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Aktualisiert: vor 36 Minuten 17 Sekunden

UNICEF: Hilfsaufruf für 190 Millionen Kinder

4. Dezember 2020 - 11:41
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UNICEF: Hilfsaufruf für 190 Millionen Kinder

Weltweiter UNICEF-Nothilfe-Aufruf für Kinder in 149 Ländern und Gebieten, die von Krisen und Konflikten sowie der Covid-19-Pandemie betroffen sind

Genf/New York/Köln, den 3. Dezember 2020 // Mehr Kinder weltweit als je zuvor brauchen humanitäre Hilfe. Vor diesem Hintergrund ruft UNICEF zur Unterstützung von Hilfsprogrammen für 300 Millionen Menschen auf, darunter mehr als 190 Millionen Kinder. Insgesamt benötigt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen für seine Nothilfeprogramme im nächsten Jahr 6,4 Milliarden US-Dollar – eine Steigerung von 35 Prozent verglichen mit dem Nothilfeaufruf für 2020. Dies spiegelt den weltweit wachsenden humanitären Bedarf angesichts anhaltender Krisen und der Covid-19-Pandemie wider.

"Wenn eine verheerende Pandemie mit Konflikten, Klimawandel, Katastrophen und Vertreibung zusammentrifft, können die Folgen für Kinder katastrophal sein", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. "Das Zusammentreffen der Covid-19- Pandemie mit anderen Notlagen hat zu einer Krise der Kinderrechte geführt, die die Gesundheit und das Wohlergehen der Kinder bedroht. Diese beispiellose Situation erfordert beispiellose Maßnahmen. Wir rufen Regierungen und Öffentlichkeit zur Unterstützung auf, um den Kindern weltweit gemeinsam zu helfen, diese schwierige Zeit zu meistern und eine verlorene Generation zu verhindern."

Die Covid-19-Pandemie verschlimmert die Lage von Kindern weltweit

Besonders schutzbedürftige Kinder leiden am härtesten in der Covid-19-Krise. Wegen der Pandemie und der Maßnahmen zu ihrer Eindämmung mussten mehr als 60 Länder ihre Impfprogramme unterbrechen; noch immer sind über eine viertel Milliarde Mädchen und Jungen von Schulschließungen betroffen. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie haben zur Unterbrechung von grundlegenden Dienstleistungen und zu steigender Armut geführt. Darüber hinaus stieg das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. 

Derweil sind im Jahr 2020 neue humanitäre Krisen aufgeflammt. Aufgrund des Konfliktes in Äthiopiens Tigray Region benötigen 2,8 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. In der Provinz Cabo Delgado in Mozambik wurden mehr als 425.000 Menschen vertrieben, darunter 191.000 Kinder. Berichte über Morde und Entführungen sowie die Rekrutierung und den Einsatz von Kindersoldaten nehmen zu. Darüber hinaus haben Stürme in Zentralamerika 2,6 Millionen Kinder und in Ostasien (Philippinen, Vietnam und Kambodscha) 13,4 Millionen Kinder schwer getroffen.

Gleichzeitig hat die Covid-19-Pandemie andauernde Notsituationen in Ländern wie Afghanistan, Bangladesch, Burkina Faso, der Demokratischen Republik Kongo, Libyen, dem Südsudan, der Ukraine und Venezuela verschlimmert. Der Beginn des Krieges in Syrien jährt sich im nächsten Frühjahr zum zehnten Mal, der Anfang des Konflikts im Jemen zum sechsten Mal. Allein in diesen beiden Ländern sind fast 17 Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Die Zahl klimabedingter Katastrophen hat sich in den letzten 30 Jahren verdreifacht. Dies bedroht die Ernährungssituation von Kindern und verschärft die Wasserknappheit. Außerdem werden Menschen aus ihrem Zuhause vertrieben und das Risiko von Konflikten und Gesundheitskrisen steigt. Schätzungsweise 36 Millionen Kinder, mehr denn je zuvor, mussten aufgrund von Konflikten, Gewalt und Katastrophen ihr Zuhause verlassen. Immer mehr Kinder weltweit leiden an Mangelernährung.

Ausblick: Nothilfe 2021

Mit den Geldern des weltweiten Nothilfeaufrufs für Kinder wird UNICEF in 2021:

  • 149 Millionen Frauen und Mädchen und 7,4 Kinder mit Behinderung erreichen;
  • 6,3 Millionen Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung behandeln;
  • 27,4 Millionen Kinder gegen Masern impfen;
  • 45 Millionen Menschen mit sauberem Wasser versorgen;
  • 19,2 Millionen Kindern und Angehörigen Zugang zu Maßnahmen zur psychischen Gesundheit und psychosozialer Hilfe ermöglichen;
  • 17 Millionen Kinder und Frauen mit Maßnahmen zur Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt erreichen und Betroffene unterstützen; 
  • 93,3 Millionen Kindern Zugang zu formellen und informellen Bildungsangeboten eröffnen, einschließlich frühkindlicher Bildung;
  • 9,6 Millionen bedürftige Familien mit finanziellen Hilfen unterstützen.

Als Teil seiner weltweiten Anstrengungen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie stellt UNICEF seine langjährigen Erfahrungen bei der Beschaffung und Verteilung von Impfstoffen bereit, damit Covid-19-Impfungen auch den am stärksten benachteiligten Familien zugänglich gemacht werden.

Die Vorbereitungen umfassen die Koordinierung mit internationalen Fluggesellschaften und Logistikunternehmen, damit Impfstoffe in 92 Länder weltweit geliefert werden können sobald diese freigegeben sind. UNICEF unterstützt Länder weltweit zudem bei der Vorbereitung auf Impfungen: dazu gehört die Lieferung von Spritzen, die Überprüfung von Kühlketten und Maßnahmen gegen Falschinformationen über Impfungen.

Die meisten finanziellen Mittel benötigt UNICEF im kommenden Jahr für geflüchtete Kinder und Familien aus Syrien und aufnehmende Gemeinden in Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und der Türkei (1 Milliarde US-Dollar) – gefolgt von Jemen (576,9 Millionen US-Dollar), der Demokratischen Republik Kongo (384,4 Millionen US-Dollar), Syrien (330,8 Millionen US-Dollar) und Venezuela (201,8 Millionen USD).

Rückblick: Nothilfe 2020

Im Jahr 2020 hat UNICEF gemeinsam mit seinen Partnern bisher unter anderem:

  • 1,5 Millionen Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung behandelt;
  • 3,4 Millionen Kinder gegen Masern geimpft;
  • 3 Milliarden Menschen mit Aufklärungsmaßnahmen zu Covid-19 erreicht; 
  • 1,8 Millionen Gesundheitshelfer mit persönlicher Schutzausrüstung versorgt;
  • dazu beigetragen, dass 45,5 Millionen Haushalte von neuen oder zusätzlichen sozialen Dienstleistungen und Hilfen profitieren, die von Regierungen wegen Covid-19 zur Verfügung gestellt wurden; 
  • 2,5 Millionen Covid-19 Test Kits in 56 Ländern zur Verfügung gestellt.

Bundesumweltministerium fördert lokale Kleinprojekte in Entwicklungsländern

1. Dezember 2020 - 19:40
Neue Finanzierungsrunde: Launch Event bildet offiziellen Rahmen für den zweiten Ausschreibungswettbewerb von IKI Small Grants

Heute startet das Bundesumweltministerium mit Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) und gemeinsam mit der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH den zweiten Aufruf für einen Ideenwettbewerb der „IKI Small Grants". Ziel des Programms ist es, kreative Ideen zur wirksamen Minderung von Treibhausgasemissionen zu unterstützen, die an lokale Bedürfnisse angepasst sind. Die IKI Small Grants fördern auch Projekte, die lokale Anpassungsmaßnahmen stärken und den Waldschutz oder den Schutz der Biodiversität zum Thema haben. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Projektkonzepten, die die Erreichung von Geschlechtergerechtigkeit aktiv berücksichtigen. Bis zum 9. Februar 2021 können sich kleine Nichtregierungsorganisationen und Initiativen aus Entwicklungs- und Schwellenländern bewerben, die im Bereich Klimaschutz oder Biodiversität arbeiten.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die Förderung von kleinen Projekten und Organisationen ist uns auch deshalb so wichtig, weil wir damit die Vielfalt von Klimainitiativen und Umweltprojekten auf der lokalen Ebene erreichen und die vielen engagierten Akteure vor Ort stärken. Die Förderung von lokalen Kleinprojekten ermöglicht es, gezielt auf lokale Klimaauswirkungen zu reagieren und vor allem, die Kraft der Menschen, die unmittelbar betroffen sind, zu stärken und zu nutzen. Das Kleinprojekteprogramm ergänzt damit optimal die großen Projekte, die wir mit der IKI ansonsten fördern."

Im Rahmen des Programms sollen bis 2025 mehr als 100 Projekte über einen internationalen Wettbewerb ausgewählt und mit jeweils bis zu rund 100.000 Euro gefördert werden. Aus dem ersten Förderaufruf von IKI Small Grants in 2019 wurden bereits 38 Projekte in 27 Ländern mit rund drei Millionen Euro Fördervolumen ausgewählt, sie haben ihre Arbeit teilweise schon begonnen.

Weitere Infos und Bewerbungsunterlagen:

www.international-climate-initiative.com/de/projektfoerderung/informationen-fuer-antragsteller/iki-small-und-medium-grants/iki-small-grants

 

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Die Internationale Klimaschutzinitiative ist eines der wichtigsten Instrumente des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zur internationalen Finanzierung von Klimaschutz und Biodiversität. Die IKI agiert im Kontext der Klimarahmen-konvention und des Übereinkommens über die biologische Vielfalt. Sie finanziert Klimaschutz und Biodiversitätserhalt in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in Transformationsländern. Die IKI hat über 730 Klima- und Biodiversitätsprojekte in mehr als 60 Ländern mit einem Gesamtförder-volumen von 3,9 Milliarden Euro (2008 bis 2019) zugesagt. 

Ein wichtiger Aspekt bei der Bewilligung von Projekten im Rahmen der IKI ist die Einhaltung von Menschenrechten sowie hoher Umwelt- und Sozialstandards. Seit 2017 wendet die IKI daher einen systematischen, bindenden sogenannten Safeguards-Ansatz an, zu dessen Einhaltung sich die Organisationen bei der Planung und Durchführung von IKI-Projekten verpflichten.




EWIK Newsletter Dezember: Nachhaltiges Leben hier - unser ökologischer Fußabdruck

1. Dezember 2020 - 19:39

Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe Dezember 2020: Nachhaltiges Leben hier - unser ökologischer Fußabdruck

Liebe Leserinnen und Leser,

"Verantwortungsvoller Konsum & Produktion" - SDG 12 ist eng mit unserer Lebensweise verknüpft und wird symbolisiert durch das Unendlichkeitszeichen. Der Fokus liegt einerseits darauf, den individuellen ökologischen Fußabdruck zu verringern, das heißt im individuellen System nachhaltig zu leben und zu konsumieren und andererseits auf verantwortungsvollen Produktionsweisen der Wirtschaftsakteure.

Symbolhaft geht es um das Denken in Kreisläufen, systemisches Denken, Planen und Produzieren ohne Müll zu verursachen – von der Wiege bis zur Wiege (Cradle to Cradle).
Nimmt man diese Ansätze als Richtschnur für Entscheidungen des individuellen Konsums in den verschiedensten Lebensbereichen, so heißt es als Konsument*in zweimal zu überlegen und sich wichtige Fragen nach der Notwendigkeit zu stellen, bevor Anschaffungen getätigt werden: brauche ich nach zwei Jahren wirklich wieder ein neues Handy? Kaufe ich dann wieder ein günstiges Telefon oder erwerbe ich ein möglichst fair produziertes, das sich auch noch von mir reparieren lässt?
Welche Lebensmittel aus welchen Regionen der Welt und von welchen Agrarunternehmen konsumiere ich? Welche Kleidung leiste ich mir und wie oft? Welchen Umgang hatte meine Familie vor 20-30 Jahren mit Gütern und Waren des Alltags? Wie oft fliege ich in den Urlaub? - Oder übe ich mich in Genügsamkeit und besuche häufiger Urlaubsziele in der Nähe? Wie kann ich versiegelte Flächen effizient nutzen?

Es braucht einige Neugierde und eine offene Haltung, seinen eigenen Lebensstil hinsichtlich Nachhaltigkeit zu überprüfen und anzupassen, um weniger Erden zu verbrauchen. Doch es ist möglich, auch außerhalb einer „Blase" von sensibilisierten Menschen. Und es ist genauso möglich auf Seite der Produzent*innen nachhaltig zu wirtschaften, auch wenn notwendige Weichenstellungen durch die Politik noch auf sich warten lassen. Dafür gibt es bereits etliche Beispiele [www.c2ccertified.org/products/registry].

Hier stellen sich ähnliche Fragen nach nachhaltigem Mehrnutzen und nicht nur aus Kostenersparnis. Wie kann die einmalige Verwendung von Ressourcen vermieden und eine Produktionskette optimiert werden, sodass weder Giftstoffe in die Umwelt eingebracht, noch Rohstoffe verschwendet werden? Ist das Produkt recyclingfähig oder eine Umweltbelastung? Kann die Energie für Fabriken direkt vor Ort aus nachhaltigen Quellen gewonnen werden? Ist die Rohstoffgewinnung zur Herstellung eines Produktes Teil von Ausbeutung und Unterdrückung?

Das große System, in dem wir leben und agieren, braucht gerade die in den systemischen Kontext übertragbare BNE und das Globale Lernen zur Vermittlung von Fakten, Details und Perspektiven, um zum Umdenken und Fragenstellen anzuregen. Zudem müssen die zahlreichen bereits gelebten Alternativen vorgestellt und sichtbar gemacht werden, damit Menschen inspiriert und motiviert aus unseren Veranstaltungen hinausgehen.

Dieser Anspruch ändert sich auch nicht in Zeiten von (Bewegungs-)Einschränkungen durch COVID19-Maßnahmen, gerade jetzt ist die ein oder andere Person vielleicht sogar offener für kritische Sichtweisen auf das derzeitige Wirtschaften und ihren ökologischen Fußabdruck.
In diesem Sinne, liebe Leser*innen: Bleibt gesund und kreativ in der Gestaltung nachhaltiger Bildungsangebote und seid gespannt auf den aktuellen Newsletter!

Ute-Amira Said / Projektkoordinatorin des CAMBIO e.V. - EWIK-Kooperationspartner
Der CAMBIO e.V. - Aktionswerkstatt für Umweltschutz und Menschenrechte existiert seit 2015 und führt verschiedene Bildungs- und Austauschformate im Rahmen einer BNE und Globales Lernen an Bildungsinstitutionen und für die Öffentlichkeit in Dresden und Umland durch.
Aktuelles

Zum Tag der Menschenrechte: Materialien zur Menschenrechtsbildung

Am 10. Dezember ist der Tag der Menschenrechte. In diesem Jahr sind Menschenrechte in ihrer Bedeutung für unseren Alltag sichtbarer geworden. Denn die Corona-Pandemie hat eine große menschenrechtliche Dimension: Neben dem Schutz des Lebens und dem Recht auf Gesundheit sind weitere Grund- und Menschenrechte von den Auswirkungen der Pandemie betroffen – beispielsweise das Recht auf Bildung oder das Recht auf Versammlungsfreiheit. Auch im pädagogischen Kontext sind Menschenrechte eine Leitlinie, z.B. wenn Lehrkräfte Wissen zu Menschenrechten und zu menschenrechtlichen Werten vermitteln und mit dem aktuellen Geschehen in Bezug setzen. Die Abteilung Menschenrechtsbildung des Deutschen Instituts für Menschenrechte möchte Pädagog*innen hierin unterstützen und bietet dazu Materialien an.

Sweet Revolution für einen gerechteren Kakaohandel

Passend zur Vorweihnachtszeit ruft TransFair e.V. bis zum 10.12.2020 zur Sweet Revolution für einen gerechteren Kakaohandel und gegen Armut, Ausbeutung und Kinderarbeit auf. Gesucht werden bis zum 06.12.2020 die kreativsten Protestslogans gegen unfaire Bedingungen im Kakaohandel. Ein Online-Voting entscheidet über die beliebtesten Slogans, die vom internationalen Graffiti Künstler Boogie als Preise künstlerisch interpretiert werden. Am 10.12.2020, dem Tag der Menschenrechte, plant TransFair eine kreative Protestaktion im Berliner Regierungsviertel. Zur Sweet Revolution bietet TransFair e.V. verschiedene Materialien an, darunter eine 6-teilige Ausstellung rund um Kakao sowie speziell für Schulen eine Unterrichtseinheit sowie einen Comic mit Aufgaben als Material für den Unterricht.

Orientierungsrahmen Globale Entwicklung: Auswertung ausgewählter Länderinitiativen und Empfehlungen für Good Practice

2019 wurden 17 Länderinitiativen, welche mit dem Ziel initiiert wurden, den Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung (OR) auf Länderebene umzusetzen, unter dem Aspekt der Good Practice evalu­iert. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse sollen Erkenntnisse aus den bisherigen Projekten der (Fach-)Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Ziel dieser Auswertung ist es, diejenigen Aspekte, Strukturen und Prozesse der Länderinitiativen herauszuarbei­ten, die sich auch in anderen Bundesländern oder Kontexten als weiterführend in der Umset­zung des OR erweisen und die weitere Akteurinnen und Akteure für die Umsetzung des Orientierungsrahmens inspirieren können.

Europabildung und Globales Lernen

Der Rundbrief der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd berichtet vierteljährlich über entwicklungspolitische Aktivitäten in den 16 Deutschen Ländern. Eine aktuelle Sonderausgabe ist nun dem Engagement junger Menschen in demokratischen Prozessen und in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit gewidmet. Vorgestellt werden Initiativen staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteur*innen, die sich für die demokratische und gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen in Deutschland und Europa einsetzen. Die hier aufgeführten Projekte sind so vielfältig wie die 16 Länder selbst. Sie stehen exemplarisch für viele andere Initiativen, die von Jugendlichen und für Jugendliche angeboten werden. Weitere Angebote und Informationen sind auf der Homepage der WUS-Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd zu finden.

