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Jenseits von Wasserkraft

E+Z - 14. April 2020 - 10:38
Sambias Abhängigkeit von der Wasserkraft wird zum Problem

Eigentlich ist Sambia wie geschaffen für die Wasserkraft. Die Wasserströme der gewal­tigen Flüsse Sambesi und Kafue sind eine natürliche, saubere und erneuerbare Energiequelle. Große Wasserkraftwerke decken fast den gesamten Strombedarf Sambias.

Aber sie stoßen immer mehr an ihre Grenzen: Durch chronische Dürren sinken die Wasserstände in den Flüssen so sehr, dass die Stromerzeugung beeinträchtigt wird. Es kam in den vergangenen Jahren zu Engpässen, die fast einem Drittel der Erzeugungskapazität aus Wasserkraft von insgesamt 2 380 Megawatt entsprachen.

Durch die extreme Dürre 2019 sank der Wasserstand im Kariba-Staudamm auf den niedrigsten Pegel seit 1996 und fiel auf zehn Prozent der nutzbaren Speicherkapazität. „Das ist wahrscheinlich die schlimmste Dürre in Sambia seit der Unabhängigkeit“ 1964, sagte Energieminister Matthew Nkhuwa vor dem Parlament.

Laut der US-Entwicklungsbehörde USAID bezieht Sambia 85 Prozent seiner Energie aus Wasserkraft. Damit hängt das Land von einer Energieform ab, die der Unberechenbarkeit des Wetters unterliegt. Die durch den Klimawandel verursachte Dürre ist jedoch nicht das einzige Problem: Sambia spürt jetzt die Konsequenzen aus fehlenden Investitionen in die Wasserkraftanlagen. Selbst bei ausreichend Regen kann der Strombedarf von Bergbau, verarbeitender Industrie und Landwirtschaft mit der bestehenden Infrastruktur nicht gedeckt werden.

Immer wieder kommt es daher zu langanhaltenden Stromausfällen. Die Hinwendung zu alternativen Energiequellen, vor allem Sonne und Wind, soll Abhilfe schaffen. Solar- und Windkraftprojekte haben noch einen weiteren Vorteil: Sie können kleiner und dezentraler errichtet werden als die meisten Staudämme – und sie können an Mikronetze angeschlossen werden, die Strom in unterversorgte Gegenden bringen. Das ist in Sambia besonders wichtig: Nach Angaben von USAID haben nur vier Prozent der ländlichen Bevölkerung Zugang zu Elektrizität.

Einstieg privater Investoren

Der Großteil des sambischen Stroms wird vom staatlichen Versorgungsunternehmen Zesco produziert und verteilt. Um nicht nur die Vielfalt der Energiequellen, sondern auch die der Finanzmittel zu erhöhen, hat Sambia seinen Energiesektor inzwischen für private Investoren geöffnet.

Die Sambesi-Flussbehörde vergab 2019 einen Auftrag an ein Konsortium unter der Führung von General Electric und Power China zum Bau eines Wasserkraftwerks im Wert von 4 Milliarden Dollar in der Batoka-Schlucht. Mit der Internatio­nalen Finanz-Corporation (IFC) der Weltbank unterzeichnete Sambia eine Vereinbarung zur Entwicklung von zwei großen Solarprojekten. Auf eine Ausschreibung im Rahmen des „Scaling Solar“-Programms der IFC gab es mehrere Bewerbungen. Beide Anlagen gingen 2019 in Betrieb; laut IFC bieten sie die bisher niedrigsten Solarstrompreise in Afrika.

Auch im Bereich Windenergie gibt es vielversprechende Pläne. Im November 2019 initiierte der Energieminister ein 200-Megawatt-Windkraftprojekt in Katete in der Ostprovinz, der Baubeginn ist für 2021 geplant. Es ist die erste Phase des größeren Windprojekts Unika 1, das von privaten Investoren finanziert werden soll.

Diese Projekte werden dringend benötigt. Stromausfälle machen Sambias ohnehin schwacher Wirtschaft zu schaffen. Die chronische Stromknappheit betrifft jeden, von Privatpersonen über Kleinbetriebe bis hin zu den großen Bergbauunternehmen (siehe Kasten unten). Die Energiegewinnung aus diversifizierten Quellen könnte auch zu einem Sinken der Strompreise für die Verbraucher führen. Das kriselnde Unternehmen Zesco musste Ende 2019 die Preise um bis zu 200 Prozent erhöhen – auch, um importierten Strom aus Südafrika zu bezahlen.

