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Aktualisiert: vor 6 Stunden 49 Minuten

Weltbürgertum – zuhause auf der ganzen Welt?

27. Oktober 2020 - 11:50

Heutzutage bezeichnen sich viele Menschen als „Weltbürger*innen“. Doch was steckt da eigentlich dahinter? Das Wort hört sich erst einmal wahnsinnig offen und fortschrittlich an. Weltbürger*innen fühlen sich auf der ganzen Welt zuhause, sie kennen keine Ländergrenzen und sehen alle Menschen als gleich an.

Kosmopolitismus: Einheit statt Ausgrenzung

Das Wort beruht auf dem Konzept des „Kosmopolitismus“, eine Weltanschauung, die bis in die Antike zurückreicht. Laut Wikipedia bezeichnete sich erstmals der griechische Philosoph Diogenes von Sinope als Weltbürger, der damit die Abschaffung aller ihm bekannten Staatsformen forderte. Das Prinzip steht im klaren Gegensatz zum Nationalismus: Die Grenzen, die dabei so wichtig sind, sollen beim Kosmopolitismus keine Rolle spielen. Einheit statt Ausgrenzung. Kritik am Weltbürgertum kommt deshalb oft aus politisch rechten Kreisen, wie in einem Artikel der Zeit nachgelesen werden kann.

Globalisierung und Machtverhältnisse

Im Zeitalter der Globalisierung lohnt es sich jedoch, die gegebenen Verhältnisse mitzudenken. Es bestehen ungleiche Machtverhältnisse in der Welt: Die Ausbeutung von Arbeitskräften und die Zerstörung der Umwelt durch den „globalen Norden“. Die Globalisierung hat ihre Schattenseiten, die sich in der Privatisierung öffentlicher Aufgaben, dem Verkauf öffentlicher Güter und der zunehmenden Macht multinationaler Unternehmen zeigen.

Aus diesem Kontext heraus erscheint die Identifikation als Weltbürger*in von Menschen, meist aus der gehobenen Mittelschicht, als etwas makaber. Wenn man gut verdient, in einem hippen Stadtviertel wohnt und sich um wenig Sorgen machen muss, ist es leicht gesagt, dass man sich überall zuhause fühlt. Jedoch kommt diese Sichtweise aus einer privilegierten Position heraus, denn nicht jeder Mensch kann überall hinreisen und schon gar nicht überall zuhause sein. Bürger*in zu sein, ist ein rechtlicher Status, den nicht jede*r auf der Erde besitzt. Vor allem in Zeiten wie diesen, in denen Menschen der Aufenthalt in Deutschland verwehrt wird, sehe ich die unreflektierte Verwendung des Begriffs etwas kritisch.

Gleichbehandlung ohne Grenzen

Der Grundgedanke des philosophischen Prinzips ist ja eigentlich ein „guter“. Alle Menschen sollen gleich sein und die Herkunft keine Rolle spielen – jedoch werden in der Realität Menschen nicht gleich behandelt. Als Weltbürger*innen können sich in erster Linie privilegierte Menschen bezeichnen.

Dennoch hoffe ich natürlich, dass die Eine Welt zur Wirklichkeit wird und dass Ländergrenzen keine Unterschiede mehr zwischen den Menschen erzeugen. Vielleicht sollte deswegen der Kosmopolitismus auch als das große Ziel angesehen werden, worauf man hinarbeiten muss. Oder wie es der kamerunische Historiker und politische Philosoph Achille Mbembe definiert: „Die Idee einer gemeinsamen Welt, einer gemeinsamen Humanität, einer Geschichte und einer Zukunft, die uns nur offensteht, wenn wir sie teilen.“

-Marlene-

Das Beitragsbild ist von Radek Homola auf Unsplash.

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Zum Tag der Vereinten Nationen

23. Oktober 2020 - 12:01

 Morgen, am 24. Oktober, jährt sich das Inkrafttreten der Charta der Vereinten Nationen zum 75. Mal. Am 31. Oktober 1948 erklärte die Vollversammlung der Vereinten Nationen diesen Tag zum internationalen Feiertag. Grund genug für uns, die UNO (engl.: United Nations Organisation) einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die UNO als Organisation

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges gründeten 51 Staaten 1945 die UNO mit Sitz in New York. Die Mitgliedsstaaten, die sich zusammenschlossen, wollten in Zukunft verhindern, dass sich solch verheerende Kriege wie der 1. und 2. Weltkrieg wiederholen. Heute sind beinahe alle Staaten der Erde Mitglied der UNO. Nicht Mitglied sind beispielsweise der Vatikanstaat und Palästina. Die Hauptziele der UNO sind laut Art. 1 ihrer Charta die Erhaltung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit, sowie die freundschaftliche Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten und der Schutz der Menschenrechte. Die UNO hat auch noch zahlreiche Nebenorgane und Sonderorganisationen, die sich um spezifische Themen und Probleme kümmern. Berühmte Beispiele sind das Kinderhilfswerk UNICEF oder die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Für die Entscheidungsprozesse der UNO sind maßgeblich die zuständig. Die bekanntesten sind die UN-Vollversammlung, in der jeder Mitgliedsstaat eine Stimme hat, das UN-Sekretariat als Verwaltungsorgan der UNO mit dem*der Generalsekretär*in als Vorsitzende*r, der internationale Gerichtshof als universelles völkerrechtliches Gericht und der Sicherheitsrat für weltpolitische Sicherheitsfragen. Außerdem der Wirtschafts- und Sozialrat sowie der nicht mehr aktive Treuhandrat. Als wichtigste*r Repräsentant*in für die UNO fungiert der*die Generalsekretär*in. Er*sie wird vom Sicherheitsrat nominiert und von der UN-Vollversammlung für fünf Jahre gewählt.

Der UN-Sicherheitsrat

Das wohl bedeutendste Organ der UNO ist der Sicherheitsrat. Er verfügt über eine große Bandbreite an möglichen Reaktionen sollte er eine Bedrohung der internationalen Sicherheit feststellen. Das sind unter anderem das Verhängen von Sanktionen oder die Entsendung der UN-Friedenstruppen („Blauhelmsoldaten“). Der Sicherheitsrat besteht aus 5 ständigen und 10 nicht ständigen Mitgliedsstaaten. Die ständigen Mitglieder Frankreich, Großbritannien, USA, Russland und China gingen als Siegermächte aus dem 2. Weltkrieg hervor und haben bis heute ein Vetorecht im Sicherheitsrat. Das bedeutet, dass sie jeden Beschluss des Rates allein mit ihrer Stimme verhindern können. Die nicht ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates werden von der UN-Generalversammlung für je zwei Jahre gewählt. Dabei müssen stets drei Sitze auf afrikanische Staaten entfallen und je zwei auf asiatische, lateinamerikanische und europäische (und der Rest der Welt) sowie ein Sitz auf Staaten aus Osteuropa.

Errungenschaften der UNO

Ein schon sehr bald erreichtes Ziel der UNO war die Ausarbeitung und daraufhin die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 1948 in Paris. Ein weiteres Beispiel ist die weltweite Ausrottung der Pocken in den 1980er Jahren. Für die WHO war dies ein Triumph, der noch bis heute als Referenz herangezogen wird. Als direkter Friedenssicherer war die UNO unter anderem in Kambodscha und auf Zypern erfolgreich. Auf die Millennium-Entwicklungsziele der UNO, von denen viele erfolgreich umgesetzt wurden, folgten 2015 die 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG). Diese nicht nur symbolischen Ziele dienen den Staaten und Organisationen als Orientierung. Ebenso erleichtern sie das Begründen von Budgets und Fördergeldern, da letztere direkt an den Zielen anknüpfen und begründet werden können.

Kritik an der UNO

Trotz dieser vielfältigen und durchaus bedeutenden Errungenschaften steht die UNO seit einiger Zeit immer wieder in der Kritik. Ein zentraler Kritikpunkt ist dabei die Zusammensetzung des Sicherheitsrates. Einige Staaten, unter anderem Deutschland, kritisieren, dass die ständigen Mitglieder noch heute das Mächteverhältnis nach Ende des zweiten Weltkrieges widerspiegeln. Dieses sei nicht mehr repräsentativ für die heutige Weltordnung, weshalb sie eine Reform des Sicherheitsrates fordern. Deutschland macht sich auch für einen ständigen Sitz der Europäischen Union im Gremium stark.

Neben diesem strukturellem Problem gibt es große Kritik an den militärischen UN-Friedenseinsätzen. Vor allem das Versagen der Blauhelm-Mission in Srebrenica während dem Bosnienkrieg ist bis heute umstritten, aber auch noch laufende Missionen wie in Mali. Dort nimmt die Regierung zwar gerne die Hilfe der UNO an, verweigert jedoch die nötigen Reformprozesse, die das Land in eine stabilere Zukunft führen könnten.

Trotz der zahlreichen Kritik an der UNO, ist die UNO die einzige Organisation, die eine universelle Akzeptanz für sich in Anspruch nehmen kann. Umso wichtiger also, eine baldige Veränderung und Verbesserung für die UNO als Organisation anzustreben. António Guterres (amtierender Generalsekretär der UNO) formuliert diese Notwendigkeit mit folgenden Worten:

„Das Ziel der Reform sind Vereinte Nationen, die sich im 21. Jahrhundert mehr auf Menschen als auf Prozesse, mehr auf Handlung als auf Bürokratie fokussieren. Ob es uns gelingt, wird sich an Verbesserungen im Leben derer zeigen, denen wir dienen – und am Vertrauen derer, die unsere Arbeit unterstützen.“

-Selma-

Das Beitragsbild ist von David Mendes auf Unsplash.

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„Do it yourself: Verkehrswende mitgestalten“

20. Oktober 2020 - 12:55

Passend zum letzten Blogbeitrag möchten wir euch heute den diesjährigen VCD-Mobilitätskongress (VCD: Verkehrsclub Deutschland e. V.) vorstellen. Er steht dieses Jahr unter dem Motto „Do it yourself: Verkehrswende mitgestalten“ und findet am 29. Oktober erstmals rein virtuell statt.

Der Mobilitätskongress 2020

Die Klimakrise wartet nicht. Aus diesem Grund ist es auch in der Corona-Pandemie wichtig, den Klimaschutz weiter mitzudenken. Mit der Teilnahme am Kongress habt ihr die Möglichkeit, den Klimaschutz selbst in die Hand zu nehmen und Veränderungen anzustoßen. Ihr könnt Zukunft mitgestalten, indem ihr gemeinsam mit den anderen Teilnehmer*innen über die Umsetzung der Verkehrswende in Deutschland diskutiert.

