Sie sind hier

Germanwatch

Newsfeed Germanwatch abonnieren
Aktualisiert: vor 52 Minuten 59 Sekunden

Klimagipfel schafft Grundlage für weltweite Umsetzung des Pariser Abkommens – Jetzt muss Bundesregierung handeln

15. Dezember 2018 - 21:40
Klimagipfel schafft Grundlage für weltweite Umsetzung des Pariser Abkommens – Jetzt muss Bundesregierung handeln Stefan Küper 15.12.2018 | 21:40 Uhr Germanwatch zum Ergebnis der COP 24: Solides Regelwerk vereinbart - aber zur Abwendung der Klimakrise reicht der politische Wille bisher nicht aus

Katowice (15. Dez. 2018). Das auf der aktuell noch andauernden Weltklimakonferenz in Katowice (COP 24) vereinbarte Regelbuch ist nach Einschätzung der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch eine solide Grundlage für die weltweite Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. "Dieses Regelwerk ist eine solide technische Basis. Aber zur Abwendung der Klimakrise kommt es nun darauf an, dass alle Staaten deutlich mehr politischen Willen zur zügigen Umsetzung des Pariser Abkommens zeigen", sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. "Für den notwendigen Wandel müssen zum Beispiel weitreichende Transformationspartnerschaften zwischen Staaten zur Umsetzung der Energie- und Verkehrswende vereinbart werden."

Bals weiter: „Dies ist vor allem deswegen ein beachtliches Ergebnis, weil es einige Sabotageversuche aus dem Weißen Haus, von Saudi-Arabien und Brasilien gab." Das Ergebnis sei vor allem der Verdienst der ärmsten und durch die Klimakrise verletzlichsten Entwicklungsländer, die sich für starke Beschlüsse eingesetzt haben. "Die Abwendung der Klimakrise ist gerade für diese Länder eine Frage des Überlebens", betont Bals. "Auch Deutschland hat durch seine Finanzzusagen und sein Auftreten innerhalb der sogenannten High-Ambition-Koalition von Industrie- und Entwicklungsländern zu diesem Ergebnis konstruktiv beigetragen.“

Bals weiter: „Das Ergebnis von Katowice ist auch ein Sieg für den Multilateralismus. Die Bewährungsprobe folgt aber nun, wenn es an die Umsetzung des Pariser Abkommens geht. Wir brauchen jetzt Entscheidungen der Regierungen für ehrgeizigen Klimaschutz zu Hause. Die Klimabewegung, die sich gerade vom Hambacher Wald über Widerstand gegen Pipelines bis zu Klima-Schulstreiks weltweit formiert und auch hier in Katowice sichtbar geworden ist, wird von den Regierungen nun immer vehementer den notwendigen Klimaschutz einfordern." In Deutschland muss Anfang des Jahres die Kohlekommission einen Ausstiegspfad beschließen, der mit den Pariser Klimazielen vereinbar ist, die Verkehrskommission muss die Weichen für eine echte Verkehrswende stellen und das Klimaschutzgesetz muss die notwendigen Maßnahmen wie einen CO2-Preis festschreiben. "Das erlaubt dann auch die Erhöhung des unzureichenden europäischen Klimaziels für 2030, so wie es Deutschland und die EU hier zugesagt haben“, betont Christoph Bals.

COP 24 fordert verbesserte Klimaziele aller Länder bis 2020

Als ein zentrales Ergebnis der Konferenz hebt Germanwatch hervor, dass die Bedeutung der Berichte des Weltklimarats IPCC für die Klimapolitik anerkannt wurde und alle Staaten aufgefordert sind, bis 2020 nachgebesserte Klimaziele vorzulegen. „Ohne den Widerstand der USA und Saudi-Arabiens wären hier noch eindeutigere Beschlüsse möglich gewesen. Trotzdem macht das Abschlussdokument der Konferenz deutlich: Vor dem Hintergrund des Sonderberichts des Weltklimarats zu 1,5 Grad wird von allen Ländern erwartet, jetzt ihre Klimaziele für 2030 nachzuschärfen", so Bals. UN-Generalsekretär Guterres lädt für September 2019 zu einem Sondergipfel ein, auf dem die verbesserten Klimaziele vorgelegt werden sollen.

In den Umsetzungsregeln für das Pariser Klimaabkommen ist es gelungen, einheitliche Vorgaben für alle Länder zur Vergleichbarkeit der nationalen Klimabeiträge und zu den Berichten über ihre Umsetzung zu verankern. Zudem gibt es Übergangsregeln für die Entwicklungsländer, denen bislang die notwendigen Kapazitäten dafür fehlen. „Das ist ein wichtiger Erfolg von Katowice, denn nur mit einheitlichen Vorgaben kann das Pariser Klimaabkommen funktionieren“, erklärt Bals. „Der Versuch Brasiliens, riesige Schlupflöcher zu schaffen, konnte abgewehrt werden." Brasilien wollte, dass der internationale Emissionshandel nicht im Transparenzregime berücksichtigt wird.

Klar ist nun auch, wie die regelmäßigen Überprüfungsrunden ab 2023 ablaufen sollen; die Regeln hierzu bewertet Germanwatch als ausreichend robust. Positiv hervorzuheben ist, dass bei diesen Runden zur Zielkontrolle und Nachschärfung dieser Ziele alle fünf Jahre auch die klimabedingten Schäden und Verluste beachtet werden sollen.

Regeln zur Klimafinanzierung gestärkt - doch mehr Länder müssen Finanzzusagen aufstocken

Mit den Beschlüssen zur Klimafinanzierung wurden die Grundlagen gelegt, dass auch Entwicklungsländer ihre Emissionen schneller reduzieren und gleichzeitig die Anpassung an schon nicht mehr vermeidbare Klimafolgen stemmen können. „Die Regeln zur Berichterstattung über geplante und geleistete Klimafinanzierung schaffen mehr Planungssicherheit für die Entwicklungsländer“, lobt Bals. „Allerdings sollte es seriöse Praxis sein, in den Berichten klar zwischen Zuschüssen und Krediten zu unterscheiden. Es ist widersinnig, wenn Kredite mit ihrer Gesamtsumme genauso gezählt werden wie Zuschüsse; das muss in einigen Jahren dann verbindlich geregelt werden.“

Ein Erfolg ist aus Sicht von Germanwatch, dass die Zukunft des erfolgreichen Anpassungsfonds, der bislang Teil des auslaufenden Kyoto-Protokolls war, nun auch unter dem Paris-Abkommen gesichert ist. „Die Regeln und Institutionen zur Klimafinanzierung wurden gestärkt – aber jetzt ist auch mehr Geld notwendig. Mit Ankündigungen zur Verdopplung der Beiträge für den Grünen Klimafonds haben Deutschland und Norwegen vorgelegt, auch die anderen reichen Länder müssen kommendes Jahr ihre Beiträge verdoppeln“, fordert Christoph Bals. „Enttäuschend für die vom Klimawandel besonders Betroffenen ist, dass keine Fortschritte zur Finanzierung von klimawandelbedingten Schäden und Verlusten gemacht wurden, die trotz Klimaanpassung nicht mehr abwendbar sind. Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer dramatischer – dieses Thema gehört daher ganz oben auf die Tagesordnung der nächsten Klimakonferenz in Chile.“

Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameRixa Schwarz Teamleiterin Internationale Klimapolitik +49 (0)228 / 60 492-25 schwarz@germanwatch.org Echter NameLutz Weischer Teamleiter Internationale Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org

Klimagipfel in Katowice: Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel

14. Dezember 2018 - 19:25
Klimagipfel in Katowice: Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel Stefan Küper 14.12.2018 | 19:25 Uhr BUND, Germanwatch, Greenpeace Deutschland und WWF Deutschland: "Stellen Sie klar, dass die Bundesregierung hinter den ambitionierten Zielen und Ankündigungen steht"

Betreff: Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel zur Unterstützung eines Erfolges des Klimagipfels in Katowice

Kattowitz, 14.Dezember 2018

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

der Erfolg der 24. UN-Klimakonferenz in Kattowitz und damit die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens steht auf der Kippe. Deshalb wenden wir uns mit einem öffentlichen Appell an Sie.

Nach den positiven Erfahrungen auf dem Klimagipfel von Paris wurde auf dem Petersberger Klimadialog, an dem Sie auch teilgenommen haben, eine Neuauflage der High Ambition Koalition auf den Weg gebracht.

Diese hat nun hier – mit Beteiligung der deutschen Umweltministerin Svenja Schulze – ihre Bereitschaft angekündigt, ihre NDCs bis 2020 mit erhöhten Zielen nachzubessern. Dies ist, wie der jüngste IPCC-Bericht dargelegt hat, zwingend notwendig auf dem Weg die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Heute hat die High Ambition Koalition noch mal nachgelegt. Sie fordert gemeinsam eine klare Entscheidung, nicht nur eine unverbindliche Erklärung des Klimagipfels; ein klares Bekenntnis zum jüngsten IPCC-Sonderbericht zu 1,5° C als zentrale Grundlage für weiteren Fortschritt; ein klares Signal für höhere Klimaziele;  ein Regelbuch zur Umsetzung aller Ziele des Pariser Abkommens und zwar so, dass dies zu mehr Ambition führt.

Der Ankündigung der Bundesumweltministerin hat inzwischen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier öffentlich widersprochen, indem er diese Positionierung als Einzelaktion hingestellt hat, die für die Bundesregierung nicht bindend sei. Ohne eine klare Positionierung Deutschlands und Unterstützung der Marshall Islands droht hier der Vorstoß der High Ambition Koalition, ein einigermaßen ambitioniertes Ergebnis in Kattowitz zu erreichen, zu scheitern.

Wir bitten Sie deshalb dringend als Kanzlerin klarzustellen, dass die deutsche Bundesregierung hinter diesen ambitionierten Zielen und Ankündigungen steht. Wir halten dies für notwendig, um diese Konferenz zu einem Erfolg zu führen.

