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Who called Team Europe? The European Union’s development policy response during the first wave of COVID-19

DIE - 13. Juli 2021 - 7:25

The COVID-19 pandemic is a critical juncture for global development. Under the label of “Team Europe”, the EU has sought to mobilize rapid development assistance to support partners in addressing the impacts of the crisis, while promoting joined-up approaches among European actors to assert itself in a changing and competitive geopolitical context. This article assesses how substantive and process-oriented EU development policy norms are reflected in the Union’s global COVID-19 response. Focusing on the EU’s response during the first wave of the COVID-19 pandemic in the first half of 2020, the article shows that the EU’s response to this extraordinary crisis consisted of a deepening of EU integration. In so doing, the EU emphasized process-oriented over substantive norms in its development policy.

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(Wieder-)Annäherungen in Nahost

SWP - 13. Juli 2021 - 2:00

2020/21 unterzeichnete Israel Abkommen mit vier arabischen Staaten, die international als Durchbruch gefeiert wurden. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt vollzieht sich unterdessen seit 2018 eine Wiederannäherung arabischer Staaten an Syrien. Schließlich beendeten mit dem Treffen des Golfkooperationsrates (GKR) im saudischen Al-Ula im Januar 2021 Ägypten, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ihren Boykott Katars. Veränderte Lagebeurteilungen und das Konvergieren von Interessen haben die (Wieder-)Annäherungen ermöglicht. Damit bewegt sich die Region aber nicht auf Frieden und Stabilität zu; langanhaltende Konflikte werden nicht beigelegt, Bedrohungsperzeptionen dritter Akteure verstärkt. Deutschland und seine Partner in der EU sollten sich nicht von lokalen und regio­nalen Konfliktparteien vereinnahmen lassen, sondern Ansätze regionaler Konflikt­bearbeitung unterstützen.

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Bundesregierung präsentiert Nachhaltigkeitsbericht bei den Vereinten Nationen

#2030Agenda.de - 12. Juli 2021 - 23:51

Am 15. Juli 2021 präsentiert die Bundesregierung bei der diesjährigen Tagung des Hochrangigen Politischen Forums der Vereinten Nationen (HLPF) ihren freiwilligen Staatenbericht (Voluntary National Review, VNR) über die Umsetzung der Agenda 2030. Es ist der zweite VNR Deutschlands, der erste erschien 2016. Der Bericht fasst auf 125 Seiten im Wesentlichen die Hauptaussagen der weiterentwickelten Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vom März 2021 zusammen. 

Außerdem enthält er im Anhang Positionspapiere des Deutschen Städtetages, des BDI, des DGB, des Forums Umwelt & Entwicklung, der deutschen Jugenddelegierten und von VENRO.

Weitere Informationen

 

Die Präsentation des deutschen VNRs findet am 15. Juli um 15.00 Uhr (deutscher Zeit) im Rahmen der offiziellen HLPF-Tagung statt. Sie kann live verfolgt werden auf: https://media.un.org/en/webtv/

Zusätzlich veranstaltet die Bundesregierung am selben Tag um 19.00 Uhr ein Side Event zur Diskussion des VNRs.

Weitere Informationen dazu und Link zur Anmeldung

 

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Do non-maternal adult female household members influence child nutrition? Empirical evidence from Ethiopia

DIE - 12. Juli 2021 - 21:42

Child malnutrition is an enormous public health problem in low- and middle-income countries (LMICs). In this paper, we study the relationship between non-maternal adult female household members (AFHMs) and under-5 child nutritional outcomes using nationally representative Ethiopian Demographic and Health Survey data, 2016. Because most of the primary inputs that go into the production of child health are intensive in maternal time, having additional AFHMs may ease the time constraints of the child's mother. We use anthropometric measures such as height-for-age z-scores (HAZ) and weight-for-age z-scores (WAZ) to measure stunting and underweight, respectively, as objective indicators of child nutritional status. Among our sampled households, we find that 40% of the children are stunted, 18% severely stunted, 27% underweight and 8% severely underweight. Furthermore, about 20% of the sampled children live with at least one extra non-maternal AFHM. The multivariate regression results suggest that an additional AFHM is associated with significantly higher HAZ and WAZ scores and less likelihood of severe stunting compared with children living with fewer AFHMs. Finally, the paper discusses the potential pathways through which non-maternal AFHMs can influence child nutritional status.

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Digitales Quiz zur Fashion Week

Engagement Global - 12. Juli 2021 - 16:04
Auch beim Kleidungskauf ist Fairness wichtig. Das verdeutlichte das Fashion Quiz den Teilnehmenden spielerisch. Foto: Bildschoen13

Ob der durchschnittliche Weg einer Jeans eher der Route eines Weißstorchflugs oder Angela Merkels Dienstreisen in 2019 nahekommt, beantworteten 42 Ratende beim Digitalen Fashion Quiz am 7. Juli 2021. Engagement Global hat viele Informationen rund um „Fairness beim Kleiderkauf“ in diesem Quiz aufgegriffen. Anlass war die vom 5. bis 9. Juli 2021 stattfindende „Frankfurt Fashion Week“, bei der mit dem überwiegend digitalen Programm ein Fokus auf die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung gelegt wurde.

Das Moderatoren-Duo Tom und Darren aus Hamburg führte die Teilnehmenden durch das thematisch passende Fashion Quiz von Engagement Global. Die drei Fragerunden orientierten sich an den ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Dimensionen von Nachhaltigkeit. Aufgelockert wurde das Quiz durch zwei Filme, die die Akademie Mode & Design (AMD) am Standort Wiesbaden als Kooperationspartner der Veranstaltung beigesteuert hatte: Im „Ateliergespräch mit AMD-Studierenden zu nachhaltiger Mode“ gaben die Modermacherinnen und -macher der Zukunft einen Einblick in ihr kreatives Schaffen und zeigten, wie sie sich während des Sommersemesters 2021 mit Nachhaltigkeit in der Mode auseinandergesetzt hatten. So war nicht nur eine kleine Kollektion entstanden, sondern auch das fiktive Label „Greenix“, das auf einem gemeinsam erarbeiteten Manifest basiert, in dem sich die Studierenden zu einer nachhaltigen Modeschöpfung bekennen.

