Sie sind hier

Ticker

16.11.2020 | Ringvorlesung 2020: #3 Wege zu einer klimaneutralen Mobilität

GIZ Event - 10. November 2020 - 14:47
Veranstaltungsdatum: Montag, 16. November 2020
Ringvorlesung 2020: Nimmt nachhaltige Mobilität endlich Fahrt auf?
Kategorien: Ticker

Corona-Impfungen: So bereitet UNICEF die weltgrößte Impfkampagne vor

Unicef - 10. November 2020 - 13:54
Angesichts steigender Infektionszahlen warten Menschen überall auf der Welt auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Dazu plant UNICEF zusammen mit seinen Partnern die größte Impfkampagne aller Zeiten. Hier geben wir Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Kategorien: Ticker

10. November 2020

ONE - 10. November 2020 - 11:51

1. Libyen-Gespräche in Tunis
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung(FAZ), Focus Online, Deutsche Welle und die junge Welt berichten, finden derzeit in Tunis Friedensgespräche bezüglich Libyen statt. Das Ziel der Gespräche unter Leitung der Vereinten Nationen sei die Beilegung des Konflikts, der Abzug ausländischer Akteure sowie anschließende Wahlen. Die Kernprobleme des Libyen-Konflikts seien Machtverteilung, Ressourcenzugriff und mächtige Milizen, so Christoph Ehrhardt in der FAZ. Ebenso hatten die Konfliktparteien vorab einen Waffenstillstand vereinbart, der jedoch an einigen Stellen Raum für Interpretationen lasse. Nach Einschätzungen des Think Tanks International Crisis Group in der Deutschen Welle böten uneindeutige Formulierungen den Konfliktparteien die Möglichkeit, den Text nach ihren eigenen Interessen zu interpretieren.

2. Mosambik: Norden unter Beschuss, Bevölkerung flüchtet
Nach einer Meldung der Tageszeitung (TAZ) treibt der im Norden Mosambiks tobende Bürgerkrieg die Bevölkerung zur Flucht. Die Fluchtroute führt über das Meer in die Küstenstadt Pemba und endete für bereits 38 Geflüchtete tödlich. Nach Angaben der International Organization for Migration (IOM) seien seit Mitte Oktober 274 Boote mit über 13.000 Menschen in Pemba gelandet. Im Norden Mosambiks bekämpfen sich islamistische Rebellen mit Truppen der mosambikanischen Regierung. Letzterer werden auch Menschenrechtsverletzungen gegen die eigene Bevölkerung vorgeworfen. Zudem rufen die Rebellen im Süden des benachbarten Tansanias dazu auf, den tansanischen Präsidenten John Magufuli, dem wie kürzlich in den Top-Themen berichtet Wahlmanipulation, Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit sowie die Unterdrückung der Opposition vorgeworfen wurde, zu stürzen. Dies führe unter anderem auch zu dem Beschuss von Dörfern im Norden Mosambiks durch die tansanische Armee.

3. Diskussion um Umgang mit Kolonialgütern
In einem Artikel in der Frankfurter Rundschau diskutiert Johannes Dieterich den Umgang mit Kolonialgütern im Zuge der bevorstehenden Eröffnung des Humboldt Forums in Berlin. Obwohl Staaten, wie beispielsweise Nigeria, die Rückgabe der zu Kolonialzeiten gestohlenen Kulturgüter forderten, sei diesem Antrag von diversen europäischen Museen nicht stattgegeben worden. Die Vertreter*innen der Museen argumentierten damit, dass die Schätze in den europäischen Museen besser aufgehoben seien. Frankreichs Präsident Macron habe dem gegenüber bereits versprochen, eine weitreichende Rückgabe afrikanischer Kulturgüter an afrikanische Länder in die Wege zu leiten. Allerdings seien erst kürzlich zwei Statuen der Igbo in einem Pariser Auktionshaus für mehr als 200 000 Euro versteigert worden, obwohl Nigeria darum gebeten habe, solche Auktionen zu stoppen. Der Profit, der durch den Verkauf, der im Zuge des Biafra-Krieges aus Nigeria gestohlenen Statuen erzielt wurde, sei an das französische Auktionshaus gegangen.

The post 10. November 2020 appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

Factsheet: die Verankerung von Umwelt- und Klimaschutz in EU Handelsverträgen

Forum Umwelt & Entwicklung - 10. November 2020 - 10:32

Könnten Handelsverträge dazu beitragen, Umwelt- und Klimaschutz zu stärken? Diese Frage löst bei vielen Menschen große Skepsis aus. So haben Handelsregeln in der Vergangenheit Umweltprobleme eher verstärkt, statt sie zu verbessern oder zu lösen. Egal, ob es sich um die Einschränkung von Umweltschutzmaßnahmen, Handelsstreitigkeiten um die Unterstützung für erneuerbare Energien oder Investorenklagen gegen Umweltschutzbestimmungen handelt – immer wieder hat sich in der Vergangenheit „hartes“ Handelsrecht gegen „weiche“ Umweltregulierungen durchgesetzt. Daran ändern auch die Nachhaltigkeitskapitel in EU Handelsverträgen kaum etwas. Im Gegenteil: durch ihre fehlende Durchsetzbarkeit und vagen Absichtserklärungen sind sie zu einem Symbol des Ungleichgewichts zwischen ökonomischen Interessen und Umweltschutz in Handelsabkommen geworden.

 

Gleichzeitig ist es unausweichlich, grenzüberschreitende Wirtschaftsaktivitäten stärker zu regulieren. Derzeit stehen bis zu 33 Prozent der globalen CO2-Emissionen, 68 Prozent der weltweiten Rohstoffausbeutung und 30 Prozent des globalen Artenverlusts in Verbindung mit international gehandelten Gütern. Handelsregeln könnten ein wichtiges Instrument sein, diesen Austausch zu regulieren. Dafür ist allerdings eine Kehrtwende in der Handelspolitik notwendig: Statt wie bisher einseitig auf eine möglichst weitreichende Liberalisierung von Handelsbeziehungen zu setzen, müssten Handelsregeln so gestaltet werden, dass sie die Klima- und Umweltfolgen des weltweiten Handels reduzieren. Idealerweise würden solche ökologischen Handelsregeln international ausgehandelt und durch multilaterale Verträge verankert.

 

Doch derzeit gibt es kaum Aussichten auf grundlegende multilaterale Reformen, etwa der Welthandelsorganisation (WTO). Regeln für internationalen Handel werden immer stärker durch bilaterale Freihandelsverträge festgelegt, insbesondere durch die Europäische Union. Dort setzen die hier vorliegenden Vorschläge an. Sie gehen vom Status quo der heutigen Handelspolitik aus und zeigen ausgehend vom derzeit geltenden internationalen Handelsrechts auf, wie Handelsbeziehungen durch bilaterale Verträge nachhaltiger gestaltet werden könnten.