Es erwarten euch spannende Vorträge und Workshops, bei denen ihr euch spielerisch und kreativ dem Thema Mobilität widmet. Dabei tauscht ihr euch mit vielen weiteren jungen und engagierten Menschen aus, da sich der Kongress in erster Linie an Auszubildende, Studierende und Berufsanfänger*innen richtet. Aber auch alle anderen am Thema interessierten sind herzlich willkommen. Alle weiteren Infos zum Programm und der Teilnahme erfahrt ihr hier.

Warum ist die Verkehrswende so wichtig?

Seit einiger Zeit ist klar, dass vor allem im Verkehr tiefgreifende Maßnahmen erforderlich sind, um das Klima zu stabilisieren. Ein Fünftel des in Deutschlands ausgestoßenen CO2 geht auf das Konto des Verkehrs. 96 % stammen dabei direkt aus den Auspuffen von PKW und LKW. Umso wichtiger also, dass sich unsere Fortbewegung gerade in Städten von der Straße aufs Rad verlagert und öffentliche Verkehrsmittel ausgebaut werden. Wie im letzten Blogbeitrag deutlich wurde, ist da allerdings noch viel Luft nach oben.

Aus diesem Grund und noch vielen weiteren, macht mit beim Mobilitätskongress 2020! Bringt euch und eure Ideen ein und helft mit, einen klimafreundlicheren Verkehr zu gestalten!

-Selma-

Das Beitragsbild ist von © Wibke Reckzeh

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Auf 2 Rädern durch Deutschland und die Welt: Fahrradwege in Städten

16. Oktober 2020 - 12:43

Seit einiger Zeit nutzen immer mehr Menschen das Fahrrad oder E-Bike, um in der Stadt oder auf dem Land von A nach B zu kommen. Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen: Klimaneutrale Fortbewegung, frische Luft, Bewegung und idealerweise auch schnelleres Vorankommen im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln. Eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach bestätigt in ihrem Mobilitätsmonitor 2020, wonach die Anzahl der Radfahrer*innen von 17 auf 22 Prozent gestiegen ist.

Viele begründen diesen Anstieg mit der anhaltenden Corona-Pandemie. Die Menschen weichen überfüllten Zugabteilen und Bahnhöfen aus und steigen aufs Fahrrad um – der womöglich sicherste Weg eine Ansteckung zu vermeiden. Im Zuge dessen entstanden im März auch die ersten sogenannten Pop-up-Radwege in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá und auf Straßen deutscher Städte wie Hamburg, Berlin und Stuttgart. Die Menschen sollten aufgrund der Corona-Pandemie auch beim Radfahren die Möglichkeit haben, genügend Abstand zu halten. Dankend nahmen die Radfahrer*innen die fahrbahnbreiten Radwege an: endlich genügend Platz auf den Straßen.

Doch in den meisten Städten ist der Traum von breiten und sicheren Fahrradwegen noch ein weit entfernter. Jede*r Radfahrer*in kennt Situationen, die akut gefährlich oder gar lebensbedrohlich waren. Schlechte Ampelschaltungen, eine Fahrradspur, die mit dem Bus geteilt werden muss und abbiegende Autos stellen dabei die größte Gefahr dar. Aber auch allgemeine Missgunst gegen Radfahrer*innen und grundlose Beschimpfungen sind Alltag auf den Straßen. Das Thema Sicherheit ist somit für Radfahrer*innen ein großes Problem.

Fahrradwege weltweit

Entspannter ist die Lage in einigen europäischen Städten. Kopenhagen, Utrecht, Amsterdam, sicherlich bekannt für ihre fahrradfreundlichen Investitionen, doch gerade deswegen auch immer wieder erwähnenswert. Denn stete Vorfahrt, kilometerlange Fahrradnetze und große Fahrradparkhäuser machen die Fortbewegung mit dem Fahrrad hier deutlich leichter. Die Städte scheuen sich nicht einige Millionen Euro dafür in die Hand zu nehmen. Auch ein Blick über den Tellerrand hinaus lohnt sich. 2019 wurde in Chinas Hauptstadt Beijing ein 6,5 km langer Radweg ausschließlich für Radfahrer*innen eröffnet. Er verbindet die Bezirke Huilongguan und Shangdi zwischen denen täglich rund 11.600 Pendler*innen verkehren.

Fahrradwege für Fahrradfahrer*innen, möglichst separat, und Fahrradnetze, die schnell und effizient durch die Städte führen, sind somit die wichtigsten Aspekte hin zu einer fahrradfreundlicheren Zukunft.

Du möchtest etwas tun?

Es bleibt die Hoffnung, dass die neu geschaffenen Radwege einfach bleiben. Eine Möglichkeit sich für eine bessere Radinfrastruktur einzusetzen ist die sogenannte Critical Mass. Radfahrer*innen treffen sich bei dieser Aktionsform scheinbar zufällig und machen mit gemeinsamen Fahrten durch ihre Stadt auf die Belange und Rechte von Fahrradfahrer*innen im Verkehr aufmerksam. Die erste Critical Mass fand schon 1992 in San Francisco statt, in Deutschland wurde sie 1997 in Berlin ins Leben gerufen. Hier kannst du rausfinden wann und wo die nächste Critical Mass in deiner Stadt stattfindet.

-Selma-

Das Beitragsbild ist von Sergio Souza auf Unsplash.

 

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Deutscher Jugendfilmpreis ‘21

12. Oktober 2020 - 15:04

Im kommenden Jahr soll wieder der Deutsche Jugendfilmpreis vergeben werden. Mit mehr als 100.000 Teilnehmenden in den vergangenen 30 Jahren, ist er eines der größten Foren bundesweit für junge Filmemacher*innen. Der Wettbewerb ist offen für alle Themenbereiche und erlaubt die Teilnahme bis 25 Jahre.

Jahresthema 2021: Schwarz, weiß, bunt

Zusätzlich zur komplett freien Themenauswahl bietet der Wettbewerb auch ein Jahresthema an. Mit dem Jahresthema 2021 „Schwarz, weiß, bunt“ möchte der Deutsche Jugendfilmpreis Farbe bekennen und auch dir eine Stimme zur Debatte geben. Neben dem Erstarken rechtspopulistischer Parteien, Hate-Speech im Netz oder rechtsradikalen Übergriffen, erleben viele Menschen Ausgrenzung, Diskriminierung und Benachteiligung im Alltag nur aufgrund äußerer Merkmale wie beispielsweise der Hautfarbe. Aus diesem Grund ruft der Deutsche Jugendfilmpreis dazu auf „mutige, kritische, nachdenkliche, humorvolle, selbstbewusste, visionäre und aufwühlende Filme, die die Probleme und Potentiale­ einer multiethnischen Gesellschaft sichtbar machen und den Stolz auf die eigene Identität feiern“ zu machen.

Am Wettbewerb teilnehmen

Mitmachen könnt ihr, wenn ihr nicht älter als 25 Jahre seid, euren Wohnsitz in Deutschland habt, euer Film in den letzten zwei Jahren entstanden ist und wenn ihr Filmarbeit als Hobby betreibt oder euch in Ausbildung bzw. Studium befindet. Pro Gruppe oder Teilnehmer*in können zwei Filmbeiträge eingereicht werden. Die Beiträge sollten möglichst nicht länger als 60 Minuten sein, Beiträge zum Jahresthema dürfen nicht länger als 15 Minuten sein. Weitere wichtige Informationen zum Wettbewerb und zur Teilnahme entnehmt ihr der Website des Deutschen Jugendfilmpreises.

Es gibt übrigens Preise im Gesamtwert von 12.000 Euro zu gewinnen.

Viel Freude und Erfolg!

-Selma-

Das Beitragsbild ist das offizielle Banner des Deutschen Jugendfilmwettbewerbs 2021.

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Globale Perspektiven – Filme über Begegnungen, Meinungen, Veränderungen

9. Oktober 2020 - 12:45

Im März stellten wir euch den Film One Year in Germany von Globale Perspektiven vor. Seit wenigen Wochen ist nun die neue Youtube-Serie Berlin Perspectives Unwrapped von Globale Perspektiven als Pilotprojekt gestartet.

Berlin Perspectives Unwrapped

Venice Maruthi, Au-pair und Aktivistin aus Südafrika, entdeckt Berlin aus ihrer ganz persönlichen Sicht. Sie trifft verschiedene Menschen und spricht mit ihnen über globale Themen und persönliche Meinungen.

Die erste Episode mit dem Titel Black Lives Matters begleitet Venice Maruthi zur großen Black Lives Matter-Demo auf dem Alexanderplatz. Sie kommt dort mit vielen Menschen ins Gespräch und enthüllt so neue Perspektiven von Berlin in Bezug auf die Black Lives Matter-Bewegung. In der zweiten Episode SIRPLUS and ALEX FOOD setzt Venice ihre Entdeckungstour durch Berlin fort. Diesmal lernt sie neue Perspektiven zum Thema Lebensmittelverschwendung kennen und bekommt die Möglichkeit, sich einen eigenen Berliner Döner zu machen.

Berlin Perspectives Unwrapped ist eine tolle Möglichkeit die deutsche Hauptstadt aus einer neuen Perspektive kennenzulernen und ganz nah an Venice persönlichen Erfahrungen teilzunehmen.

Wer steckt hinter Globale Perspektiven?

Christian Weinert und Ferdinand Carriere bilden das Team hinter Globale Perspektiven. In den Jahren 2012 und 2015 organisierten sie zusammen Filmworkshops für Jugendliche in Gambia und produzierten den Film „Blickwechsel – Sichtweisen auf deutsche Freiwillige“. Es folgten die Filme „Should I stay or should I go – Perspectives from Gambia“ und „One Year in Germany – Ein Freiwilligendienst in Deutschland“. Mit ihren Filmen möchten die beiden zum Perspektivwechsel einladen und dazu beitragen, globale Realitäten besser zu verstehen.

-Selma-

Das Beitragsbild ist von Globale Perspektiven

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Catcallsofmainz: Mit Kreide gegen Sexismus

6. Oktober 2020 - 11:20

Catcalling: Das sind übergriffige und sexuell anzügliche verbale Angriffe, die meist von Männern in der Öffentlichkeit begangen werden. Die Kommentare beziehen sich oft auf den Körper von Frauen*, beinhalten eine Aufforderung zum Sex oder sind auf andere Weise unangemessen. So gut wie jede weiblich gelesene Person hat schon einmal Erfahrung damit machen müssen – zurück bleibt mindestens ein unangenehmes Gefühl, oft auch Angst oder Ekel. Was die Catcalls gemeinsam haben, ist die Ausübung von Macht. Durch die ungewollte Konfrontation stellen sich die Täter*innen über die Betroffenen und nehmen diesen auch eine Möglichkeit zur Reaktion.