Unterzeichner:
Hubert Weiger, Vorsitzender Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer Germanwatch und Sprecher der Klima-Allianz Deutschland

Martin Kaiser, Geschäftsführer Greenpeace Deutschland

Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand WWF Deutschland

Aktuell COP 24 Merkel Bundesregierung Klimagipfel Katowice Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameLutz Weischer Teamleiter Internationale Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameRixa Schwarz Teamleiterin Internationale Klimapolitik +49 (0)228 / 60 492-25 schwarz@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Die neue EBRD-Energiestrategie: Noch ein weiter Weg, um die Investitionen der Bank mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens in Einklang zu bringen

14. Dezember 2018 - 12:55
Die neue EBRD-Energiestrategie: Noch ein weiter Weg, um die Investitionen der Bank mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens in Einklang zu bringen Konrad Brambach 14.12.2018 | 12:55 Uhr

Am 13. Dezember hat das Direktorium der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) eine neue Strategie für den Energiesektor verabschiedet. Diese hat Einfluss auf die Verwendung von vielen Milliarden Euros öffentlicher Mittel im Energiesektor. Und leider ist die Strategie eine verpasste Chance, um die Investitionen der Bank wirklich umfassend an den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten.

Obwohl die Strategie einige Fortschritte enthält, bleibt sie deutlich hinter der bereits vor einem Jahr veröffentlichten Weltbank-Ankündigung zurück, nach 2019 keine Exploration und Förderung von Öl und Gas mehr zu finanzieren. Die neue EBRD Energiestrategie ist insgesamt nicht ausreichend, um einen Übergang zu 1.5°C-kompatiblen Entwicklungspfaden zu gewährleisten. Sie wird der unterstützenden Rolle für die notwendige Transformation, die die EBRD für sich beansprucht, damit nicht gerecht.

Germanwatch, das World Resources Institute und das NewClimate Institute haben vergangene Woche eine umfassende Studie veröffentlicht, die verschiedene Ansätze zur Operationalisierung des von den Entwicklungsbanken versprochenen „Paris Agreement alignment“ vorschlägt. Die Studie zeigt insbesondere, dass weitere Investitionen in Ölförderung und Ölinfrastruktur nicht mit dem Pariser Klimaabkommen in Einklang stehen und dass weitere Investitionen in Gas auf spezifische Fälle anhand  klar definierter Kriterien begrenzt werden müssen.  

Wichtige Schritte in Richtung Klimakompatibilität sind, dass die EBRD Strategie zumindest die direkte Finanzierung von thermischen Kohlebergbau, die Stromerzeugung aus Kohle und die Erschließung neuer Ölfelder ausschließt. Auch die weitergehende Verwendung des CO2-Schattenpreises und seine Anhebung auf das von der High-Level Commission on Carbon Prices empfohlene  Niveau stellen Verbesserungen gegenüber der alten Strategie dar.

Eine vollumfängliche Anpassung der Finanzflüsse an das Pariser Klimaabkommen gewährleistet die Strategie hingegen noch nicht. Zur Operationalisierung dieser Selbstverpflichtung hat sich die EBRD aber – zusammen mit anderen multilateralen Entwicklungsbanken – gerade in der letzten Woche auf dem Klimagipfel in Kattowitz bekannt. Spätestens wenn wie angekündigt die Methoden für das „Paris Alignment“ Ende nächsten Jahres zur COP25 vorliegen, wird die EBRD weit strengere Kriterien an fossile Energie-Investitionen anlegen müssen, als jetzt in der Energiestrategie vorgesehen.

Aktuell Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen Entscheider Journalisten Lehrende Unterstützer Verbraucher AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameLutz Weischer Teamleiter Internationale Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameSophie Bartosch Referentin für Klimaschutz und Entwicklungsbanken +49 (0)228 / 60 492-54 bartosch@germanwatch.org

Stellenangebot: Referent/in für Klimaklage-Kommunikation

14. Dezember 2018 - 10:00
Stellenangebot: Referent/in für Klimaklage-Kommunikation Rebekka Hannes 14.12.2018 | 10:00 Uhr 24-40 h / Woche, Arbeitsort Bonn, zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Germanwatch unterstützt ihm Rahmen des People’s Climate Case vom Klimawandel betroffene und bedrohte Menschen, die für den Schutz ihrer Grundrechte erstmals vor dem Gericht der EU klagen und damit die Europäische Union für verschärfte Klimaziele in die Pflicht nehmen.

Für die deutsche Schnittstelle des People’s Climate Case suchen wir eine erfahrene Person mit dem Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit, aber auch ergänzend Pressearbeit sowie für Aspekte von Kampagnen- und Netzwerkarbeit.

Zu Ihren Hauptaufgaben gehören:

  • Öffentlichkeits- und ergänzend Presse- bzw. Medienarbeit (Pressetexte, Journalistenbriefings, Beiträge für Social Media, Blogs und Website etc.)
  • Weiterentwicklung und Durchführung der strategischen Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der Kläger*innen im deutschsprachigen Raum
  • Kooperation in einem Netzwerk von Partnern auf deutscher und europäischer Ebene
  • Unterstützung der deutschen Klägerfamilie
  • In enger Abstimmung mit dem Germanwatch-Klimateam das Setzen politischer Akzente in Bezug auf die angestrebte Anhebung der EU-Klimaziele

Sie bringen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen in den folgenden Bereichen mit:

  • Relevante Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit
  • Sehr gute kommunikative Fähigkeiten und strategisches Denken
  • Erfahrungen in Projektmanagement
  • Erfahrungen in der Pressearbeit
  • Abgeschlossenes Studium in einem für die Stelle relevanten Fachgebiet oder entsprechende mehrjährige nachweisbare praktische Erfahrung
  • Grundverständnis von juristischen Sachverhalten
  • Wünschenswert ist zudem Erfahrung in internationaler und/oder nationaler Netzwerkarbeit mit Akteuren aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und /oder Politik
  • Mind. 2 Jahre praktische Erfahrungen in o.g. Bereichen (Berufserfahrung oder Praktika / Ehrenamt)
  • Sehr gutes Deutsch und Englisch in Wort und Schrift
  • Bereitschaft für Reisetätigkeit (Deutschland, Luxemburg, Brüssel), regelmäßige Fahrten in das Berliner Büro

Wir bieten eine in Anlehnung an den öffentlichen Dienst vergütete und bis Ende 2019 befristete Anstellung in Vollzeit/Teilzeit (24-40 Stunden pro Woche). Sie erwartet die Möglichkeit, zusammen mit einem engagierten, sympathischen Team auf wichtige gesellschaftliche Debatten und Prozesse wirksamen Einfluss zu nehmen.

Ihre Bewerbung schicken Sie uns bitte bis zum 06.01.2019 zusammen mit dem ausgefüllten Bewerbungsfrage­bogen, den Sie im Downloadbereich auf der rechten Seite abrufen können (Kontakt bei technischen Problemen: Ulrike Koll, koll@germanwatch.org). Der Bewerbungsbogen ist das zentrale Dokument und unverzichtbarer Teil Ihrer Bewerbung. Er enthält weitere wichtige Hinweise zum Bewerbungsverfahren.

Die Bewerbungsgespräche werden voraussichtlich am 17.01.2019 in Bonn stattfinden.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Aktuell Stellenangebot Dateianhang

Stellenangebot [PDF, 0,6 MB]

Bewerbungsbogen [Word, 0,4 MB]

Konzernmacht beschränken

13. Dezember 2018 - 15:21
Konzernmacht beschränken Konrad Brambach 13.12.2018 | 15:21 Uhr

Mit dem Diskussionspapier möchte Germanwatch einen Beitrag zur öffentlichen Debatte über die Notwendigkeit von Regulierung 4.0. leisten. Im Mittelpunkt stehen die Betrachtung der Bedeutung von Daten und Algorithmen, der Monopolisierung sowie politischer Ansätze im Kartellrecht. Entscheidend wird sein, ob die Digitalisierung die soziale und ökologische Transformation des Wirtschaftssystems unterstützt oder, was es zu vermeiden gilt, behindert.

Aktuell Dateianhang

Download: Diskussionspapier [PDF, 6.3 MB]

AnsprechpartnerInnen Echter NameHendrik Zimmermann Referent für Energiewendeforschung und Digitale Transformation +49 (0)30 / 28 88 356-72 zimmermann@germanwatch.org

Wichtige Zusage für den Anpassungsfonds - nun muss Deutschland beim Klimaschutz aufholen

11. Dezember 2018 - 19:07
Wichtige Zusage für den Anpassungsfonds - nun muss Deutschland beim Klimaschutz aufholen Stefan Küper 11.12.2018 | 19:07 Uhr Germanwatch kommentiert die Rede von Bundesumweltministerin Svenja Schulze bei der COP24

Katowice (11. Dez. 2018). Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch: "Umweltministerin Schulze ist hier mit einer schweren Hypothek vor die Weltöffentlichkeit getreten: Deutschlands Emissionen sind seit neun Jahren nicht gesunken, ein Sofortprogramm zum Klimaschutz und ein Fahrplan zum sozialverträglichen Kohleausstieg bis etwa 2030 liegen noch immer nicht vor. Es ist gut, dass die Ministerin diesen Rückstand anerkannt hat. Im kommenden Jahr muss endlich gehandelt werden: Mit Ergebnissen der Kohlekommission, die im Einklang mit den Pariser Klimazielen stehen, mit dem Einstieg in die Verkehrswende und mit einem verbindlichen Klimaschutzgesetz."

Deutschland müsse zudem in den nächsten Tagen dafür sorgen, dass die EU zum Motor eines guten Ergebnisses dieser Konferenz wird, anstatt innerhalb der EU zu bremsen. Bals: "Die EU muss sich hier dazu verpflichten, das unzureichende europäische 2030-Klimaziel in den nächsten Monaten zu erhöhen. Ein ganz wichtiges Signal der Solidarität mit den vom Klimawandel am meisten Betroffenen ist die Zusage Deutschlands von 70 Millionen Euro für den Anpassungsfonds der Vereinten Nationen. Das ist die größte Zusage, die es für diesen Fonds je gab. Er unterstützt die besonders verletzlichen Bevölkerungsgruppen in armen Ländern bei konkreten Projekten zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Wir begrüßen es sehr, dass Deutschland damit einen Beitrag leistet, endlich mehr Finanzierung für Anpassung zur Verfügung zu stellen. Zusammen mit der vergangene Woche angekündigten Verdopplung des deutschen Beitrags zum Grünen Klimafonds kann dies dazu beitragen, dass auf der COP24 Schwung für ein ambitioniertes Ergebnis entsteht. Andere reiche Länder sollten sich daran ein Beispiel nehmen."

Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameLutz Weischer Teamleiter Internationale Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameRixa Schwarz Teamleiterin Internationale Klimapolitik +49 (0)228 / 60 492-25 schwarz@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Stärkung von Reparatur in greifbarer Nähe: Die Bundesregierung kann heute in Brüssel zeigen, ob sie die Forderung 111.000 BürgerInnen ernst nimmt

10. Dezember 2018 - 15:40
Stärkung von Reparatur in greifbarer Nähe: Die Bundesregierung kann heute in Brüssel zeigen, ob sie die Forderung 111.000 BürgerInnen ernst nimmt Konrad Brambach 10.12.2018 | 15:40 Uhr

Berlin (10. Dez. 2018). Der Runde Tisch Reparatur, die Initiative Schraube locker!?und Germanwatch forderten heute gemeinsam die Bundesregierung auf, die große Chance zu nutzen und sich bei der Ökodesign-Richtlinie der EU für mehr Reparierbarkeit einzusetzen. Gemeinsam mit europäischen Umweltverbänden empfing Schraube locker!? heute VertreterInnen der Mitgliedstaaten in Brüssel. Dort fand der Auftakt zur anstehenden Erweiterung der Ökodesign-Richtlinie statt. Mit ihr könnten Hersteller verpflichtet werden, Reparatur ihrer Produkte zu ermöglichen.

"Es ist ärgerlich, dass die Möglichkeit von Reparaturen oft verhindert wird. Der schlechte Zugang zu Ersatzteilen für unabhängige Reparateure ist eine der Hauptursachen. Die heutige Abstimmung kann eine Kehrtwende einläuten. Wichtig ist, dass die deutsche Bundesregierung diesen Schritt unterstützt. Das schützt Klima- und Ressourcen und schafft lokale Arbeitsplätze. Die Bundesregierung sollte diese Chance wahrnehmen.", sagt Johanna Sydow, Mitarbeiterin von Germanwatch und Koordinatorin des Runden Tisches Reparatur.

Vor drei Wochen hatten sich bereits 44 Forschungsinstitute, Verbraucherschützer, Umweltverbände und Unternehmen an Umweltministerin Schulze und Wirtschaftsminister Altmaier gewandt. Sie hatten diese gedrängt, sich heute für VerbraucherInnen, Umwelt und lokale Arbeitsplätze durch die Stärkung von Reparatur einzusetzen. Bislang fokussierte die EU mit der Richtlinie vor allem auf die Energieeffizienz. Die neuen Anforderungen würden nun erstmals Reparatur und Wiederverwendung stärken und damit eine lange Lebensdauer von Produkten fördern. Viele Studien zeigen, dass dies das Wichtigste ist, um Ressourcen und Energie einzusparen. Die EU-Kommission schlägt die neuen Regelungen insbesondere für Kühlschränke, Waschmaschinen, Geschirrspüler und elektronische Displays vor. Die Abstimmung heute über Kühlschränke wird wegweisend für die anderen Abstimmungen sein. Über elektronische Displays wird dann in der kommenden Woche und über Geschirrspüler und Waschmaschinen im Januar abgestimmt.

111.000 Bürger forderten die Bundesregierung auf, sich heute und in den nächsten Wochen für die Möglichkeit von Reparatur einzusetzen

Im Vorfeld der Abstimmung auf EU-Ebene wurden in mehreren Ländern Petitionen für das Recht auf Reparatur initiiert. Die Initiatorinnen von Schraube locker!? übergaben die deutsche Petition vergangene Woche an Schulze. Über 111.000 UnterzeichnerInnen forderten die Bundesregierung darin auf, sich für bessere Reparierbarkeit auf EU-Ebene einzusetzen. Joyce-Ann Syhre von Schraube locker!?, erklärt dazu: "Die Bundesregierung kann heute zeigen, ob sie die Wünsche vieler BürgerInnen auf ein Recht auf Reparatur ernst nimmt. Viele haben den Wegwerfwahn satt und wollen, dass die Bundesregierung und die EU hier etwas unternimmt. Es kann nicht angehen, dass VerbraucherInnen nicht selber darüber entscheiden können, wie lange sie ein Produkt nutzen."

Themen Unternehmensverantwortung Faire und nachhaltige IT Ressourcenpolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameJohanna Sydow Referentin für Ressourcenpolitik und IT-Branche +49 (0)30 / 28 88 356-91 sydow@germanwatch.org

Deutschland fällt weit zurück beim Klimaschutz

10. Dezember 2018 - 11:13
Deutschland fällt weit zurück beim Klimaschutz Stefan Küper 10.12.2018 | 11:13 Uhr Klimaschutz-Index 2019: Früherer Vorreiter rutscht weiter ab auf Rang 27 von 60 Plätzen / Emissionen steigen weltweit wieder - Kein Land tut schon genug um gefährlichen Klimawandel abzuwenden / Schweden und Marokko vorn - Schlusslichter USA und Saudi-Arabien

Katowice (10. Dez. 2018). Nach drei Jahren stagnierender Emissionen steigt der CO2-Ausstoß weltweit wieder an. Das Problem: Zwar setzen mehr Länder auf Erneuerbare Energien, aber der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas kommt nur langsam voran. Die Staaten beginnen sehr zögerlich mit der Umsetzung ihrer Klimaziele. "Unser Klimaschutz-Index zeigt: Es mangelt nicht an Bekenntnissen zum Pariser Klimaabkommen, sondern es mangelt bisher an politischem Willen für konkrete Schritte zur Umsetzung. Dafür gibt es keine Ausreden mehr, denn alle Lösungen liegen auf dem Tisch und sind auch bezahlbar", sagt Jan Burck von Germanwatch, einer der Autoren des Klimaschutz-Index, der heute beim Weltklimagipfel in Katowice vorgestellt wurde. Der Index wird von den Organisationen Germanwatch und NewClimate Institute erstellt.

Eine Folge dieser Entwicklung: Die Noten für die Klimapolitik der 56 analysierten Staaten plus EU sind im Schnitt deutlich schlechter als in den Vorjahren. Vergeben werden diese Noten von Klimapolitik-Expertinnen und -Experten in den jeweiligen Ländern. Ungebrochen ist hingegen die Dynamik beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Insbesondere Länder mit bisher geringer Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen holen nun auf. "Erneuerbare sind im Vergleich zu neuen fossilen Kraftwerken in vielen Regionen der Welt wirtschaftlicher, zudem hat auch das Pariser Abkommen den Schub für regenerative Energiequellen verstärkt. Die Kosten sind seitdem um grob ein Drittel weiter gesunken. Allerdings müsste der Ausbau noch deutlich beschleunigt werden, um die Pariser Klimaziele zu erreichen", erklärt Prof. Niklas Höhne vom NewClimate Institute, einer der Autoren des Index.

Zweitschlechteste Platzierung für Deutschland in Geschichte des Index
Deutschland ist im neuen Index mehrere Plätze abgestiegen und verzeichnet mit Rang 27 (Kategorie "mäßig", Vorjahr: 22) seine bisher zweitschlechteste Platzierung in der 14-jährigen Geschichte des Klimaschutz-Index. Hauptgründe sind das seit 2009 ungefähr gleichbleibend hohe Emissionsniveau, das Abflauen beim zuvor starken Ausbau der Erneuerbaren Energien und nur mäßige Noten für die nationale Klimapolitik. Zu den größten Problemen gehört: "Die Bundesregierung steht bei der dringend notwendigen Verkehrswende auf der Bremse und ist auch bei der drängenden Frage zum Kohleausstieg mit leeren Händen nach Katowice gefahren", bemängelt Burck. "Nun wird sich beim angekündigten Klimaschutzgesetz zeigen, ob Deutschland weiter enttäuscht oder international wieder positive Impulse setzen und so vielleicht im nächsten Index aufrücken kann."

Konkret stehe Deutschland vor drei großen Herausforderungen, so die Autoren des Index: Erstens müssen die systemischen Fragen der Energiewende gelöst werden. Fluktuierende Erneuerbare Energien definieren nun das Design des Stromsystems. Der Um- und Ausbau von Netzen, Nachfragemanagement sowie Speicher müssen deshalb eine zentrale Rolle spielen. Zweitens muss der Kohleausstieg im Rahmen eines fairen Strukturwandels bis zirka 2030 vollzogen werden, gemeinsam mit einem entsprechend fortgeführten Ausbau der Erneuerbaren Energien. Und drittens muss die Wende im Verkehrssektor in Richtung CO2-Reduktion vorangetrieben werden. Jan Burck: "Deutschland braucht einen Mix von Instrumenten - aber ohne einen Preis für den CO2-Ausstoß in allen Sektoren wird eine rechtzeitige und kosteneffiziente Transformation nicht gelingen."

KSI 2019: Hauptergebnisse
Die ersten drei Plätze bleiben erneut frei, da kein Land bislang genug unternimmt um den Temperaturanstieg global deutlich unter zwei Grad zu halten. Am nächsten kommen diesem Anspruch Schweden (Platz 4) und Marokko (5.). Schweden profitiert vom guten Abschneiden bei den Erneuerbaren Energien und beim CO2-Emissionsniveau. Marokko punktet insbesondere mit dem rapiden Ausbau der Erneuerbaren und liegt derzeit auf Kurs zu dem ambitionierten Ziel, in zwei Jahren 42 Prozent seines Strombedarfs erneuerbar zu decken.

In der Kategorie "gut" liegen auch noch Indien (Platz 11) und die EU gesamt (16.). Indien überzeugt mit einem dynamischen Ausbau der Erneuerbaren, relativ geringen Pro-Kopf-Emissionen und recht guten Klimazielen - negativ sind Planungen für neue Kohlekraftwerke. Die EU bekommt zwar nur mäßige Werte bei Emissionen und Energieeffizienz, aber gute Noten für die Klimapolitik. Hier fallen vor allem die Maßnahmen zum Erreichen des 2030-Klimaziels ins Gewicht sowie die Vorstöße der Kommission, dieses noch sehr schwache Ziel anzuheben und das Ziel einer Klimaneutralität bis 2050 auf die Agenda zu setzen. "Angesichts der klimapolitischen Rückwärtsbewegung der USA muss die EU in eine Führungsrolle hineinwachsen. Die Grundlage ist von der EU-Kommission gelegt worden, nun dürfen sich die Mitgliedsländer - allen voran Deutschland - nicht querstellen", sagt Dr. Stephan Singer vom Climate Action Network (CAN).

