Sie sind hier

Ticker

Tip Me: Virtuelles Trinkgeld für faire Produkte

EINEWELTblabla - 8. Oktober 2019 - 11:44

Kinderarbeit, unterirdische Bezahlung, kaum Arbeitsschutz – dass es um die Arbeitsbedingungen in vielen Ländern schlecht bestellt ist, ist nicht neu. Trotzdem kaufen die meisten von uns immer noch Fast Fashion und Produkte, die in China oder Bangladesh hergestellt sind. Das Sozialunternehmen Tip Me will für mehr globale Gerechtigkeit sorgen, und zwar mit einem globalen Trinkgeld.

Trinkgeld über Tip Me: Wie funktioniert’s?

Die Idee ist: Tip Me arbeitet direkt mit Herstellerfirmen zusammen (momentan sind es erst eine Firma, die Mode herstellt und ein Produzent von Sneakers, aber mehr sollen folgen) und beim Kauf auf deren Seite kannst du beispielsweise den syrischen Näher*innen Ilham und Mohammed einen, drei oder fünf Euro Trinkgeld geben. Die Zahlung läuft über PayPal und das Geld kommt zu 100 Prozent bei den Näher*innen an.

Gewissensberuhigung oder Weg zum nachhaltigen Konsum der Zukunft?

Wir finden die Idee eines globalen Trinkgelds super! Vor allem deshalb, weil sie Bewusstsein schafft für die Schattenseiten der globalen Marktwirtschaft und vor allem der Fast Fashion-Industrie. Hinge an jedem Zweiten Kleidungsstück ein Schild mit dem Foto der Näherin und einem Hinweis auf die Möglichkeit des direkten Trinkgelds, dann würden wir uns viel mehr Gedanken über unseren Konsum machen. Wir würden bewusster einkaufen, vielleicht sogar WENIGER einkaufen, und das wäre super: Denn der nachhaltigste Konsum ist unserer Meinung nach reduzierter oder minimaler Konsum!

Beitragsbild: Photo by Sam Truong Dan on Unsplash

Der Beitrag Tip Me: Virtuelles Trinkgeld für faire Produkte erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Intelligente Ampeln für weniger Schadstoffe in der Stadt

reset - 8. Oktober 2019 - 7:44
Weniger Staus, weniger Stop-and-go, weniger Parkplatzsuche: KI-gesteuerte Ampeln sollen die Luft in Wuppertal sauberer machen.
Kategorien: Ticker

Russlands Krise der Repräsentation

SWP - 8. Oktober 2019 - 0:00

Die Zustimmungswerte des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin und der Regierungspartei Einiges Russland befinden sich auf einem historischen Tiefstand. Die Hauptstadt Moskau erlebte im Juli und August im Vorfeld der Regionalwahlen vom 8. September die größten Demonstrationen seit der Protestwelle 2011–2013. Doch die Stabilität des Regimes ist vorerst nicht in Gefahr, von einer Legitimationskrise lässt sich noch nicht sprechen. Dem Kreml steht weiterhin ein breites Spektrum an Mitteln zur Verfügung, um dem wachsenden Verlangen von Teilen der Gesellschaft nach politischer Repräsentation entgegenzuwirken. Hierzu gehören Wahlmanipulation und Formen selektiver Repression. An Deutschland gerichtete Vorwürfe, sich in Russlands innere Angelegenheiten einzumischen, sollen von hausgemachten Problemen ablenken. In den nächsten Jahren dürften sich die Spannungen verschärfen, die aus dem Gegensatz zwischen Forderungen nach Grundrechten und Mitbestimmung von unten und repressiver Reaktion von oben resultieren.

Kategorien: Ticker

“Ein neues Verhältnis von Mensch und Natur“

BfdW #Nachhaltigkeit - 7. Oktober 2019 - 15:11
Vergangene Woche trafen sich die Staats- und Regierungschefs dieser Welt in New York, um sich gegenseitig darin zu bestärken, dass endlich etwas passieren muss: Die Zahl der Hungernden steigt nach einer Phase der Besserung wieder an; etwa 800 Millionen Menschen leben in extremer Armut.
Kategorien: Ticker

“Ein neues Verhältnis von Mensch und Natur“

BfdW - 7. Oktober 2019 - 15:11
Vergangene Woche trafen sich die Staats- und Regierungschefs dieser Welt in New York, um sich gegenseitig darin zu bestärken, dass endlich etwas passieren muss: Die Zahl der Hungernden steigt nach einer Phase der Besserung wieder an; etwa 800 Millionen Menschen leben in extremer Armut.

Die soziale Ungleichheit nimmt weltweit zu: Wie kann nachhaltige Entwicklung gelingen, die natürliche Ressourcen schont, die planetaren Grenzen respektiert, die Erderwärmung unter 1,5 Grad hält und den Menschen ein gutes Leben ermöglicht? Einer der Schlüssel liegt – laut in New York vorgestelltem Expertenbericht - im Ernährungssystem.

Unser aktuelles System mit Produktion und Verbrauch nutzt Ressourcen nicht nachhaltig. Die Biodiversität geht verloren, die Qualität der Böden verschlechtert sich. Flüsse und Meere verschmutzen und der Klimawandel schreitet voran. Jedes Jahr gehen 12 Millionen Hektar fruchtbaren Bodens verloren.

