Sie sind hier

GDI Briefing

Newsfeed GDI Briefing abonnieren GDI Briefing
Publikationen des German Institute of Development and Sustainability (IDOS)
Aktualisiert: vor 19 Stunden 8 Minuten

30 years with common but differentiated responsibility, why do we need it ever more today?

5. Mai 2022 - 10:10

The principle of “common but differentiated responsibility” (CBDR), formalized at the 1992 United Nations Conference on Environment and Development in Rio de Janeiro, is ultimately pertaining to the matter of climate justice. Its basic meaning is first and foremost a “shared” moral responsibility between different groups of countries to address global climate change, nevertheless the proportions of such responsibility are differentiated. CBDR’s underlying concepts of fairness and equity has also been manifested in other global governance architectures than just the climate. The World Trade Organization, for example, knows the principle of “special and differential treatment” for developing and least-developed countries. The CBDR principle has gone through “ups and downs” in the past 30 years and the world has further evolved. While it is entering the fourth decade, it still remains relevant today.

Kategorien: english

G7 measures to enhance global health equity and security

3. Mai 2022 - 14:27

Our world has changed drastically, and multilateral institutions and ways of working must also change. The G7 represents the world’s leading industrial countries. Its members want to be recognised for a commitment to democracy, the rule of law, economic prosperity, and working collectively to solve global problems. Even so, in 2022 the G7 stands at a crossroad. One path involves the G7 stepping up to provide leadership at a critical point in time and taking definitive action to tackle the challenges our international community confronts from an irrevocably altered geopolitical environment, a war in Europe, the certainty of future pandemics, and a shifting climate. The other path involves the G7 being increasingly sidelined, its legitimacy continually challenged, its multilateral efforts impeded, and growing skepticism about its members’ motivations and agendas. To meet the global health challenges ahead, we propose the G7 resolutely pursues the first path, actively taking up its global responsibility through the development and adoption of a G7 Global Health Compact 2030 that proactively pursues a transformative agenda informed by democratic values, equity, inclusion, sustained investment, accountability and global solidarity structures. There is an urgent need for new measures, arrangements and approaches that will better prepare the world for the future. The G7 Global Health Compact 2030 must be embedded within an unwavering commitment to multilateralism, the SDGs, determined support to the World Health Organization, and swift, unified action, starting with the implementation of already agreed measures. The Compact must reaffirm global solidarity, increase credibility of the G7, and strengthen reciprocal trust. These measures are needed not only to deal with the global health challenges we face, but also to restore the multilateral system’s capacities to deliver.This issue paper builds on the various proposals and discussions held between January and May 2022 as part of the T7 Taskforce on Global Health process. It is not a consensus document; but rather seeks to distill months of deliberations by expert groups into practical, policy-relevant strategic proposals (the T7 Global Health Taskforce Policy Briefs) for the G7. They are addressed to not only ministers of health – who we consider as the strongest advocates for the G7 Global Health Compact 2030 – but also ministers of foreign affairs, development, and finance, and of course, G7 Leaders. Prior to this document being finalised, a draft version was also shared with experts from low- and middle-income countries (LMICs). The feedback we received via a subsequent dialogue that was organised by Amref with over 160 LMIC participants has been incorporated into the final version of this paper, but the key message was the critical importance of ensuring the inclusion of voices of those with lived experiences in all national, regional and global health initiatives.

Kategorien: english

Drei Eckpfeiler für die feministische Entwicklungspolitik Deutschlands

2. Mai 2022 - 10:50

Nach der Ankündigung Deutschlands, eine feministische Außenpolitik zu verfolgen, hat die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Svenja Schulze die Absicht verkündet eine feministische Entwicklungspolitik (FEP) zu betreiben. Ihr Ziel ist die Förderung der „gleichberechtigten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Teilhabe aller Menschen - unabhängig von Geschlecht, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung“. Die Übersetzung dieser Ambition in eine transformative feministische Entwicklungspolitik sollte auf drei Säulen basieren: 1) ein umfassendes Verständnis von Gender und ein intersektionaler Ansatz, 2) ein klares politisches Ziel und 3) eine Aufstockung der finanziellen Mittel für geschlechtsspezifische Programme.

Erstens sollte die feministische Entwicklungspolitik ein umfassendes anstelle eines binären Verständnisses von Gender verankern. Während der Gender-Aktionsplan II 2016-2020 des BMZ fast ausschließlich Frauen und Mädchen adressiert, sollte die feministische Entwicklungspolitik die Vielzahl marginalisierter Gruppen anerkennen und Mädchen und Frauen, Jungen und Männer sowie nicht-binäre Menschen, die ungleichen Machtverhältnissen ausgesetzt sind, ins Zentrum rücken. Darüber hinaus sollte sie einen intersektionalen Ansatz verfolgen, der anerkennt, dass zusätzliche Faktoren wie Alter, Klasse, Kultur, Religion und sexuelle Orientierung die Ungleichheit verstärken können.

