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Aktualisiert: vor 17 Stunden 37 Minuten

Nein zum Verbot von CENIDH: Wichtigste Menschenrechtsorganisation in Nicaragua aufgelöst

13. Dezember 2018 - 17:19
Fünfzehn Tage hat die Menschenrechtsorganisation CENIDH Zeit, um sich aufzulösen. Das beschloss das nicaraguanische Parlament am Mittwoch den 12. Dezember 2018. Zusätzlich zu CENIDH, mit dem INKOTA eine jahrelange Zusammenarbeit verbindet, entzog das Parlament weiteren Nichtregierungsorganisationen die juristische Anerkennung. Damit erreicht die Repression in dem krisengeschüttelten Land neue Ausmaße. „Diese Enteignung ist eine weitere Fortsetzung der Bestrafung und Verfolgung von zivilgesellschaftlichen und Menschenrechtsorganisationen durch Daniel Ortega und Rosario Murillo“, sagt CENIDH. „Damit wird das Recht auf Vereinigungsfreiheit und die kollektive Verteidigung der Menschenrechte verletzt.“ CENIDH setzt sich seit 28 Jahren für die Menschenrechte in Nicaragua ein. Seit Beginn der schweren politischen Krise im April 2018 dokumentiert CENIDH die gravierenden Menschenrechtsverletzungen durch Polizei und andere regierungsnahe Gruppierungen. Die CENIDH-Direktorin Vilma Núñez ist eine der bekanntesten MenschenrechtsaktivistInnen Lateinamerikas und eine vehemente Kritikerin von Präsident Daniel Ortega und seiner Frau und Vizepräsidentin Rosario Murillo. Für INKOTA ist klar: Der Entzug der juristischen Anerkennung von CENIDH ist ein politisches Manöver der Regierung von Daniel Ortega, um eine der wichtigsten Stimmen der nicaraguanischen Zivilgesellschaft zum Schweigen zu bringen. Wir solidarisieren uns mit dem Menschenrechtszentrum und verurteilen dessen faktisches Verbot sowie alle Menschenrechtsverletzungen, die die Regierung Daniel Ortegas zu verantworten hat. INKOTA hat am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, gemeinsam mit anderen Organisationen mit einer Mahnwache in Berlin auf die gravierende Menschenrechtslage in Nicaragua aufmerksam gemacht und die sofortige Freilassung der mehr als 600 politischen Gefangenen, die Entwaffnung paramilitärischer Einheiten und eine unabhängige Untersuchung aller Menschenrechtsverletzungen der letzten acht Monate gefordert. INKOTAs nicaraguanischer Projektpartner Popol Na unterstützt von politischer Repression Betroffene und Untergetauchte. Zahlreiche AktivistInnen, die für eine Demokratisierung des Landes auf die Straße gegangen waren, mussten untertauchen, weil sie von Verhaftung bedroht sind. Den in Verstecken lebenden Verfolgten fehlt es an Lebensmitteln, persönlichen Hygieneartikeln, Kleidung und Medikamenten. Popol Na unterstützt sie mit dem Nötigsten und leistet juristische und psychosoziale Begleitung. Weitere Informationen Mehr über die Abeit von INKOTAs Partner Popol Na in Nicaragua Spenden Sie für Hilfe für politisch Verfolgte in Nicaragua
Weitere Informationen und Kontakt: Isabell Nordhausen, nordhausen[at]inkota.de, Tel. 030-4208202-40
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Rundreise: Warum höhere Kakaopreise so wichtig sind

10. Dezember 2018 - 14:08
Anderthalb Schoko-Weihnachtsmänner ist jede/r Deutsche in der Advents- und Weihnachtszeit im Durchschnitt. Kakaobäuerin Elizabeth Osei Agyei aus Ghana hat jetzt zum ersten Mal einen gesehen(!). Auf Einladung von INKOTA ist sie eine Woche lang durch Deutschland getourt, um über die Situation auf den Kakaoplantagen zu berichten. Denn die Kakaobäuerinnen und -bauern haben wenig vom Weihnachtsgeschäft: An einem verkauften Schoko-Weihnachtsmann verdienen sie gerade einmal sechs Cent. Für Elizabeth Osei Agyei und ihre Reisebegleiterin Sandra Kwabea Sarkwah von der INKOTA-Partnerorganisation SEND-Ghana ist deshalb klar: Die Bäuerinnen und Bauern müssen endlich höhere Kakaopreise erhalten. „Seit 2016 wurde der staatliche Kakaopreis in Ghana nicht erhöht“, beklagt Elizabeth Osei Agyei. „Aber in Ghana haben wir eine hohe Inflation. Wenn ich also heute auf den Markt gehe, kann ich mir von dem Geld viel weniger kaufen als vor zwei Jahren.“ Der Kakaosektor wird in Ghana durch eine staatliche Vermarktungsplattform, das COCOBOD, reguliert, welches jeweils zu Beginn der Erntesaison den Kakaopreis festlegt, der an die ghanaischen Bäuerinnen und Bauern gezahlt werden muss (mehr Infos dazu im Infoblatt „Ghana – Ein Land lebt vom Kakao“). Dass es seit Ende 2016 keine Preiserhöhung gegeben hat, liegt auch daran, dass der Weltmarktpreis für Kakao im gleichen Zeitraum um fast 40 Prozent gefallen ist. Es ist Montag, der 3. Dezember, und etwa 50 Personen haben sich zur Auftaktveranstaltung unserer Rundreise in der taz kantine in Berlin versammelt. Anhand von Bildern erklärt Elizabeth, wie ihr Alltag als Kakaobäuerin aussieht: Seit zwanzig Jahren betreibt sie in Asamankese in der Eastern Region in Ghana eine Kakaoplantage. Seit 17 Jahren ist sie zudem Mitglied bei Kuapa Kokoo, der größten Kakaokooperative Ghanas, und genießt dadurch auch eine Fairtrade-Zertifizierung. „Der Kakaoanbau bedeutet für uns jeden Tag harte, körperliche Arbeit“, so Elizabeth. „Aber das Geld, was ich dafür bekomme, reicht für meine Familie gerade mal zum Überleben – dabei geht es uns sogar besser als vielen anderen Kakaobauernfamilien. Meine Kinder haben deshalb keine Lust, später Bauern zu werden und meine Plantage zu übernehmen. Wenn das so weiter geht, könnte es sein, dass euch in Europa irgendwann der Kakao für eure Schokolade ausgeht.“ Jetzt Kakaobauern-Familien in Ghana unterstützen! Anschließend ergreift Sandra Kwabea Sarkwah das Wort. Sie ist Projektreferentin bei der Nichtregierungsorganisation SEND-Ghana und koordiniert dort ein gemeinsames Projekt mit INKOTA, in dem es darum geht, Kakaobäuerinnen und -bauern zu stärken, damit diese ihre Rechte besser gegenüber der ghanaischen Regierung und der Schokoladenindustrie einfordern können. „Die Bauern und Bäuerinnen haben in den letzten Jahren viele Trainings von der Industrie bekommen, wie sie ihren Anbau verbessern und dadurch mehr produzieren können. Uns geht es darum, die Bauern zu ermächtigen, selbst ihre Stimme zu erheben und ihre Interessen zu vertreten“, so Sarkwah. Unsere Gäste erwartet bei der Rundreise ein dichtes Programm: Am darauffolgenden Abend findet schon die nächste Veranstaltung in Oldenburg statt, auf Einladung von Brot für die Welt und dem Oldenburger Weltladen. Unterwegs nutzen wir die Gelegenheit, um die AktivistInnen vom Jungen entwicklungspolitische Forum in Bremen zu besuchen. Diese hatten sich in den vergangenen Jahren mehrmals an der Osteraktion der INKOTA-Kampagne Make Chocolate Fair! beteiligt und die Unternehmen Mondelez und Hachez aufgefordert, Verantwortung für die Situation in den Kakaoanbauregionen zu übernehmen. Für unsere Gäste aus Ghana ist es sehr interessant, zu sehen, dass sich Menschen in Deutschland für sie einsetzen – wie schon bei der Weltkakaokonferenz im April, als Sandra an unserem Protest mit der Initiative „Schoko Fair – Stoppt Kinderarbeit!“ teilnahm. Jetzt Kakaobauern-Familien in Ghana unterstützen! Am nächsten Tag gleich das nächste interessante Erlebnis: Wir besichtigen in Herford die Schokoladenfabrik der Firma Weinrich, die unter anderem die Schokolade für das Fairhandelsunternehmen GEPA produziert – für Sandra und Elizabeth ist es das erste Mal in einer Schokoladenfabrik. Sie staunen insbesondere über die großen Maschinen, mit denen aus den Bohnen Schokoladentafeln werden. Mit Geschäftsführer Cord Budde tauschen sich Elizabeth und Sandra darüber aus, welche Möglichkeiten es gibt, damit Kakaobauernfamilien einen höheren Preis erhalten. Aber auch die KonsumentInnen müssten bereit sein, einen höheren Preis für Schokolade zu zahlen, wenn sie wirklich fair sein soll. Immer wieder geht es bei unserer Reise auch um den Fairen Handel – so zum Beispiel bei unserer Veranstaltung in der Stadtbücherei in Tübingen, wo derzeit auch unsere Ausstellung „Süß&Bitter“ zu sehen ist. Die BesucherInnen wollen es ganz genau wissen: Wie viel bringt der Faire Handel den Bäuerinnen und Bauern? Elizabeth erklärt: Durch die Fairtrade-Zertifizierung erhält sie eine Extra-Prämie von 8 Cedis (umgerechnet 1,40 Euro) für jeden verkauften Kakaosack á 64 kg. 5 Cedis davon erhält sie direkt in bar, der Rest wird für Projekte wie z.B. den Bau von Schulen, Krankenhäusern oder Brunnen verwendet. Im Vergleich zu nicht zertifizierten Kakaobauern hat sie am Ende der Saison gerade mal 13 Euro mehr in der Tasche. Viel Geld ist das nicht. Vor diesem Hintergrund ist die Erhöhung des Kakao-Mindestpreises auf 2.400 US-Dollar pro Tonne zu begrüßen, welche Fairtrade während unserer Reise verkündete. Die nächste Station unserer Reise am folgenden Tag: Speyer. Hier diskutieren wir am Vormittag mit den SchülerInnen der Oberstufe des Edith-Stein-Gymnasiums über die Frage: Was bedeutet eigentlich „Fairness“? Die deutliche Antwort von Sandra: „Fairness ist, wenn die Bäuerinnen und Bauern für ihre harte Arbeit ein existenzsicherndes Einkommen erhalten. Erst dann können wir sagen, dass Schokoladen wirklich fair ist.“ In der Berliner Marienkirche gedachten Elizabeth und Sandra bei einem Gottesdienst anlässlich des 70. Jubiläums der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte all denjenigen, die weltweit noch immer von Menschenrechtsverletzungen betroffen sind. Sandra berichtete im Gottesdienst über die Situation von Kakaobauernfamilien und dass ausbeuterische Kinderarbeit immer noch zum Alltag in vielen Kakaodörfern gehört. Landesbischof Dr. Markus Dröge erklärte in seiner Predigt: „Die internationale Staatengemeinschaft hat die Menschenrechte zwar durch viele völkerrechtliche Verträge als verbindlich anerkannt. Sie sind bei uns im Grundgesetz verankert. Und doch steht ihre Verwirklichung immer noch aus; ja schlimmer noch: diese Rechte werden weltweit vielfach mit Füßen getreten.“ Er lobte den Mut, sich für Menschenrechte einzustehen und appellierte an alle nicht nur an das eigene Recht zu denken, sondern auch an das Recht der Mitmenschen. „Das Recht, das mir gewährt wird, berührt auch das Recht, das andern gewährt wird. Leichter ist es, auf andere zu zeigen, die sich ändern müssen. Schwerer ist es, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen.“ Jetzt Kakaobauern-Familien in Ghana unterstützen!
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Immer im Januar: Raus zur „Wir haben es satt“-Demonstration

