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Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
Aktualisiert: vor 6 Stunden 19 Minuten

5 Fragen – 5 Antworten zur Verhütung

21. September 2018 - 10:00
Wie steht es um die Verhütung in der Welt? Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Am 26. September ist übrigens Weltverhütungstag. Er soll den Blick darauf lenken, wie wichtig Sexualaufklärung und Verhütung für uns alle ist – und darauf, dass viele Frauen in Entwicklungsländern ihr Recht auf Verhütung noch immer nicht wahrnehmen können. Dabei sollte Verhütung das Natürlichste auf der Welt sein:

1. Wie verhüten die meisten Menschen weltweit?

Während in Deutschland die Antibabypille unangefochten an der Spitze steht, ist die weltweit gängigste Verhütungsmethode mit 30 Prozent die Sterilisation der Frau, gefolgt von der Spirale mit 21 Prozent. Pille und Kondom landen im weltweiten Durchschnitt lediglich auf den Plätzen 3 und 4. Rund jede*r Zehnte „verhütet“ mit traditionellen Methoden – darunter der Coitus Interruptus oder die Zykluskontrolle.

Wenn Frauen die Wahl zwischen verschiedenen Verhütungsmethoden haben, gibt es mehrere Faktoren, die ihre Entscheidung beeinflussen. Dazu zählen gesundheitliche Nebenwirkungen, die einfache Anwendbarkeit und die Präferenz des Partners. In Entwicklungsländern, in denen Frauen häufig gesellschaftlich schwächer gestellt sind, können Frauen die Anwendung von Verhütung gegenüber ihrem Partner oft nicht durchsetzen. Daher sind „unsichtbare“ Methoden wie die Dreimonatsspritze besonders wichtig.

Eine Übersicht über 17 Verhütungsmittel mit Hinweisen zur Anwendung und zu Vor- und Nachteilen bietet die Seite Your Life.

2. Welche Verhütungsmethoden sind besonders wirksam?

Die meisten modernen Verhütungsmethoden sind sehr wirksam, um eine Schwangerschaft zu vermeiden. Das setzt jedoch voraus, dass man sie korrekt und regelmäßig anwendet. Es genügt also nicht, Verhütungsmittel bereitzustellen. Vielmehr müssen auch Informationen darüber vermittelt werden, wie sie anzuwenden sind.

Die Wirksamkeit der verschiedenen Verhütungsmethoden lässt sich daran messen, wie viele Schwangerschaften es pro 100 Frauen im ersten Jahr der Nutzung gibt. Die wenigsten Schwangerschaften (nämlich 1 pro 100 Frauen) gibt es bei Implantaten, Spiralen und der weiblichen Sterilisierung, womit diese als die sichersten Verhütungsmethoden gelten. Die meisten Schwangerschaften gibt es bei den beiden traditionellen Methoden Coitus Interruptus (22) und Zyklusmethoden (24) sowie bei Spermiziden (28). Allerdings schützt selbst die am wenigsten wirksame Methode noch um ein Vielfaches besser vor einer Schwangerschaft als keine Methode. Denn: Von 100 sexuell aktiven Frauen, die auf Verhütung verzichten, werden innerhalb eines Jahres 85 schwanger.

3. Ist Verhütung für jeden selbstverständlich?

In Entwicklungsländern kann jede vierte Frau, die eine Schwangerschaft vermeiden möchte, nicht verhüten. Das sind 214 Millionen Frauen! Während Verhütung für die meisten Frauen in Industrieländern eine Selbstverständlichkeit und leicht zugänglich ist, können Frauen in Afrika südlich der Sahara davon nur träumen. Dort hat jede zweite Frau, die verhüten möchte, keine Möglichkeit dazu. Dabei ist Verhütung ein Menschenrecht!

Ob jemand Verhütungsmittel verwendet oder nicht, ist unter anderem eine Frage der Bildung und des Einkommens. Wenn Frauen keine Verhütungsmittel verwenden, kann es aber auch daran liegen, dass sie mit den verfügbaren unzufrieden sind oder sie Angst vor den Nebenwirkungen haben. Sexualaufklärung, gute Beratungsangebote und ein hochwertigeres Verhütungsmittelangebot sind nötig, um dem entgegenzuwirken.

Das ist vor allem für junge Frauen in Entwicklungsländern lebenswichtig, denn sie sind besonders vom Mangel an Familienplanung betroffen und zugleich besonders hohen Risiken bei einer zu frühen Schwangerschaft ausgesetzt.

4. Welche Folgen hat fehlende Verhütung?

In Entwicklungsländern werden fast 250.000 Mädchen und Frauen ungewollt schwanger – jeden Tag! Pro Jahr sind das 89 Millionen ungewollte Schwangerschaften.

Was hinter diesen Zahlen steckt: Vor allem bei Mädchen und jungen Frauen und bei denjenigen, die eine unsachgemäße Abtreibung durchführen lassen, bedeutet eine ungewollte Schwangerschaft häufig gravierende, teilweise lebenslange gesundheitliche Einschränkungen oder sogar den Tod. So zählen Komplikationen infolge von Schwangerschaft oder Geburt für Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren zu den häufigsten Todesursachen. Hinzu kommt, dass Mädchen in Entwicklungsländern, die schon im Teenageralter schwanger werden, häufig die Schule oder Ausbildung abbrechen müssen. Ein Kreislauf aus Armut und Not beginnt.

Deshalb sind Aufklärung und Familienplanung so wichtig! Investitionen in Familienplanung helfen nicht nur, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden und Leben zu retten. Mit jedem zusätzlich in Familienplanung investierten US-Dollar können 2,30 US-Dollar für schwangerschaftsbezogene Gesundheitsdienste eingespart werden.

Wenn alle Frauen verhüten könnten und Schwangere und Neugeborene eine gute medizinische Versorgung bekämen,

  • würde die Zahl ungewollter Schwangerschaften um 75 Prozent auf 22 Millionen pro Jahr sinken,
  • gäbe es 23 Millionen weniger ungewollte Geburten und 36 Millionen weniger Schwangerschaftsabbrüche,
  • könnte das Leben von 224.000 Müttern und 2,2 Millionen Neugeborenen gerettet werden.
5. Was ist zu tun, damit Verhütung selbstverständlich wird?

Da ist ein ganzer Strauß von Maßnahmen zu nennen: von der Entwicklung neuer Verhütungsmethoden, die auf bessere Akzeptanz bei allen Zielgruppen stoßen, über den Ausbau an Aufklärungs- und Verhütungsangeboten – besonders auch für junge Menschen – bis hin zur Stärkung von Gesundheitssystemen.

Das alles kostet Geld, aber der Rahmen ist überschaubar. Jährlich würde es elf Milliarden US-Dollar kosten, allen Frauen in Entwicklungsländern, die verhüten möchten, die Möglichkeit dazu zu geben. Das sind 5,5 Milliarden US-Dollar mehr, als gegenwärtig in Verhütungsmittel, Personal und Gesundheitssysteme investiert wird. Gefordert sind dabei sowohl die Entwicklungs- als auch die Industrieländer. Mehr Mittel für Verhütung ist gut investiertes Geld und zahlt sich mehrfach aus – sowohl aus menschenrechtlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht.

