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Aktualisiert: vor 3 Stunden 26 Minuten

Stadtklima: Wie lassen sich Plätze zum Wohlfühlen finden?

14. Dezember 2018 - 0:00
Neues Pflaster, frische Sitzbänke, ein paar Bäume – doch der große Platz bleibt auch bei Sonnenschein meist menschenleer. Ein anderer Platz ganz in der Nähe: Hier sind die Bänke besetzt, die Leute verweilen. Woran liegt das? Es könnte an der tollen Aussicht liegen oder den historischen Fassaden – oder am „thermischen Komfort“. Die so genannte Wohlfühltemperatur spielt eine wichtige Rolle dabei, wie beliebt ein Ort ist.

Foto: Bernd Sterzl_pixelio.de

CEN und CliSAP auf der größten Konferenz für Geowissenschaften weltweit

14. Dezember 2018 - 0:00

Mit 24.000 Besuchern und fast 2.000 Vorträgen und Postern ist das jährliche Herbsttreffen der American Geophysical Union (AGU) eine Wissenschaftsveranstaltung der Superlative. Bereits zum 7. Mal sind das CEN und der Exzellenzcluster für Klimaforschung CliSAP mit einem eigenen Stand vertreten; ebenso der Kieler Exzellenzcluster "The Future Ocean".

Am benachbarten Gemeinschaftsstand der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) präsentieren sich außerdem das am CEN koordinierte Forschungsprojekt "TRR181 – Energy Transfers in Atmosphere and Ocean", das Alfred-Wegener Institut (AWI), das Deutsche GeoForschungszentrum (GFZ) sowie das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des CEN und aus CliSAP präsentierten in Washington D.C. unter anderem Ergebnisse aus den Bereichen Meeresspiegelmodellierung oder Sedimentforschung. „Solche Großveranstaltungen sind für die Vernetzung der wissenschaftlichen Gemeinde sehr wichtig: Man kann sich persönlich austauschen, bekommt neue Impulse und sieht die kommenden Forschungstrends,“ sagt CEN Direktor Detlef Stammer. Am Messestand informierten sich Besucherinnen und Besucher aus aller Welt auch über den neuen Hamburger Exzellenzcluster "Climate, Climatic Change and Society" (CliCCS). Am weihnachtlich geschmückten Stand konnten unter ihnen auch zahlreiche Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden sowie Postdocs Hamburger Forschende treffen und sich aus erster Hand über das Forschungsumfeld in der Hansestadt informieren. Selbst eine Gruppe amerikanischer High-School Schülerinnen und Schüler wollte bei Lebkuchen und alkoholfreiem Punsch mehr über die hiesige Klimaforschung erfahren.

 

Foto: UHH/CEN/C. Krätzig

Videogruß aus dem All von Alexander Gerst an die Uni Hamburg

7. Dezember 2018 - 12:54
Nie zuvor wurde aus den Weiten des Universums ein solcher Gruß an die Uni Hamburg verschickt: Mit einer Videobotschaft richtet sich ISS-Kommandant Dr. Alexander Gerst – Ehrensenator und Alumnus der Universität Hamburg – an die Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner ehemaligen Universität.

Foto: ESA - European Space Agency

Klimawissenschaft fordert schlagkräftiges weltweites Forschungsprogramm

29. November 2018 - 0:00

Sechs internationale Forscherinnen und Forscher haben jetzt ein Strategiepapier veröffentlich, das einem Weckruf gleicht. Sie betonen die Notwendigkeit eines schlagkräftigen weltweiten Klimaforschungsprogramms – wie dem WCRP, dem World Climate Research Programme – um die Verbesserung von regionalen und lokalen Klimaprognosen voranzubringen. Dazu muss vor allem die Klimamodellierung vorangetrieben werden.

„Wir müssen jetzt riesige Schritte machen“, sagt Detlef Stammer vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) der Universität Hamburg, „um die Vorhersagen für konkrete Regionen zu verbessern und daraus sinnvolle Klimainformationen für die Bürgerinnen und Bürger, für Politik und Industrie bereitzustellen. Nur auf einer wissenschaftlich fundierten Basis kann eine Gesellschaft entscheiden, wie sie sich für eine mögliche Klimazukunft rüsten kann.“ Im Pariser Klimaabkommen von 2015 forderte der Weltklimarat ebendies.

