Sie sind hier

EINEWELTblabla

Newsfeed EINEWELTblabla abonnieren EINEWELTblabla
Aktualisiert: vor 7 Stunden 21 Minuten

Lernen – Erfahren – Bewegen 2.0 im ASA-Programm

14. Januar 2021 - 14:46

So lautet das Motto des ASA-Programms 2021. Wollt ihr verstehen lernen, wie die Welt zusammenhängt? Und habt ihr Lust auf internationalen Austausch und gemeinsames Engagement? Und seid ihr zwischen 21 und 30 Jahren? Dann schaut euch das Programm an – denn bis zum 20. Januar 2021 können sich die Interessierten unter euch hier noch bewerben.

Programmangebot

Die COVID-19-Pandemie stellt die Machbarkeit eines solchen Austauschprogramms zwar auf die Probe, aber es gibt gute Neuigkeiten. Auch der ASA-Jahrgang 2021 soll stattfinden – wenn auch zwangsläufig anders als sonst. Das heißt, es wird eine Teil-Digitalisierung der Workshops und Seminare geben und ein Alternativprogramm, falls die Pandemiesituation die Präsenz-Projekte weiterhin nicht zulässt.

Mit Hilfe des Projektfinders könnt ihr herausfinden, welches Projekt am besten zu euch passt. Und das in einem breiten Themenspektrum zwischen: Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, Klima und Umweltschutz, Menschenrechten und nachhaltiger Wirtschaft.

Teilnahmevoraussetzungen

Für das ASA-Programm online bewerben können sich junge Menschen zwischen 21 und 30 Jahren, die in Deutschland studieren, eine duale oder schulische Berufsausbildung abgeschlossen haben oder die ihren Bachelor-Abschluss vor weniger als 18 Monaten erhalten haben. Das ASA-Programm hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, strukturellen Benachteiligungen wie Diskriminierung und Ausschlüssen in unserer Gesellschaft aktiv entgegenzuwirken. Daher sind Menschen mit Migrationsbiografie, Schwarze Menschen und People of Colour (PoC) besonders dazu eingeladen, sich beim ASA-Programm zu bewerben.

Hier findet ihr mehr Informationen zur Teilnahme.

Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken – lasst euch doch von einem persönlichen Erfahrungsbericht von Margaou Prins aus Südafrika inspirieren, die 2016 im Rahmen der Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative (DAJ) an ASA-Kommunal global teilgenommen hat.

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Duy Pham auf Unsplash.

Der Beitrag Lernen – Erfahren – Bewegen 2.0 im ASA-Programm erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Direkte Hilfe zur Selbsthilfe – Das 1.000 Dollar-Projekt in Kenia

11. Januar 2021 - 11:26

Vielleicht habt ihr selbst schon einmal Geld an eine Hilfsorganisation gespendet und euch gefragt, wie viel davon wirklich vor Ort ankommt. Und wer bestimmt eigentlich, wie diese Spendengelder verteilt werden? Was wäre nun, wenn ihr wüsstet, dass euer gespendetes Geld von einer Organisation direkt an einen einzelnen Menschen überwiesen wird? Und diese Person komplett selbständig darüber verfügen könnte? Klingt einfach – aber auch besonders? Wir möchten euch so eine besondere Organisation vorstellen, die eine andere Perspektive, eine andere Herangehensweise aufzeigt.

Im Vergleich

Viele Organisationen, wie beispielsweise WWF, Plan International, UNICEF, Care und World Vision zählen Studien nach zu den transparentesten Organisationen. Das bedeutet, es wurde überprüft: Wie offen sie über ihre Vision und Strategie, ihre Aktivitäten und die Wirkung dieser Arbeit informieren und diese offenlegen. Also wie transparent auch ihr nachverfolgen könnt, was mit eurem Spendengeld passiert. Eins ist allerdings bei all diesen Organisationen gleich und das ist die Perspektive. Ja, sie versuchen in den Ländern durch ihre Projekte Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Und ja, sie gehen auf die Bedürfnisse der tatsächlichen Bewohner*innen vor Ort ein und helfen die Lebensbedingungen zu verbessern. Aber die Bestimmungen über den Bau von Brunnen oder die Verteilung von Schulmaterialien werden schlussendlich oft von den Organisationen  allein entschieden.

GiveDirectly

Anders funktioniert die 2009 von Studierenden der Universitäten Harvard und dem Massachusetts Institute of Technology gegründete Organisation GiveDirectly. Auf der Suche nach dem effektivsten Weg Armut zu bekämpfen, beschlossen sie, den Menschen Geld direkt per Handytransfer zu überweisen.

Das Konzept

Diese Geldtransfers sind dabei an keinerlei Bedingungen geknüpft und die Empfangenden müssen das Geld nicht zurückzahlen. Außerdem ist das Geld somit nahezu sicher vor Korruption und kommt auch tatsächlich dort an, wo es gebraucht wird. Die Idee dahinter ist, dass die Empfänger*innen somit selbst entscheiden können, wofür sie es verwenden. Von den Spenden, die an GiveDirectly fließen, verwendet die Organisation nur 15 % für sämtliche administrative Zwecke, inklusive der Gehälter aller Mitarbeitenden – ein außergewöhnlich niedriger Wert. 85% einer Spende gehen damit direkt an Menschen in Armut.

Das 1.000 Dollar-Projekt in Kenia

2014 startete eine Gruppe von Wissenschaftler*innen mit der Organisation GiveDirectly ein Forschungsprojekt in Kenia. Das Projekt sollte über mehrere Jahre hinweg neue Daten für diese andere Art der finanziellen Unterstützung in Afrika und ihrer Auswirkungen zusammentragen.

Dafür wurden 10.500 arme Haushalte in Hunderten Dörfern des Siaya County, der kenianischen Region zwischen Viktoriasee und der Grenze zu Uganda, identifiziert. Satellitenaufnahmen von Strohdächern waren eines der Auswahlkriterien. Jeder dieser Haushalte erhielt einmalig umgerechnet 1.000 Dollar  – ein Betrag, der etwa dem jährlichen Durchschnittseinkommen einer Familie in Kenia entspricht. Das Geld wurde innerhalb einiger Monate in drei Raten über ein bargeldloses Handy-Bezahlungssystem namens M-Pesa ausgezahlt. Empfänger*innen, die kein Mobiltelefon besaßen, konnten ein einfaches Smartphone bei GiveDirectly erwerben.

In etwa der Hälfte der 653 untersuchten Dörfer fanden keine Zahlungen statt. Sie dienten als Kontrollgruppe, um die Effekte für die gesamte Gemeinschaft messen zu können.

Die Wirkung

Bedingungslose Geldtransfers kamen in der Entwicklungszusammenarbeit lange Zeit nicht zum Einsatz, weil befürchtet wurde, dass die Empfänger*innen das Geld für Alkohol, Drogen und ähnliches ausgeben würden. Aber dieses Projekt in Kenia zeigt deutlich, dass dies nicht der Fall ist. Die Auswertung von den Studien weist eindeutig darauf hin, dass sich das GiveDirectly-Programm in Kenia sogar positiv auf das körperliche und psychologische Wohlbefinden der Zahlungsempfänger*innen auswirkt.

Denn was haben die Bewohner*innen in den Dörfern eigentlich mit ihrem Geld gemacht?

Die meisten haben zuerst ihre regendurchlässigen Strohdächer durch Wellblechdächer ersetzt und sich somit ein großes Stück Lebensqualität gesichert. „Wir haben uns eine Kuh gekauft“, sagt Odhiambo, eine der Empfängerinnen, „außerdem Schuluniformen und Bücher für die Kinder.“ Ihr Mann hat in ein gebrauchtes Motorrad investiert, um als Taxifahrer genug Geld für den Schulbesuch seiner Kinder zu verdienen. Auch die ständigen Geldsorgen und der damit verbundene psychische Stress wurden weniger. Und durch die Gründung kleiner Unternehmen vor Ort wurde auch die regionale Gesamtwirtschaft angekurbelt und hat dafür gesorgt, dass am Ende tatsächlich alle Bewohner*innen des Dorfes gemeinsam von den direkten Finanzspritzen profitieren.

Fazit

GiveDirectly hat eindeutig nachgewiesen, dass ihr Konzept der direkten Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig funktioniert. Außerdem ist dieser Ansatz gut umsetzbar und kann theoretisch ohne großen Aufwand in viele andere Länder übertragen werden.

Wenn ihr neugierig geworden seid, könnt ihr die Dokumentation vom WDR zu diesem Projekt anhören, die noch bis zum 13. April 2021 verfügbar ist. Oder wenn ihr weiterlesen oder selbst spenden möchtet, geht das hier.

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Shane Rounce auf Unsplash.

Der Beitrag Direkte Hilfe zur Selbsthilfe – Das 1.000 Dollar-Projekt in Kenia erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Dazwischen – Rückblick ins Jahr 2020 und Ausblick ins Jahr 2021

5. Januar 2021 - 15:35

Und wieder ist ein Jahreswechsel abgeschlossen. Das Alte vorbei, das Neue noch ungewiss. Zwischen den Jahren kommen einem oft Gedanken darüber, was war und darüber, was sein wird. Wir möchten dieses Jahr mit euch in diesem Dazwischen, in diesem schwankenden Hin und Her beginnen. Dazu nehmen wir euch auf einen kleinen Jahresrückblick der etwas anderen Art mit und wollen euch gleichzeitig ein bisschen Schwung für die kommende Zeit mit die an die Hand geben.

Der Blick zurück: die top five

Wir von EineWeltBlabla haben uns gefragt, was euch in dem letzten Jahr interessiert hat, welche Themen und welche Projekte ihr verfolgt habt. Und dabei sind diese folgenden fünf Artikel hervorgetreten, denen ihr am meisten Aufmerksamkeit geschenkt habt. Wir stellen euch diese fünf Artikel hier nochmal kurz vor und verlinken sie euch, falls ihr sie nochmal nachlesen wollt.

Die Ökostrom-Lüge

Darunter war zum einen der Aspekt der Energiewende und der Lüge hinter manchem Ökostrom-Angebot. Denn nicht überall wo grün draufsteht, ist auch nur grün drin. Zum einen ist der Herkunftsnachweis für Ökostrom oft problematisch, andererseits schwindeln die Stromanbieter teilweise bei ihren Etiketten. Und auch die nachhaltige Investition von den Gewinnen in den Ausbau von erneuerbaren Energien funktioniert auf europäischer Ebene nicht ausreichend. Trotz allem ist es sinnvoll in grünen Strom zu investieren, denn Nachfrage und Angebot regeln sich bekanntlich gegenseitig.

Wider die Corona-Langeweile: Online-Kurse, Online-Spiele und Apps

Zum anderen hat euch das Angebot an Apps und Online-Spielen zu verschiedenen Klima- und Umweltthemen interessiert, um eure Langeweile in Coronazeiten zu überbrücken. Denn auch die Unterforderung des ständigen Zuhause-bleiben-müssens war und ist für viele eine Form der Überforderung. Und ein bisschen Beschäftigung und neuer Input kann da manchmal wirklich sehr weiterhelfen.

Minimalismus und Nachhaltigkeit

Auch der Gastbeitrag von Carlos zum Thema Minimalismus und Nachhaltigkeit wurde oft gelesen. Er erklärt, wie wir mit einem minimalistischen Konsum die Umwelt schützen können. Und inwiefern ein minimalistischer Lebensstil auch sehr positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat.

