowie Quereinsteiger_innen die Grundlagen für eine erfolgreiche Karriere im Berufsfeld der humanitären Hilfe vermitteln. Sie soll den Teilnehmenden ermöglichen, sich im internationalen humanitären System zurechtzufinden.

  Zur Veranstaltung
  22.04.2021, VENRO, online
  Wirkungsorientierung bei Multiplikator_innenschulungen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit  

Eine wirkungsorientierte Planung, Umsetzung und Nachbereitung kann maßgeblich zu Qualität und Erfolg von Bildungsangeboten beitragen. In diesem Online-Seminar möchten wir die Erkenntnisse der Studie „Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit" für die Schulung von Multiplikator_innen zusammen mit Ihnen in die Arbeitspraxis übersetzen.

  Zur Veranstaltung
  26.04.2021 - 07.05.2021, VENRO, online
  Grundlagen MEAL in der humanitären Hilfe  

Monitoring, Evaluation, Accountability & Learning (MEAL) sind zentrale Bestandteile eines jeden humanitären Projekts. Die Seminarteilnehmenden erhalten einen Überblick über die Grundlagen von MEAL und deren Umsetzung in humanitären Projekten. Sie arbeiten während der Fortbildung an eigenen Beispielprojekten und lernen dabei konkrete Schritte kennen.

  Zur Veranstaltung
 

Malteser International sucht eine Leitung für Finanzen und Controlling in Köln.

 

AGIAMONDO sucht eine_n Referent_in für den "Zivilen Friedensdienst" (ZFD) in Teilzeit in Köln.

 

medica mondiale e.V. sucht eine_n Expert on security for women's rights organisation in the MENA region in Köln.

 

Save the Children sucht eine Pädagogische Fachkraft im Fachbereich Flucht und Migration in Berlin.

 

MISEREOR sucht eine_n Referent_in für die Abteilung Politik und Globale Zukunftsfragen/Themenschwerpunkt "Städtische Transformation" in Aachen.

 

GERMANWATCH sucht eine_n Referent_in für Forschung zur Transformation des Energiesystems in Bonn oder Berlin.

  Alle Stellenangebote
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www.venro.org

Tel.: 030 2639299-10

 

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Jedes fünfte Kind ohne ausreichend Wasser | UNICEF zum Weltwassertag 2021

19. März 2021 - 20:04
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UNICEF zum Weltwassertag am 22.3.

Jedes fünfte Kind ohne ausreichend Wasser

UNICEF startet neue Wasser-Initiative und ruft anlässlich des Weltwassertags am 22.3. zu globaler Unterstützung für Kinder in wasserarmen Gebieten auf


© UNICEF/UN0402431/Acland

Köln, den 18. März 2021 // Laut einer aktuellen Untersuchung von UNICEF leben weltweit mehr als 1,42 Milliarden Menschen in Gebieten mit hoher oder extrem hoher Wasserunsicherheit, darunter 450 Millionen Kinder. Damit hat jedes fünfte Kind weltweit nicht genug Wasser, um seinen täglichen Bedarf zu decken. 

Die Analyse identifiziert besonders betroffene Gebiete, in denen natürliche Wasserknappheit mit einer schlechten Wasserversorgung zusammentreffen. Familien und Gemeinden sind dort auf Oberflächenwasser und unsichere Wasserquellen angewiesen. Zudem dauert es häufig länger als 30 Minuten, um Wasser zu beschaffen. 

Vor dem Hintergrund dieser globalen Wasserkrise startet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen die Initiative „Wassersicherheit für alle" („Water Security for All"), um langfristig zu erreichen, dass jedes Kind Zugang zu einer nachhaltigen und klimaresistenten Wasserversorgung hat. Die Initiative soll Ressourcen, Partnerschaften und Innovationen bündeln und Unterstützung für die „Hotspots" mobilisieren, in denen Investitionen in die Wasser- und Sanitärversorgung sowie Hygiene am dringendsten sind. 

„Die weltweite Wasserkrise kommt nicht erst, sie ist schon da, und der Klimawandel wird sie noch verschlimmern", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Kinder sind die größten Opfer. Wenn Brunnen austrocknen, sind es die Kinder, die in der Schule fehlen, um Wasser zu holen. Wenn Dürreperioden die Nahrungsmittelversorgung einschränken, leiden Kinder an Mangelernährung und Wachstumsstörungen. Wenn Überschwemmungen auftreten, erkranken Kinder an Krankheiten, die durch Wasser übertragen werden. Und wenn die Wasserressourcen abnehmen, können sich Kinder nicht die Hände waschen, um Krankheiten abzuwehren." 

So leben Kinder in mehr als 80 Ländern in Gebieten mit hoher oder extrem hoher Wasserunsicherheit. Im östlichen und südlichen Afrika ist der Anteil der betroffenen Kinder am höchsten. Mehr als die Hälfte der Kinder dort – 58 Prozent – hat Schwierigkeiten, täglich Zugang zu ausreichend Wasser zu bekommen. Es folgen West- und Zentralafrika (31 Prozent), Südasien (25 Prozent) und der Nahe Osten (23 Prozent). In Südasien leben die meisten Kinder in hoher oder extrem hoher Wasserunsicherheit – mehr als 155 Millionen.

Die Untersuchung identifiziert 37 „Hotspot-Länder", in denen besonders viele Kinder von Wasserunsicherheit betroffen sind und in denen internationale Hilfe in diesem Bereich dringend verstärkt werden muss. Dazu gehören Afghanistan, Burkina Faso, Äthiopien, Haiti, Kenia, Niger, Nigeria, Pakistan, Papua-Neuguinea, Sudan, Tansania und Jemen.

Neben schnellem Bevölkerungswachstum, Verstädterung, Wassermissbrauch und Misswirtschaft reduzieren der Klimawandel und extreme Wetterereignisse die verfügbaren Mengen an sicherem Wasser. Laut einem UNICEF-Bericht aus dem Jahr 2017 wird fast jedes vierte Kind weltweit bis 2040 in Gebieten mit extrem hohem Wasserstress leben.

Mit seinen Wasserprogrammen setzt sich UNICEF für nachhaltige Versorgung der ärmsten Familien ein. Diese Arbeit umfasst:

  • Sichere und bezahlbare Trinkwasserversorgung: Zugang zu sicheren und erschwinglichen Wasserdienstleistungen, die nachhaltig und wohnortnah sind und professionell verwaltet werden.  
  • Klimaresistente Wasser-, Sanitär- und Hygienedienste und Gemeinden: Wasser-, Sanitär- und Hygienedienstleistungen, die Klimaschocks widerstehen, mit kohlenstoffarmen Energiequellen betrieben werden und die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit von Gemeinden stärken. 
  • Präventive Maßnahmen, um Wasserknappheit zu verhindern: Ressourcenbewertung, nachhaltige Wasserentnahme, effiziente Nutzung sowie Frühwarnung und frühzeitige Präventionsmaßnahmen. 
  • Kooperation bei der Wasserversorgung für Frieden und Stabilität: Unterstützung von Gemeinden und wichtigen Akteuren, damit ein gerechtes Management von Wasser-, Sanitär- und Hygienedienstleistungen den sozialen Zusammenhalt, die politische Stabilität und den Frieden stärkt; und in Konfliktgebieten, um Angriffe auf Wasser- und Sanitärinfrastruktur und Personal zu verhindern. 

Als wichtiger und langjähriger Partner unterstützt u.a. das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die weltweiten Bemühungen von UNICEF, die Wasserversorgung von Kindern zu verbessern. Bereits seit 2018 unterstützt auch Gardena als Unternehmenspartner die weltweiten UNICEF-Programme zur Bereitstellung von sauberem Wasser und hygienischen Lebensbedingungen.

Hinweise für Redaktionen:

Länder, die als "Hotspots" bezeichnet werden, erfüllen eines der folgenden Kriterien: Mindestens 60 % der Kinder leben in Gebieten mit hoher Wassergefährdung; mindestens 40 % der Kinder leben in Gebieten mit extrem hoher Wassergefährdung; mindestens 40 % der Kinder leben in Gebieten mit hoher und extrem hoher Wassergefährdung; und mindestens 2 Millionen Kinder in Gebieten mit hoher und extrem hoher Wassergefährdung. Diese Bandbreite an Faktoren sorgt dafür, dass auch kleinere Länder mit einem hohen Anteil an betroffenen Kindern in die Prioritätenliste aufgenommen werden. 

