Sie sind hier

Ticker

Das Erbe des Kriegs

E+Z - 27. Juli 2020 - 12:27
Friedensarbeit trägt zur Heilung kollektiver Traumata im Libanon bei

Der libanesische Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 hinterließ viele Wunden und eine entlang ihrer Religionsgruppen tief gespaltene Gesellschaft. Nach dem Ende des Bürgerkriegs wurde die Erinnerung an die Vergangenheit drei Jahrzehnte kollektiv verschwiegen. Der Staat hoffte, dadurch ein Gefühl von Normalität herstellen zu können. Während das zunächst den Schmerz betäubte, blieben tiefsitzende Gefühle von Verlust, Scham und Hoffnungslosigkeit bestehen.

Kollektive Opfernarrative wurden nur innerhalb der gespaltenen Bevölkerungsgruppe weitergegeben. In Schulbüchern bleibt die Vergangenheit bis heute tabu und ein breiter öffentlicher Diskurs fand lange nicht statt. Stattdessen dienen Migranten, Geflüchtete und fremde Mächte als Sündenböcke für die schlechte Sicherheitslage und die zum Teil prekären politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Politische Parteien bedienen sich einer Sprache der Angst und des Misstrauens, um das starke Bedürfnis vieler Menschen nach Sicherheit zu manipulieren.

Der landesweite Aufstand, der im Oktober 2019 begann und als Oktoberrevolution bekannt ist, stellt diese Realitäten und fremdbestimmten Identitäten infrage. Demonstrierende verlangten ein Ende von Korruption, Vetternwirtschaft und mangelnder Verantwortung, nachdem die Regierung eine neue Steuer auf Internettelefonie angekündigt hatte. Die Oktoberrevolution führte zum Zerfall der Regierung, das Land stand monatelang am Rande des finanziellen Bankrotts. Die gespaltene Gesellschaft, in der viele so lange geschwiegen hatten, versammelte sich hinter der Forderung nach einem grundlegenden gesellschaftlichen und politischen Wandel. Die Protestierenden rissen die Gesellschaft erstmals seit langem aus dem politischen Tiefschlaf.

Friedensarbeit muss kollektive Traumata berücksichtigen

Gewalttätige Konflikte können ganze Gesellschaften traumatisieren, und diese Traumata werden manchmal von Generation zu Generation weitergegeben (siehe Kasten). Im Libanon sind kollektive Traumata allgegenwärtig. Die Friedenorganisation Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD) wendet in ihren Projekten im Umgang mit der Vergangenheit das Prinzip der Multiperspektivität an. Multiperspektivität geht davon aus, dass Geschichte subjektiv und interpretationsabhängig ist. In Gesprächen über die Vergangenheit entwickeln Menschen ein Verständnis darüber, wie das Erlebte individuelle und kollektive Identitäten prägt; so wird ein Heilungsprozess unterstützt.

In einer Reihe von Trainings mit dem Titel „Memory of War“ reflektierten Friedensaktivisten aus verschiedenen Nachbarschaften über kollektive Identitätsnarrative, die vom Bürgerkrieg geprägt wurden. Vor dem Hintergrund der Oktoberrevolution ging es auch um die Bedeutung eines gesunden Trauerprozesses. Dieser ist eine Grundvoraussetzung dafür, Körper und Geist aus der Starre eines nicht verarbeiteten Traumas zu lösen, das zu kollektiven Gefühlen von Angst und Hoffnungslosigkeit führt. Die Aktivisten schauten sich gegenwärtige Konflikte in ihrem Umfeld durch die Linse der Multiperspektivität an und eigneten sich neue Methoden zum Umgang mit der Vergangenheit an.

ForumZFD unterstützt außerdem Lehrer und Lehrerinnen aus dem ganzen Land und aus allen religiösen Gruppen dabei, die Vergangenheit so zu vermitteln, dass sich die Gräben nicht vertiefen, sondern möglichst schließen. Zusammen mit seiner Partnerorganisation, der Lebanese Association for History, setzt forumZFD kreative Methoden ein, um Lehrer wie Schüler zu motivieren, umstrittene historische Ereignisse und die Erinnerung an die Gewalt in einem anderen Licht zu sehen.

Neben der Multiperspektivität hilft dabei auch der Austausch mit älteren Menschen. Ein Beispiel für den Dialog der Generationen ist das Projekt „From Local History to a Wider Understanding of the Past”. Darin zeichnen Schülerinnen und Schüler die Erinnerungen Älterer an den Bürgerkrieg auf, setzen diese dann künstlerisch um und stellen eine Verbindung zu ihrem eigenen, gegenwärtigen Leben her.

Ein anderer Fokus des forumZFD ist es, Aktivisten über die gesellschaftlichen Gräben hinweg für den Einsatz für Gewaltfreiheit zu mobilisieren. Gemeinsam mit der Partnerorganisation The Lebanese Women Democratic Gathering hat forumZFD die Gründung einer Frauenbewegung aus syrischen und libanesischen Friedensaktivistinnen unterstützt: Nisaa Kaderat (fähige Frauen). In ihrem Gemeindezentrum in Baalbek finden Frauen aller Nationalitäten und Generationen Zuflucht, die aufgrund ihres Geschlechts Gewalt erleben. Mit Hilfe von Methoden der gewaltfreien Kommunikation, des Intergruppen-Dialogs und der psychosozialen Fürsorge begegnen sich die Frauen mit Empathie und setzen sich dabei mit Gefühlen von Einsamkeit, der Opferrolle und mit Scham auseinander.

So wird einerseits die Berücksichtigung kollektiver Traumata in die Konflikttransformation aufgegriffen. Andererseits schaffen Gruppenprozesse eine Atmosphäre der Empathie, in der individuelle Erfahrungen mit Hilfe der Gruppe verarbeitet und Lernprozesse angestoßen werden können. Wenn Konflikttransformation also sensibel mit den psychosozialen Dynamiken kollektiver Traumata umgeht, stärkt sie die Resilienz auf individueller wie gesellschaftlicher Ebene.

Darüber hinaus ist es wichtig, mit Hilfe von Medien, Festivals, Ausstellungen und anderen Kunstformen gemeinsame Narrative der Vergangenheit und der Opferidentitäten zu verwandeln. Diese Ansätze helfen dabei, Feindbilder „des anderen“ abzubauen. Dadurch wächst wiederum der Glaube, dass man selbst etwas bewegen kann, und das hilft, die Hilflosigkeit zu überwinden. Aus Passivität und politischer Apathie können so Ermächtigung und Handlungsfähigkeit werden.

Miriam Modalal ist Projektmanagerin bei forumZFD.
miriam.modalal@gmail.com

Dalilah Reuben-Shemia war Beraterin für Frieden und Konflikte bei forumZFD und forscht zu Gewaltfreiheit.
d.reuben-shemia@posteo.de

Kategorien: Ticker

Empfundene Zusammengehörigkeit

E+Z - 27. Juli 2020 - 11:59
Eine Nation ist nichts Natürliches, sondern eine menschengemachte „imaginäre Gemeinschaft“

Die Schweiz ist dafür ein gutes Beispiel. Ihre Amtssprachen sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Ihre Menschen leben auf verschiedenen Seiten der massivsten natürlichen Grenze, die es in Europa gibt: den Alpen. Die drei Sprachgemeinschaften haben kulturell große Gemeinsamkeiten mit den Nachbarländern, die den Namen ihrer jeweiligen Sprachen tragen. In der Schweiz sind knapp 40 Prozent katholisch, 30 Prozent evangelisch und 20 Prozent konfessionslos. In Europa zeichnet nicht nur besondere Vielfalt  die Schweiz aus, sondern auch besondere Stabilität. Lokale Selbstverwaltung und Unabhängigkeit von Europas Großmächten prägen das nationale Selbstverständnis. Es ist also an die Verfassungsordnung gebunden.

