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Auf 2 Rädern durch Deutschland und die Welt: Fahrradwege in Städten

EINEWELTblabla - 16. Oktober 2020 - 12:43

Seit einiger Zeit nutzen immer mehr Menschen das Fahrrad oder E-Bike, um in der Stadt oder auf dem Land von A nach B zu kommen. Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen: Klimaneutrale Fortbewegung, frische Luft, Bewegung und idealerweise auch schnelleres Vorankommen im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln. Eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach bestätigt in ihrem Mobilitätsmonitor 2020, wonach die Anzahl der Radfahrer*innen von 17 auf 22 Prozent gestiegen ist.

Viele begründen diesen Anstieg mit der anhaltenden Corona-Pandemie. Die Menschen weichen überfüllten Zugabteilen und Bahnhöfen aus und steigen aufs Fahrrad um – der womöglich sicherste Weg eine Ansteckung zu vermeiden. Im Zuge dessen entstanden im März auch die ersten sogenannten Pop-up-Radwege in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá und auf Straßen deutscher Städte wie Hamburg, Berlin und Stuttgart. Die Menschen sollten aufgrund der Corona-Pandemie auch beim Radfahren die Möglichkeit haben, genügend Abstand zu halten. Dankend nahmen die Radfahrer*innen die fahrbahnbreiten Radwege an: endlich genügend Platz auf den Straßen.

Doch in den meisten Städten ist der Traum von breiten und sicheren Fahrradwegen noch ein weit entfernter. Jede*r Radfahrer*in kennt Situationen, die akut gefährlich oder gar lebensbedrohlich waren. Schlechte Ampelschaltungen, eine Fahrradspur, die mit dem Bus geteilt werden muss und abbiegende Autos stellen dabei die größte Gefahr dar. Aber auch allgemeine Missgunst gegen Radfahrer*innen und grundlose Beschimpfungen sind Alltag auf den Straßen. Das Thema Sicherheit ist somit für Radfahrer*innen ein großes Problem.

Fahrradwege weltweit

Entspannter ist die Lage in einigen europäischen Städten. Kopenhagen, Utrecht, Amsterdam, sicherlich bekannt für ihre fahrradfreundlichen Investitionen, doch gerade deswegen auch immer wieder erwähnenswert. Denn stete Vorfahrt, kilometerlange Fahrradnetze und große Fahrradparkhäuser machen die Fortbewegung mit dem Fahrrad hier deutlich leichter. Die Städte scheuen sich nicht einige Millionen Euro dafür in die Hand zu nehmen. Auch ein Blick über den Tellerrand hinaus lohnt sich. 2019 wurde in Chinas Hauptstadt Beijing ein 6,5 km langer Radweg ausschließlich für Radfahrer*innen eröffnet. Er verbindet die Bezirke Huilongguan und Shangdi zwischen denen täglich rund 11.600 Pendler*innen verkehren.

Fahrradwege für Fahrradfahrer*innen, möglichst separat, und Fahrradnetze, die schnell und effizient durch die Städte führen, sind somit die wichtigsten Aspekte hin zu einer fahrradfreundlicheren Zukunft.

Du möchtest etwas tun?

Es bleibt die Hoffnung, dass die neu geschaffenen Radwege einfach bleiben. Eine Möglichkeit sich für eine bessere Radinfrastruktur einzusetzen ist die sogenannte Critical Mass. Radfahrer*innen treffen sich bei dieser Aktionsform scheinbar zufällig und machen mit gemeinsamen Fahrten durch ihre Stadt auf die Belange und Rechte von Fahrradfahrer*innen im Verkehr aufmerksam. Die erste Critical Mass fand schon 1992 in San Francisco statt, in Deutschland wurde sie 1997 in Berlin ins Leben gerufen. Hier kannst du rausfinden wann und wo die nächste Critical Mass in deiner Stadt stattfindet.

-Selma-

Das Beitragsbild ist von Sergio Souza auf Unsplash.

 

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Beyond vested interests: reforming international co-operation post COVID 19

DIE - 16. Oktober 2020 - 12:39

Governments around the world have taken action to reduce the socio-economic impacts of the lockdown, mainly be investing in social protection schemes, but often they have not been able to cover all those in need. After initial difficulties in international coordination, the challenge now lies in reconciling pandemic control with the sustainable development goals: climate protection, economic consequences, inequality, conflicts, and basic human demands. But, the international co-operation system as it exists today, however, does not seem to be fit to adequately deal with this complex situation. Therefore, truly global, international co-opration should take a shared interest in the global common good as its starting point, forging solid alliances and institutions that protect it.

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16. Oktober 2020

ONE - 16. Oktober 2020 - 11:56

1. IWF für Schuldenerlass für arme Länder
Wie Winand von Petersdorff-Campen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet, hat Weltbank-Chef David Malpass bekannt gegeben, dass die Weltbank 12 Milliarden Dollar für die Unterstützung armer Länder zur Verfügung stellen wird. Das Soforthilfepaket soll Entwicklungsländern dabei helfen, Impfstoffe und Medikamente zu kaufen sowie ihre Corona-Teststrategien zu verbessern. Zusätzlich wolle die International Finance Corporation, die Weltbanksparte zur Finanzierung der Privatwirtschaft, vier Milliarden US-Dollar bereitstellen, “um die Produktion von Medizingütern einschließlich Impfstoffen zu fördern“. Laut der Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, sei eine wirtschaftliche Erholung für das kommende Jahr nur möglich, wenn die Verbreitung des Virus weltweit gestoppt werde. Außerdem weist Georgiewa auf die Situation ärmerer Länder hin: Diese seien überfordert, haben Mittelengpässe und benötigen daher mehr Spenden, Kredite und einen Schuldennachlass.

2. Kenia: Jugend startet Nahrungsmittelproduktion
Wie Antje Diekhans in der Tagesschau berichtet, unterstützt die UN-Ernährungsorganisation FAO junge Bäuerinnen und Bauern in Kenia. Die Landwirtschaft mache ein Drittel der kenianischen Wirtschaftskraft aus. Während die Bevölkerungszahl in dem ostafrikanischen Land boomt, steige der Altersdurchschnitt der im landwirtschaftlichen Bereich tätigen Menschen. Schon jetzt müssen Grundnahrungsmittel importiert werden. Deshalb habe sich Kenias Jugend gefragt, wie die Nahrungsmittelproduktion vor Ort weitergehen soll, so Joy Ngui von der FAO. Die FAO arbeite eng mit Kenias Jugend zusammen und vermittle Know-How, das die jungen Menschen auf ihren eigenen Feldern anwenden können

3. Die Afrika-Politik der EU: Quo vadis?
Im Leitartikel in den Stuttgarter Nachrichten plädiert Christoph Reisinger für eine bessere Koordination der europäischen Afrika-Politik. Es sei an der Zeit für eine kritische Bestandsaufnahme. Die EU solle sich fragen, warum sich zum Beispiel die Sicherheitslage in Mali nicht verbessert habe – trotz des jahrelangen Einsatzes tausender EU-Soldat*innen. Es komme nicht auf die Formulierung, sondern auf die konkrete Umsetzung der Ziele der Afrika-Strategie an. Zudem spiele die Zeit eine tragende Rolle: Der afrikanische Kontinent habe nicht nur mit den Folgen des Klimawandels, sondern auch mit vielerorts prekären Lebensverhältnissen und teilweise sogar bewaffneten Konflikten zu kämpfen. Derzeit diskutiere die EU zudem über Schuldenerleichterungen für afrikanische Länder. Reisinger mahnt, dass die EU dabei nicht vergessen dürfe, wie manche Länder mit früheren Schuldenkürzungen oder –erlassen umgegangen sind.

