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23-01-13_Berthold Kuhn - China - protests

E+Z - 13. Januar 2023 - 2:00
23-01-13_Berthold Kuhn - China - protests admin Fr., 13.01.2023 - 02:00 Nach landesweiten Demonstrationen gegen die Null-Covid-Politik hat China eine Kehrtwende vollzogen Pandemie Pekings schnelle Protestbesänftigung Nach landesweiten Demonstrationen gegen die Null-Covid-Politik hat China eine Kehrtwende vollzogen. Die Regierung hat so eine Politisierung der Krise, die auch Staats- und Parteichef Xi Jinping hätte schwächen können, abgewendet. 09.01.2023Ostasien Meinung Sozialentwicklung

Chinas Regierung hat in Reaktion auf landesweite Demonstrationen die Lockdownregeln gelockert. Das ist nicht ungewöhnlich, sondern eher typisch. Anders, als viele meinen, versucht die Kommunistische Partei oft und ernsthaft, Proteste oder Streiks mit schnellen Zugeständnissen zu beenden. Dafür gibt es einige Beispiele, speziell auch im Umweltbereich. Es entspricht traditioneller konfuzianischer Ethik, der zufolge Herrscher für eine harmonische Gesellschaft und breites Wohlergehen sorgen sollen. Diese Verpflichtung wirkt auch im modernen China fort, auch wenn die politische Gewaltenteilung wesentlich weniger ausgeprägt ist als im Westen und keine allgemeinen und freien Wahlen abgehalten werden. Die Regierung fühlt sich den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung verpflichtet.

Den landesweiten Unmut haben nicht nur Studierende, sondern auch einfache Erwerbstätige sowie Intellektuelle artikuliert. Die Regierung hat erkannt, dass die harte Null-Covid-Politik große Risiken birgt, speziell für die Wirtschaft, und hat mit der Lockerung die Demonstranten bis Mitte Dezember weitgehend besänftigt. Allerdings entstand so das Risiko einer heftigen Infektionswelle, denn gerade ältere Bevölkerungsschichten sind noch nicht ausreichend geimpft. Das Gesundheitssystem ringt mit großen Herausforderungen.

Die Kehrtwende ist bemerkenswert, denn wenige Wochen zuvor hatte der Parteitag die Amtszeit von Xi Jinping verlängert. Viele Menschen haben die Proteste verfolgt und haben auch die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie in den vergangenen Monaten und Jahren in anderen Staaten und Regionen verfolgt. Hier steht nun China in den Augen vieler nicht mehr so erfolgreich da wie noch vor wenigen Monaten.

Auf die Omikron-Variante haben viele Staaten offensichtlich geschickter reagiert als China, denn die Hospitalisierungsrate ist wesentlich geringer, somit eine ansteigende Infektionswelle weniger dramatisch. Allerdings hat China eine wesentlich größere Bevölkerung und kann daher mit anderen Staaten kaum verglichen werden. Auch andere große Staaten, darunter Indien und die USA, waren bei der Bekämpfung von Covid-19 nicht besonders erfolgreich. Im Vergleich zu China sind dort prozentual viel mehr Menschen gestorben.

Einsichten in Xi Jinpings Umfeld

Xi Jinpings Umfeld hat nun auch gelernt, dass die Fraktion der liberaleren Wirtschaftspolitiker einen größeren Rückhalt als vermutet nicht nur im Privatunternehmertum, sondern auch in der Bevölkerung insgesamt genießt. Die nationalistische Propaganda hatte angesichts der sehr harten Pandemiemaßnahmen keine große Wirkung, wobei auch die Bilder von der Fußball-WM mit unmaskiert feiernden Fans in China eine Rolle gespielt haben.

Der Tod von Jiang Zemin im Dezember, der als Staats- und Parteichef weitreichende Reformen implementierte, hat bei vielen zusätzliches Nachdenken ausgelöst. Jiang Zemin stand für kulturelle Offenheit und Austausch mit dem Westen.

Xi Jinping steht auch nach dem Kurswechsel der Covid-Politik weiter für einen autoritären, aber auch volksnahen Regierungsstil. Die Reaktionen auf die Proteste haben dieses Image akzentuiert, das in den Augen vieler Chinesinnen und Chinesen eher positiv konnotiert ist, auch wenn sich das viele im Westen nicht vorstellen können oder möchten. Mitte Dezember war zu erwarten, dass – sollte keine Gesundheitskatastrophe hereinbrechen – Xi Jinping gestärkt aus der Krise hervorgehen könnte. Die aktuelle Infektionswelle ist jedoch offenbar heftig und vermutlich schlimmer, als die chinesische Führung erwartet hatte.

Niemand will politische Eskalation, und die Führung wird sich um einen ruhigen Kurs bemühen. Das könnte den Beziehungen mit Taiwan zugutekommen. China möchte zurzeit keine großen Spannungen mit dem Westen. Ein Angriff auf Taiwan hätte für die Wirtschaft heftige Konsequenzen. Die Legitimität der chinesischen Regierung ist eng mit dem Versprechen von Wohlstand und der Begrenzung sozialer Ungleichheit verbunden. Diesbezüglich vertrauen ihr die meisten Menschen durchaus.


Berthold M. Kuhn ist Politikwissenschaftler. Er arbeitet an der Freien Universität Berlin und als Berater für internationale Organisationen und Denkfabriken.
berthold.kuhn@fu-berlin.de

 

Nachhaltigkeit Off Off Berthold M. Kuhn

hat zuletzt im Winter 2022/2023 als habilitierter Politikwissenschaftler zu E+Z/D+C beigetragen. Er arbeitet als Privatdozent an der Freien Universität Berlin und als Berater für internationale Organisationen und Denkfabriken.
 

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Lawmaking at the WHO: Amendments to the International Health Regulations and a New Pandemic Treaty After COVID-19

SWP - 13. Januar 2023 - 1:00

Two concurrent lawmaking processes are currently underway at the World Health Organization (WHO) that could lead to a new pandemic treaty and to amendments to the International Health Regulations (IHR) of 2005. However, two major questions must first be addressed. Firstly, how can global health equity be fostered in the future worldwide distribution of medical supplies during a pandemic? And secondly, how can incentives be put in place so that information on disease outbreaks is exchanged more rapidly and transparently?

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19. Januar 2023: Webkonferenz – SID im Gespräch: Handelspolitik und ihre Auswirkungen auf Entwicklungsländer

SID Frankfurt - 12. Januar 2023 - 17:01

Liebe Mitglieder und Freunde/-innen von SID Frankfurt,

wir möchten Ihnen aus unserer Sicht wichtige entwicklungspolitische Themen mit Bezug zu Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und entwicklungspolitischer Praxis vorstellen und darüber diskutieren.

