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„Russland führt Vernichtungskrieg"

SWP - 16. September 2022 - 11:05
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Zwischen Wirkung und Risiko: Die Sanktionen gegen Russland

SWP - 16. September 2022 - 11:04
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Hungersnöte in Klima-Krisenherden haben sich in den letzten sechs Jahren mehr als verdoppelt

SID Blog - 16. September 2022 - 3:00
UN-Generalversammlung Hungersnöte in Klima-Krisenherden haben sich in den letzten sechs Jahren mehr als verdoppelt

Berlin, 16.09.2022. In den zehn am meisten von extremen Wetterereignissen betroffenen Klima-Krisenherden kämpfen mehr als doppelt so viele Menschen mit akutem Hunger als noch vor sechs Jahren, wie eine heute veröffentlichte Oxfam-Studie aufzeigt. Zugleich würde der Profit, den die fossilen Energiekonzerne innerhalb von weniger als 18 Tagen einnehmen, den gesamten von der UN veranschlagten weltweiten Bedarf an humanitärer Hilfe in diesem Jahr decken.

Gabriela Bucher, Generaldirektorin von Oxfam International, erklärt: „Klimawandel ist nicht länger nur eine tickende Zeitbombe, sondern eine, die gerade vor unseren Augen explodiert. Die Klimakrise bringt mehr und mehr extreme Wetterverhältnisse wie Dürren, Wirbelstürme und Flut mit sich – diese haben sich in den letzten 50 Jahren verfünffacht, treten immer öfter auf und fordern immer mehr Todesopfer."

Die Studie Hunger in a heating world identifiziert die zehn Klima-Krisenherde – Somalia, Haiti, Djibouti, Kenia, Niger, Afghanistan, Guatemala, Madagaskar, Burkina Faso und Zimbabwe. Diese Länder wurden in den letzten zwei Jahrzehnten am häufigsten von extremen Wetterereignissen heimgesucht. Heute leiden in diesen Ländern 48 Millionen Menschen unter akutem Hunger – ein Anstieg um 21 Millionen seit 2016 – und 18 Millionen von ihnen sind sogar gefährdet, an Hunger zu sterben.

Bucher führt aus: „Millionen von Menschen, die bereits unter anhaltenden Konflikten, grassierender Ungleichheit und Wirtschaftskrisen leiden, verlieren nun durch Unwetterkatastrophen, Klima-Extreme und die schleichenden Veränderungen ihre Lebensgrundlagen. Die Zunahme solcher Ereignisse ist so extrem, dass Menschen mit niedrigem Einkommen die Folgen immer weniger abfangen können und schließlich hungern müssen."

  • Somalia kämpft mit der verheerendsten Dürre, die je im Land dokumentiert wurde. Hungersnöte werden in den Bezirken Baidoa und Buurhakaba erwartet, der IPC-Ernährungssicherheitsbericht der UN hat am Montag die höchste Gefahrenstufe verkündet. Eine Millionen Menschen wurden durch die Dürre zur Flucht gezwungen. Was die Fähigkeit angeht, mit den Auswirkungen der Klimakrise umzugehen, wird das Land vom Notre Dame Global Adaption Index auf den 172ten Platz von 182 Ländern eingestuft.
  • In Kenia starben durch die Dürre fast 2,5 Millionen Nutztiere. 2,4 Millionen Menschen kämpfen mit Hunger, inklusive hunderttausender schwer unterernährter Kinder.
  • In Niger leiden 2,6 Millionen Menschen unter akutem Hunger – eine Steigerung um 767 Prozent im Vergleich zu 2016. Die Getreideproduktion ist eingebrochen um fast 40 Prozent, weil regelmäßige Extremwetterereignisse zusätzlich zu den andauernden Konflikten die Ernte zunehmend erschweren.
  • In Burkina Faso ist das Ausmaß des Hungers seit 2016 um 1350 Prozent gestiegen. Seit Juni kämpfen über 3,4 Millionen Menschen mit extremer Unterernährung, verursacht durch bewaffnete Konflikte und Verwüstung von Ernte und Agrarflächen.
  • In Guatemala hat eine extreme Dürre zum Verlust von 80 Prozent der Maisernte beigetragen und Kaffeeplantagen zerstört.

Der durch die Klimakrise angefachte Hunger ist auch Folge globaler Ungleichheit. Die Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, leiden am meisten unter seinen Auswirkungen und haben zugleich die wenigsten Ressourcen, um ihnen zu begegnen. Während die Klima-Krisenherde für lediglich 0,13 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich sind, befinden sie sich im unteren Drittel jener Länder, die am wenigsten auf die Klimakrise vorbereitet sind.

Umgekehrt sind Industrienationen wie die G20, welche 80 Prozent der Weltwirtschaft kontrollieren, zusammen verantwortlich für über drei Viertel des globalen CO2-Ausstoßes. Die täglichen Profite der fossilen Energiekonzerne lagen in den vergangenen 50 Jahren im Durchschnitt bei 2,8 Milliarden Dollar. Die Profite von nicht einmal ganz 18 Tagen könnten die 49 Milliarden Dollar decken, die laut der UN gebraucht werden, um den gesamten Bedarf an humanitärer Hilfe im Jahr 2022 zu decken.

Bucher erklärt: „Wir können die Klimakrise nicht bewältigen, solange wir die grundlegenden Ungleichheiten in unseren Ernährungs- und Energiesystemen nicht bewältigen. Die Kosten dafür können leicht gedeckt werden, indem umweltverschmutzende Unternehmen stärker besteuert würden. Ein einziges Prozent des durchschnittlichen Jahresprofits der fossilen Energiekonzerne würde 10 Milliarden Dollar freisetzen. Damit wäre der größte Teil der Finanzierungslücke für den UN-Aufruf zur Ernährungssicherung geschlossen."

 

Die Studie Hunger in a heating world finden sie hier.

Gerne vermitteln wir Ihnen Interviews mit deutschsprachigen Ansprechpartner*innen in Somalia.

Die am achten September veröffentlichte Oxfam-Studie Fixing our food widerlegt Mythen über das weltweite Ernährungssystem.

 


Kofler wirbt für faire Arbeitsbedingungen in der Plattformwirtschaft

SID Blog - 15. September 2022 - 23:04
Parlamentarische Entwicklungsstaatssekretärin Dr. Bärbel Kofler wirbt für faire Arbeitsbedingungen in der Plattformwirtschaft

Fairwork-Gipfel liefert wichtige Impulse für mehr Schutz und Mitbestimmung von Plattformarbeiter*innen weltweit.

Berlin (BMZ) Ob Übersetzung, Webprogrammierung, Grafikdesign oder Fahr- und Auslieferservices: Rund 70 Millionen Menschen weltweit bieten ihre Dienste über Plattformen wie Uber, Bolt oder Upwork an. Sie sind besonders für junge Menschen äußerst attraktiv, weil sie schnelle, zeitlich und örtlich flexible Arbeit bieten. Doch neben den großen Chancen - flexible Arbeitszeiten, niedrige Einstiegshürden – birgt diese sogenannte „Gig-Economy" auch große Risiken: schlechte und oft gefährliche Arbeitsbedingungen, kein sozialer Schutz, unfaire Bezahlung und keine Mitbestimmung der Arbeitnehmer. Das BMZ fördert daher die Fairwork-Initiative, die Transparenz in die Arbeitsbedingungen der einzelnen Plattformen bringt und sie zu fairen Standards berät.

Anlässlich ihrer Teilnahme am virtuellen Gipfel zu Fairer Arbeit auf digitalen Plattformen der Fairwork-Initiative am 14. September forderte die Parlamentarische Staatssekretärin beim BMZ, Dr. Bärbel Kofler daher: „Millionen Menschen weltweit hätten ohne Plattformen keine Arbeit – das macht die Gig Economy so attraktiv. Gleichzeitig bezahlen viele den schnellen Job mit hohen Risiken: schlechte Bezahlung, fehlende Absicherung, dem müssen wir entgegenwirken! Und genau deshalb setzt sich das BMZ für höhere Arbeitsstandards auf Plattformen weltweit ein."

Die vom BMZ geförderte Fairwork-Initiative bewertet daher die Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit in über 24 Ländern Economy öffentlich, zeigt gute und schlechte Beispiele und Praktiken und deckt vorhandene Missstände auf. Das sorgt für Transparenz und öffentlichen Druck auf unfaire Arbeitsbedingungen. Ergänzende Beratung der Plattformbetreiber trägt zugleich zur Umsetzung fairer Standards bei.

So kann die Fairwork-Initiative bereits erste Erfolge für sich verbuchen: Die südafrikanische Plattformen GetTOD und NoSweat sowie Workana in Indien beispielsweise stellten die verpflichtende Bezahlung für alle Arbeiter*innen ihrer Plattformen vom Mindestlohn (minimum wage) zu existenzsicherndem Lohn (living wage) um. Außerdem hat sich die in weltweit 25 Ländern vertretene Lieferdienst-Plattform Glovo dazu verpflichtet, die Arbeitsbedingungen von 240.000 Arbeitenden weltweit zu verbessern.

Entwicklungsstaatssekretärin Dr. Kofler lobte diese Erfolge, mahnte aber zugleich, dass für langfristigen Wandel auch die Politik gefordert ist, das Thema strukturell anzugehen:

„Einen bedeutenden Schritt in diese Richtung hat die EU-Kommission mit ihrem Vorschlag der Direktive zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf digitalen Plattformen gemacht. Hierzu wird das BMZ die Kooperation mit Partnerregierungen, der Wissenschaft, dem Privatsektor und Nichtregierungsorganisationen weltweit weiter intensivieren – für eine gerechte und nachhaltige digitale Transformation."