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Digital sidewalks: using urban theory to understand technology use among migrants in Bogota

DIE - 16. Oktober 2020 - 11:13

When we think about how digitalization and the internet affect the lives and opportunities for migrants, it is important to think beyond the supply side of having a smartphone and affording mobile data. For development agencies and municipalities who want to use technology in their work, they also have to think about demand. The meaning that people find in the neighborhood around them, through connections to the characters that make up the community, drives demand for digital connections. If development practitioners focus on creating the social, political and legal space for migrants to live full urban lives, migrants’ use of technology to augment that urban life will follow.

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Brasilien: Gewappnet für trockene Zeiten

Misereor - 16. Oktober 2020 - 10:52
Im Nordosten Brasiliens leben kleinbäuerliche Familien unter erschwerten Bedingungen. Sie müssen mit langen Trockenzeiten und großer Wasserknappheit umgehen. Gute Agrarerträge und damit auch die eigene Versorgung mit Lebensmitteln sind immer wieder gefährdet. Doch die Lage ist nicht ausweglos – im Gegenteil.

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Süße Erfolge gegen bittere Realität

Welthungerhilfe - 16. Oktober 2020 - 10:49
Kakaobäuerinnen und Kakaobauern in Sierra Leone arbeiten hart, um von ihren Erträgen leben zu können. Große Gewinne machen sie mit dem Zuliefern des Rohstoffes allerdings nicht. Ein Projekt der Welthungerhilfe legt nun die Basis dafür, dass Farmerfamilien mehr Geld für ihre Ware bekommen. Gerade jetzt während der Covid-19-Pandemie ist ein stabiles Einkommen besonders wichtig, um Ausgaben für Ernährung und Gesundheit sicherzustellen.
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Mit Textilien Konflikte verarbeiten

Engagement Global - 16. Oktober 2020 - 9:27
2016 Simbabwische Arpillera "Warten auf Nahrung", ausgestellt in der Ausstellung "Poesie des Nähens" in Freiburg, Deutschland, 2020. Foto: Ukuthula Trust © Conflict Textiles

Bei der Ausstellung „Poesie des Nähens – Konflikt-Textilien“, die von Januar bis März 2020 in Freiburg im Breisgau besucht werden konnte, standen textile Bilder aus verschiedenen Ländern des Globalen Südens im Mittelpunkt. Das Besondere dieser textilen Bilder: Die Näherinnen und Näher haben damit Konflikte in ihren Ländern dargestellt und verarbeitet. Je nach Herkunftsland, darunter Mexiko, Afghanistan und Simbabwe, wurden die Werke in unterschiedlichen Techniken wie Arpilleras, Quilts oder Wandteppichen gefertigt.

Begleitet wurde die Ausstellung von Führungen und Workshops, die sich an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 sowie interessierte Gruppen richteten. Mit Hilfe der ausgestellten Textilien, auf denen Motive zu den Themen Menschenrechte, Rolle der Frau oder Artensterben zu sehen sind, wurde Wissen zu den abgebildeten Themen vermittelt. Dabei ging es beispielsweise um die Lebenswelt der Menschen in anderen Ländern oder darum, sein eigenes Verhalten zu überdenken.

Die Ausstellung wurde vom Aktionsgruppenprogramm (AGP) von Engagement Global gefördert und vom eine welt forum freiburg und P.A.K.T. e.V. in der Volkshochschule Freiburg veranstaltet. Die gezeigten und viele weitere Werke sind im Archiv für Conflict Textiles an der Ulter University in Nordirland erfasst.

AGP bezuschusst kleinere Projekte, die das Verständnis für Entwicklungs- und Transformationsländer in Deutschland fördern und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit entwicklungspolitischen Themen anregen. Es spricht Menschen in Schulen, Kindergärten, ehrenamtlichen Initiativen, Gruppen und Vereinen an.

Das in Freiburg ausgestellte Bild „Waiting for Food“ wurde im Jahr 2016 von Martha Moyo genäht. Die Frau aus Simbabwe lädt mit dem Bild dazu ein, in ihre Welt einzutreten. Zwei Aussagen sind Martha Moyo wichtig: „Hungernde Menschen im ländlichen Simbabwe warten auf Hilfslieferungen des Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Sie hoffen, dass diese Lieferungen sie erreichen und nicht von gierigen Politikern gestohlen werden.“

Laut Conflict Textiles leben in Simbabwe mehr als 60 Prozent der Menschen von weniger als 1,25 Dollar am Tag. Fast ein Drittel der Bevölkerung leidet unter Ernährungsunsicherheit. Diese wird durch Naturkatastrophen wie Dürren oder Überschwemmungen, aber auch durch ökonomische und politische Instabilität weiter verschärft.

Weltweit sind es 690 Millionen Menschen, die laut Aktion Deutschland Hilft unter Hunger leiden. Das bedeutet, dass jeder elfte Mensch nicht genug zu essen hat. Etwa zwei Milliarden Menschen haben keinen regelmäßigen Zugang zu sicherer, nahrhafter und ausreichender Nahrung. Sie leiden also nicht nur unter Ernährungsunsicherheit, sondern auch an Mangelernährung. Gleichzeitig sind rund 13 Prozent der Erwachsenen weltweit übergewichtig.

Mit dem Ziel, Ernährung für alle sicherzustellen, wurde am 16. Oktober 1979 die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen gegründet. Seit dem wird jedes Jahr am 16. Oktober der Welternährungstag begangen, an dem auf das weltweite Hungerproblem aufmerksam gemacht wird.

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16.10.2020 Weltbank-Jahrestagung: Minister Müller unterstützt Vorschlag zum Schuldenerlass

BMZ - 16. Oktober 2020 - 9:00
Zur heutigen Jahrestagung der Weltbank erklärte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: "Die Coronakrise trifft die ärmsten Länder am härtesten. Nachdem der weltweite Hunger seit 1990 halbiert werden konnte, fallen allein in diesem Jahr 130 Millionen Menschen zusätzlich in Hunger und Armut zurück. Die Länder brauchen dringend neue Liquidität im Kampf gegen die Hunger- und Wirtschaftskrise."...
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Aktiv für die 17 Ziele – Unser Team geehrt

Engagement Global - 16. Oktober 2020 - 9:00
Das SDG-Team wurde für sein kreatives Gruppenbild geehrt. Foto: Engagement Global

Beim zweiten dm Firmenlauf Saarbrücken trugen rund 40 Läuferinnen und Läufer am 9. Oktober 2020 die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDG) der Vereinten Nationen ins Ziel. Dazu rief die Außenstelle Mainz von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland gemeinsam mit dem Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. (NES e.V.) auf.

