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03.05.2019 Großteil der Neueinstellungen im BMZ ist unbefristet

BMZ - 3. Mai 2019 - 19:00
Die meisten im Bundesentwicklungsministerium neu eingestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten eine unbefristete Anstellung. Das gilt für fast 59 Prozent der im Zeitraum von Anfang März 2018 bis Anfang April 2019 eingestellten Personen. Damit steht das BMZ im Ressortvergleich gut da. Von den im genannten Zeitraum vollzogenen 51 Neueinstellungen erfolgten 20 im Wege von Sachgrundbefristungen und eine mit sachgrundloser Befristung....
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Kampagnen zur Europawahl – #natürlichEuropa

ONE - 3. Mai 2019 - 17:57

Am 26. Mai ist es soweit: Die Bürger*innen der Europäischen Union wählen ein neues Parlament. Dabei steht viel auf dem Spiel, unter anderem die Frage, ob die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung bis 2030 erreicht werden. Aber auch Themen wie Umweltschutz, Klimawandel, soziale Gerechtigkeit und europäischer Zusammenhalt werden entschieden. Wir haben bei Organisationen nachgefragt, die sich für wichtige Anliegen stark machen. Weiter geht es mit #natürlichEuropa:

#natürlichEuropa ist eine Kampagne des Deutschen Naturschutzringes (DNR) e.V. Dieser setzt sich für einen natur- und menschenfreundlichen Umbau der EU ein. Neben Inhalten auf den Sozialen Medien haben sie auch ein Forderungspapier verfasst.

Was bedeutet für Euch Europa?

Europa ist aus Umweltsicht ein absolutes Schwergewicht, da mehr als die Hälfte unserer nationalen Umweltgesetze aus Brüssel stammen: Grenzwerte für saubere Luft, nitratfreies Trinkwasser, Ziele zur CO2-Reduktion in der Industrie und im Verkehr, die Einrichtung von Naturschutzgebieten und vieles mehr werden dort beschlossen. Die EU-Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sind unbestrittene Meilensteine des europäischen Naturschutzrechts. Gleichwohl sind viele Entscheidungen aus Brüssel aus Natur- und Umweltsicht meist nicht weitreichend genug. Unsere natürlichen Lebensgrundlagen, unsere Böden, unser Wasser und die Luft werden zum Beispiel durch falsche Agrarpolitik enorm gefährdet.

Wen wollt ihr mit eurer Kampagne erreichen?

Wir wollen Menschen mobilisieren, am 26.05. zur Wahl zu gehen, proeuropäisch und pro Natur-, Tier- und Umweltschutz zu wählen. Als Umweltdachverband haben wir nur rund 90 Mitglieder. Das ist nicht viel. Aber mit der Kampagne #natürlichEuropa wollen wir die elf Millionen Menschen mobilisieren, die in unseren Mitgliedsverbänden organisiert sind. Sie setzen sich alle in vielfältiger Art und Weise für Natur-, Tier- und Umweltschutz ein: ob beim Bauen von Vogelhäuschen, beim Sammeln von Spenden für den Tierschutz, auf Demos gegen den Klimawandel. Ihnen wollen wir klarmachen, dass sie am Wahlsonntag ihr Engagement auf europäische Ebene ausweiten können – mit nur einem Kreuzchen. Einem sehr wichtigen Kreuzchen.

Bildrechte: #natürlichEuropa

Welche Werte sind euch für Europa besonders wichtig?

Wir brauchen ein lebendiges, friedliches und demokratisches Europa, denn nur in Friedenszeiten kann sich vielfältiges Leben entwickeln und nur dann können globale Probleme wie der Klimawandel und das Artensterben ernsthaft bekämpft werden. Und das ist wiederum die Grundlage für ein gesundes Leben für alle Menschen in der Europäischen Union. Das Friedensprojekt Europa wird von vielen Jüngeren als selbstverständlich hingenommen, für das man sich nicht einsetzen muss, weil es schon immer da war. Doch wir sollten am 26.5. mitbestimmen, dass Europa erhalten bleibt und besser wird. Und wir sollten klarmachen, dass populistische Kräfte nicht für uns die Weichen stellen.

Was ist dein Tipp für Aktivist*innen, die sich bei Politiker*innen Gehör verschaffen wollen?