In der zweiten Rundenpause hatten die AMD-Modedesignerinnen und -designer Dr. Kristina Nolte, Leiterin des Bereichs Kommunikation in der Geschäftsstelle des Grünen Knopfs, interviewt. „Es gibt einen Siegel-Dschungel und selbst für informierte Verbraucherinnen und Verbraucher ist es schwierig zu sehen, welches Siegel für welche Standards stehen. Der Grüne Knopf schafft als Metasiegel einen Überblick und sortiert. Er berücksichtigt soziale und ökologische Kriterien und – im Unterschied zu anderen Siegeln – nimmt auch die Unternehmen in den Fokus bezüglich der Risiken.“ Hinter dem Grünen Knopf steht das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) als Siegelgeber.

Gefragt nach der größten Selbstkritik des Siegels sagte Nolte, dass der Grüne Knopf seit seinem Start Ende 2019 46 Anforderungen an die zu zertifizierenden Textilien stelle. Diese konzentrieren sich momentan auf die Produktionsstufen Nähen und Zuschneiden, sowie Bleichen und Färben. „Aber auch in den anderen Lieferkettenstufen gibt es prekäre Arbeitsverhältnisse und Umweltverschmutzungen. Hier werden wir in den nächsten Jahren nachschärfen. Wir sind kurz davor, den neuen Standard öffentlich zur Diskussion zur stellen. Zukünftig werden beispielsweise existenzsichernde Löhne eine größere Rolle spielen.“ Das Fashion Quiz wurde von der Außenstelle Mainz von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) durchgeführt.

Das Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) will Menschen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen motivieren und zu eigenem Engagement für eine nachhaltigere Welt ermutigen. Mit unterschiedlichen Formaten bringt EBD einer breiten Öffentlichkeit oder ausgewählten Zielgruppe entwicklungspolitische Themen nahe – bundesweit durch die sechs Außenstellen von Engagement Global.

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Vom Wintermantel zum Ehrenamt

Unicef - 12. Juli 2021 - 14:22
"Und dann kam UNICEF ins Spiel ...": Was hat ein Wintermantel, den Barbara Thimm-Maldener als 10-Jährige geschenkt bekam, damit zu tun, dass sie sich heute ehrenamtlich für UNICEF engagiert? Im Video verrät sie es Ihnen.
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12. Juli 2021

ONE - 12. Juli 2021 - 12:31

1. Äthiopiens Ministerpräsident im Amt bestätigt

Die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die tageszeitung und die Stuttgarter Nachrichten berichten über die Parlamentswahl in Äthiopien. Die Partei von Ministerpräsident Abiy Ahmed habe die Wahl sehr wahrscheinlich mit einer klaren Mehrheit gewonnen. Die Oppositionsparteien hatten die Abstimmung am 21. Juni allerdings boykottiert, weil im Vorfeld ihre Büros verwüstet und ihre Anführer*innen verhaftet worden waren. Die USA hatten im Vorfeld gravierende Mängel im Wahlkampf beklagt; die EU hatte aufgrund von Uneinigkeiten mit der Regierung keine Wahlbeobachter*innen geschickt. Insbesondere die Konflikte in der Unruheregion Tigray überschatteten die Wahl. Abiy Ahmed hatte im November eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die bis dahin an der Macht war. Nach Angaben der Vereinten Nationen sollen hier inzwischen mehr als 400.000 Menschen von akutem Hunger betroffen sein. 

2. Tote und Verletzte bei Anschlägen in Mogadischu

Mehrere Medien, darunter die Stuttgarter Nachrichten, die Neue Zürcher Zeitung, die Hannoversche Allgemeine und die Deutsche Welle, thematisieren zwei Anschläge der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab in Somalia am Samstagabend. Seit der Verschiebung von Neuwahlen im Februar stecke Somalia in einer schweren Krise. Terrorgruppen kontrollieren weite Teile des Südens und des Zentrums und verüben immer wieder Anschläge. Unter anderem die Süddeutsche Zeitung, Deutschlandfunk und die Rheinische Post lassen den Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes, Bruno Kahl, zu Wort kommen, der vor einem Wiedererstarken islamistischer Gruppen warnt. Dies sei insbesondere dort der Fall, wo “staatliche Autorität und Strukturen fehlen” und betreffe vor allem den Nahen und Mittleren Osten, die Länder der Sahelzone und zunehmend das südliche Afrika. Dagegen helfe laut Kahl nur, Wirtschaft und Infrastruktur so zu stärken, dass der wachsenden Bevölkerung genug Perspektiven geboten werden, “die Terrorismus und Migration überflüssig machen”.

3. G20 beraten über die Verteilung von 650 Milliarden Dollar

In einem Interview mit Achim Steiner, Leiter des UN-Entwicklungsprogramms, thematisiert ZEIT Online die Verteilung der Sonderziehungsrechte (SDR) des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 650 Milliarden Dollar. Die Gelder sollen die wirtschaftliche Entwicklung nach der Pandemie sicherstellen. Dazu sei es laut Steiner notwendig, dass die G20-Länder einen Teil ihrer SDR den Entwicklungsländern zur Verfügung stellen. Denn auch diese stünden jetzt vor der Herausforderung, “Pandemiebekämpfung, Verschuldung, Wiederaufbau und Klimaschutz” zugleich zu meistern. Christian Wermke berichtet im Handelsblatt ebenfalls über die finanziellen Folgen der Pandemie. Es seien Milliardeninvestitionen ins globale Gesundheitssystem nötig. Ein internationales Expert*innengremium fordere 15 Milliarden Dollar jährlich für die kommenden fünf Jahre. Während es nie zu früh sei, sich auf künftige Pandemien vorzubereiten, warnt die Entwicklungsorganisation ONE vor Liquiditätskrisen in von Armut betroffenen Ländern. Die dritte Corona-Welle überrolle Afrika und fordere eine klare Redaktion, “nicht irgendwann, sondern jetzt.”

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E+Z/D+C 2021/08 – mo – nowadays – Derrick Silimina – Zambia – dietary diversity

E+Z - 12. Juli 2021 - 11:27
Bio-fortified crops can improve both nutrition and economic growth in Zambia

HarvestPlus, a non-governmental organisation (NGO) that develops bio-fortified crops, aims to change that – in Zambia and around the world. In Zambia, it works with the Zambia Agriculture Research Institute (ZARI) and others such as seed companies to add micronutrients to local crops.

Bio-fortifying crops can include genetic modification but also covers other, conventional methods for improving crops’ nutritional quality, such as selective breeding. In Zambia, HarvestPlus focuses on strengthening maize, beans, cassava and sweet potatoes with vitamin A – an essential nutrient for promoting growth, ensuring good vision and maintaining the immune system.

