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Hamburg

Jugendkonferenz Take V

Europa-Union Hamburg - 1. Juli 2022 - 13:00

Bereits seit 2010 treffen sich junge Menschen, um mit Gleichaltrigen und mit Politiker*innen jugendrelevante Themen zu diskutieren und Lösungen zu entwickeln. Wir erwarten ca. 100 junge Leute aus den fünf norddeutschen Bundesländern.

Dieses Jahr kann die Konferenz wieder stattfinden:

 

Jugendkonferenz Take V

01.07. - 03.07.2022

Jugendakademie Bad Segeberg

 

Anmeldung unter www.take-v.eu. Mehr Infos zu dem Projekt findet ihr hier.

Take V ist ein Netzwerk von Landesjugendringen und Jugendorganisationen (unter anderem dem Europa JUGEND Büro) sowie den Landesjugendbehörden aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Kategorien: Hamburg

Ausstellung - La mobilité européenne

Europa-Union Hamburg - 30. Juni 2022 - 17:00

Anlässlich des Europäischen Jahres der Jugend, stehen auch beim Info-Point Europa junge Menschen ins Rampenlicht. Aus diesem Hintergrund möchten wir, gemeinsam mit unserer französischen Praktikantin, Lucie David, zur

 

Ausstellungeröffnung „Die europäische Mobilität“

am 30. Juni 2022 um 17 Uhr

beim Info-Point Europa Hamburg, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg

 

einladen.

 

Entdecken Sie Fotografien und Erfahrungsberichte von Jugendlichen über die europäische Mobilität bei einem Glas Sekt und Snacks.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Europäischen Jahres der Jugend und des Projekts des Deutsch-Französischen Jugendwerks "Unser Europa! Unsere Zukunft!" statt.

 

Anmeldungen unter: praktikant(at)europa-union-hamburg.de

 

Wir freuen uns auf Sie!

Kategorien: Hamburg

CONFINTEA - Closing Speeches

UIL UNESCO Hamburg - 30. Juni 2022 - 16:09
Kategorien: english, Hamburg

Panel 6: ALE for climate action

UIL UNESCO Hamburg - 30. Juni 2022 - 16:09
Kategorien: english, Hamburg

G7-Beschlüsse: Historisches Versagen angesichts multipler Krisen

SID Blog - 28. Juni 2022 - 21:24
Gipfel-Beschlüsse sind Blendwerk und werden den Hunger nicht beenden

Garmisch-Partenkirchen, 28.06.2022. Trotz neuer Hilfszusagen sind die G7 ihrer Verantwortung angesichts multipler Krisen nicht gerecht geworden. Um die aktuellen Hungerkrisen zu bekämpfen, braucht es deutlich mehr Geld. Gegen die Klimakrise hätten sich die G7 auf stärkere Minderungsziele und Unterstützung einkommensschwacher Länder verständigen müssen. Zudem war der Kampf gegen die COVID-19-Pandemie auf dem Gipfel nur ein Randthema. Die Gipfel-Beschlüsse sind deshalb ein „Blendwerk", meint Charlotte Becker, Leiterin Politik und Kampagnen von Oxfam Deutschland, das von dem „historischen Versagen" der G7 ablenken soll.

Charlotte Becker, Leiterin Politik und Kampagnen der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam Deutschland, kommentiert die Beschlüsse des G7-Gipfels in Elmau:

„Die Beschlüsse des Gipfels von Elmau sind Blendwerk, das vom historischen Versagen der G7 ablenken soll. Die zugesagten 4,5 Milliarden US-Dollar sind viel zu wenig, um die globale Nahrungsmittelkrise zu beenden und zu verhindern, dass Menschen weiter hungern. Um den Hunger zu beenden und die Hilfsaufrufe der Vereinten Nationen zu finanzieren, sind mindestens 28 Milliarden US-Dollar zusätzlich erforderlich.

Zudem greifen die Beschlüsse viel zu kurz: Auf jeden Dollar an Hilfsgeldern kommen zwei Dollar, die einkommensschwache Länder an ihre Gläubiger zahlen müssen, oft Banken in New York oder London, die riesige Gewinne machen. Die G7 hätten sich darauf verständigen müssen, dass diese Schulden gestrichen werden sollen. Doch nichts dergleichen ist passiert.

Geschichte droht sich zu wiederholen: Beim letzten G7-Gipfel in Elmau hatten sich die Staats- und Regierungschefs verpflichtet, die Zahl der Hungernden um 500 Millionen Menschen zu verringern. Doch passiert ist nichts. Stattdessen gibt es sieben Jahre später 335 Millionen mehr Hungernde auf der Welt, verbunden mit unermesslichem Leid. Wir brauchen jetzt dringend neue Ansätze, um die zugrunde liegenden Ursachen von Hunger wie wirtschaftliche Ungleichheit und die Klimakrise zu bekämpfen.

Bei vielen Unternehmen sind die Gewinne während der COVID-19-Pandemie in die Höhe geschnellt und die Zahl der Milliardäre ist in 24 Monaten stärker gestiegen als in 23 Jahren. Es gibt jetzt 62 neue Milliardäre in der Nahrungsmittelindustrie.

Die G7 müssen deshalb die großen Gewinner der Krise besteuern. Die Energie- und Lebensmittelkonzerne machen riesige Gewinne und schaffen neue Milliardäre. Nötig ist deshalb eine Übergewinnsteuer auf Extraprofite während der Corona-Pandemie."

G7-Maßnahmen gegen Klimakrise unzureichend

"Auch bei der Bekämpfung der Klimakrise springen die G7 deutlich zu kurz. Die Weigerung der G7-Staaten, dem Beschluss des UN-Klimagipfels 2021 klar nachzukommen und jetzt ihre schwachen Klimaziele zu verschärfen, sendet ein schwieriges Signal an den Rest der Welt, insbesondere an einkommensschwache Länder, die bereits massiv unter den Auswirkungen der sich verschärfenden Klimakrise leiden.

Die Verwässerung der im letzten Jahr eingegangenen Verpflichtung, die öffentliche Finanzierung von klimaschädlichen fossilen Energieprojekten zu beenden, ist unverantwortlich und wird die Klimakrise weiter verschärfen. Das wird noch verstärkt durch die mangelnden Fortschritte hinsichtlich gemachter Zusagen über versprochene finanzielle Hilfen gegen die Klimakrise in einkommensschwachen Ländern.

Die eingegangenen bzw. bekräftigten Verpflichtungen, den Stromsektor bis 2035 und den Straßenverkehr bis 2030 stark zu dekarbonisieren, deuten zwar in die richtige Richtung, hätten aber stärker ausfallen müssen. Was nach wie vor fehlt, ist ein Ausstiegsdatum 2030 für die klimaschädliche Kohle.

Für hilfreich halten wir die ersten Schritte hin zu den angekündigten Just Energy Partnerships mit Indonesien, Indien, Senegal und Vietnam. Solche Partnerschaften können für die beteiligten Länder mehr Verlässlichkeit hinsichtlich der notwendigen Unterstützung bedeuten. Allerdings braucht es für wirksame Partnerschaften auch ausreichend finanzielle Zusagen, und die Umsetzung dieser Partnerschaften vor Ort mit den Menschen partizipativ, inklusiv und gendergerecht gestaltet werden und insbesondere auch bestehende Ungleichheiten angehen."