Gute Frage. Ich glaube, da gibt es nicht die eine einfache Antwort drauf. Das meiste Gehör haben sich in der letzten Zeit Greta Thunberg und die FridaysForFuture verschafft, aber das lässt sich sicherlich nicht so leicht wiederholen. Ich glaube, man sollte einfach wach und aktiv bleiben, seine Meinung sagen – in der digitalen und der realen Welt. Den Politiker*innen konkrete Forderungen stellen, sie zum Handeln aufrufen und an ihre Verantwortung appellieren, schließlich sind sie von uns gewählt.

Bildrechte: #natürlichEuropa

Über welche Aktion eurer Kampagne freust du dich besonders?

Ich freue mich total, dass wir die Kampagne mit unseren Mitgliedern entwickelt haben und wir dadurch mit einer gemeinsamen Stimme für die Wahl mobilisieren. Zudem hatten wir Profis an der Seite, die uns bei der Entwicklung geholfen und die komplett für die Sache gebrannt haben. Jetzt ist es total schön zu sehen, wie sich der Hashtag #natürlichEuropa bei den verschiedenen NGO-Accounts wiederfindet und wie einzelne Jungendverbände der großen Umweltschutzorganisationen #natürlichEuropa ganz selbstverständlich nutzen. Darüber hinaus gibt es Menschen, die ehrenamtlich Filme für die Kampagne machen, weil sie überzeugt sind, dass wir was tun müssen. Besonders gefreut hat mich, dass eine NABU Ortsgruppe in Edingen-Neckarhausen eine große Außenplakatwand einfach mal so gemietet hat und mit der Kampagne wirbt.

Mehr Infos zu #natürlichEuropa findest du hier

Lust auf noch mehr Europa? Auch unsere ONE-Jugendbotschafter*innen engagieren sich überparteilich zur Europawahl und treffen die Kandidat*innen der Wahl. Welche Politiker*innen bereits das ‚ONE Vote‘-Versprechen – eine Selbstverpflichtung zum Kampf gegen Armut – unterschrieben haben, findest du hier heraus.

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UNICEF: Millionen Kinder in Indien und Bangladesch durch Zyklon Fani bedroht

Unicef - 3. Mai 2019 - 16:30
Millionen Kinder in Südasien sind durch Zyklon Fani bedroht. Der extreme Sturm traf heute mit über 200 Stundenkilometern auf Indien. Morgen früh wird der Zyklon Bangladesch, eines der ärmsten Länder der Welt, erreichen. UNICEF hat Lager mit Hilfsgütern zur Versorgung von 100.000 Menschen angelegt.
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Sicherheit in der Sahelregion im Fokus

BfdW - 3. Mai 2019 - 14:54
„Sicherheit“ und „Stabilisierung“ stehen im Mittelpunkt der Besuche von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Sahelstaaten. Partner von "Brot für die Welt" und "Fokus Sahel" haben zu diesen Themen kürzlich in Berlin diskutiert. Die Dokumentation der Tagung zeichnet ein interessantes Kontrastprogramm.

Bundeskanzlerin Merkel bereiste in den vergangenen Tagen eine Reihe von afrikanischen Ländern. Bei Besuchen in den Sahelstaaten Burkina Faso, Niger und Mali  machte sie Zusagen für Entwicklungsprojekte und sicherheitspolitische Programme. Medienberichten zufolge bedankte sie sich bei den Regierungschefs vor allem für die Zusammenarbeit in der Flüchtlingsabwehr. Insbesondere der nigrische Präsident Mahamadou Issoufou hat sich mit seinem „Aktionsplan gegen die illegale Migration“ als verlässlicher strategischer Partner der EU in der Region erwiesen und mithilfe einer Finanzspritze von 1 Milliarde Euro höchst umstrittene Maßnahmen zur Einschränkung von Mobilität ergriffen. Nach Recherchen der Taz erhält Niger etwa 241 Millionen Euro aus dem EU-Nothilfefonds für  irreguläre Migration, mit denen Grenzposten mit modernster Überwachungstechnologie ausgestattet werden. Merkel sicherte nun weitergehende Mittel für Militär und Polizei zu, die zur Eindämmung von extremistischer Gewalt beitragen sollen. Derzeit stellt die Bundesregierung den fünf Sahelländern nach eigenen Angaben zwischen 2017 und 2010 1,7 Milliarden Euro zur Verfügung, davon eine Milliarde für Entwicklungszusammenarbeit und ca. 700 Millionen für militärische Ausstattung, Transport, Infrastruktur und Krisenprävention. Nach Burkina Faso will die Bundesregierung eine Beratergruppe  der Bundeswehr senden und hat zehn Millionen Euro Ausstattungshilfe für Polizei und Gendarmerie zugesagt. In Niger sollen mit deutschen Mitteln auch die Gesundheitsversorgung sowie der Zugang zu Wasser und Bildung verbessert werden. In Mali sind 850 deutsche Soldaten mit Aufklärungsmaßnahmen an der Friedensmission MINUSMA beteiligt, auch sie erhielten am Standort Gao Besuch von der Kanzlerin. Weitere Bundeswehrangehörige sind an der EU-Ausbildungsmission EUTM beteiligt.

