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Die G20 muss jetzt handeln, um die Welt zu impfen

Baustellen der Globalisierung - 9. Juli 2021 - 12:21

Kulisse Venedigs mit Kreuzfahrerschiff
Ein Gastkommentar von Jeffrey D. Sachs und Juliana Bartels

Bei ihrem Treffen am 9. und 10. Juli in Venedig sollten die Finanzminister der G20 einen Plan verabschieden, um die Welt gegen COVID-19 zu immunisieren. Alle impfstoffproduzierenden Länder werden dort vertreten sein: die USA, Großbritannien, die Europäische Union, China, Russland und Indien. Gemeinsam produzieren diese Länder genügend Impfdosen, um den Impfprozess für die gesamte Welt bis Anfang 2022 abzuschließen. Doch fehlt noch immer ein Plan dafür.

Das bisherige globale Bemühen, den armen Ländern einen Impfschutz zu verschaffen – die sogenannte COVAX-Fazilität – bleibt bisher in katastrophaler Weise hinter den Erfordernissen zurück. Die impfstoffproduzierenden Länder haben ihre Produktion bisher dazu genutzt, ihre eigenen Bevölkerungen zu impfen – mit vielen Millionen an überschüssigen Dosen. Und die Impfstoffproduzenten haben geheime Absprachen mit verschiedenen Regierungen getroffen, um Impfstoffe bilateral zu verkaufen statt zu einem geringeren Preis durch COVAX. 

Die Welt leidet unter der Selbstsüchtigkeit der impfstoffproduzierenden Länder, der Gier der Unternehmen und dem Zusammenbruch einer grundlegenden staatlichen Zusammenarbeit zwischen den wichtigen Weltregionen. Wir bezweifeln, dass sich Experten der US-Regierung je (und sei es nur per Zoom) mit ihren Kollegen in China und Russland getroffen haben, um eine globale Impfkampagne zu planen. Die USA waren mehr daran interessiert, Impfstoffe nach Taiwan zu verschiffen (vermutlich, um die Volksrepublik China bloßzustellen), als mit China zusammenzuarbeiten, um die gesamte Welt zu schützen.

Wissenschaftler warnen schon seit langem, dass Verzögerungen beim globalen Impfschutz verheerende Folgen für die gesamte Welt haben könnten, da sich neue Varianten herausbilden, die den bestehenden Impfstoffen ausweichen. Diese verhängnisvolle Entwicklung hat bereits begonnen. Israelische Wissenschaftler vermelden, dass der Pfizer/BioNTech-Impfstoff nur eine 64%ige Wirksamkeit gegenüber der Delta-Variante aufweist, verglichen mit 95% Wirksamkeit gegenüber dem ursprünglichen Virus (obwohl vier andere Studien eine deutlich höhere Wirksamkeit festgestellt haben)…

… den vollständigen Kommentar lesen Sie >>> hier.

 

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Studie zum Weltbevölkerungstag: Globale Bevölkerungsentwicklung in Zeiten von COVID-19

DSW - 9. Juli 2021 - 6:00

Wiesbaden/Hannover, 9. Juli 2021. Aktuell leben fast 7,9 Milliarden Menschen auf der Erde. Die COVID-19-Pandemie hat auch Folgen für die weitere Entwicklung der Weltbevölkerung. Darauf machen das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) und die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des Weltbevölkerungstags am 11. Juli aufmerksam.

Die Zahl der Menschen auf der Erde ist in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen. Wie sich die Weltbevölkerung weiter entwickeln wird, hängt besonders von der Entwicklung des Geburtenniveaus ab. Dies geht aus einer anlässlich des Weltbevölkerungstages 2021 vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung herausgegebenen Studie zu globalen Bevölkerungsentwicklungen hervor. Weltweit betrachtet sanken die Geburtenziffern in den meisten Ländern in den letzten 100 Jahren stark. Wurden etwa in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts durchschnittlich mehr als vier Kinder pro Frau geboren, so liegt der Wert momentan bei etwa 1,6 Kindern. In einigen Ländern ist das Niveau noch niedriger, was langfristig zu neuen Herausforderungen führt. Dagegen liegen in manchen Ländern Afrikas und Südasiens die Geburtenziffern bei über vier Kindern pro Frau, wobei sie auch hier zurückgehen. Erfolge bei der nachhaltigen Entwicklung, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Geschlechtergerechtigkeit, haben einen wesentlichen Einfluss auf die künftige Bevölkerungsentwicklung. Es haben aber weiterhin weltweit viele Mädchen und Frauen keinen ausreichenden Zugang zu modernen Verhütungsmitteln. „Informationen und Zugang zu modernen Methoden der Familienplanung sind unverzichtbar, sie dienen der Realisierung grundlegender Rechte und Freiheiten“, betont Dr. Frank Swiaczny vom BiB.

Die Studie des BiB untersucht den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Aspekten der nachhaltigen Entwicklungsziele und der globalen Bevölkerungsdynamik. Sie wirft dabei auch einen Blick auf die möglichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Weltbevölkerung.

Pandemie bedroht Entwicklungsziele der Agenda 2030

„Auch wenn sich die Auswirkungen der Pandemie auf die nachhaltigen Entwicklungsziele und die Bevölkerungsdynamik gegenwärtig noch nicht gänzlich absehen lassen, so zeigen sich in einigen Bereichen bereits jetzt erste Folgen“, darauf weist die Projektleiterin der Studie, Dr. Elke Loichinger vom BiB hin. Die Auswirkungen von COVID-19 sind sozial sehr ungleich verteilt. Mädchen und Frauen sind hiervon besonders betroffen: Sie sind häufig in „systemrelevanten“ Bereichen tätig und tragen beispielsweise auch die Hauptlast im Bereich der familiären Pflege und leisten zusätzliche Aufgaben im Haushalt und bei der Erziehung. Vor allem in ärmeren Ländern ist zudem die Zahl der Mädchen gestiegen, die ihre Schulausbildung, vorzeitig beenden mussten. Das könnte zukünftige Geburtenziffern in ärmeren Ländern beeinflussen, denn der Bildungsgrad von Frauen wirkt sich nachweislich auf ihre durchschnittliche Kinderzahl aus. Die Pandemie bedroht damit die in der Vergangenheit erzielten Erfolge in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Geschlechtergerechtigkeit – drei der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen.

DSW beobachtet mehr unbeabsichtigte Schwangerschaften

Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der DSW, unterstreicht die pandemiebedingten Rückschritte für Mädchen und junge Frauen: „Die Pandemie und die damit verbundenen Schulschließungen führen zu einer starken Zunahme von Teenagerschwangerschaften und Frühverheiratungen – das sehen wir etwa in unseren ostafrikanischen Partnerländern. Tausende Mädchen geraten so in eine Armutsspirale und verlieren die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft. Die Regierungen weltweit sind dazu aufgerufen, sich jetzt noch stärker für die Themen Geschlechtergerechtigkeit, körperliche Selbstbestimmung sowie für die Verbesserung von Bildungschancen, inklusive des Zugangs zu Sexualaufklärung, für junge Menschen einzusetzen. Auch Deutschland kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten.“

Verständlicher Überblick über globale Bevölkerungsentwicklungen

Die Studie mit dem Titel “Globale Bevölkerungsentwicklung – Fakten & Trends” ist auf der Internetseite des BiB abrufbar. Auf Basis zahlreicher internationaler Datenquellen geht sie auf die wichtigsten Trends des globalen Bevölkerungsgeschehens ein. Dazu zählen das weltweit anhaltende Bevölkerungswachstum, die zunehmende Alterung in vergleichsweise jungen Ländern und die räumlichen Muster der internationalen Migrationsbewegungen. Weitere Aspekte wie die Rolle von Familienplanung, Bildung und Geschlechtergerechtigkeit fließen ebenso ein wie die Verstädterung, welche gleichzeitig eine Herausforderung und eine Chance für eine nachhaltige Entwicklung darstellt.

Weitere Informationen Bilder und Grafiken

Bild: Weltkarte mit Geburtenziffern der einzelnen Länder

Bildunterschrift: Anzahl der Kinder je Frau (zusammengefasste Geburtenziffer, TFR) 2015/20, Quelle: UN World Population Prospects 2019.

Bildnachweis: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

Über das BiB

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) wurde 1973 mit Sitz in Wiesbaden gegründet, um Ursachen und Folgen des demografischen Wandels in Deutschland zu untersuchen. Neben der wissenschaftlichen Forschung sind die Beratung der Ministerien und der Wissenstransfer in die Öffentlichkeit wichtige Aufgaben des Instituts. Als Forschungseinrichtung des Bundes ist das Institut dem Bundesministerium des Innern unterstellt.

Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Der Beitrag Studie zum Weltbevölkerungstag: Globale Bevölkerungsentwicklung in Zeiten von COVID-19 erschien zuerst auf DSW.

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The Long Road to Development – VNR Study 2021

CSO Partnership - 9. Juli 2021 - 5:58

Conducted by the global civil society platform CSO Partnership for Development Effectiveness in time for the 2021 UN High Level Political Forum, this study presents the perspectives of 109 CSOs from 45 countries and territories on the implementation of the Sustainable Development Goals (SDGs) and the Voluntary National Reviews, using the lens of effective development cooperation (EDC).

While acknowledging the integration of SDGs in national development planning, respondents suggest weak country ownership and institutional stakeholder engagement, and poor transparency and inclusivity in the SDG processes. They identify major gaps in implementing SDGs, such as the inadequate engagement of CSOs, and note challenges in attaining the goals amidst the COVID-19 crisis. They also offer recommendations to improve SDG implementation, founded on fostering an enabling environment for civil society participation.

The CPDE gratefully acknowledges all individuals and their organisations whose valuable inputs to this year’s VNR survey made this study possible.

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CPDE Report to the Public 2020

CSO Partnership - 9. Juli 2021 - 5:38
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The Logic of Defence Assistance to Ukraine

SWP - 9. Juli 2021 - 2:00

The recent debate about providing military assistance to Ukraine has relevance for the efforts to overcome the current impasse in the Minsk Process and the Normandy Format in particular, and thus the search for a resolution to the conflict regarding the Donbas. But it also concerns larger questions of Germany’s role in Europe, and in security policy more generally. It touches on Germany’s ability to adapt to situations in which other countries are willing to envisage military solutions to existing con­flicts. In this sense, it fits into discussions about a more geopolitical EU. And it offers Berlin a way to reinforce its commitment to European security and stability by more actively resisting the redrawing of international borders.

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#VoiceYourChoice

#2030Agenda.de - 8. Juli 2021 - 23:16

Das SDGs in Action Film Festival, das von UN DESA koordiniert wird, möchte kraftvolle Geschichten von Grass-Root-Filmemacher*innen präsentieren und aufzeigen, wie Menschen und Organisationen auf der ganzen Welt für die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) aktiv werden. In 2021 nahm das Filmfest Beiträge in drei Kategorien an: Wiederaufbau von Gemeinschaften nach der Pandemie, Schutz unseres Planeten und Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter. Es gab über 1000 Einreichungen aus über 90 Ländern.

UN DESA freut sich, die 6 Filme präsentieren zu können, die in die offizielle Auswahl aufgenommen wurden:

ASHA: Stories of leprosy and hope - Alberto Pla Monfort, Spain
Aurora - Emilio José Álvarez García, Mexico
Invisible Helpers - Anna Marry, Ellie Suttle, United Kingdom
Limit - Debasish Mazumder, Bangladesh
Saudade - Sandra Duarte Cardoso, Tiago Iúri, Portugal
To survive - Nazzinda Ruth, Uganda
 

Helfen Sie mit, die/den "People's Choice"-Gewinner*in zu wählen! Sehen Sie sich alle sechs Filme der offiziellen Auswahl an und stimmen Sie für Ihren Lieblingsfilm unter bit.ly/SDGFilmFest ab. Die Stimmabgabe endet am 11. Juli 2021 um 20 Uhr (EDT). Die Preisträger*innen werden bei der virtuellen Preisverleihung am 12. Juli 2021, 11.00 - 12.15 Uhr (EDT) ausgezeichnet. Live-Stream auf UN WebTV (webtv.un.org) und auf den europäischen und asiatisch-pazifischen Sendern.

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Hochrangiges Politisches Forum für nachhaltiger Entwicklung tagt zur Überprüfung der Agenda 2030

#2030Agenda.de - 8. Juli 2021 - 23:16

Das Treffen des Hochrangigen Politischen Forums für nachhaltige Entwicklung (HLPF) findet in diesem Jahr vom 6. bis 15. Juli 2021 statt. Das HLPF ist die zentrale Plattform der Vereinten Nationen für das Follow-up und die Überprüfung der Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs).