Mit den herkömmlichen Landwirtschafts-Methoden werden bis 2050 die Treibhausgasemissionen der globalen Landwirtschaft um 87 Prozent steigen. Doch genau das Gegenteil ist erforderlich, um die Klimaziele zu erreichen. Aber es geht noch weiter: die schwankenden Preise für Nahrungsmittel beeinträchtigen nicht nur die Lebensgrundlagen der 750 Millionen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, die einen Großteil unserer Nahrungsmittel produzieren. Menschen, die in Armut leben, müssen einen immer größeren Anteil ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben.

Unser Ernährungssystem muss dringend verändert werden, um auch die anderen UN-Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 zu erreichen. Ohne eine Ernährungswende wird die Agenda scheitern. Wir brauchen nicht nur neue Politikansätze auf allen Ebenen, die nachhaltige Produktion fördern. Auch ein gerechter Handel mit und Zugang zu Nahrungsmitteln ist notwendig. Genauso wie ein „neues Verhältnis von Mensch und Natur“, wie es auf dem Gipfel in New York formuliert wurde.

Dieses neue Verhältnis findet sich zum Beispiel in agrarökologischen Methoden, die tief verwurzelt sind im Wissen lokaler Gemeinschaften. Dazu gehören sowohl räumliche als auch zeitliche Diversifizierung im Anbau und dem jeweiligen Klima angepasste Sorten. Arbeiten mit der Natur, und nicht gegen sie, ist der Schlüssel für ein neues Ernährungssystem und für die Erreichung aller Ziele der Agenda 2030.

Thema (BfdW) : Nachhaltigkeit
Kategorien: Ticker

07. Oktober 2019

ONE - 7. Oktober 2019 - 14:14

1. Verteidigungsministerin auf Afrika-Reise

Wie mehrere Medien, darunter ZDF online, die Süddeutsche Zeitung, die Welt, das Handelsblatt, die Berliner Morgenpost, die Rheinische Post und die Frankenpost, berichten, hat Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrer Afrika-Reise auch deutsche Soldat*innen in Mali besucht. Begrüßt wurde die Ministerin zunächst in Niamey, der Hauptstadt Nigers von Issoufou Katambé, dem Verteidigungsminister des Landes. Sie habe den Lufttransportstützpunkt der Bundeswehr besucht, der Teil der UN-Mission Minusma in Mali sei. Am Sonntag sei Kramp-Karrenbauer dann weiter in die Hauptstadt Malis, Bamako, gereist. Der Besuch der UN-Mission, die auch von deutschen Soldat*innen unterstützt wird, sei eine der gefährlichsten Reisen der Ministerin. Die Sicherheitslage in Mali verschlechtere sich, gleichzeitig sei die Strategie der deutschen Bundeswehr in der Sahelzone und in Mali nicht immer klar, so Friedrich Christian Haas, Sicherheits- und Krisenexperte, den die Welt zitiert. Neben Annegret Kramp-Karrenbauer ist auch Gesundheitsminister Jens Spahn aktuell in Afrika unterwegs, wie unter anderem das Handelsblatt, die Tagesschau und die Zeit melden. Dort habe er über Deutschlands Unterstützung für die Ebola-Bekämpfung als auch über Migration gesprochen.

2. Kamerun: Oppositionspolitiker frei

In Kamerun wurde der Anführer der Oppositionspartei MRC, Maurice Kamto, freigelassen, wie unter anderem Spiegel Online, die Tageszeitung (taz), die Deutsche Welle, der österreichische ORF und evangelische.de melden. Neben dem Chef der Partei kamen weitere inhaftierte Oppositionelle am vergangenen Samstag frei. Bereits am Freitag habe Paul Biya, Staatschef von Kamerun, erklärt, dass die Verfahren und Vorwürfe gegen die Oppositionellen fallen gelassen werden. Ihnen wurde unter anderem Aufstand gegen den Staat vorgeworfen. Bereits 2017 hatten die Demonstrationen gegen Biya, der seit mehr als 35 Jahren an der Spitze des Landes steht, zugenommen. Auch Krisen zwischen dem frankophonen Teil und der anglophonen Minderheit hatten Proteste in dem Land verstärkt. Mit der Freilassung Kamtos sei nun erstmals der Ruf der Opposition gehört worden, so Christopher Ndong, Anwalt von Kamto.

3. Afrika: Digitaler Wahlkampf?

In der Deutschen Welle berichtete Silja Fröhlich bereits am Samstag über den Einfluss von Analysesystemen auf politische Wahlen in Afrika. Die Erhebung, Auswertung und Nutzung von enormen Datenmengen, sogenannte ‚Big Data‘, werde auch in afrikanischen Wahlkämpfen immer relevanter. Die Wahl im Senegal 2018 sei das beste Beispiel: Hier habe Präsident Macky Sall mit Hilfe von Umfragen in den Wahlkreisen und darauf basierenden Analysen einen Wahlkampf führen können, der auf die Wünsche der Bevölkerung zugeschnitten war. So sei er mit hohem Vorsprung wiedergewählt worden. Auch der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta habe laut Berichten 2013 und 2017 auf Dienstleistungen der Firma Cambridge Analytica zurückgegriffen, die später wegen Datenmissbrauchs in Verruf geraten war. In vielen Ländern Afrikas fehle die Technologie, um Datenmengen richtig zu verarbeiten, so Emmanuel Vitus, Kommunikationsmanager der ‚Paradigm Initiative‘. Cambridge Analytica habe gezeigt, dass die Daten nicht nur für Regierungen, Parteien und Unternehmen zur Recherche dienen, sondern auch einfach an den oder die Höchstbietenden weitergeben werden, sagt Vitus. Auch Juliet Nanfuka von der Nichtregierungsorganisation ‚Collaboration on International ICT Policy for East and Southern Africa‘ sehe Big Data kritisch. Oft könnte man zu leicht an die Daten herankommen, der Prozess liege häufig in einer Grauzone, so Nanfuka.

