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Aktualisiert: vor 10 Stunden 4 Minuten

#unteilbar: Aufruf zur Demonstration

14. September 2018 - 18:59
Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung! Es findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig. Was gestern noch undenkbar war und als unsagbar galt, ist kurz darauf Realität. Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt. Deshalb ist INKOTA einer der Erstunterzeichner dieses Appells und ruft in einem breite Bündnis zur Demonstration am 13. Oktober in Berlin auf.
  • Was: Demonstration mit Musikprogramm und Abschlusskundgebung
  • Wann: Samstag, 13. Oktober 2018 – 13:00 Uhr
  • Wo: Berlin. Sobald der Startpunkt, die genaue Route und das Programm feststehen, werden wir hier, bei Facebook und auf Twitter darüber informieren.
Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden. Wir halten dagegen, wenn Grund- und Freiheitsrechte weiter eingeschränkt werden sollen. Das Sterben von Menschen auf der Flucht nach Europa darf nicht Teil unserer Normalität werden. Europa ist von einer nationalistischen Stimmung der Entsolidarisierung und Ausgrenzung erfasst. Kritik an diesen unmenschlichen Verhältnissen wird gezielt als realitätsfremd diffamiert. Während der Staat sogenannte Sicherheitsgesetze verschärft, die Überwachung ausbaut und so Stärke markiert, ist das Sozialsystem von Schwäche gekennzeichnet: Millionen leiden darunter, dass viel zu wenig investiert wird, etwa in Pflege, Gesundheit, Kinderbetreuung und Bildung. Unzählige Menschen werden jährlich aus ihren Wohnungen vertrieben. Die Umverteilung von unten nach oben wurde seit der Agenda 2010 massiv vorangetrieben. Steuerlich begünstigte Milliardengewinne der Wirtschaft stehen einem der größten Niedriglohnsektoren Europas und der Verarmung benachteiligter Menschen gegenüber. Nicht mit uns – Wir halten dagegen! Wir treten für eine offene und solidarische Gesellschaft ein, in der Menschenrechte unteilbar, in der vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe selbstverständlich sind. Wir stellen uns gegen jegliche Form von Diskriminierung und Hetze. Gemeinsam treten wir antimuslimischem Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Antifeminismus und LGBTIQ*- Feindlichkeit entschieden entgegen. Wir sind jetzt schon viele, die sich einsetzen: Ob an den Außengrenzen Europas, ob vor Ort in Organisationen von Geflüchteten und in Willkommensinitiativen, ob in queer-feministischen, antirassistischen Bewegungen, in Migrant*innenorganisationen, in Gewerkschaften, in Verbänden, NGOs, Religionsgemeinschaften, Vereinen und Nachbarschaften, ob in dem Engagement gegen Wohnungsnot, Verdrängung, Pflegenotstand, gegen Überwachung und Gesetzesverschärfungen oder gegen die Entrechtung von Geflüchteten – an vielen Orten sind Menschen aktiv, die sich zur Wehr setzen gegen Diskriminierung, Kriminalisierung und Ausgrenzung. Gemeinsam werden wir die solidarische Gesellschaft sichtbar machen! Am 13. Oktober wird von Berlin ein klares Signal ausgehen. Weitere Informationen
Anreise zur Demonstration Webseite des #unteilbar-Bündnisses
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Kakao-Barometer 2018 warnt: Rezepte gegen Armut sind unzureichend

14. September 2018 - 16:55
Obwohl Schokoladenunternehmen seit Jahren mehr Nachhaltigkeit versprechen, hat sich die Situation der Kakaobauern und -bäuerinnen kaum verbessert. Zu diesem schockierenden Ergebnis kommt das Kakaobarometer 2018, das von einem zivilgesellschaftlichen Konsortium veröffentlicht wurde. Das Wort „Nachhaltigkeit“ ist in der Schokoladenindustrie seit einigen Jahren in aller Munde. Alle großen Schokoladenunternehmen haben mittlerweile eigene Nachhaltigkeitsprogramme, viele der großen Hersteller haben sich zudem dazu bekannt, mittelfristig zu 100 Prozent zertifizierten Kakao für ihre Schokolade zu verwenden. Das neue Kakaobarometer belegt jedoch: Die bisherigen Anstrengungen der Unternehmen reichen bei weitem nicht aus, um die strukturellen Probleme im Kakaosektor zu lösen. Insbesondere durch den dramatischen Verfall des Kakaopreises zwischen September 2016 und Februar 2017 hat die Armut vieler Bauern und Bäuerinnen sogar zugenommen. In der Elfenbeinküste reduzierte sich deren Einkommen aus dem Kakaoanbau innerhalb eines Jahres um 30-40%. Während die Bäuerinnen und Bauern besonders anfällig für Preisschwankungen sind, profitierten andere Akteure in der Wertschöpfungskette sogar von der Kakaopreiskrise. Ein Hauptgrund für den Preisverfall war ein Überangebot an Kakao auf dem Markt infolge einer Rekordernte in der Elfenbeinküste. Von einem existenzsichernden Einkommen sind Kakaobäuerinnen und –bauern in Westafrika nach wie vor weit entfernt. Eine neue Studie von Fairtrade kommt zu dem Ergebnis, dass selbst zertifizierte Bauern in der Elfenbeinküste im Durchschnitt nur 37 Prozent eines existenzsichernden Einkommens verdienen. Mit anderen Worten: Das Einkommen müsste sich fast verdreifachen. 77 Prozent der zertifizierten Bauern und Bäuerinnen leben unterhalb der Armutsgrenze. Das Kakaobarometer kritisiert deshalb, dass Zertifizierung allein die Probleme im Kakaosektor nicht lösen wird. Zwar tragen die verschiedenen Zertifizierungssysteme zu einer leichten Verbesserung der Einkommenssituation bei, bleiben aber insgesamt deutlich hinter dem Anspruch zurück, die Bauern langfristig aus der Armut zu befreien. Die Konkurrenz zwischen verschiedenen Standards erschwert zudem die dringend nötige Erhöhung von Mindestpreisen und Prämien auf ein angemessenes Niveau, da Schokoladenhersteller und Supermärkte häufig das billigste Siegel wählen. Das Kakaobarometer fordert, dass existenzsichernde Einkommen eine Kernanforderung jedes Zertifizierungssystems werden müssen. Bei der Kinderarbeit hat es in den letzten Jahren zwar einen relativen Rückgang gegeben, die absolute Zahl der arbeitenden Kinder ist jedoch gestiegen (u.a. aufgrund einer Ausweitung des Kakaoanbaus) – auf rund 2,1 Millionen in der Elfenbeinküste und Ghana. Durch den Preisverfall seit Ende 2016 hat das Risiko der Kinderarbeit zugenommen. Die Schokoladenindustrie ist im Moment meilenweit davon entfernt, ihr Versprechen einzulösen, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2020 um 70 Prozent zu reduzieren. Die Ausweitung des Kakaoanbaus hat zudem zu massiver Regenwaldzerstörung geführt, wie ein Bericht der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation Mighty Earth im vergangenen Herbst aufzeigte. Zwischen 30 und 40 Prozent des Kakaos in der Elfenbeinküste wird illegal in Naturschutzgebieten angebaut. Grund hierfür ist einerseits die mangelnde Durchsetzung des Umweltrechts durch staatliche Behörden, andererseits haben auch die großen Schokoladenhersteller jahrelang vor dem Problem die Augen verschlossen. Das Kakaobarometer kommt deshalb zu dem Schluss: „Die Bemühungen des Kakaosektors, die Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Gemeinden zu verbessern und die Umwelt zu schützen, haben in den letzten Jahren nicht zu wesentlichen Verbesserungen geführt. Die bisherigen Ansätze werden den Dimensionen des Problems nicht annährend gerecht.“ Die zentralen Forderungen des Kakaobarometers an die Schokoladenindustrie lauten:
  • Schokoladenunternehmen sollen sich zu existenzsichernden Einkommen als Grundvoraussetzung für Nachhaltigkeit bekennen.
  • Nachhaltigkeitsprogramme sollten weniger auf eine Steigerung der Kakaoerträge, sondern stärker auf die Einkommenssituation der Bauern und Bäuerinnen fokussieren
  • Wo nötig, sollten die Unternehmen kurzfristig höhere Kakaopreise zahlen, bis längerfristige Lösungen für das Preisproblem gefunden wurden
  • Unternehmen sollten transparent über die Wirkungen ihrer Nachhaltigkeitsprojekte berichten
Von den Regierungen der Kakaokonsumländer fordert das Barometer:
  • Die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht von Unternehmen gesetzlich zu regeln
  • Maßnahmen gegen die zunehmende Marktkonzentration und das daraus resultierende Machtungleichgewicht zu Ungunsten der Kakaobauern und –bäuerinnen zu ergreifen
  • Das Wettbewerbsrecht so zu verändern, dass Diskussionen über eine faire Preisgestaltung möglich werden
Von den Regierungen der Kakaoanbauländer fordert das Barometer:
  • Mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht hinsichtlich der Steuereinnahmen und Investitionen im Kakaosektor
  • Den Schutz der Wälder zu gewährleisten und illegal abgeholzte Wälder wieder aufzuforsten
  • Eine ganzheitliche Landwirtschaftspolitik, die die Kakaobauern und –bäuerinnen auch beim Umstieg auf andere Agrarprodukte unterstützt
  • Eine Abstimmung der Kakaopolitik zwischen den wichtigsten Anbauländern, unter anderem um ein Kakaoüberangebot auf dem Markt zu vermeiden
Weitere Informationen Kakao-Barometer 2018 Download oder bestellen Das Kakao-Barometergibt regelmäßig eine Übersicht über Nachhaltigkeitsinitiativen im Kakaosektor. Es wird von einem Konsortium von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften publiziert. Diesem gehören neben dem INKOTA-netzwerk folgende Organisationen an: FNV Mondiaal (NL), Hivos (NL), Solidaridad (NL), FNV (NL), Oxfam Wereldwinkels (BE), Public Eye (CH), Stop the Traffik (AUS), ABVV - FGTB HORVAL (BE), Green America (US), International Labor Rights Forum (US) und das Südwind-Institut (DE). Gefördert aus Mitteln von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für den Inhalt dieser Publikation ist allein das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt des Zuwendungsgebers wieder.
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Faire Woche: Ausstellung "Süß & Bitter" in Schwerin

11. September 2018 - 15:26
Auf Einladung der Aktionsgruppe Eine Welt e.V. Schwerin wird die INKOTA-Wanderausstellung „Süß & Bitter“ im Rahmen der Fairen Woche in Schwerin zu sehen sein. Vom 17. bis 28. September 2018 kann sie im Brunnenhof der Schweriner Höfe besichtigt werden. Die BesucherInnen können dort an fünf Stationen erfahren, ob Schokolade wirklich glücklich macht, und den Weg von der Kakaobohne zur Schokolade kennenlernen. Mit einem Mix aus Texttafeln, Fühl-, Video- und Hörstationen beantwortet die Ausstellung die wichtigsten Fragen rund um den süßen Genuss und die bittere Wahrheit über Schokolade. Doch die Ausstellung will nicht nur informieren, sondern auch aktivieren: Alle BesucherInnen können an einer Ausstellungswand ihre persönliche Botschaft an die Schokoladenunternehmen hinterlassen.
  • Was: INKOTA-Wanderausstellung „Süß & Bitter“
  • Wann: 17. bis 28. September 2018
  • Wo: Brunnenhof der Schweriner Höfe, Marienplatz 1-2, 19053 Schwerin
Die Eröffnung der Ausstellung durch den Schweriner Oberbürgermeister Rico Badenschier findet am Montag, den 17. September um 16 Uhr statt.