Rojava – Ökologie, Feminismus, Demokratie

Vielleicht erinnert ihr euch auch noch an das autonome Gebiet Rojava im Norden von Syrien, das wir euch vorgestellt haben. Als ein Beispiel für ein praktiziertes Experiment einer direkten kommunalen Demokratie mit radikaler Ökologie und feministischer Emanzipation. Als ein Beispiel für eine Alternative zu dem bestehenden System der kapitalistischen Moderne.

Fakten statt Vorurteile: Afrika hat mehr zu bieten als Armut

Der Gastbeitrag von Katja Scherer zu Wirtschaft in Afrika bildet den Abschluss eurer Top FIVE Artikel. Dort stellt sie ihren Blog WirtschaftinAfrika.de vor, mit dem sie auf die Vielfältigkeit der Menschen und Orte in Afrika aufmerksam machen möchte.

Der Blick nach vorne

Ein neues Jahr beginnt auch oft mit dem Brauch der neuen Vorsätze. Mit der Möglichkeit etwas neu anzufangen oder auszuprobieren. Warum es da hilft, auf die Artikel aus dem letzten Jahr zu blicken? Die Idee ist, euch zu zeigen, dass all diese Themen auch in diesem Jahr nicht an Relevanz verlieren. Und auch nicht ihre verschiedenen Gesichter. Ob nun in Form der Energiewende, dem kritischen Hinterfragen des Konsums, dem Gestalten einer Alternative zu kapitalistischen Lebensformen oder dem Öffnen von neuen Blickwinkeln auf globale Zusammenhänge und dem Öffnen zu enger Perspektiven auf andere Kulturen. Das alles sind Möglichkeiten und Wege, diese Eine Welt zu verändern – und zwar nachhaltig. Und mit dieser Vielfalt im Blick wollen wir mit euch in dieses neue Jahr starten!

-Ronja-

Das Beitragsbild ist von Manuel Meurisse auf Unsplash.

Der Beitrag Dazwischen – Rückblick ins Jahr 2020 und Ausblick ins Jahr 2021 erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Ethecon Awards 2020: Wer rettet und wer tötet den Planeten?

21. Dezember 2020 - 12:43

Die ethecon – Stiftung für Ethik und Ökonomie vergibt seit 2006 die internationalen ethecon Awards: Den Blue Planet Award und den Dead Planet Award. Wo wir uns auch auf EineWeltBlaBla viel mit der Zukunft des Planeten Erde aus unterschiedlichsten Perspektiven beschäftigen, freut uns vor allem die Verleihung des Blue Planet Awards für besondere Verdienste zu Rettung und Erhalt des Blauen Planeten. Oft hat man jedoch das Gefühl, gegen große mächtige Mühlen zu mahlen, die den Fokus statt auf Erhalt auf Zerstörung legen. Und das vor allem, um die eigene Macht und den eigenen Profit zu sichern. Bei diesen Awards kann auch damit gewonnen werden, nämlich mit dem Dead Planet Award.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt schon: Wer wurde dieses Jahr bloß ausgezeichnet? Für beide Awards gibt es doch viele Leute, die sich im Sinne der Awards verdient gemacht haben. Erst die gute oder die schlechte Nachricht? Beginnen wir mit der guten.

Der Blue Planet Award 2020 geht an Phyllis Omido

Die Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Phyllis Omido wurde mit dem Blue Planet Award 2020 ausgezeichnet. Sie hat sich vor allem für die Ortsbewohner*innen und Arbeiter*innen einer Blei-Recycling-Fabrik in Owino Uhuru, ein Dorf nahe der kenianischen Stadt Mobasa, eingesetzt, in der sie auch selber arbeitete. Die Abgase und das bleiverseuchte Abwasser der Fabrik haben Krankheiten und Fehlgeburten verursacht und zu zahlreichen Todesfällen geführt. Phyllis Omido hat Proteste dagegen organisiert, die Probleme und auch Korruption innerhalb der Umweltbehörde publik gemacht und sogar erfolgreich gegen die kenianische Regierung geklagt. Jetzt gibt es ein Gesetz, das vorschreibt, dass Blei aus Ostafrika nicht mehr ausgeführt werden darf. Das Blei, das recycelt werden soll, kommt übrigens (wenig überraschend?!) zu großen Teil aus Europa.

In dem Buch Mit der Wut einer Mutter berichtet Phyllis Omido von ihrem Kampf gegen das gefährliche Bleischmelzen. In der Begründung zur Vergabe steht noch viel mehr, das Phyllis Omido geleistet hat.

Der Dead Planet Award 2020 geht an Jeffrey Preston Bezos

Die Auswahl war auch in diesem Bereich groß, doch einer ist besonders herausgestochen und hat damit verdientermaßen den Dead Planet Award 2020 erhalten: Der US-amerikanische Unternehmer und Investor Jeffrey Preston Bezos. Seinen Namen könnte man mit dem schönen Amazonasgebiet verbinden und hoffen, dass er sich dort für die Umwelt einsetzt, doch weit gefehlt. Er ist der Gründer des Onlineversandhändlers Amazon und gilt als reichste lebende Einzelperson der Welt. Reicht da die Bezeichnung ultra-reich überhaupt aus?! Während er auch während der Corona-Pandemie reich und reicher wird, werden die Arbeitsbedingungen bei Amazon schlecht und schlechter. Ein Tarifvertrag oder eine Gewerkschaft für die Beschäftigten? Wozu? Dann doch lieber Überwachung. Schonender und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen? Dann doch lieber kerosinintensive Luftfracht und Abbau seltener Erden und Mineralien. Und obendrauf: Weltraumtourismus. Damit schafft er es, sich nicht nur für die Zerstörung unseres Planeten einzusetzen, sondern weit darüber hinaus, wow!.

Damit es hier nicht ausartet, könnt ihr noch mehr über seine Taten in der Begründung zu Vergabe nachlesen.

Die Preisverleihung im November 2020

Die Preisverleihung fand in diesem Jahr online statt, was euch ermöglicht, sie noch einmal anzusehen und zwar hier. Darüber hinaus gab es Proteste vor deutschen Amazon-Niederlassungen.

-Marina-

Das Beitragsbild ist von Greg & Lois Nunes auf Unsplash.

Der Beitrag Ethecon Awards 2020: Wer rettet und wer tötet den Planeten? erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Klimakrise, was geht?

17. Dezember 2020 - 18:52

Viel wird über Corona, Weihnachten, den neuesten harten Lockdown geredet – da könnte man meinen, der Klimawandel mache eine Winterpause. Tut er natürlich nicht. Was gerade im Bereich Klima-Engagement und Klimakrise passiert, erfahrt ihr bei uns.

Kinder und Jugendliche klagen gegen 33 Länder

In Portugal hat eine Gruppe von sechs Kindern und Jugendlichen 33 europäische Länder verklagt. Sie werfen der Klimapolitik dieser Staaten vor, gegen Menschenrechte zu verstoßen und so die Zukunft junger Menschen zu gefährden. Deutschland gehört auch zu den verklagten Ländern. Die Klage liegt nun beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und die betroffenen Regierungen (diejenigen aller EU-Staaten sowie von Norwegen, Russland, Großbritannien, der Türkei, der Schweiz und der Ukraine) haben bis Februar 2021 Zeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Das Besondere an der Klage ist, dass die Kids nicht erst vor nationalen Gerichten klagen mussten; bei einer so umfangreichen Klage wäre das schlicht unmöglich. So durften sie ausnahmsweise direkt vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen. Wir sind sehr gespannt, wie es weitergeht!

Hitzewelle in Australien

In Australien beginnt jetzt der Sommer – mit Temperaturen von teilweise 40° C. Nachdem vor einem Jahr verheerende Brände über den Kontinent hinwegfegten und eine Spur der Verwüstung hinterließen, kehrt das Feuer nun mit voller Wucht zurück: Fraser Island, eine 122 Kilometer lange Insel, brennt bis an die Strände. Es wurden bereits Ortschaften evakuiert, die Hälfte der Insel ist schon jetzt zerstört. Diese Karte zeigt das Ausmaß der Katastrophe besonders anschaulich.

Protest im Danni beendet, weitere Aktionen folgen

Der Protest im Dannenröder Forst ist vorbei, nachdem vergangene Woche die letzten Bäume gefällt worden sind. Hier die Bilanz der Polizei in Zahlen (Quelle: hessenschau):

Bilanz der Polizei in Zahlen

  • über 500 Barrikaden, Strukturen und Baumhäuser geräumt
  • über 1.000 Aktivist*innen in Gewahrsam genommen
  • rund 3.200 Identitäten überprüft
  • rund 2.500 Platzverweise erteilt
  • Ermittlungen wegen rund 450 Straftaten und 1.550 Ordnungswidrigkeiten
  • Polizisten aus allen Bundesländern und der Bundespolizei im Einsatz
  • rund 80 verletzte Polizist*innen (zum Großteil leichte Verletzungen, auch ohne Fremdeinwirkungen)
  • mehrere verletzte Waldbesetzer*innen, zum Teil schwer verletzt (genaue Zahl nicht bekannt)

Die Gegner*innen des Autobahnausbaus wurden zwar aus den Bäumen vertrieben, doch Ruhe geben wollen sie nicht: Weitere Protestaktionen gegen den Weiterbau der A49 und den Neubau anderer Autobahnen sind schon angekündigt.

Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann die Entwicklung hier auf dem Waldbesetzungs-Blog verfolgen.

Corona nicht hilfreich für das Klima

Wie die Klimareporter berichten, kann die Coronakrise trotz gesunkener CO2-Emissionen nichts gegen den Klimawandel ausrichten. Dazu sind die Einsparungen einfach zu gering. Der Ausstoß von Treibhausgasen muss also – wenig überraschend – drastisch gesenkt werden, und das möglichst schnell.

Erhöhung des EU-Klimaziels für 2030

Die EU hat ihr Klimaziel für das Jahr 2030 hochgesetzt: Statt 40 % sollen bis dahin 55 % weniger Treibhausgase produziert werden als 1990. Während die Bundesregierung mit dem Beschluss zufrieden scheint, halten Umweltschutzverbände dieses Ziel immer noch für unzureichend: So sollen mindestens 60 oder 65 % eingespart werden, um die Klimakatastrophe zu verhindern.

 

-Katharina-

 

Beitragsbild von Ylvers auf Pixabay

Der Beitrag Klimakrise, was geht? erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Schreibt für Wärme und Freiheit für Alle!

15. Dezember 2020 - 12:40

Aktuell sind politische Aktivitäten und Aktionsformen eher eingeschränkt möglich. Viele Aktionsformen konnten der Pandemie angepasst werden und das ist gut so. Gerade jetzt müssen weiter vehement Menschenrechte eingefordert werden, denn es gilt: Leave no one behind.

Ich habe euch zwei Möglichkeiten rausgesucht, wie ihr ganz einfach von zu Hause aktiv werden könnt – und das schriftlich. Die Seebrücke ruft mit der Forderung Wärme für Alle zu einer Postkartenaktion auf und Amnesty hat einen Briefmarathon für die Freiheit und gegen Menschenrechtsverletzungen initiiert.

