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Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
Aktualisiert: vor 2 Stunden 7 Minuten

Corona bedroht Frauengesundheit und Familienplanung in Afrika

10. Juli 2020 - 14:26

Das Bevölkerungswachstum Afrikas stellt die Entwicklungsarbeit vor enorme Herausforderungen. In der Pandemie werden nun ausgerechnet die reproduktiven Rechte vernachlässigt, warnt Evelyn Samba zum Weltbevölkerungstag 2020.

Mit rund 320.000 bestätigten COVID-19-Fällen auf dem ganzen Kontinent ist Afrika bisher nicht so hart von der Pandemie getroffen worden wie andere Weltregionen. Viele afrikanische Regierungen haben bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre Volkswirtschaften zu stützen und die Bürger vor Verdienstausfällen zu schützen.

Hingegen sind Diskussionen über die Auswirkungen von COVID-19 auf andere Bereiche des Lebens weitgehend vernachlässigt worden. So zum Beispiel die Familienplanung sowie die Gesundheit von Frauen und Mädchen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht sind. Das hat bereits jetzt schlimme Auswirkungen in Form von zunehmenden ungewollten Schwangerschaften, und insgesamt für Mütter, Neugeborene, Kinder und Jugendliche in Afrika.

Mehr HIV und ungewollte Schwangerschaften

Wenn Ärzte, insbesondere Frauenärzte, in Afrika nur noch eingeschränkt aufgesucht werden können, erhöht sich das Risiko für schwangere Frauen und ihre Familien: Mehr unsichere Geburten, weniger Zugang zu Verhütungsmitteln und damit ein größeres Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren. All das hat auch langfristige Auswirkungen auf Frauen, ihre Familien und die Gesellschaft.

In Simbabwe ging die Zahl der durchgeführten Kaiserschnitte bereits um 42 Prozent zurück, und im April fanden im Vergleich zum Vorjahr nur noch 15 Prozent der Geburten mit medizinisch fachkundigem Personal statt. Der Zugang zu Verhütungsmitteln ist in vielen Gebieten um 90 Prozent zurückgegangen. In einigen Teilen Kenias konnte nur noch ein Viertel der schwangeren Frauen eine Mütterberatungsstelle aufsuchen.

Die weitaus meisten Afrikanerinnen sind im Bereich der reproduktiven Gesundheit auf die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen angewiesen. Doch der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) hat in einem Bericht festgestellt, dass in Krisenzeiten die Bedürfnisse im Bereich der reproduktiven Gesundheit mit als erstes vernachlässigt werden.

Recht auf Familienplanung auch in der Pandemie

Doch selbst während der COVID-19-Pandemie müssen afrikanische Regierungen genau diese Dienstleistungen weiterhin anbieten. Das bedeutet, dass der öffentliche Gesundheitssektor in der Lage sein muss, Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen, sexuell übertragbare Infektionen einschließlich HIV und andere Probleme bei Sexualität und Kinderwunsch zu behandeln sowie den Zugang zu Verhütungsmitteln sicher zu gewährleisten. Hebammen müssen in der Lage sein, Frauen zu besuchen, Informationskampagnen müssen fortgesetzt werden – auch wenn alle eine Gesichtsmaske tragen – und Kondome müssen auch an entlegenen Orten verteilt werden. Und selbst während der Pandemie haben afrikanische Frauen (und ihre Partner) das Recht auf ein befriedigendes und sicheres Sexualleben – und sie müssen entscheiden können, ob und wann sie Kinder haben wollen.

Wenn dies nicht gesichert ist, ist in den Ländern Afrikas mit einem Anstieg sexuell übertragbarer Infektionen einschließlich HIV, mit einer Zunahme unbeabsichtigter Schwangerschaften und damit unsicherer Abtreibungen sowie mit einem Anstieg der Todesfälle bei Müttern und Neugeborenen zu rechnen.

Kein Geld für das Gesundheitswesen

Schon vor der Pandemie hatten viele afrikanische Regierungen mit Problemen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu kämpfen. Vielerorts ist es nicht gelungen, das Gesundheitswesen ausreichend zu finanzieren – einschließlich der sexuellen und reproduktiven Gesundheitsversorgung. Trotz mancher Fortschritte im Laufe der Jahre kommen viele afrikanische Frauen und Mädchen bis heute immer noch nicht in den Genuss ihrer reproduktiven Rechte.

Die Hebamme Margie Harriet Egessa berät Schwangere in der Mukujju clinic in Uganda. Foto: Jonathan Torgovnik/Reportage by Getty Images.

Viel zu viele Frauen haben keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln, zu viele Jugendliche und junge Menschen werden ungewollt schwanger oder infizieren sich mit HIV. Die Müttersterblichkeit ist nach wie vor inakzeptabel hoch. Auf die afrikanischen Länder südlich der Sahara entfielen 66 Prozent der geschätzten weltweiten Müttersterblichkeit im Jahr 2017.  Über Jahrzehnte erzielte Verbesserungen stehen jetzt auf dem Spiel, wenn wir inmitten der Pandemie nicht auf die reproduktive Gesundheitsversorgung achten.

 

 

 

 

Umfassende Verpflichtung der Regierungen Afrikas

Hoffnung besteht darin, dass wir die Selbstverpflichtungen der höchsten politischen Funktionsträger für die Verbesserung reproduktiver Gesundheit haben. Auf dem Gipfeltreffen in Nairobi zum 25. Jahrestag der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung (ICPD+25) im Jahr 2019 haben sich die afrikanischen Regierungen umfassend verpflichtet: Sie wollen dringend benötigte Informationen und Dienstleistungen zur Familienplanung bereitstellen, die Müttersterblichkeit senken sowie sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und schädliche Praktiken verbieten.

Wenn nun die afrikanischen Regierungen die öffentlichen Gesundheitssysteme reorganisieren, um gegen COVID-19 gewappnet zu sein, müssen die Entscheidungsträger zugleich bedenken: Es ist ebenfalls unerlässlich, endlich angemessene Mittel bereitzustellen, um den Bedarf an reproduktiver Gesundheitsversorgung für afrikanische Frauen und ihre Partner zu decken.

Evelyn Samba – Länderdirektorin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Kenia.

Über die Autorin

Evelyn Samba ist Landesdirektorin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Kenia. Die NGO arbeitet in mehreren afrikanischen Ländern und in Europa zu Fragen der nachhaltigen und rechtebasierten Bevölkerungsentwicklung. Ein Schwerpunkt liegt auf Beratung und Unterstützung des Zugangs von Frauen und Jugendlichen zu Aufklärung und Mitteln der Familienplanung.

Mehr von Evelyn Samba können Sie in einem Interview der Deutschen Welle hören.  

 

 

 

Dieser Beitrag ist auch bei der Deutschen Welle erschienen.

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Weltbevölkerungstag 2020: 7.798.407.840 Menschen leben auf der Erde

10. Juli 2020 - 10:00
DSW: “Durch Corona-Pandemie können sich viele Frauen nicht vor ungewollten Schwangerschaften schützen”

Im weltweiten Durchschnitt bekommen Frauen heute weniger Kinder als in früher. Während eine Frau in den 1960er Jahren im Durchschnitt noch etwa fünf Kinder zur Welt brachte, sind es heute 2,4. Trotzdem wächst die Weltbevölkerung jede Sekunde um 2,6 Menschen (Geburten abzüglich Todesfälle). Zu den derzeit rund 7,79 Milliarden Menschen kommen jedes Jahr 82 Millionen Menschen hinzu, also in etwa die Bevölkerung Deutschlands. Wenn heute alle Menschen frei darüber entscheiden könnten, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommen, könnten zahlreiche ungewollte Schwangerschaften vermieden werden. Das jährliche Bevölkerungswachstum würde sich dann um ein Viertel verringern. Das gibt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des Weltbevölkerungstages am 11. Juli 2020 bekannt.

Ungewollte Schwangerschaften

Auch im Jahr 2020 können immer noch nicht alle Frauen und Mädchen frei über ihren Körper und ihre Sexualität entscheiden. Das hat zur Folge, dass weltweit in Entwicklungsländern zwei von fünf Schwangerschaften ungewollt sind. „Mädchen im Jugendalter zwischen 15 und 19 Jahren in Entwicklungsländern sind besonders stark davon betroffen: Jede zweite Schwangerschaft ist ungewollt. Mehr als die Hälfte dieser ungewollten Schwangerschaften führen zu Schwangerschaftsabbrüchen, von denen viele unsicher sind“, sagt Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW).

Frauen und Mädchen in Afrika südlich der Sahara werden im weltweiten Vergleich überproportional oft ungewollt schwanger. Jede zweite Frau, die dort verhüten möchte, hat nicht die Möglichkeit dazu. Weltweit betrachtet hat jede vierte Frau in Entwicklungsländern keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. „Viele Mädchen und Frauen haben kein Mitspracherecht, wenn es um Sex und die Zahl ihrer Kinder geht. Sie sind häufig sexueller Gewalt ausgesetzt, werden gegen ihren Willen früh verheiratet und zu Schwangerschaften gezwungen. Diese fehlende Selbstbestimmung im Bereich Familienplanung und in vielen weiteren Lebensbereichen führt dazu, dass viele Frauen und Mädchen in der Region mehr Kinder bekommen, als sie sich wünschen.”

Auch wenn die durchschnittliche Kinderzahl in Afrika südlich der Sahara in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, ist sie mit aktuell 4,4 Kindern pro Frau höher als der weltweite Durchschnitt (2,4 Kinder). Das führt dazu, dass die dortige Bevölkerung nach aktuellen Prognosen der Vereinten Nationen von heute rund 1,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich rund 2,5 Milliarden im Jahr 2050 steigen wird.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

„Gerade in Krisenzeiten wird das Recht von Frauen und Mädchen auf Gesundheit und ein selbstbestimmtes Leben frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt verletzt. So auch in der aktuellen Corona-Pandemie”, sagt Kreutzberg. Ausgangsbeschränkungen von sechs Monaten könnten in Entwicklungsländern zu sieben Millionen ungewollten Schwangerschaften führen, so UN-Schätzungen. Der jüngst vom Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) veröffentlichte Weltbevölkerungsbericht bestätigt, dass auch schädliche Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung, Frühverheiratungen oder die Bevorzugung von Söhnen und damit einhergehende geschlechtsspezifische Abtreibungen zunehmen. „Hier unterstreicht die Pandemie einen Punkt auf dem Aufgabenzettel der Weltgemeinschaft: Der Zugang zu Gesundheitsdiensten und Verhütungsmitteln für Frauen und Mädchen weltweit braucht mehr Engagement – auch von deutscher Seite.”, erläutert der DSW-Geschäftsführer.

Die Welt ein Dorf – heute und 2050

Wenn die Welt heute ein Dorf mit nur 100 Einwohnern wäre, wären davon 59 aus Asien, 17 aus Afrika, zehn aus Europa, acht aus Lateinamerika, fünf aus Nordamerika und einer aus Ozeanien. Die Zahl der Dorfbewohner würde bis zum Jahr 2050 auf 128 steigen: 69 aus Asien, 33 aus Afrika, zehn aus Lateinamerika, neun aus Europa, sechs aus Nordamerika und einer aus Ozeanien.

