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Planetary health literacy: a conceptual model

DIE - 17. Januar 2023 - 11:28

Education for planetary health could be one of the key levers of the much-needed civilizational turn toward a sustainable and healthy future. Education goes beyond information provision and passing on of knowledge and includes competencies to transfer knowledge from one decision situation to another. There are a range of different literacy concepts from various research perspectives that aim to improve such competencies. While many contain aspects highly relevant for planetary health, there is still no comprehensive and integrative planetary health approach. To fill this research gap, we present a conceptual model of planetary health literacy. By zooming into the model, further details on the necessary core competencies of accessing, understanding, appraising, and applying information in order to make judgements and take decisions regarding planetary health can be found. Zooming out of the model allows a holistic planetary health perspective and shows the potential and opportunities of planetary health literacy for the health of humans and ecosystems. Planetary health literacy encompasses both a life-course and a transgenerational approach, at the individual, societal, and global level. Future educational programs focusing on planetary health could integrate the conceptual model to increase planetary health literacy of individuals, including relevant health literacy agents, and of societies.

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23-01-17_Martin Kämpchen - learning Bengali - Box

E+Z - 17. Januar 2023 - 2:00
23-01-17_Martin Kämpchen - learning Bengali - Box admin Di., 17.01.2023 - 02:00 Ob nach der jeweiligen Regionalsprache auf Hindi oder Englisch unterrichtet werden soll, bleibt umstritten Identitätspolitik Sprachenpolitik in Indien Die indischen Bundesstaaten sind im Wesentlichen nach den Sprachgrenzen aufgeteilt. Das deutet darauf hin, wie wichtig die Sprache für die politische Identität ist. 17.01.2023Südasien In Kürze Zivilgesellschaft

Entsprechend ist Bengalisch die Sprache des Bundesstaats Westbengalen sowie des Nachbarlandes Bangladesch. Rabindranath Tagore, der Literaturnobelpreisträger von 1913, hat in dieser Sprache geschrieben und mit der Gründung seiner Universität Vishwa-Bharati in Santiniketan vor 100 Jahren ganz bewusst unter britischer Kolonialherrschaft das regionale Kulturerbe gepflegt. Er hat es auch um bis heute beliebte Lieder erweitert.

Anhaltender politischer Streit herrscht heute in Indien jedoch darüber, ab welchem Schuljahr und in welcher Reihenfolge Kinder nach ihrer Regionalsprache in der Schule auch Hindi und Englisch lernen sollen. Die Zentralregierung versucht seit Jahrzehnten, Hindi als Nationalsprache durchzusetzen, was sich seit dem Amtsantritt von Premierminister Narendra Modi von der hindu-chauvinistischen Partei BJP noch verschärft hat.

English medium schools

In den Großstädten gibt es trotzdem einen starken Trend zu privaten englisch-sprachigen Schulen („English medium schools“). Die städtische Mittelschicht ist in wirtschaftlichem Sinne erfolgsorientiert. Sie will, dass ihre Kinder Englisch lernen. Wer diese Sprache nicht gut in Wort und Schrift beherrscht, erreicht weder in der Wirtschaft noch in Behörden oder der Justiz Führungspositionen. Die große Bedeutung der Sprache der ehemaligen Kolonialmacht führt zu einer gewissen Entfremdung.

Hindi ist aber für viele keine attraktive Alternative, denn als Muttersprache dient es nur in Nordindien. Da Englisch für alle gleichermaßen fremd ist, schätzen Menschen aus anderen Regionen diese Sprache als vergleichsweise neutralen Boden, auf dem sie sich nicht grundsätzlich schwerer tun als ihre Landsleute aus dem Norden. Besonders stark gilt das für Südindien, wo dravidische Sprachen vorherrschen, die mit den indoeuropäischen wie Hindi, Bengalisch oder Gujarati gar nicht verwandt sind.


Martin Kämpchen lebt als Schriftsteller und Literaturübersetzer in Shantikniketan in Westbengalen.
martin.kaempchen2013@gmail.com

 

Governance Off Off Martin Kämpchen

hat zuletzt im Winter 2022/2023 zu E+Z/D+C beigetragen. Er lebt als Schriftsteller und Literaturübersetzer in Shantikniketan in Westbengalen.

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International organizations and differentiated universality: reinvigorating assessed contributions in United Nations funding

DIE - 16. Januar 2023 - 17:19

This article examines the link between universality aspirations of international organizations and member state funding by focusing on the United Nations system. Centering on financial input as a key proxy for ownership and collectively shared responsibility, we show that the UN Scale of Assessments has provided a surprisingly stable formula for calculating obligatory membership fees in the regular budgets of the UN Secretariat, Specialized Agencies, and other UN entities. We argue that the Scale of Assessments embodies a commitment to differentiated universality as it applies to all member states while considering key differences among them, notably their levels of per capita income and debt burden. While large parts of UN budgets currently depend on voluntary contributions by a small number of wealthy member states and thus stray far from universality ambitions, we suggest that assessed contributions are an underexploited tool for operationalizing multilateral universality in an uneven world. We propose four concrete measures for strengthening and expanding the use of assessed contributions that can contribute to making the UN system a more universally owned set of international organizations.

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Mehr Impulse für Nachhaltigkeit bitte!

DIE - 16. Januar 2023 - 10:00

Bonn, 16.01.2023. Das Jahr 2022 ist für viele von uns eine Zäsur, die das Ende einer über dreißigjährigen Hoffnung bedeutet, die Hoffnung, dass wirtschaftlicher Handel zu politischem Wandel führt. Angesichts des Zusammenbruchs der Sowjetunion und der hoffnungsvollen Demokratiebewegung in Osteuropa hat Francis Fukuyama 1989 die These des Endes der Geschichte vertreten. Er meinte damit, dass sich die liberale Demokratie und die Marktwirtschaft als Ordnungsmodelle durchsetzen würden. Für viele Länder Osteuropas, die heute Mitglied der Europäischen Union und der NATO sind, hat sich Fukuyamas These – zumindest in Teilen –  durchaus bestätigt. Auch die Menschen in der Ukraine hatten diese Hoffnung, die aber spätestens am 24. Februar 2022 durch den russischen Angriff zerschlagen wurde. Es war auch die Angst vor der Ausbreitung der Demokratie und deren Absicherung durch eine Anbindung an den sogenannten Westen, die Putin und sein Regime zu diesem irrsinnigen Krieg verleitete. Putin hatte auf die Schwäche und Unentschiedenheit der Demokratien gesetzt und dabei ihre Wehrhaftigkeit unterschätzt. Dass die Mitglieder der G7, der NATO und der Europäischen Union so viel Einigkeit zeigten, ist für mich einer der wenigen Lichtblicke des vergangenen Jahres.