Was soll man auch auf „Ey du Geile, Bock zu ficken?“ antworten?

Ankreiden der verbalen Angriffe

In immer mehr Städten bilden sich seit neustem Gruppen, die diese Sprüche ankreiden – und zwar wortwörtlich. Nach dem Vorbild der „catcallsofnewyork“ haben sich seit März 2020 auch in Mainz einige Menschen zusammengetan und schreiben die verbale sexuelle Belästigung mit Kreide auf den Boden. Über den Instagram-Account @catcallsofmainz oder die E-Mail-Adresse catcallsofmainz@gmx.de können Betroffene ihre Erlebnisse schildern, welche von den Aktivistinnen dann anonymisiert veröffentlicht und an dem Ort in der Stadt angekreidet werden, an dem sie stattgefunden haben. Auf diese Weise wird einerseits Betroffenen eine Plattform geboten, auf der sie ihre Erlebnisse mitteilen können, andererseits wird hoffentlich ein Bewusstsein in der Bevölkerung für diese Art der Belästigung geschaffen. Inzwischen gibt es auch in Frankfurt, Offenbach, Darmstadt und Wiesbaden Catcalling-Gruppen.

Interview mit Melina von Catcallsofmainz

Melina ist Teil der Mainzer Catcalling-Gruppe. Nach einem Beitrag des SWR über ihren Aktivismus musste sie selbst erleben, wie tief Sexismus und sexuelle Belästigung immer noch in der Gesellschaft verankert sind. Willst du kurz nochmal erzählen, was dir passiert ist?

Melina: Nachdem ich als Teil der Gruppe in einem Beitrag des SWR über die Catcallsofmainz gezeigt wurde, wurde von einem anonymen Account ein Bild von mir hochgeladen auf dem ich freizügig gekleidet bin. Es wurde sich darunter darüber lustig gemacht, dass ich sexuell belästigt wurde. Es war so ein bisschen nach dem Motto „Ist ja klar, dass die sexuell belästigt wird, wenn die sich so anzieht“. Das Foto stand auch in direktem Bezug zum SWR-Beitrag. Dann habe ich das bei Instagram gemeldet, das wurde dann auch irgendwann gelöscht. Ich habe es auch bei der Polizei angezeigt.

Viele Kommentare beschweren sich bei Beiträgen über Catcalling auch immer wieder, dass „man ja jetzt gar nichts mehr sagen dürfe“ und dass das ja nur Komplimente seien. Was erwidert man darauf?

Melina: Mit einem Kompliment möchte man ja jemandem was Gutes tun und man möchte, dass die Person sich gut fühlt. Wenn man auf der Straße jemandem was hinterherruft, ist das ja vor allem, weil die Person irgendwo Macht demonstrieren will. Sie macht das halt einfach, weil sie es kann und weil sie Bock darauf hat und nicht, weil sie möchte, dass die Person, der sie das hinterherruft, sich gut fühlt. Außerdem spürt eigentlich jeder Mensch, was ein tatsächliches Kompliment ist und was darüber hinausschießt. Es kommt eben immer darauf an, wie sagt man etwas, wie ist die Situation zwischen den Personen, in welchem Kontext wird etwas gesagt, hat die Person die Möglichkeit zu reagieren. Der Ton, Gestik, Mimik: Alles spielt eine Rolle.

Der Account ist in der kurzen Zeit unglaublich gewachsen und hat jetzt schon knapp 6.000 Follower*innen. Wie viele Nachrichten von Betroffenen bekommt ihr täglich?

Melina: Wir bekommen inzwischen so fünf bis zehn Nachrichten täglich. Wir haben den Anspruch, auf alle Nachrichten zu antworten. Es kann allerdings dauern bis wir die Nachrichten ankreiden, weil wir eben so viele bekommen. Außerdem kostet es uns auch selbst Kraft, auf manche Nachrichten zu antworten. Wir bekommen auch Nachrichten, in denen Personen Missbrauch und körperliche sexuelle Übergriffe schildern. Die können wir nicht einfach so auf die Straße kreiden, weil das Betroffene eben auch triggern kann. Im Moment überlegen wir noch, wie wir damit umgehen.

Habt ihr noch weitere Aktionen geplant?

Melina: Wir möchten Themenwochen bei Instagram gestalten und zum Beispiel auf sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz aufmerksam machen, weil wir auch dazu viele Nachrichten erhalten. Belästigungen im Internet leiten wir an die Instagram Seite @antiflirting2 weiter.

Denkst du, dass die Gesellschaft langsam beginnt, diese Art von sexueller Belästigung ernst zu nehmen?

Melina: Ich glaube, dass das Thema an sich gerade viel Aufmerksamkeit erfährt, die natürlich auch noch mehr sein könnte. Aber es ist noch lange kein Rückgang an sexueller Belästigung zu beobachten. Trotzdem sind aufgrund unseres Accounts schon viele Diskussionen zustande gekommen, auch im Bekannten- und Freundeskreis. Wir hoffen, dass durch die Catcalling Petition, die bereits das Quorum von 50.000 Stimmen überschritten hat, die Politiker*innen dazu gezwungen werden, das Thema ernst zu nehmen.

Was kann man dagegen tun?

Die Petition „Es ist 2020. Catcalling sollte strafbar sein“ kann man unter https://www.openpetition.de/petition/online/es-ist-2020-catcalling-sollte-strafbar-sein unterschreiben. Die Aktivistinnen kann man unterstützen, indem man dem Account @catcallsofmainz folgt und vor allem im eigenen Umfeld weiter Awareness für dieses Thema schafft. Den Beitrag des SWR zu den Catcallsofmainz findet ihr hier: https://www.swrfernsehen.de/landesschau-rp/wie-die-catcallsofmainz-sexuelle-belaestigungen-anprangern-100.html.

-Marlene-

 

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Bergkarabach: Bericht über einen alten Konflikt

2. Oktober 2020 - 12:52
Seit einigen Tagen wird in den aktuellen Nachrichten immer wieder über den Konflikt von Bergkarabach berichtet. Bergkarabach? Wo ist das eigentlich und was soll das für ein Konflikt sein? Bergkarabach oder auch Republik Arzach liegt im Süden des Kaukasus, auf angeblich aserbaidschanischem Staatsgebiet umgeben von sieben aserbaidschanischen Bezirken, die heute unter armenischer Kontrolle stehen. Die Republik ist stark mit Armenien verflochten und knapp doppelt so groß wie das Saarland. Die 150.000 Menschen, die dort leben, sind zu 99 % Armenier*innen und überwiegend christlichen Glaubens. 1991 erklärte Bergkarabach nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Unabhängigkeit, die bis heute nicht anerkannt wurde. Politikwissenschaftlich bezeichnet man Bergkarabach deshalb als De-facto-Staat.   Worum geht es in dem Konflikt um Bergkarabach? In dem Konflikt geht es vor allem um die Kontrolle von Territorium. Sowohl Armenien als auch Aserbaidschan erheben Anspruch auf das Gebiet von Bergkarabach. Aserbaidschan möchte dabei das in ihren Augen von Armenien besetzte Gebiet zurück, das neben Bergkarabach auch die sieben umliegenden Bezirke betrifft. Armenien ist in erster Linie an einer Aufrechterhaltung des Status Quo interessiert und langfristig an der Loslösung des Gebietes von Aserbaidschan. Somit treffen in diesem Konflikt zwei völkerrechtliche Prinzipien aufeinander: Das der territorialen Integrität, auf das sich Aserbaidschan beruft, und das Recht von nationaler Selbstbestimmung, auf das sich die armenische Bevölkerung in Bergkarabach beruft. Die historischen Wurzeln des Konflikts in der Kaukasusregion reichen weit in die Geschichte des Omanischen Reiches, des Zarenreiches sowie der Sowjetunion hinein. Bergkarabach, das schon seit Urzeiten nach Autonomie strebte und in dem sich u. a. viele Überlebende des Genozids an den Armenier*innen ansiedelten, wurde im Zuge des Verfalls des Zarenreiches in die Aserbaidschanische Republik eingefügt. Kurzgefasst bot diese Entscheidung Konfliktpotential über Jahrzehnte des Bestehens der Sowjetunion. Mit dem Ende dieser riefen die Armenier*innen in Bergkarabach ihre eigene Republik aus, was zu einem Krieg führte, der bis Mai 1994 tausenden Soldaten auf beiden Seiten das Leben kostete. Seit 1994 herrscht ein maßgeblich durch Russland vermittelter Waffenstillstand zwischen den Konfliktparteien, doch wird dieser immer wieder durch militärische Ausschreitungen unterbrochen, zuletzt seit dem vergangen Sonntag. Das aktuelle Konfliktgeschehen Die aktuelle Offensive Aserbaidschans wird vom türkischen Präsidenten Erdoğan massiv unterstützt, was international zu großer Beunruhigung führt. Die Rolle Russlands könnte hier entscheidend sein, da Russland zwar keinen Krieg mit Aserbaidschan anfangen möchte, doch mit Armenien in einer Militärallianz verbündet ist. Nun besteht die Hoffnung, dass Russland als Vermittler zwischen den Konfliktparteien bald wieder für Gespräche sorgt.   Berichte aus Bergkarabach Im Mai 2019 bereiste meine Schwester Maren mit einem Freund zusammen die Republik Bergkarabach. Auf ihrem Weg über Land per Anhalter in den Iran kamen sie durch Zufall in die Region und können darüber berichten. Ich habe Maren ein paar Fragen zu Bergkarabach gestellt. ​ Maren, wie bist du damals nach Bergkarabach gekommen? Und wie schwer war es in die Region einzureisen? Ich bin von Armenien nach Bergkarabach gereist und nein es war nicht besonders schwer. Wir sind nämlich zufälligerweise mit einem Kommandeur des Militärs in Bergkarabach mitgefahren und der kannte die Grenzer alle. Zudem ist die Grenze zu Armenien hin auch offen, also der Kommandeur konnte einfach drüberfahren und wir haben ein kostenloses Visum bekommen, in dem wir ein paar Fragen beantworten mussten. Das waren aber lediglich Fragen wie: wo möchten wir hin in der Region, was möchten wir anschauen und warum wir gekommen sind.   Und kanntest du die Region schon bevor du dort warst? Ja, ich wusste, dass es sie gibt und hatte auch den Wunsch dorthin zu fahren. Allerdings war ich mir auch nicht ganz sicher, weil es oft hieß, wer nach Bergkarabach einreist, kann nie wieder nach Aserbaidschan einreisen. Aber man bekommt gar keinen Stempel im Reisepass, weshalb sich die Befürchtung widerlegte.   Wie würdest du die Region beschreiben? Wie leben die Menschen dort? Also es ist nicht stark besiedelt dort, wodurch die Natur noch sehr ursprünglich ist. Die Landschaft und diese Natur zu erleben, hat mir besonders gut gefallen. Insgesamt haben die Menschen dort nicht viel Geld. In der Hauptstadt, Stepanakert, sind mir vor allem die alten Sowjethäuser aufgefallen. Sehr beeindruckt haben mich die vielen alten Kirchen, die man im ganzen Land findet. Zum einen haben wir Menschen getroffen, die sehr gebildet waren und auch sehr gut Englisch sprechen konnten, zum anderen hatten gerade die Menschen auf dem Land kaum Zugang zu Bildung und haben auch keinen nachhaltigen Umgang mit ihrer schönen Natur. Das ist mir aufgefallen.   Was hast du von dem Konflikt um Bergkarabach mitbekommen, als ihr dort wart? Also die Menschen haben uns davon erzählt, vor allem von Familienmitgliedern, die in den kriegerischen Auseinandersetzungen gestorben sind. Mir ist auch aufgefallen, dass viele Menschen dort Narben im Gesicht oder am Körper haben, die von Schusswunden und Verletzungen kommen. Einmal wollten wir zu einem Dorf fahren. Als wir dort ankamen, bestand dieses Dorf aber nur noch aus Ruinen. Es gibt auch Teile Bergkarabachs, die als gefährlich gelten. Dort, haben die Menschen gesagt, sollten wir nicht hinfahren. Vor allem Gebiete nah zur aserbaidschanischen Grenze. Das Militär ist überall sehr präsent.   Danke Maren. Gibt es vielleicht noch etwas was du ergänzen möchtest? Für mich war das eine tolle Erfahrung auf meiner Reise. Die Gastfreundschaft der Menschen dort hat mich sehr berührt. Für sie ist es auch, glaube ich, ein schwieriger Spagat zwischen einem modernen Lebensstil und einem traditionelleren. Trotzdem waren sie sehr stolz auf ihr Land und ihre Kultur. Wenn wir gemeinsam gegessen haben, spielten die Kinder am Computer „Ballerspiele“ während die Erwachsenen stets auf den Frieden angestoßen haben. Das sagt, finde ich, sehr viel über das Leben der Menschen dort aus.
-Selma-   ​