Weitere Informationen Über die DSW:

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Unser Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Wir engagieren uns für die Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung. Insbesondere unterstützen wir junge Menschen in Ostafrika dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringen wir uns auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

 

Pressekontakt

Anke Witte
Pressesprecherin | Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Hindenburgstr. 25 | 30175 Hannover
Telefon: 0511 94373-32 | Fax: 0511 94373-73
E-Mail: presse@dsw.org
Internet: www.dsw.org

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Consultant für eine Studie zu SRGR und allgemeiner Gesundheitsversorgung

9. Juli 2020 - 11:31
Studie zum Zusammenhang zwischen sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten (SRGR) und allgemeiner Gesundheitsversorgung (Universal Health Coverage, UHC) in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit Die Auftraggeberin:

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein. Neben ihrem Hauptsitz in Hannover ist die DSW in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda sowie mit Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel vertreten. Mehr Informationen unter www.dsw.org

Produkt:

Erstellung einer deutschsprachigen, maximal 30-seitigen Studie zum Zusammenhang zwischen SRGR und UHC in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Im Zentrum der Analyse sollte stehen, wie die Verbindung von SRGR und UHC zur Erreichung der SDGs (v.a. Ziele 3.7, 3.8 und 5.6) beiträgt.

Auch wenn UHC – die Sicherstellung, dass jeder Mensch Zugang zu qualitativ hochwertigen und bezahlbaren Gesundheitsdiensten ohne das Risiko von finanzieller Not hat – in die SDGs (Ziel 3.8) aufgenommen wurde, hat mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten. Dies gilt auch für Gesundheitsdienstleistungen im SRGR-Bereich. Die COVID-19-Pandemie hat zudem gezeigt, dass Gesundheitssysteme zusätzlich belastet werden und sich der Zugang, die Verfügbarkeit und die Qualität von SRGR-Dienstleistungen in Krisenzeiten vor allem für bereits marginalisierte und diskriminierte Bevölkerungsgruppen verschlechtern. Dabei zeigen Analysen, dass die Verbindung von SRGR und UHC Gesundheitssysteme in Krisenzeiten widerstandsfähiger und Menschen weniger verwundbar macht.

Die deutsche Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit signifikant gesteigert. Zudem wurden die Mittel in Reaktion auf die Auswirkungen der Corona Pandemie im globalen Süden erheblich aufgestockt. Gleichzeitig durchläuft das zuständige Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) einen strukturellen Reformprozess, um „die Maßnahmen und Mittel noch wirksamer und effizienter einzusetzen“. Der Reformprozess beschreibt sogenannte Initiativthemen, zu denen untern anderem „Bevölkerungsentwicklung und Familienplanung“ sowie „Gesundheit, Pandemiebekämpfung und One Health“ gehören.

Ob und inwieweit die Verbindung von SRGR und UHC in der deutschen bilateralen und multilateralen Entwicklungszusammenarbeit berücksichtigt und umgesetzt wird, soll in der Studie analysiert werden. Folgende Punkte sollen dabei betrachtet werden:

  1. Definition und Verordnung von SRGR und UHC im politischen Diskurs
  2. Analyse, ob und wie Investitionen in SRGR zur Verwirklichung von UHC sowie zur Erreichung der SDGs beitragen.
  3. Beleuchtung politischer und finanzieller Verpflichtungen der Bundesregierung für SRGR und UHC u.a. auf nationaler, EU-, UN-, G7- und G20-Ebene.
  4. Analyse der Bedeutung von SRGR und UHC sowie den Verbindungen der beiden Themen in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, inkl. des BMZ 2030 Reformprozesses.
  5. Untersuchung, wie die Integration von UHC und SRGR in Krisenzeiten dazu beitragen kann, dass Gesundheitssysteme widerstandsfähiger und Menschen weniger verwundbar sind.
  6. Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung und Darstellung, welchen entwicklungspolitischen Nutzen deren Umsetzung hätte.

Die Studie wird zudem die verwendete Methodologie beschreiben und Angaben zu verwendeten Quellen und interviewten Personen beinhalten.

Die Rechte der Studie inklusive Grafiken liegen bei der DSW, die darüber entscheidet, wie die Studie präsentiert, gelayoutet, veröffentlicht und verwendet wird.

Zielgruppe:

Zielgruppe der Studie sind politische Entscheidungsträger*innen in Deutschland. Sie wird für die Advocacy- und Öffentlichkeitsarbeit der DSW verwendet.

Methodologie:

Die Studie wird auf Basis einer Dokumentenanalyse und Expert*inneninterviews erstellt. Dabei wird ein gender-sensitiver Ansatz verfolgt. Die Gliederung der Studie wird von der DSW abgenommen. Interviewpartner*innen und Interviewleitfäden werden mit der DSW abgesprochen.

Erstellungszeitraum:

Die finale Version der Studie liegt bis zum 31. Januar 2021 vor. Bis dahin werden folgende Zwischenschritte erfolgen:

  • Abnahme Feingliederung und Zeitplan der Studie bis Ende August 2020
  • Übermittlung des ersten Entwurfs der Studie bis Ende Oktober 2020
  • Kommentierung des Entwurfs durch DSW bis Ende November 2020
  • Übermittlung des zweiten Entwurfs der Studie bis Anfang Januar 2021
  • Kommentierung des Entwurfs durch DSW bis Mitte Januar 2021

Der genaue Zeitplan für die Erstellung wird nach Vertragsvergabe mit der DSW vereinbart.

Anforderungen:
  • Kenntnisse der Entwicklungszusammenarbeit, vor allem mit Bezug auf Globale Gesundheit, sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte und Universal Health Coverage.
  • Kenntnisse der aktuellen Entwicklungen und Debatten zu SRGR und UHC im Kontext von Covid-19.
  • Nachgewiesene Erfahrungen in der Erstellung wissenschaftlich fundierter Studien, deren Zielgruppe politische Entscheidungsträger*innen sind.
Budget:

38.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer

Bewerbungsverfahren:

Interessierte Firmen oder Einzelpersonen werden gebeten, ihr Angebot und alle Anfragen bis zum 31. Juli 2020, 23:59 Uhr MEZ, mit Betreffzeile “Erstellung einer Studie zu SRGR und UHC” an astrid.valentiner@dsw.org zu senden. Der Angebotsvorschlag sollte mindestens die folgenden Elemente enthalten:

Technischer Teil:

  • Verständnis und Interpretation der Terms of Reference
  • Umfang der Arbeit mit einer vorgeschlagenen Struktur des Berichts
  • Methodik und Verständnis von Schlüsselkonzepten
  • Erforderliche Arbeitstage insgesamt, Zeit- und Aktivitätsplan.

Finanzieller Teil:

  • Tagessatz der Consultants in EUR
  • Sonstige erwartete Logistikkosten, z.B. Material, Reisen usw.

Erläuterung zur organisatorischen und personellen Qualifikation:

  • Einschlägige Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Auftrag (einschließlich des finanziellen Umfangs)
  • Ausführlicher Lebenslauf einschließlich relevanter durchgeführter Projekte.

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5 Fragen – 5 Antworten zur Weltbevölkerung

7. Juli 2020 - 15:23

Am 11. Juli ist Weltbevölkerungstag. Hier beantworten wir einige wichtige Fragen rund um das Thema Weltbevölkerung.

1. Wie viele Menschen leben heute auf der Welt?

Zum Weltbevölkerungstag 2020 leben 7,79 Milliarden Menschen auf der Welt – und es werden mehr. Während der Zeit, in der Sie diese Zeilen lesen, sind 68 Kinder geboren worden und 27 Menschen gestorben. Die Weltbevölkerung ist somit um 41 Menschen gewachsen. Besonders stark wächst die Weltbevölkerung in Afrika südlich der Sahara, der ärmsten Region der Erde. Mitte des Jahrhunderts werden dort mit rund 2,2 Milliarden Menschen voraussichtlich fast doppelt so viele leben wie heute.

Die historische Entwicklung der Weltbevölkerung: Der Anstieg der Weltbevölkerung erfolgte vor allem ab Mitte des 20. Jahrhunderts.

 

China und Indien sind die beiden Länder, in denen aktuell die meisten Menschen leben. Nämlich 1.398 und 1.391,9 Milliarden. Die Hälfte des Weltbevölkerungswachstums bis zum Jahr 2050 geht auf nur neun Länder zurück (in der Reihenfolge ihres Anteils am gesamten Bevölkerungswachstum):

  • Indien
  • Nigeria
  • Pakistan
  • Demokratische Republik Kongo
  • Äthiopien
  • Tansania
  • Indonesien
  • Ägypten
  • USA

 

 

 

 

Diese Infografik zeigt die Verteilung der Weltbevölkerung nach Kontinenten anhand von 100 Menschen.

2. Warum wächst die Weltbevölkerung?

Das hohe Bevölkerungswachstum eines Landes geht zu einem großen Teil auf ungewollte Schwangerschaften zurück – weil Frauen und Mädchen nur mangelnden Zugang zu Familienplanung, Aufklärung und Gesundheitsdiensten haben. Gerade Frauen, die in ländlichen Regionen von Entwicklungsländern leben, bekommen häufig mehr Kinder, als sie sich wünschen. Rund 214 Millionen Frauen in Entwicklungsländern würden gern verhüten, haben dazu aber keine Möglichkeit. Deshalb sind 43 Prozent aller Schwangerschaften in diesen Ländern ungewollt! Neben ungewollten Schwangerschaften wirken sich auch der Wunsch nach mehr als zwei Kindern pro Paar und der hohe Anteil an jungen Menschen, die noch ins reproduktive Alter kommen, auf die Bevölkerungsentwicklung aus. Warum die Bevölkerung wächst, zeigt unser Animationsfilm:

3. Leben mehr Männer oder mehr Frauen auf der Welt?

Der Anteil von Frauen und Männern an der Weltbevölkerung ist ungefähr gleich. Als die Vereinten Nationen Mitte des Jahres 2019 die neuen Zahlen zur Entwicklung der Weltbevölkerung veröffentlichten, lebten insgesamt 7,71 Milliarden Menschen auf der Erde, davon 3,82 Milliarden Frauen und 3,89 Milliarden Männer.

4. Gibt es mehr junge oder mehr alte Menschen auf der Erde?

Die Weltbevölkerung ist jung – derzeit wächst die größte Jugendgeneration aller Zeiten heran. Von den 7,79 Milliarden Menschen, die aktuell auf der Welt leben sind mehr als ein Viertel (26 Prozent) jünger als 15 Jahre. In Zahlen sind das 2,03 Milliarden, also rund zweieinhalb mal so viele Menschen, wie in ganz Europa leben. Die Welt insgesamt altert: Heute ist rund jede zehnte Person älter als 65 Jahre. Im Jahr 2050 wird es jede sechste (16 Prozent) sein. Und in Europa, der Region mit der ältesten Bevölkerung, voraussichtlich sogar jede vierte. Hier liegt das Medianalter schon heute bei 42 Jahren. Die meisten Kinder und Jugendlichen wachsen in Entwicklungsländern auf – oft unter schwierigen Bedingungen. Damit sie ihr Potenzial voll entfalten können und zur Entwicklung ihrer Länder beitragen können, brauchen sie Zugang zu Aufklärung, Bildung und Gesundheitsdiensten. Warum das so wichtig ist, entnehmen Sie unseren Kurzfilm:

5. Wird die Weltbevölkerung immer weiter wachsen?

Vermutlich nicht. Tatsächlich hat das Wachstum der Weltbevölkerung bereits abgenommen. Demografen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Weltbevölkerung sich im Lauf dieses Jahrhunderts bei rund elf Milliarden Menschen einpendeln wird. Diese Annahme geht allerdings davon aus, dass weitere Fortschritte bei der freiwilligen Familienplanung, bei der Gesundheitsversorgung, beim Zugang zu Bildung und der Stärkung von Frauen und Mädchen erreicht werden. Dazu muss dringend in diese Bereiche investiert werden.