Ein stark ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl schützt vor fragiler Staatlichkeit. Wo Menschen sich der imaginären Schicksalsgemeinschaft einer Nation zugehörig fühlen, sind Gewaltkonflikte weniger wahrscheinlich als da, wo das nicht der Fall ist, sodass Legitimitätskrisen in fürchterliches Blutvergießen ausarten können. Ein abschreckendes Beispiel in Europa war der Zerfall Jugoslawiens in den 1990er Jahren.

Konzeptionell überschneiden sich die Begriffe „Peacebuilding“, „Statebuilding“ und „Nationbuilding“. Denn die gewaltfreie Lösung von Konflikten ist dort wahrscheinlicher, wo der Staat ein Gewaltmonopol innehat und Menschen weniger geneigt sind, zu den Waffen zu greifen, wenn sie sich mit Nation und Staat identifizieren. Nach traumatischen Katastrophen wie Bürgerkrieg oder Diktatur ist alles drei wichtig: Peacebuilding, Statebuilding und Nationbuilding. Da Wechselwirkungen stark sind, ist die Frage müßig, was zuerst kommen soll. Was eine Komponente stärkt, fördert indirekt auch die beiden anderen. Wirklich wichtig ist es, alle drei möglichst schnell voranzubringen.

Wie wir in Ländern mit hohen Einkommen sehen können, können Nationen zwei Arten von Solidarität fordern – erstens die tendenziell aggressive Solidarität gegen Ausländer und andere Nationen und zweitens die defensive Sozialstaats-Solidarität, die vor Armut und Not schützt. Rechtspopulisten verbinden beides heute auf perfide Weise und behaupten, Migranten und andere Minderheiten nutzten soziale Sicherungssysteme aus, die eigentlich Angehörigen der als homogen verstandenen Nation vorbehalten sein sollten. Das Paradox dieses Narrativs ist, dass es nicht eint, sondern spaltet und zugleich Institutionen schwächt.

Traumatisierte Nationen brauchen Versöhnung, nicht Sündenböcke. Nötig sind die Anerkennung der historischen Wahrheit sowie neues Vertrauen, was Institutionen und Rechtssicherheit angeht. Derlei erfordert, dass Menschen sich sicher fühlen. Dass wirkungsvolle soziale Sicherung die Belohnung für den Erfolg einer Nation sei, ist ein Irrtum, denn soziale Sicherheit ist eben auch eine Voraussetzung für empfundene Zusammengehörigkeit. Beim Engagement in Krisenregionen sollte die internationale Staatengemeinschaft nicht nur militärisch verstandene Sicherheit anstreben. Größere soziale Sicherheit würde nämlich sowohl dem Peace- als auch dem Nationbuilding dienen.

 

Kategorien: Ticker

Erster Anlauf gescheitert

E+Z - 27. Juli 2020 - 11:37
Die auf der ersten nationalen Landreformkonferenz Namibias Anfang der 1990er Jahre erarbeitete Politik wurde nie umgesetzt

Die Leitidee war, dass weiße Farmer freiwillig Land an Schwarze verkaufen würden. Angesichts der hohen Landpreise sollten die Transaktionen staatlich subventioniert werden. Obendrein sollte der Staat immer ein Vorkaufsrecht haben, wenn Land zu Verkauf stünde.

Dieses Konzept ging nicht auf. Die Behörden waren langsam und ineffizient. Offiziellen Angaben von 2018 zufolge wurden dem Staat seit 1992 über 8 Millionen Hektar (etwas mehr als ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Privatbesitz) angeboten. Tatsächlich kaufte er davon lediglich 37 Prozent. Der Staat erwarb 496 Agrarbetriebe und teilte sie zur Vergabe auf. Die Statistik zeigt, dass immer noch fast 50 Prozent des Landes Weißen gehören. Die Nachkommen der unter der Kolonialherrschaft Enteigneten sind weiterhin landlos.

Leider besteht Ungleichheit selbst dort fort, wo Land umverteilt wurde. Sie beruht nur jetzt nicht mehr auf der Hautfarbe, denn nun sind politische Kontakte und ethnische Zugehörigkeiten wichtig geworden. Viele Mitglieder der politischen und administrativen Elite wurden auf dem Papier als „ehemals benachteiligt“ eingestuft und dann bei Landumverteilung berücksichtigt. Tatsächlich stammen viele von ihnen aus Nordnamibia. Dort war das Land immer im Besitz der lokalen Gemeinschaften geblieben. Leider konnten Menschen, deren Vorfahren nie enteignet wurden, Land erwerben und wurden dafür auch noch subventioniert. Solcher Grundbesitz gehört heute zu den Statussymbolen der neuen Elite.

Diese fehlgeleitete Landzuweisung ist politisch umstritten. Die Nachkommen der im Kolonialismus enteigneten Gemeinschaften fühlen sich marginalisiert – und das führt zu interethnischen Feindseligkeiten. Ein weiteres Problem ist, dass viele der nichtprivilegierten Umverteilungsbegünstigten von ihrem Land nicht leben können. Da ihnen Kapital und Know-how fehlen, sind sie auf staatliche Hilfe angewiesen.

 

Kategorien: Ticker

Unrecht wiedergutmachen

E+Z - 27. Juli 2020 - 11:24
Zur Wiedergutmachung kolonialer Verbrechen sollte Deutschland Namibias Landrückgabe finanzieren

Amtliche Statistiken dokumentieren die ungleiche Verteilung des Landbesitzes in Namibia: Weniger als 5000 (meist weiße) kommerzielle Farmer besitzen 48 Prozent des Landes. 35 Prozent sind für indigene Gemeinschaften reserviert, und von diesen Flächen hängen über 70 Prozent der Bevölkerung ab. Die übrigen 17 Prozent des Landes gehören dem Staat.

Diese Verteilung entspricht nicht den offiziellen Politikzielen. Die Regierung will eigentlich Land an die Nachkommen der in der Kolonialzeit Enteigneten übertragen. Auf der Agenda stehen die Umsiedlung der indigenen Bevölkerung sowie die freiwillige Abtretung von kommerziell genutztem Agrarland. Passiert ist bisher nicht viel. Land besitzen wie eh und je wenige Privilegierte, zu denen mittlerweile auch Mitglieder der politischen Klasse gehören (siehe Box).

Als ehemalige Kolonialmacht hat Deutschland die Verantwortung, zur Behebung dieses Missverhältnisses beizutragen. Die Machtausübung in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika war äußerst brutal (1884 bis 1915). Weiße wurden ermutigt, Farmen auf indigenem Land zu errichten. Der Widerstand der lokalen Ovaherero- und Nama-Gemeinschaften gegen Zwangsvertreibungen löste den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts aus, der von 1904 bis 1908 andauerte (siehe Joshua Kwesi Aikins im Schwerpunkt des E+Z/D+C e-Paper 2017/11). Die Damara waren ebenfalls betroffen. Überlebende wurden in Lager gesteckt und in Reservate gezwungen. Weiße Grundbesitzer eliminierten auch systematisch die San (Buschleute).

Der Landraub ging weiter, als 1915 Südafrika das Territorium besetzte und 1919 offiziell die Macht übernahm. Afrikaans sprechende weiße Farmer zogen in die „fünfte Provinz“. Bis in die 1960er Jahre wurden indigene Gemeinschaften unter der südafrikanischen Bantustan-Politik vertrieben und umgesiedelt. Für bestimmte ethnische Gruppen gab es euphemistisch als „Stammesgebiete“ bezeichnete Reservate.