“What we are trying to do at HarvestPlus is to solve the micro-nutrient deficiency problem that we see at household level,” says HarvestPlus senior research associate David Samazaka. “We want people to have better nutrition. We also want them to have increased household income by growing crops not just for their own consumption but also for sale to others.”

Two-thirds of Zambia’s population lives in rural areas and relies on agriculture for income. Yet despite this population emphasis, and despite the country’s abundant fertile land and good rainfall, agriculture accounts for only 20 % of Zambia’s gross domestic product. With bio-fortified crops and better yields, agriculture could become a far more important source of economic growth.

As part of this effort, HarvestPlus researchers developed orange maize, fortified with vitamin A. Zambians have embraced orange maize for both its taste and health-promoting properties. “Once you start using orange maize, you will not go wrong in terms of its nutritional value,” says agricultural expert Amos Tembo.

Farmers are happy with the new variety of maize as well. Zambia’s six different varieties of vitamin A-fortified orange maize achieve yields similar to those of white-maize varieties. “Since, I started planting seeds that are enriched with more nutrients, my crop yield has improved every farming season,” says Anita Siabana, a farmer in the Chibombo district of the Central Province.

Other parts of the agribusiness value chain – including seed companies and food manufacturers – also praise bio-fortified crops. “We market bio-fortified seeds for maize and for beans,” says Bwalya Mwansa, a sales executive for seed company Afriseed. “We have strong demand from farmers in Zambia as well as Botswana and Angola. We see a need to increase our seed production to meet the demand.” 

Kamano Seed Company, which produces and trades seeds for legumes, cereals and vegetables, also does a thriving business in HarvestPlus’ orange maize seeds. “From the time we started working with HarvestPlus, we have found their bio-fortified seeds to be well received by small scale farmers across the country,” says Nokutula Mulonga, the company’s sales manager.

Beyond improving nutrition and helping farmers, bio-fortification can boost Zambia’s agribusiness potential, according to participants in a recent industry exposition. This includes the country’s seed production, farming, crop marketing and agricultural research sectors. The key is continuous innovation, says Samuel Banda, business development manager for Advanta Seeds, a multinational seeds company.

Derrick Silimina is a freelance journalist based in Lusaka. He focuses on Zambian agriculture and sustainability issues.
derricksilimina@gmail.com

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How Green Public Procurement Could Boost Sustainable Horticulture in Kenya

SCP-Centre - 12. Juli 2021 - 11:27

With the rapid growth of the horticulture industry around the Lake Naivasha Basin, Kenya, the basin has become increasingly important as an economic hub for the country. Using the recommendations of this GOALAN project policy brief, public authorities and institutions have the opportunity to engage in green public procurement by procuring fresh fruit and vegetables, particularly from smallholder farmers. In turn, this would foster local sustainable development and promote the adoption of sustainable consumption and production practices.

Kenya is one of the main exporters of horticultural products among developing countries, with horticulture accounting for two-thirds of Kenyan’s growth in agricultural exports. Horticultural micro, small and medium-sized enterprises (MSMEs) have significantly increased the country’s fresh fruit and vegetable supply. However, access to organised markets is a major challenge for most MSMEs, both internationally due to high quality standards and price volatility, and locally due to the limited availability of markets for sustainable and fresh products.

Public authorities and governments are huge spenders and buyers. In Kenya, the government generally makes large food purchases for public institutions and authorities. The Kenyan government can use this advantage to support horizontal policies in support of food security, health and nutrition, sustainable agriculture, and the further development of SMEs through the implementation of Green Public Procurement (GPP).

This GOALAN policy brief suggests that the three county governments in the Lake Naivasha basin should consider purchasing food for public institutions such as hospitals or schools from the MSMEs. Green Public Procurement for school meals, for example, can help expand marketing opportunities for horticultural MSMEs and in turn foster rural economies and communities by promoting growth and job creation. Such a public procurement programme would not only help create a stable demand, but also encourage the small producers to adopt and maintain sustainable farming practices. In addition, it may help reduce post-harvest loss due to failure in finding buyers in time for the perishable fresh fruit and vegetables, especially if farmers do not have cool rooms to store the harvest.

However, the policy brief notes that compliance with the legal and environmental requirements in public procurement represents a challenge to most MSMEs, which can hinder their participation in GPP processes. Moreover, the lack of capacity on the part of the MSMEs also affects their competitiveness. For local authorities, however, the unavailability of green products hampers the implementation of GPP programmes. To address this challenge, the policy brief recommends creating awareness and conducting trainings and capacity building for local procurement authorities.

For the complete recommendations and further details, please check out the policy brief.

The GOALAN project (Green Horticulture at Lake Naivasha Project) funded by the EU SWITCH Africa Green Programme and implemented by the CSCP and WWF-Kenya (World Wide Fund for Nature) promotes the adoption of more sustainable production and consumption (SCP) practices along the Kenyan horticultural sector.

For further questions, please contact Kartika Anggraeni.

 

Der Beitrag How Green Public Procurement Could Boost Sustainable Horticulture in Kenya erschien zuerst auf CSCP gGmbH.

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Zwei afrikanische Nachbarn bemühen sich um Frieden

E+Z - 12. Juli 2021 - 11:05
Nach sechs Jahren Konflikt normalisieren sich die Beziehungen zwischen Ruanda und Burundi

Außer den Dissidenten flohen auch weitere zehntausende Burundier vor Gewalt und Unruhe in die Nachbarländer. Viele gingen nach Ruanda, doch kehrten nun Ende 2020 mehr als 7000 burundische Flüchtlinge aus Ruanda zurück heim, mehr als 11 000 weitere sind zur Repatriierung registriert. Dies machte ein von der UN vermitteltes Abkommen zwischen Burundi und Ruanda möglich.

Nun wünschen sich die Präsidenten beider Länder gute Beziehungen. Burundis Präsident Évariste Ndayishimiye betont: „Wir sprechen dieselbe Sprache.“ Ruandas Präsident Paul Kagame sagt: „Wir wollen mit den Burundiern in Frieden leben.“ Beide Regierungen unterdrücken jedoch seit jeher Andersdenkende. So sind die inländischen Spannungen nun fast größer als die zwischen den Ländern. Im Mai nahm eine Delegation aus Ruanda an einem Treffen des UN Standing Advisory Committee on Security Questions in Central Africa teil, das in Bujumbura stattfand – was auf eine weitere Verbesserung der Beziehungen hinweist.