Zur folgenden Veranstaltung laden wir Sie ganz herzlich ein:

SID im Gespräch – Bruno Wenn diskutiert mit Gästen
Handelspolitik und ihre Auswirkungen auf Entwicklungsländer

Webkonferenz am Donnerstag, den 19. Januar 2023, 15:00 – 16:00 Uhr
(bitte beachten Sie die geänderte Uhrzeit)

Der internationale Handel beeinflusst massiv Entwicklungs- und Schwellenländer. Die aktuellen Krisen (Ukrainekrieg, Coronapandemie, Lieferkettenprobleme …) beeinträchtigen Handelsströme und haben zu erheblichen Preissteigerungen geführt. Wir werden in dem Gespräch den Rahmen, in dem Handel zurzeit stattfindet, skizzieren und dann speziell auf die Auswirkungen auf Afrika eingehen.

Wie erfolgt in diesem Zusammenhang Politikberatung? Welche Themen werden adressiert und welche Botschaften vermittelt? Wird Politikberatung gehört und wieviel Frustrationstoleranz ist Voraussetzung für diese Aufgabe?

Das sind einige der Themen, die wir in diesem Gespräch beleuchten wollen.

Wir freuen uns, dass sich Axel Berger, Stellvertretender Direktor des German Institute of Development and Sustainability (idos – Nachfolgeorganisation des DIE), bereit erklärt hat, mit uns zu diskutieren.

Bruno Wenn (Beirat SID Frankfurt) wird das Gespräch führen.

Diskussionsbeiträge und Fragen Ihrerseits sind sehr erwünscht. Zur Teilnahme nutzen Sie zur angegebenen Zeit den folgenden Link:

Zoom-Link: https://us02web.zoom.us/j/89711726290?pwd=MmpmUVVWK0FwellvRWc5em15N01Cdz09

Meeting ID: 897 1172 6290
Passcode: 894848

Wir bitten Sie, sich unter vorstand@sid-frankfurt.de anzumelden.

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und ist anschließend über unseren YouTube-Kanal nachzuhören. Mit der Teilnahme erklären Sie sich hiermit einverstanden.

Wir würden uns sehr freuen, wenn diese Veranstaltung Ihr Interesse fände, und wünschen Ihnen ein frohes und gesundes neues Jahr 2023!

Hier die Einladung als PDF einsehen.

Germany and Namibia as Co‑leads for the United Nations

SWP - 12. Januar 2023 - 13:00

The President of the United Nations General Assembly has appointed the German and Namibian permanent representatives as co-facilitators for the Summit of the Future. The summit is scheduled for September 2024. Its aim is to reinforce the UN and global governance structures to better address old and new challenges. That includes making progress on implementing the sustainable development goals (SDGs) by 2030. Given the current geopolitical tensions, this will be no easy task. At this juncture it is im­por­tant to get the process off to a good start in order to gather support, generate atten­tion and engender confidence.

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2023/01

E+Z - 12. Januar 2023 - 10:49
2023/01 maren.van-treel Do., 12.01.2023 - 10:49 2023/01 2023 01 /sites/default/files/print-editions/ez_2023-01.pdf Off
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23-01-12_Roselyn Davina Vusia - Uganda - refugees Box

E+Z - 12. Januar 2023 - 2:00
23-01-12_Roselyn Davina Vusia - Uganda - refugees Box admin Do., 12.01.2023 - 02:00 Ein GIZ-Projekt verschafft Frauen aus Flüchtlings- und Aufnahmegemeinden Zugang zu Finanzdienstleistungen und bietet Qualifizierung Flucht und Integration Empowerment von Frauen in Uganda Derzeit sind 52 Prozent der Flüchtlingsbevölkerung in Uganda Frauen und 29 Prozent Kinder. Nach den nationalen Statistiken wird einer von zwei Flüchtlingshaushalten von Frauen geführt. Der entsprechende Anteil für ugandische Haushalte liegt bei einem von drei. Dementsprechend sind viele Maßnahmen der Flüchtlingshilfe auf die Stärkung von Frauen ausgerichtet. 12.01.2023Subsahara-Afrika In Kürze Ausbildung

Die GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) unterstützt Geflüchtete und Gastkommunen in sechs Distrikten des West-Nil-Gebiets, indem sie ihnen bei der sozioökonomischen Entwicklung hilft. Das Projekt wird vom Treuhandfonds der EU und dem deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kofinanziert.

Es ermöglicht den Zugang zu Finanzdienstleistungen und Märkten, bietet Kapazitätsaufbau und Qualifizierungsmaßnahmen. Ziel ist es, durch landwirtschaftliche und außerlandwirtschaftliche Aktivitäten Einkommen und Beschäftigung zu schaffen. Zu den außerlandwirtschaftlichen Aktivitäten gehören die landwirtschaftliche Verarbeitung, Marketing und Verpackung sowie die Gründung von Start-ups (KKMU – Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen).

Bis heute haben etwa 3000 Frauen eine Berufsausbildung erhalten, und mehr als 4500 Frauen sind Mitglieder von Bauerngruppen, die etwa in klimafreundlicher Landwirtschaft geschult wurden. Ungefähr die Hälfte der Projektteilnehmerinnen sind Geflüchtete, die andere Hälfte besteht aus Mitgliedern der Gastkommunen. Die Frauen haben ihre eigenen Selbsthilfegruppen gegründet, die wirtschaftliches Wachstum und Unterstützung ermöglichen. Andere erhalten psychosoziale Unterstützung von den Gruppen.

Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Schaffung eines Umfelds, das den Geflüchteten und den Gastkommunen Eigenständigkeit und Widerstandsfähigkeit ermöglicht. Es geht sowohl um Nothilfe als auch um langfristige Entwicklung. Die Ausbildung von sowohl Geflüchteten als auch Mitgliedern der Gastkommunen dient beiden Zwecken. Indem man sich an beide Gemeinschaften wendet, kann man eine Verschärfung der Ungleichheiten vermeiden. Bis zu einem gewissen Grad wirkt dies auch dem Problem des „Othering“ im Sinne einer aggressiven Identitätspolitik entgegen.

Die Erfahrung zeigt, dass dieser Ansatz Frauen ermutigt, aus ihrer traditionellen Rolle herauszutreten. In der Tat sind viele Frauen heute in männerdominierten Berufen tätig, etwa als Klempnerinnen, Tischlerinnen und Schweißerinnen/Metallarbeiterinnen. Für diejenigen, die sich in diese Berufe vorgewagt haben, ist es leicht, einen Arbeitsplatz zu finden. In traditionellen Frauenberufen wie Friseurin oder Schneiderin ist es dagegen schwieriger, einen Job zu finden.