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ReUse-Revolution-Map: Wo unverpackt einkaufen?

29. September 2020 - 11:33

Wir alle kennen ihn, den gelben Sack. Bis oben hin befüllt mit Verpackungsmüll, das meiste aus Plastik. Allein in Deutschland fallen laut Bundesumweltamt jährlich ca. 20 Millionen Tonnen Verpackungsmüll an. Gerade Plastikverpackungen stellen hier das größte Problem dar, da sie zu 99 Prozent aus Rohöl bestehen und schon bei der Herstellung wertvolle natürliche Ressourcen verbrauchen und das Klima belasten. Von der Belastung, dass Plastik nicht verrottet, ganz zu schweigen.

Die eine Lösung für dieses Problem gibt es nicht, jedoch kann jede*r Einzelne*r von uns etwas dafür tun. Aus diesem Grund gibt es immer mehr Verbraucher*innen und Hersteller*innen, die auf die Produktion und den Verkauf von verpackungsfreien Waren setzen. Seit einigen Jahren sind hierfür die sogenannten Unverpackt-Läden ins Spiel gekommen. Sie bieten ihr gesamtes Sortiment lose an und führen neben haltbaren und teilweise frischen Lebensmitteln auch Kosmetikprodukte und einige weitere Alternativen zu Verpacktem. Inzwischen kommen auch immer mehr Supermärkte auf die Idee, Waren unverpackt anzubieten und den Verbraucher*innen die Möglichkeit zu geben sie mit mitgebrachten Dosen, Taschen oder Gläsern selbst zu verpacken.

Seit wenigen Wochen gibt es von Greenpeace die interaktive Deutschlandkarte ReUse-Revolution-Map auf der jede*r nach der nächstgelegenen Möglichkeit zum unverpackt einkaufen suchen kann. Neben klassischen Unverpackt-Läden sind dort auch beispielsweise Bäcker, Metzger oder Supermärkte verlinkt, die die Möglichkeit bieten unverpackt einzukaufen. Zusätzlich kann auch gezielt nach Produkten gesucht werden.

Das Tolle an der Karte ist, dass jede*r darauf zugreifen kann und so die Möglichkeit hat, Läden, die unverpacktes Einkaufen anbieten, einzutragen.

-Selma-

Das Beitragsbild ist von Jasmin Sessler auf Unsplash.

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Die Klimakrise macht keine Pause: Klimastreik 25.09.20

25. September 2020 - 10:02

Heute ist wieder Klimastreik. Weltweit, deutschlandweit und auch bei dir um die Ecke. Die Klimakrise macht keine Pause, sondern die katastrophalen Folgen werden gerade in diesen Wochen überdeutlich: mit verheerenden Waldbränden u.a. an der Westküste der USA oder ungewöhnlich starken Regenfällen und Überschwemmungen in Ostafrika und der Sahelzone.  Deswegen ist es umso wichtiger, wieder gemeinsam mit FridaysForFuture auf die Straße zu gehen, natürlich Corona-konform. Und damit ihr bestens informiert seid, fasse ich hier nochmal kurz das Wichtigste zusammen.

Die Forderungen von FridaysForFuture

Die Klimakrise stellt für die Stabilität der Ökosysteme unseres Planeten und für Millionen von Menschen eine existenzielle Bedrohung dar. Eine ungebremste Erderwärmung ist eine enorme Gefahr für Frieden und Wohlstand weltweit.

Seit Beginn der Industrialisierung hat sich die Erde laut IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) bereits um circa ein Grad Celsius erwärmt. Es bleibt daher wenig Zeit, den Klimawandel aufzuhalten und so zu verhindern, dass die Kipppunkte im Klimasystem überschritten werden. Tun wir das nicht, werden die verursachten Schäden weit höhere Kosten mit sich bringen als alle Investitionen in konkrete Maßnahmen zur Vermeidung der Klimakatastrophe.

FridaysForFuture fordert die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5°C-Ziels. Explizit fordert FridaysForFuture für Deutschland:

  • Nettonull 2035 erreichen (Deutschland soll nicht mehr CO2 produzieren als etwa durch die Natur oder Speichersysteme kompensiert werden kann)
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035

Entscheidend für die Einhaltung des 1,5°C-Ziels ist, die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren. Deshalb fordert FridaysForFuture ab sofort:

  • Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger
  • 1/4 der Kohlekraft abschalten
  • Eine CO2-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut UBA (Umweltbundesamt) sind das 180€ pro Tonne CO2
  Klimastreik in eurer Region

Damit ihr heute auch alle auf die Straße gehen könnt, schaut doch auf dieser Karte vorbei und macht mit bei eurem regionalen Klimastreik! Vergesst euren Mundschutz nicht und haltet Abstand, dann kann die Bekämpfung der Klimakrise auch während der Corona-Krise weitergehen.

-Selma-

Das Beitragsbild ist von Nico Roicke auf Unsplash.

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Hitzige Zeiten in den USA: Was ist los am Supreme Court?

22. September 2020 - 12:15

Der Supreme Court ist das oberste rechtsprechende Staatsorgan in den Vereinigten Staaten von Amerika und begründet durch den dritten Artikel der US-amerikanischen Verfassung. Er ist neben dem Präsidenten (Exekutive) und dem Kongress (Legislative) die dritte Gewalt im Staat (Judikative). Zu den zentralen Aufgaben des Supreme Courts zählen unter anderem die Verfassungsauslegung und die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen und Amtshandlungen des Präsidenten. Am Supreme Court sitzen neben dem Vorsitzenden Richter (Chief Justice of the United States) acht weitere Richter*innen (Associate Justice). Sie werden auf Lebenszeit vom Präsidenten mit der Zustimmung des Senats ernannt. Bis vor wenigen Tagen waren das drei Frauen und sechs Männer, die über die Verfassung wachen und eine unabhängige Justiz gewährleisten sollen. Seit dem Tod der ehemaligen Richterin Ruth Bader Ginsburg am vergangen Freitag ist eine hitzige Debatte in den USA über die Neubesetzung des Amtes entstanden. Warum das so ist, erkläre ich euch kurz.

Der Supreme Court als Politikum

Da der Supreme Court nicht, wie zum Beispiel in Deutschland, zwischen sachlich verschiedenen Gerichtszweigen unterscheidet sondern sich mit allen Rechtsfragen befasst, hat er als oberste juristische Kontrollinstanz auch eine starke politische Bedeutung. Viele Urteile des Gerichts stellen gesellschaftspolitische Weichen. Ein klassisches Beispiel dafür war das Verfahren Roe vs. Wade 1973, als die Richter*innen Abtreibung als eine zutiefst persönliche Entscheidung bezeichneten und dadurch weitgehend legalisierten. Umso wichtiger ist es, könnte man denken, dass die Richter*innenposten am Supreme Court ein möglichst breites Spektrum der Bürger*innen in den USA abdecken, damit solche bedeutenden Entscheidungen auch der gesamten Gesellschaft entsprechen.

Die Wahl der Richter*innen

Wenn ein*e Richter*in am Supreme Court verstirbt oder aus Alters- bzw. Krankheitsgründen zurücktritt, ist es die Aufgabe des amtierenden Präsidenten, den Posten neu zu besetzen. Zwar muss diese*r dann noch durch eine einfache Mehrheit im Senat bestätigt werden, doch ist das in der Regel kein Hindernis, da die Partei des amtierenden Präsidenten meist auch die Mehrheit im Senat hat. Auch die Partei der Republikaner von Präsident Donald Trump stellt mit 53 von 100 Stimmen gerade die Mehrheit im Senat.

Warum ist die Debatte um die Neubesetzung des Postens so hitzig?

Durch den Tod der Richterin Ruth Bader Ginsburg steht das politische Machtverhältnis im Supreme Court auf der Kippe. Vor ihrem Tod gab es fünf eher konservative und vier eher liberale Richter*innen. Wenn jetzt durch Präsident Trump eine weitere konservative Richterin an den Supreme Court berufen wird, könnte sich das Machtverhältnis auf lange Zeit deutlich nach rechts verschieben. Dies könnte jahrzehntelange Folgen haben, die weit über die Amtszeit Trumps hinwegreichen. Richtungsweisende Entscheidungen z. B. in den Bereichen Klimaschutz, Waffenbesitz oder dem Recht auf Abtreibung könnten durch die deutliche konservative Mehrheit einseitig beeinflusst werden.