Teil des HLPF ist ein dreitägiges Ministertreffen vom 13.-15. Juli 2021. Am 15. Juli wird Deutschland in diesem Rahmen auch seinen zweiten freiwilligen Bericht (Voluntary National Review, VNR) über die Umsetzung der Agenda 2030 präsentieren.

Das HLPF findet aufgrund der Coronabeschränkungen auch in diesem Jahr weitgehend online statt.

Weitere Informationen inkl. des HLPF-Programms und des Links zum UN WEBTV unter: https://sustainabledevelopment.un.org/hlpf/2021

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LDCs present VNRs at the HLPF (13–15 July 2021)

Global Policy Watch - 8. Juli 2021 - 17:26

Download UN Monitor #25 (pdf version).

By Barbara Adams and Tejaswini Vavilala

Two days ago at the opening of the UN High-level Political Forum (HLPF) the head of the World Trade Organization (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala, addressed the problem of inequalities– inside households, within national economies and across different countries. Concerning “vaccine inequality”, she added that as of 1 July there had been 1.3 doses per 100 people in least developed countries (LDCs) compared with 83 doses per 100 people in developed countries.

Six weeks ago, on 24-28 May, Member States met in the first Preparatory Committee (PrepCom) for the Fifth Conference on the Least Developed Countries (LDC5) to be held 23-27 January 2022 in Doha, Qatar. The second PrepCom session will take place on 26-30 July 2021 and will launch negotiations on the Programme of Action for LDCs for the next decade, a decade that coincides with the last decade of the 2030 Agenda for Sustainable Development.

This is the last HLPF before the Doha conference / LDC5. During the HLPF Ministerial segment of the HLPF, eight LDCs will present their Voluntary National Reviews (VNRs), making a total of 53 LDC VNR presentations over the last six years, many by countries for the second, and some for a third, time.

Table 1 lists the LDCs, their VNR presentations and contains links (denoted by X) to the individual national reports.

Country

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

Afghanistan

X

X

Angola

X

Bangladesh

X

X

Benin

X

X

X

Bhutan

X

X

Burkina Faso

X

Burundi

X

Cambodia

X

Central African Republic

X

Chad

X

X

Comoros

X

Democratic Republic of the Congo

X

Djibouti

X

Eritrea

Ethiopia

X

Gambia

X

Guinea

X

Guinea-Bissau

Haiti

Kiribati

X

Lao People’s Democratic Republic

X

X

Lesotho

X

Liberia

X

Madagascar

X

X

Malawi

X

Mali

X

Mauritania

X

Mozambique

X

Myanmar

Nepal

X

X

Niger

X

X

X

Rwanda

X

Sao Tome and Principe

Senegal

X

Sierra Leone

X

X

X

Solomon Islands

X

Somalia

South Sudan

Sudan

X

Timor-Leste

X

Togo

X

X

X

Tuvalu

Uganda

X

X

United Republic of Tanzania

X

Yemen

Zambia

X

The Presidents of the UN General Assembly and the ECOSOC, the Secretary-General, as well as CSO representatives, have sounded the alarm on the complex agenda facing the LDCs, an agenda that requires quality policy responses across many inter-governmental processes and fora, such as the WTO, to shape a robust and meaningful Doha Programme of Action.

For more information, follow the Global Policy Watch Monitors on the website: https://www.globalpolicywatch.org/blog/category/un-monitor/

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Globale Entwicklung für alle: Warum Inklusion #weltweitwichtig ist

VENRO - 8. Juli 2021 - 15:42

Auf dem Hochrangigen Politischen Forum in New York werden in diesen Tagen die Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung besprochen. Deutschland berichtet am 15. Juli zum zweiten Mal über seine Bemühungen. Für unseren Verband ist die Verringerung sozialer Ungleichheit weltweit wichtig und wir meinen, dabei muss bei den Schwächsten angesetzt werden. VENRO-Vorstandsmitglied Michael Herbst geht dem Begriff der Inklusion auf den Grund und zeigt seine Bedeutung für das leave no-one behind-Versprechen der Agenda 2030 auf.

Inklusion ist zu einem politischen Kampfbegriff geworden, stellt der Soziologe Uwe Becker in seinem 2015 erschienenen Buch „Die Inklusionslüge“ fest. Der Begriff Inklusion taucht 1994 behindertenpolitisch erstmals in der Erklärung von Salamanca (Spanien) auf. Auf der dortigen UNESCO-Konferenz bekannten sich 92 Staaten zum Recht auf Bildung für Menschen mit Behinderungen. Sie sollte – wo sie überhaupt stattfand – fortan nicht mehr in Spezialeinrichtungen, sondern im allgemeinen Bildungssystem erfolgen. Konzeptionell stützte man sich dabei auf reformpädagogische Thesen zur sogenannten inklusiven Bildung, die – abseitig des Mainstreams in Leistungsgesellschaften – im Kern auf Wissensvermittlung in heterogenen Lerngruppen abzielt.

Die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) von 2006 verwendet den Term Inklusion durchgängig, ohne ihn allerdings zu definieren. Entsprechend tobt seither ein Kampf verschiedenster gesellschaftlicher Akteure um die Deutungshoheit, der selbst vor dem Bundestagsausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nicht Halt macht.

Die deutsche Fassung der UN-BRK, wie sie die Bundesregierung veröffentlichte, übersetzte sehr zum Missfallen der Behindertenverbände Inklusion zumeist zurück zu Integration, der gesellschaftlichen Teilhabe per individueller Unterstützung. Wer im englischen Original liest, dem wird klar, dass „inclusion“, „to include,“, „inclusive“ etc. in dreierlei Bedeutungszusammenhängen verwendet wird:

  1. Als Prinzip der Beteiligung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen in gesellschaftlichen Planungs-, Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen. Der Slogan der Behindertenbewegung „nothing about us without us“ drückt den Anspruch der „Experten in eigener Sache“ aus.
  2. Als Handlungsprinzip, das vorsieht, wann immer mit „angemessenen Vorkehrungen“ möglich, Lösungen zu bevorzugen, die selbstbestimmtes Handeln von Menschen mit besonderen Bedürfnissen ermöglichen. Denn diese ausgegrenzten Menschen zu integrieren oder sie gar in Parallelwelten zu segregieren, schafft letztlich immer Abhängigkeiten.
  3. Als Vision einer Gesellschaft, in der alle Menschen an allem selbstbestimmt und gleichberechtigt teilhaben können, was die Gesellschaft zu bieten hat. Das mag man für eine Utopie zwischen Urkommunismus und Bergpredigt halten. Wenn man aber fragt, wie die Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen erreicht werden können, landet man beinahe zwangsläufig bei dieser Leitidee, und die UN-BRK fragt genau das.

Die am weitesten Hintenstehenden zuerst erreichen

Der zweite Halbsatz des Agenda-2030-Versprechens, niemanden zurückzulassen (leave no one behind, LNOB), macht deutlich, um was es geht: Die Verringerung sozialer Ungleichheit und damit eine globale Entwicklung hin zu sozialer Nachhaltigkeit kann nur gelingen, wenn die Schwächsten in unseren Gesellschaften aufholen können. Das ist eine Frage der Nichtdiskriminierung. Es ist aber auch eine von Positivdiskriminierung vor allem bei den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechten. Und prompt taucht der Begriff Inklusion in den nachhaltigen Entwicklungszielen gleich mehrfach wieder auf; dort wo über Armutsbekämpfung, Gesundheit, Bildung, Arbeit gesprochen wird zum Beispiel.

Mit Blick auf das derzeit bei den Vereinten Nationen in New York stattfindenden Hochrangigen Politischen Forum (High-level Political Forum) ist es #weltweitwichtig, dass die Bundesregierung in ihrer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe

  • sich des vorgenannten Verständnisses des LNOB-Prinzips, wie es im Übrigen auch in der politischen Abschlusserklärung des SDG-Gipfels von 2019 formuliert wird, ernsthaft verpflichtet fühlt,
  • wirkungsvolle Strategien zur Verwirklichung von Geschlechtergleichstellung, Behinderten- und Kinderrechten erarbeitet und umsetzt, die neben Zielvorgaben auch Messgrößen, Verantwortlichkeiten, Budgetlinien und Zeitpläne enthalten sowie
  • einheitliche Marker einführt, mit denen Fortschritte gemessen werden können und ihre Partnerländer dabei unterstützt, dass Daten zur Lebenssituation benachteiligter Menschen erhoben werden können.

Michael Herbst ist VENRO-Vorstandsmitglied und Leiter Politische Arbeit und Beratung bei unserer Mitgliedsorganisation CBM.

 

Dieser Artikel ist Teil unserer Themenreihe zur Bundestagswahl 2021, in der wir unsere Erwartungen für die kommende Legislaturperiode formulieren. Die Blogserie basiert auf unserem aktuellen Positionspapier Was jetzt #WeltWeitWichtig ist – Erwartungen an die Parteien zur Bundestagswahl 2021. Darin fordern wir die Parteien, die zukünftigen Abgeordneten und die kommende Bundesregierung auf, ihre Prioritäten auf eine nachhaltige Politik zu richten, die alle mitnimmt!

Lesen Sie mehr dazu unter www.weltweitwichtig.de.

Positive Zwischenbilanz in Weil am Rhein bei der Umsetzung des Vorhabens „Kinderfreundliche Kommune“

Unicef - 8. Juli 2021 - 14:00
Vertreter*innen der Stadtverwaltung von Weil am Rhein und des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V. kommen heute mit Kindern und Jugendlichen aus der Region zusammen, um über die bisherige Umsetzung des aktuellen Aktionsplans zu sprechen.
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Der Kampf gegen gefährliche Chemikalien braucht mehr als Symbolpolitik

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:43

Der Kampf gegen gefährliche Chemikalien braucht mehr als Symbolpolitik

Im Vorfeld des Berlin Forums für Chemikalien und Nachhaltigkeit ziehen Umwelt- und Entwicklungsverbände eine kritische Bilanz der Arbeit der Bundesregierung. Sie hat wichtige Hausaufgaben in der Chemikalienpolitik unerledigt gelassen.

Berlin, 5. Juli 2021: Die Bundesregierung hat die Chemikalienpolitik vernachlässigt. Sie hat damit in Kauf genommen, dass die Gesundheit von Menschen weiterhin gefährdet, die Klimakrise angeheizt und der Verlust der Artenvielfalt beschleunigt wird.

Zu diesem Urteil kommt ein Bündnis aus den fünf Umwelt- und Entwicklungsverbänden BUND, Forum Umwelt und Entwicklung, HejSupport, PAN Germany und WECF. Es fordert die künftige Bundesregierung auf, den Schutz von Mensch, Artenvielfalt und Klima endlich ernst zu nehmen und sich in Deutschland, in der EU und weltweit aktiv für eine giftfreie Zukunft mit weniger Chemikalien und einem nachhaltigen Umbau der Chemieindustrie einzusetzen. Dies ist dringend notwendig: Noch immer sterben weltweit jährlich mehr als 1,6 Mio. Menschen durch Chemikalien. Noch immer wird für Herstellung und Transport von Chemikalien und Produkten knapp ein Drittel der verbrauchten Energie benötigt. Noch immer werden Ökosysteme durch den Rohstoffabbau und die Freisetzung gefährlicher Stoffe zerstört. Schadstoffe und Pestizide sind eine Hauptursache für die Umwelt- und Gesundheitskrise unserer Zeit.

Die jetzige Bundesregierung hat viele Möglichkeiten zu handeln verstreichen lassen. Obwohl Deutschland der Chemiestandort Nr. 1 in Europa ist, wurde Chemikalienpolitik weder im Koalitionsvertrag noch während der EU-Ratspräsidentschaft adressiert. Dabei ist die Bundesregierung als Vorsitzende des so genannten „Strategischen Ansatzes zum internationalen Chemikalienmanagement" (SAICM) in der Pflicht, die Weichen für eine Erneuerung des Abkommens zu stellen.

SAICM sollte dazu beizutragen, die Folgen von Chemikalien und Abfällen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt bis 2020 zu minimieren. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. Weltweit mangelt es an Problemwahrnehmung und politischem Handlungswillen. Im Juli 2021 wollte die Staatengemeinschaft in Bonn auf einer internationalen Konferenz zur Chemikaliensicherheit beschließen, wie es mit SAICM nach 2020 weitergeht. Statt der wegen Corona verschobenen Konferenz veranstaltet die Bundesregierung nun am 7. und 8. Juli das virtuelle Berlin Forum für Chemikalien und Nachhaltigkeit. Das u.a. mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, hochrangig besetzte Forum soll über Wege für einen nachhaltigen Umgang mit Chemikalien diskutieren.

