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The EU’s Carbon Border Adjustment – proceed with caution

DIE Blog - 14. Juli 2021 - 14:00

Today, the European Commission presented its “Fit-for-55” proposal which includes a Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM). The CBAM would impose a levy on imports into the EU based on their CO2 content from 2023. As part of the European Green Deal, Commission President von der Leyen had announced this instrument two years ago in order to be able to implement more ambitious climate policy targets without energy-intensive sectors shifting their emissions abroad (carbon leakage). Following the Commission’s proposal, the CBAM must now be spelled out in detail by the EU member states and the European Parliament. Going forward, it is key to ensure that the CBAM is effective in fighting climate change, that it is WTO compatible and, above all, that it has as few ramifications as possible for foreign policy and for developing countries in particular.

International perceptions of the EU CBAM?

With its initiative, the EU is sending clear signals to the outside world. The EU wants to position itself once again as a global leader in climate policy in the run-up to the COP26 in November. On the international stage, however, numerous negative reactions to the EU initiative emerged – to the European Green Deal and to carbon border adjustments specifically. Several sceptical readings of the CBAM exist. One is that the EU wants to introduce the tool to improve domestic competitiveness. Another reading is that the EU ignores potential negative consequences for imports from small and poor countries. And lastly, the perception is that the EU is mainly interested in filling its coffers with the CBAM.

In light of the EU proposal, these concerns from partner countries are at least partially justified. The coming weeks and months will tell to what extent the EU will address them.

How to improve the EU CBAM

How could the EU CBAM be improved? We see the following three entry points as particularly important.

First: In the legislative process, the main purpose of the CBAM, namely climate protection, has to remain in focus and also be communicated internationally. The draft extends the existing EU emissions trading system by requiring importers to pay the actual EU CO2 price for goods purchased abroad in five sectors (steel, cement, electricity, fertilizer and aluminium). The data base on embedded CO2 is collected both from emissions data abroad and from default values. This approach requires a willingness to cooperate and has to be embedded in climate policy cooperation with the countries of origin.

Second, the EU has to ensure that poor countries are not negatively affected by the CO2 border adjustment. This is required both by the principles of the Paris Agreement and the special World Trade Organization rules for Least Developed Countries (LDCs). LDCs who supply very small amounts of energy-intensive goods to the EU should thus be excluded from the CBAM. This can be implemented simply by “de minimis“ clauses that relate to the quantities traded or by negotiating exemptions for particular countries.

Third, the EU should earmark most of the revenue from the CBAM for climate policy purposes in third countries. The focus should be on investments to decarbonise the five sectors covered by the CBAM in emerging and developing countries. Possible ways forward for revenue recycling include establishing investment funds or setting up bilateral climate partnerships.

The essential role of international cooperation

As international cooperation is key to the success of a CBAM, the EU has to address the concerns of partner countries. It needs to reflect on points from partner countries, and understand the Green Deal as a truly global deal. To this end, the European Commission, the European Parliament and the Member States have to consider basic fairness principles, impacts on the poor countries and engage in intensive discussions with major trading partners. Complementing the CBAM proposal with global diplomatic efforts, explaining the approach and negotiating details of application are crucial for its success. Only then will it be possible to prevent trade sanctions and further strengthen the EU’s claim to leadership in climate policy.

Der Beitrag The EU’s Carbon Border Adjustment – proceed with caution erschien zuerst auf International Development Blog.

Unsicherheit und Hunger: Humanitäre Hilfe in Tigray jetzt

Welthungerhilfe - 14. Juli 2021 - 13:57
Die Situation in der Region Tigray in Äthiopien bleibt auch nach dem einseitigen Waffenstillstand und dem Abzug der äthiopischen Regierungstruppen angespannt. Die Versorgungslage ist längst kritisch. Tausende Menschen sind auf der Flucht und auf Unterstützung angewiesen. Bündnis Entwicklung Hilft beobachtet die Situation mit großer Sorge und fordert sicheren Zugang für dringend benötigte humanitäre Hilfe.
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14. Juli 2021

ONE - 14. Juli 2021 - 12:45

1. Dutzende Tote nach Unruhen in Südafrika

Seit der Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten Zuma gibt es großflächige Ausschreitungen in mehreren Regionen Südafrikas, über deren Verschärfung unter anderem die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung, der Tagesspiegel und die Deutsche Welle berichten. Mittlerweile gebe es mehr als 70 Tote durch gewalttätige Proteste. Plünderungen und Brandstiftungen haben wichtige Lieferketten unterbrochen und können Südafrika einem “großen Risiko von Lebensmittel- und Medikamentenunsicherheit” aussetzen, so Präsident Cyril Ramaphosa. Besonders während der Corona-Pandemie könne das lebensbedrohliche Folgen haben. Südafrika sei das am schwersten von dem Virus betroffene afrikanische Land. Die Pandemie habe die Wirtschaft in eine schwere Krise gestürzt und zu steigenden Arbeitslosenzahlen geführt.

 

2. UN-Studie warnt vor weltweiter Bildungsschere

Tagesschau.de und Deutschlandfunk thematisieren eine neue UN-Studie, die Bildungsunterschiede verschiedener Länder aufgrund pandemiebedingter Schulschließungen aufzeigt. In weniger als einem Drittel der Länder mit geringem oder mittlerem Einkommen seien alle Schüler*innen in den Unterricht zurückgekehrt. Die Gefahr von Bildungsrückständen und Schulabbrecher*innen sei groß. Vor allem Mädchen in Entwicklungsländern würde drohen, aus dem Bildungssystem herauszufallen. In den Daten aus 142 Ländern zeige sich teils ein erheblicher Unterschied in der Dauer des Schulausfalls und der Ersatzformen für Präsenzunterricht. In reichen Staaten seien die Schulen 2020 im Durchschnitt 53 Tage geschlossen geblieben, in Staaten mit einem mittleren Einkommen dagegen 115 Tage. Doch laut dem für Bildung zuständigen Unicef-Direktor Robert Jenkins genüge es nicht, die Klassenräume erneut zu öffnen. Es seien Förderprogramme nötig, um Rückstände aufzuarbeiten und besonders Mädchen und vulnerablen Kindern zu helfen.

 

3. Müller fordert Weitergabe von überschüssigen Impfdosen

Wie die Welt und die Rheinische Post berichten, sollen Industriestaaten Deutschlands Beispiel folgen und Impfdosen an von Armut betroffene Länder abgeben. Das fordere Entwicklungsminister Müller. Die ungleiche Verteilung der Impfstoffe weltweit gefährde den globalen Kampf gegen die Pandemie. Deswegen müsse das Impftempo weltweit mit Hilfe der Industrieländer erhöht werden. Auch der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann halte es für nicht verantwortbar, Dosen im Land verfallen zu lassen, während weltweit Millionen Menschen keinen Zugang zu Impfstoffen haben. Das Land NRW wolle deswegen bis Ende Juli 20.000 Dosen AstraZeneca mit baldigem Verfallsdatum abgeben.

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Hautfarbe und Wohlstand entkoppeln

E+Z - 14. Juli 2021 - 11:59
Rassismus besteht fort, weil unterdrückte Gruppen von Machtpositionen ferngehalten werden

Systemischer Rassismus bewirkt, dass bestimmte Menschen, zum Beispiel mit dunkler Hautfarbe, ärmer sind als andere, schlechtere Bildungschancen und Jobmöglichkeiten haben, schwerer eine Wohnung finden oder vor Gericht benachteiligt sind. Im schlimmsten Fall erfahren sie Gewalt, bis hin zu tödlicher Gewalt – sogar von denjenigen, deren Aufgabe ihr Schutz ist: Polizisten. Beispiele dafür gibt es nicht nur in den USA, wo einige schockierende Fälle die Black-Lives-Matter-Bewegung groß gemacht haben.

Doch so weit muss es gar nicht gehen. Auf dem Schulhof wegen äußerer Merkmale herabgewürdigt zu werden, auf der Straße beleidigende Ausdrücke zu hören oder im Geschäft, im Fitnessstudio oder im Bus abfällig behandelt zu werden – all das kann das Selbstwertgefühl mindern. Wer stets wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt wird, verhält sich irgendwann auch so.