 

Die 16 hier präsentierten Vorschläge sind Beispiele dafür, wie internationale Verträge Handelsbeziehungen ökologisch regulieren könnten. Dabei konnten viele für die Bekämpfung der Klimakrise wichtige Themen, wie etwa die Reduktion von internationalen Transportemissionen oder Maßnahmen gegen die fortschreitende Entwaldung, nicht aufgenommen werden. Zudem war es nicht möglich, Vorschläge für die Stärkung sozialer Gerechtigkeit und von Arbeitnehmer*innenrechten systematisch mit zu entwickeln; dies hätte den Rahmen der oben genannten Studie überschritten. Es wurde jedoch versucht, Fragen der globalen Gerechtigkeit und einer Umwelt- und Handelspolitik, die die Interessen des Globalen Südens einbezieht, in die hier präsentierten Vorschläge stets einfließen zulassen. Dass für eine klima- und umweltschonende Zukunft darüber hinaus grundsätzliche Prinzipien und Logiken unseres Handels- und Wirtschaftssystems, wie die Wachstums- und Exportorientierung der Wirtschaft, geändert werden müssen, steht dabei außer Frage –geht aber über die vorliegende Publikation hinaus.

 

 

 

Für mehr Information:
Download des Factsheets
Kategorien: Ticker

Factsheet: die Verankerung von Umwelt- und Klimaschutz in EU Handelsverträgen

Forum Umwelt & Entwicklung - 10. November 2020 - 10:00

Könnten Handelsverträge dazu beitragen, Umwelt- und Klimaschutz zu stärken? Diese Frage löst bei vielen Menschen große Skepsis aus. So haben Handelsregeln in der Vergangenheit Umweltprobleme eher verstärkt, statt sie zu verbessern oder zu lösen. Egal, ob es sich um die Einschränkung von Umweltschutzmaßnahmen, Handelsstreitigkeiten um die Unterstützung für erneuerbare Energien oder Investorenklagen gegen Umweltschutzbestimmungen handelt – immer wieder hat sich in der Vergangenheit „hartes“ Handelsrecht gegen „weiche“ Umweltregulierungen durchgesetzt. Daran ändern auch die Nachhaltigkeitskapitel in EU Handelsverträgen kaum etwas. Im Gegenteil: durch ihre fehlende Durchsetzbarkeit und vagen Absichtserklärungen sind sie zu einem Symbol des Ungleichgewichts zwischen ökonomischen Interessen und Umweltschutz in Handelsabkommen geworden.

 

Gleichzeitig ist es unausweichlich, grenzüberschreitende Wirtschaftsaktivitäten stärker zu regulieren. Derzeit stehen bis zu 33 Prozent der globalen CO2-Emissionen, 68 Prozent der weltweiten Rohstoffausbeutung und 30 Prozent des globalen Artenverlusts in Verbindung mit international gehandelten Gütern. Handelsregeln könnten ein wichtiges Instrument sein, diesen Austausch zu regulieren. Dafür ist allerdings eine Kehrtwende in der Handelspolitik notwendig: Statt wie bisher einseitig auf eine möglichst weitreichende Liberalisierung von Handelsbeziehungen zu setzen, müssten Handelsregeln so gestaltet werden, dass sie die Klima- und Umweltfolgen des weltweiten Handels reduzieren. Idealerweise würden solche ökologischen Handelsregeln international ausgehandelt und durch multilaterale Verträge verankert.

 

Doch derzeit gibt es kaum Aussichten auf grundlegende multilaterale Reformen, etwa der Welthandelsorganisation (WTO). Regeln für internationalen Handel werden immer stärker durch bilaterale Freihandelsverträge festgelegt, insbesondere durch die Europäische Union. Dort setzen die hier vorliegenden Vorschläge an. Sie gehen vom Status quo der heutigen Handelspolitik aus und zeigen ausgehend vom derzeit geltenden internationalen Handelsrechts auf, wie Handelsbeziehungen durch bilaterale Verträge nachhaltiger gestaltet werden könnten.

 

Die 16 hier präsentierten Vorschläge sind Beispiele dafür, wie internationale Verträge Handelsbeziehungen ökologisch regulieren könnten. Dabei konnten viele für die Bekämpfung der Klimakrise wichtige Themen, wie etwa die Reduktion von internationalen Transportemissionen oder Maßnahmen gegen die fortschreitende Entwaldung, nicht aufgenommen werden. Zudem war es nicht möglich, Vorschläge für die Stärkung sozialer Gerechtigkeit und von Arbeitnehmer*innenrechten systematisch mit zu entwickeln; dies hätte den Rahmen der oben genannten Studie überschritten. Es wurde jedoch versucht, Fragen der globalen Gerechtigkeit und einer Umwelt- und Handelspolitik, die die Interessen des Globalen Südens einbezieht, in die hier präsentierten Vorschläge stets einfließen zulassen. Dass für eine klima- und umweltschonende Zukunft darüber hinaus grundsätzliche Prinzipien und Logiken unseres Handels- und Wirtschaftssystems, wie die Wachstums- und Exportorientierung der Wirtschaft, geändert werden müssen, steht dabei außer Frage –geht aber über die vorliegende Publikation hinaus.

 

 

 

Für mehr Information:
Download des Factsheets

 

Kategorien: Ticker

How Moving (Academic) Conferences Online Could Help Address Social Injustices

EADI Debating Development Research - 10. November 2020 - 8:51
By Dennis Penu | EADI/ISS Blog Series Curtailing the movement of people around the world in a bid to control and eventually stop the spread of Covid-19 has forced many, including academics, to gather online. A recent online conference of the European Consortium for Political Research I attended shows that such conferences can not only be …
Kategorien: english, Ticker

Product Responsibility as Value and Revenue Generator: The Case of Rockwool

SCP-Centre - 10. November 2020 - 8:33

The construction industry accounts for 40% of global energy use, 30% of energy-related greenhouse gas emissions, approximately 12% of water use, and nearly 40% of waste*. Green buildings can not only curb the footprint, but also be a catalyst to address major policy frameworks such as the Sustainable Development Goals (SDGs), by ensuring health and wellbeing for all ages, making sustainable and affordable energy accessible to everyone, and supporting communities to live safe and resilient lives. We would like to share our experience with Rockwool – a best practice example of sustainable action in the construction sector.

As part of the European Union Horizon 2020 R2Pi project, the CSCP took a closer look at Rockwool’s ‘RockCycle’ circular business model. Rockwool, an international company headquartered in Denmark, produces mineral wool that contributes to energy-efficient building insulation which helps reduce energy demand and cut CO² emissions.

As part of the construction industry, Rockwool too, is greatly burdened by end-of-life materials due to demolition or renovation. A big share of the end-of-life materials are critically contaminated and need special care in waste management.

By using a Circular Business Model, Rockwool introduced the ‘RockCycle’ take-back program for mineral wool. It consists of co-product recovery, re-make, and resource recovery – all of which are integrated along the entire value chain. The company makes sure that any cut-off and excess material in the internal production of mineral wool feeds back into its production cycle.

