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Aktualisiert: vor 3 Stunden 44 Minuten

Jahrestag der Europäischen Konfliktmineralien-Regulierung

11. Juni 2018 - 15:16
Am 8. Juni jährt sich das Inkrafttreten der Europäischen Konfliktmineralien-Regulierung. Diese soll verhindern, dass Rohstoffimporte von Gold, Zinn, Tantal und Wolfram bewaffnete Konflikte oder Menschenrechtsverletzungen in den Abbauregionen finanzieren. Die Verordnung stellt einen wichtigen Meilenstein im Kampf um transparente und verantwortungsvolle Gewinnung von Rohstoffen dar, denn zum ersten Mal hatte das Europäische Parlament für eine verbindliche Regulierung gestimmt. Und dennoch bietet sie Unternehmen zu viele Schlupflöcher: Nur die Unternehmen, die unverarbeitete Rohstoffe importieren, werden in die Pflicht genommen. Wer Waren und Güter einkauft, die diese Rohstoffe bereits verarbeitet enthalten, ist in die Regulierung nicht eingeschlossen. Doch genau letztere sind die meisten. Wer ganz wenig kauft, darf ebenfalls weiter die Augen verschließen vor dem, was ganz am Anfang der Lieferkette passiert. Der Ansatz ist gut, aber längst nicht ausreichend. Obwohl erst 2021 rohstoffimportierende Unternehmen zum ersten Mal im Kontext der Verordnung über ihr Lieferkettenmanagement berichten müssen, gilt es schon jetzt, wachsam auf die Vorbereitungsprozesse zu schauen: weltweit werden gerade Risikogebiete analysiert und Schmelzen von Rohstoffen auf deren Lieferketten untersucht. Unterschiedliche Mechanismen werden getestet, um den Weg der Rohstoffe zu uns nachvollziehbar zu machen. Nationale Behörden werden benannt, um die Berichte zu bearbeiten. Wir werden weiterhin als kritische Beobachter am Ball bleiben und berichten hier über Updates bei der Umsetzung der Verordnung.  Richtig spannend wird es dann, wenn die ersten Evaluierungen zeigen werden, wie wirksam die Regulierung tatsächlich ist und an welchen Schrauben noch nachgebessert werden muss. Das Gute: auch das EU-Parlament sah bereits, dass die aufgestellten Regeln laufend weiterentwickelt werden müssen. Weitere Informationen Ein erster Schritt: EU-Parlament schränkt Import von Konfliktmineralien ein
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Genial lokal statt Großkonzerne!

11. Juni 2018 - 12:52
Die wachsende Macht von Agrarkonzernen bedroht unsere Ernährungssouveränität. Deshalb setzen wir uns gegen weitere Fusionen im Agrarbereich ein – und für mehr demokratische Kontrolle über unsere Teller! Ernährungsräte sind die politischen Werkzeuge dafür, denn sie schaffen Räume, in denen Ernährungsfragen wieder von uns Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden. INKOTA unterstützt die Entwicklung von Ernährungsräten in Deutschland bereits seit einigen Jahren. Wir haben den Gründungsprozess des Ernährungsrat Berlin begleitet und waren dabei, als sich im November 2017 ein Netzwerk von mehr als 40 Ernährungsräten und Ernährungsrats-Initiativen aus dem deutschsprachigen Raum gegründet hat. Jetzt freuen wir uns, dass unsere ehemalige Mitarbeiterin und jetzige Koordinatorin des Berliner Ernährungsrats Christine Pohl zusammen mit der Ernährungs-Journalistin Gundula Oertel und dem Filmemacher Valentin Thurn ein Buch über Ernährungsräte schreibt: „Genial lokal – So kommt die Ernährungswende in Bewegung“. Das Buch diskutiert Strategien für die zukunftsfähige Transformation lokaler Ernährungssysteme vor dem Hintergrund internationaler Erfahrungen und bietet Tipps für die Gründung von Ernährungsräten. Um das Buch zu finanzieren, startet der Buchverlag oekom eine Crowdfunding-Kampagne: Unterstützen Sie die Kampagne und treiben Sie damit die Ernährungswende von unten voran! Weiterführende Links Mehr zu Ernährungsräten bei INKOTA Ernährungsrat Berlin INKOTA-Kampagne "Fusionswelle brechen – kein weiteres Bayer-Monsanto!" Unterschreiben Sie den Appell an die Bundesregierung! Crowdfunding des oekom- Verlags
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Jahrestag der Europäischen Konfliktmineralien-Regulierung

7. Juni 2018 - 15:16
Am 8. Juni jährt sich das Inkrafttreten der Europäischen Konfliktmineralien-Regulierung. Diese soll verhindern, dass Rohstoffimporte von Gold, Zinn, Tantal und Wolfram bewaffnete Konflikte oder Menschenrechtsverletzungen in den Abbauregionen finanzieren. Die Verordnung stellt einen wichtigen Meilenstein im Kampf um transparente und verantwortungsvolle Gewinnung von Rohstoffen dar, denn zum ersten Mal hatte das Europäische Parlament für eine verbindliche Regulierung gestimmt. Und dennoch bietet sie Unternehmen zu viele Schlupflöcher: Nur die Unternehmen, die unverarbeitete Rohstoffe importieren, werden in die Pflicht genommen. Wer Waren und Güter einkauft, die diese Rohstoffe bereits verarbeitet enthalten, ist in die Regulierung nicht eingeschlossen. Doch genau letztere sind die meisten. Wer ganz wenig kauft, darf ebenfalls weiter die Augen verschließen vor dem, was ganz am Anfang der Lieferkette passiert. Der Ansatz ist gut, aber längst nicht ausreichend. Obwohl erst 2021 rohstoffimportierende Unternehmen zum ersten Mal im Kontext der Verordnung über ihr Lieferkettenmanagement berichten müssen, gilt es schon jetzt, wachsam auf die Vorbereitungsprozesse zu schauen: weltweit werden gerade Risikogebiete analysiert und Schmelzen von Rohstoffen auf deren Lieferketten untersucht. Unterschiedliche Mechanismen werden getestet, um den Weg der Rohstoffe zu uns nachvollziehbar zu machen. Nationale Behörden werden benannt, um die Berichte zu bearbeiten. Wir werden weiterhin als kritische Beobachter am Ball bleiben und berichten hier über Updates bei der Umsetzung der Verordnung.  Richtig spannend wird es dann, wenn die ersten Evaluierungen zeigen werden, wie wirksam die Regulierung tatsächlich ist und an welchen Schrauben noch nachgebessert werden muss. Das Gute: auch das EU-Parlament sah bereits, dass die aufgestellten Regeln laufend weiterentwickelt werden müssen. Weitere Informationen Ein erster Schritt: EU-Parlament schränkt Import von Konfliktmineralien ein
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Genial lokal statt Großkonzerne!