Roselyn Davina Vusia arbeitet für die GIZ in Uganda. Sie ist stellvertretende Leiterin von RISE, einem Projekt, das darauf abzielt, integrative sozioökonomische Chancen für Flüchtlinge und die Gastkommunen zu schaffen.
roselyn.vusia@giz.de

 

 

Governance Off Off Roselyn Davina Vusia

hat im Winter 2022/2023 zu E+Z/D+C beigetragen. Sie arbeitet für die GIZ in Uganda. Sie ist stellvertretende Leiterin von RISE, einem Projekt, das darauf abzielt, integrative sozioökonomische Chancen für Flüchtlinge und die Gastkommunen zu schaffen.  

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Höchstbedarf an humanitärer Hilfe

EINEWELTblabla - 11. Januar 2023 - 10:00

339 Millionen Menschen sind weltweit in Not, so die Vereinten Nationen. Um die größte Not zu lindern, bedarf es nach ersten Schätzungen des UNO-Nothilfebüros in Genf 51,5 Milliarden US-Dollar. Das sind 25 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Finanzbedarf für humanitäre Hilfe war noch nie so hoch wie in diesem Jahr.

Die humanitären Bedürfnisse sind bestürzend. Verantwortlich dafür sind auch die Extremereignisse des Jahres 2022, die sich auch im Jahr 2023 auswirken. Hier sind besonders die Dürren und Überschwemmungen von Pakistan und der Krieg Russlands gegen die Ukraine, der international die Preise erhöht hat, zu nennen.

Nach den Rechnungen des Amtes des Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten hatten bereits Ende des Jahres 2022 mindestens 222 Millionen Menschen in 53 verschiedenen Ländern nicht genügend Nahrungsmittel zur Verfügung und 45 Millionen Menschen waren sogar vom Hungertod bedroht. Dies betrifft besonders die Länder Afghanistan, Jemen und Äthiopien.

Wie kann ich helfen?

Das Spenden von Bargeld ist die effektivste Maßnahme zur Hilfeleistung. Bargeld lässt sich leichter verteilen, als Hilfsgüter mit Lastwagen zu organisieren. Weiterhin liegt die Entscheidung, was am dringendsten zu erwerben ist, bei den Empfängerinnen und Empfängern selbst und das Geld bleibt im lokalen Wirtschaftskreislauf.

Neben humanitärer Hilfe sei auch mehr Geld für die Entwicklungshilfe notwendig, so der britische Berufsdiplomat Martin Griffiths. Er betont auch die Kostenersparnis dadurch, möglichen Katastrophen vorzubeugen und Menschen zu einer besseren Lebensgrundlage zu verhelfen, als erst in einer katastrophalen Lage Nothilfe zu leisten.

-Lea-

Beitragsbild: Alexey Malakhov, unsplash, https://unsplash.com/s/photos/devastation

Der Beitrag Höchstbedarf an humanitärer Hilfe erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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Jetzt bewerben für das ASA-Programm

Engagement Global Presse - 11. Januar 2023 - 9:10

Ein Arbeitsaufenthalt im Ausland erweitert den Horizont, schärft die sozialen und fachlichen Fähigkeiten – und kann ein Beitrag für nachhaltige Entwicklung sein. Im ASA-Programm von Engagement Global engagieren sich Studierende sowie junge Menschen, die eine Ausbildung abgeschlossen haben oder deren Bachelor-Abschluss nicht länger als 18 Monate zurückliegt für drei bis sechs Monate in Ländern des Globalen Südens. Aus rund 150 Projektvorschlägen mit sozialem, ökologischem oder wissenschaftlichem Fokus kann ein zur Fachrichtung und zu den individuellen Interessen passendes Projekt gewählt werden. Bewerbungen sind noch bis zum 20. Januar 2023 möglich.

Zur Durchführung der Projekte kooperiert das ASA-Programm mit Partnerinstitutionen aus Feldern der nachhaltigen Entwicklung. Darunter sind etwa Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen (NRO) und Durchführungsorganisationen staatlicher Entwicklungszusammenarbeit. Weitere Projekte werden mit Unternehmen und Hochschulen als Partner umgesetzt.

Projekte für nachhaltige Entwicklung verwirklichen

ASA-Teilnehmende haben so die Chance, Workshops zur grünen Energiewende zu gestalten, an nachhaltigen Alternativen in der Brillenproduktion mitzuwirken oder lokale Feldstudien in einem Regenwald zu unterstützen.

Wer gerne im schulischen Kontext arbeiten möchte, kann sich etwa auf das Projekt der Association Bouche des Sourds d'Afrique (ABSA) in Obala in Kamerun bewerben. Das Ziel des Vereins ist es, gehörlose Kinder zu fördern, im Alltag zu begleiten und ihre Rechte zu schützen. Mit dem ASA-Projekt arbeitet der Verein derzeit daran, den Kindern eine sichere Lernumgebung zu schaffen. Unterstützung wird im Sommer und Herbst 2023 vor allem bei der Gestaltung von schulischen Einrichtungen benötigt, die zu diesem Ziel beitragen. Bewerberinnen und Bewerber mit Interesse an Kinderbetreuung, ein wenig handwerklicher Begabung und etwas Erfahrung im Fundraising sind gefragt.

Auch Talente aus dem Multimedia-Bereich werden gesucht. Zum Beispiel für Videos über Fachkenntnisse sowie Erfahrungen von Farmerinnen und Farmer in Burkina Faso. Oder für die Produktion eines Films in Kamerun, um auf die Situation von Menschen aufmerksam zu machen, die innerhalb ihres Heimatlandes vertrieben wurden. Die Projekte bieten gute Gelegenheiten für Studierende, Absolventinnen und Absolventen ihre fachlichen Fähigkeiten einzubringen, zu erweitern und Erfahrungen zu sammeln.

Das ASA-Programm fördert Studierende und Menschen mit Berufsabschluss, die sich im Ausland engagieren wollen. Das Lern- und Qualifizierungsprogramm ermöglicht Perspektivwechsel und vermittelt den Teilnehmenden entwicklungspolitische Kenntnisse sowie Reflexions- und Handlungskompetenzen. So lernen junge Menschen Wege hin zu nachhaltiger Entwicklung kennen und gestalten diese durch ihr Engagement mit.

Auf der ASA-Website sind alle Projekte, Teilnahmevoraussetzungen und Informationen zum Bewerbungsprozess zu finden.

