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Für Governance eintreten

E+Z - 24. März 2020 - 9:09
Der zivilgesellschaftliche Raum in Indien wird immer kleiner, Geber sollten daher ihre Haltung überdenken

Indien hat eine lange Geschichte des INGO-Engagements. Im Fokus ihrer Arbeit stehen meist marginalisierte Gruppen wie Frauen, Dalits, Adivasi oder Muslime. Die Regierung beobachtete INGOs schon in der Vergangenheit kritisch, Modi geht aber noch einen Schritt weiter. Seine Regierung hat deren Finanzierungskanäle im Foreign Contributions Regulation Act (FCRA) radikal eingeschränkt. Den Niederlassungen von INGOs wie Amnesty International oder Greenpeace wurden Gelder gestrichen und ihre Räume unter dem Vorwand der Strafverfolgung durchsucht.

Nach Regierungsangaben ist die ausländische Finanzierung von NGOs zwischen 2014, als Modi Präsident wurde, und 2017 um rund 60 Prozent gesunken. Allein 2017 verloren rund 4800, meist indische NGOs ihre Lizenz. Die Situation wird sich verschärfen. Laut dem neuen Finanzgesetz müssen NGOs ihre Registrierung alle fünf Jahre erneuern.

Die derzeitige Regierung strebt eine Hindu-Vorherrschaft an („Hindutva“). Sie wendet sich gegen alle Minderheiten, vor allem aber gegen Muslime (siehe Kasten von Arfa Khanum in der Tribüne des E+Z/D+C e-Papers 2020/03). Auch christliche Organisationen werden unter Druck gesetzt. Compassion International wurde beschuldigt, Religionsübertritte zu unterstützen und aufgefordert, die Arbeit einzustellen.

Dass der Raum für die Zivilgesellschaft kleiner wird, ist derzeit in vielen Ländern zu beobachten, beispielsweise in Russland, Brasilien oder auf den Philippinen. Nach innen gerichtete Nationalisten versuchen, ihre Macht mit aggressiver Identitätspolitik zu festigen, aber nicht die drängenden Probleme wie Armut oder Umweltzerstörung zu lösen.

Die indische Regierung hat ein Narrativ geschaffen, nach dem jede Kritik antinational und sogar eine potenzielle Sicherheitsbedrohung ist. Seit Dezember sieht sie sich mit einer beispiellosen breiten und gewaltlosen sozialen Bewegung konfrontiert, die die säkulare indische Verfassung aufrechterhalten will. Diese verbietet Diskriminierung aus religiösen und anderen Gründen (siehe Arfa Khanum in der Tribüne des E+Z/D+C e-Papers 2020/03). Als Reaktion darauf verbreiten Hindutva-Befürworter Hassparolen („Erschießt die Verräter“). Der von ihnen ausgehende Pogrom Ende Februar in Delhi forderte mehr als 50 Todesopfer (siehe Blogpost auf der E+Z/D+C-Website).

Die indische Wirtschaft befindet sich in einem Abschwung. Die jüngste Insolvenz der wichtigen privatwirtschaftlichen Yes Bank verschärft die Probleme. Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten werden sicher nicht helfen. Viele Inder, auch regierungskritische Hindus, befürchten, dass die repressiven Maßnahmen der Hindutva die Lage noch verschlimmern werden.

Indien erhält viel öffentliche Entwicklungshilfe (Official Development Assistance – ODA). Nur ein kleiner Teil wird über INGOs umgesetzt. Finanziell bedeutender sind multilaterale Organisationen wie das UN-Entwicklungsprogramm oder die Weltbank sowie bilaterale Durchführungsorganisationen wie die Japan International Cooperation Agency (JICA) oder die GIZ. Diese meiden politisch sensible Bereiche wie Menschenrechte oder Rechtsstaatlichkeit und fokussieren sich auf Themen wie Infrastruktur, Energie und Klimaschutz. Dennoch ist ihnen gute Regierungsführung wichtig, weil der Erfolg ihrer Projekte davon abhängt.

Sie können sich aus mehreren Gründen nicht schnell oder vollständig aus einem Land mit 14 Prozent der Weltbevölkerung zurückziehen. Zudem sind ODA-Programme weitgehend auf globale öffentliche Güter wie den Klimaschutz ausgerichtet. Andererseits ermöglicht die Infrastrukturfinanzierung der Modi-Regierung, andere Ziele zu verfolgen.