5. Dezember 2018 - 10:55
Unter dem Slogan „Der Agrarindustrie den Geldhahn abdrehen! Für eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung, für Klimagerechtigkeit und gutes Essen!“ findet am 19. Januar 2019 die bereits 9. „Wir haben es satt“-Demo statt. Organisiert wird sie von einem breiten Bündnis aus Umweltorganisationen, Bauern und Bäuerinnen, entwicklungspolitischen Gruppen und vielen mehr. INKOTA ist als Mitträger der Demo wie immer dabei. 
  • Was: 9. „Wir haben es satt“-Demonstration
  • Wann: Samstag, 19. Januar 2019, 12:00 Uhr
  • Wo: Brandenburger Tor, Berlin
Die Dürre 2018 hat gezeigt: So geht es nicht weiter! Wir brauchen endlich eine wegweisende Politik mit konsequentem Klimaschutz. Wir reihen uns ein in die globale Bewegung für Klimagerechtigkeit. Deswegen kämpfen wir für eine Landwirtschaft, die lebendige Böden schafft, zum Klimaschutz beiträgt und uns mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln versorgt! In vielen europäischen Schlachthöfen und Treibhausplantagen herrschen unwürdige Arbeitsbedingungen, damit Discounter und die Exportindustrie mit Dumpingpreisen immer größere Profite machen können. Die EU zwingt vielen Staaten des globalen Südens Freihandelsverträge auf und ruiniert mit Billigexporten dann Millionen Kleinbäuerinnen und –bauern. In einem solidarischen Europa sind gerechter Handel, Menschen- und Bauernrechte nicht verhandelbar! Auf dem Land und in der Stadt zeigen wir gemeinsam, dass es anders und besser geht. Immer mehr Bäuerinnen und Bauern ackern ohne Glyphosat, halten ihre Tiere artgerecht und füttern gentechnikfrei. Immer mehr Menschen machen Foodsharing, sind Teil einer Solidarischen Landwirtschaft und entscheiden sich an der Ladentheke für gutes, handwerklich erzeugtes Essen aus der Region. Wir schauen über den Tellerrand und treten gemeinsam ein für die globale Agrar- und Ernährungswende und für ein Europa ohne Ausgrenzung und Rassismus! Sei dabei, wenn wir dafür mit Zehntausenden im politischen Berlin demonstrieren. Dann, wenn sich bei der weltgrößten Agrarmesse „Grüne Woche“ und dem Agrarministergipfel alles um die Zukunft von Essen und Landwirtschaft dreht, fordern wir gemeinsam den Umbau der Landwirtschaft: Wir haben Agrarindustrie satt – Essen ist politisch! INKOTA ist nicht nur bei der Demo am Start, sondern organisiert in Kooperation mit weiteren Organisationen noch drei spannende Veranstaltungen rund um die Demo und die „Grüne Woche“.  Mehr Informationen dazu gibt es hier Informationen zu der Demo INKOTA-Arbeitsbereich Landwirtschaft und Welternährung

Gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich. Der Inhalt dieser Veranstaltung spiegelt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Förderer wider.   
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Nie wieder Rana Plaza! Bangladesch-ACCORD muss weiter gehen

1. Dezember 2018 - 11:28
Das Abkommen für Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch (ACCORD) steht vor dem Aus.  Die Regierung in Bangladesch ist gegen die Weiterarbeit mit dem ACCORD. Das Abkommen ist die wichtigste Konsequenz aus der Katastrophe von Rana Plaza vor fünf Jahren. Der Einsturz des Gebäudekomplexes mit 1.138 Toten und über 2.000 Verletzten war das schwerste Fabrikunglück in der Geschichte des Landes. Politik, Zivilgesellschaft und Unternehmen mahnen international die Bedeutung der Fortführung des ACCORD an und warnen vor den dramatischen Folgen, wenn das Abkommen nicht fortgeführt wird. Internationale Proteste gegen die Beendigung Am 30. November 2018 sollte das Büro des ACCORD in Bangladesch bereits geschlossen werden. Aufgrund von internationalen Protesten seitens des EU-Parlaments, verschiedener Regierungen u.a. Deutschlands, der Zivilgesellschaft sowie auch Bekleidungsunternehmen wurde die Beendigung der Weiterarbeit des ACCORD zum 30. November aber ausgesetzt. Am 6. Dezember gibt es eine weitere Anhörung des obersten Gerichts in Bangladesch. Derzeit ist offen, ob die Regierung in Bangladesch sich weiterhin gegen die Weiterarbeit mit dem ACCORD stellt. Das Europa-Parlament verabschiedete am 15. November eine Resolution, in der die Regierung von Bangladesch dringend dazu aufgerufen wurde, die vielfache Verletzung der Menschenrechte wie Behinderung des Rechts auf Vereinigungsfreiheit und Repression von GewerkschafterInnen zu unterbinden. Im Dezember 2016 waren nach Protesten für einen Lohn zum Leben 34 GewerkschafterInnen inhaftiert und über 1.600 ArbeiterInnen entlassen worden. Dabei wurde ebenso dringlich die Fortführung des ACCORD empfohlen. INKOTA und die Clean Clothes Campaign warnen vor dramatischen Folgen Der ACCORD ist ein glaubwürdiges und wirkungsvolles Programm. Er hat die Fabriken in Bangladesch für die Menschen sicherer gemacht hat, die unsere Kleidung herstellen. VertreterInnen der ArbeiterInnen in Bangladesch heben die hohe Wirksamkeit des Abkommens hervor. „Wir brauchen den ACCORD, denn dieser hat enorme Veränderungen bewirkt“, sagt Kalpona Akter von der Arbeitsrechtsorganisation BCSW Bangladesch. Die Sicherheit der ArbeiterInnen habe sich durch den ACCORD nachweislich erhöht. Video: Arbeiterin erklärt, warum der ACCORD wichtig für sie ist Unternehmen und Politik müssen Druck erhöhen Die Weiterarbeit und das Inspektionsprogramm des ACCORD vom Juni 2018 sind Teil eines Nachhaltigkeitsabkommens zwischen der EU, den USA, der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und Bangladesch. INKOTA ruft gemeinsam mit der Kampagne für Saubere Kleidung Unternehmen, Bundesregierung und die Europäischen Kommission dazu auf, bei der Regierung von Bangladesch deutlicher zu intervenieren und damit das Aus des ACCORD zu verhindern. Handelspräferenzen wie die Generalised Scheme of Preferences (GSP) für Bangladesch sollten ausgesetzt werden. Pflichten für Unternehmen bleiben bestehen Das Abkommen ist ein verbindlicher Vertrag zwischen den Gewerkschaften und internationalen Bekleidungsunternehmen. Die Pflichten für sichere Fabriken seitens der Unternehmen bleiben bestehen, auch wenn das Büro des ACCORD in Bangladesch geschlossen werden würde. Denn Unternehmen haben die Sorgfaltspflicht entsprechend der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte für eine sichere Lieferkette einzustehen, bei der Menschen nicht zu Schaden kommen. Deshalb sollten Aufträge nur in Fabriken platziert werden, die vom ACCORD inspiziert wurden und wo die Mängel beseitigt wurden. Der Chefinspektor für Sicherheit könnte erklären, dass es Fabriken, die den Sicherheitsauflagen nicht entsprechen, nicht mehr erlaubt ist, Produkte an die 192 ACCORD-Mitgliedsunternehmen zu verkaufen, da nicht länger garantiert werden kann, dass die Verbesserungs- und Renovierungsarbeiten in den Fabriken adäquat unterstützt werden. Die Textilindustrie in Bangladesch Die Textilfabriken in Bangladesch sind zentral für die Herstellung und den Handel mit Kleidung nicht nur für Deutschland, sondern weltweit. Für die Mitglieder des Bündnis für nachhaltige Textilien in Deutschland ist Bangladesch der Hauptbeschaffungsmarkt. Zugleich ist die Textilindustrie in Bangladesch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für das Land. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt beträgt mehr als zehn Prozent. Das Bündnis für nachhaltige Textilien muss daher massiv die Weiterarbeit des ACCORD vorantreiben, denn kein Unternehmen sollte das Risiko eingehen, dass eine weitere Katastrophe wie Rana Plaza geschieht. Ebenfalls besteht das Risiko bei einem Aus des ACCORD, dass die VerbraucherInnen  ‚Made in Bangladesh‘ aufgrund der negativen Reputation meiden. Video: Arbeiter erklärt, warum der ACCORD wichtig für ihn ist Über INKOTAs Arbeit für eine faire Textindustrie
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INKOTA beim Nyéléni-Kongress für Ernährungssouveränität