Der Kreis der renommierten Autorinnen und Autoren fasst zusammen, worauf es ankommt: Nur ein schlagkräftiges strategisches Forschungsprogramm kann die Klimaforschung weltweit bündeln, nur so ließe sich die Klimaforschung im nötigen Maße intensivieren. Dafür müssten in Zukunft sowohl die Klimamessungen und -beobachtungen, die Entwicklung von Klimarechenmodellen als auch Datenaustausch und -management international noch stärker koordiniert werden. Dies sei nur mit einer geeigneten Infrastruktur zu leisten. Hier wäre neben einer wissenschaftlichen Führung, eine langfristig gesicherte Finanzierung durch alle beteiligte Nationen notwendig.

Wir brauchen eine Weiterentwicklung und Intensivierung der internationalen Klimaforschung, die sich auf Klimasimulationen mit extrem hoher Auflösung und der Interpretation von Klima-Daten weltweit fokussiert. Dafür müssen wir die größten Computer-Ressourcen mobilisieren, die wir kriegen können“, sagt Detlef Stammer. „Sonst werden wir dringend erforderliche Ziele und Ergebnisse in absehbarer Zeit nicht erreichen.“

Fachartikel:
Science Directions in a Post COP21 World of Transient Climate Change: Enabling Regional to Local Predictions in Support of Reliable Climate Information (2018) - D. Stammer, A. Bracco, P. Braconnot, G. P. Brasseur, S. M. Griffies, E. Hawkins
https://doi.org/10.1029/2018EF000979

Detlef Stammer, Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN), Universität Hamburg
Annalisa Bracco, School of Earth and Q4 Atmospheric Sciences, Georgia Institute of Technology, Atlanta, GA, USA
Pascale Braconnot, Laboratoire des Sciences du Climat et de l’Environnement, unité mixte CEA-CNRS-UVSQ, Université Paris Saclay, Gif sur Yvette Cedex, France
Guy P. Brasseur, Max Planck Institute for Meteorology Hamburg, Germany; National Center for Atmospheric Research, Boulder, CO, USA
Stephen M. Griffies, NOAA Geophysical Fluid Dynamics Lab and Princeton University Atmospheric and Oceanic Sciences Program, Princeton, NJ, USA
Ed Hawkins, National Centre for Atmospheric Science, Leeds, UK, Department of Meteorology, University of Reading, Reading, UK

Kontakt:
Prof. Dr. Detlef Stammer
Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) – Direktor
Kommender Exzellenzcluster Climate, Climatic Change, and Sustainability (CliCCS) – Sprecher
Universität Hamburg
Tel.: +49 40 42838-5052
E-Mail: detlef.stammer@uni-hamburg.de

Foto: Wikimedia commons

Wassermangel! Wenn mit dem Klimawandel die Elefanten ins Dorf kommen

21. November 2018 - 0:00
Wir hörten das Donnern schon kilometerweit entfernt. Eine Herde afrikanischer Elefanten näherte sich dem kleinen Dorf in Namibia, in dem ich während meiner Forschungsaufenthalte lebe. Normalerweise meiden Elefanten die Dörfer. Doch wir ahnten, was die Tiere an diesem Nachmittag suchten. Sie konnten es über große Distanzen bei uns riechen: Wasser.

Foto: UHH/M.Schnegg

SDG-Patenschaften an der Universität Hamburg

21. November 2018 - 0:00

Die Universität Hamburg hat es sich zum Ziel gesetzt, an einer nachhaltigen Zukunftsgestaltung mitzuwirken. Dazu hat sie Patenschaften vergeben: Durch diese sollen in Anlehnung an die UN Ziele und Konzepte für eine nachhaltige Entwicklung erforscht werden. 19 der Patinnen und Paten arbeiten im kommenden Exzellenzcluster für Klimaforschung CliCCS.