Internationale Medien haben bemerkt, wie gefährlich Modi ist, und die INGOs geben den Kampf für Gleichheit und Menschenrechte nicht auf. Aus diplomatischen Gründen können multilaterale und bilaterale Geber ihre Kritik nicht öffentlich ausdrücken. Wenn sie der indischen Führung aber sagen, dass sie sich stärker in Governance-Fragen engagieren wollen, könnten Modi und sein Kabinett die Botschaft verstehen.

Richa Arora ist Alexander-von-Humboldt-Fellow an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).
https://www.swp-berlin.org

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Live Love Recycle: Ein Beiruter Abholdienst rettet Wertstoffe vor der Mülldeponie

reset - 24. März 2020 - 7:05
Was, wenn es keinen städtischen Sammeldienst für Wertstoffe gibt? In Beirut nimmt sich eine Initiative mit einem Abholdienst nicht nur dieser Umweltherausforderung an, sondern schafft gleichzeitig auch hunderte neue Arbeitsplätze.
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Live Love Recycle: In Beirut rettet ein Abholdienst wertvolle Recycling-Stoffe vor der Mülldeponie

reset - 24. März 2020 - 7:05
Was, wenn es keinen städtischen Sammeldienst für Wertstoffe gibt? In Beirut nimmt sich eine Initiative mit einem Abholdienst nicht nur dieser Umweltherausforderung an, sondern schafft gleichzeitig auch hunderte neue Arbeitsplätze.
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Den Wald vor lauter Bäumen: Aufforstungen bringen dem Klima wenig

Welthungerhilfe - 23. März 2020 - 22:21
Bäume neu pflanzen kann CO2 in der Atmosphäre abbauen. Das Wie und Wo muss aber gut überlegt sein. Ein Kommentar.
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Bangladesch und die Rohingya-Flüchtlinge: Wie die Armen den Ärmsten helfen

Misereor - 23. März 2020 - 17:47
In ihrer Heimat Myanmar werden die Rohingya verfolgt. Doch im Flüchtlingscamp Kutupalong in Bangladesch fühlen sie sich sicher. Über eine Million Rohingya haben in einem der ärmsten Länder der Welt Zuflucht gefunden. Allerdings sind ihre Lebensumstände im größten Flüchtlingslager der Welt alles andere als einfach.

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UNICEF: Höhere Risiken für Kinder wegen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus

Unicef - 23. März 2020 - 17:00
Millionen Kinder weltweit sind wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie höheren Risiken ausgesetzt. Dazu gehören Misshandlung, geschlechtsspezifische Gewalt, Ausbeutung, soziale Ausgrenzung sowie die Trennung von ihren wichtigsten Bezugspersonen. UNICEF appelliert daran den Schutz und das Wohlergehen der Kinder sicherzustellen.
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Sustainability through public procurement: the way forward – Reform Proposals

DIE - 23. März 2020 - 15:54

Public procurement amounts to about 16 percent of the EU Member States’ GDP. A major contribution to the achievement of the Sustainable Development Goals is possible by enhancing sustainable procurement practices. The 2014 EU Public Procurement Directives (Directives 2014/23/EU, 2014/24/EU and 2014/25/EU) have largely clarified the scope for permissible sustainable procurement decisions, but the adoption of Sustainable Public Procurement (SPP) is still limited. The rules could be more permissive and thoroughly take into account all the different aspects of sustainability. Even more urgent and essential is to push for behavioural and organisational changes in the ways contracting authorities perform their buying functions to maximise positive, sustainable impacts. It is critical to change procurement management practices so that the sustainability demanded in contracts is properly verified along the entire supply chain and remedial actions are taken where non-compliance is detected.

We make three main proposals:

1. That the EU invests significantly in the professionalisation of contracting officials, procurement strategists and financial auditors.

2. That the EU makes it mandatory for contracting authorities to map and monitor their supply chains for risks of breaches of environmental and social rules, including those protecting human rights.