7. Juni 2018 - 12:52
Die wachsende Macht von Agrarkonzernen bedroht unsere Ernährungssouveränität. Deshalb setzen wir uns gegen weitere Fusionen im Agrarbereich ein – und für mehr demokratische Kontrolle über unsere Teller! Ernährungsräte sind die politischen Werkzeuge dafür, denn sie schaffen Räume, in denen Ernährungsfragen wieder von uns Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden. INKOTA unterstützt die Entwicklung von Ernährungsräten in Deutschland bereits seit einigen Jahren. Wir haben den Gründungsprozess des Ernährungsrat Berlin begleitet und waren dabei, als sich im November 2017 ein Netzwerk von mehr als 40 Ernährungsräten und Ernährungsrats-Initiativen aus dem deutschsprachigen Raum gegründet hat. Jetzt freuen wir uns, dass unsere ehemalige Mitarbeiterin und jetzige Koordinatorin des Berliner Ernährungsrats Christine Pohl zusammen mit der Ernährungs-Journalistin Gundula Oertel und dem Filmemacher Valentin Thurn ein Buch über Ernährungsräte schreibt: „Genial lokal – So kommt die Ernährungswende in Bewegung“. Das Buch diskutiert Strategien für die zukunftsfähige Transformation lokaler Ernährungssysteme vor dem Hintergrund internationaler Erfahrungen und bietet Tipps für die Gründung von Ernährungsräten. Um das Buch zu finanzieren, startet der Buchverlag oekom eine Crowdfunding-Kampagne: Unterstützen Sie die Kampagne und treiben Sie damit die Ernährungswende von unten voran! Weiterführende Links Mehr zu Ernährungsräten bei INKOTA Ernährungsrat Berlin INKOTA-Kampagne "Fusionswelle brechen – kein weiteres Bayer-Monsanto!" Unterschreiben Sie den Appell an die Bundesregierung! Crowdfunding des oekom- Verlags
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Bayer-Monsanto weltweit genehmigt

7. Juni 2018 - 10:10
Ein trauriger Tag: Am 07. Juni 2018 hat Bayer den Abschluss der Übernahme von Monsanto offiziell verkündet. Denn alle Kartellbehörden haben nun grünes Licht für die Fusion gegeben. Wir als INKOTA sind davon enttäuscht. Für uns aber auch Ansporn und der Grund, von der Bundesregierung zu fordern, dass sie gegen die Genehmigung auf EU-Ebene klagen und sich für eine schärfere Fusionskontrolle einsetzen soll! Vor wenigen Tagen gab Bayer bekannt: Es ist so weit, der Übernahme von Monsanto steht nichts mehr im Weg, der 63 Milliarden US-Dollar schwere Deal kann nun vollzogen werden. Seit der Ankündigung der Fusion im September 2016 musste Bayer für die Zustimmung von 30 Wettbewerbsbehörden weltweit werben. Die hat der Konzern nun erhalten. Zwar gab es einige Auflagen (so musste Bayer etwa einen Teil seines Saatgutgeschäfts sowie die Digitalisierungssparte an BASF verkaufen), doch am Ende steht nun trotzdem der weltweit größte Agrarkonzern mit Sitz in Deutschland. Im Firmennamen wird Monsanto übrigens nicht zu finden sein, „nur“ Monsantos Produktnamen bleiben erhalten und gehen in Bayers Portfolio über. INKOTA hat in den vergangenen 1,5 Jahren einiges an Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zur Bayer-Monsanto-Fusion geleistet und darüber hinaus gemeinsam mit weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen Briefe an die europäische Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager verfasst, (unter anderem im März 2017 und März 2018) um sie dazu zu bewegen, die Fusion zu untersagen. Doch noch ist nicht alle Hoffnung verloren: Sobald die Fusionsunterlagen veröffentlicht werden, kann die Bundesregierung vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Genehmigung der EU-Kommission klagen. Dazu fordert INKOTA die Bundesregierung in dem Appell „Fusionswelle brechen – kein weiteres Bayer-Monsanto!“ auf. Denn dies ist die letzte Chance, um den neuen Mega-Konzern mit all seinen fatalen Folgen für die Umwelt sowie für Bauern und Bäuerinnen weltweit zu verhindern. Jetzt Appell unterzeichnen: Weitere Informationen Broschüre „Fusionswelle brechen - Wie die wachsende Konzernmacht im Agrarbereich eine zukunftsfähige Ernährung bedroht und was wir dagegen tun können!“ Gefördert durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von MISEREOR sowie aus Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.    
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Politisches Sommerpicknick: „Aufstand am Tellerrand“

4. Juni 2018 - 16:25
Am 15. Juni widmet sich das zweite politische Sommerpicknick der Rosa-Luxemburg-Stiftung der Frage nach den Produktionsbedingungen unserer Lebensmittel, informiert über Handlungsnotwendigkeiten und diskutiert Lösungsansätze aus dem In- und Ausland – und INKOTA ist mit dabei!
  • Wann: Freitag, 15. Juni 2018, 11:00 bis 22:00 Uhr
  • Wo: TAK Theater Aufbau Kreuzberg, Prinzenstraße 85 F, 10969 Berlin sowie Prinzessinnengärten, Prinzenstraße 35-38, 10969 Berlin
  • Eintritt: frei
In gemütlich-sommerlicher Atmosphäre kommen VerbraucherInnen mit internationalen ExpertInnen und AktivistInnen zusammen. Gemeinsam tauschen wir uns über alternative Konzepte wie Ernährungssouveränität und genossenschaftlichen Handel aus und diskutieren die Möglichkeiten der Einflussnahme als VerbraucherInnen. Dabei wird INKOTA-Referent Jan Urhahn um 11 Uhr in der Werkstatt mit internationalen Gästen diskutieren, wie sich globale Konsummuster lokal auswirken. Außerdem wird INKOTA-Referentin Lena Michelsen um 18 Uhr in der Leseecke die neue Broschüre „Fusionswelle brechen“ vorstellen und lädt ein zum Gespräch über die Fusionswelle im Agrarbereich und politische Hebel, um diese zu stoppen. Nähere Infos und gesamtes Programm
Weitere Infos zur INKOTA-Kampagne „Fusionswelle brechen Die Arbeit des INKOTA-netzwerk e.V. zu diesem Thema wird durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von MISEREOR sowie aus Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes gefördert. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.    
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Neues Kakao-Barometer: Rezepte gegen Armut sind unzureichend