Und hier noch 5 Fragen – 5 Antworten der etwas anderen Art:
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Dieser Beitrag ist erstmals erschienen am 24.09.2015 und wird jährlich mit neuen Zahlen überarbeitet.

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Kategorien: Ticker

Stiftungslauf um den Märchensee zugunsten der DSW am 20.10.2018

20. September 2018 - 14:53

Die große Hitzewelle der Sommermonate ist überstanden und endlich lädt das Wetter wieder dazu ein, die Laufschuhe aus dem Schrank zu holen. Umso schöner, wenn es noch einen besonderen Anlass dafür gibt, wie den Stiftungslauf Hannover.

Am Samstag, den 20. Oktober laden die in Hannover ansässige Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) und die Stadtteilstiftung Sahlkamp-Vahrenheide zum zweiten großen Stiftungslauf. Die Startgebühr von zehn Euro kommt dabei den Projekten der DSW und der Stadtteilstiftung zugute. Wer möchte, kann sich außerdem von Familie, Bekannten oder Kolleg*innen sponsern lassen. Diese Laufpat*innen versprechen einen selbstgewählten Betrag für jede geschaffte Runde an die Stiftungen zu spenden. So hat man seinen Fanklub mit dabei und tut gleichzeitig Gutes.
Für Unterhaltung und das leibliche Wohl sowie für Kinderbetreuung (sieben bis 14 Jahre) ist natürlich gesorgt.

Lokal und Global – Die Projekte der Stiftungen

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung unterstützt Jugendliche in Afrika südlich der Sahara dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre eigene Familiengründung zu treffen. Mit einem Netzwerk aus Jugendklubs, in denen sich junge Menschen auf Augenhöhe austauschen und informieren können, erreichen sie mit lebenswichtigen Informationen über Verhütung und reproduktive Gesundheit. Auf nationaler und internationaler Ebene nehmen wir Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter.

Die Stadtteilstiftung Sahlkamp-Vahrenheide ist Deutschlands erste Stadtteilstiftung. Sie fördert Projekte in den hannoverschen Stadtteilen Sahlkamp und Vahrenheide. Erziehung, Bildung und Soziales – das sind die Bereiche, in die die Stiftung Zinserlöse aus dem Stiftungskapital und auch Spenden gibt, um Initiativen und Einrichtungen für Kinder, Familien und Senioren zu unterstützen.

Gute Gründe Gutes zu tun

Nicht nur ist es ein schöner Anlass, die Laufschuhe auszupacken und sich gemeinsam sportlich zu betätigen. Man tut dabei schließlich auch noch Gutes. Knut Gerschau, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, betont: „Die Laufaktion ist eine gute Möglichkeit, um auf die Situation der jungen Generation in Entwicklungsländern aufmerksam zu machen. Die Jugendlichen, die ich in den Projekten unserer Stiftung kennengelernt habe, stecken voller Ideen und Hoffnungen für die Zukunft. Wenn diese Zukunft Runde um Runde näher rückt, fühlt sich der anschließende Muskelkater ausnahmsweise sehr gut an.“

Am Ende des Stiftungslaufs veranstalten die Organisator*innen des Welfare-Laufs Hannover zusätzlich eine Verlosung, für alle die an mindestens fünf der acht Welfare-Läufe teilgenommen haben. Mehr Informationen unter www.welfare-laufserie.de.

Sie werben für die Teilnahme am „2. Hannoverschen Stiftungs-Lauf“ (v.l.n.r.): Stadtteilbauernhof-Mitarbeiterin Jana Dernedde mit Esel Hansi, Ursula Schroers, Vorstandsvorsitzende der Stadtteilstiftung Sahlkamp-Vahrenheide, Knut Gerschau, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Stiftungsratsmitglieder Wilm Janssen und Christian Bodenstedt von der Stadtteilstiftung, Marlene Kemper, Praktikantin der Sozialarbeit im Quartiersmanagement Sahlkamp-Mitte sowie Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg, der sich im Stiftungsrat der Stadtteilstiftung engagiert. (Foto: Andreas Bodamer-Harig)

Alle wichtigen Infos auf einen Blick

Samstag, 20. Oktober, 10-13 Uhr
Treffpunkt: 9 Uhr auf dem Stadtteilbauernhof, Rumpelstilzchenweg 5
Startgebühr: 10 Euro (gehen zu 100 Prozent an die Projekte von DSW und Stadtteilstiftung)
Anmeldung unter: www.stadtteilstiftung.de oder direkt vor Ort
Flyer

Unterstützer*innen

Hauptsponsor ist die Dirk Rossmann GmbH. Weitere Förderer sind StadtUmBau Jarnot, Gerschau.Kroth.Werbeagentur, Sparkasse Hannover, Hannoversche Volksbank, Druckerei und Werbeagentur Bodenstedt, hanova, Johanniter-Unfall-Hilfe, W. Peter Schäfer, das Griechische Restaurant 99+4 und das Hotel Auszeit in Isernhagen.

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Alfred Biolek: Kochbuch zugunsten von Jugendlichen in Afrika

6. September 2018 - 10:59
“Die Rezepte meines Lebens” – erscheint am 8. September

Aus der deutschen Fernsehgeschichte ist er nicht wegzudenken. Doch es gibt noch zwei andere Bereiche, die Alfred Biolek besonders auszeichnen: Der Unterhaltungskünstler ist zum einen leidenschaftlicher Koch und zum anderen ein langjähriger treuer Unterstützer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). In seinem neusten Projekt kombiniert er diese beiden Leidenschaften: Sein am 8. September erscheinendes Kochbuch „Die Rezepte meines Lebens“ stellt seine Lieblingsrezepte zum Nachkochen vor – und mit jeder Bestellung bei Tre Torri unterstützt der Verlag die Arbeit der DSW mit zwei Euro.

Bioleks Engagement für die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)

Alfred Biolek engagiert sich seit dem Jahr 2000 für die DSW. Als erster deutscher UN-Sonderbotschafter für Weltbevölkerung setzte er sich auf Einladung der Stiftung für junge Menschen in Afrika und deren Schutz vor einer Ansteckung mit HIV ein. Mit seinem Alfred-Biolek-Stiftungsfond unterstützt er die DSW maßgeblich dabei, durch die Sexualaufklärung von Jugendlichen in Ostafrika zu einer nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Denn von ihrer Entscheidung, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommen, hängt es ab, wie viele Menschen in Zukunft auf der Erde leben und wie sie leben werden. „Ich war mehrmals mit der DSW in Afrika und da habe ich gesehen, wie positiv die Arbeit der Stiftung angenommen wird“, sagt Biolek. „Die jungen Menschen aufmerksam zu machen auf Dinge, die für sie das Leben erschweren können, und ihnen zu zeigen, wie sie diese Gefahren vermeiden können – das macht die Stiftung ganz toll.“

Fettflecken und Eselsohren im Kochbuch ausdrücklich erwünscht

Über 600 Kleine und große Gerichte finden in „Die Rezepte meines Lebens“ Platz. Sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Köche sind die Rezepte einfach und ohne großen Aufwand nachzukochen. „Dieses Buch ist ein Küchenbuch, kein Hochglanzexemplar nur zum Anschauen oder Hinstellen“, so Biolek über die Rezeptsammlung. „Es darf Fettflecken und Eselsohren bekommen und – so hoffe ich – in Familien weiteregegeben werden.“

 

Für jedes Kochbuch, welches bei dem Verlag Tre Torri bestellt wird, bekommt die DSW eine Spende über zwei Euro. Helfen Sie mit ihrer Bestellung Jugendlichen in Ostafrika, ihre Potentiale zu nutzen und ein gesundes, selbstbestimmtes Leben zu führen.

