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Aktualisiert: vor 4 Stunden 33 Minuten

Die G20 inklusiver gestalten: Was ist mit der Zivilgesellschaft?

19. September 2018 - 14:43
Bonn, 19.09.2018. Als der diesjährige Gastgeber der G20, der argentinische Präsident Mauricio Macri, Anfang August an der Eröffnungssitzung des ‚Civil 20‘ (C20) teilnahm, sagte er: „Die Zivilgesellschaft spielt eine Schlüsselrolle bei Dialog- und Konsensbildungsprozessen. […] Wir alle müssen Protagonisten sein und an den Diskussionen der Zivilgesellschaft teilnehmen und sie nicht vernachlässigen.“ Nicht alle seiner G20-Kollegen teilen diese Ansicht. Der CIVICUS ‚State of Civil Society Report 2018‘ stuft zivile Handlungsspielräume in nur drei G20-Mitgliedsstaaten, die EU ausgenommen, als „offen“ ein. Der Raum für die Zivilgesellschaft in elf Ländern ist „verengt“ oder „beschränkt“. In drei Mitgliedsstaaten gilt er als „unterdrückt“ und in zwei als „geschlossen”. So auch in Saudi-Arabien, das in 2020 Gastgeber sein wird. Argentinien wird als „verengt” eingestuft. In diesem Jahr findet der G20-Gipfel am 30. November und 1. Dezember in Buenos Aires statt. Kann die G20 trotz des „shrinking space“ in einigen Mitgliedstaaten durch mehr Einbindung der Zivilgesellschaft integrativer gestaltet werden? Legitimitätslücke der G20 In den vergangenen zehn Jahren ist die G20 zu einer der wichtigsten Institutionen für Global Governance geworden. Ihre Rolle hat sich von der Bewältigung der Finanzkrise von 2008 auf die Behandlung einer Agenda jenseits von Finanz- und Wirtschaftsfragen verlagert. Ihre Legitimität ist jedoch nicht im gleichen Maße gewachsen wie ihre Bedeutung. Obwohl die C20 nur eine von sieben Beteiligungsgruppen ist, bietet sie einen normativen Horizont für die Politik und kommt der Vertretung der zivilgesellschaftlichen Vielfalt bei der G20 am nächsten; mehr als 600 zivilgesellschaftliche Organisationen (CSOs) aus über 40 Ländern haben zum Abschlusskommuniqué beigetragen, das sie im August Präsident Macri vorgelegt haben. Die Rolle der Präsidentschaft Die Beteiligung der Zivilgesellschaft in der G20 zu verbessern, ist besonders schwierig. In ihrer jetzigen Form hängt die G20-Agenda stark vom politischen Willen der Präsidentschaft ab. Die Gastgeberregierung kann die Beteiligung der Zivilgesellschaft unterstützen oder einschränken und den Umfang und die Verfügbarkeit der dem C20-Bündnis bereitgestellten Mittel beeinflussen. Als China 2016 den Vorsitz bei der G20 führte, erlaubte seine Regierung bestimmten nationalen und internationalen CSOs nicht, an der C20 in Qingdao teilzunehmen. In diesem Jahr mobilisierte Argentinien nur geringe finanzielle Mittel für die C20, was es für CSOs aus Übersee schwierig machte, am Gipfel teilzunehmen. Die G20 und C20 inklusiver gestalten Begrenzte Mittel tragen dazu bei, dass es der C20 selbst an Legitimität mangelt. Vergleichsweise viele CSOs aus dem globalen Süden verfügen nicht über eigene Ressourcen, Zugang zu Geldern, qualifiziertes Personal und Insiderwissen, das für Lobbyarbeit auf globaler Ebene erforderlich ist. CSOs, die an der C20 teilnehmen, sind hauptsächlich serviceorientiert und streben konkrete Ergebnisse an, im Gegensatz zu widerstandsorientierten Gruppen, die eine starke Transformationsagenda verfolgen oder sogar die Legitimität der G20 völlig ablehnen. Diejenigen, die friedlich oder gewaltsam an den Orten der G20 protestieren, sitzen nicht unbedingt am Tisch der C20-Treffen. CSOs, die über die C20 politisch aktiv sind oder sogar Lobbyarbeit bei den Sherpas machen, haben in der Regel eine globale Reichweite. Solche CSOs sind überwiegend im globalen Norden beheimatet und haben oft selbst keine Legitimität oder Rechenschaftspflicht „nach unten“. Obwohl unkritischer Enthusiasmus über den Einfluss der Zivilgesellschaft in der G20 fehl am Platz ist, bleibt die C20 der stärkste Kanal für die Zivilgesellschaft, um vielfältigere Perspektiven in den Politikprozess der G20 einzubringen. Um ihre eigene Glaubwürdigkeit als legitime und rechenschaftspflichtige Akteure zu erhöhen, müssen die C20 und andere Beteiligungsgruppen mehr Akteure aus dem Globalen Süden und Nicht-G20-Staaten einbeziehen, insbesondere aus einkommensschwachen Ländern und fragilen Staaten – und dies vorzugsweise dauerhaft. Die Think 20 (T20) Africa Standing Group, die Forscher aus ganz Afrika zusammenbringt, ist hierfür ein positives Beispiel. Darüber hinaus sollten einflussreiche NGOs darauf achten, die Zivilgesellschaft nicht zu monopolisieren, sondern mehr Graswurzel-Initiativen und marginalisierte Gemeinschaften in die C20 einzubeziehen. Dies würde sie auch weniger verwundbar für Angriffe von illiberalen Regierungen machen, die Zweifel an der Legitimität von Zivilgesellschaft schüren. Bislang ist der Mangel an Finanzmitteln das größte Hindernis für die C20, diese Herausforderungen zu bewältigen. Daher müssen die Unterstützung und Finanzierung der C20 von der G20-Präsidentschaft entkoppelt werden. Dies würde das Risiko verringern, dass „shrinking spaces“ auf nationaler Ebene die Einbindung der Zivilgesellschaft in der G20 gefährden. Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Beteiligungsgruppen könnte die finanzielle Herausforderung ebenfalls mildern. Darüber hinaus kann die Zusammenarbeit in problemspezifischen Arbeitsgruppen ein gutes Instrument sein, die Politikgestaltung der G20 zu beeinflussen; sie würde ein Problem von verschiedenen Fronten aus angehen und Lerneffekte fördern. Angesichts global kleiner werdender Handlungsspielräume für CSOs ist ein gemeinsames Vorgehen unterschiedlicher nichtstaatlicher Akteure notwendig, um die Stimme der Zivilgesellschaft zu stärken – inner- und außerhalb der G20.
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Mitigating the adjustment costs of international trade