Seebrücke: Wärme für Alle

Die Seebrücke macht auf die katastrophalen Zustände geflüchteter Menschen in Lagern an den EU-Außengrenzen aufmerksam. Nicht nur, dass die Lager eh schon schrecklich und menschenunwürdig waren, nach dem Brand von Moria auf Lesvos hat sich die Situation nur weiter verschlechtert – und jetzt ist auch noch Winter. Regenfälle haben Granaten und Munition auf dem Gelände, wo die Geflüchteten leben, freigespült, Zelte stehen unter Wasser, es bilden sich Seen und es ist kalt. Und noch immer ist keine Evakuierung der Lager in Sicht.

Daher hat die Seebrücke Postkarten erstellt, mit denen ihr den politischen Druck erhöhen könnt. Ihr könnt die Postkarten einfach ausdrucken und so verschicken oder zu diesen Aktionszeiträumen:
13.12. bis 18.12.2020 an die Landesinnenminister*innen
19.12. bis 23.12.2020 an die Wahlkreisabgeordneten des Bundestags

Listen mit den Adressen hat die Seebrücke auch erstellt, sie sind in der Vorlage verlinkt.

Amnesty: Briefmarathon für Freiheit

Der Briefmarathon ist eine weltweite Kampagne von Amnesty International zum Tag der Menschenrechte. Gemeinsam mit Tausenden anderen Menschen auf der ganzen Welt werden E-Mails an Regierungen geschickt, in denen die Einhaltung der Menschenrechte gefordert wird. 2015 hat diese Kampagne zur Freilassung Moses Akatugbas geführt. Er wurde im Alter von 16 Jahren in Nigeria festgenommen, gefoltert und zum Tode verurteilt – nur weil er angeblich Mobiltelefone gestohlen hatte. 2015 kam Moses durch die Unterstützung der Briefe nach 10 Jahren im Todestrakt endlich frei.

Auf der Seite zum Briefmarathon könnt ihr euch schriftlich für viele Menschen in Not und Gefahr einsetzen und euch zu den Hintergründen der Verletzungen ihrer Rechte informieren. Es gibt auch Materialien, um dies im Unterricht zu behandeln.

Also, ran an den Stift bzw. die Tastatur!

-Marina-

Das Beitragsbild ist von Aaron von Pilgrim auf Unsplash.

Der Beitrag Schreibt für Wärme und Freiheit für Alle! erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Wie die Corona-Krise unser Lernsystem verändert

11. Dezember 2020 - 15:01

Die Corona-Krise beansprucht nicht nur unser Gesundheitssystem und die Wirtschaft, sondern schlägt ein neues Kapitel des Lernens auf. Den meisten Schulen fehlt es an grundlegender, technischer Ausstattung, Eltern sind beim Homeschooling mit Kind maßlos überfordert – so verändert die Corona-Krise unser Lernsystem!

Lernen in Zeiten von Corona? 3 häufige Probleme im Home Office

Die aktuelle Pandemie-Situation zerrt an unseren Nerven und macht uns insbesondere dann zu schaffen, wenn wir uns auf das Lernen des Schulstoffs zu Hause konzentrieren müssen. Die folgenden drei Probleme erschweren das Pauken und die Arbeit im Home Office besonders stark:

1. Ablenkung
Das Handy klingelt, der Heißhunger nach Schokolade meldet sich und im Fernseher läuft die Lieblingsshow – es gibt unzählige Dinge, die uns in unseren eigenen vier Wänden von der eigentlichen Aufgabe ablenken. Umso wichtiger ist es, ein gesundes Maß an Pausen in den Arbeitsrhythmus einzubauen – denn es ist besser, sich zu bestimmten Zeiten “bewusst” ablenken zu lassen, als ständig auf die neuesten Mitteilungen einzugehen.

2. Technische Faux-Pas
Gerade hat der Lehrer noch von den klausurrelevanten Themen gesprochen und plötzlich bricht die Chatverbindung ab? Technische Störungen lassen sich leider schlecht voraussagen. Doch man kann ein wenig vorsorgen und bestimmte Dinge vorab kontrollieren: 
Habe ich eine stabile Internetverbindung bis zu meinem Arbeitsplatz, oder sollte ich gegebenenfalls mit einem Netzwerkkabel nachhelfen?
Teste vor jedem Online-Meeting auch dein Bild und deinen Ton!

3. Selbstständiges Lernen
Im Home Office fehlt die persönliche Betreuung der Lehrkraft vor Ort, weshalb es sich anfangs besonders schwer gestaltet, die nötige Menge an Selbstständigkeit und Selbstdisziplin zu erreichen.

bewährte Tipps gegen Konzentrationsprobleme im Home Office 

1. Regelmäßig lüften
Zugegebenermaßen findet man nicht immer die Motivation, die eigene Stube zu verlassen und im teils stürmischen Herbstwetter spazieren zu gehen. Wenn Zeit und Lust knapp sind, kann es sich als hilfreich erweisen, die Fenster zu kippen, und die Luftzirkulation anzukurbeln. Frische Luft tut gut, denn Sauerstoff ist für den Körper unentbehrlich.

2. Störfaktoren entfernen
Smartphone, Spielkonsole und alle anderen Ablenkungen adieu! Sobald man geistig abwesend ist, weil man sich ablenken lässt, wird man Erinnerungen – und damit essentiellen Lernstoff – nicht optimal im Gedächtnis speichern oder bei Bedarf abrufen können.
Sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren verschafft einen klaren Kopf. Den aufmerksamen Geist kann man zum Beispiel mit Achtsamkeitsübungen trainieren. In Zeiten von Corona werden online auch viele Yoga- oder Meditationskurse angeboten.

3. Tagesplan erstellen
Es ist so verlockend, einfach etwas länger im Bett zu bleiben, um eine Aufgabe im Home Office auf “später” zu schieben. Das ein oder andere Mal kann dies passieren, zur Routine sollte es jedoch nicht werden.
Ein Tagesplaner im Bullet Journal Stil kann den nötigen Überblick verschaffen, um Planungsfrust und zeitfressende “Nichts-Tun”-Lücken zu umgehen. Wer jedoch keine künstlerische Ader besitzt, dem langt auch das Anfertigen einer einfachen To-Do-Liste: Allein dadurch, dass man sich seinen Tagesablauf stets vor Augen führt, erzielt man eine stärkere Grundmotivation, die Dinge anzupacken. 
Einzige Voraussetzung: Der selbst erstellte Plan sollte in Sichtweise sein, also zum Beispiel an der Lampe auf dem Schreibtisch hängen. 

Erfahrungen als Praktikantin und Nachhilfelehrerin

Nachhilfeunterricht ist eine Win/Win-Situation – im Idealfall wird dem Schüler eine kompetente Unterstützung zur Erarbeitung des Lernmaterials und dem Lehrer ein fairer Gehalt pro Stunde geboten.

In der Zeit zwischen dem bestandenen Abitur und dem Jura-Studium habe ich spannende Einblicke in die Bereiche “Online Marketing”, “Content Management” und “Business Development” in Form eines dreimonatigen Praktikums beim “Nachhilfe Team” erhalten.

Die oben genannten Tipps basieren auf Berichten über die häufigsten Probleme beim Nacharbeiten des Schulstoffs, die ich während des Praktikums und – seit nunmehr vier Jahren – bei meinem Nebenjob als Nachhilfelehrerin für Schüler aller Jahrgangsstufen gesammelt habe.

Jetzt bist du dran: Lass dich von der aktuellen Pandemie-Situation in deinem Lernprozess nicht aufhalten! So wie du lernt auch die Wissenschaft ständig Neues über den bestmöglichen Umgang mit dem Coronavirus und dessen Folgen für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Ich wünsche dir gutes Gelingen!

-Julia-

Das Beitragsbild ist von Markus Winkler auf Unsplash.

Der Beitrag Wie die Corona-Krise unser Lernsystem verändert erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Nature Connected Youth – Ein Projekt, das zum Fühlen anregte

9. Dezember 2020 - 12:36

Es gibt eine Erfahrung, die in der weltweit verbreiteten Corona-Pandemie viele teilen – Isolation. Die Worte „Quarantäne“ und „Lockdown“ sollten meines Erachtens zu den (Un)worten des Jahres erklärt werden. Durch Einschränkungen und Verunsicherungen leidet unser Kontakt zu anderen, insbesondere auch interkulturelle Austauschmöglichkeiten sowie das Zusammentreffen von diversen sozialen Kreisen wird erschwert bis unmöglich, es verstärken sich Separationsprozesse.

Diese gemeinsame Erfahrung von Isolation bzw. Einschränkungen im persönlichen Alltag hat uns alle im Online-Jugendaustausch Nature Connected Youth zwischen deutschen und türkischen Teilnehmenden begleitet. Vor diesem Hintergrund und den Herausforderungen, denen wir alle durch die Corona-Krise gegenüberstehen, war es eine Freude, sich einer Ressource bewusst zu werden, die uns beinahe selbstverständlich auch in der Krise zur Verfügung steht und uns Halt und Ruhe geben kann: nämlich unsere Verbindung zur Natur und damit auch zu uns selbst. Letztendlich stellt man fest, dass man sich als Mensch nicht entkoppeln kann von „der“ Natur. Wir sind Teil, wir sind selbst Natur und wir schaffen Bewusstsein über unsere Umwelt. In der modernen Gesellschaft entsteht insbesondere in Anbetracht der Klimaveränderungen oft der Eindruck, wir hätten uns entkoppelt und lebten nicht mehr im Einklang mit unserer Natur. Der Gedanke, ob es ein Entkoppeln von uns selbst ist, da wir unweigerlich Teil von Natur sind, hat mich während des Projektes beschäftigt

Doch wie haben wir uns mit der Verbindung zur Natur auseinandergesetzt? 

Ob durch Vogelbeobachtung, einen achtsamen Spaziergang oder das Schreiben eines Gedichtes (Haiku, eine traditionelle japanische Gedichtform): wir bekamen einige Anregungen, um die uns umgebenden Naturorte besser zu erkunden. Biomimicry – so nennt sich beispielweise die Wissenschaft, welche innovative Lösungen aus der Natur ableitet. Gib ein Schlagwort in dieser Suchmaschine ein und du findest gegebenenfalls eine Antwort auf deine Frage aus der Natur: www.asknature.org.

Wie schon erwähnt, fand der Jugendaustausch nur online statt. Wie das war? Nun ja, jeden Morgen gab es herzlich geführte Zoom-Sessions, Aktivitäten und dann ein Wiedersehen zum Austausch am Nachmittag. Die Online-Party am Samstagabend war für einige von uns die erste digitale Party überhaupt und hat uns ganz spielerisch ordentlich in Fahrt gebracht. Der Icebreaker funktioniert also auch virtuell. Die Atmosphäre war sehr offen und man könnte sagen, wir haben uns gegenseitig dazu verholfen, unsere Verbindung zur Natur emotional und gedanklich wahrzunehmen. Bei den täglichen Aktivitäten war man nicht allein, wenn man das nicht wollte, denn im Gepäck gab es immer eine Whatsapp-Gruppe, in der Bilder von den Ausflügen, Musik und Gedanken geteilt wurden.

Meine Empfehlung: unsere Playlist bei Spotify namens Nature Connected Youth. Und somit war meine Woche gefüllt von farbigen Herbstbildern, Ausblicken auf Wälder, Strände, windige Seen, grüne Hinterhöfe, begleitet von musikalischen Klängen und, nicht zuletzt, Vogelgeräuschen.