Das Fairwork Projekt wird Im Auftrag des BMZ durchgeführt und von der GIZ-Initiative Gig Economy unterstützt. Die Initiative strebt an, die Voraussetzungen für faire Arbeit auf digitalen Plattformen zu schaffen.

Mehr unter: https://www.bmz-digital.global/initiativen-im-ueberblick/gig-economy



 


Sustainable Development, Corporate Influence and Private Finance

Global Policy Watch - 15. September 2022 - 22:51

By Antje Hipkins and Elena Marmo

Download this briefing (pdf version).

Crucial to the achievement of the Sustainable Development Goals (SDGs) of the 2030 Agenda is SDG 17, “Strengthen the means of implementation and revitalize the Global Partnership for Sustainable Development”. Increasingly, discussions now take the form of multistakeholder partnerships and engagement with the business sector as a tool to mobilize finance for the SDGs or generate needed capacity – often to develop a pipeline of bankable projects. This partnership orientation has become a regular feature of the UN agenda, from the Economic and Social Council (ECOSOC) Operational Activities Segment in May 2022 to the High-Level Political Forum (HLPF) in July 2022.

On 17-19 May 2022, the ECOSOC Operational Activities Segment (OAS) highlighted the work of the UN, its funds and programmes, and their work towards implementing the 2030 Agenda and the SDGs in UN Country Programmes. Part of this discussion involves the implementation of the United Nations Development System (UNDS) Reform. Ushered in by A/RES/72/279, the reform seeks to improve how the UNDS delivers programming through its various UN Funds and Programmes in UN country activities. A highlight of these discussions was the chronic underfunding of the UN System, which has opened doors for private sector donors, and their interests and priorities. As Official Development Assistance (ODA) and core contributions from donor governments wane, funding to bridge the financing gap has to be sought elsewhere.

At the 2022 High-Level Political Forum, which focuses on national progress towards the SDGs, financing constraints were frequently referenced in efforts to achieve the SDGs and recover from the economic shocks of COVID-19. Since the onset of the pandemic, most countries’ economies have suffered substantially, and many governments have not had the capacity to prioritize achieving the SDGs over the immediate needs of their populations. As a result, many are embracing multi-stakeholder partnerships as an opportunity to acquire critical financing.

Inadequate funding for UNDS Activities

Throughout the ECOSOC OAS, UN leadership echoed concerns regarding the inadequacy of funding. In the Opening Session, then President of ECOSOC, Collen Vixen Kelapile appealed: “We also need to seriously address the critical funding gap of the UN Development Agencies, and close the often spoken about imbalance between core and non-core resources.”

Pakistan on behalf of G77 and China noted: “While the world is experiencing immediate humanitarian urgencies, we are also on the verge of a global development crisis and these cuts in core funding of the UNDS would have a lasting effect on the most vulnerable, stall the collective development trajectories over the last decades, [endanger the] well-being, and security of people in the developing world — as well as affect the institutions that are designed to deliver on the development aspirations.”

Malawi on behalf of LDCs urged: “Donor countries must fulfill their commitments.”

UN Secretary-General António Guterres echoed these concerns: “None of this can be achieved without adequate, predictable and sustainable funding to the UN Development System. This is indispensable to build incentives for collective work and integration.”

In a session focused on the Resident Coordinator System (and subsequently the projected funding gap in years to come), Deputy Secretary-General Amina Mohammed and Assistant Secretary-General Robert Piper reiterated the role of Member States in the Funding Compact, an agreed set of commitments between the UN and Member States which holds governments to financing the reforms being implemented by the UN agencies.

In an informal dialogue with Member States, Amina Mohammed urged: “We need the same scrutiny and interrogation of the Funding Compact because it’s a deal, it’s a handshake. We’ll do what you’ve asked us to do, and you’ll do what we’ve asked you to do so that we can get it done. That hasn’t happened. And it needs to happen.”

Robert Piper acknowledged that: “a fundamental shift is needed to the way the UN system is resourced – meaning that Member States need to take a deep look at the funding decisions, mechanisms, modalities and expectations they have, if they want to see the requested reforms become a reality”.

ECOSOC Vice President for OAS and Chargée d’Affaires of Finland Miia Rainne highlighted: “All of our development ambitions and efforts to save the SDGs are dependent on adequate, flexible and predictable funding for the UN Development System. This is also at the heart of the Funding Compact and includes a fully funded Resident Coordinator System.”

In the closing session, the ECOSOC President stressed the responsibility of Member States: “It is also up to us – the Member States – to undertake some transformative actions in our interactions with UN system entities and in our funding patterns.”

Competing Funding Priorities

Beyond the insufficient funding in general, UN leadership and Member States have highlighted the added complexity of a system-wide imbalance between humanitarian and development funding.

This was addressed by Malawi on behalf of the LDCs:

“The overall funding of the United Nations Development System is rising. However, regrettably, the share of the development funding has dropped to 30 percent in 2020. While humanitarian assistance is important, it should in no way be at the expense of development assistance. This will jeopardize the balance between the three pillars of sustainable development. Similarly, the core resources have dropped down to only 17 percent. We rely on you Mr. Secretary-General and our partners to secure the balance between the three pillars of sustainable development and between core and non-core resources.”

In the closing session, the ECOSOC Vice President highlighted: “While many Member States are struggling with fiscal constraints during these challenging times, addressing urgent humanitarian needs cannot come at the expense of funding for development. Less funding towards development activities today means more funding will be required to address humanitarian crises tomorrow.”

At the 2022 HLPF, Member States also emphasized the need for more funding dedicated specifically to environmental protection and increasing biodiversity. This was underlined during a special session dedicated to SDGs 14 and 15 – covering life below water and life on land respectively – by Switzerland:

“To have an impact, it is essential that this framework contains relevant, clear and measurable goals, targets and indicators, including a global goal of protecting and conserving 30 percent of the world’s ocean floor by 2030. Given the scale of the challenge, action by all sectors and actors is needed. The new framework for biodiversity must therefore be comprehensive and promote synergies, notably among all biodiversity-related agreements and relevant multilateral institutions.”

The need to involve a variety of sectors in this search for funding was especially emphasized by Finland:

“We need everybody to get on board. The private and public sectors, Indigenous peoples and local communities, academia, civil society and the landowners. By fulfilling the whole of society approach and to find new forms and measures to minimize harmful impacts on biodiversity is essential.”

The growing emphasis on humanitarian funding due to COVID-19, impacts of the climate crisis, the war in Ukraine, and the subsequent social, economic and food crises already developing, contribute to the scramble to sufficiently fund the development agenda.

Calls-to-action for the private sector

Despite widely documented concerns about inadequate funding, consensus is lacking with regard to how the problem should be addressed. Across the OAS sessions, some highlighted the role of donor governments, whereas others stressed the need to diversify donor bases and engage the private sector. In informal dialogue with Member States during the opening session of the ECOSOC OAS, the Secretary-General highlighted his envisioned role for the private sector:

“Now the private sector. First of all, one of the elements of this theme is on partnerships. So exactly to give the Resident Coordinator capacity to enhance partnerships of different sorts with, namely, the private sector. On the other hand, we have the Global Compact, and we are linking more and more the Global Compact to the UN Development System and are aware of the Group of Investors on Sustainable Development, which again, we are bringing more and more into support of the Resident Coordinator System. So, the partnership with the private sector is absolutely crucial.”

This connects to the Secretary-General’s focus on multistakeholderism and “networked multilateralism” within his Our Common Agenda report and process. Member States also favoured a diversification of the donor base and, in some cases, named the private sector and philanthropy directly.

During the OAS, the Permanent Representative of Oman noted the potential within the private sector, but also called for greater coordination and engagement with International Finance Institutions (IFIs):

“We need to think of how to build a more diversified donor base and to have equal and unconditional access to adequate funding, especially given the financial difficulties facing many developing countries which became more dire due to COVID-19 crisis. While noting, with appreciation, the increase of contributions from the private sector, we call for closer collaboration and engagement from the international financing institutions especially with the developing and the Least Developed countries that are mostly affected by recent challenges.”

Additionally, as inputs to the ECOSOC OAS included reports from Heads of UN Funds and Programmes, Member States received updates from several agencies that are conducting comprehensive private sector fundraising programmes. This topic is explored further in a previous briefing.

In a session on the Development Coordination Office (DCO), the Permanent Representative of New Zealand on behalf of the Corrections Association of NZ (CANZ) noted the success of some UN entities in attracting private finance and asked: “How can their experience help inform efforts by DCO to attract investment?”

The Permanent Representative of Canada echoed this:

“We share your concern regarding the chronic underfunding of the RC system. We see this also as a major risk in terms of sustaining reform going forward, particularly as we continue to grapple with extremely challenging economic and fiscal times and insurgencies.…And we would also encourage DCO to continue to find more pathways for investment with stronger engagement with philanthropies, private sector, and other partners to find a more sustainable way forward.”

Similarly, Gabon acknowledged in their Voluntary National Review (VNR) at the 2022 HLPF:

“Like the technical and financial partners, the private sector is, alongside the government, fully concerned by the implementation of the SDGs. Indeed, through growth, which is their main objective, companies distribute income, promote investment, creativity, innovation and technology that influence the modes of production and technology that influence production and consumption patterns.”

The 2022 HLPF Ministerial Declaration also reiterates this call to action for the private sector:

“We call upon multilateral development banks, other financial institutions and the private sector to enhance finance mobilization in order to deliver the scale of resources needed to achieve climate plans, particularly for adaptation, and encourage countries to continue to explore innovative approaches and instruments for mobilizing finance for adaptation from private sources.”