Das NGO-Bündnis erwartet von dem Forum nicht nur schöne Worte und Symbolik, sondern konkrete Zusagen, um bis spätestens 2030 die negativen Folgen von Produktion und Verwendung von Chemikalien und Abfällen für Mensch, Artenvielfalt und Klima zu minimieren. Verbände in Deutschland und weltweit haben Forderungen mit konkreten Maßnahmen zum Schutz vor giftigen Chemikalien aufgestellt, die sofort umgesetzt werden könnten.

„Das Ziel, die Belastung des Menschen und der Umwelt durch Produktion und Freisetzung gefährlicher Stoffe bis 2020 nachhaltig zu reduzieren, ist nicht annähernd erreicht worden", erklärt Manuel Fernandez, Chemikalienexperte vom BUND. Ohne ein grundlegendes Umsteuern im Chemiesektor seien auch die Klima- und Artenschutzziele der UN-Agenda 2030 zum Scheitern verurteilt.  „Die Chemieindustrie darf als größter Stromverbraucher und drittgrößter Emittent von Kohlendioxid die Klimakrise nicht weiter verschärfen. Die Folgen tragen die Allgemeinheit und die Natur", so Fernández. „Das muss sich schnell ändern. In der EU bietet die neue EU-Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit hierfür eine Chance. Die Bundesregierung ist aufgefordert, beim nachhaltigen Umbau der Chemieindustrie mit gutem Beispiel voranzugehen."

Auch Pestizide zählen zu den weltweit gehandelten Chemikalien. „Jährlich erleiden rund 385 Millionen Menschen ungewollt Pestizidvergiftungen. Pestizide machen zudem einen erheblichen Anteil an stofflichen Belastungen von Gewässern, Lebensmitteln und am Schwund der Biodiversität aus", erläutert Susan Haffmans vom Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany). „Insbesondere hochgefährliche Pestizide sind eine weltweite Bedrohung. Deutschland kann und sollte damit beginnen, Doppelstandards im Pestizidhandel abzubauen und den Export von in der EU verbotenen hochgefährlichen Pestizide gesetzlich unterbinden. Zudem sollten endlich die Beschlüsse der vierten Internationalen Chemikalien Konferenz von 2015 umgesetzt werden, HHPs in der Landwirtschaft schrittweise durch nicht-chemische Alternativen wie Agrarökologie zu ersetzen."

Johanna Hausmann von Women Engage for a Common Future führt weiter aus: „Nur ein Bruchteil der bis zu 350.000 Chemikalien auf dem Weltmarkt sind reguliert. Sie vergiften unsere Umwelt und unsere Gesundheit. Die Wissenschaft bestätigt die krankmachende Wirkung vieler Chemikalien und bringt sie u.a. in Zusammenhang mit der Zunahme von Krebs, Fruchtbarkeitsstörungen und neurologischen Erkrankungen. Schwangere, Frauen, Kinder und sozial schwächere Bevölkerungsgruppen sind dabei besonders betroffen – in Deutschland und weltweit. Frauen reichern Schadstoffe stärker an. In der Schwangerschaft gelangen diese an den Fötus und gefährden künftige Generationen. Der Schutz vor bedenklichen Chemikalien muss eine wichtige Aufgabe der künftigen Bunderegierung werden. Gender- und sozioökonomische Aspekte müssen dabei eine wichtige Rolle spielen."

Tom Kurz vom Forum Umwelt und Entwicklung ergänzt: „Die Untätigkeit der internationalen Staatengemeinschaft und der Bundesregierung machen uns krank und werden auch noch kommende Generationen belasten. Es ist nicht möglich, unbedenklich einkaufen zu gehen und davon auszugehen nicht vergiftet zu werden. Hormonschädliche Substanzen in Kosmetik, Pestizide in der Luft und in unserem Essen, PFAS in Verpackungen und Weichmacher im Spielzeug: überall sind wir gefährlichen Stoffen ausgesetzt."

Alexandra Caterbow von der Gesundheits- und Umweltorganisation HEJSupport fasst zusammen: „Der Stellenwert der Chemiepolitik in der Politik der Bundesregierung spiegelt nicht die Dringlichkeit wider, die wir der Vergiftung unseres Planeten und unserer Körper beimessen sollten. Wir brauchen dringend verbindliche Zusagen aus der Politik, die auch im nächsten Koalitionsvertrag verankert sein müssen. Mehr Maßnahmen auf nationaler, EU und internationaler Ebene müssen von der neuen Regierung angeschoben und unterstützt werden, sonst werden z.B. weiterhin unsere Flüsse kontaminiert sein und Babys mit Schadstoffen im Körper geboren."

Weitere Informationen

Mehr Informationen zum Hintergrund finden Sie hier (PDF, 230 KB).

Informationen der NGOs zum Thema internationales Chemikalienmanagement finden Sie auf der gemeinsamen Webseite unter

https://www.giftfreie-zukunft.org/

Zum Vorbereitungsprozess für die Chemikalienkonferenz in Bonn unter http://saicm.org/

Informationen des Bundesumweltministeriums zum Berlin Forum für Chemikalien und Nachhaltigkeit unter

https://www.bmu.de/berlin-forum-fuer-chemikalien-und-nachhaltigkeit/#c59688

Diese Pressemitteilung finden Sie online und zum Download unter https://www.giftfreie-zukunft.org/aktuell/presse-berlin-forum




SIG Sauer will von der Gewalt in Kolumbien profitieren

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:42

Osnabrück (ots)

Vor BGH-Urteil: terre des hommes-Dossier belegt schwere Menschenrechtsverletzungen und Straftaten mit deutschen Pistolen in Kolumbien

Anlässlich der morgigen Urteilsverkündigung des Bundesgerichtshofs im Fall illegaler Pistolenexporte von SIG Sauer nach Kolumbien veröffentlicht das Kinderhilfswerk terre des hommes neue Belege dafür, dass SIG-Sauer-Pistolen in Kolumbien schlimmen Schaden anrichten, von dem auch Kinder und Jugendliche betroffen sind. Das Landgericht Kiel hatte 2019 drei Führungskräfte von SIG Sauer wegen des illegalen Exports von 38.000 Pistolen aus Deutschland über die USA nach Kolumbien zu Bewährungsstrafen und hohen Geldstrafen verurteilt, diese Urteile sind rechtskräftig. Außerdem verurteilte das Landgericht SIG Sauer zur Rückzahlung des Umsatzes im Wert von 11 Millionen Euro, wogegen das Unternehmen Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe einlegte.

"Unsere Recherchen belegen, dass SIG-Sauer-Waffen von Drogenbanden, Paramilitärs und Guerillagruppen bei Verbrechen eingesetzt wurden und auch kriminelle Polizist*innen und Militärs sie bei schweren Menschenrechtsverletzungen und Straftaten benutzt haben", sagte Ralf Willinger, Kinderrechtsexperte bei terre des hommes. "Kindersoldat*innen wurden gezwungen, mit diesen Waffen zu kämpfen, viele Kinder und Jugendliche wurden getötet."

"Kinder und Jugendliche aus unseren Projekten sind stark von der eskalierenden Gewalt in Kolumbien betroffen, das macht uns große Sorgen", sagte William León, Projektkoordinator von terre des hommes in Kolumbien. "Vor kurzem wurden im Rahmen des landesweiten Streiks Dutzende von jungen Menschen mit Handfeuerwaffen getötet, sowohl von Bürger*innen als auch von Polizist*innen in Zivil. Die Gewalt und der seit über 60 Jahre andauernde bewaffnete Konflikt in Kolumbien dürfen nicht weiter mit Waffen angeheizt werden. Waffenunternehmen wie SIG Sauer versuchen mit allen Tricks und auch illegalen Geschäften, von der Gewalt in Kolumbien zu profitieren. Diese blutigen Geschäfte dürfen sich nicht lohnen, wir hoffen deswegen auf ein eindeutiges Signal des Bundesgerichtshofs an die Waffenhändler." León betonte: "Auf unserem Weg zum Frieden brauchen wir keine Waffen - weder aus Deutschland, noch aus anderen Ländern. Das gilt insbesondere für Pistolen, die leicht zu verstecken sind und hier von Hand zu Hand wandern. In ein Land wie Kolumbien mit einem bewaffneten Konflikt und schweren Menschenrechtsverletzungen, auch von staatlicher Seite, dürfen keine Waffen geliefert werden - weder illegal noch legal."

terre des hommes Deutschland fördert in Kolumbien seit über 40 Jahren Projekte für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Schwerpunkte der Unterstützung sind Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor Gewalt, die Förderung einer Kultur des Friedens, der Einsatz für das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt sowie Bildung und Partizipation von Kindern und Jugendlichen.

terre des hommes Deutschland ist Mitglied im Trägerkreis von "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!". Diese Kampagne hatte 2014 Anzeige gegen SIG Sauer erstattet und damit die Ermittlungen und den Prozess gegen SIG Sauer ausgelöst, die 2019 zur Verurteilung durch das Landgericht Kiel führten. Im April 2020 erstattete die Kampagne erneut Anzeige gegen SIG Sauer, diesmal wegen illegaler Waffenexporte nach Mexiko, Nicaragua und erneut Kolumbien. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt.

Wie die terre des hommes-Studie "Kleinwaffen in kleinen Händen - Deutsche Rüstungsexporte verletzen Kinderrechte" aus dem Jahr 2020 zeigt, müssen Kinder und Jugendliche in zahlreichen Ländern mit deutschen Waffen kämpfen oder kommen durch diese zu Schaden, darunter Kolumbien, Brasilien, Irak, Syrien, Jemen, Indien und Philippinen.

Zum Dossier "SIG-Sauer-Pistolen in Kolumbien" und weitere Informationen: www.tdh.de/kleinwaffen

Äthiopien: Situation der Kinder in Tigray verschlechtert sich seit Monaten | UNICEF

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:41
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Äthiopien: Situation der Kinder in Tigray verschlechtert sich seit Monaten

140.000 Kinder unter Bedingungen einer Hungersnot / Zugang zu Hilfebedürftigen und Sicherheit für humanitäre Helfer*innen garantieren

© UNICEF/UN0412581/Leul Kinfu

Köln, den 05. Juli 2021 // UNICEF ruft Regierungen und Öffentlichkeit dringend zu mehr Aufmerksamkeit und verstärkter Hilfe für die Kinder in der äthiopischen Region Tigray auf. Die seit acht Monaten anhaltende Gewalt und die weitgehende Abriegelung der Region ist eine Katastrophe für die dort lebende Bevölkerung, insbesondere die Kinder. 

„Dies ist eine von Menschen gemachte Krise. Die Kinder und die leidenden Menschen können nicht warten, bis irgendwann offiziell eine Hungersnot ausgerufen wird", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Die vor einigen Tagen ausgerufene Waffenruhe muss unbedingt für die Versorgung der Zivilbevölkerung für die kommenden Monate genutzt werden."

Der Gesundheits- und Ernährungszustand der Kinder in Tigray verschlechtert sich laut UNICEF seit Beginn des Konflikts vor acht Monaten kontinuierlich. Im Frühjahr hat sich zuletzt die Zahl lebensgefährlich mangelernährter Kinder, die Hilfe in von UNICEF unterstützten Einrichtungen suchten, vervierfacht. Schätzungsweise 140.000 Kinder leben unter Bedingungen einer Hungersnot – auch wenn diese offiziell noch nicht erklärt wurde; mindestens 33.000 Kinder in nicht zugänglichen Gebieten sind laut UNICEF so schwer mangelernährt, dass sie sterben könnten, wenn nicht schnell gehandelt wird. Es müssen dringend rechtzeitig weitere mobile Ernährungs- und Gesundheitsteams Zugang in alle Regionen erhalten.

Weil wichtige Infrastruktur wie Brücken, Straßen, Krankenhäuser und Anlagen zur Wasserversorgung zerstört oder geplündert wurden, ist die elementare Versorgung der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet. Viele Familien berichten von furchtbarer Gewalt, von Angst und dass sie Angehörige verloren haben. Die Bewegungsfreiheit und Sicherheit der nationalen und internationalen Mitarbeiter*innen humanitärer Organisationen ist stark eingeschränkt.

Im Juni konnten die Menschen durch die Kämpfe die Hauptpflanzzeit nicht nutzen. Der Nachschub von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Gütern muss deshalb in großem Umfang und uneingeschränkt sichergestellt werden. Dazu müssen auch Lagerkapazitäten ausgebaut werden. Immer wieder vorgeschobene bürokratische Hindernisse müssen abgestellt werden.

Der Zugang zum Internet bzw. zu Telefon/Satellitenverbindungen sowie elektrischem Strom müssen für humanitäre Organisationen sofort wiederhergestellt und Straßen sowie der Luftraum für den Transport von Hilfsgüter geöffnet werden.