Dieser Beitrag ist erstmals erschienen am 10.07.2015

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UNFPA-WELTBEVÖLKERUNGSBERICHT 2020

30. Juni 2020 - 7:21
Fokusthema: Schädliche Praktiken an Mädchen und Frauen Jungen und Männer stellen sich gegen Genitalverstümmelungen und Frühverheiratungen, wenn sie die grausamen Folgen kennen

Der Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) veröffentlicht am 30. Juni den diesjährigen Weltbevölkerungsbericht mit dem Titel „Gegen meinen Willen – Praktiken beenden, die Frauen und Mädchen schaden und Gleichstellung verhindern“. Herausgeberin der deutschen Kurzfassung ist die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Im Zentrum stehen jene drei schädlichen Praktiken, die weltweit am weitesten verbreitet sind: weibliche Genitalverstümmelung, Frühverheiratung und die Bevorzugung von Söhnen.

Dr. Natalia Kanem, Exekutivdirektorin von UNFPA zum Weltbevölkerungsbericht 2020: “Schädliche Praktiken verursachen bei Mädchen ein tiefes und anhaltendes Trauma. Sie werden ihres Rechts beraubt, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Die Corona-Pandemie macht unsere Arbeit schwieriger, aber auch notwendiger, da Mädchen jetzt besonders gefährdet sind. Wir dürfen nicht aufhören, bis die Rechte, Entscheidungen und Körper aller Mädchen voll und ganz ihnen selbst gehören.“

Schädliche Praktiken beenden, aber wie?

Der Weltbevölkerungsbericht 2020 zeigt, dass es möglich ist, Frühverheiratungen und weibliche Genitalverstümmelung innerhalb von zehn Jahren zu beenden. Um dieses Ziel erreichen zu können, fordert der Bericht unter anderem, dass Programme gefördert werden müssen, die Mädchen darin unterstützen, Schulen bis zum Abschluss zu besuchen statt früh verheiratet zu werden. So werden die Chancen von Mädchen erhöht, als Erwachsene ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Der Bericht zeigt auch, dass die Aufklärung von Männern und Jungen über schädliche Praktiken ein enormes Wirkungspotenzial entfalten kann. Um Frühverheiratungen und weibliche Genitalverstümmelung bis 2030 zu beenden, sind Investitionen in Höhe von 3,4 Milliarden US-Dollar pro Jahr notwendig. 84 Millionen Mädchen könnten so geschützt werden.

Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, betont: “Es muss gelingen, Frauen und Mädchen verstärkt Bildung aller Stufen im Schul-, Berufsbildungs- und Hochschulbereich zu ermöglichen, damit sie selbstbestimmt ihr Recht auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe durchzusetzen können.”

COVID-19 erhöht die Gefahr für Mädchen, Opfer von schädlichen Praktiken zu werden

Weltweit wurden bereits enorme Fortschritte dabei erzielt, Frühverheiratungen und weibliche Genitalverstümmelung zu beenden. Weil entsprechende Dienste und Programme durch Kontaktbeschränkungen nur begrenzt zugänglich sind, drohen aktuell Rückschritte durch die Corona-Krise.

Renate Bähr, scheidende Geschäftsführerin der DSW, merkt dazu an: „Es ist immens wichtig, dass Deutschland in Zeiten von Corona mehr und nicht weniger Mittel dafür bereitstellt, dass schädliche Praktiken bald der Vergangenheit angehören. Der Weltbevölkerungsbericht 2020 zeigt deutlich, dass schädliche Praktiken in Krisen zunehmen. Wir hoffen sehr, dass dieses Thema im Nachtragshaushalt der Bundesregierung berücksichtigt wird.“

Frauen und Männer müssen Hand in Hand arbeiten

Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der DSW, sagt: „Schädliche Praktiken, wie zum Beispiel weibliche Genitalverstümmelung, Frühverheiratungen oder geschlechtsspezifische Schwangerschaftsabbrüche, sind der Ausdruck davon, dass Mädchen und Frauen nicht frei über ihre Körper und ihr Leben entscheiden können. Es ist unerlässlich, dass insbesondere in den betroffenen Ländern offen über die Auswirkungen von schädlichen Praktiken gesprochen wird und Aufklärung stattfindet. Nur wenn der Mantel des Schweigens durchbrochen wird, können patriarchalische Strukturen aufgebrochen werden. Auch wir Männer müssen den grausamen Menschenrechtsverletzungen die Stirn bieten. Viele Jungen und Männer stellen sich bereits gegen schädliche Praktiken, wenn sie die Folgen kennen. Wir müssen hier weitermachen und den Dialog fördern!“

Den kompletten Weltbevölkerungsbericht 2020, der auch die jüngsten demografischen Indikatoren und Gesundheitsdaten für alle Länder und Regionen der Erde enthält, finden Sie am 30. Juni 2020 um 9 Uhr unter www.dsw.org/weltbevoelkerungsbericht.

Sie erhalten den Bericht in weiteren Sprachen auf www.unfpa.org.

Weitere Informationen: Über die DSW:

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Unser Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Wir engagieren uns für die Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung. Insbesondere unterstützen wir junge Menschen in Ostafrika dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringen wir uns auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Über UNFPA:

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) fördert eine Welt, in der jede Schwangerschaft gewollt, jede Geburt sicher und das Potenzial jedes jungen Menschen verwirklicht wird.

 

Kontakt DSW: Anke Witte  Tel.: 0511 94373-32, Mobil: 0152 08947025, anke.witte@dsw.org

Kontakt UNFPA: Eddie Wright (New York): +1 917 831 2074; ewright@unfpa.org

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Vorstellung des UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2020

23. Juni 2020 - 12:57
Gegen meinen Willen – Praktiken beenden, die Frauen und Mädchen schaden und Gleichstellung verhindern

Berlin/Hannover, 23. Juni 2020. Krisen legen Missstände offen. Benachteiligte Gruppen haben es in Krisenzeiten besonders schwer, für ihre Rechte einzustehen. Eine dieser benachteiligten Gruppen sind Mädchen und Frauen. Gerade jetzt – im Angesicht einer weltweiten gesundheitlichen und wirtschaftlichen Krise – werden mehr Mädchen aus falscher Fürsorge deutlich vor der Vollendung ihres 18. Lebensjahres und gegen ihren Willen verheiratet. Um sie für den Heiratsmarkt „besonders attraktiv“ zu machen, werden sie in einigen Regionen der Welt Opfer von Genitalverstümmelungen. Diese Praktiken haben einen gemeinsamen Ursprung: Der Glaube, Männer hätten das Recht, über die Schicksale von Mädchen und Frauen zu entscheiden.

Der diesjährige UNFPA-Weltbevölkerungsbericht trägt den Titel „Gegen meinen Willen – Praktiken beenden, die Frauen und Mädchen schaden und Gleichstellung verhindern“. Er macht deutlich, dass die Benachteiligung von Mädchen und Frauen kein Relikt der Vergangenheit und nicht an Ländergrenzen gebunden ist. Tragen Technik und Fortschritt möglicherweise sogar dazu bei, dass viele Mädchen und Frauen bis heute ihrer Rechte beraubt werden?

Die deutsche Kurzfassung des UNFPA-Weltbevölkerungsberichts 2020 stellen wir Ihnen vor am: 

Montag, 29. Juni 2020, um 14:00 Uhr 

in der Kalkscheune, Johannisstraße 2, 10117 Berlin.

Auf dem Podium zu Gast:

  • Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Dr. Natalia Kanem, Exekutivdirektorin UNFPA
  • Renate Bähr, scheidende Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
  • Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW)

Aufgrund der aktuell geltenden Hygienebestimmungen bitten wir Sie, sich bis zum 25. Juni 2020 unter presse@dsw.org für eine Teilnahme zu akkreditieren. 

Wir weisen darauf hin, dass die Informationen, die bei der Pressekonferenz herausgegeben werden, einer Sperrfrist bis zum 30. Juni 2020, 6:01 Uhr (CET), unterliegen.

Pressekontakt

Bei Rückfragen melden Sie sich gerne bei Ihren Ansprechpartnerinnen im DSW-Presseteam:

Anke Witte, Tel.: 0511/ 94373-32 oder per E-Mail anke.witte@dsw.org 

Monika Schröder, Tel: 0511/ 94373-38 oder per E-Mail monika.schroeder@dsw.org 

Die Presseinladung können Sie sich hier als PDF runterladen.

Über die DSW:

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Unser Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Wir engagieren uns für die Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung. Insbesondere unterstützen wir junge Menschen in Ostafrika dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringen wir uns auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

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Wie SRGR und patriarchalische Strukturen zusammenhängen

8. Juni 2020 - 8:09

Gastbeitrag von Caroline Ausserer, Journalistin. 

Was verbirgt sich hinter dem Konzept „sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte“, kurz SRGR? Welche Rolle spielen diese im internationalen Menschenrechtsdiskurs? Wo wird über sie verhandelt und wer sind die Akteur*innen? Katrin Erlingsen von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) führt in einem Webinar der Hirschfeld-Eddy-Stiftung in das Konzept SRGR ein.

Abtreibungsrecht, Schwangerschaft, Globaler Süden, Kinder, Verhütung, Selbstbestimmung, Freiheit – dies sind nur einige Stichworte, die den Teilnehmenden des Webinars im Zusammenhang mit dem Konzept sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) einfallen. Die spielerische Annäherung zeigt, wie vielfältig das Thema ist. Katrin Erlingsen, Leiterin Politische Arbeit Deutschland bei der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) und Expertin für SRGR, spricht in diesem von Sarah Kohrt von der Hirschfeld-Eddy-Stiftung initiierten, organisierten und moderierten Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen zum Peking+25-Prozess über Geschichte, Definition und Status der SRGR.

Geschichte

Die Entstehung des Konzepts SRGR geht auf den Paradigmenwechsel bei der Kairoer Weltbevölkerungskonferenz im Jahr 1994 zurück. Anstatt Bevölkerungsfragen wie bisher aus einer ökonomischen Metaebene zu behandeln, rückte das Individuum ins Zentrum. Die internationale Gemeinschaft einigte sich darauf, dass sich aus den universellen Menschenrechten das individuelle Recht ableitet, frei über den eigenen Körper, Partnerschaft und Familienplanung zu entscheiden. Dies wurde seitdem unter dem Begriff „sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte“ (SRGR) zusammengefasst. Bei der Pekinger Weltfrauenkonferenz 1995 wurde das Konzept als zentrales Element für die Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen bestätigt.

Definitionen

„Bei reproduktiver Gesundheit geht es um körperliches, mentales und soziales Wohlbefinden in Bezug auf das Reproduktionssystem und nicht nur um Abwesenheit von Krankheiten“, erklärt Katrin Erlingsen im Webinar. „Dazu gehört, dass Menschen in der Lage sein sollen, ein befriedigendes Sexualleben zu haben, sich fortpflanzen und frei darüber entscheiden zu dürfen.“ Außerdem habe jeder Mensch das Recht sexuell aufgeklärt zu werden und sichere Verhütungsmethoden zu verwenden. Während Schwangerschaft und Geburt sollte man gut versorgt werden. Die reproduktive Gesundheit umfasst auch die sexuelle Gesundheit, womit die Verbesserung des eigenen Lebens als auch der sozialen Beziehungen gemeint ist.