19. September 2018 - 13:33
This articles examines possible policy responses to the adjustment costs related to international trade. It argues that, contrary to the conclusions drawn from frictionless neoclassical models, the costs of adjusting to trade are large and persistent and may be a cause of the increase in the political resistance to trade. The existing mechanisms specifically designed to mitigate the adjustment costs related to trade are inadequate, and they are often a source of inefficiency and inequity since trade shocks are only a part of the economic uncertainty affecting workers. The article also argues that the most promising policies are those that extend the social safety net where necessary, protecting workers from all shocks, not just trade shocks, and those that facilitate the mobility of factors of production across sectors and regions. Many of the latter policies should be pursued anyway to improve the nation’s competitiveness. As has become increasingly evident over the past year, protectionism and unfair trade practices can also be a source of trade shocks affecting exporters in partner countries, underscoring the importance of maintaining an open, rules-based and predictable trading system.
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Entwicklungspolitik für eine gerechte Globalisierung

17. September 2018 - 9:16
Bonn, 17.09.2018. Die derzeitige Form der Globalisierung wird von ganz unterschiedlichen Gruppen als ungerecht angesehen. Das zeigt sich zum Beispiel an den wiederkehrenden Protesten gegen Institutionen der Global Governance (G7, G20, WTO), dem Erstarken nationalistischer Strömungen in vielen OECD-Ländern und den wiederholten Forderungen vieler Länder des Südens nach mehr Einfluss in internationalen politischen Institutionen. Auch in der Politik wird zunehmend anerkannt, dass in unserer globalisierten Welt Gerechtigkeit nicht nur innerhalb der Staaten eine Rolle spielt. So ist ein Abschnitt im Koalitionsvertrag der derzeitigen Bundesregierung mit „Entwicklungspolitik für eine gerechte Globalisierung“ überschrieben. Internationale politischen Zielvereinbarungen wie die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beziehen sich ebenfalls immer wieder explizit auf den Wert der Gerechtigkeit. Gleichzeitig ist gerade für die globale Ebene sehr umstritten, was diese Gerechtigkeit denn nun ausmacht. Bezüglich der akademischen Debatte zu Gerechtigkeitstheorien kann zwischen zwei unterschiedlichen Perspektiven unterschieden werden. Die erste Perspektive bezieht Gerechtigkeit auf Verteilungen, zum Beispiel von Gütern, Ressourcen oder Chancen. Die Kriterien für eine gerechte Verteilung sind umstritten. Die einen betonen den Wert der Gleichheit, während andere eine Priorität für die Armen fordern. Wieder andere heben die Rolle von Leistung und Verdienst hervor oder sind der Meinung, zählen müsse vor allem, dass niemand unter einen bestimmten Lebensstandard fällt. Es gibt aber auch Kritik daran, Gerechtigkeit ausschließlich auf Verteilungen zu beziehen: Diese Perspektive vernachlässige, wie die Dinge, die verteilt werden, überhaupt produziert wurden und wer über ihre Verteilung entscheidet. Aus einer zweiten Perspektive wird Gerechtigkeit deshalb nicht als eine bestimmte Verteilung, sondern als Abwesenheit von willkürlicher Herrschaft aufgefasst. Ein Fokus liegt dann auf der Frage, wie politischen Entscheidungsverfahren gestaltet sein sollten. Aus beiden Perspektiven sind Ungerechtigkeiten im derzeitigen globalen wirtschaftlichen und politischen System offensichtlich. So kann beispielsweise das internationale Handels-, Finanz- und Steuersystem im Hinblick auf die Verteilung von Vorteilen und Lasten (zwischen verschiedenen Ländern und zwischen verschiedenen Gruppen innerhalb der Länder) kritisiert werden: In Bezug auf das internationale Handelssystem war schon die Gerechtigkeit des von der WTO regulierten Handelssystems sehr umstritten. Der derzeitige Trend in Richtung bi- und multilateraler Handelsabkommen scheint jedoch in Bezug auf die Möglichkeiten armer Länder, für sie vorteilhafte Ergebnisse zu erzielen noch problematischer. Das starke Wachstum der wenig regulierten und häufig vor allem an kurzfristigen Erträgen orientierten Finanzindustrie erhöht die Instabilität des internationalen Finanzsystems. Private Investoren profitieren in guten Zeiten, während Verluste wie zum Beispiel während der Finanzkrise 2008 teilweise vom Staat getragen werden. Das derzeitige internationale Steuersystem ist gekennzeichnet durch eine ungerechte Verteilung der Steuerlast zwischen Individuen, sowie einer ungerechten Verteilung des Steueraufkommens zwischen den Staaten. Steuerhinterziehung