"Grenzenlos" goes online – Anregungen für Globales Lernen von Moodle bis Tools und Leitfaden

Auch online kann der "Funke" für Globales Lernen in der Schule überspringen, wie die Erfahrungen im Projekt "Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung" zeigen. "Grenzenlos" bietet auf der Webseite "Globales Lernen online" eine übersichtliche Sammlung an Links und Tools, die "aus der Not" im Rahmen der Corona-Pandemie entstanden ist. Lehrkräfte können sich im MOODLE freischalten lassen und einen tieferen Einblick in die bestehenden Unterrichtskonzepte verschaffen. Auch ist spannend zu sehen, welche unterschiedlichen Online-Lernplattformen die Länder nutzen.

Online-Lehrkräftefortbildung von CARE: Alle(s) fürs Klima. Methoden zur Klimakrise digital anwenden

Wir hören von Extremwetterereignissen und ihren Folgen, von Hitze und Dürren, von Starkniederschlägen und Überschwemmungen. Die Klimakrise ist in aller Munde und wird in Zukunft eine immer zentralere Rolle spielen. Dabei trifft sie vor allem diejenigen am härtesten, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen. Aber wie können Klimakrise und Klima(un)gerechtigkeit in der Schule thematisiert werden? Dazu veranstaltet CARE Deutschland eine digitale Kurz-Fortbildung für Lehrkräfte der Sekundarstufe.

Neue Unterrichtsmaterialien zum Thema Hygiene, Gesundheitsförderung und Umweltschutz der German Toilet Organization

Die German Toilet Organization e. V. hat neue Unterrichtsmaterialien für die Klassen 3–10 entwickelt. So vermittelt etwa eine Unterrichtsreihe für die Grundschule die Bedeutung einer angemessenen Sanitärversorgung für Gesundheit und Hygiene.
Und ein Material für weiterführende Schulen hebt die globale Bedeutung des stark vernachlässigten, aber substantiellen Themas der Sanitärversorgung hervor und veranschaulicht dessen Schnittstellen zu Gesundheit, Armut, Bildung und Ernährung.
Die Materialien stehen zum kostenlosen Download bereit.

Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien

Fair Future – Der ökologische Fußabdruck

Die Fair Future Schulkampagne bietet umfangreiche und detaillierte Materialien zur Behandlung des ökologischen Fußabdrucks.

Mithilfe der Materialien lernen die Schüler*innen (Klasse 9-12), den eigenen ökologischen Fußabdruck und den ökologischen Fußabdruck der Schule aktiv zu verkleinern. Sie setzen sich mit den weltweiten ökologischen und sozialen Konsequenzen ihres Konsums auseinander und entwickeln eine ethische Haltung zu Fragen der globalen Gerechtigkeit.

Der positive Fußabdruck – Cradle to Cradle in der Schule

Gut sein und nicht weniger schlecht, die Menschen willkommen heißen auf unserer Erde -  das ist das Ziel des positiven Fußabdrucks. Von der Wiege zur Wiege heißt, – wie die Natur – keinen Abfall, keinen Verzicht und keine Einschränkungen zu haben. Über biologische und technische Nährstoffkreisläufe werden die richtigen Materialien zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eingesetzt und immer wieder neu bei gleichbleibender oder besserer Qualität hergestellt.
Die Lehrerin Ingrid Richl bietet im Rahmen ihres Projektes "Der positive Fußabdruck" Unterrichtsmaterialien an, die zum Ziel haben, das Konzept "Cradle to Cradle" an Schulen zu bringen. Alle Texte dürfen also für schulische Zwecke kopiert und kostenlos weitergegeben werden.

Unterrichtsmaterial "Shape your Trip - nachhaltiges Reisen"

Das Unterrichtsmaterial von myclimate "Shape Your Trip" aktiviert Jugendliche und junge Erwachsene, sich mit den ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des eigenen Reiseverhaltens auseinander zu setzen. Am Beispiel eigener Reiseideen erarbeiten sie gemeinsam Handlungsmöglichkeiten für die nachhaltigere Gestaltung von Freizeit- und Klassenreisen.

Unterrichtseinheit: "Zukunft einkaufen: Nachhaltiger Konsum, faire Ernährung"

Nur ein Viertel der sieben Milliarden Erdbewohner zählt derzeit zur "globalen Konsumentenklasse". Doch durch nicht nachhaltiges Konsumverhalten verbraucht dieses Viertel rund 80 Prozent der weltweiten Naturressourcen. Eigentlich sollten diese für alle Menschen gleichermaßen zur Verfügung stehen. Vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit erkunden die Schülerinnen und Schüler ihre Konsumgewohnheiten und untersuchen das Konsumangebot ihrer Heimatstadt auf ökofaire Produktionsbedingungen. Sie stellen ihre Ernährungsgewohnheiten auf den ökologischen Prüfstand und üben sich im Zubereiten ökofairer Mahlzeiten. Die drei hier vorgestellten Unterrichtsmodule können zu einer größeren Unterrichtseinheit - zum Beispiel im Rahmen einer Wochen- oder Projektarbeit - kombiniert werden.

Bildungsbag und Unterrichtsangebot "Wie viel ist zu viel?"

Diese Bildungsbag bietet die Möglichkeit, sich exemplarisch mit vier Produkten zu beschäftigen. An den Beispielen Handy, Kleidung, Nahrungsmittel und Verpackungen lässt sich viel über globale Produktionszusammenhänge, unsere Konsumgewohnheiten sowie soziale Schieflagen erfahren. Die Kinder und Jugendlichen reflektieren eigene Gewohnheiten und werden angeregt, über Optionen für Veränderung und Wandel zu diskutieren.

Umwelt im Unterricht – OER im Bereich Umweltbildung

Nachhaltiger Verkehr, eine klimafreundliche Wirtschaft, Umweltauswirkungen durch die Landwirtschaft oder die Vermeidung von Abfall: Das sind nur einige Beispiele für die Themen bei "Umwelt im Unterricht", einem Angebot des Bundesumweltministeriums (BMU). Umwelt im Unterricht veröffentlicht alle zwei Wochen Unterrichtsmaterialien zu aktuellen Themen der Umweltpolitik und Fragen der nachhaltigen Entwicklung. Die Materialien sind kostenlos und veränderbar (Open Educational Ressources, OER) und stehen in der Regel in zwei Varianten für Grundschule und Sekundarstufen zur Verfügung.

Unsere Wälder: Bedeutung, Bedrohung, Schutz: Ein Unterrichtsmaterial für Schulen und Bildungseinrichtungen

In diesem Lernpaket der Deutschen Welle dreht sich alles rund um "Unsere Wälder – Bedeutung, Bedrohung, Schutz" – und das weltweit mit einem Fokus auf sogenannte Schwellen- und Entwicklungsländer in den behandelten Beispielen. Das kostenfreie Material richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die verstehen wollen, warum Wälder weltweit verschwinden.
Es ist in vier Module untergliedert und die Lerninhalte werden in Form von Artikeln, Filmen, Infografiken, Bildkarten und einer interaktiven Webdokumentation vermittelt.

Lernkoffer "Klimawandel im Wattenmeer"

Die Nationalparkverwaltung Wattenmeer Schleswig-Holstein hat eine neue Lernwerkstatt entwickelt zum Thema „Klimawandel im Wattenmeer". Mit diesem kostenlosen Bildungsangebot werden die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf die Wattenmeerregion vorgestellt. Die Lernwerkstatt wird als interaktive Lerneinheit an Schulen in Schleswig-Holstein ausgeliehen.

Lernkisten zum Thema Klimawandel und Klimaschutz

Das Zentrum Oekumene hat drei neue Lernkisten zum Thema Klimawandel und Klimaschutz entwickelt. Die Kisten "Escape Room Klima", "Ökologischer Fußabdruck der Ernährung" und "Guten Flug und schönen Urlaub: Die Klimawaage" vermitteln spielerisch spannendes Wissen zum Thema Klimawandel und Klimaschutz.

Zum Schwerpunkt: Multimediales

Videoclips zum #EarthOverShootDay: Wie der eigene Fußabdruck die Welt verändert!

Wir überschreiten (engl. overshoot) den uns gegebenen Rahmen und greifen maßlos auf die Reserven der Erde zurück, welche über Millionen Jahre angelegt wurden. Diese Rechnung wird nicht ewig aufgehen. Um dieses Problem anzugehen, hat der World Wide Fund For Nature (WWF) zusammen mit der Robert Bosch Stiftung und dem MESH Collective ein Projekt gestartet. Was heißt es eigentlich, von den Ressourcen eines Planeten zu leben und was kann man selber tun, um zu helfen? Neun YouTuber*innen haben über ein Jahr verteilt in neun Filmen ihre Meinung und Aktionen zum EarthOverShootDay gesammelt und dazu Videos gemacht. Außerdem wurde Schulmaterial erstellt, um mit den YouTube-Videos auch in der Klasse zu unterrichten.

Kaufen, kaufen, kaufen! Ein Filmprojekt über Konsum und Nachhaltigkeit

Die einen kaufen nur Bio und Secondhand, andere achten nur auf den Preis und wieder andere geben so viel Geld wie möglich aus für angesagte Markenprodukte. So unterschiedlich wie der Mensch ist auch sein Kaufverhalten. Der Dokumentarfilm porträtiert junge Menschen und ihr Konsumverhalten sowie ihre Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Konsum.

Wie beeinflusst Tabak die Umwelt?

Was bedeutet eine Zigarette für 37 Fußballfelder? Wieso haben Bäume etwas mit dem Anbau von Tabak zu tun? Eine rote Gestalt macht sich auf den Weg, um dies zu erforschen. In einer Unfairtobacco-Projektwoche wurde der Trickfilm von Schüler*innen einer Berliner Oberschule produziert. Auf dem YouTube-Kanal von Unfairtobacco zeigen noch viele weitere Trickfilme die Auswirkungen der Tabakindustrie auf eine nachhaltige Entwicklung.

CULPEER4Change Quiz zu den SDGs 4, 6, 12, 13 und 16

CULPEER4Change hat ein SDG-Quiz entwickelt, von dem bisher die Teile zum SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) und zum SDG 16 (Frieden), zum SDG 4 (Bildung), zum SDG 6 (Wasser) und jetzt neu: zum SDG 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion) online sind. Das Quiz steht in drei Schwierigkeitsstufen zur Verfügung: Einsteiger, Fortgeschrittene und Experte. Dazu gibt es einige didaktische und methodische Hinweise und Tipps für den Einsatz der Quizze im Unterricht sowie vielfältiges ergänzendes Material, das zum jeweiligen Quiz-Level passt.

Podcast „Klima? Gerecht!"

Der neue Gesprächs-Podcast „Klima? Gerecht!" der Christlichen Initiative Romero (CIR) eröffnet globale Perspektiven auf die Klimakrise. Aktive aus der Klimabewegung in Mittelamerika und Deutschland tauschen sich aus über Gemeinsamkeiten und Unterschiede, politische Forderungen, Chancen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd und ihre Form von Aktivismus gegen den Klimawandel.

Zum Schwerpunkt: Aktionen, Angebote, Wettbewerbe, Fortbildungen
Mein Handy und ich – Die globalen Folgen der Handynutzung. Ein Bildungsangebot von KATE e.V.

Mit dem Projekt "Mein Handy und ich – Die globalen Folgen der Handynutzung" bietet KATE e.V. in Berlin und Brandenburg Projekttage für Schüler*innen des Ersten und Zweiten Bildungswegs an. Im Rahmen von Projekttagen werden die Teilnehmer*innen entlang der Wertschöpfungskette eines Mobiltelefons für die globalen Folgen des Handykonsums sensibilisiert. Es besteht aber auch bundesweit die Möglichkeit, einen Handy-Koffer auszuleihen. Dieser enthält alle notwendigen Materialien und einen Leitfaden, um den Projekttag selbstständig durchzuführen.

Faire Klassenfahrten?! – Ein fächerübergreifendes Workshopkonzept für die Klassen 4 bis 6

Im Allgemeinen lieben Schüler*innen ihre Klassenreisen. Es macht Spaß, neue Orte kennenzulernen und jenseits der Schulbank erlebnisorientiert zu lernen. Je nachdem, wie man verreist, ist der Impact auf Menschen und Umwelt unproblematisch oder schädlich. Wie bei Produkten kann man sich auch bei touristischen Dienstleistungen für ein nachhaltiges, umwelt- und sozialverträgliches Produkt entscheiden. Diese Handreichung des EPIZ Berlin bietet Übungen und Planungshilfen zur gemeinsamen Gestaltung einer Klassenfahrt nach fairen und nachhaltigen Kriterien.

Globales Klassenzimmer Aachen

Im Globalen Klassenzimmer des Eine Welt Forums Aachen werden Kinder und Jugendliche dabei unterstützt, Globalität wahrzunehmen, die eigene Rolle im Geflecht der weltweiten Abhängigkeiten zu erkennen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. In den Angeboten wird Schüler*innen ein interessanter und methodisch abwechslungsreicher Zugang zu globalen Fragestellungen ermöglicht.

Online-Test zum Ökologischen Fußabdruck: www.fussabdruck.de

Was hat Umweltschutz mit Gerechtigkeit zu tun? Der Ökologische Fußabdruck eignet sich zum Einstieg in dieses Thema. Dafür hat Brot für die Welt einen neuen, attraktiven Online-Test entwickelt. Anhand von 13 einfachen Fragen können Schüler*innen und Lehrkräfte ihren persönlichen Fußabdruck ermitteln. Was esse ich? Wie heize ich? Wie bin ich mobil? Was kaufe ich? Der konkrete Lebensweltbezug kann als Ausgangspunkt für Globales Lernen genutzt werden. Eine optimale Einsatzmöglichkeit: Die Lernenden können den Fußabdrucktest als Hausaufgabe durchspielen und das Testergebnis ausgedruckt zum Unterricht mitbringen. Hier können die Ergebnisse diskutiert werden: Wie groß sind die Abdrücke? Welche Bereiche fallen am meisten ins Gewicht? Welche Tipps gibt der Test?

Aktionsidee "Ökologische Fußabdrücke"

Mit der Aktionsidee und Handreichung „Ökologische Fußabdrücke" bietet der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) Akteuren wie Weltläden, Schulen, Vereinen, Gemeinden, Lenkungskreisen von FairTradeTowns und vielen anderen eine erfolgreich erprobte Aktionsmethode an. Mit den Fußabdrücken werden Schüler*innen für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit sensibilisiert, können ihr eigenes (Konsum-) Verhalten reflektieren und sich konkrete Anregungen für einen klimaschonenderen Lebensstil aneignen. Act4change – das Aktionsprogramm des Weltfriedensdienst e.V.

Durch act4change bietet der Weltfriedensdienst e.V. Workshops, Aktionstage und Jobdays für Schüler*innen zu den Themen Ressourcengerechtigkeit und Wasserraub an. Dabei werden Schüler*innen selbst aktiv, indem sie entweder über Lösungen für fairere Ressourenverteilung nachdenken oder sogar selbst einen Tag arbeiten, um damit den Weltfriedensdienst e.V. und deine Partnerorganisationen zu unterstützen.

Wettbewerb "Einfach machen! Die Suffizienzdetektive"

Mehr denn je wollen sich junge Menschen für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft auf unserem Planeten einsetzen. Diese Bereitschaft unterstützt die Deutsche Umweltstiftung mit einem aktuellen Projekt und Wettbewerb, in dem es um eine bewusste Auseinandersetzung mit unseren Konsumgewohnheiten geht. Im Rahmen des Schulwettbewerb "Einfach machen – Die Suffizienzdetektive" sollen sich Schüler*innen der Sekundarstufe I zunächst mit dem Thema Suffizienz beschäftigen und dann Verbindungen zum eigenen Alltag herstellen.

Wettbewerb für junge Leute "Ausgepackt - Co2-Verpackungsfrei"

Im Wettbewerb AUSGEPACKT für Jugendliche zwischen 12 und 23 Jahre geht es um die Fragen: Wie können Plastik- und Verpackungsmüll reduziert werden, um Natur, Umwelt und Klima zu schützen? Welche nachhaltige Verpackung könnte noch erfunden werden? Welche No-Waste-Botschaften können andere bewegen, auf Verpackungen zu verzichten? Im Wettwerb sollen Ideen entwickelt werden, die helfen, den Package-Footprint, also den Fußabdruck des Verpackungsverbrauchs, zu reduzieren.

Wettbewerb "Echt kuh-l!" - Wettbewerb zum Thema Klimawandel und Klimaschutz in der Landwirtschaft

"Echt kuh-l!" ist der bundesweite Schulwettbewerb zur nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 10 aller Schulformen sind eingeladen mitzumachen. „Echt kuh-l!" beschäftigt sich mit den Themen Ökolandbau, nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung. Der Wettbewerb stellt dabei jedes Jahr ein anderes Thema heraus. Diesmal dreht sich alles um Klimawandel und Klimaschutz in der Landwirtschaft. Unter dem Motto „Klima. Wandel. Landwirtschaft. – Du entscheidest!" sollen Kinder und Jugendliche die Zusammenhänge von Klimaveränderungen, Landwirtschaft und Ernährung verstehen.

Upcycling Ideen für Kinder – Aus wertlos wird wertvoll!

Monster-Wandhalter, Vogelfutter-Flaschen und Tier-Lichter. Das Buch von BAOBAB richtet sich an Schüler*innen von sechs bis zwölf Jahren und will dazu anregen, Wegwerf-Artikel mit anderen Augen zu sehen. Es bietet Upcycling-Ideen für Plastik und andere Alltagsmaterialien, bei denen alten Dingen neues Leben eingehaucht wird.