Ist es eurozentristisch, den russischen Krieg gegen die Ukraine so ins Zentrum unseres politischen Diskurses zu rücken? So lautet der Vorwurf, der aus den Hauptstädten vieler Länder mittleren oder niedrigen Einkommens zu vernehmen ist. Die Bedrohungslage, die man in Berlin, Warschau oder Bukarest empfindet, ist sehr viel unmittelbarer als in Delhi, Pretoria oder Dakar. Auch mit dem Vorwurf der Doppelstandards, die wir bei anderen Krisen und Kriegen, vom Irak bis nach Libyen, angelegt haben, müssen wir uns kritisch auseinandersetzen. Gleichzeitig sind die Auswirkungen des russischen Krieges zweifelsohne globaler Natur, so zum Beispiel hinsichtlich der Versorgung mit Nahrungs- oder Düngemitteln. Zudem tritt Russland mit seinem Angriffskrieg und den massiven Kriegsverbrechen, wie sie etwa in Bucha verübt worden sind, das humanitäre Völkerrecht und die multilaterale Rechtsordnung mit Füßen. Russlands Krieg verschärft humanitäre Notlagen und hat Rückschritte bei der Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele zur Folge, die bereits infolge der Corona-Pandemie ins Stocken geraten ist. Es ist diese Polykrise mit wechselseitig verbundenen und sich gegenseitig verstärkenden Krisenlagen, die auch 2023 prägen wird.

In Deutschland müssen wir die Energiewende mit entschiedenerem Nachdruck als bisher vorantreiben, um unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden, die wir oftmals aus autoritären Regimen importieren. Überdenken sollten wir auch unsere Wertschöpfungsketten, die insgesamt resilienter werden müssen. Resilienz bedeutet dabei nicht notwendigerweise De-Globalisierung oder das aggressive Entkoppeln von China, wie es die USA betreiben, sondern besonders die Diversifizierung des Imports von kritischen Rohstoffen und Vorprodukten aber auch der Absatzmärkte. Auch negative Spillover-Effekte müssen stärker in den Blick genommen werden. Dies sind unerwünschte wirtschaftliche, soziale, ökologische und sicherheitspolitische Ausstrahlungseffekte von Industrieländern wie Deutschland, welche die Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele in anderen Ländern untergraben. Diese Transformationsprozesse sollten immer abgestimmt mit unseren europäischen Partnern geschehen, denn nur so können wirtschafts- und nachhaltigkeitspolitische Reformen globales Gewicht erfahren.

Im September 2023 steht der nächste „SDG Summit“ an, auf dem alle vier Jahre auf Ebene der Staats- und Regierungschef*innen die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele überprüft wird. Wir befinden uns in der Mitte des Umsetzungszeitraums der Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen. Aus Deutschland müssen Impulse für eine beschleunigte Umsetzung national aber auch international kommen, insbesondere, da die Bundesregierung zusammen mit Namibia die Verhandlungsführerschaft für den „Summit of the Future“ übernommen hat. Dieser soll 2024 stattfinden und Reformoptionen für die Vereinten Nationen und das internationale System entwickeln, um globale nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Auch in anderen internationalen Foren muss Deutschland eine konstruktive und transformative Rolle spielen. Die G20 wird in den nächsten drei Jahren von Indien, Brasilien und Südafrika geleitet, nachdem Indonesien die Präsidentschaft im vergangenen Jahr innehatte. Diese „Southernisation“ der G20 ist angesichts der politischen Bedeutung dieser Ländern nur folgerichtig. Sie kann die Herausforderungen der Länder mittleren und niedrigen Einkommensstärker in den Fokus rücken. Deutschland hat im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft im Jahr 2022 wichtige Impulse gesetzt, etwa durch eine globale Allianz für Nahrungsmittelsicherheit oder eine weltweite Infrastrukturinitiative. Angesichts stark wachsender Schuldenstände in vielen Ländern niedrigen und mittleren Einkommens ist jedoch die G20 das richtige Forum, um eine Um- und Entschuldung voranzutreiben, die öffentliche Mittel zur Förderung von Nachhaltigkeit freisetzt. Insgesamt ist Deutschland in 2023 und darüber hinaus regional aber auch global als Impulsgeber und Umsetzungsmacht gefordert, um Frieden, internationales Recht und nachhaltige Entwicklung zu fördern. Hierfür sind nicht nur gute Vorsätze wichtig, sondern auch konkretes und mutiges Handeln.

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Vermögenszuwachs: Reichstes Prozent kassiert fast doppelt so viel wie Rest der Welt

SID Blog - 16. Januar 2023 - 7:30

Oxfam-Bericht zur sozialen Ungleichheit

Konzerne und Superreiche profitieren von den Krisen, während Armut und Hunger rasant steigen

Davos/Berlin, 16. Januar 2023. Die Reichen werden immer reicher: Seit Beginn der Corona-Pandemie hat das reichste Prozent der Weltbevölkerung rund zwei Drittel des weltweiten Vermögenszuwachses kassiert. Gleichzeitig leben 1,7 Milliarden Arbeitnehmer*innen in Ländern, in denen die Lohnentwicklung die Inflation nicht ausgleicht. 828 Millionen Menschen – etwa jede*r zehnte auf der Erde – hungern. Erstmals seit 25 Jahren haben extremer Reichtum und extreme Armut gleichzeitig zugenommen. Das geht aus dem Bericht "Survival of the Richest" hervor, den die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos vorlegt. Oxfam fordert die Regierungen auf, diesem Trend mit Steuern auf exzessive Übergewinne und hohe Vermögen entgegenzutreten und mit den Einnahmen in den Ausbau von sozialer Sicherung, Bildung und Gesundheit zu investieren, um Ungleichheit und Armut zu bekämpfen.