Weitere Informationen
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Startups beteiligen sich am Wettlauf um die Fusionsenergie

reset - 11. Januar 2023 - 5:22

In den letzten Monaten hat die Fusionsenergie mit einer Reihe von als bedeutende Durchbrüche gefeierten Entwicklungen für Schlagzeilen gesorgt. Im September letzten Jahres hielt ein südkoreanischer Fusionsreaktor 20 Sekunden lang Temperaturen von 100 Millionen Grad Celsius aufrecht und im Dezember produzierte ein US-amerikanischer Fusionsreaktor zum ersten Mal mehr Energie, als in die Maschine eingespeist wurde – ein nicht unbedeutender Schritt. In der Realität mag die praktische Fusionsenergie noch in weiter Ferne liegen, doch Entwicklungen wie diese tragen dazu bei, die wissenschaftliche Gemeinschaft in ihrem Streben nach Fusionsenergie zu motivieren.

Bislang haben Nationalstaaten, Universitäten und große Forschungseinrichtungen die Fusionsenergie vorangetrieben, aber auch kleine Startups bringen vermehrt ihr Knowhow ein.

Ein solches Unternehmen ist das schwedische Unternehmen Novatron Fusion. Nach eigenen Angaben hat Novatron einen neuen Reaktor entwickelt, der eines der ständigen Probleme der Fusionsenergie in ihrer heutigen Form gelöst haben soll.

Fusionsenergie entsteht durch die Verschmelzung leichterer Wasserstoffatome zu schwereren Atomen wie Helium. Um die natürliche elektrostatische Abstoßung der Atome zu überwinden, sind unglaublich hohe Temperaturen erforderlich, was zu einer Art „Wasserstoffplasmasuppe“ führt. Dieses Plasma lässt sich jedoch nur schwer eindämmen und so genannte „Schurkenwellen“ können dazu führen, dass das Plasma aus der Eindämmung ausbricht, was die Effizienz der Reaktion verringert und sie sogar ganz zum Erliegen bringen kann. Außerdem besteht auch die Sorge, dass das austretende Plasma teure Geräte beschädigt. Das aber ein „nuklearer“ Unfall stattfindet ist sehr unwahrscheinlich.

Um das Plasma einzudämmen wurden verschiedene Methoden entwickelt, wobei Magnetfelder oft die bevorzugte Methode sind. Magnete sollen dabei das Plasma zurückzudrängen und es in der Mitte des Reaktors formen – aber völlig effektiv ist diese Methode bisher nicht. Gegenwärtig sind zwei Hauptkonstruktionen entwickelt worden: Tokamaks mit geschlossenem Magnetfeld in Donut-Form und Magnetliniensysteme mit offenem Feld, so genannte Spiegelmaschinen. Tokamaks sind derzeit weitaus verbreiteter.

Oak Ridge National Laboratory Der ITER-Reaktor ist der größte Tokomak-Fusionsreaktor der Welt. Seine Konstruktion, die hier im Jahr 2018 gezeigt wird, zeigt die Größe und die potenziellen Kosten.

Novatron hat jedoch eine neue Art des Leitungseinschlusses mit offenem Feld entwickelt, die nach eigenen Angaben einige der grundlegenden Probleme des Plasmaeinschlusses löst. Im Gegensatz zu anderen Methoden, die das Plasma in eine bestimmte Richtung drücken und ständig nachjustiert werden müssen, hat Novatron ein konkaves Magnetfeld entwickelt, das das Plasma an seinem Platz hält. Novatron erklärt dies folgendermaßen: Stell dir einen Ball vor, der auf den Boden einer Schüssel gedrückt wird. Wenn der Ball versucht, aus der Schüssel zu entkommen, gerät er nur noch mehr unter Druck, wodurch er erneut in den Boden gedrückt wird.

Novatron behauptet, dass ihr Ansatz nicht nur die Reaktion aufrechterhält, sondern auch günstiger, einfacher und effizienter ist. Vor allem verwendet das Unternehmen herkömmliche Kupferelektromagnete anstelle von kryogenisch gekühlten supraleitenden Magneten.

Derzeit befindet sich Novatron noch in der Anfangsphase. Das Unternehmen entwickelt derzeit den ersten Versuchsreaktor; um die um Wirksamkeit des Ansatzes zu bestätigen werden noch weitere Computerüberprüfungen und Belastungstestsimulationen durchgeführt. Innerhalb des nächsten Jahrzehnts soll damit dann kommerzielle Fusionsenergie erzeugt werden, so das ultimative Ziel.

Dass Novatron dieses Ziel erreicht ist nach dem aktuellen Stand der Kernfusion eher unwahrscheinlich, aber der Einstieg von Startups in diesen Bereich könnte sich als wichtig erweisen. Bisher war die Forschung der Fusionsenergie auf große Organisationen mit umfangreichen Ressourcen beschränkt. Aber unter anderem die Möglichkeiten, die Technologien wie beispielsweise digitale Zwillinge und Computersimulationen mit sich bringen, führen dazu, dass sich nun auch kleinere Institute und Unternehmen – einschließlich Startups – an der Diskussion beteiligen können. Und die Beteiligung einer größeren Anzahl an Akteuren macht ermöglicht unter Umständen mehr Durchbrüche in kürzerer Zeit.

Eine Zukunft der Fusion?

Immer wieder wird die Fusionsenergie als heiliger Gral für die Lösung unserer Energiekrise und zur Reduktion der CO2-Emission gepriesen, denn sie erzeugt bei der Energiegewinnung (theoretisch) keinen Kohlenstoff und keinen lang anhaltenden radioaktiven Abfall.

Insbesondere in einigen ökonomisch prosperierenden Ländern des globalen Südens wird befürchtet, dass die traditionellen Technologien für erneuerbare Energien den wachsenden Bevölkerungs- und Energiebedarf nicht decken können. Länder wie Ägypten, Bangladesch, Tunesien, Kambodscha und Uganda wenden sich daher der traditionellen Kernspaltung als potenzieller Lösung zu – die allerdings mit erheblichen Umweltproblemen verbunden ist. Eine große Sorge dabei ist, dass mit der zunehmenden Verbreitung der Kernspaltungsenergie die Wahrscheinlichkeit von Atomunfällen wie in Three Mile Island, Tschernobyl oder Fukushima steigen könnte.

Forschende kündigen Durchbrüche in der Kernfusion an – aber wie grün ist die Energie?

Die Energiegewinnung aus Kernfusion ist noch einige Jahrzehnte entfernt, obwohl jedes Jahr neue Fortschritte gemacht werden. Aber wie schneidet die Fusionsenergie im Vergleich zur Kernspaltungsenergie ab? Mehr erfahren.