Dass institutioneller Rassismus fortbesteht, liegt unter anderem daran, dass unterdrückte Gruppen von Machtpositionen ferngehalten werden. Dazu müssen sie noch nicht einmal in der Minderheit sein: Im südafrikanischen Apartheidsregime herrschte die weiße Minderheit, und in vielen asiatischen Ländern haben heutige Eliten hellere Haut als die Mehrheit der Menschen. Es ist Teil der Diskriminierung, dass die Interessen der Betroffenen nicht angemessen berücksichtigt werden – und sich somit nichts ändert.

Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Dafür bilden Gesetze eine wichtige Grundlage: Recht muss für alle gleich gelten. Quotenregelungen bei Arbeits- oder Studienplätzen (auf US-Englisch „affirmative action“) können helfen, eklatante Missverhältnisse auszugleichen. Allerdings können sie auch Ressentiments bei denen wecken, die nicht davon profitieren.

Es ist Aufgabe von Politik, Justiz und Gesellschaft, Chancengerechtigkeit herzustellen und Hautfarbe von Wohlstand zu entkoppeln. Die breiteste gesamtgesellschaftliche Akzeptanz erfahren dabei in der Regel Maßnahmen, die nicht nur diskriminierten Gruppen zugutekommen, sondern allen benachteiligten Menschen. Am besten funktionieren universelle Sozialleistungen, die im Prinzip alle bekommen können, die darauf angewiesen sind. Individuell spielt für den Bezug Herkunft, Hautfarbe, ethnische Zugehörigkeit oder Geschlecht also keine Rolle. Benachteiligte Gruppen profitieren aber besonders, weil in ihnen der Anteil der Bezugsberechtigten überdurchschnittlich groß ist.

Rassistische Vorstellungen sind oft tief verwurzelt, auch bei Menschen, die sich selbst nicht als Rassisten sehen. Hier gilt es ebenfalls anzusetzen: durch Aufklärung und Sensibilisierung, durch Vorbilder und Erfahrungen, die jede und jeder machen kann. Die meisten Vorbehalte gegenüber Schwarzen in Deutschland gibt es dort, wo die wenigsten leben. Doch auch wenn sich die Gesellschaft öffnet, wird es vermutlich immer Rassisten geben. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass sie nicht an den entscheidenden Hebeln sitzen, keine Macht über andere ausüben und keine Waffen tragen. Das ist kein „umgekehrter Rassismus“ – sondern Menschenschutz.

Katja Dombrowski ist Redakteurin von E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit /D+C Development and Cooperation.
euz.editor@dandc.eu

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UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore gibt Rücktritt bekannt

Unicef - 14. Juli 2021 - 11:15
Henrietta Fore tritt aus privaten Gründen von ihrem Amt als UNICEF-Exekutivdirektorin zurück. Das gab sie gestern in einem Statement bekannt
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Steuern statt wohltätige Spenden

E+Z - 14. Juli 2021 - 10:40
Gemeinwohlorientierte Politik erfordert breit angelegte Debatten und verantwortliche Regierungsführung

Wie die beiden ihr Leben leben, ist ihre Privatsache, und wie sie ihr Geld ausgeben, ebenfalls. Sie beanspruchen, das Gemeinwohl zu fördern – aber wie sie es definieren, ist  abermals Privatsache. 2019 machte die Gates-Stiftung Spenden im Gesamtwert von 5 Milliarden Dollar. Sie unterstützt Dinge wie Impfungen, erneuerbare Energie und Geschlechtergleichstellung. Letzteres liegt allerdings Melinda mehr am Herzen als Bill. Medienberichten zufolge interessiert er sich für Technik und sie sich für Gesellschaftspolitik.

In gewissem Maß verdienen Reiche Lob für wohltätiges Handeln. Groß angelegte Philanthropie spiegelt allerdings oligarchische Machtverhältnisse wider. Scheinbar selbstloses Handeln kann durchaus umstrittene Technologien fördern. Die Gates-Stiftung findet denn auch genetisch manipulierte Lebensmittel in ihrer Agrarförderung okay. Superreichen Unternehmern schlägt zudem Misstrauen entgegen. Die Verschwörungstheorie, der zufolge die Gates-Stiftung bei Impfungen zu Überwachungszwecken Mikrochips in Menschen injizieren lässt, ist selbstverständlich Unfug – aber sie zeigt, dass nicht alle den guten Absichten von Milliardären trauen.

Gates hat sein gewaltiges Vermögen auch nicht einfach in freier marktwirtschaftlicher Konkurrenz erworben. Kunden kauften die Software der von ihm gegründeten Firma Microsoft in den 1980er Jahren nicht, weil sie besonders gut war. Wer sich für Microsoft entschied, wusste, dass die eigene Computerausstattung mit anderen kompatibel sein würde. Der Erfolg beruhte auf einem Netzwerkeffekt. Die Nische, in der das Unternehmen gedieh, entstand, als Wettbewerbshüter die Marktmacht von IBM begrenzten. In den 1990er-Jahren richteten sich Kartellverfahren dann gegen Microsoft selbst. Staatliche Regulierer verhinderten, dass Gates sich das Internet mit monopolistischer Macht unterwarf.

Superreichen Eliten darf weder die Definition des Gemeinwohls noch seine Finanzierung überlassen werden. Nötig sind breite öffentliche Debatten und verantwortliche Regierungsführung. Neben Unternehmensinteressen verdienen auch soziale und ökologische Themen Beachtung. Steuern dienen der Finanzierung öffentlicher Güter – von Straßen über Schulen und Krankenhäuser bis hin zur Justiz. Staatliche Umverteilung verhindert zudem inakzeptable Armut. Eine gerechte Gesellschaftsordnung beruht nicht auf der Wohltätigkeit der finanziell Stärksten. Sie erfordert einen Gesellschaftsvertrag, der alle nach ihren Kräften ihren Anteil leisten lässt. Wir leben nicht mehr in der feudalen Ära, in der vermutet wurde, die Reichsten und Stärksten könnten über alles am besten entscheiden.

Allerdings hat die internationale Staatengemeinschaft in den vergangenen Jahrzehnten bestimmte Großunternehmen Steuerschlupflöcher nutzen und manche Investoren extrem reich werden lassen. Wir haben eine globale Ordnung für den Handel, aber nicht für das Steuerwesen. Es ist deshalb gut, dass Regierungen bei der gemeinsamen Arbeit an einer internationalen Mindestbesteuerung von Konzernen vorankommen.

Im Juli stimmten die Finanzminister der 20 größten Volkswirtschaften (G20) in Venedig ein Konzept ab, das von 130 Regierungen unterstützt wird. Die globale Koordination von Steuerpolitik widerspricht übrigens nicht nationaler Souveränität. Sie macht sie langfristig möglich. Um wechselseitige Unterbietung zu beenden und überall ausreichende Staatseinnahmen sicherzustellen, muss allerdings noch viel passieren – und in Zeiten der rasant eskalierenden Klimakrise wirkt jeglicher Fortschritt arg langsam. Die Richtung stimmt aber.

PS.: Ungleichheit ist mittlerweile extrem. Manche Milliardäre machen mit Philanthropie ihren Wohlstand sichtbar; andere protzen ohne große Gemeinwohlansprüche mit privater Raumfahrt. Das Motto der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) ist, niemanden zurückzulassen. Die Erfüllung des Wunsches weniger extrem reicher Menschen, mal kurz im All Schwerelosigkeit zu erleben, steht nicht auf der SDG-Agenda.

Hans Dembowski ist Chefredakteur von E+Z/D+C.
euz.editor@dandc.eu

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Creating Synergies Toward Fair, Healthy and Sustainable Food Systems

SCP-Centre - 14. Juli 2021 - 10:00

As a central part of the EU Green Deal, the Farm to Fork Strategy aims at making food systems fair, healthy, and environmentally-friendly. However, this goal can only be achieved if all actors between the farm and the fork come together and work in aligned ways. The new Code of Conduct for Responsible Business and Marketing Practices sets out common aspirations and indicative actions for actors to voluntarily align, commit, and contribute to accelerating the transition toward sustainable food systems. At the CSCP, we look forward to collaborating with all our current and future partners in turning this code into an opportunity for making sustainable and resilient food systems the norm.