Die 17 bunten SDG wurden mit Bannern, Trikots und Schildern auf der fünf Kilometer langen Strecke präsentiert. Unter dem Motto „SDG bewegen“ wurde die Botschaft der Agenda 2030 für die Mitlaufenden und die Zuschauer auf den Straßen der Saarbrücker Innenstadt sichtbar. Das SDG-Team stellte in diesem Jahr die größte Gruppe der Veranstaltung und wurde im Anschluss an die Veranstaltung auch für das kreativste Gruppenbild geehrt: „Das SDG-Team hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Die Läuferinnen und Läufer möchten etwas bewegen und tragen wichtige Botschaften und Ziele in die Welt hinaus“, begründeten die Organisatoren die Ehrung.

Die Teilnehmenden des SDG-Teams wurden im Vorhinein inhaltlich auf die gemeinsame Aktion vorbereitet. Im September 2020 fand als Vorbereitung eine Online-Veranstaltung statt, bei der das Thema „5 Jahre SDG“ intensiv besprochen wurde. Engagement Global hatte dafür Jens Martens vom Global Policy Forum Europe eingeladen, über den Stand der globalen Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele zu berichten. Ulrike Dausend, Geschäftsführerin von NESe.V., referierte anschließend über die regionale Umsetzung der Ziele im Saarland. Abschließend bekamen die Teilnehmenden die Möglichkeit, gemeinsam über die globale und regionale Dimension der SDG zu diskutieren.

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Frühtod eines Abkommens? Das EU-Mercosur-Abkommen droht an fehlendem Vertrauen zu scheitern

SWP - 16. Oktober 2020 - 0:10

Es war eine Vereinbarung, die der damalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beim G20-Gipfel 2019 als historisch bezeichnete. Die EU und die Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay wollten die weltweit größte Freihandelszone mit rund 800 Millionen Einwohnern schaffen. Das bislang umfangreichste von der EU vereinbarte Abkommen sollte jährlich Zollabgaben in Höhe von vier Milliarden Euro einsparen. Nun wurde der Handelsvertrag nach 20 Jahren Verhandlungen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund auf Eis gelegt. Das Europäische Parlament hat am 7. Oktober mit 345 zu 295 Stimmen deutlich gemacht, dass es das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen in seiner jetzigen Fassung nicht für annahmefähig hält.

Ohnehin hat sich gegen den Vertrag mittlerweile eine breite Front gebildet: Neben die europäischen Agrarlobbyisten, die billige Konkurrenz aus Brasilien und Argentinien fürchten, sind die Verteidiger des Amazonas-Regenwalds getreten. Sie bemängeln die im Handelsvertrag fehlenden Sanktionen bei Verstößen gegen das Pariser Klimaabkommen und wollen eine Vertragsformulierung, die eine Aussetzung des Abkommens ermöglicht, wenn Umwelt- und Klimaregeln missachtet werden. Im Vertrag soll diese Schutzbestimmung der Achtung der Menschenrechte und der Wahrung der Demokratie rechtlich gleichgestellt werden.

Widerstand auf nationaler und europäischer Ebene

Daneben haben die Parlamente in Österreich, den Niederlanden und der belgischen Region Wallonie mit ihrer Ablehnung bereits Pflöcke eingerammt, die eine Ratifizierung durch die Parlamente der EU-Mitgliedstaaten wenig aussichtsreich erscheinen lassen. Auch die deutsche Bundeskanzlerin hat »ernste Zweifel« angemeldet, so dass davon auszugehen ist, dass der Vertrag in seiner jetzigen Fassung nicht nur im Europäischen Parlament, sondern auch bei den Mitgliedstaaten und im Europäischen Rat nicht mehrheitsfähig ist.

Im Zentrum der Kritik steht dabei insbesondere die Umweltpolitik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, die zu massiven Bränden im Amazonas geführt hat. Die französische Regierung sprach sogar davon, dass es um die »Disziplinierung der Praktiken der Mercosur-Länder« gehe, um fortschreitende Entwaldung, die weitere Ausdehnung der Flächen für Rinderzucht sowie Verlust an Biodiversität und negative Klimafolgen zu verhindern. Brasilien beharrt derweil auf seine nationale Souveränität über den Amazonas. Hinter den Protesten gegen seine Politik vermutet Bolsonaro eine Verschwörung europäischer und brasilianischer NGOs. Nicht zuletzt würden sich dahinter protektionistische Interessen Europas, insbesondere der französischen Agrarlobby, verbergen.

Demgegenüber sind die Stimmen von Unterstützern des Handelsvertrages auf beiden Seiten des Atlantiks gegenwärtig kaum zu vernehmen. Vor allem Unternehmerverbände sowie die Regierungen Paraguays und Uruguays sprechen sich nach wie vor für die Vereinbarung aus, während Argentiniens Regierung angesichts der Verwerfungen der Corona-Krise und der leeren Staatskassen eine distanzierte Loyalität zum Vertragsentwurf zeigt, da sie eine Marktöffnung eher kritisch einschätzt. Doch reichen Verlautbarungen mit Unterstützungserklärungen nicht aus, wenn die weltweit größte Freihandelszone geschaffen werden soll.

Ein ernsthafter Dialog erfordert vertrauensbildende Maßnahmen

Heute stehen die Vertragsparteien vor der Alternative, entweder das Abkommen nachzuverhandeln oder ganz aufzugeben. Letzteres wäre sicherlich die schlechteste Option, da Europa ohne Abkommen noch weniger Einfluss auf die Umweltpolitik in den Mercosur-Staaten nehmen könnte. Zudem würde die Region vollkommen China als wichtigstem Handelspartner überlassen. Die EU würde sich damit in Lateinamerika insgesamt aus dem Spiel nehmen, nicht zuletzt auch mit Hinblick auf die gleichzeitig zur Ratifizierung vorliegende Modernisierung des Handelsabkommens mit Mexiko, bei der vergleichbare Vorbehalte hinsichtlich ungenügender Umsetzung von Rechtsstaats- und Umweltstandards zu erwarten sind.

Allerdings könnten als Rückfallposition bilaterale Einzelvereinbarungen mit den Partnerländern des Mercosur angestrebt werden. Der jetzt vorliegende Text des Vertrages könnte als Vorlage dienen, um schnell zu Vereinbarungen zu gelangen, die eine Inhaftnahme der Nachbarländer Brasiliens für Bolsonaros verfehlte Umweltpolitik vermeiden würden. Indes stehen dieser Option die bisherige Präferenz der EU-Kommission für einen regionalen Zuschnitt bei Freihandelsabkommen entgegen, wie auch Mercosur-interne Regelungen, die keine individuellen Freihandelsabkommen gestatten. Gegenwärtig scheint es keine Bereitschaft zu geben, diese Positionen aufzugeben und die bestehenden Hindernisse zu beseitigen.