26. Mai 2018 - 14:32
Obwohl Schokoladenunternehmen seit Jahren mehr Nachhaltigkeit versprechen, hat sich die Situation der Kakaobauern und -bäuerinnen kaum verbessert. Zu diesem schockierenden Ergebnis kommt das Kakaobarometer 2018, das von einem zivilgesellschaftlichen Konsortium veröffentlicht wurde. Das Wort „Nachhaltigkeit“ ist in der Schokoladenindustrie seit einigen Jahren in aller Munde. Alle großen Schokoladenunternehmen haben mittlerweile eigene Nachhaltigkeitsprogramme, viele der großen Hersteller haben sich zudem dazu bekannt, mittelfristig zu 100 Prozent zertifizierten Kakao für ihre Schokolade zu verwenden. Das neue Kakaobarometer belegt jedoch: Die bisherigen Anstrengungen der Unternehmen reichen bei weitem nicht aus, um die strukturellen Probleme im Kakaosektor zu lösen. Insbesondere durch den dramatischen Verfall des Kakaopreises zwischen September 2016 und Februar 2017 hat die Armut vieler Bauern und Bäuerinnen sogar zugenommen. In der Elfenbeinküste reduzierte sich deren Einkommen aus dem Kakaoanbau innerhalb eines Jahres um 30-40%. Während die Bäuerinnen und Bauern besonders anfällig für Preisschwankungen sind, profitierten andere Akteure in der Wertschöpfungskette sogar von der Kakaopreiskrise. Ein Hauptgrund für den Preisverfall war ein Überangebot an Kakao auf dem Markt infolge einer Rekordernte in der Elfenbeinküste. Von einem existenzsichernden Einkommen sind Kakaobäuerinnen und –bauern in Westafrika nach wie vor weit entfernt. Eine neue Studie von Fairtrade kommt zu dem Ergebnis, dass selbst zertifizierte Bauern in der Elfenbeinküste im Durchschnitt nur 37 Prozent eines existenzsichernden Einkommens verdienen. Mit anderen Worten: Das Einkommen müsste sich fast verdreifachen. 77 Prozent der zertifizierten Bauern und Bäuerinnen leben unterhalb der Armutsgrenze. Das Kakaobarometer kritisiert deshalb, dass Zertifizierung allein die Probleme im Kakaosektor nicht lösen wird. Zwar tragen die verschiedenen Zertifizierungssysteme zu einer leichten Verbesserung der Einkommenssituation bei, bleiben aber insgesamt deutlich hinter dem Anspruch zurück, die Bauern langfristig aus der Armut zu befreien. Die Konkurrenz zwischen verschiedenen Standards erschwert zudem die dringend nötige Erhöhung von Mindestpreisen und Prämien auf ein angemessenes Niveau, da Schokoladenhersteller und Supermärkte häufig das billigste Siegel wählen. Das Kakaobarometer fordert, dass existenzsichernde Einkommen eine Kernanforderung jedes Zertifizierungssystems werden müssen. Bei der Kinderarbeit hat es in den letzten Jahren zwar einen relativen Rückgang gegeben, die absolute Zahl der arbeitenden Kinder ist jedoch gestiegen (u.a. aufgrund einer Ausweitung des Kakaoanbaus) – auf rund 2,1 Millionen in der Elfenbeinküste und Ghana. Durch den Preisverfall seit Ende 2016 hat das Risiko der Kinderarbeit zugenommen. Die Schokoladenindustrie ist im Moment meilenweit davon entfernt, ihr Versprechen einzulösen, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2020 um 70 Prozent zu reduzieren. Die Ausweitung des Kakaoanbaus hat zudem zu massiver Regenwaldzerstörung geführt, wie ein Bericht der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation Mighty Earth im vergangenen Herbst aufzeigte. Zwischen 30 und 40 Prozent des Kakaos in der Elfenbeinküste wird illegal in Naturschutzgebieten angebaut. Grund hierfür ist einerseits die mangelnde Durchsetzung des Umweltrechts durch staatliche Behörden, andererseits haben auch die großen Schokoladenhersteller jahrelang vor dem Problem die Augen verschlossen. Das Kakaobarometer kommt deshalb zu dem Schluss: „Die Bemühungen des Kakaosektors, die Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Gemeinden zu verbessern und die Umwelt zu schützen, haben in den letzten Jahren nicht zu wesentlichen Verbesserungen geführt. Die bisherigen Ansätze werden den Dimensionen des Problems nicht annährend gerecht.“ Die zentralen Forderungen des Kakaobarometers an die Schokoladenindustrie lauten:
  • Schokoladenunternehmen sollen sich zu existenzsichernden Einkommen als Grundvoraussetzung für Nachhaltigkeit bekennen.
  • Nachhaltigkeitsprogramme sollten weniger auf eine Steigerung der Kakaoerträge, sondern stärker auf die Einkommenssituation der Bauern und Bäuerinnen fokussieren
  • Wo nötig, sollten die Unternehmen kurzfristig höhere Kakaopreise zahlen, bis längerfristige Lösungen für das Preisproblem gefunden wurden
  • Unternehmen sollten transparent über die Wirkungen ihrer Nachhaltigkeitsprojekte berichten
Von den Regierungen der Kakaokonsumländer fordert das Barometer:
  • Die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht von Unternehmen gesetzlich zu regeln
  • Maßnahmen gegen die zunehmende Marktkonzentration und das daraus resultierende Machtungleichgewicht zu Ungunsten der Kakaobauern und –bäuerinnen zu ergreifen
  • Das Wettbewerbsrecht so zu verändern, dass Diskussionen über eine faire Preisgestaltung möglich werden
Von den Regierungen der Kakaoanbauländer fordert das Barometer:
  • Mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht hinsichtlich der Steuereinnahmen und Investitionen im Kakaosektor
  • Den Schutz der Wälder zu gewährleisten und illegal abgeholzte Wälder wieder aufzuforsten
  • Eine ganzheitliche Landwirtschaftspolitik, die die Kakaobauern und –bäuerinnen auch beim Umstieg auf andere Agrarprodukte unterstützt
  • Eine Abstimmung der Kakaopolitik zwischen den wichtigsten Anbauländern, unter anderem um ein Kakaoüberangebot auf dem Markt zu vermeiden
Weitere Informationen Zusammenfassung des Kakaobarometers (auf Englisch) Das vollständige Kakaobarometer (auf Englisch) Das Kakao-Barometer erscheint alle zwei Jahre und bietet eine Übersicht über Nachhaltigkeitsinitiativen im Kakaosektor. Es wird von einem Konsortium von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften publiziert. Diesem gehören neben dem INKOTA-netzwerk folgende Organisationen an: FNV Mondiaal (NL), Hivos (NL), Solidaridad (NL), FNV (NL), Oxfam Wereldwinkels (BE), Public Eye (CH), Stop the Traffik (AUS), ABVV - FGTB HORVAL (BE), Green America (US), International Labor Rights Forum (US) und das Südwind-Institut (DE).
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Protest bei Bayer-Hauptversammlung: Fusionswelle brechen!

23. Mai 2018 - 16:52
Zum Start der INKOTA-Kampagne „Fusionswelle brechen – kein weiteres Bayer-Monsanto!“ haben wir vor der Bayer-Hauptversammlung mit einem riesigen Wellenbrecher gegen die Bayer-Monsanto-Fusion protestiert. Die Bundesregierung kann mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof die Fusion noch verhindern. Und: INKOTA fordert mit einem Appell an die Bundesregierung, die Fusionskontrolle zu verschärfen. Hunderte DemonstrantInnen protestierten am 25. Mai bei der Bayer-Hauptversammlung im World Conference Center in Bonn – vor allem gegen die Übernahme des berüchtigten Gen-Saat- und Glyphosat-Herstellers Monsanto durch die deutsche Bayer AG. INKOTA hatte ein besonders großes Accessoire dabei: einen drei Meter hohen, knallgelben Wellenbrecher. In SuperheldInnen-Kostümen zeigten die AktivistInnen, wie die Fusionswelle im Agrarbereich gebrochen werden kann. INKOTA-Referent Jan Urhahn sprach außerdem auf der Bayer-Hauptversammlung vor den AktionärInnen. In seiner Rede forderte er den Bayer-Vorstand auf , Schluss zu machen mit Geschäften, die die Lebensbedingungen von sowieso schon marginalisierten Bevölkerungsgruppen weltweit weiter zerstören und die notwendige Agrarwende, die von der Gesellschaft gewollt ist, verhindern. Die Bayer-Monsanto-Fusion ist noch längst nicht in trockenen Tüchern – eine Klage kann sie noch stoppen. Jetzt ist die Bundesregierung gefordert. Sie muss vor dem Europäischen Gerichtshof eine Nichtigkeitsklage gegen die Entscheidung der EU-Wettbewerbskommission einreichen, die Fusion von Bayer und Monsanto unter Auflagen zu genehmigen. Durch die aktuelle Fusionswelle zwischen Agrarkonzernen beherrschen schon jetzt nur wenige Giganten den Saatgut- und Pestizidmarkt. Und weitere Zusammenschlüsse zeichnen sich ab. Leidtragende sind Kleinbäuerinnen und Kleinbauern auf der ganzen Welt: Ihnen drohen Hunger und Armut, weil sich ihr Saatgut verteuert und sie in immer größere Abhängigkeit geraten. Bedroht ist zugleich die zukünftige Ernährung der Menschen weltweit: Denn die Profitinteressen der Mega-Konzerne verringern die Vielfalt der Pflanzen und die langfristige Widerstandsfähigkeit unserer Grundnahrungsmittel.
Unterschreiben Sie jetzt unseren Appell an die Bundesregierung „Fusionswelle brechen – kein weiteres Bayer-Monsanto!“ Kampagnenbroschüre „Fusionswelle brechen – Wie die wachsende Konzernmacht im Agrarbereich eine zukunftsfähige Ernährung bedroht und was wir dagegen tun können!“ zum Bestellen oder zum Download Aktionsmaterialien zur Kampagne „Fusionswelle brechen – kein weiteres Bayer-Monsanto!“ Die Arbeit des INKOTA-netzwerk e.V. zu diesem Thema wird durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von MISEREOR sowie aus Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes gefördert. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.    
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Politisches Sommerpicknick: „Aufstand am Tellerrand“