Zweitens sollte das BMZ klären, welchen feministischen Ansatz es verfolgt, und ein klares übergreifendes Ziel der feministischen Entwicklungspolitik festlegen. Es sollte erläutern, welches Problem mit feministischer Entwicklungspolitik gelöst werden soll. Feministische Ansätze teilen das Anliegen der Chancengleichheit für alle Menschen, unterscheiden sich aber in den Mitteln, mit denen Gleichheit erreicht werden soll und lassen sich in zwei Kategorien einteilen: den instrumentalistischen und den transformatorischen Ansatz. Während ersterer darauf abzielt, Menschen in die Lage zu versetzen innerhalb der bestehenden politischen und wirtschaftlichen Prozesse erfolgreich zu sein, erkennt letzterer die Machtverhältnisse an, die die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern aufrechterhalten, und zielt darauf ab, diese strukturellen Hindernisse zu beseitigen. Kanada zum Beispiel fördert die Gleichstellung der Geschlechter als Mittel zur Beseitigung der Armut, während Schweden die Gleichstellung der Geschlechter als Selbstzweck verfolgt. Bislang folgen Schulzes Ausführungen zur deutschen FEP dem schwedischen Modell, das die „drei R“ betont: die Förderung der vollen Verwirklichung der Rechte von Frauen und Mädchen, die Repräsentanz von Frauen in Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen sowie die Bereitstellung von Ressourcen, um beides zu erreichen. Ob dies auch bedeutet, dass Deutschland einen transformativen Ansatz zur Gleichstellung der Geschlechter verfolgt, der eine Abkehr von derzeitiger Fokussierung auf Armutsbekämpfung hin zu einer Priorisierung der Geschlechtergerechtigkeit impliziert, ist unklar. So wies die Ministerin darauf hin, dass die Förderung die FEP den Abbau bestehender patriarchalischer Machtstrukturen erfordere, was einen transformativen Ansatz impliziert. Gleichzeitig argumentiert Schulze jedoch, dass die Gleichstellung der Geschlechter ein Schlüsselfaktor für die Überwindung von Hunger und Armut sei und sich die Teilnahme von Frauen an Friedensverhandlungen langfristig positiv auf deren Ausgang auswirke. Diese Fakten sind zwar empirisch belegt, die Aussagen der Ministerin lassen jedoch einen instrumentalistischen Ansatz vermuten, der Frauen als Sprungbrett zur Überwindung von Armut und Konflikten sieht.

Schließlich sollte Deutschland seine finanziellen Mittel für geschlechtsspezifische Programme erhöhen und Sektoren finanzieren, in denen die Gleichstellung der Geschlechter weniger etabliert ist. Im Jahr 2019 gab Deutschland 46 % seiner gesamten bilateralen Entwicklungshilfe (ODA) für Entwicklungsaktivitäten aus, die in irgendeiner Weise auf die Gleichstellung der Geschlechter ausgerichtet waren. Dies liegt weit hinter den Zuweisungen Kanadas (96 %) oder Schwedens (85 %). Darüber hinaus waren nur 4,7 % der gesamten bilateralen ODA Deutschlands für Initiativen bestimmt, die die Gleichstellung der Geschlechter als Hauptziel hatten. Deutschlands Bekenntnis zu einer feministischen Entwicklungspolitik sollte daher eine Programmplanung verfolgen, die einen stärkeren Schwerpunkt auf die Geschlechtergerechtigkeit legt, höhere Finanzierungszusagen für Aktivitäten vorsieht, die die Gleichstellung der Geschlechter als Hauptziel haben, und einen Zeitplan für spezifische Ergebnisse vorlegt.

Schulzes Ankündigung eine feministische Entwicklungspolitik zu betreiben, ist der richtige Schritt in Richtung Gleichstellung. Diese drei Säulen sind notwendig, um ein kohärentes Konzept mit Zielen und Ressourcen zu deren Erreichung zu entwickeln. Entscheidend ist, dass auch die deutsche feministische Außenpolitik diese Empfehlungen beherzigt, weil ein koordinierter Ansatz für eine effektive Förderung feministischer Ziele unerlässlich ist.

Kategorien: english

Why we should talk about megatrends in Africa

28. April 2022 - 11:53

Megatrends have become ubiquitous phenomena in public policy debates. A thorough understanding of what this concept entails is often missing. We address this gap by unpacking the notion “megatrend” and tracing the significance it has for understanding the transformation of African societies.

Kategorien: english

Europe’s global gateway: a new geostrategic framework for development policy?

