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Wut, Verzweiflung und Angst - Flucht aus Tigray

Welthungerhilfe - 20. November 2020 - 15:18
Die Lage in Tigray ist äußerst kritisch. In der äthiopischen Region eskalieren die Kämpfe. Viele Menschen sind verzweifelt und flüchten in den Sudan.
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Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt

E+Z - 20. November 2020 - 14:41
KfW Entwicklungsbank unterstützt den One-Health-Ansatz zur Bekämpfung von Zoonosen

Zwei Drittel aller menschlicher Krankheiten sind zoonotischen Ursprungs, neben Covid-19 sind das etwa Ebola, SARS oder MERS. Dies zeigt, dass die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt zusammenhängt. Experten befürchten, dass Zoonosen künftig zunehmen und häufig das Potenzial für Pandemien haben werden. Dem versuchen sie mit der One-Health-Strategie zu begegnen.

Diese geht weit über die reine Prävention von Infektionskrankheiten hinaus und will das Problem bei der Wurzel packen und die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt weltweit verbessern sowie nachhaltige Entwicklung fördern. Dazu konzipieren die One-Health-Akteure sektorübergreifende Maßnahmen, die gezielt Krisen vorbeugen und die Resilienz stärken.

Die KfW Entwicklungsbank trägt nach eigenen Angaben zu dem Ansatz bei, indem ihre Maßnahmen darauf abzielen:

  • die globale Gesundheit und Gesundheitssicherheit nachhaltig zu verbessern und medizinische und soziale Ungleichheiten weltweit abzubauen,
  • die negativen Folgen des Klimawandels und der Erderhitzung auf die Gesundheit zu begrenzen,
  • Biodiversität zu erhalten und natürliche Lebensgrundlagen (Boden, Wald, Wasser) zu bewahren,
  • nachhaltige und gesunde Ernährung der Menschen zu gewährleisten,
  • Trinkwasser- und Sanitärversorgung für alle zu ermöglichen und so Krankheiten vorzubeugen und
  • globale Partnerschaften und One-Health-Netzwerke zu stärken, die Human-, Tier- und Umweltgesundheit verbinden.

Ein Projektbeispiel gibt es in Vietnam, wo die KfW in Zusammenarbeit mit dem WWF Maßnahmen zum Erhalt des Ökosystems „Zentralannamiten“ fördert. Ein großes Problem dort ist Wilderei. Der Konsum von tierischen Produkten (Fleisch, Medizin, Souvenirs) aus der Wildnis ist besonders unter der städtischen Bevölkerung weit verbreitet. So werden illegal erlegte Wildtiere an Marktständen, in Geschäften und Restaurants verkauft. Dies birgt ein hohes Risiko, dass Krankheiten von Wildtieren auf Menschen überspringen.

Das von der KfW geförderte Projekt zielt darauf ab, mehr Waldhüter einzustellen, die verstärkt in den Schutzgebieten patrouillieren und Wildtierfallen aufspüren. Durch die zusätzlichen Kontrollen konnte die Wilderei bereits signifikant eindämmt werden.

Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung von Impfstoffen, Diagnostika und Medikamente gegen neue (zoonotische) Erreger. Die KfW unterstützt deren Entwicklung und Markteinführung über verschiedene Finanzierungsmechanismen, zum Beispiel über den Gesundheitsfonds GHIF und Adjuvant GHTF oder Produktentwicklungspartnerschaften.

Auch die Verbesserung von sicherer Trinkwasser- und Sanitärversorgung in der Demokratischen Republik Kongo betrachtet die KfW als Teil der One-Health-Strategie. Dort finanziert sie Maßnahmen, wie die Errichtung von Zapfstellen und Basissanitäranlagen in öffentlichen Gebäuden, um die Versorgung für die Bewohner der Mittelstädte zu verbessern.

Link
KfW, 2020: One Health: Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt bilden eine Einheit – und beeinflussen nachhaltige Entwicklung.
https://www.kfw-entwicklungsbank.de/PDF/Download-Center/Materialien/2020_Nr.11_One-Health_DE.pdf

Sabine Balk ist Redakteurin von E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit /D+C Development and Cooperation.
euz.editor@dandc.eu

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#PayYourWorkers – Globale Kampagne für faire Löhne in der Textilindustrie

EINEWELTblabla - 20. November 2020 - 13:59

Seit Montag, den 16. November, läuft die internationale Aktionswoche #PayYourWorkers. Die vom Netzwerk Clean Clothes Campaigne (CCC, Kampagne für saubere Kleidung) organisierte Kampagne fordert in erster Linie von allen Bekleidungsunternehmen, Verantwortung für die Löhne der Arbeitnehmer*innen in ihren Lieferketten zu übernehmen.

Pandemie-Notlage nur für Arbeitnehmer*innen

Im August machte die Clean Clothes Campaign bekannt, dass Millionen von Arbeitnehmer*innen in der globalen Textilindustrie während der Covid-19-Pandemie nicht ihren vollen Lohn erhalten oder ihren Arbeitsplatz ohne finanzielle Entschädigung verloren haben. Allein in den ersten drei Monaten der Pandemie berechnete CCC Einbußen zwischen 3,2 und 5,8 Milliarden USD, die Textilarbeiter*innen machten. Vor allem vorgeschriebene Boni und Entschädigungen wurden den Arbeitnehmer*innen vorenthalten.

Große Konzerne machen weiter Gewinne

Während kleinere Modemarken bereits positiv auf den Aufruf von CCC reagiert haben, machen große und einflussreiche Unternehmen weiterhin Gewinne. Vor allem H&M, Primark und Nike haben im vergangen Quartal beträchtliche Gewinne erzielt. Der Primark-Eigentümer „Associated British Foods“ meldete Anfang November einen Gewinn von umgerechnet 1 Milliarde Euro (vor Steuer), die H&M-Gruppe gab einen Gewinn von 2,4 Milliarden Euro für das vergangene Quartal bekannt und Nike meldete einen Nettogewinn von 1,3 Milliarden Euro. Zudem schüttete Nike 325 Millionen Euro Dividende an die Aktionär*innen aus, was einem Anstieg von 11 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Aus diesem Grund richtet sich die Kampagne in dieser Woche vor allem an genau diese Konzerne.

Wie kann ich aktiv werden?

Seit Montag machen weltweit Arbeiter*innen, Gewerkschafter*innen und Aktivist*innen auf diese Notlage aufmerksam. Sicherlich ist es gerade nicht möglich große Protestaktionen in Form von Demonstrationen zu organisieren, jedoch können wir alle ein Zeichen setzen. Unter #payyourworkers könnt ihr die großen Modemarken auffordern, Verantwortung für ihre Lieferketten zu übernehmen und ihre Arbeitnehmer*innen fair zu bezahlen. Beispielhafte Posts, die ihr an H&M, Nike und co. richten könnt, findet ihr hier. Und wenn ihr Lust habt langfristig etwas gegen diese offensichtliche Ungerechtigkeit zu unternehmen, engagiert euch bei CCC und werdet aktiv!