The post 07. Oktober 2019 appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

Pressemitteilung: Internationales Menschenrechtsabkommen - Bundesregierung muss sich zu Verhandlungen äußern

Global Policy Forum - 7. Oktober 2019 - 12:11

Am 14. Oktober beginnt in Genf die fünfte Verhandlungsrunde für ein UN-Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten. Deutschland hat bereits angekündigt, sich an den aktuellen Verhandlungen nicht inhaltlich zu beteiligen. Aus diesem Grund fordert die Treaty Alliance Deutschland – ein breites Bündnis aus 27 zivilgesellschaftlichen Organisationen – die Bundesregierung und die EU auf, die Blockade zu beenden und tätig zu werden. Am heutigen „Tag der menschenwürdigen Arbeit“ rufen die Organisationen dazu auf, durch konstruktive Beteiligung an den Verhandlungen dafür zu sorgen, dass auf internationaler Ebene verbindliche Regeln zum Schutz von Menschenrechten und der Umwelt in globalen Produktionsverhältnissen geschaffen werden.

Kategorien: english, Ticker

SCHÖNE NEUE WELT – DAS DUELL

Forum Umwelt & Entwicklung - 7. Oktober 2019 - 10:40

Die Welt verändern, die Welt retten, das ist in diesen Tagen wieder mal das große Gesprächsthema. Aber wie? Das ist das große Fragezeichen, vor dem wir alle stehen. Manche tun nur so, als wollten sie die Welt verändern, aber wenn es ernst wird, soll doch alles so bleiben wie es ist. Manche würden sie ja schon gerne verändern, aber erst wenn andere es auch wollen – oder auch erst dann, wenn du es nicht selber tun musst, sondern andere das für dich tun.

 

Die Welt verändern, das was das große Thema der „Schönen Neuen Welt“ vor einem Jahr. Die Schöne Neue Welt war eine Zeitreise in die Zukunft, bei der es doch am Ende um die Gegenwart des Jahres 2018 ging.

Ein Jahr nach der Reise ins Jahr 2048 haben sich zwei unserer Zeitreisenden, Antonio Gramsci und Margaret Thatcher, die bei der Schönen Neuen Welt präsentierten neun Varianten von Plan A und Plan B gründlich angesehen und ihre eigenen Schlüsse daraus gezogen.

 

Gramsci hat sich viele Anregungen geholt, wie in den 2020er Jahren die Voraussetzungen für eine utopische Zukunft geschaffen werden können und fasst dies in „Plan A: Wie wir die Welt veränderten“ zusammen. Margaret Thatcher hat sich genau angesehen, wie man die heutigen Grundkonstanten der Politik – die ja maßgeblich auf sie zurückzuführen sind – in den 2020er Jahren weiter durchziehen kann, obwohl immer weniger Leute damit einverstanden sind. So präsentiert sie „Plan B: Wie wir verhinderten, dass ihr die Welt verändert“. Beide Ergebnisse sind in sich schlüssig – und manche Entwicklungen sogar identisch. Aber in einem unterschiedlichen gesellschaftlich-politischen Umfeld kann ein und dasselbe Phänomen völlig andere Konsequenzen haben.

 

Antonio Gramsci und Margaret Thatcher haben sich vorgenommen, im Dezember 2019 eine erneute Zeitreise anzutreten und sich zu treffen. Sie sind neugierig – und streitlustig. Sie fordern sich gegenseitig heraus. Sie wollen es wissen: Was ist plausibler – Plan A oder Plan B? Anspruchsvoll ist beides: die herrschenden Megatrends zu besiegen, die drohenden Dystopien zu verhindern. Einfach wird das nicht, viel zu viele haben sehr große Interessen daran, dass es so weitergeht wie es seit Jahrzehnten weitergeht. Aber immer mehr Menschen wollen das nicht, längst lehnt eine Mehrheit die Status-Quo-Politik ab: gegen eine Mehrheit diese Trends nochmal 30 Jahre lang durchzuziehen, ist anspruchsvoll, verlangt Profis in der Kunst des Machterhalts, und davon gibt es nur wenige. Gramsci und Thatcher zeigen, was zu tun wäre.

 

Merken Sie sich heute schon den 05.12.2019 vor, denn wenn sich Thatcher und Gramsci auf der Bühne treffen, wird das kein Kaffeekränzchen, sondern ein DuellUnd damit es spannender wird: Lesen Sie hier schon die Synthese des Plan A , Antonio Gramscis Rückblick darauf „Wie wir die Welt veränderten“ – aber auch die Synthese von Plan B, Margaret Thatchers Rückblick „Wie wir verhinderten, dass ihr die Welt verändert“: www.snw2048.de/dokumentation

 

 

Kategorien: Ticker

Weltmädchentag 2019: Elf Fakten über Mädchen

Unicef - 7. Oktober 2019 - 9:15
Am Freitag ist Weltmädchentag. Deshalb haben wir die wichtigsten Fakten darüber zusammengestellt, mit welchen Problemen Mädchen immer noch zu kämpfen haben – und was sie bewegen können, wenn man ihnen die Chance dazu gibt. 
Kategorien: Ticker