Bei den reproduktiven Rechten wiederum gehe es um das Recht frei von Diskriminierung, Zwang und Gewalt eigenverantwortlich zu entscheiden, ob wann und wie viele Kinder jemand haben will. Diese Rechte sollen die Basis für Familienplanungsprogramme bilden und zur Gleichberechtigung der Geschlechter beitragen. Jugendlichen soll Aufklärung zugänglich gemacht werden, um positiv mit ihrer Sexualität umzugehen. Beim Begriff der sexuellen Rechte konnte sich die internationale Gemeinschaft bisher nicht auf eine gemeinsame Definition einigen. Laut WHO gehört hierzu das Recht, die eigene Sexualität frei von Diskriminierung leben zu können – unabhängig von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität (SOGI).

Status

Bei den Vereinten Nationen wird in unterschiedlichen Gremien über SRGR und SOGI verhandelt und es gibt die Möglichkeit sich als Zivilgesellschaft dabei einzubringen. Dies geschieht unter anderem beim UN-Menschenrechtsrat, zum Beispiel beim UPR-Verfahren (Universal Periodic Review), bei dem Staaten sich gegenseitig zur Umsetzung der Menschenrechte bewerten. Bei der Kommission für Bevölkerung und Entwicklung (Commission on Population and Development, CPD), die darauf achtet, dass die Beschlüsse von Kairo umgesetzt werden, und in der UN-Frauenrechtskommission (Commission on the Status of Women, CSW) bringen sich starke zivilgesellschaftliche Koalitionen ein. SRGR sind auch in der 2015 neu geschaffenen Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung einbezogen, dessen Kernstück ein Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung ist (Sustainable Development Goals, SDGs), wobei es jedoch nicht gelungen sei, sexuelle Rechte mit aufzunehmen.

„Oft arbeiten Aktivist*innen aus dem SRGR Bereich sehr konstruktiv und strategisch mit Aktivist*innen aus dem Bereich SOGI (sexual orientation and gender identity) zusammen“, berichtet Erlingsen. Sarah Kohrt ergänzt: „Es ist genau diese Art der solidarischen Zusammenarbeit, die angesichts der wachsenden Opposition so wichtig ist. Und das ist ein schönes Beispiel dafür. Rechte für LSBTI* und sexuelle und reproduktive Rechte sind eng miteinander verbunden. Auch, weil die Angriffe aus der gleichen Richtung kommen.“

Widerstand

Der Widerstand gegen sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte ist gewachsen, insbesondere seit Donald Trump an der Macht ist. „Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte sind immer noch ein umstrittenes Thema im Rahmen der UN“, weiß Erlingsen. Es entstünden ungewöhnliche Koalitionen von Ländern, wie zwischen den USA, Russland, Saudi Arabien, Jemen, Ungarn und Jamaika, die sich gemeinsam gegen Sexualaufklärung, Schwangerschaftsabbruch und diverse Familienformen einsetzen. „Die Wurzel dessen ist oft die Verteidigung des Patriarchats und der bestehenden Machteinflüsse.“ Die Gegenseite, bei der sich homo- und frauenfeindliche Kräfte verbünden, sei gut organisiert und finanziert, z.B. durch die katholische Kirche. Umso wichtiger seien starke zivilgesellschaftliche Koalitionen zur Stärkung der SRGR.

„Es ist wichtig, das UN-System zu bestärken und dafür zu sorgen, dass es weiterbesteht und nicht ausgehöhlt wird von denjenigen, die es schwächen wollen“, bekräftigt Erlingsen. „Denn nur so können wir die UN als einen Ort schützen, in dem internationale Normen weiterentwickelt werden und auf nationaler Ebene eingefordert werden können.“ Deutschland müsse weiterhin seine progressive Position in dem Bereich beibehalten, am besten kombiniert mit Selbstreflexion und einem Bewusstsein über Diskriminierungen hierzulande.

Der Artikel ist ursprünglich im Blog des LSVD erschienen.

 

Weiterführende Links zum Thema:

Der Beitrag Wie SRGR und patriarchalische Strukturen zusammenhängen erschien zuerst auf DSW.

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Gavi-Finanzierungskonferenz: Zusagen der Bundesregierung reichen nicht aus

4. Juni 2020 - 16:32
Routineimpfungen und Stärkung von Gesundheitssystemen dürfen in Zeiten der Corona-Pandemie nicht auf der Strecke bleiben!

Bei der heutigen Finanzierungskonferenz der Impfallianz Gavi hat Bundeskanzlerin Angela Merkel 600 Millionen Euro für die Arbeit der Impfallianz von 2021 bis 2025 bestätigt, die schon im Januar von der Bundeskanzlerin zugesagt wurden. Darüber hinaus wiederholte sie ihre Zusage vom 4. Mai für weitere 100 Millionen Euro, die explizit für die Corona-Bekämpfung vorgesehen waren. Damit blieb die Bundesregierung hinter den Erwartungen von Nichtregierungsorganisationen zurück. Diese hatten 700 Millionen Euro für Gavis Kernaufgaben gefordert: Routineimpfungen und die Stärkung von Gesundheitssystemen.

In einer gemeinsamen Reaktion erklären die Entwicklungsorganisationen Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen, ONE, Plan International Deutschland, Save the Children und World Vision Deutschland: „Die heute von der Bundesregierung zugesagten Mittel für die Impfallianz Gavi bleiben hinter unseren Erwartungen zurück. Eine Erhöhung der Mittel für Gavis Kernaufgaben um weitere 100 Millionen Euro wäre wichtig gewesen – denn aufgrund der aktuellen Pandemie bleiben in vielen Ländern lebensrettende Impfungen gegen Masern oder Polio aus.”

Zu Gavis Einsatz gegen Corona sagen die Entwicklungsorganisationen: „Wenn wir das Coronavirus aufhalten wollen, geht das nur global. Gavi hat das nötige Know-how, um die Menschen schnell zu erreichen, die sonst kaum Zugang zu Impfungen haben. Daher begrüßen wir Deutschlands Unterstützung für Gavis Einsatz, für die Herstellung eines Corona-Impfstoffs und dafür, die Bereitstellung des Impfstoffs für die am stärksten von Armut betroffenen Menschen zu beschleunigen. Niemand ist sicher, wenn nicht alle geschützt sind.”

Bereits vor der Corona-Pandemie hatten sich die sieben Organisationen unter anderem mit der Kampagne #GoodNews2025 für eine Erhöhung dieser Gelder eingesetzt und gemahnt, dass Gesundheitssysteme weltweit dringend gestärkt werden müssen.

Über Gavi

Die Impfallianz Gavi wurde vor 20 Jahren mit dem Ziel gegründet, allen Menschen in ärmeren Ländern gerechten Zugang zu Impfungen zu ermöglichen. Sie ist eine starke und zuverlässige Partnerin bei der Bekämpfung vermeidbarer Krankheiten und unterstützt derzeit Impfprogramme in 73 Ländern. Seit ihrem Bestehen hat Gavi ihre Partnerländer dabei unterstützt, über 760 Millionen Kinder zu impfen. Damit konnten mehr als 13 Millionen Leben gerettet werden.

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Pressekontakte

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW): Anke Witte, 0152 08947025, anke.witte@dsw.org
Global Citizen: Friederike Meister, 0171 7364470, friederike.meister@globalcitizen.org
ONE: Scherwin Saedi; 0152 03 771 429, scherwin.saedi@one.org
Plan International Deutschland: Anabela Brandao: 040 61140146, Anabela.Brandao@plan.de
Save the Children: Susanne Sawadogo, 030 27 59 59 79 120, susanne.sawadogo@savethechildren.de
World Vision Deutschland: Silvia Holten, 06172 763 159, silvia.holten@wveu.org

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein. www.dsw.org

Global Citizen ist eine globale Bewegung engagierter Menschen, die gemeinsam ihre Stimmen nutzen, um extreme Armut bis 2030 zu beenden. Global Citizen bietet hierzu Informationen rund um Kernthemen wie Ernährungssicherheit, Gleichberechtigung, Bildung, Umweltschutz und globale Gesundheit – und die Möglichkeit, sich gemeinsam für die Themen einzusetzen, die einem am Herzen liegen. Auf diesen Wegen mobilisiert Global Citizen eine große Community von Global Citizens, die zusammen Entscheidungsträger*innen aus Politik und Wirtschaft zum Handeln auffordert und finanzielle und politische und politische Zusagen für die Global Goals der Vereinten Nationen einfordert. Darüber hinaus unterstützt Global Citizen die Global Goals mit einzigartigen Event- und Aktionsformaten, wie den Global Citizen Festivals, für die Tickets nicht erwerblich sind, sondern durch politisches und soziales Engagement verdient werden. Seit Global Citizen im Jahr 2011 mit der Kampagnenarbeit begann, sind Global Citizens mehr als 25 Millionen Mal aktiv geworden. Diese Aktionen haben zu Zusagen von Regierungen, Institutionen und Unternehmen in Höhe von über 48 Milliarden US-Dollar geführt, die bis heute das Leben von 880 Millionen Menschen verbessert haben. www.globalcitizen.org

ONE ist eine internationale Bewegung, die sich für das Ende extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten bis 2030 einsetzt. Damit jeder Mensch ein Leben in Würde und voller Chancen führen kann. Wir sind überparteilich und machen Druck auf Regierungen, damit sie mehr tun im Kampf gegen extreme Armut und vermeidbare Krankheiten, insbesondere in Afrika. Zudem unterstützt ONE Bürger*innen dabei, von ihren Regierungen Rechenschaft einzufordern. Mehr Informationen auf www.one.org

Plan International ist eine unabhängige Organisation der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe. Mädchen und Jungen sollen weltweit die gleichen Rechte und Chancen haben und ihre Zukunft aktiv gestalten. Um das zu erreichen, setzen wir in unseren Partnerländern effizient und transparent Projekte zur nachhaltigen Gemeindeentwicklung um und reagieren schnell auf Notlagen und Katastrophen, die das Leben von Kindern bedrohen. In mehr als 75 Ländern arbeiten wir Hand in Hand mit Kindern, Jugendlichen, Unterstützenden und Partnern jeden Geschlechts, um unser globales Ziel zu erreichen: 100 Millionen Mädchen sollen lernen, leiten, entscheiden und ihr volles Potenzial entfalten. Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bestärken uns in unserem Engagement.

Save the Children ist als größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in mehr als 110 Ländern tätig. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie Überleben und Gesundheit – auch in Katastrophensituationen. Save the Children setzt sich ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen können. Mehr Informationen auf www.savethechildren.de

World Vision setzt sich seit 70 Jahren mit Projekten in Asien, Lateinamerika und Afrika für Kinder ein. Als Kinderhilfsorganisation verfolgen wir das Ziel, für Kinder in großer Armut eine bessere Welt zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet World Vision in drei Bereichen: Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, Humanitäre Hilfe und Politische Arbeit. Für World Vision steht dabei immer das Wohlergehen und die gesunde Entwicklung der Kindern im Fokus. In fast 100 Ländern weltweit setzt sich World Vision für Bildung, gesunde Ernährung, sauberes Trinkwasser und gute medizinische Versorgung ein. www.worldvision.de

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Vor internationaler Finanzierungskonferenz der Impfallianz Gavi: NGOs fordern mehr Investitionen von Deutschland

3. Juni 2020 - 10:15
Routineimpfungen müssen trotz Corona-Maßnahmen ausgeweitet werden

Vor der morgen stattfindenden Finanzierungskonferenz der Impfallianz Gavi rufen sieben Entwicklungsorganisationen die Bundesregierung auf, den deutschen Beitrag für Gavi von 600 auf 700 Millionen Euro zu erhöhen. Nur durch eine  Aufstockung der bereits zugesagten Gelder für Gavi können Millionen Kinder auch in den ärmsten Ländern ungeachtet der zusätzlichen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie gegen vermeidbare Krankheiten geimpft werden. Insgesamt benötigt Gavi von 2021 bis 2025 mindestens 7,4 Milliarden US-Dollar, um ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu können.