China (33.) schafft es erstmals in die Kategorie "mäßig", vor allem wegen des Stopps der Emissionssteigerung 2014 bis 2016. Seither steigen die Emissionen jedoch wieder, so dass ein erneutes Abrutschen droht. Im Keller des Index befinden sich hingegen acht der G20-Staaten, darunter auf den letzten beiden Plätzen die USA (59.) und Saudi-Arabien (60.) Die USA haben ihren freien Fall damit fortgesetzt. Sie schneiden schlecht bis sehr schlecht bei Emissionen, Erneuerbaren und Energieeffizienz ab, zudem kaum überraschend bei der Bewertung der Klimapolitik der Trump-Administration. Allerdings gibt es positive Dynamik in vielen Bundesstaaten, Städten und aus der Demokratischen Partei, die über ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus künftig einige negative Entwicklungen verhindern könnte.

Zum Klimaschutz-Index von Germanwatch und NewClimate Institute:
Der globale Klimaschutz-Index erscheint seit 2005 jährlich und wird seit dem vergangenen Jahr in modifizierter Form von Germanwatch und dem NewClimate Institute gemeinsam erstellt sowie gemeinsam mit dem Climate Action Network veröffentlicht. Er umfasst ein Ranking der 56 größten Emittenten weltweit (plus EU gesamt), auf sie entfallen gut 90% der globalen energiebedingten Emissionen. Der Index betrachtet in den einzelnen Staaten vier Bereiche: Emissionen (40% der Gesamtwertung), Energieverbrauch (20%), Erneuerbare Energien (20%) und Klimapolitik (20%, bewertet von Experten/innen aus dem jeweiligen Land). Zudem wird die Frage beantwortet, inwieweit das jeweilige Land in den Bereichen Emissionen, Erneuerbare Energien und Energieverbrauch adäquat handelt, um die Pariser Klimaziele erreichen zu können.

Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik Europäische Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameJan Burck Referent für Klimaschutz & Energie +49 (0)228 / 60 492-21 burck@germanwatch.org Echter NameUrsula Hagen Referentin Klimaschutz-Index +49 (0)228 / 60 492-61 hagen@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

The Climate Change Performance Index 2019

10. Dezember 2018 - 10:30
Klimaschutz-Index 2019: Die wichtigsten Ergebnisse Rebekka Hannes 10.12.2018 | 10:30 Uhr

Die Ergebnisse des Klimaschutz-Index 2019 sowie interaktive Karten und Tabellen finden Sie auch auf der Internetseite zum KSI (auf Englisch).

Der Klimaschutz-Index (KSI) ist ein Instrument, das mehr Transparenz in die internationale Klimapolitik bringen soll. Ziel ist es einerseits, den politischen und zivilgesellschaftlichen Druck auf diejenigen Länder zu erhöhen, die bisher noch keine ehrgeizigen Maßnahmen zum Klimaschutz ergriffen haben, und andererseits Länder mit vorbildlichen Politikmaßnahmen herauszustellen. Anhand einheitlicher Kriterien vergleicht und bewertet der KSI die Klimaschutzleistungen von 56 Staaten und der EU, die zusammen für mehr als 90 Prozent des globalen energiebedingten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind. 80 Prozent der Bewertungen basieren auf den objektiven Kriterien Emissionstrend und Emissionsniveau. 20 Prozent der Analyse beruhen auf den Einschätzungen von rund 350 befragten ExpertInnen zur nationalen und internationalen Klimapolitik ihrer jeweiligen Länder.

 

Publikationstyp Indizes Klimaschutz-Index AutorInnenJan Burck, Ursula Hagen, Franziska Marten, Niklas Höhne, Christoph Bals Bestellnummer19-2-03 Seitenanzahl12 Schutzgebühr5.00 EUR Publikationsdatum12/2018 Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen Klimawissenschaft

Download: The Climate Change Performance Index 2019 [PDF, 3,8 KB]

Download: Klimaschutz-Index 2019 - Die wichtigsten Ergebnisse [PDF, 2,6 MB]

Télécharger: Principaux résultats de l'Indice de Performance Climatique (IPC) 2019 [PDF, 2,6 MB]

Descargar: Los principales resultados del Indice de Desempeño frente al Cambio Climático (IDCC) 2019 [PDF, 2,6 MB]

. Weiterführende LinksHintergrund und Methode (nur auf Englisch)Alle Klimaschutz-Indizes Beteiligte Personen Echter NameJan Burck Referent für Klimaschutz & Energie +49 (0)228 / 60 492-21 burck@germanwatch.org Echter NameUrsula Hagen Referentin Klimaschutz-Index +49 (0)228 / 60 492-61 hagen@germanwatch.org Echter NameFranziska Marten Referentin - Klimaschutz-Index +49 (0)30 / 28 88 356-985 marten@germanwatch.org Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org

CO2-Preise: Frankreich zeigt, wie man es nicht machen sollte

9. Dezember 2018 - 10:48
CO2-Preise: Frankreich zeigt, wie man es nicht machen sollte Stefan Küper 09.12.2018 | 10:48 Uhr Heftige Proteste im Nachbarland mahnen, dass Sozial-, Klima- und Steuerpolitik Hand in Hand gehen müssen / CO2-Bepreisung ist dringend notwendiger Teil eines neuen Gesellschaftsvertrags, auch in Deutschland

Katowice/Bonn (9. Dez.). Die heftigen Proteste in Frankreich zeigen, dass die Regierung Macron bei der Umsetzung einer richtigen und notwendigen Klimapolitik schwere Fehler gemacht hat. Die angekündigte Aufschiebung oder gar Aufhebung der CO2-Steuererhöhung ist keine Lösung. Sie ist insbesondere keine Antwort auf die wachsenden Ungleichheiten. "Die sozialen Unruhen in Frankreich diskreditieren nicht das Instrument der CO2-Bepreisung, sondern eine Art der Umsetzung", sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. "Wenn die französische Regierung die Steuern für die Vermögenden reduziert, kann sie nicht erwarten, dass ökonomisch benachteiligte Schichten die notwendige Anhebung der CO2-Preise ohne gleichzeitige Kompensationen hinnehmen. Die Ereignisse in Frankreich zeigen, dass Klimapolitik und Sozialpolitik Hand in Hand gehen müssen und gemeinsam den Takt für Steuerpolitik angeben.“

Für Frankreich und Deutschland gilt nach Auffassung von Germanwatch gleichermaßen: Wir brauchen CO2-Preise als Teil der Erneuerung des sozialen und ökologischen Gesellschaftsvertrags. Derzeit ist dieser Vertrag doppelt gefährdet: Zum einen haben viele das Gefühl, dass sich ein Teil der vermögenden Elite der Pflicht entzieht, über Steuern ihren angemessenen Beitrag für das Gemeinwohl zu leisten, während andere belastet werden. Zum anderen droht eine schwache Klimapolitik den ökologischen Gesellschaftsvertrag mit der jungen Generation aufzukündigen, also das Versprechen, dass sie zumindest die gleichen Chancen bekommen soll wie die Generationen vor ihr.

Schrittweise steigender CO2-Preis sollte im Klimaschutzgesetz verankert werden

Ein CO2-Preis kann und sollte nach Ansicht von Germanwatch unter anderem durch Kompensationsmechanismen so gestaltet werden, dass geringer verdienende Pendler oder Bewohner unsanierter Häuser unterm Strich nicht zusätzlich belastet werden. "Die Bundesregierung hat es in der Hand, für Deutschland den Weg eines sozialen und ökologischen Generationenvertrags zu wählen", so Bals. "Ohne einen CO2-Preis droht Deutschland seine Klimaziele weiter zu verfehlen. Aber der CO2-Preis muss transparent, verständlich und vor allem sozial gerecht ausgestaltet werden. Zudem muss er besonders betroffene Branchen und Regionen bei der Transformation unterstützen und keine Branchen aus dem Land treiben. Damit wäre er Teil eines neuen Gesellschaftsvertrags."

Germanwatch fordert, dass ein schrittweise steigender CO2-Preis im kommenden Jahr im Klimaschutzgesetz verankert wird. Dieser sollte für die Sektoren Verkehr, Gebäude, Strom und Industrie gelten. Bals: "Dann würde klar: Alle Sektoren, alle Menschen in Deutschland haben ihre Pflichten und Aufgaben im Rahmen der klimapolitischen Transformation. Und diese Transformation eröffnet zugleich gewaltige Zukunftschancen. Es wird von Vielen verdrängt, dass ein ungebremster Klimawandel uns alle und vor allem die bereits am meisten Benachteiligten noch viel mehr kosten würde."

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Europäische Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameAudrey Mathieu Referentin für Deutsch-Französische und EU-Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-63 mathieu@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Toward Paris Alignment

6. Dezember 2018 - 13:10
Entwicklungsbanken Paris-kompatibel machen Konrad Brambach 06.12.2018 | 13:25 Uhr Wie die multilateralen Entwicklungsbanken das Pariser Klimaabkommen besser unterstützen können

Die globalen Klimaziele können nur mithilfe umfangreicher Investitionen in die richtigen Projekte erreicht werden. Multilaterale Entwicklungsbanken können eine Schlüsselrolle dabei einnehmen, die globalen Finanzströme in eine klimakompatible Richtung umzulenken.
Jedes Jahr investieren die 7 größten multilateralen Entwicklungsbanken etwa 150 Milliarden USD, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. Indem sie Investitionsrisiken reduzieren, können sie zudem öffentliche und private Finanzströme in (oder weg von) Aktivitäten lenken, die für den Übergang in eine klimaresiliente, emissionsarme Wirtschaftsweise notwendig sind. Durch die Unterstützung von Politikmaßnahmen, Forschung und Beratung beeinflussen sie auch die Regelwerke, an denen sich öffentliche und private Investitionsentscheidungen weltweit ausrichten.

Diese Studie betont zwar, dass Entwicklungsbanken Klimafinanzierung im engeren Sinne weiter ausbauen sollten. Sie geht aber darüber hinaus, indem sie das gesamte Portfolio – nicht nur die Klimafinanzierungssparte – in den Blick nimmt.  Denn Paris-Kompatibilität verlangt, dass alle Investitionen die Pariser Klimaziele entweder aktiv unterstützen oder sich neutral zu diesen verhalten und dass keine Investitionen getätigt werden, die diese Ziele gefährden.