» Mehr Informationen zur Situation der Kinder in Äthiopien und der UNICEF-Hilfe vor Ort finden Sie auf unserer Projektseite und in unseren Blog.



VENRO informiert! Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:40


 

Nr. 4 / 2021

THEMENSCHWERPUNKT

Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
 

Liebe Leser_innen,

 

die Bundesregierung berichtet am 15. Juli beim Hochrangigen Politischen Forum (HLPF) der Vereinten Nationen über den Umsetzungsstand der Agenda 2030. Dr. Luise Steinwachs, unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende, kritisiert die grundsätzliche Ausrichtung des deutschen Staatenberichts. Im Interview erklärt sie, weshalb ein radikales Umsteuern hin zu echter globaler Nachhaltigkeit notwendig ist.

 

Auch wir haben anlässlich des Staatenberichts Bilanz gezogen und in einer Stellungnahme dargelegt, weshalb die Agenda 2030 zum Leitprinzip deutscher Politik werden muss. „Abwarten und Tee trinken reicht nicht, um Armut zu beenden", betonen Mira Ballmaier und Dr. Jürgen Focke, Sprecher_innen unserer AG Agenda 2030. In ihrem Blogbeitrag erläutern sie die aktuellen Zahlen zur Armutsbekämpfung.

 

Mit unserer neuen Rubrik #weltweitwichtig halten wir Sie ab sofort über unsere Aktivitäten zur Bundestagswahl auf dem Laufenden. In dieser Ausgabe finden sie dort die Aufzeichnung unserer Diskussion mit den Spitzenpolitiker_innen Saskia Esken (SPD), Hermann Gröhe (CDU), Dr. Robert Habeck (Die Grünen), Susanne Hennig-Wellsow (Die Linke) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP). Wir befragten sie zu unfairen Handelspraktiken, Rüstungsexporten und den Plänen ihrer Parteien zum Klimaschutz

 

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!

 

Herzliche Grüße

 

Anke Kurat
Stellvertretung

der Geschäftsführung

 

„Ein radikales Umsteuern hin zu echter globaler Nachhaltigkeit ist notwendig"

 

Deutschland berichtet zum zweiten Mal bei den Vereinten Nationen über den Stand der Umsetzung der Agenda 2030. Unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Luise Steinwachs erläutert im Interview, welche Aspekte ihr im Freiwilligen Staatenbericht Deutschlands fehlen und weshalb ein radikales Umsteuern hin zu echter globaler Nachhaltigkeit notwendig ist, um Armut und Hunger zu beenden.

  Zum Interview

Die Agenda 2030 muss zum
Leitprinzip deutscher Politik werden

 

Anlässlich der Berichterstattung Deutschlands bei den Vereinten Nationen haben wir unsere Perspektive auf den Umsetzungsstand der Agenda 2030 dargestellt. Die Bilanz fällt verheerend aus und unsere Forderung nach einem sozial gerechten, ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsmodell ist aktueller denn je. Die Stellungnahme wurde in den Anhang des Freiwilligen Staatenberichts Deutschlands aufgenommen.

  Zur Stellungnahme (PDF)
  Zum Staatenbericht (PDF/EN)

Abwarten und Tee trinken reicht nicht, um globale Armut zu beenden

 

Weltweit leben 1,5 Milliarden Menschen in Armut. Es ist offensichtlich, dass die Staatengemeinschaft nicht „on track" ist, ihr Ziel zu erreichen, extreme Armut bis 2030 zu beenden. Mira Ballmaier und Dr. Jürgen Focke, Sprecher_innen unserer AG Agenda 2030, fordern, die Ursachen endlich bei der Wurzel zu packen. Ihr Blogbeitrag zum Thema Armut bildet den Auftakt unserer Themenreihe, mit der wir bis zur Bundestagswahl aufzeigen, was uns #weltweitwichtig ist.

  Zum Blogbeitrag

Jahresbericht 2020: Wir sitzen nicht alle im selben Boot

 

Die Corona-Pandemie hat unsere Arbeit 2020 geprägt, und ihre Folgen sind noch lange nicht absehbar. Klar ist jedoch: die Krise trifft die Menschen im globalen Süden besonders hart. Mit unserem Jahresbericht 2020 geben wir Einblick in unsere Arbeit in diesem außergewöhnlichen Jahr und skizzieren die Herausforderungen, denen wir uns annehmen wollen.

  Zum Jahresbericht (PDF)

Haushaltsentwurf 2022: Mehr Verlässlichkeit für die Entwicklungszusammenarbeit ist notwendig

 

Nach dem aktuellen Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2022 sollen die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit im kommenden Jahr konstant bleiben. Die Gelder für Humanitäre Hilfe sollen hingegen um 200 Millionen Euro gekürzt werden. Deutliche Kürzungen einzelner Positionen innerhalb des BMZ-Etats sorgen zusätzlich für Verunsicherung.

  Zur Pressemitteilung

OECD bescheinigt der deutschen Entwicklungspolitik Verbesserungsbedarf

 

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat die Effektivität der deutschen Entwicklungspolitik analysiert und sieht erheblichen Verbesserungsbedarf. VENRO begrüßt den internationalen Prüfbericht, mit dem sich der Bundestagsausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in seiner Sitzung am 9. Juni befasst hat.

  Zur Pressemitteilung

Die verpasste Chance des Cotonou-Folgeabkommens

 

Das Cotonou-Folgeabkommen zwischen der Europäischen Union und den 79 Mitgliedern der Organisation Afrikanischer, Karibischer und Pazifischer Staaten soll Ende 2021 ratifiziert werden. Aus unserer Sicht ist das Abkommen eine verpasste Chance, eine solidarische und partnerschaftliche Zusammenarbeit zu etablieren. In unserer Stellungnahme benennen wir Schwachstellen und formulieren konkrete Forderungen zur Erweiterung des Abkommens.

  Zur Stellungnahme

One Health – die Bundesregierung muss diesen Ansatz in allen Politikbereichen umsetzen

 

Damit Gesundheit und Wohlergehen für alle Menschen erreicht werden können, ist es notwendig, die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ganzheitlich in den Blick zu nehmen. Der One-Health-Ansatz beschäftigt sich mit diesen Wechselwirkungen. Wenn er ganzheitlich umgesetzt wird, kann er einen wertvollen Beitrag dazu leisten, insbesondere das Leben benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu verbessern. In unserer Stellungnahme zeigen wir auf, welche Aspekte bei der Umsetzung von One Health zu berücksichtigen sind.

  Zur Stellungnahme

Zivilgesellschaftliche Perspektiven auf das neue UNESCO-Bildungsprogramm „BNE 2030"

 

Unter dem Titel „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2030" will die UNESCO die Weichen für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit der kommenden zehn Jahre stellen. In einem Beitrag auf unserem Blog hat sich unsere Referentin Lara Fedorchenko das neue Programm näher angeschaut.

  Zum Blogbeitrag

Uns ist nicht egal, was in anderen Teilen der Welt passiert! Bis zur Bundestagswahl am 26. September zeigen wir in den sozialen Medien, was uns #weltweitwichtig ist. Machen Sie mit und informieren Sie sich über alle Aktivitäten und Inhalte auf

  www.weltweitwichtig.de
 

Spitzenpolitiker_innen diskutieren, was #weltweitwichtig ist

 

Unter dem Motto „Was ist #weltweitwichtig?" diskutierten wir mit Spitzenpolitiker_innen über (un-)faire Handelspraktiken, Rüstungsexporte und die Pläne ihrer Parteien zum Klimaschutz. Mit dabei waren Saskia Esken (SPD), Hermann Gröhe (CDU), Dr. Robert Habeck (Die Grünen), Susanne Hennig-Wellsow (Die Linke) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP). Eine Aufzeichnung der Diskussion mit Gebärdensprache finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

  Zu YouTube

Zivile Seenotrettung: Shrinking Space im Schatten der Pandemie

 

Von David Starke und Jana Ciernioch

 

Seit 2015 füllen zivile Seenotrettungsorganisationen im zentralen Mittelmeer die durch das Fehlen staatlicher Seenotrettung der EU-Staaten entstandene Lücke. Auf unserem Blog kritisieren Jana Ciernioch und David Starke von SOS MEDITERRANNEE Deutschland die im Schatten der Corona-Pandemie zunehmenden Einschränkungen für zivile Rettungsschiffe und lebenswichtige humanitäre Hilfeleistungen.

  Zum Blogbeitrag

Auf ein Menschenrecht sollte niemand warten müssen — WASH ist #weltweitwichtig

 

Von Thilo Panzerbieter

 

WASH ist #weltweitwichtig. Warum? Weil Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) unverzichtbar sind für das menschliche Überleben und die gesunde Entwicklung – für alle Menschen und überall. Entsprechend seiner großen Bedeutung muss WASH von der Bundesregierung politisch gestärkt werden, erklärt Thilo Panzerbieter, Sprecher des WASH-Netzwerks, auf unserem Blog.

  Zum Blogbeitrag
20.07.2021, Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, online
  Project Coordination & Skills of a High-Profile Coordinator
 

Every project has its target: a time bound activity undertaken to create a specific product, service or result. It is unique with specific goals and objectives which have to be realised on-time, within the given budget. Planning the result of a project right at the initiation and working towards achieving the same will certainly ensure that resources are put to optimum use and beneficiaries receive the results that are committed to them within the project.

  Zur Veranstaltung
28.07.2021, Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, online
  Resource Mobilisation During COVID Times
 

Obtaining funding is one of the biggest challenges that most NGOs face worldwide. This workshop will introduce you to the nuances of fundraising. We will explore ways through which small and medium NGOs can raise resources to supplement the grants or take up independent programmes on behalf of the community.

  Zur Veranstaltung
03.09.2021, W. P. Schmitz-Stiftung, Hamburg   Was ist ein gutes Auslandsprojekt?
 

Im Seminar werden Methoden und Instrumente der Projektentwicklung und -begleitung vorgestellt und praktisch eingeübt. Wir gehen auch der Frage nach, wie Erfolge im Projekt über sogenannte Indikatoren nachgewiesen werden können. Darüber hinaus geben wir Hinweise zu Fördermöglichkeiten für Auslandsprojekte aus dem Titel Private Träger des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

  Zur Veranstaltung

Save the Children sucht eine Schichtbetreuung (m/w/d) im Bereich Telemarketing/Telefundraising in Berlin.

 

Oxfam sucht eine_n (Roving) Grants and Compliance Advisor (w/m/d) in Berlin.

 

Medico International sucht eine_n Mitarbeiter_in für den Bereich Nothilfe.

 

MISEREOR sucht eine_n Abteilungsleiter_in Organisation (m/w/d) in Aachen.

 

Die Johanniter suchen eine_n Projektcontroller_in Auslandshilfe (w/m/d).

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Tel.: 030 2639299-10

 

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Stresemannstraße 72

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Redaktion: Janna Völker

Fotos: MintBlanc/Shutterstock; Jörg Farys;  Visual Facilitators/Björn Pertoft; Anthony Jean/SOS MEDITERRANEE

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EWIK Newsletter Juli/August: Krieg und Gewalt

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:39

Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe Juli/August 2021: Krieg und Gewalt

Liebe Leser*innen,

kurz vor der Bundestagswahl geht es einmal mehr darum, ob Deutschland auch in den kommenden vier Jahren die Militärausgaben weiter steigert oder stattdessen die zivile Konfliktbearbeitung stärkt.

„Vorrang für Zivil" – das sollte bereits in der (friedens-)politischen Bildungsarbeit an Schulen gelten. Doch mit großem finanziellen Aufwand wirbt die Bundeswehr seit einigen Jahren um Nachwuchs für die Truppe. Regelmäßig besuchen Jugendoffiziere der Bundeswehr Schulen und informieren Schüler*innen über ihre Arbeit. Abkommen der Bundeswehr mit einzelnen Landesregierungen räumen der Bundeswehr weitreichende Möglichkeiten im Bereich der politischen Bildung sowie bei der Aus- und Weiterbildung (angehender) Lehrer*innen ein.

Explizite „Werbung" für ihre Tätigkeiten darf die Bundeswehr im schulischen Kontext nicht machen. Doch wo verläuft die Grenze zwischen Information und Werbung? „Wenn ich Offiziere vor eine Klasse schicke, dann ist da zwar die Intention der Information da, aber wir haben ja auch eine Wirkung, und diese Wirkung ist dann eben doch Werbung", sagt auch der Berliner Sozialdemokrat Timo Schramm, der selbst vier Jahre Zeitsoldat war.