The Code of Conduct aims to improve sustainability on three levels: in relation to food consumption patterns for healthy and sustainable diets; with internal processes, operations and organisation at the level of actors in the middle part of the food chain; and throughout the supply chain, in liaison with primary producers and other actors. For each level, common aspirations (expressed in objectives and targets) and indicative actions have been set.

A cross-cutting aspirational objective is the prevention and reduction of food waste. The aspirational target is a 50 % reduction of per capita food waste at the retail and consumer level by 2030 and reduced food loss along the food production and supply chains in the EU. As moderators of the Dialogue Forum for the Reduction of Food Waste in Wholesale and Retail, we have joined hands with key relevant actors to come up with data, measures, and action that lead to a systematic reduction of food waste in these sectors. We congratulate our Dialogue Forum members REWE Group and Metro for already signing the code of conduct. Through the Dialogue Forum and our other projects, we look forward to closely working with them and all upcoming signatories in turning this code of conduct into an opportunity for wholesalers and retailers to become frontrunners in the transition to sustainable food systems.

In view of changing consumption patterns, key objectives of the new code are reducing the environmental impact of food consumption by 2030 and reversing malnutrition and diet-related noncommunicable diseases in the EU. In order to achieve the consumption patterns prescribed in the code, mapping key food consumption behaviours, recognising patterns, and pointing out drivers are all vital prerequisites. In projects like VALUMICS we focus on doing just that as well as identifying, supporting, and engaging relevant stakeholders to drive positive change. The recent VALUMICS publication Food Consumption Behaviours in Europe provides evidence-based insights on consumption behaviours throughout different countries and identifies pathways toward making European food systems more sustainable and resilient.

The Code of Conduct for Responsible Business and Marketing Practices represents a unique opportunity to create synergies, enhance existing collaborations and start new ones toward mainstreaming sustainable food systems. We look forward to using this momentum in supporting companies to generate climate-neutral growth and pioneer the way to resilient food systems.

For further questions, please contact Nora Brüggemann.

Image by Elaine Casap on Unsplash.

Der Beitrag Creating Synergies Toward Fair, Healthy and Sustainable Food Systems erschien zuerst auf CSCP gGmbH.

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Wie nachhaltig ist der Online-Lebensmittelvertrieb und digitale Mobilitätsplattformen?

reset - 14. Juli 2021 - 6:19
Verschiedene digitale Plattformen wollen durch den Zugang zu nachhaltigen Lebensmitteln und alternativen Mobilitätsangeboten Umwelt und Klima entlasten. Doch wie nachhaltig sind diese Plattform wirklich? Das Öko-Institut hat das in einer neuen Studie untersucht.
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Generalsekretär Mathias Mogge zum aktuellen Welternährungsbericht

SID Blog - 13. Juli 2021 - 21:10

13.07.2021 | Statement

Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, erklärt anlässlich der Vorstellung der neuen Hunger-Zahlen für 2020 durch die Vereinten Nationen in New York:

„Der Hunger ist weltweit weiter auf dem Vormarsch. Die Zahl der Unterernährten ist laut UN-Bericht innerhalb eines Jahres um bis zu 161 Millionen Menschen gestiegen. Das ist mehr als in den fünf Vorjahren zusammen. Für die Weltgemeinschaft muss der Anstieg auf insgesamt bis zu 811 Millionen unterernährte Menschen ein Weckruf sein, denn für die betroffenen Menschen ist es eine lebensbedrohende Katastrophe. Schon vor der Corona-Pandemie haben bestehende Krisen, insbesondere der Klimawandel und bewaffnete Konflikte den Hunger in vielen Weltregionen verschärft. Die Corona-Krise hat diese Tendenzen massiv verschärft, Corona ist zum Hungervirus mutiert.

Um den Trend des zunehmenden Hungers umzukehren, muss die Staatengemeinschaft jetzt schnell und entschlossen handeln: gegen COVID-19, Konflikte und Klimakrise und für ein gerechtes und nachhaltiges Ernährungssystem. Die Corona-Pandemie besiegen wir nur gemeinsam oder gar nicht, deshalb brauchen wir globale Impfgerechtigkeit und müssen diejenigen unterstützen, die in der Folge der Pandemie ihre Existenzgrundlage verloren haben. Kriege und Konflikte wiederum, wie bspw. in Syrien oder in Äthiopien, müssen politisch gelöst werden, sonst bleiben sie Hungertreiber. Außerdem haben Menschen nur dort eine Existenzgrundlage, wo die Klimakrise nicht die Früchte der Landwirtschaft zerstört.

Auch wo die Ernährung nicht von den Folgen von Krieg und Klimawandel bedroht ist, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, mit denen sich alle Menschen gesund ernähren können, ohne die Natur und das Klima zu zerstören. Denn nur, wenn Lebensmittel vom Acker bis zum Teller gerecht und nachhaltig produziert werden, kann Hungerbekämpfung erfolgreich sein.“

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 10.369 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.





UN-Bericht: Pandemiejahr verschärft Hunger weltweit

SID Blog - 13. Juli 2021 - 21:08
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UN-Bericht: Pandemiejahr verschärft Hunger weltweit

Afrika verzeichnet größten Anstieg / Die Welt ist an einem kritischen Wendepunkt und muss jetzt handeln, um den Hunger bis 2030 zu beenden

Gemeinsamer Bericht von FAO, IFAD, UNICEF, WFP und WHO

© UNICEF/UN0343155/Pazos

Rom/New York/Köln, den 12. Juli 2021 // Wie die Vereinten Nationen heute mitteilten, hat sich der Hunger weltweit im Jahr 2020 dramatisch verschlimmert – ein Großteil davon hängt wahrscheinlich mit den Folgen von Covid-19 zusammen. Laut dem UN-Bericht war im vergangenen Jahr schätzungsweise ein Zehntel der Weltbevölkerung – bis zu 811 Millionen Menschen – unterernährt. Diese Zahl lässt ahnen, dass enorme Anstrengungen nötig sein werden, um den weltweiten Hunger bis 2030 zu beenden.

Die diesjährige Ausgabe des UN-Berichts „Die Situation der Nahrungsunsicherheit und Ernährung in der Welt" ist die erste globale Studie dieser Art in der Zeit der Pandemie. Der Bericht wird gemeinsam von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), dem UN-Welternährungsprogramm (WFP) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht.

Die UN-Organisationen hatten bereits in vorherigen Berichten davor gewarnt, dass die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen – darunter viele Kinder – auf dem Spiel steht. „Leider legt die Pandemie immer wieder Schwachstellen in unseren Ernährungssystemen offen, die das Leben und die Lebensgrundlagen von Menschen auf der ganzen Welt bedrohen", schreiben die Leiter*innen der fünf UN-Organisationen in ihrem Vorwort.

Sie warnen vor einem „kritischen Wendepunkt", setzen jedoch Hoffnung auf verstärkte diplomatische Anstrengungen. „Dieses Jahr bietet mit dem bevorstehenden UN Food Systems Summit, dem Nutrition for Growth Summit und der UN-Klimakonferenz COP26 eine einmalige Gelegenheit, die Ernährungssicherheit und den Ernährungszustand durch die Umgestaltung der Ernährungssysteme zu verbessern. Die Ergebnisse dieser Veranstaltungen werden die zweite Hälfte der UN-Dekade für Ernährung prägen", so die Leiter*innen der fünf UN-Organisationen.