Die Entwicklungsorganisationen Aktionsbündnis gegen Aids, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen, ONE, Plan International Deutschland, Save the Children und World Vision Deutschland erklären:

„Die Corona-Pandemie hat selbst solide Gesundheitssysteme an ihre Belastungsgrenzen gebracht. In Ländern mit geringem Einkommen drohen noch dramatischere Folgen. Schon jetzt ist hier die Zahl der Routineimpfungen deutlich zurückgegangen. Wir schlagen Alarm: Millionen von Kindern fehlt der Schutz vor vermeidbaren Krankheiten. Masern, Lungenentzündungen oder schwere Durchfallerkrankungen dürfen heutzutage kein Todesurteil sein – auch nicht in Zeiten von Corona.“ Die NGOs fordern daher, dass die Bundesregierung Gavis Arbeit in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 700 Millionen Euro unterstützt und damit den Beitrag der letzten Finanzierungsperiode um 100 Millionen Euro erhöht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos 600 Millionen Euro für die Arbeit der Impfallianz für die nächsten fünf Jahre angekündigt. Bereits vor der Corona-Pandemie hatten sich die sieben Organisationen unter anderem mit der Kampagne #GoodNews2025 für eine Erhöhung dieser Gelder eingesetzt und gemahnt, dass Gesundheitssysteme weltweit dringend gestärkt werden müssen.

Die Impfallianz Gavi wurde vor 20 Jahren mit dem Ziel gegründet, allen Menschen in ärmeren Ländern gerechten Zugang zu Impfungen zu ermöglichen. Sie ist eine starke und zuverlässige Partnerin bei der Bekämpfung vermeidbarer Krankheiten und unterstützt derzeit Impfprogramme in 73 Ländern. Seit ihrem Bestehen hat Gavi Partnerländer dabei unterstützt, über 760 Millionen Kinder zu impfen und hat damit mehr als 13 Millionen Leben gerettet. Mit den 7,4 Milliarden US-Dollar, die auf der morgigen Konferenz mindestens zusammenkommen sollen, kann Gavi bis 2025 weitere 300 Millionen Kinder impfen und damit acht Millionen Todesfälle verhindern.

Die Corona-Pandemie erfordert zusätzliche Investitionen in Diagnostik, Therapien sowie in die Forschung und Entwicklung eines Impfstoffes, der weltweit für alle bezahlbar und zugänglich sein muss. Die sieben entwicklungspolitischen Organisationen unterstützen den von Gavi bereits praktizierten und nun auch für Covid-19 vorgeschlagenen Mechanismus der vorgezogenen Markteinführung (Advance Market Commitment, AMC) für Impfstoffe. Es handelt sich dabei um eine Abnahmegarantie mit dem Ziel, die Erforschung, Entwicklung und Verfügbarkeit von Impfstoffen zu beschleunigen. „Die hierfür notwendige Finanzierung darf aber nicht auf Kosten von Gavis Hauptarbeit gehen. Beides wird nötig sein: Wir müssen Routineimpfungen ausweiten und Gesundheitssysteme weltweit stärken, aber ebenso schnellstmöglich einen Corona-Impfstoff entwickeln“, betonen die Organisationen.

 

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Pressekontakte

Aktionsbündnis gegen Aids: Peter Wiessner, Referent für Advocacy und Öffentlichkeitsarbeit, Tel: 0163 456 85 14

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW): Anke Witte, 0152 08947025, anke.witte@dsw.org

Global Citizen: Friederike Meister, 0171 7364470, friederike.meister@globalcitizen.org

ONE: Scherwin Saedi; 0152 03 771 429, schwerwin.saedi@one.org

Plan International Deutschland: Anabela Brandao: 040-61140146, Anabela.Brandao@plan.de

Save the Children: Susanne Sawadogo, 030 27 59 59 79 120, susanne.sawadogo@savethechildren.de

World Vision Deutschland: Silvia Holten, 06172 763 159, silvia.holten@wveu.org

 

Das Aktionsbündnis gegen AIDS setzt sich für das Menschenrecht auf Gesundheit für alle ein. Wir wenden uns insbesondere gegen jegliche Diskriminierung von Menschen, die mit HIV leben oder besonders gefährdet sind. Solidarität und Gerechtigkeit bilden die Grundlage unseres Handelns. Im Bündnis engagieren sich Menschen und Organisationen gemeinsam für den Zugang zu HIV-Prävention, Behandlung, Betreuung und Pflege für alle Menschen. Wir setzen uns dafür ein, dass Deutschland und Europa einen fairen Beitrag für ein Ende von Aids weltweit leisten. Dafür müssen Gesundheitssysteme global gestärkt und der Zugang zu Medikamenten nachhaltig gesichert werden. Denn: Leben ist ein Menschenrecht.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein. www.dsw.org

Global Citizen ist eine globale Bewegung engagierter Menschen, die gemeinsam ihre Stimmen nutzen, um extreme Armut bis 2030 zu beenden. Global Citizen bietet hierzu Informationen rund um Kernthemen wie Ernährungssicherheit, Gleichberechtigung, Bildung, Umweltschutz und globale Gesundheit – und die Möglichkeit, sich gemeinsam für die Themen einzusetzen, die einem am Herzen liegen. Auf diesen Wegen mobilisiert Global Citizen eine große Community von Global Citizens, die zusammen Entscheidungsträger*innen aus Politik und Wirtschaft zum Handeln auffordert und finanzielle und politische und politische Zusagen für die Global Goals der Vereinten Nationen einfordert. Darüber hinaus unterstützt Global Citizen die Global Goals mit einzigartigen Event- und Aktionsformaten, wie den Global Citizen Festivals, für die Tickets nicht erwerblich sind, sondern durch politisches und soziales Engagement verdient werden. Seit Global Citizen im Jahr 2011 mit der Kampagnenarbeit begann, sind Global Citizens mehr als 25 Millionen Mal aktiv geworden. Diese Aktionen haben zu Zusagen von Regierungen, Institutionen und Unternehmen in Höhe von über 48 Milliarden US-Dollar geführt, die bis heute das Leben von 880 Millionen Menschen verbessert haben. www.globalcitizen.org

ONE ist eine internationale Bewegung, die sich für das Ende extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten bis 2030 einsetzt. Damit jeder Mensch ein Leben in Würde und voller Chancen führen kann. Wir sind überparteilich und machen Druck auf Regierungen, damit sie mehr tun im Kampf gegen extreme Armut und vermeidbare Krankheiten, insbesondere in Afrika. Zudem unterstützt ONE Bürger*innen dabei, von ihren Regierungen Rechenschaft einzufordern. Mehr Informationen auf www.one.org

Plan International ist eine unabhängige Organisation der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe. Mädchen und Jungen sollen weltweit die gleichen Rechte und Chancen haben und ihre Zukunft aktiv gestalten. Um das zu erreichen, setzen wir in unseren Partnerländern effizient und transparent Projekte zur nachhaltigen Gemeindeentwicklung um und reagieren schnell auf Notlagen und Katastrophen, die das Leben von Kindern bedrohen. In mehr als 75 Ländern arbeiten wir Hand in Hand mit Kindern, Jugendlichen, Unterstützenden und Partnern jeden Geschlechts, um unser globales Ziel zu erreichen: 100 Millionen Mädchen sollen lernen, leiten, entscheiden und ihr volles Potenzial entfalten. Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bestärken uns in unserem Engagement.

Save the Children ist als größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in mehr als 110 Ländern tätig. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie Überleben und Gesundheit – auch in Katastrophensituationen. Save the Children setzt sich ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen können. Mehr Informationen auf www.savethechildren.de

World Vision setzt sich seit 70 Jahren mit Projekten in Asien, Lateinamerika und Afrika für Kinder ein. Als Kinderhilfsorganisation verfolgen wir das Ziel, für Kinder in großer Armut eine bessere Welt zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet World Vision in drei Bereichen: Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, Humanitäre Hilfe und Politische Arbeit. Für World Vision steht dabei immer das Wohlergehen und die gesunde Entwicklung der Kindern im Fokus. In fast 100 Ländern weltweit setzt sich World Vision für Bildung, gesunde Ernährung, sauberes Trinkwasser und gute medizinische Versorgung ein. www.worldvision.de

 

 

 

 

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Gegen sexualisierte Gewalt am Victoriasee: „Her Right!“

5. Mai 2020 - 11:10
Wie das DSW-Projekt trotz Corona weitergeführt wird

Die ganze Welt bleibt Zuhause! Um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen, rufen Regierungen überall auf der Welt zu Kontaktbeschränkungen auf. Das wirtschaftliche und soziale Leben ist nur eingeschränkt möglich und oft gelten Ausgangssperren – auch in Ostafrika. Das kann nachteilig für die Entwicklungszusammenarbeit sein. Gleichzeitig ist diese jedoch vielerorts notwendiger als zuvor. Um weiterhin für die Menschen da sein zu können, hat die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ihre Projektarbeit an die neuen Bedingungen angepasst.

 

„Für viele Frauen und Mädchen ist die Bedrohung am größten, wo sie eigentlich am sichersten sein sollten. In ihren eigenen vier Wänden“, erklärt UN-Generalsekretär António Guterres in einer Videobotschaft. „Wir wissen, dass Ausgangssperren und Quarantänen unerlässlich sind, um COVID-19 zu bekämpfen. Aber Frauen in gewalttätigen Beziehungen können durch sie gefangen sein.“ Überall auf der Welt häufen sich die Berichte über zunehmende häusliche Gewalt gegenüber Frauen. Frauen und Männer für sexualisierte Gewalt und geschlechterspezifische Diskriminierung zu sensibilisieren und diese zu beenden sind die Kernthemen des DSW-Projekts „Her Right!“ auf der kenianischen Seite des Victoriasees.   

 Das Projekt „Her Right!“

Für die Menschen am Victoriasee in Kenia ist die Fischerei die Haupteinnahmequelle. Die Rollenverteilung ist klar: Die Männer fangen, die Frauen verkaufen den Fisch. Wenn junge, unverheiratete Frauen eine Chance haben wollen, wirklich guten Fisch zu bekommen, um diesen verkaufen und für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können, müssen sie den älteren Männern dafür meist sexuelle Dienste erweisen. Verweigern sie sich, bekommen sie keinen oder minderwertigen Fisch. Sie nennen es das Jaboya-System. Hunger, wirtschaftliche Not und fehlende Alternativen, machen es den Frauen schwer, sich aus dem System zu befreien. Um ihnen Wege aus dieser Misere aufzuzeigen, arbeitet die DSW im Rahmen des Projekts „Her Right!“ eng mit den örtlichen Behörden und Medienpartnern zusammen.