Lehrer*innen-Fortbildung am 17.9.2018 Im Anschluss an die Eröffnung der Austellung bietet der Weltladen Schwerin in Kooperation mit dem INKOTA-netzwerk am Montag, den 17. September von 17-19 Uhr die Lehrer*innen-Fortbildung „Süß & Bitter – Welthandel und Globalisierung am Beispiel Kakao (Hintergründe, Methoden, Materialien) an. Treffpunkt ist die Ausstellung im Brunnenhof. Den Pädagog*innen soll diese Fortbildung ermöglichen, sich selbstständig mit Schulklassen diese Ausstellung zu erarbeiten. Dazu wird die Ausstellung durch INKOTA-Referent Johannes Schorling erläutert und vertiefende Informationen zur Kakaoproduktion vermittelt. Außerdem wird Ralf Göttlicher, Bildungsreferent der Aktionsgruppe Eine Welt e.V. Schwerin (Trägerin des Weltladens Schwerin), Methoden und Materialien zur Vermittlung des Themas globaler Gerechtigkeit am Beispiel Schokolade vorstellen. Diese Fortbildung ist auch für Pädagog*innen geeignet, die nicht mit Schulklassen diese Ausstellung besichtigen werden, da die Inhalte und Methoden auch ohne die Ausstellung Anwendung finden können. Eine Anerkennung der Fortbildung durch das Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V) liegt vor. Eine Teilnahmebescheinigung des Weltladens Schwerin wird ausgestellt. Weitere Informationen Anmeldung zur Fortbildung Informationen zur Wanderausstellung „Süß & Bitter” der Kampagne Make Chocolate Fair!
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Kakao-Barometer 2018 warnt: Rezepte gegen Armut sind unzureichend

10. September 2018 - 16:55
Obwohl Schokoladenunternehmen seit Jahren mehr Nachhaltigkeit versprechen, hat sich die Situation der Kakaobauern und -bäuerinnen kaum verbessert. Zu diesem schockierenden Ergebnis kommt das Kakaobarometer 2018, das von einem zivilgesellschaftlichen Konsortium veröffentlicht wurde. Das Wort „Nachhaltigkeit“ ist in der Schokoladenindustrie seit einigen Jahren in aller Munde. Alle großen Schokoladenunternehmen haben mittlerweile eigene Nachhaltigkeitsprogramme, viele der großen Hersteller haben sich zudem dazu bekannt, mittelfristig zu 100 Prozent zertifizierten Kakao für ihre Schokolade zu verwenden. Das neue Kakaobarometer belegt jedoch: Die bisherigen Anstrengungen der Unternehmen reichen bei weitem nicht aus, um die strukturellen Probleme im Kakaosektor zu lösen. Insbesondere durch den dramatischen Verfall des Kakaopreises zwischen September 2016 und Februar 2017 hat die Armut vieler Bauern und Bäuerinnen sogar zugenommen. In der Elfenbeinküste reduzierte sich deren Einkommen aus dem Kakaoanbau innerhalb eines Jahres um 30-40%. Während die Bäuerinnen und Bauern besonders anfällig für Preisschwankungen sind, profitierten andere Akteure in der Wertschöpfungskette sogar von der Kakaopreiskrise. Ein Hauptgrund für den Preisverfall war ein Überangebot an Kakao auf dem Markt infolge einer Rekordernte in der Elfenbeinküste. Von einem existenzsichernden Einkommen sind Kakaobäuerinnen und –bauern in Westafrika nach wie vor weit entfernt. Eine neue Studie von Fairtrade kommt zu dem Ergebnis, dass selbst zertifizierte Bauern in der Elfenbeinküste im Durchschnitt nur 37 Prozent eines existenzsichernden Einkommens verdienen. Mit anderen Worten: Das Einkommen müsste sich fast verdreifachen. 77 Prozent der zertifizierten Bauern und Bäuerinnen leben unterhalb der Armutsgrenze. Das Kakaobarometer kritisiert deshalb, dass Zertifizierung allein die Probleme im Kakaosektor nicht lösen wird. Zwar tragen die verschiedenen Zertifizierungssysteme zu einer leichten Verbesserung der Einkommenssituation bei, bleiben aber insgesamt deutlich hinter dem Anspruch zurück, die Bauern langfristig aus der Armut zu befreien. Die Konkurrenz zwischen verschiedenen Standards erschwert zudem die dringend nötige Erhöhung von Mindestpreisen und Prämien auf ein angemessenes Niveau, da Schokoladenhersteller und Supermärkte häufig das billigste Siegel wählen. Das Kakaobarometer fordert, dass existenzsichernde Einkommen eine Kernanforderung jedes Zertifizierungssystems werden müssen. Bei der Kinderarbeit hat es in den letzten Jahren zwar einen relativen Rückgang gegeben, die absolute Zahl der arbeitenden Kinder ist jedoch gestiegen (u.a. aufgrund einer Ausweitung des Kakaoanbaus) – auf rund 2,1 Millionen in der Elfenbeinküste und Ghana. Durch den Preisverfall seit Ende 2016 hat das Risiko der Kinderarbeit zugenommen. Die Schokoladenindustrie ist im Moment meilenweit davon entfernt, ihr Versprechen einzulösen, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2020 um 70 Prozent zu reduzieren. Die Ausweitung des Kakaoanbaus hat zudem zu massiver Regenwaldzerstörung geführt, wie ein Bericht der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation Mighty Earth im vergangenen Herbst aufzeigte. Zwischen 30 und 40 Prozent des Kakaos in der Elfenbeinküste wird illegal in Naturschutzgebieten angebaut. Grund hierfür ist einerseits die mangelnde Durchsetzung des Umweltrechts durch staatliche Behörden, andererseits haben auch die großen Schokoladenhersteller jahrelang vor dem Problem die Augen verschlossen. Das Kakaobarometer kommt deshalb zu dem Schluss: „Die Bemühungen des Kakaosektors, die Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Gemeinden zu verbessern und die Umwelt zu schützen, haben in den letzten Jahren nicht zu wesentlichen Verbesserungen geführt. Die bisherigen Ansätze werden den Dimensionen des Problems nicht annährend gerecht.“ Die zentralen Forderungen des Kakaobarometers an die Schokoladenindustrie lauten:
  • Schokoladenunternehmen sollen sich zu existenzsichernden Einkommen als Grundvoraussetzung für Nachhaltigkeit bekennen.
  • Nachhaltigkeitsprogramme sollten weniger auf eine Steigerung der Kakaoerträge, sondern stärker auf die Einkommenssituation der Bauern und Bäuerinnen fokussieren
  • Wo nötig, sollten die Unternehmen kurzfristig höhere Kakaopreise zahlen, bis längerfristige Lösungen für das Preisproblem gefunden wurden
  • Unternehmen sollten transparent über die Wirkungen ihrer Nachhaltigkeitsprojekte berichten
Von den Regierungen der Kakaokonsumländer fordert das Barometer:
  • Die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht von Unternehmen gesetzlich zu regeln
  • Maßnahmen gegen die zunehmende Marktkonzentration und das daraus resultierende Machtungleichgewicht zu Ungunsten der Kakaobauern und –bäuerinnen zu ergreifen
  • Das Wettbewerbsrecht so zu verändern, dass Diskussionen über eine faire Preisgestaltung möglich werden
Von den Regierungen der Kakaoanbauländer fordert das Barometer:
  • Mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht hinsichtlich der Steuereinnahmen und Investitionen im Kakaosektor
  • Den Schutz der Wälder zu gewährleisten und illegal abgeholzte Wälder wieder aufzuforsten
  • Eine ganzheitliche Landwirtschaftspolitik, die die Kakaobauern und –bäuerinnen auch beim Umstieg auf andere Agrarprodukte unterstützt
  • Eine Abstimmung der Kakaopolitik zwischen den wichtigsten Anbauländern, unter anderem um ein Kakaoüberangebot auf dem Markt zu vermeiden
Weitere Informationen Kakao-Barometer 2018 Download oder bestellen Das Kakao-Barometergibt regelmäßig eine Übersicht über Nachhaltigkeitsinitiativen im Kakaosektor. Es wird von einem Konsortium von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften publiziert. Diesem gehören neben dem INKOTA-netzwerk folgende Organisationen an: FNV Mondiaal (NL), Hivos (NL), Solidaridad (NL), FNV (NL), Oxfam Wereldwinkels (BE), Public Eye (CH), Stop the Traffik (AUS), ABVV - FGTB HORVAL (BE), Green America (US), International Labor Rights Forum (US) und das Südwind-Institut (DE). Gefördert aus Mitteln von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für den Inhalt dieser Publikation ist allein das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt des Zuwendungsgebers wieder.
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Podiumsdiskussion: Bäuerliche Rechte stärken – weltweite Diskriminierungen stoppen!