Pandemie auf dem Gipfel sträflich abwesend

"Die COVID-19-Pandemie war zudem sträflich abwesend auf diesem Gipfel, als gebe es keine globale Gesundheitskrise mehr. Doch davon sind wir weit entfernt. Es drohen neue Virus-Varianten, denen Millionen Menschen vor allem in einkommensschwachen Ländern schutzlos ausgeliefert sind, weil sie keinen Zugang zu Impfstoffen haben. Nur 18 Prozent der dortigen Bevölkerung sind geimpft. Dafür sind vor allem die G7 verantwortlich. Sie haben nicht einmal die Hälfte der vor einem Jahr versprochenen Impfdosen geliefert. Und sie widersetzen sich einer Freigabe des Patentschutzes auf COVID-19-Impfstoffe, Medikamente und Tests und verhindern dadurch, dass einkommensschwache Länder selbst in die Produktion dieser lebensrettenden Technologien einsteigen können."

 

Hinweise:

  • In Westafrika herrscht derzeit die schlimmste Nahrungsmittelkrise seit einem Jahrzehnt: 27 Millionen Menschen leiden Hunger. Diese Zahl könnte auf 38 Millionen ansteigen, wenn nicht dringend etwas unternommen wird. Das wäre ein noch nie dagewesenes Ausmaß.
  • In Ostafrika stirbt in den von der Dürre heimgesuchten Ländern Äthiopien, Kenia und Somalia schätzungsweise alle 48 Sekunden ein Mensch an Hunger, da die Maßnahmen zu langsam und zu begrenzt waren, um eine Eskalation der Hungerkrise zu verhindern. Das Niederschlagsdefizit in der letzten Regenzeit war in diesen drei Ländern das größte seit mindestens 70 Jahren.
  • Im Jemen und in Syrien haben die langwierigen Konflikte die Lebensgrundlage der Menschen entzogen. Im Jemen haben mehr als 17 Millionen Menschen - über die Hälfte der Bevölkerung - nicht genug zu essen, und in Teilen des Landes herrschen hungerähnliche Bedingungen. In Syrien haben sechs von zehn Menschen (12,4 Millionen) Mühe, genug zu essen auf den Tisch zu bringen. Das bedeutet, dass viele Familien zu extremen Maßnahmen greifen, um zurechtzukommen: Sie verschulden sich, um Lebensmittel zu kaufen, nehmen ihre Kinder aus der Schule, um zu arbeiten, und reduzieren die Anzahl der täglichen Mahlzeiten. Verbreitet ist auch die Verheiratung junger Töchter, damit eine Person weniger ernährt werden muss.
  • Aus dem FAO-Bericht über den Stand der Welternährung 2021 (Seite 10) geht hervor, dass im Jahr 2015 615 Millionen Menschen hungerten. Das Welternährungsprogramm (WFP) spricht nun von 950 Millionen Hungernden in diesem Jahr (2022).  Die Differenz zwischen diesen beiden Zahlen beträgt 335 Millionen.  Bei ihrem letzten Treffen in Deutschland im Jahr 2015 gaben die G7 in ihrem Kommuniqué folgende Erklärung ab:
  • „Als Teil eines breit angelegten Engagements mit unseren Partnerländern und internationalen Akteuren sowie als bedeutender Beitrag zur Post-2015-Agenda für nachhaltige Entwicklung streben wir an, 500 Millionen Menschen in Entwicklungsländern bis 2030 von Hunger und Mangelernährung zu befreien."
  • Nach Angaben des OCHA Financial Tracking Service der Vereinten Nationen fehlen 37 Milliarden US-Dollar für die Finanzierung humanitärer Hilfe. Laut dem Bericht Ceres2030: Sustainable Solutions to End Hunger, der einen Zehnjahresplan zur Beseitigung des Hungers enthält, werden in den nächsten zehn Jahren weitere 330 Milliarden US-Dollar benötigt, und die Finanzierungslücke der Geber beträgt in diesem Zeitraum 140 Milliarden US-Dollar, also 14 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Addiert man 37 Milliarden US-Dollar und 14 Milliarden US-Dollar, so ergibt sich ein Gesamtbetrag von 51 Milliarden US-Dollar pro Jahr.
  • Der Anteil der G7 an der Gesamtunterstützung beträgt rund 65 Prozent, so dass der Anteil der G7 an dieser Zahl 33 Milliarden US-Dollar beträgt.  Sie haben 4,5 Milliarden US-Dollar versprochen, so dass eine Lücke von 28,5 Milliarden US-Dollar bleibt.


 

Online-Diskussion: "Steigende Lebensmittelpreise und Ernährungspolitik"

AgrarKoordination - 28. Juni 2022 - 17:00
Steigende Lebensmittelpreise und Ernährungspolitik Was sind die Auswirkungen der aktuellen Preisentwicklungen? Wie kann die Ernährungsstrategie der Ampelkoalition ein gesundes sowie sozial und ökologisch gerechtes Ernährungssystem fördern? Welche politische Maßnahmen brauchen wir, um insbesondere gefährdete oder betroffene Personen in den Fokus zu nehmen?  Wir diskutieren gemeinsam mit:
  • Martin Rücker, freier Journalist und Autor des Buches "Ihr macht uns krank"
  • Renate Künast, MdB, Sprecherin für Ernährungspolitik, Bündnis 90/Die Grünen
  • Helena Kilian-Steinhaus, Gründerin, Sanktionsfrei e.V. 
  • Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer, AbL e.V. (angefragt)
Registrierung: https://inkota-de.zoom.us/webinar/register/WN_kjY1RvuySFCKbtWcKmiz2g Eine gemeinsame Veranstaltung von Agrar Koordination, FIAN und INKOTA, wir freuen uns auf euch!
Kategorien: Hamburg

04.07. | Film und Gespräch | Toxic Business

VEN Niedersachsen - 28. Juni 2022 - 15:48

Internationale Chemiekonzerne verkaufen in Kenia Agrarpestizide, die in Europa aufgrund ihrer krebserregenden Wirkstoffe längst verboten sind. Das gilt auch für deutsche Firmen. Welche Auswirkungen das hat und wie es so weit kommen konnte, wird im Dokumentarfilm „Toxic Business“ thematisiert. Die Regisseurin Katja Becker ist zu Gast anwesend.

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BMZ-Terminhinweis: „Tag der Zivilgesellschaft“

SID Blog - 28. Juni 2022 - 11:43
„Tag der Zivilgesellschaft" im Berliner BMZ mit rund 250 Afrika-Expert*innen aus entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen im Rahmen der Konsultationen für eine neue Afrika-Strategie.

 

Montag, 04.07.2022, 10:30 – 16:30 Uhr

 

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) richtet seine Afrika-Politik neu aus. Zu diesem Zweck erarbeitet das Ministerium zurzeit eine neue Afrika-Strategie zusammen mit allen wichtigen Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Im Rahmen der Konsultationen findet am kommenden Montag, 4. Juli 2022, ein „Zivilgesellschaftstag" im Berliner Dienstsitz des BMZ statt. Rund 250 Vertreter*innen afrikanischer und europäischer Nichtregierungsorganisationen (NROs) werden in einem breit angelegten Dialog ihre Ideen, Vorstellungen und Anforderungen an die neue Afrika-Strategie einbringen und diskutieren.