und Steuervermeidung tragen hierzu bei und reduzieren das Steueraufkommen insgesamt. Angesichts von menschengemachten Umweltveränderungen und des globalen Ressourcenverbrauchs stellt sich die Frage nach der gerechten Verteilung von Vorteilen und Lasten zudem nicht nur in Bezug auf die zurzeit lebenden Menschen, sondern auch in Bezug auf zukünftige Generationen. Unser Umgang mit dem Klimawandel kann in dieser Hinsicht kaum als gerecht angesehen werden. Die zweite Perspektive, die Gerechtigkeit als Abwesenheit willkürlicher Herrschaft versteht, kann die Ungerechtigkeit der politischen Entscheidungsverfahren der Institutionen der Global Governance besser in den Blick bekommen. Hier werden wichtige Entscheidungen von Institutionen gefällt, in denen die von den Entscheidungen betroffenen Menschen sehr unterschiedlich repräsentiert sind. Beispielsweise sind in den G7 und den G20 jeweils nur einige wenige Länder vertreten. In anderen Institutionen wie der Weltbank und dem IWF richten sich die Stimmanteile eines Landes nach seiner Wirtschaftsleistung (oder seiner Wirtschaftsleistung zu einem vergangenen Zeitpunkt). In dieser Hinsicht gleicht die Global Governance einer Plutokratie. Insgesamt ist es bisher kaum gelungen, demokratische Errungenschaften auf die internationale Ebene zu übertragen. Es gibt durchaus Vorschläge, wie solche Ungerechtigkeiten beseitigt oder zumindest abgemildert werden könnten; Vorschläge, die sich beispielweise auf eine stärkere internationale Regulierung von Finanzmärkten, entschiedene Maßnahmen gegen den Klimawandel oder eine Demokratisierung der Global Governance beziehen. Eine Entwicklungspolitik, die tatsächlich auf eine gerechte Gestaltung der Globalisierung zielte, müsste sich auf allen politischen Ebenen um eine Verständigung auf solche Reformen bemühen ­– und diese im Zweifel auch gegen die Interessen privilegierter Gruppen durchsetzen. Das DIE beteiligt sich an der Debatte darüber, wie eine gerechte Globalisierung aussehen könnte mit einem Forschungsprojekt, das sich mit der Gerechtigkeit des internationalen Handels- und Finanzsystems und der Institutionen der Global Governance beschäftigt.
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Exporting for growth: identifying leading sectors for Egypt and Tunisia using the Product Space Methodology

17. September 2018 - 8:36
The structural transformation of countries moves them towards more sophisticated, higher-value products. Network analysis, using the Product Space Methodology (PSM), guides countries towards leading export sectors. The identification process rests on two pillars: (1) available opportunities, that is, products in the product space that the country does not yet export which are more sophisticated than its current exports; and (2) the stock of a country’s accumulated productive knowledge and the technical capabilities that, through spillovers, enable it to produce slightly more sophisticated products. The PSM points to a tradeoff between capabilities and complexity. The methodology identifies very basic future products that match the two countries’ equally basic capabilities. Top products are simple animal products, cream and yogurt, modestly sophisticated plastics, metals and minerals such as salt and sulphur for Egypt; and slightly more sophisticated products such as containers and bobbins (plastics) and broom handles and wooden products for Tunisia, which is the more advanced of the two countries. A more interventionist approach steers the economy towards maximum sophistication, thus identifying highly complex manufactured metals, machinery, equipment, electronics and chemicals. Despite pushing for economic growth and diversification, these sectors push urban job creation and require high-skill workers, with the implication that low-skilled labour may be pushed into unemployment or into low-value informal jobs. A middle ground is a forward-looking strategy that takes sectors’ shares in world trade into account. This approach identifies medicaments in the chemicals sector; seats (e.g. car and aeroplane seats) in the “other highly manufactured” sector; inflated rubber tyres in the chemicals community (plastics and rubber); containers, bobbins and packages of plastics also in the plastics and rubber section; and articles of iron and steel in the metals sector for Egypt. The top product for Tunisia is furniture in the highly manufactured and special purpose goods community, followed by three products in plastics and rubber in the chemicals community, and finally three machinery sectors.
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The G20 in 2017: born in a financial crisis - lost in a global crisis?