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit 2016 durfte Präsident Obama keine*n neue*n Richter*in am Supreme Court ernennen. Die Begründung des republikanischen Mehrheitsführers damals im Senat war, dass die Wähler*innen bei der Neuernennung mitreden sollten. Der aktuelle Präsidentschaftskandidat der Demokraten Joe Biden sieht das in diesem Fall, wenige Wochen vor der nächsten Präsidentschaftswahl, ebenso wie auch viele weitere Stimmen in den USA. Auch Ruth Bader Ginsburg, die von ihrer Fangemeinschaft einfach nur RBG genannt wird, hatte als einen ihrer letzten Wünsche geäußert, die Benennung ihrer Nachfolgerin nach der Präsidentschaftswahl durchzuführen. Doch Präsident Trump möchte so schnell wie möglich noch seine potenziellen Kandidatinnen für den Posten nominieren, um damit den dritten Posten am Supreme Court in seiner bisherigen Amtszeit zu besetzen.

Wie würdet ihr in dieser Debatte entscheiden? Darf Präsident Trump noch vor den Wahlen das Amt besetzen oder sollte das erst nach der Wahl geschehen?

-Selma-

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Der RhineCleanUp 2020

17. September 2020 - 11:54

Seit den 1960er Jahren nimmt die Schadstoffbelastung des Rheines durch Abwasser, Chemikalien und Schwermetalle kontinuierlich ab. Wurden früher noch Witze über die Wasserqualität des Rheines gemacht, suchen die Menschen am Rhein heute wieder die Naherholung. Die Stadt Basel hat sogar mit dem berühmten „Basler Rheinschwimmen“ einen eigenen Volkssport im Rhein kreiert.

Umso wichtiger also, dass der Fluss an sich, aber auch das Flussufer und die angrenzenden Seitenarme sauber gehalten werden. Seit 2018 findet einmal jährlich der RhineCleanUp-Tag statt. Vereine und Gruppen, aber auch Familien und Freunde können eigene CleanUp-Aktionen in ihrem Abschnitt anmelden oder bei angemeldeten Aktionen helfen. Die Idee ist, dass der Rhein an einem Tag, von der Quelle bis zur Mündung, in drei verschiedenen Ländern, von Müll befreit und sauber gemacht wird.

Der Rhein

Ganze 1.232,7 km legt der Rhein auf seinem Weg durch West- und Mitteleuropa zurück und ist somit einer der längsten Flüsse des europäischen Kontinents. Während er sich in der Schweiz, wo er entspringt, wild durch Berge und Täler windet, um dann den Bodensee zu durchfließen, ist er auf seinem Weg durch Deutschland und die Niederlande mehr Verkehrsstraße für Frachter und Ausflugsschiffe, um schließlich in die Nordsee zu münden. Die Verbindungen mit Main und Donau machen eine direkte Fahrt von der Nordsee bis ins Schwarze Meer möglich, weshalb der Rhein auch zu den verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt zählt.

Hochrhein, Oberrhein, Mittelrhein und Niederrhein sind die Abschnitte des Flusses, die das deutsche Landschaftsbild prägen. Metropolregionen wie das Rhein-Main- oder das Rhein-Ruhr-Gebiet, aber auch Städte wie Karlsruhe oder Köln, bieten vielen Menschen in Deutschland eine Heimat, die seit Jahrtausenden vom Rhein geprägt wurde.

Meine Erfahrung beim RhineCleanUp 2020

Am vergangen Samstag, den 12. September 2020, fand in Mainz der diesjährige RhineCleanUp-Tag statt. Weil ich persönlich immer schon am Rhein gelebt habe und den Fluss seit meiner Kindheit kenne, brauchte es nicht lange, um mich von der Aktion zu überzeugen. Mit drei Freund*innen und zwei weiteren Helfer*innen suchte ich ein paar Stunden lang auf einer kleinen Insel im Rhein, wo wir gerne baden gehen, nach Müll und allem was von Natur aus nicht dort hingehört. Obwohl diese Insel Teil eines Naturschutzgebietes im Rhein ist, hatten wir nach den paar Stunden einige Müllsäcke voll zusammen. Von Plastiktüten über Badehosen und alte Schuhe, zu kleinsten Verpackungen und Kronkorken war da alles dabei. Wirklich schade zu sehen, wie wenig Bewusstsein manche Menschen haben. Sie lassen ihren Müll einfach überall liegen, obwohl es eigentlich nicht schwer ist, ihn einfach wieder mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen. Später erfuhr ich dann, dass dieses Jahr von 35.000 Helfer*innen den ganzen Rhein entlang ca. 320 Tonnen Müll gesammelt wurde. Ich bin froh auch einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben.

Solche Aktionen können unterschiedlich aussehen und alle Menschen dafür sensibilisieren, mit von ihnen erzeugtem Müll bewusster umzugehen und die eigene Verantwortung zu übernehmen. RiverCleanUp motiviert dazu, weltweit an Aktionen teilzunehmen und verzeichnet alle Aktionen in einer Weltkarte. Dann liegt es noch an der Industrie und der Schifffahrt auch ihren Teil dazu beizutragen.

Ich hoffe, dass auch im nächsten Jahr möglichst viele Menschen am RhineCleanUp teilnehmen. Denn schon ein paar Stunden Müll sammeln reicht, um gemeinsam von der Quelle bis zur Mündung, viel zum Lebensraum Rhein und der Lebensqualität am Rhein beizutragen.

-Selma-

Das Beitragsbild ist von Uli von Mengden.

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„Fair statt mehr“: Die Faire Woche 2020

15. September 2020 - 11:07

Vor 50 Jahren gab es die ersten fair gehandelten Produkte in Deutschland, vor allem Kunsthandwerk aus Afrika, Asien und Lateinamerika sowie Kaffee. Seitdem hat sich viel getan. Die Faire Woche, die dieses Jahr unter dem Motto „Fair statt mehr“ läuft, stellt uns jedes Jahr aufs Neue die Errungenschaften des Fairen Handels vor. Sie läuft noch bis zum 25. September und was in der Fairen Woche passiert, erzähle ich euch kurz!

Die Faire Woche

Seit über 15 Jahren findet die Faire Woche jedes Jahr im September statt und lädt alle Menschen in Deutschland zur Teilnahme ein. Mit jährlich über 2.000 Aktionen ist sie die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland. Die Umsetzung der Aktionen übernehmen lokale Gruppen und Organisationen wie Weltläden, Fairtrade-Towns, Aktionsgruppen, kirchliche Gruppen, Supermärkte, Fairtrade-Schools, Verbraucherzentralen oder gastronomische Betriebe. Sie laden bei fairen Frühstücken, Ausstellungen, Informations- und Verkostungsaktionen, Radtouren und vielen anderen Aktionen dazu ein, den Fairen Handel kennen zu lernen.

Veranstalter der Fairen Woche ist das Forum Fairer Handel in Kooperation mit TransFair und dem Weltladen-Dachverband. Den Höhepunkt der Fairen Woche bilden die Produzentenrundreisen, in deren Rahmen Vertreter*innen von Handelspartnern zu einer Rundreise eingeladen werden. Sie halten bundesweit Vorträge, besuchen Veranstaltungen und führen Gespräche mit Politiker*innen und Journalist*innen, auch wenn das dieses Jahr leider nur etwas eingeschränkter stattfinden kann.

Faire Woche 2020: „Fair statt mehr“

Seit letztem Freitag läuft die diesjährige Faire Woche unter dem Motto „Fair statt mehr“ und dreht sich rund um das 12. UN-Nachhaltigkeitsziel „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“. Mit dem Jahresthema „Fairer Handel und das Gute Leben“ soll die Frage aufgeworfen werden, was wir für ein „Gutes Leben“ eigentlich wirklich brauchen und wie wir dazu beitragen können, dass möglichst alle Menschen ein gutes Leben führen können.

Teilnehmen

Wenn ihr euch für Veranstaltungen der laufenden Fairen Woche in eurer Stadt interessiert, findet ihr über die Website eine Karte mit allen Veranstaltungen deutschlandweit. Und wenn ihr sogar Ideen für Aktionen allgemein in der Fairen Woche habt, könnt ihr sie noch in die Aktionsdatenbank der Website eintragen.

-Selma-

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Earthling Indonesia: Bewusstsein für nachhaltiges Leben

11. September 2020 - 14:00

Besonders betroffen von globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel sind Länder im Globalen Süden. Indonesien ist ein Beispiel dafür. Überschwemmungen, Luftverschmutzung, verschmutzende Flüsse und Waldbrände sind die Themen, die in Indonesien oft diskutiert werden.

Vor dem Hintergrund dieser Situation stellt sich die Frage: Hat Indonesien aus kultureller und gesellschaftlicher Sicht das Konzept Nachhaltigkeit im alltäglichen Leben schon implementiert?

Nutzung von Materialien und Produkten in Indonesien

Früher nutzten Indonesier*innen nachhaltige Alltagsgegenstände. Wenn man zum Beispiel Öl kaufte, musste man damals eine Jerigen minyak, eine Ölflasche, die man mehrmals nutzen kann, selbst mitbringen. Wenn man auf Reisfeldern arbeitete, brachte man immer eine Rantang, eine gestapelte Edelstahl/Blechdose, um Essen einzupacken. Wenn man auf dem traditionellen Markt einkaufen ging, brachte man einen Bambuskorb oder „Rotantasche“ mit. Viele Sachen auf dem Markt wurden in Bananenblätter, Kokospalmenblätter oder andere Blätter verpackt.

In Indonesien können unterschiedliche Kräuter und Gewürze – wie Ingwer, Zitronengrad, Kurkuma – im Hof oder im Garten gut wachsen. Somit war die Nutzung heimischer Kräuter und Gewürze im alltäglichen Leben unverzichtbar. Sie wurden nicht nur als Heilmittel oder zur Herstellung von Kosmetik genutzt, sondern auch zum Kochen. Des Weiteren wurden die Großzahl von Alltagsgegenständen wie Möbeln, Geschirr und Spielzeug aus unschädlichen Materialen hergestellt. Neben Lehm dienten auch Bambus, Holz, heimische Bananenblätter oder Kokospalmenblätter als Herstellungs- oder Verpackungsmaterial, da Indonesien reich an unterschiedlichen Bäumen ist.