Upcycling und Globales Lernen: CYC LOOP-Lehrmaterialien von Stadt Land Welt e.V.

Stadt Land Welt e.V. hat die Upcycling-Workshop-Reihe CYC LOOP durchgeführt und dazu frei zugängliche Lehrmaterialien erstellt. Upcycling-Techniken werden mit Umwelt- und Entwicklungsthemen und Methoden des Globalen Lernens verknüpft: Die Herstellung von Etuis aus abgenutzten Fahrradschläuchen wird mit Landgrabbing-Fällen aufgrund von Kautschuk-Plantagen in Kambodscha in Verbindung gebracht. Der Kampf indischer Adivasi gegen einen Aluminiumkonzern wird in Zusammenhang mit der Montage von Garderoben aus alten Fahrradteilen behandelt.

Zum Schwerpunkt: Hintergrundinformationen

Ökologischer Fußabdruck der Tabakindustrie

Die globale Tabakindustrie hat einen jährlichen CO2-Fußabdruck von 82 Mio. Tonnen, das ist doppelt so viel wie ganz Dänemark. Viele Menschen denken als erstes an Zigarettenkippen, die achtlos in die Umwelt geworfen werden. Doch die viel größeren Schäden an der Umwelt verursachen Anbau und Trocknung des Tabaks in Niedrig- und Mitteleinkommensländern wie Malawi, Bangladesch oder Brasilien. Unfairtobacco zeigt dies beispielhaft in der Studie "Ruinierte Natur" und mit zwei SDG-Factsheets.

KomiKo - Konsum mit Köpfchen

Das Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz) engagiert sich seit vielen Jahren für Themen des nachhaltigen Konsums. Eines der aktuellen Projekte ist die Online-Plattform www.komiko-bremen.de. „KomiKo" steht für „Konsum mit Köpfchen". Nachhaltiger Konsum ist vielseitig, abwechslungsreich und dynamisch. Diese Vielfalt und die Angebote in Bremen und seinen Stadtteilen möchte KomiKo sichtbar machen. Die in der Reihe "Konsum mit Köpfchen" (Komiko) entwickelten Broschüren für Verbraucher*innen geben Tipps und Anregungen - nicht nur für Bremen  - und stehen alle im PDF-Format zur Verfügung..

Nachhaltiges Entwicklungsziel (SDG) 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

„Immer wieder gibt der Mensch Geld aus, das er nicht hat, für Dinge, die er nicht braucht, um damit Leuten zu imponieren, die er nicht mag" -- so wird der Schauspieler, Komiker und Sänger Danny Kaye auf dem Portal #17Ziele von Engagement Global zum SDG 12 zitiiert. Dort finden sich vielfältige Informationen und konkrete Handlungsempfehlungen für jede*n Einzelne*n zu allen SDGs  - und so eben auch zum SDG 12.
Welche Maßnahmen staatlicherseits zur Erreichung des SDGs 12 unternommen werden, lässt sich auf den Seiten des BMU und des BMZ nachlesen. Lesenswert ist auch der UN-Bericht zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele von 2019, in dem anschaulich dargestellt wird, in welchen Bereichen Fortschritte erreicht wurden und wo ehrgeizigere Anstrengungen erforderlich sind.

Die Welt ist nicht genug: Der Welterschöpfungstag war am 22.08.2020

Die Ressourcen, zu deren Erneuerung die Erde ein ganzes Jahr braucht, sind seit dem 22. August erschöpft. Das ist der Welterschöpfungstag. Wir nehmen mehr von unserem Planeten, als eigentlich vorhanden ist. Und wir nehmen immer mehr, immer schneller. Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Ökologischen Fußabdruck der Menschheit. Um den gesamten Ressourcenverbrauch Deutschlands zu decken, verbrauchen wir fast zweieinhalb Mal die Fläche von Deutschland im Jahr.
Weitere Informationen zur Thematik finden sich auf den Seiten des WWF. Ein passendes Poster steht zum Download bereit.
Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik "Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Rassismus
Fridays for Future
Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.


"Klimaneutral und sozial gerecht. Wege in die Gesellschaft der Zukunft"

Das neue Attac-Bildungsmaterial "Klimaneutral und sozial gerecht. Wege in die Gesellschaft der Zukunft" kann im Unterricht (ab Sek. I mit Schwerpunkt Sek. II) und in der außerschulischen Bildung eingesetzt werden. Die hochaktuellen Materialien laden unter anderem zu einem Vergleich der politischen Reaktionen auf die Covid19-Pandemie mit denen auf den Klimawandel ein, sie enthalten ein Interview mit Aktivisten*innen aus dem besetzten Dannenröder Wald, die gerade bundesweit Schlagzeilen machen und sie thematisieren den von der EU-Kommission angekündigten 'Grünen Deal'.

Tod in yPhone City – Planspiel für die Ausbildung in den Bereichen IT und Elektronik

Welche Verantwortung hat ein Konzern, wenn Verstöße bei den Zulieferern auftreten? Welchen Einfluss können Arbeiter*innen ausüben? Inwiefern spielen Gesetze und Regierungen eine Rolle?
In diesem Planspiel von EPIZ werden Grundfragen nach Verantwortung, politischen, wirtschaftlichen und juristischen Rahmenbedingungen und Handlungsmöglichkeiten in einer globalisierten Welt diskutiert und Bezüge zum globalisierten Handel und Konsum in der Elektronikbranche hergestellt.

Neuerscheinung: "Zukunft für alle – Eine Vision für 2048"

Stell dir vor, es ist das Jahr 2048. Wie bewegst du dich fort? Was isst du? Wie verbringst du deine Zeit? Wie und was arbeitet du? Und über deine eigene Situation hinaus: Wie könnte diese Zukunft aussehen? Wie kann sie gerecht, ökologisch und machbar sein - für alle? Das vom Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. herausgegebene Buch "Zukunft für alle – Eine Vision für 2048" zeigt mögliche Antworten auf diese Fragen. Angesichts vielfältiger Krisen - Klimakatastrophe, zunehmender Ungleichheit, Wirtschaftskrisen - machen sich mehr und mehr Menschen auf die Suche nach einem ganz anderen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Aber wie kann dieses aussehen? Basierend auf den Ergebnissen von zwölf Zukunftswerkstätten mit knapp 200 Vordenker*innen, entwirft "Zukunft für alle" eine Vision für das Jahr 2048.

Film und Material zum Thema Arbeitsmigration: Unterwegs für die Sternsinger: Willi in der Ukraine

Reporter Willi Weitzel reist in diesem Film für die Sternsinger in die Ukraine. Dort trifft er die Geschwister Nastia und Kola, Maxim und viele weitere Kinder. Sie alle müssen ohne Mutter, Vater oder beide Elternteile aufwachsen: Um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, arbeiten ihre Eltern im Ausland, und die Familien sind oft für lange Zeit getrennt. Die Situation ist für niemanden einfach. Obwohl die Kinder verstehen, warum die Eltern im Ausland sind, vermissen sie sie sehr. Zum Film und damit dem Thema Arbeitsmigration gibt es auch Unterrichtsmaterialien für die Klassen 3-8.

"Gib Abfall einen Korb" - das bundesweite Schulprojekt zum Thema Abfall

"Gib Abfall einen Korb" ist das bundesweite Unterrichts- und Mitmachprojekt zum Thema Littering. Mit jährlichen Unterrichtsmaterialien, Förderung für Projekttage und Schulaktionen und einem Online-Quiz unterstützen der Zeitbild Verlag und die Agentur für Kommunikation GmbH Lehrkräfte, Jugendliche und Umweltbildungsfachleute dabei, Bildung für nachhaltige Entwicklung am Beispiel Abfall und Littering umzusetzen.

Neues vom Blog EineWeltBlaBla.de


EineWeltBlaBla im November 2020

Der November begann politisch mit dem Demokratie-Tag Rheinland-Pfalz und der Präsidentschaftswahl in den USA. Wie sieht das Wahlsystem aus und wie wird wann wer von wem gewählt?

Weiter ging es mit der Vorstellung des WeltRisikoBerichts 2020 mit dem Fokus auf Flucht und Migration. Der interaktive Teil des Berichts macht viele Probleme und Fakten auf Karten und Schaubildern sichtbar.

Habt ihr schon vom CARE-Schreibwettbewerb 2021 gehört? Unter dem Thema „Glück gehabt?!" können unterschiedlichste Texte eingereicht werden. Da aktuell viele Arbeiter*innen in der Textilbranche kaum Glück haben und sich in einer Notlage befinden, lief in der Woche rund um den 16. November die Kampagne #PayYourWorkers. Unternehmen wurden aufgerufen endlich Verantwortung für faire Löhne in ihren Lieferketten zu übernehmen. In unserem Beitrag gibt es mehr zu Hintergründen und Möglichkeiten aktiv zu werden.

Eine gerechte und faire Behandlung von Frauen war Thema der letzten Novemberwoche: #ichwill – Über die Relevanz einer gesetzlichen Frauenquote und Im Kampf gegen Gewalt an Frauen.

Kennt ihr schon unseren Instagram und Facebook Account? Da werdet ihr regelmäßig über die Veröffentlichung unserer neuen Beiträge informiert!
Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Neues aus den Datenbanken
Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien

In der Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien können sich Lehrkräfte und Interessierte über das aktuell verfügbare Angebot an didaktischen Printmaterialien zur Einen Welt informieren. Die Datenbank bietet die Möglichkeit, über eine umfassende Suchmaske gezielt nach Publikationen zu suchen. Hier gelangen Sie zu einer Zusammenstellung aktueller Bildungsmaterialien.

Datenbank Eine Welt Medien – Filmtipps zum Thema Nachhaltiges Leben (SDG 12)

Die Datenbank Eine Welt Medien hat eine Liste mit ausgewählten Filmempfehlungen im Themenfeld Nachhaltiges Leben zusammengestellt, jeweils mit ausführlicher Beschreibung, Altersempfehlung und Verleihstellen.
Veranstaltungen
Online-Fachtag: Reflect! Ansprüche und Widersprüche transformativer Bildungspraxis
02.12.2020 online Berufsausbildung und Kooperation von Berufsschulen im Rahmen kommunaler Partnerschaften
02.12.2020 online Webtalk-Reihe: Nein zu Menschenrechtsverletzungen und Ökozid! Ja zum Lieferkettengesetz!
03.12.2020 und 10.12.2020 online
Online-Seminar: Mind the Gap - über die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln
05.12.2020 online
Green work = Good work? Online-Fortbildung für Berufsorientierungsfachkräfte, Berufsberater*innen und Berufseinsteiger*innen
07.12.2020 online Online Seminar: Kolonialen Kontinuitäten in Süd-Nord-Schulpartnerschaften begegnen
10.12.2020 online Online-seminar „Education for Sustainable Development 2030 – UNESCO-Roadmap and Civil Society Perspectives"
11.12.2020 online Online-Bildungstagung: Impulsvorträge, Expertengespräche und Diskussionen rund um „transformative Bildung"
1
1.12.2020 online Tagung: Lateinamerika im internationalen Kontext
11.12.2020 - 12.12.2020 online Fortbildung: Klobales Lernen in der Schule
17.02.2021 Hamburg Vorschau Ausgabe Januar 2021: 
Die nächste Ausgabe des Newsletters der Eine Welt Internet Konferenz erscheint Ende Dezember 2020 zum Thema

Welthandel, Lieferketten, Fair Trade

Zusendungen sind bis zum 15. Dezember 2020 willkommen.
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Um Ihre Suche nach passenden Bildungs- und Unterrichtsmaterialien, nach aktuellen Aktionen, Veranstaltungen und Kooperationsmöglichkeiten zu erleichtern, versuchen wir stets, die Vielfalt der Angebote im deutschsprachigen Raum möglichst umfassend darzustellen.

Wir möchten daher gerne wissen: Werden wir unserem Anspruch gerecht, einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu allen relevanten Informations- und Bildungsangeboten zum Globalen Lernen zu bieten?

Hier geht es zur Umfrage. Das könnte Sie auch interessieren:
Publikationen der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Print-Rundbrief  –  Ausgabe September 2020SDG Nr. 17 –Partnerschaften
zur Erreichung der Ziele


Der Rundbrief erscheint viermal jährlich und berichtet über die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Bund und Ländern, Fortbildungsangebote, Veranstaltungen, neue Materialien, Kampagnen und Aktionen.
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Dr. Kambiz Ghawami (V. i. S. d. P)

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LHÜ-Info November 2020

1. Dezember 2020 - 19:35

LHÜ-INFO November 2020

AKLHÜ-Feature „Volunteering for climate action" – Ein AKLHÜ Kurzbericht zur IVCO 2020

Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unseren Planeten und die Menschen, doch nur drei Prozent der weltweiten internationalen volunteers[1] unterstützen die ökologische Nachhaltigkeit. Das "International Forum for Volunteering in Development" (Forum) bot daher während der jährlich stattfindenden Konferenz "International Volunteer Cooperation Organisation" (IVCO2020) - die weltweit größte Konferenz für volunteering für Entwicklung - eine einmalige Gelegenheit, das Bewusstsein für klimabezogene Themen zu schärfen und über Lösungswege zu diskutieren, um die Qualität und Quantität des volunteering für Klimaschutz zu erhöhen und somit einen substanziellen Beitrag zum SDG13 (Klimaschutz) zu leisten.

→ Weiterlesen

   

Personelle Zusammenarbeit (PZ) Gemeinsam für den Klimaschutz - beispielhafte Projekte von Internationalen Freiwilligenorganisationen

Um die Dringlichkeit des Klimaschutzes einmal mehr zu betonen und Wege aufzuzeigen, wie internationale Entwicklungs- und Freiwilligenarbeit einen nachhaltigen Beitrag dazu leisten kann, folgen hier drei exemplarische Projekte von internationalen Freiwilligendiensten. Diese sollen Einblicke darin geben, wie der Kampf gegen die Folgen des Klimawandels bestritten werden kann.

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  pbi Deutschland: AG SüdNord - Klimaschutz trifft Menschenrechte

Weltweit mehren sich die Proteste der Klimaaktivist*innen, die sich den Schutz der Umwelt und einer lebenswerten Welt auf die Fahnen geschrieben haben. Die Stimmen von denjenigen, die unter dem Klimawandel am meisten leiden werden oder jetzt schon betroffen sind, werden dabei oft nicht gehört. Innerhalb von pbi Deutschland hat sich letztes Jahr die Aktionsgruppe SüdNord gegründet, die den Umweltaktivist*innen aus dem globalen Süden mehr Gehör verschaffen will. Ziel ist dabei die Vernetzung von Klimaaktivist*innen aus dem globalen Süden und dem globalen Norden.

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  Bereite den Frieden vor, nicht den Krieg - Warum Friedensbildung in der Schule so wichtig ist

Mit Sorge beobachten Friedensorganisationen wie das forumZFD und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den wachsenden Einfluss der Bundeswehr in Schulen. Laut GEW sind Fälle bekannt, in denen Waffenschauen auf deutschen Schulhöfen und in Turnhallen stattfanden. Aus friedenspädagogischer Sicht ist es dringend erforderlich, der wachsenden Präsenz der Bundeswehr in Schulen und bei der Ausbildung angehender Lehrer*innen Alternativen entgegenzusetzen und zivile Formen der Konfliktlösung in die Schulen einzubringen.

→ Weiterlesen

  Positionspapier zur Zukunft der Internationalen Jugendarbeit: Es besteht dringender Handlungsbedarf!

Zum Start der Aktionswoche #internationalheart – der trägerübergreifenden Initiative zur Stärkung des internationalen Jugendaustauschs – haben die Fach- und Förderstellen der Europäischen und Internationalen Jugendarbeit in Deutschland in einem Positionspapier die Politik und die Träger zum Handeln aufgerufen. Darunter auch IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland. Sie formulieren Maßnahmen, welche die Strukturen der europäischen und internationalen Zusammenarbeit für und mit jungen Menschen nachhaltig sichern können.

→ Weiterlesen

   

Tipps & Termine Social-Media-Kampagne gestartet: Incoming-Freiwilligendienste im Fokus

Im Rahmen des aktuellen FSJ INGLOS Projekts hat der AKLHÜ eine Social-Media-Kampagne gestartet, um auf Incoming-Freiwilligendienste aufmerksam zu machen und damit gleichzeitig Trägerorganisationen zu unterstützen neue Einsatzstellen und evtl. Gastfamilien zu gewinnen. Dies soll mit Hilfe von Kurzfilmen und weiteren Ergebnissen, die im FSJ INGLOS-Projekt entstanden sind, geschehen. Zugleich wird auch die neue Homepage (www.incoming-freiwilligendienst.de) beworben.

→ Mehr Infos

  Handbuch "connect for change – Globale Bildungspartnerschaften und –projekte für den Wandel gestalten"

Das neue Handbuch „Connect for Change – Globale Bildungspartnerschaften und –projekte für den Wandel gestalten" dient als Anregung und Leitfaden für den Aufbau, die Gestaltung und Weiterentwicklung von internationalen Bildungspartnerschaften und –projekten in Schule und Zivilgesellschaft. Es enthält Beiträge von Expert*innen aus der ganzen Welt. Connect for Change ist ein Projekt des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB) (Projektträger).

→ Mehr Infos

  „Jetzt einfach machen" – Mitgliedsorganisation bezev startet Kampagne zum inklusiven weltwärts-Freiwilligendienst

Unsere Mitgliedsorganisation bezev (Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e. V.) und gleichermaßen weltwärts-Kompetenzzentrum für Inklusion hat eine Kampagne zum inklusiven Freiwilligendienst gestartet. In diesem Rahmen sind fünf Videoclips entstanden, die die Freiwillige Steffi in ihrem Freiwilligen Internationalen Jahr in Ghana zeigen.