Mit der Unabhängigkeit sollte die Würde der schwarzen Gemeinschaften wiederhergestellt werden. 1990 bildete die Befreiungsbewegung South-West Africa People’s Organisation (SWAPO) die neue Regierung einer souveränen Nation. Die Nationale Landkonferenz 1991 war ein vielversprechender Start, änderte aber am Landbesitz wenig. Die geplante Rückgabe an Enteignete scheiterte kläglich. Das Verfahren war langsam und begünstigte oft Akteure mit politischen Kontakten, aber ohne angestammte Ansprüche.

Wegen des Scheiterns gab es im Oktober 2018 eine zweite Landkonferenz, die stärker auf angestammte Ansprüche ausgerichtet war. Im Februar 2019 wurde eine 15-köpfige Kommission für Ahnenland ernannt. Sie empfahl im Dezember 2019, den Enteigneten Vorrang zu geben. Sie hielt fest: „Der Kolonialismus hat die Menschen ihrer Würde, ihrer kulturellen und sonstigen Grundrechte beraubt, und das erfordert dringend systematische Wiedergutmachung.“ Die Kommission schlug vor, „Reparationen der ehemaligen Kolonialmächte“ zu nutzen, um die Landreform zu unterstützen und soziale Gerechtigkeit wiederherzustellen.

Deutschlands Rolle

Die ehemaligen Kolonialmächte sind Deutschland und Südafrika. Sie haben riesigen Schaden angerichtet. Südafrikas Regierung ist allerdings selbst aus einem Freiheitskampf hervorgegangen und übernimmt keine Verpflichtung für das Handeln des früheren Apartheidregime. Das mindert aber selbstverständlich Deutschlands Verantwortung überhaupt nicht.

Von Journalisten gelöchert, räumte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes Mitte 2015 ein, dass die deutsche Kriegsführung in Namibia einem Völkermord gleichgekommen sei. Seitdem verhandeln Deutschland und Namibia über die Aufarbeitung dieses Unrechts. Die Bundesregierung hat keinen Reparationen zugestimmt und vermeidet sogar den Begriff „Reparationen“.

Dennoch verdient der Vorschlag der namibischen Kommission Beachtung. Tatsächlich könnte Deutschland für die Landrückgabe Mittel bereitstellen, die als Kompensationen für Farmer, die ihr Land nicht verkaufen wollen, dienen könnten.

Eine Rechtsgrundlage für eine solche Landumverteilung besteht. Zwar sind laut Namibias Verfassung alle Eigentumstitel, die zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit bestanden, geschützt. Aber Artikel 16 besagt klar: „Der Staat oder eine durch Gesetz ermächtigte zuständige Stelle oder ein durch Gesetz ermächtigtes Organ kann Eigentum im öffentlichen Interesse enteignen, sofern eine gerechte Entschädigung gezahlt wird, wobei Bedingungen und Vorgehen per Parlamentsbeschluss festlegt werden.“ Derartige Gesetze und Vorschriften bestehen, und 2008 legte der Oberste Gerichtshof Richtlinien zur Durchsetzung fest.

Die Finanzierung solch einer Umverteilungs- und Enteignungspolitik wäre ein vernünftiger erster Schritt. Darüber hinaus sollte Deutschland Investitionen in die ländliche Infrastruktur sowie in Agrar-Beratung mitfinanzieren, um die lokalen Gemeinschaften in die Lage zu versetzen, voll von der Umsiedlung zu profitieren. Die namibische Regierung müsste derweil gewährleisten, dass nur Nachkommen der Enteigneten und nicht politische Eliten von der Umverteilung profitieren.

Die Regierungen beider Länder wären gut beraten, solch eine Politik zu vereinbaren. Das würde nicht nur der Aussöhnung Deutschlands und Namibias dienen, sondern auch innerhalb Namibias Versöhnung fördern – zwischen den wirklich Entrechteten und denen, die nur vorgeben, es zu sein. Für Namibia würde das einen Neuanfang bedeuten, der das de­struktive Erbe des ungleichen Landbesitzes überwindet.

Der Begriff „Reparationen“ sollte niemanden abschrecken. Die deutsche Bundesregierung mag sich davor scheuen, weil das als Präzedenzfall für andere ehemalige Kolonialmächte verstanden werden könnte – und diese wollen keine Wiedergutmachung für vergangene Verbrechen zahlen (siehe Kehinde Andrews im Schwerpunkt des E+Z/E+C e-Paper 2017/11). Wie die namibische Ahnenland-Kommission aber richtig konstatiert, wird der Begriff „Reparation“ im internationalen Recht „in einem weiten Sinne verwendet“. Er kann für alles stehen, was dazu dient, „die verschiedenen Arten von Schäden, die Opfer erlitten haben, wiedergutzumachen“.

Land ist Identität, gestohlenes Land ist gestohlene Identität. Eigentumsrechte, die ein nach der kolonialen Landnahme institutionalisiertes Rechtssystem gewährt, mögen zwar gültig sein – aber unfair sind sie in jedem Fall. Das Unrecht der Vergangenheit muss korrigiert werden. Die Gespräche zwischen Deutschland und Namibia bieten dazu eine historische Chance.

Henning Melber ist emeritierter Direktor der Dag Hammarskjöld Stiftung in Uppsala, Schweden, und außerordentlicher Professor an der University of Pretoria und der University of the Free State in Bloemfontein. Er ist seit 1974 Mitglied der SWAPO (South West African People’s Organisation).
henning.melber@nai.uu.se

Kategorien: Ticker

Australische Uni entwickelt ultradünne Solarpaneele, die sich wie Zeitungen drucken lassen

reset - 27. Juli 2020 - 8:05
Billigere und dünnere Solarzellen könnten erneuerbare Energien günstiger gestalten und für mehr Menschen zugänglich machen. Aber sie brächten auch neue Herausforderungen mit sich.
Kategorien: Ticker

Aboud aus Syrien: Musik verbindet

Unicef - 25. Juli 2020 - 9:00
Dies ist die Geschichte über Aboud Kablo, dessen größter Traum es ist, eines Tages ein berühmter Geiger zu werden. Selbst Krieg und Vertreibung konnten ihm diesen Traum nicht nehmen. Und es ist die Geschichte über die Menschen, die Aboud dabei unterstützen, seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.
Kategorien: Ticker

Earth Overshoot Day 2020 am 22. August - mehr als drei Wochen später als im vergangenen Jahr

#2030Agenda.de - 24. Juli 2020 - 20:19

Laut dem Global Footprint Network liegt der Earth Overshoot Day 2020 (Erdüberlastungstag) am 22. August. Damit hat er sich zum ersten Mal seit vielen Jahren nach hinten verschoben.

COVID-19 hat den ökologischen Fußabdruck der Menschheit vorübergehend verringert. Das zeigt: Es ist möglich, den Ressourcenverbrauch innerhalb kurzer Zeit zu verändern. Echte Nachhaltigkeit, die das Wohlergehen aller auf dieser Erde auch langfristig ermöglicht, kann jedoch nur durch Design erreicht werden, nicht durch Desaster.

Kategorien: Ticker

Heard at the 2020 UN High-level Political Forum

Global Policy Watch - 24. Juli 2020 - 19:54

Download UN Monitor #18 (pdf version).

By Barbara Adams, Carter Boyd and Karen Judd

“The world is going through a public health crisis which is turning into a global economic and social crisis. The HLPF is one of the first major intergovernmental meetings with universal participation and broad stakeholder engagement since the onset of the crisis.