60 Millionen Euro für die G-5 Sahel-Streitkräfte

Mali, Niger, Tschad, Mauretanien und Burkina Faso haben 2017 die G-5 Sahel Joint Forces (G-5 SJF), eine gemeinsame Eingreiftruppe gebildet. Diese umfasst 5000 Personen und wird von Deutschland mit 24 Millionen Euro unterstützt. Sie erhält zudem massive Finanzhilfen aus anderen EU-Mitgliedstaaten (u.a. Frankreich). Merkel versprach, angesichts fortlaufender Anschläge, ethnischer und religiöser Spannungen, das Engagement im Bereich Sicherheitspolitik noch zu erhöhen. Bei einem Treffen mit den Präsidenten der fünf Sahelstaaten wies sie darauf hin, dass Deutschland 60 Millionen Euro für die G-5 SJF bereitstelle. Man wolle sich auch um eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation bemühen und hoffe, dass sich europäische Investoren für die Region interessieren, dafür werde die Bundesregierung verlässliche Absicherungen zusagen. Nach Medienberichten ist jedoch nicht einmal eine Wirtschaftsdelegation mit der Kanzlerin in die Sahel-Region gekommen (vgl. Helene Bubrowski, Auf der Suche nach einem besseren Leben, FAZ 3.5.2019).

Humanitäre Krise mit Konfliktpotenzial

Hilfsorganisationen erhoffen sich von der medialen Aufmerksamkeit, die der Sahelregion nun im Zuge der Kanzlerreise zukommt, mehr Sensibilität für die gravierende humanitäre Krise, in der sich einige Länder befinden. Die Welthungerhilfe wies darauf hin, dass es 33 Millionen Menschen im Sahel an Ernährung mangele, und dass sich die Folgen des Klimawandels (Dürre und Ernteausfälle), Hunger, Armut und Perspektivlosigkeit der Jugend zu einem  „gefährlichen Konfliktpotenzial“ verdichten. Die internationale Gemeinschaft habe sich bisher „zu sehr auf den militärischen Aspekt“ konzentriert. Finanzmittel für militärische Unterstützung dürften nicht zu Lasten von humanitären und entwicklungspolitischen Programmen aufgestockt werden.

 

Tagung „Der Preis der Sicherheit im Sahel“ (Brot für die Welt & Fokus Sahel)

Unter dem Titel „Der Preis der Sicherheit im Sahel“ haben Brot für die Welt und das Netzwerk Fokus Sahel am 13. Dezember 2018 eine Fachtagung und öffentliche Diskussion in Berlin organisiert, an der zahlreiche Partnerorganisationen teilnahmen. Die Dokumentation ist nun online in deutscher und französischer Version erhältlich. ExpertInnen aus dem Tschad, Niger und Mali, darunter RepräsentantInnen von NGOs, Thinktanks und akademischen Einrichtungen, beleuchteten die Situation in ihren Ländern und diskutierten mit hiesigen Afrika-ExpertInnen und Mandats- und Entscheidungsträgern aus Ministerien und dem deutschen Bundestag. Die Inputs beleuchteten aktuelle Trends in den Bereichen Migration/Mobilität, Sicherheit, Entwicklung und europäische Interessen. Im Fokus standen also auch die Nachbarschaftspolitik der EU und die deutsche Afrikapolitik, sowie die Frage nach alternativen, friedenspolitischen Strategien. Zu den ReferentInnen der Fachtagung gehörten Gilles Yabi (Wathi Think Tank), Tobias Debiel (Institut für Entwicklung und Frieden, Uni Duisburg-Essen), Jan Fahlbusch (Welthungerhilfe), Brema Eli Dicko (Universität Bamako, Mali), Maimou Wali (Cercle de Reflexión et d‘action pour un Developpement Local Innovant, Niger), Melanie Müller (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin), Baldal Oyamta (Ligue Tchadienne des Droits de l’Homme, Tschad), und Carole Sambale (Gutachterin, Berlin). An der öffentlichen Diskussion am Abend beteiligten sich neben Maimou Wali und Gilles Yabi auch Grit Lenz (Koordinatorin Fokus Sahel), Botschafter Robert Dölger (Auswärtiges Amt) und Frithjof Schmidt (MdB, Bündnis 90/Die Grünen).