Die Zahlen im Detail

Seit Mitte der 2010er-Jahre ist die Zahl der an Hunger leidenden Menschen kontinuierlich angestiegen und hat die Hoffnung auf einen bleibenden Rückgang zunichtegemacht. Besonders besorgniserregend ist, dass die Zahl der an Hunger leidenden Menschen im vergangenen Jahr sowohl absolut als auch proportional angestiegen ist – und das schneller als die Bevölkerung zunahm: Schätzungsweise 9,9 Prozent aller Menschen waren im vergangenen Jahr unterernährt, verglichen mit 8,4 Prozent im Jahr 2019.

Mehr als die Hälfte der unterernährten Menschen (418 Millionen) leben in Asien, mehr als ein Drittel (282 Millionen) in Afrika und ein kleinerer Anteil (60 Millionen) in Lateinamerika und der Karibik. Prozentual gesehen verzeichnet Afrika den stärksten Anstieg von Hunger – mit schätzungsweise 21 Prozent ist der Anteil der unterernährten Menschen dort mehr als doppelt so hoch wie in jeder anderen Region.

Auch andere Indikatoren für 2020 zeichnen ein düsteres Bild: Insgesamt hatten mehr als 2,3 Milliarden Menschen (oder 30 Prozent der Weltbevölkerung) nicht das ganze Jahr über Zugang zu angemessener Nahrung. 2020 ist die Prävalenz von moderater oder schwerer Ernährungsunsicherheit so stark angestiegen wie in den vergangenen fünf Jahren zusammen. Zudem nahmen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zu: Auf 10 Männer, die unter Nahrungsunsicherheit litten, kamen 11 Frauen (verglichen mit 10,6 im Jahr 2019). 

Mangelernährung in all ihren Formen bleibt weiterhin verbreitet – Kinder zahlen dafür einen hohen Preis: Im Jahr 2020 waren schätzungsweise 149 Millionen Kinder unter fünf Jahren wachstumsverzögert (engl. „stunted"), das heißt zu klein für ihr Alter; mehr als 45 Millionen waren ausgezehrt (engl. "wasted") und hatten ein zu geringes Gewicht für ihre Körpergröße. Weitere 39 Millionen Kinder waren übergewichtig.

Drei Milliarden Menschen konnten sich im Jahr 2020 nicht gesund ernähren, größtenteils, weil Nahrungsmittel zu teuer und damit nicht erschwinglich waren. Fast ein Drittel der Frauen im gebärfähigen Alter litt an Blutarmut. Trotz einiger Fortschritte ist die Welt nicht auf dem Weg, die nachhaltigen Entwicklungsziele zur Beendigung von Hunger zu erreichen.

Weitere Ursachen für Hunger und Mangelernährung

In vielen Teilen der Welt hat die Pandemie schwere Rezessionen ausgelöst und den Zugang zu Nahrung erschwert. Doch schon zuvor litten immer mehr Menschen an Hunger und die Fortschritte bei der Bekämpfung der Mangelernährung kamen nur langsam voran. Dies gilt umso mehr für Länder, die von Konflikten, Klimaextremen oder weiteren wirtschaftlichen Herausforderungen betroffen sind oder gegen große Ungleichheiten ankämpfen.

Laut dem UN-Bericht wird die internationale Gemeinschaft bei aktuellen Trends Ziel 2 der nachhaltigen Entwicklungsagenda um rund 660 Millionen Menschen verfehlen. 30 Millionen davon könnten auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen sein.

Aufruf zum Handeln

Wie bereits im UN-Bericht des Vorjahres dargelegt müssen Ernährungssysteme umgestaltet werden, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten und allen Menschen eine gesunde Ernährung zu ermöglichen. Der diesjährige Bericht skizziert sechs „Transformationspfade". Diese, so die Autoren, beruhen auf einer „kohärenten Reihe von politischen Maßnahmen und Investitionen", um den Ursachen von Hunger und Mangelernährung entgegenzuwirken.

Abhängig von den Ursachen von Hunger in dem jeweiligen Land fordert der Bericht die Regierungen dazu auf:

  • Humanitäre, entwicklungspolitische und friedensfördernde Maßnahmen in Konfliktgebieten zu integrieren: Soziale Sicherungsprogramme etwa sollen verhindern, dass Familien ihren geringen Besitz für Nahrungsmittel verkaufen müssen;
  • Die Klimaresilienz im gesamten Nahrungssystem zu erhöhen: So sollte zum Beispiel Kleinbauern ein breiter Zugang zu Klima-Risikoversicherungen und prognosebasierter Finanzierung ermöglicht werden;
  • Die Widerstandsfähigkeit der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen in wirtschaftlichen Notlagen zu stärken: So können Bargeldhilfen die Auswirkungen von Schocks oder Preisschwankungen verringern;
  • Interventionen entlang der Versorgungsketten zu fördern, um die Kosten für nahrhafte Lebensmittel zu senken: Zum Beispiel sollen der Anbau von biofortifizierten Nutzpflanzen gefördert oder der Marktzugang für Obst- und Gemüsebauern erleichtert werden;
  • Armut und strukturelle Ungleichheiten zu bekämpfen: So sollten beispielsweise Lebensmittel-Wertschöpfungsketten in armen Gemeinden durch Technologietransfer und Zertifizierungsprogramme gefördert werden;
  • Das Ernährungsumfeld zu stärken und das Verbraucherverhalten zu ändern: So sollten Salz- oder Zuckergehalt in Lebensmitteln reduziert und Kinder vor negativen Auswirkungen des Lebensmittelmarketings geschützt werden.

Der Bericht fordert darüber hinaus ein unterstützendes Umfeld aus Steuerungsmechanismen und Institutionen, die diesen wichtigen Wandel ermöglichen. Er fordert von Regierungen, sich umfassend zu beraten, Frauen und junge Menschen zu stärken sowie Daten und neue Technologien zugänglich zu machen. Vor allem aber müsse die Welt sofort handeln – oder zusehen, wie die Ursachen von Hunger und Mangelernährung in den kommenden Jahren mit zunehmender Intensität zurückkehren, lange nachdem der Schock der Pandemie vorüber ist.

Service für Redaktionen:

Der vollständige Bericht auf Englisch steht hier zur Verfügung.


Welthungerhilfe zur Entscheidung des UN-Sicherheitsrats über Syrien-Hilfe

SID Blog - 13. Juli 2021 - 21:07

09.07.2021 | Statement

Die Entscheidung des UN-Sicherheitsrats über die Offenhaltung des letzten verbleibenden Grenzübergangs für UN-Hilfsgüter von der Türkei nach Syrien kommentiert Konstantin Witschel, Syrien-Koordinator der Welthungerhilfe:

„Wir sind erleichtert, dass der UN-Sicherheitsrat nach zähem Ringen entschieden hat, einen Grenzübergang von der Türkei nach Syrien für Hilfsgüter der Vereinten Nationen offen zu halten. Das eine wichtige Entscheidung, mit der eine humanitäre Katastrophe zunächst abgewendet wurde – zumindest bis die Resolution erneut ausläuft.

Rund 2,7 Millionen Binnenvertriebene sitzen im Nordwesten Syriens an der Grenze zur Türkei unter teilweise katastrophalen Bedingungen fest. Fehlende Einkommensmöglichkeiten und steigende Preise für Brot, Gemüse und Früchte verschärfen den Hunger unter den Bürgerkriegsopfern. Mehr als eine Million Menschen ist von der grenzüberschreitenden Nahrungsmittelhilfe der Vereinten Nationen abhängig, auch die Impf-Kampagne gegen COVID-19 in der Region stand auf dem Spiel. Es ist bedauerlich, dass der Sicherheitsrat sich nicht zur Wiederöffnung weiterer Grenzübergänge für humanitäre Hilfe durchringen konnte, denn im zehnten Jahr des Konflikts kann die humanitäre Hilfe kaum mit dem wachsenden Bedarf von immer mehr notleidenden Menschen in ganz Syrien Schritt halten.

Um künftig zu vermeiden, dass die Menschen in Nordwest-Syrien erneut in den Abgrund blicken müssen, sollten Nichtregierungsorganisationen finanziell gestärkt werden, die unabhängig von der Resolution arbeiten können, denn es ist klar, dass wir im kommenden Jahr erneut in der gleichen Situation sein werden“, sagt Konstantin Witschel, Syrien-Koordinator der Welthungerhilfe.