“It is critical that the United Nations send a strong message to all people demonstrating that we can forge consensus and give a multilateral response to the COVID-19 pandemic, and that we are committed to rebuilding better after the pandemic, with the 2030 Agenda for Sustainable Development as our roadmap. Countries, societies, youth and the media will all be looking to the United Nations for its guidance.”

How did the 2020 HLPF, which met 7-17 July 2020 in virtual format, respond to these words from the ‘presiding officer’, the President of ECOSOC Mona Juul, who said in her concluding remarks: we “cannot revert to the old normal…normal was part of the problem–all of our discussions have underlined recovery presents a rare opportunity to shape the new normal”.

Here are some of the voices heard at the 2020 HLPF, reverberating around the themes of building back better, leave no one behind, COVID-19, inequalities, data and accountability.

********

Building back better risks going backwards

  • We cannot go back to normal. Normal is what got us into this mess, but also this financial crisis and climate crisis… [and] weakened state capacity after decades of hollowing it out through … austerity, outsourcing, and privatization. — Mariana Mazzucato, UN CDP
  • The reality is that we have a lot of challenges achieving the world we said we wanted in 2015 and we are actually backtracking. We need solutions that include the informal labor sector, debt relief, and agricultural development. — Alice Kalibata, Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA)
  • I’m tired of hearing building back better. What is better? We need to build back differently, with more diversified economies that are greener, more inclusive. Who are we building back better for? Big economies, for profit, and big business, or for sustainable development? – Isabelle Durant, UNCTAD
  • Building back better for SIDS is not going back to what they had. When we were encouraged to diversify our countries and markets, we took what we were really good at and exchanged it for something else, not a true diversification. — Sharon Lindo, Belize
  • To build back better we need to foster an open and innovative dialogue with a comprehensive and inclusive financing for development system to address the challenges MICs are facing. — Philippines
  • …align the build back better principle in the context of sustainable financing strategies through increased liquidity, concessional financing and debt swaps. — Armida Alisjahbana, UN ESCAP
  • As we join online conversations like this, vulnerable populations are not at the table and are unable to participate. To build back better the world must focus on improving digital access, not a digital dream world that excludes those most vulnerable. —Elenita Dano, ETC Group

Leave No One Behind < Addressing inequalities

Leave no-one behind has become the official slogan of the 2030 Agenda and the HLPF. Multiple statements of efforts to be inclusive, while welcome, are pro forma, selective and neglect many disadvantaged groups – and ignore the dynamics, policies and practices that push many behind.

  • Rich countries and corporations are pushing everyone else behind….’leave no one behind’ is SDG-washing. –Winnie Byanyima, UNAIDS
  • Most voluntary national reports [in 2019] mention leave no one behind (45 of the 47) but it’s the depth of that principle we are concerned about with only 7 recognizing what policies might be pushing people behind. — Sakiko Fukuda-Parr, UN CDP
  • When the system fails, we see that those most vulnerable will suffer most. This is why inequality is at the center of the 2030 Agenda. It’s at the intersection of economic, social and environmental constraints. We risk seeing a new generation of inequalities around digitalization and climate change in the European consensus on development. — EU and EU member states
  • This pandemic will result in millions more cases of gender-based violence. We don’t have to let this happen. — Natalia Kanem, UNFPA
  • Latin America is the most unequal region of the world and the efforts made to decrease poverty are now at risk of receding…. The health crisis has shown us that universal access to healthcare services is only part of the challenge. The lack of jobs, gender inequality, lack of social protection systems, education, environmental problems all have a direct impact of increasing the level of poverty worldwide. We believe acting in silos will return us to the ‘business as usual’ scenario…. For Mexico…our priority is to address the needs of vulnerable groups, with more intersectoral and multilateral responses. …In doing so, the government has partnered with the private sector and out civil society. — Camila Zepeda, Mexico
  • We may end up with more inequality…. Gender equality is a prerequisite to build back better. — Erna Solberg, Norway
  • The VNRs show the main strategy of governments to address leaving no one behind is social protection. They stress violence against women but rarely unpaid work and childcare. — Roberto Bissio, Social Watch
  • Young people pointed to the longstanding inequalities among and within countries, as well as continued gender-based violence, ethnic and racial discrimination, xenophobia, homophobia, transphobia and other types of minority targeted policies that contradict values of dignity and human rights. Young people also expressed their need to recognize diversity in languages, cultures, indigenous knowledge and heritages that enrich our humanity. — Jayathma Wickramanayake, S-G’s Envoy on Youth

COVID-19: New crisis or systemic failure?

  • The COVID-19 pandemic actually puts the principles of multilateralism and multi-stakeholderism to the test because the principles, among others talk about the need for a strong public sector, for strong government, and for a strong state. — Geraldine Joslun Fraser-Moleketi, UN CEPA
  • COVID-19 has exacerbated the systemic risks and fragilities in our economic and financial systems and development models. It has also highlighted the cascading impact of disasters crossing economic, social, environmental, dimensions of sustainable development, and affecting all countries, especially developing countries. — Munir Akram, Pakistan
  • Inequality and climate change are driving the agenda backwards – COVID-19 builds on both drivers. – UN CDP Communique
  • The landscape has changed significantly since we last met in 2019, and it is clear that COVID-19 presents a significant challenge to achieving the SDGs. But our message is that we must not be consumed by the challenge alone we must use this as an opportunity to rebuild better. — James Roscoe, UK
  • The COVID-19 pandemic is a global shock that has exacerbated existing challenges and created new vulnerabilities for middle-income countries, setting back progress and development gains made during the past years. Recent data generated by various UN entities and reflected in the S-G Policy Briefs have highlighted that the substantial drop in remittances, loss of full-time employment, loss of employment in the informal sector, debt risks, pressure on health systems and food security due to the pandemic are specifically being felt in, and will acutely impact, middle-income countries. — Philippines
  • COVID-19 comes at a time when we were already off track to deliver on the 2030 Agenda, and at the time when we are backtracking on some issues, including hunger, inequalities, climate change, or biodiversity …. We need to propel our efforts towards first aligning both public and private finance with the SDGs and the Paris Agreement. Second, to promote sustainable investments and shifting finance away from fossil fuel. Third, to invest in the protection of biodiversity and natural ecosystems. And fourth, to strengthen regional and local supply chains while reducing their climate footprints. — Cyrille Pierre, France
  • If one piece fails, negative consequences are felt elsewhere in the whole system…. This time it has been health. Next time, it could be environmental degradation. We have agreed to a set of interlinked SDGs, and it’s an opportunity to address issues in an integrated manner…. when the system fails, we see that those most vulnerable will suffer the most. This is why inequalities are at the center of the 2030 agenda…. We risk seeing a new generation of inequalities around digitalization and climate change. — EU and EU member states
  • COVID-19 has exposed the hardship of the informal economy, care workers and the need for adequate universal social protection. … Respect for workers’ rights must be at the center of the recovery, and that new transformative agenda for gender equality is urgent. Ratification of the new ILO Convention on Violence and Harassment should be a priority. Involvement of trade unions and not only business is required. — Sweden
  • The 2030 Agenda must not be another victim of the COVID-19. — Camila Zepeda, Mexico

Social protection to the fore

  • To leave no one behind after COVID-19, we must ensure access to the health system and social protection as well as the quality food and nutrition for the poor. We must prevent increased prevalence of undernourishment and stunting. The greatest impact is through economic stimulus policy, a strengthened social safety net programme. — Indonesia
  • Underinvestment in social protection has left many homeless. Countries in conflict are already struggling. Lower income countries need USD 50 billion in addition to the USD 100 billion to cope and overcome COVID-19. There is catastrophic destruction of gains made.
    — Rola Dashti, UN ESCWA
  • COVID-19, has exposed the hardship of the informal economy, care workers and the need for adequate universal social protection…. Respect for workers’ rights must be at the center of the recovery, and a new transformative agenda for gender equality is urgent. Ratification of the new ILO Convention on Violence and Harassment should be a priority. Involvement of trade unions and not only business is required… Maybe some global fund for social protection to ensure that you are leaving no one behind. — Sweden

The pandemic and the SDGs put multiple commitments to the test, not least how we measure progress, how we define poverty and how we underplay or ignore potential existential threats and growing inequalities.