Forschung zur Armutsbekämpfung, für Geschlechtergerechtigkeit oder auch zu Klimaschutzmaßnahmen soll im Rahmen von Patenschaften für die 17 SDGs an der Universität Hamburg unterstützt werden. SDG bedeutet „Sustainable Development Goal“. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich bereits in ihrer Forschung mit den Themenfeldern der SDGs. Durch die vom Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität (KNU) gemeinsam mit Vizepräsidentin Jetta Frost am 9. November 2018 vergebenen Patenschaften soll diese Arbeit weiter intensiviert und der interdisziplinäre Austausch zu den Themenfeldern unterstützt werden.

„Es geht darum, wissenschaftliche Beiträge aus den Fakultäten der Universität Hamburg zu den SDGs zu fördern, Schnittstellen zwischen den Nachhaltigkeitszielen aufzuzeigen und diese Ziele gleichzeitig kritisch zu reflektieren“, erklärt Sophie van Rijn vom KNU. Damit dies gelingt, wurden zusammen mit den Dekanaten insgesamt 51 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgewählt, die sich in ihrer Forschung bereits mit mindestens einem der Ziele für nachhaltige Entwicklung beschäftigen, und in interdisziplinären Patenteams zu den 17 Nachhaltigkeitszielen zusammengeführt. Die Teams tauschen sich im Rahmen der Patenschaft aus und werden vom KNU mit jeweils 5000 Euro unterstützt.

Interdisziplinarität und Vernetzung

So ist der Wirtschaftsgeograph Prof. Dr. Jürgen Oßenbrügge aus der MIN-Fakultät Pate für das 11. SDG (Nachhaltigkeit in Städten und Gemeinden). Er forscht unter anderem zur ungleichen Verteilung von Umweltbelastungen und ökologisch problematischen Formen der Siedlungsentwicklung. Ebenfalls Patin für das 11. SDG ist die Soziologin Prof. Dr. Katharina Manderscheid. Eines ihrer Forschungsthemen ist Mobilität und soziale Ungleichheit. Auch wenn diese Forschungsvorhaben nicht auf den ersten Blick übereinstimmen, liegt genau hier das Ziel der Patenschaften, erklärt Sophie van Rijn vom KNU: „Sie sollen interdisziplinär ausgerichtet sein und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammenbringen, um Themen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.“

Neben den wissenschaftlichen Zielsetzungen steht also insbesondere der Aspekt der Vernetzung im Fokus. So organisiert das KNU – das federführend für das Programm verantwortlich ist – unter anderem Vernetzungsaktivitäten während der einjährigen Patenschaft, damit die fach- und fakultätsübergreifende Auseinandersetzung mit den SDGs im Rahmen der Patenschaften gelingen kann, so van Rijn vom KNU.

Die Vergabe von SDG-Patenschaften steht im Einklang mit dem Leitbild „Innovating und Cooperating for a Sustainable Future“ (Erneuerung und Zusammenarbeit für eine nachhaltige Zukunft) der Universität Hamburg, dass sich an den „17 Sustainable Development Goals“ (Ziele für nachhaltige Entwicklung, SDG) der Vereinten Nationen orientiert und vor diesem Hintergrund wurden die Patenschaften für die SDGs vergeben.

Kontakt
Sophie van Rijn
Wissenschaftliche Referentin
Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität KNU
Mittelweg 177
20148 Hamburg
Tel.: +49 40 42838-9592
E-Mail: sophie.vanrijn@uni-hamburg.de

Weitere Informationen
Die jeweiligen Patenschaften werden in den kommenden Monaten im Newsroom vorgestellt. Einen Überblick über die Patinnen und Paten sowie die Forschungsvorhaben gibt es unter https://www.nachhaltige.uni-hamburg.de/projekte/sdg-patenschaften.html.

Was sind Sustainable Development Goals?
Die 17 Sustainable Development Goals (Ziele für nachhaltige Entwicklung) sind Zielsetzungen der Vereinten Nationen (UN), die die Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene beinhalten. Grundlage sind die im Jahr 2000 entwickelten Millennium Development Goals (Jahrtausend-Entwicklungsziele), welche sich unter anderem der Armutsbekämpfung, der Gleichstellung der Geschlechter oder der Bekämpfung von schweren Krankheiten verschrieben hatten. Die SDGs traten nach Ablauf der Millennium Development Goals am 1. Januar 2016 in Kraft und gelten bis 2030. Sie sind für alle UN-Mitglieder verbindlich. Die Ziele sind unter folgendem Link einsehbar (auf Englisch): https://sustainabledevelopment.un.org/sdgs.