Der Bericht zeigt:

  • Seit 2020 gingen 26 Billionen US-Dollar (63 Prozent) der gesamten
  • In Deutschland sahnen die Reichsten besonders ab: Oxfam hat berechnet, dass von dem gesamten Vermögenszuwachs, der zwischen 2020 und 2021 in Deutschland erwirtschaftet wurde, 81 Prozent an das reichste Prozent gingen, während die restlichen 99 Prozent der Bevölkerung nur 19 Prozent des Vermögenszuwachses erhielten.
  • Die Milliardär*innen dieser Welt haben ihren Reichtum in den Jahren der Pandemie- und Lebenshaltungskostenkrise deutlich gesteigert. Milliardär*innen ist im Durchschnitt täglich um 2,7 Milliarden US-Dollar gestiegen.
  • Der Reichtum der Milliardär*innen ist im Jahr 2022 auch durch den rasanten Anstieg der Gewinne im Lebensmittel- und Energiebereich sprunghaft angestiegen. Der Bericht zeigt, dass 95 Lebensmittel- und Energiekonzerne ihre Gewinne im Jahr 2022 mehr als verdoppelt haben. Sie erzielten 306 Milliarden US-Dollar an Übergewinnen und schütteten 257 Milliarden US-Dollar (84 Prozent) davon an Aktionär*innen aus.
  • Gleichzeitig leben heute mindestens 1,7 Milliarden Arbeitnehmer*innen in Ländern, in denen die Inflation die Lohnentwicklung übersteigt, und rund 828 Millionen Menschen – also etwa jeder zehnte Mensch auf der Erde – hungern. Frauen und Mädchen machen fast 60 Prozent der hungernden Weltbevölkerung aus. Nach Angaben der Weltbank erleben wir die wohl größte Zunahme der weltweiten Ungleichheit und Armut seit dem Zweiten Weltkrieg.
  • Die einkommensschwächsten Länder geben inzwischen viermal mehr für die Rückzahlung von Schulden aus als für die Gesundheitsversorgung. Drei Viertel der Regierungen der Welt planen, ihre Ausgaben im öffentlichen Sektor, etwa im Bildungs- und Gesundheitswesen, zu kürzen – um insgesamt 7,8 Billionen US-Dollar in den nächsten fünf Jahren.
  • Weltweit stammen nur noch vier Prozent der Steuereinnahmen aus Steuern auf Vermögen. In den letzten vierzig Jahren

Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland, kommentiert: "Während Millionen Menschen nicht wissen, wie sie Lebensmittel und Energie bezahlen sollen, bringen die Krisen unserer Zeit gigantische Vermögenszuwächse für Milliardär*innen. Jahrzehntelange Steuersenkungen für die Reichsten und Unternehmen auf Kosten der Allgemeinheit haben die Ungleichheit verschärft und dazu geführt, dass die Ärmsten in vielen Ländern höhere Steuersätze zahlen als Milliardär*innen. Unser Bericht zeigt erneut: Dass von Steuersenkung für die Reichsten alle profitieren, ist ein Mythos. Konzerne und ihre superreichen Haupteigentümer*innen müssen endlich ihren fairen Beitrag zum Gemeinwohl leisten."

Oxfam: Hohe Steuern auf Übergewinne und Vermögen deshalb unerlässlich

Wege aus der Ungleichheit

Oxfam fordert von der Bundesregierung eine systematische und weitreichende Besteuerung von Krisengewinnen und eine höhere Besteuerung reicher Menschen, um mit den Einnahmen Armut und Ungleichheit weltweit zu bekämpfen:

  1. Durch eine Übergewinnsteuer exzessive Krisengewinne von Konzernen abschöpfen:
    Die sich aus der derzeitigen Krisenlage ergebenden Übergewinne vieler Konzerne müssen mit hohen Steuersätzen von mindestens 50 Prozent besteuert werden. Die bisherigen Planungen für eine Abgabe auf Zufallsgewinne greifen zu kurz.
  2. Mit einer Vermögenssteuer reiche Bevölkerung in die Verantwortung nehmen:
    Die Vermögenssteuer muss wieder eingeführt werden und es braucht angesichts der aktuellen Krisensituation eine einmalige Abgabe auf sehr hohe Vermögen. In Deutschland wird Vermögen im internationalen Vergleich bislang unterdurchschnittlich besteuert.
  3. In Bildung, Gesundheit, soziale Sicherung und Geschlechtergerechtigkeit investieren:
    Es gilt mehr Mittel in den Ausbau von Bildungs-, Gesundheits- und sozialen Sicherungssystemen und die Stärkung von Frauenrechten zu investieren. In der Entwicklungszusammenarbeit müssen die entsprechenden Mittel erhöht werden.

Redaktioneller Hinweis

Der Bericht „Survival of the Richest" und die deutsche Zusammenfassung „Steuern gegen Ungleichheit" stehen gemeinsam mit Hinweisen zur Berechnung zum Download bereit unter https://oxfam.box.com/v/ungleichheitsbericht2023



 

Hedera macht den Impact von Mikrokrediten transparent

reset - 16. Januar 2023 - 5:49

Für viele Familien, die an oder nahe der Armutsgrenze leben, ist der Zugang zu Bankgeschäften und Krediten oft schwierig. Um dem entgegenzuwirken, haben einige Finanzinstitute Mikrofinanz- oder Mikrokreditprogramme aufgelegt – Kleinkredite, die unterversorgten Gesellschaftsschichten Wege aus der Armut ermöglichen sollen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Spenden, die meistens zur sofortigen Linderung dringender Bedürfnisse gedacht sind, sollen Mikrokredite langfristige die Lebensqualität und Gesundheit verbessern und Bildungschancen erhöhen – durch zusätzliche Finanzmittel, über deren Verwendung die Familien selbst verfügen können. Viele Familien auf der ganzen Welt leben entweder in Armut oder am Rande des Existenzminimums, so dass kaum zusätzliches Einkommen für neue Anschaffungen oder einen zuverlässigen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zur Verfügung steht. Die Idee der Mikrofinanzierung ist, diese Kluft zu überbrücken, ohne die Empfangenden übermäßig mit Schulden zu belasten, indem kleine Kredite an Menschen vergeben werden, die sonst von Banken abgelehnt werden würden.

Die Wirkung von Mikrokrediten zu messen ist jedoch schwierig. Auch wenn viele Finanzinstitutionen Mikrokredite anbieten, verfolgen die wenigsten von ihnen, in wieweit sich der Wohlstand oder Lebensstandard der Empfänger*innen tatsächlich verbessert hat. Hier kommt Hedera Sustainable Solutions, ein in Berlin ansässiges Unternehmen, ins Spiel. Das Startup entwickelt digitale Produkte, mit denen Mikrofinanzinstitute besser abschätzen können sollen, ob ihre Investitionen die gewünschte nachhaltige Wirkung entfalten. Außerdem sollen mit den neu gewonnen Informationen Dienstleistungen für die Kund*innen verbessert und der Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN leichter bewertet werden können.