4. September 2018 - 11:43
Gelingt das mit einer neuen Erklärung der Vereinten Nationen? In vielen Teilen der Welt werden klein- bäuerliche Gemeinden gewaltsam von ihrem Land vertrieben. Menschenrechts- verteidigerInnen, die sich für die Rechte der ländlichen Bevölkerung einsetzen, werden kriminalisiert oder sogar ermordet. Die Liste an konkreten Beispielen akuter Menschenrechtsverletzungen weltweit ist nahezu endlos. Viele der rund zwei Milliarden Kleinbauern und Kleinbäuerinnen sind systematischen Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Aus diesem Grund wird seit einigen Jahren im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen über eine UN-Erklärung zur Stärkung der Rechte von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten, diskutiert. Die Erklärung könnte beim Zugang zu und bei der Kontrolle über Land und Saatgut, aber auch beim Schutz kollektiver Rechte eine wichtige Rolle spielen. Aktuell befindet sie sich auf der politischen Zielgeraden. Bei der kommenden 39. Sitzung des Menschenrechtsrats Ende September 2018 in Genf könnte die Erklärung beschlossen und bereits bei der folgenden UN-Generalversammlung in New York angenommen werden. Vor der anstehenden Entscheidung im UN-Menschenrechtsrat wollen wir diese und viele weitere Fragen mit den PodiumsteilnehmernInnen und Ihnen diskutieren.
  • Wann: Donnerstag, den 13. September 2018, 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr
  • Wo: Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ziegelstraße 30, 10117 Berlin
  • MitAdriana Bessa, Academy of International Humanitarian Law and Human Rights, Genf; Gertrud Falk, FINA Deutschland, Köln; Paula Gioia, bäuerliche Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Europäischen Koordination von La Via Campesina (ECVC), Bienenwerder; Diego Montón, Movimiento Nacional Campesino Indígena (MNCI) und La Via Campesina (LVC), Argentinien
  • Moderation: Tanja Busse, freie Journalistin
Was sind die Inhalte dieser UN-Erklärung? Warum fordern Kleinbauernorganisationen sie und was sagen Betroffene aus dem globalen Süden und dem globalen Norden dazu? Wie verliefen die politischen Verhandlungen zur Erarbeitung der UN-Erklärung und wie bewerten zivilgesellschaftliche VertreterInnnen die Rolle der EU und der Bundesregierung dabei? Und was müsste getan werden, damit eine solche Erklärung überhaupt Wirksamkeit entfalten kann?  Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Spanisch mit Simultanübersetzung statt. Im Anschluss laden wir Sie ein, die Diskussion bei einem kleinen Empfang weiter zu führen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Jan Urhahn von INKOTA (urhahn[at]inkota.de). Die Podiumsdiskussion ist eine gemeinsame Veranstaltung des INKOTA-netzwerks mit: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW), Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Brot für die Welt, FIAN Deutschland, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL), GEPA – The Fair Trade Company, Internationaler Verband Katholischer Ländlicher Erwachsenenbewegungen (FIMARC), Katholische Landvolkbewegung (KLB), Oxfam Deutschland, TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland), Welthungerhilfe Weitere Informationen: Positionspapier der deutschen Zivilgesellschaft zur UN-Erklärung Entwurf der Erklärung (Englisch) Mehr zu Welternährung und Landwirtschaft bei INKOTA Appell für eine schärfere Kontolle von Konzernfusionen "Kein zweites Bayer-Monsanto" Die Arbeit des INKOTA-netzwerk e.V. zu diesem Thema wird durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie aus Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes gefördert. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.   
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Auf dem Holzweg?! - Forstplantagen und ihre Auswirkungen in Mosambik

4. September 2018 - 10:58
Mosambik-Seminar des KoordinierungsKreis Mosambik in Kooperation mit INKOTA Mosambik ist eines der Länder, das zu- nehmend im Blick der internationalen Holzindustrie steht. Derzeit sind bereits mehr als eine Million Hektar Land an Forst- konzerne vergeben worden. Bei dem hohen Anteil der MosambikanerInnen, die von Subsistenzlandwirtschaft leben, steht die Vergabe von Land in großer Konkurrenz zur Ernährungssouveränität der Bevölkerung. Dient der Ausbau der Forstplantagen dazu, die Armut in Mosambik zu reduzieren oder ist der Plantagenanbau auf dem Holzweg? Gemeinsam laden der KoordinierungsKreis Mosambik und INKOTA zum Mosambik-Seminar ein, um über Forstplantagen und ihre Auswirkungen in Mosambik zu diskutieren. Wir freuen uns auf den mosambikanischen Gastreferenten Jeremias Vunjanhe von der Nichtregierungsorganisation ADECRU aus Maputo.
  • Thema: Auf dem Holzweg?! – Forstplantagen und ihre in Auswirkungen Mosambik
  • Wann: 19. - 21.10.2018
  • Wo: WannseeFORUM Berlin
Das Seminar lädt Engagierte der Solidaritäts- und Partnerschaftsarbeit, Mosambik- interessierte und besonders herzlich auch Mosambikanerinnen ein, sich auszutauschen und Perspektiven der kritischen Solidarität zu finden. Programm, weitere Informationen und Anmeldung Die Arbeit des INKOTA-netzwerk e.V. zu diesem Thema wird durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie aus Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes gefördert. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.   
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Radeln für eine global gerechte Mobilitätswende!

3. September 2018 - 12:30
BikeShorts – Eine Welt in Bewegung Perfekt für Freitagabend: Wir radeln quer durch die Stadt, halten an und schauen Kurzfilme an Häuserwänden. Kurzfilme, die von Mobilität und Menschenrechten erzählen und von der Lust, Straßen und Stadträume neu zu erfinden. Global gerechte Mobilität? Nur noch radeln, laufen und sonst nix? Vom Verbrennungsmotor wollen wir weg. Hin zu Elektromobilität, als non plus Ultra? Welche Bausteine einer neuen Mobilität sind zukunftsfähig? Und was heißt das überhaupt? INKOTA läd ein, zu einer Radtour und mobilem Kurzfilmkino zugleich:
  • Wann: 21.09.2018
  • Start: Dresden, Goldener Reiter, 18.00 Uhr
  • Ausklang: Alaunpark
Jung, alt, Tandem, Liegefahrrad, Rolli, Laufrad… Einfach den wie auch immer gearteten Drahtesel schnappen und mitradeln. Treten wir in die Pedale für eine global gerechte Mobilitätswende! Weitere Informationen: BikeShorts - das Event auf Facebook INKOTA-Infoblatt 4: Elektromobilität global Mehr zu E-Mobilität und Ressourcengerechtigkeit
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„Das Gefühl von Machtlosigkeit, Angst und Unsicherheit hat ganz Nicaragua erfasst“