Erdölfrei und kompostierbar - Dieser Biokunststoff macht Schluss mit Plastikverpackungen!

reset - 7. Oktober 2019 - 7:28
Kein Erdöl, weniger CO2-Emissionen und günstig in der Herstellung: Das dänische Unternehmen Cellugy hat einen Biokunststoff entwickelt, der zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist und sich gut für Lebensmittelverpackungen eignet.
Kategorien: Ticker

Der amerikanisch-chinesische Weltkonflikt

SWP - 7. Oktober 2019 - 0:00

∎ Das amerikanisch-chinesische Konfliktsyndrom setzt sich aus mehreren Elementen zusammen. Ihm zugrunde liegt eine regionale, aber auch zunehmend globale Statuskonkurrenz.

∎ Diese Konkurrenz um Einfluss mischt sich mit einem ideologischen Antagonismus, der auf amerikanischer Seite inzwischen stärker in den Mittelpunkt gerückt ist.

∎ Da sich die USA und China als potentielle militärische Gegner sehen und die Planungen danach ausrichten, prägt auch das Sicherheitsdilemma die Beziehungsstruktur.

∎ Die strategische Rivalität ist besonders an der maritimen Peripherie Chinas ausgeprägt, dominiert von militärischen Bedrohungsvorstellungen und der amerikanischen Wahrnehmung, China wolle in Ostasien eine exklusive Einflusssphäre etablieren.

∎ Die globale Einflusskonkurrenz ist aufs engste mit der technologischen Dimension der amerikanisch-chinesischen Rivalität verwoben. Es geht dabei um die Vorherrschaft im digitalen Zeitalter.

∎ Für die internationale Politik birgt die sich intensivierende strategische Rivalität zwischen den beiden Staaten die Gefahr, sich zu einem strukturellen Weltkonflikt zu verdichten. Dieser könnte eine De-Globalisierung in Gang setzen und zwei Ordnungen entstehen lassen, die eine von den USA dominiert, die andere von China.

Kategorien: Ticker

Digitalisierung und Nachhaltigkeit

#HOCHN - 7. Oktober 2019 - 0:00
Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung des Deutschen Bundestags veröffentlichte am 13.09.2019 ein Positionspapier zum Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Foto: Julius Drost/ Unsplash

Kategorien: Ticker

Methanol könnte der Schlüssel für eine klimafreundliche Entwicklung Afrikas sein – Global Marshall Plan

Weblinks - 4. Oktober 2019 - 14:33

Comments:

  • Der globale Energiebedarf wird in Zukunft weiter steigen. So lange wir Energie primär aus fossilen Brennstoffen gewinnen, wird sich die Menge an freigesetzten CO2-Emissionen weiter erhöhen und die Erreichung der SDG unmöglich machen. - Karsten Weitzenegger

Tags: SDG, entwicklung, energie, energy, afrika, klimaanpassung, methanol

by: Karsten Weitzenegger

E-Learning in Liberia

BfdW - 4. Oktober 2019 - 14:33
Brot für die Welt finanziert in Liberia ein Projekt der Christian Health Association of Liberia, in dem es um E-Learning Methoden für Gesundheitsfachkräfte mit Hilfe einer App geht. Mit kleinen Schritten werden Veränderungen erreicht, die nicht nur die inhaltliche Weiterbildung betreffen.

Während meiner Dienstreise nach Liberia diesen Oktober schaute ich mir auch ein Projekt unserer Partnerorganisation Christian Health Association of Liberia (CHAL) an, welches Brot für die Welt unterstützt und das Deutsche Institut für ärztliche Mission (Difäm) sowie das Missionsärztliche Institut (MI) fachlich begleiten. Das Projekt gibt es bereits seit zwei Jahren, vorher gefördert durch die deutsche, staatliche GiZ und koordiniert durch das Difäm, nun ist es in die Verlängerung gegangen, mit neu hinzugekommenen Gesundheitseinrichtungen und der Unterstützung durch Brot für die Welt.

Dabei geht es um das derzeitige Lieblingsthema auch der deutschen Entwicklungszusammenarbeit: Digitalisierung im Gesundheitswesen und die vielfältigen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben sollen.  

Schulungen von Handynutzung bis Online-Meetings

Die Idee ist es, sechs verschiedene und über das Land verstreute Gesundheitseinrichtungen durch eine gemeinsame App auf dem Handy oder Computer miteinander zu verbinden und sie zu Themen wie Hygiene im Krankenhaus oder Nutzung von Antibiotika zu schulen. Die teilnehmenden Teams sind multidisziplinär, es sind Hebammen, Pflegekräfte, Ärzte und Ärztinnen oder auch Personen, die die Labore und OP Räume mit allem Equipment reinigen.

Unter anderem ist es geplant, regelmäßige Online-Fortbildungen (Webinare) abzuhalten, bei denen entweder ein*e Vertreter*in einer Einrichtung oder eine andere Expertin oder Experte kurze inhaltliche Inputs geben. Zudem ist in der App die Medbox verlinkt, eine sehr hilfreiche online Bibliothek, in der internationale Publikationen aus dem gesamten Gesundheitsbereich hinterlegt sind, wie zum Beispiel Behandlungsrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation zu Malaria. Darüber hinaus können die Teilnehmenden jederzeit andere Informationen und Erfahrungen aus ihrem täglichen Tun über die App austauschen.