Jetzt bestellen!

 

 

 

Über die DSW

Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene nehmen wir Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter.

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DSW-Datenreport 2018: Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung ist unter 15 Jahre

22. August 2018 - 13:00
Zahl der Jugendlichen in Afrika südlich der Sahara wächst von heute 451 Millionen auf 726 Millionen in 2050

Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung (26 Prozent) ist jünger als 15 Jahre. Die meisten von ihnen leben in Entwicklungsländern. In Afrika südlich der Sahara ist der Anteil der unter 15-Jährigen mit 43 Prozent am höchsten. Deutschland dagegen zählt zu den Ländern mit den niedrigsten Anteilen an Jugendlichen: Hierzulande ist nur einer von acht Einwohnern (13 Prozent) unter 15 Jahre alt. Das geht aus dem DSW-Datenreport 2018 hervor, den die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) heute veröffentlicht.

Verschiebung der Altersstruktur ermöglicht wirtschaftliche Entwicklung

In Afrika südlich der Sahara wird der Anteil der unter 15-Jährigen an der Gesamtbevölkerung von 43 Prozent im Jahr 2018 auf voraussichtlich 33 Prozent im Jahr 2050 sinken, während der Anteil der über 64-Jährigen im gleichen Zeitraum voraussichtlich leicht von drei auf fünf Prozent ansteigen wird. Das bedeutet, dass der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter gegenüber dem Anteil der zu versorgenden Menschen unter 15 und über 64 Jahren steigt – eine wichtige Voraussetzung für die demografische Dividende.

„Jugendliche spielen eine entscheidende Rolle beim demografischen Wandel. Sie haben ein großes Potential für eine positive wirtschaftliche Entwicklung ihrer Länder“, so DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. „Das kann jedoch nur gelingen, wenn die jungen Menschen gesund und gut gebildet aufwachsen. Dabei nimmt Sexualaufklärung eine Schlüsselrolle ein: Zu oft verhindern frühe und ungewollte Schwangerschaften, dass Mädchen und junge Frauen die Schule abschließen können.

Der Handlungsdruck ist groß: Denn die Zahl der unter 15-Jährigen wird in Afrika südlich der Sahara von heute 451 Millionen auf voraussichtlich 726 Millionen im Jahr 2050 anwachsen. Ich appelliere daher an die Bundesregierung, jugendgerechte Aufklärungs- und Verhütungsangebote in Entwicklungsländern in ihre Bildungsförderung zu integrieren und als wirkungsvollen Weg zur Armutsbekämpfung verstärkt zu fördern.“

Daten zur menschlichen Entwicklung

Der DSW-Datenreport bietet aktuelle demografische und sozioökonomische Daten für alle Länder und Regionen der Welt – von den Bevölkerungsprojektionen bis 2050 über die Lebenserwartung bis zur Nutzung von Familienplanung.

Über die DSW

Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene nehmen wir Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter.

Weitere Informationen (Links ab 13:00 aktiv)

 

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M&E Consultancy für eine Begleitstudie

16. August 2018 - 16:59

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) is an international non-governmental organisation with its headquarters in Hannover, Germany.

DSW is seeking to recruit an external institute and/or a consulting firm specialized in M&E to accompany M&E aspects of the program “Improved livelihoods perspectives for young  people in rural East Africa”

  • Assignment: (1) the development of an M&E Framework, (2) program monitoring and evaluation (baseline, midline, endline study), and (3) the facilitation of learning & exchange formats for the program
  • Time Frame: October 2018 – October 2021
  • Place of Assignment: Germany & Uganda

Further information on the assignment is provided in the Terms of Reference.

Interested consultants are kindly requested to send their application documents to ann-christin.buck@dsw.org

Deadline: 2nd September 2018

We look forward to receiving your applications!

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Lebt die Weltbevölkerung über ihre ökologischen Verhältnisse?

1. August 2018 - 9:58

Derzeit leben 7,64 Milliarden Menschen auf der Welt. Und es werden mehr. Allein letztes Jahr kamen 89 Millionen dazu, also einmal die Bevölkerung Deutschlands. Ist das der Grund dafür, dass wir eigentlich 1,7  Erden bräuchten um den durchschnittlichen globalen Bedarf an natürlichen Rohstoffen nachhaltig zu decken? Viele sind der Meinung, dass das Weltbevölkerungswachstum der Hauptgrund für viele Probleme unserer Zeit sei: Umweltveränderungen, Klimawandel, Hunger. Doch ginge es uns wirklich besser, wenn weniger Menschen auf der Erde lebten oder wenn zumindest die Weltbevölkerung nicht weiter wachsen würde? Die Erdüberlastung lässt sich nicht allein auf die Anzahl der Menschen zurückführen. Sondern vor allem darauf, wie sie leben und wie sie ihren Konsum gestalten.

Ein neues Smartphone kaufen, obwohl das alte noch vollkommen ausreicht, aber eben ein Modell aus dem letzten Jahr ist. Mit dem Flugzeug in den Urlaub, obwohl es auch mit dem Zug ginge. Fürs Grillen im Park Einweggeschirr kaufen, weil es am einfachsten ist. Fertigen Pizzateig kaufen, obwohl einem bewusst ist, dass Palmöl drin ist, für dessen Anbau der Regenwald immer weiter abgeholzt wird. Die meisten von euch kennen das bestimmt. Eigentlich will man nachhaltig und gewissenhaft handeln aber nicht selten siegen im inneren Kampf Luxus und Faulheit. Verzicht fällt in der Tat nicht leicht, aber ohne ein Umdenken werden sich viele Herausforderungen unserer Zeit nicht lösen lassen.

Leben wir über unsere ökologischen Verhältnisse?

Unnötige Plastikverpackungen sind der Preis dafür, dass viele zu faul zum Schnippeln sind

Vorsicht, Spoiler: Ja!

Wir hier in den Industrieländern sind mit unseren Konsumgewohnheiten Hauptverursacher*innen der globalen Umweltveränderungen. Betrachtet man die ganze Welt, bräuchten wir 1,7 Erden, um den Bedarf an Rohstoffen zu decken. Aber würden alle so leben wie die Bewohner*innen der USA, wären es fünf. Für Deutschland wären es drei und für China 2,2. In Indien hingegen sind es nur 0,9.

Zugleich können wir uns in den Industriestaaten besser vor den Folgen des Ressourcenmangels und des Klimawandels schützen als die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt. Sie sind es vor allem, die von Hungersnöten, Wassermangel und Waldverlust besonders betroffen sind. Auch die Tiere in unseren Meeren sind die Leidtragenden unseres überzogenen Plastikkonsums.