As the global situation becomes more complex and the lines between humanitarian assistance and development activities blur, attention must be paid to which voices count. With funding comes influence, and while funding from the private sector may solve short-term deficits, the consequence of their influence on the agenda in the long-term runs the risk of undermining, rather than implementing, key components of the 2030 Agenda.

Calling on the Global North

At the 2022 HLPF, many state and nonstate actors underlined the need for funding to flow from countries in the Global North to those in the Global South. As Dr. Bruno Oberle, General Director of the International Union for Conservation of Nature (IUCN), stated:

“We need, of course, finance to bring the machine up to speed. We need a substantial amount of money to be transferred from the Global North to the countries that have the biggest challenges, that are the big repositories of biodiversity, the mega-diverse countries in the Global South. And we need money from a variety of sources – public money, private money, different types of instruments.”

This sentiment was reiterated by Uruguay in its VNR:

“So, the speed of the change requires that we coordinate our efforts and more financial resources on the principle of joint responsibilities, but differentiated responsibilities.… We need more commitments in terms of per capita income and we must use more of our resources for development because unless there is growth, there will be no funds for financing. Nevertheless, we do know that countries are encountering major public financing problems, particularly worsened by COVID-19 and given the increased public debt.”

In its VNR, Switzerland outlined a way in which it is involving the private sector in partnership to raise funding to support global development initiatives:

“Alleviating global poverty and advancing sustainable development are the primary aims of all of the official development assistance (ODA) funding disbursed by Switzerland. Mobilizing additional private-sector resources has now also been adopted as one of the priorities of Switzerland’s International Cooperation Strategy 2021-24. The federal government supports the creation of frameworks that encourage investment and private-sector initiatives, access to markets and financial institutions, and decent employment opportunities.”

As Member States and UN leadership have detailed the urgency of scaling up financing for the SDGs, humanitarian crises and climate action, it is clear that greater regulation and accountability is needed. As new financing actors are invited to the table, caution must be exercised to prevent the norms, standards and values of the United Nations from being shaped, re-shaped or undermined by new actors.

Further reading:

Barbara Adams and Jens Martens, “Fit for whose purpose? Private funding and corporate influence in the United Nations,” Global Policy Forum, Bonn/ New York (2015).

Barbara Adams, “D1. MONEY TALKS AT THE WORLD HEALTH ORGANIZATION,” Global Health Watch (2017), p.245.

Barbara Adams, “Private finance and partnerships at the UN,” Routledge Handbook on the UN and Development (2020), Ch.12.

Barbara Adams, “D3. THE UNITED NATIONS, GLOBAL GOVERNANCE, AND THE TOLL OF FUNDING FAILURES,” Global Health Watch (2022), p. 369.

Elena Marmo, “How the UN Opened Its Doors to Private Funding and Networked Multilateralism” Global Policy Forum and Rosa Luxemburg Stiftung-New York Office, New York, (June 2022).

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Kommune bewegt Welt 2022

Engagement Global Presse - 15. September 2022 - 20:11

Zehn Mal durfte gejubelt werden bei der Preisverleihung des Wettbewerbs Kommune bewegt Welt 2022 am 15. September 2022. Im Dürener Gemeindezentrum zeichnete die Jury vor rund 130 geladenen Gästen neun Kommunen für ihre herausragende entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft aus. Über den Publikumspreis und damit die zehnte Gewinnerin entschied das erste Mal die Öffentlichkeit per Online-Abstimmung.

Die großen Gewinnerinnen des Abends waren die Städte Leipzig (Sachsen), Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) und Gudensberg (Hessen). Sie siegten dieses Jahr in den drei Hauptkategorien – große, mittlere und kleine Kommunen – und nehmen jeweils ein Preisgeld von 20.000 Euro mit nach Hause.

Svenja Schulze, Bundesentwicklungsministerin und Schirmherrin des Wettbewerbs Kommune bewegt Welt 2022 hob hervor: „Kommunen sind wichtige Akteure für erfolgreiche Entwicklungspolitik. In großen Millionenstädten wie in kleinen Gemeinden engagieren sich überall in Deutschland Menschen aus Kommunalpolitik und –verwaltung entwicklungspolitisch. Sie schaffen Klimapartnerschaften, beschaffen Produkte aus fairem Handel und liefern Hilfsgüter in die Ukraine. Die Gewinnerkommunen stehen stellvertretend für die große Solidarität und Verantwortungsbereitschaft, die ich im ganzen Land erlebe. Und das, obwohl die Kommunen durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und die Covid19-Pandemie selbst vor immensen Herausforderungen in ihrer Arbeit stehen.“

Leipzig überzeugte durch eine vorbildliche Einbindung der Stadtgesellschaft in die Entwicklungspolitik und eine ganzheitliche Eine-Welt-Strategie. An der Bewerbung von Schwäbisch Gmünd hob die Jury den Arbeitskreis „Eine Welt“ hervor, der entwicklungspolitische Projekte begleitet, wie den fairen Einkaufsführer und die Klimapartnerschaft mit der äthiopischen Stadt Bahir Dar. Die Auszeichnung von Gudensberg hat einen tagesaktuellen Bezug: Gemeinsam mit dem Gudensberger Partnerschaftsverein e.V. unterhält die Kleinstadt unter anderem eine Partnerschaft mit der Siedlung Schtschyrez in der Ukraine. Für die Menschen in Schtschyrez organisierten die Gudensberger zahlreiche Spendenaktionen und fuhren bis heute über 30 Spendentransporte in die Ukraine.

Die Städte Köln (Nordrhein-Westfalen), Gießen (Hessen) und Bad Berleburg (Nordrhein-Westfalen) durften sich über die zweiten Plätze in den drei Hauptkategorien und jeweils 15.000 Euro freuen.

In der diesjährigen Wettbewerbsrunde haben sich insgesamt 50 Kommunen aus 14 Bundesländern beworben. Die Bewerbungen zeigen, dass jede Kommune Entwicklungspolitik wirksam gestalten kann egal wie groß sie ist. Die Teilnehmerinnen reichten von Millionenmetropolen über Landkreise und Provinzstädte bis hin zu kleinen Dörfern. Da sehr viele der Einreichungen überzeugten und eine große Themenvielfalt abdeckten, vergab die Jury zusätzliche Sonderpreise. Aufgrund seines vorbildlichen Engagements gegen den Klimawandel erhielt der Enzkreis den Sonderpreis „Klimaschutz“. Saalfeld/Saale durfte sich über den Sonderpreis „Gemeinsam stark“ freuen. Der Newcomer-Preis ging an Oldenburg in Niedersachsen. Die Sonderpreise und der Newcomer-Preis sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert.

Über die Siegerin des Publikumspreises entschied 2022 das erste Mal die Öffentlichkeit. Bei der Online-Abstimmung nahmen über 4.000 Personen teil. Gewonnen hat den Publikumspreis Klixbüll in Schleswig-Holstein. Die Gemeinde mit gerade einmal knapp über 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern erhält ein Preisgeld von 3.000 Euro für ihr entwicklungspolitisches Engagement.

Ausgerichtet wird der Wettbewerb Kommune bewegt Welt von Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Ansprechperson

Marianne Kreuzig
Engagement Global
Telefon: +49 228 20717-2894
marianne.kreuzig@engagement-global.de

Weitere Informationen
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Erste Konturen der philippinischen Außenpolitik unter Ferdinand Marcos jr.

SWP - 15. September 2022 - 16:00

Ferdinand (genannt »Bongbong«) Marcos junior gewann am 9. Mai mit einem Erd­rutschsieg die Präsidentschaftswahlen der Philippinen und wurde am 30. Juni offiziell vereidigt. Während des Wahlkampfs war der Sohn des 1986 gestürzten philippinischen Diktators Ferdinand Marcos senior in außen- und sicherheitspolitischen Fra­gen äußerst vage geblieben. Einige Beobachter spekulierten zunächst über eine Fort­führung der unter Amtsvorgänger Rodrigo Duterte vollzogenen außenpolitischen Hinwendung zur Volksrepublik China. Mittlerweile zeigt sich jedoch bereits ein deutlich nuancierteres Bild der zu erwartenden Außenpolitik unter Marcos jr. Der neugewählte Präsident dürfte in stärkerem Maße als sein Vorgänger eine Balance im Verhältnis zu China und den USA suchen. Er tritt damit in die außenpolitischen Fuß­stapfen seines Vaters. Ein solcher Kurs könnte Deutschland und der EU neue Koope­rationsmöglichkeiten eröffnen – sofern die Zusammenarbeit den in erster Linie innen­politisch motivierten Zielsetzungen der neuen Marcos-Regierung entspricht.

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09-21_Hans Dembowski - Blog - America is back

E+Z - 15. September 2022 - 13:47
White House stance on both climate and democracy are of great global relevance

Yes, Biden fast re-joined the Paris agreement on climate change, but his own climate agenda was not passed by Congress for many months. Moreover, the president shied away from clearly disowning his predecessor and his supporters in spite of their obviously anti-democratic behaviour. Authoritarian tendencies, after all, were evident not only, but especially in regard to the insurrection of 6 January 2021. A policymaker who speaks out against authoritarian tendencies abroad but stays silent about similar developments at home lacks full credibility.

The past few weeks, things have changed for the better. Congress has passed an ambitious climate agenda, which should, by the end of the decade, cut the USA’s greenhouse-gas emissions to 60 % of the level witnessed in 2005. Biden had aspired to achieve 50 %, which would have been better, but his diplomats will not arrive empty-handed at the climate summit in Egypt in November.

Moreover, Biden has started to ambiguously spell out that Trump and the Republicans who endorse him are a threat to democracy. Opinion polls show that Biden’s party is likely to expand its narrow Senate majority and may even maintain its majority in the House of Representatives. Should both happen, Democrats would be in a position to expand climate action as well as pass legislation to make elections safer and fairer.