Wasserknappheit: Wasserknappheit liegt vor, wenn die Nachfrage nach Wasser das Angebot übersteigt und sich die verfügbaren Wasserressourcen nachhaltigen Grenzen nähern oder diese überschritten haben. Wasserknappheit kann entweder physisch oder ökonomisch bedingt sein.   

Wasserstress: Wasserstress ist eine Folge von Wasserknappheit und bezieht sich auf Knappheit in Bezug auf die Qualität und Zugänglichkeit von Wasser. Wasserstress kann sich in Konflikten um Wasserressourcen, Überbeanspruchung oder schlechter Gesundheit und Krankheiten äußern.  

Extreme Wasserverwundbarkeit: Extreme Wassergefährdung ist die Kombination aus dem höchsten Grad an physischer Wasserknappheit und dem niedrigsten Grad an Trinkwasserversorgung, die eine bestimmte Bevölkerung betrifft (Oberflächenwasser, unverbesserte oder begrenzte Wasserversorgung). 

Wassersicherheit: Die Fähigkeit einer Bevölkerung, den nachhaltigen Zugang zu Wasser in ausreichender Menge und akzeptabler Qualität zu gewährleisten, um den Lebensunterhalt, das menschliche Wohlbefinden und die sozioökonomische Entwicklung zu sichern, den Schutz vor wasserbedingter Verschmutzung und wasserbedingten Katastrophen zu gewährleisten und die Ökosysteme in einem Klima des Friedens und der politischen Stabilität zu erhalten. Wasserunsicherheit tritt auf, wenn einer oder alle diese Bedürfnisse nicht erfüllt werden können.


Wert des Wassers misst sich nicht am Preisschild!

19. März 2021 - 20:03
Mehr Anstrengung für Wahrung des Menschenrechts auf Wasser und die Bewahrung des kostbaren Gemeingutes von Regierung gefordert
Anlässlich des Weltwassertages am 22. März fordern Umwelt- und Entwicklungsorganisationen sowie Vertreter*innen der öffentlichen Wasserwirtschaft die Bundesregierung auf, sich den Konflikten um Wasser stärker anzunehmen und angepasste Lösungen für unsere Lebensgrundlagen zu finden. Diese müssen auf dem Menschenrecht auf Wasser basieren!
DUnter dem Motto „Wert des Wassers" rufen die Vereinten Nationen zum diesjährigen Weltwassertag und damit zur Befassung mit der Bedeutung des kostbaren Gutes auf. Für Milliarden Menschen weltweit ist das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und hygienische Sanitärversorgung noch immer ein unerfülltes Ziel. Gleichzeitig werden die knappen Süßwasserressourcen und die mit ihnen verbundenen Ökosysteme überall auf der Welt übernutzt, verschmutzt und zerstört. Die Klimakrise verschärft mit zunehmenden Wetterextremen die globale Wasserkrise massiv und bringt Ökosysteme und damit die Lebensgrundlagen für Mensch und Natur zusätzlich in Gefahr. Konflikte um die Nutzung von Wasser werden zunehmen.

Sebastian Schönauer, Sprecher des Arbeitskreises Wasser im BUND, fordert eine grundsätzliche Wende in der Nutzung der Wasserkraft: „Wasserkraftwerke zerstören unsere Flussökosysteme. Millionen von Stauwehren gehören zur den Hauptverursachern des globalen Artensterbens und bedrohen unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Die Ziele des Natur- und Gewässerschutzes sind Grundlagen für einen nachhaltigen Klimaschutz und dürfen nicht einer marginalen Erzeugung von Strom geopfert werden."

„In Amazonien tragen Großstaudämme zur Vernichtung der grünen Lunge des Planeten und zur Vertreibung der indigenen Bevölkerung bei," hebt Michael Bender, Leiter der GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser hervor. „Auf dem Balkan bedrohen Hunderte von Kleinwasser¬kraftwerken die letzten nahezu unberührten Wildflüsse Europas."

„Wassermangel ist nicht nur Folge der Klimakrise." so Christa Hecht, Koordinatorin der Blue Community Bewegung in Deutschland. „Zugunsten globaler kommerzieller Interessen schränkt die Privatisierung von Wasserrechten und Wasserdienstleistungen vielerorts den Zugang der lokalen Bevölkerung immer weiter ein. Wasser ist keine Ware, Wasser ist ein Menschenrecht."

Neben einer ausreichenden Trinkwasserversorgung ist ein gerechter Zugang zu Wasser auch für die bäuerliche Landwirtschaft und damit für die Ernährungssouveränität vor allem der ländlichen Bevölkerung im globalen Süden unerlässlich. Gertrud Falk, Referentin bei FIAN Deutschland, betont, dass „insbesondere viele kleinbäuerliche Familien beim verschärften Wettbewerb um Wasser leer auszugehen drohen, während die Cash Crops der industriellen Exportlandwirtschaft intensiv bewässert werden. Fast 90 % des weltweiten Wasserverbrauchs geht auf das Konto von industrieller Landwirtschaft, Bergbau und Schwerindustrie. Um Hunger und Armut zu beenden, müssen intakte Ökosysteme sowie der Zugang zu Wasser vorrangig für die kleinbäuerliche Nahrungsmittelproduktion geschützt und gefördert werden."

Ob Wasser in Zukunft in Quantität und Qualität noch ausreichend verfügbar ist und wer Zugang dazu hat, hängt mehr denn je von politischen Entscheidungen ab: „Eine Neujustierung ist längst überfällig. Die Bundesregierung muss Maßnahmen zur Vorbeugung von zukünftigen Konflikten um Wasser ergreifen und mit Antworten darauf auch international vorangehen. Aufgrund der veränderten Bedingungen durch die Klimakrise müssen alle Nutzergruppen ihren Beitrag leisten, nicht nur bewusster mit der kostbaren Ressource Wasser umzugehen, sondern ihren Umgang mit Wasser anzupassen. Hierbei sind die Belange der Daseinsvorsorge für eine sichere Trinkwasserversorgung und die des Naturhaushalts im Sinne des Gemeinwohls zuvorderst zu berücksichtigen", so Durmus Ünlü, Stellvertretender Geschäftsführer der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft und Koordinator der AG Wasser im Forum Umwelt und Entwicklung.
Pressemitteilung vom 19. März 2021
AG Wasser im Forum Umwelt und Entwicklung



5 Jahre EU-Türkei-Deal: Oxfam fordert Kurswechsel in der EU-Asylpolitik

18. März 2021 - 0:22

Ein grundlegender Kurswechsel in der EU-Asylpolitik ist überfällig

Oxfam und sieben weitere Nichtregierungsorganisationen fordern Schutz der Menschenrechte von Geflüchteten

Berlin, 18.03.2021. Katastrophale Lebensbedingungen in den Aufnahmelagern für Geflüchtete, illegale Pushbacks an den europäischen Außengrenzen und schleppende Asylverfahren für Schutzsuchende: All dies sind Folgen des EU-Türkei-Deals von 2016. Das kritisiert die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam heute anlässlich des fünften Jahrestages des Abkommens. Trotz dieses offensichtlich gescheiterten Ansatzes will die EU an ihrer Abschottungspolitik festhalten und im Rahmen ihres neuen Migrations- und Asylpaktes weiter fortsetzen. Oxfam und sieben weitere Organisationen fordern in einem offenen Brief einen grundlegenden Kurswechsel, der den Schutz geflüchteter Menschen gewährleistet.

Raphael Shilhav, Oxfams EU-Migrationsexperte im Büro Brüssel, kommentiert:

„Seit dem Inkrafttreten des EU-Türkei-Deals haben sich die Nachrichten von den griechischen Inseln fortwährend verschlimmert. Die EU versperrt mit ihrer Politik Schutzsuchenden systematisch den Weg in die Sicherheit. Deshalb sind die Menschen gezwungen, unter menschenunwürdigen Bedingungen zu leben. Sie schlafen in unbeheizten Zelten oder Containern und haben nur begrenzten Zugang zu fließendem Wasser und Strom. Vor allem Frauen berichten uns, dass sie sich nicht sicher fühlen, dass sie Gewalt, Belästigung und Ausbeutung ausgesetzt sind. Für diese dramatische humanitäre Krise ist die EU verantwortlich.