Aus friedenspädagogischer Sicht ist es dringend erforderlich, dem Alternativen entgegenzusetzen und zivile Formen der Konfliktlösung in die Schulen einzubringen. Während die Jugendoffiziere aus einer Sicherheitslogik heraus Konfliktlösungsmöglichkeiten erklären – es geht um Selbstschutz vor „den anderen", Aufrüstung und notfalls Gewalt –, vermittelt die Friedensbildung, dass Frieden nur miteinander möglich ist. Das erfahren die Schüler*innen durch die Beschäftigung mit Friedensprojekten oder Beispiele von Gleichaltrigen, die sich in Konfliktregionen für ein friedliches Miteinander einsetzen. Nicht zuletzt lernen sie so von ihren Altersgenoss*innen aus dem Globalen Süden, wie sie Konflikte und Vorurteile auch in ihrem eigenen (Schul-)Alltag überwinden können.

Indem sie das aktive Engagement der Schüler*innen für eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit und Teilhabe fördert, leistet die Friedensbildung auch einen Beitrag zu globaler Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung. Denn eine gerechte und ökologisch nachhaltige Welt entsteht nur dann, wenn wir die Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander schaffen.

Umgekehrt sind soziale und ökologische Nachhaltigkeit Voraussetzung für eine dauerhaft friedliche Welt. Was hat der Klimawandel mit Konflikten zu tun? Wie tragen Waffenexporte und unser Konsumverhalten zur Entstehung von Fluchtursachen bei? Über diese Zusammenhänge klärt die Friedensbildung auf und vermittelt – in Anlehnung an das Konzept des positiven Friedens – Handlungsoptionen, wie jede*r Einzelne sich für eine zukunftsfähige Welt einsetzen kann. Dabei betrachten die Schüler*innen aktuelle gesellschaftliche Themen – z.B. Flucht und Migration – aus der Friedensperspektive und nehmen auch die eigene Rolle kritisch in den Blick. Zugleich kommen im Sinne der Friedenslogik auch Menschen aus dem Globalen Süden zu Wort, über die sonst häufig nur geredet wird. So erleben die Schüler*innen hautnah, dass echter Frieden nur gemeinsam und unter Berücksichtigung aller Interessen erreicht wird.

Dieser Newsletter stellt Friedensbildungsmaterialien für den Unterricht vor, informiert über Veranstaltungen und bietet anlässlich des Weltfriedenstages am 21. September Hintergründe zum Thema Frieden.

Wir wünschen eine spannende und informative Lektüre!

Christine Lieser und Claudia Osthues
Referent*innen für Friedensläufe und friedenspolitische Bildung beim forumZFD

EWIK-Kooperationspartner
Aktuelles
Educ'ARTE - digitale Schulmediathek des Senders ARTE

Als zeitsparendes, qualitativ hochwertiges und zuverlässiges Tool unterstützt Educ'ARTE, die digitale Schulmediathek des Senders ARTE, Lehrkräfte bei der Umsetzung des Präsenz- und Fernunterrichts! Educ'ARTE bietet einen Katalog von über 1400 mehrsprachigen Videos für alle Fächer und Klassenstufen. Die vielfältigen Inhalte ermöglichen Schülerinnen und Schülern eine fundierte, kritische und perspektivreiche Auseinandersetzung mit aktuellen Themen wie Nachhaltige Entwicklung. Doch Educ'ARTE bietet noch mehr: Mithilfe der pädagogischen Begleitmaterialien und der interaktiven Funktionen (Videoausschnitte und Mind-Maps erstellen, Bild-, Audio- und Textkommentare hinzufügen, Untertitel und Texttranskriptionen einblenden) kann der Unterricht interaktiv und fächerübergreifend gestaltet werden. Abonnierte Schulen haben außerdem die Möglichkeit, an pädagogischen Projekten teilzunehmen. Mit einem Klick auf der Website können Interessierte die Schulmediathek einen Monat lang kostenlos testen. F.A.Z.-Schulprojekt zur Bundestagswahl 2021

Der Schulwettbewerb zum politischen Wettbewerb: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung ruft gemeinsam mit dem Partner Google News Initiative Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen 1 und 2 dazu auf, sich am Beispiel der Bundestagswahl mit dem Thema „Politik" auseinanderzusetzen.

Praxisbuch „Zukunftsesser: Klimafreundliche Ernährung im Unterricht und Schulalltag"

Anregungen, Hintergrundinformationen und passende Materialien zur Vermittlung des Themas „Klimafreundliche Ernährung" bietet das neue Praxisbuch „Zukunftsesser" der Verbraucherzentrale NRW. Es wendet sich an Lehrkräfte von weiterführenden Schulen sowie an Multiplikator*innen aus dem Ernährungsbereich. Neben ausführlichen Planungshilfen und Anleitungen beinhaltet das Praxisbuch alle nötigen Materialien zur Umsetzung einer Unterrichtseinheit für die 7. bis 10. Klassen sowie von Aktionen in der Schule für alle Jahrgänge von der 5. Klasse bis zur Oberstufe („Zukunftsesser in Aktion").

Handreichung „Globital? Globales Lernen Digital"

ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V. hat einen Leitfaden für die Umsetzung von Themen des Globalen Lernens in digitale Formate entwickelt. Seminare, Schulungen, Workshops, Fort- und Weiterbildung, Kurse und vieles mehr werden seit mehr als einem Jahr ausgesetzt oder zunächst provisorisch in Online-Angeboten weitergeführt. Dieser umfangreiche und praxisbezogene Leitfaden stellt sowohl allgemeine Tools der Zusammenarbeit und der Visualisierung für die Bildungsarbeit vor und bezieht auch Social Media-Anwendungen und Möglichkeiten der digitalen Begegnung in seine Betrachtungen ein.

BNE für morgen: Junge Ideen für die entwicklungs- und umweltpolitische Vereinsarbeit 

In Kooperation mit lokalen Vereinen im Großraum Esslingen/Stuttgart erarbeiteten Studierende der Sozialen Arbeit seit Sommer 2020 Projekte zu entwicklungs- und umweltpolitischen Themen und lieferten damit neue Impulse für die Vereinsarbeit. Begleitet und unterstützt wurden die beiden Akteursgruppen durch das von finep koordinierte (Drittmittel-)Projekt „BNE für morgen", das in ein Studienprojekt der Hochschule Esslingen eingebettet war. Dabei sind Projekte wie eine Schnitzeljagd zu nachhaltigem Konsum, Unterrichtsmaterial, eine Ausstellung sowie eine Kleidergirlande zu Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie entstanden.

11. KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen

An der 11. Orientierungsrahmen-Fachtagung im November 2020 nahmen rund 200 Fachleute aus Ministerien, Wissenschaft, Lehrkräftebildung, Schulen und Zivilgesellschaft sowie Schülerinnen und Schüler teil. In Fachvorträgen, Diskussionen, Workshops und „Open Spaces", in denen die Teilnehmenden selbst die Themen setzten und moderierten, wurde der Umsetzungsprozess des Orientierungsrahmens facettenreich vorgestellt und diskutiert. Die beiden Tagungsschwerpunkte lagen auf dem Umgang mit Komplexität und Unsicherheit sowie auf der Erweiterung des Orientierungsrahmens auf die gymnasiale Oberstufe. Die Dokumentation sowie Videomitschnitte ausgewählter Vorträge sind nun verfügbar.

Gerechtigkeit für alle? Weltweit? Unterrichtszugänge für die Fächergruppe Religion, Ethik und Philosophie (Klasse 9/10)

Diese Unterrichtseinheit für die Klassen 9/10 will in den Fächern Philosophie, Ethik und Religion das Stichwort „Gerechtigkeit" aufgreifen und zum Ausgangspunkt ganz unterschiedlicher Lernbemühungen und Denkwege machen - besonders auch Im Kontext einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung". Die Unterrichtseinheit will ermöglichen, mit diesem zentralen Begriff ein Stück differenzierter und „durchdachter" umzugehen: Zunächst nicht ganz bewusste Voreinstellungen durchdenken, Akzentsetzungen und Perspektiven anderer zur Kenntnis nehmen, neue Möglichkeiten erschließen.

Buch „Der strebende Geist: Der Arzt und Dichter Noah K. Ndosi aus Tanzania"

Noah Ndosi ist ein Arzt und Dichter aus Tanzania. Er schildert seine Kindheit, Jugend und Schulzeit, berichtet von den Erzählungen seiner Großmutter und leistet damit seinen Beitrag zum Erhalt dieser Erinnerungen, die sonst im Dunkeln versinken würden. Das Buch enthält auch eine ganze Anzahl von Kommentierungen politischer Ereignisse weltweit. Ein Schwerpunkt sind die vielfältigen Sorgen, die sich Ndosi macht, wenn es um die Umwelt und den menschlichen Zusammenhalt geht. Die zweite Hälfte des Buches bildet in drei verschiedenen Sprachen eine große Zahl von Gedichten ab, die sich allesamt mit seinem Hauptthema befassen, nämlich den Schilderungen des frühen Dorflebens, der Deformation der Umwelt und des menschlichen Miteinanders. Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien
peace brigades international – 40 Jahre im Einsatz für die Menschenrechte mit internationalen Partnerinnen und Partnern

Seit nunmehr 40 Jahren ist peace brigades international (pbi) weltweit im Einsatz für die Menschenrechte. Als von der UN anerkannte Friedens- und Menschenrechtsorganisation engagiert sich pbi seit 1981 erfolgreich für den Schutz von Aktivistinnen und Aktivisten und ihren Gemeinschaften. Mit besonderem Fokus auf die gewaltfreie Konfliktbearbeitung ist pbi derzeit in Mexiko, Guatemala, Honduras, Costa Rica (Nicaragua), Kolumbien, Kenia, Indonesien und Nepal aktiv. Mit einem breiten Bildungsangebot für Schulen zu den Themen Menschenrechte, Frieden, Zivile Konfliktbearbeitung und Nachhaltige Entwicklung tritt pbi auch hierzulande für den Schutz der Menschenrechte und für eine Kultur des friedlichen Miteinanders ein.
„Es lebe der Frieden!" – KITA-Bildungsmaterial

Das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger' bündelt in dieser Ausgabe von „Kita – in Deutschland und weltweit" pädagogische Gedanken zu dem Thema Frieden und Geborgenheit. Denn auch in der heutigen Kita-Landschaft begegnen sich viele verschiedene Kulturen und Religionen, für die ein friedlicher Umgang miteinander entscheidend ist. Mit Tipps und Anregungen für den Morgenkreis, Spiel- und Basteltipps, Liedern, Rollenspielen sowie einer Phantasiereise zur Arche Noah lernen die Kinder Erkennen, Bewerten und Handeln rund um das Thema Frieden. Dieses Bildungsmaterial richtet sich vor allem an Kita-Leitungen, Erzieherinnen und Erzieher. „Damit es nicht gleich kracht!" – Unterrichtsmaterialien und Wettbewerb zum Thema Frieden und Gerechtigkeit

In diesem von MISEREOR und dem Auer-Schulbuchverlag realisierten Unterrichtsmaterial werden unterschiedliche Aspekte von Frieden und Gerechtigkeit anhand von elf Länderbeispielen aus Afrika, Asien und Lateinamerika näher beleuchtet. Abwechslungsreiche Texte und Arbeitsblätter bieten spannende Einblicke: ob Rohstoffe im Kongo oder der lange Weg zum Frieden in Kolumbien. Das Material eignet sich für den gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht in den Klassen 8-13. Kunst gegen Gewalt. Didaktisches Material zum Thema Friedenserziehung in Kolumbien

Jahrzehntelang gab es Krieg in Kolumbien. Das merkt man besonders in der Hauptstadt Medellín. Viele der drei Millionen Menschen wurden mit Gewalt aus ihren Dörfern vertrieben. Die Stadt selbst war stark umkämpft. Sie galt als eine der gefährlichsten Städte der Welt. Obwohl es mittlerweile ruhiger ist, gehören Gewalt und Drogenkriminalität besonders in den armen Vierteln immer noch zum Alltag. In dem Bildungsmaterial von Brot für die Welt geht es um Gewalt und die Folgen für Kinder sowie ein Projekt, das mit Kunst-Workshops und Betreuung den Kindern die Chance gibt, ein neues Selbstwertgefühl aufzubauen und herauszufinden, was sie richtig gut können und was sie wollen.
Frieden durch Freundschaft

Anhand altersgerechter und didaktisch aufbereiteter Inhalte und Methoden lernen Schüler*innen im Unterricht, Ursachen und Hintergründe von Gewalt in Konfliktregionen zu verstehen und einzuordnen. Sie verstehen besser, wie Konflikte entstehen, warum sie zu Gewalt führen und welche Schritte notwendig sind, um Frieden zu erreichen. Die Arbeitsblätter gibt es als Klassensatz in drei Varianten für die Klassen 1-4, 5-7 oder 8-10 (Format DIN A 4, 45 min. Arbeitszeit). Die Lehrkraft erhält zusätzlich ein Impulsblatt (1 DIN A4 Seite) mit didaktisch-methodischen Hinweisen, Erläuterungen und Vertiefungsfragen.