Wachsende Bevölkerung – ungewollte Schwangerschaften vermeiden

Neben dem Konsumverhalten in den Industrieländern hat aber natürlich auch das Weltbevölkerungswachstum einen Einfluss auf Umweltveränderungen und den Klimawandel. Denn hohe Geburtenraten, die in den ärmsten Ländern der Welt verbreitet sind, können vor allem auf lokaler und regionaler Ebene die Versorgung der Menschen zum Beispiel mit Nahrung erschweren, was wiederum  zu mehr Düngemitteleinsatz oder der Rodung des Regenwaldes führen kann.

Hohe Geburtenraten gehen zu einem großen Teil auf ungewollte Schwangerschaften zurück. So kann jede vierte Frau in Entwicklungsländern nicht verhüten, obwohl sie das gerne möchte. Viel wäre erreicht, wenn alle Menschen über Sexualität aufgeklärt wären und Zugang zu Verhütungsmitteln und wichtigen Gesundheitsdienstleistungen hätten. Dazu kommt, dass Frauen oft kein Mitspracherecht haben, wenn es um die eigene Familienplanung geht. Stärkere Rechte für Mädchen und Frauen sind also auch ein wichtiger Faktor.

Teller leer und Besteck aufgegessen?

“Eat with it and then eat it!” Essbares Besteck von Bakeys. (Quelle: www.bakeys.com)

Kein Land verbraucht so viel Einweggeschirr wie Indien: 120 Milliarden Kunststoffgabeln und -löffel werden pro Jahr weggeworfen. Das indische Startup Bakeys möchte gegen diese Plastikverschwendung vorgehen und stellt eine Alternative zum Einweggeschirr her: essbare Löffel aus Hirse, Reis und Weizen. Gegründet wurde Bakeys im Jahre 2011 von Narayana Peesapaty. Er wählte Hirse als Hauptzutat, da für dessen Anbau sechs Mal weniger Wasser benötigt wird als für den von Reis.

Die Löffel sollen sehr nährstoffreich sein und werden ohne jegliche Farb- und Konservierungsstoffe produziert. Es gibt sie neutral oder in verschiedenen Geschmacksrichtungen, wie Ingwer, Zimt, Knoblauch, Minze, Kümmel oder auch Karotte und Rote Bete. Die Löffel sind (unbenutzt) bis zu drei Jahre haltbar und robust genug, um Suppen zu löffeln oder damit im Tee herumzurühren. Eine Ausweitung des Sortiments auf Gabeln, Essstäbchen und Schüsseln ist in Planung. Damit sollte das Thema Einweggeschirr gegessen sein.

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Neuer UNAIDS-Bericht: In 50 Ländern nimmt die Zahl der HIV-Neuinfektionen zu

18. Juli 2018 - 13:04
DSW: “Junge Frauen in den Fokus effektiver Prävention rücken”

In den letzten sieben Jahren ist die Zahl der weltweiten HIV-Neuinfektionen um 18 Prozent, von 2,2 Millionen im Jahr 2010 auf 1,8 Millionen im Jahr 2017, gesunken. Doch rund 50 Länder sind von diesem Fortschritt ausgenommen. In einigen Ländern Zentralasiens und Osteuropas etwa steigt die Zahl der Neuinfektionen. Das geht aus dem neuen UNAIDS-Bericht hervor, der heute in Paris vorgestellt wurde. Außerdem wird darin berichtet, dass 2017 auf der
Welt 36,9 Millionen Menschen mit HIV lebten – fast zwei Drittel von ihnen in Afrika südlich der Sahara. UNAIDS warnt davor, dass sich die Fortschritte bei der Eindämmung von HIV und Aids verlangsamen.

Mädchen und junge Frauen sind besonders gefährdet

Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), sagt zum Bericht:
“Es freut mich sehr, dass es bei der Eindämmung der Epidemie Fortschritte gibt. Doch noch immer sind es laut UNAIDS jeden Tag 5.000 Menschen, die sich mit dem HI-Virus infizieren. Mädchen und junge Frauen sind besonders gefährdet. Drei von vier Neuinfektionen in Afrika südlich der Sahara entfallen auf Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren. Sie stecken sich an, weil sie keinen Zugang zu Aufklärung und Verhütungsmöglichkeiten haben. Bei der Prävention gibt es also noch einiges zu tun. Eine Verlangsamung der Epidemie ließe sich durch zusätzliche Investitionen in umfassende Sexualaufklärung und Verhütungsmöglichkeiten erreichen, gerade in den am stärksten betroffenen Ländern. Zudem müssen Mädchen und Frauen effektiver vor sexueller Gewalt geschützt werden. Doch gerade in diesen Bereichen stagnieren die Investitionen oder gehen sogar zurück. Es muss auch mehr getan werden, um Diskriminierung und Stigmata rund um HIV und Aids abzubauen. Junge Menschen, die von HIV betroffen sind, werden oftmals von Gesundheitspersonal, Lehrkräften, Eltern oder religiösen Meinungsführern diskriminiert. Dies hält sie davon ab, sich testen und behandeln zu lassen.”

Der neuste UNAIDS-Bericht ist verfügbar unter: www.unaids.org

Mehr Informationen:

Blogartikel: 5 Fragen 5 Antworten zu HIV und Aids
Unsere Länderdatenbank zeigt den Anteil der HIV-Betroffenen zwischen 15 und 24 für jedes Land

Über die DSW

Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene nehmen wir Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter.

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5 Fragen – 5 Antworten zur Weltbevölkerung

10. Juli 2018 - 8:08

Am 11. Juli ist Weltbevölkerungstag. Hier beantworten wir einige wichtige Fragen rund um das Thema Weltbevölkerung.

1. Wie viele Menschen leben heute auf der Welt?

Zum Weltbevölkerungstag 2018 leben 7,64 Milliarden Menschen auf der Welt – und es werden mehr. Während der etwa 15 Sekunden, in denen Sie diese Zeilen lesen, sind 68 Kinder geboren worden und 27 Menschen gestorben. Die Weltbevölkerung ist somit um 41 Menschen gewachsen. Besonders stark wächst die Weltbevölkerung in Afrika südlich der Sahara, der ärmsten Region der Erde. Mitte des Jahrhunderts werden dort mit rund 2,5 Milliarden Menschen voraussichtlich fast doppelt so viele leben wie heute.

Historische Entwicklung der Weltbevölkerung ab 1700 und Bevölkerungsprojektionen bis 2100.
Quelle: Vereinte Nationen, World Population Prospects: The 2017 Revision

China und Indien sind die beiden Länder, in denen aktuell die meisten Menschen leben. Nämlich 1,415 und 1,354 Milliarden. Voraussichtlich 2024 werden in Indien mehr Menschen als in China wohnen.