Die Welthungerhilfe hilft in Syrien sowie in den Nachbarländern Türkei und Libanon Menschen, die vor dem Krieg in Syrien geflohen sind. Im Jahr 2020 unterstützte die Welthungerhilfe in Syrien über 600.000 Menschen größtenteils durch Nahrungsmittelhilfe, z.B. Nahrungsmittelgutscheine, Mehllieferungen für Bäckereien und Saatgut, Dünger und Werkzeuge für die landwirtschaftliche Produktion.

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 10.369 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

Herausgeber:

Deutsche Welthungerhilfe e.V.
Pressestelle
Friedrich-Ebert-Straße 1
53173 Bonn
IBAN: DE15 3705 0198 0000 0011 15
BIC: COLSDE33

Ansprechpartner:

Ulrich Schlenker
Deputy Head of Communications
Telefon 030 - 288 749 16
Mobil 0172 / 2525962
ulrich.schlenker@welthungerhilfe.de

Catherine Briones

Assistenz
Telefon 0228 - 2288 640
presse@welthungerhilfe.de

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Bad Pyrmont erhält das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“

Unicef - 13. Juli 2021 - 17:00
Die Stadt Bad Pyrmont erhält heute das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Damit würdigt der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. die Verabschiedung eines Aktionsplans, der die kommunale Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention zum Ziel hat. 
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„Die Wiedereröffnung von Schulen kann nicht warten“

Unicef - 13. Juli 2021 - 14:20
Statement von UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore und UNCESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay vom 12. Juli 2021
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SDG 2 – Eine Welt ohne Hunger? Laut UN-Hungerbericht noch lange nicht!

EINEWELTblabla - 13. Juli 2021 - 14:19

Hunger. Im Grunde genommen kennt jeder Mensch auf der Welt dieses Gefühl. Doch wirklichen Hunger, dauerhaft und so intensiv, dass er das eigene Leben bedroht, den kennen nicht alle Menschen. Und doch ist die Zahl der Menschen, die unter Hunger leiden, viel zu groß. Der Welthungerbericht der UN zieht eine traurige Bilanz: Weltweit ist die Zahl der hungernden Menschen im Vergleich zum letzten Jahr weiter gestiegen. Dabei sollte es doch bis 2030 nach den Nachhaltigkeitszielen der UN keinerlei Hunger mehr geben. Doch von diesem Ziel sind wir weit entfernt.

Das SDG2: Kein Hunger

2015 hat die UN die Agenda 2030 verabschiedet – ein globaler Plan zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz unseres Planeten. Teil des Fahrplans sind die 17 Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals oder auch kurz SDGs genannt). Verschiedene Ziele sind keine Armut, eine hochwertige Bildung für alle Menschen oder weniger Ungleichheiten. SDG 2 stellt das Ziel der Weltgemeinschaft dar, bis 2030 jegliche Form von Hunger, Mangel- und Fehlernährung zu beenden. Von dem Erreichen dieses Ziels sind wir jedoch noch weit entfernt – und entfernen uns leider auch immer weiter davon. Denn die Zahl der hungernden Menschen weltweit steigt.

Der UN-Hungerbericht

Gestern, am 12. Juli 2021, hat die UN den Welthungerbericht („Die Situation der Nahrungsunsicherheit und Ernährung in der Welt“) für das Jahr 2020 veröffentlicht. Laut des Berichts hungern mittlerweile weltweit bis zu 811 Millionen Menschen – fast 10 Prozent der Weltbevölkerung. Schätzungen zufolge sind das 70 bis 161 Millionen Menschen mehr als im Jahr 2019, ein Anstieg von 1,5 Prozentpunkten. Dies ist ein starker Anstieg, in den Vorjahren bewegte sich die Steigerung lediglich zwischen 0,1 und 0,2 Prozentpunkten.

Geographische und demographische Unterschiede

Mehr als die Hälfte der Menschen, die an Unterernährung leiden, leben in Asien. Am meisten ist  der Hunger jedoch in Afrika gestiegen. Dort sind mit einem Anteil von 21 Prozent an der Bevölkerung mehr als doppelt so viele Menschen unterernährt wie in anderen Regionen der Erde. Zum Vergleich: In Nordamerika und Europa beträgt der Anteil unterernährter Menschen weniger als 2,5 Prozent.

Frauen waren im Schnitt häufiger von Hunger und Mangelernährung betroffen als Männer. Doch vor allem Kinder leiden stark unter Hunger. Mehr als 149 Millionen Kinder unter 5 Jahren wiesen Wachstumsstörungen auf und waren zu klein für ihr Alter.

Ursachen für den Anstieg

Die wohl offensichtlichste Ursache für den Anstieg des Hungers weltweit ist die COVID-19-Pandemie. Viele verloren ihre Arbeit, die Wirtschaft der Länder litt unter den Folgen und die Menschen hatten keinen gesicherten Zugang zu Nahrungsmitteln mehr. Doch auch der Klimawandel muss als mögliche Ursache berücksichtigt werden. Madagaskar leidet beispielsweise momentan unter einer extremen Hungersnot durch Hitze und lange Dürreperioden, die die Ernte zerstört haben. Mehr zu den Hintergründen, Ursachen und Folgen von Hunger kannst du auch auf der Website der Welthungerhilfe erfahren.

Schätzungen zufolge wird das SDG 2 um rund 660 Millionen Menschen verfehlt werden. 30 Millionen davon werden auf die Pandemie zurückzuführen sein. Es bedarf nun also enormer Anstrengungen, dieses ambitionierte Ziel dennoch zu erreichen und sich für das Menschenrecht auf Nahrung stark zu machen!

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von Siegfried Poepperl auf Unsplash.com.

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Ankara and Kabul: Opportunities – and Risks

SWP - 13. Juli 2021 - 13:54

Turkish President Recep Tayyip Erdoğan caused waves at the June 2021 NATO summit, announcing that Turkey would continue to protect Kabul airport following the complete NATO withdrawal. Kabul airport is Afghanistans principal air connection to the outside world, and vital for the security of diplomats and aid workers in the country.

The proposal needs to be seen in the context of the broad militarisation of Turkish foreign policy. In recent years, Ankara has deployed armed forces for geopolitical leverage in Syria, Somalia, Libya, the Eastern Mediterranean and Azerbaijan. The associated costs have remained very low, further emboldening Turkish policy-makers. In Somalia and Syria the Turkish military also gained experience operating in theatres where armed militants pose significant security challenges.

The main factor behind the airport proposal, however, is Turkish-American relations: Ankara hopes to regain favour with Washington after a string of diplomatic crises. The Turkish side knows its hand is weakened by issues such as its acquisition of the Russian S400 air defence system and Washingtons responses including CAATSA sanctions and removing Turkish manufacturers from the supply chain for the new F35 warplane. The proposal to help out in Afghanistan emerged as an obvious way to improve bilateral relations with Washington.

A Good Reputation

As the only Muslim-majority member of NATO, Turkey played important roles in Afghanistan. Former Turkish Foreign Minister Hikmet Çetin served as the NATOs first Senior Civilian Representative in Afghanistan and Turkish officers twice commanded the International Security Assistance Force (ISAF). There are currently 500 Turkish soldiers serving with the NATO mission. Turkey never deployed a combat force, however. The Taliban in turn avoided targeting Turkish forces; there has in fact only been one attack on a Turkish unit.

Additionally, Turkish state institutions and NGOs conduct a broad range of cultural and educational activities and supply extensive humanitarian aid. Reports confirm the ability of Turkish officials and volunteers to engage with Afghan society on equal terms. Shared religious and cultural elements certainly help. Although the Taliban accuses of Ankara being too pro-Uzbek, Turkey is viewed very positively across Afghan society. This, together with its ability to talk with all sides and its non-combat role in ISAF, places Turkey in a unique position. 

