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Der Siegeszug der Jute-Tasche

Misereor - 29. Juli 2020 - 11:17
Der Jute-Beutel war in den 70er Jahren mehr als nur eine einfache Tasche – er war eine Lebenseinstellung. Wie die aussah und wie die fair gehandelte Jute-Tasche ihren Siegeszug antrat, davon erzählt Karl Wirtz. Er koordinierte als Öffentlichkeits- und Bildungsreferent bei MISEREOR Ende der 1970er Jahre die Aktion „Jute statt Plastik“.

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The Competence Centre eStandards Project Extended: Greener Businesses Through Digitalisation

SCP-Centre - 29. Juli 2020 - 9:43

Since its launch in 2017, the Competence Centre eStandards has directly reached over 14,000 companies as part of its goal to bring digitalisation and standardisation to German Small and Medium-Sized Enterprises (SMEs). In the second phase, the project looks to maximise its positive impact by strengthening the work on sustainability and focusing on new thematic priorities: Artificial Intelligence (AI), blockchain technology, and platform economy.

As the first thematic competence centre in Germany, the Competence Centre eStandards (Mittlestand – 4.0 Kompetenzzentrum eStandards) has been a hub for enabling more digital and sustainable business models and production processes at the SME level. During the past three years, the project conducted 40 pilot projects, developed numerous hands-on tools, and offered creative training formats to bring SMEs one step further in the world of sustainable digitalisation. In addition, the Centre held over 850 presentations at external conferences and organised multiple specialised events.

In its second phase (2020-2022), a leading objective of the Centre would be to support SMEs as they navigate through the new normal imposed by the COVID-19 pandemic, while placing an even stronger emphasis on the topic of sustainability. A strategic aim is to support companies in adapting more sustainable business models that allow them to remain competitive and thrive, including in crisis times.

The Competence Centre eStandards is hosted by a consortium of the CSCP and GS1 Germany, HAGENagentur für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung, Tourismus mbH,Fraunhofer Institute for Applied Information Technology (FIT) Sankt Augustin, Fraunhofer Centre for International Management and Knowledge Economy IMW.  The project is supported by the Federal Ministry of Economics and Energy (BMWi).

For further information, please contact Patrik Eisenhauer.

 

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Religion und Vorurteile: Glaubst du in Schwarz-Weiß?

Unicef - 29. Juli 2020 - 9:00
Emina engagiert sich ehrenamtlich im UNICEF JuniorTeam. Sie lebt in der Nähe von München und hat dort für ihre Schülerzeitung einen Beitrag über Religionsfreiheit geschrieben, den wir nun auch auf unserem Blog veröffentlichen. 
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The interaction of private and public governance: the case of sustainability standards for palm oil

DIE - 29. Juli 2020 - 7:26

By providing insights into the interaction between private-driven and public-driven governance initiatives in the context of the Roundtable of Sustainable Palm Oil (RSPO) and the Indonesian Sustainable Palm Oil (ISPO), this article sheds new light the interaction between private and public governance. It investigates how the relationship between the RSPO and the ISPO evolves over time and who and what drives this evolution. While the interaction between these standard schemes has initially largely been characterized by competition, it has become more collaborative and also coordinated in nature. This article argues that the experimentalist architecture of palm oil governance has fostered mechanisms for coordination across public and private certification schemes and has helped to join up the separate components of the regime complex through productive interactions. At the same time, several gaps and challenges remain, especially in light of the different interests of the multiple public and private actors involved in palm oil.