Foto: UHH/Dingler

Frage 37: Können wir das Klima beherrschen?

19. November 2018 - 0:00
Um höchstens zwei Grad soll sich die Erde noch erwärmen, wohlgemerkt im Vergleich zur vorindus­triellen Zeit – darauf hatte sich die globale Staatengemeinschaft 2015 in Paris geeinigt. Dieses Ziel sei nicht ambitioniert genug, erklärten vor Kurzem Hunderte Klimaforscher. Bei einer Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad würden wahrscheinlich nahezu alle Korallenriffe weltweit absterben, das grönländische Eis und Teile des antarktischen Eises würden unwiederbringlich verloren gehen. Die Erde dürfe sich möglichst nur noch um maximal 1,5 Grad erwärmen. Um das zu erreichen, seien „nie da gewesene“ Maßnahmen nötig. Aber: Wie weit reicht unser Einfluss, wozu sind wir technisch und sozial in der Lage? Es gibt durchaus Grund für Optimismus, sagen Umweltökonom Prof. Dr. Grischa Perino und Klimaforscher Prof. Dr. Detlef Stammer.

Foto: Klaus Bodig / Hamburger Abendblatt

Wir trauern um unseren Kollegen Niels Jakobi

6. November 2018 - 0:00

Foto: UHH/CEN

Sechs Thesen für eine konstruktive Klima-Kommunikation

30. Oktober 2018 - 0:00
Trotz unseres umfassenden Wissens zum Klimawandel ist kein Rückgang der Kohlendioxid-Emissionen zu beobachten. Sechs Empfehlungen, wie eine bessere Klima-Kommunikation mehr Menschen in ihrem Alltag erreicht und den Klimaschutz voranbringt, hat Experte Michael Brüggemann formuliert.

Foto: UHH/CEN/D. Ausserhofer

Geographieunterricht: Mehr als Stadt, Land, Fluss

29. Oktober 2018 - 0:00

„Weltmeere im Wandel“, dieses Thema stand im Mittelpunkt der diesjährigen Fortbildung für Geographielehrerinnen und -lehrer an der Universität Hamburg. Bereits zum zehnten Mal bot die Universität an, sich über aktuelle Forschungsergebnisse zu informieren und Experimente für den Unterricht auszuprobieren. 140 Interessierte folgten der Einladung zum „Hamburger Symposium Geographie“ – ein Besucherrekord.

„Geographie ist eine dynamische Wissenschaft. Sie beschäftigt sich mit der Interaktion von Mensch und Raum, und diese ändert sich ständig. Wer dieses Fach unterrichtet, kann sich deswegen nicht auf einem einmal erworbenen Wissensschatz ausruhen, sondern muss seine Kenntnisse permanent aktualisieren“, erklärt Geographie-Professorin Beate Ratter ihre Beweggründe, das Symposium Jahr für Jahr zu organisieren.

Diesmal hatte sie fünf Referenten aus drei verschiedenen Forschungseinrichtungen sowie vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eingeladen. Ihr Kollege vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) der Universität Hamburg, Prof. Christian Möllmann, erklärte, warum die Ostsee überfischt ist. Beate Ratter selbst berichtete, welche Probleme staatliche Grenzziehungen auf hoher See mit sich bringen.

Dass im Geographieunterricht auch Experimente möglich sind, konnten die Besucherinnen und Besucher am zweiten Tag selbst ausprobieren. Im Aquarium kreierten sie mit Hilfe einer Wärmequelle, sprich Lampe, und eines Eisblocks einen Mini-Golfstrom: Mit einer oberflächennahen Strömung vom warmen zum kalten Pol und einer Rückströmung im tieferen Wasser.

Bislang veranstaltete die Universität die Fortbildung zusammen mit dem Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung. In diesem Jahr kamen zwei weitere Partner hinzu: Der Hamburger Landesverband Deutscher Schulgeographen und die Geographische Gesellschaft Hamburg. Die Ergebnisse des Symposiums werden wieder als Buch erscheinen.