3. That the EU makes the legislative environment more ‘SPP friendly’.

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23. März 2020

ONE - 23. März 2020 - 14:39

1. Afrikas Jugend optimistisch
In der Süddeutschen Zeitung thematisiert Anna Reuß die Ergebnisse der ‚African Youth Survey‘. Für die Umfrage seien junge Erwachsene auf dem gesamten afrikanischen Kontinent zu ihren Hoffnungen und ihrer Identität befragt worden. Ein Großteil der jungen Generation sei optimistisch. Sie glauben daran, etwas verändern zu können, würden in Bildung investieren, sparen und wollen gründen. Auch in Ländern mit kritischer Sicherheitslage oder Folgen von Naturkatastrophen seien die jungen Menschen zuversichtlich, dass sich ihre Situation verbessert. Anders als bei den älteren Generationen werden die Folgen des Kolonialismus von einer Mehrzahl der Befragten nicht mehr als Entwicklungsemmnis wahrgenommen. Die Haltung gegenüber der Europäischen Union sei überwiegend positiv. In Konfliktgebieten wünsche man sich vor allem Stabilität und Demokratie. In anderen Regionen wünschen sich die Menschen eine weitreichendere Digitalisierung sowie Finanzmittel, um Unternehmen zu gründen. Die meisten Befragten bewerten gutbezahlte Jobs, Frieden, Stabilität und die Eindämmung von Korruption als die wichtigsten Pfeiler für eine gute Zukunft.

2. UN beklagt: Wassermangel
Wie unter anderem Tagesschau.de, Zdf.de, Focus Online, Zeit Online, Wallstreet Online und der Deutschlandfunk melden, hat sich laut Weltwasserbericht der Vereinten Nationen (UN) der Wasserverbrauch in den letzten hundert Jahren versechsfacht. Zudem habe sich die Wasserqualität insgesamt verschlechtert. 2,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, etwa ein Viertel der Weltbevölkerung. Laut Bericht führen Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum sowie veränderte Konsumgewohnheiten dazu, dass der Wasserverbrauch weiterhin um ein Prozent pro Jahr steige. Die Erderwärmung führe zur Häufung von Extremwetterereignissen. In bereits jetzt von Hitzewellen und Starkregenfällen betroffenen Gebieten werde sich die Lage noch verschlechtern. Auch noch nicht betroffene Regionen würden zukünftig die Folgen spüren und unter „Wasserstress“ geraten. Die UN schlägt in ihrem Bericht vor, die Wassernutzung an den Klimawandel anzupassen. Zudem sei die nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen der Schlüssel für die Lösung der Klimakrise, wie Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen UNSECO-Kommission, erklärt. Bisher sei das Wassermanagement unterfinanziert. Die UN fordere daher mehr Investitionen. Eine große Herausforderung werde in der Landwirtschaft gesehen. Zudem trage die deutsche Lebensmittelindustrie zur Wasserknappheit bei, indem sie mit ihren Lieferketten in die lokalen Begebenheiten von Flüssen eingreife, wie die Umweltorganisation WWF kritisiert.

3. Mali: Angriff auf Militärposten
In der Region Gao im Norden Malis wurde ein Anschlag auf ein Militärlager verübt, wie Zeit Online, der Deutschlandfunk und die Deutsche Welle berichten. 29 Soldat*innen seien getötet worden und fünf weitere verletzt. Die Armee mache Dschihadisten, die in Verbindung mit Al-Qaida stehen, verantwortlich. Offiziell seien die Täter noch nicht bekannt. Seit Jahren gebe es im Norden Malis gewaltsame Konflikte zwischen der Armee und islamistischen Gruppen. Die Milizen schaffen es immer wieder, Teile des Nordens zu kontrollieren. Sie wollen ihren Geltungsbereich weiter südlich erweitern. Durch Angriffe auf Militärposten können die Extremisten ihre Waffenlager immer weiter aufstocken. Trotz internationaler Einsätze sei die Lage in Mali laut Expert*innen „äußerst instabil“.

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Deutsch-Französischer Menschenrechtspreis für Delphine Djiraïbé

Misereor - 23. März 2020 - 14:38
Etwa 40.000 politische Morde und ungezählte Folterungen sind die Bilanz des ehemaligen tschadischen Präsidenten Hissène Habré, der das Land von 1982 bis 1990 mit unfassbarer Grausamkeit regierte. Wie viele Menschen im Tschad begriff Delphine Kemneloum Djiraïbé das Ausmaß dieser Katastrophe erst, als die Tore der politischen Polizei DDS geöffnet wurden und verwesende Leichen sowie ausgemergelte Überlebende zum Vorschein kamen. Das Ende des Terrorregimes von Hissène Habré war der Anfang von Delphine Djiraïbés Einsatz für die Menschenrechte: Nie mehr sollten die Menschen ihres Landes solches Leid erfahren.