Zum Schluss möchte ich euch noch einen Film vorstellen. „Made in Bangladesh“ wurde gestern Abend, 19.11.2020, live gestreamt und steht weiterhin noch zum Anschauen online. Gegen einen Beitrag von 5 € habt ihr die Möglichkeit, sieben Tage lang auf den Film zuzugreifen und die Situation der Textilarbeiter*innen, um die es in der Kampagne geht, besser zu verstehen:

Shimu, 23, arbeitet in einer Textilfabrik in Dhaka, Bangladesch. Angesichts der harten Arbeitsbedingungen beschlossen sie und ihre Kolleginnen eine Gewerkschaft zu gründen. Dabei wehrt sie sich gegen die Drohungen der Unternehmensleitung und die Uneinigkeit ihres Mannes.

-Selma-

 

Das Beitragsbild ist von CCC.

Der Beitrag #PayYourWorkers – Globale Kampagne für faire Löhne in der Textilindustrie erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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20.11.2020 Europäische Union und Deutschland unterstützen Senegal mit über 200 Millionen Euro

BMZ - 20. November 2020 - 13:00
Die Europäische Union (EU) und Deutschland unterstützen Senegal im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie und stellen dazu 112 Millionen Euro der EU und 100 Millionen Euro aus dem weltweiten Corona-Sofortprogramm Deutschlands bereit. Minister Gerd Müller: "Corona macht viele Fortschritte zunichte: Fast die Hälfte der Bevölkerung ist arbeitslos. Die senegalesische Wirtschaft wird dramatisch schrumpfen. Das ist besonders für viele Mittelständler eine große ...
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20. November 2020

ONE - 20. November 2020 - 11:12

1. Weltkindertag: Bedrückendes Fazit
Der Weltkindertag bietet unter anderem in einem Gastbeitrag von Entwicklungsminister Gerd Müller in der WELT sowie Beiträgen im Tagesspiegel und bei der Deutschen Welle Anlass zur Reflektion. Die Realität sei bedrückend, so Müller. 400 Millionen Kinder wüchsen in extremer Armut auf, 150 Millionen seien zu harter Kinderarbeit gezwungen, 250 000 würden als Kindersoldat*innen missbraucht und täglich würden 25 Kinder getötet oder verstümmelt. Zudem wachse jedes fünfte Kind in Regionen auf, die stark von bewaffneten Konflikten betroffen seien, wie eine kürzlich erschienene Studie der Nichtregierungsorganisation „Save the Children“ zeigt. Die Corona-Pandemie habe zudem den Bildungszugang für jedes dritte Schulkind weltweit, insgesamt also 572 Millionen Kinder, verwehrt. Entwicklungsminister Müller plädiert deshalb dafür, Kinderrechte langfristig zu stärken. Er sehe dabei die Einführung des Lieferkettengesetzes in Deutschland sowie eine verstärkte internationale Zusammenarbeit zwischen Russland, China und den USA als Lösungsansätze.

2. Burkina Faso als nächster politischer Krisenherd?
Wie die Süddeutsche Zeitung und die Tageszeitung (TAZ) melden, werden diesen Sonntag Präsidents- und Parlamentswahlen im westafrikanischen Burkina Faso stattfinden. In dem von Terrorismus geprägten Land sei die Sicherheitslage ein wichtiges Thema. Laut dem UN-Geflüchtetenhilfswerk seien über eine Million der in Burkina Faso lebenden Menschen auf der Flucht. Die Nichtregierungsorganisation ACLED habe in den vergangenen zwölf Monaten 2730 zivile Todesopfer gemeldet. Der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zu Folge sei es in Djibo in den letzten Jahren zu mehreren Massakern gekommen, die von Selbstverteidigungsmilizen ausgingen und sich an Angehörige anderer ethnischer Gruppen richteten. Vor allem die Peul, auch als Fulani bezeichnet, seien davon betroffen und hätten große Angst, was vermutlich zu einer starken Wahlbeteiligung dieser Sprachgruppe führen werde. Zudem sei aufgrund von Schulschließungen fast 200 000 Kindern der Bildungszugang verwehrt worden. Eddie Komboïgo, ein Herausforderer des derzeitigen Amtsinhabers Marc Christian Kaboré, spreche sich für Verhandlungen mit den terroristischen Gruppierungen aus. Letztere seien im Falle Burkina Fasos mehrheitlich Bewohner*innen einer Region, die stark vom Klimawandel, verschlechternden Lebensbedingungen sowie Perspektivenlosigkeit betroffen sei. Noch-Präsident Kaboré weigere sich gegen Gespräche mit den terroristischen Gruppierungen.

3. G20 Gipfel: Forderung nach gemeinsamer Impfstrategie
Vor dem am Wochenende stattfindenden G20-Gipfel fordert die Organisation ONE eine gemeinsame Impfstrategie, wie unter anderem das Handelsblatt und Baden Online berichten. Die wirtschaftlich stärksten Nationen sollen einen fairen und bezahlbaren Impfstoffzugang für alle Länder der Welt sicherstellen. Die Lösung dafür sei die Ausfinanzierung der so genannten Covax-Initiative (Covid-19 Vaccines Global Access), an der bereits über 150 Länder beteiligt seien. Laut ONE benötige die Covax-Initiaitve bis Ende 2021 noch 11 Milliarden US-Dollar.

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Internationaler Tag der Kinderrechte: Recht habt ihr!

Unicef - 20. November 2020 - 10:00
Ob ihr tobt, schwimmt, bastelt, tanzt oder faulenzt: Ihr habt ein Recht auf Freizeit. Ebenso auf Bildung, auf den Zugang zu Medien. Diese und Dutzende andere Kinderrechte garantiert die UN-Kinderrechts-Konvention. Lest hier, was die Rechte für Mädchen und Jungen an anderen Orten der Welt bedeuten.
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Resumen de Comunicaciones – 16-20 de noviembre de 2020

CSO Partnership - 20. November 2020 - 2:29

¿Lo sabías?

Noviembre es el Mes Global de la Solidaridad con el Kurdistán. Este artículo explica por qué la lucha del Kurdistán debería ser una lucha global: https://bit.ly/3pArM7j   

 

¡No te pierdas!