Aber der Fortschritt ist nicht gerad­linig; es kommt weiterhin immer wieder zu Unstimmigkeiten, etwa über den Grenzverlauf. In der Nacht des 23. Mai 2021 wurden in Ruanda zwei Menschen getötet, was zu einem Streit darüber führte, wer sie waren. Laut Ruanda waren es Burundier in Militär­uniform, die Medikamente, Gewehre und andere militärische Ausrüstung mitbrachten. Burundis Militärsprecher Colonel Floribert Biyereke verneinte, dass Burundier ruandischen Boden betreten hätten, da Patrouillen die Grenze bewachten, um das zu verhindern.

Angesichts der langen friedvollen Geschichte und ihrer demografischen Ähnlichkeiten waren die Feindschaften der sechs Jahre zwischen den Ländern ungewöhnlich. Ihre politischen Beziehungen gehen bis ins 15. Jahrhundert zurück, als das Königreich Ruanda gegründet wurde.

Beide Länder sind etwa gleich groß, haben sprachliche und ethnische Ähnlichkeiten und sind direkte territoriale Fortbestände afrikanischer Staaten, die es schon vor der Kolonialzeit gab. Heute gibt es viele Ehen zwischen Burundiern und Ruandern. Der grenzüberschreitende Handel floriert – auch wenn er durch gelegentliche Vorwürfe des Schmuggels von Waren nach Ruanda getrübt wird.

Darüber hinaus sind beide Länder durch ein Netz von bilateralen und regio­nalen Abkommen verbunden und die Gouverneure ihrer Grenzprovinzen treffen sich regelmäßig. Beide Länder gehören zur Wirtschaftsgemeinschaft der Länder der Großen Seen, zur Ostafrikanischen Gemeinschaft, zum Gemeinsamen Markt für das Östliche und Südliche Afrika und zur Wirtschaftsgemeinschaft der zentralafrikanischen Staaten. Auch sind beide Mitglieder der Afrikanischen Union und der UN, die diverse Kanäle zur Beilegung von Streitigkeiten bieten. Da Burundis Präsident Ndayishimiye im Vergleich zu seinem Vorgänger sehr versöhnlich ist, lassen sich künftige Streits womöglich ohne neue Feindseligkeiten lösen.

Weit problematischer ist die Dauerpräsenz bewaffneter Gruppen in der Region um die Großen Seen Ostafrikas: Burundi, Ruanda, die Demokratische Republik Kongo, Kenia, Malawi, Tansania und Uganda. Sie wirken destabilisierend. Gemeinsame Sicherheitsvereinbarungen sind deshalb essenziell, um die Region zu beruhigen.

Mireille Kanyange arbeitet als Journalistin für Radio Isanganiro in Burundi.
mika.kanyange@gmail.com

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Konsum nach westlichem Vorbild ist nicht nachhaltig

E+Z - 12. Juli 2021 - 10:34
Warum andere Weltregionen westliche Konsum-Muster nicht nachahmen sollten

Der Autor Peter N. Stearns (2006) spricht von einer Konsumgesellschaft, wenn „viele Menschen ihre Lebensziele teilweise darauf ausrichten, Güter zu erwerben, die sie offensichtlich weder für den Lebensunterhalt noch zur traditionellen Lebensführung benötigen”. Shoppen wird dann extrem wichtig, und die Menschen gründen ihr Identitätsgefühl auf die endlos vielen neuen Dinge, die sie erwerben. Stearns zufolge hat das 20. Jahrhundert Menschen zu Konsumenten gemacht.

Der konsumistische Lebensstil ist durch permanentes Kaufen von Dingen geprägt, die genutzt und weggeworfen werden. Die Nachfrage nach Dingen sei artifiziell, da es nicht um Grundbedürfnisse gehe, betont Stearns. Werbung, Gruppenzwang und die bloße Erhältlichkeit von Konsumgütern erzeugen einen unstillbaren Hunger nach immer mehr. Im Europa und Nordamerika des 20. Jahrhunderts gelang es Privatunternehmen, ihre Produktions- und Distributionskapazitäten so auszuweiten, dass ihre größte Herausforderung nun darin besteht, neue Konsumnachfragen zu schaffen, um diese Kapazitäten voll auszunutzen.

Das Problem: Konsum ist nicht nachhaltig für die Umwelt. Die Ressourcen unseres Planeten sind nicht nur begrenzt, sondern bereits überstrapaziert. Dennoch schießen in urbanen Gebieten in Entwicklungs- und Schwellenländern immer mehr Shopping Malls wie Pilze aus dem Boden.

Eine aktuelle Veröffentlichung (UNEP, 2021a) verdeutlicht das: Die Menschheit verbraucht jährlich die Ressourcen von 1,6 Planeten. Der rasante Raubbau an der Natur bedeutet, dass unser Planet sich nicht mehr regenerieren kann; Naturschutz allein kann das Kollabieren von Ökosystemen und Artenvielfalt nicht verhindern. Es ist zu erwarten, dass alles noch schlimmer kommt. Dem aktuellen Trend nach braucht die Menschheit bis 2030 das Äquivalent von zwei Erden, um dieses Konsummuster beizubehalten. Würde der durchschnittliche Erdbewohner so viel konsumieren wie der Durchschnittsdeutsche, bräuchte unsere Spezies dem unabhängigen Global Footprint Network zufolge sogar drei Planeten.

Dreifach-Krise

Die internationale Gemeinschaft steuert auf eine dreifache Umweltkrise zu. Klimawandel, der Verlust von Artenvielfalt und Verschmutzung machen unseren Planeten unbewohnbar, konstatiert ein weiterer Bericht (UNEP, 2021b). Alle drei Trends sind gefährlich – und sie verstärken einander.

  • Die Klimaverpflichtungen, die Regierungen bisher eingegangen sind, kommen nicht annähernd an das heran, was es braucht, damit die Durchschnittstemperatur um weniger als 1,5 Grad Celsius ansteigt. Forscher warnen, dass die Probleme unkontrollierbar werden, wenn diese Grenze überschritten wird. Bisher sind die Temperaturen um etwa ein Grad gestiegen, die Ökosysteme leiden zweifellos bereits darunter.
  • Die Menschheit ist Zeuge eines großen Artensterbens. Von etwa acht Millionen Pflanzen- und Tierspezies wird in den kommenden Jahren wohl eine Million aussterben. Geringere Artenvielfalt schwächt die Ökosysteme; der Klimawandel wird sie heftiger treffen, und sie können weniger dazu beitragen, diesen unter Kontrolle zu halten.
  • Verschmutzung verstärkt diese Trends. Neben Klimagasen sind auch diverse andere Chemikalien ein Problem (siehe Schwerpunkt im D+C/E+Z e-Paper 2021/03).