Zu diesem Zweck hat Hedera eine Reihe digitaler Tools entwickelt, die Mikrofinanzinstitute und Nichtregierungsorganisationen vor Ort unterstützen können. Mit dem Hedera Impact Toolkit können zum Beispiel einfache Umfragen durchgeführt werden, mit denen sich Finanzinstitute ein detailliertes Bild über die Wirkungen auf Ebene einzelner Haushalte verschaffen können. Über die Plattform Hedera connect können die Ergebnisse solcher Erhebungen für Interessierte zugänglich gemacht werden und u.a für Investor*innen geworben werden. Der große Vorteil der Software: Die Kosten für Datenerhebung, -analyse und Berichterstellung sollen um bis zu 90 Prozent reduziert werden können.

Die Hedera-Umfrage zum Energiezugang untersucht beispielsweise, wie Familien Strom erzeugen, wofür dieser Strom verwendet wird und die Häufigkeit von Unfällen oder Gesundheitsproblemen, die auf einen schlechten Zugang zu Strom zurückzuführen sind. Die Ergebnisse dieser Erhebungen können dann in digitalen Berichten zusammengefasst werden, um präzisere und wirkungsvollere Mikrofinanzzahlungen zu ermöglichen, den Weg der Zahlungsempfänger*innen aus der Armut zu beobachten und die SDGs zu unterstützen.

Hedera arbeitet auch mit lokalen Institutionen, Unternehmen und NGOs vor Ort zusammen, um Forschungsunterstützung, Schulungen und die für eine effiziente Datenanalyse erforderlichen digitalen Tools bereitzustellen. In der Demokratischen Republik Kongo hat Hedera beispielsweise mit der Organisation Appui-conseils aux Projets et Initiatives du Développement Endogène (APIDE) zusammengearbeitet, um haushaltsbezogene Daten zu visualisieren und damit transparenter und effektiver vor Ort nutzbar zu machen. In Kolumbien hat Hedera mit der Initiative Rejuvenating Pueblo Viejo zusammengearbeitet, deren Ziel es ist, Kinder und Jugendliche für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und ihnen eine Stimme in der lokalen Zivilgesellschaft zu geben. Das Hedera-Toolkit wurde eingesetzt, um den lokalen Bedarf zu ermitteln und die Fortschritte im Laufe der Zeit zu analysieren.

Die Debatte um Mikrokredite

Die Vergabe von Mikrokrediten ist nicht ganz unumstritten. Schon seit vielen Jahren gibt eine ausführliche Debatte über die Wirksamkeit von Mikrokrediten bei der Armutsbekämpfung und sogar über die ethischen Implikationen des Anbietens jeglicher Art von Krediten an arme Haushalte.

Einerseits können Mikrokredite Haushalten, die an der Grenze zwischen Armut und Selbstversorgung leben, einen Schub geben. Haushalte, die für eine Mikrofinanzierung in Frage kommen, leben möglicherweise mit nur 1,25 USD pro Tag. Damit lassen sich zwar die Grundnahrungsmittel abdecken, aber für alles andere reicht das Einkommen kaum aus. Ein medizinischer Notfall oder eine andere unvorhersehbare Krise kann unter diesen Voraussetzungen dazu führen, dass ein Haushalt noch tiefer in die Armut abrutscht.

Ein einfaches Darlehen von etwa 100 USD kann jedoch ausreichen, um diesen Haushalt in eine höhere sozioökonomische Schicht zu bringen, Sicherheit zu bieten und lokales Unternehmertum zu ermöglichen. Sobald die Grundbedürfnisse stabilisiert sind, können die Empfänger*innen von Mikrokrediten ihre Zeit und Energie anderen Unternehmungen widmen, was theoretisch zu mehr Produktivität führt und die lokale Wirtschaft ankurbelt. Dabei hat sich gezeigt, dass Kleinkredite oft besonders Frauen zugute kommen, da sie ihnen Zugang zu Bildung, finanzieller Unabhängigkeit und zusätzlichen Möglichkeiten verschaffen.

lecercle/Sari Microfinance/Oxfam Australia

Zum Problem kann allerdings werden, dass Finanzanbietende oft eine große Anzahl von Krediten mit geringem Wert und hohem Risiko vergeben. Da es keine Rückzahlungsgarantie gibt, werden hohe Zinssätze – manchmal bis zu 30 Prozent – verlangt. Dies wiederum kann die finanziellen Probleme der Empfänger unter Umständen noch vergrößern. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Empfänger*innen von Mikrokrediten weitere Kredite aufnehmen, um die Rückzahlung früherer Darlehen zu leisten. Dazu kommt: Insbesondere in den 1990er Jahren sind Mikrofinanzinstitute wie Pilze aus dem Boden geschossen – und nicht alle agieren professionell und transparent. Nicht verwunderlich also, dass die Verschuldung durch Mikrokredite bereits zu Tragödien geführt hat. BBC berichtete über eine Welle von Selbstmorden in Indien, die mit Mikrofinanzkrediten in Verbindung gebracht wurden.

Andere weisen darauf hin, dass die Förderung des Unternehmertums in kleinen Gemeinschaften ohne die notwendige kommerzielle Basis nur von begrenztem Wert ist und zu einer Übersättigung bestimmter Produkte und einem Verdrängungswettbewerb führt.

„Wie können wir Geschäftsmodelle schaffen, die nicht auf Gier basieren?“ – Interview mit Friedensnobelpreisträger Yunus

Der Vater der Mikrofinanzierung, Muhammad Yunus, sprach mit RESET über Social Business, radikalen Systemwandel und wie Entrepreneurship genutzt werden sollte, um die dringendsten Herausforderungen des Planeten zu bewältigen. Jetzt Interview lesen!

Viele dieser Probleme haben ihren Ursprung in der mangelnden Transparenz des Mikrofinanzsektors sowie in einem Mangel an Informationen über die unmittelbaren Bedürfnisse der Gemeinschaften und Haushalte. Projekte wie Hedera können daher wichtige Einblicke in den Sektor bieten und einige der potenziellen Nachteile von Mikrofinanzkrediten abmildern.

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23-01-16_Nyasha Bhobo - South Africa - churches after Covid-19

E+Z - 16. Januar 2023 - 2:00
23-01-16_Nyasha Bhobo - South Africa - churches after Covid-19 admin Mo., 16.01.2023 - 11:34 Church administrators are decrying declining numbers of worshippers after Covid-19 pandemic in South Africa Churches Churches in South Africa lose worshippers after pandemic The Covid-19 lockdowns changed behaviour patterns as health experts discouraged physical meetings. In South Africa, going to church is one of the most popular traditions for Christians. 16.01.2023Subsahara-Afrika Heutzutage

Technology allowed online church attendance through platforms such as Zoom and WhatsApp. Now, as the world reintroduces physical meetings, church administrators are decrying low numbers of worshippers.