However, protecting Kabul airport would change the nature of Turkey’s involvement. While the Afghan government welcomed the idea, the Taliban has repeatedly declared that it will not tolerate even a residual foreign force. That implies that the Taliban would target Turkish troops risking drastic consequences for Turkey. In order to avoid this, Turkey’s extended stay requires prior agreement with all Afghan parties, and Ankara will use its diplomatic capacity to seek such an agreement. Moreover, rather than focusing solely on leaving a residual force, Turkey could use its diplomatic and humanitarian leverage to pursue a more comprehensive approach to the Afghan problem.

Intra-Afghan Agreement Needed

The current peace agreement involves only the United States and the Taliban; there is as yet no peace agreement between the Afghan government and the Taliban. As the withdrawal of NATO forces accelerates, the conflict is now between the Taliban and Afghan government forces. Despite NATO’s decades of investment, the Afghan army is no match for the Taliban. In fact, a major Taliban offensive is already under way. Kabul may not fall immediately, but time is on the side of the insurgents. But if the Taliban overplays its hand and tries to dominate the entire country, there will be a backlash, particularly from the non-Pashtun ethnic communities.

In that case, Afghanistan is likely to descend back into civil war. Under such circumstances, a Turkish military presence would be too risky and unsustainable, even with agreements with the government and the Taliban. Rather than focusing only on protecting Kabul airport, Turkey should place its diplomatic weight behind a peaceful settlement between the Taliban and the government before violence spirals out of control. The first step towards a broader agreement between the Afghan parties themselves would be for Ankara to reach agreement with each of them. This road is arguably a stony one, but offers much greater rewards. Turkey would certainly need the support of other countries to overcome the obstacles involved.

The first challenge is to bring the Taliban to the negotiating table with the Afghan government, which Turkey and the international community have so far failed to achieve. Here, Turkey can benefit from its exceptionally good relations with Pakistan and Qatar. Qatar is home to the Taliban’s only external office and relations are cordial. Pakistan, where many senior Taliban leaders reside, has the greatest leverage. Even though large segments of Afghan society frown on Pakistan’s involvement in their country, its influence over the Taliban would be crucial for reaching a negotiated settlement.

Europe should be more active and support Ankara’s efforts diplomatically and economically. As well as that being the morally right thing to do, Europe has a tangible interest too. A resurgence of fighting in Afghanistan would trigger a wave of migration. Afghans are already the second-largest migrant community in Turkey after the 3.6 million Syrians, and they formed the second-largest group of new asylum applications in Germany in 2020. Given Iran’s open door policy, it would be realistic to expect waves of Afghan migration to Turkey and on to Europe. The spectre of a new refugee crisis looms.

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13. Juli 2021

ONE - 13. Juli 2021 - 12:39

1. Gerd Müller zum neuen Chef der UN-Industrieagentur gewählt

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) wird Chef der UN-Organisation für Industrielle Entwicklung (UNIDO), berichten die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Zeit Online. Müller sei damit der erste Kandidat aus einem Industrieland, der für den Posten vorgeschlagen wurde. Ende November werde der neue Generaldirektor von der UNIDO-Vollversammlung aller Mitgliedstaaten offiziell bestellt. Der Organisation mit Sitz in Wien gehören 170 Staaten an. Sie kümmere sich um die industrielle Entwicklung in Entwicklungsländern und habe dabei Armutsbekämpfung und ökologische Nachhaltigkeit im Blick. Müller bezeichne die Corona-Pandemie als “Weckruf”. Die Bekämpfung der Corona-Pandemie und des Klimawandels erfordere “eine stärkere Verpflichtung der Industrieländer zur Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern.”

 

2. Pandemie steigert Hunger in der Welt

Die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Hamburger Abendblatt thematisieren den durch die Pandemie steigenden Hunger in der Welt. 811 Millionen Menschen seien im vergangenen Jahr unterernährt gewesen. Das UN-Ziel der Agenda 2030, bis zu jenem Jahr den Hunger überall zu besiegen, liege damit weit entfernt von der Realität. Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) prognostiziere bei Fortführung der bisherigen Tendenzen im Jahr 2030 eine Zahl von rund 660 Millionen Menschen. Die Pandemie decke Schwächen der Ernährungssysteme auf, die das Leben und die Lebensgrundlagen von Menschen rund um den Globus bedrohen. Zudem seien Folgen des Klimawandels wie nie zuvor Treiber von Hunger. Insbesondere die Zahlen zu Kindern seien bestürzend: Mehr als 149 Millionen Kleinkinder zeigen Wachstumsstörungen, mehr als 45 Millionen seien zu dünn. Somalia sei mit knapp 60 Prozent das Land mit dem höchsten Anteil der Hungernden in der Bevölkerung.

 

3. EU schickt Militärmission in Krisen-Provinz nach Mosambik

Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, berichten heute über den Start des Militäreinsatzes der EU im Norden Mosambiks. Nach Beschluss der EU-Außenminister*innen vom Montag werden EU-Soldat*innen Mosambiks Streitkräfte ausbilden, damit diese die Zivilbevölkerung im Kampf gegen islamistische Milizen besser schützen können. Der Einsatz sei auf zwei Jahre angesetzt und habe das Ziel, vor allem in der Provinz Cabo Delgado für Frieden und Sicherheit zu sorgen. Die Soldat*innen werde vor allem Portugal stellen, da das Land  die Streitkräfte in Mosambik bereits unterstützt. Deutschland wolle sich bis auf Weiteres nicht beteiligen. Die Lage in Mosambik habe sich seit 2017 kontinuierlich verschlechtert. Laut EU gebe es wegen eskalierender Gewalt momentan mehr als 700.000 Geflüchtete.

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Vom schüchternen Mädchen zum Gesicht einer Bewegung

E+Z - 13. Juli 2021 - 10:13
„The Hate U Give“ ist ein unterhaltsamer Film über Rassismus in der heutigen Gesellschaft

Der Spielfilm „The Hate U Give“ basiert auf dem gleichnamigen Debütroman der US-amerikanischen Autorin Angie Thomas, der 2017 erschien und auf einer wahren Begebenheit beruht. Im Jahr 2009 erschossen Polizeibeamte einen unbewaffneten schwarzen Mann namens Oscar Grant in Oakland, Kalifornien. Anders als ihre Klassenkameraden sah Thomas Grant nicht als Verbrecher, sondern als Unschuldigen, der auch ihr Nachbar hätte sein können.

Starr Carter, die Hauptfigur, spricht in einer Art, die von den „weißen Medien“ als angemessen angesehen wird, während sie gleichzeitig einen beeindruckenden Bericht über Polizeibrutalität liefert. Thomas’ Werke fallen in die Kategorie „Post-Blackness-Literatur“, da sie das Bewusstsein verbreitet, dass Schwarze in Amerika immer noch diskriminiert werden. Manche Kritiker meinen, „The Hate U Give“ habe einen autobiografischen Touch, da Thomas selbst – genau wie Starr – zwischen den sehr unterschiedlichen Welten ihres „weißen“ Colleges und ihres Wohnviertels hin- und herwechseln musste.

Eines Tages lässt sich Starr nach einer Party von ihrem Kindheitsfreund Khalil Harris nach Hause fahren, als sie von der Polizei angehalten werden. Der Beamte bittet Khalil auszusteigen. Als sich Khalil ins Fenster lehnt, um nach Starr zu sehen, und nach einer Haarbürste greift, erschießt der Polizist Khalil. Er hielt die Bürste für eine Waffe.

Khalils Geschichte ist überall in den Nachrichten, aber Starrs Identität als Zeugin wird geheim gehalten. Es belastet sie sehr, dass sie nichts gegen die Gerüchte sagen kann, die Khalil als Drogendealer mit Bandenverbindungen darstellen. In einem anonymen Interview verteidigt sie Khalil. Dort erwähnt sich auch die King Lords, eine Drogendealer-Gang, die mit Gewalt Starrs Wohngegend kontrolliert und die Anwohner bedroht.

Daraufhin bedroht die Bande Starr und ihre Familie. Sie müssen schließlich bei Starrs Onkel Carlos einziehen, der Polizist ist. Carlos erklärt Starr, dass er in Khalils Fall nichts tun könne, da er als Schwarzer bei der Polizei seinen guten Ruf bewahren müsse. Er versucht Starr davon zu überzeugen, dass es wichtiger sei, seine Familie zu beschützen, als seine Meinung zu sagen.