The ‘RockCycle’ business model is not only a convenient and eco-friendly solution, but also an economically-advantageous solution for customers. As the Rockwool case study highlights, taking responsibility for products and materials is not merely a burden on the company side; on the contrary it can represent a profit-raising opportunity and lead to sustainable future growth.

Circular Business Innovation has the power to create a competitive advantage that is sustainable and customer-centric. In collaboration with the consortium partners of R2Pi, the CSCP further developed a set of tools and methods for the assessment of your level of circularity. Drawing on a vast circular economy expertise, the CSCP supports companies to embark on business innovation journeys that set free the circular potential for sustainable growth. If you are trying to figure out how to expand your business and become more competitive in a sustainable way, reach out to us. We are looking forward to collaborating with you!

For further details, please contact Patrick Bottermann.

* UN Environment Programme (UNEP)

Der Beitrag Product Responsibility as Value and Revenue Generator: The Case of Rockwool erschien zuerst auf CSCP gGmbH.

Kategorien: english, Ticker

Redrawing the Maps in Kashmir

SWP - 10. November 2020 - 0:00

The political geography of Kashmir has changed radically in recent months. The start­ing point was the Indian government’s decision on 5 August 2019 to divide the state of Jammu and Kashmir (J&K) into two Union territories. In response, Islamabad pub­lished a map on 4 August 2020 showing all of Kashmir as part of Pakistan. At the end of September 2020, the Chinese government terminated the status quo with India in the Ladakh/Aksai Chin region. This indicates a new phase in the conflict over Kash­mir, in which China and Pakistan could work more closely together. In addition, the conflict is being expanded to include a new geopolitical dimension because, for China, the dispute with India is now also part of the struggle with the United States over the future distribution of power in the Indo-Pacific.

Kategorien: Ticker

Geschichte als Instrument der Innen- und Außenpolitik am Beispiel Russlands

SWP - 10. November 2020 - 0:00

Die derzeitige russische Führung legt großen Wert darauf, die über Jahrhunderte hinweg bestehende Kontinuität der russischen und sowje­tischen Geschichte zu betonen.

Historische Brüche sind in der offiziellen russischen Darstellung der eigenen Geschichte unerwünscht und negativ konnotiert.

Gepflegt wird eine Kultur des Sieges, vor allem aufgrund der sowjetischen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, der in Russland »Großer Vaterlän­discher Krieg« genannt wird.

Die russische Führung setzt historische Inhalte selektiv ein, um das Regime und seine Handlungen gegenüber der russischen Bevölkerung sowie externen Akteuren zu legitimieren.

Der Wahrheitsgehalt historischer Botschaften ist zweitrangig im Vergleich zu der Frage, wie sie sich für Zwecke der politischen Legitimation gebrauchen lassen.

Historische Inhalte werden insbesondere dazu genutzt, eine Verknüpfung zu heutigen politischen Entwicklungen herzustellen, zum Beispiel in der Ukraine.

Kategorien: Ticker

IV International Symposium: Transition to a Sustainable Future

Postgraduates - 9. November 2020 - 17:25

Dear students,

First of all, on behalf of the Organization Committee of the “IV International Symposium: Transition to a Sustainable Future”, we would like to wish you a pleasant week and we hope the best for your current activities. We are an English M.Sc. Program in „Air Quality, Solid Waste, and Waste Water Process Engineering“ (WASTE) at the University of Stuttgart. Every year we organize an international symposium to commemorate our research fields. This year the event will be held online via the Zoom Platform and will take place on 26th and 27th November.

We kindly want to extend you an invitation to participate in our event as an attendant. It will be an excellent occasion for you to include participation in international academic activities in your records.

Research on the following core topics would be presented during our Symposium: Circular Economy – “Trending technologies and processes” Smart Cities  – “The future of integrated and smart management” Energy Transition – “Sources of renewable energy and waste to energy technologies”

 

The Symposium is intended to provide a networking opportunity for junior and senior professionals in the fields of sustainability to exchange their academic and technical knowledge. Transition to sustainable future is a pressing topic that must be discussed and considered worldwide. Therefore, international speakers from the industry and leading- edge research institutions, will consolidate the chief occasion during our Symposium.

Your participation is free and will be certified.

All additional information regarding our Symposium could be found in the Official Site https://www.wasteclub.net/internationalsymposium2020 of the event.

Brochure (PDF)

Kategorien: english, Jobs, Ticker

International Online Seminar: Mini-Grids in the Global South

Postgraduates - 9. November 2020 - 17:07

Dear students,

we (the PPRE Team at the University of Oldenburg) are happy to invite you to our first International Online Seminar: Mini-Grids in the Global South which is going to take place between the 20th of November and the 6th of December. This online seminar provides the participants with theoretical and applied knowledge about the implementation of mini-grids in developing countries. Numerous international experts will share their expertise in the field of planning, implementation and operation of mini-grids in different geographical contexts. Besides the technical concepts, the seminar covers economic, ecological, social and political aspects and their contribution to rural development in the respective countries.

For further information, including a detailed programme as well as the link for registration (free and possible until the 15th of November 2020) check the following link: https://bit.ly/372Empc

Programme (PDF)

Kategorien: english, Jobs, Ticker

Sieben kluge Köpfe & Erfindungen im Kampf gegen Covid-19

ONE - 9. November 2020 - 14:47

Mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie stehen wir plötzlich vor noch nie da gewesenen Herausforderungen. Kein Wunder also, dass das weltweit kluge Köpfe auf den Plan ruft: Mit ihren kreativen Ideen sagen  Erfinder*innen dem Virus den Kampf an. Egal ob der Mangel an medizinischer Ausrüstung, das Einhalten von Hygiene- und Abstandsregeln oder der Austausch von Informationen: Wir stellen euch sieben Geschichten von Erfinder*innen vor, die für all das eine Lösung gefunden haben. 

 

1. Der freundliche Pflegeroboter aus dem Senegal

„Docteur Car“ heißt der Pflegeroboter, den vier junge Gründer aus Dakar im April 2020 entwickelt haben. Die Ingenieur-Studenten um Lamine Mouhamed Kébé und Mohamed Gueye arbeiteten gerade an Schließfächern mit WLAN, als Covid-19 auch Afrika erreichte. Kurzerhand hatten sie das Bedürfnis etwas tun zu müssen und ihnen kam die Idee zu dem innovativen Pflegeroboter. So kann Docteur Car Essen und Medikamente verteilen, wie auch den Blutdruck und die Temperatur der Patient*innen messen. Ausgestattet mit einer Kamera, kann der Pflegeroboter durch Ärzt*innen gesteuert werden. Das macht es möglich, dass der Roboter nicht nur im Krankenhaus zum Einsatz kommt, sondern auch Patient*innen in entlegenen Orten behandeln kann. Dabei spricht Docteur Car vier Sprachen: Englisch, Französisch, Wolof und Pulaar. Wenn sich der freundliche Helfer von einem*r Patient*in  mit einem „gute Besserung“ verabschiedet, hat er gleichzeitig medizinisches Personal vor dem Ansteckungsrisiko mit Covid-19 geschützt. 