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Das Corona-Virus als Chance für die internationale Zusammenarbeit

DIE - 23. März 2020 - 12:00

Das neuartige Corona-Virus hält die Welt in Atem. Die Infektionszahlen steigen in vielen Ländern exponentiell. Die isolierenden, abschottenden Maßnahmen zahlreicher Staaten haben massive Auswirkungen auf beinahe alle wirtschaftlichen und sozialen Bereiche. Sie gehen einher mit einem wachsenden Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung. Die schwer überschaubaren Auswirkungen der Pandemie dominieren die Diskussion. Die Corona-Krise sollte aber auch als Chance verstanden werden. Denn wenn wir aus ihr lernen, kann sie auch besondere Möglichkeiten im Sinne der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und für eine Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit eröffnen.

Das Globale Nachhaltigkeitsziel (SDG) 3 widmet sich den Themen Gesundheit und Wohlergehen. Die gegenwärtige Krise verdeutlicht den Mehrwert intakter Gesundheitssysteme für alle SDGs. Krankheit gefährdet Bildung, politische Teilhabe, Einkommen und damit Existenzen. Gesundheit mag nicht alles sein – doch ohne Gesundheit ist alles nichts. In den SDGs hat sich die internationale Gemeinschaft auch explizit der Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie Aids und Malaria verschrieben. Das Ziel, diese bis 2030 zu beseitigen, scheint jedoch in weiter Ferne. In den letzten Jahren starben bei rund 38 Millionen HIV-Infizierten jährlich noch 770.000 (2018). Von 219 Millionen Malaria-Infizierten (2017) starben 435.000, zum größten Teil in Afrika.

Die entsprechenden Zahlen für das neuartige Corona-Virus (rund 295.000 Infizierte und 13.000 Tote; 23.3.2020) wirken demgegenüber zunächst noch wenig dramatisch. Dass die Pandemie dennoch beispiellose Aufmerksamkeit erfährt, liegt in der besonderen gesellschaftlichen und politischen Bedrohungswahrnehmung: Dieses Corona-Virus ist für den Menschen neu, die Übertragung verläuft sehr schnell von Mensch zu Mensch, der Ausbreitungs- und Krankheitsverlauf ist schwer vorherzusagen, es entfaltet sich ausbruchsartig auch in Europa und überfordert selbst unsere Gesundheitssysteme. Im Gegensatz zu bekannten, besser berechenbaren Infektionskrankheiten, die sich über lange Zeiträume und in großer geographischer Distanz entwickeln, berührt der Diskurs um das Corona-Virus daher auch hierzulande die nationale Sicherheit. Genau diese Form der gesellschaftlichen Verarbeitung kann jetzt ein Katalysator für notwendige Reformen sein.

Gesundheitskrisen mit enormem Handlungsdruck waren in der Vergangenheit Beschleuniger für Innovationen und strukturellen Wandel, wie es die Beispiele Pest (Auslöser erster internationaler Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich) oder SARS (Reform der Infektionskrankheitenkontrolle) belegen. In Zeiten nationalistischer Tendenzen müssen nun Weichenstellungen zugunsten stabiler Strukturen für internationale Zusammenarbeit vorgenommen werden. Der für 2020 geplante Wiederauffüllungsgipfel der Impfallianz Gavi, die den ärmsten Ländern der Welt Impfstoffe zu niedrigeren Preisen ermöglicht, ist eine Gelegenheit dafür. Die Corona-Krise zeigt einmal mehr, wie fatal sich schwache Gesundheitssysteme lokal und global auswirken. Diese zu stärken, in fragilen Ländern wie in Mitteleinkommensländern, ist ein wichtiges Betätigungsfeld für die Entwicklungszusammenarbeit insgesamt.

Deutschland sollte das Momentum auch dafür nutzen, den Wert multilateraler Formate zu betonen. Die Corona-Bedrohung zeigt, dass isolierte Maßnahmen einzelner Staaten unzureichend sind und sogar negativ sein können. Globale Kooperation kann grenzüberschreitenden Gesundheitsbedrohungen wirksamer begegnen, wenn längst bekannte Schwierigkeiten in der globalen Governance und Finanzierung adressiert werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte in ihrer Finanzierung nicht von Beiträgen nichtstaatlicher Akteure wie der Gates Foundation abhängig sein. Damit Impfstoffe, Medikamente und medizinischer Bedarf schnellstmöglich entwickelt, bereitgehalten und eingesetzt werden können, müssen internationale Organisationen, Staaten und die leistungsfähigsten Anbieter unabhängig von ihrem nationalen Hintergrund gemeinwohlorientiert kooperieren. In diesem Sinne könnte sich Deutschland auch in der anstehenden EU-Ratspräsidentschaft für eine Stärkung der globalen Gesundheitskooperation einsetzen, etwa indem der Handlungsspielraum des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) erweitert wird.