Nachdem ein Gericht den Polizisten, der für Khalils Tod verantwortlich ist, freispricht, beginnen die Menschen aus Starrs und Khalils Viertel Garden Heights unter dem Motto „Gerechtigkeit für Khalil“ zu demonstrieren. Starr beschließt, sich während der Proteste öffentlich als Zeugin von Khalils Tod zu erkennen zu geben.

Das führt jedoch zu Spannungen mit ihren Schulfreunden. Hailey Grant, eine von Starrs besten Freundinnen, verteidigt den Polizisten, der Khalil erschossen hat, sogar. Sie argumentiert, er habe richtig reagiert, wenn er die Bürste für eine Waffe gehalten habe. Hailey beschuldigt Khalil, den Beamten provoziert zu haben, und glaubt den Medien mehr als Starr.

Schließlich wird Starr zum Gesicht der Proteste gegen Polizeigewalt in Garden Heights. Sie wird überall in den Nachrichten als das Mädchen dargestellt, das wollte, dass Khalil als der fürsorgliche Junge in Erinnerung bleibt, der er war, und nicht als Krimineller. Bei den Protesten schwört sie, Khalils Namen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Die Demonstranten bleiben friedlich, aber Mitglieder der King Lords mischen sich unter die Leute und werfen Sprengsätze auf das Geschäft von Starrs Vater Maverick. Starr und ihr Halbbruder Seven werden in dem brennenden Gebäude eingesperrt. Die zwei entkommen, aber Mavericks Geschäft ist fast komplett zerstört.

Als die Proteste zu Ende gehen, fangen die Anwohner von Garden Heights an, sich gegen King zu wehren. Der Bandenchef landet schließlich im Gefängnis. Starr verspricht, die Erinnerung an Khalil lebendig zu halten und weiterhin gegen Polizeigewalt und Rassismus zu kämpfen.

Starr wird sehr gut von Amandla Stenberg porträtiert, einer amerikanischen Sängerin und Schauspielerin. Es gefällt mir besonders, wie sie von einem schüchternen Mädchen zum Gesicht der Protestbewegung wird. Khalils Tod macht ihr klar, wie präsent das Problem Rassismus in der heutigen Gesellschaft immer noch ist, sogar bei Menschen, deren Aufgabe es ist, die Bürger zu beschützen. Im Laufe des Films entwickelt sie sich für viele der anderen Charaktere zum Zeichen der Hoffnung.

Starrs Rolle ist sehr inspirierend, da sie zeigt, wie wichtig es ist, seine Stimme zu nutzen und die Dinge anzusprechen, die einen bewegen. „The Hate U Give“ macht deutlich, dass eine Einzelne etwas erreichen kann, wenn sie genug Unterstützung von den Menschen um sie herum bekommt. Starr kann in vielerlei Hinsicht als Vorbild dienen, aber am beeindruckendsten ist es, dass sie ihre eigene Sicherheit aufs Spiel setzt, um dafür zu sorgen, dass Khalil nicht umsonst gestorben ist.

„The Hate U Give“ behandelt wichtige Themen wie die Privilegien von Weißen, Rassismus und Diskriminierung. Ich finde es wichtig, Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass Schwarze in den USA immer noch als Verbrecher hingestellt werden. Thomas wollte junge Menschen dazu auffordern, ihre Meinung zu sagen – was ihr sehr gut gelungen ist.

Mir gefällt, dass die Geschichte auf wahren Geschehnissen aufgebaut ist und wie die Autorin anderen Opfern von Polizeigewalt durch ihre Protagonistin eine Stimme gibt. Die Tatsache, dass Fälle wie der von Khalil im echten Leben passieren, ist beängstigend – aber wichtig zu wissen. Darüber hinaus ist der Film sehr gut gemacht, und besonders die Darstellung der Demonstrationen ist sehr realistisch. Ein paar Szenen sind jedoch etwas brutal, weshalb ich es gut finde, dass der Film erst ab 12 Jahren freigegeben ist.

Film
The Hate U Give, 2018, USA, Regisseur: George Tillman, Jr.

Sinikka Dombrowski ist Schülerin.
euz.editor@dandc.eu

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75 Jahre UNICEF: Wie wollen wir leben?

Unicef - 13. Juli 2021 - 10:00
Unter dem Leitgedanken "Unsere Kinder. Unsere Zukunft. Wie wollen wir leben?" hat UNICEF zum 75. Geburtstag  zahlreiche Aktionen – offline und online – vorbereitet. Auf einer Sonderseite und mit einer virtuellen Pressemappe stellen wir Informationen, Bilder, Videos und Geschichten zur Arbeit der Organisation bereit.
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Wieso ein heller Teint mit hohem Sozialstatus verbunden wird

E+Z - 13. Juli 2021 - 9:56
Das Geschäft mit aufhellenden Cremes basiert auf rassistischen Schönheitsidealen

Insbesondere Frauen kaufen weltweit Kosmetikprodukte, um ihre Haut heller erscheinen zu lassen. Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization – WHO) rechnete in einer 2019 veröffentlichen Studie damit, dass der globale Umsatz von aufhellenden Cremes bis 2024 bei 31,2 Milliarden Dollar liegen wird. Der multinationale Kosmetikhersteller Unilever macht mit solchen Produkten allein in Indien mehr als 500 Millionen Dollar Umsatz im Jahr.

Doch es gibt Anzeichen dafür, dass die Nachfrage abnimmt. So nannte Unilever seine bereits seit 45 Jahren verkaufte Creme „Fair & Lovely“ um. Sie ist eines der beliebtesten Schönheitsprodukte in Südasien. Nun heißt sie „Glow & Lovely“. Gleichzeitig stellte der Pharmariese Johnson & Johnson den Verkauf von zwei seiner Aufhellungscremes in Asien ganz ein.

Kosmetikhersteller scheinen sich vermehrt von aufhellenden Produkten zu distanzieren. Das könnte an den immer bekannter werdenden Informationen über Gesundheits- und Umweltrisiken der Aufheller liegen. Aber auch das globale Engagement von Aktivisten gegen rassistische Stereotype könnte ein Grund sein.

Einige der Aufheller werden mit schädlichen Chemikalien wie Quecksilber und Bleichmitteln hergestellt. Zu den gesundheitlichen Folgen zählen laut WHO Nierenschäden, Hautausschläge, Hautverfärbungen und Narbenbildung. Das in manchen Weißmachern enthaltene Quecksilber kann auch ins Abwasser und in die Nahrungskette gelangen – so kann zum Beispiel Fisch damit belastet sein. Neben Cremes sind auch Pillen und Spritzen beliebt.

Unilever gibt an, keine schädlichen Chemikalien für die Cremes zu verwenden. Stattdessen nutze es Vitamin B3, Glycerin und Sonnenschutzmittel. Mit dem neuen Namen nennt Unilever sein Produkt auch nicht mehr Hautaufheller. Es sei dafür da, „Ausstrahlung und Glanz zu verbessern“, indem es den Hautton betone und die Hautstruktur glätte. Doch in älteren Werbeanzeigen stellte Unilever einen Zusammenhang zwischen heller Haut und Schönheit her, wobei Vorurteile gegenüber Menschen mit dunklerer Hautfarbe instrumentalisiert und verstärkt wurden.

Ursprünge des „Colourism“

In Südasien werden diese historisch verwurzelten Vorurteile als „Colourism“ bezeichnet. Die Moguln, die vom 16. bis 19. Jahrhundert weite Teile Südasiens beherrschten, hatten eine hellere Hautfarbe als indigene Völker. Und schon vor Ankunft der Moguln hatten die hochrangigen Kasten – besonders die Brahmanen – eine hellere Hautfarbe als die unterste Kaste der Dalits. Europäische Kolonisten vertieften diese Kluft weiter. Hellere Haut wird in Südasien mit Status, sozialer Akzeptanz, wirtschaftlichen Chancen und Selbstwertgefühl in Verbindung gebracht.