28. April 2022 - 11:31

The proposal by the European Union (EU) to build a “Global Gateway” to the world is potentially an important juncture in EU foreign relations. Since its official launch in December 2021, most attention has been put on the initiative’s geo­strategic implications and whether the EU can compete with China. Less attention has been paid to the Global Gateway’s implications for EU development policy in terms of strategic objectives, decision-making, thematic focus and financing. Two aspects are important in this regard. The first is whether the Global Gateway is a serious proposal that can deliver on its headline promises to massively increase European infrastructure financing in developing countries, provide partners with an alternative economic and political model to that being offered by China, and make a meaningful contribution to their efforts to realise the 2030 Agenda. The EU’s announcement that the Global Gateway will generate up to EUR 300 billion in investment by 2027 grabbed headlines, many of them sceptical. There is, however, no reason to doubt that the initiative will be adequately financed. Although the planning for the EU’s international aid budget for 2021-2027 has mostly been completed, a significant proportion remains flexible and could be spent on Global Gateway projects. As for the EU’s implementing capacity, the Gateway’s financial toolbox draws on the EU’s recent experiences with the Juncker Investment Plan and the External Investment Plan, which have both been utilised by development banks and private investors. The second aspect is whether the Global Gateway heralds a change in the EU’s motivations, objectives and modalities for cooperation with developing countries and regions. On the surface, the Global Gateway does not seem to change much. There are many thematic overlaps with existing strategic frameworks for engaging with Africa and the EU’s Neighbourhood. There is even a sense that the Global Gateway turns back the clock to the days when the EU focussed aid spending on infrastructure and emphasised its “political neutrality”. The geopolitical context in which the EU finds itself is, however, being transformed by pandemic, wars and multipolarity. The impacts of epochal events such as the Covid-19 pandemic and Russia’s invasion of Ukraine are still playing out. The Global Gateway signals a major adjustment in the EU’s response to these transformations, particularly regarding its engagement with the “Global South”. This will create a new paradigm for EU development policy, defined by strategic interests. It is likely that the new geostrategic framework will weaken the EU’s commitment to, and observance of, core develop­ment policy principles, especially the focus on poverty, partner country ownership, open governance and the “do no harm” principle. The Global Gateway’s use of aid to cata­lyse commercial investment risks further instrumentalising EU development policy. Specific measures are therefore needed to safeguard and promote the principles that the EU and its member states have committed themselves to.

Kategorien: english

COVID-19 safety measures and socioeconomic status in urban Zimbabwe

28. April 2022 - 11:23

As a medical condition, the coronavirus, which causes COVID-19, infects everyone regardless of social status. However, the capacity to adhere to the recommended safety measures follows the contours of existing socioeconomic dynamics in which social inequality is a major determinant. This chapter addresses the socioeconomic dimension of COVID-19, paying particular attention to how people’s circumstances influence their capacity or lack thereof to practice the recommended safety measures in urban Zimbabwe. The chapter specifically discusses limited mobility, social distancing, self-isolation, handwashing/sanitizing, and wearing of masks as precautions against coronavirus infection and the practicability of these measures based on varied socioeconomic circumstances among residents in urban Zimbabwe. The chapter draws attention to the structuring of urban space in Zimbabwe and its intertwinement with socioeconomic factors in ways that render people living in economic precarity less capable of observing the recommended safety measures.

Kategorien: english

Cultural sensitivity and ethnographic research with migrants

27. April 2022 - 15:38

Culture’s mediation of the research interface has not received much attention; yet it is integral to ethnographic research. Culture shapes worldviews; yet in many instances of research with mobile populations, the tendency is to treat mobility as stripping people of their cultural backgrounds, leading to a corresponding imposition on them of a homogenizing, legalistic identity, conveyed through terms such as ‘refugees’ or ‘migrants’. This tendency is particularly salient in research with African migrants, whose study is normatively subsumed under historical epistemological discourses that exoticize and pathologize Africa. Cultural values play an important role, not only for the researchers in their choices and paradigmatic construction of reality, knowledge, and truth, but also for the research participants who perceive their choices, mobility, and circumstances through a cultural prism. Ethnographers of the reflexive persuasion are increasingly opening the window wider into how they position themselves or are positioned by research participants in the field. However, research with migrants, who epitomize culture in motion, calls for even more articulation of the nuances of both inter‐and intra‐cultural research interfaces. This chapter discusses the relevance of cultural sensitivity in ethnographic research with migrants, paying particular attention to its practical and epistemological implications. It argues that culture‐sensitive ethnographic research provides the researcher with a channel to restore migrants’ subjectivity at a time when disaffection with the researcher’s gaze is growing and potentially raising ethical questions. Migrants had other identities before they moved, and these identities constitute a core component of their subjectivities. Failure to acknowledge these identities and cultures feeds into the customary homogenization of diverse populations, whose commonalities may not involve much beyond the act of moving. It is only through the integration of cultural sensitivity into research that ethnographers can better interpret narratives in both inter‐and intra‐cultural research encounters.