2. September 2018 - 15:14
Seit fast fünf Monaten schon kommt Nicaragua nicht zur Ruhe. Die Bevölkerung fordert eine Demokratisierung des Landes, eine unabhängige Aufklärung der Menschenrechtsverletzungen der letzten Monate und den Rücktritt von Präsident Daniel Ortega. Bisher ohne Erfolg. Die Regierung unterdrückt die Protestbewegung massiv und setzt dabei auf brutale Gewalt. Polizei und paramilitärische Gruppen schießen gezielt auf Demonstrant*innen. Die Krise forderte bereits mindestens 317 Todesopfer, über 2.000 Menschen wurden verletzt. Zurzeit wird im Auftrag der Regierung eine Säuberungsaktion durchgeführt, bei der hunderte Menschen aus politischen Gründen verhaftet wurden. Immer wieder wird von Folter berichtet. Hinweis zu diesem Interview: Wir haben mit einer derzeit in Costa Rica untergetauchten Mitarbeiterin einer mit INKOTA befreundeten Nichtregierungsorganisation aus Nicaragua gesprochen. Da sie bald nach Nicaragua zurückkehren möchte, verzichten wir auf die Nennung von Namen. Wie schätzt Du die derzeitige Situation in Nicaragua ein?
Seit Beginn der Proteste im April steigt die Anzahl der Todesopfer immer weiter an. Unter den Opfern sind sehr viele Jugendliche und Studenten und Studentinnen. Die Opposition setzt ihre zivilen und friedlichen Demonstrationen fort, aber Paramilitärs, Polizisten, Spezialeinheiten der Polizei und Regierungsmitglieder bedrohen und kriminalisieren all diejenigen, die sich an den Protesten beteiligen. Insbesondere Menschenrechtsorganisationen und Frauenbewegungen sind ständigen Bedrohungen ausgesetzt. Zwei neue Gesetze wurden von der Regierung verabschiedet, ein Terrorismus- und ein Geldwäschegesetz. Diese Gesetze werden willkürlich angewandt und kriminalisieren Organisationen und Menschen, die sich für Demokratie oder die Verteidigung der Menschenrechte einsetzen. Dennoch wird die Regierung immer noch von einem Teil der Bevölkerung unterstützt. Ein Argument, was dabei immer wieder angeführt wird, ist zum Beispiel, dass die Regierung Ortegas in den letzten Jahren sehr viel unternommen und erreicht hat im Bereich der Armutsbekämpfung. Siehst Du das nicht so?
Die meisten, die die Regierung immer noch unterstützen, tun das entweder, weil sie dafür bezahlt werden, oder weil sie oder ihre Familienmitglieder bedroht werden. Viele haben Angst ihre Arbeit zu verlieren und dann kein Geld mehr zu haben, um sich und ihre Familien zu ernähren. Im Gesundheitssektor zum Beispiel wurden bereits etliche Ärzte und Pflegekräfte entlassen, einzig und alleine aus dem Grund, dass sie die Menschen, die an den Protesten teilnahmen und dabei verletzt wurden, medizinisch versorgt haben. Es gab zwar Fortschritte im Bereich der Armutsbekämpfung und es wurden verschiedene Sozialprogramme durchgeführt. Aber diese Programme waren nicht sehr effektiv, sondern haben Abhängigkeiten geschaffen, die für politische Zwecke instrumentalisiert wurden. Statt die Menschen zu stärken und selbstbestimmte Entwicklungsprozesse in Gang zu setzen, haben die Programme sie nur punktuell mit Sachleistungen versorgt. Die Daten zum Rückgang der Armut sind außerdem mit Vorsicht zu betrachten. Internationale Institutionen, die hierzu in der Vergangenheit Berichte veröffentlicht haben, wie zum Beispiel das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, mussten ihr Büro schließen. Die aktuellen Zahlen basieren ausschließlich auf Angaben der Regierung. Auch wenn man unser marodes Bildungssystem betrachtet, kann nicht von einer positiven Entwicklung die Rede sein. Auch hier ist schon seit längerer Zeit eine Politisierung zu beobachten. So werden ausschließlich Schüler und Studenten gefördert, die mit der Regierungspartei FSLN verbunden sind oder mit ihr sympathisieren. Wir können nicht von einer positiven Entwicklung sprechen, wenn es keine Demokratie gibt, wenn die Regierung die Menschenrechte am laufenden Band verletzt. Was in den letzten Monaten zum Ausbruch gekommen ist, geht auf all das zurück, was die Bevölkerung in den letzten Jahren ertragen musste. Wie wirkt sich die Krise auf Eure Arbeit als NGO aus?
Das Gefühl von Machtlosigkeit, Angst und Unsicherheit hat ganz Nicaragua erfasst, so auch uns, unser gesamtes Team. Einige von uns wurden direkt bedroht und verfolgt. Auch ich stehe auf der schwarzen Liste der Regierung, wurde mehrfach verfolgt. Nachdem in mein Haus eingebrochen wurde, musste ich erstmal weg. Es tut mir in der Seele weh, nicht in meinem Land sein zu können und in Costa Rica ausharren zu müssen. Tag für Tag analysieren wir die aktuellen Entwicklungen und erarbeiten Strategien für unsere weitere Arbeit in den Gemeinden. Wir haben eine Weiterbildung im Bereich psychosoziale Arbeit für unser gesamtes Personal organisiert, um den Stress besser zu bewältigen, den jeder und jede einzelne von uns durchlebt. Die psychosoziale Herangehensweise verfolgt eine partizipative Methodologie und beinhaltet beispielsweise Aktivitäten zur Reflexion sowie die Gründung von Selbsthilfegruppen. Was wir in der Weiterbildung gelernt haben, wollen wir nun an die Promotorinnen und Promotoren in den Projektgemeinden weitergeben. Welche Perspektiven siehst Du für Nicaragua, ist eine Lösung des Konflikts zwischen Regierung und Opposition denkbar?
Parteien spielen bei den Protesten gegen die Regierung keine Rolle, es handelt sich um eine zivile Protestbewegung. Diese fordert Meinungsfreiheit, Demokratie und das Recht sich zu organisieren und die eigenen Rechte einfordern zu können – ohne dabei bedroht, verfolgt oder gar getötet zu werden. In Nicaragua gibt es derzeit keine Partei, die eine wirkliche politische Alternative sein könnte. Jedoch wird organisierten Gruppen vorgeworfen – insbesondere Organisationen von Feministinnen und Frauenbewegungen – mit Oppositionsparteien verbunden zu sein beziehungsweise von ihnen finanziert zu werden. Das soll deren friedliche Protestaktionen delegitimieren. Die „Bürgerallianz für Gerechtigkeit und Demokratie“, die als Zusammenschluss verschiedener Oppositionsgruppen entstanden ist, wird für Nicaraguas Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Das wäre vor allem dann der Fall, wenn es vorgezogene Neuwahlen gäbe, Leider sieht es derzeit nicht danach aus, dass sich die Regierung darauf einlässt. Tag für Tag wird die Situation schlimmer, vor allem auch durch die neuen von der Regierung erlassenen Gesetze. Demnach verübt jede Person, die sich an Demonstrationen beteiligt und damit ihre Ablehnung gegenüber dieser autoritären Regierung zum Ausdruck bringt, einen terroristischen Angriff auf die Regierung. Was für Handlungsmöglichkeiten bleiben der nicaraguanischen Zivilgesellschaft dann überhaupt noch?
Die Handlungsspielräume sind extrem eingeschränkt, zivilgesellschaftliche Organisationen werden gezielt verfolgt. Zusätzlich verschließt das nicaraguanische Innenministerium die Türen der Organisationen, indem es die benötigten Lizenzen nicht ausstellt. Einige Organisationen mussten deshalb bereits schließen, andere befinden sich auf einer Warteliste und es ist unwahrscheinlich, dass die Lizenzen der betroffenen Organisationen unter den bestehenden Umständen zeitnah verlängert werden. Wir können unsere Projekte, in denen es vor allem um Ernährungssicherheit und Einkommensförderung geht, weiterhin durchführen, unsere Aktivitäten werden jedoch genau beobachtet. Generell sollten alle Organisationen in diesen schwierigen Zeiten unbedingt interne Schulungen erhalten, die dabei helfen, die aktuelle Krise besser zu bewältigen. Momentan reichen landwirtschaftliche Aktivitäten mit den Bauern und Bäuerinnen, mit denen wir arbeiten, alleine nicht aus. Wir müssen diese mit psychosozialen Maßnahmen kombinieren. Die Zivilgesellschaft muss außerdem Strategien entwickeln, um sich selbst zu schützen. Der größte Kampf im Augenblick gilt der Rettung von Menschenleben. Ohne zu vernachlässigen, weiterhin Widerstand zu leisten, damit die Situation sich verbessert. Das Interview führt Isabell Nordhausen, INKOTA-Projektreferentin Zentralamerika
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Faire Woche: Ausstellung "Süß & Bitter" in Schwerin

2. September 2018 - 7:26
Auf Einladung der Aktionsgruppe Eine Welt e.V. Schwerin wird die INKOTA-Wanderausstellung „Süß & Bitter“ im Rahmen der Fairen Woche in Schwerin zu sehen sein. Vom 17. bis 28. September 2018 kann sie im Brunnenhof der Schweriner Höfe besichtigt werden. Die BesucherInnen können dort an fünf Stationen erfahren, ob Schokolade wirklich glücklich macht, und den Weg von der Kakaobohne zur Schokolade kennenlernen. Mit einem Mix aus Texttafeln, Fühl-, Video- und Hörstationen beantwortet die Ausstellung die wichtigsten Fragen rund um den süßen Genuss und die bittere Wahrheit über Schokolade. Doch die Ausstellung will nicht nur informieren, sondern auch aktivieren: Alle BesucherInnen können an einer Ausstellungswand ihre persönliche Botschaft an die Schokoladenunternehmen hinterlassen.
  • Was: INKOTA-Wanderausstellung „Süß & Bitter“
  • Wann: 17. bis 28. September 2018
  • Wo: Brunnenhof der Schweriner Höfe, Marienplatz 1-2, 19053 Schwerin
Die Eröffnung der Ausstellung durch den Schweriner Oberbürgermeister Rico Badenschier findet am Montag, den 17. September um 16 Uhr statt.

Lehrer*innen-Fortbildung am 17.9.2018 Im Anschluss an die Eröffnung der Austellung bietet der Weltladen Schwerin in Kooperation mit dem INKOTA-netzwerk am Montag, den 17. September von 17-19 Uhr die Lehrer*innen-Fortbildung „Süß & Bitter – Welthandel und Globalisierung am Beispiel Kakao (Hintergründe, Methoden, Materialien) an. Treffpunkt ist die Ausstellung im Brunnenhof. Den Pädagog*innen soll diese Fortbildung ermöglichen, sich selbstständig mit Schulklassen diese Ausstellung zu erarbeiten. Dazu wird die Ausstellung durch INKOTA-Referent Johannes Schorling erläutert und vertiefende Informationen zur Kakaoproduktion vermittelt. Außerdem wird Ralf Göttlicher, Bildungsreferent der Aktionsgruppe Eine Welt e.V. Schwerin (Trägerin des Weltladens Schwerin), Methoden und Materialien zur Vermittlung des Themas globaler Gerechtigkeit am Beispiel Schokolade vorstellen. Diese Fortbildung ist auch für Pädagog*innen geeignet, die nicht mit Schulklassen diese Ausstellung besichtigen werden, da die Inhalte und Methoden auch ohne die Ausstellung Anwendung finden können. Eine Anerkennung der Fortbildung durch das Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V) liegt vor. Eine Teilnahmebescheinigung des Weltladens Schwerin wird ausgestellt. Weitere Informationen Anmeldung zur Fortbildung Informationen zur Wanderausstellung „Süß & Bitter” der Kampagne Make Chocolate Fair!
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Kakao-Barometer 2018 warnt: Rezepte gegen Armut sind unzureichend