 

Auf dem Programm des Zivilgesellschaftstags stehen zentrale entwicklungspolitische Themen wie eine ökologische und sozial gerechte Transformation, soziale Sicherung in den Ländern Afrikas, feministische Entwicklungspolitik und die zunehmenden Einschränkungen von NROs in vielen afrikanischen Staaten. Das BMZ hat den als hybride Veranstaltung angelegten Dialog in enger Zusammenarbeit mit Angehörigen der Zivilgesellschaft vorbereitet, darunter auch Organisationen der afrikanischen Diaspora.


BMZ-Staatssekretär Jochen Flasbarth wird die Impulse entgegennehmen und darüber mit Maina Kiai, ehemaliger Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen zu Versammlungs- und Organisationsfreiheit, und Mathias Mogge, Vorsitzender des Verbands Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe (VENRO), ins Gespräch kommen.

 

Konferenzsprache ist Englisch mit Simultanübersetzung ins Französische. Presseteilnahme ist in Präsenz (BMZ, Stresemannstr. 94, 10963 Berlin) oder virtuell möglich.

 

Um Anmeldung wird gebeten unter

Registration | Civil Society Day: Consultation Event for the New BMZ Africa Strategy with State Secretary Jochen Flasbarth (events-mc.com)

 

Das Programm und weiterführende Informationen finden Sie unter

https://ddei5-0-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2flive.invitario.com%2fdata%2fuploads%2ffiles%2f14983%2fioUpdate%5fioUpdate%5f200%5fzivilgesellschaftstag%5feinladung%5fen%5fabgenommen%5fvirtual%5fparticipation%5faktualisiert%5f15062022.pdf&umid=A063065C-E27D-9705-B2EB-9667F1CBEC7B&auth=1824c2ca54f30a2ab9d2f620df0b44a2cf6ee41b-fb9ddcd8b3e0f5fd88fe0ba8e0c0f5d13083d991



Ausgebliebene Impfstoffspenden der G7 tragen zu fast 600.000 Coronatoten in einkommensschwachen Ländern bei

SID Blog - 25. Juni 2022 - 10:00
Ausgebliebene Impfstoffspenden der G7 tragen zu fast 600.000 Coronatoten in einkommensschwachen Ländern bei Wohlhabende Staaten könnten schon jetzt das Gros der Omikron-spezifischen Impfstoffe aufgekauft haben

Berlin, 25.06.2022. Hätten die G7 die für 2022 zugesagten Impfstoffspenden bereits 2021 geliefert, könnten fast 600.000 Menschen noch am Leben sein, die an COVID-19 gestorben sind. Außerdem haben mehrere G7-Staaten ihre Zusagen nicht eingehalten. Das zeigt eine Analyse, die Oxfam und die People's Vaccine Alliance (PVA) heute im Vorfeld des G7-Gipfels in Elmau veröffentlichen.

Die Analyse beruht auf einer gestern veröffentlichten Studie des Imperial College London, die belegt, dass es 599.300 Menschen das Leben gerettet hätte, wenn 40 Prozent der Bevölkerung in allen Ländern doppelt geimpft worden wären. Hätten die G7 die versprochenen Impfstoffspenden früher geliefert, wäre dieses Ziel erreichbar gewesen. Fast alle vermeidbaren Todesfälle traten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf.

Laut der PVA hat das Vereinigte Königreich seine Zusagen am deutlichsten verfehlt und nicht annähernd die versprochene Menge an Impfstoffen geliefert,  nur 39 Prozent der versprochenen 100 Millionen Dosen sind tatsächlich angekommen. Das so genannte Team Europe hat nur 56 Prozent der zugesagten Dosen geliefert. Kanada hat nur 30 Prozent der bis Ende 2022 versprochenen 50,7 Millionen Dosen geliefert, die USA nur 46 Prozent der bis Anfang 2023 zugesagten 1,2 Milliarden Dosen.

Außerdem deckt die Analyse von Oxfam und der PVA auf, dass die wohlhabenden Länder bereits damit begonnen haben, die nächste Generation von COVID-19-Impfstoffen zu horten. Daten von Airfinity zu Lieferverträgen mit Moderna und Pfizer/Biontech legen nahe, dass schon über die Hälfte (55 Prozent) der für 2022 veranschlagten Produktion von Ländern mit hohem Einkommen aufgekauft wurde. Wirtschaftlich benachteiligte Länder dagegen werden vermutlich – wie bereits vergangenes Jahr – kaum Impfstoffe abbekommen.

Mittlerweile haben die wohlhabenden Länder, angeführt von der EU und Großbritannien, den 2020 von Südafrika und Indien bei der WTO eingebrachten Antrag auf Freigabe der geistigen Eigentumsrechte für COVID-19-Technologien blockiert. Stattdessen wurde ein Alternativantrag durchgesetzt, der Medikamente, Tests und Technologien außen vorlässt und der es wirtschaftlich benachteiligten Ländern weiter unmöglich macht, eine lokale Produktion aufzubauen. Oxfam und die PVA halten es für einen systemischen Fehler, wenn einkommensschwache Länder auf Spenden angewiesen sind, um ihre Bevölkerung zu impfen. Dieses Modell führt zu Vertrauensverlust und Frustration.

Max Lawson, Leiter Soziale Ungleichheit bei Oxfam International und Co-Vorsitzender der PVA, erklärt: „Die wohlhabenden Länder haben den Globalen Süden in Sachen COVID-19-Impfstoffe vollständig hintergangen. Zuerst haben sie den kompletten Bestand aufgekauft, dann haben sie versprochen zu spenden, was sie nicht mehr brauchen, und schließlich haben sie nicht einmal diese Zusagen eingehalten."

„Jetzt sind die wohlhabenden Staaten schon wieder dabei, auch die Omikron-spezifischen Impfstoffe zu horten, während die Menschen in einkommensschwachen Ländern neuen Varianten mit den alten, weniger effektiven Impfstoffen begegnen müssen. Der einzige Weg, das zu verändern, besteht darin, die Länder zu berechtigen, ihre eigene Produktion aufzubauen und ihnen die dafür nötigen Technologien bereitzustellen."

Julia Kosgei, Gesundheitsreferentin der PVA, erklärt: „Hundertausende Menschen in Afrika wurden durch die Impfstoffe gerettet, aber es hätten noch viel mehr Todesfälle verhindert werden können. Viele Länder haben ein Jahr auf die ersten Dosen gewartet, dann alle auf einmal bekommen, oft kurz vor dem Verfallsdatum. So lässt sich keine sinnvolle Impfkampagne durchführen, zumal in Ländern mit Gesundheitssystemen, die ohnehin schon jenseits der Belastungsgrenze arbeiten."

Oxfam ist Teil der People's Vaccine Alliance, einem Bündnis von fast 100 Organisationen, das sich für die Aussetzung der Patentrechte auf COVID‑19-Impfstoffe einsetzt.