Kinder und Jugendliche für Frieden und Verständigung: Frieden lernen am Beispiel des Nahostkonflikts

Seit 1999 arbeitet das Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD) gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen in Israel & Palästina für den Frieden. Mit diesem Heft lädt forumZFD Lehrkräfte ein, mehr über Friedensarbeit in dieser Region zu lernen. Ganz besonders richtet sich dieses Heft an alle Schulen, die an einem der Friedensläufe zur Unterstützung des forumZFD teilnehmen. Begleitend zu dem sportlichen Einsatz vermittelt das Unterrichtsheft Kindern und Jugendlichen in vier Unterrichtseinheiten einen Einblick in die Lebenswirklichkeit arabischer und jüdischer Kinder und Jugendlicher aus Jerusalem und Haifa. Gendergerechtigkeit und sexualisierte Gewalt. Unterrichtsmaterial für Sekundarstufe I und II

 In diesem Arbeitsmaterial von GEMEINSAM FÜR AFRIKA werden die Begriffe Gender und sexualisierte Gewalt näher erläutert.  Die Aufgaben und Fragen geben Anstoß zum Perspektivwechsel und zur Reflexion sozialer Geschlechter in unserer Gesellschaft. Zudem werden potentielle Handlungsperspektiven und der Kampf für mehr Geschlechtergerechtigkeit angesprochen.
Auch das Bild von Mädchen und Frauen in afrikanischen Ländern und afrikanischer Feminismus werden thematisiert.
Zum Schwerpunkt: Multimediales

Online-Spiel: „This war of mine" – Sensibilisierung zu Bürgerkriegsthemen

In dem Spiel „This War of Mine" wird eine Gruppe von Zivilpersonen im Rahmen eines Bürgerkriegsszenarios gesteuert. Durch die permanente Krisensituation erfordert es eine Fülle an moralischen Entscheidungen, um das Überleben der Charaktere zu sichern. Das Spiel wurde von allen Beteiligten als sehr ansprechend und eindringlich empfunden, zudem ermöglicht es mit einer relativ einfachen Steuerung einen schnellen Einstieg. Auch wenn nur eine Person steuert, fesselt das düstere Szenario eine ganze Gruppe und bietet immer wieder Anlass zu Diskussionen und Reflexion.

Jetzt mal ganz friedlich: Zuhören, wie Frieden gemacht wird. Ein Podcast des Zivilen Friedensdienstes

Krieg vom Zaun brechen geht einfach. Aber wie macht man eigentlich Frieden? Jule Koch und Sebastian Niesar sprechen mit Kolleginnen und Kollegen, die das versuchen. Im Podcast „Jetzt mal ganz friedlich" geben sie Einblicke in die Lebensrealitäten in Krisenregionen und erzählen Geschichten aus der internationalen Friedensarbeit.

#StopViolence – Ein Graffiti-Stop-Motion-Film

„Stop Violence" ist ein Kurzfilm, den engagierte Jugendliche entwickelt und umgesetzt haben. Der Film ruft gegen verschiedene Formen von Gewalt auf. Produziert ist er als "Stop Motion Film": hierbei werden Fotos von Wandgemälden, Graffiti und Menschen zu einem Film zusammengeschnitten. Absolut sehenswert und auch im Unterricht einsetzbar.

Online-Hub des ZFD: Frieden verbessert das Klima

Der Online-Hub „Frieden verbessert das Klima" des Zivilen Friedensdiensts (ZFD) wirft Licht auf die Verbindung zwischen Klimakrise und Frieden. Er beleuchtet sukzessive die Rolle ziviler Konfliktbearbeitung bei der Bewältigung der Klimakrise mit Beispielen aus dem ZFD und ermöglicht durch zahlreiche Info-Tipps eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Beiträge aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft runden das Angebot ab.

Film mit Begleitheft: Willi im Libanon

Reporter Willi Weitzel ist für die Sternsinger im Libanon unterwegs. Dort erfährt er von Kindern vor Ort wie sie mit Menschen verschiedener Kulturen aufwachsen und was sich eine Familie, die vor dem syrischen Bürgerkrieg geflüchtet ist, besonders wünscht. Ein Begleitheft mit Erzählungen aus dem Alltag der Kinder, Tipps zum Streitschlichten und ein Würfelspiel ergänzt den Film.

Zum Schwerpunkt: Aktionen, Angebote, Fortbildungen
Friedenstag an der Schule

Ein Tag im Zeichen des Friedens – das ist die Idee der Friedens-Projekttage des Forums Ziviler Friedensdienst e.V. - forumZFD. Die Friedenstage sind ein kostenloses Angebot des forumZFD für Schulen. Sie fördern das friedliche Miteinander in unserer Gesellschaft und im Schulalltag. Ein Friedenstag kombiniert Sport, Workshops und gesellschaftliches Engagement für Friedensprojekte in Konfliktregionen.

Ausstellung „Frieden geht anders!"

Mit der Ausstellung „Frieden geht anders!" des Zentrum Oekumene wird anhand von neun konkreten Konflikten aufgezeigt, wie mit unter­­schied­lichen gewaltfreien Methoden Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen verhindert oder beendet werden konnten. Die Beispiele stammen aus unterschiedlichen Weltregionen, doch die angewendeten Methoden sind grundsätzlich überall einsetzbar.

Aktion Rote Hand

In der Aktion Rote Hand haben Schulklassen die Möglichkeit, gegen den Einsatz von Kindern in Kriegen zu protestieren. Sie beschäftigen sich im Unterricht mit Gewalt, die diese Kinder erleiden und ausüben und können zu einer eigenen Position diesbezüglich kommen. Sie können sich mit Fingerfarbe die Hände rot bemalen, sie auf ein Blatt Papier drücken und ihre Botschaft an die Politik darauf schreiben. Politikerinnen und Politiker werden in die Schule eingeladen und erhalten von den Jugendlichen zusammen mit den roten Händen den Auftrag, sich für die Kindersoldaten einzusetzen.
Zum Schwerpunkt: Hintergrundinformationen
Dossier „Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen in Zentralamerika"

Menschenrechtsverteidiger*innen werden weltweit bedroht und verfolgt, stigmatisiert und diffamiert, zu Unrecht angezeigt, verhaftet, verletzt oder gar ermordet. Einige verschwinden spurlos. Auch in Zentralamerika zeigt sich dieses Phänomen immer häufiger. Das 60-seitige Dossier „Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen in Zentralamerika", herausgegeben vom Runden Tisch Zentralamerika, soll dieses Unrecht sichtbarer machen und dazu beitragen, die Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen zu beenden. Dafür werden Handlungsempfehlungen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene gegeben. Die Christliche Initiative Romero (CIR) hat als Teil der Redaktionsgruppe das Dossier mitgestaltet und ist als Mitglied des Runden Tisches Zentralamerika Mitherausgeberin.

Gerechtigkeit schafft Frieden - Friedensdossier von Misereor

Frieden ist für Misereor ein Schwerpunktthema, da Frieden und Entwicklung eng miteinander verbunden sind. Dieser Fokus zeigt sich sowohl in der weltweiten Unterstützung von Partnerorganisationen als auch in der Inlandsarbeit. Auf einer Schwerpunktseite zum Thema sind neben einführenden Informationen und weiterführenden Links auch thematische Publikationen zu finden.

Dossier: Frieden fördern

Wie kann friedliches Verhalten von klein auf gefördert werden? Und wie kann man Kindern die Themen Krieg und Frieden vermitteln? Diese und andere Fragen greift das Themendossier „Frieden fördern" des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger' auf.
Beiträge von Fachleuten, Projektpartnern, Kindern und Jugendlichen beschreiben, was Frieden gefährdet, und zeigen Wege für ein friedlicheres Miteinander auf.

Europa kann mehr! Friedensgutachten 2021

„Europa kann mehr!" Das fordern die vier führenden deutschen Friedensforschungsinstitute Bonn International Center for Conversion (BICC), Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) und Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) in ihrem aktuellen Friedensgutachten. So muss die EU etwa im Verhältnis zum Globalen Süden neue Akzente setzen: Sie kann dazu beitragen, Impfstoffe gerecht zu verteilen, die sozioökonomischen Kosten der Pandemie abzumildern und die Armuts- und Ernährungspolitik neu zu justieren.

Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik „Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Fridays for Future
Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.


Podcast Richtig & Falsch - Folge 4: Generation Klimakrise

In der 4. Folge von Richtig & Falsch, dem Podcast zu Politischer Bildung für alle Lehrkräfte, geht es um ein alles entscheidendes Thema: Die Klimakrise. Was ist in Sachen Klimakrise die Aufgabe der Schule und was nicht? Wie kann die Fridays For Future Bewegung in Politischer Bildung begleitet und sogar für Politische Bildung genutzt werden? Und - wie können Schülerinnen und Schüler auf ein Leben in der Klimakrise vorbereitet, aber nicht entmutigt werden?

Projekt digital bewegt

Digitale Technik durchdringt immer mehr Bereiche unseres Lebens und der Gesellschaft. Ihre Auswirkungen sind komplex: So hat digitale Technik nicht nur einen immensen ökologischen Fußabdruck, sondern verändert auch unsere Kommunikation, unsere Arbeit, verschiebt Machtverhältnisse oder beeinflusst unsere Möglichkeiten demokratischer Teilhabe. Da digitale Technik über mehrere Dimensionen hinweg wirkt, arbeitet der Verein Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. zu verschiedenen Schwerpunkten. In den drei Bereichen Mobilität, Logistik und Kommunikation werden in unterschiedlichen Formaten Expert*innen mit verschiedenen Perspektiven auf den jeweiligen Bereich zusammengebracht.

"Zugriff verweigert - Digitalisierung global gerecht gestalten" - BREBIT 2021

Unter dem Motto "Zugriff verweigert - Digitalisierung global gerecht gestalten" geht die BREBIT 2021 in ihr 18. Jahr. Die Bildungstage finden vom 16. August bis 3. Dezember 2021 in ganz Brandenburg statt und greifen das Vorjahresthema Digitalisierung und globale Gerechtigkeit nochmals unter anderen Blickwinkeln auf. Der BREBIT-Angebotskatalog ist nun erschienen, die passenden Aktionen und Projekttage können ab sofort online gebucht werden.

"Welt gerecht gestalten lernen" - Didaktische Poster zu den SDGs

Auf den didaktischen Postern "Welt gerecht gestalten lernen" in blauer oder weißer Farbe (in DIN A1) befindet sich eine Übersicht der 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele und ihrer wichtigsten Inhalte. Darüber hinaus hat EPiZ e.V. zu jedem Ziel Themen ausgewählt, die Impulse für den Transfer der Ziele in die Bildungspraxis geben. Die Poster werden gegen eine geringe Spende kostenfrei abgegeben.

Kitaprojekt „Bis auf den letzten Krümel"

Mit seinem Bildungsprojekt „Bis auf den letzten Krümel" gibt der gemeinnützige Verein RESTLOS GLÜCKLICH Erzieher*innen Werkzeug und Wissen an die Hand, um mit ihrer Vorschulgruppe spielerisch den Wert von Lebensmitteln zu erforschen. Im Fokus des 7-wöchigen Bildungsprojekts steht das eigenständige Erforschen und Erleben. Workshops und Exkursionen liefern einen lebendigen Zugang zu den Themen – die Kinder bauen unter anderem ein Kompostglas, „retten" Lebensmittel oder bereiten gesunde Snacks zu. Zusammen mit vielseitigen, kreativen Bildungsmaterialien erlangen die Kinder somit spielerisch Wissen über Lebensmittelproduktion, -verschwendung und Abfallvermeidung.

KITA – in Deutschland und weltweit: Die Umwelt im Blick

Diese Ausgabe von „KITA – in Deutschland und weltweit" vom Kindermissionswerk Die Sternsinger e.V. möchte dazu einladen, sich spielerisch mit Umweltschutz in Form von Mülltrennung, Nachhaltigkeit und Upcycling auseinanderzusetzen. Die Ausgabe bietet verschiedene Bausteine an, um Vorschulkindern ökologisch sinnvolles Verhalten zu vermitteln und die Verantwortung für die Schöpfung von klein auf zu stärken.

Neues vom Blog EineWeltBlaBla


EineWeltBlaBla im Juni 2021

Sei ein Changemaker oder wie die Frauen Ruandas und beteilige dich in Skateistan am Schulwettbewerb zur Bundestagswahl, um dich für kreative Ideen gegen Müll und für internationale Lieferkettengesetze stark zu machen! 