So bleibt letztlich nur die Option, die Partner in Lateinamerika zu Zugeständnissen in den Umweltfragen zu bewegen – etwa in Anlehnung an die gemeinsame Erklärung, die die EU und Südkorea zur Ergänzung ihres Freihandelsabkommens mit Bezug auf arbeitsrechtliche Regelungen abgegeben haben. Indes scheint auch dieser Weg verstellt: Die Verlässlichkeit der Partner, dass vertragliche Regelungen eingehalten werden, steht in Frage, wenn diese nicht mit Sanktionen versehen sind. Den Regierungen in Buenos Aires, Brasilia, Paris und Berlin fehlt es an gegenseitigem Vertrauen. Daher sind sie gegenwärtig nicht bereit, politische Kosten für eine Verabschiedung des Abkommens zu übernehmen – oder befürchten einen Gesichtsverlust bei möglichen Nachverhandlungen einer verpflichtenden Umweltklausel. Notwendig sind daher von beiden Seiten vertrauensbildende Maßnahmen, die bestehende Animositäten ausräumen und Grundlagen für einen ernsthaften Dialog schaffen, bevor sich das politische Panorama mit den Wahlen in Deutschland (2021) und Frankreich (2022) wieder neu konstituiert. Es gibt nur ein kurzes Zeitfenster, das für politische Initiativen genutzt werden sollte.

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Die schwierige Normalisierung der Beziehungen arabischer Staaten mit Bashar al‑Assad

SWP - 16. Oktober 2020 - 0:00

Während der syrische Bürgerkrieg zugunsten des Regimes von Präsident Bashar al‑Assad entschieden scheint, haben der Prozess und die Debatte über die Normalisierung der Beziehungen arabischer Länder mit Syrien und dessen mögliche Wieder­eingliederung in die Arabische Liga (AL) bereits begonnen. Eine Rück­kehr zur diplo­ma­tischen Nor­ma­lität würde die Legitimität des syrischen Regimes stärken. Dies würde dem Bestreben Deutschlands und der Europäischen Union (EU) entgegen­wirken, die gemeinsam mit den USA das syrische Regime mittels Sanktionen und Isolation zur Verhandlung einer politischen Lösung des Konfliktes bewegen wollen. Neben der Diskussion über die frag­liche Rückkehr Syriens in die AL besprechen die hier vorgestellten Beiträge die Beweggründe arabischer Länder, ihre Beziehungen mit Damaskus zu normalisieren, sowie den Einfluss externer Akteure und der Corona-Pandemie auf diesen Prozess.

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Online-Konferenz des BUND

#HOCHN - 16. Oktober 2020 - 0:00
Der BUND veranstaltet am 26. Oktober 2020 eine Online-Konferenz zum Thema: Wissenschaftspolitik für nachhaltige Entwicklung.

Foto: Vlad Tchompalov/Unsplash

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Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee abschaffen – und Gleichberechtigung vorantreiben?

ONE - 15. Oktober 2020 - 17:25

Wir sind davon überzeugt: fairer Kaffee darf kein Luxus mehr sein. Deshalb fordern wir die Abschaffung der Kaffeesteuer auf fair gehandelten und nachhaltig produzierten Kaffee. Damit würden faire Kaffeeprodukte finanziell attraktiver für Konsument*innen in Deutschland und öfter gekauft und getrunken werden. Die Bundesregierung muss diese Chance ergreifen, denn in der fairen Kaffeeproduktion werden essentielle und hohe Sozial- und Umweltstandards eingehalten. Eine steuerliche Begünstigung dieser nachhaltigen Lieferketten könnte dazu beitragen, dass Deutschland dem Erreichen der Globalen Nachhaltigkeitsziele näherkommt. Solche zukunftsorientierte Steuerpolitik hätte mit geringem monetärem Aufwand einen großen Effekt für die Kaffeebäuer*innen in Anbauländern des Globalen Südens – viele von ihnen Frauen.  

Geschlechterungleichheit – auch im Kaffeesektor

Kaffeeproduktion erfordert viel menschliche Arbeit; Anbauflächen sind zudem stark von Auswirkungen des Klimawandels bedroht. Durch die Förderung Fairen Handels im Kaffeesektor können in diesen Bereichen nachhaltige Verbesserungen für Mensch und Umwelt erzielt werden. Doch bleibt oft unbeachtet, dass die herkömmliche Kaffeeproduktion in vielen Bereichen insbesondere auch genderspezifische Ungleichheiten reproduziert. 70% der Arbeit in der Kaffeeproduktion wird von Frauen geleistet. Fokussiert man auf einzelne Teilprozesse der Produktion, sind es sogar 90% in der Feldarbeit und 80% in der Erntearbeit. Mit anderen Worten: Frauen leisten den größten Teil der Kaffeeproduktion – und profitieren somit auch besonders von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und angemessenen Löhnen im Fairen Handel. Doch aktuelle Zahlen erzählen eine andere Geschichte:  Obwohl Kleinbäuerinnen die Kaffeeproduktion maßgeblich stemmen, haben sie noch lange nicht das gleiche Mitspracherecht wie Männer im Produktionsprozess – diese sind in den meisten Fällen Besitzer der Kaffeefarmen. Leider steht für Kaffeebäuerinnen wirtschaftliche, strukturelle und rechtliche Benachteiligung an der Tagesordnung. Einer Studie des Kaffeeproduzenten Nespresso zufolge wünschen sich 97% der in der Kaffeeproduktion tätigen Frauen, aktiver in den Anbau eingebunden zu werden. Die Probleme werden erneut deutlich, wenn man die Zahlen vergleicht. Zwar wird die meiste Arbeit in der Kaffeeproduktion von Frauen geleistet, doch verdienen sie meist weniger und besitzen weitaus weniger Land. Im Schnitt besitzen Kaffeebäuerinnen 25% weniger Land der Anbauflächen als Kaffeebauern! Dieser Wert fluktuiert zwischen 20% (Uganda) und 40% (Tansania). Darüber hinaus werden nur 20 bis 30% der Kaffeefarmen überhaupt von Frauen betrieben. Doch wie können faire Lieferketten dazu beitragen, diese Ungleichheiten zu überwinden? 