2. Warum wächst die Weltbevölkerung?

Das hohe Bevölkerungswachstum eines Landes geht zu einem großen Teil auf ungewollte Schwangerschaften zurück – weil Frauen und Mädchen nur mangelnden Zugang zu Familienplanung, Aufklärung und Gesundheitsdiensten haben. Gerade Frauen, die in ländlichen Regionen von Entwicklungsländern leben, bekommen häufig mehr Kinder, als sie sich wünschen. Rund 214 Millionen Frauen in Entwicklungsländern würden gern verhüten, haben dazu aber keine Möglichkeit. Deshalb sind 43 Prozent aller Schwangerschaften in diesen Ländern ungewollt! Neben ungewollten Schwangerschaften wirken sich auch der Wunsch nach mehr als zwei Kindern pro Paar und der hohe Anteil an jungen Menschen, die noch ins reproduktive Alter kommen, auf die Bevölkerungsentwicklung aus.

Diese Infografik zeigt die Verteilung der Weltbevölkerung nach Kontinenten anhand von 100 Menschen.

3. Leben mehr Männer oder mehr Frauen auf der Welt?

Der Anteil von Frauen und Männern an der Weltbevölkerung ist ungefähr gleich. Derzeit leben etwa 3,85 Milliarden Frauen und 3,78 Milliarden Männer auf der Erde.

4. Gibt es mehr junge oder mehr alte Menschen auf der Erde?

Die Weltbevölkerung ist jung – derzeit wächst die größte Jugendgeneration aller Zeiten heran. Von den 7,64 Milliarden Menschen, die aktuell auf der Welt leben sind mehr als ein Viertel (26 Prozent) jünger als 15 Jahre. In Zahlen sind das 1,9 Milliarden, also rund zweieinhalb mal so viele Menschen, wie in ganz Europa leben. 66 Prozent der Weltbevölkerung sind zwischen 15 und 64 Jahre alt. Lediglich acht Prozent der Weltbevölkerung, sind älter als 64.
Die meisten Kinder und Jugendlichen wachsen in Entwicklungsländern auf – oft unter schwierigen Bedingungen. Damit sie ihr Potenzial voll entfalten können und zur Entwicklung ihrer Länder beitragen können, brauchen sie Zugang zu Aufklärung, Bildung und Gesundheitsdiensten. Warum das so wichtig ist, entnehmen Sie unseren Kurzfilm:

5. Wird die Weltbevölkerung immer weiter wachsen?

Vermutlich nicht. Tatsächlich hat das Wachstum der Weltbevölkerung bereits abgenommen. Demografen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Weltbevölkerung sich im Lauf dieses Jahrhunderts bei rund elf Milliarden Menschen einpendeln wird. Diese Annahme geht allerdings davon aus, dass weitere Fortschritte bei der freiwilligen Familienplanung, bei der Gesundheitsversorgung, beim Zugang zu Bildung und der Stärkung von Frauen und Mädchen erreicht werden. Dazu muss dringend in diese Bereiche investiert werden.

 

Dieser Beitrag ist erstmals erschienen am 10.07.2015

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Weltbevölkerungstag: 7.635.250.000 Menschen leben auf der Erde

10. Juli 2018 - 8:00
DSW: „In Afrika südlich der Sahara kann jede zweite Frau nicht verhüten”

Derzeit leben 7.635.250.000 Menschen auf der Erde. Das sind rund 83 Millionen Menschen mehr als vor einem Jahr. Und die Menschheit wächst weiter. Jede Sekunde kommen durchschnittlich 2,6 Erdenbürger hinzu. Besonders stark wächst die Bevölkerung in Afrika, wo sie sich von heute rund 1,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich rund 2,5 Milliarden im Jahr 2050 fast verdoppeln wird. Diese Zahlen gibt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des Weltbevölkerungstags am 11. Juli bekannt.

50 Jahre Menschenrecht auf Familienplanung

„In Afrika südlich der Sahara kann jede zweite Frau nicht verhüten, obwohl sie das möchte, und bekommt somit mehr Kinder, als sie sich wünscht“, sagt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. „Das liegt vor allem daran, dass es an Aufklärung und Verhütung mangelt und dass Frauen nicht gleichberechtigt sind. Dabei ist Familienplanung ein Menschenrecht. Bereits vor 50 Jahren gestanden die Vereinten Nationen jedem Menschen das Recht zu, frei und eigenverantwortlich über die Anzahl seiner Kinder und den Zeitpunkt ihrer Geburt zu entscheiden. Es ist ein Skandal, dass dieses Menschenrecht noch immer Millionen Frauen versagt wird. Wenn alle frei entscheiden könnten, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommen, ginge es den Menschen in armen Ländern besser und das jährliche Weltbevölkerungswachstum würde um rund ein Viertel verringert.“

Die Welt als Dorf – heute und 2050

Wenn die Welt heute ein Dorf mit nur 100 Einwohnern wäre, wären davon 60 Asiaten, 16 Afrikaner und zehn Europäer. Die Zahl der Dorfbewohner würde bis zum Jahr 2050 auf 131 Menschen steigen. Davon wären 70 Asiaten, 34 Afrikaner und zehn Europäer.

Weitere Informationen Über die DSW          

Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene nehmen wir Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter.

Pressekontakt:
Ute Stallmeister
ute.stallmeister@dsw.org
0511 94373-31

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Bundeshaushalt 2018: NGO-Bündnis fordert klaren Fahrplan zur Erreichung des 0,7-Prozent-Ziels

4. Juli 2018 - 12:53

Berlin, 04. Juli 2018. Am kommenden Freitag verabschiedet der Bundesrat den Bundeshaushalt für 2018. Vor dieser Entscheidung debattiert der Deutsche Bundestag am heutigen Nachmittag ein letztes Mal über die diesjährigen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit. Ein NGO-Bündnis fordert von den Regierungsparteien, ihr Versprechen einzuhalten, 0,7 Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung für dieses Politikfeld aufzuwenden.  Die Koalition aus CDU/CSU und SPD hat dieses Ziel in ihrem aktuellen Koalitionsvertrag noch einmal bekräftigt.

Kurz vor der Verabschiedung des diesjährigen Haushalts und der Vorlage des Haushaltsentwurfs 2019 appellieren die Entwicklungsorganisationen ONE, Global Citizen, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, die Freunde des Globalen Fonds Europa, OXFAM, Plan International Deutschland, Save the Children Deutschland und World Vision Deutschland gemeinsam an die Mitglieder des Bundestages, sich dafür stark zu machen, dass Deutschland seine entwicklungspolitischen Versprechen einhält. Deutschland hat sich bereits vor einem knappen halben Jahrhundert verpflichtet, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) in Entwicklungszusammenarbeit zu investieren. Man spricht hierbei von der sogenannten ODA-Quote (Official Development Assistance). Dieses Ziel wurde von CDU/CSU und SPD explizit im Koalitionsvertrag verankert.