Wie habe ich das Projekt erlebt?

Ich war neugierig, ich war neugierig, denn es hat mich sehr interessiert, wie ein Austausch online stattfinden kann. Wie es sich anfühlt, über den PC, Gemeinschaft und das Thema Natur zu erleben? Als ich Teil des Projektes werden durfte, fühlte ich mich zunächst etwas fremd. Das Beobachten oder gar Zeichnen von Natur hatte ich bisher lieber Biolog*innen und Naturforscher*innen überlassen und selbst nicht als erstrebenswert erachtet. Doch was passiert, wenn wir „out of our box“ gehen? Wir erste Ängste und Bedenken überwinden? Wir erweitern unseren Erfahrungsschatz und fühlen uns im Nachhinein bereichert.

Ursprünglich stellte ich mir vor, ich würde vor dem PC sitzen, ich würde ein paar Vorträgen lauschen und mir dann einen Kaffee machen und meinem Alltag nachgehen, aber im Austausch entstand nicht nur eine besondere Gruppengemeinschaft, sondern auch Ideen, die meinen Alltag nachhaltig begleiten.  Fortwährend hat (nicht nur) mir das Jahr 2020 stetige Veränderung gebracht, ob es neue Regularien waren, auf die ich mich einstellen musste oder persönliche Vorhaben, die ich dadurch nicht nur einmal abändern durfte. Das Einzige, was bestehen bleibt, die stetige Veränderung (Tadaa). In dieser Zeit nicht den Fokus auf negative Sachen durch permanente Einschnitte zu richten, sondern trotz äußerer Irritation innere Ruhe zu finden, dabei hilft mir die Verbundenheit zur Natur. Und zu wissen, dass diese Ressource (hoffentlich!) beständig bleibt, das macht sie so wertvoll.

Ein Blick darüber hinaus

Was es im Hinblick auf die digitale Begegnung noch anzumerken gibt, ist eine Sache, die im Feedback Thema wurde. Aufgrund der Corona-Situation verlagert sich das soziale Geschehen ins Internet. Wir können in dieser Situation dankbar dafür sein, dass uns die Möglichkeiten der Vernetzung und Verbindung über eine virtuelle Welt zur Verfügung stehen.
Dennoch gibt es dabei zwei Aspekte, die nicht außer Acht geraten dürfen. Zuerst die Notwendigkeit einer individuellen Datensensibilität – alles, was wir in dem Online-Jugendaustausch geteilt haben, wurde digital vermittelt, teilweise über Messenger wie Whatsapp oder Plattformen wie Zoom. Damit ist letztlich nichts mehr nur dem intimen Moment zwischen Menschen überlassen, sondern wird für unbestimmte Zeit Teil des digitalen Datenmeers. Zweitens, es gibt Menschen, welche nicht die Möglichkeit erhalten digital an solchen Projekten teilzunehmen, ob das nun an persönlichen Umständen oder strukturellen Bedingungen wie Armut liegt. Denken wir nur daran, wie es obdachlosen Menschen in einem Lockdown gehen muss, wenn sich der Raum des Geschehens zurückzieht ins Private und Digitale. Wir können diese Menschen nicht außer Acht lassen und deshalb muss bei uns allen nicht nur eine Selbstfürsorge, sondern auch die Solidarität in Verbindung zu unseren Mitmenschen steigen.

Vorschlag: Gib deinen 10. Groschen, wenn du kannst, an Hilfebedürftige. Die Krise verstärkt die soziale Separation, Armut und prekäre Verhältnisse nehmen zu, Bildungsunterschiede können sich verstärken, soziale Integration wird zunehmend eine Herausforderung. Dies sind Dinge, zu denen ich mir Gedanken mache, während ich selbst dankbar bin an einem solchen Projekt teilnehmen zu dürfen. Es stellt sich für mich die Frage des Weitergebens von dem, was ich erhalten habe. Letztendlich gehören wir alle zur Natur und zu dem gewaltigen Kreislauf eines Ökosystems. Wir können uns nicht entkoppeln, nicht von Nachbar*innen und nicht von dem Baum und den Vögeln im Hinterhof.

Im Projekt Nature Connected Youth gab es die ideale Verknüpfung zwischen einem edukativem Teil rund um Natur und Umwelt und einem Austausch auf persönlicher Ebene.

-Elisa Wellner-

Hintergrund:

Der digital angeleitete, deutsch-türkische Jugendaustausch „Nature Connected Youth“, der vom 19. bis 28. Oktober 2020 stattfand, wurde von der deutsch-türkischen Jugendbrücke gefördert und von den Organisationen NEDEN und DENK GLOBAL! umgesetzt.

Der Beitrag Nature Connected Youth – Ein Projekt, das zum Fühlen anregte erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Youth Climate Action Day 2020

4. Dezember 2020 - 11:39

Morgen noch nichts vor? Dann nehmt doch am Online-Aktionstag zum Youth Climate Action Day 2020 teil!

Ab 10 Uhr geht es wie der Name schon sagt um das Thema Klima. Es werden unterschiedliche Workshops zu Klimagerechtigkeit angeboten. Zum Beispiel zu Ernährung, Klimawandel aus rassismuskritischer Perspektive, Upcycling und viele mehr.

Dein Thema, mit dem du dich gerne auseinandersetzen möchtest, ist nicht dabei oder du hast keine Zeit? Dann starte deine eigene Klimaaktion! Poste am 5. Dezember Bilder, kleine Berichte, Videos, Audios auf Facebook, Instagram, Twitter oder schicke diese Informationen an die Aktiven von Climate Action Day. Sie posten dies dann für euch.

Der Youth Climate Action Day ist eine weltweite Bewegung junger Menschen, die gegen den Klimawandel und die globale Ungerechtigkeit aktiv werden wollen. Es gibt zwar ein Organisationsteam, aber auf eure Beiträge kommt es an, die über die Verbreitung in den sozialen Medien Aufmerksamkeit erregen und informieren sollen. Auf einer Weltkarte werden alle Aktionen auf der Homepage sogar dokumentiert.

Der Beitrag Youth Climate Action Day 2020 erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Unsere Mission? Nachhaltigkeit einfach machen und unseren Planeten retten!

2. Dezember 2020 - 15:07

Wir bei Click A Tree sind nicht die Art Menschen, die ihre Hände in den Schoß legen oder noch schlimmer, den Kopf in den Sand stecken. Denn wir haben viel vor – nichts Geringeres als unseren Planeten wieder aufzuforsten.

Für diese Mission brauchen wir möglichst viele und möglichst einflussreiche Unterstützer*innen. Unser brandneuer Green Business Guide beinhaltet darum über 40 praktische und einfache Hacks, die Unternehmen – aber auch dir und mir zu Hause – helfen, in no time nachhaltiger zu werden. Denn wir haben keine Zeit zu verlieren.

Aber halt. Warum brauchen wir ausgerechnet Unternehmen für dieses Vorhaben?

Von Natur aus sind Unternehmen natürlich an ihrer Gewinnmaximierung interessiert. Ihr Wirtschaften, angefeuert durch die Globalisierung, führt zu vielen ökologischen und sozialen Problemen: Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung, Artensterben, Klimaerwärmung und Armut – um nur ein paar Buzzwords der Misere zu nennen.

Wir brauchen mehr Unternehmen, denen unser Planet nicht egal ist. Denn sie haben direkten Einfluss auf die oben genannten Probleme, indem sie unser Konsumverhalten steuern.

Gute Gründe für mehr Nachhaltigkeit aus Unternehmenssicht 

Es ist für Unternehmen in vielerlei Hinsicht lohnend, auf eine grünere und ethischere Strategie zu setzen. 

Fangen wir mit dem lieben Geld an: Ein sparsamer Umgang mit Ressourcen senkt Kosten. Faire Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und nachhaltige Produktion – alles Dinge, die von Verbrauchenden nachgefragt werden – rechtfertigen aber auch höhere Preise. Und das ist auch für Investor*innen interessant.  

Nachhaltigkeit ist darüber hinaus ein prüfbares Qualitätskriterium und stärkt das Image: Wir alle finden Arbeitgebende mit Nachhaltigkeitsbemühungen attraktiver als Klimakiller. 

Man könnte fast schon sagen, Nachhaltigkeit verhilft Unternehmen zu versteckten Superkräften. Wir müssen sie nur aus ihnen herauskitzeln!

Der Green Business Guide – Universelle Hacks für mehr Nachhaltigkeit

Unser Green Business Guide ist aber nicht nur für Unternehmen interessant – er ist zudem perfekter Alltagsbegleiter für nachhaltige Alternativen. Er dient zur Inspiration für viele unterschiedliche Lebensbereiche. Hier ist ein kleiner Vorgeschmack für dich: 

Wusstest du dass bei jeder Reisebuchung, egal ob privat oder geschäftlich, einen Baum pflanzen kannst und alles was du dafür tun musst, ein zusätzlicher Mausklick ist? Das ermöglicht unser Reisetool B’n’Tree. Pro Tipp: Setze dir ein Bookmark, damit du bei der nächsten Buchung nicht vergisst, einen Baum zu pflanzen.

Wie viele E-Mails hast du heute schon geschrieben? Vermutlich ein paar zu viele. Es gibt sinnvolle und klimafreundlichere Alternativen, wie zum Beispiel die App Calendly um Termine abzustimmen. 

Was landet heute auf eurem Teller? Hier findet ihr neben Saisonkalendern auch direkt leckere Rezepte, gefiltert pro Monat. 

Und, diese Tipps sind doch wirklich zu schade, um nur in der Kantine besprochen zu werden, oder? Also schau mal rein, ob du deine persönliche Nachhaltigkeitsbilanz auch noch optimieren kannst und etwas Neues für dich dabei ist. Hier geht’s zu allen grünen Hacks aus unserem Green Business Guide.

Danke für deinen Beitrag, unsere Welt ein bisschen besser zu machen. <3 Du kannst übrigens noch mehr tun, indem du den Guide mit Freunden und Kollegen teilst.  

Wir machen uns dann mal weiter an die sinnvollste Arbeit überhaupt – unseren Planeten wiederaufzuforsten. Lasst uns gemeinsam die 2020er zu den Twentrees machen. 

-Susanne-

Der Beitrag Unsere Mission? Nachhaltigkeit einfach machen und unseren Planeten retten! erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Im Kampf gegen Gewalt an Frauen

27. November 2020 - 12:43

Diese Woche beschäftigen wir uns weiter mit Unrecht gegenüber Frauen. Nachdem es in #ichwill – Über die Relevanz einer gesetzlichen Frauenquote um Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt ging, geht es nun um Gewalt gegen Frauen.

Proteste und Protestformen für ein Ende der Gewalt an Frauen weltweit weiterentwickelt und mobilisieren immer mehr Menschen. Leider vor allem, weil die Gewalt zunimmt und gleichzeitig weitgehend ignoriert wird, woher diese Gewalt kommt und wie sie einzuordnen ist. Und da ist eine zentrale Forderung ganz klar, nämlich dass Tötungen von Frauen und Mädchen als das bezeichnet werden müssen, was sie sind: Femizide.