Hier kann die  Schriftenreihe bestellt werden.

Foto: UHH/CEN/B. Ratter

Konferenz der drei norddeutschen Exzellenzcluster in Berlin

23. Oktober 2018 - 0:00

Mehr als 220 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Exzellenzcluster für Ozean- und Klimaforschung aus Bremen, Kiel und Hamburg haben sich im Berliner Umweltforum zur Konferenz „Ozean – Klima – Nachhaltigkeit“ getroffen. Im Fokus standen zentrale Ergebnisse aus mehr als zehn Jahren Forschung. Neben übergeordneten Themen wie Klimawandel, Ozeanforschung und die nachhaltige Entwicklung ging es in insgesamt 21 Foren unter anderem um Risiken für die Küsten, Ressourcen am Meeresboden, den Umgang der Gesellschaft mit den Folgen des Klimawandels oder um den biogeochemischen Austausch zwischen Ozeanoberfläche und Atmosphäre. Dabei stellten nicht nur etablierte Forschende der drei Institutionen und Gäste von internationalen Partnereinrichtungen ihre Arbeiten vor, sondern auch zahlreiche Nachwuchsforschende.

„Die gemeinsame Konferenz zeigt eindrucksvoll, wie eng und gleichzeitig komplementär die drei Exzellenzcluster in Hamburg, Kiel und Bremen zusammenarbeiten. Darüber hinaus sind Ozean, Klima und Nachhaltigkeit echte gesellschaftliche Zukunftsthemen“, sagt Professor Martin Visbeck, Sprecher des Kieler Forschungsverbundes „The Future Ocean“.

Auch Professor Detlef Stammer, Sprecher des Hamburger Exzellenzclusters CliSAP, betont die zentrale Bedeutung des Treffens: „In Berlin wollen wir gemeinsam Akzente setzen für die zukünftige globale Agenda, Informationen für Entscheider liefern in Sachen Klimawandel und Klimafolgen. Hier kommt in zwei Tagen geballtes Wissen aus Natur- und Gesellschaftswissenschaften zusammen.“

Die drei Standorte wollen auch künftig eng kooperieren, kündigt Professor Michael Schulz, Sprecher des Bremer Exzellenzclusters „Der Ozean im System Erde“; an: „Die inhaltliche Spannbreite der drei Standorte ist beeindruckend und eine ausgezeichnete Basis für eine moderne, zukunftsorientierte Meeresforschung mit internationaler Sichtbarkeit.“

Weitere Informationen

Homepage 3 Clusters Conference

Exzellenzcluster "Marum", Bremen

Exzellenzcluster "The Future Ocean", Kiel

Exzellenzcluster "CliSAP", Hamburg

Foto: UniHH/CEN/D. Ausserhofer

Naturschutz mit Lücken

22. Oktober 2018 - 0:00

Ein auffallender Widerspruch hat mich zu meiner Doktorarbeit inspiriert: Einerseits weist die Europäische Union immer mehr Naturschutzgebiete aus, anderseits sterben weiterhin Tier- und Pflanzenarten aus, verschwinden Lebensräume in einem beängstigenden Tempo. Das ist nicht nur für den Artenschutz problematisch, der Verlust von Biodiversität wirkt sich auch auf das Klima aus. Denn vielfältige, intakte Lebensräume wie Moore und Wälder binden Kohlenstoff, der sonst als Treibhausgas Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangen könnte.

Wo noch Schutzgebiete fehlen, untersuche ich im Rahmen meiner Doktorarbeit am Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) an der Universität Hamburg. Dafür habe ich zunächst geprüft, was die EU bislang getan hat. Und habe festgestellt: Eines ihrer wichtigsten Vorhaben hat sie umgesetzt. 18 Prozent der europäischen Landfläche stehen unter Naturschutz; ein Prozent mehr als zugesagt. Doch ein wichtiges Ziel hat sie nicht verwirklicht. Sie hat nicht jeden Naturraum ausreichend berücksichtigt, nicht jede der 43 europäischen „Ökoregionen“ zu 10 Prozent unter Schutz gestellt. Bis 2020 muss das geschehen, dazu hat sich die EU auf verschiedenen Umweltgipfeln verpflichtet.