14. September 2018 - 9:50
This introduction to the Special Issue, what we have named “The G20 in 2017: Born in a Financial Crisis—Lost in a Global Crisis?,” provides an overview of the achievements of the German G20 presidency (from December 2016 to November 2017) and puts it in the context of an increasingly contested global environment. It includes an assessment of the areas in which the German presidency has successfully carried through its initial priorities and the extent to which the G20 in 2017 has contributed to improved multilateral cooperation. This assessment is based on the contributions to the Special Issue and includes an overview of their main results in key policy areas, such as: climate, taxation, trade, sustainable development, and cooperation with Africa.
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Introduction: The G20 in 2017: born in a financial crisis - lost in a global crisis?

14. September 2018 - 9:43
This introduction to the Special Issue, what we have named “The G20 in 2017: Born in a Financial Crisis—Lost in a Global Crisis?,” provides an overview of the achievements of the German G20 presidency (from December 2016 to November 2017) and puts it in the context of an increasingly contested global environment. It includes an assessment of the areas in which the German presidency has successfully carried through its initial priorities and the extent to which the G20 in 2017 has contributed to improved multilateral cooperation. This assessment is based on the contributions to the Special Issue and includes an overview of their main results in key policy areas, such as: climate, taxation, trade, sustainable development, and cooperation with Africa.
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From income poverty to multidimensional poverty: an international comparison

12. September 2018 - 21:22
The first Sustainable Development Goal of the 2030 Agenda calls for ending 'poverty in all its forms everywhere', therefore recognising that poverty is more than just a lack of a sufficient income. Nevertheless, some scholars argue that an income-based measure of poverty is able to sufficiently capture poverty in other dimensions as well. This claim, however, has so far not been substantiated by any cross-country empirical evidence. Currently available international indicators of multidimensional poverty suffer from several weaknesses and cannot be directly compared with the existing monetary measures of poverty. This One Pager summarises the main findings of a broader study (Burchi, Rippin, and Montenegro 2018) on poverty measurement and analysis.
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Pro-poor climate risk insurance: the role of community-based organisations

12. September 2018 - 15:54
In the face of increasingly frequent extreme weather events, the need to manage climate risk becomes more urgent, especially for the most vulnerable countries and communities. With the aim of reducing vulnerability, climate risk transfer in the form of climate risk insurance (CRI) has been gaining attention in climate policy discussions. When properly designed, CRI acts as a safety net against climate change impacts by providing financial support after an extreme weather event. Two main types of insurance enable payouts: indemnity (traditional) insurance or predefined parameters (index-based) insurance. Individuals, groups, or even governments may take out policies with either type of insurance and receive payouts directly (insurer to beneficiary payout) or indirectly (insurer to aggregator to beneficiary payout). Direct insurance is usually implemented at the micro-level with individual policyholders. Indirect insurance is usually implemented through group contracts at the meso-level through risk aggregators and at the macro-level through the state.
While promising, risk transfer in the form of CRI also has its share of challenges. Within the United Nations Framework Convention on Climate Change, the lack of accessibility and afford¬ability of CRI for poor and vulnerable groups have been identified as barriers to uptake. In light of climate justice, asking the poor and climate-vulnerable groups - most of whom do not contribute substantially to anthropogenic climate change - to solely carry the financial burden of risk transfer is anything but just. Employing a human rights-based approach to CRI may ensure that the resilience of poor and climate-vulnerable groups is enhanced in a climate-just manner.
Indigenous peoples are some of the poorest and most climate vulnerable groups. Often marginalised, they rarely have access to social protection. The strong communal relationship of indigenous peoples facilitates their participation in community-based organisations (CBOs). CBOs are a suitable vehicle for meso-insurance, in which risk is aggregated and an insurance policy belongs to a group. In this way, CBOs can facilitate service provision that would otherwise be beyond the reach of individuals.
Conclusions of this briefing paper draw on a conceptual analysis of meso-insurance and the results of field research conducted in March 2018 with indigenous Palaw’ans in the Philippines. We find that CRI needs to be attuned to the differential vulnerabilities and capacities of its beneficiaries. This is particularly true for poor and vulnerable people, for whom issues of accessibility and affordability need to be managed, and human rights and pro-poor approaches need to be ensured. In this context, meso-insurance is a promising approach when it provides accessibility and affordability and promotes a pro-poor and human rights-based approach of risk transfer by:
  • Properly identifying and involving target beneficiaries and duty-bearers by employing pro-poor and human rights principles.
  • Employing measures to improve the financial literacy of target beneficiaries.
  • Designing insurance models from the bottom up.
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Demystifying green bonds

12. September 2018 - 15:08
There is significant potential for growth in the green bonds market as suggested by the market’s increase in size and geographic reach and the broadening of the investor base. To realize the enormous potential of green bonds, several challenges must be addressed, notably the risk of greenwashing, limited standardization, an undiversified investor base, the time lag from directing proceeds from a bond sale to green projects or assets, narrow secondary markets, the high costs of green bonds issuance and the development of a green project pipeline. An improved governance framework could help to address several of these challenges. For the green bonds market to contribute to ecologically sustainable development, there must be greater transparency about how green bonds are defined. Disclosure reforms should aim to ensure publication of details about the intended use of proceeds and the annual reporting of the actual use of proceeds and second opinions. Covered bonds could increase transparency because they are more strictly regulated than uncovered bonds. Green bonds indices may also increase transparency on the green bonds market for both issuers and investors by defining specific criteria. The second main area concerns compliance with standards. Several measures could help to improve that. For instance, bodies that design green bonds indices could more closely monitor the bonds included in any index of bonds that are claimed to adhere to the strictest industry standards. Rating agencies could explicitly consider the environmental aspects of green bonds in their evaluations. Financial authorities could regulate the green bonds market, and institutional investors could integrate green investment criteria in their guidelines. Sharing more detailed information between the various stakeholders will make governance more inclusive. Round tables of investors, issuers, governments, NGOs and regulators should be organized to discuss what and how much regulation and policy support is needed to foster the development of green bonds. Such an approach could help the market to mobilize climate finance while also meeting the needs of the finance industry. The establishment of the Green Bonds Principles Executive Committee was an important step in the right direction.
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Auf dem Weg zur zweiten UN-Konferenz über Süd-Süd-Zusammenarbeit