1. September 2018 - 16:55
Obwohl Schokoladenunternehmen seit Jahren mehr Nachhaltigkeit versprechen, hat sich die Situation der Kakaobauern und -bäuerinnen kaum verbessert. Zu diesem schockierenden Ergebnis kommt das Kakaobarometer 2018, das von einem zivilgesellschaftlichen Konsortium veröffentlicht wurde. Das Wort „Nachhaltigkeit“ ist in der Schokoladenindustrie seit einigen Jahren in aller Munde. Alle großen Schokoladenunternehmen haben mittlerweile eigene Nachhaltigkeitsprogramme, viele der großen Hersteller haben sich zudem dazu bekannt, mittelfristig zu 100 Prozent zertifizierten Kakao für ihre Schokolade zu verwenden. Das neue Kakaobarometer belegt jedoch: Die bisherigen Anstrengungen der Unternehmen reichen bei weitem nicht aus, um die strukturellen Probleme im Kakaosektor zu lösen. Insbesondere durch den dramatischen Verfall des Kakaopreises zwischen September 2016 und Februar 2017 hat die Armut vieler Bauern und Bäuerinnen sogar zugenommen. In der Elfenbeinküste reduzierte sich deren Einkommen aus dem Kakaoanbau innerhalb eines Jahres um 30-40%. Während die Bäuerinnen und Bauern besonders anfällig für Preisschwankungen sind, profitierten andere Akteure in der Wertschöpfungskette sogar von der Kakaopreiskrise. Ein Hauptgrund für den Preisverfall war ein Überangebot an Kakao auf dem Markt infolge einer Rekordernte in der Elfenbeinküste. Von einem existenzsichernden Einkommen sind Kakaobäuerinnen und –bauern in Westafrika nach wie vor weit entfernt. Eine neue Studie von Fairtrade kommt zu dem Ergebnis, dass selbst zertifizierte Bauern in der Elfenbeinküste im Durchschnitt nur 37 Prozent eines existenzsichernden Einkommens verdienen. Mit anderen Worten: Das Einkommen müsste sich fast verdreifachen. 77 Prozent der zertifizierten Bauern und Bäuerinnen leben unterhalb der Armutsgrenze. Das Kakaobarometer kritisiert deshalb, dass Zertifizierung allein die Probleme im Kakaosektor nicht lösen wird. Zwar tragen die verschiedenen Zertifizierungssysteme zu einer leichten Verbesserung der Einkommenssituation bei, bleiben aber insgesamt deutlich hinter dem Anspruch zurück, die Bauern langfristig aus der Armut zu befreien. Die Konkurrenz zwischen verschiedenen Standards erschwert zudem die dringend nötige Erhöhung von Mindestpreisen und Prämien auf ein angemessenes Niveau, da Schokoladenhersteller und Supermärkte häufig das billigste Siegel wählen. Das Kakaobarometer fordert, dass existenzsichernde Einkommen eine Kernanforderung jedes Zertifizierungssystems werden müssen. Bei der Kinderarbeit hat es in den letzten Jahren zwar einen relativen Rückgang gegeben, die absolute Zahl der arbeitenden Kinder ist jedoch gestiegen (u.a. aufgrund einer Ausweitung des Kakaoanbaus) – auf rund 2,1 Millionen in der Elfenbeinküste und Ghana. Durch den Preisverfall seit Ende 2016 hat das Risiko der Kinderarbeit zugenommen. Die Schokoladenindustrie ist im Moment meilenweit davon entfernt, ihr Versprechen einzulösen, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2020 um 70 Prozent zu reduzieren. Die Ausweitung des Kakaoanbaus hat zudem zu massiver Regenwaldzerstörung geführt, wie ein Bericht der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation Mighty Earth im vergangenen Herbst aufzeigte. Zwischen 30 und 40 Prozent des Kakaos in der Elfenbeinküste wird illegal in Naturschutzgebieten angebaut. Grund hierfür ist einerseits die mangelnde Durchsetzung des Umweltrechts durch staatliche Behörden, andererseits haben auch die großen Schokoladenhersteller jahrelang vor dem Problem die Augen verschlossen. Das Kakaobarometer kommt deshalb zu dem Schluss: „Die Bemühungen des Kakaosektors, die Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Gemeinden zu verbessern und die Umwelt zu schützen, haben in den letzten Jahren nicht zu wesentlichen Verbesserungen geführt. Die bisherigen Ansätze werden den Dimensionen des Problems nicht annährend gerecht.“ Die zentralen Forderungen des Kakaobarometers an die Schokoladenindustrie lauten:
  • Schokoladenunternehmen sollen sich zu existenzsichernden Einkommen als Grundvoraussetzung für Nachhaltigkeit bekennen.
  • Nachhaltigkeitsprogramme sollten weniger auf eine Steigerung der Kakaoerträge, sondern stärker auf die Einkommenssituation der Bauern und Bäuerinnen fokussieren
  • Wo nötig, sollten die Unternehmen kurzfristig höhere Kakaopreise zahlen, bis längerfristige Lösungen für das Preisproblem gefunden wurden
  • Unternehmen sollten transparent über die Wirkungen ihrer Nachhaltigkeitsprojekte berichten
Von den Regierungen der Kakaokonsumländer fordert das Barometer:
  • Die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht von Unternehmen gesetzlich zu regeln
  • Maßnahmen gegen die zunehmende Marktkonzentration und das daraus resultierende Machtungleichgewicht zu Ungunsten der Kakaobauern und –bäuerinnen zu ergreifen
  • Das Wettbewerbsrecht so zu verändern, dass Diskussionen über eine faire Preisgestaltung möglich werden
Von den Regierungen der Kakaoanbauländer fordert das Barometer:
  • Mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht hinsichtlich der Steuereinnahmen und Investitionen im Kakaosektor
  • Den Schutz der Wälder zu gewährleisten und illegal abgeholzte Wälder wieder aufzuforsten
  • Eine ganzheitliche Landwirtschaftspolitik, die die Kakaobauern und –bäuerinnen auch beim Umstieg auf andere Agrarprodukte unterstützt
  • Eine Abstimmung der Kakaopolitik zwischen den wichtigsten Anbauländern, unter anderem um ein Kakaoüberangebot auf dem Markt zu vermeiden
Weitere Informationen Kakao-Barometer 2018 Download oder bestellen Das Kakao-Barometergibt regelmäßig eine Übersicht über Nachhaltigkeitsinitiativen im Kakaosektor. Es wird von einem Konsortium von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften publiziert. Diesem gehören neben dem INKOTA-netzwerk folgende Organisationen an: FNV Mondiaal (NL), Hivos (NL), Solidaridad (NL), FNV (NL), Oxfam Wereldwinkels (BE), Public Eye (CH), Stop the Traffik (AUS), ABVV - FGTB HORVAL (BE), Green America (US), International Labor Rights Forum (US) und das Südwind-Institut (DE). Gefördert aus Mitteln von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für den Inhalt dieser Publikation ist allein das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt des Zuwendungsgebers wieder.
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Crashkurs Rohstoffpolitik mit Besichtigung des Besucherbergwerks Zinnwald

1. September 2018 - 13:51
Gemeinsam laden INKOTA und Powershift e.V. in diesem Jahr wieder politisch Aktive, Multiplikator*innen aus Parteien, Gewerkschaften sowie umwelt- & entwicklungspolitischen NGOs zum Crashkurs Rohstoffpolitik nach Sachsen ein. Die deutsche Industrie ist der weltweit fünftgrößte Importeur von metallischen Rohstoffen. Auf Druck der Industrie bemühen sich die Bundesregierung und die EU, mit politischen Instrumenten die „Versorgungssicherheit“ deutscher Unternehmen zu gewährleisten. Umwelt-, Sozial- und Entwicklungsanliegen spielen dabei eine untergeordnete Rolle, obwohl der Rohstoffabbau häufig mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung einhergeht.
  • Wann: Freitag, 12.10.2018 11.00 Uhr bis Samstag, 13.10.2018 17.00 Uhr
  • Wo: Dresden
Dieser Crashkurs für politische Multiplikator*innen führt in Themen der Rohstoffpolitik und ihre sozialen und ökologischen Folgen ein. Dabei wird das Vorgehen deutscher und europäischer Akteure ebenso beleuchtet wie die Folgen des Abbaus in den Herkunftsländern und alternative Abbaukonzepte. Schwerpunkt des diesjährigen Kurses liegt auf den Rohstoffen für so genannte „Zukunftstechnologien“, darunter die Batterien für elektrisch betriebene Fahrzeuge. Zu den am meisten diskutierten Rohstoffen gehören Lithium und Kobalt, deren Preise parallel zu Verbrauchsprognosen in die Höhe schießen. Deshalb werden wir uns am ersten Tag des Crashkurses besonders auf Lithium fokussieren: Nachdem wir durch die Besichtigung des Besucherbergwerks Zinnwald einen physisch vermittelten Eindruck vom Rohstoffabbau bekommen, treffen wir den Geschäftsführer der Deutschen Lithium GmbH, um mehr über den geplanten Lithiumabbau in Altenberg zu erfahren. Abends lernen wir über die Herausforderungen des Lithiumabbaus in Bolivien. Am zweiten Tag möchten wir auf verschiedene Instrumente der Rohstoffpolitik zu sprechen kommen, unter anderem die enge Verzahnung mit der Handels- und Investitionspolitik. Anschließend stellen wir Lösungsansätze vor, mittels derer die Einhaltung von Menschenrechten entlang der gesamten Lieferkette von Unternehmen gewährleistet werden soll. Dazu gehören die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte ebenso wie die EU-Konfliktmineralien-Verordnung. Um Rohstoffe für Zukunftstechnologien geht es schließlich wieder bei einem Bericht über Kobaltabbau in der Demokratischen Republik Kongo ebenso wie bei der Auseinandersetzung mit Tiefseebergbau. Zu guter Letzt möchten wir über Alternativen zum Bergbau und Ansätze zur Reduktion des absoluten Rohstoffverbrauchs diskutieren. Wir freuen uns auf zwei gemeinsame, intensive Tage des Lernens. Der Crashkurs richtet sich gezielt an Mitarbeiter*innen, Mitglieder und Aktive aus politischen Parteien, Gewerkschaften und NGOs. Voraussetzung für eine Teilnahme ist eine kurze Bewerbung an jakob.kluchert@power-shift.de. Weitere Informationen zur Anmeldung finden sie Hier Weitere Informationen Programm und Anmeldung Dieses Projekt wird gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie von der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Für den Inhalt dieser Veröffentlichung ist  allein PowerShift verantwortlich; der Inhalt kann in keiner Weise als Standpunkt von Engagement Global, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung oder der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe angesehen werden.
   
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Podiumsdiskussion: Bäuerliche Rechte stärken – weltweite Diskriminierungen stoppen!