Auch digitale Formate (Online-Meetings, Video-Konferenzen u.a.) haben erhebliches Potenzial, zu internationaler Kooperation und der Umsetzung der Agenda 2030 beizutragen. Bisher ist es vor dem Hintergrund der Klimakrise nicht gelungen, Mobilität so zu gestalten, dass Emissionen und Schadstoffe ausreichend gesenkt werden. Nun zwingt die aktuelle Notlage Unternehmen und öffentliche Akteure zu einer raschen Anwendung moderner Kommunikationslösungen. Die Krise ist mehr als ein Weckruf. Sie liefert Anlass und Legitimität für einen tiefgreifenden Wandel, der in Strukturen mit starken Pfadabhängigkeiten mitunter fehlt. Dazu gehört neben der nötigen Infrastruktur auch ein kultureller Wandel hin zu modernen Technologien und der Einübung guter Praxis für Zusammenarbeit im virtuellen Raum. So können Initiativen zur Erreichung gesundheitsbezogener und weiterer Nachhaltigkeitsziele von der Corona-Krise profitieren. Auch wenn derzeit das Gefühl von Unsicherheit und Bedrohung dominiert – die Seuche könnte der internationalen Kooperation am Ende sogar mehr nützen als schaden.

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Coronavirus: Tipps gegen Langeweile zuhause

Unicef - 23. März 2020 - 9:48
Schulen und Kitas sind wegen des Ausbruchs von COVID-19 geschlossen. Droht deshalb Langeweile zuhause? Keine Sorge! Wir haben Ideen zum Lernen, Spielideen und Bastelaktionen für Sie zusammengestellt. 
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Schutz der Korallenriffe: Mit Sensortechnologie unter die Wellen schauen

reset - 23. März 2020 - 7:25
Steigende CO2-Emissionen führen zur Erwärmung und Versauerung der Ozeane, was den Erhalt der Korallenriffe zunehmend bedroht. In der Dominikanischen Republik hilft eine Reihe luftgestützter Sensortechnologien bei der Kartierung und Überwachung der wichtigen Meeres-Ökosysteme.
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Urgent Statement by the Civil 20 to the G20 Virtual Summit: New Realities Require New Priorities

#C20 18 - 22. März 2020 - 10:27
As G20 Leaders prepare to convene an extraordinary virtual summit next week to discuss a coordinated response to the COVID-19 pandemic and its human and economic implications, the Civil Society 20 Engagement Group asks that G20 leaders respond carefully, urgently and collectively to the global crisis that continues to unfold as a result of the [...]
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Drei Milliarden Menschen können sich zu Hause nicht die Hände waschen

Unicef - 22. März 2020 - 0:01
Weltwassertag am 22. März: Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen und Wissen über Hygiene sind die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Doch Millionen Familien in Kriegs- und Krisengebieten oder in überfüllten Flüchtlingsländern haben kaum Möglichkeiten für tägliche Hygiene.
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C20 Hosts Virtual Meetings with G20 Officials

#C20 18 - 21. März 2020 - 19:17
In recognition of the global threat posed by COVID-19, the Civil Society Engagement Group to the G20 (C20) transformed its Face-to-Face meetings to virtual convenings.From 22 March to 2 April members of C20 and representatives of civil society will hold one-on-one virtual dialogues with representatives of:G20 International Financial Architecture Working GroupG20 Infrastructure Working GroupG20 Anti-Corruption [...]
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Doppelte Weltkrise

E+Z - 21. März 2020 - 14:12
Corona-Virus: Um menschliche Gesunheit zu schützen und Märkte zu stabilisieren ist global abgestimmte Politik nötig

Die Pandemie lehrt uns eine ungewohnte Lektion: Wir können uns nur selbst schützen, wenn wir gleichzeitig andere schützen. Wir halten Abstand, um uns nicht zu infizieren, und das schirmt andere ab,  falls wir selbst unwissentlich schon angesteckt sind. Unser Gemeinwohl hängt davon ab, dass wir die Ausbreitung der Krankheit verlangsamen, die Überforderung des Gesundheitswesens auf ein Minimum reduzieren und das Virus irgendwann in den Griff zu bekommen.