→ Mehr Infos

   

IMPRESSUM
Herausgeber: AKLHÜ e.V. – Netzwerk und Fachstelle für Internationale Personelle Zusammenarbeit
Redaktion: Wanja Amling, Tel.: 0228-9089914, aklhue@entwicklungsdienst.de 
Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 25.01.2021

Bildnachweis: Oben: Forum, Mitte: Pixabay License, Unten: Unsplash License


VENRO informiert! Smart, aber fair – wie Digitalisierung alle mitnehmen kann

28. November 2020 - 16:29
Ausgabe Nr. 8/2020

VENRO informiert! Ausgabe Nr. 8/2020

 

Nr. 8 / 2020

THEMENSCHWERPUNKT

Smart, aber fair – wie Digitalisierung alle mitnehmen kann
 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

unter dem Titel „Smart, aber fair" gehen wir im machbar-Bericht 2020 der Frage nach, welche Möglichkeiten die Digitalisierung bietet, die globalen Ziele der Agenda 2030 zu verwirklichen. Auch mit den Risiken und Gefahren der Digitalisierung setzen wir uns darin auseinander.

 

Auf unserer machbar-Konferenz am 1. Dezember 2020 wollen wir die Handlungsempfehlungen aus dem Bericht mit Gästen aus Politik, Digitalbranche und Zivilgesellschaft diskutieren und uns in Werkstattgesprächen darüber austauschen, wie eine faire Digitalisierung machbar ist.

 

„Wir müssen jetzt die Weichen stellen, damit in der datengetriebenen Welt von morgen die Länder im globalen Süden nicht nur wie in anderen Sektoren als Rohstoffquellen gelten", erklärt Geraldine de Bastion, Geschäftsführerin von Konnektiv und eine der Panelist_innen, im Interview.

 

Einen Eindruck davon, welche Fragen die Menschen mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung weltweit beschäftigen, können Sie in unserem Kurzfilm „Smart, but fair – make digitalisation work for all" gewinnen.

 

 

Herzliche Grüße,

 

Heike Spielmans
Geschäftsführerin

 

 

Rubriken dieses Newsletters

 

„Wir müssen jetzt die Weichen für die datengetriebene Welt von morgen stellen"

 

Geraldine de Bastion ist Geschäftsführerin der Beratungsagentur Konnektiv mit Erfahrung in der Arbeit mit Aktivist_innen, Regierungen, Startups und NRO auf der ganzen Welt. Im Interview erläutert sie die Herausforderungen der digitalen Transformation für die internationale Zusammenarbeit und Entwicklungsorganisationen mit Fokus auf Afrika.

  Zum Interview

machbar-Bericht 2020: Smart, aber fair

 

Unter dem Titel „Smart, aber fair" gehen wir im machbar-Bericht 2020 der Frage nach, wie Digitalisierung alle mitnehmen kann. In vielfältigen Beiträgen erörtern Expertinnen und Experten aus  Wissenschaft, Thinktanks und Zivilgesellschaft Potenziale und Risiken digitaler Technologien.

 

Aus dem Inhalt

 

Wer profitiert von der Digitalisierung?

Von Dr. Jakob Schwab

 

Kann Digitalisierung wirtschaftlichen und sozialen Ausgleich befördern und Teilhabe verbessern? Insbesondere für die Ärmsten der Armen soll sie ein Tor zur Welt sein und so Armut und Hunger bekämpfen. Ganz illusorisch ist das nicht. Fraglich ist allerdings, ob diese Potenziale auch tatsächlich genutzt werden.

 

Grün und digital – wie geht das zusammen?

Von Christiane Grefe

 

Ein Blick in die meisten Bereiche zeigt: Die Digitalisierung bietet Chancen für mehr ökologische Nachhaltigkeit, ihre positiven Wirkungen sind aber keineswegs selbstverständlich. Entscheidend ist, wie und wofür Technologie eingesetzt wird. Hierbei sind politische Rahmenbedingungen zwingend erforderlich.

 

Daten als digitales Gold

Von Sasha Ockenden und Theresa Henne

 

Wann immer wir uns online bewegen, hinterlassen wir Spuren. Diese Datenspuren sind das Rohmaterial einer globalen Industrie, die an Größe und Einfluss längst die Öl- oder Finanzindustrie eingeholt hat. Dies ist besonders problematisch, wenn die Auswertung von Daten aus sozialen Medien in demokratischen Prozessen zum Einsatz kommt.

 

Microsofts trügerisches Versprechen „negativer Emissionen"

Von Linda Schneider

 

Große Technologie-Unternehmen wie Google, Amazon und Microsoft präsentieren sich gerne als verantwortungsvolle Zukunftsunternehmen, die sich dem Problem der Klimakrise stellen. Ihre eigenen Geschäftsmodelle – und damit die Vorstellung fortwährenden Wachstums und eines ständig steigenden Ressourcenverbrauchs – hinterfragen sie nicht.

 

Blockchain-Technologie in der digitalisierten Landverwaltung

Von Mathias Pfeifer

 

Seit ein paar Jahren ist die Blockchain-Technologie in aller Munde. Auch an ihrer möglichen Anwendung in der Landverwaltung gibt es reges Interesse. Sie soll, so ihre Befürworter_innen, dazu beitragen, gerade in Ländern des globalen Südens Korruption und Betrug im Landsektor ein Ende zu bereiten. 

  Zum machbar-Bericht 2020 (PDF)

Einladung zur machbar-Konferenz

 

Auf der machbar-Konferenz „Smart, aber fair" am 1. Dezember 2020 vertiefen wir die Debatte über die Chancen und Risiken digitaler Instrumente für eine nachhaltige Entwicklung mit Gästen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Kurzfristige Anmeldungen für die Konferenz sind heute, am 25. November, noch möglich!

  Zur Einladung
 

Smart, but fair - make digitalisation work for all
Ein Kurzfilm über die Chancen und Risiken der Digitalisierung

  Zu YouTube

50 Jahre 0,7-Prozent-Ziel – Ein Anlass zum Feiern?

   

Vor 50 Jahren, am 24. Oktober 1970, setzte sich die Weltgemeinschaft zum Ziel, dass die reichen Länder 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe aufwenden sollen. Im Interview nimmt unser Vorstandsvorsitzender Dr. Bernd Bornhorst das Jubiläum zum Anlass, einen kritischen Blick auf dieses Ziel zu werfen.

  Zum Interview

Dachverbände legen Forderungen zum Gemeinnützigkeitsrecht vor

 

In einem gemeinsamen Statement haben wir zusammen mit elf zivilgesellschaftlichen Dachverbänden und Netzwerken auf die Notwendigkeit einer Änderung des Gemeinnützigkeitsrechts hingewiesen. Die aktuell geplanten Änderungen im Gemeinnützigkeitsrecht würden die Arbeit vieler gemeinnütziger Vereine zwar vereinfachen, jedoch bei Weitem nicht für die notwendige Rechtssicherheit sorgen.

  Zur Pressemitteilung
  Zur Stellungnahme (PDF)

Welche Rolle spielen NRO bei der Prävention von Terrorismusfinanzierung?

 

Im Kampf gegen die Finanzierung von Terrorismus untersucht ein internationales Prüfteam der Financial Action Task Force (FATF) derzeit die Präventionsmaßnahmen in Deutschland. Vor der Länderprüfung haben wir eine Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, wie Nichtregierungsorganisationen (NRO) das Risiko der Terrorismusfinanzierung selbst einschätzen und welche Maßnahmen sie ergreifen, um das Risiko zu minimieren.

  Zum Bericht (EN)
  Zum Blogbeitrag

Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2021

 

In einem Standpunkt zur Bundestagwahl 2021 haben wir unsere Erwartungen an die Wahlprogramme der Parteien formuliert. Es braucht entschlossenes politisches Handeln, das die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten bewahrt, das Allgemeinwohl in den Mittelpunkt stellt und niemanden zurücklässt. Dafür müssen die Agenda 2030 und die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie die Grundlage des politischen Handelns bilden.

  Zum Standpunkt

Nachhaltigkeit jetzt Vorrang geben!

 

Die Bundesregierung hat eine überarbeitete Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht. In unserer Stellungnahme „Nachhaltigkeit jetzt Vorrang geben! Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie" kommentieren wir den Entwurf und formulieren Handlungsempfehlungen für die weiteren Schritte.

  Zur Stellungnahme

Preisverleihung des Deutschen Engagementpreises 2020

 

Am 3. Dezember von 18.00 bis 19.30 Uhr findet die Verleihung des Deutschen Engagementpreises 2020 statt. Dieses Jahr wird die Preisverleihung von ALEX Berlin live übertragen - das heißt, alle können dabei sein, wenn verkündet wird, wer die Preisträger_innen des Deutschen Engagementpreises sind. Im virtuellen Raum sind die Plätze unbegrenzt!

  Zur Webseite

„Kein Hunger bis 2030" erfordert Transformation unserer Ernährungssysteme

 

Von Miriam Wiemers

   

Viel zu viele Menschen leiden noch immer an Hunger. Bereits vor der Corona-Pandemie reichten die weltweiten Fortschritte in der Hungerbekämpfung nicht aus. Auf unserem Blog erklärt Miriam Wiemers von der Welthungerhilfe, was der diesjährige Welthunger-Index deutlich macht: Die derzeitigen globalen Ernährungssysteme sind weder krisenfest noch gerecht oder nachhaltig. 

  Zum Blogbeitrag
07.12.2020 und 10.12.2020, VENRO, Online
  Zuwendungsrecht in der humanitären Praxis  

Viele deutsche NRO setzen ihre humanitären Projekte mit öffentlichen Geldern um. Derartige Zuwendungen gehen mit Verpflichtungen einher. Welche dies genau sind, wo sie stehen und wie Zuwendungen Schritt für Schritt abgewickelt werden, wollen wir in einer Onlinefortbildung aufzeigen.

  Zur Veranstaltung
  10.12.2020 - 11.12.2020, German Toilet Organization, Online
  Monitoring und Evaluation von WASH-Projekten  

Wie misst man am besten den Erfolg eines Projektes im Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH)? Und wie fügt sich das in den Projektland-spezifischen und globalen Kontext ein? Das zweitägige Seminar von der German Toilet Organization vermittelt spezielle Anforderungen von Monitoring & Evaluation im WASH-Bereich und bietet einen Einblick in digitale und partizipative WASH-relevante Werkzeuge.

  Zur Veranstaltung
 

Germanwatch sucht eine_n Referent_in für digitales politisches Engagement, Öffentlichkeitsarbeit und Datenmanagement in Bonn.

 

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. sucht eine_n Referent_in Projektmanager_in IT, Kommunikation und Energieversorgung (m/w/d) in Berlin.

 

Don Bosco Mondo sucht eine_n Referent_in Online Marketing/ Fundraising (w/m/d) in Bonn.

 

AGIAMONDO sucht eine_n IT-Systemadministrator_in in Köln.

 

Die German Toilet Organisation sucht eine_n Praktikant_in in der Junior Projektassistenz in Berlin.

 

Opportunity International Deutschland sucht eine_n Finanzbuchhalter_in in Voll- oder Teilzeit.

  Alle Stellenangebote
  Besuchen Sie uns auf    

sekretariat@venro.org

www.venro.org

Tel.: 030 2639299-10

 

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VENRO – Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe

Stresemannstraße 72

10963 Berlin

 

Redaktion: Ian Mengel, Janna Völker

Fotos: Roger von Heereman; Jörg Farys; Welthungerhilfe

© 2020 VENRO

   

Regierungen und Stiftungen starten gemeinsam die South East Asia Energy Transition Partnership

20. November 2020 - 16:16
Das Bundesumweltministerium hat heute mit weiteren staatlichen und philanthropischen Förderern auf dem ASEAN-Energiewirtschaftsforum die „South East Asia Energy Transition Partnership" (ETP) ins Leben gerufen. Ziel der Partnerschaft ist es, die nachhaltige Energiewende in Südostasien im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris zu unterstützen. Der Schwerpunkt liegt dabei zunächst auf Indonesien, Vietnam und den Philippinen; alles Länder mit einem erheblichen Kohleanteil bei der Energieerzeugung. In den kommenden Monaten wird ein technischer Beirat eingerichtet, der sowohl internationales als auch lokales Fachwissen und Ländervertreter vereint, um die Partnerschaft bei ihrer technischen Arbeit zu beraten. Mit dem heutigen Startschuss beginnt die ETP ihre erste fünfjährige Implementierungsphase mit dem United Nations Office for Project Services (UNOPS) als Fondsmanager und Sekretariatssitz.

 

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die Energy Transition Partnership vereint Regierungen und Stiftungen bei der Unterstützung der Energiewende in Südostasien. Mit dem innovativen Ansatz der ETP werden die Mittel und Projekte ihrer Mitglieder gebündelt und aufeinander abgestimmt und damit ihre Wirkung maximiert. Die neue Partnerschaft treibt als Forum den Austausch und die Koordination mit engagierten Akteuren voran. Aus diesen Gründen haben wir die Partnerschaft von Anfang an als Gründungsmitglied unterstützt."
 

Rémy Rioux, CEO der Agence Française de Développement: „Die AFD Gruppe ist stolz darauf, Teil der südostasiatischen Energy Transition Partnership zu sein, welche die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Gebern und privaten Stiftungen fördert, um die Energiewende in Südostasien im Einklang mit dem Pariser Abkommen zu beschleunigen."

"Durch die Vereinigung verschiedener Stakeholder, die bereit sind, Indonesien, Vietnam und die Philippinen gemeinsam zu unterstützen und ihr Potenzial an erneuerbaren Energien zu erschließen, baut diese Koalition auch auf dem "Finance in Common"-Gipfel auf und fördert partnerschaftsorientierte Initiativen zum Aufwuchs grüner Finanzmittel."
 

Kate Hampton, CEO der Children's Investment Fund Foundation: „Asiatische Länder, die sich zu Netto-Null-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts verpflichten, haben die globale Klimadynamik wieder in Schwung gebracht. Die Südostasiatische Energy Transition Partnership (ETP) ist eine mutige Initiative in einer entscheidenden Phase. Sie wird den politischen Entscheidungsträgern in Vietnam, Indonesien und den Philippinen die Sachlage und das Fachwissen liefern, die für den ersten Schritt zu einem Netto-Nullpunkt erforderlich sind: den Übergang zu sauberen Energien. Dieser Übergang wird grüne Arbeitsplätze, billigeren Strom und sauberere Luft nach Südostasien bringen. Wir von CIFF freuen uns, Teil der ETP zu sein – wir glauben, dass diese Partnerschaft den Wohlstand und das Wohlergehen der südostasiatischen Nationen für die kommenden Jahrzehnte fördern wird."
 

Samina Kadwani, UNOPS-Direktorin für Thailand, Indonesien und den Pazifik: „Ich spreche den Gebern der Energy Transition Partnership meine Anerkennung dafür aus, dass sie eine neue und zukunftsorientierte, dynamische und agile Plattform geschaffen haben, um Südostasien bei den Bemühungen zu unterstützen Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. UNOPS ist stolz darauf, als Fondsmanager und Sekretariat an der Partnerschaft beteiligt zu sein, und ist gut positioniert, um die Ziele der Partnerschaft voranzubringen."
 

Die „South East Asia Energy Transition Partnership" (ETP)  wurde erstmals auf dem „One Planet Summit 2018" von einem Konsortium aus philanthropischen Stiftungen, wie der Children's Investment Fund Foundation (CIFF) und der High Tide Foundation sowie Regierungsvertretern wie dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), der kanadischen Regierung, dem britischen Ministerium für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie (BEIS), Bloomberg Philanthropies und der französischen Entwicklungsagentur (AFD) angekündigt. Seitdem haben die Partner erheblich in die Gestaltung dieser einzigartigen Partnerschaft investiert, die den öffentlichen und den privaten Sektor zusammenführt, wie auf dem Klimagipfel des Generalsekretärs der Vereinten Nationen 2019 hervorgehoben wurde.

Das Wirtschaftswachstum Südostasiens hat den Lebensstandard für viele Menschen in der Region erhöht. Das Wachstum geht allerdings einher mit einem enormen Anstieg des Verbrauchs fossiler Brennstoffe, was zu steil ansteigenden Treibhausgasemissionen, anhaltender Umweltverschmutzung, lokalen Gesundheitsrisiken und einer Verschärfung der weltweiten klimabedingten Risiken führt. Die ETP hat sich zum Ziel gesetzt, zusammen mit Regierungen und Institutionen das enorme ungenutzte Potenzial erneuerbarer Energien Südostasiens zu heben und sie in den Energiemix zu integrieren, um den rasch wachsenden Energiebedarf in der Region zu decken.

Die ETP wird sich auch mit Energieeffizienzmaßnahmen befassen sowie mit den sozioökonomischen Chancen und positiven Auswirkungen, die mit einem nachhaltigen und gerechten Energiewandel in Südostasien verbunden sind. Mit finanzieller Unterstützung für technische Kooperationsprojekte, zusammen mit entsprechend ausgerichteten laufenden Programmen in der Region, wird die ETP Unterstützungspakete und Koordinierung, Dialog und Wissensausbau anbieten, um die Finanzierung der Energiewende in der Region signifikant voranzubringen und so zur Erreichung des Übereinkommens von Paris und der Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) beizutragen.

Die Multi-Geber-Partnerschaft möchte weiter wachsen. Die Mitglieder der ETP laden daher interessierte Geber ein, sich der Initiative anzuschließen, um durch eine beschleunigte Energiewende in Südostasien dem globalen Klimaschutz zu dienen.
           