Die Verantwortlichen in Brüssel und den europäischen Hauptstädten dürfen ihre Augen vor der Realität auf den griechischen Inseln nicht länger verschließen und müssen ihren Verpflichtungen zum Schutz der Menschenrechte nachkommen. Anstatt mit dem Migrationspakt diese gescheiterte Politik in ganz Europa zu wiederholen, müssen sie die Sicherheit und Würde von Flüchtlingen und anderen Migranten garantieren."

In ihrem offenen Brief fordern Oxfam und sieben weitere Organisationen:

  1. Niemand darf inhaftiert werden, weil er Asyl sucht: Die neuen Pläne für Aufnahmezentren auf den griechischen Inseln sehen haftähnliche Bedingungen vor. Schutzsuchende Menschen dürfen so nicht untergebracht werden. Der Vorschlag der EU berücksichtigt auch nicht die besonderen Bedürfnisse von Menschen, die nach einer langen und gefährlichen Reise in Europa ankommen, insbesondere von Frauen und Mädchen.
  1. Asylsuchende müssen unter menschenwürdigen Bedingungen leben: Die EU darf ihre Menschenrechtsverpflichtungen nicht durch die rechtlich fragwürdige Schaffung einer Übergangsphase umgehen, in der das EU-Asylrecht nicht vollständig gilt. Asylsuchende, die europäisches Territorium erreichen und hier Asyl beantragen, genießen ohne Ausnahme den Schutz durch EU-Recht und nationale Gesetze.
  1. Asylsuchende müssen Zugang zu rechtlichem Beistand und Unterstützung haben: Das Asylverfahren ist kompliziert und Asylsuchende dürfen nicht von Informationen und rechtlichem Beistand durch NGOs und den UNHCR abgeschnitten werden. Der Versuch der EU, die Asylverfahren durch zügigere Grenzverfahren zu beschleunigen, sperrt Hilfsorganisationen aus und verletzt die Rechte der Asylsuchenden.
  1. Es muss eine wirksame unabhängige Aufsicht geben: Externe Kontrolleur*innen müssen Zugang zu den Aufnahmezentren haben, insbesondere Parlamentarier*innen und NGOs. Zudem stehen die EU und ihre Mitgliedsstaaten in der Verantwortung, unabhängige und effektive Kontroll- und Beschwerdemechanismen zu schaffen.

 

Hinweise:

  • Den von Oxfam und sieben weiteren Organisationen (Amnesty International, Caritas Europe, Danish Refugee Council, Greek Council for Refugees, Human Rights Watch, International Rescue Committee, Refugee Rights Europe) unterzeichnete Offenen Brief finden Sie hier.
  • Oxfam veranstaltet am 18. März 2021 gemeinsam mit Refugee Rights Europe eine Online-Veranstaltung zum Thema "5 Jahre EU-Türkei-Deal: Wie weiter in der EU-Flüchtlingspolitik?" Anmeldungen hier.
  • Anlässlich des fünften Jahrestages des EU-Türkei-Deals hat Oxfam eine Online-Chronologie erstellt.
  • Der EU-Türkei-Deal wurde am 18. März 2016 unterzeichnet. In dem Abkommen erklärt sich die Türkei bereit, „…die rasche Rückführung aller Migranten zu akzeptieren, die keinen internationalen Schutz benötigen und von der Türkei aus nach Griechenland einreisen, und alle in türkischen Gewässern aufgegriffenen irregulären Migranten zurückzunehmen." In der Folge wurden Asylsuchende gezwungen, auf den griechischen Inseln zu bleiben, um ihre Rückkehr in die Türkei zu beschleunigen. Tausende Menschen sitzen deshalb zum Teil seit Jahren auf den griechischen Inseln fest, unter menschenunwürdigen Bedingungen. Der EU-Migrationspakt versucht, diesen Ansatz zu kopieren, wobei eins der wichtigsten Elemente die Schaffung einer so eines Screening-Verfahrens, währenddessen das EU-Asylrecht noch nicht vollständig gilt. Werden diese Pläne umgesetzt, würden die Grundrechte in Europa nicht mehr für alle Menschen gelten.
  • Oxfam ist seit 2015 auf Lesbos tätig. Seit 2019 arbeitet Oxfam über lokale Partner, um Geflüchteten Zugang zu Rechtshilfe und finanzieller Unterstützung zu ermöglichen.  

Mehr unter www.oxfam.de 


Klimakiller EU-Mercosur-Abkommen stoppen!

15. März 2021 - 19:45

Protest vor der Brasilianischen Botschaft in Berlin


Berlin, 15.03.2021. Ein breites Bündnis von Nichtregierungsorganisationen und Initiativen protestiert heute vor der Brasilianischen Botschaft in Berlin gegen das geplante Handelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Vier Tage vor dem Globalen Klimastreik am kommenden Freitag machen die Organisationen damit auf die fatalen Auswirkungen aufmerksam, die das Abkommen auf das globale Klima sowie auf Umwelt und Menschenrechte hätte. Bauernvertreter*innen fahren zudem mit einem Trecker und Sojaschrotsäcken vor, um die Folgen der Futtermittelimporte in den Anbauländern und in Europa für Menschen und Umwelt zu verdeutlichen.


Transatlantische Erklärung gegen das Abkommen veröffentlicht

Ludwig Essig vom Umweltinstitut München erklärt: „Die neoliberale Handels- und Investitionspolitik der EU trägt zu einer dramatischen Verschärfung der sozialen und ökologischen Krisen bei. Das EU-Mercosur-Abkommen ist ein Paradebeispiel für Klimazerstörung. Wer Autos für Rindfleisch tauscht, verdrängt Artensterben, Klimakrise und Menschenrechtsverletzungen."

Sven Hilbig, Handelsexperte von Brot für die Welt, sagt: „Das EU-Mercosur-Abkommen wird die Menschenrechtslage in Brasilien noch weiter verschlechtern. Besonders betroffen wären Indigene und Kleinbauern, die durch die Regierung Bolsonaro vertrieben werden, um Platz für Sojaanbau und Rohstoffausbeutung zu schaffen. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen werden die Menschenrechte in Brasilien bereits jetzt systematisch durch die Regierung Bolsonaro verletzt. Wenn die Friedensnobelpreisträgerin EU eine wertegeleitete Handelspolitik verfolgen will, darf dieses Abkommen nicht zustande kommen."

Ein zentrales Ziel des EU-Mercosur-Abkommens ist es, die Importe von Fleisch, Soja und Ethanol in die EU zu erhöhen. All diese Produkte sind schon heute Ursachen für die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes. Ihre Erzeugung auszuweiten, treibt Brände und Abholzungen unmittelbar und unvermeidlich an. Im Gegenzug soll das Abkommen die Exportbedingungen für die deutsche Automobilindustrie verbessern.

Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, ergänzt: „Das Abkommen setzt Bäuerinnen und Bauern sowohl in der EU als auch im Mercosur einem steigenden Preisdruck aus. Es läuft den gesellschaftlichen und bäuerlichen Interessen diametral entgegen. Die Bundesregierung muss deshalb bei den anstehenden Entscheidungen um die EU-Agrarreform einen ehrlichen Systemwechsel vornehmen. Sie muss sich von der Billigexportstrategie verabschieden. Wir fordern einen nachhaltigen Agrarhandel mit strengen sozialen und ökologischen Standards. Dies muss sowohl für den Import von Agrargütern in die EU, aber genauso für den Export gelten."

Das EU-Mercosur-Abkommen steht seit langem in der Kritik – auf beiden Seiten des Atlantiks. Deswegen wird am heutigen Tag auch eine transatlantische Erklärung veröffentlicht. Weit über 400 Organisationen aus den Mercosur-Staaten und der EU, darunter knapp 50 Organisationen aus Deutschland, fordern darin, das Abkommen zu stoppen. Auch die Bevölkerung lehnt das Abkommen mehrheitlich ab: Drei von vier Bürger*innen in Deutschland sowie in der EU sprechen sich für seinen Stopp aus.