Sechs Ökoregionen haben Nachholbedarf. Zu ihnen gehören die „Buchenwälder der Englischen Tiefebene“ oder die „Mischwälder des Po-Beckens“ – vergleichsweise kleine Regionen Nischenlandschaften, sozusagen. Überraschenderweise ist aber auch eine Region betroffen, die sich über ein ausgedehntes Gebiet und mehrere Länder erstreckt. Buchen, Eichen und Kiefern prägen die „Atlantischen Mischwälder“, die sich von den Pyrenäen bis zur deutsch-dänischen Grenze erstrecken. Doch diese riesige Fläche ist nicht überall gleich. Neben Wäldern kommen in der Ökoregion auch Lebensräume wie Fließgewässer, Moore und Wiesen vor. Will man die europäische Artenvielfalt erhalten, muss man von jedem solchen Lebensraum einen Zipfel erfassen.

Noch ist das nicht der Fall. In den Atlantischen Mischwäldern fehlen beispielsweise Moorwälder vom Typ 91D0*: Laubwälder mit Moorbirken oder Waldkiefern auf feuchten, nährstoffarmen und sauren Böden. Solche Wälder gibt oder gab es in Frankreich, Belgien, den Niederlanden – und auch in Norddeutschland waren sie einst weit verbreitet. Doch nach jahrhundertelanger Entwässerung steht es heute schlecht um sie. 

Wer muss nun tätig werden, welches Land muss die fehlenden Naturschutzgebiete schaffen? Dafür gibt es keine Vorgaben. Sinnvoll wäre es jedoch, neue Schutzgebiete dort auszuweisen, wo die Ziele der EU kostengünstig erreicht werden können. Das ist meist dort möglich, wo das Land nur geringe Erträge bringt. Sind wirtschaftliche Interessen nicht so stark betroffen, akzeptieren die Landbesitzer mit dem Naturschutz verbundene Einschränkungen leichter. Und seltene Tiere und Pflanzen haben oft gerade auf wenig bewirtschafteten Flächen ein Refugium gefunden.

Für meine Doktorarbeit habe ich Landpreise für ganz Europa zusammengetragen. Ich habe ein Computerprogramm entwickelt, das diese mit den Vorkommen schützenswerter Lebensräume abgleicht: Eine knifflige Angelegenheit, weil ich erst einen passenden Algorithmus schaffen musste.  Erst nach anderthalb Jahren traten schließlich Landkreise, Grafschaften, counties oder comtés hervor, in denen die Ausweisung neuer Schutzflächen empfehlenswert wäre. Einige liegen sogar direkt vor den Toren Hamburgs, etwa im Landkreis Rotenburg (Wümme) oder Lüneburg.

Insgesamt fehlt gar nicht viel, um die Ziele der EU zu erreichen. Nur 0,35 Prozent der europäischen Landfläche müsste noch unter Naturschutz gestellt werden: Rund 15.000 Quadratkilometer – oder 20 Mal die Fläche von Hamburg.

Dieser Artikel erschien am 15. Oktober 2018 als Gastbeitrag im Hamburger Abendblatt.

Landschaftsplanerin Anke Müller ist Mitglied im Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) und promoviert an der Forschungsstelle Nachhaltige Umweltentwicklung der Universität Hamburg.

Zur kompletten Abendblatt-Serie

Link zum Paper

Foto: MPI-M/B. Diallo

Was Klimamodelle antreibt

18. Oktober 2018 - 0:00
Wie lassen sich Klimasimulationen und Prognosen künftig noch weiter verbessern? Ein Schlüssel hierfür liegt in der Verknüpfung von Beobachtungen mit Klimarechenmodellen: „Klimabeobachtungen werden nicht nur ausgewertet, um neue Erkenntnisse zu gewinnen“, erläutert CEN-Direktor Prof. Detlef Stammer. „Sie dienen auch dazu, Modelle und Vorhersagen zu verbessern. Dafür werden diese mit den Beobachtungen durch sogenannte Datenassimilation formal verknüpft. So lassen sich Vorhersagen treffen oder einzelne Parameter abschätzen, mit denen die Modelle noch näher an die Realität herangeführt werden.“

Foto: UHH/CEN/A. Allner

Wer die Gasbläschen im Erdinneren hört

17. Oktober 2018 - 0:00
Dirk Gajewski hat das Bild vom Inneren der Erde schärfer gezeichnet und würde die unterirdische Speicherung von CO2 erforschen wollen. Der Geophysiker und CEN Vorstand ist soeben für seine Arbeit ausgezeichnet worden – und tourt demnächst durch Europa.