Ganz gewöhnliche Startschwierigkeiten

Während meiner Reise fand gerade ein Schulungs-Workshop mit den Beteiligten statt und ich hatte die Gelegenheit zwei Tage lang gemeinsam mit ihnen in die Untiefen des E-Learnings einzusteigen. Die Motivation im Raum war beeindruckend – besonders auch die der Trainer David Dee Kpangala von CHAL und Dr. Klemens Ochel vom MI.  

Bevor in die eigentliche Anwendung eingestiegen werden konnte, wurde klar, dass die ersten Hürden ganz woanders liegen. So hatten viele im Raum seit der Installation der App ihr Passwort dafür vergessen und es mussten erstmal eine Reihe neuer Accounts eingerichtet werden. Nur die Hälfte der Teilnehmenden hatte zudem überhaupt eine Email-Adresse, im Falle dieser App die Grundvoraussetzung für die Teilnahme. Einige scheinen auch bisher nur begrenzt Erfahrungen mit einem Smart Phone und Apps gemacht zu haben. Mit manchen Telefonen funktionierte die App gar nicht, da die Technik zu veraltet war und wieder andere hatten Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben.

Zwischendurch wurden zur Probe Online-Meetings abgehalten und ich konnte selbst mein erstes Webinar in Afrika geben – zur politischen Arbeit von Brot für die Welt. Wer öfters an Online-Konferenzen über zum Beispiel Skype teilnimmt, weiß, dass die Internetverbindung immer ein Problem sein kann – so auch in Liberia. Aber am Ende hat es alles gut geklappt.

Kurzum, die einzelnen Schritte brauchten viel Zeit und Unterstützung – was Beides dringend eingeplant werden sollte, bei solch einem Projekt, grade wenn es um neue Technik für die Beteiligten geht.

So viel mehr als Digitalisierung: Menschen verbinden

Die Nutzung der App mit ihren vielfältigen Möglichkeiten ist sehr gut gestaltet und wird sicher absolut hilfreich für die Mitglieder sein, sofern sie sich weiter durch die technischem Hickups kämpfen und mit Motivation dabeibleiben. Am Ende geht es darum, dass sie den Mehrwert für sich selbst und ihre Arbeit entdecken – denn grade dann, wenn sie sich in ihrem Alltag alleine damit beschäftigen sollen, ganz ohne Hilfe eines Kenners der App und Technik, wird das sicher eine Herausforderung für den Einen oder die Andere. Und, dass es ohnehin nicht immer einfach ist, sich bei einem Fernstudium motiviert zu halten, erfahren viele Menschen, wenn sie sich für online Kurse entscheiden egal ob in Liberia oder anderswo. Der lokale Koordinator von CHAL wird hier besonders wichtig sein, um das Projekt am Laufen zu halten und die Teilnehmenden zufrieden zu stellen.

Auch wenn der inhaltliche Austausch im Moment noch nicht reibungslos läuft, so hat das Projekt auch darüber hinaus übrigens viele wichtige Komponenten, wie die Schulung von Menschen im Gebrauch von Online Technik und Smartphones oder den Austausch und die Vernetzung von Gesundheitsarbeiter*innen über ganz Liberia verteilt. So lernen sie voneinander und können sich zu ihren Herausforderungen austauchen und ganz nebenbei wird der soziale Zusammenhalt gefestigt.

Es bleibt also, den Teilnehmenden und CHAL alles Gute und weiterhin viel Erfolg zu wünschen!

 

 

Thema (BfdW) : Gesundheit / HIVGesundheitDigitalisierungLänderbezug (Afrika): Liberia Bildergalerie: 

Der Projekt-Koordinator David Dee Kpangala (CHAL) beim Abschluß des Workshops

© BfdW

 

 

Kategorien: Ticker

04. Oktober 2019

ONE - 4. Oktober 2019 - 12:53
 1. Jens Spahn in Afrika

Mehrere Medien, darunter Zeit Online, die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt, BR24 und die Deutsche Welle berichten, dass Deutschland mehr finanzielle Hilfen für den Kampf gegen Ebola bereitstellen wird. Gesundheitsminister Jens Spahn habe bei einem Treffen der Afrikanischen Union in Addis Abeba, Äthiopien, rund eine Million Euro zugesagt. Die Mittel sollen sowohl in Früherkennungssysteme für Ebola investiert werden, als auch in die „Centers for Disease Control and Prevention“. Diese überwachen die Ausbreitung der Krankheit auf dem afrikanischen Kontinent. Nur durch frühes Erkennen könne Ebola effektiv bekämpft werden, so Gesundheitsminister Spahn. Deutschland habe sich bereits in den vergangen beiden Jahren mit rund 20 Millionen Euro an der Ebola-Bekämpfung beteiligt. Spahn wird bei seiner Afrika-Reise neben Äthiopien auch die Länder Ruanda, die Demokratische Republik Kongo sowie Nigeria besuchen.