Dieser Aufruf könnte dabei rauskommen, wenn jemand versuchen würde, aus den Blogbeiträgen im Juni eine Wahlwerbung zu schalten.
Unsere Redaktion hat sich in diesem Monat viel mit den Rechten von Mädchen und Frauen beschäftigt und dabei über Skateistan und Frauen in Ruanda berichtet. Außerdem haben wir uns angeschaut, welche kreativen Ideen Südafrika gegen die Müllverschmutzung hat und – wo wir schon bei Kreativität sind – auf den Schulwettbewerb der F.A.Z. zur Bundestagswahl aufmerksam gemacht. Wir haben uns über einen Gastbeitrag von Masifunde gefreut und über den BUKO39 berichtet. Wie genau die Situation in Bangladeschs Textilproduktion aussieht und warum wir endlich internationale Lieferkettengesetze brauchen, haben wir in einem der letzten Beiträge im Juni berichtet. Das alles lest ihr auf dem Blog!

Kennt ihr schon unseren Instagram und Facebook Account? Da werdet ihr regelmäßig über die Veröffentlichung unserer neuen Beiträge informiert!
Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Neues aus den Datenbanken
Datenbank Eine Welt Medien – Filmtipps zum Thema Krieg und Gewalt (SDG 16)

Von Kriegen, Bürgerkriegen und asymmetrischen Konflikten sind Kinder am meisten betroffen. Die Datenbank Eine Welt Medien hat zum Schwerpunkt dieses Newsletters eine Empfehlungsliste mit Filmen zusammengestellt. So beleuchten einige Filme das Schicksal von Kindersoldatinnen und -soldaten, andere zeigen das Leben von Frauen als Kriegsopfer, wieder andere schildern das Leben in Flüchtlingslagern. Alle Filme werden jeweils mit ausführlicher Beschreibung, Altersempfehlung und Verleihstellen aufgeführt.
Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien

In der Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien können sich Lehrkräfte und Interessierte über das aktuell verfügbare Angebot an didaktischen Printmaterialien zur Einen Welt informieren. Die Datenbank bietet die Möglichkeit, über eine umfassende Suchmaske gezielt nach Publikationen zu suchen. Eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen finden Sie hier.
Veranstaltungen
Seminar für Multiplikator*innen: Machtkritische Bildungsarbeit zur Digitalisierung
10.07.2021 - 11.07.2021 in Münster Nachhaltigkeit in Schulpartnerschaften? – Mehrfach Machbar!
15.07.2021 online Learn@Lunch: 17 Ziele kreativ und sichtbar - Wie gelingt die Kommunikation von Nachhaltigkeitsthemen?
22.07.2021 online Basismodul: Grundlagen der Erd-Charta (Bildungs-)Arbeit - Multiplikator*innenausbildung für den Großen Wandel
23.07.2021 - 25.07.2021 in Warburg-Germete Wege zu einer anderen Ökonomie
30.07.2021 - 31.07.2021 in Bad Boll Seminar für Multiplikator*innen: Machtkritische Bildungsarbeit zur Digitalisierung
14.08.2021 - 15.08.2021 in Köln Bildungsurlaub: Die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) – global denken, lokal handeln
16.08.2021 - 20.08.2021 in Leck BNE-Sommerakademie 2021
23.08.2021 - 25.08.2021 in Leibnitz Fortbildung: Bio-Anbau im Unterricht – das Planspiel „50 Percent?!"
02.09.2021 in Berlin
Studientagung Digitale Agenda 2030
02.09.2021 - 03.09.2021 in Münster
Schulungsreihe FairCademy: Mode und Menschenrechte
03.09.2021 - 05.09.2021 in Crimmitschau Workshop: Klimawandel - Ein Blick auf sozial-ökonomische Ungleichheiten, Macht und transformative Lösungsansätze
03.09.2021 online
Fit für Globales Lernen in der Beruflichen Bildung - Lebensmittel global
03.09.2021 online Fit für Globales Lernen in der Beruflichen Bildung - IT, Elektrotechnik, Anlagenmechanik global
04.09.2021 online
Chic aber schmutzig: Globale Wertschöpfung und soziale Kämpfe in der Bekleidungsindustrie
05.09.2021 - 10.09.2021 in Hattingen Werkstatt Globales Lernen für angehende und erfahrene Lehrkräfte der beruflichen Bildung
10.09.2021 - 12.09.2021 in Trebnitz Vorschau Ausgabe September 2021: 
Die nächste Ausgabe des Newsletters der Eine Welt Internet Konferenz erscheint Ende August 2021 zum Thema

Demokratische Teilhabe und Pressefreiheit

Zusendungen sind bis zum 24. August 2021 willkommen.
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Publikationen der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Print-Rundbrief  –  Juni 2021 Ziel 3 der Agenda 2030:
Gesundheit und Wohlergehen

Der Rundbrief erscheint viermal jährlich und berichtet über die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Bund und Ländern, Fortbildungsangebote, Veranstaltungen, neue Materialien, Kampagnen und Aktionen.
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Dr. Kambiz Ghawami (V. i. S. d. P)

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Bundesumweltministerium fördert Projekte im Einsatz gegen Meeresmüll

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:38

Meeresmüll ist eine der weltweit größten umweltpolitischen Herausforderungen. Vor allem Plastikmüll verursacht erhebliche Umweltschäden. Zum Schutz der Meere startet das Bundesumweltministerium heute den zweiten Förderaufruf zu seinem Programm gegen Meeresmüll. Ab sofort können sich Projekte bewerben, die aktiv zu nachhaltiger Produktion, Vertrieb und Nutzung und damit zur Vermeidung des Eintrags von Abfällen in Meere beitragen. Des Weiteren können sich Projekte bewerben, die eine geordnete Abfallbewirtschaftung mit umweltgerechten Entsorgungs- und Recyclingstrukturen in Schwellen- und Entwicklungsländern sicherstellen.

Jedes Jahr werden etwa 13 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere eingetragen. Sie gefährden nicht nur die Meeresbewohner unmittelbar. Auch die weiteren Wirkungen auf Mensch und Umwelt sind deutlich zu spüren: Das Plastik in den Meeren gelangt in die Nahrungskette und beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit der marinen Ökosysteme als Ganzes. Diesem Schaden an der Natur und den Grundlagen des menschlichen Lebens und Wirtschaftens will das Programm "Marine Debris Framework – Regional hubs around the globe" (Marine:DeFRAG) entgegenwirken.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Das Problem Meeresmüll drängt mehr denn je. Das große Interesse am ersten Aufruf des Förderprogramms zeigt deutlich den Bedarf nach Unterstützung für konkrete Maßnahmen dagegen. Aufbauend auf dem Erfolg der ersten Förderrunde wollen wir weitere Maßnahmen unterstützen, die vor allem die Vermüllung mit Plastik reduzieren. Mit diesem Förderprogramm nimmt Deutschland seine besondere Verantwortung in der Welt wahr und löst einige der Zusagen zu den G7- und G20-Aktionsplänen gegen Meeresmüll ein."

Die geförderten Projekte sollen die Entstehung von Abfällen an Land möglichst schon direkt an der Quelle vermeiden helfen. Plastikmüll soll gar nicht erst in Flüsse und Meere gelangen. Gefördert werden daher Kooperationen, die mit erprobten Lösungen mittelfristig die Menge an Plastikmüll am Beginn der Wertschöpfungskette reduzieren bzw. Abfall- und Kreislaufmanagementsysteme aufbauen. Zentrale Aspekte der Förderung sind Multiplizierbarkeit, Anschlussfähigkeit und der Fortbestand der gewählten Ansätze. Das Förderprogramm unterstützt Projekte zu Politikberatung, Kapazitätsaufbau, Technologiekooperation und Investitionen sowie zur Implementierung des jeweiligen institutionellen Rahmens. Neben Anrainerstaaten belasteter Flüsse liegt der Fokus auf küstennahen Regionen und Inselstaaten.

Das Programm richtet sich an Durchführungsorganisationen des Bundes, Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, deutsche Ableger internationaler und multilateraler Organisationen und Einrichtungen, die einen Sitz in Deutschland haben. Deutsche Antragsteller können für die Durchführung mit internationalen Partnern zusammenarbeiten. 

Im ersten Schritt des Auswahlverfahrens werden die eingereichten Projektskizzen begutachtet. Anschließend durchlaufen die ausgewählten Vorhaben ein ausführliches Antragsverfahren. Die Projektskizzen können bis spätestens 8. September 2021 bei der zuständigen Projektträgerin "Zukunft – Umwelt – Gesellschaft" (ZUG) gGmbH eingereicht werden.

Im Rahmen des ersten Förderaufrufs wurden acht Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 32,2 Millionen Euro ausgewählt und befinden sich bereits in der Umsetzung oder in der Vorbereitung darauf.

Weitere Informationen



Südsudan - Kein Frieden und die Krise der Flüchtlingskinder

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:38
UNO-Flüchtlingshilfe zu zehn Jahre Unabhängigkeit Südsudan

Bereits zwei Jahre nach der Unabhängigkeit (9. Juli 2011) flammte 2013 der Bürgerkrieg in dem jüngsten Staat der Welt, Südsudan, erneut auf. Frieden ist bis heute nicht in Sicht. Hinzu kommen Naturkatastrophen und Nahrungsmittelknappheit. Dies hat verheerende Auswirkungen insbesondere auf Frauen und Kinder, die mehr als 80 Prozent der südsudanesischen Flüchtlinge stellen und dringend Unterstützung benötigen. Fast vier Millionen Menschen - knapp ein Drittel der Bevölkerung des Südsudans - sind derzeit auf der Flucht. Der Hilfsbedarf ist jedoch nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe dramatisch unterfinanziert.

 

„Die Menschen im Südsudan brauchen zwei Dinge: Frieden und Unterstützung. Insbesondere die Kinder brauchen Hilfe, denn es droht eine verlorene Generation. Und Perspektivlosigkeit führt zwangsläufig in eine Spirale neuer Konflikte", sagt Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

 

Ein Großteil der südsudanesischen Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. 65 Prozent der Flüchtlinge aus dem Südsudan sind unter 18 Jahren. Darum wird die Krise in dem Land oftmals als Krise der Flüchtlingskinder bezeichnet. Über 66.000 Flüchtlingskinder sind "unbegleitet": Sie haben ihre Eltern oder Verwandten verloren oder wurden von ihnen getrennt und sind besonders auf Unterstützung angewiesen. Unterstützung, die das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) bietet und welche die UNO-Flüchtlingshilfe als nationaler Partner des UNHCR fördert: Durch Hilfsmaßnahmen konnten rund 70 Prozent der Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter die Grundschule besuchen – 2021 sollen 90 Prozent der Kinder diese Möglichkeit haben. Jedoch sind aktuell nur 16 Prozent des benötigten Budgets für die UNHCR-Hilfsmaßnahmen gedeckt. Allein 2021 werden knapp 190 Millionen Euro benötigt.

 

Südsudan als Aufnahmeland

Trotz der Herausforderungen im eigenen Land verfolgt der Südsudan eine Politik der offenen Türen gegenüber Flüchtlingen aus den Nachbarländern. Im Dezember 2020 lebten rund 314.000 Flüchtlinge im Südsudan, die meisten stammen aus dem Sudan.

 

Unterstützungsmöglichkeiten unter:

www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/suedsudan

 


Südsudan: 300.000 Kinder von schwerer Mangelernährung bedroht

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:37
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Südsudan: 300.000 Kinder von schwerer Mangelernährung bedroht

UNICEF-Bericht zum zehnten Jahrestag der Staatsgründung am 9.Juli

Südsudan 2021: UNICEF-Kinderreporterin Christine (17) bei einem Außeneinsatz. | © UNICEF/UN0475185/Aldo

Köln, den 6. Juli 2021 // Zehn Jahre nach seiner Gründung erlebt der Südsudan laut UNICEF die schlimmste humanitäre Krise seit seiner Unabhängigkeit. Im jüngsten Staat der Welt benötigen derzeit 8,3 Millionen Menschen humanitäre Hilfe – das sind zwei Drittel der Gesamtbevölkerung. Mehr als die Hälfte davon – 4,5 Millionen – sind Kinder. 

In dem heute veröffentlichten Bericht „Respond to our Cry" („Reagiert auf unsere Hilferufe") rechnet UNICEF in diesem Jahr mit der höchsten Zahl an akut mangelernährten Kinder in dem Land seit der Staatsgründung. Im Laufe des Jahres 2021 werden schätzungsweise 1,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt sein, darunter 300.000 Kinder mit der schwersten Form. Es besteht Lebensgefahr, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Vor dem zehnten Jahrestag am 9. Juli ruft UNICEF dringend zur Hilfe für die Kinder im Südsudan auf.