Weitere Informationen:

Erklärung des transatlantischen Bündnisses: stopeumercosur.org

EU-weite repräsentative Bevölkerungsumfrage zum EU-Mercosur-Abkommen:  www.sumofus.org/media/-of-the-public-ask-for-eu-mercosur-trade-deal-to-be-stopped-if-it-drives-deforestation—poll



Die Protestaktion wird durchgeführt von folgenden Organisationen: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., Attac, Bloque Latinoamericano, Brot für die Welt, Deutsche Umwelthilfe, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) e.V., Forum Umwelt und Entwicklung, Greenpeace, Misereor, NaturFreunde Deutschlands e.V., Netzwerk Gerechter Welthandel, Parents for Future Berlin, PowerShift e.V., Umweltinstitut München e.V.

Über 13 Millionen Menschen auf der Flucht - Syrien nach 10 Jahren: Größte Flüchtlingskrise unserer Zeit

12. März 2021 - 10:49
Syrien nach 10 Jahren: Größte Flüchtlingskrise unserer Zeit

Zehn Jahre Gewalt, 6,7 Millionen Binnenvertriebene sowie 6,6 Millionen syrische
Flüchtlinge weltweit: Die Krise in Syrien hat laut UNO-Flüchtlingshilfe zur bisher
größten Fluchtbewegung im 21. Jahrhundert geführt. Die Zukunft einer ganzen Generation von Syrer*innen, aber auch der Region steht auf dem Spiel. Denn die Nachbarländer, die selbst vor großen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen stehen, unternehmen zudem viele Anstrengungen für die Geflüchteten. Im Vergleich zur Einwohnerzahl hat der Libanon weltweit am meisten syrische Flüchtlinge aufgenommen - trotz Wirtschaftskrise, Inflation und hoher Arbeitslosigkeit. Auch nach zehn Jahren bleibt die größte
Herausforderung die Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge in den
Aufnahmeländern der Region - insbesondere in Zeiten der Pandemie.

"Diese Dekade der Gewalt führt vor allem Kinder und Jugendliche in die
Perspektivlosigkeit. Fast die Hälfte der syrischen Flüchtlinge in der Region sind
unter 18 Jahre alt. Sie brauchen Bildung, ein Zuhause und genug zu essen. Neben
Frieden die einzige Zukunftschance für Syrien", mahnt Peter Ruhenstroth-Bauer,
Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, nationaler Partner des
UN-Flüchtlingshilfswerkes (UNHCR). 
Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen 
Der UNHCR leistet seit dem Beginn der Krise 2011 lebensrettende Hilfe für syrische Flüchtlinge. Die Menschen erhalten Nothilfegüter wie Wasserkanister, Decken, Kleidung und sichere Unterkünfte. Hinzu kommen Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie, denn viele Flüchtlinge in den Nachbarländern haben ihr Einkommen verloren. Die medizinische Versorgung ist eingeschränkt. Die Situation im Libanon ist besonders dramatisch: 89 Prozent der syrischen Flüchtlinge im Land leben inzwischen in extremer Armut, 2019 waren es noch 55 Prozent.

Die Bildung von vertriebenen syrischen Kindern wurde durch COVID-19 stark
beeinträchtigt, und die Zahl der syrischen Flüchtlingskinder, die eine Schule besuchen oder am virtuellen Unterricht teilnehmen können, ist zurückgegangen. Schon vor der Pandemie hatte mehr als ein Drittel der syrischen Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter keinen Zugang zu Bildung. Doch es gibt auch positive
Nachrichten: Das weltweit erste COVID-19-Impfzentrum in einem Flüchtlingscamp wurde im Februar 2021 in Jordanien eröffnet. Das Zentrum wird vom jordanischen Gesundheitsministerium betrieben und durch den UNHCR unterstützt.

PRESSEMELDUNG DER UNO-FLÜCHTLINGSHILFE 08/2021, Bonn, 12. März 2021 

Ohne Impfgerechtigkeit mutiert Corona zum Hungervirus

11. März 2021 - 11:43
(Optional) Dieser Text erscheint NUR in der Vorschau, jedoch nicht der Haupt-E-Mail .

Ohne Impfgerechtigkeit kein Ende der Pandemie

Corona mutiert zum Hungervirus in armen Ländern

Bonn/Berlin, 08.03.2021. Vor der anstehenden Tagung des WTO-TRIPS-Rates am 10. März warnt die Welthungerhilfe, dass Corona immer rascher zu einem Hungervirus in armen Ländern mutiert und so Entwicklungserfolge der letzten Jahrzehnte zunichtemacht. Zu Beginn der Pandemie hatte die internationale Gemeinschaft zugesagt, vorhandene Impfstoffe weltweit gerecht zu verteilen. Nach mehr als einem Jahr von Lockdowns sowie Millionen Infizierter und Toter ist von diesem Versprechen wenig übrig. Während sich die reichen Länder die Mehrheit der verfügbaren Impfdosen durch Verträge gesichert haben, sind viele ärmere Länder weitgehend leer ausgegangen, viele davon in Afrika. Zwar hat die Impfallianz COVAX damit begonnen, gerade diese Länder mit Impfstoffen zu versorgen, doch das Tempo ist zu langsam. Daher sollte jetzt über die vorübergehende Aussetzung der Patente für Corona-Impfstoffe entschieden werden. So könnte die globale Impfstoffproduktion an zusätzlichen Standorten weltweit zügig ausgebaut werden.

„Die EU und Deutschland sollten gemeinsam mit rund 100 weiteren Staaten für die vorübergehende Aussetzung der Patente für Corona-Impfstoffe auf Antrag von Indien und Südafrika stimmen. Für viele Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern bedeutet eine rasche Impfung auch Schutz vor einem noch dramatischeren Absturz in Hunger und Armut. Gerade in Regionen mit schwachen Gesundheitssystemen ist der rasche Zugang zu Impfstoffen eine Entscheidung über Leben und Tod. Die EU-Stimmen sind entscheidend dafür, dass die notwendige Dreiviertelmehrheit bei der WTO für die Patentfreigabe erreicht wird,“ fordert Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie fordern gerade von armen Menschen einen hohen Preis. Lockdowns in Indien, Zimbabwe oder Sierra Leone haben dazu geführt, dass Tagelöhner oder Saisonarbeiter in der Landwirtschaft ihr Einkommen und damit ihre Ernährungsgrundlage verloren haben. In Krisengebieten wie der Demokratischen Republik Kongo oder Syrien verschärft Corona die Not von Menschen, die bereits alles verloren haben und an Hunger und Krankheiten leiden. Laut UN-Prognosen kann die Zahl der Hungernden um bis zu 130 Millionen Menschen steigen und 150 Millionen werden zusätzlich in bittere Armut abrutschen.

„Allen Menschen weltweit den Zugang zu einer Impfung zu ermöglichen ist eine Frage der Gerechtigkeit. Es ist aber auch eine Entscheidung darüber, wie lange uns die Pandemie mit ihren Mutationen selbst in den reichen Ländern noch im Griff hat“, betont Mathias Mogge. „Sonst sterben viele Menschen weltweit nicht unmittelbar an der Pandemie, sondern am Hungervirus im Zuge der wiederkehrenden Lockdowns.“


 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 9.830 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 3,95 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.




Mehrheit der ärmsten Länder hat noch keine einzige Impfdosis verabreicht

11. März 2021 - 11:42
Die USA, Großbritannien und die EU blockieren Vorschläge, das Patentrecht auszusetzen, zwei Drittel der Deutschen sind jedoch dafür

Berlin, 10.03.2021. Ein Jahr nach der Ausrufung der COVID-19-Pandemie stehen Länder mit niedrigem Einkommen vor kritischen Engpässen in der medizinischen Versorgung. Die Mehrheit von ihnen war bisher noch nicht in der Lage, eine einzige Dosis eines COVID-19-Impfstoffs zu verabreichen. Davor warnt die „People's Vaccine Alliance", ein Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International, Global Justice Now, UNAIDS, und Oxfam. Gleichzeitig blockieren wirtschaftlich privilegierte Länder wie die USA und Großbritannien sowie die EU den Vorschlag, die Ausweitung der Produktion von Impfstoffen zu ermöglichen, indem die Monopole der Pharmakonzerne außer Kraft gesetzt werden. Eine Umfrage zeigt, dass zwei Drittel der Deutschen dies befürworten würden.