Who measures what? What data counts?

  • [There is] limited attention on a need for disaggregated data, where work on reducing inequalities really begins…Two very important goals are going in the wrong direction: Inequality and Climate Change. When they go backwards, they compromise all the other SDGs. – Sakiko Fukuda-Parr, UN CDP
  • We do not have the right indicators – care work implies health and education, thousands of caregivers are dying but as unpaid household workers, not part of GDP – this presents a huge challenge to measure progress another way…. — Roberto Bissio, Social Watch
  • …the importance of changing our classification … if we stay within our traditional sort of GDP per capita definitions of the crisis we will not be addressing the countries. — Vera Songwe, UN ECA
  • Measures for GDP or human development do not tell our story and path. COVID-19 stopped the economy. Decades of global development and progress have been halted…. pay more attention to this notion of vulnerability. It’s not about GDP per capita. What is our capacity to absorb new technology, composition of our population, levels of education and skills that allows us … to really take advantage of the resources that we have? – Marsha Caddle, Barbados
  • Getting the data right to guide policy responses will have life and death implications in this crisis and will support the SDG acceleration efforts over the coming decade. Therefore, investing into good, timely and disaggregated data and data and innovation at this point is urgently needed. — Stefan Schweinfest, UN DESA
  • [Data gaps] include new and emerging vulnerabilities, along with what we already typify as being risky poverty categories. We have to examine these, including workers who have lost their jobs in this experience, who already were precariously close, and those with low wages and as involuntary returned migrants and migrant workers. –Rochelle Whyte, Jamaica
  • Education and the digital divide. Those without access have no access to schooling, this is a new educational divide. The ‘digital equality paradox’ means more people are more excluded. Digital technology doesn’t give us more equal access but furthers the divide. –Anriette Esterhuysen, Internet Governance Forum, South Africa

Partnerships?

  • The partnerships that we do remain very critical. We need to strengthen the partnerships across governments and between governments, private sector development, foundations. Partnerships are going to need to be very structured. They need to be timely, very purposeful and sustained over the short to the medium term. — Rochelle Whyte, Jamaica
  • Business can and should play a major role in reinvigorating multilateralism through inclusive business models and by demonstrating ethical leadership and good governance. … Never before did so many different stakeholders, including business, have a seat at the table. The resulting SDGs offer companies a powerful blueprint for societal transformation and for business benefit… Growing numbers of companies awakening to the importance of responsible business…. — Sandra Ojiambo, UN Global Compact
  • It is interesting to see that year after year the level of trust in governments and established institutions like church and media, et cetera, is decreasing whereas the expectations they are expressing with respect to companies and NGOs are increasing. …Brands are now confronted with questions that … touch upon very critical topics of living together, of society, of addressing common global challenges, racial injustice, social injustice, black lives matter. …they realize that they don’t have the level of trust and legitimacy to advise on policies and therefore they need partnerships with those entitled to have a view… And this is why partnerships, public-private partnerships are so essential. — Stephan Loerke, World Federation of Advertisers
  • In the post COVID-19 world, opportunistic multilateralism is just not good enough. Holistic and inclusive multilateralism at the UN is a vital component of a people-centric approach whereby international norms in relation to fair trade, sustainable development and human rights are given equal precedence to other global priorities….Civil society plays a key role in making people’s voices count and ensuring no one is left behind. Enabling an environment for civil society where civic freedoms are respected are crucial to realizing the promise of the UN Charter. We look to the UN to protect and promote the rights of civil society, to maximize their contribution to peace, security and development. — Julia Sanchez, Civicus

Policies, reporting and accountability don’t end at the border

  • COVID-19 exposed the limits and risks of the current markets and supply chains; risks of deepening the digital divide; environmental breathing space; momentum for debt forgiveness; and stresses how much we depend on each other and what we can do if we coordinate action. — Isabelle Durant, UNCTAD
  • We need a complete paradigm shift and a transformation…. we need to keep linking climate change, the biodiversity and the land degradation together. That is the heart of the sustainable development goals. — Yasmine Fouad, Egypt
  • No country is on its own. Africa as a continent is affected by global imperatives, good or not … Resilience alone without a holistic approach to well-being and broader development needs is counter-productive. — Ibrahim Mayaki, NEPAD
  • Many countries lack universal health care and social protection systems though it is these situations that lead to a route back to social/economic inclusion…. we need a fundamental post pandemic review of fiscal policy, an international commission on fiscal policy for SDGs to improve progressivity of wealth including taxes and strengthen social health and protection systems. The current system undermines our ability to achieve the SDGs. – Paul Ladd, UNRISD
  • … universal Social Security and service systems and good educational opportunities for all are the key in preventing exclusion and before anybody has even time to think about the cost. Let me underline that this goes hand-in-hand with a broad based and effective tax system. — Sofie Sandström, Finland
  • Young people see the start of the Decade of Action as an opportunity to stop, to rethink or to dismantle systems of oppression, realign our values and enact meaningful structural reforms which will put in place the proper mechanisms to galvanize the UN Member States, private sector and civil society….Our main message across the board was that there must be no going back to normal….Many young people feel that the needs and rights of marginalized groups should be better represented given their unique vulnerabilities.
    — Jayathma Wickramanayake, S-G’s Envoy on Youth

********

The HLPF continues to be among the most attended of all UN meetings, with broad participation from civil society and the corporate sector along with Member States. However, the quantity in participation has not been matched by the quality of policy commitments and actions from Member States to ensure the transformation needed.

Most Member States reporting on their progress to achieve the SDGs including in the VNRs focus exclusively on their domestic efforts and ignore their cross-border and global responsibilities. This is misleading in light of climate change, rising inequalities, debt crises, global pandemics, and the drivers of these challenges lie more heavily with the major economic players, public and private, while “those left behind” have little means of protection with the current rules of the multilateral game.

Member States have it in their power to correct these weaknesses by transforming the UN from a stage on which to perform to a political space in which to be held accountable.

The post Heard at the 2020 UN High-level Political Forum appeared first on Global Policy Watch.

Kategorien: english, Ticker

Der Klimawandel in Bildern — Warum Foto nicht gleich Foto ist

EINEWELTblabla - 24. Juli 2020 - 14:15

Klimawandel. Ein Wort, das bedrohlich über unserer Welt zu schweben scheint und gegen das gefühlt tausend kleine Lösungen existieren, aber keine davon auszureichen scheint. Ein Wort, zu dem uns traurige Bilder von Eisbären auf Eisschollen allein im Meer und verdorrte Felder in den Kopf kommen. Oder? Steckt nicht eigentlich noch viel mehr dahinter?

Bilder der Klimakrise

Climate Visuals, ein Projekt der europäischen NGO Climate Outreach, hat sich zum Ziel gesetzt, den Klimawandel mit realen Bildern zu zeigen. Diese sind größtenteils frei verfügbar unter Creative Commons-Recht. Dabei geht es den Fotograf*innen darum, das Thema so in den Medien darzustellen, dass sich Menschen davon angesprochen fühlen und weiter damit beschäftigen wollen.