Kategorien: english

Transboundary cooperation and global governance for inclusive sustainable development

26. April 2022 - 11:45

This book gathers researchers and policymakers from all continents who have accompanied Dirk Messner's professional life in science and policy advice. Their articles and essays cover topics related to global governance, transformative science, the environment, sustainability, climate policy and cooperation for the global common good.

Kategorien: english

Mutige Schritte gegen die heranziehende Ernährungskrise sind gefragt

25. April 2022 - 13:33

So hatte sich das Landwirtschaftsminister Cem Özdemir wohl nicht vorgestellt, als er im Dezember 2021 forderte, die Lebensmittelpreise in Deutschland müssten steigen. Die Idee dahinter war, über höhere Preise die durch neue Umweltauflagen entstehenden Kosten zu kompensieren.

Nun steigen die Nahrungsmittelpreise auch ohne Auflagen rapide an. Dies geschah zunächst aufgrund der globalen COVID-19-Krise und der damit verbundenen Störungen der Agrarlieferketten. Eine weitere Verteuerung verursachte die rasche Erholung der Weltwirtschaft und der Anstieg der Nachfrage nach Agrarprodukten, die auf geschwächte Lieferketten traf und viele Preise auf den höchsten Stand seit der letzten Agrarpreiskrise 2011/13 schnellen ließ. Jetzt kommt der Krieg in der Ukraine hinzu. Denn die Ukraine, Russland und Belarus spielen auf den globalen Agrarmärkten eine bedeutende Rolle. Unmittelbar geht es um Weizen, Sonnenblumen, Düngemittel, Gas und Energie. Mittelfristig werden alle Agrarmärkte betroffen sein. Es droht eine sinkende Kaufkraft, und insbesondere im Globalen Süden drohen Nahrungsmittelengpässe, Fehlernährung, Hunger und sogenannte „Brotaufstände“. Solche Unruhen entstehen dort, wo Abhängigkeiten von Nahrungsmittelimporten besonders hoch sind und auf bereits anfällige politische Situationen treffen. Dieses Mal sind z.B. der Libanon und Ägypten besonders gefährdet. Aber auch viele andere Länder und die Bevölkerungsschichten mit niedrigem Einkommen spüren überall die hohen Nahrungspreise schon jetzt schmerzlich. Aus diesen Umständen können sich auch neue zwischenstaatliche Konflikte entwickeln.

Die neue Agrarpreiskrise ist komplex. Wie können ihre negativen Auswirkungen durch kurz- und langfristige Maßnahmen abgefedert werden? Zunächst sollte, wo möglich, verhindert werden, dass Nahrungs- und Produktionsmittelexporte behindert werden. Ein Ende des Krieges wäre natürlich von überragender Wichtigkeit, schon für die Versorgung im Land, aber er würde die Probleme nicht beenden. Für die Ukraine müssen wahrscheinlich Alternativen zum Export über den Seeweg ausgebaut werden. Sanktionsmaßnahmen gegen Russland und Belarus, wie der Ausschluss von Banken vom SWIFT-System, sollten diese Produkte ausnehmen oder es sollten für sie alternative Zahlungswege gefunden werden. Wenn Deutschland Gasimporte aus Angst vor den massiven wirtschaftlichen Folgen nicht boykottiert, gilt eine solche Abwägung erst recht für drohende Nahrungsmittel-Engpässe. Hier müssen doppelte Standards verhindert werden.  

Weitere Maßnahmen sind eine massive Erhöhung von Nahrungsmittelhilfen in den ärmsten Ländern wie Jemen oder Somalia, und (höhere) Geldtransfers an arme Haushalte in Entwicklungs-, aber auch in reichen Ländern wie Deutschland. Die Preise für Grundnahrungsmittel können über reduzierte Importzölle, Senkung von Verbrauchssteuern oder durch Subventionen gesenkt werden. Für arme Länder kann die Finanzierung von Nahrungsimporten unterstützt werden. Wo möglich sollte die Spekulation mit Nahrungsmitteln und das Horten von Agrarprodukten begrenzt werden. Qualitativ geeignete Agrarprodukte könnten von der Tierhaltung und Bioenergieproduktion hin zu menschlichem Konsum umgelenkt werden, z.B. über temporäre Steuern. Für Bioenergie ist in manchen Gesetzgebungen die Reduktion von Beimischungsquoten zum Sprit in Notfällen vorgesehen. Allerdings sind solche Umlenkungen kurzfristig nur für wenige Produkte wie Weizen und für hohe Produktqualitäten möglich, mittelfristig geht das über eine Änderung der angebauten Arten, Sorten und Anbautechniken besser. Um die nächste Ernte sicherzustellen, müssen die Versorgung mit Betriebsmitteln wie Mineraldünger, der Zugang zu Krediten und evtl. zu (Ver)sicherungen oder Garantien gegen starke spätere Preiseinbrüche sichergestellt und damit Risiken für Landwirt*innen reduziert werden.