29. November 2018 - 10:52
Im Dezember findet der erste deutschsprachige Nyéléni-Kongress für Ernährungssouveränität in Freiburg statt. INKOTA ist als Teil der Bewegung mit dabei und organisiert einen Workshop zum Thema Agrarkonzerne und Big Data. Was: Nyéléni Kongress für Ernährungssouveränität
Wann: Donnerstag, 6. Dezember bis Sonntag, 9. Dezember 2018 –
Workshop „Agrarkonzernmacht – Großfusionen und Big Data“ am Samstag, 8. Dezember von 11:00 bis 12:30 Uhr
Wo: Freie Waldorfschule Rieselfeld, Ingeborg-Drewitz-Allee 1, 79111 Freiburg im Breisgau
Anmeldung: bis 30.11.2018, unter: www.co-munity.net/anmeldung-nyeleni-kongress-2018
Teilnahmebeitrag: 50 bzw. 30 Euro Auf dem Kongress bietet INKOTA gemeinsam mit dem Seeds Action Network einen Workshop zum Thema „Agrarkonzernmacht – Großfusionen und Big Data“ an. In dem Workshop werden insbesondere die Auswirkungen der wachsenden Agrarkonzernmacht sowie der fortschreitenden Digitalisierung auf Kleinbauern und –bäuerinnen sowie LandarbeiterInnen im globalen Süden beleuchtet, die eine besonders vulnerable Gruppe im globalen Agrar- und Ernährungssystem darstellen und gleichzeitig den Großteil der weltweit konsumierten Lebensmittel erzeugen. Darüber hinaus finden während der Kongresstage verschiedene Exkursionen, Plenumsdebatten, Jugend-Treffen, Frauen-Treffen und vieles mehr statt. Zum vielfältigen Programm geht es HIER. Nyéléni ist eine weltweite Bewegung für Ernährungssouveränität, die bei einem ersten Forum 2007 in Mali gegründet wurde und in der Bauern und Bäuerinnen ebenso wie NGO-VertreterInnen, Gewerkschaften, AktivistInnen, WissenschaftlerInnen und an Landwirtschafts- und Ernährungsthemen interessierte BürgerInnen gemeinsam aktiv sind. Seit 2014 gibt es auch eine deutsche Nyéléni-Gruppe. Nun findet der erste Kongress statt, um Ideen und Ansätze zu diskutieren und gemeinsame Handlungsoptionen zu erarbeiten.
  Weitere Informationen: Mehr Informationen zum Thema Ernährungssouveränität INKOTA-Infoblatt zum Thema Ernährungssouveränität Appell zur INKOTA-Kampagne „Fusionswelle brechen - kein weiteres Bayer-Monsanto!“ Mehr Informationen zum Thema Digitalisierung der Landwirtschaft Gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich. Der Inhalt dieser Veranstaltung spiegelt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Förderer wider.   
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Halte Dein Versprechen, H&M!

23. November 2018 - 11:59
Internationale Aktionswoche für Löhne, die zum Leben reichen. 2013 hat H&M angekündigt, bis zum Jahr 2018 existenzsichernde Löhne zu zahlen. Davon ist das schwedische Modeunternehmen meilenweit entfernt: Aber noch immer erhalten die ArbeiterInnen Löhne, die kaum zum Überleben reichen. Wir sagen: Krieg die Kurve, H&M! Es ist höchste Zeit, dass die ArbeiterInnen einen Lohn verdienen von dem sie und ihre Familien leben können. Den Druck auf H&M erhöhen! ArbeiterInnen verdienen mehr als einen Hungerlohn, deshalb erhöhen wir mit der internationalen Aktionswoche vom 23. - 29. November 2018 den Druck auf H&M und fordern von dem Moderiesen das Versprechen, existenzsichernde Löhne zu zahlen, endlich einzuhalten. In vielen Ländern gehen Menschen auf die Straße, sie sprechen unterschiedliche Sprachen, haben aber alle dieselbe Botschaft: Krieg die Kurve, H&M! #TurnAroundHM!
So auch in Berlin: Am 27. November fordern die Aktionsgruppe der Kampagne für Saubere Kleidung und das INKOTA-netzwerk mit einer Straßenaktion am Kurfürstendamm H&M auf, endlich die versprochenen Existenzlöhne zu zahlen. Seid gerne dabei! Mach mit! Erhöhe auch Du den Druck auf H&M und unterzeichne die Petition Halte deine Versprechen, H&M! Gemeinsam können wir erreichen, dass sich die Lebensbedingungen von 850.000 ArbeiterInnen in der Textilindustrie, die Teil von H&Ms Lieferkette sind, verbessern. In mehreren Städten weltweit sind kreative Aktionen geplant. In Deutschland sind AktivistInnen in Berlin, Stuttgart, Neumünster, Münster, Mannheim, Hannover, Greifswald, Dresden und Bonn am Start. Seid dabei bei der Aktion in Berlin:
  • Ort: Treffpunkt 17:00 Uhr, Kurfürstendamm 20-24
  • Zeit: 27. November 2018, 17 bis 19 Uhr
  • Kontakt: Lena Janda, janda[at]inkota.de
Recherchen belegen Armutslöhne Recherchen der Kampagne für Saubere Kleidung in Bulgarien, der Türkei, Indien und Kambodscha belegen, dass trotz des Versprechens keine/r der interviewten ArbeiterInnen auch nur ansatzweise einen existenzsichernden Lohn erhält. Stattdessen berichten sie von Hungerlöhnen, die nicht zum Leben reichen. Das Versprechen von H&M Am 23. November 2013 kündigte H&M öffentlich an innerhalb von fünf Jahren existenzsichernde Löhne an die ArbeiterInnen  in seinen Zulieferbetrieben zu zahlen. Als Teil einer Roadmap zu existenzsichernden Löhnen in der Textilindustrie sollten 850.000 ArbeiterInnen bis 2018 Existenzlöhne erhalten. Aber dies ist nicht passiert. Es wird wieder einmal deutlich, dass unternehmerische Selbstverpflichtung nicht ausreicht, um die Bedingungen für die ArbeiterInnen in den Fabriken am Ende der Lieferkette zu verbessern. Deshalb braucht es endlich politische Regulierungen, die dafür sorgen, dass Unternehmen ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltsplicht nachkommen. 

Weiterführende Informationen:
Studie: H&M - Vom Versprechen existenzsichernder Löhne und der Realität der Armutslöhne
Die Kampagne TURN AROUND, H&M
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Freiheit für die politischen Gefangenen in Nicaragua