Femizide

In Deutschland wird statistisch gesehen jeden dritten Tage ein Femizid begangen. Täglich kommt es zu versuchten Femiziden. Dies vor allem in Partnerschaften oder Ex-Partnerschaften. Julia Schäfer, Leiterin der Landeskoordinierungsstelle gegen Häusliche Gewalt am hessischen Justizministerium, sagte der Deutschen Welle: „Es ist oft der grausige Höhepunkt einer langen Vorgeschichte. Häusliche Gewalt beginnt schon bei Beleidigungen, Demütigungen und auch dem Ausüben von wirtschaftlichem Druck.“ Dies seien keine Liebesdramen oder Familientragödien, die oft „nur“ als Totschlag eingeordnet werden, sondern es sind Morde. Es geht auch nicht um Einzelschicksale, sondern ein strukturelles gesellschaftliches Problem. Ein solches Verbrechen ist nämlich eine Konsequenz aus Besitzansprüchen und Ungerechtigkeiten auf Grund des Geschlechts – ein Femizid. Punkt.

Zur Dokumentation von Femiziden in Deutschland haben Aktivist*innen eine Femi(ni)zidmap als Online-Datenbank entwickelt.

Psychische und physische Gewalt

Wen ein Femizid alle drei Tage erschreckt hat, sollte jetzt noch einmal tief durchatmen (also wahrscheinlich alle…). Denn alle 45 Minuten wird in Deutschland eine Frau Opfer einer vollendeten oder versuchten Körperverletzung im häuslichen Umfeld. Und diese Daten wurden noch vor den Corona-Lockdowns erhoben. Dazu gibt es mehr auf Pinkstinks.

Wie einen Femizid auch als solchen richtig zu benennen, ist es wichtig, klar von Körperverletzung zu sprechen statt davon, dass dem Mann die Hand ausgerutscht wäre. Genauso handelt es sich um verbale Gewalt, die nicht damit umschrieben werden darf, dass sich jemand im Ton vergriffen habe. Die verbale Gewalt hat sich auch auf den digitalen in einem extremen Ausmaß ausgeweitet. Die Anerkennung der Problematik und eindeutige Benennung ist wichtig – im Umgang mit Betroffenen und auch für einen Weg aus diesen Gewalttaten heraus.

Der Fall des Patriarchats

Auf der Seite von UN Women gibt es noch mehr (erschreckende) Daten zu Gewalt gegen Frauen weltweit. Ich möchte euch einige Protestbewegungen vorstellen, die bereits viel erreicht haben.

Im Sommer 2015 kam in Argentinien eine feministische Bewegung mit dem Motto „Ni una menos“ („nicht eine weniger“) auf. Sie haben es geschafft, dass der Begriff Femizid dort zur Alltagssprache gehört. Unter dem Motto wird mittlerweile weltweit protestiert.

Auch in anderen lateinamerikanischen Ländern gibt es beeindruckende und Mut machende Bewegungen. Herausgestochen ist seit dem 25. November 2019 eine zweiminütige Performance von vier Frauen in Valparaíso (Chile), die dann auch in Städten wie Bogotá, Brüssel, Mexiko Stadt und Istanbul stattfanden. Seht es euch am besten selbst an: https://www.youtube.com/watch?v=ZLKNWIrj8Lw&feature=youtu.be. Es gibt auch eine deutsche Version wie hier in Frankfurt:  https://www.youtube.com/watch?v=4ORjPfK6CeY. Unter One Billion Rising gibt es weitere Videos aus vielen Städten. Die Performance ist beeindruckend, erschreckend und auf den Punkt gebracht.

Am 8. März 2018 fand zum Internationalen Frauentag in Pakistan der erste Aurat March (Aurat ist Urdu und bedeutet Frauen) statt. Immer mehr Frauen trauen sich, an dem jährlich stattfindenden Aurat March teilzunehmen und ihre Rechte als Frauen einzufordern. Auf Al Jazeera und Feminism India gibt es noch mehr Hintergrundinfos. Dieses Jahr gab es viele Versuche den Aurat March durch Drohungen zu verhindern, Amnesty International hat dazu mehr geschrieben. Ein Spruch der Demos ist „my favourite season ist the fall (of patriarchy)“. Auf geht’s!

Wie geht der Kampf weiter?

Es ist schwer zu sagen, wie viel bisher für Frauen erreicht werden konnte. Die Aufmerksamkeit scheint durch vielfältige weltweite Protestformen immer größer zu werden. Es ist gut, dass sich mehr Frauen trauen, sich denen anzuschließen und gemeinsam aktiv zu sein. Sichtbarkeit ist wichtig. Gleichzeitig wirkt der Weg noch sehr lang, denn es scheint, als sei die gesellschaftliche Aufmerksamkeit noch nicht so weit wie gehofft und muss überall ankommen. Es bleibt vor allem zu hoffen, dass sich mehr und mehr Frauen ermächtigt fühlen, sich der Gewalt, die ihnen angetan wird, entgegenzustellen und dem ein Ende zu setzen. Um dem ein wirkliches Ende zu setzen, braucht es eine Gesellschaft, die nicht wegsieht, nicht verharmlost und füreinander da ist. Und letztlich auch brauchbare Gesetze, die die Täter zur Rechenschaft ziehen und Frauen schützen. 

Was meint ihr, wie soll der Kampf fortgesetzt werden? Was ist wichtig? Was wurde schon erreicht?

Das Beitragsbild ist von Carlos Figueroa Rojas roa Rojas, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Der Beitrag Im Kampf gegen Gewalt an Frauen erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

#ichwill – Über die Relevanz einer gesetzlichen Frauenquote

23. November 2020 - 15:43

„Wusstest du, dass die Vornamen Thomas und Michael bei den CEO´s von deutschen Unternehmen jeweils fünfmal häufiger vorkommen, als Frauen auf den Chefsesseln sitzen?“ (#ichwill-Kampagne)

Vergangenen Freitag einigte sich die große Koalition (Union und SPD) nach harten Verhandlungen auf eine verbindliche Frauenquote in Vorständen. Genauer gesagt muss in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern demnach künftig mindestens ein Mitglied eine Frau sein. In allen Organisation und Unternehmen, die mehrheitlich dem Bund gehören, sollen künftig 30 Prozent aller Aufsichtsratsposten weiblich besetzt sein, in Vorständen soll es eine Mindestbeteiligung geben. Auch in Körperschaften öffentlichen Rechts, Krankenkassen, Bundesagenturen sowie Sparkassen soll eine weibliche Mindestbeteiligung festgeschrieben werden.

Franziska Giffey (SPD), unter anderem Ministerin für Frauen, nannte den Beschluss am Freitag historisch. Sie und Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatten sich mit dem Gesetzesvorschlag FüPoG2 besonders stark für eine gesetzliche Quote eingesetzt.

Vor wenigen Wochen startete die Kampagne #ichwill von einem Bündnis einflussreicher Frauen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Sport. Viele prominente Frauen äußerten sich unter diesem Hashtag für eine gesetzliche Frauenquote. Der Druck auf die Politik wuchs und auch Politiker wie Markus Söder (CSU) und Olaf Scholz (SPD) nahmen Stellung zur Frauenquote und sprachen sich positiv für sie aus.

#ichwill-Kampagne

Neben all den politischen Vetreter*innen und prominenten Persönlichkeiten sind es aber vor allem die Diskriminierungserfahrungen von Frauen aus der breiten Gesellschaft, die mich persönlich besonders beeindrucken und die Relevanz einer gesetzlichen Quote deutlich machen. So veröffentlichte Schauspielerin, Model und Bloggerin Marie Nasemann, ebenfalls Teil der #ichwill-Kampagne, einige anonym geteilte Beispiele von Diskriminierung an Frauen im Unternehmen aufgrund ihres Geschlechts. Es kommen Frauen zu Wort, die trotz top Ausbildung wegen abstrusen, teilweise widersprüchlichen und sachlich nicht nachvollziehbaren Begründungen bestimmte Positionen in Unternehmen gar nicht erst erreichen können. Hier eines von vielen Diskriminierungsbeispielen, die unter dem #ichwill zu finden sind:

„Ich arbeite im internationalen Personalbereich, derzeit als HR Business Partner. Ich war auf der großen Karriereleiter. Führungskräftenachwuchsprogramm, Übernahme eines internationalen HR Teams mit 17 Mitarbeitern an drei Standorten, plus dotted lines ins Ausland. Dann wurde ich schwanger. Der Global HR Director versicherte mir, ich würde die Leitungsfunktion behalten, solange ich kein ganzes Jahr Elternzeit machen würde. Die Schwangerschaft verlief leider nicht problemlos. Lange war ich im Krankenhaus und bekam ein Frühchen. 10 Monate nach der Frühgeburt hatten wir aber alles organisiert für meine Rückkehr… Alles schien okay. 2 Wochen vor meinem Beginn wurde mir verkündet, dass die Stelle umorganisiert wurde und es sie nicht mehr gäbe. Ein neuer Teamleiter (Mann) wurde geholt, der ‚mein‘ Team und ein anderes führen sollte. Ich musste ihn einarbeiten, da er keine Ahnung vom Fachgebiet hatte. Ich wurde sukzessiv ‚rausgeekelt‘. Am damals laufenden Abfindungsprogramm durfte ich nicht teilnehmen ‚man würde mich brauchen‘. Nach meiner eigenen Kündigung war die Stelle plötzlich wieder da! Sie wurde besetzt mit meinem damals (männlichen) Konkurrenten. (…)“

Das Problem ist ein strukturelles. Viele junge Frauen argumentieren gegen eine Quote damit, sie könnten das auch so erreichen. Doch die Realität hat gezeigt, dass es eben nicht so ist. Frauen haben aktuell nicht die gleichen Chancen wie Männer. Erst eine Quote kann Unternehmen dazu zwingen, Frauen einzustellen und Arbeitsmodelle so zu ändern, dass sie weniger diskriminierend gegenüber der Familienplanung sind. Und wenn dann der Ausgleich erreicht ist und es Normalität geworden ist, Frauen gleichberechtigt mit Männern im Unternehmen zu beschäftigen, dann braucht es auch keine Frauenquote mehr.

Argumente für eine gesetzlich gebundene Frauenquote

Umso wichtiger also gute Argumente liefern zu können, falls ihr über die Frauenquote diskutieren oder einfach berichten wollt. Ein paar handfeste Argumente möchte ich euch jetzt vorstellen:

  1. Mit Freiwilligkeit hat es bisher nicht funktioniert. Tatsache ist, dass in deutschen Unternehmensvorständen bisher gerade mal 10% Frauen sitzen. Eine Quote ändert das.
  2. Wenn es für uns von klein auf normal ist, dass „Chefs“ Männer in Anzügen sind, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass wir dieses Bild nicht mit Frauen assoziieren. Wir brauchen Vorbilderinnen. Eine Quote ändert das.
  3. Um ganz nach oben zu gelangen, verhalten sich viele Frauen häufig „wie Männer“. Gerade die Führungsebenen, egal wie groß das Unternehmen ist, sind oft von zeitlich überholten männlichen Verhaltensmustern geprägt. Mehr Einfluss von Frauen, die sich gegenseitig unterstützen können, würde eine ausgeglichene Atmosphäre schaffen. Eine Quote ändert das.
  4. Frauen werden durch die Frauenquote nicht bevorzugt, sondern nicht benachteiligt. Das beweist jede Statistik und ein wenig Aufmerksamkeit. Eine Quote ändert das.
  5. Viele Männer würden sich ebenso gerne um die Erziehung und Versorgung ihrer Kinder kümmern. Das Rollenverständnis des Alleinernährers ist längst überholt, aber noch weit verbreitet. Die wenigsten trauen sich unter diesem Verständnis gegen noch vorherrschende Arbeitsmodelle anzukämpfen. Eine Quote ändert das.