 

 

Impfstoffspenden der G7-Staaten

Die Daten der gelieferten Impfstoffspenden stammen aus einem nicht-öffentlichen Datensatz des Unternehmens Airfinity, erhoben am 9. Juni 2022. Die Quellen der Spendenzusagen finden sich unten. Es handelt sich sowohl um Zusagen, die auf dem G7 Gipfel 2021 gemacht wurden, als auch um nachfolgende Versprechen. Dabei wurden nur Spenden in Form von Impfstoffdosen miteinbezogen. 1.071.932.390 Dosen sollen laut der Zusagen noch geliefert werden.

Land

Gesamtzahl Lieferungen Impfstoffdosen bis zum 9. Juni 2022

Zugesagt insgesamt

Zugesagt bis

Zusage / Lieferung

Quelle der Zusage

Kanada

 15.441.410

 50.700.000

Ende 2022

30 %

i

Japan

 38.477.570

 60.000.000

Keine Angabe

64 %

ii

Großbritannien

 39.090.930

 100.000.000

Juni 2022

39 %

iii

USA

 550.668.340

 1.200.000.000

Vor 2023

46 %

iv

„Team Europe"*

 395.089.360

 700.000.000

Mitte 2022

56 %

v

Gesamt

 1.038.767.610

 2.110.700.000

 

49 %

 

 

 

Land

Geliefert

Zugesagt

Zugesagt bis

Zusage / Lieferung

Quelle der Zusage

Frankreich

 67.943.110

 120.000.000

Mitte 2022

57%

vi

Deutschland

 116.316.360

 175.000.000

Ende 2022

66%

vii

Italien

 56.112.160

100.700.000

Keine Angabe

56%

viii

 

*„Team Europe" ist eine Impfstoffinitiative, die alle EU-Staaten umfasst und außerdem Island, Liechtenstein und Norwegen. Einzelne EU-Staaten haben eigene Zusagen gemacht, die bei dem Ziel von 700 Millionen Dosen eingerechnet sind.

 

Vermeidbare Todesfälle

Die Studie des Imperial College London vom 23.06.2022 zeigt auf, dass 599.300 zusätzliche Todesfälle, die zwischen dem achten Dezember 2020 und dem achten Dezember 2021 auftraten, vermeidbar gewesen wären, wenn das WHO-Ziel von 40 Prozent doppelt geimpfter Bevölkerung in jedem Land erreicht worden wäre. 

 

Einkommensgruppe

Todesfälle, die durch Erreichen der 40 Prozent-Impfquote zu vermeiden gewesen wären

Hohes Einkommen

20

Oberes mittleres Einkommen

51.110

Unteres mittleres Einkommen

347.500

Niedriges Einkommen

200.000

 

Oxfam und die PVA haben anhand von Daten von Our World in Data berechnet, dass 961.963.161 Dosen notwendig sind, um das 40-Prozent-Ziel in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen bis Ende 2022 zu erreichen – vorausgesetzt der Annahme, dass zwei Dosen verimpft werden. Die G7-Staaten haben 1.071.932.390 Dosen noch nicht geliefert. Die Annahme, dass die Todesfälle vermeidbar wären, setzt voraus, dass die G7 ihre Zusagen schon 2021 erfüllt hätten – viele laufen bis 2022.

 

Omikron-spezifische Impfstoffe

Die Analyse der Impfstoffbestellungen und des geplanten Produktionsumfangs der Omikron-spezifischen mRNA-Impfstoffe für 2022 anhand von Airfinity-Daten zeigt, dass schätzungsweise 61 Prozent der von Pfizer/Biontech veranschlagten 409 Millionen Omikron-Impfstoffdosen und 36 Prozent der 113 Millionen von Moderna veranschlagten neuen Impfstoffdosen in Länder mit hohem Einkommen geliefert werden sollen. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Verteilung der neuen Impfstoffe in denselben Verhältnissen erfolgt wie die Impfstoffverteilung seit Beginn dieses Jahres. Insgesamt hätten sich Länder mit hohem Einkommen damit 55 Prozent des in diesem Jahr voraussichtlich verfügbaren Angebots an neuen Impfstoffen bereits gesichert.

 

Die Kosten der Impfstoffmonopole

Die Studie The Great Vaccine Robbery untersucht die extrem überhöhten Preise, die von einigen Pharmakonzernen für COVID-19-Impfstoffe erhoben werden.



 

Internationale Konferenz in Berlin: Gemeinsam für globale Ernährungssicherheit

SID Blog - 24. Juni 2022 - 13:29
Gemeinsame Pressemitteilung von Auswärtigem Amt, Entwicklungs- und Landwirtschaftsministerium

Berlin - Außenministerin Annalena Baerbock, Entwicklungsministerin Svenja Schulze und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir laden heute zu einer internationalen Konferenz für globale Ernährungssicherheit nach Berlin ein. Über 50 Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen, internationalen Organisationen und Zivilgesellschaft beraten dort über eine koordinierte und wirksame Antwort auf die von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine dramatisch verschärfte globale Hungerkrise. Zu den teilnehmenden Staaten gehören die G7 und andere Geber, aber auch Länder und Organisationen weltweit. Im Fokus stehen besonders von der Ernährungskrise betroffene Regionen wie die Afrikanische Union. Die Konferenz ist Teil einer diplomatischen, entwicklungs- und agrarpolitischen Initiative Deutschlands. Kurz vor dem G7-Gipfel in Elmau hebt sie das Thema Ernährungssicherheit ganz nach oben auf die internationale Agenda.

Nach neuesten Zahlen des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) leiden 345 Millionen Menschen in 82 Ländern akut Hunger – 200 Millionen Menschen mehr als noch vor zwei Jahren. Zusätzlich zu Klimakrise, Artensterben und Covid-19-Pandemie kommt als größter Treiber dieses rapiden Anstiegs nun der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hinzu. Die Folgen des russischen Kriegs in der Kornkammer Ukraine sind unmittelbar spürbar: Vor dem Krieg bezog das WFP die Hälfte seines Weizen aus der Ukraine. Einige nordafrikanische Staaten deckten ihren Weizenbedarf fast ausschließlich durch ukrainische Importe. Seit Kriegsbeginn sind die Häfen blockiert, zahlreiche Silos sind überfüllt und nur ein Teil des eingelagerten Weizens kann exportiert werden. Auch Teile der diesjährigen Ernte fallen aus.

Neben den ausbleibenden direkten Weizenlieferungen aus der Ukraine, die vor allem den Mittelmeerraum betreffen, treiben steigende Preise weltweit Menschen in den Hunger. Der Lebensmittelpreisindex der FAO erreichte 2022 ein neues Allzeithoch. Zu den strukturellen Problemen zählt, dass viele Länder von Importen weniger Agrargüter wie Weizen oder Mais abhängig sind.

Deutschland engagiert sich bereits stark für globale Ernährungssicherheit und die Umsetzung des Menschenrechts auf angemessene Nahrung. Die Bundesregierung ist hier seit Jahren hinter den USA der zweitgrößte Geber weltweit. Um speziell die Folgen des russischen Angriffskriegs für die globale Ernährungssicherheit zu mildern, hat Deutschland als G7-Vorsitz bereits im März 430 Millionen Euro zusätzlich zugesagt. Insgesamt wird Deutschland dieses Jahr rund 4 Milliarden Euro in humanitäre Nahrungsmittelhilfe und krisenfeste Ernährungssysteme investieren. Bei der heutigen Konferenz wird die Bundesregierung sich dafür einsetzen, dass auch andere Geber in den nächsten Wochen verbindliche Zusagen machen.