Die Fotograf*innen und Forscher*innen von Climate Visuals warnen beispielsweise davor, zu dramatische Bilder zu verwenden. Auf dieser Webseite gibt es deshalb zu jedem Bild eine genaue Beschreibung, wer und was zu sehen ist und unter welchen Umständen das Bild aufgenommen wurde. Bilder aus verschiedenen Kategorien werden gezeigt, so zum Beispiel emotionale Bilder von Binnengeflüchteten, die aufgrund der Klimakrise ihren Heimatort verlassen mussten. Aber auch Fotos konkreter Lösungen zu Klimaproblemen, wie beispielsweise Bilder von neu gepflanzten Bäumen, Solaranlagen oder Plastikrecycling und viele mehr sind auf der Seite zu finden.

Sieben Grundprinzipien der Klimakrisen-Fotografie

Die Bilder stammen aus verschiedenen Quellen, haben aber eines gemeinsam: Sie entsprechen den sieben Grundprinzipien der Klimakrisen-Fotografie, die aus einem bisher einmaligen Forschungsprojekt in den USA, Deutschland und dem Vereinigten Königreich zur Wirkung von Klimawandelbildern abgeleitet wurden. Hier werden diese kurz erläutert, übersetzt aus diesem Dokument:

1. Zeige reale Personen, keine gestellten Szenen
Die Studie zeigte deutlich, dass Teilnehmer*innen reale Situationen den gestellten Bildern vorziehen. Letztere wurden häufig als übertrieben oder gar manipulativ wahrgenommen.

2. Erzähle neue Geschichten
Kommen wir nochmal zu dem bereits erwähnten Eisbärfoto. Natürlich reagiert der/die Ansehende darauf, jedoch hat sich gezeigt, dass „klassische“ Bilder weniger den Diskurs über das Thema fördern und leichter zu Genervtsein führen. Bilder, durch die nicht direkt ersichtlich ist, inwiefern sie konkret mit Klimawandel zu tun haben, erregen Interesse und fördern den Diskurs.

3. Zeige die Ursachen des Klimawandels in ihrem ganzen Ausmaß
Oftmals wird die Verbindung zwischen dem eigenen Verhalten und dem Klimawandel nur bedingt verstanden. Dieses Forschungsprojekt hat gezeigt, dass Menschen den Zusammenhang tendenziell besser nachvollziehen können, wenn das Gesamtausmaß klar wird, also beispielsweise eine volle Autobahn statt eines einzelnen Fahrers gezeigt wird. 

4. Klimawandelauswirkungen sind stark emotional
Bilder der Auswirkungen des Klimawandels riefen deutlich stärkere Reaktionen hervor als solche von Lösungen oder Ursachen. Sie können jedoch auch leicht emotional überfordern, weshalb eine Kombination mit den Lösungen oder Ursachen vielleicht ein guter Ansatz sein könnte.  

5. Zeige lokale (aber ernste) Klimawandelauswirkungen
Der Bezug zu einzelnen, persönlichen Situationen, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden, sollte durch das Bild klar werden. Doch das Ausmaß sollte dadurch nicht vernachlässigt werden. Es ist also ähnlich wie bei Punkt 3 ein Mittelweg zwischen Einzelschicksalen und den großen Auswirkungen zu suchen.

6. Vorsicht mit Protestbildern
Dieser Punkt ist besonders interessant: Unter den Teilnehmenden wurden Protestbilder als besonders negativ wahrgenommen. Bilder „typischer, westlicher Umweltaktivist*innen“ riefen nur bei solchen Personen Interesse und Stoff für Diskussionen, die sich selbst als Umweltaktivist*innen bezeichnen. Sind jedoch protestierende Personen zu sehen, die direkt vom Klimawandel betroffen sind und meist im Globalen Süden leben, so war die Reaktion positiver.

7. Verstehe deine Zielgruppe
Natürlich hängen die Reaktionen auf die Bilder von der vorherigen Einstellung zum Klimawandel ab. Dabei wird grundsätzlich festgestellt, dass Personen aus dem politisch rechten Spektrum  skeptischer auf Themen der Klimakrise reagieren. So werden Bilder von indirekten Klimawandelauswirkungen beispielsweise von politisch rechteren Personen deutlich weniger emotional bewertet, während konkrete praktische Lösungen zum Klimawandel (z.B. Bilder von isolierten Häusern) in dieser Gruppe fast durchgehend positive Bewertungen zeigten. 

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie findet ihr hier.

Klimawandel verbildlichen, aber bitte ohne Stereotype

Spannend also, wie einzelne Bilder schon verschiedene Botschaften vermitteln! All das heißt natürlich nicht, dass man nur noch Bilder nach diesen sieben Standards auswählen sollte. Insbesondere die Tatsache, dass besonders Bilder betroffener Menschen des Globalen Südens positive Wirkung zeigen, sollte nicht heißen, dass nur noch Menschen aus diesen Herkunftsstaaten gezeigt werden, da dies das Thema ebenfalls abstrahieren würde.

Doch die Studie gibt Aufschluss darüber, wie das Thema Klimawandel generell in den Köpfen der Menschen visualisiert ist, welche Stereotype dazu existieren — und wie weiterhin ein Diskurs zum Thema aufrechterhalten werden kann. Außerdem liefern die Bilder allerhand Gesprächsstoff, neue Erkenntnisse und sind teilweise schlichtweg faszinierend.

Einen ähnlichen Ansatz gibt es auch zum Thema weltweite Einkommensungleichheit: Wenn ihr diese in Fotos sehen möchtet, dann schaut doch mal in diesem Beitrag zum Projekt „Dollar Street“ nach. Auch diese Bilder regen ein Auseinandersetzen mit dem Thema an und zeigen es aus einer persönlichen, spannenden Perspektive.  

Photo Credit: ©2016CIAT/GeorginaSmith

Der Beitrag Der Klimawandel in Bildern — Warum Foto nicht gleich Foto ist erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

„Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern haben endlich die Chance auf einen Neuanfang“

Unicef - 24. Juli 2020 - 13:00
Zur Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Kindern und ihren Familien aus den griechischen Flüchtlingslagern in Deutschland, ein Statement von Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.
Kategorien: Ticker

24. Juli 2020

ONE - 24. Juli 2020 - 11:01

1. Grundeinkommen für die Ärmsten
Viele Medien, darunter Spiegel, das Handelsblatt, die Tagsezeitung (taz), das Redaktionsnetzwerk Deutschland und Zeit Online melden, dass das UN-Entwicklungsprogramm UNDP ein temporäres Grundeinkommen für die Menschen vorschlägt, die besonders von Armut betroffen sind. Dies beträfe etwa 2,7 Milliarden Menschen in 132 Entwicklungsländern. Das Grundeinkommen solle diesen Menschen erlauben, während der Corona-Pandemie zu Hause zu bleiben und so die Verbreitung des Virus bremsen. Die Kosten dafür velaufen sich auf monatlich rund 199 Milliarden US-Dollar.  UNDP-Chef Achim Steiner schlägt eine Umwidmung von Schuldendienstleistungen vor, um das Grundeinkommen zu finanzieren. Insgesamt werden Entwicklungs- und Schwellenländer alleine in diesem Jahr 3,1 Billionen US-Dollar dafür aufwenden, Schulden zurückzuzahlen, so die UNDP. Auch UN-Generalsekretär António Guterres habe sich für einen umfassenden Schuldenstillstand für Entwicklungsländer ausgesprochen, damit diese die Gelder umgehend für die Bekämpfung der Pandmie verwenden können.