These things are of great global and developmental relevance. The climate crisis is escalating, and US action is indispensable. Around the world, extreme-weather disasters are increasing (see our focus section in D+C/E+Z Digital Monthly 2022/06). The USA is affected too.

Negotiations at the climate summit in Sharm el-Sheikh this year will prove difficult for several reasons. The Ukraine war is resulting in enormous climate-relevant emissions, which the international public so far has largely neglected. In the short term, moreover, interest in fossil fuels has increased. Inflation is affecting many nations, partly as a consequence of the war and partly due to supply-chain disruptions in the Covid-19 pandemic. Disputes regarding what funding high-income nations owe less fortunate ones will be high on the agenda, and it does not help that the former have not been keeping their promises so far. On the upside, the war has also boosted policymakers’ long-term interest in renewables, while the number of those who deny climate change is growing smaller in view of the indisputable damage.

The climate negotiations will be tough. The outlook would be very bleak if it were clear from the start that hardly anything can be expected from the USA.

Biden’s invigorated stance towards democracy at home is helpful too. It will prove even more so if his party fares well in the midterm elections in November. Unfortunately, democracies are driven by short-term thinking and very few democracies have been responding appropriately to the mounting environmental challenges since the Earth Summit in Rio in 1992. However, despotic leaders tend to perform even worse. They focus entirely on the survival of their regime and, provided they can rely on strong means of repression, need not worry much about the common good. Russia, for example, has never been a leader in regard to climate issues. Because of Moscow’s war in Ukraine, initiatives to protect vital, but endangered boreal forests close to the Arctic have stalled. China, which has played a constructive role in the past, is increasingly emphasising narrow-minded nationalism.

Both in regard to climate protection and democracy promotion, Biden has begun to deliver. More must happen. If others are to ratchet up their environmental policies, the USA will be expected to do so too. The US legal system, moreover, must hold Trump accountable. Otherwise, the expectation of impunity will increase in many countries where right-wing populists are a force to be reckoned with.

Hans Dembowski is editor in chief of D+C Development and Cooperation / E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit.
euz.editor@dandc.eu

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CHORIZO: Our New Horizon Europe Project to Tackle Food Loss and Waste Through Social Norms

SCP-Centre - 15. September 2022 - 13:00

The three-year CHORIZO project will take an innovative approach to tackling food loss and waste through gathering insights on social norms in a range of food-related settings and generating effective ways to apply behaviour change techniques in six real-life case study contexts.

Food loss and waste (FLW) is a topic with far-reaching consequences across the spectrum of economic, environmental and social spheres. It’s also a topic that involves a range of different actors from agriculture through to end consumers. While behaviour change around FLW has attracted a lot of attention for a number of years, the CHORIZO project, which stands for Changing practices and Habits through Open, Responsible, and social Innovation towards ZerΟ fοod waste, aims to approach it from a different perspective. The project will look into evidence of what works from the lens of social norms – in other words, the common ways of behaving within particular groups or societies – and how that links to food waste.

At the heart of the project is the gathering of results from relevant social norms and FLW actions, resulting in a database of evidence that will be developed with the use of advanced modelling techniques. The database will generate findings that can be applied to a variety of case studies, from hotels to schools to food banks. Within the project, the CSCP will develop actor-, context- and gender-specific guidance to change social norms as well as provide capacity building for a range of stakeholders on how to use such knowledge impactfully in their work.

The CHORIZO project is funded under the European Union’s Horizon Europe research programme and will run for three years (2022-2025), led by a consortium of 14 European partners.

Photo by Anton Murygin on Unsplash.

For further questions, please contact Rosalyn Old.

 

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Über die Beziehung zwischen Russland und China

SWP - 15. September 2022 - 11:23
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Gipfeltreffen der SOZ in Samarkand: Bündnispolitik im eurasischen Raum

SWP - 15. September 2022 - 10:09

Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine zeigt sich in der medialen Berichterstattung die unerfreuliche Tendenz, internationale Politik anhand der Leitdifferenz »Freund oder Feind« zu beobachten. Was sich dem Schema entzieht, wird der Einfachheit halber auf der einen oder anderen Seite der Distinktion verortet: Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns – und umgekehrt. Auch das Gipfeltreffen der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) im usbekischen Samarkand als Versuch zu deuten, eine neue anti-westliche Achse des Bösen zu etablieren, greift zu kurz. Für die Mitglieder der Organisation besteht die wichtigste Funktion der SOZ seit jeher darin, die Interessen untereinander auszutarieren. Dies gilt vor dem Hintergrund der geopolitischen Konfrontation mehr denn je.

Kein eurasisches Pendant zur Nato

Die SOZ war im Juni 2001 als Nachfolgeorganisation der »Schanghai-Fünf« gegründet worden, einem seit 1996 bestehenden Bündnis, dem Russland, die Volksrepublik China sowie ihre drei zentralasiatischen Nachbarn Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan angehörten. Mit der Überführung in die SOZ trat auch Usbekistan bei. In der Folge hat sich die Organisation, in die 2017 auch Indien und Pakistan aufgenommen wurden, als überregionales sicherheitspolitisches Format etabliert, in dem Beobachter stets eine Art sino-russisches Pendant zur Nato sahen.

Solche Ambitionen mögen auf russischer Seite durchaus vorhanden gewesen sein. Doch die Interessen und Präferenzen der Mitglieder standen ihnen immer entgegen. Die führende Rolle in der Organisation spielte von Anfang an China. Der Volksrepublik ging es vor allem darum, unter dem Dach des Multilateralismus mit seinen drei zentralasiatischen Nachbarn eine Reihe offener Fragen zum Grenzverlauf zu klären und die Gefahr der »drei Übel: Separatismus, Extremismus und Terrorismus« einzudämmen beziehungsweise ein Übergreifen islamistischer Bewegungen von Zentralasien ins eigene Land zu verhindern. Die Mehrzahl der Vereinbarungen zwischen den SOZ-Mitgliedern war dabei de facto stets bilateraler Natur.

Russlands Bemühungen, eine supraregionale sicherheitspolitische Allianz zu schaffen und die SOZ mit der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit OVKS – der Russland, Weißrussland, Armenien, Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan angehören – zu verschmelzen, sind nicht weit gediehen. Das liegt zum einen daran, dass eine solche Fusion von der Mehrzahl der Mitgliedstaaten nicht gewünscht war. Zum anderen vertraten Russland und China seit jeher unterschiedliche Auffassungen über Funktion und Stellenwert der SOZ, die sie vor allem als Vehikel für die Durchsetzung der eigenen politischen und wirtschaftlichen Ziele betrachteten. Folglich bestand die Hauptfunktion der SOZ in erster Linie darin, die Politik Russlands und Chinas in Zentralasien auszubalancieren.

Multilateralismus der Blockfreien

An diesen Gegebenheiten wird das Gipfeltreffen in Samarkand wenig ändern. Zu unterschiedlich sind nach wie vor die Zielsetzungen und Präferenzen der beteiligten Staaten. Dem chinesischen Staatschef Xi Jinping bietet die Teilnahme am Gipfel Gelegenheit, Chinas Anspruch als Gestaltungsmacht in Eurasien im Rahmen der Seidenstraßeninitiative (One Belt One Road) zu erneuern. Präsident Putin wird das Treffen seinerseits nutzen, um Rückhalt für seine Politik zu gewinnen, die in hartem Kontrast zu westlichen Vorstellungen steht und folglich auch anti-westliche Rhetorik impliziert. Die Anwesenheit weiterer Staatschefs, die in einem kritischen Verhältnis zum Westen stehen, dürfte unweigerlich dazu führen, dass sich die Gipfelteilnehmer über solche Kritik nicht nur hinter verschlossenen Türen verständigen.

Doch diese Konstellation bedeutet keineswegs, dass das Gipfeltreffen in Samarkand die SOZ in ein Bündnis gegen den Westen transformiert. Mutmaßungen dieser Art verkennen nicht zuletzt die Interessen der zentralasiatischen Kernmitglieder der Organisation. Insbesondere für die beiden zentralasiatischen Schlüsselstaaten Usbekistan und Kasachstan wäre eine gegen den Westen gerichtete Blockbildung alles andere als wünschenswert. Für diese Staaten, deren politisches Gewicht innerhalb der SOZ seit den Gründungsjahren erheblich gewachsen ist, liegt der Wert der SOZ gerade in ihrem bündnisfreien Status, wie Usbekistan als Gastgeber im Vorfeld des Gipfels hervorgehoben hat. Aufgrund der historischen Erfahrung mit den hegemonialen Bestrebungen Russlands und Chinas ist außenpolitische Unabhängigkeit für die zentralasiatischen Mitglieder ein Wert von allerhöchstem Rang. Besonders mit Russland verbindet sie ein komplexes Geflecht von Beziehungen und Abhängigkeiten. Diese würden sie lieber lockern als festigen – und das Mittel der Wahl ist eine diversifizierte Außenpolitik. Dabei kommt gerade den Beziehungen zu westlichen Staaten große Bedeutung zu.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Erweiterung der SOZ um Länder wie den Iran und, perspektivisch, die Türkei sowie arabische Staaten eine ausgesprochen attraktive Option für die Zentralasiaten. Sie verbinden damit aber gerade nicht die Aussicht auf eine machtvolle Allianz gegen den Westen, von der sie keinerlei Vorteil hätten. Vielmehr liegt der Nutzen einer erweiterten SOZ für sie darin, die Vielstimmigkeit innerhalb der Organisation zu vergrößern, Machtansprüche einzelner Mitglieder dadurch zu zähmen und gleichzeitig den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern.