Vea a los miembros de la AOED de nuestras circunscripciones regionales y sectoriales compartir sus mensajes y su visión para la plataforma en 2021, y más allá. Disponible en EN/SP/FR (para los subtítulos, haga clic en el icono ” configuración” en la esquina inferior derecha de la ventana de YouTube) https://bit.ly/32WJjNg  

 

Eventos en línea

Compruebe su hora local: https://www.thetimezoneconverter.com  

  • 23 de noviembre de 2020, 10AM Argentina / 2PM Bélgica / 4PM Kenya / 9PM Filipinas: La AOED y la Cooperación para el Desarrollo de la UE están celebrando un seminario web titulado “Hacia una base de pruebas convincentes para mejorar la eficacia de la cooperación para el desarrollo”. Comienza con sugerencias para modernizar el marco de monitoreo de Busan. Para más información y para inscribirse, visite https://bit.ly/2IyU80w
  • HOY, 20 de noviembre es el Día Global de Acción para el Kurdistán. Las protestas de solidaridad en línea y fuera de línea tienen por objeto amplificar los llamamientos del pueblo del Kurdistán contra el aislamiento, el fascismo y la ocupación, y por la libertad de Abdullah Ocalan. Las declaraciones de solidaridad, mensajes, fotos y videos con llamadas (con los hashtags oficiales #FreeKurdistan y #FreeOcalan) son muy bienvenidos. 
  • 25 de noviembre de 2020, 11AM Argentina/ 3PM Benin / 10PM Hong Kong – La Alianza Internacional de Migrantes liderará una Acción Global en Línea para los Trabajadores Domésticos Migrantes en conmemoración del Día Internacional de la Eliminación de la Violencia contra la Mujer. Más información sobre la inscripción: https://bit.ly/3lJsyfP  
  • Del 23 al 27 de noviembre de 2020, la 13ª edición del Foro de ONG del Mar Negro tendrá lugar en línea: https://bit.ly/32Fpbis  
  • 27 de noviembre de 2020, a las 10AM Argentina/ 2PM Países Bajos / 9PM Filipinas, la Red Internacional de Investigación Popular celebrará un seminario web titulado “Construyendo la Democracia del Pueblo”, centrado en las luchas y soluciones para construir una sociedad democrática que realmente cumpla las aspiraciones del pueblo.  Inscríbase: https://bit.ly/3lGYCBc  
  • Vea el vídeo resumen de la Semana de la Responsabilidad Global 2020, con los aspectos más destacados de la campaña de este año, por el Grupo de Afinidad de Asociaciones Nacionales (AGNA). https://bit.ly/3lJ2Hob  
  • Vea “Defendiendo los derechos en el sudeste asiático en medio de la represión y las crisis económicas y de salud”, un seminario web organizado por IBON International, People Coalition on Food Sovereignty and Reality of Aid Asia Pacific. https://bit.ly/3nzs24v  
  • Vea la discusión de CIVICUS con los Relatores Especiales de la ONU Mary Lawlor, Clement Voule y las organizaciones de la sociedad civil sobre cómo trabajar juntos de manera efectiva para promover y proteger los derechos a la libertad de reunión pacífica, de asociación y los derechos de los defensores de los derechos humanos en África y más allá. https://bit.ly/32T40d3  
  • Seminario web de la Coalición de la Gente sobre Soberanía Alimentaria sobre Asia Meridional, Tierra y Gente: https://bit.ly/3pIp7Zt  

 

Publicaciones/Declaraciones

  • La Confederación Sindical Internacional, como parte del grupo L20 que representa a los trabajadores a nivel del G20, está pidiendo una acción crítica a tiempo para la cumbre del G20 de este fin de semana en Arabia Saudita. https://bit.ly/3fgNXdR  
  • Reality of Aid Asia Pacífico publicó el manual de capacitación del Observatorio de Ayuda a las OSC para 2020: Avanzando en los Derechos Humanos y la Eficacia del Desarrollo para fortalecer las capacidades de las OSC en el monitoreo de la ayuda y la promoción de las alianzas de las OSC hacia un compromiso político basado en pruebas en Asia-Pacífico. Descárguelo aquí: https://bit.ly/35G4CV6  
  • De la Red Árabe de las ONG para el Desarrollo, Trato del siglo: La normalización árabe-israelí y el asedio de Palestina. https://bit.ly/35zFShk  
  • De la CSI: Reformar el multilateralismo para lograr la recuperación sostenible y el trabajo decente. https://bit.ly/3f4ufls   
  • La Alianza ACT participa en la primera revisión regional del Pacto Mundial para la Migración: https://bit.ly/3nvGWc1  
  • La Misión para los Migrantes de Asia y el Pacífico publica una declaración en vídeo de Migrantes y Comunidades de Fe por la Justicia, los Derechos Humanos y la Solidaridad: https://bit.ly/38QCUXI  
  • El indicador de referencia de los derechos humanos de las empresas para 2020 evalúa la divulgación de información sobre derechos humanos de 230 empresas mundiales de cinco sectores que se ha determinado que presentan un alto riesgo de repercusiones negativas en los derechos humanos. https://bit.ly/3kLn2Ix   
  • De ANND: Un rescate del FMI para el Líbano puede empeorar las cosas. https://bit.ly/3nnZ0F4    
  • Coalición de los Pueblos por la Soberanía Alimentaria recapitulación exhaustiva de las actividades realizadas por sus organizaciones miembros participando en la acción mundial para el Día Mundial del Hambre del 16 de octubre de este año. https://bit.ly/3lJyuW9 

 

Convocatoria de proyectos

  • Llamada de resúmenes: Del Grupo de Trabajo sobre Conflicto y Fragilidad: Investigación de políticas sobre la eficacia del desarrollo del triple nexo, fecha límite 30 de noviembre de 2020 (EN/FR/SP): https://bit.ly/3895pzn  
  • CIVICUS está buscando 5 apasionados activistas de base para unirse a un grupo que co-creará e implementará una campaña para abogar por mejores prácticas de recursos para el activismo de base a lo largo de 2021. Solicitar antes del 26 de noviembre de 2020 (EN/FR/SP): https://web.civicus.org/apply 
  • El Proyecto de Justicia Mundial lanzó un llamamiento para presentar una solicitud para el Desafío de la Justicia Mundial 2021 para iniciativas que aborden los desafíos del Estado de Derecho en medio del Covid-19. Solicitar hasta el 11 de diciembre de 2020: https://bit.ly/30Ld5TW  
  • El Foro de ONG del Mar Negro hizo un llamamiento para que se presentaran resúmenes de la serie de artículos “Construir el conocimiento para la cooperación de las OSC en la región del Mar Negro”: 10 artículos sobre temas relacionados con la cooperación regional, el liderazgo de las OSC y la resistencia de las OSC en la región durante las crisis. Solicitar hasta el 15 de diciembre de 2020: https://bit.ly/2HuVJUw   

  

Buena lectura

  • Los recientes acontecimientos en el Consejo de Derechos Humanos de las Naciones Unidas ofrecen nuevas oportunidades para combatir el racismo y la brutalidad policial (EN/SP): https://bit.ly/3pElBPx  
  • Esperanza en el Amazonas: entrevista con Jimmy Piaguaje. https://bit.ly/35Ah2h5   
  • Vea la conversación pública del PNUD sobre el futuro del desarrollo entre Amartya Sen, Premio Nobel y Profesor de Economía y Filosofía, y Achim Steiner, Administrador del PNUD. https://bit.ly/38NUThx  
  • El futuro de la ayuda: Desde la ganadora del Premio Nobel de la Paz Nadia Murad hasta el jefe de la agencia de refugiados de la ONU, Filippo Grandi, más de 20 visiones del humanitarismo del futuro. https://bit.ly/2UAuDPa  
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7. Deutschen SDSN-Versammlung

#HOCHN - 20. November 2020 - 0:00
Am Montag, den 23. November 2020 von 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr findet die 7. Deutsche SDSN-Versammlung mit dem Thema "Noch auf 2030-Kurs? Nachhaltige Entwicklung inmitten von Covid-19 und Geopolitik" statt.