Die Stromkunden sind verärgert, weil sie trotz der Probleme draufzahlen müssen. „Mein Geschäft ist wegen der Stromausfälle am Ende“, sagt die 32-jährige Lucy Mbewe, die einen Friseursalon in der Hauptstadt Lusaka betreibt. „Die Regierung sollte in andere erneuerbare Energien investieren, anstatt immer vom Kariba-Staudamm abhängig zu sein.“

Quelle
Faktenblatt von USAID:
https://www.usaid.gov/powerafrica/zambia

Derrick Silimina ist freier Journalist in Lusaka, Sambia. Seine Themenschwerpunkte sind die sambische Landwirtschaft und Nachhaltigkeitsfragen.
derricksilimina@gmail.com

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Neu in der Mediathek: FAQ zu Corona

Engagement Global - 14. April 2020 - 9:24
Foto: Engagement Global

Träger und Partner in der Entwicklungszusammenarbeit sind mit ihren laufenden und geplanten Projekten in besonderer Weise durch die Corona-Schutzmaßnahmen herausgefordert. Ihre Fragen hat VENRO übermittelt, Engagement Global hat mögliche Anpassungen von Verfahren und Fristen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erörtert. Fragen und Ergebnisse der Erörterung finden Sie zusammengefasst in dem Dokument „FAQ Corona“.

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Corona- und Schuldenkrise: Die Zeit zum Handeln ist jetzt!

Misereor - 14. April 2020 - 9:04
"Die wollen doch alle das Gleiche: Schuldenerlass für die ärmsten Länder!". Besser als der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hätte man die Forderungen von über 35.000 Entschuldungsaktivistinnen und -aktivisten am 19. Juni 1999 anlässlich des G8-Gipfel in Köln nicht zusammenfassen können. Die breit getragene Schuldenerlassforderung unterschied sich damals kaum von der Politik der rot-grünen Bundesregierung. Die G8 beschlossen damals die Ausweitung und Beschleunigung der Entschuldungsinitiative für hoch verschuldete Staaten.

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Entwicklungsminister fordert Aussetzung der Schulden für ärmste Länder

EurActiv - 14. April 2020 - 8:34
Entwicklungsminister Gerd Müller fordert ein einjähriges Schuldenmoratorium für 76 von der Corona-Pandemie betroffene Staaten.
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Wie wir während der Corona-Krise helfen können

reset - 14. April 2020 - 7:42
Der beste Weg, um in der aktuellen Krise zu helfen ist klar: durch Social Distancing. Es gibt aber noch viele weitere Möglichkeiten jetzt zu helfen: von Ernte- über Nachbarschaftshilfe bis hin zur Unterstützung des Lieblingsrestaurants – und das oft, ohne das Haus verlassen zu müssen.
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Rückblick der virtuellen Teilnehmerkonferenz des Deutschen Global Compact Netzwerks am 2. April 2020 via Livestream

Global Compact - 14. April 2020 - 0:00
Aufgrund der weltweiten COVID-19-Pandemie fand die diesjährige Teilnehmerkonferenz des DGCN am 2. April 2020 erstmalig virtuell und unter dem Motto „Kicking off the Decade of Action in Times of Crisis“ statt. Mit Blick auf die bereits heute spürbaren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und in Zeiten wachsender Ungewissheit bietet die Agenda 2030 ein wegweisendes Leitbild für den Übergang in eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft. Im Rahmen der Konferenz wurde daher die durch den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, ausgerufene Decade of Action eingeläutet und Rahmenbedingungen für eine effektivere Beteiligung der Wirtschaft mit InputgeberInnen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik diskutiert.
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UN Monitor: COVID-19 Round-Up 10/04/2020

Global Policy Watch - 13. April 2020 - 18:40

versión en español.

Download UN Monitor (pdf version).

At a briefing on COVID-19, Secretary-General Antonio Guterres stated: “We are in an unprecedented situation and the normal rules no longer apply. We cannot resort to the usual tools in such unusual times.”

The Secretary-General’s call for a global ceasefire in light of COVID-19 has already garnered significant support including from Member States and CSOs, receiving over 2 million signatures. Learn more and sign the petition here.