Kritik an euro-zentrischen Diskursen

In den Beiträgen der ExpertInnen aus dem Sahel wurde deutlich, dass die Diskussion um Sicherheit, Stabilität und Migration/Mobilität in Europa oft verkürzt geführt wird. Der Diskurs konzentriere sich hauptsächlich auf die Migration von Afrika nach Europa, obwohl die Wanderungsbewegungen innerhalb des afrikanischen Kontinents quantitativ weit bedeutender seien, so Gilles Yabi in seiner abschließenden Zusammenfassung der Fachtagung. Migration sei Teil der kulturellen Identität in Afrika und Ausdruck der Anpassung an wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die Dynamik werde durch den Zugang zu Bildung und Gesundheit und deren Qualität maßgeblich beeinflusst. Angesichts der demografischen Entwicklung sei es von zentraler Bedeutung, jungen Menschen Bildungschancen, Gesundheitsversorgung und Arbeitsmöglichkeiten zu eröffnen. Die afrikanischen Staaten und internationale Akteure hätten eine gemeinsame Verantwortung für eine menschenrechtsorientierte und faire Gestaltung der Migrationspolitik und müssten die Bedürfnisse der Bevölkerungen vor Ort stärker berücksichtigen. Die Versicherheitlichung der Migrationspolitik bilde keine nachhaltige Strategie, um strukturelle Ursachen für erzwungene Migration zu adressieren. Dafür bedürfe es der Verbesserung der Lebensbedingungen und wirtschaftlicher Perspektiven für die nachwachsenden Generationen. Die bisherige europäische Migrationspolitik, die auf Verstärkung und Vorverlagerung der EU-Grenzen ziele, führe zu einer Militarisierung im Sahel und längerfristig eher zur Verschlechterung der Sicherheitslage.

Kritik an G-5 Sahel-Streitkräften

Auch im Hinblick auf den Umgang mit extremistischer Gewalt wurde den Strategien der EU einseitige Schwerpunktsetzung und Versagen bescheinigt. Trotz internationaler Militärpräsenz und der G-5 Truppe habe sich beispielsweise die Sicherheitslage in Mali verschlechtert, vielerorts herrsche Gewalt und die politische Dynamik sei festgefahren, mit extrem negativen Folgen für die Bevölkerung. Die massive Unterstützung der Militärkooperation im Rahmen der G-5-SJF wurde eher kritisch bewertet. Tobias Debiel gab zu bedenken, dass der Aufbau dieser Eingreiftruppen bereits bestehende Kooperationsformen, wie sie im Rahmen der Westafrikanischen Wirtschaftsunion (ECOWAS) existieren, ignoriert und unterläuft. ECOWAS besteht seit 1975 und verfügt ebenfalls über die Möglichkeit von Militärkooperation. Mit dem Aufbau der G-5 Eingreiftruppen Sahel werden nun jedoch parallele Strukturen geschaffen. Bei der Abendveranstaltung kamen u.a. auch die Menschenrechtsverletzungen und Gewaltverbrechen durch Angehörige der G-5 SJF zur Sprache. In Mali sind Angehörige der Armee UN-Berichten zufolge für Menschenrechtsverletzungen und massive Gewalt gegen ZivilistInnen verantwortlich, jedoch zeige die von der EU und international unterstützte Regierung keinerlei Bereitschaft, die Verbrechen zu untersuchen und aufzuklären, geschweige denn juristisch zu ahnden.