21. November 2018 - 10:55
Einladung zur Mahnwache In Nicaragua protestieren seit April 2018 große Teile der Bevölkerung gegen die Regierung des Präsidenten Daniel Ortega. Er und seine Ehefrau Rosario Murillo, die seit Januar 2017 auch Vizepräsidentin ist, beantworten die Proteste seit Beginn mit brutaler Gewalt, die kaum jemand für möglich gehalten hat. Der Staat mordet, inhaftiert, verfolgt. Was: Mahnwache für die Freilassung der politischen Gefangenen in Nicaragua
Wann: Montag, 10. Dezember um 17.00 Uhr
Wo: Auf dem Wittenbergplatz in Berlin-Schöneberg Mehrere hundert Menschen wurden getötet, Tausende verletzt, Hunderte wurden entführt, inhaftiert oder bleiben verschwunden. Zehntausende wurden ins Exil getrieben. Die Protestbewegung wird von der Regierung unter Rückgriff auf ein im Juli 2018 eigens beschlossenes „Antiterrorgesetz“ kriminalisiert. Inzwischen werden Demonstrationen gegen die Regierung gar nicht mehr zugelassen. Gegenwärtig befinden sich in den Gefängnissen mindestens 552 politische Gefangene, darunter 56 Frauen. Viele der Inhaftierten wurden unter absurden Anschuldigungen und mithilfe gekaufter Zeugen zu langjährigen Freiheitstrafen verurteilt. In der Haft sind sie teils grausamen und entwürdigenden Behandlungen ausgesetzt. Viele wurden gefoltert und sexueller Gewalt unterworfen. Familienangehörigen wird vielfach der Kontakt verweigert. Nicaraguanische und internationale Menschenrechtsorganisationen klagen die Regierung seit Monaten schwerster Menschenrechtsverletzungen an. Wir fordern die nicaraguanische Regierung auf
  • einen ernstgemeinten politischen Dialog und die Suche nach einer politischen Lösung sofort aufzunehmen.
  • die politischen Gefangenen sofort freizulassen und die Paramilitärs zu entwaffnen.
  • eine Internationale Untersuchung aller seit April begangenen Verbrechen und Menschenrechtsverstöße (egal von welcher Seite) zuzulassen. Die dafür Verantwortlichen müssen von unabhängigen Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden.
  • Wir fordern die deutsche Bundesregierung, den Berliner Senat, die Parteien, die Gewerkschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft auf, sich für die Verhafteten, die intern Vertriebenen und für die Exilierten einzusetzen.
Kommen Sie zur Mahnwache für die Freilassung der politischen Gefangenen in Nicaragua Montag, 10. Dezember um 17 Uhr auf dem Wittenbergplatz in Berlin-Schöneberg. Aufrufende Organisationen:
Arbeitskreis Internationalismus, IG Metall Berlin; Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL); Grupo por la Vida, la Paz y la Democracia en Nicaragua, Berlin; INKOTA-netzwerk e.V.; Nicaragua-Solidarität Berlin; SOS Nicaragua-Berlin; Städtepartnerschaft Kreuzberg – San Rafael del Sur e.V.
Damit wir politisch Verfolgte in Nicaragua wirkungsvoll unterstützen können, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Bitte spenden Sie online für unsere Nicaragua-Arbeit oder über das Spendenkonto: INKOTA-netzwerk e.V., KD-Bank, IBAN: DE06 3506 0190 1555 0000 10, Stichwort: Hilfe für politisch Verfolgte in Nicaragua. Weitere Informationen: INKOTA-Projekt: Hilfe für politisch Verfolgte in Nicaragua Erklärung der deutschen Solidaritätsbewegung: Für ein freies und sozial gerechtes Nicaragua (September 2018) „Das Gefühl von Machtlosigkeit, Angst und Unsicherheit hat ganz Nicaragua erfasst“ – Ein Interview mit einer in Costa Rica untergetauchten Mitarbeiterin einer NRO (September 2018)
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Der bittere Beigeschmack unserer Weihnachtsschokolade

19. November 2018 - 16:46
Gäste aus Ghana berichten über Situation im Kakaoanbau Pünktlich zur Adventszeit sind die Kakaobäuerin Elizabeth Osei Agyei und die NGO-Referentin Sandra Kwabea Sarkwah aus Ghana auf Einladung von INKOTA zu Gast in Deutschland. Denn während sich bei uns die Weihnachtsschokolade in den Supermarktregalen stapelt, leiden Kakaobauernfamilien unter niedrigen Kakaopreisen. Auf ihrer Rundreise mit Stationen in Berlin, Oldenburg, Tübingen und Speyer schildern unsere beiden Gäste aus Ghana die bittere Seite der süßen Schokoladenköstlichkeiten. Sie wissen aus eigener Anschauung, was eine Studie kürzlich bestätigte: Das Einkommen einer typischen Kakaobauernfamilie in Ghana müsste sich in etwa verdoppeln, um existenzsichernd zu sein. Selbst Fairtrade-zertifizierte Bauern leben häufig unterhalb der Armutsgrenze. Die Existenz von einer Million Kakaobauern und -bäuerinnen – und ihren Familien – hängt in Ghana am Kakao. Noch immer gehören Hunger, Armut und Kinderarbeit zum Alltag auf den Kakaoplantagen in Westafrika. Auf kleinen Flächen bauen die Menschen dort in mühsamer Handarbeit den Rohstoff für unsere Schokolade an. Von einem Euro, den ein Schoko-Weihnachtsmann bei uns kostet, erhalten sie gerade einmal sechs Cent. Unsere Gäste berichten darübe , was sich in der ghanaischen Kakaopolitik ändern muss, welche Verantwortung die Schokoladenindustrie trägt und welchen Beitrag VerbraucherInnen und die Politik in Deutschland leisten können, um die Situation der Bäuerinnen und Bauern zu verbessern. Termine
  • Mo., 3. Dezember 2018, ab 18.30 Uhr, Berlin:
    taz kantine (neuer Ort), Friedrichstr. 21, 10969 Berlin.
  • Di., 4. Dezember 2018, ab 19.00 Uhr, Oldenburg:
    Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3,  26121 Oldenburg. In Kooperation mit Brot für die Welt Oldenburg, der Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe Oldenburg, dem Weltladen Oldenburg, dem Ökumenischen Zentrum Oldenburg (ÖZO) und der Klimaallianz Oldenburg.
    Link zur Veranstaltung
  • Do, 6. Dezember 2018, ab 17.00 Uhr, Tübingen:
    Stadtbücherei, Nonnengasse 19, 72070 Tübingen. In Kooperation mit dem Aktionszentrums Arme Welt e.V. und der Stadt Tübingen.
    Link zur Veranstaltung
  • Fr., 7. Dezember 2018, ab 19.00 Uhr, Speyer: VHS Speyer, Bahnhofstraße 54, 67346 Speyer. In Kooperation mit dem Weltladen Speyer und der VHS Speyer.
    Link zur Veranstaltung
Informationen zu den Gästen Elisabeth Osei Agyei (41) ist Kakaobäuerin aus Asamankese in der Eastern Region von Ghana. Sie ist Mitglied der größten ghanaischen Kakaokooperative Kuapa Kokoo. Bei der Veranstaltung wird sie aus erster Hand über den Alltag von Kakaobäuerinnen und –bauern berichten und insbesondere einen Einblick in die Situation von Frauen im Kakaosektor geben. Sandra Kwabea Sarkwah (30) ist Projektkoordinatorin bei der Nichtregierungsorganisation SEND-Ghana. Die INKOTA-Partnerorganisation unterstützt Kakaobauernorganisationen dabei, ihre Rechte gegenüber der ghanaischen Regierung und der Schokoladenindustrie einzufordern. Bei der Veranstaltung wird sie über die Arbeit von SEND berichten und einen kritischen Blick auf die ghanaische Kakaopolitik werfen. Ansprechpartner
Johannes Schorling, Koordinator der Kampagne Make Chocolate Fair! bei INKOTA, Tel: 030 420 82020 57, E-Mail: schorling[at]inkota.de. Weitere Informationen Kurzportraits Elizabeth Osei Agyei und Sandra Kwabea Sarkwah (PDF) Kakaobarometer 2018: Rezepte gegen Armut sind unzureichen
Jetzt spenden: Wer Schokolade mag, muss Kakaobauern stärken
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Der Januar wird politisch heiß: INKOTA ist bei drei spannenden Events und einer Großdemo dabei.