Interessant ist auch die Kultur des „Lungsuran“: Anstatt neue Klamotten und Bücher zu kaufen, bekommen sie gebrauchte Kleidung und Bücher von Freund*innen und Familien, die nicht mehr genutzt werden. Wenn Klamotten nicht mehr anziehbar waren, wurden sie als Putzlappen genutzt.

Allerdings gibt es aufgrund der rasanten Globalisierung jedoch immer mehr Indonesier*innen, die diese Lebensformen nicht fortführen, obwohl diese eigentlich sehr nachhaltig sind. Auch greifen Indonesier*innen vermehrt auf Plastikprodukte zurück, die für die Umwelt sehr schädlich sind. Der moderne Lifestyle sorgt dafür, dass viele der Produkte im Alltag in buntem Plastik oder Styropor verpackt werden. Auch Möbel werden vermehrt aus Plastik statt aus Holz hergestellt. Auch die Nutzung der Kräuter und Gewürz wurde auch vernachlässigt. Indonesier*innen nutzen viele Medikamente oder Kosmetik, die aus dem Ausland importieren werden. Die traditionelle Kultur und der traditionelle Lebensstil, zu dem eigentlich gehört, dass viel aus natürlichem Material gemacht und verpackt wird, wird heutzutage als altmodisch bewertet.

Trend zu nachhaltigen Produkten in Europa und Deutschland und die Gründung von „Earthling Indonesia“

Im Gegensatz zu Indonesier*innen greifen Menschen in Europa bzw. in Deutschland vermehrt auf nachhaltige Produkte zurück, was inzwischen auch zu einem Trend geworden ist. Beispielsweise ist in vielen Supermärkten in Deutschland die Nachfrage nach Naturprodukten aus heimischen Pflanzen aber auch beispielsweise Bambus sehr gestiegen, die in Indonesien überall wachsen.

Vor diesem Hintergrund entstand „Earthling Indonesia“. Die Organisation wurde von vier indonesischen Studierenden im Jahr 2019 in Berlin gegründet. Die Ziele von Earthling Indonesia sind unter anderem, das Bewusstsein für nachhaltiges Leben zu wecken, die Aufmerksamkeit bezüglich des Klimawandels zu erhöhen und die traditionelle nachhaltige Kultur in Indonesien (wieder) herzustellen. Neben Indonesier*innen, die in Indonesien leben, gehört die indonesische Diaspora in Deutschland, aber auch die in anderen Ländern, zur Zielgruppe des Earthling Indonesia.

Momentan arbeitet Earthling Indonesia nur auf sozialen Medien. Auf Facebook, Instagram und LinkedIn informieren sie über ihre Veranstaltungen. Außerdem werden Tipps und Tricks, DIY, Good News, oder Themen zur Nachhaltigkeit gepostet.

Projekte und Veranstaltungen

Zu den Aktivitäten von Earthling Indonesia gehören unter anderem wöchentliche Dinner Dates, bei denen verschiedene Themen der Nachhaltigkeit mit Expert*innen diskutiert werden und nach Lösungen gesucht wird. Vergangene Themen waren beispielsweise „Women´s Role in Shaping a Sustainable Culture“ oder „Waste, Waste, Waste everywhere“.

Neben den Dinner Dates sollen in Zukunft auch regelmäßige Workshops stattfinden. Hierbei soll der Fokus auf dem Erlernen von Softskills liegen. Der erste Workshop wird im September in Zusammenarbeit mit den Projekten InterCap und Grenzenlos des World University Service (WUS) stattfinden. Das Thema des Workshops lautet: „Sustainable Development Goals (SDGs): Agenda 2030 for our future“.

Projekt „Qurban mit Besek“

Indonesien gehört zum weltgrößten muslimischen Staat (von der Bevölkerung) der Welt. Vor diesem Hintergrund zählt „Qurban/Idhul Adha 1441 H“ zu einer der wichtigsten muslimischen Feiern in Indonesien. Dazu wurde ein Projekt namens „Qurban mit Besek“ im Juli 2020 von Earthling Indonesia durchgeführt. Als Qurban bezeichnet man das Opfertier, das nach dem Festgebet des Opferfestes geschlachtet wird, um Gott (Allah) näher zu kommen. In Indonesien werden zu diesem Anlass Schafe, Ziegen und Kühe in der Moschee geschlachtet. Danach wird das Fleisch an Einheimische verteilt.

Ziel dieses Projekts war unter anderem, lokale kleine Unternehmen wirtschaftlich zu fördern. Zweitens sollte die Plastiknutzung während dieses Festes reduziert werden. In den vergangenen Jahren wurde viel Plastik genutzt, um das Fleisch in Plastiktüten an Einheimische zu verteilen.

Im Rahmen dieses Projekts organisierte Earthling Indonesia ein Crowdfunding. In nur in drei Tagen wurden IDR 4.793.161 (ca. 273 €) gesammelt, wovon 3.130 Besek gekauft werden konnten. Die Besek wurden an 16 Moscheen in zwei Städten auf Mitteljava verteilt.

Die Arbeit von Earthling Indonesia hat das Interesse der indonesischen Diaspora in Deutschland geweckt, sodass die Initiative momentan 12 Mitglieder hat. Die meisten von ihnen sind Studierende, die in unterschiedlichen Studiengängen an verschiedenen Universitäten in Deutschland studieren. Ein Mitglied von Earthling Indonesia lebt in Indonesien.

-Earthling Indonesia-

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Bedingungsloses Grundeinkommen – der Traum vom Losglück oder eine Möglichkeit für alle?

8. September 2020 - 14:06

Der Verein Mein Grundeinkommen ist in aller Munde. In überregionalen Tageszeitungen, in Social Media und auch die Tagesschau berichtete. Wenn Studien angekündigt werden, ist der Aufruhr selten so groß. Dabei ist das Konzept längst keine Innovation mehr.

Ein Grundeinkommen ist eine finanzielle Grundsicherung für alle Bürger*innen. Ein fester Betrag soll ohne Gegenleistung oder Bedarfsprüfung gleichermaßen an alle ausgezahlt werden.

Verschiedene Parteien, aber auch Einzelpersonen wie Unternehmer*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen haben das Thema aufgegriffen. Dabei haben sich drei Modelle aus der Debatte abgezeichnet: Das solidarische Bürgergeld, das emanzipatorische Grundeinkommen und das Grundeinkommen auf Grundlage einer Konsumsteuer. Für alle drei Ansätze gibt es verschiedene Finanzierungsmodelle. Miteingerechnet werden unter anderem die Erhöhung der Einkommensteuer, der Ersatz bisheriger Sozialleistungen und/oder die Einführung von Umverteilungen durch Reichensteuern.

Warum ist das Thema jetzt wieder aktuell?

Im Zuge der Covid-19-Pandemie ergaben sich viele neue Herausforderungen. Neben dem Switch zum Home-Office, verloren viele Menschen ihre Jobs oder mussten ihre Tätigkeit reduzieren. Die Bundesregierung versuchte dies mit Kurzarbeitergeld, einmaligen Erhöhungen von Kindergeld oder Überbrückungshilfen für Studierende aufzufangen. Besonders stark jedoch traf es Selbständige und Kulturschaffende: Eine neue Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen entfachte, denn dieses würde, so die Befürworter, auch in Krisenzeiten Sicherheit schenken.

Eine großangelegte Studie mit ebenso großer Wirkung?

Mein Grundeinkommen e.V. verlost seit sechs Jahren Grundeinkommen und analysiert deren Wirkung. Im November ist es wieder soweit: Es werden 120 Grundeinkommen in Höhe von monatlich 1.200 € für drei Jahre verlost. Was ist diesmal anders? Der Verein arbeitet mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zusammen. Es wird die erste deutsche Langzeitstudie zum Thema.

Das „Pilotprojekt Grundeinkommen“ untersucht mit einem Team aus Aktivist*innen und renommierten Personen aus der Wissenschaft wie Verhaltensökonom*innen, Psycholog*innen, Gemeinwohlforscher*innen und mithilfe einer Vergleichsgruppe, wie sich das Verhalten und die Einstellung der Teilnehmenden verändert. Bringt ein Grundeinkommen mehr Sicherheit, Gelassenheit und Zeit – für sich und für andere? Macht es faul oder regt es die Kreativität an? Gehen die Teilnehmenden in Teilzeit oder kündigen ihren Job ganz? Was tun sie mit ihrer neu gewonnen Zeit? Netflix auf der Couch oder erhöht sich ihr Engagement?

Die Studie wird jedoch keine gesamtwirtschaftlichen Aussagen treffen können. Welche volkswirtschaftlichen Folgen sich ergeben, welche möglichen Machtverschiebungen in Arbeitsverhältnissen auftreten können oder die Auswirkungen auf das Migrationsgeschehen kann sie nicht erfassen. Dazu müsse man das Grundeinkommen einführen, da keine Grundeinkommenswelt simuliert werden könne.

Studienleiter Prof. Dr. Jürgen Schupp sagte im Interview mit dem Spiegel, dass es für die Politik längst an der Zeit sei, sich intensiver mit grundlegenden Reformen der sozialen Sicherung auseinander zu setzen. Die aktuellen Entwicklungen von Demografie und Digitalisierung würden das bisherige Sozialsystem stark belasten, wenn das Verhältnis zwischen Beitragszahlenden und Leistungsempfangenden kippt, denn das System ist auf Beitragsfinanzierung gestützt.

Wer kam eigentlich auf diese Idee?

Das Grundeinkommen wird in Deutschland schon lange kontrovers diskutiert, der Gedanke selbst ist jedoch noch ein ganzes Stück älter. Schon im frühen 16. Jahrhundert gab es erste Ansätze einer öffentlich organisierten Armutsbekämpfung. Bedingungslos waren diese jedoch lange nicht. In ihren verschiedensten Formen waren diese Ansätze an Erwerbsarbeit, eine Bedürftigkeitsprüfung oder an ein bestimmtes Alter geknüpft.

Ein wirklich von Bedingungen freier Vorschlag war erstmals der von Thomas Spence (1750 – 1814). In seinem Essay „The rights of infants“ von 1796 forderte er die lebenslange und regelmäßige Zahlung eines Grundeinkommens an alle Mitglieder des Gemeinwesens. Er begründete dieses naturrechtlich: Allein in der Natur des Menschen und im Menschsein steckt demnach die Notwendigkeit einer würdevollen Grundversorgung. Später wurde dieser Gedanke von verschiedenen Denker*innen aufgegriffen und weiterentwickelt.

Was spricht für ein bedingungsloses Grundeinkommen? Was spricht dagegen?

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens löste eine Grundsatzdebatte mit einer Vielzahl von Argumenten aus.