Die Konferenz versteht sich als Beitrag zur Vorbereitung des G7-Gipfels in Elmau. Sie ist Ausdruck der Solidarität mit den Menschen vor allem im globalen Süden, die in dramatischer Weise unter den Folgen des Krieges in der Ukraine leiden. Ziel ist, die diplomatische Arbeit für Getreideausfuhren aus der Ukraine zu unterstützen, humanitäre Hilfe zu stärken und einen langfristigen Ansatz zur Überwindung der Krise zu entwickeln. Es geht um einen abgestimmten, wirksamen Einsatz und eine nachhaltige Ausrichtung der Hilfen. Deutschland hat darum zusammen mit der Weltbank das Bündnis für globale Ernährungssicherheit initiiert, das alle Akteure (Stand heute: rund 100) verbindet, die an einer schnellen und zugleich nachhaltigen Antwort auf die aktuelle Krise mitarbeiten wollen.

Ein weiteres Thema der Konferenz ist die Unterstützung der Ukraine beim Export des eingelagerten Getreides. Die Getreideausfuhren sind von rund fünf Millionen Tonnen pro Monat in Friedenszeiten auf 350.000 Tonnen zu Kriegsbeginn eingebrochen. Durch einen internationalen Kraftakt ist es gelungen, im Mai 1,7 Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine über Alternativwege an den Weltmarkt zu bringen. Ziel muss sein, die Exportmengen weiter signifikant zu erhöhen. Um alternative Exportrouten auch dauerhaft zu etablieren, unterstützt die Bundesregierung mit 500.000 Euro ein FAO-Projekt zum Ausbau von Laborkapazitäten an der Grenze zu Rumänien in Ismajil. Durch mehr Laborkontrollen sollen Exporte über die Donau schneller abgefertigt und die Exportmenge erhöht werden.

Die Konferenz „Uniting for Global Food Security" wird über UN Web TV unter https://media.un.org/en/asset/k1v/k1vc0q6s23 übertragen.

 

 

 


Ernährungsrat Oldenburg gewinnt Nachhaltigkeitspreis

VEN Niedersachsen - 24. Juni 2022 - 12:21

Wir gratulieren dem Ernährungsrat Oldenburg herzlich zum Gewinn des „Nationalen Preis – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in der Kategorie „Newcomer“. Der Sonderpreis vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen UNESCO-Kommission würdigt in dieser Kategorie Initiativen, Institutionen, Netzwerke oder auch Einzelpersonen, die sich mit besonders innovativen Maßnahmen und Projekten im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) engagieren.

Kategorien: Hamburg

G7-Gipfel: Oxfam fordert Übergewinnsteuer, um Hunger- und Klimakrise zu bekämpfen

SID Blog - 24. Juni 2022 - 5:30

Vor G7-Gipfel

Oxfam fordert Übergewinnsteuer, um Hunger- und Klimakrise zu bekämpfen

Sondersteuer auf Extraprofite der größten Unternehmen könnte über 430 Milliarden US-Dollar mobilisieren

Berlin, 24.6.2022. Eine Übergewinnsteuer auf Extraprofite, Schuldenerlasse und mehr Unterstützung für einkommensschwache Länder gegen die Klimakrise fordert die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam im Vorfeld des G7-Gipfels. Zudem müssen die Staats- und Regierungschefs, die sich ab Sonntag auf Schloss Elmau treffen, für einen weltweit gerechten Zugang zu COVID-19-Impfstoffen, -Medikamenten und -Tests sorgen. Oxfam hat kalkuliert, dass sich mit einer Sondersteuer auf Extraprofite allein bei den größten Unternehmen der G7-Länder über 430 Milliarden US-Dollar mobilisieren ließen. Geld, das dringend benötigt wird, um Armut zu bekämpfen und die drohende Hungerkatastrophe in Ost- und Westafrika abzuwenden.

Klimakrise, Corona-Pandemie, Konflikte und Armut sorgen dafür, dass Millionen Menschen Hunger leiden. Die weltweiten Lebensmittelpreise sind durch den Krieg in der Ukraine auf einem Rekordhoch, einige Länder stehen offiziell kurz vor einer Hungersnot. In Ostafrika stirbt aktuell alle 48 Sekunden ein Mensch an den Folgen von Unterernährung. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie haben zudem weltweit Ungleichheit und Armut verschärft. Besonders betroffen sind Frauen sowie Menschen, die wegen ihrer Herkunft, Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung diskriminiert werden.

„Hunger und Armut sind die Folge von Ungleichheit und politischer Untätigkeit. In allen Ländern sind es Menschen mit geringem Einkommen, die angesichts steigender Lebenshaltungskosten nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen sollen. Für viele geht es inzwischen um Leben und Tod. Genug der warmen Worte, jetzt ist Handeln gefragt. Die G7 müssen sich auf einen Aktionsplan gegen den Hunger und Armut verständigen und dafür eine Übergewinnsteuer und Schuldenerlasse auf den Weg bringen", erklärt Tobias Hauschild, Leiter Soziale Gerechtigkeit bei Oxfam Deutschland.

Mehr Geld für Nothilfe und Schuldenerlass

Für die Entwicklungszusammenarbeit in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und Ernährung müssen die G7-Staaten ihrer bisherigen Beiträge verdoppeln und 14 Milliarden US-Dollar zusätzlich bereitstellen. Darüber hinaus müssen die G7 den globalen Nothilfeaufruf der Vereinten Nationen vollständig finanzieren, der für dieses Jahr einen Bedarf von 46 Milliarden US-Dollar ausweist, wovon aber nur weniger als 20 Prozent gedeckt sind.

Dabei ist Geld genug da: Eine einmalige Sondersteuer von 90 Prozent auf Extraprofite allein bei den größten Unternehmen der G7-Länder würde über 430 Milliarden US-Dollar einbringen. Das ist genug Geld, um die Finanzierungslücken aller humanitären Hilfsaufrufe der Vereinten Nationen zu schließen, einen 10-Jahres-Plan zur Beendigung des Hungers zu finanzieren und den ärmsten zehn Prozent der Bevölkerungen der G7-Staaten einen einmaligen Zuschuss von über 3.000 US-Dollar zu zahlen, um die steigenden Lebenshaltungskosten zu decken. Laut einer aktuellen von Oxfam beauftragten Umfrage des Instituts Kantar sind drei Viertel der Bundesbürger*innen dafür, Extraprofite von Unternehmen stärker zu besteuern. 

Zudem fordert Oxfam einen spürbaren Schuldenerlass für einkommensschwache Länder. Deren Schuldendienst wird dieses Jahr auf 43 Milliarden US-Dollar geschätzt, die bisherigen Initiativen waren unzureichend. Gläubiger müssen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen in den kommenden zwei Jahren ihre Schuldenzahlungen erlassen. Auch müssen die G7 dazu beitragen, dass Menschen in einkommensschwachen Ländern besseren Zugang zu sozialer Sicherung erhalten, insbesondere Frauen und Menschen mit nicht-binärer Geschlechtsidentität. Leistungen sollten sich am Bedarf, nicht am Einkommen orientieren.