19. November 2018 - 11:30
Parallel zur „Grünen Woche“ im Januar 2019 richtet INKOTA drei Veranstaltungen aus und ist an der großen „Wir haben es satt“-Demo beteiligt. Sie sind herzlich dazu eingeladen! Fachpodium beim Global Forum for Food and Agriculture (GFFA): Digitalisierung: Utopie oder Dystopie? Gemeinsam mit Brot für die Welt und dem Forum Umwelt und Entwicklung organisiert INKOTA beim GFFA (Global Forum for Food and Agriculture) ein Fachpodium zum Thema Digitalisierung in der Landwirtschaft. Digitalisierung wird oft als fortschrittliche Lösung betitelt. Smart Farming, Drohnen zu Wasser und in der Luft, per Satellit gesteuerte Traktoren, die Nutzung von Wetter- und Bodendaten durch Big Data-Plattformen oder die Anwendung von synthetischer Biologie. Aber ist Digitalisierung tatsächlich das neue Wundermittel, um die Landwirtschaft weltweit zukunftsfähig zu machen? Ist sie der Einstieg in ein Zeitalter, in dem die Wachstumsgrenzen noch einmal deutlich verschoben werden können? Eine kritische Betrachtung der Auswirkungen der Digitalisierung kommt bislang zu kurz: Wie verändert sich die Landwirtschaft durch die Digitalisierung? Wer sind die zentralen Akteure im Digitalisierungs-Geschäft? Was bedeutet die Digitalisierung explizit für bäuerliche Erzeuger*innen weltweit? Ist die Digitalisierung wirklich so ressourcenschonend, wie es versprochen wird? Oder wird bald die Tiefsee umgegraben, damit die Ressourcen gewonnen werden können, die die digitale Landwirtschaft zum Ackern braucht? Welche Grenzen und politischen Rahmensetzungen braucht die Digitalisierung, um für den Umbau hin zu einer sozial und ökologisch gerechten Landwirtschaft genutzt werden zu können? Diese und viele weitere Fragen wollen wir gerne mit Ihnen diskutieren:
  • Neth Daño, ETC Group, Philippinen
  • Dr. Angelika Hilbeck, ETH Zürich, Schweiz
  • Janet Maro, SAT, Tansania
  • Stig Tanzmann, Brot für die Welt, Berlin
  • Moderation: Jan Urhahn, INKOTA-netzwerk, Berlin
Was: Fachpodium beim GFFA: Digitalisierung: Utopie oder Dystopie? Das Ende der Ressourcenkrise oder grenzenlose Konzernmacht über unser Essen?
Wann: Freitag, den 18.1.19 von 10:30 Uhr bis 11:45 Uhr
Wo: CityCube Berlin, Ebene 3, MX, Messedamm 26. Eingang Messedamm, 14055 Berlin Fachpodium in englischer und deutscher Sprache mit Simultanübersetzung. Eintritt frei. Bitte online registrieren unter: www.gffa-berlin.de Veranstaltung: Agrarökologie stärken! Für eine zukunftsgerichtete Politik und Praxis Es scheint wie die Quadratur des Kreises: Wie können die Umweltwirkungen der Landwirtschaft verringert werden während gleichzeitig die Produktivität erhöht wird? Die Antwort liegt auf der Hand – indem die landwirtschaftliche Produktion nicht mehr gegen die ökologischen und sozialen Systeme in denen sie verortet ist arbeitet, sondern mit ihnen. Das ist der wichtigste Grundsatz von Agrarökologie. Agrarökologische Systeme sind nicht nur produktiver und ernähren mehr Menschen auf gesunde Art und Weise, sie schützen auch unsere wertvollen natürlichen Ressourcen und machen landwirtschaftliche Betriebe widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels wie extreme Dürren oder anhaltende Regenfälle. Der Transformationsprozess hin zu Agrarökologie ist vielschichtig, denn Agrarökosysteme sind unterschiedlich und komplex, so dass es nicht die „eine“ Herangehensweise geben kann. Die Fragen, die wir im Rahmen der Veranstaltung diskutieren möchten sind: Wie kann ein Umfeld geschaffen werden, in dem die Agrarökologie aufblüht? Welche grundlegenden und zeitnahen Änderungen benötigen wir beispielsweise in der Agrar-, Entwicklungs-, und Subventionspolitik? Wie bewerten die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und die deutsche Bundesregierung Agrarökologie und mit welchen Initiativen fördern sie diese? Welche Herausforderungen gibt es? Wie bewertet die Zivilgesellschaft den Stand der Dinge und was muss aus ihrer Perspektive zur Stärkung von Agrarökologie getan werden? Mit:
  • José Francisco Graziano da Silva, Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) (angefragt)
  • H.E. Somnath Poudyal, Minister für Landwirtschaft und Gartenbau, Sikkim, Indien (angefragt)
  • Dr. Stefan Schmitz, Leiter Unterabteilung Ernährung, Ländliche Entwicklung, Natürliche Ressourcen, Beauftragter für die Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Aufsichtsratsvorsitzender, Stiftung World Future Council und Vorstand der Schweisfurth-Stiftung
  • Alexandra Rodriguez, Koordinatorin von AGRUPAR in Quito, Ecuador
  • Sarah Schneider, Referentin für Landwirtschaft und Welternährung, MISEREOR
  • Moderation: Tanja Busse, Journalistin
Was: Veranstaltung Agrarökologie stärken! Für eine zukunftsgerichtete Politik und Praxis
Wann: Freitag, den 18. Januar 2019, 15:30-17:30 Uhr
Wo: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin Veranstaltung auf Englisch und Deutsch mit Simultanübersetzung. Eintritt frei. Eine gemeinsame Veranstaltung von: INKOTA-netzwerk, Heinrich-Böll-Stiftung, IFOAM, MISEREOR, Oxfam, Schweisfurth-Stiftung World Future Council und weiteren. „Wir haben es satt“-Demonstration 2019 Unter dem Slogan „Der Agrarindustrie den Geldhahn abdrehen! Für eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung, für Klimagerechtigkeit und gutes Essen!“ findet am 19. Januar 2019 die bereits 9. „Wir haben es satt“-Demo statt. Organisiert wird sie von einem breiten Bündnis aus Umweltorganisationen, Bauern und Bäuerinnen, entwicklungspolitischen Gruppen und vielen mehr. INKOTA ist wie immer Mitträger der Demo. Sei dabei, wenn wir dafür mit Zehntausenden im politischen Berlin demonstrieren. Dann, wenn sich bei der weltgrößten Agrarmesse „Grüne Woche“ und dem Agrarministergipfel alles um die Zukunft von Essen und Landwirtschaft dreht, fordern wir gemeinsam den Umbau der Landwirtschaft: Wir haben Agrarindustrie satt – Essen ist politisch! Was: 9. „Wir haben es satt“-Demonstration
Wann: Samstag, den 19. Januar 2019, 12:00 Uhr
Wo: Brandenburger Tor, Berlin Filmvorführung und Publikumsgespräch Unser Saatgut – „Wir ernten, was wir säen“ Gemeinsam mit der Welthungerhilfe zeigt INKOTA den Film „Unser Saatgut – wir ernten, was wir säen“. 94 Prozent der Saatgutsorten weltweit sind bereits verschwunden. Drei Viertel unseres Essens besteht nur noch aus zwölf Pflanzensorten. Ein Drittel der gesamten Menschheit ernährt sich zu 80 Prozent von nur drei Getreidesorten: Mais, Reis und Weizen. Biotech-Konzerne wie Syngenta und Bayer/Monsanto kontrollieren mit genetisch veränderten Monokulturen den globalen Saatgutmarkt. Der Film „Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen“ zeigt diese Zusammenhänge eindrucksvoll auf und ist gleichzeitig ein Appell zum Schutz der bäuerlichen Saatgutvielfalt und unser Saatgut zurückzuerobern. Während sich im Januar alljährlich in Berlin die internationale Ernährungs- und Agrarindustrie trifft, wollen wir Gefahren aufzeigen und an Alternativen basteln. Diskutieren Sie vor und nach der Filmvorführung mit:
  • Ursula Hudson, Vorsitzende Slow Food Deutschland
  • Andrew Mushita, Generalsekretär Community Technology Development Trust, Simbabwe
  • Moderation: Lena Bassermann, Welthungerhilfe
Was: Filmvorführung und Publikumsgespräch „Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen“
Wann: Montag, den 21.1.19, 20:00 Uhr
Wo: Hackesche Höfe Kino, Rosenthaler Str. 40 -41, 10178 Berlin Film im englischen Original mit deutschen Untertiteln. Eintritt frei. Diskussion auf Englisch und Deutsch mit Übersetzung. Bei Rückfragen zu allen Veranstaltungen und der Demo wenden Sie sich gerne an Jan Urhahn: urhahn[at]inkota.de

Mehr Informationen zum INKOTA-Arbeitsbereich Landwirtschaft und Welternährung

Gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich. Der Inhalt dieser Veranstaltung spiegelt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Förderer wider.   
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INKOTA beim Nyéléni-Kongress für Ernährungssouveränität

19. November 2018 - 10:52
Im Dezember findet der erste deutschsprachige Nyéléni-Kongress für Ernährungssouveränität in Freiburg statt. INKOTA ist als Teil der Bewegung mit dabei und organisiert einen Workshop zum Thema Agrarkonzerne und Big Data. Was: Nyéléni Kongress für Ernährungssouveränität
Wann: Donnerstag, 6. Dezember bis Sonntag, 9. Dezember 2018 –
Workshop „Agrarkonzernmacht – Großfusionen und Big Data“ am Samstag, 8. Dezember von 11:00 bis 12:30 Uhr
Wo: Freie Waldorfschule Rieselfeld, Ingeborg-Drewitz-Allee 1, 79111 Freiburg im Breisgau
Anmeldung: bis 30.11.2018, unter: www.co-munity.net/anmeldung-nyeleni-kongress-2018
Teilnahmebeitrag: 50 bzw. 30 Euro Auf dem Kongress bietet INKOTA gemeinsam mit dem Seeds Action Network einen Workshop zum Thema „Agrarkonzernmacht – Großfusionen und Big Data“ an. In dem Workshop werden insbesondere die Auswirkungen der wachsenden Agrarkonzernmacht sowie der fortschreitenden Digitalisierung auf Kleinbauern und –bäuerinnen sowie LandarbeiterInnen im globalen Süden beleuchtet, die eine besonders vulnerable Gruppe im globalen Agrar- und Ernährungssystem darstellen und gleichzeitig den Großteil der weltweit konsumierten Lebensmittel erzeugen. Darüber hinaus finden während der Kongresstage verschiedene Exkursionen, Plenumsdebatten, Jugend-Treffen, Frauen-Treffen und vieles mehr statt. Zum vielfältigen Programm geht es HIER. Nyéléni ist eine weltweite Bewegung für Ernährungssouveränität, die bei einem ersten Forum 2007 in Mali gegründet wurde und in der Bauern und Bäuerinnen ebenso wie NGO-VertreterInnen, Gewerkschaften, AktivistInnen, WissenschaftlerInnen und an Landwirtschafts- und Ernährungsthemen interessierte BürgerInnen gemeinsam aktiv sind. Seit 2014 gibt es auch eine deutsche Nyéléni-Gruppe. Nun findet der erste Kongress statt, um Ideen und Ansätze zu diskutieren und gemeinsame Handlungsoptionen zu erarbeiten.
  Weitere Informationen: Mehr Informationen zum Thema Ernährungssouveränität INKOTA-Infoblatt zum Thema Ernährungssouveränität Appell zur INKOTA-Kampagne „Fusionswelle brechen - kein weiteres Bayer-Monsanto!“ Mehr Informationen zum Thema Digitalisierung der Landwirtschaft Gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich. Der Inhalt dieser Veranstaltung spiegelt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Förderer wider.   
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Neue INKOTA-Ausstellung Elektromobilität