Die gemeinsame Studie (in englischer Sprache) von Germanwatch, World Resources Institute, NewClimate Institute und Fundación Avina, untersucht, was es bedeutet auf Paris-kompatible Weise zu investieren. Hierfür werden die aktuellen Prozesse der MDBs analysiert und verbleibende Herausforderungen aufgezeigt. Weitere Schritte, die für einen schnelleren Wandel unternommen werden können, werden empfohlen. Die Studie wurde durch einen Zuschuss der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ermöglicht.

Die Studie will die aktuellen Anstrengungen der multilateralen Entwicklungsbanken unterstützen, ihre Aktivitäten mit den globalen Klimazielen in Einklang zu bringen und Anteilseignern helfen, Projekte und Strategien auf ihre Paris-Kompatibilität hin zu prüfen. Sie kann darüber hinaus auch als Diskussionsgrundlage für andere Finanzinstitutionen dienen.

Publikationstyp Report AutorInnenGaia Larsen, Caitlin Smith, Nisha Krishnan, Lutz Weischer, Sophie Bartosch, Hanna Fekete Seitenanzahl118 Publikationsdatum12/2018 Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen

Download: Toward Paris Alignment [PDF, 6.2MB]

. Weiterführende LinksMehr Informationen zur Publikation in Form eines Blogs finden Sie hier Beteiligte Personen Echter NameLutz Weischer Teamleiter Internationale Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameSophie Bartosch Referentin für Klimaschutz und Entwicklungsbanken +49 (0)228 / 60 492-54 bartosch@germanwatch.org

2017 bricht Rekorde bei Wetterextremen

4. Dezember 2018 - 10:38
2017 bricht Rekorde bei Wetterextremen Stefan Küper 04.12.2018 | 10:38 Uhr Globaler Klima-Risiko-Index: Vor allem tropische Wirbelstürme verheerenden Ausmaßes forderten Tausende Menschenleben und zerstörten ganze Staaten / Puerto Rico 2017 am schwersten getroffen / Orkane und Starkregen in Deutschland - Platz 25 im Langfrist-Index

Katowice (4. Dez. 2018). Mit mehr als 11.500 Todesopfern und über 375 Milliarden US-Dollar (in Kaufkraftparitäten) Schäden geht das Jahr 2017 als das bisher verheerendste Extremwetterjahr weltweit in die jüngere Geschichte ein. Die wetterbedingten Sachschäden brechen damit die bisherigen Rekorde. Tropische Wirbelstürme verheerenden Ausmaßes trafen vor allem die Inseln Puerto Rico und Dominica hart. Beide Inseln wurden schwer verwüstet, über 3000 Menschen verloren ihr Leben. "Allein Puerto Rico verzeichnete Sachschäden von über 82 Milliarden US-Dollar in Kaufkraftparitäten, die Schäden Dominicas übertreffen das Bruttoinlandsprodukt des Landes um mehr als das Doppelte. Puerto Rico liegt nach dieser Jahrhundert-Katastrophe sowohl in unserem Klima-Risiko-Index für 2017 als auch im Langfrist-Index über die letzten 20 Jahre an der Spitze. Dass die Stürme an Intensität bei Windgeschwindigkeiten und Niederschlägen zunehmen, deckt sich mit den Prognosen der Klimawissenschaft", sagt David Eckstein von Germanwatch, Hauptautor des heute bei der Weltklimakonferenz in Katowice veröffentlichten Klima-Risiko-Indexes.

Extremwetter: 526.000 Tote und umgerechnet 3,5 Billionen Dollar Schäden seit 1998

Weltweit traten in den vergangenen 20 Jahren mehr als 11.500 Extremwetterereignisse auf – also deutlich mehr als ein Ereignis pro Tag.  Dabei kamen insgesamt über 526.000 Menschen zu Tode und die direkten Sachschäden beliefen sich auf knapp 3,5 Billionen US-Dollar (gerechnet in Kaufkraftparitäten). Der Klima-Risiko-Index zeigt in den vergangenen Jahren zwei Trends auf: Zum einen nimmt die Wucht einzelner Extremwetterereignisse zu. In Gebieten wie den genannten Puerto Rico oder Dominica führen dann schon wenige solcher verheerenden Wetterlagen dazu, dass ganze Regionen über Jahre wieder aufgebaut werden müssen. Zum anderen werden Länder wie Haiti, die Philippinen, Sri Lanka oder Pakistan so regelmäßig von Wetterextremen getroffen, dass sie kaum Zeit haben sich zu erholen. In Südasien sind es vor allem immer öfter wiederkehrende extreme Monsunregen mit Überschwemmungen und Erdrutschen. "Die wichtigen Verursacherstaaten müssen einerseits die ärmeren Staaten bei der Klimawandelanpassung unterstützen. Andererseits müssen sie ihnen auch beim Umgang mit Schäden und Verlusten helfen", betont Eckstein. "Diese Forderung wird in Katowice eine große Rolle spielen."

27 Tote und umgerechnet knapp 3,6 Mrd. Dollar Schäden durch Extremwetter in Deutschland allein 2017

In Deutschland verursachten 2017 vor allem Orkantiefs im Herbst sowie regional auch Stark- und Dauerregen nach langer Trockenheit im Frühsommer große Schäden. Insgesamt forderten Extremwetterereignisse in Deutschland im vergangenen Jahr 27 Todesopfer und richteten Schäden in Höhe von knapp 3,6 Milliarden US-Dollar in Kaufkraftparitäten an – vor allem durch Sturmschäden und Überflutungen. Deutschland lag damit im Jahr 2017 auf Rang 40 (Vorjahr 42), im Index für die vergangenen 20 Jahre (1998 - 2017) gar auf Rang 25. "Durch die Rekord-Dürre und extreme Hitze in diesem Jahr ist im nächsten Index damit zu rechnen, dass europäische Länder noch mehr in den Fokus geraten", sagt Eckstein. Schon jetzt gehört zum Beispiel Frankreich zu den 20 am stärksten betroffenen Staaten im Langfrist-Index. Eckstein weiter: "Von den zehn in den letzten 20 Jahren am stärksten betroffenen Ländern waren acht Entwicklungsländer mit niedrigem oder niedrigem mittleren Einkommen. Diese haben die wenigsten Ressourcen um sich vor den Folgen des Klimawandels zu schützen oder die Verluste zu kompensieren und benötigen daher besonders große Unterstützung. Aber gerade die letzten Jahre belegen ebenso: Auch reiche Industrienationen werden vom Klimawandel immer härter getroffen. Der Klima-Risiko-Index zeigt sehr eindrücklich, dass Anpassung an den Klimawandel weltweit noch wichtiger wird, aber eben nicht grenzenlos möglich ist."

Zum Klima-Risiko-Index
Germanwatch erstellt den Globalen Klima-Risiko-Index auf der Grundlage der NatCatSERVICE-Datenbank des Rückversicherers Munich Re sowie von sozioökonomischen Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Index betrachtet die durch Extremwetter verursachten Todeszahlen und Sachschäden (um Vergleichbarkeit zu ermöglichen in Kaufkraftparitäten) - sowohl die absoluten Zahlen als auch in Relation zur Einwohnerzahl bzw. dem Bruttoinlandsprodukt. Wenngleich die Auswertungen über die steigenden Schäden und Todesopfer keine einfache Aussage darüber erlauben, welcher Anteil davon auf den Klimawandel zurückzuführen ist, so lässt sich doch ein Bild der Verwundbarkeit der Staaten zeichnen. Der Index wird seit 2005 jährlich bei den Weltklimakonferenzen vorgestellt.

 

Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen Entwicklung & Klima Sicherheit & Klima AnsprechpartnerInnen Echter NameDavid Eckstein Referent für Klimafinanzierung und Investitionen +49 (0)228 / 60 492-45 eckstein@germanwatch.org Echter NameMarie-Lena Hutfils Referentin für Klima-Risikomanagement +49 (0)228 / 60 492-48 hutfils@germanwatch.org Echter NameDr. Maik Winges Referent für Anpassung an den Klimawandel und Menschenrechte +49 (0)228 / 60 492-44 winges@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Argentinien hat bei G20 den Multilateralismus gestärkt

2. Dezember 2018 - 14:34
Argentinien hat bei G20 den Multilateralismus gestärkt Stefan Küper 02.12.2018 | 14:34 Uhr Klares Bekenntnis zur 2030-Agenda - nun müssen konkrete Schritte folgen

Berlin/Katowice (2. Dez. 2018). "Mit Argentinien hat es eines der kleinen G20-Länder - eher die Perspektive des globalen Südens repräsentierend - geschafft, der Fortsetzung einer auf Vertrauen und die Einhaltung internationaler Vereinbarungen setzenden multilateralen Kooperation den Weg zu ebnen", zieht Klaus Milke, Vorsitzender der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, ein ganz überwiegend positives Fazit des G20-Gipfels. "Trotz der innenpolitischen Krisen in dem südamerikanischen Land und des Drucks aus den USA konnten die schon in den Vorjahren gesetzten Leitplanken beim Klimathema und bei der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele aufrechterhalten werden."

Milke weiter: "Es ist ein bemerkenswerter Erfolg, dass die USA - anders als zum Pariser Klima-Abkommen - in der Abschlusserklärung kein Sondervotum zu dem deutlichen Referenzrahmen der 2030-Agenda und der 17 Sustainable Development Goals eingefordert haben." Kritisch sei jedoch zu sehen, dass dieses Thema erst hinten in der Erklärung behandelt werde und nicht gleich am Anfang als entscheidender Gesamtrahmen. Zudem werde nur beim Recht auf Bildung ausdrücklich Bezug auf die Menschenrechte genommen. Überdies werde die verbale Unterstützung der SDGs bisher nicht durch entsprechende politische Umsetzungsschritte für die Verringerung der Kluft zwischen Arm und Reich und zum Schutz der Lebensgrundlagen gedeckt.

Die G20-Staaten versprechen in zahlreichen Politikfeldern Fortschritte für nachhaltige Entwicklung. Zu den Schwerpunkten in diesem Jahr gehört auch die Ernährungssicherheit, die laut Erklärung nur erreicht werden kann, wenn Böden und Wasser geschützt und die Interessen von Kleinbäuerinnen und -bauern berücksichtigt werden. Klaus Milke: "Die EU hat mit der anstehenden Reform ihrer gemeinsamen Agrarpolitik die Chance, in diesem Politikfeld Vorreiter zu werden. Sie muss die Zahlungen an Landwirte in der EU konsequent darauf ausrichten, die nachhaltigen Entwicklungsziele zu realisieren, statt wie bislang vor allem Großbetriebe und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu fördern." Insgesamt seien die G20-Staaten nun aufgerufen, auf die Erklärung konkrete politische Schritte folgen zu lassen. Und dies auch nun beim Klimagipfel in Katowice.