2. Corona trifft Entwicklungsländer härter als Finanzkrise 2008/2009
Das kirchliche Hilswerk Misereor warnt davor, dass der weltweite Hunger durch die Corona-Pandemie einerseits und den Klimawandel andererseits verschärft wird, meldet die Deutsche Welle. In Afrika und Asien habe der Lockdown größere Folgen als das Virus selbst. Die Situation am Arbeitsmarkt verschärfe sich, Lieferketten werden unterbrochen und so entstehen Versorgungsengpässe. Besorgnis erregend sei die Gesundheitsversorgung in einigen Ländern. So existiere im Südsudan keine einzige Intensivstation, sagt Pirmin Spiegel, Misereor-Hauptgeschäftsführer. Laut Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, treffe die Corona-Pandmie die Entwicklungsländer härter als die Finanzkrise 2008/2009. Von den 750 Milliarden Euro, die die EU zusätzlich zur Bewätligung der Pandemie aufwenden wolle, fließen lediglich eine Milliarde Euro in Entwicklungsländer. Dies sei „ernüchternd“, urteilt der Vorsitzende der Katholischen Zentralstelle für Entwicklungszusammenarbeit Karl Jüsten.

3. WTO-Chef fordert mehr Solidarität
Roberto Azevêdo, der scheidende Direktor der Welthandelsorganisation (WTO), empfiehlt seiner Nachfolge, den WTO-Mitgliedsländern deutlich zu machen, dass sie schnell handeln müssen, meldet das Handelsblatt. Die gegenwärtige Corona-Pandemie habe „die größte Rezession in Friedenszeiten“ verursacht. Die Länder müssten dem Reflex widerstehen, zuerst nur an sich selbst zu denken und ein System finden, in dem alle unterstützt werden.

 

 

The post 24. Juli 2020 appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

Is a More Democratic Internet possible?

GIGA Event - 24. Juli 2020 - 8:51
Lectures and discussion | Online event Online event GIGA Forum Referent*innen Dr. Rudolf Gridl (Federal Ministry for Economic Affairs and Energy), Dr. Julia Pohle (Berlin Social Science Center), Prof. Dr. Bert Hoffmann (GIGA) Forschungsschwerpunkte Politische Verantwortlichkeit und Partizipation Macht und Ideen Anmeldung erforderlich

UNDP fordert befristetes Grundeinkommen zum Schutz der Ärmsten

#2030Agenda.de - 23. Juli 2020 - 20:18

Die sofortige Einführung eines befristeten Grundeinkommens (Temporary Basic Income) für die Ärmsten der Welt könnte den derzeitigen Anstieg der COVID-19-Fälle verlangsamen, da fast drei Milliarden Menschen zu Hause bleiben könnten, so ein am 23.07.2020 veröffentlichter Bericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP).

Der Bericht, Temporary Basic Income: Protecting Poor and Vulnerable People in Developing Countries schätzt, dass die Bereitstellung eines zeitlich begrenzten, garantierten Grundeinkommens für die 2,7 Milliarden Menschen, die in 132 Entwicklungsländern unter oder knapp über der Armutsgrenze leben, Kosten in Höhe von 199 Milliarden Dollar pro Monat verursachen würde.

Kategorien: Ticker

Digitales HLPF 2020: Chance vertan

VENRO - 23. Juli 2020 - 16:05

Vergangenen Freitag ging das erste virtuelle High-level Political Forum zur Überprüfung der Agenda 2030 zu Ende. Die Interimssprecher_innen unserer AG Agenda 2030, Mira Ballmaier und Dr. Jürgen Focke, ziehen aus zivilgesellschaftlicher Sicht eine ernüchterte Bilanz.

Aufgrund der Corona-Pandemie fand das diesjährige Format des High-level Poltical Forums der Vereinten Nationen (HLPF)  zum ersten Mal in rein virtueller Form statt. Vom 7. bis 17. Juli versammelte sich die internationale Staatengemeinschaft unter dem Motto „Building Back Better“ daher vor dem eigenen Bildschirm, um adäquate Antworten auf die Corona-Krise zu finden und bei der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele nicht noch weiter zurückzufallen.

Durch das digitale Format bot sich dieses Jahr die Chance, das HLPF tatsächlich an Menschen auszurichten und bestehende Ungleichheiten in Bezug auf finanzielle und personelle Ressourcen, Reisebestimmungen, Barrierefreiheit oder Geographie zu überwinden und Formate zu entwickeln, die ressourcenschonend bei künftigen Sitzungen der Vereinten Nationen genutzt werden können. War dies insbesondere für kleinere NGO aus dem Globalen Süden in der Vergangenheit oft ein Spagat, konnte man plötzlich aus dem eigenen Wohnzimmer am HLPF teilnehmen. Das freut auch den ökologischen Fußabdruck des Events.

Dies, so scheint es nach Ende der zehntägigen offiziellen Sessions und Side-Events, ist allerdings der einzige Grund zur Freude.

Keine politische Beteiligung an Side-Events

Denn das HLPF 2020 hat es nicht geschafft, Politik und Zivilgesellschaft an einen Tisch zu bringen. Stattdessen gab es offizielle Sessions, die man zwar im Live-Stream über UN-TV verfolgen konnte; doch die oft bereits im Vorfeld aufgenommenen Statements sowie ebenfalls vorher aufgenommenen Antworten auf mögliche Rückfragen erstickten den Dialog mit anderen Stakeholdern mitunter schon im Keim. So verzichtete beispielsweise Deutschland aufgrund des vorgegebenen Prozederes auf eine geplante Kommentierung des Voluntary National Report (VNR) Marokkos zu deren Fortschritten in der Umsetzung der Agenda 2030.

Abseits dieser Themenblöcke vermisste man oft jegliche hochrangige politische Beteiligung bei den zahlreich angebotenen Side-Events, die nur selten in einem Zusammenhang mit den am Sitzungstag behandelten Schwerpunktthemen standen. So führten die „Seiten-Veranstaltungen“ eher ein Nischendasein, obwohl die Themen häufig näher an den tatsächlichen Herausforderungen der Agenda 2030 waren, als die feingeschliffenen Reden der Politik. Das virtuelle HLPF hat dadurch eine Parallelstruktur gefestigt, deren Entstehung sich bereits in den letzten Jahren abgezeichnet hat. Doch ohne einen gemeinsamen Ort des Geschehens, ohne die Möglichkeit zu kritischen Rückfragen an politische Entscheidungsträger_innen, ohne vertiefte Gespräche bei einer Tasse Kaffee nach der Veranstaltung, ohne sichtbare Rechenschaftspflicht fühlte sich die vormalige Distanz nun an wie Einsamkeit.

Deutsche Delegation überrascht negativ

Ebenfalls bezeichnend für das eingeschränkte Engagement der Mitgliedsstaaten beim diesjährigen HLPF war, dass die Ministererklärung nicht wie geplant verabschiedet werden konnte. Deutliche Worte der Kritik fand dazu auch die Präsidentin des Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC), Mona Juul.

Auch die deutsche Delegation hat diesem Gefühl nicht entscheidend entgegengewirkt, in dem Schwerpunkte und ihre Zielsetzung für das diesjährige HLPF weitestgehend unbekannt blieben. Dies hat negativ überrascht. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem Deutschland den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat übernommen hatte und durch eine koordinierte Vorgehensweise das eigene Profil unter Beweis hätte stellen können. Hier wurde eine Chance vertan.

Schon die nationale Vorbereitungskonferenz war aufgrund der Pandemie in ihrem erst zweiten Jahr alternativlos abgesagt worden. Insbesondere mit Blick auf den 2021 geplanten deutschen Voluntary National Report darf das nicht zur Gewohnheit werden. Um die Agenda 2030 in, mit und durch Deutschland wirkungsvoll umzusetzen und die gegebenen Versprechen nicht in Schall und Rauch aufgehen zu lassen, muss die Zusammenarbeit und Transparenz gegenüber der Zivilgesellschaft deutlich erhöht werden.