 

2. Italien: Wenn die Tauchausrüstung Teil der Beatmungsgeräte wird

Als die Masken für bestimmte Beatmungsgeräte knapp wurden, griff das Unternehmen Isinnova aus Brescia, dem Norden von Italien, die Idee eines früheren Chefarztes auf: Kurzerhand wandelte es die Schnorchelmasken des Sporthersteller Decathlon in die dringend benötigten Masken um. Dazu nutzte das Unternehmen einerseits die Easybreath-Modelle, da sie das Gesicht komplett umschließen. Andererseits entwickelte es die passenden Ventile zur Umrüstung, die mithilfe eines 3D-Druckers hergestellt werden können. Die Anleitung dazu stellt das Unternehmen aus Brescia auch online zur Verfügung

Nach den Berichten italienischer Medien kamen die modifizierten Masken in mehreren Krankenhäusern zum Einsatz: Dort wurden sie zur Beatmung, aber auch zum Schutz des Personals eingesetzt. 

 

3. Vietnam: Neuntklässler baut Desinfektionsgerät für die gesamte Gemeinde 

Schon bevor der erste Covid-19-Fall Vietnam erreicht hatte, war der 14-jährige Chung in seinem Dorf für seinen Erfindergeist bekannt: So repariert er leidenschaftlich gerne kaputte Radios oder Handys. Kein Wunder also, dass Chung seine Fähigkeiten nutzen wollte, um zur Bekämpfung der Pandemie einen Beitrag zu leisten. Nachdem auch die Schulen in Vietnam geschlossen hatten, fing Chung an, einen automatischen Hand-Desinfektionsapparat zu entwickeln. Dafür entwarf er zunächst einen Prototyp, bevor er die Bauteile online von seinem eigenen Ersparten kaufte. Das fertige Gerät ist ausgestattet mit einem Infrarotsensor: Sobald eine Person die Hand unter den Spender hält, reagiert der Sensor und gibt eine bestimmte Menge an Desinfektionsmittel aus.  So kann unnötiger Hautkontakt mit dem Spender vermieden werden und zur Eindämmung des Virus beitragen. 

Mittlerweile steht das fertige Modell im Büro des Gemeinderates und Chung ist für eine weitere clevere Idee in seiner Gemeinde bekannt geworden. 

 

4. Junger Tüftler aus Marokko erfindet klugen Mund-Nasen-Schutz

Auch in Marokko kam der junge Tüftler Muhammad mit einer ausgefuchsten Idee um die Ecke: eine Maske, die sich von alleine auf Mund und Nase setzt. Dafür hat der Schüler ein Gestell mit einem Sensor entwickelt, in das eine Gesichtsmaske eingespannt ist. Sollte sich dem*r Träger*in jemand weniger als 1,5 Meter nähern, setzt das Gerät dem*r Träger*in automatisch die Maske auf Mund und Nase. Mit dieser Erfindung möchte der Junge vor allem Menschen helfen, die unter freiem Himmel in heißen Umgebungen arbeiten. 

Doch Muhammad hatte noch mehr Ideen, um während des Lockdowns keine Langeweile aufkommen zu lassen. So entstand eine intelligente Brille mit eigenem Sensor. Sie schlägt Alarm , sobald sich jemand dem*r Trägerin auf weniger als 1,5 Meter nähert. Auch hiermit hofft der Elfjährige, zur Eindämmung des Virus beitragen zu können. 

 

5. Deutsche Wissenschaftler*innen helfen bei Beatmungshilfen aus

Auch hierzulande wurden einige kluge Köpfe aktiv, als medizinische Ausrüstung knapp wurde. Wissenschaftler*innen der Universität Marburg fanden einen Weg, Beatmungshilfen schnell und günstig herzustellen. Dafür nutzen sie sogenannte Ambu-Bags – Beatmungsballons, die von Notärzt*innen manuell gedrückt werden. Angeschlossen an der einer neu entwickelten Konstruktion mit Motor, werden die Ballons regelmäßig mechanisch zusammengedrückt. Für das Gestell nutzen die Wissenschaftler*innen bewusst einfache Materialien wie Holz. Damit ist die Lösung auch in entlegeneren Teil der Welt einsetzbar. Mit einigen Youtube-Videos als Inspiration erhoffen sich die Tüftler*innen, dass die Konstruktion vielerorts Anwendung findet. 

 

6. Äthiopien: Wenn die Armbanduhr vor Covid-19 warnt

In vielen Ländern gibt es mittlerweile eine App, die vor einer möglichen Ansteckungsgefahr mit Covid-19 warnt. In Äthiopien hat ein kluger Tüftler noch einen Schritt weitergedacht: Ezedine Kamil hat ein Gerät entwickelt, dass den*die Träger*in daran erinnert, sich nicht ins Gesicht zu fassen. Das Gerät ist mit einem Sensor ausgestattet und kann einfach am Arm getragen werden – ähnlich zu einer Armbanduhr. Ezedine beschreibt seine Erfindung als multifunktional: Wird das Gerät am Gürtel getragen, gibt es Alarm, sobald der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten wird.  

Mit einem automatischen Seifenspender, der auch manuell funktioniert, hat Ezedine einen weiteren praktischen Helfer entwickelt. Sollte es zu einem Stromausfall kommen, kann der Spender mit einem mechanischen Pedal bedient werden – und Stromausfälle kommen häufiger in Äthiopien vor. Mittlerweile stehen 15 Modelle in Banken und Krankenhäusern in Ezedines Gemeinde Welkite. 

Trotzdem erreichen Ezedines Erfindungen nur langsam die lokale Bevölkerung, da ihm aktuell noch die notwendige finanzielle Unterstützung fehlt.  

 

7. Kenia: Wenn das Sammeln von Informationen Leben retten kann

Zugegebenermaßen: Unsere letzte Erfindung, die dem Virus den Kampf ansagt, ist nicht komplett neu. Bereits 2019 wurde Juliana Rotich mit dem Deutschen Afrikapreis für ihre Open-Source-Plattform Ushahadi ausgezeichnet. Ushahidi ermöglicht seinen Nutzer*innen Ereignisse hochzuladen und zeitlich sowie geografisch zu verorten. So fand die Plattform bspw. Anwendung in Julianas Heimat, als in Folge der umstrittenen Präsidentschaftswahlen Ende 2007 blutige Unruhen in Kenia ausbrachen. 

Während der Covid-19-Pandemie entfallen die Nutzungsgebühren für Ushahidi. Nun wird die Plattform von zahlreichen Menschen genutzt, um einander zu helfen und zu informieren. So fand die Plattform auch Anwendung in Spanien und Italien als die Epizentren zu Beginn der Pandemie in Europa: Menschen sammelten mit Ushahidi Informationen, welche Regionen am stärksten betroffen waren und wo Hilfe dringend benötigt wurde. Bereits im März waren so mindestens 160 Karten weltweit entstanden, die die aktuellen Entwicklungen zu Covid-19 in verschiedenen Teilen der Welt zusammenführen. 