2. Südafrika und Nigeria: Gespräche nach Ausschreitungen

Wie die Deutsche Welle meldet, haben sich gestern die Präsidenten von Nigeria und Südafrika in Pretoria getroffen. Dort haben sie unter anderem über die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika gesprochen. Beide Staatschefs haben sich auch für eine stärkere Repräsentation Afrikas beim UN-Sicherheitsrat ausgesprochen. Die Anzahl der vertretenen Länder im Sicherheitsrat sei nicht repräsentativ, so Cyril Ramaphosa, Präsident Südafrikas. Weiterhin werde bei dem bis Samstag andauernden Staatsbesuch auch über die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder gesprochen. Zuletzt sorgten in Südafrika fremdenfeindliche Gewaltausbrüche für Aufsehen, daraufhin kehrten hunderte von Nigerianer*innen aus Furcht vor Angriffen in ihre Heimat zurück. Nun wollen sich Nigerias Präsident Muhammadu Buhari und Cyril Ramaphosa für eine gute und wirtschaftlich stabile Beziehung der beiden Länder einsetzen.

3. Unglück im Kongo

Bei einem Minenunglück im Kongo sind mindesten 21 Menschen ums Leben gekommen, das berichten unter anderem ZDF, Zeit Online, die Welt und der Deutschlandfunk. Der Einsturz der Goldmine ereignete sich im Osten des Kongos, dort hätten auch Kinder und schwangere Frauen gearbeitet. Die illegalen Minen in dem Land hätten oft keine ausreichenden Sicherheitsstandards. Aktuell werden noch weitere 20 Menschen vermisst. Bereits im Juni dieses Jahres seien bei dem Einsturz einer Kupfermine im Südosten des Kongos 40 Menschen ums Leben gekommen.

The post 04. Oktober 2019 appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

Der Zuhör-Kiosk

EINEWELTblabla - 4. Oktober 2019 - 12:25

Könnt ihr euch vorstellen, dass jemand freiwillig und unentgeltlich seine Zeit aufopfert, nur um anderen Menschen zuzuhören? Nein? Konnten wir auch nicht, bis wir vom Zuhör-Kiosk mitbekommen haben!

Christoph Busch ist ein 71-jähriger ehemaliger Taxifahrer, Antiquitätshändler, Drehbuchautor und jetzt Zuhörer des Zuhör-Kiosks „Das Ohr“, in Hamburg in der U2 Bahnstation – Emilienstraße. Er eröffnete den Kiosk im Januar 2018 mit der Absicht, ihn nach 5 Monaten wieder zu schließen. Doch die Tür des „Erzählkiosks“ steht jedem noch immer offen. Die Nachfrage ist so hoch, dass der Zuhörer, Christoph Busch, mittlerweile Termine vergibt und ein Team mit weiteren Zuhörer*innen aufgebaut hat.

Es ist sicherlich für viele überraschend (und extrem rar), dass jemand freiwillig und ohne Entgelt seine Zeit für andere opfert, nur um ihnen zuzuhören. Deshalb die Frage:

Warum hört er zu?

Anfangs wollte Christoph Busch den Kiosk einfach nur mieten, um ungestört sein nächstes Buch schreiben zu können. Doch nach einer Weile kam er ins Gespräch mit seinen Mitmenschen und mit der Zeit entwickelte sich der ursprüngliche Zufluchtsort für Busch zu einem Zufluchtsort für die Menschen. Jede Geschichte, die er zu hören bekommt, kennzeichnet er mit dem Namen, der Adresse und dem Foto des Erzählers. Denn all die Geschichten, die er seit fast einem Jahr sammelt, möchte er am Ende in ein Buch bündeln.

Warum ein Unbekannter und nicht ein*e Therapeut*in?

Manche möchten vielleicht einfach nur ein gewisses Erlebnis oder eine Geschichte loswerden und sehen das Ganze als einmalige Sache an. Doch es gibt genügend Erzähler*innen, die den Zuhör-Kiosk jede Woche besuchen. Da stellt sich natürlich die Frage: Warum bevorzugen die Menschen eine unbekannte und fachfremde Person als Gesprächspartner, statt eine*n Psychotherapeut*in aufzusuchen?

Abgesehen davon, dass jede Person individuelle Gründe für ihr Verhalten hat, könnte der Zuhör-Kiosk als Probe dienen. Es gibt bestimmt reichlich Menschen, die über Psychotherapie nachgedacht haben, aber sich nicht überwinden konnten es wirklich in Angriff zu nehmen. Daher ist der Zuhör-Kiosk vielleicht eine gute Einstiegshilfe. Doch Christoph Busch erklärt auch: „Ich bin kein Therapeut, ich rede einfach mit den Leuten“ und „Ich kann Sachen sagen, die ein Therapeut sich niemals auszusprechen erlauben dürfte“. Vielleicht unterscheidet ihn ja genau das von einem*r Therapeut*in. Vielleicht zieht das Gespräch mit einem Fremden die Menschen an, weil es „persönlich-unpersönlich“ ist. Busch ist mehr Freund als Therapeut, bleibt aber trotzdem ein Fremder. Hinzu kommt noch, dass sich alles im Untergrund in einem alltäglichen Umfeld abspielt, mit einem X-beliebigen Menschen und alles daher lockerer und ungebundener ist als in einer Therapiepraxis.

Einsamkeit

Manchmal möchte man mit einer wildfremden Person über alles reden, was eine*n bedrückt. Geheimnisse beichten, Trauer oder auch Glücksmomente teilen. Einfach die eigene Geschichte erzählen. Nicht jede*r hat die Möglichkeit, Freunde und/oder Familie als Vertrauenspersonen zu haben. Auch wenn, gibt es vielleicht Dinge, die man niemandem erzählen kann. Sei es aus der Angst von den Engsten verurteilt zu werden oder aus einem anderen Grund. Psychotherapie oder Beichtstuhl sind zwar bekannte Optionen.