Church and faith establishments are not only a faith issue, but also an economic enterprises. The country has a very high unemployment rate  which has led to the emergency of “faith entrepreneurs” who use religion to collect money from church attenders. Attracting a large followership means that “pastors” or evangelists of these churches can collect large sums of money from their followers.

During the Covid-19 lockdowns, church business became digitised. Faith entrepreneurs were able to open “Zoom churches”. The venture was very lucrative because the church could hold multiple sessions, have attendees from all over the world and collect money (tithe, offerings) using digital payment platforms.

Congregants quitting their churches

As the pandemic subsides, South Africa’s churches are suffering from a ‘great quitting’, with congregants vanishing from Sunday Zoom church services and quitting their old churches as they get poached by rival congregations.

“I’m a pastor – thanks to the pandemic which is vanishing, the migration from online to offline has led to a ‘great quitting’ of my worshippers,” says pastor Leonard Cele, of the Greater African Boksburg Church in Johannesburg.

“The wave of ‘Zoom churches’ we held in 2020 meant that at the click of a button, my flock could attend five different services from five different churches in a day from their Wi-Fi enabled laptop at home. Now Zoom churches have declined, and 30 % of my flock can’t show up in person back at church. I’m not sure if I have lost them to rival churches or if they have abandoned the faith briefly or completely,” Cele says.

The return to normal after the pandemic has not been an easy transition for people and institutions around the world. New realities created during the pandemic have become a norm that is hard to shake off. For pastors like Cele, the return to normal has brought new challenges. While worshippers could attend multiple events online, this is not possible with physical churches. People now must choose which church to attend.

“It’s a crisis for pastors. There is less money and earnings in tithe if worshippers quit their established churches,” says Kudakwashe Magezi, a poet in Johannesburg.

The harsh Covid-19 lockdown in South Africa saw church services banned alongside other mass gatherings like beerhalls, sports events, and weddings. Churches are a major part of South Africa’s economy as they must pay a tax to the South African Revenue Service (SARS) to operate. Pastors too pay an income tax and make contributions to the Unemployment Insurance Fund (UIF). In 2022, SARS made over 900 million Rand ($ 52 million) from non-compliant churches and luxury car owners after an audit of 33 churches.


Nyasha Bhobo is a freelance writer based in South Africa.
nyashabhobo@gmail.com

Governance Off Off Nyasha Bhobo

is a freelance writer based in South Africa.

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23-01-15_Martin Kämpchen - learning Bengali

E+Z - 15. Januar 2023 - 2:00
23-01-15_Martin Kämpchen - learning Bengali admin So., 15.01.2023 - 02:00 Seit der Schriftsteller Martin Kämpchen Bengalisch spricht, sieht er Indien mit anderen Augen Sprachen Menschen in ihrer Muttersprache verstehen Der Schriftsteller Martin Kämpchen lebt in Shantiniketan, einer kleinen Universitätsstadt in Westbengalen. Seit er in den 1980er- Jahren dort die Landessprache Bengalisch erlernte, sieht er Indien mit anderen Augen. 15.01.2023Südasien Hintergrund Recht

Es dauerte lange, zu lange, bis ich mich entschloss, Bengalisch zu lernen. Nach meinem Studium kam ich als Deutschlehrer nach Kalkutta und dachte, dass ich ein oder zwei Jahre bleibe, bevor ich nach Europa zurückkehren würde. Es kam anders. Drei Jahre unterrichtete ich und entschied dann, ein neues Studium in Chennai (Südindien) zu beginnen. Wieder drei Jahre! Als ich danach mein Studium weiter ausdehnen, eine Forschungsarbeit mit einem Doktorat abschließen wollte, wurde mir deutlich: Jetzt muss ich eine indische Sprache lernen.

Ich wohnte wieder in West-Bengalen, jedoch nicht in Kalkutta, sondern in der kleinen Universitätsstadt Santiniketan, in der der indische Nationaldichter Rabindranath Tagore gelebt hatte. Einen Kurs „Bengalisch für Nichtbengalen“ gab es damals nicht. Also nahm ich einen Privatlehrer.

Besondere Herausforderung

Ich hatte Englisch und Französisch gelernt und bewegte mich in beiden Sprachen nach Aufenthalten in Wisconsin und Paris recht sicher. Doch wurde mir bewusst, dass eine orientalische Sprache zu lernen, selbst innerhalb ihrer eigenen Region, eine besondere Herausforderung war.

Das Bengalische besitzt eine eigene Schrift, die dem Devanagari (in dem Sanskrit und Hindi geschrieben werden) verwandt ist. Diese Schrift bildet manche Vokale dort im Wort ab, wo sie gesprochen werden. Andere stehen aber vor den Konsonanten, hinter denen sie erklingen, und einen Vokal zeigt die Schrift nur am Wortanfang und ansonsten nicht.

Die Syntax unterscheidet sich von der europäischer Sprachen. Verben stehen am Ende der Sätze, und statt Präpositionen werden Postpositionen an Substantive angehängt. Die Sprache unterscheidet nicht nach Geschlecht, wendet aber Höflichkeitsformen, die dem deutschen „Sie“ entsprechen, auch auf abwesende Personen an. Oft wird die Bedeutung eines Wortes nur durch die Stellung im Satz klar. Ich musste also lernen, die Welt mit bislang fremden sprachlichen Differenzierungen zu verstehen, dabei aber zugleich auf vertraute Kategorien zu verzichten.

Überforderter Lehrer

Mein Bengalischlehrer war ein junger Mann mit einem Magisterabschluss in Philosophie, aber ohne Ausbildung als Sprachlehrer. Er dachte wohl: Ich bin Bengale, also kann ich Bengalisch unterrichten. Er beherrschte Grammatik und Syntax intuitiv, wie Menschen das in ihrer Muttersprache generell tun, konnte die Regeln aber nicht erklären.

Mein Lehrer versuchte mich wie einen Sechsjährigen, der in der Schule schreiben lernt, zu unterrichten. Seine pädagogische Ahnungslosigkeit, gepaart mit großem Stolz auf die eigene Sprache, machten mir das Lernen schwer. Obendrein hatte ich die 30 schon überschritten, war also nicht mehr in dem Alter, in dem der Spracherwerb leicht fällt. Hätte ich doch zehn Jahre früher angefangen! Oft war ich entmutigt.