Bild: Weltwirtschaftsforum 2012 (CC-BY-SA)

 

Hättet Ihr gedacht, dass Covid-19 so viele kreative Kräfte freisetzt? – Wir auch nicht! Aber diese inspirierenden Geschichten von unseren großen und kleinen Erfinder*innen zeigen: Jede*r kann etwas im Kampf gegen das Virus tun – im Großen und im Kleinen. 

Ihr fragt Euch jetzt, was Ihr dazu beitragen könnt, um die globale Pandemie zu besiegen? – Unterzeichnet unsere Petition „Alle Menschen vor Corona schützen“ und macht den führenden Entscheidungsträger*innen klar: Niemand ist vor Covid-19 sicher, bis wir nicht alle vor dem Virus geschützt sind.  

The post Sieben kluge Köpfe & Erfindungen im Kampf gegen Covid-19 appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

Zu kurz gesprungen

E+Z - 9. November 2020 - 14:06
Weshalb ein ökologisch wichtiger Richterspruch in Bangladesch international nicht nachgeahmt wird

2016 beklagte ein Zeitungsartikel den traurigen Zustand des Turag am Stadtrand von Dhaka. Umweltverschmutzung, Sandentnahme und Bebauung hatten ihm zugesetzt. Eine regierungsunabhängige Organisation zog deswegen vor Gericht, was in Südasien häufig passiert (siehe Artikel von Arpeeta S. Mizan und mir im Schwerpunkt von E+Z/D+C e-Paper 2017/11).

Die Aktivisten sagten vor Gericht, die Zerstörung des Flusses gefährde Menschenleben. Bangladesch liegt im Delta von Ganges und Brahmaputra, und das dichtbevölkerte Land erlebt oft Überschwemmungen. Im Zuge der Klimakrise nehmen aber auch Probleme mit der Wasserversorgung zu.

Juristische Verfahren dauern lang. 2016 ordneten die Richter den Abriss der illegalen Uferbebauung an, und 2017 zählte dann ein vom Gericht eingesetzter Berichterstatter 30 solcher Strukturen. In früheren Urteilen hatten Richter die lebenswichtige Relevanz von Flüssen anerkannt und Zerstörung für illegal erklärt, Unternehmer hatten aber dagegengehalten, ihre Betriebe seien legal und durch Grundrechte gesichert.

Deshalb entschied die High-Court-Abteilung des Supreme Court 2019, alle Flüsse seien mit Blick auf Ökofragen als Rechtspersonen zu betrachten. Anders sei der Turag nicht zu retten. Das Urteil machte Bangladesch zum ersten Land, das all seinen Flüssen Rechte zusprach. Der Schritt war interessanter und innovativ.

Die Idee, Wäldern, Ozeanen und anderen Ökosystemen Rechtsansprüche zu geben, kam in den 1970er Jahren auf, blieb aber lange reine Theorie. Erst in diesem Jahrtausend wurden entsprechende Gesetze verabschiedet – und zwar in Ecuador, Bolivien, Neuseeland und einigen US-Staaten.

Ein indischer High Court gab 2017 zwei Flüssen – Ganges und Yamuna – den Status von Rechtspersonen. Das Urteil trat aber nicht in Kraft, nachdem eine Landesregierung wissen wollte, was denn zu tun sei, falls Hochwassergeschädigte vom Fluss Schadenersatz fordern sollten.

Diese Frage – und wichtige andere – bleiben auch in Bangladesch ungeklärt. Ein Fluss mag Rechte haben, kann sie aber nicht reklamieren. Die Existenz von Flüssen muss gewahrt werden, wofür aber Menschen sorgen müssen.

Das 283 Seiten lange Urteil des Gerichts in Dhaka gilt vielen als historisch. Eine Berufung wurde auch bereits abgewiesen. Dennoch bleiben viele Dinge unklar. Bangladeschis mag gefallen, wie das Urteil ein bekanntes Sprichwort zitiert, nachdem Wasser „ein anderer Name von ‚Leben‘ ist“, oder den „Beitrag“ der Flüsse im Befreiungskrieg von 1991 lobt. Derlei hilft auch sicherlich, öffentliches Problembewusstsein schaffen. Im Alltag hat es aber keine unmittelbaren Folgen.

Aus gutem Grund haben die Richter die Regierung aufgefordert, die bestehende Gewässerschutzbehörde unabhängig und effizient zu machen. Das ist sinnvoll. Grundsätzlich müssen staatliche Behörden verantwortlich und transparent agieren. Es ist in diesem Zusammenhang sinnvoll, Klagen zivilgesellschaftlicher Organisationen gegen staatliche Akteure zuzulassen, wenn Letztere ihre Pflichten nicht erfüllen. Dafür braucht aber kein Fluss den Status einer Rechtsperson.

Das Urteil bekam viel Lob, aber als weltweit richtungsweisend erwies es sich nicht. Wirksamer Natur- und Umweltschutz erfordert starke Behörden mit klarem Auftrag. Die Richter haben Schritte in diese Richtung unternommen, hätten aber mehr tun können. Flüsse zu Rechtspersonen zu erklären ist hübsch, doch letztlich nur symbolisch. Leider bleibt der Zustand vieler Flüsse in Bangladesch, einschließlich auch des Turag, deprimierend.
 

Ridwanul Hoque ist Juraprofessor an der University of Dhaka und zurzeit Gastprofessor an der Charles Darwin University in Australien.
ridwandulaw@gmail.com

Kategorien: Ticker

E+Z/D+C 2020/12 – mo – now – Derrick Silimina – Zambia – agribusiness

E+Z - 9. November 2020 - 12:12
A home-grown farming sector is taking root in Zambia’s mining regions

North-Western Province, one of the main mining regions, enjoyed an unprecedented boom. Some $7 billion was invested in the Lumwana, Kansanshi and Sentinel mines and associated infrastructure over a 10-year period. An estimated 20,000 workers flocked to jobs in gold and copper mines, according to a 2018 report by Zambia’s Chamber of Mines.

Those workers and their families represented a rich market for a wide range of new businesses: everything from banks to transport firms, hotels, restaurants, retail stores and builders.

One of the sectors to benefit from the mining boom has been farming and trading in agricultural commodities. Entrepreneurs came to the province hoping to earn money by feeding the growing population. Many who could not find jobs in the mines – such as women and older workers – found work in farms and food processing businesses.

The new farmers found relatively little local competition. According to Moses Mwanakatwe, acting director of investments for the Zambia Development Agency, only 2.7 million hectares of the province’s 5.8 million hectares of arable land are being used for agriculture. His comments to an investment symposium were reported by the Lusaka Times in August 2019.

The region’s new farmers produce cassava (a nutty-flavoured, starchy root vegetable), maize, sorghum, beans, and sweet potatoes.