 

Die Frauenquote ist dafür da, Akzeptanz für die Weiterentwicklung der Gesellschaft zu finden. Das Gesetz muss dementsprechend daran angepasst werden. Für eine Zukunft in der Frauen, Männer und alle Menschen die gleichen Chancen haben.

-Selma-

Das Beitragsbild ist von Brooke Lark auf Unsplash.

Der Beitrag #ichwill – Über die Relevanz einer gesetzlichen Frauenquote erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

#PayYourWorkers – Globale Kampagne für faire Löhne in der Textilindustrie

20. November 2020 - 13:59

Seit Montag, den 16. November, läuft die internationale Aktionswoche #PayYourWorkers. Die vom Netzwerk Clean Clothes Campaigne (CCC, Kampagne für saubere Kleidung) organisierte Kampagne fordert in erster Linie von allen Bekleidungsunternehmen, Verantwortung für die Löhne der Arbeitnehmer*innen in ihren Lieferketten zu übernehmen.

Pandemie-Notlage nur für Arbeitnehmer*innen

Im August machte die Clean Clothes Campaign bekannt, dass Millionen von Arbeitnehmer*innen in der globalen Textilindustrie während der Covid-19-Pandemie nicht ihren vollen Lohn erhalten oder ihren Arbeitsplatz ohne finanzielle Entschädigung verloren haben. Allein in den ersten drei Monaten der Pandemie berechnete CCC Einbußen zwischen 3,2 und 5,8 Milliarden USD, die Textilarbeiter*innen machten. Vor allem vorgeschriebene Boni und Entschädigungen wurden den Arbeitnehmer*innen vorenthalten.

Große Konzerne machen weiter Gewinne

Während kleinere Modemarken bereits positiv auf den Aufruf von CCC reagiert haben, machen große und einflussreiche Unternehmen weiterhin Gewinne. Vor allem H&M, Primark und Nike haben im vergangen Quartal beträchtliche Gewinne erzielt. Der Primark-Eigentümer „Associated British Foods“ meldete Anfang November einen Gewinn von umgerechnet 1 Milliarde Euro (vor Steuer), die H&M-Gruppe gab einen Gewinn von 2,4 Milliarden Euro für das vergangene Quartal bekannt und Nike meldete einen Nettogewinn von 1,3 Milliarden Euro. Zudem schüttete Nike 325 Millionen Euro Dividende an die Aktionär*innen aus, was einem Anstieg von 11 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Aus diesem Grund richtet sich die Kampagne in dieser Woche vor allem an genau diese Konzerne.

Wie kann ich aktiv werden?

Seit Montag machen weltweit Arbeiter*innen, Gewerkschafter*innen und Aktivist*innen auf diese Notlage aufmerksam. Sicherlich ist es gerade nicht möglich große Protestaktionen in Form von Demonstrationen zu organisieren, jedoch können wir alle ein Zeichen setzen. Unter #payyourworkers könnt ihr die großen Modemarken auffordern, Verantwortung für ihre Lieferketten zu übernehmen und ihre Arbeitnehmer*innen fair zu bezahlen. Beispielhafte Posts, die ihr an H&M, Nike und co. richten könnt, findet ihr hier. Und wenn ihr Lust habt langfristig etwas gegen diese offensichtliche Ungerechtigkeit zu unternehmen, engagiert euch bei CCC und werdet aktiv!

Zum Schluss möchte ich euch noch einen Film vorstellen. „Made in Bangladesh“ wurde gestern Abend, 19.11.2020, live gestreamt und steht weiterhin noch zum Anschauen online. Gegen einen Beitrag von 5 € habt ihr die Möglichkeit, sieben Tage lang auf den Film zuzugreifen und die Situation der Textilarbeiter*innen, um die es in der Kampagne geht, besser zu verstehen:

Shimu, 23, arbeitet in einer Textilfabrik in Dhaka, Bangladesch. Angesichts der harten Arbeitsbedingungen beschlossen sie und ihre Kolleginnen eine Gewerkschaft zu gründen. Dabei wehrt sie sich gegen die Drohungen der Unternehmensleitung und die Uneinigkeit ihres Mannes.

-Selma-

 

Das Beitragsbild ist von CCC.

Der Beitrag #PayYourWorkers – Globale Kampagne für faire Löhne in der Textilindustrie erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Glück gehabt?! – Der CARE-Schreibwettbewerb 2021

18. November 2020 - 12:20

Jetzt, wo viele von uns Lockdown-bedingt wieder etwas mehr Zeit haben, möchte ich euch heute den CARE-Schreibwettbewerb 2021 vorstellen. Viele empfinden das bald vergangene Jahr als ein verrücktes, nicht gutes, gar schreckliches Jahr. Die ganze Welt wurde von einer Pandemie heimgesucht, die inzwischen zwar besser verstanden werden kann, aber leider noch lange nicht vorbei ist. Das Corona-Virus – davon ist auszugehen – wird uns noch eine Weile beschäftigen.

Der Wettbewerb

Um dieses verrückte Jahr aufzugreifen und uns alle zum Nachdenken anzuregen, lautet das Motto des CARE-Schreibwettbewerbs 2021: „Glück gehabt?!“. Denn während an allen Orten der Welt eine Pandemie bekämpft wird, schreitet der Klimawandel weiter voran. Wenn Wälder brennen, Stürme wüten und Millionen an Menschen auf der Flucht sind, stellt sich immer wieder die Frage nach der Gerechtigkeit. Warum geht es einigen Menschen so viel schlechter als anderen? Ist das Glück? Zufall? Und kann man das eigene Glück nicht ein bisschen teilen?

Weiter stellt das Motto die Fragen:

Was bedeutet es Glück zu haben?

Warum haben einige Menschen mehr Glück, andere weniger?

Verdoppelt sich das Glück sogar, wenn wir es teilen?

Und kann ich mehr Glück als Verstand haben?

Wie kann ich am Wettbewerb teilnehmen?

Egal ob Kurzgeschichte, Essay, Gedicht, Drama oder Songtext – ihr seid dazu aufgefordert vom Glück in unserer globalen Welt zu schreiben. Die Form ist Nebensache, das wichtigste ist, dass ihr kreativ werdet! Da der CARE-Schreibwettbewerb für Jugendliche und junge Erwachsene ausgerichtet wird, müsst ihr für die Teilnahme zwischen 14 und 25 Jahren sein. Bis zum 31. Januar 2021 könnt ihr eure Beiträge, die nicht länger als 1.000 Wörter sein sollen, einsenden. Wie ihr das genau macht und alles weitere zum Wettbewerb erfahrt ihr auch hier.

Wie werden die Beiträge bewertet?

Eure Beiträge werden von einer prominenten Jury mit Vertreter*innen aus Medien, Kunst und Kultur gelesen und bewertet. Im Frühjahr/Sommer soll es dann auch eine Preisverleihung geben, bei der die Gewinner*innen ihre Texte vor Publikum vortragen werden.

Also nutzt die Zeit und macht euch ans Schreiben. Glück?!

 

-Selma-

Der Beitrag Glück gehabt?! – Der CARE-Schreibwettbewerb 2021 erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Die Global Education Week 2020 – It’s our world, let’s take action!

13. November 2020 - 13:47

Unter dem Motto „It’s our world, let’s take action!“ findet vom 16. bis 22. November 2020 die Global Education Week statt. Dabei wird jede*r dazu angehalten, die eigene Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und sich auf vielfältige Weise zu engagieren. Denn wir haben nur diese eine Welt und es liegt an uns selbst, wie wir mit ihr umgehen.

Die weltweiten Fridays For Future-Proteste haben gezeigt, dass sich vor allem viele junge Menschen schon für ihre Umwelt einsetzen. Aber: Da geht noch mehr! Die Global Education Week will eine Woche lang nochmal einen besonderen Fokus auf unterschiedliche Formen und Möglichkeiten des Engagements legen. Dafür werden jedes Jahr Schulen, Universitäten, lokale Initiativen und Verbände dazu eingeladen, ihre Projekte beizusteuern. Das können zum Beispiel Workshops, Podcasts, Videoclips oder Ausstellungen sein. Projekte aller Art zum Thema Nachhaltigkeit sind willkommen. Europaweit finden deshalb nächste Woche Veranstaltungen statt, die dazu anregen, im Sinne der Agenda 2030 zu handeln: Ein würdiges und gesundes Leben für Alle.

Engagier Dich: Gegen Diskriminierung!

Die Global Education Week in Deutschland wird von der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd beim World University Service koordiniert. Auch in der aktuellen Situation durch die Corona-Pandemie ist Engagement möglich, denn es gibt zahlreiche digitale Angebote. Der Projektbeitrag des Vereins Deutschland sicher im Netz e. V. ist die Online-Fortbildungsreihe „Aktiv gegen Diskriminierung und für Fairness – online und offline“. Dabei werden Lehrer*innen für diese Thematik geschult und bekommen Online-Materialien vorgestellt, um auch Schüler*innen für Diskriminierung zu sensibilisieren.  Weitere Informationen gibt es auf www.digibits.de.

Das Netz Bangladesch e. V. veranstaltet einen Online-Workshop zum Thema linguistische Diskriminierung. Der Workshop „Let’s talk about: Sprache und Macht“ findet am 18. November 2020 statt, eine Anmeldung ist noch bis zum 17. möglich. Witze machen über Akzente – ist das wirklich lustig? Der Workshop setzt sich mit Beispielen aus der Geschichte und Gegenwart Bangladeschs und Deutschlands auseinander. Sprache war schon immer ein Machtinstrument, um Menschen auszugrenzen und Hierarchien aufzubauen. Gemeinsam werden Strategien besprochen, wie man dagegen aktiv werden kann. Hier geht’s zur Website: https://bangladesch.org/.

Was gibt es noch?

Weitere Beiträge befassen sich unter anderem mit den menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der globalen Modeindustrie, mit dem Klimawandel und der Landwirtschaft. Es gibt sowohl feste Veranstaltungstermine als auch Angebote, die auf Anfrage möglich sind. Einige Online-Materialien stehen auch dauerhaft als Bildungsmaterialien zum Download bereit. Schau doch mal rein und lass Dich inspirieren: www.wusgermany.de/de/globales-lernen/informationsstelle-bildungsauftrag-nord-sued/global-education-week/projektbeitraege. Auf Facebook und Twitter wird die Kampagne unter den Hashtags #GEW2020 und #GEW20 beworben. In jedem Fall gibt es viel zu entdecken und vielleicht ist man überrascht, welche tollen Projekte in den unterschiedlichen Bundesländern so stattfinden. Auch ein Blick auf die Aktionen in ganz Europa lohnt sich: https://www.coe.int/en/web/north-south-centre/the-global-education-week#main-content.

Viel Spaß!

-Marlene-

Der Beitrag Die Global Education Week 2020 – It’s our world, let’s take action! erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Die Global Education Week 2020 – It’s our world, let’s take action!

13. November 2020 - 13:47

Unter dem Motto „It’s our world, let’s take action!“ findet vom 16. bis 22. November 2020 die Global Education Week statt. Dabei wird jede*r dazu angehalten, die eigene Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und sich auf vielfältige Weise zu engagieren. Denn wir haben nur diese eine Welt und es liegt an uns selbst, wie wir mit ihr umgehen.