Am 10. und 11. März werden mehr als 100 Länder, angeführt von Südafrika und Indien, bei der WTO erneut für einen Verzicht auf die handelsbezogenen Aspekte des geistigen Eigentums (TRIPS) plädieren. Das würde rechtliche Hindernisse beseitigen, damit mehr Länder und Hersteller Impfstoffe produzieren könnten. Zwar werden in den kommenden Tagen weitere Dosen aus der COVAX-Initiative der Weltgesundheitsorganisation ausgeliefert, trotzdem können nur drei Prozent der Menschen in Ländern des Globalen Südens darauf hoffen, bis Mitte des Jahres geimpft zu werden. Bis Ende 2021 könnten es bestenfalls ein Fünftel sein.

Mehr als zwei Drittel der Deutschen für Aussetzung des Patentschutzes

Im Auftrag der „People's Vaccine Alliance" hat YouGov in den USA, Frankreich, Deutschland und Großbritannien eine Meinungsumfrage durchgeführt. Das Ergebnis: Mehr als zwei Drittel der Menschen in diesen Ländern (Deutschland: 70 Prozent) sind der Meinung, dass Regierungen dafür sorgen sollten, dass Impfstoff-Technologie und Know-how mit qualifizierten Herstellern auf der ganzen Welt geteilt werden, anstatt das Eigentum weniger Pharmariesen zu bleiben. Die Entwickler von Impfstoffen sollten dafür jedoch angemessen entschädigt werden. Drei Viertel (75 Prozent) der Befragten in Deutschland sind außerdem der Meinung, dass eine weitere Ausbreitung von COVID-19 in anderen Teilen der Welt ein erhebliches Risiko für die deutsche Wirtschaft darstellt.

Die Geschäftsführerin von Oxfam International, Gabriela Bucher, sagt: „Weltweit sind bereits zweieinhalb Millionen Menschen durch diese brutale Krankheit gestorben. Indem sie einer kleinen Gruppe von Pharmaunternehmen erlauben, zu entscheiden, wer lebt und wer stirbt, verlängern wirtschaftlich privilegierte Nationen den beispiellosen globalen Gesundheitsnotstand und setzen unzählige weitere Leben aufs Spiel."

Nobelpreisträger Professor Muhammad Yunus, einer der Gründer der „People's Vaccine Alliance": „Unser Vorschlag ist ein Akt menschlicher Solidarität – und im eigenen Interesse der reichen Welt. Es ist unfair, dass wirtschaftlich privilegierte Länder, die selbst genug Impfstoff gekauft haben, die TRIPS-Ausnahmeregelung blockieren. Sie könnte ärmeren Ländern helfen, dringend benötigte Impfdosen zu bekommen."

Nick Dearden, Direktor von Global Justice Now, ergänzt: „Ein Jahr nach Beginn der Pandemie ist es ein Skandal, dass Impfstofffabriken stillstehen und nicht in der Lage sind, COVID-19-Impfstoffe zu produzieren, weil wirtschaftlich privilegierte Länder den Patenten von Pharmaunternehmen Vorrang vor dem Leben von Menschen geben. Die globale Aussetzung von Patenten ist notwendig, um die Produktion dieser Impfstoffe überall zu beschleunigen."

Parallelen zu AIDS: Die Geschichte darf sich nicht wiederholen

„People's Vaccine Alliance" warnt vor der Gefahr, dass sich in Südafrika, Malawi und anderen afrikanischen Nationen die Geschichte wiederholt. In den frühen 2000er-Jahren starben Millionen von Menschen, weil Pharmamonopole die Behandlung von HIV/AIDS unerschwinglich gemacht hatten. Die Pharmamonopole wurden schließlich jedoch überstimmt und ermöglichten die Massenproduktion von günstigeren Medikamenten für HIV-Positive/AIDS-Kranke, die Millionen von Menschen eine Zukunft ermöglichten.

Lois Chingandu, Aktivist und Leiter des Bereichs Evidence and Influence bei Frontline AIDS, sagt: „Ich habe in Simbabwe viele Freunde an Covid verloren. Es ist eine grausame Ironie, dass Aktivisten, die unermüdlich für kostenlose Medikamente gegen HIV/AIDS gekämpft haben, nun an COVID-19 sterben, weil wieder einmal die Pharmaprofite über das Leben der Menschen gestellt werden."

Winnie Byanyima, Exekutivdirektorin von UNAIDS, sagt: „Die People's Vaccine Alliance prangert Heuchelei und kurzsichtige Eigeninteressen an. Sie machen den Kampf zunichte, das Virus unter Kontrolle zu bekommen. Nur eine echte globale Mobilisierung der Impfstoffproduktion kann helfen, die Anzahl der verfügbaren kostengünstigen Impfdosen schnell zu erhöhen."

Hinweise:

  • Daten von OurWorldInData, Bloomberg, der Johns-Hopkins-Universität und zusätzlichen Recherchen zeigen, dass von den 79 Ländern mit niedrigem und unterem mittleren Einkommen (Weltbank-Klassifizierung), die Mehrheit (mindestens 47 Länder) noch nicht mit dem Impfen begonnen hat. Diese Zahl entspricht dem Stand vom 4. März und berücksichtigt die gemeldeten geplanten Lieferungen von COVAX-Impfstoffen in den kommenden Tagen.
  • Die YouGov-Umfrageergebnisse für die einzelnen Länder: USA - 69 Prozent, Frankreich - 63 Prozent, Deutschland - 70 Prozent und Großbritannien - 74 Prozent. Das ergibt einen kombinierten Durchschnitt von 69 Prozent. Alle Zahlen stammen von YouGov Plc. Die Gesamtgröße der Stichprobe betrug 1.351 Erwachsene in den USA, 1.788 Erwachsene in Großbritannien, 1.010 Erwachsene in Frankreich und 2.039 Erwachsene in Deutschland. Die Umfrage wurde zwischen dem 23. und 26. Februar 2021 online durchgeführt. Die Zahlen wurden gewichtet und sind repräsentativ für alle Erwachsenen (ab 18 Jahren) in jedem der vier Länder.
  • In Ländern wie Südsudan, Jemen und Malawi kam es in den letzten Monaten zu einem dramatischen Anstieg der COVID-Fälle. Als die südafrikanische Mutation sich in Malawi auszubreiten begann, gab es dort beispielsweise einen Anstieg der Fälle um 9500 Prozent. Unter anderem starben dort zwei Kabinettsminister am selben Tag.

UNICEF: Covid-19 macht Fortschritte für Kinder zunichte

11. März 2021 - 11:39
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UNICEF: Covid-19 macht Fortschritte für Kinder zunichte

© UNICEF/Panjwani

New York/ Köln, den11. März 2021 // Vor genau einem Jahr erklärte die WHO Covid-19 zur globalen Pandemie. Neue UNICEF-Daten zeigen die verheerenden weltweiten Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche.

„Ein Jahr nach der Covid-19-Pandemie sind die Fortschritte in nahezu allen wichtigen Bereichen der Kindheit rückläufig", sagte Henrietta Fore, UNICEF-Exekutivdirektorin. „Die Anzahl der Kinder, die hungern, einsam sind, unter Gewalt leiden, Angst haben, in Armut leben und zur Ehe gezwungen werden, ist gestiegen. Gleichzeitig hat sich ihr Zugang zu Bildung, sozialer Teilhabe und grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheit, Ernährung und Schutz verschlechtert. Die Anzeichen dafür, dass Kinder in den kommenden Jahren die Narben der Pandemie tragen werden, sind unverkennbar." 

Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche:

  • Die Auswertung von Daten zeigt, dass bis März dieses Jahres 13 Prozent von 71 Millionen Covid-19-Infektionen in 107 Ländern (62 Prozent aller weltweiten Infektionen), für die entsprechende Informationen vorliegen, auf Kinder und Heranwachsende unter 20 Jahren entfielen.
  • In Entwicklungsländern wird Kinderarmut voraussichtlich um rund 15 Prozent zunehmen. Hochrechnungen zufolge werden in diesen Ländern 140 Millionen Kinder zusätzlich in Haushalten unterhalb der Armutsgrenze leben.
  • Für mehr als 168 Millionen Kinder weltweit sind seit fast einem Jahr Schulen aufgrund von Lockdowns wegen der Covid-19-Pandemie vollständig oder teilweise geschlossen. Zwei Drittel dieser Länder gehören zu Lateinamerika und der Karibik.
  • Mindestens eins von drei Schulkindern konnte während der Schulschließungen nicht am Distanzunterricht teilnehmen.
  • Bis zum Ende des Jahrzehnts könnten zehn Millionen zusätzliche Kinderehen geschlossen werden. Dies gefährdet die jahrelangen Fortschritte bei der Bekämpfung dieser Praxis.
  • Mindestens eins von sieben Kindern und Jugendlichen hat den größten Teil des letzten Jahres zu Hause verbracht, was zu Angstgefühlen, Depressionen und Isolation führte.
  • Bis November 2020 waren mehr als zwei Drittel der Dienste im Bereich der psychischen Gesundheit für Kinder und Jugendliche unterbrochen.
  • Nach Prognosen bis November 2020 könnten im zurückliegenden Jahr zusätzlich sechs bis sieben Millionen Kinder unter fünf Jahren an Auszehrung oder akuter Mangelernährung gelitten haben, was zu 54 Millionen ausgezehrten Kindern führen würde. Dies entspricht einer Zunahme um 14 Prozent. Vor allem in den Ländern Afrikas südlich der Sahara und in Südasien könnten hierdurch jeden Monat 10.000 Kinder zusätzlich sterben. Die Ernährungssituation könnte sich zusätzlich verschlechtern, weil 40 Prozent weniger Kinder und Frauen durch Ernährungshilfen und entsprechende Beratung erreicht werden.
  • Aufgrund der Pandemie mussten in 26 Ländern Impfkampagnen gegen Masern gestoppt werden. Dadurch waren bis November 2020 mehr als 94 Millionen Menschen dem Risiko ausgesetzt, keine Impfung zu erhalten.
  • Im November 2020 hatten Geflüchtete und Asylsuchende in 59 Ländern mit entsprechenden Daten aufgrund von Grenzschließungen und zunehmender Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung keinen Zugang zu Maßnahmen zur sozialen Sicherung aus Anlass der Covid-19-Pandemie.
  • Weltweit haben rund drei Milliarden Menschen zu Hause keine Möglichkeit, sich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. In den am wenigsten entwickelten Ländern verfügen fast drei Viertel der Menschen zu Hause, mehr als zwei Drittel der Schulen und ein Viertel der Gesundheitseinrichtungen nicht über die grundlegende Ausstattung zum Händewaschen. Jeden Tag sterben durchschnittlich 700 Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten, die durch einen Mangel an Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene verursacht werden.

„Bei allen Maßnahmen zum Wiederaufbau unserer Welt nach Covid-19 müssen Kinder im Zentrum stehen", sagte Fore. „Dies bedeutet, dass Schulen bei Lockerungsplänen Vorrang haben. Dies bedeutet Familien sozialen Schutz einschließlich Geldtransfers zu gewähren. Und das bedeutet, dass der Zugang zu kritischen Diensten für die am stärksten gefährdeten Kinder gewährleistet sein muss. Nur dann können wir diese Generation davor schützen, eine verlorene Generation zu werden."


Keine Atempause für syrische Kinder | UNICEF

10. März 2021 - 16:11
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UNICEF zum 10. Jahrestag des Bürgerkriegs in Syrien am 15. März

Keine Atempause für syrische Kinder 

Gewalt, Armut, Kinderarbeit und fehlende Bildung gefährden Millionen Kinder

© UNICEF/UN0405681/Akacha

Köln/Berlin, den 10. März 2021 // Laut UNICEF ist die Situation der syrischen Kinder nach fast einem Jahrzehnt der Gewalt heute schlimmer als je zuvor. Tagtäglich werden Mädchen und Jungen ihrer elementaren Rechte beraubt. Rund 12.000 Kinder wurden seit dem Beginn des Krieges getötet oder verletzt. Im vergangen Jahr verloren 511 Jungen und Mädchen ihr Leben und 699 wurden verletzt. Dies sind lediglich die verifizierten Fälle. Trotz eines Rückgangs der Gewalt dokumentierten die Vereinten Nationen 2020 weiterhin 61 Angriffe auf Schulen und 29 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen.

Der Syrien-Konflikt hat zudem zu einer der schlimmsten Bildungskatastrophen in der jüngeren Geschichte geführt. Fast 2,5 Millionen Kinder in Syrien und 750.000 geflüchtete Mädchen und Jungen in den Nachbarländern können derzeit keine Schule besuchen. Innerhalb des Landes sind heute allein sechs Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen.

„Syrien ist die größte Tragödie dieses Jahrhunderts. Nach 10 Kriegsjahren sind 22 Millionen Menschen im ganzen Krisenbogen auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Eine ganze Generation syrischer Kinder kennt nichts als Angst und Not. Corona kommt jetzt noch hinzu", sagte Bundesminister Dr. Gerd Müller. „In dieser Situation fehlten im letzten Jahr 5,4 Milliarden Dollar, um die wichtigsten Hilfsbedarfe zu decken. Das ist ein unglaublicher Skandal! UNICEF und das Welternährungsprogramm mussten bereits Bildungs- und Schutzmaßnahmen aussetzen. Auf der Syrienkonferenz Ende März müssen alle Geber ihre Anstrengungen verstärken. Und wir brauchen einen neuen Anlauf für einen dauerhaften Frieden. Denn ein ‚weiter so' für die nächsten 10 Jahre kann es nicht geben."

„Die Kinder in Syrien sehnen sich nach Sicherheit, nach Schulen und einer besseren Zukunft für sich und ihr Land. Doch Not und Entbehrungen sind für sie bis heute zu einem traurigen Dauerzustand geworden. Auch mit dem Abflauen der Gewalt ist eine Atempause für die Kinder nicht in Sicht", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Wir setzen alles daran, Kinder und ihre Familien zu stärken und ihnen insbesondere Zugang zu Bildung und Lernangeboten zu ermöglichen. Denn Bildung ist der Schlüssel für die Rückkehr zu einem friedlichen Zusammenleben."

Während die Augen der Weltöffentlichkeit vor allem auf die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie gerichtet waren, hat sich die Lage der Familien in Syrien im vergangenen Jahr weiter verschlechtert. Die Wirtschaft befindet sich im Sinkflug. Immer mehr Eltern wissen nicht, wie sie die Mittel aufbringen können, um ihre Kinder zu ernähren. Nach aktuellen Schätzungen leiden bereits eine halbe Million syrischer Kinder an chronischer Mangelernährung. Im Nordwesten und im Nordosten des Landes ist nahezu jedes dritte Kind chronisch mangelernährt. Immer öfter sehen Eltern keine andere Wahl, als ihre Kinder arbeiten zu lassen oder sie früh zu verheiraten.

Besonders dramatisch ist die Lage der Zivilbevölkerung im Norden Syriens. Millionen binnenvertriebene Kinder im Nordwesten des Landes leiden in Zelten, Notunterkünften oder auf Baustellen unter dem langen und harten Winter. Drei Viertel der Kinder, die im letzten Jahr getötet wurden, kamen in dieser Region ums Leben. Sie verzeichnet zudem 93 Prozent der Angriffe auf Schulen und 73 Prozent der Rekrutierungen und Kampfeinsätze von Minderjährigen. Vor dem Hintergrund wachsender Armut schließen sich viele der Kinder den bewaffneten Gruppierungen an, um ihre Familien zu unterstützen. Im Nordosten warten im Lager Al Hol und anderen Camps und Gefängnissen immer noch 22.000 Kinder und Jugendliche aus schätzungsweise 60 Ländern darauf, in ihre Heimatländer ausreisen zu können.