Aber der Zuhör-Kiosk kommt einem außergewöhnlich vor, obwohl Zuhören eigentlich etwas Simples ist, oder? Der Zuhör-Kiosk zeigt uns, wie sehr sich die Menschen voneinander entfernt haben. Obwohl wir ständig von Menschen umgeben sind, ist das Zuhören nicht mehr selbstverständlich. Wir hören nicht mehr zu, um unser Gegenüber zu verstehen, oder weil wir Interesse an dem Erzählten haben, sondern nur weil wir antworten wollen. Wir wissen nicht, was jede*r Einzelne in seinem Leben erlebt, wie das Leben uns zeichnet. Die Resonanz und die hohe Nachfrage der Menschen nach einem unbekannten Gesprächspartner und Zuhörer zeigt uns aber wie einsam sich viele fühlen müssen.

Doch um zur Anfangsfrage zurückzukommen: Würdet ihr in einem zweckentfremdeten Kiosk sitzen und einem unbekannten Mann eure Geschichte erzählen wollen? Ich kann von mir behaupten, dass ich definitiv das Gespräch suchen würde, egal ob fünf Minuten oder fünfzig. Wie findet ihr die Idee? Würdet ihr das Geschichtenbuch kaufen? Teilt und kommentiert den Artikel und wer weiß, vielleicht setzt sich die Idee ja auch in anderen Städten durch?

Beitragsbild: Photo by Christoph Busch on Zuhör-kiosk.de

Der Beitrag Der Zuhör-Kiosk erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

UN-Nachhaltigkeitsgipfel: Wege entstehen, wenn wir sie gehen

VENRO - 4. Oktober 2019 - 11:23

Michael Herbst, Sprecher der VENRO-AG Behinderung und Entwicklung und Leiter der politischen Arbeit bei der VENRO-Mitgliedsorganisation Christoffel-Blindenmission (CBM), ist mit seinem CBM-Kollegen Jan-Thilo Klimisch zur Generalversammlung 2019 der Vereinten Nationen (UN) nach New York gereist. Hier schildert er seine Eindrücke zwischen Klima- und SDG-Gipfel, zwischen UN-Bürokratie und Side-Events.

Die Anfangseuphorie der 2030 Agenda ist verpufft

New York, 25.9.2015: Der Papst hauchte eine 20-minütige Rede ins Mikrofon. Shakira und Angélique Kidjo sangen. Friedensnobelpreisträgerin Malala verpasste den versammelten Staatenlenker_innen einen bildungspolitischen Einlauf. 193 kleine Taschenlampen leuchteten blau. Und dann: Minutenlanger Applaus. Die 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung war verabschiedet. „Jetzt sind wir alle Entwicklungsländer…“ Es klang nach Zuversicht. Es roch nach Aufbruch.

Vier Jahre später: Vor der UN-Generalversammlung spricht der „America first“-Präsident Trump und ermuntert dazu, sich gegen Migration und Einwanderung zur Wehr zu setzen. Die Zukunft gehöre nicht den Globalisten sondern den Patrioten. Greta Thunberg wendet sich an die Staatschefs im Stile einer wütenden Pubertierenden, die ihre Eltern zusammenfaltet. 15 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeichnen ein düsteres Bild zum Stand der der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) und mahnen zu mehr Tempo.

Das Zusammenführen gesellschaftlicher Akteure scheint aus dem Fokus geraten zu sein: Die Regierungsdelegationen bleiben im UN-Komplex weitgehend unter sich. Im Kirchenzentrum gegenüber treffen sich derweil bei der parallel tagenden People‘s Assembly all jene, denen der Zugang zum Gipfeltreffen verwehrt bleibt. Beide „Lager“ sind auf der Suche nach dem richtigen Rezept. Nur sporadisch trifft man am Rande von Plenarsitzungen und bei Side-Events aufeinander oder kommt gar direkt ins Gespräch.

Sicherheit oder doch Schikane?

Wer als zivilgesellschaftliche_r Akteur_in während der New Yorker UN-Woche zumindest bei einzelnen Programmpunkten der offiziellen Treffen dabei sein möchte, muss sich nach der bereits Wochen im Voraus erfolgten schriftlichen Akkreditierung nun vor Ort auf eine verwirrende Schnitzeljagd einlassen. Für manchen mag dieses Verfahren touristisch reizvoll sein, ganz sicher aber nicht für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Weder werden die stets nur für einige Stunden gültigen UN-Ausweise im Vorfeld zugesandt, noch ist dafür eine zentrale Ausgabestelle eingerichtet. Stattdessen hat man sich mal zur New Yorker WHO-Repräsentanz zu begeben, mal ins Büro von World Vision und mitunter werden die Ausweise auch in kleinen Parks oder an Straßenecken ausgegeben. Es drängt sich die Frage auf, ob all dies der Sicherheit oder doch mehr der Schikane dient.

Gleich am ersten Tag ziehen wir bei der lustigen Akkreditierungsjagd die falsche Ereigniskarte. Für das hochrangige Treffen zu universeller Gesundheitsversorgung liegt trotz vorheriger gemeinsamer Anmeldung keine Zugangsberechtigung für mich vor, wohl aber für Jan-Thilo, der formal als persönlicher Assistent seines blinden Kollegen angemeldet ist. Nach einigem Nachhaken, Tweets und mehreren Stunden kommt schließlich eine Entschuldigung aus dem Büro des Präsidenten der Generalversammlung. Per Foto wird uns die Zulassung für die Nachmittagssitzung des Gipfels übermittelt. Danke, aber derweil haben wir bereits umgeplant.