Die weltweiten Fridays For Future-Proteste haben gezeigt, dass sich vor allem viele junge Menschen schon für ihre Umwelt einsetzen. Aber: Da geht noch mehr! Die Global Education Week will eine Woche lang nochmal einen besonderen Fokus auf unterschiedliche Formen und Möglichkeiten des Engagements legen. Dafür werden jedes Jahr Schulen, Universitäten, lokale Initiativen und Verbände dazu eingeladen, ihre Projekte beizusteuern. Das können zum Beispiel Workshops, Podcasts, Videoclips oder Ausstellungen sein. Projekte aller Art zum Thema Nachhaltigkeit sind willkommen. Europaweit finden deshalb nächste Woche Veranstaltungen statt, die dazu anregen, im Sinne der Agenda 2030 zu handeln: Ein würdiges und gesundes Leben für Alle.

Engagier Dich: Gegen Diskriminierung!

Die Global Education Week in Deutschland wird von der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd beim World University Service koordiniert. Auch in der aktuellen Situation durch die Corona-Pandemie ist Engagement möglich, denn es gibt zahlreiche digitale Angebote. Der Projektbeitrag des Vereins Deutschland sicher im Netz e. V. ist die Online-Fortbildungsreihe „Aktiv gegen Diskriminierung und für Fairness – online und offline“. Dabei werden Lehrer*innen für diese Thematik geschult und bekommen Online-Materialien vorgestellt, um auch Schüler*innen für Diskriminierung zu sensibilisieren.  Weitere Informationen gibt es auf www.digibits.de.

Das Netz Bangladesch e. V. veranstaltet einen Online-Workshop zum Thema linguistische Diskriminierung. Der Workshop „Let’s talk about: Sprache und Macht“ findet am 18. November 2020 statt, eine Anmeldung ist noch bis zum 17. möglich. Witze machen über Akzente – ist das wirklich lustig? Der Workshop setzt sich mit Beispielen aus der Geschichte und Gegenwart Bangladeschs und Deutschlands auseinander. Sprache war schon immer ein Machtinstrument, um Menschen auszugrenzen und Hierarchien aufzubauen. Gemeinsam werden Strategien besprochen, wie man dagegen aktiv werden kann. Hier geht’s zur Website: https://bangladesch.org/.

Was gibt es noch?

Weitere Beiträge befassen sich unter anderem mit den menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der globalen Modeindustrie, mit dem Klimawandel und der Landwirtschaft. Es gibt sowohl feste Veranstaltungstermine als auch Angebote, die auf Anfrage möglich sind. Einige Online-Materialien stehen auch dauerhaft als Bildungsmaterialien zum Download bereit. Schau doch mal rein und lass Dich inspirieren: www.wusgermany.de/de/globales-lernen/informationsstelle-bildungsauftrag-nord-sued/global-education-week/projektbeitraege. Auf Facebook und Twitter wird die Kampagne unter den Hashtags #GEW2020 und #GEW20 beworben. In jedem Fall gibt es viel zu entdecken und vielleicht ist man überrascht, welche tollen Projekte in den unterschiedlichen Bundesländern so stattfinden. Auch ein Blick auf die Aktionen in ganz Europa lohnt sich: https://www.coe.int/en/web/north-south-centre/the-global-education-week#main-content.

Viel Spaß!

-Marlene-

Der Beitrag Die Global Education Week 2020 – It’s our world, let’s take action! erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

WeltRisikoBericht 2020

11. November 2020 - 15:37

Kennt ihr schon den Weltrisikobericht!?

Die jährlich erscheinenden Ausgaben des Berichts fokussieren sich auf ein Schwerpunktthema und enthalten den WeltRisikoIndex. Der WeltRisikoBericht soll einen Beitrag dazu leisten, dass die Zusammenhänge zwischen Naturereignissen, Klimawandel, Entwicklung und Vorsorge auf globaler Ebene betrachtet und zukunftsorientierte Schlussfolgerungen für Hilfsmaßnahmen, Politik und Berichterstattung gezogen werden.

Fokusthema 2020: Flucht und Migration

2020 liegt der Fokus des WeltRisikoBerichts auf dem Thema Flucht und Migration. Extreme Naturereignisse wie Überschwemmungen oder Stürme, politische Verfolgung, kriegerische Konflikte – dies sind nur einige der vielen Ursachen, die weltweit Millionen Menschen dazu zwingen ihre Heimat zu verlassen. Migrations- und Fluchtgründe sind hochkomplex – ihre Analyse zeigt auf, wie ungleich Vertreibungsrisiken und Risiken während der Flucht weltweit verteilt sind.  

Der interaktive Teil des WeltRisikoBerichts macht viele Probleme und Fakten auf Karten und Schaubildern sichtbar. Spannend ist zum Beispiel die Karte, die die Weltregionen mit dem höchsten Risiko zeigt. Mittelamerika, Südostasien, West- und Zentralafrika und Ozeanien. Hier liegen besonders viele Länder mit hohem oder sehr hohem Katastrophenrisiko.

Der Bericht gibt wichtige Eindrücke über Risiken und die damit verbundenen Fluchtursachen für viele Menschen auf unserem Planeten. Viele der einzelnen Berichte stehen auch als PDF zum Download zur Verfügung. 

-Selma-

Das Beitragsbild ist von Julie Ricard auf Unsplash.

Der Beitrag WeltRisikoBericht 2020 erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

WeltRisikoBericht 2020

11. November 2020 - 15:37

Kennt ihr schon den Weltrisikobericht!?

Die jährlich erscheinenden Ausgaben des Berichts fokussieren sich auf ein Schwerpunktthema und enthalten den WeltRisikoIndex. Der WeltRisikoBericht soll einen Beitrag dazu leisten, dass die Zusammenhänge zwischen Naturereignissen, Klimawandel, Entwicklung und Vorsorge auf globaler Ebene betrachtet und zukunftsorientierte Schlussfolgerungen für Hilfsmaßnahmen, Politik und Berichterstattung gezogen werden.

Fokusthema 2020: Flucht und Migration

2020 liegt der Fokus des WeltRisikoBerichts auf dem Thema Flucht und Migration. Extreme Naturereignisse wie Überschwemmungen oder Stürme, politische Verfolgung, kriegerische Konflikte – dies sind nur einige der vielen Ursachen, die weltweit Millionen Menschen dazu zwingen ihre Heimat zu verlassen. Migrations- und Fluchtgründe sind hochkomplex – ihre Analyse zeigt auf, wie ungleich Vertreibungsrisiken und Risiken während der Flucht weltweit verteilt sind.  

Der interaktive Teil des WeltRisikoBerichts macht viele Probleme und Fakten auf Karten und Schaubildern sichtbar. Spannend ist zum Beispiel die Karte, die die Weltregionen mit dem höchsten Risiko zeigt. Mittelamerika, Südostasien, West- und Zentralafrika und Ozeanien. Hier liegen besonders viele Länder mit hohem oder sehr hohem Katastrophenrisiko.

Der Bericht gibt wichtige Eindrücke über Risiken und die damit verbundenen Fluchtursachen für viele Menschen auf unserem Planeten. Viele der einzelnen Berichte stehen auch als PDF zum Download zur Verfügung. 

-Selma-

Das Beitragsbild ist von Julie Ricard auf Unsplash.

Der Beitrag WeltRisikoBericht 2020 erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Die USA hat gewählt – Der Weg ins Weiße Haus von Anfang bis Ende

6. November 2020 - 16:07

Vergangen Dienstag wurde in den USA gewählt und es steht immer noch kein endgültiges Ergebnis der Wahl fest. Trump oder Biden oder Trump!? Mit so viel Anspannung und Aufmerksamkeit wurde eine US-Wahl schon lange nicht mehr verfolgt, nicht zuletzt aufgrund des absolut umstrittenen noch amtierenden Präsidenten der USA. Doch das Wahlsystem in den USA ist sehr komplex und für alle, die es womöglich noch nicht ganz verstanden haben, möchte ich es nochmal genauer betrachten. Schließlich übt die USA weltweit Macht aus und die Politik dieses einen Landes betrifft Menschen über die Landesgrenzen hinaus.

Mehrparteien- oder Zweiparteiensystem?

Vorneweg gilt es, kurz einen Blick auf das politische System der USA zu werfen. Denn das politische System in den USA sieht Koalitionsverhandlungen und schwierige Regierungsbildungen wie etwa im deutschen Bundestag nicht vor. Deshalb wählen die US-Amerikaner*innen den*die Präsident*in aus den Kandidat*innen der zwei großen Parteien im Land. Der Demokratischen Partei (Democratic Party) und der Republikanischen Partei (Republican Party). Zwar gibt es noch weitere Parteien wie beispielsweise die Grünen (Green Party) oder die Libertäre Partei (Libertarian Party), doch spielen diese seit über 100 Jahren keine besondere Rolle mehr, vor allem auf Bundesebene. Offiziell ist die USA zwar immer noch ein Staat mit Mehrparteiensystem, faktisch besteht aber ein Zweiparteiensystem.

Vorbereitung auf den Wahltag: Vorwahlen und Parteitag

Genauer betrachtet beginnt die Wahl des*der zukünftigen  Präsident*in schon einige Zeit vor dem eigentlichen Wahltag. Denn um überhaupt antreten zu dürfen, müssen die potenziellen Präsidentschaftskandidat*innen der beiden Parteien erstmal Vorwahlen und die Wahl auf dem Parteitag durchlaufen.

Das bedeutet, für beide Parteien treten mehrere Kandidat*innen innerhalb ihrer Partei zur Wahl als US-Präsidentschaftskandidat*in an. In jedem Bundesstaat dürfen dann entweder alle Bürger*innen oder nur die jeweiligen Parteimitglieder (das ist in jedem einzelnen Bundesstaat individuell geregelt) von den verschiedenen Kandidat*innen eine*n zum*zur Präsidentschaftskandidatin für ihre Partei wählen. Den verschiedenen Kandidat*innen werden entsprechend der Wahlergebnisse dann Delegierte zugeteilt.

Diese Delegierten treffen sich daraufhin auf bundesweiten sogenannten Nominierungsparteitagen. Dort stimmen sie dann an das Ergebnis aus ihrem Bundesstaat gebunden, für eine*n Kandidat*in. So entscheidet sich schließlich, wer für die jeweilige Partei Präsidentschaftswahlkandidat*in wird.

Der Wahltag und die Entscheidung

Traditionell wählen die US-Amerikaner*innen stets an einem Dienstag des Monats November den*die Präsident*in. Dieser unübliche Wahltag hängt historisch bedingt mit dem Ende der Ernte zusammen. Sollten die Bauern aus den ländlichen Regionen doch die Möglichkeit haben, nach der abgeschlossenen Ernte und auch noch bei mildem Novemberwetter zum Wahllokal zu reisen.