19. November 2018 - 10:02
Nicht minder bunt und genau so schön anzuschauen wie der Herbst in diesem Jahr: die neue mobile INKOTA-Ausstellung zum Thema Elektromobilität ist fertig gedruckt. Auf 5 Roll-Ups zeigt sich das hochaktuelle Thema Elektromobilität von seiner innersten Seite: Elektroautos sind gut fürs Klima hierzulande, benötigen jedoch eine enorme Menge an metallischen Rohstoffen. Egal ob Lithium, Kobalt, Nickel oder Graphit, ob aus der DR Kongo, aus Chile oder aus China: Insbesondere die für die Batteriesysteme in Elektroautos verwendeten Rohstoffe werden aktuell unter menschenrechtlich wie ökologisch oft untragbaren Bedingungen abgebaut. Vor diesem Hintergrund ist Elektromobilität kein tragfähiges Zukunftsszenario. Klimaschutz muss auch Umweltgerechtigkeit in den rohstoffabbauenden Ländern des globalen Südens mit einbeziehen. Die Wahrung von Menschenrechten entlang der Lieferketten rund um den Globus darf kein Akt der Freiwilligkeit sein. Das ist derzeit leider noch kein Common Sense. Anfang November verkündete Bundeswirtschaftsminister Altmaier engagiert, den Aufbau einer Batteriezellenproduktion für Elektroautos in Deutschland mit 1 Mrd Euro zu fördern. Ein ähnlich konsequentes Engagement für die Wahrung von Menschenrechten entlang globaler Wertschöpfungsketten für Batterierohstoffe ist dringend vonnöten. Erst dann kann Elektromobilität ein Baustein einer zukunftsfähigen Mobilität werden. Die Panel-Ausstellung macht transparent, was ganz am Anfang der Wertschöpfungskette eines Elektroautos passiert und zeigt auf, dass ein anderer Motor allein noch keine global gerechte Mobilitätswende ausmacht und dass die Bundesregierung und Unternehmen endlich verstehen müssen: Wer Rohstoffe nutzt, trägt Verantwortung! Eröffnet wird die Ausstellung zu Elektromobilität am 23.11. um 19h mit einem INKOTA-Vortrag in Gießen. 2019 werden die Roll-Ups in Naumburg, Strahlsund, Lingen, Halle, Reichenbach zu sehen sein. Sie möchten die Panels ebenfalls in Ihre Stadt holen?
Sprechen Sie uns an: ressourcengerecht[at]inkota.de Weitere Informationen Termine und Eckdaten der Ausstellung E-Mobilität und Ressourcengerechtigkeit Weitere Ausstellungen von INKOTA
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Adventskalender: 24 gute Taten

5. November 2018 - 12:05
Wir freuen uns: Wieder hat es ein Projekt von einer INKOTA-Partnerorganisation in den 24guteTaten-Adventskalender geschafft. Welches? Lassen Sie sich überraschen! Wir freuen uns jedenfalls, wieder dabei zu sein – und laden alle Interessierten herzlich ein, sich einen der besonderen Kalender zu bestellen. Wer also schon mal für Kinder, Enkel oder PartnerIn etwas Sinnvolles statt Schokoladen-Kalender besorgen möchte: Der 24guteTaten-Adventskalender ist ab einer Spende von 24 Euro erhältlich unter www.24gutetaten.de. Das Prinzip des Kalenders ist kinderleicht. Täglich wird eines der 24 Türchen geöffnet. Hinter ihnen verbirgt sich ein Projekt, das mit dem Erwerb jedes einzelnen Kalenders unterstützt wird. Zum Beispiel ein Krankentransport für zwei Dorfbewohner in Bangladesch oder eine ausgewogene Schulmahlzeit für ein Kind in Uganda. So erfährt der Besitzer des Kalenders konkret, welchen Nutzen seine Spende hat. Zudem kann er sich auf der Webseite im Detail über die Organisationen informieren. Der 24guteTaten-Adventkalender unterstützt Projekte in aller Welt aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Natur und Versorgung. Der 24guteTaten-Adventkalender wurde 2011 als ehrenamtliches Projekt vom Regisseur Sebastian Wehkamp ins Leben gerufen. Die Idee „Helfen statt Schokolade“ kam ihm, als er auf der Suche nach einem sinnvollen Adventskalender für seine Freundin war. Der Kalender ist ausschließlich online unter www.24gutetaten.de für eine Spende von 24, 48 oder 96 Euro erhältlich. Auch für Unternehmen, die ihre Kunden mit einem sinnvollen Präsent überraschen wollen, ist der 24guteTaten-Adventskalender eine gute Wahl. Kalender hier gegen Spende bestellen
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Neues Projekt gegen Land Grabbing im Süden Mosambiks

4. November 2018 - 13:47
Mit unserem Projektpartner ORAM aus Mosambik gehen wir in die nächste Runde: Zum 1. Oktober hat ein neues, dreijähriges Projekt begonnen. Bereits seit 2011 arbeitet INKOTA mit dem Kleinbauernverband ORAM im Norden Mosambiks zusammen, um Landrechte für Bauern und Bäuerinnen zu sichern und Land Grabbing zu verhindern. Nun wollen wir die Arbeit von ORAM auch im Süden des Landes, in den Provinzen Maputo, Gaza und Inhambane, unterstützen und den Menschen einen dauerhaften Zugang zu ihrem Land ermöglichen. Ziel des neuen Projekts ist die Sicherung von Landrechten für 15 Bauernvereine und 4 Gemeinden in 8 Distrikten im Süden Mosambiks – insgesamt für rund 25.000 Menschen! Außerdem wird ORAM mit verschiedenen Trainings das Land- und Ressourcenmanagement und die landwirtschaftlichen Kenntnisse der ProjektteilnehmerInnen verbessern. So können die Bauern und Bäuerinnen neben Nahrungsmitteln für den Eigenbedarf auch Überschüsse für die lokalen oder regionalen Märkte produzieren und damit ein eigenes Einkommen für sich und ihre Familien erwirtschaften. Gesicherte Landrechte sind für die Kleinbauern und -bäuerinnen in Maputo, Gaza und Inhambane existentiell wichtig: Denn für die meisten Menschen gibt es vor allem eine wichtige Ressource, und das ist das Land, auf dem sie leben und arbeiten, und das, was sich darauf befindet, wie zum Beispiel Wälder. Der Zugang zu Land ist aber bedroht: So wurden in der Projektregion Schwermineralsande gefunden, und verschiedene großflächige Abbauprojekte sind in der Planung. Diese Projekte bieten den von Landverlust und Vertreibung betroffenen Bauern und Bäuerinnen meist keine echte Teilhabe, weder in Form von fairen Entschädigungen, Gewinnbeteiligungen oder Arbeitsplätzen. Auch der Tourismus in den Küstenzonen birgt für die Bauern und Bäuerinnen das Risiko des Landverlusts: Landgeschäfte, zum Beispiel für Hotels oder Lodges, werden oft nicht gut dokumentiert, und häufig verlieren die Menschen ihr Land ohne Gegenleistung. Dabei ist das Landrecht eigentlich auf Seiten der Bauern und Bäuerinnen: Land ist in Mosambik grundsätzlich Staatseigentum. Die LandbewohnerInnen können sich jedoch auf traditionelle Nutzungsrechte berufen und das Land, auf dem sie leben und wirtschaften, dauerhaft für sich beanspruchen. Investoren, die das Land für ihre Zwecke nutzen wollen, können dies dann nur nach einem Konsultationsverfahren und mit Einverständnis der Betroffenen tun. Das setzt aber voraus, dass die Kleinbauern und -bäuerinnen diese Regelung auch kennen. Hier setzt ORAM an: Damit nicht noch mehr Menschen ihr Land und damit ihre Lebensgrundlage verlieren, schult ORAM die die Bauern und Bäuerinnen zum Thema Landrechte und unterstützt sie bei der Registrierung ihres Lands. Mit dem Landtitel erhalten die Menschen Rechtssicherheit und können sich und ihre Familien dauerhaft mit Nahrungsmitteln versorgen. Außerdem steht ORAM den Bauern und Bäuerinnen auch bei Landkonflikten zur Seite und vertritt ihre Interessen. So trägt ORAM dazu bei, dass die Lebensgrundlagen der Menschen in den Projektgebiet langfristig erhalten werden Weitere Informationen Zur Projektseite INKOTA-Projekte in Mosambik
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Träger des Alternativen Nobelpreises mit INKOTA auf Rundreise

4. November 2018 - 12:04
Wem nutzt die Digitalisierung der Landwirtschaft? Pat Mooney von der ETC Group aus Kanada und Träger des Alternativen Nobelpreises war mit INKOTA in Berlin, Hamburg und Köln. Wir haben seine neue Studie „Blocking the Chain. Konzernmacht und Big-Data-Plattformen im globalen Ernährungssystem“ vorgestellt und diskutiert. Mit der Digitalisierung in der Landwirtschaft kann das gesamte globale Landwirtschafts- und Ernährungssystem umgekrempelt werden. Zu wessen Nutzen – ob im Interesse der Konzerne oder zum Wohle der Menschen – ist hart umkämpft. Fest steht aber: Werden aktuelle Entwicklungen fortgeschrieben, dann erhalten eine Handvoll Konzerne mittels der digitalen Plattformen, auf denen quasi alle Informationen gesammelt und ausgewertet werden, immer mehr Macht über unser Essen.