Themen Internationale Klimapolitik Welternährung, Landnutzung und Handel EU-Agrarpolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameKlaus Milke Vorstandsvorsitzender milke@germanwatch.org Echter NameTobias Reichert Teamleiter Welternährung, Landnutzung und Handel +49 (0)30 / 28 88 356-3 reichert@germanwatch.org Echter NameLutz Weischer Teamleiter Internationale Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Trump in G20 klimapolitisch isoliert

1. Dezember 2018 - 19:02
Trump in G20 klimapolitisch isoliert Stefan Küper 01.12.2018 | 19:02 Uhr Germanwatch zu klima- und energiepolitischen Ergebnissen des G20-Gipfels: Wichtiger Bezug auf 1,5-Grad-Limit und gute Bekenntnisse zu globaler Energiewende sowie Klimaanpassung - doch Verpflichtungen der Staaten zur Umsetzung viel zu vage

Bonn/Katowice (1. Dez. 2018). "Der G20-Gipfel in Buenos Aires hat heute ein wichtiges Signal an die morgen beginnende UN-Klimakonferenz im polnischen Katowice gesendet." So lautet das erste Fazit von Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, zum G20-Gipfel. „Donald Trump ist klimapolitisch weiter isoliert. Alle G20-Länder außer den USA sind sich einig, dass das Pariser Abkommen umfassend umgesetzt werden muss." Aber für diese Umsetzung brauche man nun starke Regeln, die in Katowice beschlossen werden müssen. Bals ergänzt: "Die G20-Staaten müssen endlich den Worten Taten folgen lassen, zu Hause deutlich entschiedener handeln und ihre Emissionen reduzieren.“

19 der G20-Mitglieder - 18 Staaten plus die EU -  haben im Abschlussdokument des Gipfels von Buenos Aires ihre gemeinsame Überzeugung bekräftigt, das Pariser Klimaabkommen umsetzen zu wollen - wie bereits beim Gipfel 2017 in Hamburg wird die abweichende US-Position im Text lediglich kurz zur Kenntnis genommen. Alle G20-Staaten, einschließlich USA, beziehen sich im Abschlussdokument zudem auf den Sonderbericht des Weltklimarats IPCC zu 1,5 Grad globaler Erwärmung und verpflichten sich zu einer globalen Energiewende sowie die UN-Klimakonferenz zu einem Erfolg machen zu wollen. „Erstmals wird in einem Abschlussbericht der G20 die Obergrenze von 1,5 Grad globaler Erwärmung erwähnt. Das ist ein Durchbruch und eine neue Messlatte für das eigene Handeln der Staaten“, betont Bals. „Allerdings nehmen die G20 den Sonderbericht des Weltklimarats zur Kenntnis ohne klar zu sagen, welche Konsequenzen sie daraus ziehen werden. Dabei ist die Aussage der Wissenschaft so klar wie nie: Bis 2050 muss in allen Ländern der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas gelungen sein. Bis 2030 gilt es die Emissionen zu halbieren.“

Auch wenn der gemeinsame Text betont, dass es je nach nationalem Kontext verschiedene Wege zur Energiewende gebe, in denen verschiedene Technologien eine Rolle spielen können, werden die Erneuerbaren Energien als einzige explizit genannt. Versuche der USA und anderer Staaten, Bezüge auf vermeintlich „saubere fossile Energien“ wie Gas oder "sauberer Kohle" im Text zu verankern, konnten abgewehrt werden. „Wir sehen, wie sich auch in der G20 langsam aber sicher die Erkenntnis durchsetzt, dass den Erneuerbaren die Zukunft gehört - schon allein weil sie sich mittlerweile oft eher rechnen als Kohle- und Gaskraftwerke“, so Bals. „All das ist positiv. Aber entscheidend ist letztlich, wie sich die Emissionen weltweit entwickeln und ob – wie nun versprochen – das neue Arbeitsprogramm zur Anpassung an den Klimawandel und Unterstützung für die ärmsten und vom Klimawandel am stärksten bedrohten Länder ernsthaft umgesetzt wird." Viel zu vage blieben die G20-Staaten auch bei der Frage, wie sie beim Klimaschutz im eigenen Land mehr erreichen wollen. Bals: "Auch Deutschland zögert im eigenen Land die notwendigen Beschlüsse zum Kohleausstieg hinaus. Schon beim nun folgenden Klimagipfel können die G20-Länder zeigen, dass sie es ernst meinen. Sie können sich verpflichten, ihre unzureichenden 2030-Klimaziele bis Frühjahr 2020 zu erhöhen."

Themen Klima Internationale Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameLutz Weischer Teamleiter Internationale Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

NGOs richten Appell an die EU-Kommission

30. November 2018 - 13:49
NGOs richten Appell an die EU-Kommission Rebekka Hannes 30.11.2018 | 13:49 Uhr Zukunft der Berichterstattung von Unternehmen über Nachhaltigkeitsaspekte

Über 20 führende Menschenrechts- Umwelt- und Antikorruptionsorganisationen richten sich anlässlich der heute stattfindenden High-level Konferenz zur Zukunft der Berichterstattung von Unternehmen über Nachhaltigkeitsaspekte an die Europäische Kommission, damit diese die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine relevante nachhaltige Unternehmensberichterstattung verbessert.

Der Aktionsplan der EU-Kommission "Finanzierung nachhaltigen Wachstums" (COM/2018/097 final) ist ein entscheidender Schritt zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzübereinkommens und der SDGs. Ziel des Aktionsplans ist die Neuausrichtung der Kapitalflüsse hin zu einer nachhaltigeren, auf Langfristigkeit ausgerichteten und gerechten Wirtschaft. Um dieses Ziel zu erreichen müssen die politischen Entscheidungsträger der EU die Richtlinie über die Offenlegung nichtfinanzieller Informationen überprüfen und Verbesserungen vornehmen.

Noch ist die Berichterstattung von Unternehmen über Nachhaltigkeitsaspekte in der Regel unzureichend, da längerfristige Risiken nicht vollständig transparent sind und somit auch nicht berücksichtigt werden können. Die Transparenz von Unternehmen in Fragen der Nachhaltigkeit ist aber eine Grundvoraussetzung, damit Finanzmarktakteure und Verbraucher*innen die langfristige Wertschöpfung von Unternehmen, ihren Beitrag zum Erhalt der Lebensgrundlagen sowie das Management von Nachhaltigkeitsrisiken angemessen bewerten können und nachfolgend überhaupt in der Lage sind, nachhaltige Kauf- Anlage- oder Investitionsentscheidungen treffen zu können.

Germanwatch setzt sich auf deutscher und europäischer Ebene für bessere Transparenzregeln ein und fordert, dass Unternehmen aussagekräftige Informationen dazu offenlegen müssen, welche menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Risiken und Auswirkungen ihre Geschäftstätigkeit weltweit auf Mensch und Umwelt hat. Zentral ist, dass sie glaubhafte und wirksame Maßnahmen aufzeigen können, wie sie die Risiken vermeiden und mindern werden. Klare rechtliche Rahmenbedingungen helfen dabei, die positiven und negativen Auswirkungen von globaler Unternehmenstätigkeit auf die Gesellschaft sichtbar zu machen.

Germanwatch arbeitet zu den Themen immer wieder auch mit anderen Organisationen zusammen. Die Unterzeichner des Appells an die EU-Kommission sind: ActionAid, Amnesty International, Business and Human Rights Resource Centre, Clean Clothes Campaign, ClientEarth, CORE Coalition, E3G, European Coalition for Corporate Justice, Ecologistas en Acción, Ethical Consumer, Fair Trade Advocacy Office, Forest Peoples Programme, Frank Bold, Future-Fit Foundation, Germanwatch, Global Witness, India Committee of the Netherlands, London Mining Network, NeSoVe, Oxfam, Rights and Accountability in Development, ShareAction, SOMO, The Equality Trust, Themis Research, Transparency International, WWF.

Aktuell Unternehmensverantwortung Transparenz Unternehmensverantwortung Transparenzpflicht für Unternehmen Entscheider Unterstützer Dateianhang

Download: Joint Statement on the Legal Framework for Corporate Sustainability Reporting [PDF, 0,6 MB]

AnsprechpartnerInnen Echter NameJohanna Kusch Referentin für Unternehmensverantwortung +49 (0)30 / 28 88 356-5 kusch@germanwatch.org

Schwerpunkt: Klimagipfel COP24 in Polen

29. November 2018 - 17:19
Schwerpunkt: Klimagipfel COP24 in Polen Daniela Baum 29.11.2018 | 17:19 Uhr Editorial

Liebe Leserin, Lieber Leser,

die polnische Regierung porträtiert Katowice, den Austragungsort des Klimagipfels COP 24, als ein Beispiel des Wandels: weg von einer Schwerindustrie- und Kohleregion hin zu einem internationalen Kulturzentrum mit Nachhaltigkeitsanspruch.

Die COP 24 wird diesem Anspruch nur gerecht, wenn sie den Weg für die notwendige Transformation – gerade auch den Abschied von der Kohle – entschieden bahnt. Es geht um das Wissen über eine zu vermeidende Zukunft und um die Chancen einer besseren, klimagerechteren Zukunft. Darauf sollten die Regierungen, aber auch Unternehmen und Zivilgesellschaft, nun mit entschlossenem Handeln antworten. Dann kann Katowice zukünftig auch für einen klimapolitischen Meilenstein stehen.

Sven Harmeling
Mitglied im Vorstand von Germanwatch

 

Impressum

Herausgeber: Germanwatch e.V.
Redaktion: Daniela Baum, Dörte Bernhardt (V.i.S.d.P.), Gerold Kier
Stand: November 2018

Gefördert von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst sowie durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei Germanwatch.