Es gab damals keine Lehrbücher für Menschen wie mich. Mittlerweile gibt es einige Werke, von denen „Complete Bengali“ mit begleitendem Audio-Angebot von William Radice am besten ist. Radice ist Bengalischdozent an der Londoner School of Oriental and Asian Studies und hat sich als Übersetzer einen Namen gemacht.

Eine neue Welt tut sich auf

Sprechen lernte ich schneller als Lesen und Schreiben. Nach wenigen Monaten merkte ich, dass ich mit einfachen Menschen erste, schlichte Kommunikation betreiben konnte. Welch eine Welt tat sich da auf! Mir wurde deutlich bewusst, welche Bedeutung die Muttersprache für Menschen hat – und zwar gerade für jene, die sonst keine Sprachen sprechen und vielleicht auch weder lesen noch schreiben können.

Umgekehrt bleibt unser Wissen über jene, mit denen wir nicht in ihrer Sprache kommunizieren können, recht kümmerlich. Die Muttersprache ist wie eine zweite Haut, oder die Aura der Menschen. Sie zeigt sich erst, wenn wir sprechen, zuhören und antworten.

Westbengalen erschloss sich mir neu, als ich die Gespräche um mich zu verstehen begann. Meine Sympathie für die Armen, Einfachen, schulisch Ungebildeten, Untergebenen und körperlich Arbeitenden bekam kräftigere Farben. Sie reden viel und tauschen sich ständig mit anderen aus. Das Mitteilungsbedürfnis ist groß. Als ich genügend Bengalisch verstand, gliederte sich diese anonyme Menschheit. Nach sechs Jahren Wartezeit lernte ich Indien kennen.

Indien ist in den Dörfern

Mahatma Gandhi hatte gesagt, Indien sei in den Dörfern, also bei den einfachen Menschen. Jetzt spürte ich die Wahrheit dieses Satzes.

Wer mit Menschen aus benachteiligten Schichten arbeiten will, muss ihre Sprache verstehen. Das schafft einerseits Vertrauen, vertieft die Kommunikation und ermöglicht wechselseitiges Verständnis. Wer auf Übersetzungen angewiesen ist, kann dagegen das Gegenüber nicht als „ganzen Menschen“ wahrnehmen, denn nuancierte Äußerungen von Freude, Trauer, Hoffnung und Enttäuschung gehen leicht verloren. Wie nah wir an Menschen herankommen, wenn wir ihre Muttersprache sprechen, wissen wir erst, wenn wir es einmal erfahren haben.

Wer ohne diese Kenntnisse Entwicklungszusammenarbeit betreibt, kann die Zielgruppe nicht direkt erreichen und wird auch die sozioökonomischen Machtverhältnisse nie wirklich verstehen. Das macht dauerhaften Erfolg unwahrscheinlich.

Indien hat 22 offizielle Sprachen. Sie werden vom Staat gefördert, in Schulen unterrichtet, und ihre Literatur wird von der staatlichen Literaturakademie (Sahitya Akademi) unterstützt. Die Muttersprache regiert in den Familien, in den Nachbarschaften, in den Dörfern. Seit ich in Indien lebe, wogt die Diskussion darüber, welchen Stellenwert sie im Bildungssystem einnehmen müsse. Die Einsicht, dass Kinder zunächst in ihrer Muttersprache lernen sollten, hat sich nur langsam durchgesetzt.

Ich unterstütze als Mentor und mit aus Deutschland mobilisierten Spenden die Entwicklungsprojekte eines Selbsthilfeprojekts von zwei Adivasi-Organisationen. Die von ihnen betriebene Grundschule unterrichtet auf Santali, der Muttersprache dieser marginalisierten ethnischen Gruppe. Für Santali-Texte sind in Indien verschiedene Schriften gebräuchlich, in unserer Dorfschule wird das bengalische Alphabet verwendet, weil die Kinder diese Sprache und die dazugehörigen Buchstaben ohnehin lernen müssen.

Dass Adivasi-Kinder in ihrer eigenen Sprache unterrichtet werden, bleibt leider weiterhin die Ausnahme. Andererseits gibt es in den Städten einen starken Trend zu englischsprachigen Privatschulen, sodass auch dort viele Kinder in einer für sie fremden Sprache unterrichtet werden (siehe Box).


Bücher

Kämpchen, M., 2022: Mein Leben in Indien. Ostfildern: Patmos Verlag.

Kämpchen, M., 2020: Indo-German Exchanges in Education. Rabindranath Tagore Meets Paul and Edith Geheeb. New Delhi: Oxford University Press.

Radice, W., 2010: Complete Bengali. London: Teach Yourself Verlag.

Tagore, R., 2015: An den Ufern der Stille. Lyrik. Aus dem Bengalischen übersetzt von Martin Kämpchen, Ostfildern: Patmos.


Martin Kämpchen lebt als Schriftsteller und Literaturübersetzer in Shantikniketan in Westbengalen. In seiner kürzlich erschienen Autobiographie beschreibt er unter anderen seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit zwei Adivasi-Organisationen, die auch der deutsche Verein Freundeskreis Ghosaldanga und Bishnubati unterstützt.
martin.kaempchen2013@gmail.com
https://www.dorfentwicklung-indien.de/home/

 

Governance Off Off Martin Kämpchen

hat zuletzt im Winter 2022/2023 zu E+Z/D+C beigetragen. Er lebt als Schriftsteller und Literaturübersetzer in Shantikniketan in Westbengalen.