Längerfristig sollten strategische Konsequenzen aus diesen und weiteren Krisen wie Dürren, die vom Klimawandel noch verschärft werden, gezogen werden. Die Landwirtschaft und die Nahrungssysteme müssen widerstandsfähiger werden; gleichzeitig dürfen die Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit nicht nachlassen. Anbaumaßnahmen, die heute dem Begriff Agrarökologie zugeordnet werden, wie Stickstoff-Düngung über den Anbau von Leguminosen wie Klee, Acker- oder Sojabohnen, Agroforstsysteme oder Humusaufbau, verbessern und stabilisieren die Agrarproduktion. In Regionen mit geringer Anbauintensität und Raubbau am Boden wie in Subsahara-Afrika muss die Produktion gesteigert werden, auch mit externen Betriebsmitteln, Bewässerung und anderen technischen Lösungen.

Die Nahrungssysteme müssen auch jenseits des Anbaus bei Lagerhaltung, Verarbeitung und Konsum bis zur Wiederverwendung optimiert werden. Für mehr Resilienz sollten Anbausysteme und Handelsströme diversifiziert, Lagerhaltung und soziale Sicherung ausgebaut werden. Der Rückzug auf rein lokale Versorgungssysteme, wie er derzeit viel diskutiert wird, ist allerdings kaum der richtige Weg – lokale Ernteschwankungen können schnell zu lokalen Nahrungskrisen führen. Auch der Erhalt eines gewissen Maßes an Tierfutter- und Bioenergie-Produktion ist als Nahrungsmittel-Puffer durchaus sinnvoll.

Für die globale Ernährungssicherung gilt also ein komplexes Zielsystem mit großen Unsicherheiten, vielen Verteilungs- und Gerechtigkeitsproblemen und nicht marktfähigen ökologischen Dienstleistungen. Klare und starke staatliche und zwischenstaatliche Regeln sind ebenso nötig wie staatliche Unterstützung. Dafür braucht die Governance des globalen Nahrungssystems ein System-Update!

Kategorien: english

The phases model of the transformation to sustainability (T2S): structuring through the negotiation perspective

22. April 2022 - 9:28

The complexity of linking sustainability with transformation necessitates a critical re-evaluation of the ways the actors, processes, issues, structures, and outcomes related to the transformation to sustainability (T2S) can be understood. At the same time, achieving T2S is highly dependent on policies based on technical solutions that can prompt needed behavioural change, whereas these technical solutions are not always compatible with both planetary and societal boundaries. Therefore, achieving T2S also calls for evaluating the normative foundations of policies and actions. This paper contends that T2S is significantly defined by the multiplicity of negotiation processes. This justifies a deeper look at T2S from the perspective of negotiation studies. T2S is composed of different phases, each of which has a different set of actors, resources, and audiences. This paper introduces a theoretical model as an analytical meta-framework to structure how T2S unfolds in an orchestrated manner. This model builds on negotiation theories to focus on the actors’ perspectives on T2S. It proposes the division of the transformation process into phases—entry point, learning, sequencing, disrupting, and fortifying. Each of these phases is analysed to determine the “quality” of cooperation that can help fulfil the tasks required to master the so-called “cognitive games” of T2S (ripeness game, power game, bargaining game, policy game, scaling game). Moreover, insights are presented to explain how the designated milestones can be achieved to indicate the advancement to the next phase and eventually entrench the transformation process. The findings resulting from the analysis of the phases of T2S present potential lessons and opportunities for both theorists and practitioners/policymakers

Kategorien: english

Developing country views on Russia’s invasion

21. April 2022 - 11:23

On the day of the Russian invasion of Ukraine, 24 February, the South African government had a clear message: Russia should immediately withdraw its armed forces from Ukraine in accordance with the UN Charter. Ten days later, however, in the vote in the UN General Assembly on 2 March, South Africa could not bring itself to agree to a resolution condemning Moscow’s aggression. Even more striking was the statement that Pretoria published for explanation: “all sides” were asked to abide by international law and the principles of the UN Charter.

Kategorien: english

Urbanisation and rural development in developing countries: a review of pathways and impacts