„Die Welt darf den Kindern im Südsudan nicht den Rücken kehren. Wenn die Regierungen jetzt die Mittel für die humanitäre Hilfe oder die Stärkung der Strukturen im Land kürzen, wären die Folgen für Kinder unmittelbar und tiefgreifend. Sie würden ihr Leid noch einmal verschärfen und die Hoffnungen der Kinder auf eine friedliche Zukunft zerstören", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

Der jüngste Staat der Welt wurde nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen am 9. Juli 2011 unabhängig. Doch Konflikte und Gewaltausbrüche gingen danach weiter. Durch das jüngste Friedensabkommen, das bisher nur teilweise umgesetzt wurde, wurden die Herausforderungen für Kinder bisher nicht gelindert. Unzureichende staatliche Strukturen, extreme Armut, soziale und ökonomische Krisen, die Folgen des Klimawandels und nun die Covid-19-Pandemie verstärken sich in ihren Auswirkungen auf die Bevölkerung. UNICEF konstatiert eine „Kinderrechte-Krise" in dem Land, in dem 2,8 Millionen Mädchen und Jungen keine Schule besuchen. Durch die Pandemie hatten in den vergangenen 14 Monaten weitere zwei Millionen Kinder keinen Unterricht. Jedes zehnte Kind im Südsudan erlebt seinen fünften Geburtstag nicht.

„In unserem Land werden Kinder nicht respektiert. Das Recht, eine Schule zu besuchen, etwas zu essen zu bekommen, geschützt zu werden und das Recht darauf, in Sicherheit zu leben – so viele Rechte, die man uns vorenthält!", sagte die 17-Jährige Christine, UNICEF-Jugend-Reporterin im Südsudan.

UNICEF und seine Partner, darunter die deutsche Bundesregierung, haben angesichts der dramatischen Ernährungsunsicherheit seit Ende 2020 die Hilfe ausgeweitet, insbesondere in den am stärksten betroffenen Bezirken. Seit Anfang des Jahres wurden beispielsweise landesweit 70.000 Kinder behandelt, die an schwerer akuter Unterernährung leiden, mit einer Heilungsrate von mehr als 95 Prozent. 

Im Jahr 2021 benötigt UNICEF für seine Hilfe im Südsudan 180 Millionen US-Dollar. Lediglich ein Drittel davon sind derzeit finanziert. Es besteht die Gefahr, dass dringend benötigte Hilfe in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, Gesundheit und Kinderschutz nicht geleistet werden kann.

» Der vollständige englischsprachige Bericht steht hier zum Download zur Verfügung.

» Aktuelles Bild- und Videomaterial finden Sie hier.


G20-Finanzminister: Mehr Schuldenerlass ist nötig

Baustellen der Globalisierung - 8. Juli 2021 - 12:30

Morgen und am Samstag findet der Gipfel der G20-Finanzminister*innen in Venedig statt, das erste Präsenztreffen seit Beginn der Corona-Pandemie. Als Folge der Pandemie steht kritisch verschuldeten Ländern das Wasser bis zum Hals: Echte Schuldenerleichterungen gab es bislang kaum, viele Länder haben keinen Zugang zu den G20-Initiativen. Nach der erlassjahr.de-Kampagne wurden durch die im Vorjahr beschlossenen Initiativen gerade einmal 0,07% der von den Vereinten Nationen zu Beginn der Pandemie geforderten Schuldenerlasse umgesetzt. Diese Erlasse stammen sämtlich aus dem Katastrophenfonds CCRT des Internationalen Währungsfonds. Durch das Schuldenmoratorium DSSI der G20 wurde nur ein Bruchteil der tatsächlichen Schuldendienstzahlungen gestundet. Und bislang haben überhaupt nur drei Länder eine Umschuldung unter dem neuen Umschuldungsrahmenwerk „Common Framework“ der G20 beantragt – von denen bis heute noch keines einen einzigen Dollar an Schuldenerlass gesehen hat.

 

Damit sind diese Initiativen bislang nur ein sehr kleiner Tropfen auf einem sehr heißen Stein. Mehr als 100 Entwicklungs- und Schwellenländer sind gezwungen, dieses Jahr drastische Sparmaßnahmen zu ergreifen, um ihren Schuldendienst aufrechterhalten zu können (>>> Globaler Austeritätsarlarm). Darüber hinaus bleiben mehr als 40% der kritisch verschuldeten Mitteleinkommensländer weiterhin von der DSSI und dem Common Framework ausgeschlossen. Mehr als die Hälfte der begünstigten Mitteleinkommensländer nehmen nicht teil, aus Angst vor dem Verlust ihres Kapitalmarktzugangs. Dabei leben fast 80% der Menschen, die durch COVID-19 zusätzlich in extreme Armut gerutscht sind, in Mitteleinkommensländern. 

 

Auch IWF-Chefin Kristalina Georgieva hatte kurz vor dem Venedig-Gipfel die geringen Fortschritte bei den bisherigen Schuldenerlassmaßnahmen beklagt. Noch beim Vorläufertreffen der G20-Finanzminister*innen im April sprach sich Bundesfinanzminister Scholz für echte Schuldenerlasse aus, Entwicklungsminister Müller folgte beim Gipfel der Außen- und Entwicklungsminister*innen in Matera letzte Woche. „Die Menschen in kritisch verschuldeten Ländern können nicht darauf warten, dass sich das Common Framework irgendwann bewährt hat“, so erlassjahr.de. Die Bundesregierung müsse Worten Taten folgen lassen und sich in Venedig für komplementäre Initiativen einsetzen. Konkrete Vorschläge dafür gebe es genug, so etwa von der Allianz der Kleinen Inselstaaten oder dem UN-Generalsekretär.
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Woran man die nepalesische Mittelschicht erkennt

E+Z - 8. Juli 2021 - 12:21
Nepals langsames Wirtschaftswachstum bremst die Entwicklung der Mittelschicht

In Nepal wächst der Lebensstandard. Angesichts der langen Armutsgeschichte des Landes, des jahrzehntelangen Kampfs für Demokratie und des verheerenden Erdbebens von 2015 ist diese Entwicklung der vergangenen Jahre sehr zu begrüßen.

Nach Angaben der Weltbank zählt Nepal mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 1090 US-Dollar im Jahr 2019 nun zu den Ländern mit sogenanntem „niedrigem mittlerem“ Einkommen. Als einkommensschwach gelten Länder mit einem Pro-Kopf-Einkommen unter 1030 US-Dollar.

Vor zehn Jahren definierte die Asiatische Entwicklungsbank alle Personen als Mittelschichtsangehörige, die über eine Kaufkraft von zwei bis 20 US-Dollar am Tag verfügen – und wies darauf hin, dass die Mittelschicht in Nepal wächst. Der nationale „Living Standard Survey“ Nepals und die Weltbank kamen 2016 zu ähnlichen Ergebnissen.

Dieses Wachstum der Mittelschicht spiegelt einige bedeutende Entwicklungen wider:

  • eine Bevölkerungsverschiebung vom Land in die Städte,
  • ein höheres Bildungsniveau,
  • einen Trend von Arbeiter- und Dienstleistungsberufen hin zu mehr Angestelltenberufen und
  • einen Anstieg der Rücküberweisungen von Nepalis aus dem Ausland.

Allein die Rücküberweisungen sorgten für 27 Prozent des Armutsrückgangs in den untersuchten Jahren; Lohnanstiege in Wirtschaftsbereichen mit hoher Wertschöpfung für weitere 52 Prozent.

Dennoch bleibt Nepal eines der ärmsten Länder Asiens mit vergleichsweise geringem Wirtschaftswachstum, wie der Weltbankbericht „Climbing higher: Toward a middle-income Nepal“ 2017 feststellt. Nepals Pro-Kopf-Einkommen liegt hinter dem der anderen Volkswirtschaften der Region zurück, weshalb fraglich ist, ob der Aufwärtstrend weitergehen wird. Covid-19 hat die Wirtschaft, die bereits Anzeichen von Stagnation aufwies, hart getroffen.

Private Haushalte haben bei sinkendem Bruttoinlandsprodukts-Wachstum geringere Gestaltungsmöglichkeiten und ein erhöhtes Armutsrisiko. Dafür gibt es bereits einige Anzeichen: Der mehrdimensionale Armutsindex der Regierung, der neben dem Einkommen auch die Faktoren Gesundheit, Ernährung, Bildungschancen und Lebensstandard berücksichtigt, ermittelte 2018 eine Armutsquote von 28,6 Prozent.

Die Mittelschicht erkennen

Nepals Mittelschicht wurde noch nicht erforscht, und es existieren keine verlässlichen Einkommensstatistiken. Es gibt aber Erfahrungsberichte, also nichtwissenschaftliche Hinweise oder Belege, auf die sich gestützt werden kann. Die nepalesische Mittelschicht lässt sich am einfachsten durch das definieren, was sie nicht ist. Sie ist wohlhabender als die Subsistenzbauern und die Arbeiter ohne eigenen Landbesitz. Zugleich ist sie ärmer als die Oberschicht, die zumeist Vermögen geerbt hat und mit den einstigen Herrscherklassen verbunden ist.

Auch die Ausgaben geben Hinweise: Mittelschichts-Nepalis erwirtschaften für gewöhnlich ein stabiles, angemessenes Einkommen aus einem Angestelltenverhältnis oder einem kleinen Unternehmen. Zwar können sie sich die teuren, englischsprachigen Privatschulen, die von der Oberschicht besucht werden, meist nicht leisten, wohl aber eine andere gute Ausbildung für ihre Kinder.

Die Mittelschicht lässt sich in zwei Untergruppen unterteilen. Die erste setzt sich aus Händlern, Unternehmern und Verwaltungsangestellten zusammen, die dem Bildungsbürgertum entstammen. Die zweite umfasst Menschen aus eher bescheidenen Verhältnissen, die dank guter Bildung zu Fach- und Führungskräften aufgestiegen sind. Auch die Art der Fortbewegung sagt etwas über die Mittelschicht aus. So nutzen Menschen aus der unteren Mittelschicht eher Fortbewegungsmittel wie Fahrräder oder Motorroller, Angehörige der oberen Mittelschicht hingegen Autos.

Viele Mitglieder der Mittelschicht besitzen ein kleines Haus oder andere Vermögenswerte wie Schmuck, einige auch Land. Auch der Gebrauch von bestimmten Konsumgütern wie Smartphones kann ein Hinweis sein. Häufig legen sie in gewissem Maß ein Konsumverhalten an den Tag, das den eigenen Status zur Schau stellen soll.

Zugleich hält die Mittelschicht aber auch an traditionellen Praktiken fest, von denen einige eher rückwärtsgewandt sind. Wenn zum Beispiel das traditionelle Hartalika-Teej-Fest gefeiert wird – ein hinduistisches Fest an jenem Tag, an dem Lord Shiva die Liebeserklärung der Göttin Parvati annahm –, waschen verheiratete Frauen traditionell die Füße ihrer Ehemänner und trinken vom Wasser des Fußbades. Auch tragen Mittelschichtsfamilien wohl dazu bei, konservative Traditionen wie die Diskriminierung von Witwen zu bewahren.

Gesamtgesellschaftlich gesehen, treibt die Mittelschicht die Wirtschaft an, indem sie Unternehmen gründet. Außerdem sind die englischsprechenden Mittelschichtsangehörigen meist internationaler eingestellt als viele Menschen mit niedrigem Einkommen, die nur die lokalen Sprachen beherrschen.

Die Mittelschicht war maßgeblich an Nepals Aufstieg aus Armut und Diktatur beteiligt. Sie hat die Industrialisierung, Urbanisierung und Modernisierung der Wirtschaft vorangetrieben. Nach der Wiedereinführung der Demokratie in den 1990er Jahren gründete sie unter anderem Tausende von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für eine fairere und gerechtere Gesellschaft einsetzen, auf die Rechenschaftspflicht der Regierung pochen und eine sozialgerechte Entwicklung vorantreiben.

Heute sind Spaziergänge durch die meisten nepalesischen Städte sehr reizvoll, und das ist vor allem der Mittelschicht zu verdanken. Restaurants mit bunten Schildern säumen die Straßen, und die Vielfalt an Boutiquen und Läden wächst stetig. Sie haben nicht nur das Bild der Hauptstadt Kathmandu und anderer Großstädte verändert, sondern auch die Ambitionen ihrer Bewohner. Es gibt immer noch viel Armut in Nepal, aber die wachsende und aktive Mittelschicht zeigt, dass ein Aufstieg möglich ist (siehe Kasten).

Rukamanee Maharjan ist Juradozentin an der Tribhuvan-Universität in Kathmandu.
rukumaharjan@gmail.com

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