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28. Juli 2020

ONE - 28. Juli 2020 - 16:35

1. Afrikanische Freihandelszone kommt 2021
Wie unter anderem ZDF heute, N-tv und die Stuttgarter Nachrichten berichten, sieht die Weltbank im Kampf gegen Armut eine Freihandelszone in Afrika als Mittel der Wahl. Eigentlich sei das Vorhaben schon für Anfang Juli diesen Jahres geplant gewesen. Durch die Corona-Pandemie verschiebe sich der Start der Freihandelszone AfCFTA auf den 1. Januar 2021. Aus einem neuen Bericht der Weltbank gehe hervor, dass durch die afrikanische Freihandelszone bis 2035 rund 30 Millionen Menschen von Armut befreit werden könnten. Das Gesamteinkommen in Afrika könne um 450 Milliarden US-Dollar gesteigert werden, heißt es weiter. Exporte innerhalb des Kontinents würden um 81 Prozent steigen. Insbesondere jene Staaten, die derzeit hohe Handelskosten haben, würden profitieren. Dazu zählen unter anderem die Elfenbeinküste oder Simbabwe. Mit allen afrikanischen Staaten wäre AfCTFTA die größte Freihandelszone weltweit und würde einen Markt von 1,2 Milliarden Menschen umfassen. Durch die Corona-bedingten Wirtschaftseinbußen sei die Freihandelszone nächstes Jahr besonders wichtig, heißt es aus Kreisen der Weltbank. Die Wirtschaft könne in Afrika laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr um 3,2 Prozent schrumpfen. Die Freihandelszone würde regionalen Handel und Wertschöpfungsketten unterstützen und so die negativen Folgen der Krise abfedern.

2. Malis mächtige Opposition
Katrin Gänsler thematisiert in der tageszeitung (taz) die Position und Strategie von Imam Mahmoud Dicko in Mali. Heute führe er die Protestbewegung M5-RFP gegen den amtierenden Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita an. Noch vor zwei Jahren habe er gemeinsam mit weiteren religiösen Meinungsführer*innen den Wahlsieg Keitas unterstützt. Die Protestbewegung wolle Imam Dicko selbst als Präsidenten sehen. Die gewählte Regierung versuche durch Gespräche mit Dicko, die Wogen zu glätten. Seit 2008 sei Dicko Vorsitzender der religiösen Instanz „Hoher Islamischer Rat von Mali“ (HCIM) und damit ein sehr einflussreicher religiöser Meinungsführer. Rund 95 Prozent der malischen Bevölkerung seien Muslim*innen. Bereits 2009 habe es Dicko geschafft ein Familiengesetz zu verhindern, dass „unislamische“ Reformen beinhaltet hätte. Damals habe er 50.000 Demonstrant*innen mobilisieren können. Im April 2019 sei es ihm gelungen, mit einer Kampagne den Rücktritt des Premierministers Soumeylou Bobyéye Maiga zu erzwingen. In Mali sei das Vertrauen in die Politik gering. Viele hoffen daher auf religiöse Führungspersonen, die das Land aus der Krise führen können.

3. Somalia: Ministerpräsident abgewählt
Wie unter anderem Deutschlandfunk und der österreichische Standard berichten, wurde der somalische Regierungschef Hassan Ali Khaire vom Parlament abgewählt. Das Misstrauensvotum habe aufgrund der kritischen Sicherheitslage im Land stattgefunden. Erst seit 2012 habe das ostafrikanische Land wieder eine international anerkannte Regierung. Noch immer werden aber weite Teile des Landes durch die islamistische Al-Shabaab-Miliz kontrolliert. Khaire weigere sich jedoch, die Entscheidung des Parlaments anzunehmen. Präsident Abdullahi Mohamed wolle aber schon bald eine Nachfolge nominieren.

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Auf in die Welt: Messe für Auslandsaufenthalte und internationale Bildung

EINEWELTblabla - 28. Juli 2020 - 14:55

Auslandsaufenthalte (können) bilden. Daher möchten wir euch auf die  Messe „Auf in die Welt“ aufmerksam machen. Sie ist für Schüleraustausch, High School, Internate, Privatschulen, Gap Year, Sprachreisen, Au Pair, Demi Pair, Freiwilligendienste, Praktika, Work & Travel, Colleges und Universitäten. Ihr seht: Es gibt viele unterschiedliche Angebote und auf der Messe könnt ihr euch gleich zu allen informieren, um zu sehen welcher Auslandsaufenthalt für euch am besten passt.

Leider weiß niemand wie es mit Corona weitergeht, das bleibt natürlich offen… Informieren kann man sich dennoch – und der Eintritt ist frei.