Landwirtschaft ist ein Schlüsselsektor in vielen Ländern Afrikas. Viele Bereiche stützen sich maßgeblich auf die Arbeit von Frauen – so auch der Kaffeesektor. (Credit:A.Fleuret_USAID)

Fairer Kaffee und Gleichstellung der Geschlechter

Fairer Handel hilft auf vielen Ebenen, geschlechtsspezifische Ungleichheiten innerhalb der Kaffeeproduktion abzubauen. Hierbei geht es um mehr als allein die Vorgabe von Standards. In der fairen Kaffeeproduktion helfen systematische Kooperationen vor Ort dabei, lokale Mitarbeiter*innen für das Thema zu sensibilisieren und zeitgleich dazu anzuhalten, frauenfördernde Maßnahmen in den lokalen Produktionsprozess zu integrieren. Außerdem gibt es spezielle Frauenförderprogramme – wie zum Beispiel die Woman’s School of Leadership –, welche mithilfe von Organisationen des Fairen Handels vor Ort durchgeführt werden. Doch Geschlechtergerechtigkeit vor Ort dient nicht nur dem Selbstzweck, sondern zahlt sich für die gesamte Gesellschaft und die Umwelt aus. Zahlreichen Studien  zufolge wirkt sich das finanzielle und strukturelle Wohlergehen von Frauen positiv auf deren Familie aus. Aus Zahlen von Women Deliver geht hervor, dass Frauen den Großteil ihres Einkommens in Gesundheit, Ernährung und Bildung ihrer Familienmitglieder reinvestieren. Das hat nicht nur einen positiven Effekt auf die Familie selbst, sondern trägt ebenfalls dazu bei, andere Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen. Beispielsweise kann die rechtliche und wirtschaftliche Gleichstellung zu einer Verminderung der Armut vor Ort beitragen. Auch ein Bericht der Weltbank kommt zu dem Schluss, dass Familien gesamtheitlich profitieren, wenn ihre Frauen stärker und gleichberechtigt in den Kaffeeanbau eingebunden sind.  

01 OCT 2020, BERLIN/GERMANY:
Diskussion und äthiopische Kaffeezeremonie mit Sara Nuru, Unternehmerin, Alexandra Rothe, Kaffeebloggerin, Stephan Exo-Kreischer, Direktor ONE Deutschland, Toni Scheurlen, Moderatorin, Speciality Coffee Roesterei Five Elephant
IMAGE: 20201001-03

Wenn du dich gemeinsam mit uns für Frauen stark machen möchtest, die im Kaffeesektor arbeiten, unterschreibe hier unsere Petition zum diesjährigen Tag der Frauen in Ländlichen Gebieten! 

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“Civil Society Driving Change“ – Für eine neue Qualität der afrikanisch-europäischen Partnerschaft

VENRO - 15. Oktober 2020 - 16:34

Die Afrikanische Union (AU) und die Europäische Union (EU) streben seit vielen Jahren eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit an. Die Verschiebung des sechsten AU-EU-Gipfels, der für Oktober 2020 geplant war, ist jedoch ein weiterer Beleg für die halbherzigen politischen Beziehungen zwischen AU und EU. Es ist jetzt höchste Zeit, die Zivilgesellschaft in einen integrativen und offenen Prozess einzubinden, um eine faire und gleichberechtigte Partnerschaft zwischen Afrika und Europa aufzubauen.

Die afrikanischen und europäischen Gesellschaften sehen sich einer ständig wachsenden Zahl gemeinsamer Herausforderungen und Probleme gegenüber. Dazu zählen die Eindämmung der Coronavirus-Pandemie, Multilateralismus und Klimaschutz; funktionierende Gesundheitssysteme, Menschenrechte und soziale Sicherung; ländliche Entwicklung und Ernährungssicherheit; lokale Wertschöpfungsketten und faire Handelsbeziehungen; menschenwürdige Arbeitsplätze und sichere Migrationsrouten; Korruption und illegale Finanzströme; Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit; Digitalisierung und zivilgesellschaftliches Engagement; und nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit.

Allein diese kurze Aufzählung zeigt, dass eine enge und solidarische Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa notwendig ist. Aber die Verschiebung des AU-EU-Gipfels auf 2021, der ähnlich dem EU-China-Gipfel digital hätte stattfinden können, oder die zähen Verhandlungen über den EU-Haushalt und den Aufbauplan „Next Generation EU“, die den globalen Süden weitgehend vernachlässigt haben, sprechen eine andere Sprache. Weder die nationalen Regierungen noch die deutsche EU-Ratspräsidentschaft oder die Institutionen von AU und EU haben ihr Versprechen eingelöst, die afrikanisch-europäischen Beziehungen voranzutreiben. Im Gegenteil, sie scheinen in althergebrachten Abhängigkeiten und Ritualen gefangen zu sein.

Zivilgesellschaft als Bindeglied zwischen lokaler und kontinentaler Ebene

Politische Initiativen wie die Afrika-EU-Partnerschaft oder die AU-EU-Strategie sollten sich zum Wohle der Menschen mit all diesen Fragen befassen und Lösungen vorschlagen. Doch obwohl sie sich auf das Leben von mehr als 1,6 Milliarden Menschen auswirken, sind diese Prozesse der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Bürgerinnen und Bürger können jedoch nur dann wirklich von politischen Entscheidungen profitieren, wenn sie sie verstehen beziehungsweise die Möglichkeit haben, sie zu beeinflussen.

Die Beziehungen zwischen Afrika und Europa müssen daher viel mehr sein als nur ein formaler Prozess zwischen Regierungen. Und tatsächlich sind sie das bereits: AU, EU und die nationalen Regierungen müssen den positiven Beitrag afrikanischen und europäischen Zivilgesellschaften bei der Förderung von Demokratie, Menschenrechten, Frieden und dem Wohlergehen der Menschen anerkennen. Die beeindruckenden Leistungen der Zivilgesellschaften während der Coronavirus-Pandemie sind nur das jüngste Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches Engagement und internationale Solidarität zu menschlicher Entwicklung beitragen.

In ihrer Funktion als Brücke zwischen der lokalen und der politischen Ebene kann die Zivilgesellschaft die afrikanisch-europäische Partnerschaft transparenter und zugänglicher machen. Dies setzt jedoch voraus, dass sie mit am Tisch sitzt – und zwar am besten in einer Konstellation, die die kulturelle und soziale Diversität unserer beiden Kontinente widerspiegelt. Dazu gehören unter anderem auch Diasporagruppen, Graswurzelbewegungen, indigene Völker oder Jugendinitiativen.

Echte Mitwirkung und neue Formen digitaler Zusammenarbeit notwendig

In den letzten Monaten und Jahren hat die Zivilgesellschaft wiederholt echte Konsultationen der AU und EU mit Bürger_innen aus beiden Kontinenten angemahnt. Die Verschiebung des AU-EU-Gipfels auf 2021 bietet zumindest die Möglichkeit, eine solche Beteiligung nun systematisch zu organisieren. Mittel- bis langfristig muss sie aber in Form von regelmäßigen Konsultationen und Mitwirkungsmöglichkeiten institutionalisiert werden. Dazu brauchte es klar definierte Verfahren und finanzielle Unterstützung.

Neue Formen der digitalen Zusammenarbeit können dazu beitragen, lokales Wissen zu nutzen und politische Beteiligung zu fördern. So hat VENRO im Vorfeld der deutschen EU-Ratspräsidentschaft rund 70 Nichtregierungsorganisationen aus Afrika und Europa zum mehrwöchigen Digital Africa Forum eingeladen. Auf dieser Grundlage wurde das Positionspapier „Für eine faire Partnerschaft zwischen Afrika und Europa“ erarbeitet, das konkrete Forderungen an die Bundesregierung enthält.