Befürworter*innen argumentieren mit den gesellschaftlichen Folgen des industriellen Wandels: weniger Bürokratie als im bestehenden Renten- und Sozialsystem, mehr Sicherheit für Arbeitnehmende (auch für Selbstverwirklichung und Innovationsmut) und bessere Bezahlung auch im Niedriglohnsektor, da Arbeitssuchende schlechtbezahlte Jobs ablehnen könnten.

Gegner*innen führen an, dass der aktuelle Bundeshaushalt das Grundeinkommen nicht tragen kann, das bestehende Sozialsystem in Deutschland abgeschafft würde, die Auswirkungen auf das Renten- und Sozialsystem spekulativ sind, die Finanzierungsmodelle nicht gerecht oder problematisch sind, Fachkräfte in ländlichen Regionen den Arbeitsanreiz verlieren oder gar nicht mehr gearbeitet wird.

Und sonst so?

Auch in anderen Ländern hat es schon Untersuchungen und Versuche zu verschiedenen Formen des Grundeinkommens gegeben. Finnland beispielsweise startete 2018 ein Experiment, in dem 2.000 Arbeitslose anstelle von Arbeitslosengeld 560 € Grundeinkommen erhielten. Da jedoch parallel dazu ein Aktivierungsmodell als Teil des Arbeitslosensystems eingeführt wurde, können die Effekte nicht klar eingeordnet werden.

Im indischen Bundesstaat Sikkim kündigte die Regierung an, das bedingungslose Grundeinkommen ab 2022 einzuführen. Sie wären damit der erste Staat, der das bedingungslose Grundeinkommen einführt.

Zur Klärung der Titelfrage leistet das Forschungsteam rund um die Studie „Pilotprojekt Grundeinkommen“ einen wichtigen Beitrag. In drei Jahren wird sich zeigen, ob das bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland nur ein Traum auf einen begrenzten Zeitraum bleibt oder eine langfristige Lösung für alle sein kann. Und dann bleibt nur noch die Frage, ob es von staatlicher Seite auch eingeführt wird.

-Princesha-

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Wie fair ist deutsche Ernte?

4. September 2020 - 14:56

Bewusst und nachhaltig einkaufen ist für viele inzwischen wichtiger denn je geworden. Wir achten auf Bio- und Öko-Siegel, kaufen Obst und Gemüse saisonal und regional, packen unseren Einkauf in mitgebrachte Beutel anstatt in Plastiktüten und geben lieber mal einen Euro mehr aus, um sicher zu sein, dass wir am Ende unser „Bestes“ gegeben haben. Die Bandbreite der zu beachtenden Dinge ist dabei zwar enorm, doch sind wir uns oft sicher durch die Einhaltung der meisten schon das Beste zu geben. Ein wichtiger Aspekt, nicht nur für Vegetarier*innen und Veganer*innen, ist dabei frisches Obst und Gemüse aus der Region. Ob Spargel und Erdbeeren im Frühjahr, Pfirsiche und Tomaten im Sommer. Trauben und Kürbisse im Herbst und Feldsalat im Winter, das Klima hierzulande bietet eine große Vielfalt und bringt uns durch die Jahreszeiten. Klingt ziemlich gut und scheint für viele auch den Verzicht auf weit importierte Avocados oder Mangos zu erleichtern.

Saisonarbeit in der Landwirtschaft

Doch leider liegt direkt vor unserer Haustüre, wo wir es womöglich am wenigsten vermuten, ein durchaus großes Problem, denn Bio und Regionales haben selten etwas mit Sozialstandards zu tun. Jährlich kommen tausende Arbeiter*innen nach Deutschland, um saisonweise die deutsche Landwirtschaft zu unterstützen und bei der Ernte zu helfen. Die Arbeiter*innen kommen dabei meist aus osteuropäischen Staaten und werden Saisonkräfte oder Erntehelfer genannt. Für viele Saisonkräfte bedeutet einige Monate in Deutschland zu arbeiten, einige Monate in ihren Heimatländern ein besseres Leben zu führen, da der in Deutschland verdiente Lohn dort mehr wert ist. Im Grunde ein plausibles System, doch bei genauerer Betrachtung sehr fragwürdig. Labournet Germany sammeln auf ihrer Website einige wichtige Veröffentlichungen zur Thematik.

Vor allem die Arbeitsbedingungen der Saisonkräfte sind vielerorts sehr schlecht. Oft schuften sie stundenlang bei starker Sonne oder strömendem Regen auf den Feldern, wohnen während der Zeit in kleinen, profanen Unterkünften fern von ihren Familien und verdienen nicht mal den deutschen Mindestlohn. Gerade bei der Bezahlung wird vielerorts stark rumgetrickst. Auf dem Lohnzettel steht zwar der deutsche Mindestlohn, aber unterm Strich erhalten die Saisonkräfte deutlich weniger, da die fantasievollsten Abzüge, wie Wohn- oder Arbeitskleidungskosten, abgezogen werden.

Corona macht auf die Missstände aufmerksam

Ausgerechnet die Corona-Pandemie machte dieses Frühjahr auf diese Missstände aufmerksam. Erst ging ein großer Aufschrei der Landwirte durch die Presse, da die Saisonkräfte aufgrund der Pandemie nicht einreisen durften und die deutsche Spargel- und Erdbeerernte somit in Gefahr war. Später dann wurden die Abstandsregeln und der Ansteckungsschutz von einigen Landwirt*innen bei der Unterbringung der Saisonkräfte nicht eingehalten. Neben lokalen Covid-19-Ausbrüchen in den Unterkünften starben auch mehrere Arbeitskräfte an oder mit der Virusinfektion.

Die Relevanz und Bedeutung des Themas ist enorm. Tatsächlich gibt es für uns einzelne Verbraucher*innen bisher kaum etwas das beim Einkauf Orientierung ermöglicht. So wichtig Bio und Regionalität sind, die Menschen, die unser Obst und Gemüse ernten, sind weit entfernt von fairen Arbeitsbedingungen. Zeit diesem Missstand politische Aufmerksamkeit zu schenken und über Lösungen auch im Einzelnen nachzudenken

Nachhaltiger, aber auch fairer Konsum von Lebensmitteln ist dir wichtig und du möchtest dich intensiver über das Thema austauschen?

Im Rahmen des von der EU-geförderten Projekts #GoEAThical lädt die Christliche Initiative Romero zu einem interaktiven Zoom-Dinner unter dem Titel „Cook and Change“ ein. Es soll gemeinsam und in entspannter Atmosphäre gekocht, gegessen und zu den Themen Lebensmittellieferketten und die Auswirkungen auf Klima und Migration diskutiert werden.

Weitere Informationen und die Anmeldung findet ihr hier: https://www.ci-romero.de/termine/cook-change/

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Werde Klimabotschafter*in für Mecklenburg-Vorpommern!

2. September 2020 - 15:51

Schüler*innen in Mecklenburg-Vorpommern aufgepasst:

Ihr seid zwischen 13 und 20 Jahre alt? Klimawandel, Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeitsstrategien sind eure Themen? Schon länger sucht ihr einen Weg euch im Alltag mehr zu engagieren?

Vom 21. bis 26. September findet erstmals eine nicht-bundesweite Ausbildung zur Klimabotschafter*in in Malchin in Mecklenburg-Vorpommern statt. 15 Schüler*innen zwischen 13 und 20 Jahren lernen in 6 Tagen das Know-How und bekommen die Unterstützung an die Hand, um eigene regionale Klima-Projekte zu starten und als Klima-Botschafter*innen ihr Wissen in bundesweiten Workshops an andere Schüler*innen weiter zu geben. Unterstützt werden sie dabei von den jugendlichen Aktiven vom RUN (Rat für Umwelt und Nachhaltigkeit), der von Fridays for Future-Aktivist*innen in Mecklenburg-Vorpommern gegründet wurde. Neben der gemeinsamen Entwicklung von Konzepten für Workshops und dem Sammeln von Projektideen lernen die Schüler*innen auch Grundlagen in Projektmanagement, Moderation und Prozessbegleitung. Natürlich darf der Spaß dabei auch nicht fehlen.

Und das tolle ist: Die Ausbildung kostet euch nichts, da Fahrtkosten, Übernachtungskosten etc. übernommen werden.

Also meldet euch schnell an und bringt somit den Klimaschutz in eurer Region voran.

Anmeldung und weitere Informationen: http://www.schule-klima-wandel.de/termin/regionale-ausbildung-fuer-klima-botschafterinnen-in-mecklenburg-vorpommern/

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Jugendliche an die Macht – Der erste Jugendbeirat des BMZ

26. August 2020 - 9:58

Fast alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben sie unterschrieben: Die Kinderrechtskonvention. Sie besagt, dass Kinder ein Recht darauf haben, ihre Meinung zu globalen Zukunftsthemen zu äußern.   

Nun folgen den Worten Taten: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) richtet einen Jugendbeirat ein.

Das BMZ setzt sich nach eigenen Worten „weltweit ein für weniger Armut und Ungleichheit, für Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte, für eine faire Gestaltung der Globalisierung, für den Erhalt der Umwelt und der natürlichen Ressourcen.“ Dies geschieht in Zusammenarbeit mit den Partnerländern, was dann die Entwicklungszusammenarbeit ausmacht.

Die Rolle des Jugendbeirats wird es sein, zu konkreten Entscheidungen die Position der Jugendlichen klarzumachen und einzubringen. Außerdem setzen sich die daran teilnehmenden Jugendlichen dafür ein, dass die Meinung von Jugendlichen in der Entwicklungszusammenarbeit insgesamt mehr wahrgenommen wird. 16 Jugendliche können sich so im Jugendbeirat jeweils drei Jahre für Themen einsetzen, die sie beschäftigen.

Einen ersten Workshop dazu gab es bereits, an dem Jugendliche aus verschiedenen Initiativen teilnahmen. Daraus bildete sich eine „Task Force“, die nun den Prozess hin zum Jugendbeirat begleiten soll.

Und jetzt seid ihr gefragt! Wenn ihr zwischen 14 und 22 Jahre alt seid oder jemenschen kennt, welche*r sich dafür interessieren könnte, bewerbt euch noch bis zum 28.08.2020! Eine erste Sitzung soll noch dieses Jahr stattfinden.  

Weitere Informationen findet ihr auf der Internetseite des BMZ.