Ursache für diese dreifache globale Krise ist nichtnachhaltiger Konsum. Die Modeindustrie verursacht bis zu zehn Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Sie trägt dazu bei, dass jährlich mehr als 150 Millionen Bäume gefällt werden, und verbraucht 93 Milliarden Kubikmeter Wasser – etwa vier Prozent des jährlichen Frischwasserverbrauchs. Das Färben und Behandeln von Kleidern trägt zu 20 Prozent der industriellen Wasserverschmutzung weltweit bei (siehe Olga Speranskaya im Fokus des D+C/E+Z e-Paper 2021/03). Mehr als ein Drittel des Mikroplastiks in den Weltmeeren wird aus Kunstfasern herausgewaschen.

Die Modeindustrie ist somit einer der größten Umweltzerstörer. Sie lebt eine Kultur der Überproduktion und des Massenkonsums. „Fast fashion“ ist sogar dazu gedacht, nur wenige Male getragen zu werden – mehr als die Hälfte davon wird innerhalb eines Jahres weggeworfen. Laut der Ellen McArthur Stiftung, die privatwirtschaftliche Großunternehmen vernetzt, verbrennt oder entsorgt die Menschheit pro Sekunde einen Müllwagen voll Kleidung. Ein Viertel aller Textilien wird schon während der Herstellung weggeworfen. Der Verbrauch von Kleidung hat sich in den letzten 15 Jahren laut dem unabhängigen World Resources Institute verdoppelt. Die Pro-Kopf-Nachfrage ist in entwickelten Ländern weiter sehr hoch, die Mittelklassen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas holen langsam auf.

Das Konsumverhalten wirkt sich auch massiv auf den Lebensmittelsektor aus. Da immer mehr Menschen mehr Geld haben, steigt die Nachfrage nach eiweißreicher Kost wie Fleisch, Fisch und Milch um ein Vielfaches. Laut Branchen-Experten wird derzeit weltweit jedes Jahr etwa 1,4 Prozent mehr Fleisch verbraucht. Um diese Waren zu erzeugen, werden immer mehr Land, Wasser, Dünger, Pestizide und Antibiotika gebraucht. Eine Konsequenz ist die Zerstörung von Wäldern, um Platz für Weiden zu schaffen, die weder CO2 speichern noch vielen Arten Lebensraum bieten.

Ohnehin wird bis 2050 die wachsende Weltbevölkerung 60 Prozent mehr Essen brauchen als bislang produziert wird. Pflanzliche Ernährung ist deutlich weniger aufwändig. Würden landwirtschaftliche Produkte nicht mehr als Tierfutter verwendet, hätten vier Milliarden mehr Menschen ausreichend zu essen, errechneten Forscher der Universität von Minnesota. Andererseits verderben 30 Prozent der erzeugten Lebensmittel vor dem Verzehr – innerhalb der Versorgungskette oder nach der Vermarktung.

Die Nachfrage nach Energie wird bis 2050 zwischen 50 und 70 Prozent steigen, wobei fossile Brennstoffe rund 80 Prozent des gesamten Primärenergieverbrauchs ausmachen. Dieser Anstieg wird vor allem auf den erwarteten Verbrauch in Entwicklungsländern zurückgeführt, die bislang weitgehend von fossilen Energieträgern abhängig sind.

Elektroschrott

Auch technische Geräte machen Pro­bleme. Heutzutage nutzen Massen von Menschen Fernseher, Mobiltelefone, Computer und weiteres, für deren Produktion Energie und Rohstoffe verbraucht werden. Elektroschrott wird kaum recycelt, ein inakzeptabel großer Anteil davon wird in Entwicklungsländern von informellen Arbeitskräften unter gefährlichen Bedingungen verarbeitet.

Laut dem von der UN unterstützten Global-E-Waste-Monitor 2020 wurden 2019 weltweit rekordverdächtige 53,6 Millionen Tonnen Elektroschrott erzeugt – fast ein Viertel mehr als fünf Jahre zuvor. Der gesamte E-Müll beläuft sich mittlerweile auf 7,3 Kilo pro Erdenbürger. Weniger als 20 Prozent werden gesammelt und recycelt. Bis 2035 wird sich der E-Müll vermutlich verdoppeln. Das ist ein Umweltproblem - und ein Gesundheitsrisiko.

Unser Konsumverhalten steht nicht im Einklang mit natürlichen Ressourcen. Menschliches Handeln hat laut Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) drei Viertel des Erdbodens und mehr als die Hälfte der Ozeane verändert. Haupttreiber sind intensive Landwirtschaft, Überfischung, Energieproduktion und Gewinnung von Rohstoffen. Die IPBES versorgt die internationale Gemeinschaft mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen – ähnlich wie der Weltklimarat (IPCC).

Unsere auf unendliches Wachstum ausgerichteten Wirtschaftsmodelle sind mit den endlichen Ressourcen unserer Erde nicht vereinbar. Partha Dasgupta war Hauptautor eines aktuellen Berichtes dazu, wie die Natur in ökonomische Modellierungen einbezogen werden könnte (siehe Katja Dombrowski im Monitor des D+C/E+Z e-Paper 2021/04). Wirtschaftliches Denken muss dringend planetare Grenzen berücksichtigen. Sonst zerstören wir weiter die Basis der menschlichen Existenz – die Natur. Die Natur braucht uns nicht, wir aber brauchen sie. Wir müssen anfangen, mit der Natur in Harmonie zu leben – und wir haben keine Zeit zu verlieren.