Zur Eröffnungssitzung des SDG-Gipfels klappt es dafür dann mit dem Zugang ins UN-Gebäude. Wir hören zahlreiche wenig inspirierte, wenig inspirierende Wortbeiträge, die wir meinen, allesamt schon einmal gehört zu haben, bereichert vielleicht um einige neuere Daten. Immerhin klare Bekenntnisse zu Leave no one behind und Reach those furthest behind first. Und immer wieder das Postulat, die Umsetzungs-Bemühungen zu konkretisieren und zu beschleunigen. Nein, das alles klingt auch für uns nicht nach dynamischem Voranschreiten. Mehr nach einem etwas trägen Nebeneinander und Voranschleichen auf der Grundlage gemeinsamer Agenda-Grundsätze.

Trotz allem gibt es Fortschritte

Aber Vorsicht: Abschreiben sollte man die Agenda 2030 darum keinesfalls. Denn die große Errungenschaft der SDGs, wie zuvor bereits der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs), liegt in der erhöhten, ausdifferenzierten Messbarkeit und Nachprüfbarkeit von entwicklungspolitischen Maßnahmen. Der Zwischenbefund der zu langsamen Agenda-Umsetzung birgt doch zugleich eine Chance. Immerhin über 100 neu geäußerte Versprechen zu beschleunigtem Handeln zählt der VENRO-Vorsitzende, Dr. Bernd Bornhorst, in einer Pressemitteilung zu den Tagen in New York.

Wenn das so ist, dann ist das nicht nichts. Selbst dann, wenn sich hinter den Versprechen nicht wirklich ein zusammenhängendes transformatorisches Gesamtkonzept erkennen lässt. Es ist wohl mehr Stückwerk, das sich – so zumindest die Hoffnung – früher oder später zu einem Ganzen zusammenfügen wird. Drei Beispiele:

  • Wenn sich Deutschland mit einem Dutzend Ländern und beinahe ebenso vielen UN-Organisationen zusammentut, um einen SDG-3-Implementierungsplan anzuschieben, der eine bessere Zusammenarbeit zur Erreichung von ‚Gesundheit für Alle‘ zum Ziel hat, ist das nicht nichts. Selbst wenn dieser Plan einige Defizite aufweist und ein Wirtschaftsvertreter bei dieser „Eheschließung“ zwar bereitwillig den „Trauzeugen“ mimt, dabei aber versäumt, „Hochzeitsgeschenke“ einzubringen, etwa in Form verbindlicher Selbstverpflichtungen. Als vielversprechender Ansatz für eine erfolgreiche Multiakteurs-Partnerschaft kann der von der Bundeskanzlerin initiierte Aktionsplan dennoch gelten.
  • Wenn der multilaterale, auf die Finanzierung von Bildungszugängen in Krisen und Konflikten ausgerichtete Fonds Education Cannot Wait in New York von der Gebergemeinschaft über 200 Millionen Euro zugesagt bekommt, darunter auch deutsche Mittel, dann ist das nicht nichts. Selbst wenn viele Fachleute ein parallel neu eingerichtetes Finanzierungsinstrument, das auf Bildungskrediten basiert, als kontraproduktiv bewerten.
  • Wenn die Vereinten Nationen schließlich eine neue Strategie veröffentlichen, die darlegt, wie man im Innern der UN-Bürokratie behindertenfreundlicher werden möchte, ist das ebenfalls nicht nichts. Auch dann nicht, wenn die in New York vorgestellte Website zum Thema in Sachen Barrierefreiheit noch Optimierungspotential hat.

Der 2030 Agenda-Umsetzungsprozess ist bei weitem nicht tot. Nicht alle machen mit und natürlich macht keiner alles richtig. Doch klar ist auch: Dieser Prozess ist alternativlos.

Die Woche der Welthungerhilfe 2019

Welthungerhilfe - 4. Oktober 2019 - 11:03
Die 52. "Woche der Welthungerhilfe" steht dieses Jahr unter dem Motto "Wie der Klimawandel den Hunger verschärft". Rund um den Welternährungstag am 16.10.2019 finden zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen statt: Alle Termine im Überblick.
Kategorien: Ticker

22.10.2019 | Gespräche zur Internationalen Zusammenarbeit

GIZ Event - 4. Oktober 2019 - 11:01
Veranstaltungsdatum: Dienstag, 22. Oktober 2019
Wir verändern die Welt! Wie junge Frauen unsere Zukunft gestalten
Kategorien: Ticker

03.10.2019 Bundesregierung verstärkt internationales Klimaschutzengagement

BMZ - 3. Oktober 2019 - 14:00
Deutschland verstärkt seine internationalen Maßnahmen zur Stärkung des Klimaschutzes. Im Nachtrag zum Haushalt 2020 verstärkt Bundesfinanzminister Scholz die Klimaprogramme des Entwicklungsministeriums um 500 Millionen Euro und des Umweltministeriums um 100 Millionen Euro. Deutschland hält damit seine Zusage zur Verdoppelung der Klimaschutzmittel in Entwicklungs- und Schwellenländern ein. "Ich freue mich über den Ausbau des Klimaschutzengagements – der ...
Kategorien: Ticker

Seiten

SID Hamburg Aggregator – Ticker abonnieren