23. Mai 2018 - 16:25
Am 15. Juni widmet sich das zweite politische Sommerpicknick der Rosa-Luxemburg-Stiftung der Frage nach den Produktionsbedingungen unserer Lebensmittel, informiert über Handlungsnotwendigkeiten und diskutiert Lösungsansätze aus dem In- und Ausland – und INKOTA ist mit dabei!
  • Wann: Freitag, 15. Juni 2018, 11:00 bis 22:00 Uhr
  • Wo: TAK Theater Aufbau Kreuzberg, Prinzenstraße 85 F, 10969 Berlin sowie Prinzessinnengärten, Prinzenstraße 35-38, 10969 Berlin
  • Eintritt: frei
In gemütlich-sommerlicher Atmosphäre kommen VerbraucherInnen mit internationalen ExpertInnen und AktivistInnen zusammen. Gemeinsam tauschen wir uns über alternative Konzepte wie Ernährungssouveränität und genossenschaftlichen Handel aus und diskutieren die Möglichkeiten der Einflussnahme als VerbraucherInnen. Dabei wird INKOTA-Referent Jan Urhahn um 11 Uhr in der Werkstatt mit internationalen Gästen diskutieren, wie sich globale Konsummuster lokal auswirken. Außerdem wird INKOTA-Referentin Lena Michelsen um 18 Uhr in der Leseecke die neue Broschüre „Fusionswelle brechen“ vorstellen und lädt ein zum Gespräch über die Fusionswelle im Agrarbereich und politische Hebel, um diese zu stoppen. Nähere Infos und gesamtes Programm
Weitere Infos zur INKOTA-Kampagne „Fusionswelle brechen Die Arbeit des INKOTA-netzwerk e.V. zu diesem Thema wird durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von MISEREOR sowie aus Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes gefördert. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.    
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Speisekino: "Code of Survival"

14. Mai 2018 - 10:21
Am 25. Mai zeigt INKOTA in Kooperation mit Oikocredit und dem Zentrum für Kunst und Urbanistik den Film „Code of Survival – Die Geschichte vom Ende der Gentechnik“. Nach dem Film widmen sich der Regisseur Bertram Verhaag, INKOTA-Referentin Lena Michelsen und Karl Hildebrandt von Oikocredit der Frage nach der Zukunft der globalen Landwirtschaft vor dem Hintergrund aktueller Megafusionen.
  • Wann: Freitag, 25. Mai 2018. Essen ab 19:00 Uhr, Film ab 20:30 Uhr
  • Wo: Zentrum für Kunst und Urbanistik, Siemensstraße 27, 10551 Berlin
  • Eintritt: frei, Essen: 10 Euro
Essensreservierungen bitte bis zum Vorabend via Mail an speisekino@zku-berlin.org (Filmtitel dazu angeben).

Informationen zum Film Der Film "Code of Survival - Die Geschichte vom Ende der Gentechnik" von Bertram Verhaag macht Hoffnung. Für seine erhellende Umweltdokumentation befragte der Regisseur LandwirtInnen rund um den Globus. Vor allem drei Projekte liegen ihm am Herzen, denn sie beweisen, wie Landwirtschaft ohne chemische Mittel funktionieren kann: die indische Teeplantage Ambootia in Darjeeling am Fuße des Himalayas, die biologische Farm Sekem des alternativen Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish, die seit vierzig Jahren mitten in der Wüste existiert, sowie der Biohof des bayrischen Bauern Franz Aunkofer. Weitere Informationen Factsheet „Too big to fail“ zur Fusionswelle im Agrarbereich

Diese Aktivität wird gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für den Inhalt der Aktivität ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt des/der Zuwendungsgeber wieder.

   

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Neues Kakao-Barometer: Rezepte gegen Armut sind unzureichend