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Our bright digital lives: some critical thoughts

EADI Debating Development Research - 15. September 2022 - 9:42
By Basile Boulay We find ourselves at a strange crossroads. Never have we been more aware of the devastating impact of consumer goods on the environment and never have we been so dependent upon them. Technological innovations are embedded in the daily lives of even the most critical among us, and both usage of and …
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The role of school in the identification of Afghan refugee adolescents in Iran

DIE - 15. September 2022 - 8:14

Purpose: This article explores the role of independent schools in the identity formation of Afghan refugee adolescents. Method: Following Thematic Analysis, 21 Afghan students studying were qualitatively interviewed. Findings: The Afghan adolescent used the accommodation strategy in Iran and achieved identity integrity through the narrative of intimacy. For them, the past (Afghanistan) is a ‘Nowhere land’, the present (Iran) is a ‘no here land’, and the future is ambiguous. The independent schools have the potential to rebuild their past, provide a pleasant present, and picture a hopeful future. It is a place where they can write their identity biography.

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Wie ist die Lage der Europäischen Union?

SWP - 14. September 2022 - 23:15
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Stromkrise: Deutschland muss seiner Verantwortung in Europa gerecht werden

SWP - 14. September 2022 - 14:48

Der deutsche Strompreis hat selbst Extremszenarien überholt. In der öffentlichen Debatte steht insbesondere das europäische Strommarktdesign in der Kritik. Es sieht einen einheitlichen Strompreis vor, vorgegeben durch den teuersten Anbieter im aktuellen Strommix – häufig Gaskraftwerke. Somit überträgt sich der momentan sehr hohe Gaspreis auf den Strompreis, obwohl die durchschnittlichen Stromerzeugungskosten dank anderer Technologien nur bedingt gestiegen sind. Nur mit drastischen Maßnahmen können Deutschland und die EU verheerende Folgen für Haushalte und Industrie, ihre geopolitische Handlungsfähigkeit und den nationalen wie europäischen Zusammenhalt noch abwenden.

Markteingriffe nötig, aber nicht hinreichend

Das von der Bundesregierung beschlossene Entlastungspaket III sieht direkte Strommarkteingriffe vor: Nutzern wird ein Basisstromverbrauch subventioniert, finanziert durch Gewinnabschöpfungen bei den profitabelsten Unternehmen, meist Solar- und Windstromproduzenten. Solche kurzfristigen Markteingriffe, welche auch der EU-Energieministerrat verhandelt, sind essenziell, damit Strom für Haushalte und vor allem Unternehmen bezahlbar bleibt.

Makroökonomisch wie auch geopolitisch ist ein starker Industriestandort mit sicherer und bezahlbarer Energieversorgung ein übergeordnetes Interesse. Europäische Wertschöpfungsketten sind eng verflochten und das potenzielle Ausmaß einer anhaltenden Stromkrise auf Wohlstand und internationale Handlungsfähigkeit ist enorm. In Zeiten erhöhten Systemwettbewerbs und geopolitischer Verwerfungen bedarf es einer starken Industrie, um technologische Standards zu setzen sowie geoökonomisch zunehmend durchlässige Wirtschafträume in der direkten Nachbarschaft anzubinden und zu stabilisieren.

Die unkontrollierten Preise motivieren zwar theoretisch den Ausbau erneuerbarer Energien und stromsparender Produktion. In der Realität jedoch benötigen die grüne Produktionstransformation und die Entwicklung klimafreundlicher Technologien genau die Industrie, die gerade aufs Spiel gesetzt wird. Markteingriffe bringen kurzfristig soziale und ökonomische Stabilisierung. Letztlich kann aber nur eine Erhöhung des Angebots Entspannung bringen. Deutschlands Weigerung, technologieneutral alle Erzeugungsmöglichkeiten auszuschöpfen, birgt das Risiko einer Deindustrialisierung und erodiert die europäische Solidarität.

Ausbau der Erzeugungskapazitäten dient europäischer Solidarität

Als der Gasmangel absehbar wurde, bat die Bundesregierung die EU-Mitgliedstaaten um Solidarität. Deutschland nutzt aktuell bestehende Flüssiggashäfen und Pipelinekapazitäten in Holland, Belgien und Skandinavien, um seine Gasspeicher zu füllen – und bald auch in Frankreich. Abgesehen von Einsparungen und dem Bau von Flüssiggasterminals kann Deutschland hier kaum unterstützen, wohl aber im Strommarkt: In Frankreich sind Kraftwerkskapazitäten ausgefallen; auch anderswo sind Kraftwerke durch niedrige Flussstände eingeschränkt.

Kurzfristig müsste daher nebst Braunkohlekraftwerken vor allem der Weiterbetrieb deutscher Kernkraftwerke selbstverständlich sein. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz versagt letzteres jedoch entgegen der eigens in Auftrag gegebenen Empfehlungen der deutschen Übertragungsnetzbetreiber. Auch wenn der Beitrag der Kernkraftwerke im Winter auf nur fünf Terrawattstunden geschätzt wird, hat das Thema eine massive Symbolwirkung im europäischen Ausland: Es forciert das Narrativ, Deutschland fordere die Hilfe anderer ein, sei jedoch nicht bereit, seine eigenen Befindlichkeiten für das Gemeinwohl außen vor zu lassen. Das Zögern der Bundesregierung spielt auch Russland in die Karten, das auf eine Spaltung Europas und Aufstände der Bevölkerung setzt. Einen Vorgeschmack auf Letzteres bietet Tschechien, wo jüngste Massendemonstrationen infolge der Energiepreise den Rücktritt der Regierung gefordert haben und Generalstreiks angekündigt wurden.

Auch beim Kapazitätszubau muss Deutschland Bürokratie und Kleinstaaterei endlich überwinden. Flüssiggasterminalbau und Corona-Politik haben eindrucksvoll gezeigt, dass Projekte schnell umgesetzt werden können – politischer Wille vorausgesetzt. Sondergenehmigungen für Windkraftanlagen und das Streichen von Abstandsreglungen sollten höchste Priorität bekommen. Die mittelfristige Anbahnung von Gas-Fracking könnte Abhängigkeiten schlagartig vermindern und eine Brücke zu blauem Wasserstoff schlagen. Auch würde sie europäischen Partnern signalisieren, dass Deutschland ernsthaft an der Stabilisierung der Lage mitwirkt.

Diskussion zur Strommarktreform rasch und unbefangen anstoßen

Doch es geht nicht nur um ad-hoc-Preisstabilisierung. Viele Strommarktökonomen wehren sich vehement gegen Marktreformen; sie berufen sich auf notwendige Anreize für den Zubau erneuerbarer Energien, welche das aktuelle System durch hohe Gewinnmargen schafft. Dies vermögen aber auch andere Ansätze, beispielsweise feste, technologiespezifische Einspeisetarife. Sie waren bereits Bestandteil des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und könnten durch eine zentrale europäische Behörde vorgegeben werden, was auch Resilienz böte. Weiterhin schieben Verteidiger des bestehenden Marktdesigns die angebliche Natürlichkeit des Preisbildungsmechanismus und eine damit verbundene Markteffizienz vor. Der Strommarkt und dessen Preise sind aber nicht frei und natürlich, sondern ein hochkomplexes regulatorisches Konstrukt, basierend auf einer historisch ausgehandelten Linie zwischen staatlicher Verwaltung und privatem Handeln.

Letztlich wurde der europäische Strommarkt in einer anderen Zeit und für andere Bedingungen entwickelt; eine Perspektive, die auch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vertritt und daher Reformen ankündigte. Nicht nur technoökonomische, sondern vor allem auch (geo-)politische Imperative müssen Entscheidungen leiten, denn die Verhältnisse zwischen Renationalisierung und Zentralisierung, Liberalisierung und Lenkung sowie Markt und Versorgungssicherheit müssen neu tariert werden. Die Linie zwischen Staat und Markt – Wesen und Bestand des seit fast 20 Jahren liberalisierten Strommarktes – darf kein Dogma sein und muss entsprechend der Ziele und Gegebenheiten zur Debatte stehen. Diese Debatte sollte Deutschland proaktiv vorantreiben.

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A new era for the G20? Insights from the T20 Summit 2022 in Indonesia

DIE Blog - 14. September 2022 - 14:00

By Hellosumanjaya – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=110382121

“Recover Together – Stronger Together” is the slogan of the G20 presidency of Indonesia 2022. Formulated in 2021, it was meant as a signal to focus on economic recovery and the global health architecture after the Covid-19 pandemic, combined with sustainable energy transition. In 2022, geopolitical tensions amongst G20 member states and a series of yet more global challenges, including a severe food and energy crisis, place a bold question mark behind literally all components of the slogan. Economies and societies do not ‘recover’ at the aspired pace. The recent drop of the global Human Development Index erases gains of the last five years. The G20 is not ‘together’ and most of the world’s economies cannot be considered ‘stronger’. In sum, global governance is anything but fit to address the “interwoven sustainability emergencies” with a climate crisis at its core. Still, there is hope that the Indonesian presidency marks the beginning of a new era for the G20, and, thus, for the global cooperation system as a whole.

The new era arguably has already begun, even if keeping the G20 alive may turn out to be the Indonesian presidency’s main success under challenging circumstances. We will see a set of four G20 presidencies with a markedly “Global South” identity in a row: India (2023), Brazil (2024), and South Africa (2025) are to follow Indonesia. This comes with great potential in the mid-term for closer cooperation, more continuity in the G20 agenda and a stronger focus on development that works for the South.