30. August 2018 - 11:43
Gelingt das mit einer neuen Erklärung der Vereinten Nationen? In vielen Teilen der Welt werden klein- bäuerliche Gemeinden gewaltsam von ihrem Land vertrieben. Menschenrechts- verteidigerInnen, die sich für die Rechte der ländlichen Bevölkerung einsetzen, werden kriminalisiert oder sogar ermordet. Die Liste an konkreten Beispielen akuter Menschenrechtsverletzungen weltweit ist nahezu endlos. Viele der rund zwei Milliarden Kleinbauern und Kleinbäuerinnen sind systematischen Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Aus diesem Grund wird seit einigen Jahren im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen über eine UN-Erklärung zur Stärkung der Rechte von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten, diskutiert. Die Erklärung könnte beim Zugang zu und bei der Kontrolle über Land und Saatgut, aber auch beim Schutz kollektiver Rechte eine wichtige Rolle spielen. Aktuell befindet sie sich auf der politischen Zielgeraden. Bei der kommenden 39. Sitzung des Menschenrechtsrats Ende September 2018 in Genf könnte die Erklärung beschlossen und bereits bei der folgenden UN-Generalversammlung in New York angenommen werden. Was sind die Inhalte dieser UN-Erklärung? Warum fordern Kleinbauernorganisationen sie und was sagen Betroffene aus dem globalen Süden und dem globalen Norden dazu? Wie verliefen die politischen Verhandlungen zur Erarbeitung der UN-Erklärung und wie bewerten zivilgesellschaftliche VertreterInnnen die Rolle der EU und der Bundesregierung dabei? Und was müsste getan werden, damit eine solche Erklärung überhaupt Wirksamkeit entfalten kann? Vor der anstehenden Entscheidung im UN-Menschenrechtsrat wollen wir diese und viele weitere Fragen mit den PodiumsteilnehmernInnen und Ihnen diskutieren.
  • Wann: Donnerstag, den 13. September 2018, 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr
  • Wo: Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ziegelstraße 30, 10117 Berlin
  • MitAdriana Bessa, Academy of International Humanitarian Law and Human Rights, Genf; Gertrud Falk, FIAN Deutschland, Köln; Paula Gioia, bäuerliche Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Europäischen Koordination von La Via Campesina (ECVC), Bienenwerder; Diego Montón, Movimiento Nacional Campesino Indígena (MNCI) und La Via Campesina (LVC), Argentinien
  • Moderation: Tanja Busse, freie Journalistin
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Spanisch mit Simultanübersetzung statt. Im Anschluss laden wir Sie ein, die Diskussion bei einem kleinen Empfang weiter zu führen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Jan Urhahn von INKOTA (urhahn[at]inkota.de). Die Podiumsdiskussion ist eine gemeinsame Veranstaltung des INKOTA-netzwerks mit: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW), Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Brot für die Welt, FIAN Deutschland, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL), GEPA – The Fair Trade Company, Internationaler Verband Katholischer Ländlicher Erwachsenenbewegungen (FIMARC), Katholische Landvolkbewegung (KLB), Oxfam Deutschland, TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland), Welthungerhilfe Weitere Informationen: Positionspapier der deutschen Zivilgesellschaft zur UN-Erklärung Entwurf der Erklärung (Englisch) Mehr zu Welternährung und Landwirtschaft bei INKOTA Appell für eine schärfere Kontolle von Konzernfusionen "Kein zweites Bayer-Monsanto" Die Arbeit des INKOTA-netzwerk e.V. zu diesem Thema wird durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie aus Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes gefördert. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.   
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KleiderWandel Vol. 4: Tausch dich glücklich

15. August 2018 - 9:31
Dein Schrank ist voll und Du hast trotzdem Lust auf Neues? Du bist herzlich eingeladen den KleiderWandel voranzutreiben! Bring gut erhaltene, saubere Kleidung mit und nimm mit, was passt und dir gefällt. So setzt du ein Zeichen gegen Konsumwahn, Umweltverschmutzung und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen.
  • Wann: Sonntag, 19. August 2018, 12 bis 18 Uhr
  • Wo: OSTHAFEN Berlin, Alt-Stralau 1-2, 10245 Berlin
  • Was: Kleidertauschparty für Groß und Klein, Jung und Alt
  • Eintritt kostenlos
KleiderWandel(n): das ist die Idee, alte Klamotten in neue zu verwandeln, und damit einen gesellschaftlichen Wandel zu unterstützen. Mit Kleidertausch und Upcycling bieten wir euch günstige Alternativen zum Fashion-Mainstream, welcher der Umwelt und dem Menschen schadet. ES GEHT UM TAUSCHEN: Jede Person kann bis zu 10 Kleidungsstücke sowie Accessoires in guter Qualität mitbringen (Unterwäsche ausgeschlossen). Wir sortieren und hängen sie auf. Bis zu 10 neue Lieblingsteile könnt ihr aussuchen und mitnehmen. Umkleidekabinen gibt es selbstverständlich auch.

ES GEHT UM UPGRADEN: Upcycler*innen sind am Start, um euch zu zeigen wie ihr Kaputtes repariert und aus alten Klamotten neue Schätze zaubert. Ihr könnt euch auch einen Spruch eurer Wahl auf eurem neuen Lieblingsstück siebdrucken lassen.

ES GEHT AUCH UM AUSTAUSCH: Organisiert wird diese großartige Kleidertauschparty von Greenpeace Berlin, der Berliner Aktionsgruppe der Kampagne für Saubere Kleidung und dem INKOTA-netzwerk, in Zusammenarbeit mit Ehrenamtliche UNICEF-Gruppe Berlin. Wir setzen uns ein gegen den Gebrauch gefährlicher Chemikalien und für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der globalen Lieferkette der Bekleidungsindustrie. Im Rahmen der Kleidertauschparty klären wir mit Vorträgen und Infoaustellungen über die Problematiken und unsere Arbeit auf.

Mit Musik und Mitmachaktionen runden wir diese besondere Kleidertauschparty ab. Auch Kinder kommen beim diesjährigen KleiderWandel nicht zu kurz: in der Kinderecke wird nicht nur Kleidung getauscht, sondern die UNICEF Berlin bietet ein tolles spielerisches Mitmachangebot für die Kleinen und informiert die Größeren über Kinderarbeit in der Textilindustrie. Wir freuen uns auf euch!

*** P R O G R A M M ***

12:00 | WORKSHOP: AKTIONSTHEATER: "THEATER DER UNTERDRÜCKTEN"
Der Workshop gibt euch einen Einblick in die Techniken des Theaters der Unterdrückten, welches in den 70er Jahren von dem brasilianischen Theaterpädagogen Augusto Boal entwickelt wurde, und die Motive dahinter. Zum Beispiel die des Unsichtbaren Theaters, die Unterdrückung sichtbar macht. Mit Theaterübungen können wir eine kleine Szene erarbeiten und von Boals Ideen der transformativen Kraft des Theaters erfahren. Mit Katja von der Berliner Aktionsgruppe der Kampagne für Saubere Kleidung. Offen für alle! - Bitte Interesse unter cccprojekt@inkota.de ankündigen.

13:30 - 14:10 | FASHION & HUMAN RIGHTS - THE FIGHT TO IMPROVE WORKING CONDITIONS
Clean Clothes Campaign (CCC) is a global alliance working to ensure that the fundamental rights of garment workers are respected. We educate and mobilise consumers, lobby companies and governments, and offer direct solidarity support to workers as they fight for their rights and demand better working conditions. Find out more about "clean" clothes, workers' demands and our campaigning work. With Helen Gimber from INKOTA-netzwerk / Clean Clothes Campaign Germany. (IN ENGLISH!)

14:10 - 14:30 | VIDEO & DISKUSSION: MIKROFASERN - GEFAHR AUS DEM KLEIDERSCHRANK
Mit jedem Waschgang gelangen Mikrofasern in die Umwelt. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, schaut euch mit uns ein kurzes Input Video an. Anschließend werden wir gemeinsam besprechen, was man machen kann, um das Problem zu lösen. Mit Josi von Greenpeace Berlin.

14:30 - 15:30 | TALK: WIR BLICKEN NACH INDIEN: MISSSTÄNDE IN DER SCHUH- UND LEDERPRODUKTION
Indien ist der zweitgrößte Schuhproduzent weltweit und ein Großteil indischer Schuhe landet in europäischen Schuhläden. Doch unter welchen Bedingungen werden die Schuhe produziert? Wir blicken in indische Schuhfabriken und Gerbereien und diskutieren über Umweltverschmutzung, Ausbeutung und Arbeitsrechtsverletzungen. Mit Lena Janda vom INKOTA-netzwerk.

15:30 | THEATERSTÜCK - PROBE ZUM TRANSFORMATIVEN HANDELN
Gezeigt wird ein Stück nach den Methoden des „Theater der Unterdrückten“, welches in den 70er Jahren von dem brasilianischen Theaterpädagogen Augusto Boal entwickelt wurde. Es behandelt einen Konflikt basierend auf Unterdrückungs- und Machtmechanismen (Die Modeindustrie). Lösen können wir das nur gemeinsam und durch das Spielen die Transformation proben. Mit Katja von der Berliner Aktionsgruppe der Kampagne für Saubere Kleidung.

15:30 - 16:00 | TALK: DETOX-KAMPAGNE - VOM VERGIFTETEN WASSER ZUM KLEIDERWANDEL
Als Greenpeace 2010 anfing die Problematik der hohen Schadstoffbelastung in Asiens Flusssystemen zu thematisieren schien das Ziel offensichtlich. Doch in unserer globalisierten Welt ist nichts so simpel wie es aussieht. Nach über sieben Jahren Kampagnenarbeit haben sich die Ansatzpunkte zur Problembekämpfung und die Ziele ständig erweitert. In diesem Vortrag wird die Detox-Kampagne mit ihren Zielen und ihrem Werdegang beleuchtet. Dabei zeigt sich, wie komplex Umweltprobleme in unserer globalisierten Welt sind und wie wir Menschen in diversen Aspekten daran beteiligt und
davon betroffen sind. Mit Rafael von Greenpeace Berlin.

16:00 - 16:30 | TALK: KLEINE HÄNDE, KRUMMER RÜCKEN

Leider kommt ausbeuterische Kinderarbeit immer noch in vielen Zulieferbetrieben, aufgrund undurchsichtiger Lieferketten sowie auf Baumwollfeldern vor. Was müssen Firmen tun, um Kinderarbeit gänzlich zu verhindern; was ist die beste Strategie für Kinder und was können Unternehmen noch tun, um kindgerecht zu handeln? Mit Gunda von UNICEF Berlin.

16:30 | KleiderWandel CATWALK
Noch nie auf dem Laufsteg gewesen? Bei uns geht das! Ob schräg, bunt, voll Fantasie ein bisschen verrückt… oder einfach mal um zu Testen. Probier Dich aus! Such Dir ein neues Outfit aus und bereite Dich auf Deinen Auftritt vor! Mit dem KleiderWandel-Orgateam!

17:00  | TALK: FASHION REVOLUTION
Im April 2018 jährt sich der Zusammensturz von Rana Plaza in Bangladesch zum 5. Mal. Die weltweite Kampagne Fashion Revolution schafft es die Missstände der Modeindustrie auf eine Frage herunterzubrechen: #whomademyclothes? Wir stellen euch die Kampagne vor, erzählen was erreicht wurde und zeigen euch, wie ihr mitmachen könnt. Join the Fashion Revolution! Mit Hanna von  future fashion forward e.V.