Über UNOPS:

Die Mission von UNOPS besteht darin Menschen zu helfen ein besseres Leben aufzubauen und Ländern zu helfen Frieden und nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Wir helfen den Vereinten Nationen, Regierungen und anderen Partnern bei der Verwaltung von Projekten und bei der Bereitstellung nachhaltiger Infrastruktur und Beschaffung auf effiziente Weise. Lesen Sie mehr: www.unops.org

Über die AFD:

Die Agence Française de Développement Gruppe (AFD) ist eine öffentliche Institution, welche die französische Politik in den Bereichen Entwicklung und internationale Solidarität umsetzt: Klima, Biodiversität, Frieden, Bildung, Stadtplanung, Gesundheit, Regierungsführung usw. Unsere Teams sind aktiv beteiligt an mehr als 4.000 Projekten mit hohen sozialen und ökologischen Wirkungen in den französischen Übersee- Departements und Gebieten und in 115 Ländern. Damit leisten wir einen Beitrag zum Engagement Frankreichs und des französischen Volkes für die Ziele der nachhaltigen Entwicklung (SDGs).

Über CIFF:

Die Children's Investment Fund Foundation ist eine unabhängige philanthropische Organisation mit Büros in Addis Abeba, Peking, London, Nairobi und Neu-Delhi. CIFF arbeitet mit einem breiten Spektrum von Partnern zusammen, die sich bemühen, das Leben armer und gefährdeter Kinder in Entwicklungsländern zu verändern, mit dem letztendlichen Ziel, scheinbar unlösbare Herausforderungen zu lösen, um sicherzustellen, dass alle Kinder die Chance haben, zu überleben und zu gedeihen. CIFF will eine katalytische Rolle als Geldgeber und Einflussnehmer spielen, um dringende und systemische Veränderungen in großem Maßstab voranzutreiben. Das Klimaportfolio des CIFF wird von der Vision einer klimasicheren Zukunft für die Kinder von heute und für künftige Generationen getragen, die auch die Vorteile sauberer Luft, Energiesicherheit und nachhaltiger Arbeitsplätze mit sich bringt. Mehr Informationen unter: www.ciff.org .

Teilnehmende Regierungen (in alphabetischer Reihenfolge):

Deutschland: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) - Ansprechpartner für die Presse: Unterabteilungsleiterin Presse und Kommunikation: Regine Zylka, E-Mail: presse@bmu.bund.de

Frankreich: Agence Française de Développement (AFD)

Kanada: The Government of Canada

Vereinigtes Königreich: Department for Business, Energy and Industrial Strategy

Teilnehmende Philanthropen (in alphabetischer Reihenfolge):

Bloomberg Philanthropies

Children's Investment Fund Foundation (UK) Press Contact: Alex Bos Abos@ciff.org, und Abbi Knell Aknell@ciff.org

High Tide Foundation

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, United Nations Office for Project Services (UNOPS), Children's Investment Fund Foundation (CIFF), Agence Française de Développement (AFD)

UNICEF: Eine verlorene Covid-19 Generation verhindern

19. November 2020 - 12:10
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UNICEF: Eine verlorene Covid-19 Generation verhindern

Aktueller Report / Jede neunte Covid-19-Infektion trifft ein Kind oder einen Jugendlichen

© UNICEF/Panjwani

Köln/New York, 19.11.2020 // UNICEF warnt vor erheblichen und wachsenden negativen Folgen der Covid-19-Pandemie für Kinder. Anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte ruft UNICEF dazu auf, eine verlorene Covid-19-Generation zu verhindern.

In dem Report „Averting a Lost Covid Generation" dokumentiert das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen die schweren Konsequenzen der sich weiter ausbreitenden Pandemie für Kinder weltweit. Während die gesundheitlichen Symptome bei Kindern bislang mild sind, steigen die Infektionszahlen weiter. Die langfristigen Auswirkungen auf Bildung, Ernährung und Wohlbefinden einer ganzen Generation von Kindern und jungen Menschen können deren ganzes Leben nachhaltig prägen.

„Während der Covid-19-Pandemie hält sich bis heute die Vorstellung, dass Kinder kaum von der Krankheit betroffen sind. Nichts könnte weniger zutreffen", erklärte UNICEF Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Kinder können erkranken und das Virus verbreiten. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs der Pandemie. Die Unterbrechung lebenswichtiger Hilfen und Dienstleistungen sowie steigende Armutsraten sind die größten Bedrohungen für Kinder. Je länger die Krise andauert, so gravierender sind ihre Auswirkungen auf Bildung, Gesundheit, Ernährung und Wohlbefinden der Kinder. Die Zukunft einer ganzen Generation ist in Gefahr".

Die Auswertung von Daten aus 87 Ländern, für die entsprechende Informationen vorliegen, zeigt, dass Anfang November elf Prozent der zu diesem Zeitpunkt 25,7 Millionen Covid-19-Infektionen auf Kinder und Heranwachsende unter 20 Jahren entfielen. Dies bedeutet, dass jede neunte Covid-19-Infektion ein Kind oder einen Jugendlichen trifft. Weitere aussagekräftige, nach Alter differenzierte Daten über Infektionen, Todesfälle und Tests sind notwendig, um die Folgen für besonders verletzliche Kinder besser zu verstehen und Maßnahmen zu planen.

Kinder können zwar das Virus untereinander und auf Erwachsene übertragen. Aber es gibt starke Belege dafür, dass bei Beachtung grundlegender Sicherheitsmaßnahmen die Vorteile, Schulen geöffnet zu halten, die Nachteile von Schulschließungen mehr als aufwiegen – so der UNICEF-Bericht. Schulen sind in den Gemeinden nicht die Haupttreiber einer Verbreitung des Virus. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder sich anstecken, ist außerhalb schulischer Zusammenhänge höher.

Die Covid-19-Pandemie und ihre Folgen treffen Kinder schwer 

Die Unterbrechung lebensnotwendiger Gesundheitsversorgung und sozialer Dienste für Kinder stellen die schwerste Bedrohung für Kinder dar. UNICEF-Daten aus 140 Ländern zeigen:

  • Rund ein Drittel der Länder verzeichneten einen Rückgang der Zahl der Kinder, die mit medizinischen Maßnahmen wie Routineimpfungen, ambulanter Behandlung von ansteckenden Infektionskrankheiten sowie durch Betreuungsangebote vor, während und nach der Geburt erreicht werden. Hauptgrund für den Rückgang ist Angst vor Ansteckung.
  • In 135 Ländern werden 40 Prozent weniger Kinder und Frauen durch Ernährungshilfen und entsprechende Beratung erreicht. Ende Oktober erhielten immer noch 265 Millionen Mädchen und Jungen keine Schulspeisungen. Über 250 Millionen Kleinkinder unter fünf Jahren bekommen keine lebenswichtigen Vitamin-A-Tabletten.
  • 65 Länder berichten von einem Rückgang von Hausbesuchen durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Vergleich zum Vorjahr.

Der UNICEF-Report zeigt weitere alarmierende Fakten auf:

  • Im November 2020 sind 572 Millionen Mädchen und Jungen von landesweiten Schulschließungen betroffen – das sind 33 Prozent aller Schülerinnen und Schüler weltweit.
  • Durch die Unterbrechung lebenswichtiger Dienstleistungen und zunehmender Mangelernährung könnten in den kommenden zwölf Monaten zwei Millionen Kinder zusätzlich sterben und die Zahl der Todgeburten um 200.000 zunehmen. 
  • In 2020 werden zusätzlich sechs bis sieben Millionen Kinder unter fünf Jahren an Auszehrung oder akuter Mangelernährung leiden, eine Zunahme um 14 Prozent. Vor allem in den Ländern Afrikas südlich der Sahara und in Südasien werden hierdurch jeden Monat 10.000 Kinder zusätzlich sterben.
  • Weltweit sind bis Mitte des Jahres schätzungsweise 150 Millionen Kinder zusätzlich in mehrdimensionale Armut gerutscht - ohne Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Nahrung, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.

"Wir müssen den Bedürfnissen von Kindern Vorrang einräumen." 

UNICEF ruft Regierungen und Partner dazu auf, alles zu tun, um die Krise zu stoppen, und dafür zu sorgen, dass:

  • alle Kinder lernen können und die digitale Kluft geschlossen wird;
  • der Zugang zu Nahrung und Gesundheitsversorgung gewährleistet ist und Impfungen weltweit bezahlbar und zugänglich sind;
  • die psychische Gesundheit von Kindern und Heranwachsenden unterstützt und geschützt wird. Misshandlung, geschlechtsspezifische Gewalt und Vernachlässigung von Kindern müssen aufhören.
  • der Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Anlagen und Hygiene verbessert und gegen Umweltzerstörung und Klimawandel vorgegangen wird;
  • der Trend zu steigender Kinderarmut umgekehrt wird. Die Erholung von den ökonomischen und sozialen Folgen der Krise muss inklusiv gestaltet sein und darf kein Kind zurücklassen.
  • Schutz und Unterstützung für Kinder und Familien, die in Konflikt- und Krisengebieten leben oder ihre Heimat verlassen mussten, verstärkt wird.

„An diesem internationalen Tag der Kinderrechte rufen wie dazu auf, Kindern zuzuhören und ihren Bedürfnissen Vorrang einzuräumen", sagte Henrietta Fore. „Wenn wir an die Zukunft denken und nach vorne schauen in eine Welt nach der Pandemie, müssen wir als erstes an die Kinder denken."

» Der vollständige, englischsprachige Bericht ist hier auf unserer Webseite verlinkt.


Weltkindertag: Kinder vor gefährlichen Chemikalien schützen

19. November 2020 - 12:09
Anlässlich des Jahrestages der UN-Kinderrechtskonvention am 20.11.2020 mahnt der World Future Council, dass die in der Konvention verbrieften...

Die Stiftung Word Future Council fordert zum Weltkindertag: Kinder vor schädlichen Chemikalien schützen
Hamburg, 19.11.2020 Anlässlich des Jahrestages der UN-Kinderrechtskonvention am 20.11.2020 mahnt der World Future Council, dass die in der Konvention verbrieften Kinderrechte immer noch nicht überall realisiert werden.  Besonders ist die Gesundheit von Mädchen und Jungen durch Umweltverschmutzung, Klimawandel und gefährlichen Chemikalien gefährdet.
 
Vor 31 Jahren, am 20. November 1989, wurden Kinderrechte erstmals von der Vollversammlung der Vereinten Nationen in der Konvention über die Rechte des Kindes festgeschrieben. Damit ist die Staatengemeinschaft verpflichtet, allen Kindern weltweit die völkerrechtlich verbindlichen Kinderrechte zuzusichern und in Gesundheit, Bildung, Schutz sowie Beteiligung von Kindern zu investieren. Art. 24 der UN-Konvention über die Rechte des Kindes erkennt das Recht auf das Höchstmaß an Gesundheit an.
 
Weltweit gibt es rund 40.000 - 60.000 Chemikalien. Mit manchen dieser Chemikalien kommen wir täglich in Berührung.  Viele von ihnen sind eine Gefahr für Mensch und Umwelt, Kinder und Frauen sind oft besonders betroffen. Besonders problematisch sind Chemikalien, die bei der Herstellung, Verwendung oder Entsorgung in der Nahrungskette und unserem Trinkwasser landen und sich so in unserem Körper ansammeln.  Schutz vor gefährlichen Chemikalien ist daher das Thema des Future Policy Awards 2021!
 
„Wir haben erst kürzlich in einer Studie gesehen, dass ein Fünftel aller untersuchten deutschen Kinder so hohe Konzentration von Perfluoroktansäure im Blut hat, dass wir gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht ausschließen können. Die Chemikalie gehört zu den PFAS, langlebige Chemikalien aus der Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, die zum Beispiel Outdoor-Jacken wasser- und schmutzabweisend machen. Das Beispiel zeigt, dass noch viel beim Umgang mit Chemikalien zu verbessern ist, damit sie ihr Potential zum Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele voll entfalten können", so Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes.
 
„Der World Future Council hat daher seinen renommierten Future Policy Award 2021 dem Thema Schutz vor gefährlichen Chemikalien gewidmet", so Alexandra Wandel, Vorstandsvorsitzende des World Future Councils. „Der Preis zeichnet Gesetze aus, die bessere Lebensbedingungen für heutige und zukünftige Generationen fördern. Wir suchen nach vorbildlichen politischen Maßnahmen, die Mädchen und Jungen vor den Gefahren in Blei in Farbe, in Pestiziden sowie vor ausbeuterischer Arbeit in den Goldminen, wo Quecksilber unsachgemäß verwendet wird, schützen."
 
„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihre Körper reagieren empfindlicher auf Schadstoffe und nehmen diese auch verstärkter auf als Erwachsene. Schon im Mutterleib beginnt die Belastung mit gefährlichen Chemikalien. Kinder haben schwächere Abwehrmechanismen, da sich ihr Körper im Aufbau befindet. Allergien, Wachstumsstörungen, Gehirn- und Nervenschäden, Lernstörungen, geringe IQ Entwicklung oder aggressives Verhalten können die Folgen sein", so Prof. Dr. Michael Otto, Mitgründer und Ehrenratsmitglied des World Future Councils und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Otto GmbH & Co KG. „Hier ist eine gute Chemiekalienpolitik gefragt, und ich freue mich, dass sich der Future Policy Award 2021 dieses Thema annimmt und die Aufmerksamkeit auf die Gesundheit von Kindern lenkt."
 
Hinweis für die Presse: Ein Pressebriefing bei WFC Botschafterin Alexandra von Rehlingen-Prinz und Prof. Dr. Matthias Prinz, Mitglied des Aufsichtsrats wird aufgrund der Coronapandemie auf den 25.1.21 verlegt (Weltbildungstag).
 
Die Stiftung wird bei der 5. Internationalen Konferenz zu Chemikalienmanagement vom 5.-9. Juli 2021 in Bonn den Future Policy Award an die effektivsten Gesetze zum Schutz vor schädlichen Chemikalien vergeben.
 
Der Future Policy Award wird in Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), dem Strategischer Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement (SAICM), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), dem Ausbildungs- und Forschungsinstitut der Vereinten Nationen (UNITAR) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD),  sowie mit Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), des Umweltbundesamts (UBA), der Michael Otto Stiftung und der Jua Foundation verliehen.
 
Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.


  Über die Stiftung World Future Council
Der World Future Council (WFC) verfolgt das Ziel, unseren Kindern und Enkeln einen gesunden, nachhaltigen Planeten mit gerechten und friedlichen Gesellschaften zu übergeben. Um dies zu erreichen, identifizieren, entwickeln, beleuchten und verbreiten wir zukunftsgerechte Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Menschheit und fördern deren Umsetzung weltweit. Der Rat besteht aus 50 internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kultur. Jakob von Uexküll, der Gründer des Alternativen Nobelpreises, hat den World Future Council 2007 ins Leben gerufen. Wir sind als gemeinnützige Stiftung in Hamburg registriert und finanzieren unsere Arbeit über Spenden und institutionelle Partnerschaften. 

Copyright © 2020 World Future Council Foundation, All rights reserved.

Unterernährt, übergewichtig, vergeudet: Neue Studie zeigt Folgen der Umstellung globaler Ernährungsgewohnheiten über Jahrzehnte

19. November 2020 - 12:08
Unterernährt, übergewichtig, vergeudet:

Neue Studie zeigt Folgen der Umstellung globaler Ernährungsgewohnheiten über Jahrzehnte

Nur eine Handvoll Reis und Bohnen – ein Teil unserer Welt hungert. Pizza Hawaii und Eiscreme - ein anderer Teil unserer Welt ist übersättigt. Diese Kluft wird sich voraussichtlich vergrößern, während Lebensmittelverschwendung und der Druck auf die Umwelt zunehmen: Das ist das Ergebnis der neuen Studie eines Teams des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen der Umstellung globaler Ernährungsgewohnheiten über Jahrzehnte, von spärlichen, auf Stärke basierenden Mahlzeiten hin zu tierischen Produkten und verarbeiteten Lebensmitteln; ihre Berechnungen fassen erstmals Schätzungen für Unter- und Übergewicht, Ernährungszusammensetzung und Essensabfälle zusammen. Die Ergebnisse sind alarmierend: Bis 2050 könnten mehr als 4 Milliarden Menschen – fast die Hälfte der Weltbevölkerung – übergewichtig sein, davon 1,5 Milliarden fettleibig. Gleichzeitig würden weiterhin 500 Millionen Menschen an Untergewicht leiden.

„Wenn der beobachtete Ernährungswandel weiter anhält, werden wir das Ziel der Vereinten Nationen nicht erreichen, den Hunger weltweit zu besiegen", erklärt Benjamin Bodirsky vom PIK, Hauptautor der in Scientific Reports veröffentlichten Studie. „Gleichzeitig wird unsere Zukunft von Übergewicht und Fettleibigkeit in einem extremen Ausmaß geprägt sein", so Bodirsky. Bis 2050 könnten 45 Prozent der Weltbevölkerung übergewichtig und davon 16 Prozent fettleibig sein – im Vergleich zu etwa 29 und 9 Prozent im Jahr 2010. Diese Entwicklung ist auf die unzureichende globale Verteilung von Nahrungsmitteln zurückzuführen sowie auf die Verlagerung der Ernährung von pflanzlicher, wenig verarbeiteter Kost hin zu unausgewogenen, hochverarbeiteten Speisen; Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte werden durch tierisches Eiweiß, Zucker und Fett verdrängt.

Und das ist noch nicht alles, wie Bodirsky betont: „Die zunehmende Verschwendung von Nahrungsmitteln und der steigende Konsum von tierischem Eiweiß führen dazu, dass wir die Umweltfolgen unseres Agrarsystems nicht mehr beherrschen können. Ob Treibhausgase, Stickstoffverschmutzung oder Entwaldung: Wir gehen an die Belastungsgrenzen unseres Planeten – und darüber hinaus."

Agrarsystem als wesentlicher Faktor für Treibhausgasemissionen

Acker- und Weideland für die Nahrungsmittelerzeugung bedecken rund ein Drittel der globalen Landfläche; unser Ernährungssystem verursacht fast ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen. Die neue Studie zeigt, dass – wenn die derzeitigen Trends anhalten – die weltweite Nachfrage nach Nahrungsmitteln zwischen 2010 und 2050 um etwa 50 Prozent steigen wird, und die Nachfrage nach tierischen Produkten wie Fleisch und Milch wird sich ungefähr verdoppeln – eine Entwicklung, die immer mehr Land erfordern würde.