Befürworter*innen der neuartigen Kernfusion behaupten, dass es dabei keine Kernschmelze geben kann – die Herausforderung hierbei besteht vielmehr darin, die Reaktion aufrechtzuerhalten und nicht zu verhindern, dass sie abläuft. Wenn sie vollständig verwirklicht wird, hat sie außerdem das Potenzial, riesige Mengen an Energie zu erzeugen, was wohl das Ende der fossilen Brennstoffe, wie wir sie kennen, bedeuten und einen großen Beitrag zu einer nachhaltigeren Energiezukunft leisten würde.

Kritiker*innen weisen dagegen darauf hin, dass bei der Fusionsenergie immer noch gefährliche Neutronen erzeugt werden, die für die Herstellung von Kernwaffen verwendet werden könnten. Außerdem müssten die derzeitigen Durchbrüche – auch wenn sie bedeutsam sind – nicht auf eine unmittelbar bevorstehende Fusionsrevolution hindeuten. Die Verwirklichung der Fusionsenergie könnte noch viele Jahrzehnte entfernt sein, während die Klimakatastrophe direkt vor unserer Haustür steht – und die Gewinnung erneuerbarer Enegie aus Sonne, Wind und Wasser schon sehr gut funktioniert.

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23-01-11_Roselyn Davina Vusia - Ugandan refugee policy

E+Z - 11. Januar 2023 - 2:00
23-01-11_Roselyn Davina Vusia - Ugandan refugee policy admin Mi., 11.01.2023 - 02:00 Menschen fliehen massenhaft vor Unruhen aus ihren Ländern nach Uganda, internationale Geber schätzen den Umgang des Landes mit Geflüchteten Geflüchtete Ugandas Politik der offenen Tür Uganda ist nicht nur das größte Aufnahmeland für Geflüchtete in Afrika, sondern eines der fünf größten weltweit. Das Besondere ist Ugandas progressive Haltung in der Flüchtlingsfrage. Da sehr viele Menschen vor Unruhen und Willkür fliehen, schätzen internationale Geber Ugandas wertvolle Dienste für die internationale Gemeinschaft. 11.01.2023Subsahara-Afrika Hintergrund Peacebuilding

Das ostafrikanische Land mit einer Bevölkerung von knapp 50 Millionen Menschen beherbergt mehr als 1,5 Millionen Geflüchtete, die hauptsächlich aus dem Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo stammen.

Anders als in anderen Aufnahmeländern leben die Geflüchteten in Uganda nicht in eingezäunten Lagern. Das Land verfügt über eine gut entwickelte und gut umgesetzte Flüchtlingshilfe, die Eigenständigkeit fördert. Der Außenminister Ugandas Jeje Odongo sagte: „Wir stellen den Geflüchteten Land zur Verfügung, auf dem sie leben und das sie bewirtschaften können; sie können sich frei bewegen, haben Zugang zu sozialen Dienstleistungen wie Bildung, können Unternehmen gründen und Arbeit finden.“ Er betonte, dass Geflüchtete mit Würde behandelt würden.

In der Tat wird den Geflüchteten in Uganda Land, auf dem sie wohnen und Feldfrüchte anbauen können, zugewiesen. In Norduganda haben die lokalen Gemeinschaften großzügig Land für die Ansiedlung von Geflüchteten zur Verfügung gestellt. Die Region ist eher arm und nicht sehr dicht besiedelt. In der wohlhabenderen östlichen Region hat die Regierung eigenes Land zur Verfügung gestellt. Die Geflüchteten bekommen aber nirgends genügend Land für eine kommerzielle Landwirtschaft.

Wirksame Umsetzung progressiver Politik

Mehrere Faktoren haben zu Ugandas progressiver Haltung beigetragen. Gesetze von 2006 und von 2010 haben den Geflüchteten das Recht auf Arbeit sowie Bewegungs- und Versammlungsfreiheit zuerkannt. Dies hat die Lage der Geflüchteten enorm gestärkt, im Sinne der 2016 verabschiedeten New Yorker UN-Erklärung über Flüchtlinge und Migranten, die den Ansatz des „niemanden zurücklassen“ betont. Das Hauptziel ist, die Verantwortung zwischen Aufnahme- und Herkunftsland zu teilen. Das soll den Druck auf Uganda verringern und sicherstellen, dass die Bedingungen im Herkunftsland verbessert werden, damit die Geflüchteten wieder zurückkehren und in Würde leben können.

Eine progressive Flüchtlingspolitik ist nur dann hilfreich, wenn sie wirksam umgesetzt wird. Die ugandische Regierung hat eine Abteilung für Geflüchtete eingerichtet. Sie ist unter anderem für das Comprehensive Refugee Response Framework (CRRF), das die Flüchtlingspolitik festlegt, mit einer 35-köpfigen Steuerungsgruppe zuständig. Die Abteilung plant und implementiert Maßnahmen und koordiniert die verschiedenen Ministerien. Auch der Privatsektor und zivilgesellschaftliche Organisationen werden einbezogen.

Ugandas Ansatz für Geflüchtete ist sowohl nuanciert als auch ganzheitlich. Die Koordinierung zwischen den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren verhindert isolierte Maßnahmen. Der aktuelle Nationale Entwicklungsplan der Regierung befasst sich ebenfalls mit Flüchtlingsfragen.

Internationale Unterstützung

Uganda ist ein Land mit niedrigen Einkommen. Seine Aufnahmebereitschaft gegenüber Geflüchteten wird international unterstützt. Die Haltung der offenen Tür hat sich auch als vorteilhaft für Uganda erwiesen. Es erhält sowohl humanitäre Unterstützung als auch öffentliche Entwicklungshilfe (official development assistance – ODA).

In Anbetracht dessen, dass Uganda selbst damit kämpft, die Armut seiner Bürger zu verringern und grundlegende Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, sind die Mittel der Geber sehr wichtig. Sie kommen häufig sowohl den Geflüchteten als auch den lokalen Gemeinschaften zugute. So führt das UN-Flüchtlingshilfswerk ­(UNHCR) ein Projekt durch, das den Aufbau einer lokalen Infrastruktur fördert, die allen Bewohnern einer Region zugutekommt. Auch die Weltbank bemüht sich um die Verbesserung der Entwicklungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene. Und die EU hat Uganda über einen Zeitraum von vier Jahren 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Die Aufnahme von Geflüchteten hat aber auch Schattenseiten. Die Umweltschäden haben zugenommen. So ist beispielsweise die Nachfrage nach Brennholz gestiegen und trägt zur Abholzung der Wälder bei.