 

Aktuell COP 24 Klimagipfel Klimagipfel Katowice Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen Entwicklung & Klima Klimawissenschaft Entscheider Journalisten Lehrende Unterstützer Verbraucher Dateianhang GW_Weitblick_03-2018-181121-WEB.pdf GW_Weitblick_03-2018-181122-WEB-A4.pdf View 1 fixed view 2 fixed Weitblick ArtikelKlimapolitische Schachzüge beim Gipfel in Katowice

Illustration: Michael Hüter

Antworten auf das letzte Aufbäumen der fossilen Industrien im Kampf gegen globalen Klimaschutz?

Nach dem Hitzesommer tagt der 24. Klimagipfel der Klimarahmenkonvention (COP 24) vom 2. bis 14. Dezember 2018 im polnischen Katowice. Möglicherweise schon kurz vor Erscheinen dieser Zeitung will die Kohleund Strukturwandelkommission Vorschläge für Pfad und Datum des deutschen Kohleausstiegs vorlegen. Das Ergebnis wird also direkten Einzug in die klimapolitischen Gespräche der COP 24 erhalten. Nachdem die Bundesregierung angekündigt hat, das Klimaziel für 2020 zu verfehlen, schaut die internationale Gemeinschaft besonders aufmerksam auf unsere Klima- und Energiepolitik.

Weitblick ArtikelWas steht in Katowice auf der Agenda?

Fotolia/Rochu_2008

Mit einem Paket aus drei Beschlüssen wird der Klimagipfel COP 24 ein Erfolg

1. Klimaziele nachbessern

Die bislang von den Ländern vorgelegten Klimaziele reichen noch nicht aus, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, die globale Erwärmung auf „deutlich unter 2 °C“, besser noch 1,5 °C, zu begrenzen. Der diesjährige sog. Talanoa-Dialog soll die Länder durch internationalen Austausch animieren und inspirieren, ihre nationalen Klimapläne nachzubessern...

Weitblick ArtikelStärkere Ziele für den Klimaschutz – Vorreiter in Sicht? Weltklimarat drängt auf sofortigen und drastischen Klimaschutz aller Länder

Der Sonderbericht des Weltklimarates (IPCC) zu 1,5 °C globaler Erwärmung hat eine eindeutige Botschaft: Bei drastischer Nachbesserung im globalen Klimaschutz ist die Großgefahrenschwelle von 1,5 Grad Celsius gerade noch einzuhalten. Die weltweiten CO2-Emissionen müssen dazu bis 2030 gegenüber 2010 um 45 Prozent sinken und 2050 netto Null erreichen. Wenn hingegen die bisherigen nationalen Klimaziele der emissionsstarken Staaten – Deutschland gehört dazu – für 2030 nicht deutlich nachgebessert werden, wird es unmöglich, die globale Erwärmung noch unter 1,5 Grad Celsius zu halten.

Weitblick Artikel„Das ist nicht der Moment für Selbstgefälligkeit“

Foto: ICSC

Interview mit Renato Redentor Constantino, Geschäftsführer des Institute for Climate and Sustainable Cities, Philippinen, zum IPCC-Sonderbericht zu 1,5 °C

Der Sonderbericht des Weltklimarates IPCC erklärt, dass es noch immer möglich ist, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Sind das gute Nachrichten?

Der Bericht des IPCC vermittelt, welch gravierende Risiken zu erwarten sind, sollte mit den Klimazielen von Paris gebrochen werden. Er betont damit die Schwere der Klimakrise. Dennoch erinnert uns der Bericht in einfühlsamer Weise auch daran, wie es möglich ist, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Er zeigt, wie es so auch der Wirtschaft möglich ist, inmitten der eintretenden Veränderungen ihre Funktionsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Weitblick ArtikelDas Großexperiment hat begonnen Ein Kommentar von Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch

1987 habe ich mich entschieden, schwerpunktmäßig zum Thema „Globaler Klimawandel“ zu arbeiten. Maßgeblich für diesen Entschluss war ein Diagramm, das die Temperaturentwicklung der letzten 100.000 Jahre zeigte. In dieser Zeit gab es große Temperaturschwankungen, alle nach unten – die diversen Eiszeiten –, aber keinen Temperatursprung nach oben über das heutige Niveau hinaus.

Weitblick ArtikelBillionen umlenken, um den Klimawandel zu bewältigen

Die Vermeidung eines Klimawandels mit unbewältigbaren Folgen und die Bewältigung der bereits jetzt nicht mehr vermeidbaren Folgen kosten Geld. Das ist gut investiert, denn es vermeidet viel höhere Folgekosten und schafft neue wirtschaftliche Chancen. Insbesondere die ärmsten Länder brauchen für diese Investitionen aber die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Die Industrieländer haben 2009 beim Klimagipfel in Kopenhagen zugesagt, Finanzmittel dafür aus öffentlichen und priva- ten Quellen zu mobilisieren, die ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar erreichen sollen.

Weitblick ArtikelDer People’s Climate Case: Das Recht auf Klimaschutz

Vom Klimawandel Betroffene klagen erstmals vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) den Schutz ihrer Grundrechte ein und nehmen die Europäische Union damit für verschärfte Klimaziele in die Pflicht.

Familien aus Ländern Europas, aber auch aus Kenia und Fidschi sowie ein samischer Jugendverband aus Schweden haben Ende Mai Klage eingereicht. Sie fordern eine ambitioniertere Klimapolitik, die ihre von der EU garantierten Grundrechte schützt und den im Paris-Abkommen eingegangenen Verpflichtungen gerecht wird. Die KlägerInnen des sogenannten People’s Climate Case repräsentieren unterschiedliche Brennpunkte der globalen Klimakrise und spüren bereits jetzt die Auswirkungen:

Weitblick ArtikelKlimawandel als Verstärker von Migration und Vertreibung

Individuelle Migrationsentscheidungen sind meist nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen. Dennoch spielen die Auswirkungen des Klimawandels dabei immer häufiger eine bedeutende Rolle. Oft sind sie der letzte Auslöser, der Menschen dazu bringt oder zwingt, ihre Heimat zu verlassen. Zu der steigenden Anzahl an Extremwetterereignissen wie Stürmen, Starkniederschlägen und Überflutungen kommen langsam fortschreitendende klimabedingte Probleme wie Meeresspiegelanstieg, Gletscherschmelze, Dürre und Verknappung der Frischwasserverfügbarkeit.

Weitblick ArtikelAufruf zur Demo: Klimaschutz jetzt! Kohle stoppen! Tempo machen beim Kohleausstieg!

Im Dezember geht es gleich doppelt ums Klima: Beim Weltklimagipfel in Polen und in der Kohle-Kommission in Berlin. Während die Welt über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens verhandelt, entscheidet sich in Berlin, ob Deutschland seine Versprechen wahr macht – und schnell aus der Kohle aussteigt.

Die Zeit drängt: Das hat uns der Hitzesommer 2018 erneut bewusst gemacht.

view 3 fixed Schwerpunkt: Klimagipfel COP24 in Polen view 4 fixed Bestellen view 5 fixed WeitblickSchwerpunkt: Klimagipfel COP24 in Polen

CFAS Policy Brief: Predictability of International Climate Finance under the Paris Agreement

29. November 2018 - 16:29
CFAS Policy Brief: Predictability of International Climate Finance under the Paris Agreement Konrad Brambach 29.11.2018 | 16:29 Uhr

Es wird erwartet, dass die Ex ante-Kommunikation über die Klimafinanzierung den Vertragsparteien der Entwicklungsländer die notwendige Sicherheit bietet, um ihre kohlenstoffarmen, klimaresistenten Entwicklungspfade zu planen. Eine frühzeitige Bereitstellung solcher Informationen bringt jedoch einige Herausforderungen mit sich, die sich aus der recht unterschiedlichen Natur der nationalen Haushaltsverfahren ergeben. Die Verfügbarkeit dieser Informationen wird jedoch durch Artikel 9, Absatz 5 des Pariser Abkommens (PA) sichergestellt, wonach die Vertragsstaaten der entwickelten Länder in einem zweijährigen Rhythmus "indikative quantitative und qualitative Informationen" zu diesem Thema vorlegen müssen. Andere Parteien können auf freiwilliger Basis an der Ex ante-Kommunikation teilnehmen. Welche Informationen in die Ex ante-Kommunikation aufgenommen werden sollen oder nach welchen Modalitäten die Berichterstattung erfolgen soll, wird auf der bevorstehenden Klimakonferenz in Katowice verhandelt.

Dieser Policy Brief fasst den Status Quo der Verhandlungen zu Artikel 9.5 des Pariser Abkommens zusammen, einschließlich genauerer Betrachtung der beteiligten Akteure, der vorläufigen Liste der zu behandelnden Informationen und der Modalitäten, über die diskutiert wird. Abschließend wird ein Überblick über die Verhandlungsströme zu Artikel 9.5 auf der 24. Vertragsstaatenkonferenz (COP24) der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) gegeben, sowie Empfehlungen formuliert, wie das Thema vorangebracht werden kann.

Der Climate Finance Advisory Service (CFAS) wurde von Germanwatch 2012 ins Leben gerufen und bietet seitdem Verhandlern, politischen Entscheidungsträgern und Beratern aus vom Klimawandel betroffenen Ländern maßgeschneiderte Informationen und Beratung, um ihnen eine aktive und effektive Teilnahme an den komplexen Klimafinanzverhandlungen zu ermöglichen. Der Fokus liegt auf den besonders verletzlichsten Ländern, insbesondere den am wenigsten entwickelten Ländern (LDCs), den kleinen Inselstaaten (SIDS) und Afrika.

 

Publikationstyp Policy Brief AutorInnenChristine Nettersheim (the greenwerk), Michel Köhler (the greenwerk) Seitenanzahl16 Publikationsdatum11/2018 Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen

Download: CFAS Policy Brief: Predictability of International Climate Finance under the Paris Agreement [PDF, 4.2MB]

. Weiterführende LinksMehr Informationen zur Publikation finden Sie hier

CFAS Climate Finance Guide: COP24 Katowice

29. November 2018 - 16:19
CFAS Climate Finance Guide: COP24 Katowice Konrad Brambach 29.11.2018 | 16:19 Uhr

Der CFAS Climate Finance Guide bietet Verhandlungsführern und Beobachtern einen Überblick über die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit der Klimafinanzierung, die auf der 24. Vertragsstaatenkonferenz (COP) der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) vom 2.-14. Dezember 2018 in Katowice, Polen erörtert werden. Er gliedert sich in die Hauptthemen der Tagesordnung der verschiedenen Gremien, die sich in Katowice treffen werden, nämlich die COP selbst, die Konferenz der Vertragsparteien, die als Treffen der Vertragsparteien des Kyoto - Protokolls (CMP) dient, die Nebenorgane (SBI und SBSTA), die Ad-hoc-Arbeitsgruppe zum Abkommen von Paris (APA) und die Konferenz der Vertragsparteien, die als Tagung der Vertragsparteien des Abkommens von Paris (CMA) dient. Eine Tabelle am Ende des Dokuments bietet eine einfache Übersicht über alle in diesem Handbuch behandelten Elemente.