Tina Zulu from Chingola in the Copperbelt Province – about 200 kilometres east of Solwezi – is one of the mining region’s new farmers. In the 2019-2020 farming season she produced 48 bags of 50 kilograms each of maize from her five hectares of farmland.

In addition to selling her own produce, she plans to buy maize in Chingola for resale in Solwezi, where it fetches a higher price, particularly during the rainy season. According to Zulu, a 50 kilogram bag of maize fetches around 120 Kwacha (around €5.25) in Chingola, compared to 300 Kwacha in Solwezi. “Demand in the mining town (Solwezi) is high due to the increase in population, and that demand is still unmet by local supply,” she explains.

Another new farming entrepreneur is Solwezi native Susan Chipango, 45, who grows maize and raises chickens. She got the idea when she lived in a military compound while her husband was a soldier. “I learned a lot from a neighbour who raised chickens,” she says.

“Before my husband retired from the army in 2017, I grew peppercorns as a starter,” Chipango says. “I harvested 65 bags of 50 kgs each, and after I sold the grains, my passion for agriculture grew.” After her husband retired, the family moved back to Solwezi where Chipango focused on producing maize for the local market.

In future she hopes to expand her farm to 20 hectares and to raise fruits and vegetables, including cassava. “It is a sure way to create wealth and a lot better than waiting to be employed by the mines,” Chipango says.

Derrick Silimina is a freelance journalist based in Lusaka. He focuses on Zambian agriculture and sustainability issues.
derricksilimina@gmail.com

Kategorien: Ticker

Wie zu biblischen Zeiten

E+Z - 9. November 2020 - 12:00
Ostafrika droht schon wieder die nächste Heuschreckenplage

Die aktuelle Heuschreckenplage ist laut FAO (Food and Agriculture Organization der UN) die schlimmste seit 25 Jahren. Mitte Oktober warnte die multilaterale Organisation, für diese Insekten gebe es wegen neuerlicher Regenfälle günstige Wachstumsbedingungen in Äthiopien, Somalia und jenseits des Roten Meeres im Jemen.

Normalerweise kommt diese Heuschreckenart in afrikanischen, nahöstlichen und asiatischen Wüsten vor. Die Tiere leben eigentlich einzeln, aber wenn die Vegetation wegen starker Niederschläge üppig gedeiht, entstehen auch große Schwärme. Die Fachwelt spricht von einer Plage, wenn sich mehrere Schwärme zu einer riesigen Heuschreckenwolke verbinden.

Kenia hatte 70 Jahre lang keine solche Insekteninvasion mehr erlebt. Nun bedeckte der größte Schwarm in diesem Jahr 2400 Quadratkilometer. Er bestand aus 200 Milliarden Insekten. Die Schädlinge vernichten Felder und fressen auch wild wachsende Pflanzen. Bauern leiden, weil ihre Ernte vernichtet wird. Futter für Nutz- und Wildtiere verschwindet.

Im Mai warnte die FAO, dass die Ernährungssicherheit von 20 Millionen Menschen in Ostafrika akut und heftig bedroht sei. Mit anderen Worten: Hungersnot wird wahrscheinlicher. Derweil stehen ohnehin Ersparnisse und Lebenserwerb von sehr vielen Menschen auf dem Spiel.

Zwei der betroffenen afrikanischen Länder – Somalia und Südsudan – hatten schon vorher hohe Raten für Mangelernährung. Gut geht es aber auch den anderen Ländern nicht. Die gesamte Region ist geprägt von hoher Morbidität, schwacher Gesundheitsversorgung und ungenügender Infrastruktur. Die Landwirtschaft trägt in Ostafrika 50 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei und sorgt für den Lebensunterhalt von 70 Prozent der Bevölkerung. Die große Mehrheit hängt von wenig produktiven, traditionellen Agrarpraktiken ab. Regionale Konflikte – aber auch die Coronavirus-Pandemie – verschärfen die Probleme.

Die UN sehen einen engen Zusammenhang zwischen der globalen Erhitzung und der Heuschreckenplage. Ähnliche Probleme gibt es auch auf der Arabischen Halbinsel und im Nahen Osten. Feuchtes Wetter kommt nun häufiger vor, und das gilt auch für Zyklone. Ungewöhnlich warmes Oberflächenwasser im Indischen Ozean hat in jüngster Zeit solche niederschlagsreichen Wirbelstürme wahrscheinlicher gemacht. Experten warnen, bislang ungewöhnliche Wetterlagen könnten schon bald normal werden.

Heuschreckenplagen terrorisieren Menschen schon seit biblischen Zeiten. Wissenschaft und Technik können das bislang nicht verhindern. Das Ausmaß der aktuellen Heuschreckenprobleme in Ostafrika ist beispiellos.

Es lässt sich schwerlich vorhersagen, wann, wo und mit welcher Wucht der nächste Heuschreckenschwarm auftritt. Erschwerend kommt hinzu, dass sich oft – wenn es gerade gelungen ist, die Plage an einem Ort in den Griff zu bekommen – neue Schwärme in benachbarten Regionen bilden. Windgeschwindigkeit und -richtung sind wichtig. Bei entsprechendem Wetter überqueren Schwärme ohne Weiteres das Rote Meer.

Heftiger Einsatz von Pestiziden bietet derzeit den einzigen Schutz. In weiten Gegenden wurde – und wird – deshalb gespritzt. Diese Chemikalien sind giftig ,und die schädlichen Nebenwirkungen auf Mensch und Natur dürfen nicht vernachlässigt werden. Vorrang hat derzeit aber eindeutig die Bekämpfung der Plage.

Auf längere Sicht ist mehrdimensionales Handeln nötig. Unter anderem müssen Prognosen, Früherkennung und Monitoring besser werden. Solche Bemühungen müssen grenzüberschreitend koordiniert werden und obendrein Konfliktgebiete – etwa im Jemen oder Somalia – mit einbeziehen. Ohne Frage muss die Beziehung zwischen Mensch und Natur neu bedacht werden. Entwaldung, intensive Landwirtschaft und Überweidung haben zur gestiegenen Wahrscheinlichkeit von Heuschreckenplagen beigetragen. Es gibt keine einfache Lösung für dieses gewaltige Problem. Klar ist aber, dass sich ihm einige der am wenigsten entwickelten Länder der Welt stellen müssen.

Mahwish Gul ist Entwicklungsberaterin und lebt in Nairobi.
mahwish.gul@gmail.com

Kategorien: Ticker

9. November 2020

ONE - 9. November 2020 - 11:25

1. Äthiopien kurz vor einem Bürgerkrieg
Wie die Tageszeitung, die Tagesschau und die Deutsche Welle berichten, steuert Äthiopien auf einen Bürgerkrieg zu. In dem nördlichen Bundesstaat Tigray sei es zu Kämpfen zwischen den lokalen Einheiten und den Bundestruppen gekommen. Laut Ärzte ohne Grenzen habe es alleine in einem einzigen Dorf entlang der tigrischen Grenze sechs Todesopfer und mindestens 60 Verletzte gegeben. Die Spannungen zwischen der Tigray-Region und der Zentralregierung bestehen schon seit Jahren. Regierungsoberhaupt und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed habe bereits Militärinterventionen für die Region, in der 600.000 Menschen von Lebensmittellieferungen abhängig seien, angeordnet. Doch auch die lokalen Truppen in Tigray verfügen seit dem Grenzkrieg gegen Eritrea (1998-2000) über viele Waffen. UN-Chef Guterres und deutscher Außenminister Heiko Maas plädieren für Deeskalation und Dialog.