7. Mai 2018 - 14:32
Obwohl Schokoladenunternehmen seit Jahren mehr Nachhaltigkeit versprechen, hat sich die Situation der Kakaobauern und -bäuerinnen kaum verbessert. Zu diesem schockierenden Ergebnis kommt das Kakaobarometer 2018, das von einem zivilgesellschaftlichen Konsortium veröffentlicht wurde. Das Wort „Nachhaltigkeit“ ist in der Schokoladenindustrie seit einigen Jahren in aller Munde. Alle großen Schokoladenunternehmen haben mittlerweile eigene Nachhaltigkeitsprogramme, viele der großen Hersteller haben sich zudem dazu bekannt, mittelfristig zu 100 Prozent zertifizierten Kakao für ihre Schokolade zu verwenden. Das neue Kakaobarometer belegt jedoch: Die bisherigen Anstrengungen der Unternehmen reichen bei weitem nicht aus, um die strukturellen Probleme im Kakaosektor zu lösen. Insbesondere durch den dramatischen Verfall des Kakaopreises zwischen September 2016 und Februar 2017 hat die Armut vieler Bauern und Bäuerinnen sogar zugenommen. In der Elfenbeinküste reduzierte sich deren Einkommen aus dem Kakaoanbau innerhalb eines Jahres um 30-40%. Während die Bäuerinnen und Bauern besonders anfällig für Preisschwankungen sind, profitierten andere Akteure in der Wertschöpfungskette sogar von der Kakaopreiskrise. Ein Hauptgrund für den Preisverfall war ein Überangebot an Kakao auf dem Markt infolge einer Rekordernte in der Elfenbeinküste. Von einem existenzsichernden Einkommen sind Kakaobäuerinnen und –bauern in Westafrika nach wie vor weit entfernt. Eine neue Studie von Fairtrade kommt zu dem Ergebnis, dass selbst zertifizierte Bauern in der Elfenbeinküste im Durchschnitt nur 37 Prozent eines existenzsichernden Einkommens verdienen. Mit anderen Worten: Das Einkommen müsste sich fast verdreifachen. 77 Prozent der zertifizierten Bauern und Bäuerinnen leben unterhalb der Armutsgrenze. Das Kakaobarometer kritisiert deshalb, dass Zertifizierung allein die Probleme im Kakaosektor nicht lösen wird. Zwar tragen die verschiedenen Zertifizierungssysteme zu einer leichten Verbesserung der Einkommenssituation bei, bleiben aber insgesamt deutlich hinter dem Anspruch zurück, die Bauern langfristig aus der Armut zu befreien. Die Konkurrenz zwischen verschiedenen Standards erschwert zudem die dringend nötige Erhöhung von Mindestpreisen und Prämien auf ein angemessenes Niveau, da Schokoladenhersteller und Supermärkte häufig das billigste Siegel wählen. Das Kakaobarometer fordert, dass existenzsichernde Einkommen eine Kernanforderung jedes Zertifizierungssystems werden müssen. Bei der Kinderarbeit hat es in den letzten Jahren zwar einen relativen Rückgang gegeben, die absolute Zahl der arbeitenden Kinder ist jedoch gestiegen (u.a. aufgrund einer Ausweitung des Kakaoanbaus) – auf rund 2,1 Millionen in der Elfenbeinküste und Ghana. Durch den Preisverfall seit Ende 2016 hat das Risiko der Kinderarbeit zugenommen. Die Schokoladenindustrie ist im Moment meilenweit davon entfernt, ihr Versprechen einzulösen, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2020 um 70 Prozent zu reduzieren. Die Ausweitung des Kakaoanbaus hat zudem zu massiver Regenwaldzerstörung geführt, wie ein Bericht der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation Mighty Earth im vergangenen Herbst aufzeigte. Zwischen 30 und 40 Prozent des Kakaos in der Elfenbeinküste wird illegal in Naturschutzgebieten angebaut. Grund hierfür ist einerseits die mangelnde Durchsetzung des Umweltrechts durch staatliche Behörden, andererseits haben auch die großen Schokoladenhersteller jahrelang vor dem Problem die Augen verschlossen. Das Kakaobarometer kommt deshalb zu dem Schluss: „Die Bemühungen des Kakaosektors, die Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Gemeinden zu verbessern und die Umwelt zu schützen, haben in den letzten Jahren nicht zu wesentlichen Verbesserungen geführt. Die bisherigen Ansätze werden den Dimensionen des Problems nicht annährend gerecht.“ Die zentralen Forderungen des Kakaobarometers an die Schokoladenindustrie lauten:
  • Schokoladenunternehmen sollen sich zu existenzsichernden Einkommen als Grundvoraussetzung für Nachhaltigkeit bekennen.
  • Nachhaltigkeitsprogramme sollten weniger auf eine Steigerung der Kakaoerträge, sondern stärker auf die Einkommenssituation der Bauern und Bäuerinnen fokussieren
  • Wo nötig, sollten die Unternehmen kurzfristig höhere Kakaopreise zahlen, bis längerfristige Lösungen für das Preisproblem gefunden wurden
  • Unternehmen sollten transparent über die Wirkungen ihrer Nachhaltigkeitsprojekte berichten
Von den Regierungen der Kakaokonsumländer fordert das Barometer:
  • Die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht von Unternehmen gesetzlich zu regeln
  • Maßnahmen gegen die zunehmende Marktkonzentration und das daraus resultierende Machtungleichgewicht zu Ungunsten der Kakaobauern und –bäuerinnen zu ergreifen
  • Das Wettbewerbsrecht so zu verändern, dass Diskussionen über eine faire Preisgestaltung möglich werden
Von den Regierungen der Kakaoanbauländer fordert das Barometer:
  • Mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht hinsichtlich der Steuereinnahmen und Investitionen im Kakaosektor
  • Den Schutz der Wälder zu gewährleisten und illegal abgeholzte Wälder wieder aufzuforsten
  • Eine ganzheitliche Landwirtschaftspolitik, die die Kakaobauern und –bäuerinnen auch beim Umstieg auf andere Agrarprodukte unterstützt
  • Eine Abstimmung der Kakaopolitik zwischen den wichtigsten Anbauländern, unter anderem um ein Kakaoüberangebot auf dem Markt zu vermeiden
Weitere Informationen Zusammenfassung des Kakaobarometers (auf Englisch) Das vollständige Kakaobarometer (auf Englisch) Das Kakao-Barometer erscheint alle zwei Jahre und bietet eine Übersicht über Nachhaltigkeitsinitiativen im Kakaosektor. Es wird von einem Konsortium von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften publiziert. Diesem gehören neben dem INKOTA-netzwerk folgende Organisationen an: FNV Mondiaal (NL), Hivos (NL), Solidaridad (NL), FNV (NL), Oxfam Wereldwinkels (BE), Public Eye (CH), Stop the Traffik (AUS), ABVV - FGTB HORVAL (BE), Green America (US), International Labor Rights Forum (US) und das Südwind-Institut (DE).
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Erdüberlastungstag für Deutschland

1. Mai 2018 - 14:51
Am 2. Mai ist der deutsche Erdüberlastungstag 2018. Wäre der Ressourcenverbrauch der Weltbevölkerung so groß wie in Deutschland, dann hätten wir schon heute die regenerierbaren Ressourcen verbraucht, die uns für das gesamte Jahr zur Verfügung stehen. Um unseren Verbrauch zu decken, bräuchten wir dann rechnerisch drei Erden. Die Menschen in Deutschland leben ab dem 2. Mai daher auf Kosten kommender Generationen und der Menschen im globalen Süden, die deutlich weniger verbrauchen, aber stärker von den ökologischen Folgen betroffen sind. Neben den viel zu hohen Emissionen aus der Energieversorgung und dem Verkehr sind der enorme Flächenbedarf für die Fleischproduktion sowie die Überlastung der Böden durch den Düngemitteleinsatz in der industriellen Landwirtschaft zentrale Faktoren, die unseren Planeten überfordern. Auch die geplante Fusion der Agrarkonzerne Bayer und Monsanto zementiert das klimaschädliche Modell der industriellen Landwirtschaft. Durch den Einsatz von Stickstoffdünger, die Flächenumwandlung in Monokulturen und den enormen Energieaufwand wird der Klimawandel angeheizt und die Artenvielfalt zerstört. Die Stimme gegen das Glyphosat-Verbot im vergangenen Jahr belegt den industriefreundlichen Kurs der deutschen Agrarpolitik. Der deutsche Erdüberlastungstag verdeutlicht die ökologischen Grenzen des Planeten und zeigt, wie immens diese in Industrienationen wie Deutschland überschritten werden. Zum Vergleich: Bei einem weltweiten Ressourcenverbrauch wie heute in den USA bräuchten wir fünf Erden, bei einem wie in China 2,2, wie in Frankreich 2,8 und in Großbritannien 2,9 Erden. Die gesamte Weltbevölkerung bräuchte 1,7 Erden, um den globalen Bedarf an natürlichen Rohstoffen wie Ackerland und Wäldern nachhaltig zu decken. Der globale Erdüberlastungstag wird im August erwartet. Weitere Informationen: INKOTA-Seite zum Erdüberlastungstag Factsheet „Too big to fail“ zu Großfusionen im Agrarbereich „Der Allesvernichter“ - Beitrag zum Thema Glyphosat im Südlink 183
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Protest zur Weltkakaokonferenz: Macht Schokolade endlich fair!