Das gilt weltweit. Erefolg in unserem eigenen Land allein reicht nicht. Wenn die Pandemie anderswo nämlich schnell weiter eskaliert, kommt sie früher oder später wieder zu uns zurück. Grenzen lassen sich weder permanent schließen noch völlig dicht machen. Illegale Übertritte wird es immer geben. Je schlimmer eine Krise sich zuspitzt, desto mehr Menschen verlassen ihr Land. Wie zuvor bei SARS und HIV/Aids stehen wir vor einem globalen Problem.

Also muss sich die internationale Staatengemeinschaft wichtige Ressourcen einigermaßen fair teilen. Jedes Land muss Patienten diagnostizieren und behandeln können. Versuche, medizinische Produkte für die eigene Heimat zu monopolisieren, werden nur zu Engpässen führen. Fast alle Länder müssen irgendwelche relevante Güter importieren – und manche sogar alle.  

Italien ist in Europa am stärksten betroffen. Es leidet bereits unter gravierenden Engpässen, obwohl  sein Gesundheitswesen im Weltmaßstab ausgesprochen gut ist. Voraussichtlich werden alle Länder Engpässe erleben. Wenn die reiche Welt zulässt, dass die Pandemie in ärmeren Ländern verheerend eskaliert, wird sich das grausam rächen. Die Produktion von Pharmazeutika und medizinischem Gerät muss also so stark wie möglich ausgebaut werden, um überall zumindest Mindestversorgung sicherzustellen. Krankenhäuser müssen neu gebaut oder provisorisch eingerichtet werden. Die Forschung an Impf- und Heilpräparaten muss beschleunigt und international koordiniert werden.

Nicht nur wegen medizinisch relevanter Güter bleibt der Welthandel wichtig. Die Finanzmärkte sind im März abgestürzt. Investoren rechnen mit dem Schlimmsten, denn die Aussetzung des öffentlichen Lebens, bremst die Wirtschaft ab. Darunter leiden die Umsätze fast aller Privatunternehmen.  In der vergangenen Woche haben sich in den USA mehr Menschen arbeitslos gemeldet als in der Woche nach der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers, mit der vor zwölf Jahren die Welt Finanzkrise losging. 

Auch die Finanzwirtschaft steckt auch jetzt bereits in einer schweren Krise, denn offensichtliche werden viele Firmen Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen können.  Eine gefährliche Abwärtsspirale, in der Finanz- und Realwirtschaft sich gegenseitig immer weiter beeinträchtigen, wird schwer zu verhindern sein. Bekommen jedoch die Marktkräfte freien Lauf, ist eine schwere weltweite Wirtschaftsdepression programmiert.

Sich selbst regulierende Märkte können dramatisch versagen. Vor zwölf Jahren war unverantwortliche Kreditvergabe großer Banken der Grund. Diesmal ist es eine Pandemie. Die Finanz-, Geld-und Wirtschaftspolitik ist also auf vielfache Weise gefordert.  Zentralbanken und Regierungen haben auch schnell reagiert – ihr Handeln aber noch kaum international abgestimmt. Heute hängen alle Nationen vom Weltmarkt ab. Länder mit niedrigen und niedrigen mittleren Einkommen sind bislang von Covid-9 relativ wenig betroffen, aber das dürfte sich ändern. Dann werden auch sie Geld brauchen, um gegenzusteuern. Sie haben aber weniger Möglichkeiten, als reiche Länder, und das gilt besonders für die, die hoch verschuldet sind.

2008 wurden die G20 statt der G7 zum wichtigsten Forum für internationale Abstimmung. Heute ist derartige Koordination noch wichtiger, weil die Probleme größer und komplexer sind. Damit geringst-entwickelte Länder nicht übersehen werden, gilt es, diesmal stärker auf UN-Organisationen zu hören.

Leider wird globale Koordination diesmal aber schwerer fallen, denn Rechtspopulisten regieren inzwischen mehrere Länder. Ihre “mein Land zuerst“-Haltung ist in der Krise, die nun beginnt, besonders destruktiv, denn niemand kann nur sich selbst schützen. Rettung gibt es nur gemeinsam.

 

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