Die Auswirkungen des Klimawandels beeinträchtigen zudem die Landwirtschaft, und die Lebensmittelpreise steigen weltweit. Regelmäßig kommt es zu Konflikten um Ressourcen. Die Hilfsströme halten nicht mit dem Bedarf Schritt, und die flüchtlingsfreundlichen Programme Ugandas sind tendenziell unterfinanziert. Außerdem wurde das Land in letzter Zeit von Überschwemmungen schwer getroffen.

Nichtsdestotrotz setzt Uganda seine Politik der offenen Tür fort. Damit erweist es der internationalen Gemeinschaft einen Dienst. Menschen, die aus Krisengebieten ins Ausland fliehen, brauchen einen Ort, an dem sie in Würde leben können. Finden sie diesen nicht, verschärft das die globalen Probleme. Deshalb ist eine integrative Politik notwendig, die die besonderen Bedürfnisse von traumatisierten Menschen, die brutale Gewalt erlebt haben, berücksichtigt.


Roselyn Davina Vusia arbeitet für die GIZ in Uganda. Sie ist stellvertretende Leiterin von RISE, einem Projekt, das darauf abzielt, integrative sozioökonomische Chancen für Flüchtlinge und die Gastkommunen zu schaffen.
roselyn.vusia@giz.de

Armutsbekämpfung Off Off Roselyn Davina Vusia

hat im Winter 2022/2023 zu E+Z/D+C beigetragen. Sie arbeitet für die GIZ in Uganda. Sie ist stellvertretende Leiterin von RISE, einem Projekt, das darauf abzielt, integrative sozioökonomische Chancen für Flüchtlinge und die Gastkommunen zu schaffen.  

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The EU’s Open Strategic Autonomy in the Field of Pharmaceuticals

SWP - 11. Januar 2023 - 1:00

The COVID-19 pandemic and war in Ukraine have highlighted the dependence of the European Union (EU) on individual trading partners. One of the tasks of the European Commission’s new Directorate-General, the Health Emergency Preparedness and Response Authority (HERA), established in 2021, will therefore be to contribute to the EU’s “open strategic autonomy” by identifying and eliminating import dependencies in the field of pharmaceuticals. HERA’s work thus aligns with current EU efforts to reduce concentrated import risks. Here, three aspects of this work are particularly important: the identification of dependencies, the development of strategies to over­come them and the incorporation of these strategies within global health governance.

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China's leapfrogging in electromobility: a story of green transformation driving catch-up and competitive advantage

DIE - 10. Januar 2023 - 17:40

For several decades, China tried to catch up in the automotive industry, yet until recently with little success. Now, the paradigm shift from internal combustion to electric driving has opened a window of opportunity to catch up with global competitors. The Chinese government provided a strong policy push to become a lead market, allowing firms to accumulate technological capabilities and increasingly turn into lead manufacturers. This paper combines patent data and qualitative analyses of subsector trends to assess the technological capabilities and the international competitiveness of the Chinese industry in electromobility. We find that the country is indeed leapfrogging ahead in some domains (electric buses, lithium batteries) and rapidly catching up in others, including passenger vehicles. Ambitious green transformation policies can thus spur catch-up and competitiveness.

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Nyasha Bhobo

E+Z - 10. Januar 2023 - 17:27
Nyasha Bhobo dagmar.wolf Di., 10.01.2023 - 17:28 Nyasha Bhobo nyashabhobo@gmail.com

ist eine freiberufliche Journalistin aus Südafrika.

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GFFA-Panel 2023: Resiliente Ernährungssysteme schaffen – mit Antworten der Betroffenen aus der Krise!

Forum Umwelt & Entwicklung - 10. Januar 2023 - 17:03

 

           

     

 

Zeit: Donnerstag, 19. Januar 2023, 16:00 – 17:30 Uhr

Ort: CityCube Berlin, Messedamm 26, Eingang Messedamm, 14055 Berlin

Raum: M6-M7

Sprachen: Englisch, Deutsch (Simultandoltmetschung)

Anmeldung: https://gffa-berlin.de/registrierung/

 

 

Auch 2023 veranstaltet eine Gruppe von NGOs ein Panel beim diesjährigen “Global Forum for Food and Agriculture” (GFFA).

 

Der SOFI-Bericht 2022 zeichnet ein dramatisches Bild: weltweit sind knapp 828 Millionen Menschen vom Hunger betroffen und rund 2,3 Milliarden Menschen mangelernährt. Laut FAO-Prognosen für 2030 wird das Ziel 2: „Kein Hunger“ der SDG Agenda klar verfehlt.
Die Hungerkrise ist nicht neu, verschärfte sich aber während der Corona-Pandemie deutlich und hat durch den Ukraine-Krieg einen weiteren Schub erhalten. Dies drückt sich auch im Globalen Norden durch stark steigende Lebensmittelpreise und zunehmende Ernährungsarmut aus. Der Klimawandel und der Verlust von Artenvielfalt werden die bestehenden Probleme in den nächsten Jahren noch verstärken. Zugespitzt wird die Lage zudem von einer immer tiefer greifenden Krise des Multilateralismus und einer steten Schwächung des menschenrechtlichen Ansatzes. Bestes Beispiel ist der am Recht auf Nahrung ausgerichtete UN-Welternährungsrat (CFS), dem jedoch keine zentrale Rolle bei der Krisenlösung eingeräumt wird. Bisherige Lösungsversuche der Regierungen und der Entwicklungszusammenarbeit sind größtenteils gescheitert. Gleichzeitig wird die Notwendigkeit der Transformation der Ernährungssysteme breit anerkannt.
Welche Auswege sehen nun die Betroffenen dieser Krisen? Finden ihre Stimmen Gehör und könnten die Krisen mit Lösungsansätzen „von unten“ überwunden werden? Auf diese und weitere Fragen möchte das Panel, bestehend aus Expert*innen aus Afrika, Südamerika und Europa, Antworten wagen und diese mit dem Publikum diskutieren.