25. April 2018 - 10:53
Obwohl Schokoladenunternehmen seit Jahren mehr Nachhaltigkeit versprechen, sind Armut und Kinderarbeit im Kakaoanbau noch immer an der Tagesordnung. Deshalb protestierte INKOTA zusammen mit über 100 Kindern, AktivistInnen und einer menschengroßen Schokoladentafel anlässlich der 4. Weltkakaokonferenz in Berlin. Schokolade ist erst dann wirklich nachhaltig, wenn Kakaobauern und -bäuerinnen in Westafrika über ein Einkommen verfügen, das ihnen ein Leben in Würde ermöglicht. Davon sind wir aktuell weiter entfernt als die Anbauländer vom Tagungsort. Sandra Kwabea Sarkwah von der ghanaischen INKOTA-Partnerorgansiation SEND-Ghana betonte auf der Kundgebung direkt vor dem Tagungsort der Kakaokonferenz: „Es wird Zeit, dass die Bauern endlich ein existenzsicherndes Einkommen erhalten.“ Sandra Kwabea Sarkwah von der Nichtregierungsorganisation SEND-Ghana (Mitte vorn) auf der Kundgebung vor der Weltkakokonferenz. (c) Fritz Schadow/INKOTA Das Einkommen der Kakaobauern und -bäuerinnen in der Elfenbeinküste müsste sich etwa verdreifachen, um existenzsichernd zu sein, analysiert das neue Kakaobarometer. Das Barometer kritisiert außerdem, dass die bisherigen Bemühungen der Schokoladenindustrie bei weitem nicht ausreichen, um die Probleme im Kakaoanbau zu lösen. Unternehmen und Politik dürfen nicht länger nur darauf setzen, die Erträge der Bauern zu steigern. Wir brauchen bei dieser Weltkakaokonferenz endlich eine Debatte über höhere Kakaopreise. Protest vor dem Tagungsort der 4. Weltkakaokonferenz in Berlin. (c) Fritz Schadow/INKOTA Zu fairer Schokolade gehört zwingend die Wahrung der Menschen- und Arbeitsrechte entlang der gesamten Kakao-Wertschöpfungskette: Von der Kakaoplantage bis an die Supermarkt-Kasse. Für eine nachhaltige Verbesserung der Situation von Kakaobäuerinnen und -bauern sind gesetzliche Regelungen zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht erforderlich. Kinder und Jugendliche fordern Schritte gegen Kinderarbeit beim Kakaoanbau. (c) Fritz Schadow/INKOTA Über 100 Kinder aus sieben Schulen nahmen im Rahmen einer Sternfahrt für Kinderrechte der Initiative „SchokoFair – Stoppt Kinderarbeit!“ an dem Protest teil. Damit Menschenrechte im Kakaoanbau nicht länger mit Füßen getreten werden, fordert SchokoFair von der Bundesregierung einen Schoko-TÜV als Gesetz und die Begrenzung von Spekulationen mit Nahrungsmitteln an der Börse. Zu dem Protest aufgerufen hatten neben INKOTA die Initiative SchokoFair – Stoppt Kinderarbeit!, das Forum Fairer Handel und Stop The Traffik Deutschland. Weitere Informationen Tagesschau-Bericht über die Protestaktion Über die Arbeit der INKOTA-Partnerorgansiation SEND Ghana für faire Kakaopreise Über die Kampagne Make Chocolate Fair! von INKOTA
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Ausnahmezustand in Nicaragua

24. April 2018 - 21:54
Seit Nicaraguas Regierung am 16.04. Einschnitte in das Sozialsystem verkündete, die unter anderem Senkungen der Renten und eine Erhöhung der Beiträge von Arbeitgeber und -nehmerInnen beinhaltete, herrscht in dem zentralamerikanischen Land Ausnahmezustand. INKOTAs PartnerInnen vor Ort schildern, wie sie die Situation erleben. Tagelange Proteste waren die Reaktion der Bevökerung auf die angekündigkten "Reformen". Sie wurden von der Polizei und der Sandinistischen Jugend blutig niedergeschlagen. DemonstrantInnen verbarrikadierten sich, Bürgermeistereien wurden in Brand gesetzt, es kam zu Straßenschlachten und Plünderungen. Die Situation eskalierte. Zahlreiche Menschen wurden verhaftet, verletzt oder gelten als vermisst. Unter den bisher ca. 30 Todesopfern finden sich vor allem junge Studierende aus den größeren Städten (Managua, Masaya, Estelí), zwei Polizisten sowie ein Journalist. Eine Woche nach der Ankündigung hat Präsident Ortega die Reformpläne zwar zurückgenommen und Dialogbereitschaft bekundet und eine Massendemonstration am Montag verlief größten Teils friedlich. Doch wie es jetzt weitergeht, ist völlig unklar. Glücklicherweise geht es INKOTAs PartnerInnen in Nicaragua den Umständen entsprechend gut. Sie berichteten uns, wie sie die Situation erleben: „Uns allen hier geht es gut, bisher sind wir physisch nicht betroffen, aber emotional sind wir am Boden zerstört. Wir hoffen, bald eine effektive Lösung für diese schreckliche Situation zu finden, die unser schönes Nicaragua erschüttert hat. […] Die Lage war sehr angespannt, es wurde viel zerstört und die Polizei hat die DemonstrantInnen unterdrückt und viele Menschen wurden verletzt. Wir hoffen, dass sich die Lage in den nächsten Tagen verbessern wird, die Reformen des Sozialsystems wurden bereits aufgehoben, aber die Situation in einigen Teilen Managuas ist immer noch sehr schwierig und in einigen Departments hat sie sich noch nicht normalisiert, da es so viele Tote und Verletzte gab. Präsident Ortegas Diskurs ist unheilvoll, er beschuldigt das Volk für die Gewalt. Es wird noch weitere landesweite Demonstrationen geben.” - Tamara García von unserer Partnerorganisation APADEIM.
„Bei diesem Kampf geht es um Prinzipien und Ideale, er ist für eine gerechte Sache, für unsere Rechte und für ein wirkliches Gemeinwohl.“ „Tatsächlich ist es eine sehr ernste Situation, und das Schlimmste ist, dass es keinen Ausweg gibt, weil die Regierung nicht die notwendigen Voraussetzungen für einen integrativen Dialog schafft. Es gibt täglich neue Todesopfer und Verletzte. […] Die Bevölkerung ist dabei Lebensmittelvorräte anzulegen, falls die Situation länger andauern wird. So war der Lebensmitteltransport in den letzten Tagen komplett eingebrochen. […] Wir hoffen, dass letztendlich ein Dialog geführt wird und sich positive Antworten finden, die den Frieden und die Ruhe unseres Landes wiederherstellen“.  - David López und Mertxe Brosa von unserer Partnerorganisation Xochilt Acalt.

„Die Regierung appellierte für friedliche Proteste, hob das Dekret auf, welches die Proteste ausgelöst hatte, und rief zum Dialog auf. Nun hoffen wir, dass dieser Dialog stattfinden wird und dass die Protestierenden und die Regierung sich der Notwendigkeit von Frieden bewusstwerden, in diesem Land in dem es so schwer war den Frieden herzustellen und wo es in den letzten 10 Jahren so viele Erfolge gegeben hat.“-
Marcia Aviles von unserer Partnerorganisation Odesar.  Wir sind mit unseren PartnerInnen in ständigem Austausch. Unsere Gedanken und   guten Wünsche sind bei Ihnen. Weitere Informationen Über die Arbeit von INKOTAs ParterInnen in Nicaragua
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Der Countdown läuft – Jetzt für die SPITZE NADEL bewerben!

23. April 2018 - 17:00
Der Countdown läuft – Noch bis 30. April habt Ihr Zeit Euch für die SPITZE NADEL zu bewerben! Der Preis würdigt Engagement gegen die dunkle Seite der Modeindustrie mit einem Preisgeld von 10.000 Euro. Direkt zur Bewerbung Ihr habt Euch für Menschenwürde bei der Arbeit engagiert und mit spitzen und innovativen Aktionen auf die Missstände in der Modebranche aufmerksam gemacht? Dann bewerbt Euch noch bis zum 30. April 2018 für den Aktionspreis SPITZE NADEL. Denn auch in diesem Jahr würdigen INKOTA und cum ratione wieder besonders wirksame Aktionen gegen die dunkle Seite der Modeindustrie. Aktionen und öffentlicher Druck können eine Menge bewirken – dies zeigt das Beispiel Rana Plaza. Öffentliche Proteste haben dazu beigetragen, dass das verbindliche Abkommen für Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch nach dem Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudekomplexes auf den Weg gebracht wurde. Am 24. April jährt sich der Einsturz von Rana Plaza mit 1.138 Toten und über 2.000 Verletzten zum fünften Mal. Solche Katastrophen dürfen sich nicht wiederholen! Deswegen verleihen INKOTA und cum ratione die SPITZE NADEL für Aktionen, die sich gegen die dunkle Seite der Modeindustrie engagieren. Der Preis soll Aktionsgruppen und Menschen in Deutschland motivieren, gegen die kritikwürdigen Zustände aktiv zu werden. Wer kann sich bewerben? Für die SPITZE NADEL 2018 können sich alle Gruppen bewerben, die sich mit Aktionen für Menschenrechte und menschenwürdige Arbeit in der Fashion-Industrie einsetzen. Es können Aktionen eingereicht werden, die im Zeitraum vom 1. Mai 2017 bis 30. April 2018 stattgefunden haben. Also bewerbt euch bis zum 30. April 2018 mit eurer Aktion! Bereits zum dritten Mal verleihen wir den mit 10.000 Euro dotierten Preis SPITZE NADEL und würdigen damit aufsehenerregende Aktionen, die auf die Missstände in der Textil-, Schuh- und Lederindustrie aufmerksam machen und sich für die Menschenrechte bei der Arbeit stark machen. 2017 ging der Aktionspreis an die Weltläden der Region Iller-Lech und an den H&M-Gesamtbetriebsrat Deutschland.
Hier findet ihr alle Aktionen aus der letzten Runde Also seid dabei und macht euch stark für eine faire Modeindustrie!