Auch die Lage der geflüchteten Familien in den Nachbarländern Jordanien, Libanon, Irak, Türkei sowie in Ägypten bleibt schwierig. Syriens Nachbarländer haben trotz eigener wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen 83 Prozent aller geflüchteten Menschen aus Syrien aufgenommen. Die Covid-19-Pandemie und andere Herausforderungen haben dazu geführt, dass das Bruttoinlandsprodukt in den Nachbarländern Syriens um bis zu 15 Prozent gesunken ist. Dadurch sind immer mehr Eltern und Kinder von Armut bedroht.

„Trotz der großen Not der syrischen Kinder sehen wir immer wieder unglaubliche Beispiele von Resilienz und Entschlossenheit in Syrien. Zehn Jahre nach Beginn des brutalen Konflikts verfolgen die Kinder und die Menschen in Syrien weiterhin ihre Träume. Kinder sind die Zukunft des Landes und unsere Inspiration. Sie brauchen weiterhin unsere Unterstützung, damit sie mit den nötigen Fähigkeiten ausgestattet sind, um Syrien wiederaufzubauen, wenn der Frieden zurückkehrt", sagte Ted Chaiban, UNICEF-Regionaldirektor für den Mittleren Osten und Nordafrika.

UNICEF unterstützt gemeinsam mit seinen Partnern Millionen syrischer Mädchen und Jungen in Syrien, Jordanien, Irak, Libanon, in der Türkei und Ägypten. Der Einsatz ist eine der größten Hilfsoperationen in der Geschichte des internationalen Kinderhilfswerks. 2020 hat UNICEF beispielsweise dazu beigetragen, dass mehr als 2,6 Millionen Kinder in Syrien gegen Kinderlähmung geimpft wurden. Rund 900.000 Mädchen und Jungen in Syrien und den Nachbarländern erhielten routinemäßige Schutzimpfungen oder wurden gegen Masern geimpft. 3,7 Millionen Kinder konnten mit Lernprogrammen erreicht werden und rund 400.000 Kinder haben psychosoziale Hilfe erhalten. Das BMZ ist eine der wichtigsten Stützen dieser Arbeit.

In diesem Jahr benötigt UNICEF 1,4 Milliarden US-Dollar, um syrische Kinder in Syrien und seinen Nachbarländern zu unterstützen.

» Zahlen und Fakten zur Situation der Kinder sind hier verlinkt.

» Kinder-Porträts aus Syrien: 12 Gesichter, 12 Schicksale


Newsletter der Agrar Koordination März 2021

4. März 2021 - 23:03
Donnerstag, 4. März 2021 Online-Dialoge "Ernährung und Demokratie" gerecht, gesund, global - Unsere Ernährungssysteme mitgestalten UNSERE IDEE
Wir nehmen den Welternährungsgipfel zum Anlass und laden euch ein, mit uns die Zukunft eines nachhaltigen Ernährungssystems zu entwerfen. Wir möchten lokale, regionale und bundesweite Initiativen, Aktivist*innen und Akteur*innen zusammenbringen, um Erfahrungen auszutauschen und über die Gestaltung nachhaltiger Ernährungssysteme zu diskutieren. Welche Initiativen funktionieren? Warum? Wo hat die lokale Politik solche Initiativen erfolgreich unterstützt, wo gibt es Barrieren?
In drei digitalen Dialogforen wollen wir den Raum für den Austausch von Ideen und Erfahrungen sowie für die Vernetzung von Initiativen und Akteur*innen öffnen.   TERMINE 1.) DIENSTAG, 16. MÄRZ 2021 VON 15:00-18:00 UHR
ERNÄHRUNG UND DEMOKRATIE – OFFENER AUSTAUSCH I
u.a. mit Prof. Dr. Regina Birner zu Steuerungsproblemen von Ernährungssystemen
Hier geht es zur Anmeldung
2.) MITTWOCH, 14. APRIL 2021 VON 17:00-20:00 UHR
ERNÄHRUNG UND DEMOKRATIE – OFFENER AUSTAUSCH II
u.a. mit Prof. Dr. Antonio Andrioli über Erfolge und aktuelle Herausforderungen der agrarökologischen Bewegung in Südbrasilien
und Prof. Dr. Stefan Selke zu Utopien sind nichts für Weicheier - Ernährung als Element der Zukunfts(mit)gestaltung im offenen Gesellschaftslabor
Hier geht es zur Anmeldung 
3.) FREITAG, 18. JUNI 2021 VON 11:00-17:00 UHR
MIT VORTRÄGEN UND ANSCHLIESSENDEM AUSTAUSCH
STÄDTISCHE ERNÄHRUNGSSYSTEME DEMOKRATISCH GESTALTEN –
EIN AUSTAUSCH ZWISCHEN LOKALPOLITIK, WISSENSCHAFT UND BÜRGER*IN
ANMELDUNG: Link folgt   WOLLT IHR MITWIRKEN? Wir freuen uns über Einblicke in Eure Arbeit, Erfahrungen oder Standpunkte!
Schreibt eine Mail an: Jana Zotschew (ernaehrungssysteme[at]agrarkoordination.de)   und nutzt unsere Digitale Pinnwand
Hier könnt Ihr ab sofort Eure Vorschläge für die Stärkung lokaler Ernährungssysteme eintragen.

WEITERE INFOS
Schaut Euch unser Video an: Gerecht, gesund, global - unser Ernährungssystem mitgestalten

Alle Infos gebündelt in unserer Einladung   Die Online-Dialoge werden veranstaltet von: Agrar Koordination, Ernährungsdemokratie jetzt! Netzwerk der Ernährungsräte, FIAN Deutschland, Forum Umwelt und Entwicklung und Inkota Netzwerk.   Gutes Essen macht Schule Online-Dialogreihe: Nachhaltige Kita- und Schulverpflegung – was können Kommunalpolitik und Träger dazu beitragen? Für eine nachhaltigere Gestaltung unseres Ernährungssystems spielt ein Systemwechsel in der Kita- und Schulverpflegung eine wichtige Rolle – dies bestätigte 2020 auch der Wissenschaftlicher Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit einem Gutachten.
Viele Kitas und Schulen sowie Caterer zeigen bereits, wie eine nachhaltige Kita- und Schulverpflegung erfolgreich umgesetzt werden kann. Doch gleichzeitig besteht an vielen Einrichtungen noch großer Handlungsbedarf. Um den Systemwandel zu beschleunigen und für eine flächendeckende Umsetzung zu sorgen, ist mehr Engagement auch von Seiten der Politik gefragt.
Wie können kommunalpolitische Beschlüsse bewirken, dass die Kita- und Schulverpflegung nachhaltiger gestaltet wird? Welche rechtlichen Handlungsspielräume gibt es für Nachhaltigkeitsvorgaben in Ausschreibungen und Verträgen für die Kita- und Schulverpflegung? Und wie steht es um die Legitimität und Akzeptanz politischer Vorgaben für die Verpflegung an Kitas und Schulen?
Diese und weitere spannende Fragen werden wir in einer Online-Dialogreihe mit verschiedenen Expert*innen und Politiker*innen beleuchten. Termine: Mittwoch, 5.5.21: Nachhaltige Kita- und Schulverpflegung – eine politische Aufgabe
Mittwoch, 2.6.21:  Biostädte – Pioniere für eine nachhaltige Kita- und Schulverpflegung
Mittwoch, 25.8.21: Wie Fair Trade Towns den fairen Handel an Kitas und Schulen bringen können
Mittwoch, 29.9.21: Veggydays und Meatdays – Klimapolitik beim Essen: Welche Legitimität haben Speiseplan-Vorgaben für die Kita- und Schulverpflegung?