 

Podiumsgäste

Prof. Antonio Andrioli,  Professor, Federal University of Fronteira Sul, Brasilien z.Z.: Gastprofessor an der Universität Hamburg

Dr. Silke Bollmohr, Referentin für Welternährung und globale Landwirtschaft, INKOTA-netzwerk, Deutschland

Sefu Sanni, Koordinatorin der Youth Policy Working Group des CSIPM, World March of Women, Kenya

Prof. Veruska Prado Alexandre Weiss,  Professorin, Universidade Federal de Goiás, Brasilien

 

Moderation

Stig Tanzmann, Referent für Landwirtschaft, Brot für die Welt

 

Das GFFA ist eine internationale Konferenz zu zentralen Zukunftsfragen der globalen Landwirtschafts- und Ernährungspolitik. Sie findet jährlich parallel zur Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin statt. Das GFFA wird veranstaltet vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Kooperation mit dem Senat von Berlin und der Messe Berlin GmbH. Mit zahlreichen Veranstaltungen bietet das fünftägige Forum einem internationalen Fachpublikum aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Gelegenheit, sich über Fragen und Herausforderungen der globalen Agrarpolitik und Ernährungssicherung auszutauschen und Impulse für die Weiterentwicklung der Ernährungssysteme weltweit zu geben.

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Ukraine: Kriegsmüdigkeit im Westen eingekehrt

SWP - 10. Januar 2023 - 16:54
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SPOUTS of Water: Genial, gesund und ein Gewinn für alle

Welthungerhilfe - 10. Januar 2023 - 13:27
Ein kleines Social Business löst ein großes Problem: Das ugandische Unternehmen SPOUTS of Water produziert Keramikfilter aus lokalem Ton. Die Welthungerhilfe und ihr Kooperationspartner Viva con Agua haben sich an dem Unternehmen finanziell beteiligt.
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Nationale Gesetze für die faire Lösung globaler Schuldenkrisen?

Forum Umwelt & Entwicklung - 10. Januar 2023 - 9:43

Einladung zu einem Gespräch mit Malina Stutz Dienstag, 24. Januar 2023, 13 – 14 Uhr | via Zoom

Die dramatische Schuldensituation im Globalen Süden spitzt sich seit der COVID-19-Pandemie immer weiter zu. Angesicht multipler Krisen droht eine Welle an Zahlungseinstellungen. Ein zentrales Problem zur Gewährung frühzeitiger und umfassender Entschuldungsmaßnahmen ist die Sicherstellung der Beteiligung privater Gläubiger. Da in der internationalen Gemeinschaft der politische Wille für die Schaffung eines internationalen Staateninsolvenzverfahrens weiterhin fehlt, hat die Diskussion über das Potenzial nationaler Gesetze für die Erzwingung von Gläubigergleichbehandlung neuen Aufschwung erhalten. Vorbilder gibt es dafür sowohl in den USA als auch im Vereinigten Königreich und in Belgien.

 

In unserem Gespräch mit Malina Stutz von erlassjahr.de fragen wir, wie nationale Gesetze dazu beitragen können, die Klage- und Vollstreckungsmöglichkeiten privater Gläubiger einzuschränken. Wie können nationale Gesetze so gestaltet werden, dass sie zur Stärkung der sozialen und ökonomischen Grundrechte der Bevölkerung im Schuldnerland beitragen können? Entsprechend ausgestaltete Gesetze haben – so die These – das Potenzial, als Korrektiv einer aus dem Gleichgewicht geratenen Rechtspraxis zu wirken. Zunehmend werden privatwirtschaftliche Rechte gegenüber nicht gleichwertig kodifizierten Menschenrechten bevorzugt berücksichtigt.

Nach einem Input von Malina Stutz gibt es Zeit für Fragen und Diskussion.

 

 

 

Wir bitten um Anmeldung/Registrierung bis zum 20. Januar 2023 unter
https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZYoduqorj0oGtBTkK8gL-PVFSrPK-mds_cT Download der Einladung 
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23-01-10_Suparna Banerjee - partition of India - Box

E+Z - 10. Januar 2023 - 2:00
23-01-10_Suparna Banerjee - partition of India - Box admin Di., 10.01.2023 - 02:00 Eine spaltende Politik spielt Hindus gegen Muslime in Indien und Pakistan aus Religiöse Gemeinschaften Das Erbe der kolonialen Herrschaftsstrategie Die indische Regierungspartei BJP (Bharatiya Janata Party) ist von der Ideologie des Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS) inspiriert. Der RSS ist eine hindu-chauvinistische Kaderorganisation, die für Indien eine globale Führungsrolle beansprucht und Muslime in Indien als Fremde sieht. 10.01.2023Südasien In Kürze Recht

Auch in Pakistan spielt glaubensbasierte Identitätspolitik eine Rolle, wenn auch auf andere Weise als in Indien. Radikale Sunniten haben es geschafft, den Islam weitgehend als ihre eigene Version des Glaubens neu zu definieren und andere zu diskriminieren.

Es wäre eine Illusion, zu glauben, dass frühere indischen Regierungen nach der Unabhängigkeit 1947 eine harmonische und inklusive Gesellschaft aufgebaut hätten. Meist stellte die Kongresspartei die Regierung, und die Macht lag in den Händen der Eliten der oberen Kasten und Einkommensgruppen. Minderheiten blieben weitgehend ausgegrenzt. Heute sind sie – und besonders die Muslime – Zielscheibe systematischer und institutionalisierter Hetze. So wirkt das Trauma der Teilung heute noch fort.

Es heißt oft, die Kolonialmacht hätte Indien mit nur 15 000 britischen Menschen im Land beherrscht. Sie konnten den riesigen Subkontinent kontrollieren, weil die Unterworfenen zwei Jahrhunderte lang mitmachten und teils die britische Herrschaft auch unterstützten. Wie zuvor unter den muslimischen Mogulen blüte die einheimische Oberschicht in Wohlstand auf.

Koloniales Erbe

Die britische Kolonialmacht setzte auf eine Strategie von „Teile und herrsche“. Sie spielte Hindus und Muslime gegeneinander aus und schärfte ihnen ein, die religiöse Identität sei entscheidend. Historisch waren Sprache, Kaste und Klasse von mindestens gleicher Bedeutung, zumal das Kastensystem auch andere Glaubensrichtungen als den Hinduismus durchdringt. Nach dem Aufstand von 1857 gegen die Kolonialmacht, an dem Hindus und Muslime beteiligt waren und der in Südasien als „erster Unabhängigkeitskrieg“ bezeichnet wird, hielt sich die Kolonialmacht strikt an ihre spalterische Identitätspolitik.

Die 1885 gegründete Kongresspartei war die politische Vorreiterin im Kampf gegen die Kolonialherrschaft. Sie war keine Hindu-Organisation, aber manche Muslime fühlten sich dennoch ausgeschlossen. Daher wurde 1906 die All India Muslim League gegründet. Die Kongresspartei wollte, dass Indien nach der Unabhängigkeit geeint blieb, aber die Muslimliga bestand auf einem eigenen Staat. Sie argumentierte, dass die Menschen ihres Glaubens sonst benachteiligt werden würden.