VENRO und seine Partner im EU-Präsidentschaftsprojekt “Towards an open, fair and sustainable Europe in the world” – der europäische Dachverband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen (CONCORD) sowie die portugiesischen und slowenischen NRO-Plattformen – werden diesen Weg weiter verfolgen. Am 16. Oktober findet die hybride Konferenz “Civil society driving change: Towards a new quality of the Africa-EuMirope partnership” unter breiter Beteiligung der afrikanischen und europäischen Zivilgesellschaft und politischer Entscheidungsträger statt. Mehr als 400 Teilnehmer haben sich angemeldet und werden konkrete Ideen und Empfehlungen zur Verbesserung der afrikanisch-europäischen Beziehungen beisteuern.

Diese Beispiele zeigen, dass ein starker Wunsch besteht, gemeinsam über unsere Zukunft zu diskutieren. Eine neue Qualität der afrikanisch-europäischen Partnerschaft kann jedoch nur erreicht werden, wenn die afrikanische und die europäische Zivilgesellschaft als treibende Kraft des Wandels anerkannt und in die Lage versetzt werden, ihr Fachwissen einzubringen. Die derzeitige deutsche und die nachfolgende portugiesische EU-Präsidentschaft sollten die verbleibende Zeit bis zum AU-EU-Gipfel 2021 nutzen, um diese Einbeziehung zu organisieren.

Welternährungstag: Weltzukunftsrat warnt vor Hungerkrise

SID Blog - 15. Oktober 2020 - 13:44

Weltzukunftsrat ruft zum Ausbau von Agrarökologie in Zeiten einer globalen Hungerkrise auf  
Hamburg, New York, Delhi, Kairo - 15. Oktober 2020:  Am Welternährungstag warnt der World Future Council Staats- und Regierungschef vor einer Verschlimmerung der globalen Hungerkrise. Weltweit sind bereits Millionen von Menschen von Hunger bedroht; die Coronavirus-Pandemie vertieft die bestehenden Hungerkrisen und verstärkt die Ungleichheiten. 
 
Überproduktion, Verschwendung, ungleiche Verteilung und mangelnde Widerstandsfähigkeit sind die Merkmale unseres globalisierten Ernährungssystems. Daher drängen Expertinnen und Experten des Weltzukunftsrats darauf, Agrarökologie jetzt auszubauen, um Hunger und Armut zu bekämpfen, Resilienz aufzubauen und BürgerInnen, KleinbäuerInnen und Kinder zu stärken.
 
"Die jüngste COVID-19-Pandemie ist ein Symptom für ein Ernährungssystem, das dringend einer Umgestaltung bedarf. Wir müssen die wichtigsten Probleme in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Hunger, Armut, Klimawandel und Tierschutz bei der Wurzel packen. Wir fordern, die riesigen Summen, die für den Wiederaufbau der Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden, proaktiv einzusetzen. So soll die agroökologische Transformation des Ernährungssystems vorangebracht, das Agrarökosystem wiederhergestellt und die langfristige Widerstandsfähigkeit gesichert werden. Ich wünsche mir, dass der Schwerpunkt auf der Ernährungssouveränität, dem Recht auf Nahrung und dem allgemein vereinbarten Rahmen der Nachhaltigkeitsziele liegen sollte", so Hans R. Herren, Ratsmitglied, World Future Council und alternativer Nobelpreisträger (Schweiz/USA).
 
"Um das Überleben und die Gesundheit der Menschheit zu sichern, müssen wir die Natur und ihre Lebenszyklen respektieren. Die Pandemie ist ein Weckruf. Millionen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern haben bereits vor dem Ausbruch von COVID-19 täglich um ihr Überleben gekämpft. Da die Wirtschaft am Rande des Zusammenbruchs steht, sollte unser Fahrplan klar sein. Der Ausbau von Agrarökologie durch die Förderung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ist die einzig richtige Antwort." sagt Dr. Vandana Shiva, Gründungsratsmitglied des World Future Councils und Preisträgerin des Alternativen Nobelpreises (Indien).
 
„Auch die deutsche Politik setzt sich zunehmend für agrarökologische Praxen ein. So unterstützt Bundesminister Müller deren Weiterentwicklung und Verbreitung  u.a. in  Afrika und Indien. Und Macrons Bürgerkonvent 2020 empfiehlt in Frankreich bis 2040 50 % der Fläche agrarökologisch zu bewirtschaften. Dies zeigt auf, worum es gehen muss: den örtlichen Gegebenheiten angepasste, vielfältige, technologisch angemessene, nachhaltige Landbewirtschaftung" kommentiert Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Vorsitzender, Aufsichtsrat, World Future Council und Senior Advisor, Schweisfurth Stiftung.

"Kinder sind besonders von Hunger und Mangelernährung betroffen. PolitikerInnen dürfen ihre Zukunft nicht aus Spiel setzen.  Die Gewinner des Future Policy Award beweisen, dass eine zukunftsfähige Ernährung möglich ist – und wie. Politische Entscheidungsträger auf der ganzen Welt sollten ihrem Beispiel folgen und ähnlich vorbildliches politisches Handeln intensivieren", sagt Alexandra Wandel, Vorstandsvorsitzende, Stiftung World Future Council.
 
Zum Hintergrund:
Agrarökologie als Praxis und Bewegung wird von WissenschaftlerInnen, zivilgesellschaftlichen Gruppen und LandwirtInnen befürwortet. Sie schützt Kleinebäuerinnen und Kleinbauern, indigene Landwirtschaft und von der Gemeinschaft unterstützte Landwirtschaft.
Hunger und Armut können durch die unverzügliche Anwendung der bewährten ganzheitlichen agroökologischen Prinzipien, die eine nicht nachhaltige Nahrungsmittelproduktion, -konsum und -verschwendung in Frage stellen, bekämpft werden.

Der Weltzukunftsrat hat gemeinsam mit der FAO und IFOAM Organics International die weltweit besten Gesetze und Maßnahmen zur Verbreitung der Agrarökologie ausgezeichnet. Zu den Preisträgern gehört der erste zu „100 % Bio"-Staat der Welt: Sikkim, Indien, der dänische Bio-Aktionsplan und das städtische Landwirtschaftsprogramm Agrupar aus der Stadt Quito, Ecuador. Siehe https://www.worldfuturecouncil.org/de/p/2018-agraroekologie-2/

13 Millionen Soforthilfe für den Fairen Handel in Zeiten von Covid-19

SID Blog - 15. Oktober 2020 - 13:43
Berlin/Köln, 15.10.2020 Zusammen mit seinen Partnern Fairtrade International und dem Forum Fairer Handel investiert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in einen Hilfsfonds über 13 Millionen Euro, um nachhaltig produzierende kleinbäuerliche Betriebe in Entwicklungsländern zu unterstützen, in der Corona-Krise Jobs zu erhalten.