21. April 2022 - 10:45

This paper reviews the current state of literature on the impacts of urbanisation on rural development in developing countries, with an emphasis on Sub-Saharan Africa (SSA). Assessments of these effects diverge greatly. While some authors see urbanisation as strongly benefitting rural areas, for instance, through increased demand for agricultural goods and services, others highlight negative effects, for example, through the loss of livelihoods emanating from displacements and the conversion of agricultural land. Given this complexity, a review that thoroughly analyses the causal relationships between urbanisation and rural development is warranted. To do this, this Discussion Paper identifies seven channels through which urbanisation affects rural development: i) production and consumption linkages; ii) employment linkages; iii) financial linkages; iv) land market linkages; v) information and public service linkages; vi) social interactions linkages; and vii) environmental externalities. As to the first channel, production and consumption linkages, the review suggests that urbanisation has increased demand for agricultural products and services; natural resources; commercialisation and modernisation of agricultural technologies; and smallholders’ participation in modern agricultural value chains. The employment channel suggests that rapid urbanisation is enabling the diversification of rural livelihoods by bringing new eco­nomic opportunities to rural areas, but the effects have not been uniform across countries and communities. With regard to financial linkages, flows from cities have increased in many developing countries, benefitting rural areas; yet some studies point to no or to negative effects due to reduced agricultural productivity from the loss of labour and technology, and the crowding out of investment. Land market effects are particularly heterogeneous. While urbanisation tends to drive land value up and encourages investments, there are also negative developments in terms of crowding out and speculation. As to information and public service linkages, the review suggests that urbanisation has fostered information and knowledge flows from urban areas to rural areas which have improved income, innovation, and employment. Social interactions among urban and rural citizens more generally may bridge cultural gaps, improve the flow of information, knowledge, and resources pertinent for rural economic transformation, and thereby enhance social cohesion; yet little empirical evidence exists so far in terms of effects and causalities. Finally, urbanisation affects rural development through the environmental externalities it generates: waste disposal, environ­mental degradation, and loss of biodiversity. If appropriate technologies are put in place, urbanisation can also improve waste management and soil fertility, thus reducing the cost of agricultural production. To this end, the review has identified research gaps that have important policy implications. First, although effective rural-urban planning, monitoring and evaluation of rural-urban devel­opment policies require better data, there is lack of data collection systems or their quality is poor. In this respect, investing in emerging data sources such as satellites data can help countries improve their data collection systems and measures. Second, research is needed to revise and re­formulate better theoretical frameworks that take into account the uniqueness of African urban cities. Third, empirical evidence which documents to what extent and how rural-urban linkages provide an important arena for improving social interactions among neighbours, societies, and communities is needed. Finally, as many African countries continue to experience rapid urbani­sation (mostly urban sprawl), a thorough study of the impacts of urban externalities on agri­cultural productivity, food security, biodiversity, and the health of rural communities is necessary.

Kategorien: english

WTO 2.0 – Making the multilateral trading system fit for the 21st century and how the G7 can help

13. April 2022 - 6:58

The World Trade Organization (WTO) is in its deepest crisis since its creation. This relates to each of its three pillars: 1. trade liberalization and rules-setting, 2. trade policy monitoring, and 3. dispute settlement. Germany’s G7 Presidency will require a careful balancing between addressing long-standing issues such as aligning the WTO with the Agenda 2030 for Sustainable Development and reforming the dispute settlement process on one hand side and focusing on the immediate challenges presented by the geopolitical crisis as well as recovery from the Covid-19 pandemic. This requires, more than ever, multilateral collaboration and innovative and interdisciplinary solutions. The G7 countries, in close cooperation with their partners, have a unique opportunity to articulate a new vision for trade and the multilateral trading system. The G7 can lead by example while also incentivizing and supporting other nations to raise the level of ambition in aligning trade policies with current world challenges. As such, the goal should not be to try to re-establish the status quo but rather to adapt the world trading systems and its rules to the realities and necessities of the 21st century and the new geopolitical context. What is needed is a WTO 2.0 that responds to the world’s peace, health and environmental challenges and proactively contributes to solving them.

Kategorien: english

Towards an inclusive climate alliance with a balance of carrots and sticks

13. April 2022 - 6:51

As G7 countries generate 25% of world greenhouse gas emissions, an open and cooperative G7 climate alliance can accelerate international climate policy in a transformative and inclusive manner. Building upon a proposal of the German Government (2021), we propose several key design elements for such an alliance.

Kategorien: english

Do not neglect African security

10. April 2022 - 12:12

The EU decided to use the European Peace Facility (EPF) to provide lethal military equipment to Ukraine. The Union had never before bought and provided weapons to another country. EU foreign ministers agreed to make the first € 500 million available on 28 February. On 21 March, they added another € 500 million. African leaders took note. Shortly before Russian troops invaded Ukraine on 24 February, the EU-AU summit had taken place in Brussels. It confirmed that security and peace remain on the shared agenda for future cooperation.

Kategorien: english

Raus aus der Schuldenfalle

8. April 2022 - 13:00

Die Covid-19-Pandemie hat die Schuldensituation in vielen Entwicklungsländern erheblich verschlechtert. Laut Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) sind bereits rund 60 Prozent der ärmsten Länder hoch verschuldet. Die Frage ist, wie wir eine Verschuldungskrise verhindern können und wie die globale Schuldenpolitik (Global Debt Governance) ausgestaltet sein soll. Ein Instrument zur Bewältigung von Staatsverschuldungsproblemen könnte ein Insolvenzverfahren für souveräne Staaten sein. Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung spricht sich für die Unterstützung eines solchen Verfahrens aus. Zum Teil ähnlich wie in einem Insolvenzverfahren für den Privatsektor würde ein Rechtsrahmen für die zahlungsunfähigen Staaten geschaffen, um zu klären, welche Gläubiger in welchem Umfang bedient werden. Solch ein Verfahren hätte Vorteile: Es bietet einen vorhersehbaren und transparenten Fahrplan für die Umstrukturierung und wenn nötig auch den Erlass von Schulden. Es kann also schnell und systematisch gehandelt werden. Ein Insolvenzverfahren für Staaten ist ein wichtiges noch fehlendes Instrument der Global Debt Governance dar.