„Mit der gleichen Landfläche könnten wir aber viel mehr pflanzliche Nahrungsmittel für den Menschen produzieren als tierische", erklärt Ko-Autor Alexander Popp, Leiter der Forschungsgruppe Landnutzungsmanagement am PIK. „Einfach gesagt: Wenn immer mehr Menschen immer mehr Fleisch essen, gibt es weniger pflanzliche Nahrung für die anderen – und wir brauchen mehr Land für die Nahrungsmittelproduktion, was dazu führen kann, dass Wälder abgeholzt werden. Die vermehrte Tierhaltung erhöht in der Folge den Ausstoß von Treibhausgasen."

Globale Nahrungsmittelnachfrage: Verteilung und Bildung als Kernprobleme

Die Studie bietet erstmalig einen konsistenten Langzeitüberblick über einen anhaltenden globalen Ernährungswandel von 1965 bis 2100. Unter Verwendung eines Open-Source-Modells prognostizieren die Forschenden, wie viel des Nahrungsmittelbedarfs auf Faktoren wie Bevölkerungswachstum, Alterungsprozesse, zunehmende Körpergröße, wachsenden Body-Mass-Index, abnehmende körperliche Aktivität und zunehmende Nahrungsmittelabfälle zurückzuführen ist.

Ko-Autor Prajal Pradhan vom PIK erklärt: „Es gibt genug Nahrung auf der Welt – das Problem ist, dass die armen Menschen auf unserem Planeten sich diese nicht leisten können. Und in den reichen Ländern spüren die Menschen die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen der Verschwendung von Nahrungsmitteln nicht." Aber Umverteilung allein würde nicht ausreichen, denn sowohl ärmere als auch reichere Bevölkerungsschichten ernähren sich mangelhaft – es fehlt an Wissen über eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise.

Wie weckt man Appetit auf Veränderung?

„Ungesunde Ernährung ist das weltweit größte Gesundheitsrisiko", erklärt Ko-Autorin Sabine Gabrysch, Leiterin der Forschungsabteilung Klimaresilienz am PIK. „Viele Länder in Asien und Afrika kämpfen derzeit noch mit Unterernährung und den damit verbundenen Gesundheitsproblemen. Gleichzeitig sind sie zunehmend auch mit Übergewicht und in der Folge mit einer steigenden Belastung durch Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs konfrontiert", so Gabrysch. Die neue Studie biete hier wertvolle Orientierung über den möglichen Entwicklungspfad verschiedener Länder und Regionen. Sie könne auch die dringend benötigte proaktive Politik hin zu einer nachhaltigen und gesunden Ernährung befördern.

„Wir brauchen dringend politische Maßnahmen, um eine Ernährungsumgebung zu schaffen, die gesundes Essverhalten fördert", erklärt Gabrysch. „Dazu könnten verbindliche Vorschriften gehören, welche die Werbung für ungesunde Snacks regulieren sowie nachhaltige und gesunde Mahlzeiten in Schulen, Krankenhäusern und Kantinen sicherstellen. Eine stärkere Konzentration auf Ernährungsbildung ist ebenfalls wichtig, von der Früherziehung im Kindergarten bis zur Beratung durch Ärzte und Krankenschwestern. Was wir essen ist von entscheidender Bedeutung – sowohl für unsere eigene Gesundheit als auch für die unseres Planeten."

Artikel: Benjamin Leon Bodirsky, Jan Philipp Dietrich, Eleonora Martinelli, Antonia Stenstad, Prajal Pradhan, Sabine Gabrysch, Abhijeet Mishra, Isabelle Weindl, Chantal Le Mouël, Susanne Rolinski, Lavinia Baumstark, Xiaoxi Wang, Jillian L. Waid, Hermann Lotze‐Campen, Alexander Popp (2020): The ongoing nutrition transition thwarts long-term targets for food security, public health and environmental protection. Scientific Reports. [DOI: 10.1038/s41598-020-75213-3]

Weblink zum Artikel: www.nature.com/articles/s41598-020-75213-3

Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, 18.11.2020


Wer wir sind: Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist eines der weltweit führenden Institute in der Forschung zu globalem Wandel, Klimawirkung und nachhaltiger Entwicklung. Natur- und Sozialwissenschaftler erarbeiten hier interdisziplinäre Einsichten, welche wiederum eine robuste Grundlage für Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft darstellen. Das PIK ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Jeder Sechste hält Ohrfeigen in der Erziehung für angebracht | Aktuelle Studie

19. November 2020 - 12:07
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Jeder Sechste hält Ohrfeigen in der Erziehung für angebracht

Internationaler Tag der Kinderrechte am 20. November/ Neue repräsentative Studie zu Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten in Deutschland 

Köln/Berlin/Ulm, den 19. November 2020// Vor 20 Jahren, am 8. November 2000, trat in Deutschland das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung in Kraft. Dieser Schritt hat dazu beigetragen, die Einstellungen zu Körperstrafen in der Erziehung zu verändern und körperliche und psychische Gewalt gegen Kinder zurückzudrängen. Doch trotz dieser positiven Entwicklung sehen viele Menschen in Deutschland körperliche Bestrafung weiter als angebracht an.

So ist jeder Zweite noch immer der Auffassung, dass ein Klaps auf den Hintern noch keinem Kind geschadet habe. Jeder Sechste hält es sogar für angebracht, ein Kind zu ohrfeigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm, UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderschutzbund. 

Gemeinsam fordern der Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeut Prof. Dr. Jörg M. Fegert, UNICEF Deutschland und der Deutsche Kinderschutzbund, das Bewusstsein für alltägliche Gewalt gegen Kinder zu schärfen und das Recht auf gewaltfreie Erziehung auf allen Ebenen der Gesellschaft zu stärken und umzusetzen. Insbesondere das Ausmaß und die negativen Folgen psychischer Gewalt gegen Kinder werden bis heute weitgehend unterschätzt.

Seit der Jahrtausendwende ist der Anteil der Menschen, die Gewalt anwenden bzw. als angebracht ansehen, insgesamt gesunken. Gaben in einer Befragung aus dem Jahr 2005 noch rund drei Viertel der Befragten an, einen „Klaps auf den Hintern" als Erziehungsmethode verwendet zu haben, hielten im Jahr 2016 nur noch 44,7 Prozent und im Jahr 2020 nur noch 42,7 Prozent diese Strafe für angebracht. Gaben im Jahr 2005 noch 53,7 Prozent der Befragten an, schon einmal eine „leichte Ohrfeige" als Erziehungsmethode eingesetzt zu haben, hielten dies im Jahr 2016 nur noch 17 Prozent und im Jahr 2020 17,6 Prozent für angebracht. In den Jahren von 2016 bis 2020 stagnierten die Zahlen somit. Die Akzeptanz von körperlicher Bestrafung hat damit ein Plateau erreicht. Insbesondere leichtere Körperstrafen bleiben bei einem erschreckenden Teil der deutschen Bevölkerung weiter verbreitet.

Weitere Ergebnisse der Studie

  • Die Zustimmung zu Körperstrafen bei Kindern ist bei Männern größer als bei Frauen. So stimmen Männer dem Klaps auf den Hintern mit 57,8 Prozent häufiger zu als Frauen mit 47,1 Prozent.
  • Je älter die Befragten sind, desto seltener lehnen sie Körperstrafen ab. So lehnen 55,4 Prozent der Befragten unter 31 Jahren den Klaps auf den Hintern ab, verglichen mit 34,7 Prozent der Befragten über 60 Jahren.
  • Wer Gewalt erfahren hat, akzeptiert sie eher in der Erziehung. Teilnehmende, die selbst als Kind Körperstrafen und emotionale Gewalt erlebt haben, stimmen Körperstrafen in der Erziehung eher zu als Menschen, die ohne Gewalt groß geworden sind. So ist die Wahrscheinlichkeit, der Aussage „Ein Klaps auf den Hintern hat noch keinem Kind geschadet" zuzustimmen, bei der Gruppe, die selbst Körperstrafen in der Kindheit erlebt hat, fast 16-mal so hoch wie bei Menschen, die keine Körperstrafen erlebt haben. Haben sie emotionale Gewalt erfahren, ist die Wahrscheinlichkeit doppelt so hoch. 

„Die Verankerung des Rechts auf gewaltfreie Erziehung hat wesentlich dazu beigetragen, einen neuen Tiefstand bei der Akzeptanz körperlicher Strafen zu erreichen", sagt Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm. „Doch darauf dürfen wir uns nicht ausruhen. Denn noch immer verharmlosen zu viele Menschen körperliche Übergriffe wie Ohrfeigen. Auch psychische Gewalt, die häufigste Form der Misshandlung, wird viel zu häufig tabuisiert. Unsere Gesellschaft muss akzeptieren, dass Gewalt viele Gesichter hat und Kindern immer schadet." 

„Gewalt gegen Kinder, ganz gleich in welcher Form, hinterlässt bei Kindern Spuren und untergräbt ihre Würde", sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Gerade psychische Gewalt bleibt häufig im Verborgenen. Wir müssen das gesellschaftliche Schweigen endlich brechen. Mit unserer Kampagne #NiemalsGewalt möchten wir einen Beitrag zu Prävention und Sensibilisierung leisten." 

„20 Jahre nach der Gesetzesänderung bleiben Herausforderungen", sagt Ekin Deligöz, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes. „Denn das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung geht weit über den Verzicht auf körperliche Bestrafungen hinaus. Es ist eine Frage der gesellschaftlichen Haltung. Die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ist ein längst überfälliger Schritt, um die Rechte der Kinder auf Schutz, Förderung und Beteiligung zu stärken."

Folgende drei Ansätze sind dringend notwendig, um Kinder nachhaltig vor Gewalt zu schützen: 

Kinderrechte stärken: Durch die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz würden Kinder als eigene Träger von Grundrechten gestärkt und die Rahmenbedingungen für einen wirksamen Kinderschutz verbessert. So würden Kinderrechte in Gerichts- und Verwaltungsverfahren konsequenter berücksichtigt und Kinder müssten in Verfahren, die sie betreffen, angehört werden. Darüber hinaus muss die Grundlage für eine flächendeckend bessere Ausstattung der Kinder- und Jugendhilfe geschaffen werden. 

Über das Ausmaß und die Folgen jeglicher Form von Gewalt gegen Kinder aufklären: Dass Gewalt niemals hingenommen werden darf, muss als Daueraufgabe unserer gesamten Gesellschaft etabliert werden. Insbesondere das Bewusstsein für psychische Gewalt und ihre gravierenden Folgen muss geschärft werden. Dazu sind nachhaltige Aufklärungskampagnen und gezielte Prävention notwendig.  

Die Datenlage zu Gewalt gegen Kinder in der Erziehung verbessern: Eine systematische Datenerhebung ist das Fundament für wirksame Prävention und InterventionNur so kann das tatsächliche Ausmaß der Gewalt erkannt werden und Handlungsdruck entstehen.

Hintergrund zur Studie

Im Auftrag von UNICEF Deutschland und dem Kinderschutzbund hat ein Forschungsteam der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm im Frühjahr 2020 2.500 repräsentativ ausgewählte Personen zu ihren Einstellungen zu Körperstrafen in der Erziehung befragt. Die aktuelle Studie baut auf bestehenden Arbeiten zur Akzeptanz von Körperstrafen auf und untersucht, wie sich Einstellungen seit Inkrafttreten des Rechts auf eine gewaltfreie Erziehung im Jahr 2000 verändert haben.

» Die vollständige Studie zu Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten steht hier zur Verfügung.


Freiwilligendienst mit weltwärts wieder möglich

18. November 2020 - 14:22

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In Länder, für die keine Reisewarnungen oder Einreisebeschränkungen vorliegen, können Freiwillige, unter Beachtung strenger Kriterien, mit weltwärts wieder ausreisen. Zudem besteht für Freiwillige die Möglichkeit, ihren Dienst in Deutschland zu beginnen.

Lea hat 2018/2019 einen Freiwilligendienst in einer Einrichtung für Menschen mit Beinträchtigung in Vietnam gemacht. Foto: Engagement Global

Bonn, 18. November 2020. Das Auswärtige Amt hat seine generelle internationale Reisewarnung zum 1. Oktober 2020 aufgehoben. Somit ist ein Freiwilligendienst mit weltwärts vereinzelt wieder möglich. Erste Ausreisen sind für Dezember geplant.

Angesichts des weltweiten Infektionsgeschehens sind Ausreisen für Freiwillige nur für Länder ohne landesspezifische Reisewarnung und unter Beachtung strenger Kriterien realisierbar. Die Kriterien orientieren sich beispielsweise an dem lokalen Zugang zum Gesundheitssystem, der Versorgungslage vor Ort, den Quarantänebedingungen im Gastland oder auch der Verfügbarkeit von Flugverbindungen. Zudem darf auch von den Freiwilligen keine Ansteckungsgefahr ausgehen. Alle weltwärts-Organisationen sind verpflichtet, genau zu prüfen, ob die Entsendung und der Aufenthalt von Freiwilligen unter diesen Kriterien vertretbar ist.

Für Sebastian Bolle geht es im Dezember als einer der ersten Freiwilligen mit weltwärts und der Organisation Friends of Ruanda e.V. in eine Schule im Osten Ruandas. „Der größte Teil meines Umfeldes hatte nicht mehr an eine Ausreise geglaubt, ich kenne aber niemanden, der wegen Corona seine Meinung zu meinem Freiwilligendienst geändert hat", sagt der Abiturient. „Ich persönlich freue mich, dass ich Ausreisen kann und mich trotz Corona mit Leuten aus anderen Kulturen austauschen kann."

Sofern eine Ausreise vorerst nicht möglich sein sollte, können Freiwillige bis zu sechs Monate ihres Dienstes in Deutschland leisten und hier einer gemeinnützigen Tätigkeit nachgehen. „Meine Organisation hat den Freiwilligen angeboten, ihren Freiwilligendienst schon in Deutschland anfangen zu können und eventuell im Ausland fortzuführen", erzählt Sarah Eikermann, die eigentlich auch nach Ruanda ausreisen wollte. „Dieses Angebot habe ich angenommen und arbeite seit Anfang September in einer Sekundarschule im Kreis Minden. Ich freue mich auf die nächsten Monate und bin gespannt, was noch alles passieren wird und welche Erfahrungen ich noch sammeln werde."

Über weltwärts
Weltwärts ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren können sich über den staatlich geförderten Dienst in Projekten in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa oder Ozeanien bzw. in Deutschland engagieren. Ziele von weltwärts sind, dass die Teilnehmenden eine andere Lebensweise kennenlernen sowie Impulse für ein solidarisches Engagement nach der Rückkehr mitnehmen. Die Koordinierung des Programms liegt im Auftrag des BMZ bei Engagement Global – Service für Entwicklungsinitiativen.

Weitere Informationen

Zur Internetseite von welwärts
Zur Facebook-Seite von weltwärts
Zur Instagram-Seite von weltwärts


Quelle: ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH
Service für Entwicklungsinitiativen

Bundeskabinett benennt BM Müller als Kandidaten für UNIDO

16. November 2020 - 16:06
Das Kabinett hat Minister Müller als deutschen Kandidaten für die Leitung der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) benannt.

Die UNIDO ist ein wichtiger Partner Deutschlands für globale Entwicklung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Entwicklungsländern. Diesen Bereich hat die deutsche Entwicklungspolitik unter anderem mit der „Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung" in den letzten Jahren massiv ausgebaut.

Es gibt weitere, starke Bewerber für die Wahl im November 2021. Der Bewerbungsprozess läuft ab jetzt, ist transparent und offen.

Gerd Müller verfügt über langjährige Erfahrung in internationaler Entwicklungszusammenarbeit und wirtschaftlichen Entwicklung: Im Europäischen Parlament war er u.a. Mitglied der parlamentarischen Versammlung der Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks. Von 2005 bis 2013 arbeitete er als Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium zu den Schwerpunkten Welternährung und internationale Agrar-Entwicklungsprojekte. Seit 2013 ist er Bundesentwicklungsminister und hat insbesondere die Zusammenarbeit mit Afrika, Eine Welt ohne Hunger, den internationalen Klimaschutz und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und die Berufsausbildung stark ausgebaut. Zuletzt hat das BMZ ein Corona-Soforthilfe-Paket auf den Weg gebracht, das neben der unmittelbaren Pandemiebekämpfung einen Fokus auf den Schutz von Arbeitsplätzen in den Entwicklungsländern legt. Deutschland ist heute - nach den USA - zweitgrößter Geber weltweit. 

Quelle: BMZ Ticker


BMU startet Ideenwettbewerb für einen nachhaltigen Wiederaufbau in Schwellen- und Entwicklungsländern

13. November 2020 - 21:07
BMU startet Ideenwettbewerb für einen nachhaltigen Wiederaufbau in Schwellen- und Entwicklungsländern Neuer Förderaufruf zur Bewältigung der Corona-Pandemie

Das Bundesumweltministerium sucht ab sofort weltweit Ideen für Projekte zum Klimaschutz und zum Erhalt der Biodiversität in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dafür startet jetzt im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative ein weiteres themenspezifisches Auswahlverfahren unter dem Leitmotiv: „Creating Green Societies in Challenging Times".

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Schwellen- und Entwicklungsländer sind besonders stark von den sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Mit der neuen Förderrunde der Internationalen Klimaschutzinitiative unterstützen wir die Länder dabei, die Krise zu bewältigen. Gleichzeitig machen wir deutlich, wie Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel und Erhalt der Biodiversität zu einem nachhaltigen wirtschaftlichen Wiederaufbau beitragen können."