 

Die Initiative ist ein wichtiges Beispiel für eine gelungene Kooperation von zivilgesellschaftlichen Akteuren und dem BMZ:

 

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller: „Corona macht deutlich, wie eng wir auf der Welt verbunden und wie verwundbar wir sind. Die Ärmsten in den Entwicklungs- und Schwellenländern brauchen unsere Solidarität – erst recht in Krisenzeiten. Ich bin dankbar, dass es uns gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern im Fairen Handel gelungen ist, nachhaltig produzierende kleinbäuerliche Betriebe schnell zu unterstützen."

 

Mit dem Zuschussfonds sollen 400.000 Kleinbäuerinnen und -bauern in 24 Ländern des Globalen Südens, die unmittelbar durch die Corona-Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind, schnell, unbürokratisch und wirkungsvoll unterstützt werden. Die Soforthilfe wird dabei zunächst zur Linderung der akuten Notlage der Kleinbäuerinnen und -bauern und für Präventionsmaßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus eingesetzt. In großem Umfang werden Lebensmittel, Saatgut und Hygieneartikel in ländlichen Regionen verteilt und Aufklärungskampagnen zu Covid-19 über die lokalen Medien lanciert. Gleichzeitig  wird durch die Bereitstellung von Ausrüstungsgegenständen und kleineren Maschinen (Gewächshaus-, Mahl-, Schäl-, Röst-, Trocknungs- und Kompostanlagen) die Übernahme von laufenden Betriebskosten und  gezielte Beratungsdienstleistungen die Geschäftskontinuität der ProduzentInnen-Organisationen (Bauernkooperativen, Verarbeitungsbetriebe, Exportunternehmen) für fair gehandelte Agrarrohstoffe sichergestellt.

 

Bereits zu Anfang der Pandemie im April 2020 war absehbar, dass Handelspartner im Globalen Süden Unterstützung benötigen würden. Fehlende soziale Absicherung und unzureichende Strukturen im Gesundheitswesen sind in vielen Ländern Realität. Das stellt Produzentinnen und Produzenten gerade in Krisenzeiten vor existentielle Herausforderungen. Gautam Mohan von Tea Promoters India berichtet, dass die Teeernte gerade auf ihrem Höhepunkt war, als die dortige Ausgangssperre eingeführt wurde. „Die komplette Wirtschaft in der Region Darjeeling hängt von einer guten First Flush-Ernte ab. Sicher wird auch unsere First Flush-Ernte davon betroffen sein. Wir werden uns nach Kräften bemühen, sicher zu stellen, dass das Virus nicht nach Darjeeling kommt und jeder sicher und geschützt ist."

 

„Mit dem Fonds haben wir die Möglichkeit, unseren Handelspartnern in den Ländern des Globalen Südens mit extrem hohem Infektionsgeschehen wichtige Nothilfe zur Verfügung zu stellen und so seit Jahrzehnten aufgebaute Strukturen im Fairen Handel zu stabilisieren", berichtet Matthias Fiedler, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel. So wird über die Mitglieder des Forum Fairer Handel die Soforthilfe direkt an ihre Handelspartner kanalisiert. 

 

Um sicherzustellen, dass die bereitgestellte Soforthilfe auch wirkungsvoll eingesetzt wird, wird diese von Fairtrade International in enger Abstimmung mit den Partnern in den betroffenen Ländern umgesetzt. „Mithilfe unserer Netzwerke vor Ort können wir die Hilfsleistung koordinieren und abwickeln. So stellen wir sicher, dass Hilfe genau dort ankommt, wo sie benötigt wird. Fairtrade hatte im Frühsommer bereits 3,4 Mio. EUR aus eigenen Mitteln bereitgestellt, aber das Ausmaß der Pandemie übersteigt unsere eigenen Möglichkeiten. Daher begrüßen wir die Unterstützung sehr", sagt Claudia Brück, Vorständin von Transfair e.V. / Fairtrade Deutschland.

 

„Die aktuelle Krise hat die gesamte Wirtschaft des Landes in Mitleidenschaft gezogen, auch unsere Organisation", berichtet Sigfredo Benitez von einer Fairtrade-zertifizierten Kaffeekooperative in El Salvador. „Wir mussten einige Beschäftigte nach Hause schicken. Die noch ausstehenden Löhne haben wir mithilfe der Fairtrade-Prämie auszahlen können."

 

Mit einer Laufzeit von zwei Jahren beweist die Initiative Weitsicht: Neben akuter Nothilfe und Präventionsmaßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus werden auch Mittel für einen nachhaltigen Wiederaufbau nach der Pandemie bereitgestellt und Maßnahmen unterstützt, die Ernährung und Einkommen der ländlichen Bevölkerung auf eine breitere Basis stellen. 

 

Die Initiative ist ein wichtiges Beispiel für eine gelungene Kooperation von zivilgesellschaftlichen Akteuren, dem BMZ und der GIZ: „Es ist die Aufgabe der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit, gerade in Krisenzeiten schnell agieren zu können. Das haben wir dank der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Akteuren des Fairen Handels am konkreten Beispiel Covid-19 geschafft. Das zeigt, dass eine enge Zusammenarbeit der Akteure der Entwicklungszusammenarbeit nicht nur wichtig, sondern essenziell für den Erfolg unserer Arbeit ist", erläutert Bundesminister Dr. Gerd Müller.

 

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Kampagnenstart #NiemalsGewalt mit eindringlichem Video | UNICEF

SID Blog - 15. Oktober 2020 - 13:42
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UNICEF startet Kampagne #NiemalsGewalt für gewaltfreie Erziehung mit eindringlichem Video

©UNICEF/Madeline Kelly

Köln, den 15. Oktober 2020 // Mit einem aufrüttelnden Video ruft UNICEF Deutschland dazu auf, alltägliche Gewalt gegen Kinder nicht länger hinzunehmen. Es bildet den Auftakt der UNICEF-Kampagne #NiemalsGewalt. Ziel ist es, Eltern, Lehrende, Erziehende sowie Bürgerinnen und Bürger zu sensibilisieren, beim Thema Gewalt genauer hinzusehen und sich für das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung einzusetzen.

Der Film macht die weitgehend unsichtbaren Demütigungen und Misshandlungen, denen unzählige Mädchen und Jungen auf der ganzen Welt jeden Tag ausgesetzt sind, sichtbar. Bewusst verzichtet das Video auf reale Gewaltszenen. In subtilen Bildern vermittelt es eindringlich, wie sich die Erfahrung von körperlicher Gewalt, Erniedrigung, Anschreien oder Verachtung tief in Körper und Seele von Kindern einschreibt und Spuren hinterlässt. UNICEF ruft dazu auf, das Video unter dem Hashtag #NiemalsGewalt zu teilen.

„Alltägliche Gewalt gegen Kinder vollzieht sich meist unsichtbar hinter verschlossenen Türen. Deshalb wird sie oft verdrängt oder übersehen, doch die betroffenen Mädchen und Jungen spüren die Folgen ein Leben lang," sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Auch scheinbar leichte Formen der physischen oder psychischen Misshandlung gefährden die Entwicklung von Kindern. Gewalt gegen Kinder ist unter keinen Umständen akzeptabel. ‚Niemals Gewalt' – diese Forderung von Astrid Lindgren aus dem Jahr 1978 ist heute aktueller denn je!"