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23-01-07_D+C/E+Z - e-Paper-Werbung

E+Z - 14. Januar 2023 - 2:00
23-01-07_D+C/E+Z - e-Paper-Werbung admin Sa., 14.01.2023 - 02:00 Der dauerhafte Wert unseres e-Papers und der Unterschied zum Druckheft D+C/E+Z Wozu unsere Digitale Monatsausgabe gut ist Manchmal werden wir gefragt, wozu wir eine Digitale Monatsausgabe produzieren, ob sie nicht schnell veraltet und wie sie sich vom Druckheft unterscheidet. Hier sind die Antworten. 14.01.2023Weltweit In Kürze

Unsere Digitale Monatsausgabe fasst die Inhalte zusammen, die wir im Laufe von etwa vier Wochen auf unsere Website stellen. Wer sie runterlädt, kann alles in Ruhe offline lesen. Wir gehen davon aus, dass das vor allem für Menschen mit instabiler Internetverbindung hilfreich ist. Um problemlose Downloads zu ermöglichen, haben wir den Datenumfang deutlich reduziert und werden künftig systematisch unter fünf MB bleiben. Weil wir uns auf Themen mit langfristiger Bedeutung konzentrieren, sind die Informationen in unserem e-Paper meist nicht schnell überholt, sondern helfen langsame Entwicklungen zu verstehen.

er die Digitale Monatsausgabe gleich nach der Veröffentlichung liest, findet darin eine ganze Reihe von Beiträgen, die noch nicht auf der Website erschienen sind. Unser Team ist für tagesaktuelle Berichterstattung zu klein, wir achten aber darauf, mindestens sechsmal in der Woche einen neuen Beitrag auf der Website zu posten. Wir veröffentlichen ausschließlich Originalbeiträge, die noch nicht anderswo erschienen sind.

In autoritär regierten Ländern ist es zudem vermutlich weniger riskant, schnell ein PDF herunterzuladen, als längere Zeit auf einer Website zu verbringen, die sich klar für gute Regierungsführung und Menschenrechte ausspricht. Geheimdienste verfolgen zunehmend aufmerksam, was im Internet geschieht, aber einzelne e-Paper ins Visier zu nehmen, ist technisch recht anspruchsvoll.

Unsere Digitalen Monatsausgaben unterscheiden sich von unseren Druckheften, die nur alle zwei Monate erscheinen und nur eine Auswahl unserer Webinhalte enthalten. Früher veröffentlichten wir elf Druckhefte im Jahr, aber Porto-, Papier- und Druckkosten waren teuer – und die Post langsam. Deshalb wurde beschlossen, mehr Inhalte für das Internet zu produzieren und die Frequenz der Printausgaben zu reduzieren.

Allerdings waren unsere Leser den Monatstakt gewohnt, sodass wir sie nun mit zwölf e-Paper im Jahr bedienen. Zugriff auf alte Ausgaben gewährt auf der Website unser Digitales Monatsarchiv. Wenn Sie möchten, können Sie alle seit 2016 erschienenen digitalen Ausgaben kostenfrei herunterladen. Das Archiv dient als langfristige Ressource.

Die neue Digitale Monatsausgabe stellen wir jeweils zum Monatsanfang auf unsere Homepage. Wenn Sie daran erinnert werden wollen, bestellen Sie bitte unseren Newsletter.

Falls Sie sich für das Druckheft interessieren, bekommen Sie hier ein Freiabo.

Nachhaltigkeit Off Off D+C / E+Z
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Nach Sturm auf den Kongress in Brasilien: Lula muss das Land wieder einen

SWP - 13. Januar 2023 - 16:51

Nach dem Sturm radikaler Anhänger des abgewählten Präsidenten Jair Bolsonaro auf das Regierungsviertel in Brasília sind Unterstützer von Präsident Luiz Inácio »Lula« da Silva auf die Straße gegangen. Die Demonstranten fordern »keine Amnestie und kein Verzeihen«. Doch die Strafverfolgung der Bolsonaro-Anhänger kann nur ein Teil der Strategie zur Aufarbeitung der jüngsten Ereignisse sein. Präsident Lula muss weitere Schritte wagen, um sein Land wieder zusammenzuführen.

Die Frage lautet, ob Brasilien vor einem Prozess der weiteren Erosion seiner demokratischen Ordnung steht, nicht weil – wie unter Bolsonaro – aus dem Präsidentenamt heraus die Legitimität der zentralen Institutionen des Landes unterminiert wurde, sondern weil sich große Teile der Bevölkerung abwenden und aus den demokratischen Prozessen ausgeschlossen fühlen. Entscheidend dafür wird sein, ob Lula eine neue Grundlage für ein friedliches Zusammenleben in Brasilien finden und so die Logik des »Wir gegen sie«, den Dauerzustand politischer Mobilisierung und Gegenmobilisierung auflösen kann. Eine akute Herausforderung ist dabei der Einfluss des »Bolsonarismo« auf die Streitkräfte. Lula muss die Loyalität der Sicherheitsorgane zum Präsidenten sicherstellen. Auch könnten die Ereignisse der vergangenen Tage in Teilen der Bevölkerung auf noch vehementere Ablehnung seiner Person als bisher stoßen.

Die Bevölkerung ist stark polarisiert

Die Brücke der Verständigung der beiden Lager ist im Getöse des vergangenen Wahlkampfes vollends eingestürzt. Nun kommt es darauf an, die expansive Tendenz der Polarisierung von der Welt der Politik auf den Bereich der alltäglichen sozialen Beziehungen zu unterbrechen. Mit der bei seiner Amtseinführung verkündeten Versöhnungsinitiative hat Lula sicherlich den richtigen Ton gesetzt. Nach dem Angriff auf den Kongress, den Obersten Gerichtshof und den Regierungssitz ist aber zunächst Aufklärung und Strafverfolgung angesagt, was dem erklärten Ziel der Annäherung zuwiderläuft. Es steht zu befürchten, dass die jüngsten Ereignisse keine einzelne Episode bleiben, wenn die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen keinen Weg finden, um wieder in den Austausch zu treten.

Konkrete Schritte für diesen Weg der Rückführung der Polarisierung sind politische Kompromissbereitschaft und Aufbau des Vertrauens in die öffentlichen Institutionen. Dafür muss Lula die Vorteile der Diversität jener Koalition nutzen, die ihn ins Präsidentenamt getragen hat, indem Dialogbereitschaft und -angebote eben nicht an seine Person gebunden sind, sondern von einer Vielzahl anderer gesellschaftlicher und politischer Akteure vorgetragen werden. Das erfordert vom Präsidenten, seinen Mitstreitern mehr politischen Raum einzuräumen – sei es im Parlament, in dem die Bolsonaro-Anhänger die Mehrheit stellen, oder in der brasilianischen Gesellschaft. Flankiert werden muss dies mit effektiven staatlichen Leistungen im sozialpolitischen Bereich wie auch der Sicherheit, insbesondere in den Großstädten. Allerdings steht Lula hier vor dem Problem, dass die öffentlichen Kassen aufgrund der Wahlkampfgeschenke seines Amtsvorgängers leer sind. Daher muss er mit den Gouverneuren und dem Parlament umgehend Finanzierungsmodelle aufsetzen, um die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten und ihr Gefühl von Sicherheit zu stärken – jenseits dem von Bolsonaro propagierten Recht auf Selbstverteidigung und damit Waffenbesitz.