In den Jahren bis zur Unabhängigkeit des Landes nahmen die Spannungen stark zu, und es verbreitete sich immer mehr Hass. 1946 kam es in Kalkutta zu schrecklichen Ausschreitungen zwischen Hindus und Muslimen. Als die Briten ihre Macht abgaben, wurden Indien und Pakistan ein Jahr später zu zwei getrennten Staaten. In beiden Ländern kontrollierten Angehörige der etablierten Eliten die neuen Regierungen.


Suparna Banerjee ist Politikwissenschaftlerin und lebt in Frankfurt am Main.
mail.suparnabanerjee@gmail.com

 

Governance Off Off Suparna Banerjee

hat zuletzt im Winter 2022/2023 zu E+Z/D+C beigetragen. Sie ist Politikwissenschaftlerin und lebt in Frankfurt am Main.

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Rundbrief III/2022: Vergiftete Profite

Forum Umwelt & Entwicklung - 9. Januar 2023 - 15:08
(K)ein Ende der Pestizidnutzung in Sicht?

 

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

 

stellen Sie sich vor, jemand kommt zu Ihnen und fragt Sie, ob die Person etwas Gift in ihrem Garten versprühen darf. Gift, das schon in kleinsten Mengen tödlich wirkt. Und stellen Sie sich weiter vor, die Person kommt aus einer anderen Stadt, in der dieses Gift wegen seiner Gefährlichkeit verboten ist. Wie würden Sie reagieren? Die Person wegschicken, alles andere wäre absurd. Doch was so absurd klingt, ist in der globalisierten, industriellen Landwirtschaft mittlerweile seit über 50 Jahren gängige Praxis – mehr noch: ein lukratives Geschäft. Nur mit dem Unterschied, dass viele weder gefragt, noch über die Giftigkeit informiert werden, geschweige denn, die Möglichkeit haben zu widersprechen.

 

Pestizide und chemische Dünger seien nötig, um die Erträge zu steigern und den Welthunger zu bekämpfen, so die Erzählung seit etlichen Jahren. Doch dem stetig steigenden Einsatz zum Trotz, Hunger gibt es immer noch. Mittlerweile haben die Gifte unsere Ökosysteme so stark belastet, dass einige grundlegende Funktionen, bspw. die Bestäubungsleistungen nicht mehr erfüllt werden, was künftige Erträge massiv gefährdet.  Die industrielle Landwirtschaft ist zugleich Treiber und Opfer der ökologischen, aber auch wirtschaftlichen Krisen unserer Zeit. Trotzdem gibt es national und international nur wenige Versuche, die Landwirtschaft resilienter und ökologischer zu gestalten. Im Gegenteil: Eine Landwirtschaft, die ihre eigene Grundlage zerstört, wird manifestiert. Und auch deutsche Unternehmen wie Bayer verdienen daran. Ein beachtlicher Teil des Umsatzes wird mit sogenannten hochgefährlichen Pestiziden verdient. Außerdem werden stetig neue Allianzen gegründet, damit der Verkauf nicht abbricht.

 

Eine wie immer spannende Lektüre wünschen

Eileen Roth & Tom Kurz

 

Download Rundbrief

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Zur Bestellung gedruckter Exemplare

Schwerpunkt

Endlich verbieten?!
Hochgefährliche Pestizide im internationalen Chemikalienmanagement
Susan Haffmans und Tom Kurz

 

Eine pestizidfreie Europäische Union – eine Utopie?
Wie das Flaggschiff der EU-Verordnungen auf Grund gelaufen ist
Lars Neumeister

 

EU-Pestizidregulierung lässt Haare zu Berge stehen
Die EU erneuert ihre Pestizidregulierung – und die europäische Zivilgesellschaft bringt ihre Forderungen ein
Leo Schlichter, Wiebke Beushausen und Ronja Dietschmann

 

Koloniale Kontinuitäten
Über die Notwendigkeit eines internationalen Rahmens für Pestizide auf der Grundlage einer dekolonialen Perspektive
Larissa Bombardi

 

Zweierlei Maß
Was hierzulande verboten ist, kann nicht anderswo ungefährlich sein: Deutschland will ein Pestizidexportverbot auf den Weg bringen
Susan Haffmans und Christian Schliemann-Radbruch

 

Fatale Allianzen für die Ernährungssicherheit
Die Agrarindustrie und das Märchen ihrer nachhaltigen Landwirtschaft
Silke Bollmohr und Ramona Bruck

 

Bayers Giftschrank
130 Jahre Pestizide
Jan Pehrke

 

Gutes Essen für alle
„Wir haben es satt“-Demo am 21. Januar gegen Krisenprofite und für eine sozial gerechte Agrarwende
Christian Rollmann

 

Jetzt auf ökologische Landwirtschaft umstellen!
Ein Erfolgsmodell aus Andhra Pradesh in Indien
Muralidhar G.

 

Warum der Ausstieg aus der Agrochemie in Sri Lanka nicht gelungen ist
Aktuelle Perspektiven
Anuradhi D. Jayasinghe und Sandun Thudugala

 

Illusion oder Chance?
Transformation der Chemieindustrie
Klaus Günter Steinhäuser, Markus Große-Ophoff und Manuel Fernandez

 

Aktuelles

Wie sich eine gute Idee auf dem Weg zur Umsetzung selbst verunmöglicht hat
Neue, kreative Ideen zu Access und Benefit Sharing gesucht
Ursula Gröhn-Wittern

 

Kompetenzerweiterung für Geheimdienst
Die Schweizer Zivilgesellschaft unter Extremismusverdacht
Oliver Classen

 

Es geht los!
Die Verhandlungen zu einem internationalen Plastik-Abkommen starten
Alexandra Caterbow

 

Die Energiesicherheit des Globalen Südens und der russisch-ukrainische Krieg
Geopolitisches Handeln in einer polarisierten Welt
Anuradha Chenoy

 

Die Welterbekonvention ist gelähmt
Von Deutschland muss mehr kommen als ein “Weiter so”
Stephan Dömpke

 

Aus dem Forum

Wälder: Im Stich gelassen
Forst- und Holzwirtschaft versagen beim Klimaschutz
László Maráz

 

Lichtblick in den Tiefseebergbauverhandlungen
Deutschland spricht sich für vorsorgliche Pause aus
Marie-Luise Abshagen

 

Forderungen nach heimischer Rohstoffförderung
Nebelkerze oder Chance zur Verringerung von Importabhängigkeiten?
Josephine Koch

 

Mehr Spektakel als Politik
Der C-20 Gipfel in Indonesien
Tom Kurz

 

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