* * * M U S I K * * *


12-15 | MischiMischpult: Funky Crossover
15-18 | Oliver Chlass: Techno Weitere Informationen: Event auf Facebook
Kampagne für Saubere Kleidung bei INKOTA-netzwerk
Berliner Aktionsgruppe der Kampagne für Saubere Kleidung
Kampagne für Saubere Kleidung
Greenpeace Berlin
UNICEF Berlin Diese Aktivität wird gefördert durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für den Inhalt der Aktivität ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt des Zuwendungsgebers wieder.
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Crashkurs Rohstoffpolitik mit Schwerpunkt Zukunftstechnologien

8. August 2018 - 13:51
Gemeinsam laden INKOTA und Powershift e.V. in diesem Jahr wieder politisch Aktive, Multiplikator*innen aus Parteien, Gewerkschaften sowie umwelt- & entwicklungspolitischen NGOs zum Crashkurs Rohstoffpolitik nach Sachsen ein. Die deutsche Industrie ist der weltweit fünftgrößte Importeur von metallischen Rohstoffen. Auf Druck der Industrie bemühen sich die Bundesregierung und die EU, mit politischen Instrumenten die „Versorgungssicherheit“ deutscher Unternehmen zu gewährleisten. Umwelt-, Sozial- und Entwicklungsanliegen spielen dabei eine untergeordnete Rolle, obwohl der Rohstoffabbau häufig mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung einhergeht.
  • Was: Crashkurs Rohstoffpolitik
  • Wann: Freitag, 12.10. 11Uhr bis Samstag, 13.10. 17Uhr
  • Wo: Dresden
Dieser Crashkurs für politische Multiplikator*innen führt in Themen der Rohstoffpolitik und ihre sozialen und ökologischen Folgen ein. Dabei wird das Vorgehen deutscher und europäischer Akteure ebenso beleuchtet wie die Folgen des Abbaus in den Herkunftsländern und alternative Abbaukonzepte. Schwerpunkt des diesjährigen Kurses liegt auf den Rohstoffen für so genannte „Zukunftstechnologien“, darunter die Batterien für elektrisch betriebene Fahrzeuge. Zu den am meisten diskutierten Rohstoffen gehören Lithium und Kobalt, deren Preise parallel zu Verbrauchsprognosen in die Höhe schießen. Deshalb werden wir uns am ersten Tag des Crashkurses besonders auf Lithium fokussieren: Nachdem wir durch die Besichtigung des Besucherbergwerks Zinnwald einen physisch vermittelten Eindruck vom Rohstoffabbau bekommen, treffen wir den Geschäftsführer der Deutschen Lithium GmbH, um mehr über den geplanten Lithiumabbau in Altenberg zu erfahren. Abends lernen wir über die Herausforderungen des Lithiumabbaus in Bolivien. Am zweiten Tag möchten wir auf verschiedene Instrumente der Rohstoffpolitik zu sprechen kommen, unter anderem die enge Verzahnung mit der Handels- und Investitionspolitik. Anschließend stellen wir Lösungsansätze vor, mittels derer die Einhaltung von Menschenrechten entlang der gesamten Lieferkette von Unternehmen gewährleistet werden soll. Dazu gehören die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte ebenso wie die EU-Konfliktmineralien-Verordnung. Um Rohstoffe für Zukunftstechnologien geht es schließlich wieder bei einem Bericht über Kobaltabbau in der Demokratischen Republik Kongo ebenso wie bei der Auseinandersetzung mit Tiefseebergbau. Zu guter Letzt möchten wir über Alternativen zum Bergbau und Ansätze zur Reduktion des absoluten Rohstoffverbrauchs diskutieren. Wir freuen uns auf zwei gemeinsame, intensive Tage des Lernens. Der Crashkurs richtet sich gezielt an Mitarbeiter*innen, Mitglieder und Aktive aus politischen Parteien, Gewerkschaften und NGOs. Voraussetzung für eine Teilnahme ist eine kurze Bewerbung an jakob.kluchert@power-shift.de. Weitere Informationen zur Anmeldung finden sie Hier Weitere Informationen Programm und Anmeldung Dieses Projekt wird gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie von der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Für den Inhalt dieser Veröffentlichung ist allein PowerShift verantwortlich; der Inhalt kann in keiner Weise als Standpunkt von Engagement Global, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung oder der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe angesehen werden.
   
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Aktion zum Erdüberlastungstag: Unsere Erde – ausgepresst!

1. August 2018 - 10:36
„Unsere Erde: Ausgepresst!“ – mit einem großen Banner und vielen kleinen Orangenpressen, in denen als Erden bemalte Orangen ausgepresst wurden, hat INKOTA am globalen Erdüberlastungstag vor dem Brandenburger Tor in Berlin demonstriert. Zusammen mit der BUNDjugend, Fairbindung, Germanwatch und der Naturschutzjugend, haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass die Weltbevölkerung – vor allem der globale Norden – mit ihrer Lebens- und Wirtschaftsweise die Erde und ihre natürlichen Ressourcen stark überlastet.

© Jörg Farys, Die.Projektoren

Der Erdüberlastungstag beschreibt den Zeitpunkt im Jahr, an dem wir mehr Acker-, Weide- und Waldflächen sowie Fischgründe verbrauchen, als sich bis Ende des Jahres regenerieren können, und mehr CO2 ausstoßen und Abfälle produzieren, als die Erde und die Atmosphäre aufnehmen können. Dieses Jahr fällt er auf den 1. August – wieder ein Tag früher als im vergangenen Jahr. Die gesamte Weltbevölkerung bräuchte 1,7 Erden, um den globalen Bedarf an natürlichen Rohstoffen nachhaltig zu decken. Wäre der Ressourcenverbrauch der Weltbevölkerung so groß wie in Deutschland, dann wäre der Erdüberlastungstag schon am 2. Mai gewesen. Um einen solchen Verbrauch nachhaltig zu decken, bräuchten wir drei Erden. Zum Vergleich: Bei einem weltweiten Ressourcenverbrauch wie in den USA bräuchten wir fünf Erden, bei einem wie in China 2,2, wie in Frankreich 2,8 und in Großbritannien 2,9 Erden. Die ganze Welt lebt also nicht nur auf Kosten künftiger Generationen, sondern die Industrienationen leben auch auf Kosten der ärmeren Länder des globalen Südens, die etwa am stärksten von Extremwetterereignissen in Folge des Klimawandels betroffen sind.

© Jörg Farys, Die.Projektoren

Unsere Aktion auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin zog nicht nur die Aufmerksamkeit der PassantInnen, sondern auch von zahlreichen PressevertreterInnen auf sich. Weitere Informationen FAQ zum Erdüberlastungstag 2018 (PDF)
Pressemitteilung zum Erdüberlastungstag 2018 Berechnen Sie Ihren ökologischen Fußabdruck (auch auf Deutsch verfügbar)
Themenseite Erdüberlastungstag (auch mit weiteren Fotos der Aktion)
Diese Aktivität wird gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für den Inhalt der Aktivität ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt des/der Zuwendungsgeber wieder.    
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Make Chocolate Fair! beim EuroBean Chocolate Festival

17. Juli 2018 - 10:54
Am ersten Augustwochenende dreht sich auf Schloss Rochsburg bei Leipzig und Dresden wieder alles um die Schokolade. Zum dritten Mal ist das EuroBean Chocolate Festival dort zu Gast. Treffen Sie uns, fragen Sie und diskutieren Sie mit uns!
  • Was: Ausstellung, Informationsstand und Vortrag „Make Chocolate Fair!“
  • Wann: 4.-5. August 2016, 10-18 Uhr; Vortrag am 5. August von 14-15 Uhr
  • Wo: Schloss Rochsburg, Schlossstr. 1, 09328 Luzenau, OT Rochsburg
Mit einer Schoko-Ausstellung und einem Infostand ist die INKOTA-Kampagne Make Chocolate Fair! auf dem Schoko-Festival dabei. Wir informieren über die Schattenseiten des Schokoladenkonsums, Sie können sich an unserem Schoko-Quiz beteiligen - und mit etwas Glück ein Überraschungspaket gewinnen!

Am Sonntag um 14 Uhr diskutiert INKOTA-Referent Johannes Schorling bei einem Vortrag gemeinsam mit den BesucherInnen, was Schokoladenhersteller und SchokoladenliebhaberInnen tun können, damit sich die Lebensbedingungen für Kakaobauernfamilien verbessern. Was Familien besonders freuen wird, ist das abwechslungsreiche Unterhaltungsprogramm des Festivals für Groß und Klein. Auf die Kinder warten Schoko-Rallye, Figurentheater und weitere spannende Aktivitäten, während sich die Erwachsenen bei leckeren Verkostungen über Workshops, Lesungen, Filmvorführungen und Konzerte freuen können. Weitere Informationen Die Kampagne Make Chocolate Fair! von INKOTA Infoblatt: Die bittere Wahrheit über Schokolade Bittere Schokolade - Warum wir eine faire Kakaoproduktion brauchen
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Gartentalk und Freiluftkino: Das Wunder von Mals

6. Juli 2018 - 12:22
Am Freitag, 27. Juli laden INKOTA, das Himmelbeet und UnKonzerned zu einem abwechslungsreichen Sommerabend ein: Leckeres Essen aus geretteten Lebensmitteln, der Film „Das Wunder von Mals“ und ein Gespräch unter anderem mit dem Regisseur stehen auf dem Programm!
  • Was: Essen, Gespräch und Film „Wunder von Mals“
  • Wann: 27. Juli 20:00 bis 23:30 Uhr
  • Wo: Himmelbeet, Ruheplatzstr. 12, 13347 Berlin
Vor dem Film wird es einerseits leckeres Essen vom „Real Junk Food Project“ geben sowie ein Gespräch mit dem Regisseur Alexander Schiebel und INKOTA-Referentin Lena Michelsen. Sie werden über die Bedrohung der globalen Ernährungssouveränität angesichts immer mächtigerer Konzerne wie Bayer (-Monsanto) sprechen und konkrete Möglichkeiten zum Widerstand diskutieren. Der Film: In Mals, einem kleinen Dorf in Südtirol, setzen sich BürgerInnen erfolgreich gegen die Agrarlobby zur Wehr. 2015 entscheiden sich 76 Prozent der Bevölkerung von Vinschgern im Rahmen einer Volksbefragung für ein Pestizidverbot auf dem Gemeindegebiet. Ein ungleicher Kampf beginnt, indem die Menschen in Mals über sich hinauswachsen werden. Denn ihr „Nein“ zu Pestiziden und Monokulturen ist gleichzeitig ein „Ja“ zu Vielfalt, Schönheit und Eigenart, ein „Ja“ zur eigenen Identität. Programm:
20:00 Uhr Einlass und Essen vom Real Junkfood Project
20:30 Uhr Gartentalk mit Alexander Schiebel (Regisseur „Wunder von Mals“) und Lena Michelsen (INKOTA-netzwerk)
21:30 Uhr Filmvorführung „Wunder von Mals“
23:00 Uhr Fragen an den Regisseur Weitere Infos