Foto: geralt/Pixabay

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Irans »Blick nach Osten«

SWP - 20. November 2020 - 0:00

Die Islamische Republik Iran hat unter dem Sanktionsdruck der Trump-Administration den »Osten« zur außenpolitischen Priorität erklärt. Im Rahmen einer neuen »Blick-nach-Osten«-Politik sollten die Beziehungen zu asiatischen und eurasischen Großmächten wie Russland, China oder Indien vertieft werden.

An seiner Ostorientierung wird Iran auch unter dem US-Präsidenten Joe Biden festhalten, denn die außenpolitische Schwerpunktverlagerung reicht über kurzfristige Wirtschaftsinteressen hinaus. Teheran sieht in östlichen Partnern das größte Potential, um vom Westen unabhängige Ordnungs­strukturen zu schaffen.

Mittelfristig setzt die Islamische Republik auf eine multipolare Ordnung, in der Regionalmächten eine höhere politische Bedeutung zukommt. Langfristig schwebt Teheran die Vision einer einheitlichen islamischen Gemeinschaft und einer Sphäre islamischer Souveränität vor.

Vor diesem Hintergrund begrüßt die Islamische Republik bedeutende geopolitische Großprojekte in Eurasien, in denen Iran eine zentrale Rolle einnimmt.

Teherans »Blick nach Osten«-Politik geht aber auch mit Kosten einher und stößt vor allem sicherheitspolitisch an enge Grenzen. Noch zeichnen sich keine strategischen Partnerschaften ab, die sich in einer belastbaren Bündnispolitik widerspiegeln würden.

Dennoch müssen sich Deutschland und die EU darauf einstellen, dass der Einfluss eurasischer und asiatischer Akteure, insbesondere Pekings, in Iran steigen wird. Dabei stehen Teherans Beziehungen zu diesen Staaten nicht unter dem Vorbehalt, Menschenrechtsfragen oder die iranische Regionalpolitik zu diskutieren.

Irans Orientierung nach Osten stellt aber noch keine Abkehr vom »Westen« dar. Mit der Umsetzung der »Blick nach Osten«-Politik könnte die Bedeutung Deutschlands und Europas sogar noch zunehmen.

 

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19. November 2020

ONE - 19. November 2020 - 12:32

1. Afrika-EU Partnerschaft: Bilanz für 2020
Daniel Pelz zieht in der Deutschen Welle eine Bilanz zur Partnerschaft zwischen der EU und dem afrikanischen Kontinent. Für 2020 habe die EU ihre Ziele bezüglich einer Zusammenarbeit mit dem afrikanischen Kontinent nicht erreicht. Es sollte eine neue Partnerschaft ausgehandelt werden, ein neues Contonou-Abkommen in Kraft treten sowie ein EU-Afrika-Gipfel stattfinden. Mit der Corona-Pandemie habe Europa den Fokus wieder mehr auf sich selbst gerückt. Zudem herrsche nach wie vor eine große soziale und politische Ungleichheit zwischen den Kontinenten, was eine etwaige Zusammenarbeit negativ beeinflusse. Europa nehme nach wie vor die Rolle des Mentors und Afrika die des Schülers ein, so die nigerianische Forscherin Lynda Iroulo vom GIGA-Institut für Afrika-Studien. Außerdem sei das europäische Migrationssystem von seiner Struktur und seiner Ausführung darauf ausgelegt, Afrikaner*innen auszuschließen, so Iroulo weiter. Für viele Afrikaner*innen sei es unmöglich, auf legalem Wege nach Europa zu kommen – es sei denn, es handele sich um Fachkräfte. Auch in den wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Kontinente äußere sich eine extreme Ungleichheit: Die EU importiere Rohstoffe aus Afrika und exportieren gleichzeitig Industrieprodukte, was zur Folge habe, dass Afrikas Wirtschaft nie aus einer Abhängigkeitsspirale herauskommen könne. “Die Beziehungen zwischen Europa und Afrika brauchen kein ‘Weiter-so’, sondern einen völligen Neustart”, so der deutsche Afrikawissenschaftler Robert Kappel, Autor einer aktuellen Studie zu den EU-Afrika-Beziehungen.

2. Kamerun: Kämpfe gegen Spaltung des Landes dauern an
Henri Fotso und Uta Steinwehr schreiben in der Deutschen Welle, dass in Kamerun ein innenpolitischer Konflikt zwischen der mehrheitlich frankophonen Bevölkerung und der anglophonen Minderheit schon seit Langem anhält. Der englischsprachige Teil des Landes fühle sich marginalisiert und habe vor drei Jahren symbolisch seine Unabhängigkeit ausgerufen. Der Präsident Kameruns, Paul Biya, habe dies – ebenso wie jegliche größere Autonomie der betroffenen Regionen – jedoch abgelehnt. 2016 habe die Zentralregierung geplant, das kamerunische Schul- und Justizsystem ganz zu frankophonisieren, was Proteste der vorwiegend englischsprachigen Bevölkerung ausgelöst habe, auf welche mit Gewalt reagiert wurde. 3000 Menschen habe dies bereits das Leben gekostet und laut dem UN-Geflüchtetenhilfswerk seien über 700 000 Menschen innerhalb Kameruns auf der Flucht. Der Konflikt in den Jahren 2019 und 2020 in Kamerun sei die am meisten vernachlässigte Krise weltweit, so der norwegische Flüchtlingsrat (NRC).

3. ONE fordert Schuldenstopp für ökonomisch unterprivilegierte Länder
Wie unter anderem das Handelsblatt und die Rheinische Post melden, fordert die Organisation ONE einen Schuldenstopp für ökonomisch unterprivilegierte Länder des Globalen Südens. Die vergangene Woche beschlossenen Rahmenbedingungen der G20 für Schuldenerleichterungen seien nicht ausreichend. Aufgrund der Coronakrise seien viele Länder des Globalen Südens gezwungen, sich zwischen Schuldenrückzahlungen und dem Retten von Menschenleben entscheiden zu müssen. Vor diese Wahl sollte kein Land gestellt werden, so ONE Deutschland-Direktor Stephan Exo-Kreischer. Deshalb fordere ONE, dass die Weltbank und private Gläubiger dazu verpflichtet werden, an sämtlichen schuldenlindernden Maßnahmen teilzunehmen. Von den G20, dessen Finanzminister*innen sich am Wochenende zu einem virtuellen Gipfel treffen, fordere ONE, dass sie auf Rückzahlungen von allen Ländern, die von Schuldennotstand bedroht seien, verzichten.