Beitragsbild: © Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

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F.A.Z.-Schulprojekt zur amerikanischen Präsidentschaftswahl – Students for President

18. August 2020 - 11:54

Magst du mehr über den Wahlkampf in den USA erfahren? Wolltest du schon mal Präsident*in der Vereinigten Staaten von Amerika sein? Für ein paar Minuten wird dir das jetzt (fast) ermöglicht, durch den Wettbewerb „Students for President“ der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Hier der Aufruf dazu:

Der Wahlkampf in den Vereinigten Staaten steht bevor und sorgt für eine grenzenlose Informationsflut in den Medien. Es befinden sich so viele Informationen im Netz, dass auch du möglicherweise nicht daran vorbeigekommen bist. Hierunter sind auch eine Menge an Fake News, Hassreden und Verschwörungstheorien zu finden.

Gemeinsam mit der Unterstützung von Google wollen wir dazu aufrufen, sich selbstbestimmt und kritisch mit demokratischer Politik auseinanderzusetzen. Ganz nach dem Motto „Students for President“ sollst du die Möglichkeit erhalten, die Mechanismen eines Wahlkampfes und dessen politische Kommunikation zu durchschauen.

Und jetzt kommst du zu Wort! Ausgestattet mit deinem erlernten Expertenwissen, entwirfst du einen Wettbewerbsbeitrag in Form einer idealen Version einer präsidialen Amtsantrittsrede für die Vereinigten Staaten. Du darfst dich hierbei kreativ ausleben oder gar deine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Hierzu schreibst oder filmst du aus der Perspektive des siegreichen Kandidaten oder aus eigener Sicht eine fiktive, aber realistische Rede.

Gerne kannst du auch auf Englisch teilnehmen! Das Projekt ist auch für Englisch-Klassen konzipiert und erhält einen digitalen  „Election Guide“: Alle wichtigen Infos und News auf einem Blick. Dazu erhältst du ein kostenfreies Digital-Abonnement der F.A.Z., welches deine Recherche unterstützt. Zu gewinnen gibt es tolle Preise für die Klassenkasse!  

Na, haben wir dein Interesse geweckt? Dann erzähle deiner Lehrerin oder deinem Lehrer davon und schaut gemeinsam nach unter: https://www.fazschule.net/project/students-for-president.

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Minimalismus und Nachhaltigkeit

14. August 2020 - 14:03

Wie geht ihr mit Neuanschaffungen um und wie sieht es bei euch mit materiellem Besitz aus? Carlos regt dazu an, nicht nur nachhaltig einzukaufen, sondern auch minimalistischer an Konsum und Besitz heranzugehen.

Minimalismus ist ein Lifestyle, der nach und nach an Bedeutung gewinnt. Die moderne Gesellschaft ist aktuell sehr stark von den Werten Konsum, Besitz und Leistung getrieben. Wer sich nicht daran orientiert, gehört zu den Außenseitern. Das führt jedoch in vielen Fällen zu einem Überhang an Besitz, einer besorgniserregenden Ressourcenverschwendung und am Ende des Tages zu Stress.

Ein minimalistischer Lebensstil stellt sich gegen die Priorisierung von Konsum. Im Vordergrund steht die Reduzierung auf das Wesentliche. Das heißt nicht, dass man von heute an im Campervan leben muss. Es geht im Prinzip darum sich Schritt-für-Schritt Freiräume zu schaffen, die einem helfen sich weniger auf das „Haben“ und mehr auf das „Sein“ zu fokussieren. Wir müssen aufhören uns ständig zu vergleichen und mehr im Einklang mit uns selbst sein. Machen wir den Job, den wir lieben? Sind wir zufrieden mit unserem Freundeskreis? Brauche ich alle Gegenstände, die ich zu Hause habe?

Ein toller Film, der das Thema behandelt, ist „100 Dinge“ mit Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer. Schaut ihn euch definitiv mal an und lasst euch ein wenig inspirieren.

Glück zu empfinden ist in der dynamischen, wettbewerbsorientierten Welt, in der wir leben, bei vielen abhängig davon, wie sie in Relation zu anderen dastehen. Das eigene Haus ist am Ende des Tages weniger wert, wenn der Kollege ein deutlich moderneres Haus gekauft hat. Diese Denkweise spiegelt sich in zahlreichen Lebensbereichen wieder. Die Auswirkungen auf unsere Umwelt werden dabei konsequent unterschätzt bzw. ignoriert.

Warum nachhaltiges Leben so wichtig ist

Nachhaltigkeit ist längst kein Trend mehr. Die globale Erderwärmung, der CO2-Austoß sowie die steigende Plastikverschwendung sind alarmierende Entwicklungen, die wir am Ende des Tages mit unserem Verhalten steuern. Unser Fleischkonsum führt nicht nur zu einer unglaublichen Wasserverschwendung, sondern gehört zu den größten Einflussfaktoren auf die steigende Erderwärmung. Der anhaltende Konsumwahn, „Fast Fashion“ und Plastiknutzung tragen ebenfalls dazu bei und sorgen für einen großen Teil der weltweiten Umweltverschmutzung. Die Ozeane werden mit dem Plastik überflutet, was nicht nur einzelne Tiere gefährdet, wie es Politiker gerne darstellen – sondern ganze Ökosysteme.

Dokumentationen wie „Taste the Waste“ (Lebensmittelverschwendung) oder „A Plastic Ocean“ (Plastikverschwendung) haben schon zu einem kleinen Umdenken geführt und auch die Bewegung rund um Greta Thunberg hat Millionen Menschen weltweit inspiriert. Es tut sich etwas, wir können alle unseren Beitrag dazu leisten.

Wie wir mit einem minimalistischen Konsum die Umwelt schützen können

Die Zusammenhänge werden leider noch von zu wenigen Menschen verstanden und ernst genommen. Wir alle wollen im Supermarkt Geld sparen, verzichten auf Bio-Produkte, regionale Lebensmittel und laufen an Secondhand-Läden vorbei – dabei sind die Kosten für die Umwelt deutlich höher als die paar Euro mehr im Monat für „bewussten“ Konsum.

Ein weiterer Faktor ist das Thema Autobesitz. Viele Menschen wollen ein Auto ihr Eigentum nennen. Während das für eine kleine Mehrheit Sinn macht (man hat Kinder, eine lange Anfahrtsstrecke oder schlechte Anbindung an den öffentlichen Verkehr), ist es für andere eine reine „Statusentscheidung“. Dabei brauchen sie die Autos nicht wirklich. Der öffentliche Nahverkehr ist gerade in Großstädten so gut ausgebaut, dass der private PKW-Besitz obsolet wird. Wer mal Lust auf eine Autofahrt hat, kann sich über Sharing-Plattformen (oder Carsharing-Apps) einfach ein Auto mieten und muss sich kein neues anschaffen.

Durch das Teilen bestehender Ressourcen (Autos, Klamotten etc.) bleibt alles in einem Kreislauf. Das führt dazu, dass die Umweltbelastung aus der Neuproduktion sinkt. Im Bereich Ernährung ist es logischerweise nicht möglich, benutzte Lebensmittel zu essen, aber man kann durch eine bewusste Reduzierung des eigenen Fleischkonsums und auf den Wechsel hin zu unverpackten Lebensmitteln einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Einbußen in Sachen Lebensqualität muss niemand befürchten – ganz im Gegenteil. Ein minimalistischer Lebensstil hat sogar sehr positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Nicht nur die Umwelt, sondern auch die Geldbörse freut sich

Wer minimalistisch lebt, wird auch weniger Geld ausgeben. Oft bekommt man das Gegenteil erzählt, da höherwertige Produkte grundsätzlich teurer sind. Das stimmt nur beschränkt, denn Minimalist*innen konsumieren dafür deutlich seltener.

Wer beispielweise auf hochwertige Mode setzt, wird im Normallfall deutlich mehr zahlen als die Leute, die ihre Kleidung bei C&A oder H&M kaufen. Wer ein T-Shirt für 4,99 Euro kauft, hat deutlich weniger Probleme damit, dieses nach ein paar Monaten wegzuwerfen, wenn es nicht mehr zum aktuellen Modetrend passt. Wer mehr ausgibt und bewusster einkauft, wird dem psychologischen Effekt nicht (unbedingt) unterliegen. Deutsche geben im Durchschnitt 108 Euro pro Monat für Kleidung aus, im Jahr ca. 1.300 Euro – das sind extrem hohe Zahlen.

Neben hochwertigen Bio-Klamotten, kannst du auch einfach im Secondhand-Laden vorbeischauen. Dort findet sich meistens Kleidung in sehr gutem Zustand, die ansonsten den Weg in den Müll findet. Diese Klamotten im Kreislauf zu behalten ist jedoch unglaublich wichtig, da wir so den Bedarf an neuen Produkten senken. Außerdem sind die Preise in diesen Läden sehr niedrig und du sparst fleißig Geld.

Apropos Geld: Wer einen großen Bogen um sinnlose Dinge macht, hat mehr Geld für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Du hast beispielsweise weniger Kosten, wenn du auf ein schickes Auto verzichtest und stattdessen auf öffentliche Verkehrsmittel setzt (Anschaffungskosten, Spritkosten und KfZ-Versicherung entfallen). Außerdem kannst du einfach mal zu Hause ausmisten. Lauf mal durch deine Wohnung, Keller und Dachboden und frag dich bei allen Gegenständen, ob du sie zum Glücklichsein wirklich brauchst. Falls nicht, verkaufe sie einfach auf dem Flohmarkt und spare das Geld für wichtigere Dinge. Du wirst zudem merken, wie sehr dich das „Ausmisten“ psychologisch entlastet.

Minimalismus und Nachhaltigkeit sollte man nicht getrennt betrachten. Minimalisten agieren automatisch nachhaltiger, als diejenigen, die „normal“ konsumieren.

Fazit

Ein minimalistischer Lebensstil bedeutet kein Abstieg. Sondern vielmehr ein Aufstieg in ein Leben, das dir mehr Fokus auf dich selbst und deine Umwelt ermöglicht. Unsere Welt steht vor großen Herausforderungen und nur gemeinsam können wir diese bestehen. Jeder kann mit seinen Handlungen einen Beitrag leisten.

Wen die „sozialen“ Argumente nicht überzeugen, sollte sich der finanziellen Aspekte bewusst werden. Minimalismus senkt deine Kosten und verschafft dir große Freiräume für die Dinge im Leben, die du zum Glücklichsein brauchst.

Danke an Carlos für diese Anregungen!
Carlos ist Co-Founder von Beyond Saving, wo es eine große Auswahl an Wissen und Tools gibt, die euch helfen können, eure Finanzen ganz entspannt in den Griff zu bekommen.

Beachtet zum Thema Minimalismus auch die z. B. hier diskutierten Tweets zu der 2016 auf Twitter gestellten Frage „What’s considered trashy if you’re poor, but classy if you’re rich?“.

Der Beitrag Minimalismus und Nachhaltigkeit erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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