Volles Haus in Berlin, Hamburg und Köln
Das Interesse an dem Thema ist groß. Das zeigte insbesondere der Andrang in Berlin. In seinem einführenden Vortrag beschrieb Pat Mooney, wie neue digitale Plattformen dazu führen, dass immer mehr Konzerne fusionieren müssen. Schon heute bestimmen nur vier Konzerne über 67% des globalen Saatgut- und über 70% des Pestizidmarktes. Fünf Unternehmen kontrollieren circa 40 % des LandmaschinenmarktesMooney dazu:

Die nächste Fusionswelle steht quasi vor der Tür. Je mehr Daten ein Unternehmen anhäuft und dadurch Einblicke in das komplexe Ernährungssystem erhält, desto besser kann es WettbewerberInnen auf Distanz halten. Big Data erzwingt Konzernfusionen förmlich, weil kein Unternehmen an irgendeinem Punkt entlang der Kette riskieren kann, dass andere die Kontrolle über mehr Informationen erlangen. Daher steigt vor allem die Tendenz zu vertikaler Integration. In einigen Jahren werden die Bayers dieser Welt mit riesigen Landmachinenfirmen wie AGCO oder John Deere fusionieren und ihre Macht über das Ernährungssystem ausweiten.
(Pat Mooney)


Neu sind auch einige Akteure, die sich nun Agrarbereich tummeln. Internetgiganten wie Google oder Facebook betreten die Arena. Amazon hat vor kurzem die größte Bio-Lebensmittelkette in den USA gekauft. Zu den Neuen gehören auch große Finanzinvestoren, die alle Fusionen – egal in welchem Bereich der Agrarlieferkette –  finanzieren. Sie machen mit den Fusionen und der Einführung der neuen digitalen Technologie Geschäfte.
Infografik aus der Studie "Blocking the Chain" Digitalisierung birgt Chancen und Risiken
Für Bauern und Bäuerinnen sowie ArbeiterInnen in der Landwirtschaft und in der Ernährungsindustrie birgt die Digitalisierung viele Gefahren. Bauern und Bäuerinnen können in noch größere Abhängigkeiten gegenüber den Konzernen geraten, ihre Wahlfreiheit wird weiter beschränkt und viele sind gar davon bedroht, verdrängt zu werden. Auch viele Jobs von Arbeiterinnen können durch den Einsatz von Robotern oder Drohnen und anderen neuen Maschinen ersetzt werden. Das ist ein enormes Problem im globalen Süden, wo die Existenzgrundlagen von Menschen auf dem Land besonders von der Landwirtschaft abhängen.

Andererseits bietet die Digitalisierung auch viele Chancen: Mit Satellitenfotos können lokale Gemeinschaften den Raubbau von Konzernen an der Natur dokumentieren. Mit Apps können Bauern und Bäuerinnen sich unterstützen und mit Ratschlägen zur Seite stehen. Außerdem können die neuen Technologien auch helfen die Landrechte von lokalen Gemeinschaften abzusichern. Die grundlegenden Fragen sind, ob die neuen Technologien kleinbäuerlichen ErzeugerInnen nutzen und sie selbst oder ihre Organisationen Kontrolle über die Technologien haben.

Politische Rahmenbedingungen müssen her
Einig waren sich alle darin, dass die Digitalisierung in der Landwirtschaft klare und wirksame Regeln braucht. Insbesondere die Daten und Informationen müssen demokratisch kontrolliert werden und dürfen nicht in die Hände der Konzerne geraten. Um der nächsten Fusionswelle etwas entgegen setzen können, braucht es unbedingt ein strengeres Wettbewerbsrecht. INKOTA fordert in der aktuellen Kampagne „Fusionswelle brechen. Kein weiteres Bayer-Monsanto!“ unter anderem Werkzeuge, um zu große Unternehmen entflechten zu können. Bei Fusionsentscheidungen müssen neben ökonomischen auch soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt werden. Unterstützen Sie uns dabei und unterzeichnen Sie den INKOTA-Appell an die Bundesregierung hier. Die Veranstaltungsreihe wurde organisiert von INKOTA, GLOCON und der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, der Agrar Koordination sowie FIAN Deutschland.

Weitere Informationen Audiodokumentation der Veranstaltung vom 09.10. in Berlin Appell zur INKOTA-Kampagne „Fusionswelle brechen, Kein weiteres Bayer-Monsanto!“
Die Studie „Blocking the Chain“ zum kostenlosen Download oder Bestellung Themenseite Digitalisierung in der Landwirtschaft Die Arbeit des INKOTA-netzwerk e.V. zu diesem Thema wird durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie aus Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes gefördert. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.   
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Kolo(ge)nialer Kakao im Botanischen Garten Potsdam

18. Oktober 2018 - 11:46
Schokolade gehört in Deutschland zu den beliebtesten Süßigkeiten. Doch nur wenigen ist bewusst, dass mit der Schokolade auch eine lange Geschichte von Ausbeutung und Leid verbunden ist. Mit unserer Veranstaltung begeben wir uns auf eine Reise durch diese Geschichte.  Wie kam der Kakao, ursprünglich die „Speise der Götter“, von Lateinamerika nach Afrika, wo er heute hauptsächlich angebaut wird? Welche Auswirkungen hatte der Kolonialismus auf Kakaoanbauländern wie Ghana oder die Elfenbeinküste, und inwiefern sind seine Folgen dort noch heute spürbar? Was müsste geschehen, um die globale Ungerechtigkeit in der Schokoladenherstellung zu überwinden? Diese und weitere Fragen möchten wir gemeinsam während einer Führung und Verkostung mit Ihnen diskutieren. Wann: Samstag, 3. November 2018, 14.00-16.30 Uhr
Wo:
Gewächshäuser Botanischer Garten Potsdam, Maulbeerallee 2, 14469 Potsdam
Wer: Johannes Schorling (INKOTA) und Steffen Ramm (Botanischer Garten),
Moderation: Karl Hildebrandt (Oikocredit)
Eintritt: 2,50 € pro Person Im Botanischen Garten können die Gäste außerdem mit fachkundiger Führung selbst die Kakaopflanze kennenlernen – und ihr eigenes Kakaogetränk herstellen! Anmeldung über folgenden Link oder per E-Mail an schorling[at]inkota.de Weitere Informationen Zur Anmeldung Die Kampagne Make Chocolate Fair! Gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich.
  
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MCF! beim chocolART-Festival Wernigerode

18. Oktober 2018 - 11:22
Vom 31.10 bis 4.11. ist Deutschlands größtes Schokoladenfestival – die chocolART – zum 7. Mal Gast in Wernigerode. Chocolatiers und Manufakturen aus verschiedenen Ländern präsentieren dort ihre Produkte und füllen die historische Altstadt von Wernigerode mit Schokoladenduft. Auch INKOTA ist mit der Kampagne Make Chocolate Fair! dabei Fairer Handel - Eine Alternative zum konventionellen Schokogeschäft? Unser Schokoladengenuss hat einen bitteren Beigeschmack: Hunger, Armut und Kinderarbeit gehören zum Alltag von Kakaobäuerinnen und -bauern in Westafrika. Der Faire Handel will die Lebensbedingungen dieser Menschen verbessern. Wie genau arbeiten Initiativen des Fairen Handels? Wie viel bringt er den Bauern und Bäuerinnen tatsächlich? Und wie fair sind eigentlich die Preise im fairen Handel? In seinem Vortrag beleuchtet Johannes Schorling von der entwicklungspolitischen Organisation INKOTA sowohl die Erfolge des Fairen Handels als auch seine Probleme und Herausforderungen. Was: Vortrag mit INKOTA-Referent Johannes Schorling
Wann: Donnerstag, 1. November um 17.30 Uhr
Wo: Remise des Kunst- und Kulturvereins, Marktstraße 1, 38855 Wernigerode Infostand der Kampagne Make Chocolate Fair! beim chocolART-Festival  Am Freitag, den 2. Dezember stellt das INKOTA-netzwerk an einem Infostand auf dem Marktplatz die Arbeit seiner Kampagne Make Chocolate Fair! vor. Bei einer Ausstellung können die BesucherInnen mehr über die dunkle Seite der Kakao- und Schokoladenproduktion erfahren. Außerdem können sie bei einem Quiz ihr Schoko-Wissen testen - und mit etwas Glück ein schokofaires Überraschungspaket gewinnen! Was: Infostand der Kampagne Make Chocolate Fair!
Wann:
Freitag, 2. November von 10 bis 19 Uhr
Wo: Marktplatz 10, 38855 Wernigerode Ausstellung Süß&Bitter im Bürgerpark Wernigerode In welchem Land werden 100 Tafeln Schokolade pro Kopf im Jahr vertilgt? Wer bekommt das größte Stück von jeder Schokolade ab? Und warum essen Kakaobauern und -bäuerinnen keine Schokolade? Die Ausstellung "Süß&Bitter" beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den süßen Genuss und die bittere Wahrheit über Schokolade. An fünf Entdeckerstationen erfahren die BesucherInnen, ob Schokolade wirklich glücklich macht, und lernen den Weg von der Kakaobohne zur Schokolade kennen. Darüber hinaus können sie echte Kakaoschoten anfassen und Kakaobohnen probieren. Die Ausstellung informiert über das Leben der Kakaobauern und -bäuerinnen und über die Gründe für die Armut in den Kakaoanbauregionen. Eine Videostation veranschaulicht mit eindrucksvollen Bildern die täglichen Herausforderungen, vor denen Kakaobauernfamilien in der Elfenbeinküste stehen. Außerdem regt die Ausstellung dazu an, das eigene Konsumverhalten zu überdenken und zeigt Beispiele auf, wie VerbraucherInnen selbst für faire Schokolade aktiv werden können. Was: Ausstellung "Süß&Bitter"
Wann:
Vom 05. Oktober bis 04. November täglich von 9 bis 18 Uhr
Wo: Bürgerpark Wernigerode, Dornbergsweg 27, 38855 Wernigerode Gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich.
  