12. September 2018 - 10:48
Bonn, 12.09.2018. Oft lässt sich in Diskussionen eine allgemeine Übereinstimmung erzielen zu den Folgen des Klimawandels, zu den Auswirkungen gewaltsamer Konflikte, zu wachsender Ungleichheit oder über die generelle Vereinbarung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Diese hochgesteckten Ziele sehen sich jedoch mit nationalistischen Bewegungen gegen multilaterale Institutionen konfrontiert. Diese werden von der entstehenden „Multiplex-Weltordnung“ (Amitav Acharya) begünstigt, in der eine Reihe von Schlüsselakteuren auf unterschiedliche Weise interagieren. Die Entwicklungszusammenarbeit ist einer der Politikbereiche, der davon besonders betroffen ist. Bislang gibt es noch keinen globalen Ansatz für die Entwicklungszusammenarbeit. Im Grunde lassen sich zwei große Teilsysteme identifizieren: erstens, das seit langem vorherrschende System der Entwicklungszusammenarbeit der OECD-Länder: öffentliche Entwicklungshilfe (ODA). Zweitens eine heterogene Reihe von Praktiken, die von aufstrebenden (Super-)Mächten unter dem Stichwort der Süd-Süd-Kooperation (SSC) angeführt werden. Beide Gruppen und Entwicklungsansätze sind nicht vollständig festgelegt und stabil. Im Gegenteil, Entwicklungszusammenarbeit ist ein dezentraler Politikbereich, in dem verschiedene Prinzipien und Praktiken zunehmend miteinander verflochten sind. Zum Entwicklungshilfeausschuss (DAC) der OECD gehört beispielsweise die Republik Korea – ein ehemaliges Land des Globalen Südens. Unterschiedliche Auffassungen von Entwicklungszusammenarbeit sind ein zentrales Thema in den internationalen Entwicklungsdebatten. Die Globale Partnerschaft für wirksame Entwicklungszusammenarbeit (GPEDC) (sie ist als Hauptplattform für Themen der EZ-Wirksamkeit gedacht) ist beispielsweise nicht global, da Brasilien, China und Indien der Plattform nicht beigetreten sind. SSC ist nur begrenzt organisiert und definiert. IBSA, ein Club-Governance-Format von Indien, Brasilien und Südafrika hat kürzlich eine Definition für SSC vorgelegt. Die IBSA-Partner betonen die Grundsätze „Achtung der nationalen Souveränität, nationale Eigenverantwortung und Unabhängigkeit, Gleichheit, Nicht-Konditionalität, Nichteinmischung in innere Angelegenheiten und gegenseitigen Nutzen“ und behaupten, dass „SSC völlig anders ist als die Nord-Süd-/Geber-Nehmer-Kooperation und dass ODA-Vorlagen keine gute Grundlage für SSC sind“. Eine klar definierte Gruppe von SSC-Anbietern und ein gemeinsamer Ansatz sind jedoch noch nicht erkennbar. So liegt zum Beispiel die Unterstützung Ruandas für das Präsidentenamt von Benin deutlich außerhalb des aktuellen SSC-Mainstream-Diskurses von SCC-Anbietern. Gestaltung der Agenda für BAPA+40 Auf der Grundlage des 1978 verabschiedeten „Aktionsplans von Buenos Aires zur Förderung und Umsetzung der technischen Zusammenarbeit der Entwicklungsländer“ wird die zweite Hochrangige Konferenz der Vereinten Nationen über Süd-Süd-Zusammenarbeit (BAPA (Buenos Aires Aktionsplan)+40-Konferenz) im März 2019 in Buenos Aires stattfinden. BAPA+40 wird die wichtigste Veranstaltung zum Thema SSC und triangulärer Kooperation sein. Sowohl die Veranstaltung als auch der Vorbereitungsprozess können die Debatten auf verschiedene Weise voranbringen. Erstens wird BAPA+40 eine multilaterale Konferenz im Rahmen der Vereinten Nationen sein und hat daher eine hohe Legitimität für den Umgang mit SSC. Gemeinsam vereinbarte Normen und Standards wären eine wesentliche Verbesserung vor dem Hintergrund der oft verwirrenden Debatten über SSC in den vergangenen Jahren. Die Konferenz wäre der richtige Ort, um einen breiteren Konsens über eine Definition von SSC unter SSC-Anbietern, aber auch zwischen SSC-Kooperationsanbietern und -nehmern zu finden. Daher könnte und sollte BAPA + 40 der richtige Ort für eine klare Definition von SSC sein. Zweitens ist BAPA+40 als UN-Konferenz der am besten geeignete Ort, um sich erneut mit der Frage der internationalen Verantwortung zu befassen. Mit dem Aufweichen der Grenzen zwischen Nord und Süd ist die internationale Verteilung von Verantwortung unklar geworden. Während die BAPA+40 weiter die besondere Verantwortung der entwickelten Länder hervorheben sollte (wie die Verpflichtung, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für ODA bereitzustellen), sollte sie auch die Frage der Differenzierung angehen. Die Konferenz wäre eine Gelegenheit, das Prinzip der CBDR (gemeinsame, aber differenzierte Verantwortung) 2.0, voranzubringen. Drittens ist der BAPA+40-Prozess eine gute Gelegenheit, die vorhandenen Verfahren der Wirkungsmessung unter den Süd-Süd-Kooperationspartnern (SSCP) zu systematisieren und eine breitere Übereinkunft über gemeinsame Kriterien für die Bewertung von SSC zu erreichen. Viertens, da die BAPA+40-Konferenz DAC-Geber und SSCP versammelt, sollte sie über die bestehenden Modelle der triangulären Kooperation hinaus zu einer horizontalen Partnerschaft übergehen, die von Entwicklungszielen bestimmt und auf Wissensaustausch ausgerichtet ist. Trianguläre Kooperation hat das Potenzial, Multi-Stakeholder-Ansätze jenseits des Modells eines SSC-Anbieters, eines SSCP- oder OECD-Gebers zu nutzen. In der Summe gibt es keine global gültige Norm für die Entwicklungszusammenarbeit. BAPA+40 könnte ein wichtiger Schritt sein, um eine gemeinsame Grundlage für einen entstehenden Konsens zu Süd-Süd-Kooperation zu finden.