Infoveranstaltungen zu sexualisierter Gewalt über Radioshows

Das Herzstück des Projekts ist die Weitergabe von Wissen rund um sexuelle und reproduktive Rechte durch die örtlichen Behörden und Gemeindevertreter. Das geschieht meist über direkte Kommunikation im Rahmen von Diskussionsrunden und Schulungen. Geredet wird zum Beispiel darüber, was sexualisierte Gewalt bedeutet, wie sich Frauen aus einem Abhängigkeitsverhältnis befreien können und welche wirtschaftlichen Alternativen sie haben, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Das ist gegenwärtig durch die Kontaktbeschränkungen, die auch in Kenia gelten, nicht möglich. Die Projektverantwortlichen vor Ort konzentrieren sich deshalb auf andere Maßnahmen, um den Bedürfnissen der betroffenen Frauen Gehör zu verschaffen. „Wir arbeiten mit dem Sender Radio Maishia zusammen, der landesweit empfangen wird“, erzählt Rosemary, die in Kenia für die DSW arbeitet. „Wir organisieren Interviews mit Behörden und respektierten Gemeindemitgliedern, bei denen der Moderator Fragen zu den Themen sexualisierte Gewalt und Geschlechterdiskriminierung stellt.“ Fragen, die sich die meisten Zuhörer*innen nicht stellen würden. Über die Antworten erkennen die Hörer*innen, dass es auch andere Sichtweisen gibt als die, die ihnen möglicherweise „normal“ erscheinen. „Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist eine Verhaltensweise. Verhaltensweisen können nur über einen längeren Zeitraum verändert werden, wenn Informationen konstant geteilt und zugänglich gemacht werden“, erklärt Rosemary.

Die Fallzahlen von sexualisierter Gewalt steigen durch Ausgangssperren

Die gegenwärtige Situation macht aber zusätzlich deutlich, dass es mehr braucht, als die Fischer-Gemeinden in der Region langsam und kontinuierlich zu einem Umdenken zu bewegen. Auch an den Küsten des Victoriasees werden aktuell mehr Fälle von sexualisierter und häuslicher Gewalt gemeldet als vor den Kontaktbeschränkungen zum Eindämmen von COVID-19. „Wenn Frauen aufgrund der Kontaktbeschränkungen keinen Fisch verkaufen können, sind sie finanziell von ihren Ehemännern abhängig. Diese können ebenfalls nicht zum Fischen rausfahren, sodass die ganze Familie in finanzielle Bedrängnis gerät“, erzählt Rosemary. Das wiederum sei eine mögliche Ursache für Gewalt: „Untätigkeit und Langeweile führen möglicherweise zu sexuellen Wünschen, denen Frauen manchmal nicht nachkommen, zum Beispiel weil sie gerade keinen Zugang zu Verhütungsmitteln haben – oder aber auch einfach keine Lust verspüren. Das kann zu Frust, zu Konflikten und – gerade in häuslicher Isolation – auch zu Gewalt führen. Wir müssen hier berücksichtigen, dass es viele Formen von Gewalt gibt. Es gibt auch psychische Gewalt, nicht nur physische“, gibt Rosemary zu bedenken.

Eine Hotline bietet Hilfe für Opfer von häuslicher Gewalt

Um dieser Gewalt zu begegnen und Frauen in Notlagen trotz der aktuellen Beschränkungen zu unterstützen, haben die Projektverantwortlichen gemeinsam mit Radio Maishia eine Hotline eingerichtet. Opfer von häuslicher oder sexualisierter Gewalt können sich hier beraten lassen und Hilfe bekommen. Sie werden dabei unterstützt, mögliche Gewaltverbrechen bei der Polizei anzuzeigen. Wenn es notwendig ist, wird ihnen außerdem eine medizinische Versorgung und eine psychologische Beratung angeboten. Auch für die nächsten Wochen hat der Radiosender die Zusammenarbeit bereits zugesagt, sodass Frauen sogar innerhalb einer Ausgangssperre oder Quarantäne Hilfe bekommen können.

Informationen über Lautsprecher statt Gespräche unter vier Augen

Zusätzlich haben die Projektverantwortlichen der DSW gemeinsam mit den Behörden vor Ort ein Fahrzeug mit einer Lautsprecheranlage organisiert. Dieses fährt durch die gesamte Gemeinde und beschallt die Menschen mit Informationen zu ihren sexuellen und reproduktiven Rechten. Vor allem aber reagiert das Team auf diese Weise auch auf die besonderen Bedürfnisse der Zeit. Was ebenfalls über diesen Weg geteilt wird, sind Informationen darüber, wie man sich effektiv vor COVID-19 schützen kann. Damit jedes Gemeindemitglied die Informationen richtig versteht, erfolgen die Lautsprecherdurchsagen in den beiden vorherrschenden Ortssprachen: Kiswahili und Kimanayala.

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Internationale Geberinitiative „Coronavirus Global Response“ am 4. Mai 2020

30. April 2020 - 10:15
DSW: „Deutschland muss einen Löwenanteil zur Gesamtsumme beitragen“

Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat für den 4. Mai 2020 einen weltweiten Spendenmarathon zur Bekämpfung des Coronavirus initiiert. Ziel dieser Geberkonferenz ist es, 7,5 Milliarden Euro aufzubringen, um die Arbeit zur Prävention, Diagnose und Behandlung von COVID-19 zu beschleunigen. Alle Regierungen und Organisationen weltweit sind aufgefordert, Mittel bereitzustellen.

„Die deutsche Bundesregierung muss ihrer internationalen Verantwortung gerecht werden und entsprechend Deutschlands Rolle als größter Volkswirtschaft Europas einen Löwenanteil zur Gesamtsumme beitragen,“ sagt Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). „Große Sorge macht mir die Situation in afrikanischen Ländern.“ Denn aufgrund der Coronakrise verschlechtert sich dort der ohnehin oft mangelhafte Zugang zur Gesundheitsversorgung drastisch. „Frauen und Mädchen sind auch in diesen Krisenzeiten schwanger, bringen Kinder zur Welt oder benötigen Informationen und Verhütungsmittel, um sich effektiv vor ungewollten Schwangerschaften zu schützen. Denn auch (und gerade) in Krisenzeiten haben Menschen Sex“, so Kreutzberg.

Laut aktuellen Schätzungen des Guttmacher Instituts zeichnet sich schon jetzt ab, dass die Coronakrise im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit fatale Auswirkungen haben werde – insbesondere auf Schwangere und Neugeborene: Schon bei einem Rückgang der Gesundheitsversorgung um zehn Prozent würden rund 1,7 Millionen Wöchnerinnen und 2,6 Millionen Neugeborene auch bei schwerwiegenden Komplikationen nicht die erforderliche Versorgung erhalten. Dies würde zu 28.000 Todesfällen bei Müttern und 168.000 Todesfällen bei Neugeborenen führen.

Würde der Zugang zu Verhütungsmitteln nur um zehn Prozent zurückgehen, käme es zu 15 Millionen ungewollten Schwangerschaften. Dies wiederum würde zu mehr unsicheren Schwangerschaftsabbrüchen und anderen negativen Folgen führen.

Einschätzungen des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) zufolge führt die Covid-19-Pandemie zu mehr geschlechtsspezifischer Gewalt und anderen Menschenrechtsverletzungen an Mädchen und Frauen. So könnte es zu zwei Millionen Fällen weiblicher Genitalverstümmelung und 13 Millionen Fällen von Frühverheiratungen kommen, die ohne die Pandemie hätten verhindert werden können.

„Wir begrüßen es, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung schon jetzt eine Milliarde Euro zur Stabilisierung der Partnerländer in Aussicht gestellt hat. Diese Gelder müssen zügig fließen und dringend aufgestockt werden. Nur so kann Deutschland einen angemessenen Beitrag dazu leisten, COVID-19 weltweit zu bekämpfen und dabei niemanden zurückzulassen“, sagt Kreutzberg.

Weitere Informationen: Über die DSW:

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Unser Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Wir engagieren uns für die Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung. Insbesondere unterstützen wir junge Menschen in Ostafrika dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringen wir uns auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Pressekontakt

Anke Witte
Pressesprecherin | Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Hindenburgstr. 25 | 30175 Hannover
Telefon: 0511 94373-32 | Fax: 0511 94373-73
E-Mail: presse@dsw.org
Internet: www.dsw.org

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Trotz und wegen Corona: Routineimpfungen nicht aus dem Blick verlieren

29. April 2020 - 8:47

Gastbeitrag von Maike Bildhauer, Kommunikationsexpertin für Globale Gesundheit und Entwicklung und freie Mitarbeiterin der DSW.

Diese Woche ist Weltimpfwoche. Für uns eine gute Gelegenheit, daran zu erinnern, wie wichtig es ist – trotz und wegen der aktuellen Corona-Pandemie – Impfungen gegen andere lebensbedrohliche Krankheiten nicht aus dem Blick zu verlieren. Vor allem aber wollen wir einige der unermüdlichen Gesundheitspfleger*innen vorstellen, ohne deren Einsatz es schlichtweg unmöglich wäre, alle Kinder mit den Impfungen versorgen, die sie brauchen.

Die gegenwärtige COVID19-Pandemie führt uns allen vor Augen, wie schnell sich Infektionskrankheiten ausbreiten können. In unserer globalisierten Welt können sie Grenzen in rasendem Tempo überschreiten und so zu einer Gesundheitsbedrohung für alle werden. Vor allem in Entwicklungsländern, in denen die Gesundheitssysteme nicht so gut funktionieren wie bei uns, gilt dies auch für viele andere hoch ansteckende Krankheiten, zum Beispiel Typhus und Cholera. Genau darum sind Routineimpfungen wichtig. Und genau darum ist die Arbeit der Impfallianz Gavi jetzt wichtiger denn je. 

Was viele nicht wissen: Während des jüngsten Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo starben mehr Menschen an Masern als an Ebola, weil Routineimpfungen aufgrund der Epidemie nicht stattfinden konnten. Nun stellt die Corona-Pandemie Impfmaßnahmen in vielen ärmeren Ländern vor neue Hürden, zahlreiche Impfkampagnen gegen Polio und Masern wurden bereits ausgesetzt – zu groß erscheint die Gefahr, dass sich durch sie das Coronavirus weiter verbreitet. Allerdings erhöht sich hierdurch das Risiko anderer tödlicher Krankheitsausbrüche.

Gavi stärkt Gesundheitssysteme – seit 20 Jahren

Seit über 20 Jahren arbeitet Gavi zusammen mit ihren Partnerländern daran, funktionierende Systeme aufzubauen, damit lebenswichtige Impfungen alle Kinder erreichen – unabhängig davon, ob sie in einem abgelegenen Dorf, im städtischen Slum oder einem Flüchtlingscamp groß werden. Um der aktuellen Krise zu begegnen, unterstützt Gavi ihre Partnerländer bei der Finanzierung von Schutzkleidung, COVID19-Trainings für Gesundheitsfachkräfte und Diagnose-Tests. Ebenso arbeit die Impfallianz gemeinsam mit den Ländern daran, Routineimpfungen weitestgehend aufrechtzuerhalten und bereitet gleichzeitig Aufhol-Kampagnen vor, um die Impfraten wieder zu erhöhen, sobald die Lockdown-Maßnahmen gelockert werden. 

Und auch mit Blick auf künftige COVID19-Impfstoffe, auf die die ganze Welt wartet, ist eines sicher: Um zu garantieren, dass alle Menschen gerechten Zugang haben, werden funktionierende Impf- und Gesundheitssysteme das A und O sein. Und Gavis Arbeit spielt dabei eine entscheidende Rolle. 