Um extreme Armut zu bekämpfen und die nachhaltigen Entwicklungsziele bis 2030 zu erreichen, zu denen Deutschland sich verpflichtet hat, fordern die Entwicklungsorganisationen die Mitglieder des Deutschen Bundestages auf, sich für die folgenden sechs Punkte einzusetzen:

  1. Einen verbindlichen Aufwuchsplan zu präsentieren, wie das 0,7-Prozent-Ziel bis zum Jahr 2020 erreicht werden kann.
  2. Die Einnahmen aus der geplanten Finanztransaktionssteuer in Entwicklungszusammenarbeit zu investieren.
  3. Die Unterstützung der ärmsten Länder (Least Developed Countries, LDCs), wie international vereinbart, auf mindestens 0,2 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) zu steigern und Entwicklungsgelder dort einzusetzen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
  4. Die Armutsbekämpfung vor Ort in den Mittelpunkt der Entwicklungszusammenarbeit zu stellen.
  5. Für eine wirksamere Entwicklungszusammenarbeit verstärkt in multilaterale Initiativen zu investieren.
  6. Frauen und Mädchen in allen Sektoren der Entwicklungszusammenarbeit stärker zu unterstützen.

Die ODA-Quote sinkt         

Nachdem die Bundesregierung das 0,7-Prozent-Ziel 2016 auch unter Anrechnung der Kosten für Geflüchtete im Inland zum ersten und einzigen Mal erreicht hat, entfernt sie sich immer weiter von dieser Zielmarke. 2017 sank die ODA-Quote bereits auf 0,66 Prozent und in diesem Jahr auf schätzungsweise 0,58 Prozent. Im Koalitionsvertrag wurde explizit festgehalten, dass ein Absinken der ODA-Quote bereits 2018 verhindert werden müsse. Doch nach der derzeitigen Finanzplanung von Finanzminister Olaf Scholz setzt sich der Trend in den kommenden Jahren fort. Dies wäre ein klarer Bruch mit den Zielen, die im Koalitionsvertrag festgehalten wurden.

Das NGO-Bündnis warnt im Zuge der aktuellen Debatte zudem davor, innenpolitische Diskussionen wie die aktuelle Asyldebatte zu nutzen, um mit Entwicklungsgeldern Migrationspolitik zu betreiben. Entwicklungszusammenarbeit sollte in erster Linie auf den Bedarfen der Menschen in den Partnerländern basieren und auf langfristige Lösungen ausgerichtet sein. Deutschland hatte sich 2015 verpflichtet, wesentlich zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bis 2030 beizutragen. Dazu zählen insbesondere die Beseitigung extremer Armut und Hunger, die weltweite Stärkung von Mädchen und Frauen, der gleichberechtigte Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung für alle Menschen auf der Welt sowie die Eindämmung der Klimaerwärmung.

 

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene nehmen wir Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter.

ONE ist eine entwicklungspolitische Lobby- und Kampagnenorganisation zur Bekämpfung von extremer Armut und vermeidbaren Krankheiten, insbesondere in Afrika. Im Dialog mit der Öffentlichkeit und politischen Entscheidern setzt sich ONE für kluge und effektive Politikansätze und Programme ein, um Aids und vermeidbare Krankheiten zu bekämpfen, Investitionen in Landwirtschaft und Ernährung zu erhöhen und mehr Transparenz bei Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu schaffen. Über 9 Millionen Menschen unterstützen die überparteiliche Arbeit von ONE mit ihrer Stimme.

Die Freunde des Globalen Fonds Europa engagieren sich im Dialog mit Politik, Medien, der Zivilgesellschaft und Unternehmen in Europa für die Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Dabei wirbt der Verein insbesondere für Investitionen der internationalen Gemeinschaft zu Gunsten des Globalen Fonds (GFATM). In einem breiten Bündnis zahlreicher Partner möchten wir die Ausbreitung dieser drei verheerenden Epidemien beenden.

Global Citizen ist eine internationale Kampagnen-Organisation mit dem Ziel, die extreme Armut weltweit bis zum Jahr 2030 zu beenden. Unterstützt wird die Organisation bei ihrer Arbeit von Millionen von Global Citizens rund um den Globus, die sich für Themen wie Gleichberechtigung, Bildung, Ernährungssicherheit und Gesundheit aktiv engagieren. Auf der Plattform globalcitizen.org/de werden Global Citizens täglich über entwicklungspolitische Themen, Nachrichten und Geschichten aus aller Welt informiert und dadurch inspiriert, bei Kampagnen-Aktionen mitzumachen.

Oxfam ist eine internationale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation, die weltweit Menschen mobilisiert, um Armut aus eigener Kraft zu überwinden. Dafür arbeiten im Oxfam-Verbund 20 Oxfam-Organisationen Seite an Seite mit rund 3.250 lokalen Partnern in mehr als 90 Ländern.

Plan International ist eine religiös und weltanschaulich unabhängige Hilfsorganisation, die sich weltweit für die Chancen und Rechte der Kinder engagiert: effizient, transparent, intelligent. Seit 80 Jahren arbeiten wir daran, dass Mädchen und Jungen ein Leben frei von Armut, Gewalt und Unrecht führen können. Dabei binden wir Kinder in über 70 Ländern aktiv in die Gestaltung der Zukunft ein. Die nachhaltige Gemeindeentwicklung und Verbesserung der Lebensumstände in unseren Partnerländern ist unser oberstes Ziel. Wir reagieren schnell auf Notlagen und Naturkatastrophen, die das Leben von Kindern bedrohen. Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bestärken uns in unserem Engagement für die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen. Mit unserer Bewegung Because I am a Girl wollen wir sicherstellen, dass sie überall auf der Welt ihr volles Potenzial entfalten.

Save the Children ist als größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in mehr als 120 Ländern tätig. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie Überleben und Gesundheit – auch in Katastrophensituationen. Save the Children setzt sich ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen können.

World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2017 wurden 322 Projekte in 50 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit weiteren World Vision-Werken in fast 100 Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat.

Pressekontakt:

Ute Stallmeister (DSW): 0511/94373-31, ute.stallmeister@dsw.org

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Der Youth Truck ist zurück: Mobile Aufklärung in Uganda

25. Juni 2018 - 9:55

In Uganda lebt eine der größten Jugendgenerationen der Welt. Knapp 50 Prozent der Menschen dort sind jünger als 15 Jahre. Kaum vorzustellen in Deutschland, wo Kinder und Jugendliche in dieser Altersgruppe gerade einmal 13 Prozent ausmachen. Wenn sie gut ausgebildet, gesund und selbstbestimmt leben können, sind junge Menschen eine große Chance für ein Land. Sie bringen nicht nur den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft voran – sie verändern auch die Gesellschaft als Ganzes.

Aufklärung für Jugendliche – auch auf dem Land

Eine große und selbstbestimmte Jugendgeneration könnte Uganda also zum Positiven verändern. Selbstbestimmung heißt jedoch auch, sich entscheiden zu können, ob, wann und mit wem man eine eigene Familie gründen möchte. Genau das ist aber in ländlichen Regionen Ugandas oft nicht möglich. Ohne verlässliche Informationen, Verhütungsmittel und Ansprechpartner*innen für ihre Fragen, können sich Jugendliche beispielsweise nicht vor ungewollten Schwangerschaften oder einer HIV-Infektion schützen.

So sah er einst aus: Der Youth Truck, der junge Menschen in Uganda mit wichtigen Informationen über sexuelle Gesundheit und Rechte informierte.