Paulo Esteves ist Associate Professor am International Relations Institute der Pontifical Catholic University of Rio de Janeiro, Direktor des BRICS Policy Center, Senior Research Fellow am Institute of Advanced Sustainability Studies and Fellow von Brazil’s Public Administration School (ENAP). Stephan Klingebiel is Co-Chair des Programms „Inter- und transnationale Zusammenarbeit“ am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE). Er ist zudem Senior Lecturer an der Universität Marburg und Visiting Professor an der Stanford University.
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Catalyst restrained by adverse conditions: how does the 2030 Agenda impact development cooperation?

12. September 2018 - 9:54
When talking about how to implement the Agenda 2030 for Sustainable Development and the Sustainable Development Goals (SDGs), a strong emphasis is often placed on private flows and partnerships – and rightly so. Not only are the financing needs massive, the Agenda is also about a transformation towards sustainable development that needs to take place worldwide, domestically and at the international level, in the public and in the private sphere. However, development cooperation - offical development assistance (ODA) and South-South cooperation (SSC) - has a crucial role to play.
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Meeting Africa’s employment challenge in a changing world

12. September 2018 - 8:47
Around 2031, Africa’s working-age population will pass the 1-billion threshold. This growing workforce will require decent productive employment. So far, Africa’s economies have largely failed to create stable and well-paid jobs. For any one person working in the formal private sector, 10 work in the informal economy. Failure to generate sufficient formal-sector jobs for young people will increase migration and global security challenges.
Creating decent jobs at the scale required is inconceivable without a structural transformation that enables workers to move from low-productivity agriculture and informal trades to modern manufacturing or service sectors. Such a transformation took place in some East Asian countries, but no comparable dynamic has so far been observed anywhere in Africa. What’s more, the region has already started to deindustrialise at a stage when industry has not yet really taken off.
What, then, are the prospects for Africa’s economic future? Where should the millions of decent jobs the region urgently needs come from? We suggest exploring this not by extrapolating past trends, but by analysing how certain – potentially disruptive – global trends impact on African economies:
  • Natural resources are being depleted globally while the world population increases, becomes more affluent and demands higher-value food. Also, the global bioeconomy is likely to boost demand for fuel substitutes. This creates opportunities for countries with underutilised land resources.
  • Urbanisation and the expansion of African middle classes will boost and diversify demand, creating opportunities for local consumer industries. Trends towards sustainable smart cities also hold promises for African entrepreneurs in transport, electronics, the construction industry and other sectors.
  • New digital technologies improve connectivity. Some digital innovations enable African producers to tap into hitherto inaccessible markets, whereas others may lead to automation and global market concentration at the expense of African producers.
  • China’s rapidly increasing wages may lead to the relocation of labour-intensive industries to African countries with low unit labour costs – unless China uses auto¬mation to keep them at home.
  • The imperative of reducing the world economy’s material footprint may create new opportunities, such as in low-input agriculture or electrification based on low-cost renewable energy. At the same time, it creates the risk of enormous capital losses in high-carbon and other unsustainable technologies.
We do not know exactly how these trends will play out for individual African countries. Yet some trends will be game-changing. Hence, we recommend systematic efforts to explore them, with the aim of identifying competitive opportunities and taking strategic action early on. We identify some opportunities in manu¬facturing and services that we expect to become important (while recognising big differences across the region). We also suggest complementary investments in productivity and employment for the large proportion of the workforce not easily and immediately employable in competitive industries.