Kategorien: english

Global Debt Governance: escaping from the debt trap

7. April 2022 - 13:01

The Covid-19 pandemic has significantly worsened the debt situation in many developing countries. According to the World Bank and the International Monetary Fund (IMF), around 60 % of the world’s poorest countries are now heavily indebted. The big questions are how debt crises can be prevented and how a global debt governance system should be designed. One instrument for tackling sovereign-debt problems would be an insolvency procedure for sovereign states. Germany’s new Federal Government has expressed support for such an innovation in its coalition agreement. The idea is to create a legal framework that would serve to clarify which creditors will be serviced to what degree – to some extend similar to private-sector insolvency. It would provide a predictable and transparent roadmap for debt restructuring and, when necessary, debt relief and it would therefore permit swift and systematic action. An insolvency procedure for sovereign states is missing from the toolbox of global governance.

Kategorien: english

Energy saving behaviours of middle class households in Ghana, Peru and the Philippines

6. April 2022 - 14:22

Demand-side management of energy seeks to foster energy efficiency investments and curtailment behaviour in households. The role of environmental concern and knowledge for both types of energy saving behaviour has hardly been investigated in middle income countries with growing middle classes and rising electricity demand. Drawing on unique household survey data from Ghana, Peru and the Philippines, this paper analyses the links from individual motivation to behaviour, and from behaviour to the impact on households' total electricity expenditures. We find that consumers with more environmental concern are more likely to adopt curtailment behaviours, but that concern does not influence energy efficiency investments. In turn, higher levels of environmental knowledge make households' energy efficiency investments more likely, but do not influence curtailment. Neither energy efficiency investments nor curtailment behaviours significantly impact households' electricity expenditures. Small differences between Ghana, Peru and the Philippines exist.

Kategorien: english

Welche Rolle sollte der EU Green Deal in Konfliktzeiten spielen?

4. April 2022 - 10:55

Bonn, 04.04.2022. Infolge der russischen Invasion der Ukraine steht Energiesicherheit nun ganz oben auf der europäischen Tagesordnung. Der Stopp des umstrittenen Nord-Stream-2-Projekts ist nur ein Beispiel für die Maßnahmen, mit denen die europäischen Länder darauf reagieren. Deutschland ist eines der Länder, die am stärksten von Russlands fossilen Brennstoffen abhängig sind: Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) waren im Jahr 2020 37,2 % des in Deutschland verbrauchten Öls, 20,9 % der Kohle und vor allem 45,7 % des Erdgases aus Russland importiert. Dies ist nur ein Beispiel für die erheblichen Schwachstellen im Energiesystem der EU insgesamt (40 % des Erdgasverbrauchs der EU werden von Russland geliefert). Diese Schwachstellen sollen im Rahmen eines Plans behoben werden, der die Energieunabhängigkeit der EU von Moskau bis 2030 anstrebt.

Eine solche Unabhängigkeit sollte jedoch nicht durch eine Verlagerung der Versorgung mit fossilen Brennstoffen auf andere Quellen wie Flüssigerdgas erreicht werden. Vielmehr kann und sollte sie langfristig durch eine dringende und rasche Entwicklung erneuerbarer Energien – Wind, Sonne, grüner Wasserstoff – und durch Verbesserungen der Energieeffizienz erreicht werden. Eine Verzögerung oder gar Änderung des Green Deals, wie sie von einigen Mitgliedern des EU-Parlaments gefordert wird, sollte in Zeiten vielfältiger globaler Krisen keine Option sein. Es ist vielmehr an der Zeit, den Green Deal in den Mittelpunkt der EU-Energiesicherheitspolitik zu stellen, neben koordinierten Maßnahmen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, biologische Vielfalt, grüner Industriepolitik und Klima.

Kurzfristig können ein starker Fokus auf Energieeffizienz und eine Kampagne zur Energieautarkie helfen, um den Erdgasbedarf zu senken. Im Frühjahr und Sommer hat die EU die Möglichkeit, sich auf die Verbesserung von Gebäudeisolierung, Heizungssystemen oder den Ersatz von Gaskesseln durch Wärmepumpen zu konzentrieren. Zusammen könnten diese Maßnahmen laut IEA innerhalb eines Jahres zu einer Verringerung des Erdgasverbrauchs um vier Milliarden Kubikmeter führen, ggf. mehr.