Mit den Projekten in Uganda erreichen wir Jugendliche mit gesundheitlicher und sexueller Aufklärung, sodass sie ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen können. Ein besonderer Aspekt dieser Arbeit war für viele Jahre der Youth Truck. Ausgestattet mit Informationen über sexuelle Gesundheit und mit Verhütungsmitteln, fuhr er in entlegene Gebiete Ugandas, wo DSW-Mitarbeiter*innen die Jugendlichen berieten.

Wie kann ich mich vor einer Schwangerschaft schützen? Wie vor einer Ansteckung mit HIV? Was passiert während der Menstruation? Woher bekomme ich Binden? Wie zeige ich meine*r Partner*in Respekt in unserer Beziehung? Über all diese Fragen, konnten die Jugendlichen mit dem Youth Truck-Team sprechen. Sie erhielten verlässliche Informationen und konnten ihre Sorgen loswerden. Die Erfahrungen, die wir in all den Jahren dabei machten, zeigten uns deutlich, wie wichtig diese Arbeit war.

Das Ende des Youth Trucks? Weit gefehlt!

Dann ging der Youth Truck kaputt. Das unwegsame Gelände und der unermüdliche Einsatz hatten dem Bully ziemlich zugesetzt, sodass sich eine Reparatur nicht mehr lohnte. Gleichzeitig war uns klar, dass es ohne Youth Truck einfach nicht ging!

Glücklicherweise waren auch Spender*innen so von dem Projekt überzeugt, dass wir ein neues Fahrzeug anschaffen konnten. So wäre der Kauf des brandneuen Toyota Land Cruiser ohne die Unterstützung des Versicherungsunternehmens „Wertgarantie“ nicht möglich gewesen.

Der neue Youth Truck, der bei der „Trucktaufe“ ausgiebig gefeiert wurde, ist weniger anfällig für die holprigen Straßen und hat sogar ein Solarpanel auf dem Dach. Damit können nun auch Filmübertragungen draußen und unabhängig von einer Stromquelle stattfinden. Dass sie ihre Arbeit auf dem Land wieder aufnehmen können, freut das Youth-Truck Team sichtlich: „Jetzt müssen wir nicht mehr befürchten, unterwegs mit unserem Fahrzeug liegenzubleiben und die Schulen und Gruppen, die auf uns warten, zu enttäuschen.“

Wir sind gespannt auf die neuen Abenteuer, die der Youth Truck und seine Crew erleben werden!

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Was ist eigentlich eine demografische Dividende?

15. Juni 2018 - 15:57

Die Welt ist jung! Heute lebt die größte Jugendgeneration aller Zeiten. 26 Prozent der Weltbevölkerung sind jünger als 15 Jahre. In Afrika südlich der Sahara sind es sogar 43 Prozent. Diese Entwicklung ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Eine sogenannte demografische Dividende wäre für viele Länder der Ausweg aus der Armut. Aber was ist eine demografische Dividende überhaupt und wie kann sie herbeigeführt werden?

Demografische Dividende erklärt

Das Verhältnis von Altersgruppen in einem Land bestimmt maßgeblich die Voraussetzungen für eine starke Wirtschaft. Idealerweise machen Menschen im arbeitsfähigen Alter den größten Anteil aus. Denn Sie versorgen direkt oder indirekt Kinder, Jugendliche und alte Menschen. Ist das Verhältnis unausgeglichen, etwa wenn zu viele Kinder geboren werden, entstehen wirtschaftliche und soziale Herausforderungen.

Jedes Land durchläuft im Zuge seiner Entwicklung verschiedene Phasen der Demografie. Die Altersstruktur bleibt also nicht immer gleich. Eine junge Bevölkerung mit vielen Kindern und einer niedrigen Lebenserwartung kann sich durch verschiedene Faktoren zu einer älteren Bevölkerung mit weniger Kindern und einer hohen Lebenserwartung entwickeln. Dieser Wandel bietet die Grundlage für die demografische Dividende. Sie beschreibt den wirtschaftlichen Nutzen eines Staates, wenn der Anteil der Arbeitsfähigen wächst. Das Wirtschaftswunder, das ostasiatische Länder in den letzten Jahrzehnten erfahren haben, entstand unter anderem durch eine demografische Dividende.

Phasen des demografischen Übergangs

Der Lebensstandard innerhalb eines Staates steigt

Wenn die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter zunimmt und menschenwürdige Arbeit findet, wächst die Wirtschaft und der Staat erzielt höhere Einnahmen. Diese kann er so einsetzen, dass der Lebensstandard der Bevölkerung insgesamt steigt. Dies wiederum kurbelt die sozioökonomische Entwicklung weiter an und positive Einflüsse begünstigen sich gegenseitig.

Wie kann eine demografische Dividende herbeigeführt werden?

Jugendliche sind der Schlüssel für den Ausweg aus der Armut, denn sie sind die Erwerbsfähigen von Morgen. In sie muss investiert werden, beispielsweise durch eine verbesserte Gesundheitsversorgung. Denn Gesundheit ist die erste Voraussetzung für eine selbstbestimmte Zukunft und ein langes Leben. So können sie länger erwerbstätig sein und zur Entwicklung ihres Landes beitragen. Neben der Lebenserwartung gibt es auf dem Weg zur demografischen Dividende noch einen zweiten wichtigen Faktor: die Senkung der Geburtenrate. Diese wird ebenfalls durch eine bessere Gesundheitsversorgung erzielt. Wenn weniger Kinder sterben, entscheiden sich Eltern meist für kleinere Familien. Außerdem sind Aufklärungsangebote und der Zugang zu modernen Verhütungsmitteln wichtig, denn nur so können Jugendliche vorausschauend ihre Familie planen.

Was die DSW dafür tut

Wir engagieren uns in Ostafrika, wo es eine besonders junge Altersstruktur gibt. In unseren Projekten bilden wir Jugendliche darin aus, ihre Altersgenoss*innen über Sexualität, Verhütung und Familienplanung zu informieren. Auch mit Lehrkräften, Eltern sowie politischen und religiösen Meinungsführer*innen arbeiten wir zusammen, um zu erreichen, dass insbesondere Mädchen die Schule abschließen und selbst Entscheidungen zu den Themen Ehe und Kinderkriegen fällen dürfen. Wenn Jugendliche aufgeklärte Entscheidungen treffen, werden ihre Kinder in ein sichereres Umfeld geboren.

Was Deutschland und andere reiche Länder dafür tun können

Länder wie Deutschland können Staaten mit einer jungen Bevölkerungsstruktur dabei unterstützen, eine demografische Dividende zu erzielen. Dafür müssen sie in bessere Gesundheitssysteme und Angebote zur freiwilligen Familienplanung in Entwicklungsländern investieren. So gibt es langfristig nicht nur einen größeren Anteil von Menschen im erwerbsfähigen Alter, sondern auch das Weltbevölkerungswachstum nimmt ab.