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From income poverty to multidimensional poverty: an international comparison

10. September 2018 - 16:32
The Agenda 2030 clearly recognizes that poverty is more than just lack of a sufficient amount of income. However, some scholars argue that an income-based measure of poverty can sufficiently capture poverty in other dimensions. Unfortunately, the available international indicators of multidimensional poverty suffer from several weaknesses and cannot be directly compared with monetary measures of poverty. This paper provides two main contributions to the literature on poverty measurement and analysis. First, it proposes a theoretically and methodologically sound indicator of multidimensional poverty, called the Global Correlation Sensitive Poverty Index (G-CSPI), which addresses most of the problems present in other poverty indicators. Thanks to the massive I2D2 database of harmonized household surveys, the G-CSPI was calculated for more than 500 surveys: the results show that it is stable and robust. Second, for the first time we were able to conduct a comparative analysis between income and multidimensional poverty relying on the same dataset for the calculation of the two. Previous cross-country evidence, instead, was based on very different surveys used for the computation of income and multidimensional poverty and even conducted in different years. Building on recent data for 92 countries, our analysis shows that the headcount ratio of extreme monetary poverty (USD 1.90) is highly correlated with that of the G-CSPI, but that the relationship is clearly non-linear. This way we provided the first empirical evidence of the fact that income poverty is not a sufficiently good proxy for multidimensional poverty.
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Fragile states and the prospects for global peace in troubled times

10. September 2018 - 15:05
The subject of world peace is once again about to take the centre-stage of political theatre. Although the major countries’ heads of state and government are not yet holding peace summits, amidst the G20 countries, war and conflicts such as those in Syria and Ukraine increasingly push themselves onto conference agendas. World order seems to be in a more fragile state than ever seemed conceivable just a few years ago. Barely three decades after the end of the Cold War, it is clearer by the day that probably the most peaceful period in human history might have come to an end – unless some worrying trends are reversed quite soon.
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Fragile Staaten und globaler Frieden in unruhigen Zeiten

10. September 2018 - 15:01
Der Weltfrieden ist auf dem Weg zurück auf die große politische Bühne. Zwar halten die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Länder der Erde noch keine Friedensgipfel ab. Aber bereits im Kreis der G20 schieben sich Kriege und Konflikte wie in Syrien oder der Ukraine zunehmend auf die großen Konferenzagenden. Die Weltordnung erscheint fragiler, als es noch vor wenigen Jahren möglich erschien. Knapp drei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges wird immer deutlicher, dass die wahrscheinlich friedlichste Periode der Menschheitsgeschichte an ihr Ende gekommen sein könnte, wenn es nicht bald gelingt, einige beunruhigende Trends wieder umzukehren.
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Nachsitzen oder sitzen bleiben?