Mehr Klimaschutz und Freigabe des Patentschutzes

Der grassierende Hunger ist auch eine Folge der sich zuspitzenden Klimakrise. Die Emissionen steigen, doch die von den Staaten formulierten Klimaschutzziele sind unzureichend, um die Erwärmung unter der kritischen 1,5 Grad-Grenze zu halten. Trotz der Aufforderung des UN-Klimagipfels im vergangenen Jahr, die Emissionsziele zu erhöhen, haben die G7-Staaten dazu bislang keine Bereitschaft gezeigt. Zudem verfehlen die Industriestaaten weiterhin ihr Ziel, jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz und Anpassung für einkommensschwache Länder bereitzustellen. Auch die Bundesregierung will derzeit die Klima-Hilfen entgegen der deutschen Zusage nicht steigern.

Vor diesem Hintergrund fordert Oxfam mehr Anstrengungen der G7 im Klimaschutz und bei der Bewältigung der Klimakrise. Die Mitgliedsstaaten müssen ihre Minderungsziele deutlich verstärken, sich zum frühen Ausstieg aus der Kohleverstromung verpflichten und ihre im vergangenen Jahr gemachten Zusagen zur Unterstützung einkommensschwacher Länder ausweiten.

Zugleich stehen die G7-Staaten in der Pflicht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen ihre Bevölkerungen vor COVID-19 schützen können. Hierfür ist ein deutlich besserer Zugang zu Impfstoffen, Tests und Medikamenten nötig. Dafür braucht es eine umfassende Freigabe des Patentschutzes auf diese Technologien, den Transfer von Wissen und Knowhow sowie Investitionen in die lokale Produktion. Erst 18 Prozent der Menschen in einkommensschwachen Ländern haben zumindest eine Impfstoffdosis erhalten. Das zeigt, wie krachend die G7 mit ihrem selbst gesteckten Ziel gescheitert sind, die Verteilung gerecht zu gestalten.

 

Methodologie der Berechnungen:
  • Zur Berechnung der Einnahmen aus einer Übergewinnsteuer untersuchte Oxfam die Gewinne der Unternehmen, die auf der Forbes 2000-Liste aufgeführt sind, basierend auf Umsatz, Gewinn, Vermögen und Marktwert. Für die Modellrechnung ausgewählt wurden die Unternehmen mit Sitz in den G7-Ländern, die von 2017 bis 2022 auf der Liste standen und in jedem dieser Jahre einen Gewinn erwirtschaftet haben. Der durchschnittliche Gewinn zwischen 2017 und 2020 wurde von den durchschnittlichen Gewinnen zwischen 2021 und 2022 abgezogen, um einen Gesamtgewinnüberschuss zu ermitteln. Es wurden nur die Unternehmen berücksichtigt, die ihren Gewinn um mehr als 10 Prozent gegenüber dem Durchschnitt vor der Pandemie gesteigert haben. Insgesamt sind dies 360 Unternehmen.
  • Der Gesamtgewinnüberschuss beläuft sich auf 477.226.450.000 US-Dollar, was bei einem Steuersatz von 90 Prozent zu Einnahmen in Höhe von 429.503.805.000 US-Dollar führen würde. Nach Angaben des OCHA Financial Tracking Service der Vereinten Nationen fehlen 37 Milliarden US-Dollar für die Finanzierung aktueller Nothilfe-Aufrufe der VN. Laut dem Bericht „Cers2030: Sustainable Solutions to End Hunger", der einen 10-Jahres-Plan zur Beseitigung des Hungers entwirft, besteht dafür eine Finanzierungslücke von 140 Milliarden US-Dollar über zehn Jahre. In den G7-Ländern leben nach Angaben der Vereinten Nationen 770 Millionen Menschen. Eine einmalige Zahlung von 2.253 US-Dollar an die ärmsten 10 Prozent würde 253 Milliarden US-Dollar kosten.

 

VENRO informiert! G7-Gipfel in Elmau

SID Blog - 23. Juni 2022 - 16:32

 

Juni 2022

THEMENSCHWERPUNKT

G7-Gipfel in Elmau
 

Liebe Leser_innen,

 

am kommenden Sonntag beginnt der G7-Gipfel in Elmau. Angesichts des Kriegs gegen die Ukraine, der drohenden Ernährungskrise und des Klimawandels sind die Erwartungen an die Staats- und Regierungschefs der G7 hoch.

 

VENRO hat zusammen mit dem Forum Umwelt und Entwicklung die Civil7, ein Zusammenschluss internationaler zivilgesellschaftlicher Organisationen, koordiniert. Sie rufen die G7 dazu auf, klare Zusagen zu machen, um den Klimawandel, Armut und Ungleichheit konsequent zu bekämpfen ─ denn Fortschritt hin zu einer gerechten Welt muss mehr als ein Versprechen sein.

 

Im Interview spricht Patricia Miranda, Mitglied des Civil7-Steuerungskreises, über die Positionen der Civil7 und die Sorge, dass langfristige entwicklungspolitische Herausforderungen angesichts des Kriegs in der Ukraine in den Hintergrund geraten könnten.

 

Die Empfehlungen der Civil7 übergaben wir im Rahmen des C7-Gipfels an Bundeskanzler Olaf Scholz. Das Civil7-Communiqué und weitere Informationen finden Sie in diesem Newsletter und unter www.civil7.org.

 

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!

 

Herzliche Grüße

 

Heike Spielmans
Geschäftsführerin

 

Rubriken dieses Newsletters

„We call on the G7 leaders to take and implement the proposals from the Civil7"

 

Im Interview erklärt Patricia Miranda, Mitglied des Civil7-Steuerungkreises und Koordinatorin der Arbeitsgruppe „Ökonomische Gerechtigkeit", was sie vom diesjährigen G7-Gipfel erwartet und warum eine lebendige Zivilgesellschaft so wichtig für die Demokratie ist.

  Zum Interview (EN)

„Fortschritt für eine gerechte Welt" muss mehr als ein Versprechen sein!

 

Am 5. Mai 2022 hat die als Civil7 organisierte internationale Zivilgesellschaft ihre politischen Empfehlungen an Bundeskanzler Olaf Scholz übergeben.

 

Die Civil7 rufen die G7 dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und die Frage nach globaler Gerechtigkeit in den Fokus ihrer Politik zu stellen. Sie erwarten von den Staats- und Regierungschefs, dass sie nicht im aktuellen Krisenmanagement stecken bleiben, sondern Weichenstellungen für eine Lösung der strukturellen globalen Probleme vornehmen.

 

Zu ihren Forderungen gehören unter anderem:

  • die Aussetzung von Patenten auf Covid19-Impfstoffe und Medikamente,
  • die Erhöhung der internationalen Klimafinanzierung,
  • die Einrichtung einer Civic Space Taskforce zum Schutz von zivilgesellschaftlichen Akteur_innen,
  • die Stärkung der humanitären Hilfe sowie
  • ein klares Bekenntnis zum 0,7-Prozent-Ziel und dessen Einhaltung.

Alle Forderungen der Civil7 sind im Communiqué nachzulesen.