Kurz- und mittelfristig müssen die Klimamaßnahmen in der EU Anreize für ein starkes Engagement für erneuerbare Energien (und die Infrastruktur für intermittierende Energiequellen) schaffen und so die Elektrifizierung von Energiedienstleistungen, die derzeit Erdgas nutzen, vorantreiben. Die Solar- und Windenergietechnologie, die laut IEA den Gasverbrauch in der EU um sechs Milliarden Kubikmeter reduzieren könnte, ist bereit und kann sehr schnell eingesetzt werden. Ihr Einsatz wird derzeit vor allem durch Regulierung gebremst. In Deutschland sind langsame und unvorhersehbare Genehmigungsverfahren die Haupthindernisse für einen schnelleren Ausbau der Windenergie.

Mittel- und langfristig sollte die Diversifizierung von Gasimporten auch andere Substitute einschließen, insbesondere grünen Wasserstoff. Durch den Import und die verstärkte Produktion von grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energien kann die EU die Dekarbonisierung von Schlüsselindustrien beschleunigen und ihre globale Rolle bei der Erzeugung grüner Energie stärken, indem sie ein wichtiger Handelspartner für andere Länder wird. Ein rascher Übergang zu grünem Wasserstoff wird für energieintensive Industrien wie die Stahlproduktion und für solche, die nicht elektrifiziert werden können, von entscheidender Bedeutung sein. Investitionen in diesem Bereich und klare Signale an den Privatsektor sind heute erforderlich.

Die EU sollte die internationale Dimension des Green Deal ernst nehmen und starke globale Partnerschaften fördern. Der Import energieintensiver Rohstoffe, die mit erneuerbaren Energien in Regionen mit höherem Potenzial hergestellt werden, könnte die Energiewende weltweit vorantreiben Südafrikanische Forscher*innen haben vorgeschlagen, die Produktion von grünem Primäreisen unter Nutzung der Eisenerzvorkommen des Landes, seines enormen Potenzials an erneuerbaren Energien und seiner industriellen Kapazitäten zu entwickeln. Dieses könnte dann nach Europa exportiert und in bestehenden Stahlwerken zur Herstellung von Stahl mit deutlich geringeren Emissionen verwendet werden. Die Aufnahme solcher neuen Handelsbeziehungen kann aber auch unbeabsichtigte Nebenwirkungen haben. Daher ist eine sorgfältige Prüfung möglicher Kompromisse mit anderen Bereichen der nachhaltigen Entwicklung erforderlich. Die weltweite Verknappung von Mais, Weizen und Sonnenblumenöl aufgrund des Krieges in der Ukraine sollte nicht durch eine erhöhte Biokraftstoffproduktion verschärft werden. Der Aufbau von Partnerschaften, die einen gegenseitigen Nutzen gewährleisten, sollte ein Hauptziel der EU sein.

Die Abhängigkeit Europas im Energiebereich kann nur durch die Verringerung unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen begrenzt werden. Dies steht in perfektem Einklang mit dem Ziel des Green Deals, Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen. Er wurde zwar zur Bekämpfung des Klimawandels konzipiert, ist aber auch unsere beste Antwort auf eine neue geopolitische Realität. Wenn überhaupt, muss die EU den Green Deal beschleunigen und nicht verzögern. Ist er erfolgreich, hat er das Potenzial, das Herzstück einer energiesicheren und Treibhausgas-neutralen EU zu werden, die angesichts der Klimakatastrophe und geopolitischer Auseinandersetzungen eine entschlossene Haltung einnimmt.

Alexia Faus Onbargi und Gabriela Iacobuta sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE). Lukas Hermwille ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wuppertal Institut.

Kategorien: english

What possible futures are conceivable for mobility in African metropolises?

4. April 2022 - 9:05

In many African cities, privately operated mini-buses, motorbike taxis and auto-rickshaws are the main means of public transport. They are flexible, inexpensive, and also cater to the needs of within those vast parts of of the city neglected by official public transportation options. But these unregulated services often have drivers who go too fast and take lots of risks, thereby contributing to some of the highest traffic accident rates in the world. Over the years, several metropolitan areas have tried to solve the problem by introducing bus rapid transit systems-with little success, however, because of high costs and resistance from informal operators. But the problem could also be approached differently, for example by means of the "reverse product life cycle" concept. The idea behind this is to progressive improve existing informal transport services until a new regulated mass transport services is developed. But Africa`s mobility of the future will also be shaped by the rising demand for private cars. Until now, old used cars that failed to meet strict emission standards of the Global North were imported cheaply from Europe, Asia and North America. But some African countries have started introducing fines to prevent people from buying old used vehicles, although that`s not enough. We need to expand the nascent car industry in Africa and produce more locally manufactured, clean cars for the African market. In the future, even the rich car-producing countries, such as Germany and Japan, will have to dismantle and scrap their own used vehicles locally.

Kategorien: english

Seiten