References

Stearns, P. N., 2006: Consumerism in world history. Abingdon, Oxfordshire, Routledge.
UNEP, 2021a: Ecosystem restoration for people, nature and climate.
https://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/36251/ERPNC.pdf
UNEP, 2021b: Making peace with nature.
https://wedocs.unep.org/xmlui/bitstream/handle/20.500.11822/34948/MPN.pdf

Mahwish Gul ist Entwicklungsberaterin und lebt in Nairobi. Sofern nicht anders angegeben, basiert dieser Artikel auf Informationen der UN und der UNEP. Die beiden wichtigsten UNEP-Quellen sind angegeben.
mahwish.gul@gmail.com

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nachhaltig.digital Monitor 2020 – Wo steht der Mittelstand in Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung?

reset - 12. Juli 2021 - 6:56
Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind die zwei zentralen Themen unserer Zeit. Zusammen gedacht können sie ökologische, soziale und ökonomische Vorteile für Unternehmen schaffen. Doch wo verortet sich der Mittelstand, wo liegen Chancen und Hürden? Der nachhaltig.digital Monitor gibt Antworten.
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UN-Bericht: Pandemiejahr verschärft Hunger weltweit

Unicef - 12. Juli 2021 - 0:00
Wie die Vereinten Nationen heute mitteilten, hat sich der Hunger weltweit im Jahr 2020 dramatisch verschlimmert. Laut dem UN-Bericht war im vergangenen Jahr schätzungsweise ein Zehntel der Weltbevölkerung – bis zu 811 Millionen Menschen – unterernährt.
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G20-Finanzminister in Venedig: Auf zur nächsten Pandemie

erlassjahr.de - 10. Juli 2021 - 23:53

Heute fand der Gipfel der G20-Finanzminister*innen unter der Präsidentschaft Italiens in Venedig statt. Eine Woche zuvor hatte die IWF-Chefin Kristalina Georgieva die geringen Fortschritte bei den bisherigen G20 Schuldenerlassmaßnahmen beklagt, der deutsche Entwicklungsminister betonte beim Gipfel der G20 Außen- und Entwicklungsminister die Notwendigkeit von Schuldenerlassen. In der heutigen Pressekonferenz zum Finanzministergipfel hält der italienische Gastgeber entgegen, dass – jetzt, da die DSSI nun langsam zum Ende kommt – der G20 Common Framework erfreulicherweise wie geplant in Gang kommt und die G20 somit umfassende Unterstützung für „gefährdete Länder“ bietet.

Entsprechend widmen die G20 den Fortschritten in den bestehenden Common Framework-Fällen einen langen Abschnitt im Communiqué. Zuvor hieß es, wenn sich der Common Framework nur in den ersten Fällen beweisen könne, dann würde man auch Fortschritte etwa bei der Ausweitung in der Ländergruppe erzielen können. Mehr als ein Deckmantel für das Fehlen substantieller Fortschritte sind die Ausführungen im Communiqué jedoch nicht: Tatsächlich hat sich im Vergleich zu den anderen beiden Finanzministertreffen im Februar und April praktisch nichts getan. Kein einziges Land zusätzlich zu den drei anfänglichen Ländern hat eine Umschuldung beantragt, kein einziges der bislang involvierten Länder hat eine Umschuldung abgeschlossen. Gleichzeitig werden die Stimmen immer lauter, Ländern nach ihrer „Gefährdung“ Zugang zu Unterstützung zu gewähren – weiterhin gibt es auch hier keinen Fortschritt bei den G20. Sri Lanka, das sich nicht für DSSI und Common Framework qualifiziert, könnte schon Ende des Monats das Scheitern des „umfassenden Unterstützungsrahmens für gefährdete Länder“ aufzeigen.

Fast ein halbes Jahr nach Beantragung einer Umschuldung tut sich zwar endlich ein bisschen was in Äthiopien und dem Tschad. Doch der Tschad wird für die so dringend benötigten Erfolge im Hinblick auf die Einbeziehung privater Forderungen zur Zerreißprobe. Eigentlich wetteten die G20 darauf, dass der Tschad aufgrund der vergleichsweise geringen Komplexität im Gläubigerprofil ein vielversprechender Testfall für die erfolgreiche Umsetzung des Common Framework wird. Doch der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore, der wichtigste Privatgläubiger des Tschad, hatte seine Forderungen erst vor wenigen Jahren umgeschuldet – und scheint aktuell nicht bereit, dem Wunsch der G20 nach Gleichbehandlung zu folgen. Natürlich wünschen sich die Finanzminister*innen im Communiqué erneut, dass die Privaten auch mitmachen sollen. Das haben sie auch schon beim letzten, vorletzten, vorvorletzten und vorvorvorletzten Mal getan. Eine entschlossene und deutliche Ansage an nicht kooperationsbereite Gläubiger, selbst alles rechtlich und politisch Mögliche zu tun, um Schuldnerländer bei der Konfrontation mit diesen zu unterstützen gibt es nicht, wie beim letzten, vorletzten, vorvorletzten und vorvorvorletzten Mal.

Am Freitag tagte das G20 High Level Independent Panelon Financing the Global Commons for Pandemic Preparedness and Response. Das Gremium besetzt mit politischen und wissenschaftlichen Größen wurde im Januar eingerichtet, um schon einmal die Antwort auf die nächste Pandemie vorzubereiten. Angesichts der fehlenden Handlungsfähigkeit der G20 schlugen die Expert*innen den G20 Finanzminister*innen vor, dass sie bei der nächsten Pandemie vielleicht lieber den IWF darum bitten, geordnete Entschuldungsverfahren zu schaffen. Ein Mechanismus könne laut des Papiers sicher schon in den nächsten 12 Monaten entwickelt werden. Der im Papier vorgestellte Vorschlag eines umfassenden und geordneten „debt service relief framework“ fließt ein in die Empfehlungen für ein Sondertreffen der G20 Finanz- und Gesundheitsminister Ende Oktober. Dieses soll vor dem Gipfel der G20-Staats- und Regierungschefs stattfinden und konkrete Vorschläge für einen neuen “Global Deal” im Pandemiezeitalter beraten und verabschieden. Ein echter Fortschritt wäre es, die aktuellen Diskussionen um einen Gefährdungsindex aufzugreifen und über die Schaffung eines automatischen Schuldendienstmoratoriums gefolgt von Umschuldungen im Falle einer Krise zu verabschieden, deren Zugang nach Gefährdungskriterien und nicht mehr nach dem völlig unsinnigen Einkommenskriterium geregelt wird. Dafür können die Gesundheits- und Finanzminister im Oktober die Weichen stellen – allerdings besser nicht erst für die nächste Pandemie.

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C20 Development WG Communiqué on the G20 Matera Declaration. Building back better? Or business as usual?