Pflegekräfte sind das Herzstück jedes Gesundheitssystems – nicht nur in der Krise

Gut ausgebildete medizinische Fachkräfte, mobile Impfteams und Gesundheitshelfer*innen sind das Herzstück jedes Gesundheitssystems. Manchmal laufen sie kilometerweit, um Kinder in entlegenen Dörfern zu impfen und mit anderen Gesundheitsmaßnahmen zu versorgen sowie die Eltern aufzuklären. Bei akuten Krankheitsausbrüchen stehen Gesundheitspfleger*innen in der ersten Reihe, arbeiten quasi an der Front. Nicht selten riskieren sie dabei ihre eigene Gesundheit, manchmal sogar ihr Leben. Ohne ihren Einsatz und Mut wäre es nicht möglich, Epidemien und Pandemien in den Griff zu bekommen, denn sie sorgen dafür, dass Impfungen diejenigen schützen können, die sie brauchen. 

An vielen Orten rund um die Welt wird zur Zeit regelmäßig, laut und öffentlich für für Gesundheitskräfte applaudiert. Dem schließen wir uns an und lassen hier einige von ihnen zu Wort kommen:

“Um 7 Uhr morgens fangen wir mit den Impfungen an und arbeiten dann mindestens bis 15:30 Uhr oder bis der letzte in der Schlange geimpft ist. Viele Mütter bringen ihre Kinder eilig in der Mittagspause vorbei, denn einen Fehltag bei der Arbeit können sie sich nicht leisten.”

Marta ist Teamleiterin in der Impfambulanz des Gesundheitszentrums in Alto Maé in Maputo, der Hauptstadt von Mosambik. Schon als Kind träumte sie davon, im Gesundheitsbereich zu arbeiten – genau wie ihre Mutter.
Foto: Gavi

“Es ist meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass alle verstehen, warum Impfungen so wichtig sind. Ein vertrauensvolles Verhältnis ist unerlässlich, vor allem für die Gesundheitskräfte, die direkt in den Gemeinschaften arbeiten.” 

Shabnoor ist 19 Jahre alt. Sie wurde im Flüchtlingscamp Cox’s Bazar in Bangladesch geboren. Heute arbeitet sie als Gesundheitspflegerin und geht von Tür zu Tür, um ungeimpfte Kinder zu finden und ihre Eltern über Impfungen zu informieren.
Foto: Gavi

“Die meisten Leute infizieren sich mit Masern. Früher war auch Polio (Kinderlähmung) ein großes Problem, aber dank Impfungen und Aufklärung sind die Infektionsraten jetzt niedrig. Von den Menschen werde ich sehr herzlich empfangen und sie nehmen für die Impfungen weite Wege auf sich.”

Ifra ist Gesundheitspflegerin in einer abgelegenen Gegend im somalischen Teil Äthiopiens. Sie hat erlebt, wie sich die Einstellung der Menschen gegenüber Impfprogrammen über die Jahre verändert hat - wie dadurch mehr Kinder als jemals zuvor geschützt sind.
Foto: Save The Children / Hanna Adcock "In letzter Zeit kommen immer mehr Eltern mit gelben Impfpässen zu uns ins Gesundheitszentrum, was darauf hinweist, dass es für ihr Kind Zeit für die nächste Impfung ist. Geimpfte Kinder sind vor Infektionen und Krankheiten geschützt. Als Krankenschwester fühle ich mich glücklich und erfüllt, meine Gemeinde mit Impfstoffen zu schützen".

Yakubu arbeitet als Krankenschwester in Savelugu Nanton im Norden Ghanas
Foto: UNICEF Ghana “Als ich hier in der Nampula Provinz ankam, lehnten viele Eltern Impfungen für ihre Kinder ab. Sie dachten, dass es die Cholera-Impfung ist, die ihre Kinder krank macht. Es war ein hartes Stück Arbeit, ihnen verständlich zu machen, dass die Impfung dazu beiträgt, ihre Familien gesund zu halten. Gemeinsam mit führenden religiösen Persönlichkeiten haben wir Informationsveranstaltungen organisiert, um Gerüchten entgegen zu wirken.”

Etelvina ist 35 Jahre alt und kommt aus Maputo, Mosambik. Seit zehn Jahren arbeitet sie als Gesundheitsfachkraft in einer Gemeinde in der Nampula Provinz im Nordosten des Landes. Sie versorgt Menschen, die in schwer zugänglichen Gebieten leben, mit Impfungen und weiteren Gesundheitsmaßnahmen.

“Impfungen verhindern Krankheiten und retten viele Leben. Ich bin Gesundheitspflegerin geworden, um Menschen dabei zu helfen, gesund zu bleiben und Frieden zu finden.”

Sonia arbeitet in einem von UNICEF betriebenen Zentrum für gesundheitliche Grundversorgung in Cox’s Bazar, Bangladesch. Hier versorgt sie geflüchtete Rohingya mit Impfungen und weiteren Gesundheitsleistungen. Gesundheitspflegerin ist sie geworden, um ihre Fähigkeiten sinnvoll einzusetzen.

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Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat die Impfallianz Gavi Länder dabei unterstützt, mehr als 760 Millionen Kinder zu impfen – und dadurch langfristig 13 Millionen Leben gerettet. Bis 2025 könnten mit Gavis Hilfe bis zu 8 Millionen weitere Leben geschützt werden – wenn die Finanzierung stimmt: Insgesamt sollen auf Gavis Finanzierungskonferenz am 3. und 4. Juni  7,4 Milliarden US-Dollar zusammenkommen. Deutschland hat bereits 600 Millionen Euro für 2021-2025 zugesagt. Gemeinsam mit einer breiten Allianz anderer NGOs fordert die DSW von der Bundesregierung, ihre Beiträge für Gavis Arbeit auf mindestens 700 Millionen Euro zu erhöhen. Mehr Infos zu Gavi und unserer gemeinsamen NGO-Kampagne #GoodNews2025 gibt es hier: https://goodnews2025.dsw.org/.

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5 Fragen – 5 Antworten zu Malaria

24. April 2020 - 10:00

Ein Stich der tödlich enden kann: Malaria gibt es bereits seit über 3.000 Jahren und war einige Zeit auch in Europa stark verbreitet. Die Menschen im mittelalterlichen Italien glaubten, die schlechte Luft (mal’aria) der Sümpfe löse die Krankheit aus. Obwohl der tatsächliche Erreger 1880 entdeckt wurde, gibt es noch immer keinen wirksamen Impfstoff.

1. Was ist Malaria?

Malaria zählt zu den gefährlichsten parasitären Erkrankungen des Menschen. Der Erreger wird durch den Stich einer weiblichen Anopheles-Mücke übertragen. Dabei gelangt der Parasit über den Speichel der Mücke ins Blut. Die Erreger verbreiten sich über den Blutweg in die Leber, vermehren sich dort und befallen dann die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Durch die Vermehrung in den Erythrozyten werden diese zerstört, und es kommt zur Erkrankung. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Die Symptome sind hohes, wiederkehrendes Fieber, Schüttelfrost, Beschwerden des Magen-Darm-Trakts und Krämpfe. Besonders gefährlich ist die Krankheit für Kinder unter fünf Jahren und für Schwangere. Sieben von zehn Todesfällen infolge von Malaria sind Kinder (67 %). Auf der ganzen Welt stirbt alle zwei Minuten ein Kind an der Krankheit. Dabei ist Malaria grundsätzlich heilbar und vermeidbar – wenn entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen ergriffen werden sowie effektive Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten verfügbar sind.

2018 erkrankten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 228 Millionen Menschen an der Tropenkrankheit. 93 Prozent der Ansteckungen (213 Millionen) entfielen dabei auf Afrika. Weltweit starben 405.000 Menschen infolge der Infektion.

2. Wie kann man sich vor Malaria schützen?

Da es noch keinen wirksamen Impfschutz gegen Malaria gibt, ist die Vermeidung von Stichen die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme. Wichtiges und günstiges Hilfsmittel hierbei sind imprägnierte Moskitonetze, da Stechmücken vorwiegend in den Nacht- und Dämmerungsstunden aktiv sind. Zusätzlich sollte man auf hautbedeckende Kleidung und ausreichenden Mückenschutz achten.

Eine weitere Schutzmaßnahme ist die Einnahme von Medikamenten zur Prophylaxe. Diese verhindern lediglich den Ausbruch der Krankheit, nicht aber die Infektion. Das heißt, die Medikamente töten den Erreger in dem Stadium ab, in dem sie die roten Blutkörperchen angreifen.

3. Welche Regionen sind am stärksten betroffen?

Malaria tritt – von Ausnahmen abgesehen – nur in tropischen und subtropischen Gebieten auf. Besonders betroffen ist nach wie vor Afrika südlich der Sahara. 85 Prozent aller Malaria-Todesfälle weltweit entfallen auf 20 Länder, von denen alle – mit Ausnahme von Indien – in Afrika liegen

4. Weshalb sind vor allem arme Menschen von Malaria betroffen?

Malaria zählt neben Aids und Tuberkulose zu den „drei großen“ Armutskrankheiten. Das sind Krankheiten, die vor allem in armen Ländern auftreten und bei denen es an Diagnostika, Impfstoffen und Behandlungsmöglichkeiten fehlt. Malaria betrifft vor allem Menschen, die auf dem Land in schlecht gebauten Häusern leben und sich nicht ausreichend vor der Anopheles-Mücken schützen können. Zusätzlich haben Menschen mit geschwächten Immunsystemen aufgrund von Mangelernährung eine geringere Chance, sich gegen den Erreger zu wehren.

Neben der Vorsorge ist auch eine ärztliche Behandlung für viele Menschen in den betroffenen Regionen sehr kostspielig. Ausgaben für Medikamente und Arztbesuche, kombiniert mit Einkommensverlust im Krankheitsfall kann viele Familien direkt in die Armut stürzen.

5. Was muss getan werden?

Obwohl das Krankheitsbild bereits seit der Antike bekannt ist, gibt es keinen wirksamen Impfstoff gegen Malaria – Stiche zu vermeiden, ist bislang der einzige Schutz. Außerdem tauchen vermehrt resistente Malariaerreger auf, gegen die die bestehenden Medikamente nichts ausrichten können. Wichtig sind deshalb Investitionen in die Forschung und Entwicklung von Impfstoffen, Diagnostika und Medikamenten. Um die Malaria-Epidemie effektiv zu bekämpfen, wären bis 2020 6,6 Milliarden US-Dollar jährlich nötig – das sind 3,9 Milliarden US-Dollar mehr, als im Jahr 2018 investiert wurden (2,7 Milliarden US-Dollar).

Bereits im Jahr 2015 hat sich Deutschland mit den anderen UN-Mitgliedstaaten im Rahmen der Agenda 2030 verpflichtet, globale Epidemien wie Malaria zu beenden. Dazu bedarf es eines größeren weltweiten politischen und finanziellen Engagements. Beispielsweise könnte die Aufstockung deutscher Mittel für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria das Ziel in greifbarere Nähe rücken. Denn seit seiner Gründung im Jahr 2002 hat der Globale Fonds beachtliche Erfolge bei der Bekämpfung von Malaria erzielt: Allein im Jahr 2018 wurden unter anderem 131 Millionen Moskitonetze zur Vorbeugung der Tropenkrankheit verteilt und damit unzählige Menschenleben gerettet.

Dieser Beitrag ist erstmals am 22.04.2016 erschienen und wird regelmäßig aktualisiert.