Die Fördermittel von insgesamt 240 Millionen Euro für diesen Förderaufruf werden im Rahmen der Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) zur Verfügung gestellt. Unter dem Leitmotiv „Creating Green Societies in Challenging Times" sind insgesamt 13 Themenschwerpunkte definiert. Das Spektrum reicht von klimakompatibler Wirtschaftsentwicklung und der Mobilisierung von privatem Kapital über Klimaschutz im Seeverkehr und den Kampf gegen die Wüstenbildung bis hin zum Aufbau von Bildungsstrukturen zum Thema Klimaschutz. Die Förderhöhe kann je Projekt zwischen fünf und 30 Millionen Euro betragen.

Berechtigt für eine Förderung sind unter anderem Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen, Durchführungsorganisationen des Bundes, Hochschulen und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland sowie internationale und multilaterale Organisationen, wie zum Beispiel Entwicklungsbanken oder Einrichtungen der Vereinten Nationen. Bis zum 10. März 2021 (23:59 Uhr, MESZ) können sie Projektskizzen in englischer Sprache über die IKI-Onlineplattform einreichen.

Weitere Informationen zum thematischen Auswahlverfahren unter https://www.international-climate-initiative.com/de/projektfoerderung/informationen-fuer-antragsteller/thematisches-auswahlverfahren

Die Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)

Die Internationale Klimaschutzinitiative ist eines der wichtigsten Instrumente des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zur internationalen Finanzierung von Klimaschutz und Biodiversität. Die IKI agiert im Kontext der Klimarahmen-konvention und des Übereinkommens über die biologische Vielfalt. Sie finanziert Klimaschutz und Biodiversitätserhalt in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in Transformationsländern. Die IKI hat über 730 Klima- und Biodiversitätsprojekte in mehr als 60 Ländern mit einem Gesamtförder-volumen von 3,9 Milliarden Euro (2008 bis 2019) zugesagt.

IKI-Projekte bringen innovative Lösungen voran und entwickeln neue politische, ökonomische und regulative Ansätze sowie technologische Optionen und Kooperationsmodelle. Die Lösungsansätze müssen über das Einzelprojekt hinaus Wirkung zeigen und übertragbar sein.

Ein wichtiger Aspekt bei der Bewilligung von Projekten im Rahmen der IKI ist die Einhaltung von Menschenrechten sowie hoher Umwelt- und Sozialstandards. Seit 2017 wendet die IKI daher einen systematischen, bindenden sogenannten Safeguards-Ansatz an, zu dessen Einhaltung sich die Organisationen bei der Planung und Durchführung von IKI-Projekten verpflichten.

 

Weltweit 207.500 Todesfälle durch Masern

13. November 2020 - 21:05
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Weltweit 207.500 Todesfälle durch Masern

Masernerkrankungen nehmen laut WHO, UNICEF und Partnern weltweit zu: Die Zahl gemeldeter Fälle erreicht den höchsten Stand seit 23 Jahren.

© UNICEF/UNI232331/Stephen

Köln, den 12. November 2020 // Im Jahr 2019 stieg die weltweite Zahl der Masernerkrankungen auf den höchsten Wert seit 23 Jahren. Insgesamt wurden 869.770 Fälle registriert. Die Sterblichkeit in Folge von Masern nahm seit 2016 weltweit um fast 50 Prozent zu. Allein im Jahr 2019 starben schätzungsweise 207.500 Menschen an der gefährlichen Infektionskrankheit, die meisten davon Kinder unter fünf Jahren. Dies geht aus Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hervor, die heute zusammen mit UNICEF und weiteren Partnern veröffentlicht wurden.

Nach Fortschritten im Kampf gegen Masern in den Jahren 2010 bis 2016 stieg die Zahl der gemeldeten Erkrankungen schrittweise wieder an. Die Autoren der Studie geben als Hauptursache hierfür an, dass Kinder nicht rechtzeitig die zwei notwendigen Dosen des Masernimpfstoffes erhalten haben. Dies ist aus einem Abgleich der Daten von 2016 und 2019 abzuleiten. 

„Wir wissen, wie Masernausbrüche und Todesfälle verhindert werden können", sagte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. „Diese Daten sprechen allerdings eine deutliche Sprache. Nämlich, dass es uns nicht gelingt, Kinder in allen Regionen der Welt vor Masern zu schützen. Wir müssen zusammenarbeiten, alle Länder unterstützen und Gemeinden einbinden, um überall jeden einzelnen Menschen gegen Masern zu impfen und dieses tödliche Virus zu stoppen."

Masernausbrüche treten auf, wenn Menschen, die nicht vor dem Virus geschützt sind, infiziert werden und dieses auf nicht oder nicht ausreichend geimpfte Personen übertragen. Um Masern zu bekämpfen und Ausbrüche sowie Todesfälle zu verhindern, muss eine Impfquote von 95 Prozent bei der erforderlichen ersten und zweiten Impfdosis jeweils erreicht und sowohl auf nationaler als auch regionaler Ebene aufrechterhalten werden. Die Impfquote für die erste Dosis stagniert jedoch seit mehr als einem Jahrzehnt weltweit bei 84 bis 85 Prozent. Die Impfquote für die zweite Dosis ist zwar stetig gestiegen, liegt aber erst bei 71 Prozent. Damit bleiben die Impfraten deutlich unter den für die Eliminierung von Masern erforderlichen 95 Prozent.

Die Covid-19-Pandemie darf die Masern-Krise nicht verschärfen

In diesem Jahr wurden weltweit bislang weniger Masernerkrankungen gemeldet. Gleichzeitig haben die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie jedoch zu Unterbrechungen bei Masernimpfungen geführt und den Kampf gegen die Krankheit behindert.

So mussten aufgrund der Pandemie in 26 Ländern Impfkampagnen gegen Masern gestoppt werden. Dadurch waren bis November mehr als 94 Millionen Menschen dem Risiko ausgesetzt, keine Impfung zu erhalten. In vielen dieser Länder kommt es zu anhaltenden Masernausbrüchen. Von den Ländern, in denen in diesem Jahr Impfkampagnen geplant waren, nahmen nur acht diese nach anfänglichen Verzögerungen wieder auf (Brasilien, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Nepal, Nigeria, Philippinen und Somalia).

„Vor der Corona-Krise kämpfte die Welt mit einer Masern-Krise – und sie ist nicht vorbei", sagte Henrietta Fore, UNICEF-Exekutivdirektorin. „Während die Gesundheitssysteme durch die Covid-19-Pandemie belastet sind, dürfen wir es nicht zulassen, dass unser Kampf gegen eine tödliche Krankheit auf Kosten unseres Kampfes gegen eine andere geht. Das heißt, dass wir trotz der Covid-19-Pandemie sicherstellen müssen, dass wir über die Ressourcen verfügen, um Impfkampagnen für alle Krankheiten fortzusetzen, die durch Schutzimpfungen zu vermeiden sind."

Über die Masern & Röteln-Initiative

Die Masern & Röteln-Initiative (M&RI), zu der das Amerikanische Rote Kreuz, die Stiftung der Vereinten Nationen, die US-amerikanische CDC, UNICEF und die WHO sowie globale Impfpartner wie Gavi, die Vaccine Alliance, die Bill and Melinda Gates Foundation und andere gehören, arbeitet an der Bewältigung der aktuellen Masern-Krise und stellt sicher, dass Ressourcen für Impfungen bereitgestellt werden, damit Verzögerungen bei der Immunisierung – gegen Masern und auch andere Krankheiten – in allen Regionen der Welt aufgefangen werden können.

» Der vollständige englischsprachige Bericht steht ab dem 12. November, 19 Uhr, hier zur Verfügung.


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EUROSOLAR ruft zu RED auf, der Regenerativen Dekade

11. November 2020 - 15:46

Bonn, 11. November 2020 - Nachdem der internationale Vorstand von EUROSOLAR e.V. im Februar den Aufruf zur Regenerativen Dekade verabschiedet hatte, legt er nun einen Zehn-Punkte-Plan für das Einläuten eines erneuerbaren Zeitalters ein. Der Tenor: 100 Prozent Erneuerbare Energien sind notwendig - und nur der Anfang für notwendige Klimastabilisierungsaktionen.

Denn eine neue Ära in der Geschichte der Menschheit hat begonnen, mit einer neuen Phase in der fossil befeuerten Transformation der Arktis: Eine russisch-schwedische Gruppe von Wissenschaftlern meldete Ende Oktober vom Forschungsschiff R/V Akademik Keldysh nie vorher gefundene Mengen an Methan, die entlang einer 150 Kilometer langem und zehn Kilometer breitem Streifen des kontinentalen Abhangs 600 km von der ostsibirischen Küste in der Laptev-See bis in Tiefen zu 350 Metern aufsteigen. Dies ist ein weiteres Indiz, dass der Prozess begonnen hat, Teile oder alle der 1.400 Gigatonnen an Carbon, noch gebunden in Methaneishydraten am Meeresboden, aufwecken könnten. Dies, kombiniert mit der Permafrostschmelze, verstärkt die Möglichkeit einer abrupten Klimaänderung. Obschon dieser Mechanismus und dessen Risiko lange bekannt sind, geschah bisher fast nichts, dies aufzuhalten. Fossiler Energieverbrauch steigt weiter an, Erneuerbare werden gebremst.

Nun ist es Zeit für die Wende in das Regenerative Zeitalter

Bisherige Maßnahmen wie Zielsetzungen auf weiter emittierende Klimaneutralität in angesichts der rapiden Klimadynamik viel zu langen Zeiträumen von 20 bis 30 Jahren entpuppen sich heute als völlig unzureichend. Das nachhaltige Ziel für Temperaturanstieg liegt nicht bei 1,5 oder 2 sondern bei Null Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten. So sind nicht nur die CO2-Konzentrationen mittlerweile auf einen 150%-igen Überschuss gestiegen, von 280 auf über 415 Millionstel: Auch Methankonzentrationen liegen bereits dreimal so hoch wie ein stabiles Klima es über Zeitalter hinweg brauchte, angestiegen von 600 auf knapp 1900 Milliardstel, großteils als Resultat der Fossilindustrie. Noch mehr ignoriert als fossile Methanüberschüsse ist der Sauerstoffentzug aus Atmosphäre und Ozeanen. Steigende Temperaturen und schwindende Wasserressourcen verlangen auch ein schnelles Umsteigen auf dezentrale, redundante,  und erneuerbare Ressourcen. Wesentlich schlagkräftigere Methoden sind nötig als sie heute in Deutschland, Europa und weltweit in Kabinetten und Parlamenten überlegt werden, einer generellen Mobilmachung gleich.

Dazu gehören die Forderungen und Konzepte dieser 10-Punkte:

1. Das Einführen eines Klimaverteidigungshaushaltes für den rapiden Ausstieg aus fossilen Energien und Umstieg auf Erneuerbare Energien ist nötig dieser mag mindestens fünf bis zehn Prozent des Bruttosozialproduktes ausmachen, ein Vier- bis Achtfaches des deutschen Verteidigungshaushaltes.
2. Die Einführung einer Klimanot-Diplomatie ist nun gefragt, die das Beenden kriegerischer Akte und Kriege, im gemeinsamen Interesse im Kampf ums Überleben verfolgt- gegen den gemeinsamen Feind der Klimaerhitzung. Dies beinhaltet einen europa- und weltweiten Klimamigrationsmanagementplan: denn Milliarden von Mitmenschen werden sehr bald nach einem neuen Zuhause suchen müssen.
3. Die gezielte Umstrukturierung fossiler Industrien durch technische Substitutionsprogramme, die Beseitigung fossiler Subventionen und, wo nötig, strukturelle Maßnahmen wie Transformationshilfe sind essenziell - sowie der sofortige Abbau der massiv blockierenden Regelungen für erneuerbare Netze, Speicher und distributive Systeme - gestützt durch die Neue Energiemarktordnung.
4. Das Ersetzen von Arbeitsplätzen in den fossilen Industrien durch priorisierte Strukturreformen hin zu regenerativen Branchen wird zu einer zentralen Aufgabe der öffentlichen und privaten Beschäftigungspolitik.
5. Die Umkehrung von Emissionszielen ist die logische Schlussfolgerung aus der Erkenntnis, dass Klimaneutralität allein nicht genug ist, und auch sogenannte Nullemissions-Ziele gegenüber 1990 nicht ausreichen: Das Referenzjahr für Temperatur muss vor der Industrierevolution liegen. Die weltweite Wirtschaft braucht Strategien, die geeignet sind, die Treibhausgas-Konzentrationen in der Atmosphäre zu reduzieren.
6. Die Einstufung fossiler Ressourcen als giftig ist gefragt: Ihre Förderung und Verbreitung sollte nach kurzer Übergangsfrist als nicht weiter vertretbar erklärt, oder zumindest stark besteuert werden.
7. Der rapide Aufbau und die Regeneration gesunder, klimaaktiver landwirtschaftlicher Böden, Feuchtgebiete und Wälder als effektivste Karbonsenke ist eine höchst dringliche Aufgabe.
8. Die Umgestaltung der Bauwirtschaft und aller Industrien und Manufakturen in karbonsequestrierende Prozesse muss zentraler Fokus der Wirtschaftspolitik sein: dies bedeutet großmaßstäbliche Umwandlungen atmosphärischen CO2s in Holz, Karbonfasern und andere feste Karbonprodukte.
9. Volle Ausschöpfung der noch nie dagewesenen Produktivitäts- und Innovationsschübe für massiven Ausbau hochwertiger Beschäftigungsmöglichkeiten für alle Bürgerinnen und Bürger, bestehende und neue Migranten, ist die ganz große Chance, unsere Gesellschaft wirtschaftlich, sozial wie ökologisch stark zu gestalten.
10. Ein neuer Finanzierungsmechanismus ist nötig, der langfristige Investitionen wie Defossilierung, landwirtschaftliche Reform und Bewaldung heute mit höherer Rendite belohnt als kurzfristige. Hierzu sind Zukunftsbanken gefordert, die Währungen mit investitionsanreizenden negativen Zinsen schöpfen, und deren Ausgaben an nachhaltige Produkte und Dienstleistungen gebunden sind.

EUROSOLAR fordert eine Fokussierung und Verschärfung des Europäischen Green Deals, von Klimaneutralität hin zu 100% Erneuerbaren Energien, karbonsequestrierender Landwirtschaft, Aufforstung mit dürreresistenten Wäldern und die Umwidmung der europäischen Kreislaufwirtschaftsrichtlinien in wirtschaftsweite Karbonsequestrierungsregelungen: Ziel muss ein klimapositives, emissionsnegatives Europa sein, auf der Basis eines kurzfristig umgesetzten 100-%-Energiezieles bis 2030, mit praktischen, näheren Umsetzungshorizonten. Hierfür mangelt es an verfügbaren politischen Werkzeugen wie etwa einem überzeugenden Energie-Einspeise-Gesetz, Erneuerbaren-Energien-Technologien und erfolgreichen Beispiele nicht: EUROSOLAR hat sie seit Jahrzehnten im Rahmen der Solarpreis-Verleihungen zelebriert und in Solarstadt-, Speicher- und vielen anderen Konferenzen verbreitet.

Die EEG-Novelle in Deutschland ist ein wichtiger Baustein in dieser Agenda: Sie muss Klimaschutz entfesseln und als Beispiel für andere Staaten weltweit dienen - für eine Solaroffensive, die Arbeitsplätze schafft und Energiesicherheit durch heimische Erneuerbare aufbaut. EUROSOLAR setzt sich dafür ein, dass mit dem Gesetzentwurf zum EEG 2021 Impulse für eine Beschleunigung der Energiewende gesetzt werden.

Dazu bitten wir um Beachtung unserer EUROSOLAR-Stellungnahme zur EEG-Novelle 2021.

 

Stopp des EU-Mercosur Handelsabkommen & Transparenz in der Handelspolitik

11. November 2020 - 0:23

Gemeinsame Pressemitteilung 


Heutiger EU-Handelsministerrat: Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern weiterhin Stopp des EU-Mercosur Handelsabkommens und Transparenz in der Handelspolitik

09. November 2020 - Bei der heutigen Videokonferenz der Handelsminister*innen aller EU-Staaten steht das umstrittene EU-Mercosur-Abkommen nicht auf der Agenda. Noch zu Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Juli war erwartet worden, dass das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay bei der Sitzung am 9. November bereits zur Abstimmung stehen könnte.

In den letzten Wochen ist in Deutschland wie auch innerhalb der EU weitere Kritik an dem Abkommen geäußert worden, so vom Europäischen Parlament, von den Konfererenzen der Agrarminister und Agrarministerinnen auf europäischer wie nationaler Ebene sowie von Umweltministerin Schulze. Auch die jüngsten, von den Regierungen Frankreichs und Schwedens und vom Europäischen Parlament in Auftrag gegebenen Studien belegen die gravierenden Folgen des Abkommens für Klima, Landwirtschaft, globale Gerechtigkeit und Menschenrechte. 
EU-Handelskommissar Dombrovskis zufolge finden derzeit Gespräche mit den Mercosur-Staaten statt, um diese zu weiteren Selbstverpflichtungen zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes und des Klimas zu bewegen.

Dazu sagt Bettina Müller, Handelsreferentin von PowerShift: „Mit einem breiten, europaweiten und transatlantischen Bündnis ist es uns gelungen, auf die gravierenden Folgen des Abkommens aufmerksam zu machen. Nun kommt es darauf an, die richtigen Schlüsse aus der Kritik zu ziehen. Selbstverpflichtungen sind wirkungslose Papiertiger, da sie ebenso wie die bereits im Abkommen festgeschriebenen Verpflichtungen zur Nachhaltigkeit nicht mit einem Durchsetzungsmechanismus verbunden sind."