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UNICEF: Eine verlorene Covid-19 Generation verhindern

SID Blog - 19. November 2020 - 12:10
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UNICEF: Eine verlorene Covid-19 Generation verhindern

Aktueller Report / Jede neunte Covid-19-Infektion trifft ein Kind oder einen Jugendlichen

© UNICEF/Panjwani

Köln/New York, 19.11.2020 // UNICEF warnt vor erheblichen und wachsenden negativen Folgen der Covid-19-Pandemie für Kinder. Anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte ruft UNICEF dazu auf, eine verlorene Covid-19-Generation zu verhindern.

In dem Report „Averting a Lost Covid Generation" dokumentiert das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen die schweren Konsequenzen der sich weiter ausbreitenden Pandemie für Kinder weltweit. Während die gesundheitlichen Symptome bei Kindern bislang mild sind, steigen die Infektionszahlen weiter. Die langfristigen Auswirkungen auf Bildung, Ernährung und Wohlbefinden einer ganzen Generation von Kindern und jungen Menschen können deren ganzes Leben nachhaltig prägen.

„Während der Covid-19-Pandemie hält sich bis heute die Vorstellung, dass Kinder kaum von der Krankheit betroffen sind. Nichts könnte weniger zutreffen", erklärte UNICEF Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Kinder können erkranken und das Virus verbreiten. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs der Pandemie. Die Unterbrechung lebenswichtiger Hilfen und Dienstleistungen sowie steigende Armutsraten sind die größten Bedrohungen für Kinder. Je länger die Krise andauert, so gravierender sind ihre Auswirkungen auf Bildung, Gesundheit, Ernährung und Wohlbefinden der Kinder. Die Zukunft einer ganzen Generation ist in Gefahr".

Die Auswertung von Daten aus 87 Ländern, für die entsprechende Informationen vorliegen, zeigt, dass Anfang November elf Prozent der zu diesem Zeitpunkt 25,7 Millionen Covid-19-Infektionen auf Kinder und Heranwachsende unter 20 Jahren entfielen. Dies bedeutet, dass jede neunte Covid-19-Infektion ein Kind oder einen Jugendlichen trifft. Weitere aussagekräftige, nach Alter differenzierte Daten über Infektionen, Todesfälle und Tests sind notwendig, um die Folgen für besonders verletzliche Kinder besser zu verstehen und Maßnahmen zu planen.

Kinder können zwar das Virus untereinander und auf Erwachsene übertragen. Aber es gibt starke Belege dafür, dass bei Beachtung grundlegender Sicherheitsmaßnahmen die Vorteile, Schulen geöffnet zu halten, die Nachteile von Schulschließungen mehr als aufwiegen – so der UNICEF-Bericht. Schulen sind in den Gemeinden nicht die Haupttreiber einer Verbreitung des Virus. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder sich anstecken, ist außerhalb schulischer Zusammenhänge höher.

Die Covid-19-Pandemie und ihre Folgen treffen Kinder schwer 

Die Unterbrechung lebensnotwendiger Gesundheitsversorgung und sozialer Dienste für Kinder stellen die schwerste Bedrohung für Kinder dar. UNICEF-Daten aus 140 Ländern zeigen:

  • Rund ein Drittel der Länder verzeichneten einen Rückgang der Zahl der Kinder, die mit medizinischen Maßnahmen wie Routineimpfungen, ambulanter Behandlung von ansteckenden Infektionskrankheiten sowie durch Betreuungsangebote vor, während und nach der Geburt erreicht werden. Hauptgrund für den Rückgang ist Angst vor Ansteckung.
  • In 135 Ländern werden 40 Prozent weniger Kinder und Frauen durch Ernährungshilfen und entsprechende Beratung erreicht. Ende Oktober erhielten immer noch 265 Millionen Mädchen und Jungen keine Schulspeisungen. Über 250 Millionen Kleinkinder unter fünf Jahren bekommen keine lebenswichtigen Vitamin-A-Tabletten.
  • 65 Länder berichten von einem Rückgang von Hausbesuchen durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Vergleich zum Vorjahr.

Der UNICEF-Report zeigt weitere alarmierende Fakten auf:

  • Im November 2020 sind 572 Millionen Mädchen und Jungen von landesweiten Schulschließungen betroffen – das sind 33 Prozent aller Schülerinnen und Schüler weltweit.
  • Durch die Unterbrechung lebenswichtiger Dienstleistungen und zunehmender Mangelernährung könnten in den kommenden zwölf Monaten zwei Millionen Kinder zusätzlich sterben und die Zahl der Todgeburten um 200.000 zunehmen. 
  • In 2020 werden zusätzlich sechs bis sieben Millionen Kinder unter fünf Jahren an Auszehrung oder akuter Mangelernährung leiden, eine Zunahme um 14 Prozent. Vor allem in den Ländern Afrikas südlich der Sahara und in Südasien werden hierdurch jeden Monat 10.000 Kinder zusätzlich sterben.
  • Weltweit sind bis Mitte des Jahres schätzungsweise 150 Millionen Kinder zusätzlich in mehrdimensionale Armut gerutscht - ohne Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Nahrung, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.

"Wir müssen den Bedürfnissen von Kindern Vorrang einräumen." 

UNICEF ruft Regierungen und Partner dazu auf, alles zu tun, um die Krise zu stoppen, und dafür zu sorgen, dass:

  • alle Kinder lernen können und die digitale Kluft geschlossen wird;
  • der Zugang zu Nahrung und Gesundheitsversorgung gewährleistet ist und Impfungen weltweit bezahlbar und zugänglich sind;
  • die psychische Gesundheit von Kindern und Heranwachsenden unterstützt und geschützt wird. Misshandlung, geschlechtsspezifische Gewalt und Vernachlässigung von Kindern müssen aufhören.
  • der Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Anlagen und Hygiene verbessert und gegen Umweltzerstörung und Klimawandel vorgegangen wird;
  • der Trend zu steigender Kinderarmut umgekehrt wird. Die Erholung von den ökonomischen und sozialen Folgen der Krise muss inklusiv gestaltet sein und darf kein Kind zurücklassen.
  • Schutz und Unterstützung für Kinder und Familien, die in Konflikt- und Krisengebieten leben oder ihre Heimat verlassen mussten, verstärkt wird.

„An diesem internationalen Tag der Kinderrechte rufen wie dazu auf, Kindern zuzuhören und ihren Bedürfnissen Vorrang einzuräumen", sagte Henrietta Fore. „Wenn wir an die Zukunft denken und nach vorne schauen in eine Welt nach der Pandemie, müssen wir als erstes an die Kinder denken."

» Der vollständige, englischsprachige Bericht ist hier auf unserer Webseite verlinkt.


Weltkindertag: Kinder vor gefährlichen Chemikalien schützen

SID Blog - 19. November 2020 - 12:09
Anlässlich des Jahrestages der UN-Kinderrechtskonvention am 20.11.2020 mahnt der World Future Council, dass die in der Konvention verbrieften...

Die Stiftung Word Future Council fordert zum Weltkindertag: Kinder vor schädlichen Chemikalien schützen
Hamburg, 19.11.2020 Anlässlich des Jahrestages der UN-Kinderrechtskonvention am 20.11.2020 mahnt der World Future Council, dass die in der Konvention verbrieften Kinderrechte immer noch nicht überall realisiert werden.  Besonders ist die Gesundheit von Mädchen und Jungen durch Umweltverschmutzung, Klimawandel und gefährlichen Chemikalien gefährdet.
 