Dezentralisierung und Entmilitarisierung als Beitrag zum Frieden

Keine/r der Beitragenden hatte ein Rezept dafür, wie in der stark militarisierten Sahel-Region, die zugleich ein Durchgangsgebiet für Drogentransfer bildet und in der internationale Akteure um strategischen Einfluss konkurrieren, nachhaltiger Frieden geschaffen werden kann. Aber aus den Inputs lassen sich doch eine Reihe von Empfehlungen für eine Reform der EU-Politik ableiten. Sie werden im Schlussteil der Dokumentation präsentiert. In den Beiträgen wurde aufgezeigt, dass die bisher aufgelegten internationalen Strategien zu kurz greifen, und dass Frieden mehr ist als „Sicherheit“ und/oder „Stabilität“. Sicherheit umfasst nach den Vorstellungen der in der Fachtagung versammelten Partner nicht nur die Abwesenheit von Gewalt sondern auch den Zugang zu Nahrung, Wasser, Infrastruktur, Bildung und Gesundheitsversorgung. Sie verstehen Sicherheit also viel mehr im Sinne des im UN-Kontext entwickelten Konzepts „menschlicher Sicherheit“ und denken  dies zusammen mit „menschlicher Entwicklung“. In ihrer Fixierung auf eigene Sicherheitsinteressen haben es die Europäischen und internationalen Akteure in der Region offenbar versäumt, die Lage in der Region umfassend zu analysieren, so könnte man eine weitere Erkenntnis aus der Tagung zusammenfassen. Beim Panel zu Mali wurde angemerkt, dass es ein grundlegender Fehler der externen Akteure war, ausschließlich auf die Zentralregierung zu setzen. Strategien zum Aufbau eines staatlichen Gewaltmonopols seien auch auf zivilgesellschaftliche Unterstützung und Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Strukturen angewiesen. Internationale Akteure müssten zum einen auf die Rechenschaftspflicht und Menschenrechtskonformität staatlicher Institutionen drängen, und zum anderen  lokale Akteure und Eliten, z.B. Repräsentanten von Glaubensgemeinschaften, Dorfälteste und Zivilgesellschaft stärker einbeziehen. Die Beteiligung und Stärkung lokaler Strukturen könne zur Dezentralisierung und Entmilitarisierung von Sicherheit beitragen.

Um wessen Sicherheit geht es eigentlich?

Allzu oft wird im politischen Diskurs der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten unterstellt, dass politische, militärische und polizeiliche Strategien gemeinsamen Sicherheitsinteressen dienen. Die Fachtagung hat gezeigt, dass dies nicht zutrifft, bzw. dass die Sicherheitsinteressen der Bevölkerungen in den Sahelstaaten keineswegs einfach mit den europäischen Interessen gleichzusetzen sind. Teilweise geraten diese sogar in Konflikt miteinander, etwa, wenn EU-Staaten im Dienst der Migrationsabwehr mit Regimen kooperieren und Gewaltapparate unterstützen, die nicht in der Lage sind, Sicherheit für lokale Bevölkerungen zu garantieren und Menschenrechte zu respektieren, oder wenn Waffen aus europäischer Produktion in falsche Hände geraten. Mit diesem Widerspruch wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch an der Universität Ougadougou (Mali) am 2. Mai  konfrontiert. „Die Terroristen ermorden uns mit Waffen, die in Ländern wie Deutschland, Frankreich, China hergestellt werden“, wurde ihr von einem Studenten vorgehalten. Die Kanzlerin entgegnete, viele der Waffen stammten aus Libyen, Deutschland exportiere „in viele Länder überhaupt keine Waffen“ und sei „sehr strikt“, man könne „aber nicht verhindern, dass Waffen in den Umlauf kommen, wenn Staaten zusammenbrechen“. Diese Antwort wirkt alles andere als überzeugend. Die Frage, wie man Sicherheit für die Bevölkerung erhöht und Waffenproliferation verhindert,  sollten sich auch die VertreterInnen der EU-Mitgliedstaaten stellen, wenn sie am 15. Mai mit den Außen- und Verteidigungsministern der fünf Sahel-Länder über weitere Sicherheitskooperationen beraten.

Zur Tagung erschien auch eine Studie von Maimou Wali ("Es ist als hätte man uns die Luft abgeschnürt"), die die Lebensbedingungen  junger Menschen und die Auswirkungen der europäischen Migrationspolitik auf die Situation in Niger untersucht. Sie ist - ebenso wie die Konferenzdokumentation - online erhältlich, oder kann als pdf-Datei im Anhang zu diesem Blogbeitrag heruntergeladen werden.