Am Wahltag selbst wählen die US-Amerikaner*innen nun ihre*n zukünftige*n Präsident*in, dies erfolgt jedoch auch nur indirekt. Genau genommen werden nämlich die sogenannten Wahlleute für das Electoral College gewählt, die dann wiederum über Präsent*in und Vizepräsident*in entscheiden. Jeder Bundesstaat hat unterschiedlich viele Wahlleute zu wählen. Die Anzahl derer richtet sich dabei nach der Bevölkerungszahl in den Bundesstaaten. Somit hat beispielsweise Kalifornien mit der höchsten Bevölkerung 55 Wahlleute, die gewählt werden müssen. Alaska hat aber trotz der Größe des Staates nur 3 Wahlleute, da dort vergleichsweise wenig Menschen leben. Insgesamt gibt es aus allen Bundesstaaten zusammengerechnet 538 Wahlleute, die dann Mitglied im Electoral College sind. Aus diesem Grund benötigt der*die künftige Präsident*in mindestens 270 Wahlleute, um im Electoral College gewählt zu werden und somit Präsident*in zu werden.

Nun stellt sich noch die Frage, wie die Wahlleute verteilt werden. Hier gilt das Mehrheitsprinzip. Der*die Kandidat*in, der*die in einem Bundesstaat am meisten Stimmen erhält, bekommt nämlich alle Stimmen der Wahlleute dieses Bundesstaates. Das heißt die Stimmergebnisse werden nicht prozentual auf die Wahlleute verteilt, sondern ein*e Kandidat*in bekommt entweder alle Stimmen oder gar keine. Dieses Prinzip wird auch „The winner takes it all“ genannt. Lediglich zwei Bundesstaaten, Nebraska und Maine, gehen dabei mit einem ausgeglichenen Prinzip vor.

Aus diesem Grund ist es durchaus möglich, dass ein*e Kandidat*in zwar insgesamt mehr Stimmen bekommt als der*die andere, die Wahl aber trotzdem verliert. Zuletzt war das der Fall 2016. Hillary Clinton (Demokratische Partei) hatte insgesamt einige Millionen mehr Stimmen als Donald Trump (Republikanische Partei) und ist trotzdem nicht Präsidentin geworden, da sie weniger Wahlleute hatte.

Die Erfahrung aus vielen vergangenen US-Präsidentschaftswahlen hat gezeigt, dass es vor allem auf einige wenige Bundesstaaten am Ende für das Ergebnis ankommt. Diese sogenannten Swing States haben immer mal verschiedene Parteien gewählt und sind deswegen meist entscheidend. Traditionelle Swing States sind beispielsweise Texas, Florida, Pennsylvania oder Ohio. Aus diesem Grund wird in diesen Bundesstaaten deutlich mehr in den Wahlkampf investiert als in sichereren Bundesstaaten.

Electoral College und Amtsvereidigung

Mit dem Auszählen aller abgegebenen Stimmen endet die Wahl. Zwar steht dann ein*e Sieger*in fest, jedoch dauert es noch bis Anfang des kommenden Jahres bis sie*er mit der Arbeit als Präsident*in beginnen kann. Zuvor kommen die am Wahltag entschiedenen Wahlleute am ersten Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember zum Electoral College zusammen. Hier wählen sie nun direkt den*die Wahlsieger*in zum*zur Präsident*in und Vizepräsident*in. Die Stimmzettel werden versiegelt und dem amtierenden Vizepräsidenten in seinem offiziellen Amt als Präsident des Senats übersandt. Anfang Januar werden diese bei einer gemeinsamen Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus dann ausgezählt. Spätestens dann ist offiziell sicher, wer die Wahl gewonnen hat, wobei dies natürlich meist schon nach der Wahlnacht klar ist.

Der Einzug des*der Präsident*in ins Weiße Haus erfolgt daraufhin mit dem Ablegen des Amtseides und der Antrittsrede. Nach diesem langen und komplizierten Wahlverfahren kann er*sie die Arbeit nun ganz offiziell beginnen.

-Selma-

Das Beitragsbild ist von Rene DeAnda auf Unsplash. Weitere Beiträge

Der Beitrag Die USA hat gewählt – Der Weg ins Weiße Haus von Anfang bis Ende erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Die USA hat gewählt – Der Weg ins Weiße Haus von Anfang bis Ende

6. November 2020 - 16:07

Vergangen Dienstag wurde in den USA gewählt und es steht immer noch kein endgültiges Ergebnis der Wahl fest. Trump oder Biden oder Trump!? Mit so viel Anspannung und Aufmerksamkeit wurde eine US-Wahl schon lange nicht mehr verfolgt, nicht zuletzt aufgrund des absolut umstrittenen noch amtierenden Präsidenten der USA. Doch das Wahlsystem in den USA ist sehr komplex und für alle, die es womöglich noch nicht ganz verstanden haben, möchte ich es nochmal genauer betrachten. Schließlich übt die USA weltweit Macht aus und die Politik dieses einen Landes betrifft Menschen über die Landesgrenzen hinaus.

Mehrparteien- oder Zweiparteiensystem?

Vorneweg gilt es, kurz einen Blick auf das politische System der USA zu werfen. Denn das politische System in den USA sieht Koalitionsverhandlungen und schwierige Regierungsbildungen wie etwa im deutschen Bundestag nicht vor. Deshalb wählen die US-Amerikaner*innen den*die Präsident*in aus den Kandidat*innen der zwei großen Parteien im Land. Der Demokratischen Partei (Democratic Party) und der Republikanischen Partei (Republican Party). Zwar gibt es noch weitere Parteien wie beispielsweise die Grünen (Green Party) oder die Libertäre Partei (Libertarian Party), doch spielen diese seit über 100 Jahren keine besondere Rolle mehr, vor allem auf Bundesebene. Offiziell ist die USA zwar immer noch ein Staat mit Mehrparteiensystem, faktisch besteht aber ein Zweiparteiensystem.

Vorbereitung auf den Wahltag: Vorwahlen und Parteitag

Genauer betrachtet beginnt die Wahl des*der zukünftigen  Präsident*in schon einige Zeit vor dem eigentlichen Wahltag. Denn um überhaupt antreten zu dürfen, müssen die potenziellen Präsidentschaftskandidat*innen der beiden Parteien erstmal Vorwahlen und die Wahl auf dem Parteitag durchlaufen.

Das bedeutet, für beide Parteien treten mehrere Kandidat*innen innerhalb ihrer Partei zur Wahl als US-Präsidentschaftskandidat*in an. In jedem Bundesstaat dürfen dann entweder alle Bürger*innen oder nur die jeweiligen Parteimitglieder (das ist in jedem einzelnen Bundesstaat individuell geregelt) von den verschiedenen Kandidat*innen eine*n zum*zur Präsidentschaftskandidatin für ihre Partei wählen. Den verschiedenen Kandidat*innen werden entsprechend der Wahlergebnisse dann Delegierte zugeteilt.

Diese Delegierten treffen sich daraufhin auf bundesweiten sogenannten Nominierungsparteitagen. Dort stimmen sie dann an das Ergebnis aus ihrem Bundesstaat gebunden, für eine*n Kandidat*in. So entscheidet sich schließlich, wer für die jeweilige Partei Präsidentschaftswahlkandidat*in wird.

Der Wahltag und die Entscheidung

Traditionell wählen die US-Amerikaner*innen stets an einem Dienstag des Monats November den*die Präsident*in. Dieser unübliche Wahltag hängt historisch bedingt mit dem Ende der Ernte zusammen. Sollten die Bauern aus den ländlichen Regionen doch die Möglichkeit haben, nach der abgeschlossenen Ernte und auch noch bei mildem Novemberwetter zum Wahllokal zu reisen.

Am Wahltag selbst wählen die US-Amerikaner*innen nun ihre*n zukünftige*n Präsident*in, dies erfolgt jedoch auch nur indirekt. Genau genommen werden nämlich die sogenannten Wahlleute für das Electoral College gewählt, die dann wiederum über Präsent*in und Vizepräsident*in entscheiden. Jeder Bundesstaat hat unterschiedlich viele Wahlleute zu wählen. Die Anzahl derer richtet sich dabei nach der Bevölkerungszahl in den Bundesstaaten. Somit hat beispielsweise Kalifornien mit der höchsten Bevölkerung 55 Wahlleute, die gewählt werden müssen. Alaska hat aber trotz der Größe des Staates nur 3 Wahlleute, da dort vergleichsweise wenig Menschen leben. Insgesamt gibt es aus allen Bundesstaaten zusammengerechnet 538 Wahlleute, die dann Mitglied im Electoral College sind. Aus diesem Grund benötigt der*die künftige Präsident*in mindestens 270 Wahlleute, um im Electoral College gewählt zu werden und somit Präsident*in zu werden.

Nun stellt sich noch die Frage, wie die Wahlleute verteilt werden. Hier gilt das Mehrheitsprinzip. Der*die Kandidat*in, der*die in einem Bundesstaat am meisten Stimmen erhält, bekommt nämlich alle Stimmen der Wahlleute dieses Bundesstaates. Das heißt die Stimmergebnisse werden nicht prozentual auf die Wahlleute verteilt, sondern ein*e Kandidat*in bekommt entweder alle Stimmen oder gar keine. Dieses Prinzip wird auch „The winner takes it all“ genannt. Lediglich zwei Bundesstaaten, Nebraska und Maine, gehen dabei mit einem ausgeglichenen Prinzip vor.

Aus diesem Grund ist es durchaus möglich, dass ein*e Kandidat*in zwar insgesamt mehr Stimmen bekommt als der*die andere, die Wahl aber trotzdem verliert. Zuletzt war das der Fall 2016. Hillary Clinton (Demokratische Partei) hatte insgesamt einige Millionen mehr Stimmen als Donald Trump (Republikanische Partei) und ist trotzdem nicht Präsidentin geworden, da sie weniger Wahlleute hatte.

Die Erfahrung aus vielen vergangenen US-Präsidentschaftswahlen hat gezeigt, dass es vor allem auf einige wenige Bundesstaaten am Ende für das Ergebnis ankommt. Diese sogenannten Swing States haben immer mal verschiedene Parteien gewählt und sind deswegen meist entscheidend. Traditionelle Swing States sind beispielsweise Texas, Florida, Pennsylvania oder Ohio. Aus diesem Grund wird in diesen Bundesstaaten deutlich mehr in den Wahlkampf investiert als in sichereren Bundesstaaten.

Electoral College und Amtsvereidigung

Mit dem Auszählen aller abgegebenen Stimmen endet die Wahl. Zwar steht dann ein*e Sieger*in fest, jedoch dauert es noch bis Anfang des kommenden Jahres bis sie*er mit der Arbeit als Präsident*in beginnen kann. Zuvor kommen die am Wahltag entschiedenen Wahlleute am ersten Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember zum Electoral College zusammen. Hier wählen sie nun direkt den*die Wahlsieger*in zum*zur Präsident*in und Vizepräsident*in. Die Stimmzettel werden versiegelt und dem amtierenden Vizepräsidenten in seinem offiziellen Amt als Präsident des Senats übersandt. Anfang Januar werden diese bei einer gemeinsamen Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus dann ausgezählt. Spätestens dann ist offiziell sicher, wer die Wahl gewonnen hat, wobei dies natürlich meist schon nach der Wahlnacht klar ist.

Der Einzug des*der Präsident*in ins Weiße Haus erfolgt daraufhin mit dem Ablegen des Amtseides und der Antrittsrede. Nach diesem langen und komplizierten Wahlverfahren kann er*sie die Arbeit nun ganz offiziell beginnen.

-Selma-

Das Beitragsbild ist von Rene DeAnda auf Unsplash.

Der Beitrag Die USA hat gewählt – Der Weg ins Weiße Haus von Anfang bis Ende erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Seiten