Auch in Afrika machen Unternehmen ein gutes Geschäft mit hautaufhellenden Produkten. „Hellere Haut bedeutet häufig einen schnelleren und einfacheren Zugang zu besser bezahlten Jobs, insbesondere im Vertrieb und Marketing“, schreibt Vicky Colbert vom Borgen Project, einer US-Nichtregierungsorganisation.

Die Produktnachfrage in Afrika hat einen ähnlichen Ursprung wie in Südasien: eine hierarchische Gesellschaftsordnung, die von ihren Opfern verinnerlicht wurde. Der Sklavenhandel und die Kolonialherrschaft führten zu Ungleichheiten in Status, Reichtum und Schönheit. Laut Colbert ist „das bestehende strukturelle Glaubenssystem ein Erbe rassistischer Ansichten, die weiße Europäer als überlegen positionieren“. Schönheitsideale werden zudem vermutlich durch Fotos von prominenten Schwarzen in den USA verstärkt. So ist der Teint von Stars wie Beyoncé eher hell.

Doch Schönheitsstandards können sich ändern. „Schwarz bin ich und schön“, heißt es im Hohelied im Alten Testament. Eine junge Frau feiert ihre Schwärze und fragt: „Wozu denn sollte ich wie eine Verschleierte sein?“ Dass schwarze Haut schön ist, ist also ein uraltes Verständnis. Und langsam kommt es auch wieder zurück in Regionen, in denen Frauen immer noch versuchen, ihre Schwärze zu verbergen.

Mahwish Gul ist Beraterin mit dem Schwerpunkt Entwicklungsmanagement. Sie lebt in Nairobi.
mahwish.gul@gmail.com

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Voller Einsatz für Oxfam

Oxfam - 13. Juli 2021 - 8:20
100.000 € Spenden für Oxfam und nun noch ein Halbmarathon durch Berlin für das Oxfam-Running-Team: Roland Vossebrecker ist nicht zu bremsen. © Rainer Keuenhof Mehr als 100.000 € Spenden in sechs Jahren

Der Komponist und Pianist aus Bergisch Gladbach setzt seit längerer Zeit seine Talente für gute Zwecke ein. Innerhalb von sechs Jahren hat er weit über 100.000 € Spenden für Oxfam gesammelt, davon 100.000 € ausschließlich mit Benefiz-Konzerten. Live-Konzerte waren in Corona-Zeiten erstmal nicht mehr möglich. Doch gerade jetzt wollte er weiter unterstützen.

Vorübergehender Umstieg auf YouTube

So hat sich Roland Vossebrecker schnell auf die neue Situation eingestellt. Mithilfe der Technik-AG des Otto-Hahn-Gymnasiums in Bensberg ist er auf YouTube umgestiegen, wo er unter anderem eine ganze Reihe Aufnahmen von Bach-Kompositionen und eigenen Stücken veröffentlicht hat.

Bald auch auf Berliner Straßen

Nun ist Roland Vossebrecker auch beim Berliner Halbmarathon am 22. August 2021 dabei und will neben der sportlichen Erfahrung auch Spenden für Oxfam sammeln. Zu seiner Teilnahme hat Roland Vossebrecker daher eine Online-Spendenaktion erstellt, über die ihn alle, die Lust haben, unterstützen können. Wir haben mit dem Pianisten gesprochen:

Oxfam: In einem früheren Interview hast Du erzählt, wie es zu Deiner Unterstützung für Oxfam kam. Kannst Du noch mal genauer erklären, wie Du vom Lesen des Buches „Leben retten“ von Peter Singer ins Handeln gekommen bist? Du gehst ja über die „einfache“ Spende hinaus, nutzt Deine Talente und Deine Reichweite, um die Spende – und somit ihren Einfluss – zu vervielfachen.
Roland Vossebrecker: Peter Singer ist umstritten, aber das Buch fand ich wirklich inspirierend und überzeugend. Ich habe vorher schon gespendet und dann eine Organisation gesucht, die sowohl weltanschaulich neutral als auch politisch auf meiner Wellenlänge ist. So habe ich Oxfam gefunden.

Dann kam 2015 das Erdbeben in Nepal. Als ich die Nachricht hörte, habe ich gemeinsam mit einem Freund in nur einer Woche Vorlauf ein Konzert in Köln organisiert, zu dem etwa 100 Leute kamen. Das stellte sich als ein so gutes Konzept heraus, dass ich das fortsetzen wollte.

Die Benefiz-Konzerte sind meiner Meinung nach ein Gewinn für alle:

Ich gewinne, denn ich tue, was mir Spaß macht. Ich spiele, was ich mir aussuche. Die Organisation einer Konzertreihe – Reisekosten, Werbung, Saal- und Flügelmieten und so weiter – kostet viel Geld, aber das macht nichts. Das ist mein persönlicher Spendenbeitrag.

Die Gewinner auf der anderen Seite sind Oxfam und die Menschen, die Oxfam unterstützt. Denn die gesamten Einnahmen meiner Benefiz-Konzerte gehen an Oxfam. Ich bin froh, dass ich diesen Weg gefunden habe.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, neben den Klavierkonzerten nun auch noch den Halbmarathon zum Spendensammeln zu nutzen? Bist Du vorher schon ein Läufer gewesen?
Ich laufe seit vielen Jahren relativ regelmäßig. Seit einer schweren Krankheit vor eineinhalb Jahren nun noch mehr. Ich hatte nicht nur unfassbares Glück, zu überleben, sondern bin auch schnell wieder auf die Beine gekommen. Schon einen Monat danach habe ich langsam wieder angefangen zu laufen und ich habe einfach viel Spaß daran. Hier im Wald ist das bei frühmorgendlichem Sommerwetter ein tolles Naturerlebnis.

Manchmal laufe ich nur 30 Minuten, manchmal bis zu 2 Stunden. Aber bei einem offiziellen Lauf habe ich noch nie mitgemacht. Als ich hörte, dass Oxfam Startplätze für den Halbmarathon vergibt, habe ich mich einfach angemeldet und freue mich nun auf die Herausforderung. Ich habe mir vorgenommen, unter zwei Stunden zu bleiben.

Wie bereitest Du Dich auf Deine Teilnahme am Halbmarathon vor?
Ich laufe so gut wie täglich.

Hast Du einen Tipp fürs Spendensammeln?
Einen Tipp nicht. Aber ich würde mich wirklich freuen, wenn meine Aktionen Nachahmer*innen finden würden. Wenn andere Musiker*innen oder Menschen mit anderen Talenten ein ähnliches Projekt starten würden.

Du arbeitest bereits an Deiner nächsten Benefiz-Konzertreihe für Oxfam. Wann geht es los und was planst du zu spielen?
Ich werde vier Bach-Fugen spielen und vier eigene Sonatinen. Die neueste davon werde ich erst in den nächsten Tagen fertigstellen.

Meine neue Konzertreihe startet im November und das Ende ist noch offen. Aktuell sind drei bis vier Hauskonzerte geplant, dazu Konzerte in Schulen, Ratssälen, Galerien. Ich spiele überall dort, wo man mich lässt.

Momentan ist es allerdings schwierig, Konzerte zu organisieren. Wegen Corona sind die meisten Veranstalter noch sehr verhalten. Da ich aber mindestens 20 Konzerte spielen will, suche ich nach weiteren Veranstaltungsorten in Deutschland. Wer einen geeigneten Ort kennt, kann sich gerne per E-Mail an roland.vossebrecker@gmx.de wenden. Programmhefte und Werbematerial für die Veranstaltungen organisiere ich selbst. Ich brauche nur einen Raum für 20 bis 100 Personen, der mit einem Flügel oder – bei privaten Hauskonzerten – mit einem konzertgeeigneten Klavier ausgestattet ist.

Wir drücken Dir die Daumen für die Suche nach weiteren Veranstaltungsorten und für den Halbmarathon. Danke Dir für das Interview!

Zur Halbmarathon-Spendenaktion

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