Aktuelle Infos zu den einzelnen Terminen folgen in Kürze hier: Projekt Gutes Essen macht Schule
Anmeldung bitte per E-Mail an: gutes-essen-macht-schule@agrarkoordination.de
Kontakt: julia.sievers@agrarkoordination.de
    Jugendbildungsprojekt BIOPOLI Wissen zur nachhaltigen Ernährung online vermitteln Für die Mehrzahl der Lehrer*innen und Schüler*innen ist Distanzunterricht weiterhin die aktuelle Lernform. Die Agrar Koordination hat dafür virtuelle Lerneinheiten entwickelt, die grundlegendes Wissen rund um Ernährung und Nachhaltigkeit vermitteln. Dazu gehören Quizze, Lernsnacks und Sofa-Ralleys. Die insgesamt 13 Themeneinheiten drehen sich um den Klimawandel, unseren Fleischkonsum und die Lebensmittelverschwendung. Darüber hinaus werden Aspekte wie Gentechnik, Pestizide und der Weltagrarhandel aufgegriffen. Zu den Fragen und Antworten erhalten die Schüler*innen jeweils weitere Hintergrundinformationen. Lehrer*innen können die Angebote in ihren Unterricht einbauen.   Alle Online-Lernangebote eignen sich ab Klasse 9, Jugendliche ab 14 Jahren können so ihr Wissen erweitern. Ein Quiz und die Lernsnacks dauern etwa zehn Minuten, die Sofa-Ralleys versprechen 45 Minuten Spannung.
Die Lernangebote sind unter folgenden Link abrufbar und können ohne vorherige Anmeldung kostenlos ausprobiert werden: Quizze und Lernsnacks

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: Biopoli   Bildungsprojekt: „Land und Wirtschaft – wer erntet?“
Vorträge und Workshops zu agrarpolitischen und entwicklungspolitischen Themen   Zu agrar- und entwicklungspolitischen Themen bietet die Agrar Koordination Workshops für Jugendliche und Erwachsene an. Das Angebot ist online möglich.
Die Agrar Koordination zeigt an Beispielen aus Tansania und Deutschland auf, wie sich die jetzigen EU-Agrarpolitik und die deutsche und internationale Zusammenarbeit auf eine bäuerliche und zukunftsfähige Landwirtschaft auswirken. In den Workshops geht es vor allem auch darum, den Bogen zu der eigenen Ernährung zu spannen und zukunftsfähige Alternativen kennenzulernen.
Die Workshops können als 90-minütige oder dreistündige Bildungsveranstaltung gebucht werden. Der Eigenanteil der Veranstalter beträgt bei 90 Minuten 40 €, bei 3 Zeitstunden 60 €.
Hier geht es zur Anmeldung
Hier gibt es weitere Informationen zur Ausstellung und zum Projekt
    Unser Engagement   40 Jahre Agrar Koordination - 40 Jahre für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, gerechte Agrarpolitik und nachhaltige Ernährung
Die Agrar Koordination engagiert sich seit 40 Jahren mit entwicklungspolitischer Bildungs-, Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und klimafreundliche Ernährungsweise im Globalen Norden und Süden.
Unterstützen Sie uns durch eine Spende bei unserer Arbeit für eine gerechte und umweltverträgliche Agrar- und Entwicklungspolitik, um Armut und Hunger weltweit zu überwinden!
 
Spendenkonto:
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IBAN: DE 29 4306 0967 2029 5635 00
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GLS Bank   Wir danken für Ihre/Eure Unterstützung
und
wünschen Euch / Ihnen viel Spaß und interessante Anregungen bei unseren Angeboten!


Das Team der Agrar Koordination       Agrar Koordination
Forum für internationale Agrarpolitik e.V.

Nernstweg 32, 22765 Hamburg, Vereinsregister Hamburg: VR 11633
Vertreten durch: Claudia Leibrock (Vorsitzende), Alfons Üllenberg, Irina Cachay
Telefon: 040-39 25 26, E-Mail: info@agrarkoordination.de

www.agrarkoordination.de

Geschlechtergerechtigkeit - Großer Nachbesserungsbedarf beim Referent*innenentwurf zum Lieferkettengesetz

4. März 2021 - 11:46
Pressemitteilung zum Internationalen Frauen*tag 2021: 
Geschlechtergerechtigkeit - Großer Nachbesserungsbedarf beim Referent*innenentwurf zum Lieferkettengesetz

Anlässlich des internationalen Frauen*tags weisen das Global Policy Forum, FIAN Deutschland, Women Engage for a Common Future, die Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt, das CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, FEMNET, der Marie-Schlei-Verein und TransFair / Fairtrade Deutschland darauf hin, dass im vorliegenden Referent*innenentwurf für ein Lieferkettengesetz Geschlechtergerechtigkeit nicht ausreichend berücksichtigt ist. Der von der Bundesregierung vorgestellte Kompromiss spiegelt Deutschlands Verpflichtungen, gegen Frauendiskriminierungen vorzugehen, nicht angemessen wider. Im anstehenden parlamentarischen Überarbeitungsprozess sind Korrekturen dringend notwendig. Hierzu fordern die Organisationen die Bundestagsabgeordneten auf.

 

Der Kompromiss hätte ein Meilenstein im internationalen Kampf für Geschlechtergerechtigkeit sein können. Doch die Bundesregierung hat diese Chance nicht genutzt. Bereits in dem Positionspapier „Geschlechtergerechtigkeit in globalen Lieferketten – Forderungen an Politik und Unternehmen" (Juli 2020) stellten die acht Organisationen in einem Bündnis mit vier weiteren Nicht-Regierungsorganisationen dar, dass Frauen* in globalen Wertschöpfungsketten vielfach benachteiligt und größeren sowie anderen Risiken ausgesetzt sind als Männer. Ein Lieferkettengesetz muss daher auch ausdrücklich geschlechtergerecht sein.

 

"Ein Lieferkettengesetz das nur die direkten Zulieferbetriebe umfasst, ist seinen Namen nicht wert. Nur ein Gesetz, das zur menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfalt entlang der gesamten Lieferkette verpflichtet, wird tatsächliche Veränderungen für die Betroffenen erzielen und zur Überwindung von Geschlechterungleichheiten beitragen können. Schließlich sind es vor allem Frauen, die in der Produktion am Anfang vieler Lieferketten stehen," erklärt Karolin Seitz, Leiterin des Programmbereichs Wirtschaft und Menschenrechte des Global Policy Forums.

 

"Die UN-Frauenrechtskonvention ist das zentrale und international anerkannte Menschenrechtsinstrumentarium im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit. Es findet aber bislang keine Erwähnung im Referent*innenentwurf," kritisiert Gertrud Falk, Referentin bei FIAN Deutschland. Genauso fehlt das Übereinkommen Nr. 190 der Internationalen Arbeitsorganisation über Gewalt und sexuelle Belästigung in der Arbeitswelt. Darüber hinaus muss das Gesetz einfordern, dass in allen Schritten der Sorgfaltspflicht geschlechtsspezifisch vorgegangen wird. Nach Geschlecht disaggregierte Daten, wie beispielsweise der Gender Pay Gap, müssen erhoben werden. Die Missachtung des Mutterschutzes muss als Teil des Arbeitsschutzes als besonderes Risiko aufgeführt werden. Wesentlich ist außerdem, dass frauengeführte Gewerkschaften und Frauenorganisationen in die Prozesse einbezogen werden. Nur so können die tatsächlichen Risiken und Auswirkungen der Maßnahmen auf Frauen erkannt und vermieden werden.  

 

"Aller Voraussicht nach wird das deutsche Lieferkettengesetz zukünftig durch ein europäisches und internationales Abkommen ergänzt. Auch diese multilateralen Abkommen müssen ausdrücklich auf Geschlechtergerechtigkeit eingehen, die gesamte Lieferkette umfassen und zivilrechtliche Haftungsmöglichkeiten vorsehen," fordert Gabriele Köhler, Vorständin von Women Engage for a Common Future.

 

Weitere Informationen:

Das Positionspapier „Geschlechtergerechtigkeit in globalen Lieferketten – Forderungen an Politik und Unternehmen", herausgegeben von ASW–Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt, Brot für die Welt, CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, FEMNET, FIAN Deutschland, Global Policy Forum, Marie-Schlei-Verein, materra, Plan International Deutschland, TERRE DES FEMMES, TransFair und WECF finden Sie hier: https://www.globalpolicy.org/images/pdfs/Papier_Geschlechtergerechtigkeit_in_globalen_Lieferketten_WEB.pdf

 

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