The hope for more cooperation and a shift of focus towards development within the boundaries of the earth system crystallised during the recent summit of the Think 20 (T20) in Indonesia. The T20 is an official G20 engagement group that brings together leading think tanks and research institutions to provide research-based policy recommendations. In its final message to the G20 leaders, condensed from more than 130 policy briefs produced in 9 Task Forces and launched during the Summit, the community highlighted five core areas on how to:

  1. foster recovery and resilience,
  2. accelerate the process toward net zero emissions and combat climate change,
  3. govern transformation to the digital society,
  4. make the economy more inclusive and people-centred, and
  5. revive global governance.

Beyond these core points, discussions during the Summit revolved around the role of the T20 and the science and think tank community for international cooperation. In this way, the T20 tried to deliver on the thematic priorities of the Indonesian G20 presidency, while recognising at the same time that at the moment food and energy security are more immediate concerns than green and digital transformations.

A divided G20 faces interwoven crises

In 2022, cooperation in the G20 is both more difficult and more needed than ever. The core challenge of climate change becomes ever more pressing with numerous direct and indirect effects on societies, economies and ecosystems. Other, new challenges have been added, not least manifold implications of the Covid-19 pandemic. Despite the Covax initiative and related efforts, worldwide access to affordable vaccines remains a key challenge. Economic recovery is hampered by geopolitical tensions that come with a substantial food and energy crisis, a slowdown of growth for major world economies, a looming ‘stagflation’ period and an excess debt crisis. All of these effects hit less resilient economies hardest and it happens at a time when production and demand were still suffering from the disruption of supply chains during the pandemic. People mobility was reduced because of Covid-19-related restrictions and today harms both economic re-opening and the transnational cooperation between countries in more general terms. To illustrate, the already complex exchange with China has become even more difficult in the face of China’s strict public health measures due to its zero-Covid approach. Within societies worldwide, the pandemic widened the gender gap regarding income and socio-economic security; women were the first to lose their jobs and are the last to return to the labour market. Young generations suffer from “lost years” of education, the real consequences of which are likely to unfold in the next years only. The high share of young people in developing and emerging countries implies strongest effects here. The boost of digitalisation fuelled by the pandemic – occasionally perceived as a modernisation of services – results in more automation, adding an additional disruptive element to the labour market with a likely increase of existing inequalities.

The complexity and urgency of these interwoven challenges call for globally coordinated action. The G20 might be a forum for that, but political disagreement hampers comprehensive cooperation and, thus, increases the risk that the major challenges of our time remain unaddressed. G20 members are divided over their positions on Russia’s war against Ukraine, while its repercussions – including rising energy and food prices – put an additional burden on economic recovery. Additional political and economic uncertainty comes with strong disputes between the US and China regarding Taiwan. Under the Indonesian presidency, the G20 disguises these developments under the notion of ‘geopolitical tensions’ without addressing the elephants in the room openly. However, the absence of trust between various actors constitutes a key obstacle to the formulation of joint positions, and it is not unlikely that President Joko Widodo will have to close the Summit on 16th November without a joint communiqué.

A new era of cooperation in a ‘Southernised’ G20?

Despite these risks, there is hope that the sequence of chairing countries in the coming years bears the potential to initiate a ‘Southernisation’ of the G20 after a period of agenda setting by developed countries with positive effects. The incoming presidencies share similar development challenges and economic and political roles in their respective regions. This background can make it easier for them to arrive at common understandings of global problems – the precondition for joint and, thus, effective solutions. These countries also share the ambition to co-shape world affairs based on a better recognition of global power shifts towards the South. Three of them are members of BRICS, which can contribute to the synchronisation of initiatives. In this way, the sequence of presidencies can bring a stronger development focus and more continuity to the agenda, the lack of which remains a key obstacle to effective cooperation structures. The already established troika system, meant to synchronise the efforts of three consecutive G20 presidencies, could be made to work into the same direction. Initiatives like the T20 Research Forum, established during the T20 summit, may help develop joint understandings and continuous agenda setting, too. Beyond the set of chairing G20 countries, attempts to better integrate G20 views in the G7 process under the German G7 presidency 2022 shows potential for a parallel ‘G20-fication’ of the G7, with prospects for improved cooperation between the two country clubs. Crucially, together, the trends of 2022 – Southernisation of G20, and G20-ification of G7 – may also mark the beginning of a new era of global cooperation, in which Southern leaderships shift the focus to the Global South.

Indonesia is well positioned to keep the G20 alive. Its geopolitical position between major blocks, diverse international economic connections, its strong role in ASEAN and membership in APEC, the approval of the UN resolution ES-11/1 to deplore Russia’s invasion of Ukraine in combination with a non-alignment with ‘Western’ sanctions against Russia, and an overall careful diplomatic approach can help keep the show going when leaders meet for a showdown on Bali in November. However, as agreement on a comprehensive common approach to key crises remains unlikely, regional and thematic country clubs, which share higher ambitions in selected areas, could be a pragmatic means to create dots – within and outside the G20 – that can be connected at a later stage. The four presidencies of emerging powers in the G20 should work together to materialise the potential of a better-harmonised and more continuous agenda until 2025, with shared development and climate questions at the centre.

Here, the role of a cooperative and effective T20 as a “bank of ideas” underpinned by sound scientific evidence is crucial. It can help in setting and maintaining a multiannual agenda, building necessary transboundary bridges and finding common solutions. It remains to be seen in how far the strong T20 efforts under Indonesian guidance can contribute to a successful G20. Arguably, the T20 process can be most important when successful cooperation amongst G20 members is most difficult. While Indonesia’s presidency might not be able to fully live up to the ambition of its motto to have the G20 recover together and stronger in 2022, its legacy could be the preparation of a new phase of togetherness, which allows for better cooperation in the future.

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Tag der Tropenwälder: „Europas Konsum darf nicht länger zu Entwaldung führen“

SID Blog - 14. September 2022 - 13:14
Berlin - Der Konsum in Europa trägt immer noch maßgeblich zur Zerstörung von Wäldern bei. Auf diesen Zusammenhang hat Entwicklungsministerin Svenja Schulze am heutigen Tag der Tropenwälder hingewiesen. Sie warb zugleich für einen schnellen und ambitionierten Abschluss der Gesetzgebung aus dem europäischen Green Deal, die den Import von Produkten in die EU verbietet, deren Herstellung zu Entwaldung geführt hat. Das betrifft unter anderem Holz, Kaffee, Kakao, Palmöl, Rindfleisch oder Soja, welches vor allem als Futtermittel für Schweine und Geflügel verwendet wird.

 

Entwicklungsministerin Schulze: „Die meisten von uns wissen längst, wie überlebenswichtig Tropenwälder für uns Menschen sind. Niemand möchte beim Kaffeetrinken, Tanken oder Essen den Regenwald zerstören. Trotzdem führt unser Konsum in Europa immer noch zu Entwaldung in großem Umfang. Wir brauchen darum dringend strenge Regeln, die den Import von Produkten verbieten, deren Herstellung Wälder zerstört hat. Hier geht es um eine konsequente Neuordnung von Lieferketten, die für die Stabilität unseres Planeten existenziell sind."

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich bereits im Juni und das EU-Parlament hat sich gestern grundsätzlich für den Gesetzentwurf ausgesprochen. Die Details werden in den kommenden Monaten im Trilog verhandelt.

Wälder bedecken mehr als 30 Prozent der Erdoberfläche und beherbergen etwa 80 Prozent der bekannten Tier- und Pflanzenarten, die außerhalb der Ozeane leben. Auch für etwa ein Drittel der Menschheit sind Wälder die Lebensgrundlage. Seit 1990 gingen schätzungsweise 420 Millionen Hektar Wald verloren, das entspricht ungefähr der Größe der Europäischen Union. Der Großteil, 88 Prozent der globalen Waldzerstörung, geht auf die Landwirtschaft zurück. Insbesondere in den Tropen werden Wälder zum Beispiel für den Anbau von Soja oder Palmöl abgeholzt; Produkte, die vor allem für Tierfutter in der Fleischproduktion zum Einsatz kommen und oftmals auf Tellern im globalen Norden landen.

 

Das BMZ engagiert sich in besonders betroffenen Partnerländern wie Brasilien, Indonesien oder Côte d'Ivoire für entwaldungsfreie Lieferketten und möchte vor allem Kleinbauern und -bäuerinnen unterstützen, nachhaltig zu wirtschaften. Das BMZ engagiert sich auch für ein Umdenken hinzu nachhaltigem Konsum in Deutschland, ob in Unternehmen oder bei der öffentlichen Beschaffung (z.B. in Kantinen). Enge Abstimmung zu all dem erfolgt mit der EU-Kommission, vielen EU-Mitgliedstaaten, aber auch darüber hinaus mit Großbritannien und Norwegen.

Um die globale Waldzerstörung zu stoppen, setzt sich das BMZ für Waldschutz, nachhaltige Bewirtschaftung und den Wiederaufbau von Wäldern ein. In den letzten fünf Jahren (2017-2021) stellte das BMZ hierfür circa 2,5 Milliarden Euro Haushaltsmittel bereit und fördert waldrelevante Vorhaben in mehr als 40 Ländern. Schwerpunkte der Förderung liegen im Amazonastiefland und im Kongobecken, den größten zusammenhängenden Tropenwaldregionen. Auch beteiligt sich das BMZ an der Glasgow Leaders Declaration on Forests and Land Use, einer breiten Allianz von mehr als 140 Ländern mit mehr als 90 Prozent der globalen Waldfläche. Diese haben sich bei den Klimaverhandlungen in Glasgow im November 2021 dazu verpflichtet, gemeinsam den Verlust von Naturwäldern bis 2030 zu beenden, 350 Millionen Hektar Wald wiederherzustellen und Agrarlieferketten entwaldungsfrei zu gestalten. Das BMZ beteiligt sich hier bisher mit 700 Millionen Euro.