Introducing his report on the socio-economic implications of COVID-19 he stated: "We must see countries not only united to beat the virus but also to tackle its profound consequences…magnitude of the response must match the scale of the crisis…it must be multilateral, with countries showing solidarity to the most vulnerable."

Detailing its impact on workers, in March 2020 the ILO issued the first of a series on COVID-19 and the world of work, which projected that "overall losses in labour income are expected in the range of between 860 and 3,440 billion USD".

In April it issued an update, saying that "Full or partial lockdown measures are now affecting almost 2.7 billion workers, representing around 81 percent of the world’s workforce." For regular updates consult its website: ilo.org/global/topics/coronavirus.

The Secretary-General has also addressed the disproportionate impact of social distancing and shelter-in-place directives on women. He noted: "For many women and girls, the threat looms largest where they should be safest. In their own homes." He urged governments to make prevention of violence against women central to COVID-19 responses. Read more here.

Acknowledging the differential impact of COVID-19 on developing countries, the Secretary-General has launched a Trust Fund to support low income and medium income countries in overcoming the development crisis caused by COVID-19. He urges Member States to contribute, saying: "The recovery from the COVID-19 crisis must lead to a different economy." Initial supporters include Norway and Sweden. More on the Trust Fund here.

The Trust Fund is part of the Secretary-General’s wider Humanitarian Response Plan to COVID-19 and he included an appeal to the G20 for support. More on those plans can be found here.

The Office of the High Commissioner for Human Rights has issued guidance on the human rights dimensions of COVID-19. The website features reports from many Special Rapporteurs and Independent Experts, as well as a call to action on behalf of refugees issued by UNHCR, IOM, OHCHR and WHO.

The UN Special Rapporteur on the right to food Hilal Elver has called for the immediate lifting of international sanctions to prevent hunger crises in countries hit by the COVID-19 pandemic. Her call to action can be found here.

UNCTAD has compiled a thorough analysis comparing the economic fallout due to COVID-19 with that of  the 2008 recession. Calling for a US$2.5 trillion coronavirus crisis package for developing countries, it notes:

“Portfolio outflows from main emerging economies surged to US$59 billion in a month between February and March, calculations show. This is more than double the outflows experienced by the same countries in the immediate aftermath of the global financial crisis (US$26.7 billion).

The values of their currencies against the dollar have fallen between 5% and 25% since the beginning of this year – faster than the early months of the global financial crisis.

The prices of commodities, on which many developing countries heavily depend for their foreign exchange, have also dropped precipitously since the crisis began. The overall price decline has been 37% this year, according to the report.”

The 2020 Financing for Sustainable Development Report prepared by the Inter-Agency Task force (IATF) on Financing for Development has just been launched. It calls for "expanding public health spending; social protection; keeping small businesses afloat; government transfers; debt forbearance and other national measures – and significantly increasing access to concessional international financing". The report can be found at: https://developmentfinance.un.org/fsdr2020.

Upcoming Meetings, Postponements and Cancellations

IMF and World Bank Spring Meetings have moved to a virtual format. A statement by IMF Executive Director Kristalina Georgieva can be found here.

UN Meetings through April and May have been canceled, postponed or moved to virtual participation.

The Generation Equality Forum, scheduled for July as part of the activities to commemorate the 25th Anniversary of the Beijing Declaration, has been postponed to 2021.

The High-level Political Forum (HLPF) remains on the UN agenda for July and Member States and CSOs are invited to register side events. More information here.

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Kein Ende in Sicht: die globale Jagd nach Land

Welthungerhilfe - 13. April 2020 - 14:45
Nur scheinbar ist das internationale Land Grabbing abgeflaut. Zunehmend tummeln sich Akteure der Finanzwirtschaft auf den Märkten. Sie sind weniger sichtbar.
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Aus der globalen Gesundheitskrise darf keine globale Katastrophe für Kinder werden

Unicef - 13. April 2020 - 6:00
UNICEF warnt, dass die Corona-Pandemie zu einer existentiellen Bedrohung für die ärmsten Kinder der Erde wird. Drastische Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus in Form von Schulschließungen, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie der Wegfall von Einkommensmöglichkeiten, treffen Kinder in Entwicklungsländern und in Krisenregionen besonders hart.
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