  Zum Communiqué (PDF, EN)
  Zum Blogbeitrag

G7-Entwicklungsminister_innen müssen Geschlechtergerechtigkeit stärker ins Zentrum rücken

 

Im Vorfeld des G7-Gipfels haben VENRO und die Civil7 eine feministische Entwicklungspolitik eingefordert. Unsere Vorstandsvorsitzende Martina Schaub war zum Treffen der G7-Entwicklungsminister_innen eingeladen worden, um einen Input zu diesem Thema zu geben. In der Entwicklungszusammenarbeit werden Frauen noch zu wenig als handelnde Akteurinnen gesehen und nur unzureichend in Entscheidungsprozesse eingebunden. Daher braucht es in der Entwicklungspolitik ebenso wie in der Sicherheits- und Außenpolitik einen systematischen Fokus auf Geschlechtergerechtigkeit.

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Appell an die G7 für eine globale Energiewende

 

Anlässlich des Treffens der Energie-, Umwelt- und Klimaminister_innen der G7 haben wir die Regierungen aufgefordert, schnellstmöglich aus fossilen Energieträgern auszusteigen. Wie wichtig der Ausbau erneuerbarer Energien weltweit zur Lösung der Klimakrise ist, unterstrich Kayu Orellana, Mitglied des VENRO-Vorstandes, der im Rahmen des Treffens einen Input zum Thema geben konnte.

  Zur Pressemitteilung
 

Zivilgesellschaftliche Handlungsräume weltweit stärken

 

Zivilgesellschaftliche Organisationen kämpfen weltweit dafür, dass ihre Gesellschaften nachhaltiger, demokratischer und gerechter werden. Doch ihr Engagement ist in der Mehrzahl der Länder unter Druck, Tendenz steigend. Nicht einmal zwölf Prozent der Weltbevölkerung lebt in Staaten, in denen Menschen ungehindert ihre Meinung sagen können. In unserer Stellungnahme zeigen wir vier zentrale Handlungsfelder für die Bundesregierung und den Bundestag auf, um die im Koalitionsvertrag genannten Ziele zur Stärkung der Zivilgesellschaft bis 2025 zu erreichen.

  Zur Stellungnahme (PDF)

Bundeshaushalt 2022 – Etat für Entwicklungszusammenarbeit stagniert

 

Der Bundestag hat den Haushalt für das Jahr 2022 beschlossen. Im Laufe der Verhandlungen wurden die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit erhöht und liegen nun wieder auf dem Niveau des Vorjahres. Auch die humanitäre Hilfe wurde um rund 700 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro aufgestockt. Insgesamt bleibt das Ergebnis jedoch hinter unseren Erwartungen zurück. In der mittelfristigen Finanzplanung sind zudem deutliche Kürzungen für den BMZ-Etat vorgesehen. Eine Übersicht der Ergebnisse der Haushaltsverhandlungen haben wir für Sie bereitgestellt.

  Zur Analyse (PDF)

Nur mit einem inklusiven Multilateralismus lässt sich nachhaltige Entwicklung finanzieren

 

Der Bericht des UN-Generalsekretärs „Unsere Gemeinsame Agenda" aus dem Jahr 2021 gilt als Weckruf für mehr globale Solidarität und die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit. Die darin aufgeführten Maßnahmen sind als ein Beitrag gedacht, um die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 zu erreichen. Aus unserer Sicht werden diese allerdings nicht dazu beitragen, die Führungsrolle der Vereinten Nationen in der Sozial-, Finanz- und Wirtschaftspolitik zu stärken. Wir schlagen alternative Maßnahmen vor.

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14.07.2022, Online-Seminar, VENRO, Online

 

Digital und Machtkritisch

 

Der Digitalisierungsschub durch Corona hat Bildungspraktiker_innen vor viele Herausforderungen gestellt, bietet aber auch neue Möglichkeiten: Insbesondere für den internationalen Austausch und den Einbezug von Perspektiven aus dem globalen Süden in die Bildungsarbeit kann Digitalisierung eine große Chance darstellen. Welche neuen Möglichkeiten und Zugänge bieten digitale Angebote? Wie können wir Digitalisierung nutzen, um verschiedene Perspektiven sichtbar zu machen und insbesondere Stimmen aus dem globalen Süden in unsere Bildungsarbeit einzubeziehen? Diesen Fragen möchten wir gemeinsam mit Ihnen auf den Grund gehen.

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16.09.2022 - 17.09.2022, Seminar, Schmitz Stiftungen, Münster
 

Was ist ein gutes Auslandsprojekt? Qualifizierungsseminar zu Auslandsprojekten im Rahmen des EZ-Kleinprojektefonds

 

Das Seminar richtet sich an gemeinnützige Organisationen in Deutschland, die Kontakte in Länder des globalen Südens haben und ein Partnerschaftsprojekt planen und durchführen möchten.

Methoden und Instrumente der Projektentwicklung und -begleitung werden vorgestellt und praktisch eingeübt. Darüber hinaus geben wir in dem Seminar Hinweise zu Fördermöglichkeiten für Auslandsprojekte aus dem Titel Private Träger des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

  Zur Veranstaltung
21.09.2022 - 05.10.2022, Online-Seminar, VENRO, Online
  Grundlagen MEAL in der humanitären Hilfe
 

Monitoring, Evaluation, Accountability & Learning (MEAL) sind zentrale Bestandteile eines jeden humanitären Projekts. MEAL umfasst die Entwicklung wirkungsorientierter Indikatoren, die Überprüfung der Projektziele und Aktivitäten, die Berichterstattung an Zuwendungsgeber, Öffentlichkeit oder Menschen vor Ort sowie die Nutzung der Erkenntnisse für weitere Projekte oder organisationsübergreifendes Lernen.

Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die Grundlagen von MEAL und deren Umsetzung in humanitären Projekten. Sie arbeiten während der Fortbildung an eigenen Beispielprojekten und lernen dabei konkrete Schritte kennen.

  Zur Veranstaltung
  Alle Veranstaltungen

Germanwatch sucht eine_n Referent_in für Kommunikationsdesign (w/m/d)

 

Ärzte der Welt sucht eine Assistenz im Projekt Neustart Gesundheit (m/w/d)

 

medicale mondiale sucht eine_n Referent_in Evaluation (m/w/d)

 

Aktion gegen den Hunger sucht eine_n Referent_in Kooperationen und Fundraising (m/w/d)

 

arche noVa sucht eine_n Global Security Advisor (m/w/d)

 

AGIAMONDO sucht eine_n Referent_in für Finanzmanagement (m/w/d)

 

SOS Humanity sucht eine Geschäftsführung (m/w/d)

 

Malteser International sucht eine Projektassistenz Afrika (m/w/d)

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Tel.: 030 2639299-10

 

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10963 Berlin

 

Redaktion: Anna Raulf, Janna Völker

Fotos: Jan Kulke

© 2022 VENRO

   

Erdbeben in Afghanistan: Aktuelle Infos zur Nothilfe

SID Blog - 23. Juni 2022 - 16:32
UNICEF ist vor Ort im Einsatz. Hier fassen wir die aktuelle Lage für Sie zusammen. Liebe*r UNICEF-Freund*in, 

nach dem schweren Erdbeben im Osten Afghanistans geht der Einsatz im Katastrophengebiet unermüdlich weiter. UNICEF-Teams sind vor Ort und leisten Nothilfe. Hier fassen wir die aktuelle Lage für Sie zusammen.