Der Climate Finance Advisory Service (CFAS) wurde von Germanwatch 2012 ins Leben gerufen und bietet seitdem Verhandlern, politischen Entscheidungsträgern und Beratern aus vom Klimawandel betroffenen Ländern maßgeschneiderte Informationen und Beratung, um ihnen eine aktive und effektive Teilnahme an den komplexen Klimafinanzverhandlungen zu ermöglichen. Der Fokus liegt auf den besonders verletzlichsten Ländern, insbesondere den am wenigsten entwickelten Ländern (LDCs), den kleinen Inselstaaten (SIDS) und Afrika.

 

Publikationstyp Climate Finance Guide AutorInnenRaju Chhetri, Björn Dransfeld, David Eckstein, Julia Grimm, Christine Nettersheim Seitenanzahl27 Publikationsdatum11/2018 Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen

Download: CFAS Climate Finance Guide: COP24 Katowice [PDF, 7.6MB]

. Weiterführende LinksMehr Informationen zur Publikation finden Sie hier Beteiligte Personen Echter NameDavid Eckstein Referent für Klimafinanzierung und Investitionen +49 (0)228 / 60 492-45 eckstein@germanwatch.org Echter NameJulia Grimm Referentin für Klimafinanzierung +49 (0)228 60 492-11 grimm@germanwatch.org

Klimagipfel in Katowice muss Konsequenzen aus Weckruf des Weltklimarats ziehen

29. November 2018 - 12:27
Klimagipfel in Katowice muss Konsequenzen aus Weckruf des Weltklimarats ziehen Stefan Küper 29.11.2018 | 12:27 Uhr Germanwatch-Erwartungen an COP24: Auftakt für höhere Klimaziele, verlässlichere Finanzierung für arme Länder und starke Regeln zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens

Bonn/Katowice (29. Nov. 2018). Bei der am Sonntag beginnenden UN-Klimakonferenz COP24 im polnischen Katowice müssen die Regierungsvertreter zeigen, dass sie den Weckruf des Weltklimarats IPCC ernst nehmen. Das fordert die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, die den Klimagipfel mit einem Team vor Ort beobachten wird. „Der jüngst vorgestellte Sonderbericht des IPCC hat gezeigt, dass wir auf einen Klimawandel mit katastrophalen Folgen zusteuern. Uns bleiben nur noch wenige Jahre, bevor einige dieser Folgen unvermeidbar werden. Die internationale Gemeinschaft muss deshalb in Katowice drei Weichen richtig stellen: Wir erwarten zum einen von den Staaten, dass sie vereinbaren, demnächst höhere Klimaziele vorzulegen. Zum anderen gilt es, eine verlässlichere Finanzierung zur Transformation und Klimawandelanpassung für die armen Länder zu organisieren. Und drittens brauchen wir für Klimaschutz und Finanzierung starke und verlässliche Regeln, damit das Pariser Klimaabkommen wirkungsvoll umgesetzt wird“, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

Der Sonderbericht des Weltklimarats IPCC vom Oktober hatte gezeigt, wieviel drastischer schon die Auswirkungen einer globalen Erwärmung um 2 Grad gegenüber 1,5 Grad wären und gewarnt, dass die aktuellen Klimaziele der Staaten sogar zu einer Erwärmung von zirka 3 Grad führen würden. Bals: „Die unzureichenden Klimaziele für 2030 müssen angehoben werden. Das müssen die Staaten in Katowice ankündigen, sonst läuft uns die Zeit davon. Wir erwarten, dass die EU sich eindeutig dazu bekennt, ihr unzureichendes 40-Prozent-Reduktionsziel für 2030 zu verbessern und Deutschland seine Blockade dagegen aufgibt. Es ist sehr enttäuschend, dass Bundesumweltministerin Schulze nun ohne einen Vorschlag zum notwendigen zügigen Kohleausstieg in Deutschland nach Katowice fährt.“

Germanwatch erwartet höhere Finanzzusagen der Industriestaaten
Zudem müsse in Katowice deutlich werden, dass die Industrieländer ihre Verpflichtung aus dem Pariser Abkommen einhalten, die Entwicklungsländer finanziell beim Klimaschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen. „Arme Länder brauchen mehr Verlässlichkeit in der Finanzierung, damit sie sich auf den Weg zu mehr Klimaschutz machen können. Und sie brauchen Unterstützung bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels, zu dem sie selbst am wenigsten beigetragen haben", betont Christoph Bals. "Die gestern von Deutschland angekündigte Verdopplung der Beiträge für den Grünen Klimafonds sind ein wichtiges Signal, dem sich die anderen Industrieländer beim Klimagipfel anschließen sollten." Darüber hinaus müsse die Zukunft des erfolgreichen Anpassungsfonds des Kyoto-Protokolls auch unter dem Paris-Abkommen gesichert werden, der insbesondere konkrete Klimaanpassungsprojekte für die ärmsten und verletzlichsten Bevölkerungsgruppen ermöglicht.

Mit den Umsetzungsregeln für das Paris-Abkommen, die in Katowice beschlossen werden müssen, solle zum Beispiel sichergestellt werden, dass die Klimaschutzbemühungen der Länder umfassend, messbar und vergleichbar werden und dass Klimafinanzierung nicht mehrfach angerechnet werden kann. Die Regeln sollen auch festlegen, wie die alle fünf Jahre stattfindenden Nachbesserungsrunden für die Klimaziele der Staaten organisiert werden. Es gehe in Katowice darum, die zentralen Elemente dieses Regelbuchs zu beschließen, so die Erwartungshaltung von Germanwatch.

Bals fordert: "Auch der Schutz von Menschen, die heute schon Schäden und Verluste durch Folgen des Klimawandels erleiden, an die keine Anpassung mehr möglich ist, muss weiter ausgearbeitet werden. Bislang zieht sich dies nur als Querschnittsthema durch das Regelbuch, ist aber hoch umstritten und weder konkret genug formuliert noch von den Verursachern finanziert. Der Umgang mit Schäden und Verlusten muss wirkungsvoll im Regelbuch verankert werden."

Klimaschutz-Demos am Samstag in Berlin und Köln
Germanwatch will den Druck für entschiedenen Klimaschutz und einen zügigen Kohleausstieg am Samstag, 1. 12., erhöhen und ruft daher gemeinsam mit vielen anderen Organisationen zu zwei Demonstrationen auf. Die Demos in Berlin und Köln beginnen um 12 Uhr.

Themen Klima Internationale Klimapolitik UN-Klimaverhandlungen Deutsche und Europäische Klimapolitik Deutsche Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameRixa Schwarz Teamleiterin Internationale Klimapolitik +49 (0)228 / 60 492-25 schwarz@germanwatch.org Echter NameLutz Weischer Teamleiter Internationale Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-64 weischer@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

EU-Kommission setzt Kurs in Richtung Pariser Klimaziele

28. November 2018 - 15:53
EU-Kommission setzt Kurs in Richtung Pariser Klimaziele Stefan Küper 28.11.2018 | 15:53 Uhr Kommission empfiehlt Treibhausgasneutralität in der EU bis 2050 / Wichtiges Signal an UN-Klimagipfel in Katowice / Bundesregierung darf EU-Klimazug nicht entgleisen lassen

Berlin (28. Nov. 2018). Die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch bewertet den heutigen Vorschlag der Europäischen Kommission zur Treibhausgasneutralität bis 2050 als ein wichtiges Signal der EU. „Wir begrüßen diesen Vorstoß der Kommission, weil die EU damit ihre langfristigen Ziele dem Pariser Abkommen anpassen würde", sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Das ist ein wichtiges Signal der EU vor dem UN-Klimagipfel in Katowice. Wenn das neue Ziel von den Mitgliedsstaaten akzeptiert wird, bedeutet dies eine deutliche Verbesserung des aktuellen Zielpfades. Selbst dieses Klimaziel ist wissenschaftlich allerdings nur das Mindeste dessen, was notwendig ist, um das 1,5-Grad-Limit für den globalen Temperaturanstieg nicht zu überschreiten."

Auch das Europäische Parlament und viele Unternehmen unterstützen die von der Kommission vorgeschlagene Treibhausgas-Neutralität bis 2050.  Zudem haben sich EU-Staaten,  die insgesamt die Hälfte der EU-Bevölkerung repräsentieren, bereits für das verbesserte Ziel ausgesprochen. Deutschland allerdings bremst bisher. „Es ist an der Zeit, dass wir ein Bekenntnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Treibhausgasneutralität bis 2050 hören“, so Bals. „Es wäre ein Fiasko für die deutsche Klimapolitik, wenn Deutschland den nun Fahrt aufnehmenden EU-Klimazug zum Entgleisen bringen würde." Die Bundesregierung würde nach Einschätzung von Germanwatch damit auch die Handlungsfähigkeit der EU als Ganzes beschädigen, von der viele Staaten weltweit angesichts der klimapolitischen Geisterfahrt der US-Regierung eine Führungsrolle erwarten.

"Die Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch darauf, dass die EU sie so weit wie möglich vor der globalen Erhitzung schützt. Es geht dabei um den Schutz ihrer Grundrechte“, ergänzt Bals. Die Kommission verdeutlicht in ihrer neuen Vision für die Zukunft der EU zudem, dass sie von einer Umsetzung der Klimaziele positive Impulse für die Wirtschaft in Europa erwartet.

Themen Klima Deutsche und Europäische Klimapolitik Europäische Klimapolitik AnsprechpartnerInnen Echter NameChristoph Bals Politischer Geschäftsführer +49 (0)228 / 60 492-34 bals@germanwatch.org Echter NameOldag Caspar Teamleiter Deutsche und Europäische Klimapolitik +49 (0)30 / 28 88 356-85 caspar@germanwatch.org Echter NameStefan Küper Pressesprecher +49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72 presse@germanwatch.org

Seiten