Thema (BfdW) : FriedenMenschenrechteMigration und EntwicklungLänderbezug (Afrika): AfrikaBurkina FasoMaliNigerTschadLänderbezug (Europa/Kaukasus) : DeutschlandEuropaDownload:  Der Preis der Sicherheit im Sahel. Dokumentation einer Fachtagung von Brot für die Welt und Fokus Sahel am 13.12.2018 in Berlin Le Prix de la Sécurité au Sahel. Mobilité, développement et intérets européens, 13.12.2018. Maimou Wali, Es ist als hätte man uns die Luft abgeschnürt, Perspektiven der Jugend in Agadez ... August 2018Links: Christian Jakob, Wüstenwächter stehen nicht im Regen, Taz-online 2.5.2019 https://www.taz.de/Kanzlerin-auf-Afrika-Tour/!5591993Bundeskanzlerin sichert Sahel-Ländern Unterstützung zu, Zeit online, 1.5.2019Merkel sichert westafrikanischen Ländern Hilfen zu, Spiegel online, 1.5.2019Welthungerhilfe warnt vor humanitärer Katastrophe in Sahelzone, Zeit online, 2.5.2019Angela Merkel fordert schnelle Hilfsmaßnahmen für Niger, Zeit online 3.5.2019Merkel betont Dringlichkeit von Hilfsmaßnahmen für Niger, Zeit online 3.5.2019Angela Merkel auf ihrem Schicksalskontinent, Zeit online 2.5.2019Der Preis der Sicherheit im Sahel. Mobilität, Entwicklung und Europäische Interessen, Dokumentation der Tagung vom 3.12.2018Le Prix de la Sécurité au Sahel. Mobilité, développement et intérets européens, Brot für die Welt/Fokus Sahel 13.12.2018Maimou Wali, Es ist als hätte man uns die Luft abgeschnürt, Perspektiven der Jugend in Agadez ... Berlin, August 2018Simone Schnabel, Mehr Sicherheit für den Sahel? Warum die Initiative der G5 SJF mehr Zweifel als Hoffnung aufwirft, HSFK, 7.9.18Markus Becker, Wie die EU ungewollt Massaker in Mali mitfinanziert, Spiegel online, 30.9.2018
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Katerstimmung in Nigeria

Misereor - 3. Mai 2019 - 9:59
Alles neu macht der Mai, aber leider kaum in Nigeria. Nach den Wahlen kann von der in der zweiten Maihälfte antretenden „neuen“ Regierung – der alte Präsident ist der neue - niemand erhoffen, dass sie demnächst Lösungen für die Probleme des Landes liefert.

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Erdüberlastungstag: Das sagen Kinder dazu!

INKOTA - 3. Mai 2019 - 8:57
Am 3. Mai sind alle Ressourcen gerodet, gefischt, gegessen, verheizt und verschmutzt, die der Welt 2019 zur Verfügung stehen, würde die gesamte Weltbevölkerung auf so großem Fuß leben wie die Menschen in Deutschland. Ab diesem Tag leben wir auf Kosten der nächsten Generationen. Wir haben Kinder gefragt, was sie davon halten. Schauen Sie sich jetzt die Antworten an.
Klicken und Video ansehen Dieses Experiment hat deutlich gemacht, was die Bewegung „Fridays for Future“ in den letzten Monaten bereits eindrücklich bewiesen hat: Viele Kinder sind sich voll und ganz darüber bewusst, wie unverantwortlich und unnachhaltig „die Erwachsenen“ leben und wirtschaften. Und sie haben ganz konkrete Antworten und Vorstellungen, was wir ändern müssen. Jetzt Video ansehen und teilen Nicht nur für die SchülerInnen, sondern auch für die Referentinnen von INKOTA, BUNDjugend, Fairbindung, Germanwatch und NAJU war es ein ganz besonderer Videodreh: Einen halben Tag lang ging es an einer vierten Klasse in Berlin um das Thema Ressourcenverbrauch – ganz ohne Schulnoten, aber voller Elan. An verschiedenen Stationen konnten die Kinder lernen, was der ökologische Fußabdruck ist oder verschiedene Rohstoffe ihren natürlichen Grenzen zuordnen. Und nebenbei wurde eben auch noch ein Video gedreht. Der deutsche Erdüberlastungstag markiert den Tag im Jahr, an dem rein rechnerisch alle Ressourcen aufgebraucht sind, die für das ganze Jahr zur Verfügung stünden, wenn die ganze Welt so leben und wirtschaften würde wie die Menschen in Deutschland. Dann bräuchten wir drei Planeten. Mehr Informationen zum Erdüberlastungstag Pressemitteilung zum deutschen Erdüberlastungstag 2019
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3. Mai 2019: Deutscher World Overshoot Day – Als ob es drei Welten gäbe

Misereor - 3. Mai 2019 - 6:51
Deutschland hat seinen Anteil an den globalen Ressourcen bereits am 3. Mai 2019 aufgebraucht.

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