2. Lieferketten für Corona-Impfstoff: Eine Herausforderung
Wie Felix Wadewitz im Tagesspiegel schreibt, stehe nach der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs eine weitere große Hürde bevor: die globale Verteilung des Impfstoffs. Fluggesellschaften seien bereits dabei, Pläne für die Verteilung auszuklügeln. Diesbezügliche Herausforderungen seien nicht nur die Unmengen an benötigten Frachtflugzeugen sondern allem voran auch die Sicherstellung der notwendigen Kühlung der Impfstoffe. Letzteres sei vor allem in vielen Ländern in Afrika, Asien und Südamerika ein Problem. Die Versorgung jener zwei Drittel der Weltbevölkerung stelle somit eine logistische Herausforderung dar.

3. Derzeitige Krisen erfordern internationale Kooperation
In einem Gastbeitrag im Redaktionsnetzwerk Deutschland plädiert Prof. Imme Scholz, stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, für internationale Kooperation im Zuge der globalen sozialen Ungleichheiten, der Klimakrise sowie der Corona-Pandemie. Es sei ein gutes Zeichen, dass die EU den Wert der Zusammenarbeit erkannt sowie eine internationale Initiative in Gang gesetzt habe, die allen Ländern Zugang zu Impfstoffen, Medikamenten und Testmaterial ermöglichen soll. Durch die Pandemie seien die Möglichkeiten, in internationale Kooperationen zu investieren, jedoch eingeschränkt. Die zunehmend von Krisen betroffene Welt – sei es nun die Klimakrise, die Pandemie oder die zahlreichen Konflikte – mache ein Geflecht starker multilateraler Organisationen notwendig, so die Professorin. Diese sollen sicherstellen, dass Menschenrechte und politische Teilhabe gewahrt werden.

The post 9. November 2020 appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

The Academy of Change Call for Applications is Open – Apply Now!

SCP-Centre - 9. November 2020 - 10:02

Are you a non-governmental organisation (NGO) and looking to scale up your impact? Our successful Academy of Change (AoC) programme is a unique opportunity for state-of-the-art knowledge on how to enable sustainable behaviour change in practice. The call for application for the third round of the AoC is open – apply now!

Embracing more sustainable behaviours and lifestyles has never been higher on the agenda. The current Coronavirus pandemic has unravelled the ample potential for behaviour change across societies globally, but also the sustainability challenges and social inequities that we are faced with. Acknowledging the role of people’s behaviours in shaping the most pressing challenges of our times is a first step. The second one is engaging with behaviour change in inspiring, innovative and impact-driven ways.

Aiming to respond to this in a proactive way, our Academy of Change (AoC) has become a unique capacity building programme on behaviour change for a more sustainable future. The programme of the academy is designed for leaders working on climate change and the wider sustainability agenda within the non-governmental organisation (NGO) sector. The programme enables participants to incorporate evidence-based expertise and insights about citizen behaviours into their development strategies and projects, thus generating greater impact. Participants will also have the unique opportunity to work on their own behaviour change interventions as they advance through the training.

Since 2017, the Academy of Change trained over 100 NGO practitioners from all over the world, including leaders from Greenpeace International, SlowFood International, WWF and EEB.

The programme is free of charge and will include strategic training, networking opportunities and coaching sessions. The programme will consist of 6 modules, from March to June 2021. Together we will learn about behavioural and decision-making insights, models and tools of understanding and changing behaviours, designing and implementing behaviour change interventions, as well as learn how to evaluate their impact. The content and facilitation of the programme will be delivered by the Academy team, in combination with a line-up of high level keynote speakers, academics and experts who will deliver insight throughout the modules. You can find more details about the Academy programme here.

Due to the limited number of places in the Academy, the participants of the programme will be selected through an open application process to ensure a fair and transparent selection procedure. A group of 40 professionals working for NGOs across the world will be selected. Applications can be sent until 1 January 2021.

Are you part of an NGO covering sustainability and climate topics? Are you looking for new and insightful approaches to boost the impact of your work and accelerate change in sustainable behaviours that really matter? Apply today! We are looking forward to receiving your application and driving change with you!

The Academy of Change (AoC) is a non-profit initiative of the Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), Behaviour Change (BC) and the International Civil Society Centre (ICSC). The AoC is funded by the KR Foundation.

For further information, please contact Mariana Nicolau.

Der Beitrag The Academy of Change Call for Applications is Open – Apply Now! erschien zuerst auf CSCP gGmbH.

Kategorien: english, Ticker

Wie eine über 140 Jahre alte Blechwarenfabrik zum Umweltpionier wird

reset - 9. November 2020 - 8:11
Die traditionsreiche Blechwarenfabrik Limburg hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt und seine Strukturen und Prozesse grundlegend umgestaltet – hin zu mehr Energie- und Ressourceneffizienz. Wir haben mit der Geschäftsführerin Annika Trappmann über Innovation, Digitalisierung und Recycling gesprochen.
Kategorien: Ticker

Neustart mit Präsident Biden

SWP - 9. November 2020 - 0:30

Die Wahl Joseph Bidens zum 46. Präsidenten der USA bedeutet nicht, dass die trans­atlantischen Beziehungen einfach zum Status quo vor 2017 zurückkehren werden. Zu sehr hat sich inzwischen das internationale Umfeld verändert, zu stark ist der Wett­bewerb großer Mächte zum strukturbildenden Merkmal der internationalen Ordnung geworden. Europa wird stärker als bislang verdeutlichen müssen, welche Politik man von Washington erwartet, aber auch, was man selbst zu leisten bereit ist. Vor diesem Hintergrund sollten Berlin und Brüssel gegenüber der Regierung Biden fünf Prioritäten als Grundlage einer erneuerten transatlantischen Agenda verfolgen. Unter anderem sind demnach gemeinsame Regelwerke zur Bekämpfung politischer Des­information und eine transatlantische Impfstoff-Allianz anzustreben.