Vor 31 Jahren, am 20. November 1989, wurden Kinderrechte erstmals von der Vollversammlung der Vereinten Nationen in der Konvention über die Rechte des Kindes festgeschrieben. Damit ist die Staatengemeinschaft verpflichtet, allen Kindern weltweit die völkerrechtlich verbindlichen Kinderrechte zuzusichern und in Gesundheit, Bildung, Schutz sowie Beteiligung von Kindern zu investieren. Art. 24 der UN-Konvention über die Rechte des Kindes erkennt das Recht auf das Höchstmaß an Gesundheit an.
 
Weltweit gibt es rund 40.000 - 60.000 Chemikalien. Mit manchen dieser Chemikalien kommen wir täglich in Berührung.  Viele von ihnen sind eine Gefahr für Mensch und Umwelt, Kinder und Frauen sind oft besonders betroffen. Besonders problematisch sind Chemikalien, die bei der Herstellung, Verwendung oder Entsorgung in der Nahrungskette und unserem Trinkwasser landen und sich so in unserem Körper ansammeln.  Schutz vor gefährlichen Chemikalien ist daher das Thema des Future Policy Awards 2021!
 
„Wir haben erst kürzlich in einer Studie gesehen, dass ein Fünftel aller untersuchten deutschen Kinder so hohe Konzentration von Perfluoroktansäure im Blut hat, dass wir gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht ausschließen können. Die Chemikalie gehört zu den PFAS, langlebige Chemikalien aus der Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, die zum Beispiel Outdoor-Jacken wasser- und schmutzabweisend machen. Das Beispiel zeigt, dass noch viel beim Umgang mit Chemikalien zu verbessern ist, damit sie ihr Potential zum Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele voll entfalten können", so Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes.
 
„Der World Future Council hat daher seinen renommierten Future Policy Award 2021 dem Thema Schutz vor gefährlichen Chemikalien gewidmet", so Alexandra Wandel, Vorstandsvorsitzende des World Future Councils. „Der Preis zeichnet Gesetze aus, die bessere Lebensbedingungen für heutige und zukünftige Generationen fördern. Wir suchen nach vorbildlichen politischen Maßnahmen, die Mädchen und Jungen vor den Gefahren in Blei in Farbe, in Pestiziden sowie vor ausbeuterischer Arbeit in den Goldminen, wo Quecksilber unsachgemäß verwendet wird, schützen."
 
„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihre Körper reagieren empfindlicher auf Schadstoffe und nehmen diese auch verstärkter auf als Erwachsene. Schon im Mutterleib beginnt die Belastung mit gefährlichen Chemikalien. Kinder haben schwächere Abwehrmechanismen, da sich ihr Körper im Aufbau befindet. Allergien, Wachstumsstörungen, Gehirn- und Nervenschäden, Lernstörungen, geringe IQ Entwicklung oder aggressives Verhalten können die Folgen sein", so Prof. Dr. Michael Otto, Mitgründer und Ehrenratsmitglied des World Future Councils und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Otto GmbH & Co KG. „Hier ist eine gute Chemiekalienpolitik gefragt, und ich freue mich, dass sich der Future Policy Award 2021 dieses Thema annimmt und die Aufmerksamkeit auf die Gesundheit von Kindern lenkt."
 
Hinweis für die Presse: Ein Pressebriefing bei WFC Botschafterin Alexandra von Rehlingen-Prinz und Prof. Dr. Matthias Prinz, Mitglied des Aufsichtsrats wird aufgrund der Coronapandemie auf den 25.1.21 verlegt (Weltbildungstag).
 
Die Stiftung wird bei der 5. Internationalen Konferenz zu Chemikalienmanagement vom 5.-9. Juli 2021 in Bonn den Future Policy Award an die effektivsten Gesetze zum Schutz vor schädlichen Chemikalien vergeben.
 
Der Future Policy Award wird in Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), dem Strategischer Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement (SAICM), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), dem Ausbildungs- und Forschungsinstitut der Vereinten Nationen (UNITAR) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD),  sowie mit Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), des Umweltbundesamts (UBA), der Michael Otto Stiftung und der Jua Foundation verliehen.
 
Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.


  Über die Stiftung World Future Council
Der World Future Council (WFC) verfolgt das Ziel, unseren Kindern und Enkeln einen gesunden, nachhaltigen Planeten mit gerechten und friedlichen Gesellschaften zu übergeben. Um dies zu erreichen, identifizieren, entwickeln, beleuchten und verbreiten wir zukunftsgerechte Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Menschheit und fördern deren Umsetzung weltweit. Der Rat besteht aus 50 internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kultur. Jakob von Uexküll, der Gründer des Alternativen Nobelpreises, hat den World Future Council 2007 ins Leben gerufen. Wir sind als gemeinnützige Stiftung in Hamburg registriert und finanzieren unsere Arbeit über Spenden und institutionelle Partnerschaften. 

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Unterernährt, übergewichtig, vergeudet: Neue Studie zeigt Folgen der Umstellung globaler Ernährungsgewohnheiten über Jahrzehnte

SID Blog - 19. November 2020 - 12:08
Unterernährt, übergewichtig, vergeudet:

Neue Studie zeigt Folgen der Umstellung globaler Ernährungsgewohnheiten über Jahrzehnte

Nur eine Handvoll Reis und Bohnen – ein Teil unserer Welt hungert. Pizza Hawaii und Eiscreme - ein anderer Teil unserer Welt ist übersättigt. Diese Kluft wird sich voraussichtlich vergrößern, während Lebensmittelverschwendung und der Druck auf die Umwelt zunehmen: Das ist das Ergebnis der neuen Studie eines Teams des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen der Umstellung globaler Ernährungsgewohnheiten über Jahrzehnte, von spärlichen, auf Stärke basierenden Mahlzeiten hin zu tierischen Produkten und verarbeiteten Lebensmitteln; ihre Berechnungen fassen erstmals Schätzungen für Unter- und Übergewicht, Ernährungszusammensetzung und Essensabfälle zusammen. Die Ergebnisse sind alarmierend: Bis 2050 könnten mehr als 4 Milliarden Menschen – fast die Hälfte der Weltbevölkerung – übergewichtig sein, davon 1,5 Milliarden fettleibig. Gleichzeitig würden weiterhin 500 Millionen Menschen an Untergewicht leiden.