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Projektassistent*in

6. April 2020 - 16:12

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein. Neben ihrem Hauptsitz in Hannover ist die DSW in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda sowie mit Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel vertreten. Mehr Informationen unter www.dsw.org

Die DSW sucht zum 1. Juni 2020 eine*n

Projektassistent*in.

Der Dienstort ist Berlin.

Sie können Erfahrungen im Bereich Projekt- und Büroassistenz vorweisen und Sie haben Geschick darin, sowohl Arbeitsprozesse als auch Veranstaltungen technisch und logistisch reibungslos ablaufen zu lassen? Es macht Ihnen Spaß, für das administrative Personal und die Finanzabteilung im Stiftungshauptsitz Hannover die Ansprechperson in Berlin zu sein? Sie haben Interesse, das politische Team einer Stiftung im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit zu unterstützen? Dann erwartet Sie eine interessante Tätigkeit.

Ihre Aufgaben:
  • Logistische Unterstützung des deutschen Advocacy-Teams bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen
  • Zusammenarbeit mit externen Dienstleister*innen, einschließlich der eigenständigen Sichtung und Überprüfungen von Angeboten und Rechnungen
  • Selbständige Erledigung administrativer Prozesse, wie beispielsweise Beschaffung von Büromaterialien, Führung der Barkasse, Pflege der Datenbank, Durchführung von Versandaktionen sowie Sicherstellung von Dokumentation und Ablage
  • Gewährleistung von reibungslosen projektbezogenen Abläufen zwischen dem Berliner Büro und dem Stiftungshauptsitz in Hannover.
  • Unterstützung bei Projektplanung und –koordinierung, insbesondere der logistischen Umsetzung von konkreten Aktivitäten im Auftrag der Projektverantwortlichen.
  • Gewährleistung einer einwandfreien Büroinfrastruktur einschließlich der IT- und Medieninfrastruktur
  • Unterstützung bei Recherchen zur Umsetzung der Anliegen der DSW
Wir erwarten:
  • Abgeschlossenes Bachelorstudium (VWL/ BWL, Politikwissenschaften, Verwaltungswissenschaften oder vergleichbarer Studiengang) oder abgeschlossene relevante Berufsausbildung
  • Mindestens ein Jahr Berufserfahrung, gerne auch in der Entwicklungszusammenarbeit
  • Deutsch und Englisch fließend in Wort und Schrift
  • Sehr gute Computer- und Datenbankkenntnisse
  • Erste Erfahrung in der Projektarbeit
  • Interesse an IT- und anderen technischen Herausforderungen
  • Fähigkeit zu eigenverantwortlichem Arbeiten im Team
  • Lösungsorientiertheit und Kommunikationsstärke
Wir bieten:
  • ein internationales Arbeitsumfeld
  • eine angenehme Arbeitsatmosphäre in einem dynamischen Team
  • ein spannendes Themenfeld
  • eine angemessene Vergütung
Bewerbungsverfahren:

Wenn Sie Interesse haben, senden Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf und Anschreiben) bitte mit dem Verweis „DSW2020/05 Projektassistent*in“ per E-Mail an: jobs.deutschland@dsw.org

Bitte beachten Sie, dass nur Bewerbungen mit der Referenznummer “DSW2020/05 Projektassistent*in” in der Betreffzeile der E-Mail berücksichtigt werden.

Die Stelle ist teilzeitgeeignet und zunächst bis zum 28. Februar 2022 befristet.
Bewerbungsschluss ist der 26. April 2020.

Bitte sehen Sie von Nachfragen zu Ihrer Bewerbung ab.

Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen!

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COVID-19: DSW-Maßnahmenpaket zum Schutz von Mitarbeitenden und Jugendlichen

6. April 2020 - 10:48
DSW: „Schutz und korrekte Informationen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland, Brüssel und Ostafrika sowie die Jugendlichen in unseren Projekten haben höchste Priorität.“

Täglich steigt die COVID-19-Infektionsrate – auch in Afrika. Dies hat Auswirkungen auf die Arbeit der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), insbesondere in den Partnerländern Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda.

Jan Kreutzberg

„Wir beobachten die aktuelle Entwicklung mit Sorge und setzen uns dafür ein, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ostafrika, Brüssel, Berlin und Hannover und die jungen Menschen in unseren Projekten richtig informiert sind und sicher arbeiten können“, sagt DSW-Geschäftsführer Jan Kreutzberg. Die DSW bemüht sich intensiv jungen Menschen in Ostafrika weiterhin Zugang zu Informationen, Dienstleistungen und Produkten im Bereich Familienplanung sowie sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte zu ermöglichen. „Unsere Teams erstellen Notfallpläne, damit wir trotz vorübergehender Schließungen unserer Büros und Jugendförderzentren unsere Arbeit mit so wenig Unterbrechungen wie möglich fortsetzen können“, sagt Kreutzberg.

 

Angela Bähr
Foto: Simona Bednarek

Angela Bähr, stellvertretende DSW-Geschäftsführerin, erläutert wichtige Maßnahmen, die die DSW derzeit in die Wege leitet, damit die Projekte weiterlaufen können: „Als ersten Schritt informieren wir alle externen Geber darüber, welche Auswirkungen die COVID-19-Situation auf unsere Projekte und die Arbeitsbedingungen in Kenia, Tansania, Uganda und Äthiopien hat. Im zweiten Schritt werden wir Risikoanalysen durchführen und programmatische Alternativen mit unseren Partnern diskutieren und einleiten. Dazu gehört auch die Prävention von COVID-19 in der Verbindung mit sexuell–reproduktiver Gesundheit und Rechten. Dank des beträchtlichen Engagements der DSW-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sind wir in der Lage, alle erdenklichen Maßnahmen zu ergreifen, um den Beeinträchtigungen unserer Arbeit vor Ort etwas entgegenzusetzen. Wir halten die Verbindung mit denjenigen Jugendlichen, ländlichen Gemeinden und Netzwerken, die uns am meisten brauchen.“

Mit diesem Maßnahmenpaket reagiert die DSW auf die aktuelle COVID-19 Pandemie:
  • Die DSW unterstützt ihre Länderbüros und Partner in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda bei der Erstellung von zielgruppenspezifischen Materialien und Infografiken für Jugendliche. Ein Bestandteil dieser Materialien ist auch die Erstellung von COVID-19-Informationsgrafiken für die sozialen Medien. Diese sollen ein stärkeres Bewusstsein dafür schaffen, wie eine Ansteckung vermieden werden kann. Diese Informationen werden in den jeweiligen Ländern mit Links zu offiziellen Websites verbreitet, um Fehlinformationen zu vermeiden.
  • Die DSW betreibt sieben Büros in sechs Ländern. Um einen kontinuierlichen Informationsfluss zwischen allen Teams zu gewährleisten, führt die DSW täglich und wöchentlich digitale Besprechungen durch. Alle Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter wurden ausgestattet, um bis auf Weiteres von Zuhause arbeiten zu können.
  • In diesen schwierigen Zeiten kann nicht alles normal funktionieren. Die DSW arbeitet an Aktionsplänen, um flexibel reagieren zu können und Verzögerungen im Ablauf der Projekte mit alternativen Methoden und Medien zu begegnen.
  • Seit über 25 Jahren arbeitet die DSW eng mit Partnern aus der Zivilgesellschaft, Stiftungen, Regierungen und dem Privatsektor zusammen. Um volle Transparenz zu gewährleisten, informiert die DSW ihre Partner über die Auswirkung der Situation auf die Arbeit der DSW.

 

Über die DSW:

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Unser Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Wir engagieren uns für die Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung. Insbesondere unterstützen wir junge Menschen in Ostafrika dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringen wir uns auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

 

Pressekontakt
Anke Witte
Pressesprecherin | Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Hindenburgstr. 25 | 30175 Hannover
Telefon: 0511 94373-32 | Fax: 0511 94373-73
E-Mail: presse@dsw.org
Internet: www.dsw.org

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Entwicklungspolitische*r Referent*in mit dem Schwerpunkt Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten

31. März 2020 - 14:44

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Neben ihrem Hauptsitz in Hannover ist die DSW in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda sowie mit Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel vertreten.

Die DSW sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n

Entwicklungspolitische*n Referent*in mit dem Schwerpunkt Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten

mit Dienstort Berlin.

Der*die Entwicklungspolitische Referent*in wird an der erfolgreichen Umsetzung der Zielsetzungen der Stiftung arbeiten. Er*sie wird das Team Politische Arbeit bei der Entwicklung und Implementierung politischer Aktivitäten im Bereich Globale Gesundheit mit dem Schwerpunkt Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten unterstützen.

Ihre Aufgaben:
  • Politische Arbeit mit den Schwerpunkten Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten und Globale Gesundheit
  • Beobachtung und Analyse relevanter politischer Prozesse auf deutscher und europäischer Ebene
  • Pflege und Vertiefung der Zusammenarbeit mit entwicklungspolitischen Entscheidungsträger*innen, zivilgesellschaftlichen Netzwerken, Vertreter*innen akademischer und wissenschaftlicher Institutionen sowie der Privatwirtschaft
  • Planung und Durchführung entwicklungspolitischer Veranstaltungen, nationaler und internationaler Netzwerktreffen, Podiumsdiskussionen, Konferenzen, etc.
  • Verfassen von Positionspapieren, Empfehlungen, Sprechzetteln, etc.
  • Vertretung der DSW gegenüber politischen Entscheidungsträger*innen und externen Partner*innen
Wir erwarten:
  • Hochschulabschluss (Diplom oder Master) in Public Health, Medizin, Pharmakologie, Biologie, Biochemie oder vergleichbare Qualifikation
  • Vorzugsweise Zweitstudium in Politikwissenschaften, Internationalen Beziehungen, Development Studies oder vergleichbaren Bereichen
  • Mindestens drei Jahre Berufserfahrung mit medizinischem und politischem Bezug
  • Gute Kenntnisse der deutschen Akteure und Programme in den Bereichen Forschung und Entwicklung zu armutsassoziierten und vernachlässigten Krankheiten und Globale Gesundheit
  • Kontakte zu relevanten Forschungs- und Wissenschaftsinstitutionen in den oben genannten Bereichen sind von Vorteil
  • Erfahrung mit der Organisation politischer Veranstaltungen
  • Einen selbständigen, lösungsorientierten Arbeitsstil
  • Deutsch auf muttersprachlichem Niveau, verhandlungssicheres Englisch (in Wort und Schrift)
  • Ausgezeichnete soziale und kommunikative Kompetenzen sowie Freude an der Arbeit im Team
  • Bereitschaft zu Dienstreisen (national und international)
Wir bieten:
  • Ein internationales Arbeitsumfeld
  • Eine angenehme Arbeitsatmosphäre in einem dynamischen Team
  • Ein spannendes Themenfeld
  • Angemessene Vergütung
Bewerbungsverfahren:

Wenn Sie Interesse haben, senden Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf und Anschreiben) bitte mit dem Verweis “DSW2020/04 Entwicklungspolitische*r Referent*in” per E-Mail an: jobs.deutschland@dsw.org

Bitte beachten Sie, dass nur Bewerbungen mit der Referenznummer “DSW2020/04 Entwicklungspolitische*r Referent*in” in der Betreffzeile der E-Mail berücksichtigt werden.

Der Vertrag ist zunächst bis Februar 2022 befristet.
Bewerbungsschluss ist der 19.4.2020.
Bitte sehen Sie von Nachfragen zu Ihrer Bewerbung ab.
Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen!

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