Der Euphorie nach dem von Lulas Anhängern so gefeierten Amtsantritt am 1. Januar 2023 ist nur wenige Tage später jäh gebremst worden. Die Verteidigung der brasilianischen Demokratie ist an die erste Stelle der politischen Tagesordnung gerückt. Der Präsident und seine Regierung müssen die Polarisierung durch konkrete politische Maßnahmen überwinden. Sollten sich Tendenzen gegenseitiger Ausgrenzung in den nachbarschaftlichen Beziehungen oder sozialen Medien weiter verstetigen und konkurrierende Wertevorstellungen in einem Personenkult manifestieren, ist eine Umkehr nur schwer möglich. Lula hat einige Mittel in der Hand, um sein Land mit Unterstützung einer breiten Koalition und internationalen Partner aus der schwierigen Lage zu manövrieren. Das erfordert aber mehr als die umfassende Aufklärung der Hintergründe des Aufruhrs und die Rückgewinnung nationaler Symbole, wie etwa das gelbe Trikot der »Seleção«, mit dem die Bolsonaristas auch bei den Krawallen ihre Unterstützung zeigten. Gefragt sind konkrete Schritte, die das Zusammenleben wieder möglich machen.

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Germany and Namibia as co-leads for the United Nations: chances and challenges on the road to the 2024 UN Summit of the Future

DIE - 13. Januar 2023 - 15:06

The President of the United Nations General Assembly has appointed the German and Namibian permanent representatives as co-facilitators for the Summit of the Future. The summit is scheduled for September 2024. Its aim is to reinforce the UN and global governance structures to better address old and new challenges. That includes making progress on implementing the sustainable development goals (SDGs) by 2030. Given the current geopolitical tensions, this will be no easy task. At this juncture it is important to get the process off to a good start in order to gather support, generate atten-tion and engender confidence.

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Kampf gegen Folgen von IS-Terror und Klimawandel: Deutschland und Irak arbeiten gut zusammen

SID Blog - 13. Januar 2023 - 12:45
Entwicklungsministerin Schulze trifft Iraks Regierungschef al-Sudani in Berlin

Vor seinem Besuch beim Bundeskanzler hat sich der neue Regierungschef des Irak, Mohammed al-Sudani, heute Morgen mit Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze zu einem Gespräch getroffen. Themen waren die bisherige Zusammenarbeit der beiden Länder sowie die Entwicklungsprioritäten der neuen irakischen Regierung. Das deutsche Entwicklungsministerium unterstützt den Irak beim Wiederaufbau des Landes, bei der Bekämpfung der Folgen des Klimawandels sowie bei der Umstrukturierung der Wirtschaft, um die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die berufliche Bildung, insbesondere für Frauen.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze: „Wir blicken heute gemeinsam zurück auf fast zehn Jahre Bewältigung der IS-Krise und ihrer schrecklichen Folgen. Gleichzeitig blicken wir nach vorne und wollen drohende neue Krisen rechtzeitig verhindern. Dazu gehört ganz besonders der rasant zunehmende Wassermangel infolge des Klimawandels. Dazu gehört aber auch, die Rechte von Frauen und Mädchen zu stärken. Denn das ist nicht nur Kern meiner feministischen Entwicklungspolitik. Es ist auch ein Schlüssel für eine erfolgreiche wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Iraks."  

Aufgrund seines Entwicklungsstandes und seiner großen Öl- und Gasvorkommen ist der Irak  kein klassisches Entwicklungsland. Das Entwicklungsministerium (BMZ) arbeitet jedoch seit 2014 mit dem krisengeschüttelten Land zusammen, um es politisch, sozial und wirtschaftlich zu stabilisieren und Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben zu schaffen. Der Irak zählt daher zu den sogenannten Nexus- und Friedenspartnern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Seit 2014 hat das BMZ 2,1 Mrd. Euro in den Wiederaufbau des Iraks investiert. Dschihadisten des „Islamischen Staat" (IS) und die Aufstände zwischen verschiedenen religiösen Gruppen hatten dem Land großen Schaden zugefügt, seit 2003 der Diktator Saddam Hussein gestürzt wurde und 2011  die amerikanischen Truppen das Land verließen.

So unterstützte das BMZ beispielsweise den Bau einer neuen Universitätsbibliothek in Mossul, nachdem der IS dort einen Großteil der Bücher verbrannt hatte. Auch schafft das BMZ Perspektiven für Menschen, die in ihre Heimat zurückkehren. Zwei deutsche Zentren für Jobs, Migration und Reintegration in Bagdad sowie Erbil bieten Hilfe an bei  Qualifizierung, Unternehmensgründung und bei der Schaffung von Jobs. Rund 45.500 Menschen fanden bisher mit Unterstützung durch das BMZ einen Job, darunter auch 1900 Rückkehrer aus Deutschland. Seit 2014 wurde außerdem die Wasser- und Sanitärversorgung für bis zu 4,5 Mio. Menschen verbessert für 3,9 Mio. Menschen eine Gesundheitsversorgung ermöglicht und für ca. 1,5 Mio. Kinder  Bildungsangebote geschaffen.

Auch konnten mit Unterstützung des BMZ bereits 4,2 Millionen Binnenvertriebene in ihre Heimat zurückkehren. Mehr als sechs Millionen Menschen waren 2014 durch die Terrororganisation IS beziehungsweise als Folge der Kämpfe zwischen IS und irakischen Regierungstruppen vertrieben worden.

Neben der politischen Instabilität durch den islamistischen Terror machen dem Irak die Folgen des Klimawandels schwer zu schaffen. Der Irak gehört zu den Ländern, die weltweit am meisten von Klimawandel betroffen sind. Besonders unter dem rasant zunehmenden Wassermangel leiden immer mehr Menschen. Daher haben Deutschland und der Irak  erst im Dezember ein gemeinsames Projekt zur nachhaltigen Wasserversorgung im Südwesten des Landes unterzeichnet. Hier sollen 130.000 Menschen in der Region Muthanna Zugang zu sauberem Wasser erhalten. Deutschland investiert 62 Mio. Euro, der Irak trägt 14,4 Mio. Euro bei.






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E+Z - 13. Januar 2023 - 11:36
Newsletter admin Fr., 13.01.2023 - 11:37

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Wohin mit dem CO2?

SWP - 13. Januar 2023 - 9:52
EU und Bundesregierung sehen die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid als Chance. Doch die Debatte wird für alle Beteiligten unbequem
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