10. September 2018 - 12:40
Bonn, 10.09.2018. Die internationale Klimapolitik sucht weiter nach einem Regelwerk, mit dem sich das Pariser Abkommen von 2015 wirksam umsetzen lässt. Bereits beim letzten regulären Arbeitstreffen der internationalen Klimapolitik im Mai 2018 in Bonn sollten konkrete Spielregeln für die Bewältigung der gemeinsamen Aufgabe vereinbart werden. Dies war nicht gelungen. Die Delegierten mussten daher nachsitzen. Bis gestern wurde in Bangkok in einer zusätzlichen Verhandlungsrunde um Kompromisse und Lösungen gerungen. 2000 Delegierte aus über 190 Ländern verhandelten über das „Regelbuch“ zur Umsetzung des Pariser Abkommens ab 2020. Es soll die klimapolitischen Zusagen der Staaten überprüfbar und vergleichbar machen. Es soll sicherstellen, dass alle Vertragsstaaten ihrer Verantwortung gerecht werden und niemand schummeln kann. Anders als bei den hehren Absichtserklärungen, die im Pariser Abkommen verankert und weltweit als Durchbruch zur Rettung des Weltklimas gefeiert wurden, geht es nun also um das Eingemachte. Dies ist hochpolitisch und lässt unterschiedlichste Interessen aufeinanderprallen. Wie weit sind die Delegierten nun gekommen? Einige tragfähige Kompromisse scheinen erreicht worden zu sein, um das Regelbuch wie vorgesehen auf dem diesjährigen Klimagipfel im Dezember im polnischen Katowice beschließen zu können. Zumindest liegen nun Bausteine für eine „entscheidungsfähige Basis“ vor. Das ist die gute Nachricht. Aber das Regelbuch ist kein Selbstzweck. Es ist nur sinnvoll, wenn seine Regeln eine effiziente, konsequente und zunehmend ambitionierte Umsetzung der klimapolitischen Maßnahmen gewährleisten können. Dies wiederum erfordert, dass ihre Einhaltung nachvollziehbar überprüft und verbindlich eingefordert werden kann. In Abwesenheit einer sanktionsbewehrten, den Vertragsstaaten übergeordnete Instanz, ist dies nur mittels verbindlicher Institutionen, vergleichbarer Anstrengungen und kreativer Kompromisse zu erreichen. Hier stecken viele Teufel im Detail. Worauf ist also zu achten, wenn die in Bonn und Bangkok erarbeiteten Kompromisstexte in Katowice in ein umfassendes Regelbuch überführt werden? Umstritten bleiben nicht nur die Standards, gemäß derer die Staaten ihren CO2-Ausstoß nachvollziehbar messen und berichten. Dies ist schon deshalb ein neuralgischer Punkt der Verhandlungen, weil der in Paris überwunden geglaubte Streit um die Ausdifferenzierung unterschiedlicher Verantwortlichkeiten armer und reicher Länder in Bangkok wieder in den Vordergrund drängte. Ein weiterer zentraler Streitpunkt bleibt das Geld. Die Industriestaaten haben für die am stärksten von den Klimafolgen betroffenen Entwicklungsländer von 2020 an jährlich 100 Milliarden US-Dollar versprochen, um Klimamaßnahmen zu finanzieren und die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Zugleich mauern sie in den Verhandlungen und setzen offensiv auf eine stärkere Beteiligung der Privatwirtschaft zur Mobilisierung der benötigten Mittel. Die Entwicklungsländer sehen dies mit Skepsis und erwarten konkrete Zusagen. Das mangelnde Tempo der Verhandlungsfortschritte ist daher besorgniserregend. Deutschland ist hier in seinem zähen Ringen um den Kohleausstieg oder die Modernisierung des Verkehrssektors exemplarisch. Um seine einstige Klimavorreiterrolle wiederzubeleben, wie es die Bundesumweltministerin Svenja Schulze in ihrer Antrittsrede vor dem Deutschen Bundestag forderte, muss Deutschland seine Klimazusagen umsetzen und seine Anstrengungen verstärken, das Ambitionsniveau der deutschen und europäischen Klimapolitik deutlich zu erhöhen. Dies ist auch und vor allem eine Frage der Gerechtigkeit im Klimaschutz, nicht nur global betrachtet, sondern auch bei uns vor Ort. Klimaschutz muss auch in Deutschland und Europa sozialverträglich gestaltet werden und zukunftsfähige Wirtschaftsstrukturen aufbauen, um dauerhaft wirksam werden zu können. Die Europäische Union sollte ihre Strukturförderung deshalb genau darauf ausrichten. Auf internationaler Ebene müssten die Verursacher des Klimawandels, beispielsweise große Energieunternehmen, von den Betroffenen belangt werden können. Nur so lässt sich der Klimaschutz insgesamt gerechter gestalten und ein zentraler Bremsblock der internationalen Klimapolitik – die Frage nach Verantwortlichkeiten – glaubhaft entschärfen. Von derartigen Fortschritten scheint die internationale Klimapolitik freilich auch nach der Sonderschicht von Bangkok noch weit entfernt. Es bleibt zu hoffen, dass weltweite Proteste und Demonstrationen – wie vergangenen Samstag unter dem Motto „Aufstehen für das Klima“ – den Druck auf die Verhandler weiter erhöhen. Auch der diese Woche startende Global Climate Action Summit in San Francisco macht Hoffnung. Er legt den Fokus auf die Beiträge, die Städte und nichtstaatliche Akteure zum Klimaschutz leisten können. Der internationale Klimaprozess hinkt dieser Dynamik hinterher. Ohne weiteres Nachsitzen bleibt die Versetzung der gefeierten „Klasse von Paris“ beim Klimagipfel in Katowice akut gefährdet.
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Maids' and Madams' moral topographies

7. September 2018 - 13:15
This qualitative study asks whether structural transformation brought about by modernization in contemporary urban India can induce growing equality in the sense of mutual respect between the lower and the middle classes. From the idographic context of female domestic workers and their employers in Chennai (Tamil Nadu) a general type of modernity for the periphery is outlined. Even though changes in this relation are apparent and various forms of respect and recognition are developing, the deep hierarchical differences persist despite - or precisely because of - modernity in the form of capitalism.
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Buchbesprechung: "Marie-Luisa Frick: Menschenrechte und Menschenwerte - zur konzeptionellen Belastbarkeit der Menschenrechtsidee in ihrer globalen Akkomodation

5. September 2018 - 7:59
Die Buchbesprechung rezensiert Marie-Luisa Fricks umfassende Studie zum Konzept der Menschenrechte und seiner weltweiten Anschlussfähigkeit.
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Feigned ambition: analysing the emergence, evolution and performance of the ACP Group of States

4. September 2018 - 16:04
In 1975 the Africa, the Caribbean and Pacific (ACP) Group of States was created after the then 46 states concluded a cooperation partnership with the European Economic Community. This article draws on the literature on international organisation (IO) independence and performance to analyse the ACP Group’s evolution and functioning over time. Its findings show that whereas the ACP Group has generally failed to deliver on its supra-national objectives, its members have used Group membership as a means to accessing European Union benefits. This confirms recent research that dependent and non-performing IOs may serve important funding and patronage purposes to their members.
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Lean Models, complex realities: elite interactions in post-conflict democratisation at the local level

4. September 2018 - 14:59
If we want to understand how interactions influence post-conflict democratisation, we need to account for the complexity of interactions in post-war states. Using the case of democracy promotion in Kosovo, the article uncovers two aspects in interaction processes where accounting for complexity is particularly useful: domestic goals and actor constellations. Taking into account the variety of domestic goals helps to understand how democratic reforms are subverted by domestic elites for the sake of their own domestic agenda. Disentangling the complexity of actor constellations demonstrates that interaction dynamics are shaped by the leverage and the number of international actors involved in the negotiation. The article draws on fine-grained local-level data from Kosovo to illustrate the argument.
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