Film-Trailer „Das Wunder von Mals“
Broschüre: Fusionswelle brechen - Wie die wachsende Konzernmacht im Agrarbereich eine zukunftsfähige Ernährung bedroht und was wir dagegen tun können! Zur INKOTA-Kampagne „Fusionswelle brechen“ zu Marktkonzentration im Agrarbereich Die Arbeit des INKOTA-netzwerk e.V. zu diesem Thema wird durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von MISEREOR sowie aus Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes gefördert. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.    
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Preisverleihung der SPITZEN NADEL 2018

4. Juli 2018 - 15:20
Mit einer feierlichen Preisverleihung auf der Ethical Fashion Show wurde am 3. Juli die SPITZE NADEL an drei Gewinner-Aktionen verliehen. Dieses Jahr ging der Preis für Aktionen gegen die dunkle Seite der Modeindustrie an das Friedrich-von-Alberti-Gymnasium, den Verein „Bis es mir vom Leibe fällt“ und die Designerin Tanja Hildebrandt. Mit insgesamt 10.000 Euro würdigt der Preis das beeindruckende Engagement der drei PreisträgerInnen.

Die SPITZE NADEL 2018 wurde in drei Kategorien verliehen: „Motivation junger Menschen”, „Vom Umdenken zum Handeln” und „Innovativste Idee”. Ausgezeichnet wurden drei öffentlichkeitswirksame Aktionen, die sich entschlossen und originell für mehr Gerechtigkeit und menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie eingesetzt haben.
Preisträgerinnen der Kategorie „Motivation junger Menschen“ und Jurimitglied Bärbel Höhn, MdB (2. v. rechts) In der Kategorie „Motivation junger Menschen“ wurde das Friedrich-von-Alberti-Gymnasium mit der Theaterinstallation „Fashion Pressure“ ausgezeichnet. Die Schule aus Baden-Württemberg motiviert mit ihrer Theaterinszenierung, die auf kreative Art und Weise den alltäglichen Umgang von SchülerInnen mit Textilien darstellt, junge Menschen zu bewusster Mode. Damit leistet das Gymnasium einen herausragenden Beitrag zum Bewusstseinswandel junger Menschen. Einen kurzen Ausschnitt aus dem Stück haben die SchülerInnen bei der Preisverleihung präsentiert.
Preisträgerinnen der Kategorie „Vom Umdenken zum Handeln“ (Mitte) und Jurimitglieder Das Veränderungsatelier und der Verein „Bis es mir vom Leibe fällt“ hat die SPITZE NADEL in der Kategorie „Vom Umdenken zum Handeln“ gewonnen. „Bis es mir vom Leibe fällt“ klärt mit ihren Workshops in Schulen über die Bedingungen in der Textilbranche auf, regt zum Umdenken an und zeigt vor allem kreative Alternativen zur Fast Fashion auf. Damit leistet der Verein großartigen Widerstand gegen den Kaufrausch. 
Preisträgerinnen der Kategorie „Innovativste Idee“ (2. v. rechts) und Jurimitglieder Für die „Innovativste Idee“ wurde Tanja Hildebrandt mit ihrem gefakten Fast Fashion Label „momos“ mit der SPITZEN NADEL ausgezeichnet.  Mit „momos“ hat sie junge, modebewusste KonsumentInnen zum Nach- und Umdenken bewegt, indem sie durch die Imitation der typischen Elemente der Fast Fashion Industrie und die anschließende Auflösung der wahren Hintergründe der Aktion das gesamte System ad absurdum geführt hat. Die Stimmigkeit und die Originalität der Idee von Anfang bis Ende hat die Jury überzeugt.
Im Kraftwerk Berlin steigt die Spannung unter den ZuschauerInnen: wer gewinnt die Spitze Nadel 2018? Darüber hinaus haben wir für die SPITZE NADEL 2018 viele weitere tolle Bewerbungen erhalten und sind begeistert von den originellen Aktionen und dem vielfältigen Engagement gegen die dunkle Seite der Modeindustrie. Die Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen, die unsere T-Shirts und Schuhe produzieren, sind miserabel: Ihr Lohn reicht nicht zum Leben, sie haben keine soziale Absicherung, sind giftigen Chemikalien ohne Schutzkleidung ausgeliefert und haben kaum Zugang zu Gewerkschaften. Das muss sich endlich ändern! Und deshalb braucht es auch in Zukunft weiterhin starkes öffentlichkeitswirksames Engagement und Aktionen für Menschenrechte bei der Arbeit!

Die Juri der Spitzen Nadel 2018 Weitere Informationen Über den Preis "Spitze Nadel - Aktionspreis gegen die Dunkle Seite der Modeindustrie
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Anhörung im Bundestag: Megafusionen im Agrarbereich

2. Juli 2018 - 9:21
Am Mittwoch, den 27. Juni 2018 fand eine Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Bundestages zum Thema Marktkonzentration im Agrarbereich statt. Damit hat es das Thema der INKOTA-Kampagne Fusionswelle brechen ganz offiziell in den Bundestag geschafft – ein Erfolg unserer hartnäckigen Bemühungen, das Wettbewerbsrecht zu politisieren! Zwei Stunden lang standen sieben Sachverständige den Abgeordneten im Wirtschaftsausschuss Rede und Antwort. Dabei ging es zum einen darum, wie die geladenen Experten die Folgen der Fusion von Bayer und Monsanto für den Agrarbereich einschätzen und ob die Europäische Wettbewerbskommission aus ihrer Sicht richtig gehandelt hat. Die Kommission hatte die Übernahme im März nach fast neun Monaten Prüfung schließlich unter Auflagen genehmigt. Besonders strittig war dabei der Punkt, ob bei der Fusionskontrolle ausschließlich wirtschaftliche Fragen berücksichtigt werden sollten. INKOTA fordert die Bundesregierung auf, soziale, ökologische und menschenrechtliche Folgen von Fusionen zukünftig ebenfalls zu prüfen. In der Anhörung zeigten sich die wettbewerbsrechtlichen Hardliner unzugänglich: Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, und Prof. Dr. Podszun von der Universität Düsseldorf waren sich einig, dass die Bewertung außerökonomischer Ziele in der Fusionskontrolle nichts verloren habe. Diese würde die zuständigen Behörden nur überfrachten. Rechtsanwalt Dr. Manuel Künstner hingegen stellte eindrücklich dar, dass die Fusionskontrolle auch die Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) respektieren sollte. Denn diese hat im Europäischen Recht Vorrangigkeit. Außerdem befürwortete er offen, dass die Bundesregierung vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Genehmigung der Fusion von Bayer-Monsanto Klage einreichen sollte, und bekräftigte somit unsere Forderung! Unterschreiben Sie jetzt unseren Appell an die Bundesregierung, um den politischen Druck weiter zu erhöhen Kampagnenbroschüre „Fusionswelle brechen“ zum Thema Megafusionen und Wettbewerbsrecht Die Arbeit des INKOTA-netzwerk e.V. zu diesem Thema wird durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von MISEREOR sowie aus Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes gefördert. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.    
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Jahrestag der Europäischen Konfliktmineralien-Regulierung

1. Juli 2018 - 15:16
Am 8. Juni jährte sich das Inkrafttreten der Europäischen Konfliktmineralien-Regulierung. Diese soll verhindern, dass Rohstoffimporte von Gold, Zinn, Tantal und Wolfram bewaffnete Konflikte oder Menschenrechtsverletzungen in den Abbauregionen finanzieren. Die Verordnung stellt einen wichtigen Meilenstein im Kampf um transparente und verantwortungsvolle Gewinnung von Rohstoffen dar, denn zum ersten Mal hatte das Europäische Parlament für eine verbindliche Regulierung gestimmt. Und dennoch bietet sie Unternehmen zu viele Schlupflöcher: Nur die Unternehmen, die unverarbeitete Rohstoffe importieren, werden in die Pflicht genommen. Wer Waren und Güter einkauft, die diese Rohstoffe bereits verarbeitet enthalten, ist in die Regulierung nicht eingeschlossen. Doch genau letztere sind die meisten. Wer ganz wenig kauft, darf ebenfalls weiter die Augen verschließen vor dem, was ganz am Anfang der Lieferkette passiert. Der Ansatz ist gut, aber längst nicht ausreichend. Obwohl erst 2021 rohstoffimportierende Unternehmen zum ersten Mal im Kontext der Verordnung über ihr Lieferkettenmanagement berichten müssen, gilt es schon jetzt, wachsam auf die Vorbereitungsprozesse zu schauen: weltweit werden gerade Risikogebiete analysiert und Schmelzen von Rohstoffen auf deren Lieferketten untersucht. Unterschiedliche Mechanismen werden getestet, um den Weg der Rohstoffe zu uns nachvollziehbar zu machen. Nationale Behörden werden benannt, um die Berichte zu bearbeiten. Wir werden weiterhin als kritische Beobachter am Ball bleiben und berichten hier über Updates bei der Umsetzung der Verordnung.  Richtig spannend wird es dann, wenn die ersten Evaluierungen zeigen werden, wie wirksam die Regulierung tatsächlich ist und an welchen Schrauben noch nachgebessert werden muss. Das Gute: auch das EU-Parlament sah bereits, dass die aufgestellten Regeln laufend weiterentwickelt werden müssen. Weitere Informationen Ein erster Schritt: EU-Parlament schränkt Import von Konfliktmineralien ein
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