 

Indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften (ILPC) kommt beim Waldschutz eine zentrale Rolle zu. Sie tragen durch eine nachhaltige Lebensweise aktiv zur Gesundheit der Wälder bei. So weisen Wälder, die durch indigene Völker bewirtschaftet werden, eine erheblich geringere Entwaldungsrate auf. Trotzdem finden die Rechte indigener Völker, insbesondere nach geregelten Land- und Besitzrechten, oftmals kein Gehör. Die Bundesregierung setzt sich daher gemeinsam mit anderen internationalen Partnern für ihre Stärkung ein.

 

Entwicklungsministerin Schulze: „Ohne Wald fehlt saubere Luft und für viele Menschen in Entwicklungsländern ist der Wald auch Nahrungsgrundlage. Deshalb hat das BMZ seit 2017 über 2,5 Milliarden Euro in den Waldschutz investiert. Mir ist dabei wichtig, dass das BMZ nur Maßnahmen fördert, die Naturschutz, nachhaltige Nutzung und eine wirtschaftliche Grundlage für die lokale Bevölkerung zusammendenken und dabei indigene Völker und lokale Gemeinschaft einbeziehen. Denn ihnen kommt beim Waldschutz eine Schlüsselrolle zu."


 

"Fair steht dir" - Größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland startet am 16.09.2022

SID Blog - 14. September 2022 - 13:06

Faire Woche ruft zu Nachhaltigkeitswende in der Textilbranche auf

Berlin/Köln/Mainz, 14.09.2022 – Unter dem Motto „Fair steht dir – #fairhandeln für Menschenrechte weltweit" findet vom 16. bis zum 30. September die Faire Woche statt, die größte Aktionswoche des Fairen Handels. Im Mittelpunkt stehen menschenwürdige Arbeitsbedingungen und nachhaltiges Wirtschaften in der Textillieferkette. Weltläden, Schulen, Fairtrade-Initiativen und viele weitere Akteure laden bei rund 2.000 Veranstaltungen dazu ein, den Fairen Handel kennenzulernen und sich mit den sozialen und ökologischen Auswirkungen von Textilkonsum auseinanderzusetzen. Die Faire Woche findet in diesem Jahr bereits zum 21. Mal statt. Organisiert wird die bundesweite Veranstaltung vom Forum Fairer Handel in Kooperation mit dem Weltladen-Dachverband und Fairtrade Deutschland.

Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza 2013 in Bangladesch hat viele Menschen wachgerüttelt. Das Unglück, bei dem über 1.100 Menschen starben, steht wie kein anderes für die Missstände in der Textil- und Schuhindustrie. Auch knapp zehn Jahre später gilt die Textillieferkette als extrem anfällig für Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen. „Menschenwürdige Arbeit und Umweltschutz weltweit – dafür sollten wir uns auf allen Ebenen einsetzen. Als Konsumentinnen und Konsumenten kann jede und jeder einzelne von uns einen direkten Beitrag leisten und beim Einkauf Unternehmen unterstützen, die nachweislich auf gute Arbeitsbedingungen und nachhaltige Produktion setzen. Die Faire Woche bietet eine gute Gelegenheit, sich zu informieren und zu engagieren. Aber auch die Politik ist gefordert, das Thema strukturell anzugehen. Das deutsche Lieferkettengesetz ist hierfür ein wichtiger Schritt, denn es legt erstmals verbindlich fest, dass die Einhaltung der Menschenrechte keine Frage der Freiwilligkeit ist. Ich setze mich jetzt dafür ein, dass wir diesen Ansatz erweitern und eine starke EU-weite Regelung hinbekommen", erklärt Bundesministerin Svenja Schulze, Schirmherrin der Fairen Woche. „Die Menschen, die unsere Kleidung herstellen, müssen unter zunehmendem Zeitdruck und zu desaströs niedrigen Löhnen Unmengen neuer Ware produzieren", erklärt Andrea Fütterer, Vorstandsvorsitzende des Forum Fairer Handel. „Sie verbleiben in Armut, während große Modeunternehmen ihre Profite mit Fast Fashion maximieren", kritisiert Fütterer.

 

EU-weite Petition für existenzsichernde Löhne

Gemeinsam mit Organisationen wie Fashion Revolution und Fair Wear Foundation fordern die Veranstalter der Fairen Woche existenzsichernde Löhne für Textilarbeiterinnen und -arbeiter weltweit: „Existenzsichernde Löhne sind kein Luxus, sondern ein grundlegendes Menschenrecht. Diese Tatsache sollte gerade ein Verbund wie die Europäische Union anerkennen", sagt Claudia Brück, Vorständin bei Fairtrade. „Die EU zählt zu den wichtigsten Abnehmern für Textilien. Allein im ersten Halbjahr 2022 hat sie Textilprodukte im Wert von knapp 64 Milliarden Euro importiert. Eine europaweite Entscheidung für existenzsichernde Löhne hätte enorme Schlagkraft und könnte in der Branche wirklich etwas bewegen", so Brück. Damit sich die EU mit dem Thema auseinandersetzt, muss die Petition „Good Clothes, Fair Pay" eine Million Unterschriften erreichen.

 

Gemeinsam Umdenken

Immer mehr Menschen legen Wert auf nachhaltige Produktionsbedingungen und hinterfragen die Herkunft von Alltagsprodukten wie Kleidung. Der Faire Handel bietet ihnen Alternativen. Denn transparente Lieferketten, die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit und ein Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit sind hier Kernpunkte. „Es ist eindrucksvoll, wie viele Frauen sich durch den Fairen Handel weiterentwickelt haben und jetzt unabhängig und selbständig ihren Weg gehen", erklärt Sujata Goswami von Sasha Fair Trade in Indien. Die Stärkung von Frauenrechten ist im Kontext textiler Lieferketten besonders wichtig, da in erster Linie Frauen von den ungleichen Machtverhältnissen im Handel betroffen sind.

 

Den Veranstaltungskalender der Fairen Woche finden Sie unter www.fairewoche.de/kalender.

 

Petition "Good Clothes, Fair Pay"

Passend zum Thema der Fairen Woche setzt sich die Europäische Bürger*inneninitiative mit der Petition „Good Clothes, Fair Pay" für existenzsichernde Löhne für Textilarbeiter*innen ein. Existenzsichernde Löhne sind kein Luxus, sondern ein grundlegendes Menschenrecht. Gemeinsam mit Organisationen wie Fashion Revolution und der Fair Wear Foundation fordern die Initiator*innen im Rahmen der Kampagne gesetzliche Rahmenbedingungen, die dieses Recht schützen. Es werden eine Million Unterschriften benötigt, damit die EU-Kommission zu den Forderungen Stellung nimmt.

 


Kambodscha - Gravierende Probleme im Mikrofinanzsektor bestätigt

SID Blog - 14. September 2022 - 13:05



Pressemitteilung vom 14. September 2022 Kambodscha: Von Bundesregierung geförderte Studie bestätigt gravierende Probleme im Mikrokreditsektor

Köln, Phnom Penh -- Eine vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Studie bestätigt das Problem der weitverbreiteten Überschuldung in Kambodscha durch Mikrokredite. Dieses führt zu einer „bedenklich hohen" und „nicht akzeptablen" Zahl von Landverkäufen. Die Studie zeigt, dass mehr als 167.000 kambodschanische Haushalte in den letzten fünf Jahren Land verkaufen mussten, um Kredite zurückzuzahlen. Die Menschenrechtsorganisation FIAN Deutschland, die Kambodschanische Liga zur Förderung und Verteidigung der Menschenrechte (LICADHO) und Equitable Cambodia fordern die Bundesregierung und andere Geber des Mikrofinanzsektors auf, endlich ihrer Verantwortung nachzukommen und unverzüglich konkrete Maßnahmen zu ergreifen.

Seit Mitte 2019 haben kambodschanische Menschenrechtsgruppen mehrere Berichte veröffentlicht, die die schwerwiegenden Auswirkungen der Mikrokredit-Überschuldungskrise aufzeigen. Die vom Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) durchgeführte Studie „Mikro"finanzierung in Kambodscha: Entwicklungen, Herausforderungen und Empfehlungen liefert hierfür weitere Belege.

Die Studie, die vom BMZ in Auftrag gegeben wurde, um „statistische Evidenz" zur Überschuldung in Kambodscha zu gewinnen, umfasste eine Haushaltsbefragung, Gruppendiskussionen mit Dorfbewohner*innen und Interviews mit lokalen Behörden in 24 Dörfern. Sie ergab unter anderem:
  • eine sehr hohe durchschnittliche Kredithöhe von 5.183 US Dollar bei den verschuldeten Haushalten, von denen viele sehr arm sind (mit jährlichen Zinssätzen von 18 Prozent plus Gebühren für Mikrokredite);
  • fast die Hälfte der verschuldeten Haushalte hat Rückzahlungsschwierigkeiten;
  • von den Haushalten mit Rückzahlungsschwierigkeiten haben 13 Prozent berichtet, dass sie in den letzten fünf Jahren Land verkaufen mussten, um Kredite zurückzuzahlen (hochgerechnet auf alle Kreditnehmer*innen würde dies 33.480 schuldengetriebene Landverkäufe pro Jahr bedeuten);
  • „in einer Reihe von Fällen" wurden Kreditnehmer*innen Opfer von Menschenrechtsverletzungen;
  • eine Reduzierung der Ausgaben für Lebensmittel kommt häufig vor;
  • Teilnehmer*innen der Gruppendiskussionen und lokale Behörden gaben an, dass Kinder aus der Schule genommen werden, um für die Rückzahlung von Krediten zu arbeiten.
Die Analyse bestätigt weiterhin, dass der kambodschanische Mikrofinanzsektor stark gesättigt ist, was zu einem massiven Wettbewerb zwischen den Anbietern führt. Aggressive Tür-zu-Tür-Kreditwerbung sowie ein übermäßiger Rückgriff auf Land als Sicherheit für Mikrokredite ist gängige Praxis. Die INEF-Forscher kommen zu dem Schluss, dass zwischen 25 und 50 Prozent der 2,8 Millionen verschuldeten Haushalte in Kambodscha überschuldet sind – ähnlich dem Befund einer Studie aus dem Jahr 2017, die unter anderem vom BMZ finanziert wurde.