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Wo man bei Schietwetter zum Klimawandel forscht

9. Oktober 2018 - 0:00
Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Die Experten der Universität Hamburg erforschen seine Ursachen und Auswirkungen – und erstellen weltweit gefragte Prognosen und Modelle zur Entwicklung des globalen Klimas. Auch der Hamburger Stadtplanung helfen sie, dem Klimawandel zu begegnen, zum Beispiel mit Analysen zu den Straßen der Stadt. Wir haben Dr. Sarah Wiesner vom Meteorologischen Institut gefragt: Was ist das Besondere an Hamburgs Klima? Welche Folgen könnte der Klimawandel für Hamburg haben? Und was kann die Stadtplanung tun, um sie abzumildern?

Foto: Sebastian Engels

IPCC-Bericht zum 1,5-Grad-Klimaziel – Statements des CEN

8. Oktober 2018 - 0:00
Heute erscheint der Sonderbericht des Weltklimarats IPCC über die Möglichkeiten, die Erderwärmung global auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Ist dieses Ziel noch realistisch? Wie kann es umgesetzt werden? Klimaforscherinnen und Klimaforscher des Exzellenzcluster CliCCS der Universität Hamburg werden dies in den kommenden Jahren analysieren. CliCCS Sprecher Detlef Stammer und CliCCS Co-Sprecherin Anita Engels kommentieren den IPCC Bericht.

Foto: Hon Kim / Unsplash

„Klimadaten nur zu sammeln, genügt nicht“

1. Oktober 2018 - 0:00
Erst vor wenigen Tagen hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft grünes Licht gegeben: Der Exzellenzcluster „Climate, Climatic Change, and Society“, kurz CliCCS, wird ab 2019 für sieben Jahre gefördert. Schon jetzt befassen sich Forschende mit wichtigen Aspekten hierzu, zum Beispiel beim Workshop „Future Climate Data Management“. Warum sie Klimabeobachtungen besser zugänglich machen wollen, haben wir CliCCS-Sprecher Prof. Dr. Detlef Stammer gefragt.

Foto: UHH/CEN/F.Brisc

Vier von vier: Riesenerfolg für die Universität Hamburg

27. September 2018 - 0:00
Soeben wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Wissenschaftsrat und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz in Bonn verkündet: Die Universität Hamburg hat den Zuschlag für vier Exzellenzcluster erhalten! Ein Riesenerfolg für die Universität, die damit alle im Frühjahr beantragten Cluster in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder eingeworben hat!

Foto: UHH/Schöttmer

Hintergründe zum kommenden IPCC-Bericht über 1,5-Grad-Erwärmung

26. September 2018 - 0:00
Gut eine Woche vor der Veröffentlichung des neuen Sonderberichts des Weltklimarats IPCC am 8. Oktober machen Expertinnen und Experten des Deutschen Klima-Konsortiums deutlich, dass tiefgreifende und weit schnellere Veränderungen nötig sind, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.

Foto: Andreas Hermsdorf_pixelio.de

FAQ: Was ist eigentlich die „Exzellenzstrategie“?

24. September 2018 - 0:00
Für die Universität Hamburg (und für viele weitere deutsche Universitäten) wird es am kommenden Donnerstag richtig spannend! Dann verkündet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wie viele „Exzellenzcluster“ künftig – unter anderem an der Universität Hamburg – gefördert werden. Und eines ist sicher: Spätestens am Freitag wird die „Exzellenzstrategie“ überall Thema sein. Höchste Zeit also, ein paar grundsätzliche Fragen zu klären, damit am Donnerstag alle mitreden können.

Foto: UHH/Schell

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