Weitere Informationen

Infoblatt zur demografischen Dividende
Datenreport mit Zahlen und Fakten zur Bevölkerungsentwicklung

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Fußball – mehr als nur ein Sport

15. Juni 2018 - 13:08

Es gibt wohl nur wenige Bereiche, in denen die Globalisierung so stark zu spüren ist wie beim Fußball. In der Bundesliga sind Spieler aus über 50 Ländern vertreten. Häufig sind sie hier die größten und bekanntesten Botschafter ihres Landes. Denn mal ehrlich, was wissen die meisten von uns schon über Gabun? Wer sich für Fußball interessiert weiß: Aus Gabun kommt ein Fußballer, der sich in der deutschen Bundesliga einen echten Namen gemacht hat, Pierre-Emerick Aubameyang. Nachdem er bei Borrussia Dortmund unter Vertrag war, ist er heute Stürmer beim FC Arsenal.  Und so lernen wir durch Fußballturniere, wie aktuell bei der WM, Nationen kennen, die sich sonst jenseits unseres Tellerrands befinden.

Die Engländer spielen – und die ganze Welt schaut zu

Mittlerweile ist auch das Fußballschauen in Afrika und Asien nicht weniger beliebt als bei uns. Vor allem wenn es um eine Sache geht! Beliebt ist dabei vor allem die englische Premier League. Geht mal am Wochenende in eine Bar in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, wenn gerade Arsenal London gegen Manchester United spielt. Viel Spaß bei der Platzsuche!

Die örtlichen Liegen Afrikas spielen eher eine untergeordnete Rolle. Die Stadien sind meist halbleer, dafür wird viel gesungen und getanzt. Die Atmosphäre ist im Allgemeinen entspannter als in europäischen Stadien, kann sich bei Derbys aber auch aufheizen. Das Hauptinteresse aber liegt auf Europa.

Und ein Tipp: Wenn ihr euch irgendwo auf der Welt befindet, Anschluss sucht, aber keine Ahnung von Fußball habt, dann macht vorher einen kleinen Crashkurs über Fußball in Deutschland oder England von jemandem in eurem Bekanntenkreis. Denn Fußball ist fast überall auf der Welt ein wunderbarer Türöffner für jedes Gespräch.

Fußball verbindet in der Stadt und auf dem Land

Kinder mit ihren Fußbällen aus Bananenblättern. Quelle: FSMC

Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass Fußball für viele die größte Freizeitbeschäftigung überhaupt ist. In den größeren Städten sieht man Jungs (und oft auch Mädchen) mit einem normalen Ball, in ländlichen Regionen auch viele Kinder und Jugendliche, die mit selbstgebastelten Bällen aus Plastiktüten oder Bananenblättern kicken. Gespielt wird dabei häufig gar nicht auf Tore, denn diese haben meistens kein Netz und der Ball müsste nach einem Treffer erstmal wieder gesucht werden.

Deshalb wird häufig auf einem großen Platz nur auf zwei gegenüberliegende, kleine Steine gespielt. Dabei wird dann viel gedribbelt, häufig gepasst und logischerweise fast nie geschossen. Die Entwicklung dieses Stils erklärt dann auch die häufige Torlosigkeit in den afrikanischen Ligen. Ein 4:3 gibt es hier nur selten, ein 1:0 dagegen sehr häufig.

Fußball bringt auch Zukunftsperspektiven

Fußball kann viele Werte vermitteln, die für viele Jugendliche sinnvoll sind. Teamgeist, Wille, Lernbereitschaft und natürlich auch den positiven Einfluss auf die Gesundheit. Doch gerade in vielen Entwicklungsländern ist es noch so viel mehr. Es gibt viele Initiativen, die Fußball auch mit Bildung verbinden. Die Jugendgruppen in unseren Projekten in Ostafrika versuchen mit Fußballturnieren nicht nur Spaß und Freude in die vernachlässigten Wohngebiete zu bringen. Sie klären zeitgleich auch andere Jugendliche über Sexualität und Verhütungsmethoden auf, damit sie sich vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten schützen können. Wie das funktioniert, seht ihr hier:

 

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DSW-Projekt in Äthiopien für bessere Ernährung und mehr Gleichberechtigung

4. Juni 2018 - 9:00

In der Amhara-Region im Norden Äthiopiens, einer abgelegenen Gegend rund um die Quelle des Nils, bestehen noch immer viele Praktiken, die verhindern, dass Mädchen und Frauen ein gesundes und selbstbestimmtes Leben führen können. Besonders verbreitete Hindernisse sind ungewollte Schwangerschaften und Mangelernährung.

Um die Ernährung von Frauen zu verbessern und Gleichberechtigung zu stärken, haben wir ein dreijähriges Projekt gestartet, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird. Hierfür arbeiten wir eng mit der ortsansässigen Amharan Development Association (ADA) zusammen, die sich seit über 20 Jahren für Gesundheit und Bildung in der Region einsetzt.

Hohe Zahl ungewollter Schwangerschaften ist eine große Herausforderung

Eine der größten Herausforderungen für die Menschen in der Amhara-Region ist die hohe Zahl ungewollter Schwangerschaften. Oft haben Mädchen und Frauen keinen Zugang zu Informationen über ihren Körper oder zu Verhütung. Gleichzeitig sind viele der jungen Mütter mangelernährt. Dies hängt vor allem mit schädlichen Praktiken zusammen, die Frauen strukturell benachteiligen: Beispielsweise ist es üblich, dass zuerst Jungen und Männer beim Essen zugreifen dürfen. Frauen und Mädchen essen das, was übrig bleibt, und das ist oftmals nicht genug.

Das kann gefährlich werden. Zum Beispiel haben Frauen einen höheren Eisenbedarf als Männer. Wenn dieser langfristig nicht gedeckt wird, kann das die Entwicklung des Gehirns beeinflussen, Konzentrationsstörungen hervorrufen und den Menstruationszyklus stören. Besonders wichtig sind die Nährstoffe während der Schwangerschaft. Nährstoffmangel schadet auch dem ungeborenen Kind. Das Geburtsgewicht von 2,5 Kilogramm erreichen viele Neugeborene in der Amhara-Region nicht, sodass sie schon bei ihrem Start ins Leben große gesundheitliche Hürden überwinden müssen.

Jugendberater*innen informieren andere Jugendliche

In unseren Workshops bilden wir Jugendberater*innen aus und schulen sie darin, welche Nährstoffe Mädchen und Frauen benötigen, um gesund zu bleiben. Gleichzeitig lernen sie, wie sie sich vor ungewollte Schwangerschaften schützen und dieses Wissen in den Jugendklubs vor Ort weitergeben können. Durch Moderationstrainings stärken wir sie darin, ihre Meinung zu sagen und für sich einzustehen. So werden sie Fürsprecher*innen für ihre eigenen Bedürfnisse.

Doch auch die Gemeinden müssen mit einbezogen werden, damit die Mädchen und Frauen sich Gehör verschaffen können. Mit rund 500 Gemeindedialogen, in denen unter Anleitung über schädliche Praktiken und Frauengesundheit diskutiert wurde, nahmen über 10.000 Gemeindemitglieder teil. Und auch in den kommenden Jahren, setzen wir uns auf diesen Ebenen für die Rechte der Mädchen und Frauen ein: Wir schulen Jugendliche in den Bereichen Ernährung und Verhütung, sensibilisieren die Gemeinden für ihre Bedürfnisse und Rechte. So unterstützen wir eine nachhaltige Veränderung in der Amhara-Region.

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