Kategorien: Ticker

Verglimmender Hoffnungsschimmer? Äthiopien droht der Zerfall

SWP - 9. November 2020 - 0:20
Hoffnungsträger Abiy Ahmed

Vor zwei Jahren lagen sich die Menschen im Norden Äthiopiens mit Freudentränen in den Armen: Der eiserne Vorhang zwischen Äthiopien und dem ehemaligen Kriegsgegner Eritrea war nach 18 Jahren geöffnet worden. Geschwister sahen sich zum ersten Mal, Großeltern hielten ihre Enkel in den Armen, die Telefonverbindungen funktionierten über Nacht. Ein neues Zeitalter schien angebrochen. Das Horn von Afrika, die Region, die für ihre verbitterten Bruderkriege, Hungersnöte und unbeugsamen Ideologien stand, bekam auf einmal einen Glanz. Besonders die Jugend – die mehr als die Hälfte der Bevölkerung stellt – war hoffnungsvoll. Viele erwarteten von dem neuen, jungen Premier Abiy Ahmed ein Leben in Würde und mit Arbeit. Abiy, ein Überraschungskandidat aus der Partei der Bevölkerungsmehrheit, die in der hundertjährigen Geschichte des Landes niemals die Regierungsgeschäfte geführt hatte, wurde zum Premierminister. Er wollte mit dem starren Entwicklungsstaatskonzept der Vorgängerregierung brechen, die von einer kleinen Gruppe, der Volksbefreiungsfront Tigrays (TPLF), geführt wurde. Abiy sprach von Demokratie, Privatisierung und Liebe als seinen Leitmotiven. Das schien unerhört, und spätestens durch den Friedensschluss mit dem benachbarten Erzfeind Eritrea war ihm etwas geglückt, das die Menschen im Land und in der Region gleichermaßen begeisterte und ihm den Friedensnobelpreis einbrachte.

Eskalierender Machtkampf

Heute sind die Grenzen zwischen Eritrea und Äthiopien längst wieder geschlossen. Hunderte fielen in den vergangenen Monaten ethnischen Pogromen zum Opfer. Nach der Ermordung eines Sängers begannen wochenlange Proteste, die Regierung sperrte das Internet für Monate, Tausende Oppositionelle wurden verhaftet. Die Jugend, deren Proteste einst den Aufstieg von Abiy Ahmed befördert hatten, demonstriert angesichts der enttäuschten Hoffnung auf eine bessere Zukunft jetzt gegen seine Regierung. Anfang November passierte schließlich, was sich in den Wochen zuvor ankündigt hatte: Die TPLF lieferte sich ein Scharmützel mit der Nationalarmee. Internet-, Telefon- und Flugverbindungen zum nördlich an der Grenze zu Eritrea gelegenen Bundesstaat der Tigray wurden gestoppt. Das Kabinett verkündete den Ausnahmezustand für die Region, erklärte die TPLF zu einer terroristischen Vereinigung und setzte eine Parallelregierung in dem TPLF-geführten Bundesstaat ein. Truppen der nationalen Armee wurden aus anderen Landesteilen und aus Somalia an die Grenze zu Tigray verlegt. Beide Seiten behaupten nun, die Lage unter Kontrolle zu haben: Premier Abiy berichtet von gelungenen Bombardements auf die Flugabwehr der TPLF, die ihrerseits angibt, militärisch nicht geschwächt worden zu sein.

Die Eskalation begann, nachdem der Premierminister aufgrund der Covid-19-Pandemie die ersten freien Wahlen, die für Mai 2020 angekündigt waren, auf unbestimmte Zeit verschoben hatte. Einige Monate zuvor hatte er die bis dahin regierende Einheitspartei aufgelöst und die Wohlstandspartei gegründet. In diesem Zuge hatte er die Übermacht der TPLF in der Regierung reduziert und bislang außen vorgelassene Bundesstaaten wie die Somali- und Afar-Region stärker eingebunden. Die TPLF stellte daraufhin die Legitimität der Regierung infrage, Premier Abiy hält sie für einen Gegner des ethnischen Föderalismus. Anfang September führte sie unabhängige Wahlen in ihrem Bundesstaat Tigray durch, bei denen die Volksbefreiungsfront die absolute Mehrheit erzielte. Nichtsdestotrotz kann sie nicht auf einen nennenswerten Rückhalt in der äthiopischen Bevölkerung zählen.

Die verhärteten Fronten zeugen von einer Schwäche der Regierung Abiy Ahmeds, dem es weder gelang, die ethnonationalistischen Spaltungen einzudämmen, noch die Bevölkerung vor ethnischen Pogromen zu schützen. Der Premierminister hatte darauf vertraut, dass der Bau des Nilstaudamms GERD eine breite Unterstützung der gesamten Bevölkerung erfahren und damit zu einem national einigenden Projekt werden könnte. Diese Hoffnung droht zu scheitern.

Eskaliert die Situation in Tigray weiter, weil das Land in einen Bürgerkrieg schlittert, könnte dies das Ende der Transition unter Abiy Ahmed bedeuten. Es droht die Gefahr, dass ihm andere Landesteile oder die Armee die Gefolgschaft verweigern. Verliert die TPLF den Konflikt, könnte sie sich zu einer bewaffneten Opposition – im eigenen Land oder der Region – entwickeln. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass der eritreische Präsident Isayas Afewerki seine Chance wittert, durch ein Eingreifen in den Konflikt auf der Seite Äthiopiens wieder zu einem wichtigen Player in der Region zu werden. Äthiopien geriete in Abhängigkeit und wäre geschwächt.

Es braucht mehr als einen Waffenstillstand

Eine Implosion Äthiopiens hätte ungeheure Konsequenzen nicht nur für das bevölkerungsreichste Land der Region, sondern auch für das gesamte Horn von Afrika. Ein regionaler Krieg würde die fragile Transition im Sudan gefährden. Auch das Abkommen zum Nilstaudamm oder die entscheidend von Äthiopien mitgetragene Mission der Afrikanischen Union zur Stabilisierung Somalias wären direkt von einer Fragmentierung des Landes betroffen.

Eine gegenseitige Anerkennung von TPLF und Regierung als legitime Akteure wäre ein erster notwendiger Schritt zu Beilegung des Konfliktes. Vermittlungsgespräche könnten dann von der regionalen Intergovernmental Authority on Devolopment (IGAD) unter Führung des Sudans geführt werden. Die Afrikanische Union, Europa und andere Partner des Landes sollten sich auf eine gemeinsame Linie zur Deeskalation verständigen. Auch die Treuhänder des Äthiopisch-Eritreischen Friedensabkommens, Saudi Arabien und die Vereinten Arabischen Emirate, könnten als Garanten des Abkommens eine wichtige Rolle spielen.

Ein Waffenstillstand aber kann nur ein Anfang sein. Die Unzufriedenheit wächst in allen Regionen Äthiopiens, Autonomiebestrebungen verbreiten sich, dem ethnischen Föderalismus droht ein konfliktreicher Zerfall. Um hier entgegenzuwirken, ist es zum einen unerlässlich, dass ethnische Pogrome durch die Sicherheitskräfte verhindert werden. Zum anderen muss der Premier politisch Inhaftierten faire Prozesse garantieren, wenn die Bevölkerung ihn weiter unterstützen soll. Um die Hoffnung auf Aufbruch, demokratische Veränderung und inklusivere Machtverteilung nicht gänzlich zu zerstören, ist ein umfassender nationaler Dialog unumgänglich.

Kategorien: Ticker

Seiten

SID Hamburg Aggregator – Ticker abonnieren