#C20 18 - 9. Juli 2021 - 17:48
C20 Development WG Communiqué on the G20 Matera Declaration Building back better? Or business as usual? The Matera declaration, signed by the G20 leaders at the end of the joint Development/Foreign Affairs ministerial meeting represents, in the ambitious words of the Italian Foreign Affairs Minister Luigi Di Maio, an historical step in ensuring a world [...]
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Niedersachsen: Entwicklungspolitische Landeskonferenz „Vision 2030“

SID Blog - 9. Juli 2021 - 14:38

Jetzt anmelden: Entwicklungspolitische Landeskonferenz diskutiert die Zukunft von Wirtschaft und Menschenrechten

 

Am 15. und 16. Juli lädt der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen zu seiner Entwicklungspolitischen Landeskonferenz „Vision 2030" ein. In spannenden Vorträgen, Diskussionen und Workshops stehen die Zukunft von Wirtschaft und Menschenrechten und das aktuelle Lieferkettengesetz auf der Tagesordnung. Anmeldungen für eine Teilnahme in Hannover oder Online sind noch möglich.

 

Hannover, 9. Juli 2021. Wie nachhaltig ist unser aktuelles Wirtschaftssystem? Wie können wir es gestalten, damit Menschenrechte und die Umwelt effektiver und nachhaltig geschützt werden? Wer diese Fragen mitdiskutieren möchte, sollte sich jetzt zur Entwicklungspolitischen Landeskonferenz anmelden. Diese veranstaltet der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen im Rahmen seines 30-jährigen Jubiläums am 15. und 16. Juli 2021.

 

Unter dem Titel „Vision 2030" kommen Expert*innen aus Zivilgesellschaft, Politik, Gewerkschaften und Unternehmen zusammen, um gemeinsam über die aktuelle Lage der Menschenrechte in globalen Lieferketten zu sprechen. Gäste aus dem Globalen Süden vermitteln ein Bild der Menschenrechtsverletzungen vor Ort und steigen dabei mit in die Diskussion um das deutsche Lieferkettengesetz ein.

 

„Dass vor wenigen Wochen das Lieferkettengesetz im Bundestag verabschiedet wurde, ist ein gutes Signal für die Menschenrechte! Doch das reicht noch nicht", sagt Katrin Beckedorf, Geschäftsführerin vom Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen. Deshalb bietet der VEN auf der Landeskonferenz Raum für kritische Betrachtung und für Visionen zum Thema Wirtschaft und Menschenrechte.

 

Bernd Lange (MdEP, SPD), Amanda Luna (Menschenrechtsaktivistin aus Lateinamerika) und Steffen Vogel (German Watch) diskutieren, was das Lieferkettengesetz leisten kann und was nicht. „Wie nachhaltig ist unser Wirtschaftssystem?" – das fragt eine Paneldiskussion mit Dr. Maria Flachsbarth (MdB CDU), Ottmar von Holtz (MdB Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Matthias Miersch (MdB SPD).

 

Die Entwicklungspolitische Landeskonferenz findet sowohl als klassische Tagung in Hannover (Kulturzentrum Pavillon) statt, als auch digital im Internet. Eine Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.ven-nds.de/vision2030.

 

Die Veranstaltung ist Teil des Projektes „Niedersachsen macht mobil – für Unternehmensverantwortung" vom VEN und wird gefördert von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst, sowie durch ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

 

Hintergrund:

Sustainable Development Goals (SDGs, Nachhaltigkeitsziele)

Auf der bislang größten Vollversammlung der Vereinten Nationen im September 2015 unterzeichneten alle 193 UN-Mitgliedsstaaten die Agenda 2030. Im Mittelpunkt stehen 17 Ziele mit 169 Unterzielen für eine globale nachhaltige Entwicklung.

                                             

Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V.

Der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. (VEN) ist ein Zusammenschluss von über 140 Eine Welt-Initiativen und das Sprachrohr für Menschen, die sich in Niedersachsen für globale Gerechtigkeit einsetzen. Der VEN bietet eine Plattform zum Austausch und zur Vernetzung, berät seine Mitglieder vor Ort, qualifiziert mit Fortbildungen und Seminaren, koordiniert landesweite Aktionen und stärkt damit zivilgesellschaftliches Engagement. Der VEN bringt globale Themen in die niedersächsische Landespolitik ein, wirbt dort für mehr Politikkohärenz und Verantwortung. Das Ziel des VEN ist ein zukunftsfähiges Niedersachsen in einer globalisierten Welt mit einer starken Zivilgesellschaft.

 

Aufstrebende digtale Mächte

E+Z - 9. Juli 2021 - 14:32
Digitale Technologie verändert globale Machtverhältnisse

Es gibt verschiedene digitale Möglichkeiten, Schaden anzurichten. Beispielsweise können Websites, Server und Netzwerke mit externen Kontaktaufnahmen so überfordert werden, dass sie die gewohnten Leistungen nicht mehr liefern können (Distribu­ted Denial of Service – DDOS). Möglich sind auch falsche Alarmmeldungen bei Polizei, Feuerwehr und Notärzten (Swatting) oder Angriffe mit virenbehafteter Software. Die Folgen können katastrophal sein und sowohl Zivilisten als auch militärische Einheiten betreffen, warnen Jason Chumtong und Christina Stolte in der jüngsten Ausgabe der KAS-Zeitschrift Auslandsinformationen.

Den Ausführungen zufolge bauen manche Länder ihre Cyber-Kapazitäten besonders stark aus. Beispiele sind laut Autorenpaar Venezuela, Iran und Russland. Westliche Regierungen müssten sich darauf einstellen, dass nicht alle zu den traditionellen Großmächten gehören, sondern dass auch vergleichsweise kleine Staaten mitmischen.

Venezuela sei zwar von tiefer politischer Spaltung und humanitären Krisen (Nahrungsmittelknappheit, Hyperinflation und Armut) betroffen, habe aber dennoch ein erstaunlich großes digitales Subver­sionspotenzial. Dem KAS-Aufsatz zufolge belegt ein bekannt gewordenes internes Papier aus Venezuelas Innenministerium über die Schaffung einer „Trollarmee für die bolivarische Revolution“, wie sich die Regierung auf digitale Kriegsführung vorbereitet. Tatsächlich seien militärisch organisierte Truppen im Internet aktiv, um die demokratische Opposition zu stören und Fehlinformation zu verbreiten. Zu diesem Zwecke würden Tausende von Seiten in sozialen Medien betrieben. Während der Proteste gegen Präsident Maduro hätten 2019 automatisierte Programme („Bots“) für etwa 80 Prozent der Stellungnahmen zugunsten des Regimes gesorgt. Verschiedene Länder hätten seinerzeit Sanktionen gegen Venezuela beschlossen – und wären dann zu Zielscheiben von Desinformationskampagnen geworden.