„Leider hat Misshandlung viele Gesichter. Und meist ignorieren wir die bleibenden Spuren, die sie für Kinder hinterlassen kann", sagte der amerikanische Regisseur Jared Knecht. „Wir wollen den Menschen die oft unsichtbaren Folgen von Gewalt bewusstmachen – aus Sicht der Kinder, ohne Gewalt selbst zu zeigen. Wir wünschen uns, dass dadurch viele Menschen alltägliche Gewalt neu wahrnehmen und ihren Umgang mit Kindern überdenken." Knecht hat die von der Agentur BBDO Düsseldorf entwickelte Idee für UNICEF filmisch inszeniert.

Gewalt gegen Kinder beenden

Bis heute wird Gewalt gegen Kinder – weltweit wie in Deutschland – viel zu oft stillschweigend akzeptiert, heruntergespielt oder sogar gerechtfertigt. Betroffene Mädchen und Jungen haben häufig niemanden, dem sie sich anvertrauen können oder werden nicht ernst genommen. Dabei können die Folgen für die Kinder verheerend sein: Gewalt gegen Kinder kann tiefe Spuren hinterlassen. Dies gilt auch für die am wenigsten sichtbaren und gleichzeitig häufigsten Gewaltformen wie emotionale Misshandlung und Vernachlässigung.

Das Ausmaß alltäglicher Gewalt gegen Kinder ist bis heute erschreckend:

  • Weltweit erleben drei von vier Kindern zwischen zwei und vier Jahren körperliche oder psychische Gewalt durch ihre Eltern oder andere Erziehende. 
  • Schätzungsweise 1,1 Milliarden Eltern und Erziehende weltweit halten körperliche Bestrafungen für ein notwendiges Mittel in der Erziehung von Kindern. 
  • In Deutschland berichteten laut einer Studie im Jahr 2017 31 Prozent der Befragten, dass sie eine Form von Misshandlung mit mindestens moderatem Schweregrad erfahren hatten.

» Mehr Informationen zur Kampagne #NiemalsGewalt und zu den weltweiten UNICEF-Kinderschutzprogrammen finden Sie hier.

Jared Knecht ist ein US-amerikanischer Filmemacher und lebt in New York. Gemeinsam mit der Produktion BWGTBLD hat er die von der Agentur BBDO Düsseldorf entwickelte Idee für UNICEF filmisch inszeniert. Bereits in seiner Jugend in Ohio produzierte er Filme für gemeinnützige Organisationen. Seitdem hat Jared Knecht für globale Unternehmen kreative Inhalte geschaffen. Seine Arbeit wurde u.a. von AICP, One Show und YDA ausgezeichnet.

Download: Video


UNICEF startet Kampagne #NiemalsGewalt für gewaltfreie Erziehung mit eindringlichem Video

Unicef - 15. Oktober 2020 - 12:00
Mit einem aufrüttelnden Video ruft UNICEF Deutschland dazu auf, alltägliche Gewalt gegen Kinder nicht länger hinzunehmen. Es bildet den Auftakt der UNICEF-Kampagne #NiemalsGewalt.
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15. Oktober 2020

ONE - 15. Oktober 2020 - 11:14

1. G20-Staaten verlängern Schuldenmoratorium für Entwicklungsländer
Wie unter anderem das Handelsblatt und der österreichische Standard melden, erweitern die G20-Staaten ihr bestehendes Schuldenmoratorium für die ärmsten Länder bis Mitte nächsten Jahres. Der maßgebliche Grund dafür seien die Herausforderungen im Zuge der Coronakrise. Bei dem gestrigen Treffen kritisierten die G20-FInanzminister*innen zudem, dass private Gläubiger sich bisher nicht an einem Schuldenaufschub beteiligen. Im November wollen die G20 die Lage neu bewerten und über etwaige weitere Maßnahmen beraten. Die Entwicklungsorganisation ONE begrüßte die Verlängerung des Schuldenmoratoriums, fordere jedoch, dass sich daran nicht nur die G20-Staaten, sondern auch die Weltbank und private Gläubiger beteiligen.

2. Deutschlands Dilemma in Mali
Wie der Tagesspiegel berichtet, steht Deutschland in Bezug auf Mali vor einem außenpolitischen Dilemma. Das Land sei ein “enger Partner der Bundesregierung” und darüber hinaus von entscheidender Bedeutung in der deutschen Afrika-Strategie. Deutsche Soldat*innen seien an der UN-Mission MINUSMA vor Ort beteiligt. Angesichts des Militär-Putschs sei derzeit noch unklar, wie man mit der Militärjunta als neue Machthaber umgehen solle – zumal diese von weiten Teilen der Bevölkerung unterstützt werde. Würde die Bundesregierung die Bundeswehr aus der MINUSMA-Mission zurückziehen, würde das internationale Kritik nach sich ziehen, insbesondere aus Frankreich, wie ein weiterer Artikel im Tagesspiegel erklärt. Laut dem Konfliktforscher Hans-Georg Ehrhart vom Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik sei die malische UN-Mission ohnehin zum Scheitern verurteilt. FDP-Entwicklungspolitiker Christoph Hoffmann spricht sich für einen erweiterten Ausbau des deutschen Engagements in Mali aus. Der politische Prozess in Mali sei von Deutschland vernachlässigt worden und die Bundesrepublik habe zu wenig Druck auf Ex-Präsident Keita ausgeübt, um Korruption im eigenen Land zu bekämpfen, so die Grünen-Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger. Was die Situation in Mali auf jeden Fall gezeigt habe, sei, dass afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme durchaus funktionieren, so Sicherheitsexperte Markus Kaim von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Deutschland solle daraus die Lehre ziehen, in Zukunft besser mit afrikanischen Organisationen wie der afrikanischen Union (AU) oder der Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten (ECOWAS) zusammenzuarbeiten

3. Uganda: Einschüchterung der Opposition

Wie die Deutsche Welle meldet, wurden die Büros des Künstlers und Oppositionspolitikers Bobi Wine von Sicherheitskräften gestürmt. Im Zuge der Razzia seien 30 Menschen festgenommen worden, darunter vier Kinder, so der Bruder von Wine, der mit bürgerlichen Namen Robert Kyagulanyi heiße. Die ugandische Polizei bestreitet die Vorwürfe. Wine sei der politische Hoffnungsträger der ugandischen Jugend und somit dem derzeitigem ugandischen Staatsoberhaupt Yoweri Museveni ein Dorn im Auge. Bobi Wine thematisiere in seiner Musik soziale Ungleichheit, Korruption, ineffektive Regierungsführung und Jugendarbeitslosigkeit. Präsident Museveni sei seit 1986 im Amt und bewerbe sich im kommenden Jahr für seine sechste Amtszeit.

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