„Wenn der beobachtete Ernährungswandel weiter anhält, werden wir das Ziel der Vereinten Nationen nicht erreichen, den Hunger weltweit zu besiegen", erklärt Benjamin Bodirsky vom PIK, Hauptautor der in Scientific Reports veröffentlichten Studie. „Gleichzeitig wird unsere Zukunft von Übergewicht und Fettleibigkeit in einem extremen Ausmaß geprägt sein", so Bodirsky. Bis 2050 könnten 45 Prozent der Weltbevölkerung übergewichtig und davon 16 Prozent fettleibig sein – im Vergleich zu etwa 29 und 9 Prozent im Jahr 2010. Diese Entwicklung ist auf die unzureichende globale Verteilung von Nahrungsmitteln zurückzuführen sowie auf die Verlagerung der Ernährung von pflanzlicher, wenig verarbeiteter Kost hin zu unausgewogenen, hochverarbeiteten Speisen; Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte werden durch tierisches Eiweiß, Zucker und Fett verdrängt.

Und das ist noch nicht alles, wie Bodirsky betont: „Die zunehmende Verschwendung von Nahrungsmitteln und der steigende Konsum von tierischem Eiweiß führen dazu, dass wir die Umweltfolgen unseres Agrarsystems nicht mehr beherrschen können. Ob Treibhausgase, Stickstoffverschmutzung oder Entwaldung: Wir gehen an die Belastungsgrenzen unseres Planeten – und darüber hinaus."

Agrarsystem als wesentlicher Faktor für Treibhausgasemissionen

Acker- und Weideland für die Nahrungsmittelerzeugung bedecken rund ein Drittel der globalen Landfläche; unser Ernährungssystem verursacht fast ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen. Die neue Studie zeigt, dass – wenn die derzeitigen Trends anhalten – die weltweite Nachfrage nach Nahrungsmitteln zwischen 2010 und 2050 um etwa 50 Prozent steigen wird, und die Nachfrage nach tierischen Produkten wie Fleisch und Milch wird sich ungefähr verdoppeln – eine Entwicklung, die immer mehr Land erfordern würde.

„Mit der gleichen Landfläche könnten wir aber viel mehr pflanzliche Nahrungsmittel für den Menschen produzieren als tierische", erklärt Ko-Autor Alexander Popp, Leiter der Forschungsgruppe Landnutzungsmanagement am PIK. „Einfach gesagt: Wenn immer mehr Menschen immer mehr Fleisch essen, gibt es weniger pflanzliche Nahrung für die anderen – und wir brauchen mehr Land für die Nahrungsmittelproduktion, was dazu führen kann, dass Wälder abgeholzt werden. Die vermehrte Tierhaltung erhöht in der Folge den Ausstoß von Treibhausgasen."

Globale Nahrungsmittelnachfrage: Verteilung und Bildung als Kernprobleme

Die Studie bietet erstmalig einen konsistenten Langzeitüberblick über einen anhaltenden globalen Ernährungswandel von 1965 bis 2100. Unter Verwendung eines Open-Source-Modells prognostizieren die Forschenden, wie viel des Nahrungsmittelbedarfs auf Faktoren wie Bevölkerungswachstum, Alterungsprozesse, zunehmende Körpergröße, wachsenden Body-Mass-Index, abnehmende körperliche Aktivität und zunehmende Nahrungsmittelabfälle zurückzuführen ist.

Ko-Autor Prajal Pradhan vom PIK erklärt: „Es gibt genug Nahrung auf der Welt – das Problem ist, dass die armen Menschen auf unserem Planeten sich diese nicht leisten können. Und in den reichen Ländern spüren die Menschen die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen der Verschwendung von Nahrungsmitteln nicht." Aber Umverteilung allein würde nicht ausreichen, denn sowohl ärmere als auch reichere Bevölkerungsschichten ernähren sich mangelhaft – es fehlt an Wissen über eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise.

Wie weckt man Appetit auf Veränderung?

„Ungesunde Ernährung ist das weltweit größte Gesundheitsrisiko", erklärt Ko-Autorin Sabine Gabrysch, Leiterin der Forschungsabteilung Klimaresilienz am PIK. „Viele Länder in Asien und Afrika kämpfen derzeit noch mit Unterernährung und den damit verbundenen Gesundheitsproblemen. Gleichzeitig sind sie zunehmend auch mit Übergewicht und in der Folge mit einer steigenden Belastung durch Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs konfrontiert", so Gabrysch. Die neue Studie biete hier wertvolle Orientierung über den möglichen Entwicklungspfad verschiedener Länder und Regionen. Sie könne auch die dringend benötigte proaktive Politik hin zu einer nachhaltigen und gesunden Ernährung befördern.

„Wir brauchen dringend politische Maßnahmen, um eine Ernährungsumgebung zu schaffen, die gesundes Essverhalten fördert", erklärt Gabrysch. „Dazu könnten verbindliche Vorschriften gehören, welche die Werbung für ungesunde Snacks regulieren sowie nachhaltige und gesunde Mahlzeiten in Schulen, Krankenhäusern und Kantinen sicherstellen. Eine stärkere Konzentration auf Ernährungsbildung ist ebenfalls wichtig, von der Früherziehung im Kindergarten bis zur Beratung durch Ärzte und Krankenschwestern. Was wir essen ist von entscheidender Bedeutung – sowohl für unsere eigene Gesundheit als auch für die unseres Planeten."

Artikel: Benjamin Leon Bodirsky, Jan Philipp Dietrich, Eleonora Martinelli, Antonia Stenstad, Prajal Pradhan, Sabine Gabrysch, Abhijeet Mishra, Isabelle Weindl, Chantal Le Mouël, Susanne Rolinski, Lavinia Baumstark, Xiaoxi Wang, Jillian L. Waid, Hermann Lotze‐Campen, Alexander Popp (2020): The ongoing nutrition transition thwarts long-term targets for food security, public health and environmental protection. Scientific Reports. [DOI: 10.1038/s41598-020-75213-3]

Weblink zum Artikel: www.nature.com/articles/s41598-020-75213-3

Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, 18.11.2020


Wer wir sind: Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist eines der weltweit führenden Institute in der Forschung zu globalem Wandel, Klimawirkung und nachhaltiger Entwicklung. Natur- und Sozialwissenschaftler erarbeiten hier interdisziplinäre Einsichten, welche wiederum eine robuste Grundlage für Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft darstellen. Das PIK ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Jeder Sechste hält Ohrfeigen in der Erziehung für angebracht | Aktuelle Studie

SID Blog - 19. November 2020 - 12:07
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Jeder Sechste hält Ohrfeigen in der Erziehung für angebracht

Internationaler Tag der Kinderrechte am 20. November/ Neue repräsentative Studie zu Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten in Deutschland 

Köln/Berlin/Ulm, den 19. November 2020// Vor 20 Jahren, am 8. November 2000, trat in Deutschland das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung in Kraft. Dieser Schritt hat dazu beigetragen, die Einstellungen zu Körperstrafen in der Erziehung zu verändern und körperliche und psychische Gewalt gegen Kinder zurückzudrängen. Doch trotz dieser positiven Entwicklung sehen viele Menschen in Deutschland körperliche Bestrafung weiter als angebracht an.

So ist jeder Zweite noch immer der Auffassung, dass ein Klaps auf den Hintern noch keinem Kind geschadet habe. Jeder Sechste hält es sogar für angebracht, ein Kind zu ohrfeigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm, UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderschutzbund. 