Hier findet ihr alle Infos zur SPITZEN NADEL und zur Bewerbung
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Sklavenfreie und faire Schokolade jetzt

23. April 2018 - 16:53
Was bringt die Weltkakaokonferenz? Am 25. April wissen wir es. Mit Gästen aus Ghana und Australien ziehen wir Bilanz. Und wir diskutieren, was passieren muss, damit Schokolade endlich fair wird. Diskutieren Sie mit! Anlässlich der 4. Weltkakaokonferenz laden Stop The Traffik Deutschland und das INKOTA-netzwerk am Mittwoch, den 25. April um 19 Uhr zu einer Veranstaltung ein. Wir diskutieren mit Gästen aus Ghana und Australien über die Frage: Was muss passieren, damit Schokolade endlich fair wird? Wir werden eine kritische Bilanz der Weltkakaokonferenz ziehen und deren Ergebnisse bewerten. Als besonderes Bonbon wird es zudem ein „Schoko-Tasting“ geben -  also eine Verkostung von Schokolade. Natürlich mit zertifizierter Schokolade.
  • Was: Veranstaltung „Sklavenfreie und faire Schokolade jetzt“
  • Wann: Mittwoch, 25. April um 19 Uhr
  • Wo: Kulturschöpfer (Grünberger Str. 13, 10243 Berlin)
An der Diskussion nehmen teil:
  • Sandra Kawabe von der Nichtregierungsorganisation SEND-Ghana wird einen Einblick in die Situation ghanaischer Kakaobauern und -bäuerinnen geben und berichten, was ihre Organisation vor Ort unternimmt, um die Bauern und Bäuerinnen zu stärken.
  • Fuzz Kitto, Geschäftsführer von Stop The Traffik Australia, wird von seinen Erfahrungen im Kampf gegen Kinderarbeit und Kinderhandel im Kakaoanbau berichten.
  • Johannes Schorling vom INKOTA-Netzwerk wird einen Einblick in die aktuelle Nachhaltigkeitsdebatte in der Schokoladenindustrie geben und die Ergebnisse des neuen Kakaobarometers präsentieren.
Moderation: Claudia Speetzen (Stop The Traffik Deutschland) Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt, für Übersetzung in beide Sprachen wird gesorgt. Zum Facebook-Event der Veranstaltung
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Speisekino: "Code of Survival"

23. April 2018 - 15:33
Am 25. Mai zeigt INKOTA in Kooperation mit Oikocredit und dem Zentrum für Kunst und Urbanistik den Film „Code of Survival – Die Geschichte vom Ende der Gentechnik“. Nach dem Film widmen sich der Regisseur Bertram Verhaag, INKOTA-Referentin Lena Michelsen und Karl Hildebrandt von Oikocredit der Frage nach der Zukunft der globalen Landwirtschaft vor dem Hintergrund aktueller Megafusionen.
  • Wann: Freitag, 25. Mai 2018. Essen ab 19:00 Uhr, Film ab 20:30 Uhr
  • Wo: Zentrum für Kunst und Urbanistik, Siemensstraße 27, 10551 Berlin
  • Eintritt: frei, Essen: 10 Euro
Essensreservierungen bitte bis zum Vorabend via Mail an speisekino@zku-berlin.org (Filmtitel dazu angeben).

Informationen zum Film Der Film "Code of Survival - Die Geschichte vom Ende der Gentechnik" von Bertram Verhaag macht Hoffnung. Für seine erhellende Umweltdokumentation befragte der Regisseur LandwirtInnen rund um den Globus. Vor allem drei Projekte liegen ihm am Herzen, denn sie beweisen, wie Landwirtschaft ohne chemische Mittel funktionieren kann: die indische Teeplantage Ambootia in Darjeeling am Fuße des Himalayas, die biologische Farm Sekem des alternativen Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish, die seit vierzig Jahren mitten in der Wüste existiert, sowie der Biohof des bayrischen Bauern Franz Aunkofer. Weitere Informationen Factsheet „Too big to fail“ zur Fusionswelle im Agrarbereich

Diese Aktivität wird gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für den Inhalt der Aktivität ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt des/der Zuwendungsgeber wieder.

   

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Die Ideen sprudelten

22. April 2018 - 17:12
Informieren, austauschen und Ideen entwickeln, die aufrütteln! – Das war das Motto unseres Change Your Shoes-Aktionsworkshops 2018 in Berlin Wannsee. In einem Design Sprint haben wir viele neue Ideen für Bildungsmaterialien entwickelt, die auf die Missstände in der Schuh- und Lederproduktion aufmerksam machen. Danke an alle TeilnehmerInnen für eurer Engagement und eure Kreativität! Ausgangspunkt des Workshops waren unsere Change Your Shoes-Studien zu den Bedingungen in der indischen Schuh- und Lederproduktion. Die Studien haben gezeigt, dass die Gerbereiindustrie für eine enorme Umweltverschmutzung sorgt, Arbeitsrechte verletzt werden, die Löhne der ArbeiterInnen nicht zum Leben reichen und Gewerkschaften kaum vorhanden sind. Dies sind untragbare Zustände! Deshalb ist ein Umdenken notwendig – bei Unternehmen, der Politik, aber auch bei den KonsumentInnen. Und das Aufrütteln der KonsumentInnen haben wir uns zum Ziel des Aktionsworkshops gesetzt und uns gemeinsam gefragt: Wie können wir auf die Missstände in der Schuh- und Lederbranche aufmerksam machen? Wie können wir durch Bildungsmaterialien die NutzerInnen motivieren sich Gedanken über die Herkunft ihrer Schuhe zu machen? Und dafür haben wir am Samstag einige originelle Ideen entwickelt. In einem Design Sprint, der durch das Education Innovation Lab angeleitet wurde, haben wir in kleinen Gruppen die verschiedenen Phasen eines Design Thinking Prozesses durchlaufen und unserer Kreativität freien Lauf gelassen. Ausgehend vom Verstehen der Herausforderung, über das Beobachten und das Definieren der Sichtweisen sind wir am Ende zu vielen konkreten Ideen für Bildungsmaterialien gekommen. Darunter sind zum Beispiel eine Stadtrallye zum Thema Leder und Schuhe, Black Stories, ein interaktives Spiel zum Weg des Schuhs, ein Start-Up Game zur Gründung einer nachhaltigen Schuhfirma und ein Podcast „Bildung to go“. Das Highlight war dann die Prototypen der Materialen am Sonntag. Dort bekamen die Ideen Form und Farbe. Wir halten Euch auf dem Laufenden, wie aus den großartigen Ideen fertige und einsatzbereite Materialien werden! Weitere Informationen Über die Kampange Change Your Shoes
Factsheet: Auf leisen Sohlen. Wie Banken klammheimlich Menschenrechtsstandards und Umweltnormen bei der Schuhherstellung übergehen
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Tag des kleinbäuerlichen Widerstands 2018: Vor der brasilianischen Botschaft für Kleinbauernrechte und ein Ende der Kriminalisierung sozialer Bewegungen