Die INEF-Studie macht eine Reihe von Empfehlungen, wie z. B. einen generellen Schuldenerlass für sehr arme Haushalte, die Kündigung von Verträgen und Entschädigungen für Haushalte, die in Fällen grober Fahrlässigkeit von Kreditinstituten zum Verkauf von Land gezwungen wurden, sowie die Einschränkung der Verwendung von Landtiteln als Kreditsicherheit. Da die meisten der vorgeschlagenen Maßnahmen zweifellos eine gewisse Zeit benötigen, um ihre Wirkung zu entfalten, und angesichts der Tatsache, dass jeden Tag bis zu 100 kambodschanische Haushalte ihr Land verkaufen müssen, um Kredite zurückzuzahlen, fordern LICADHO, Equitable Cambodia und FIAN erneut, dass die Hunderttausenden Landtitel, welche die Kreditinstitute als Sicherheit eingezogen haben, unverzüglich an die Mikrokreditnehmer*innen zurückgegeben werden. Dies würde den Druck auf die Haushalte erheblich verringern und die Zahl der erzwungenen Landverkäufe reduzieren.

Darüber hinaus empfehlen die INEF-Forscher der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, die den Mikrofinanzsektor weiterhin direkt (durch die DEG-Entwicklungsbank) und indirekt (durch die KfW-Entwicklungsbank und das BMZ) über Mikrofinanzfonds unterstützt, ihren bestehenden Einfluss zu nutzen, um ihre Partner-Mikrofinanzinstitute (MFI) davon zu überzeugen, diese zentralen Empfehlungen umzusetzen. Mittelfristig wird empfohlen, die Unterstützung für den kambodschanischen Mikrofinanzsektor einzustellen.

Die Studie weist zwar zu Recht darauf hin, dass die kambodschanischen MFI und Banken mehr als genug Gewinne machen, um die Kosten für den dringend benötigten Schuldenerlass zu decken, doch sollten sich Geber wie die zuständigen deutschen Entwicklungsbanken nicht aus der Verantwortung stehlen. „Die Entwicklungsbanken und Mikrofinanzfonds haben ihre menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten in Kambodscha zweifelsohne missachtet", sagt Mathias Pfeifer, Referent bei FIAN. „Die Bundesregierung und andere Geber wissen seit mindestens 2017 um die gravierende Überschuldung in Kambodscha. Sie haben aber so gut wie nichts unternommen, um das Problem anzugehen und pumpen bis heute Millionen von Euro in den Sektor", so Pfeifer weiter. Über den Mikrofinanzfonds MEF beispielsweise, an dem KfW und BMZ maßgeblich beteiligt sind, sind allein im Jahr 2021 fast 20 Millionen US-Dollar an Neuinvestitionen in den kambodschanischen Mikrofinanzsektor geflossen. Im selben Jahr betrugen die Erträge aus den (Gesamt-)Investitionen des MEF 49,9 Millionen US-Dollar.

„Die deutschen Entwicklungsbanken und andere Geber sollten die satten Gewinne, die sie über viele Jahre hinweg mit überschuldeten Kreditnehmer*innen gemacht haben, für einen Schuldenerlass verwenden und den Opfern von Menschenrechtsverletzungen wirksame Abhilfe verschaffen," so Naly Pilorge von LICADHO. Weitere wichtige Geber des kambodschanischen Mikrofinanzsektors sind verschiedene europäische und multinationale Entwicklungsbanken sowie private „ethische" Investoren wie Oikocredit, Triodos Bank, Invest in Visions, Vision Microfinance und mit kleineren Beträgen die Bank im Bistum Essen und GLS Bank.



Link zur Studie und Hintergrundinformationen:

• INEF-Studie: „Mikro"finanzierung in Kambodscha: Entwicklungen, Herausforderungen und Empfehlungen, September 2022 
• FIAN Studie: Mikrokredite und Überschuldungskrise in Kambodscha, Februar 2022 



Entwicklungsministerium und DFB vertiefen Partnerschaft

SID Blog - 14. September 2022 - 13:04
Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit – Entwicklungsministerium und DFB vertiefen Partnerschaft

Berlin/Frankfurt am Main - Zum zehnjährigen Bestehen ihrer Partnerschaft haben das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vereinbart, das gemeinsame Engagement für Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Verantwortung und Entwicklung durch Sport fortzusetzen und zu intensivieren. Entwicklungsministerin Svenja Schulze und DFB-Präsident Bernd Neuendorf haben gestern in Berlin eine entsprechende Partnerschaftserklärung unterzeichnet. Im Fokus der Kooperation steht die gezielte Förderung von Frauen und Mädchen als künftige Verantwortungsträgerinnen in Sport und Gesellschaft.

Bundesentwicklungsministerin Schulze: „Fußball begeistert und verbindet Menschen auf der ganzen Welt. Darum hat er auch die Kraft, nachhaltige Entwicklung von Gesellschaften voranzutreiben. Globale Herausforderungen für Menschen, Umwelt und Klima können wir nur gemeinsam angehen. Daher freue ich mich, dass wir unsere starke Partnerschaft mit dem Deutschen Fußball-Bund nach zehn Jahren heute erneuern, um uns genau hierfür gemeinsam einzusetzen – in unseren Partnerländern, aber auch in Deutschland werden wir gemeinsam den Fußball nutzen, um Vereine, Fans und engagierte Menschen für mehr Nachhaltigkeit zu begeistern, über globale Zusammenhänge in Lieferketten oder Klima zu informieren und positiven Wandel voranzutreiben. Dazu zählt auch die nachhaltige Ausrichtung von Sportgroßveranstaltungen. Die EURO 2024 in Deutschland sollte dafür Standards setzen!"

Bernd Neuendorf sagt: „Die Partnerschaft zwischen BMZ und DFB ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Gemeinsam sind wir der Überzeugung, dass der Sport und insbesondere der Fußball weltweit positive Beiträge zur persönlichen, sozialen und gesellschaftlichen Entwicklung leisten kann. In den vergangenen zehn Jahren wurden in zahlreichen Projekten viele kleine und große Fortschritte erzielt, auf der ganzen Welt haben wir Menschen erreicht und Menschen geholfen. Die Erfahrungen der Vergangenheit werden wir nutzen, wir wollen und werden in Deutschland, aber auch weit darüber hinaus in neuen Projektformaten neue Herausforderungen angehen. Mit der nachhaltigen Ausrichtung der UEFA EURO 2024 wollen wir Maßstäbe setzen und Vorbild und Inspiration sein für künftige Gastgeber*innen von Sportgroßveranstaltungen."

Das Entwicklungsministerium und der Deutsche Fußball-Bund kooperieren seit 2012. Die ehemalige Nationalspielerin Nia Künzer und der ehemalige Nationalspieler Gerald Asamoah setzen sich als von BMZ und DFB ernannte „Sport für Entwicklung"-Botschafterin und –Botschafter persönlich aktiv für die Partnerschaft ein. Gemeinsam setzen BMZ und DFB weltweit Sport für Entwicklung-Projekte um – etwa in Brasilien, Kolumbien, Mexiko, Namibia, Tunesien, Jordanien, Nordirak und Indonesien. Kinder und Jugendliche lernen bei diesem Sporttraining nicht nur den Umgang mit dem Ball, sondern auch Wissenswertes über Gesundheitsvorsorge, Umweltschutz, Geschlechtergerechtigkeit und Konfliktprävention. Außerdem werden über den Sport soziale und berufsrelevante Kompetenzen wie Toleranz, Ausdauer, Respekt und Selbstvertrauen vermittelt. Vor diesem Hintergrund bildet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam mit dem DFB speziell geschulte Trainerinnen und Trainer in Partnerländern aus.

Dieser Ansatz soll durch Aus- und Fortbildungen künftig noch breitenwirksamer in lokalen Organisationen wie Schulen, Vereinen oder Verbänden verankert werden. Hierfür werden bestehende Verbandskooperationen in Partnerländern ausgebaut. Ein besonderer Schwerpunkt ist dabei die Förderung von Frauen und Mädchen, zum Beispiel über das gemeinsame Nachwuchsförderprogramm „Future Leaders in Football" (FLF): junge, bereits im Fußball engagierte Frauen werden dafür qualifiziert, Führungsausgaben im Sport zu übernehmen und als Vorbilder und Multiplikatoren in Sport und Gesellschaft zu fungieren.

Teil der Vereinbarung zwischen BMZ und DFB ist, dass sich die Partner für die nachhaltige Ausrichtung von Sportgroßveranstaltungen einsetzen – und die EURO 2024 in Deutschland als wichtigen Impulsgeber für nachhaltige Entwicklung in Sport und Gesellschaft nutzen. 

Für weitere Informationen zum BMZ-Ansatz „Sport für Entwicklung" siehe folgende Links:

Toolkit "Sport für Entwicklung" der deutschen EZ:

https://www.sport-for-development.com/home

Film Sport für Entwicklung mit O-Ton der Ministerin:

https://www.youtube.com/watch?v=oZfZONl8Q4Y

Praxis-Beispiel Jordanien und Irak:

https://www.bmz.de/de/entwicklungspolitik/flucht/projekt-jordanien-irak-2456

 


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