Zivilgesellschaft muss 2021 besser eingebunden werden

Bereits vor Covid-19 befand sich das HLPF in einem größeren Überprüfungsprozess. Diesen gilt es im Lichte der diesjährigen Erkenntnisse noch einmal kritisch zu hinterfragen und entsprechend nachzusteuern. Die reine Möglichkeit, an einer Veranstaltung teilzunehmen oder zuzuhören, sind keine Formen wirkungsvoller Partizipation und schränken zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume mehr ein, als sie ihnen nutzen. Sie sollten daher die reine Ausnahme bleiben und nicht als partizipativ getarnt dazu genutzt werden, unbequemen Rückfragen aus dem Weg zu gehen.

Mit Blick auf das HLPF 2021 muss es nun darum gehen, die Sitzungen mit allen Stakeholdern gemeinsam künftig besser vorzubereiten, diese zu koordinieren, und dort, wo die Zivilgesellschaft ihre Stärken hat, diese besser in die Prozesse mit einzubinden.

Mira Ballmaier (Christoffel-Blindenmission Deutschland) und Dr. Jürgen Focke (HelpAge Deutschland) sind Interimssprecher_innen der VENRO-Arbeitsgruppe Agenda 2030.

Neues Begleitheft zum Lateinamerika-Puzzle

Engagement Global - 23. Juli 2020 - 15:55
Die Puzzles aus Holz machen die Länder der Kontinente buchstäblich begreifbar. Foto: René Frampe

Das Programm Bildung trifft Entwicklung (BtE) von Engagement Global engagiert sich deutschlandweit für ein Lernen, das globale Zusammenhänge in der Lebenswelt der Lernenden erfahrbar macht. Die unterschiedlichen Angebote richten sich an schulische und außerschulische Zielgruppen jeden Alters.

Auf der Webseite von BtE stehen zahlreiche didaktische Materialien zum Globalen Lernen bereit – zum Download, zur Bestellung oder als Leihgabe. Dazu gehören Weltkarten, Spiele und Puzzles, die zum Perspektivwechsel anregen.

Neu ist das Begleitheft zum Lateinamerika-Puzzle. In sechs Kapiteln gibt die Handreichung verschiedenen Perspektiven und Stimmen Raum und sensibilisiert für ökologische, wirtschaftliche, politische, kulturelle und soziale Fragen rund um den Kontinent Lateinamerika. Das Puzzle und die Übungsanregungen unterstützen eine kritische Auseinandersetzung mit globalen und für den Kontinent relevanten Themen wie Klimawandel, indigene Völker, Kolonialisierung und Abholzung des Regenwaldes.

Das Puzzle ist aus Holz und stellt flächentreu die Länder Lateinamerikas und der Karibik dar. Es kann über die BtE-Webseite ausgeliehen werden.

Auch zu dem Kontinent Afrika gibt es ein Puzzle mit Handreichung.

Weitere Informationen
Kategorien: Ticker

Leiter*in Verwaltung und Personal

DSW - 23. Juli 2020 - 13:01

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe unserer Projekte. Auf nationaler und internationaler Ebene bringen wir uns in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Globale Gesundheit, sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n

Leiter*in Verwaltung und Personal

mit Dienstort Hannover.

Der*die Leiter*in Verwaltung und Personal ist der Geschäftsführung zugeordnet und verantwortet die administrativen Prozesse sowie die Personalangelegenheiten der Stiftung in Deutschland und Belgien und ist die Schnittstelle zu unseren Länderbüros für diese Fachbereiche. Zugleich fungiert der*die Leiter*in Verwaltung und Personal am Dienstort Hannover als administrative Büroleitung und stellt eine gute Büro-Infrastruktur sicher. Der Fokus dieser Stelle liegt zunächst auf der Weiterentwicklung des Verwaltungsbereiches, insbesondere im Bereich IT, und im Personalbereich auf die übergeordnete Koordination der Prozesse in enger Kooperation mit der Fachbereichsleitung Personal.

Ihre Aufgaben:
  • Leitung und Verantwortung für die operativen Prozesse in den Bereichen Verwaltung und Personal auf Headoffice-Ebene (Deutschland und Belgien)
  • Administrative Büroleitung des Hannoveraner Büros: Gebäudemanagement, Mietvertrag, Dienstleistungen, Bürobeschaffungen, Arbeitsplatzeinrichtungen etc.
  • Verantwortung für den IT-Bereich: Sicherstellen der operativen IT-Prozesse in Zusammenarbeit mit dem externen IT-Dienstleister, IT-Beschaffungen, Serverstruktur, Intranet
  • Entwicklung und Umsetzung von internen Regelungen, Prozessen und Abläufen im Verwaltungsbereich, insbesondere zu den Themen Beschaffung und Vertragswesen, Reisekostenrichtlinien, DSGVO, Compliance, DMS
  • Verantwortlich für den Bereich Versicherungen: Vertragserneuerungen, Beratung, Abwicklung von Schadensfällen
  • Pflege der Stammakten der Stiftung (incl. Länderbüros)
  • Bearbeitung von rechtlichen Fragen mit Bezug auf Stiftungsrecht, Erbschaftsrecht, Fragen der Gemeinnützigkeit, Arbeits- und Sozialversicherungsrecht in enger Abstimmung mit den betreffenden Fachbereichen (u.a. Finanzen)
  • Personalverantwortung für Mitarbeitende im Verwaltungs- und Personalbereich
  • Schnittstelle zu den Länderbüros für Angelegenheiten aus den Bereichen Verwaltung und Personal sowie die Koordination/Abstimmung von stiftungsweiten Regularien
Wir erwarten:
  • Hochschulabschluss im Bereich Verwaltungswissenschaften, Rechtswissenschaften, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Informationstechnologie oder eine vergleichbare Qualifikation
  • Mindestens zehn Jahre Berufserfahrung in einer vergleichbaren Position mit Personalverantwortung; die Ausbildereignungsprüfung der IHK ist vorteilhaft
  • Sehr gute Kenntnisse von Verwaltungsprozessen und Vertragswesen (Versicherungen, Beschaffungsprozesse, Reisekostenrichtlinien etc.) sowie fundierte Erfahrung im Bereich Personalmanagement/-organisation und DSGVO
  • Hohe Fachkompetenz im Bereich IT mit fundierten Erfahrungen in der Einführung von digitalen Arbeitsprozessen
  • Arbeitserfahrung im internationalen Kontext ist wünschenswert
  • Deutsch auf muttersprachlichem Niveau, verhandlungssicheres Englisch (in Wort und Schrift), Kenntnisse weiterer Fremdsprachen (z. B. Französisch) sind von Vorteil
  • Hohe soziale und kommunikative Kompetenzen und Teamfähigkeit
  • Bereitschaft zu nationalen und internationalen Dienstreisen
Wir bieten:
  • Ein internationales Arbeitsumfeld
  • Eine angenehme Arbeitsatmosphäre in einem dynamischen Team
  • Ein spannendes Themenfeld
  • Angemessene Vergütung

 

Bewerbungsverfahren:

Wenn Sie Interesse haben, senden Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf und Anschreiben) bitte mit dem Verweis “DSW2020_08 Leiter*in Verwaltung und Personal” per E-Mail an: jobs.deutschland@dsw.org

Bitte beachten Sie, dass nur Bewerbungen mit der Referenznummer “DSW2020_08 Leiter*in Verwaltung und Personal” in der Betreffzeile der E-Mail berücksichtigt werden.

Bewerbungsschluss ist der 30. August 2020.

Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen!

Der Beitrag Leiter*in Verwaltung und Personal erschien zuerst auf DSW.

Kategorien: Ticker

Seiten

SID Hamburg Aggregator – Ticker abonnieren