Das Beben hatte in der Nacht zu Mittwoch die Regionen Paktika und Chost erschüttert. Wohnhäuser liegen in Trümmern, es gibt Hunderte Tote und Verletzte. Die Bergungsarbeiten dauern zur Stunde an. Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Zahlen noch erhöhen werden.

UNICEF hat gleich am Mittwoch Gesundheits- und Ernährungsteams in die betroffenen Regionen entsandt. Die Helfer*innen unterstützen die Versorgung der Verletzten. Zugleich verteilen wir dringend benötigte Hilfsgüter. Die Kinder und ihre Familien brauchen jetzt sauberes Wasser, Hygieneartikel, Kleidung, Decken und Zelte. Viele haben mit ihrem Zuhause auch ihr Hab und Gut verloren.
Katastrophe verschärft die Not In der Erdbeben-Region verschärft sich nun die ohnehin schon bestehende Not. Im ganzen Land sind rund 13 Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen. Armut und Hunger sind allgegenwärtig. Gemeinsam mit Partnern leistet UNICEF in Afghanistan u.a. medizinische Hilfe, behandelt mangelernährte Kinder und versorgt Familien mit Trinkwasser.

Zusammen mit anderen UN-Organisationen und lokalen Partnern bewerten unsere Expert*innen jetzt die Lage in der Katastrophenregion, damit wir unsere Hilfe zügig ausweiten können. So können Sie helfen Wenn Sie unsere Nothilfe für Kinder und Familien im Erdbeben-Gebiet unterstützen möchten, helfen Sie bitte mit einer Spende. Jeder Beitrag ist jetzt wichtig. Ein Erste-Hilfe-Paket mit Verbandszeug und Medikamenten kostet beispielsweise 37 Euro. 

Vielen Dank! Spenden & helfen Ihr
Klas Libuda
UNICEF Deutschland Über uns |Spenden |UNICEF-Pate werden |Grußkartenshop Deutsches Komitee für UNICEF e.V. | Höninger Weg 104 | 509 69 Köln, Vereinsregisternummer: VR 50 68 | USt-Id-Nr.: DE 123 049 237 Zuständiges Gericht: Amtsgericht Köln | Vorstandsvorsitzender: Georg Graf Waldersee Geschäftsführer: Christian Schneider Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft Köln
IBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00 | BIC BFSWDE33XXX Telefon 0221-93650-0 Fax 0221-93650-279 Website www.unicef.de E-Mail mail@unicef.de
                                                           

Welternährungskonferenz: Bündnis fordert konsequentes Umsteuern

SID Blog - 23. Juni 2022 - 16:31
FIAN Pressemitteilung vom 23. Juni 2022 Welternährungskonferenz in Berlin: Zivilgesellschaft fordert politisches Handeln gegen die globale Ernährungskrise

Anlässlich der Welternährungskonferenz „Uniting for Global Food Security" am 24.6.2022 in Berlin, zu der die Bundesministerien des Auswärtigen, für wirtschaftliche Zusammenarbeit und für Landwirtschaft und Ernährung geladen haben, fordert ein breites Bündnis* von entwicklungspolitischen, bäuerlichen, Umwelt- und Menschenrechts-Organisationen die Beendigung der Spekulation mit Nahrungsmitteln.

Nötig sei ein konsequentes Umsteuern: Das Primat des Handelns müsse die Sicherung der Ernährung sein und nicht ökonomische Interessen. Darum müssten Agrarrohstoffmärkte effektiv überwacht und reguliert werden.

„Die Welt steckte schon vor dem Krieg in der Ukraine in einer globalen Ernährungskrise. Die Antworten zur Eindämmung von Freihandel und Importabhängigkeiten als einer der strukturellen Ursachen von Hunger sind seit Jahren unzureichend", sagt Fiona Faye von afrique-europe-interact. Konkret sollten Agrarfinanzgeschäfte in Krisenzeiten ausgesetzt sowie Handelslimits eingeführt werden, um negative Auswirkungen von Spekulation zügig entgegenwirken zu können. Das Bündnis erwartet von den Konferenzvertreter*innen daher ein klares Bekenntnis zum Menschenrecht auf Nahrung sowie Unterstützung bei der Erarbeitung von Lösungen für die Ernährungskrise im Welternährungsrat der Vereinten Nationen (CFS).

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde die Stärkung der UNO angekündigt. „Dem Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung muss daher eine prominente Rolle zukommen. Maßstab für die Sicherung der Welternährung muss die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung sein, daher müssen auch Handelsfragen beim CFS besprochen werden", sagt Roman Herre, Agrarreferent von FIAN Deutschland.  Die Einladung des UN-Sonderberichterstatters sowie des Vorsitzenden des Welternährungsrates sei ein erstes Signal in diese Richtung. Der CFS ist mit der globalen Koordinierung von Politiken zum Thema Welternährung mandatiert. „Dort müssen sich die G7-Staaten konstruktiv einbringen und ihre Partikularinteressen zugunsten globaler Lösungen unterordnen", fordert Anne Jung von medico international.

„Die aktuelle Ernährungskrise zeigt einmal mehr den Bedarf für eine rasche und konsequente Transformationen, hin zur Umsetzung der Rechte der Bäuer:innen und zur Verwirklichung von Ernährungssouveränität lokal und global", sagt Paula Gioia von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Europäische Koordination Via Campesina.  Politikempfehlungen des Welternährungsrates müssen effektiv umgesetzt werden. Es sei jedoch zu befürchten, dass die neue G7-Initiative „Globale Allianz für Ernährungssicherung", initiiert von der deutschen G7-Präsidentschaft und der Weltbank, den Welternährungsrat schwächen und wichtige Themen der Hungerbekämpfung ausblendeten.

„Dringend gebraucht wird eine Aussetzung der Beimischungsquoten von Agrarkraftstoffen und eine Reduktion des Anbaus und Verbrauchs von Futtermitteln" sagt Mireille Remesch von der Agrar Koordination. Die aktuelle Krise werde durch Abhängigkeiten der Importe von Energie, Grundnahrungsmitteln und Kunstdünger ausgelöst. Das Bündnis warnt davor, dass diese Abhängigkeiten durch die G7-Initiative eher verstärkt werden könnten, wenn nicht umgehend umgesteuert werde. „Stattdessen müssen Abhängigkeiten dringend reduziert werden, um nachhaltig Hunger zu bekämpfen und der Klimakrise entgegenzuwirken, etwa durch eine vielfältige, agrarökologische Produktion in den Ländern des globalen Südens", sagt Lena Bassermann vom INKOTA-Netzwerk.

Angesichts der Welternährungskrisen müssten auch Sofortmaßnahmen ergriffen werden: „Finanzielle Mittel für soziale Sicherungssysteme müssen mit Hilfe von Deutschland und internationalen Gebern gestockt werden, um armen Menschen den Kauf von Grundnahrungsmitteln auch bei starken Preisanstiegen zu ermöglichen", sagt Josephine Koch vom Forum Umwelt und Entwicklung.
* afrique-europe-interact, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., ADRA, AGRAR Koordination, FIAN, Forum Umwelt und Entwicklung, medico international, Weltfriedensdienst, World Vision Deutschland e.V.

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