19. April 2018 - 12:50
Sprüche wie „Mit Via Campesina für Agrarreformen“ oder „Rechte von Bauern und Bäuerinnen stärken. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft ernährt die Welt“ flatterten auf Spruchbändern vor der brasilianischen Botschaft im Wind. Die rund 20 AktivistInnen von INKOTA und einigen weiteren Organisationen forderten die Stärkung der Kleinbauernrechte. Gemeinsam mit zwei VertreterInnen der brasilianischen Landlosenbewegung MST wurde ein Ende der Kriminalisierung sozialer Bewegungen in Brasilien verlangt. Anlass war der Tag des kleinbäuerlichen Widerstands, der seit nunmehr 22 Jahren jedes Jahr am 17. April zelebriert wird. Oft werden die Rechte der circa zwei Milliarden Kleinbauern und -bäuerinnen und anderer ländlicher Bevölkerungsgruppen verletzt und ihre Lebensgrundlagen bedroht. Der aktuelle internationale Rechtsrahmen reicht nicht aus, um Kleinbauern und -bäuerinnen zu schützen. Um ihre Rechte zu stärken, setzt sich INKOTA gemeinsam mit weiteren Organisationen für eine Erklärung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen ein, die bereits existierende Menschenrechte so ergänzt, dass sie angemessen auf die spezifischen Bedürfnisse und Lebenssituationen ländlicher Bevölkerungsgruppen ausgerichtet sind. „Die EU weigert sich, grundlegende Rechte von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen anzuerkennen. Das muss sich ändern“, forderte Lena Michelsen von INKOTA bei der Kundgebung. Während auf internationaler Ebene um eine Anerkennung von Rechten von Bäuerinnen und Bauern und die Verankerung des Rechts auf Saatgut, Land und Anderem gerungen wird, sind in Brasilien die Entwicklungen gegenläufig. Wolfgang Hees vom Freundschaftsverein der brasilianischen Landlosenbewegung sagte vor der Botschaft dazu: „Mit der politischen Neuausrichtung Brasiliens seit dem parlamentarischen Putsch gegen Präsidentin Dilma Rousseff 2016 haben sich die Konfliktlagen in Brasilien verschärft. Unter der amtierenden Regierung von Präsident Temer werden Programme zur Kleinbauernförderung und Agrarreform gekürzt oder ganz eingestampft.“ Nach Angaben von ExpertInnen droht das Land in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen wieder auf die Welthungerkarte des World Food Programms zurückzukehren. Soziale Bewegungen werden diskriminiert, Umwelt- und MenschenrechtsaktivistInnen wie Kleinbauern und -bäuerinnen massiv bedroht, oppositionelle PolitikerInnen ermordet. Allein 2017 gab es auf Grund von Landkonflikten 65 Morde.
DemonstrantInnen vor der Brasilianischen
Botschaft fordern „Rechte von Bauern und
Bäuerinnen stärken. Die kleinbäuerliche
Landwirtschaft ernährt die Welt.“
Foto: Nils Brock
Ceres Antunes Hadich und Matheus Assunção von MST wiesen darauf hin, dass es Alternativen zum herrschenden Agrarmodell gibt. Alleine durch ihre Methode der Landbesetzung haben in den letzten Jahren 500.000 Familien Zugang zu Land erhalten, die einen erheblichen Beitrag für die Ernährungssouveränität des Landes leisten. In den vergangenen Jahren konnte die MST eine Agrarpolitik befördern, die sich auch an den familiären landwirtschaftlichen Betrieben und agrarökologischem Landbau ausrichtet. Diese Fortschritte müssen nun verteidigt werden. Der Gedenktag des kleinbäuerlichen Widerstands wird getragen vom weltweiten Netzwerk La Via Campesina und geht auf ein Massaker am 17.4.1996 im brasilianischen Eldorado dos Carajás zurück, bei dem 19 Landlose der Bewegung der Landlosen MST gefoltert und erschossen wurden. Weitere Informationen Zivilgesellschaftliches Positionspapier, April 2018 INKOTA-Arbeitsbereich Landwirtschaft und Welternährung Zur Kundgebung aufgerufen hatten: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW), Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), FIAN Deutschland e.V., Freundschaftsverein der Landlosenbewegung MST in Deutschland, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL), FreundInnen des 17. April, INKOTA-netzwerk e.V., treemedia e.V.
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Der Countdown läuft – Jetzt für die SPITZE NADEL bewerben!

18. April 2018 - 17:00
Der Countdown läuft – Noch bis 30. April habt Ihr Zeit Euch für die SPITZE NADEL zu bewerben! Der Preis würdigt Engagement gegen die dunkle Seite der Modeindustrie mit einem Preisgeld von 10.000 Euro. Ihr habt Euch für Menschenwürde bei der Arbeit engagiert und mit spitzen und innovativen Aktionen auf die Missstände in der Modebranche aufmerksam gemacht? Dann bewerbt Euch noch bis zum 30. April 2018 für den Aktionspreis SPITZE NADEL. Denn auch in diesem Jahr würdigen INKOTA und cum ratione wieder besonders wirksame Aktionen gegen die dunkle Seite der Modeindustrie. Aktionen und öffentlicher Druck können eine Menge bewirken – dies zeigt das Beispiel Rana Plaza. Öffentliche Proteste haben dazu beigetragen, dass das verbindliche Abkommen für Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch nach dem Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudekomplexes auf den Weg gebracht wurde. Am 24. April jährt sich der Einsturz von Rana Plaza mit 1.138 Toten und über 2.000 Verletzten zum fünften Mal. Solche Katastrophen dürfen sich nicht wiederholen! Deswegen verleihen INKOTA und cum ratione die SPITZE NADEL für Aktionen, die sich gegen die dunkle Seite der Modeindustrie engagieren. Der Preis soll Aktionsgruppen und Menschen in Deutschland motivieren, gegen die kritikwürdigen Zustände aktiv zu werden. Wer kann sich bewerben? Für die SPITZE NADEL 2018 können sich alle Gruppen bewerben, die sich mit Aktionen für Menschenrechte und menschenwürdige Arbeit in der Fashion-Industrie einsetzen. Es können Aktionen eingereicht werden, die im Zeitraum vom 1. Mai 2017 bis 30. April 2018 stattgefunden haben. Also bewerbt euch bis zum 30. April 2018 mit eurer Aktion! Bereits zum dritten Mal verleihen wir den mit 10.000 Euro dotierten Preis SPITZE NADEL und würdigen damit aufsehenerregende Aktionen, die auf die Missstände in der Textil-, Schuh- und Lederindustrie aufmerksam machen und sich für die Menschenrechte bei der Arbeit stark machen. 2017 ging der Aktionspreis an die Weltläden der Region Iller-Lech und an den H&M-Gesamtbetriebsrat Deutschland.
Hier findet ihr alle Aktionen aus der letzten Runde Also seid dabei und macht euch stark für eine faire Modeindustrie!

Hier findet ihr alle Infos zur SPITZEN NADEL und zur Bewerbung
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