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#unteilbar: 240.000 setzen Zeichen

15. Oktober 2018 - 16:09
Wahnsinn! Bis zu 240.000 Menschen haben bei der #unteilbar-Demonstration in Berlin ein klares Zeichen für eine offene und freie Gesellschaft gesetzt. Für Solidarität statt Ausgrenzung. Dank an alle, die dabei waren und sich engagiert haben. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass dies nur der Anfang auf dem Weg in eine solidarische global gerechte Gesellschaft ist!
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Träger des Alternativen Nobelpreises mit INKOTA auf Rundreise

12. Oktober 2018 - 16:02
Wem nutzt die Digitalisierung der Landwirtschaft? Pat Mooney von der ETC Group aus Kanada und Träger des Alternativen Nobelpreises war mit INKOTA in Berlin, Hamburg und Köln. Wir haben seine neue Studie „Blocking the Chain. Konzernmacht und Big-Data-Plattformen im globalen Ernährungssystem“ vorgestellt und diskutiert. Mit der Digitalisierung in der Landwirtschaft kann das gesamte globale Landwirtschafts- und Ernährungssystem umgekrempelt werden. Zu wessen Nutzen – ob im Interesse der Konzerne oder zum Wohle der Menschen – ist hart umkämpft. Fest steht aber: Werden aktuelle Entwicklungen fortgeschrieben, dann erhalten eine Handvoll Konzerne mittels der digitalen Plattformen, auf denen quasi alle Informationen gesammelt und ausgewertet werden, immer mehr Macht über unser Essen.

Volles Haus in Berlin, Hamburg und Köln
Das Interesse an dem Thema ist groß. Das zeigte insbesondere der Andrang in Berlin. In seinem einführenden Vortrag beschrieb Pat Mooney, wie neue digitale Plattformen dazu führen, dass immer mehr Konzerne fusionieren müssen. Schon heute bestimmen nur vier Konzerne über 67% des globalen Saatgut- und über 70% des Pestizidmarktes. Fünf Unternehmen kontrollieren circa 40 % des LandmaschinenmarktesMooney dazu:

Die nächste Fusionswelle steht quasi vor der Tür. Je mehr Daten ein Unternehmen anhäuft und dadurch Einblicke in das komplexe Ernährungssystem erhält, desto besser kann es WettbewerberInnen auf Distanz halten. Big Data erzwingt Konzernfusionen förmlich, weil kein Unternehmen an irgendeinem Punkt entlang der Kette riskieren kann, dass andere die Kontrolle über mehr Informationen erlangen. Daher steigt vor allem die Tendenz zu vertikaler Integration. In einigen Jahren werden die Bayers dieser Welt mit riesigen Landmachinenfirmen wie AGCO oder John Deere fusionieren und ihre Macht über das Ernährungssystem ausweiten.
(Pat Mooney)


Neu sind auch einige Akteure, die sich nun Agrarbereich tummeln. Internetgiganten wie Google oder Facebook betreten die Arena. Amazon hat vor kurzem die größte Bio-Lebensmittelkette in den USA gekauft. Zu den Neuen gehören auch große Finanzinvestoren, die alle Fusionen – egal in welchem Bereich der Agrarlieferkette –  finanzieren. Sie machen mit den Fusionen und der Einführung der neuen digitalen Technologie Geschäfte.
Infografik aus der Studie "Blocking the Chain" Digitalisierung birgt Chancen und Risiken
Für Bauern und Bäuerinnen sowie ArbeiterInnen in der Landwirtschaft und in der Ernährungsindustrie birgt die Digitalisierung viele Gefahren. Bauern und Bäuerinnen können in noch größere Abhängigkeiten gegenüber den Konzernen geraten, ihre Wahlfreiheit wird weiter beschränkt und viele sind gar davon bedroht, verdrängt zu werden. Auch viele Jobs von Arbeiterinnen können durch den Einsatz von Robotern oder Drohnen und anderen neuen Maschinen ersetzt werden. Das ist ein enormes Problem im globalen Süden, wo die Existenzgrundlagen von Menschen auf dem Land besonders von der Landwirtschaft abhängen.

Andererseits bietet die Digitalisierung auch viele Chancen: Mit Satellitenfotos können lokale Gemeinschaften den Raubbau von Konzernen an der Natur dokumentieren. Mit Apps können Bauern und Bäuerinnen sich unterstützen und mit Ratschlägen zur Seite stehen. Außerdem können die neuen Technologien auch helfen die Landrechte von lokalen Gemeinschaften abzusichern. Die grundlegenden Fragen sind, ob die neuen Technologien kleinbäuerlichen ErzeugerInnen nutzen und sie selbst oder ihre Organisationen Kontrolle über die Technologien haben.

Politische Rahmenbedingungen müssen her
Einig waren sich alle darin, dass die Digitalisierung in der Landwirtschaft klare und wirksame Regeln braucht. Insbesondere die Daten und Informationen müssen demokratisch kontrolliert werden und dürfen nicht in die Hände der Konzerne geraten. Um der nächsten Fusionswelle etwas entgegen setzen können, braucht es unbedingt ein strengeres Wettbewerbsrecht. INKOTA fordert in der aktuellen Kampagne „Fusionswelle brechen. Kein weiteres Bayer-Monsanto!“ unter anderem Werkzeuge, um zu große Unternehmen entflechten zu können. Bei Fusionsentscheidungen müssen neben ökonomischen auch soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt werden. Unterstützen Sie uns dabei und unterzeichnen Sie den INKOTA-Appell an die Bundesregierung hier.

Weitere Informationen Appell zur INKOTA-Kampagne „Fusionswelle brechen, Kein weiteres Bayer-Monsanto!“
Die Studie „Blocking the Chain“ zum kostenlosen Download oder Bestellung Themenseite Digitalisierung in der Landwirtschaft Die Arbeit des INKOTA-netzwerk e.V. zu diesem Thema wird durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie aus Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes gefördert. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.   
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Protestaktion: Wir haben es satt!

12. Oktober 2018 - 12:20
Europaweiter Aktionstag für eine Agrar- und Ernährungswende Wichtige Entscheidungen über unser Essen und unsere Landwirtschaft stehen an! Bei der kommenden Reform der EU-Agrarpolitik kann die Agrar- und Ernährungswende vorangetrieben werden. Doch die PolitikerInnen in Berlin und Brüssel drücken sich vor dem entscheidenden Kurswechsel. Damit sich das ändert, ruft INKOTA als Teil des Bündnisses „Wir haben es satt!“ zur gemeinsamen Aktion auf.
  • Was: Protestaktion mit Reden und gemeinsamem Essen
  • Wann: Samstag, 27. Oktober, Beginn 12 Uhr
  • Wo: Brandenburger Tor, Berlin
Für eine insektenfreundliche Landwirtschaft!
Mit 60 Milliarden Euro Subventionen bestimmt die EU-Agrarpolitik Jahr für Jahr, welche Landwirtschaft sich lohnt. Viel Geld, mit dem jetzt die Agrar- und Ernährungswende gestemmt werden könnte. Doch aktuell versagt das System: Über 70 Prozent der Subventionen belohnen heute Landbesitz – unabhängig davon, ob zukunftsfähig gewirtschaftet wird. Die Folgen dieses Gießkannen-Prinzips sind fatal: Artensterben, Klimawandel, Wasserverschmutzung, Tierleid, Monokulturen, Landkonzentration, Billigexporte in Länder des globalen Südens und Höfesterben. Das muss sich ändern! Als eine von zahlreichen Aktionen in rund 20 europäischen Ländern machen wir am 27. Oktober Dampf für eine bienenfreundliche Landwirtschaft – mit Smokern und einer alten Kartoffeldampfmaschine. Und wir wollen auch laut sein! Bring dafür deinen Kochtopf mit, damit wir gemeinsam Töpfe schlagen können. Weitere Informationen Facebook-Veranstaltung Homepage „Wir haben es satt“
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Schokolade mit bitterer Note

11. Oktober 2018 - 12:55
Die meisten Menschen in Deutschland lieben Schokolade. Doch der süße Genuss hat eine bittere Kehrseite: Hunger, Armut und missbräuchliche Kinderarbeit gehören zum Alltag in den Kakaoanbauregionen in Westafrika. Können Schokoladen-Liebhaber mit Protest etwas bewirken? Was ist dran an der Macht der KonsumentInnen? Welche Chancen bietet der Faire Handel als eine Alternative zum konventionellen Handel – und wo liegen seine Grenzen? Wer sind die Akteure im globalen Kakaogeschäft? Und was denken eigentlich die Kakaobauern und -bäuerinnen über Protestaktionen in Europa, die versuchen, das globale Schokoladen- geschäft zu verändern? Unser Kakao-Experte Johannes Schorling wird in seinem Vortrag Antworten darauf geben und die Kampagne Make Chocolate Fair! vorstellen. Und natürlich beantwortet er gern Ihre Fragen.
  • Was: Vortrag mit Präsentation über das globale Schokoladengeschäft
  • Wann: Mittwoch, 24.10.2018 um 19.30 Uhr
  • Wo: WeltHaus Heidelberg, Willy-Brandt-Platz 5, Heidelberg
Wir freuen und auf einen interessanten Abend und auf Ihre Fragen. Organisiert wird die Veranstaltung vom Eine-Welt-Zentrum Heidelberg e.V.

Weitere Informationen Kakao-Barometer 2018 Download oder bestellen Gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich. Der Inhalt dieser Veranstaltung spiegelt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Förderer wider.   
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