Sven Hilbig, Handelsexperte von Brot für die Welt, ergänzt: „Weder Öffentlichkeit noch Parlamente wissen, welche Vorschläge die EU-Kommission gegenüber den Mercosur-Staaten auf den Tisch gelegt hat und in welchem Rahmen sie diese verhandelt. Diese fehlende Transparenz ist absolut inakzeptabel. Unsere Partner in Südamerika sind zunehmend besorgt darüber, dass Brüssel einen Deal aushandelt, der Kleinbauern und Indigenen keinen wirklichen Schutz bietet."

Handelsexperte Jürgen Knirsch von Greenpeace sagt: „Dieses Abkommen steht für eine Politik von gestern, die einseitig den Interessen der Automobil-, Chemie- und Agrarindustrie dient und die Umweltzerstörung weiter befeuert. Mit Zusatzerklärungen und kleinen Nachbesserungen ist dieses Abkommen nicht zu retten, stattdessen brauchen wir eine europäische Handelspolitik, die soziale Gerechtigkeit und den Schutz von Klima und Artenvielfalt in den Mittelpunkt stellt."

Das Handelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten steht seit langem in der Kritik. Die Kritik richtet sich insbesondere gegen die mit dem Abkommen einhergehenden Landvertreibungen und Abholzungen, die die Klimakrise weiter verschärfen würden, sowie gegen die Verhinderung existenzsichernder landwirtschaftlicher Erzeugerpreise. In Deutschland sprechen sich über 70 zivilgesellschaftliche Organisationen mittlerweile in einem gemeinsamen Aufruf gegen das Abkommen aus. Das Klima-Bündnis, dem über 1.800 Städte und Gemeinden aus 27 europäischen Ländern angehören, hat in einer Resolution den Europäischen Rat aufgefordert, das Abkommen in seiner jetzigen Form abzulehnen. Auch die Bevölkerung lehnt das Abkommen mehrheitlich ab: Drei von vier Bürger*innen in Deutschland sowie in der EU sprechen sich für seinen Stopp aus.


Weitere Informationen:




 

Global Education Week am 16. November 2020 - It’s our world. Let’s take action!

11. November 2020 - 0:22
Start der europaweiten Global Education Week am 16. November 2020 Motto „It's our world. Let's take action!"Für Demokratiebildung und das gesellschaftliche Engagement junger Menschen

Die diesjährige Global Education Week vom 16. bis 20. November 2020 steht unter dem Motto „It's our world. Let's take action!". Ihr Ziel ist es, gesellschaftliches Engagement gerade auch von Jugendlichen zu unterstützen und Demokratiebildung zu fördern. Die Aktionswoche wird in Deutschland von der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd beim World University Service (WUS) koordiniert. Vielfältige Projekte sind bereits beim WUS eingereicht worden.

„Die diesjährige Global Education Week nimmt Impulse der weltweiten Protestbewegungen gegen Rassismus und für Klimaschutz auf und stellt die Aktionswoche unter das Motto „It's our world. Let's take action!". Damit soll das demokratische Engagement, gerade auch von jungen Menschen, gefördert werden", führt Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des WUS, aus. „Aus einem weitgespannten Netz von Schulen, Universitäten, NGOs und staatlichen Institutionen sind bei uns in diesem Jahr wieder spannende Projektvorschläge eingegangen. Darunter sind viele digitale Angebote, die zeigen, dass gesellschaftliches Engagement auch unter Pandemiebedingungen möglich ist. Wir laden alle ein, sich aktiv an der demokratischen und nachhaltigen Gestaltung unserer Gesellschaft zu beteiligen", so Dr. Ghawami weiter. Die Vielfalt der eingereichten Projekte ist groß: Der Verein FEMNET lädt zur Teilnahme an dem Mitmachprojekt „Gemeinsam ändern wir die Zukunft der Modeindustrie, Schritt für Schritt!" ein, um menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie zu erreichen. Der Berliner Verein „Deutschland sicher im Netz" bietet in Kooperation mit dem Anne-Frank-Zentrum Berlin eine dreiteilige Online-Fortbildungsreihe an, die interaktive Materialien vorstellt, um Schüler*innen für digitale und analoge Formen der Diskriminierung zu sensibilisieren. Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft erklärt jungen Menschen und Lehrkräften in 90-minütigen Online-Seminaren den Zusammenhang von Landwirtschaft und Klimawandel.

Die Global Education Week basiert auf den von den Vereinten Nationen verabschiedeten 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030. Die Aktionswoche wird in Deutschland von der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd koordiniert, einem Projekt der 16 Deutschen Länder, das beim WUS angesiedelt ist. Auf europäischer Ebene wird die Aktionswoche vom Nord-Süd-Zentrum des Europarates in Lissabon getragen.


Die beim WUS eingereichten Projekte und weitere Aktionsmaterialien sind unter www.globaleducationweek.de zu finden. Mehr zur Arbeit der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd beim WUS finden Sie unter www.informationsstelle-nord-sued.de. Für Rückfragen stehen Ihnen Dr. Ursula Grünenwald und Anne-Sophie Tramer (infostelle@wusgermany.de) gerne zur Verfügung.

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Machen Sie mit bei der GLOBAL EDUCATION WEEK 2020 – It's our world. Let's TAKE ACTION!

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Aktuelle Termine finden Sie im Eine-Welt-Veranstaltungskalender.

 

World University Service (WUS) * Deutsches Komitee e. V.

Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd

Goebenstr. 35 * 65195 Wiesbaden

Tel. +49 611 9446170 * Fax +49 611 446489

www.informationsstelle-nord-sued.de 

Europäische Datenbank Globales Lernen (ENGLOB)

 

 

 

Online-Seminar Entwicklungspolitik heute: Woher wissen, was wirkt? 15. - 17.11.20

11. November 2020 - 0:21

Entwicklungspolitik heute: Woher wissen, was wirkt?

vom 15.11. – 17.11.2020 online bei zoom

Bekämpfung der Armut, Wahrung des Friedens, Förderung von Demokratie und Menschenrechten, der Erhalt der Umwelt… All dies sind Ziele, die die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) seit ihrer Gründung Anfang der 60er Jahre zu erreichen versucht. Tatsächlich hat sich die Situation für den Globalen Süden in vielerlei Hinsicht gebessert, doch die Wirksamkeit der EZ wird auch immer wieder infrage gestellt, gerade auch von Menschen aus dem Globalen Süden. Durch den steigenden Druck auf staatliche sowie nicht-staatliche Organisationen wurde die Wirkungsorientierung zu einem der zentralen Paradigmen der heutigen EZ. Doch was heißt das in der Praxis für einzelne Projekte – in der Planung und vor Ort? Wie wird Wirksamkeit in komplexen Systemen gemessen? Und schränkt die Fokussierung auf messbare Indikatoren die Flexibilität der EZ ein?

In diesem Online-Seminar wollen wir uns gemeinsam intensiv und kritisch mit dem Thema Wirksamkeit der deutschen EZ auseinandersetzen. Dabei werden wir mit Euch Vertreter*innen von Durchführungs-organisationen der staatlichen EZ (GIZ, BMZ) von NROs (Don Bosco e.V.) sowie eine Projektmitarbeiterin aus Honduras digital treffen und so verschiedene Perspektiven und Erfahrungen kennen lernen.

 

Die Veranstaltung richtet sich an junge Erwachsene ab 18 Jahren. Auch online wird es interaktiv und abwechslungsreich! Damit das gut gelingen kann, ist die Teilnehmendenzahl begrenzt.

 

Seminargebühr: Kostenfrei

Anmeldung: https://www.vfh-online.de/seminare/entwicklungspolitik-heute-4/

Neues Gutachten: Landwende im Anthropozaen

4. November 2020 - 17:53

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Neues Gutachten
Landwende im Anthropozän: Von der Konkurrenz zur Integration Berlin, den 3. November 2020. Der WBGU übergibt heute sein neues Gutachten „Landwende im Anthropozän: Von der Konkurrenz zur Integration" an die Bundesministerinnen Anja Karliczek (Bildung und Forschung) und Svenja Schulze (Umwelt). Nur wenn sich unser Umgang mit Land grundlegend ändert, kann Klimaschutz gelingen, der dramatische Verlust der biologischen Vielfalt abgewendet und das globale Ernährungssystem nachhaltig gestaltet werden, so die zentrale Botschaft des Gutachtens.

Fünf Mehrgewinnstrategien zur Überwindung von Landnutzungskonkurrenzen
Die Überwindung von Landnutzungskonkurrenzen erfordert die Ausrichtung der Politik auf Synergien. Dafür hat der WBGU beispielhaft fünf Mehrgewinnstrategien entwickelt.
Der WBGU empfiehlt erstens einen massiven Ausbau der Renaturierung von Landökosystemen. Das im Rahmen der Bonn Challenge gesteckte Ziel der Renaturierung von 350 Mio. Hektar degradierter Landfläche bis 2030 sollte nicht nur erreicht, sondern deutlich erweitert werden. Die Bonn Challenge ist eine Initiative Deutschlands und der Weltnaturschutzunion zur Wiederherstellung von Wäldern und waldreichen Landschaften weltweit. Hierbei sollte die Wiederherstellung biodiverser und standortgerechter Wälder, Feuchtgebiete und Graslandschaften im Vordergrund stehen, um gleichzeitig einen Mehrgewinn durch die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre zu erzielen. 350 Mio. Hektar entsprechen 2% der Landfläche der Erde. CO2-Entfernung aus der Atmosphäre ist allerdings kein Ersatz für die notwendige massive Reduktion von CO2-Emissionen und sollte daher in Klimaschutzstrategien nicht in einem pauschalen Klimaneutralitätsziel gegen CO2-Minderung aufgerechnet werden, sondern unabhängig von dieser verfolgt werden.
Effektive, vernetzte Schutzgebietssysteme bilden zweitens das Rückgrat des Ökosystemschutzes. Ausweitung und Aufwertung der Schutzgebiete sind entscheidende Voraussetzungen dafür, die globale Biodiversitätskrise zu entschärfen. Die terrestrischen Schutzgebietssysteme sollten auf 30% der Erdoberfläche ausgeweitet werden, unter konsequenter Anwendung international vereinbarter Qualitätskriterien. Auch dies trägt im Sinne eines Mehrgewinns zum Klimaschutz bei und erhält langfristige Potenziale für die Ernährungssicherung.
Drittens ist die Förderung einer auf Vielfalt beruhenden Landwirtschaft eine weitere Mehrgewinnstrategie, mit der die globale Landwende gelingen kann. Für die EU-Agrarpolitik empfiehlt der WBGU eine Abkehr von der industriellen Landwirtschaft durch ihre umfassende Ökologisierung. Damit werden gleichzeitig Ernährungssicherung, Klimaschutz und Erhaltung der Biodiversität gefördert.
Viertens liegt ein vielversprechendes Potenzial, um den Druck auf die Landökosysteme zu entschärfen, in der Transformation der Ernährungsstile in den Industrieländern, insbesondere durch die Verringerung des Anteils an Tierprodukten. Eine Orientierung an der „Planetary Health Diet" sollte als Grundsatz in Ernährungsleitlinien verankert und auch seitens der Bundesregierung empfohlen werden.
Fünftens bietet das Bauen mit Holz effektive Möglichkeiten, langfristig Kohlenstoff zu speichern. Das Holz dafür muss aber aus standortgerechter, nachhaltiger Waldwirtschaft stammen, die weder Biodiversität noch Ernährungssicherung gefährdet. Dazu sollte mit internationalen Partnern eine weltweite „Mission nachhaltiges Bauen" initiiert und mit der EU-Initiative für ein „neues europäisches Bauhaus" verknüpft werden.

Fünf Governance-Strategien für die globale Landwende
Zur Umsetzung der globalen Landwende schlägt der WBGU fünf Governance-Strategien vor:
Erstens wird die Anwendung neuer Formen der multilateralen Zusammenarbeit durch die Errichtung von Kooperationsgemeinschaften durch gleichgesinnte Staaten und/oder subnationale Regionen empfohlen.
Zweitens sollte die internationale Zusammenarbeit beim Umgang mit Land verbessert und ein „Global Land Summit" als gemeinsame Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konventionen zu Klima, Biodiversität und Desertifikation einberufen werden.
Drittens sollte die Europäische Union im Rahmen des European Green Deal neben der Klimaneutralität bis 2050 auch eine Landwende zur Nachhaltigkeit vorantreiben.
Viertens sollten Staaten Rahmenbedingungen schaffen, negative Auswirkungen der Landnutzung auf Ökosysteme konsequent einzupreisen oder etwa durch Standards einzuhegen. Schutz oder Renaturierung von Ökosystemen sollten gesellschaftlich honoriert werden.
Fünftens sollten Pionier*innen des Wandels unterstützt werden, die neue landbasierte Schutz- und Nutzungspraktiken erproben.

Hintergrund: Landökosysteme in der Krise
Die Bilanz der internationalen Nachhaltigkeitspolitik Anfang der 2020er Jahre fällt ernüchternd aus. Die Klimaschutzziele des Pariser Übereinkommens scheinen nur noch erreichbar, wenn Landflächen verstärkt genutzt werden, um der Atmosphäre Kohlendioxid zu entziehen, was außer mit Chancen auch mit erheblichen Risiken verbunden ist. Das globale Ernährungssystem ist in einer Krise: Für ein Viertel der Menschheit ist die Ernährungssicherung gefährdet, ein weiteres Viertel leidet an gesundheitsschädlichem Überkonsum. Zudem bedrohen die externen Effekte der industriellen Landwirtschaft die natürlichen Lebensgrundlagen. Nicht zuletzt erlebt die Biodiversität derzeit weltweit ein dramatisches Massenaussterben.All dies geschieht in einer Situation, wo sich der Multilateralismus in einer tiefgreifenden Krise befindet und die Covid-19-Pandemie die Lage zusätzlich erschwert. Die Knappheit des Gemeinguts Land und die Gemengelage der nicht länger tragbaren Konflikte um terrestrische Ökosysteme zeigen einen dringenden Handlungsbedarf. Insofern stellen der kommenden Vertragsstaatenkonferenzen der Biodiversitätskonvention und der Klimarahmenkonvention sowie die UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen wichtige Foren dar, um einem nachhaltigen Umgang mit Land wertvollen politischen Rückenwind zu geben.

Hier geht es zum Gutachten: https://www.wbgu.de/landwende 

Der WBGU: Politikberatung zum Globalen Wandel
Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) wurde 1992 im Vorfeld der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung („Erdgipfel von Rio") von der Bundesregierung als unabhängiges wissenschaftliches Beratergremium eingerichtet. Der WBGU hat die Aufgabe, globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme zu analysieren und zur Lösung dieser Probleme Handlungs- und Forschungsempfehlungen zu erarbeiten. Karen Pittel und Sabine Schlacke sind aktuell die beiden Ko-Vorsitzenden des WBGU. 



WBGU
Luisenstraße 46
10117 Berlin
Deutschland

0302639480
wbgu@wbgu.de
https://www.wbgu.de/


Schuldspruch: Journalist*in

2. November 2020 - 13:28
Keine Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten



Viele Journalist*innen auf der ganzen Welt sind noch immer Opfer von Verfolgung,
beklagt die UNO-Flüchtlingshilfe in Bonn. Anlässlich des „Internationalen Tags zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten" (2.11.) stellt die UNO-Flüchtlingshilfe zwei Biografien im Blog „blauPause" vor: Die Eritreerin Yirgalem Fisseha Mebrahtu musste für ihre Arbeit psychische und körperliche Folter durchleben. Sie und Fatuma Nurye Yimam, eine ebenfalls geflüchtete Journalistin aus Äthiopien, sprechen über ihre Geschichte, ihre Arbeit und ihre Motivation weiterzumachen.

„Die Biografien dieser starken Frauen müssen uns motivieren und verpflichten, überall auf der Welt und auch in Deutschland weiter für das hohe Gut der Presse- und Meinungsfreiheit einzutreten. Jeden Eingriff in oder Angriff auf diese Freiheit müssen wir mit Haltung und klarer Kante entgegenwirken", fordert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, dem nationalen Partner des
UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR).


Wie wichtig der Kampf für Presse- und Meinungsfreiheit ist, verdeutlichen prominente Fälle wie Jamal Kashoggi, Daphne Galicia und Ján Kuciak. Das Ranking der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen dokumentiert jährlich, wie viele Länder die Arbeit von Journalist*innen massiv und systematisch behindern. Oft werden Medienschaffende entführt, gefoltert oder ermordet. Die Schuldigen werden dort meist nicht zur Rechenschaft gezogen. Eritrea liegt im Ranking auf dem drittletzten Platz.


„Ich glaube, der Kampf für Meinungsfreiheit ist keine Option, sondern ein Mandat."

Yirgalem Fisseha Mebrahtu ist eine eritreische Lyrikerin, Journalistin und
Schriftstellerin. Bis zu ihrer Freilassung im Januar 2015 musste sie sechs Jahre lang
unter schlimmsten Bedingungen im „Mai Swra" Gefängnis ausharren.


„Die Meinungsfreiheit in Deutschland ist erstaunlich."

Die äthiopische Journalistin und Aktivistin Fatuma Nurye Yimam recherchierte über illegale Migrationsrouten nach Dschibuti und andere Nachbarländer Äthiopiens. Ihre Geschichte zeigt, wie gut Deutschland vergleichsweise in Sachen Meinungs-und Pressefreiheit aufgestellt ist – auch wenn laute Minderheiten im Corona-Kontext von einer „Meinungsdiktatur sprechen".



Beide Frauen leben nach ihrer Flucht mittlerweile in Deutschland, im Interview
erzählen sie ihre Biografie, geben Einblicke in ihren Werdegang und ihre Arbeit. Und
schildern, was es bedeutet, wenn der Schuldspruch lautet: Journalist*in.


Die vollständigen Interviews im Blog blauPause unter:

https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/aktuelles/news/uebersicht/detail/artikel/schuldspruch-journalist/


PRESSEMELDUNG DER UNO-FLÜCHTLINGSHILFE 45/2020

Bonn, 1. November 2020

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