Chumtong und Stolte schreiben, die Islamische Republik Iran habe schon früh mit der Gründung des Supreme Council for Cyber Space 2012 begonnen, einschlägige Kapazitäten aufzubauen. Das Land sei selbst Opfer eines virtuellen Angriffs geworden, aber schon 2013 hätten dann dem Regime nahestehende Hacker ernsthafte wirtschaftliche Schäden in den USA verursacht. Sie hätten sich des Twitter-Accounts der Nachrichtenagentur AP bemächtigt und Falschmeldungen über das Weiße Haus verbreitet. In der Folge sei der Dow-Jones-Aktien­index um 150 Punkte eingebrochen.

Überraschend aktiv ist aus Sicht von Chumtong und Stolte auch Russland im Cyberraum. Sie nennen mehrere Beispiele wie etwa digitale Angriffe auf estnische Behörden 2007 oder den Deutschen Bundestag 2015. In der Ukraine sei die Energieinfrastruktur attackiert worden und in den USA staatliche Institutionen. Die Fäden hätten russische Geheimdienste gezogen. Relevant gewesen sei die „Fancy Bear“ genannte Hackergruppe. Russische Social-Media-Aktivitäten hätten zudem Einfluss auf das Brexit-Referendum 2016, auf die Präsidentschaftswahl der USA im selben Jahr und auf das katalanische Unabhängigkeitsreferendum 2017 genommen.

Wie im Aufsatz erläutert, ist es schwierig und zeitaufwendig, die Standorte der Angreifenden festzustellen. Wer Vorwürfe erhebe, löse obendrein oft nur Leugnung und Streit aus. Die Öffentlichkeit nehme Cyber-Aggressionen kaum zur Kenntnis, obwohl sie zunehmend auf nationaler und internationaler Ebene die Meinungsbildung beeinflussen. Chumtong und Stolte raten deshalb Regierungen, Abwehrkapazitäten aufzubauen.

Quelle
Chumtong, J., und Stolte, C., 2021: Digitale Technologie als neue Machtressource.
https://www.kas.de/de/web/auslandsinformationen/artikel/detail/-/content/digitale-technologie-als-neue-machtressource
Rishikesh Thapa
ist Praktikant in der Redaktion von E+Z/D+C.

official.anthro58@gmail.com

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Den Herausforderungen von heute mit Lösungen von morgen begegnen

Unicef - 9. Juli 2021 - 14:00
Um das Leben von Kindern nachhaltig zu verbessern und eine zukunftsfähige Welt zu schaffen, brauchen wir vor allem eines: innovative Lösungen. Wir stellen Ihnen wegweisende Ansätze vor.
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09. Juli 2021

ONE - 9. Juli 2021 - 13:34
1. Merkel sagt nigrischem Präsidenten Unterstützung gegen Terror zu

Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, Welt, der Deutschlandfunk und die Deutsche Welle, berichten über das gestrige Treffen zwischen dem nigrischen Präsidenten Bazoum und Bundeskanzlerin Merkel. Grund war die seitens Deutschlands zugesicherte Unterstützung in Niger. Trotz der als stabil geltenden Regierung gehöre Niger zu einem der ärmsten Länder der Welt. Merkel betonte, dass vor allem der Zugang zur Gesundheitsversorgung für Frauen verbessert werden müsse, lobte aber den bereits vorhandenen Fokus auf Bildung für Mädchen. Allerdings gebe es aufgrund von islamistischen Kämpfer*innen und Milizen drei Konfliktregionen – darunter die unsichere Grenze zu Libyen im Norden, die Tschadsee-Region im Südosten und die Grenzregion zu Mali und Burkina Faso im Westen. Im Kampf gegen den Terror hat sich Niger mit Mali, Mauretanien, dem Tschad und Burkina Faso zur G5-Sahel-Gruppe zusammengeschlossen. Mit deren Staatschefs berät sich Frankreichs Präsident Macron diesen Freitag über den geplanten Teilabzug französischer Truppen aus der Sahelzone.

2. Staatsversagen im Südsudan

Die Süddeutsche Zeitung, die Welt und die Neue Zürcher Zeitung thematisieren heute die Situation im Südsudan. Zehn Jahre sind seit der Unabhängigkeit vergangen, doch vom Aufbau eines funktionierenden Staates sei das Land weit entfernt. Stattdessen gebe es ethnische Rivalitäten, einen politischen Verteilungskampf und andauernde Gewalt und Unsicherheit. Zudem herrschte zwischen 2013 und 2018 ein Bürgerkrieg, bei dem rund 400.000 Menschen starben. Das sozioökonomische Niveau sei eines der niedrigsten der Welt und im Antikorruptionsindex von Transparency International belege das Land den vorletzten Platz. Gründe für das Staatsversagen seien unter anderem die Vernachlässigung des Staates seitens internationaler Gemeinschaften, das eigennützige Verhalten der Führungselite und der ungelöste Machtkampf zwischen Präsident Kiir und Vizepräsident Machar. Hoffnung auf Besserung liege in den für 2023 angesetzten Neuwahlen und internationaler Unterstützung durch die USA und die EU.

3. Schnelle Corona-Hilfen für Namibia gefordert

Die Tageszeitung (taz), Deutsche Welle und Migazin berichten über die katastrophale Pandemiesituation in Namibia. Das Land habe eine fünffach höhere Mortalitätsrate als das ebenfalls hart getroffene Nachbarland Südafrika. Mehr als 250 Personen und Organisationen fordern von der Bundesregierung deshalb eine schnellere und umfassendere Unterstützung. Deutschland trage gegenüber Namibia aufgrund der kolonialen Vergangenheit eine besondere historische und politische Verantwortung. Auch die Entwicklungsorganisation ONE fordere vor dem Treffen der G20-Finanzminister*innen laut Handelsblatt, Welt und Kurier  Milliardenhilfen und mehr Impfstoff für arme Länder, die besonders unter der Corona-Pandemie leiden. Neben der Pandemiebekämpfung gelte beim G20 Treffen eine globale Mindeststeuer als wichtigstes Thema, schreiben Tagesschau.de und Deutschlandfunk.

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Haiti: Eins von drei Kindern benötigt humanitäre Hilfe

Unicef - 9. Juli 2021 - 13:00
Rund ein Drittel der Kinder in Haiti - mindestens 1,5 Millionen - sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. 
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