Gemeinsam fordern der Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeut Prof. Dr. Jörg M. Fegert, UNICEF Deutschland und der Deutsche Kinderschutzbund, das Bewusstsein für alltägliche Gewalt gegen Kinder zu schärfen und das Recht auf gewaltfreie Erziehung auf allen Ebenen der Gesellschaft zu stärken und umzusetzen. Insbesondere das Ausmaß und die negativen Folgen psychischer Gewalt gegen Kinder werden bis heute weitgehend unterschätzt.

Seit der Jahrtausendwende ist der Anteil der Menschen, die Gewalt anwenden bzw. als angebracht ansehen, insgesamt gesunken. Gaben in einer Befragung aus dem Jahr 2005 noch rund drei Viertel der Befragten an, einen „Klaps auf den Hintern" als Erziehungsmethode verwendet zu haben, hielten im Jahr 2016 nur noch 44,7 Prozent und im Jahr 2020 nur noch 42,7 Prozent diese Strafe für angebracht. Gaben im Jahr 2005 noch 53,7 Prozent der Befragten an, schon einmal eine „leichte Ohrfeige" als Erziehungsmethode eingesetzt zu haben, hielten dies im Jahr 2016 nur noch 17 Prozent und im Jahr 2020 17,6 Prozent für angebracht. In den Jahren von 2016 bis 2020 stagnierten die Zahlen somit. Die Akzeptanz von körperlicher Bestrafung hat damit ein Plateau erreicht. Insbesondere leichtere Körperstrafen bleiben bei einem erschreckenden Teil der deutschen Bevölkerung weiter verbreitet.

Weitere Ergebnisse der Studie

  • Die Zustimmung zu Körperstrafen bei Kindern ist bei Männern größer als bei Frauen. So stimmen Männer dem Klaps auf den Hintern mit 57,8 Prozent häufiger zu als Frauen mit 47,1 Prozent.
  • Je älter die Befragten sind, desto seltener lehnen sie Körperstrafen ab. So lehnen 55,4 Prozent der Befragten unter 31 Jahren den Klaps auf den Hintern ab, verglichen mit 34,7 Prozent der Befragten über 60 Jahren.
  • Wer Gewalt erfahren hat, akzeptiert sie eher in der Erziehung. Teilnehmende, die selbst als Kind Körperstrafen und emotionale Gewalt erlebt haben, stimmen Körperstrafen in der Erziehung eher zu als Menschen, die ohne Gewalt groß geworden sind. So ist die Wahrscheinlichkeit, der Aussage „Ein Klaps auf den Hintern hat noch keinem Kind geschadet" zuzustimmen, bei der Gruppe, die selbst Körperstrafen in der Kindheit erlebt hat, fast 16-mal so hoch wie bei Menschen, die keine Körperstrafen erlebt haben. Haben sie emotionale Gewalt erfahren, ist die Wahrscheinlichkeit doppelt so hoch. 

„Die Verankerung des Rechts auf gewaltfreie Erziehung hat wesentlich dazu beigetragen, einen neuen Tiefstand bei der Akzeptanz körperlicher Strafen zu erreichen", sagt Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm. „Doch darauf dürfen wir uns nicht ausruhen. Denn noch immer verharmlosen zu viele Menschen körperliche Übergriffe wie Ohrfeigen. Auch psychische Gewalt, die häufigste Form der Misshandlung, wird viel zu häufig tabuisiert. Unsere Gesellschaft muss akzeptieren, dass Gewalt viele Gesichter hat und Kindern immer schadet." 

„Gewalt gegen Kinder, ganz gleich in welcher Form, hinterlässt bei Kindern Spuren und untergräbt ihre Würde", sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Gerade psychische Gewalt bleibt häufig im Verborgenen. Wir müssen das gesellschaftliche Schweigen endlich brechen. Mit unserer Kampagne #NiemalsGewalt möchten wir einen Beitrag zu Prävention und Sensibilisierung leisten." 

„20 Jahre nach der Gesetzesänderung bleiben Herausforderungen", sagt Ekin Deligöz, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes. „Denn das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung geht weit über den Verzicht auf körperliche Bestrafungen hinaus. Es ist eine Frage der gesellschaftlichen Haltung. Die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ist ein längst überfälliger Schritt, um die Rechte der Kinder auf Schutz, Förderung und Beteiligung zu stärken."

Folgende drei Ansätze sind dringend notwendig, um Kinder nachhaltig vor Gewalt zu schützen: 

Kinderrechte stärken: Durch die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz würden Kinder als eigene Träger von Grundrechten gestärkt und die Rahmenbedingungen für einen wirksamen Kinderschutz verbessert. So würden Kinderrechte in Gerichts- und Verwaltungsverfahren konsequenter berücksichtigt und Kinder müssten in Verfahren, die sie betreffen, angehört werden. Darüber hinaus muss die Grundlage für eine flächendeckend bessere Ausstattung der Kinder- und Jugendhilfe geschaffen werden. 

Über das Ausmaß und die Folgen jeglicher Form von Gewalt gegen Kinder aufklären: Dass Gewalt niemals hingenommen werden darf, muss als Daueraufgabe unserer gesamten Gesellschaft etabliert werden. Insbesondere das Bewusstsein für psychische Gewalt und ihre gravierenden Folgen muss geschärft werden. Dazu sind nachhaltige Aufklärungskampagnen und gezielte Prävention notwendig.  

Die Datenlage zu Gewalt gegen Kinder in der Erziehung verbessern: Eine systematische Datenerhebung ist das Fundament für wirksame Prävention und InterventionNur so kann das tatsächliche Ausmaß der Gewalt erkannt werden und Handlungsdruck entstehen.

Hintergrund zur Studie

Im Auftrag von UNICEF Deutschland und dem Kinderschutzbund hat ein Forschungsteam der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm im Frühjahr 2020 2.500 repräsentativ ausgewählte Personen zu ihren Einstellungen zu Körperstrafen in der Erziehung befragt. Die aktuelle Studie baut auf bestehenden Arbeiten zur Akzeptanz von Körperstrafen auf und untersucht, wie sich Einstellungen seit Inkrafttreten des Rechts auf eine gewaltfreie Erziehung im Jahr 2000 verändert haben.

» Die vollständige Studie zu Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten steht hier zur Verfügung.


Niemals Gewalt gegen Kinder: Diese Studie muss uns aufrütteln

Unicef - 19. November 2020 - 11:00
Es ist eine bittere Wahrheit: Für einen Teil der deutschen Bevölkerung ist Gewalt gegen Kinder weiter akzeptabel – das belegt eine neue Studie von UNICEF und Partnern. Doch das Bewusstsein für die oft lebenslangen Folgen von Gewalt wächst.
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Jeder Sechste hält Ohrfeigen in der Erziehung für angebracht

Unicef - 19. November 2020 - 11:00
Vor dem internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November stellt UNICEF zusammen mit dem Deutschen Kinderschutzbund und Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeut Prof. Dr. Jörg M. Fegert eine neue Studie zu Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten in Deutschland vor.
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