Beratung, Erfahrungsberichte und Vorträge

Je nachdem wann ein Auslandsaufenthalt in Frage kommt, gibt es Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten. Zum Beispiel während der Schulzeit kann man an einem Schüleraustausch teilnehmen oder ein Feriencamp besuchen. Nach der Schulzeit bieten sich Work an Travel oder Au Pair an. Eine Sprachreise kann man eigentlich immer mal machen, um vor Ort seine Kenntnisse zu vertiefen.

Dafür reicht das Geld nicht? Dann informiert euch auf der Messe auch zu Stipendien und Fördermöglichkeiten!

Ab Ende August geht es weiter

Dieses Jahr konnten schon ein paar Messen stattfinden, nach einer Pause wegen Corona geht es seit Juni weiter. Die nächste Messe findet am 22. August in Mainz statt und auch im weiteren Verlauf des Jahres gibt es welche deutschlandweit. Hier sind alle aktuellen Termine.
Berichtet uns danach gerne wie es euch gefallen hat!

Die Messe wird von der Deutschen Stiftung Völkerverständigung organisiert.

Zum Thema Reisen empfehlen wir euch auch unseren Beitrag Fernweh zu Pandemiezeiten.

Das Beitragsbild ist von Ben White auf Unsplash.

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Kenia und Äthiopien: Hunderttausende von Dreifach-Katastrophe in Ostafrika betroffen

Misereor - 28. Juli 2020 - 11:23
COVID-19, Heuschrecken, Überflutungen: „Die Lage in Ostafrika macht uns derzeit gewaltige Sorgen“, so MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. „Ich habe schon im Februar die Bedrohung durch Heuschrecken vor Ort selbst wahrgenommen. Einige Regionen Ostafrikas kämpfen jetzt nicht nur gegen die globale Corona-Pandemie an, sie sind gleich dreifach getroffen."

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Learning from the grassroots: “Together we are much more than two”

EADI Debating Development Research - 28. Juli 2020 - 10:16
Impressions from the Third Bridge 47 Iberian Knowledge Exchange Partnership Meeting By Talia Vela-Eiden “… y en la calle codo a codo somos mucho más que dos.” (and in the street side by side we are much more than two) Te quiero, Mario Benedetti It was not to be, meeting in Lisbon. However, coming together …
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Seminar: UN Kleinbauernerklärung (UNDROP)

INKOTA - 28. Juli 2020 - 10:05
  • Was: 3-teiliges Seminar zur Umsetzung der UN-Kleinbauernerklärung (UNDROP) in Deutschland
  • Wann: 11., 15. und 16. September 2020
  • Wo: Am 11. und 15. September online und am 16. September in einem ganztägigen Workshop in der Jugendherberge Kassel
Global und lokal – die Umsetzung der UN-Erklärung der Rechte von Bäuer*innen und anderen Menschen, die im ländlichen Raum arbeiten, in Deutschland Im Dezember 2018 hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine Menschenrechtserklärung für Bäuerinnen, Bauern und andere im ländlichen Raum arbeitende Menschen, verabschiedet – ein Meilenstein für das Menschenrecht auf Nahrung für kleinbäuerliche Erzeuger*innen und andere sowie für den Kampf um Ernährungssouveränität weltweit. Alle Staaten sind aufgefordert, die Inhalte der Erklärung umzusetzen und damit die Rechte der Menschen, die in der Landwirtschaft und im weiterverarbeitendem Handwerk arbeiten, zu stärken. In einem 3-teiligen Seminar sollen Möglichkeiten der Umsetzung der Erklärung mit internationalen Expert*innen aus der Bewegung und mit Jurist*innen diskutiert und nach konkreten Umsetzungsmöglichkeiten in Deutschland gesucht werden. Das Seminar richtet sich an Menschen, die in der Erzeugung und Weiterverarbeitung von Lebensmitteln aktiv sind, an Multiplikator*innen an Mitarbeitende aus NGOs sowie alle Unterstützer*innen der UNDROP. Bitte beachten Sie: Eine verbindliche Anmeldung für das 3-teilige Seminar ist bis 12.8.2020 unter dem folgenden Formular erforderlich. Für die Teilnahme an dem Workshop in Kassel erheben wir ein Teilnahmegebühr von 20 Euro pro Person, die Fahrtkosten können erstattet werden. Ein ausführliches Programm geht Ihnen in Kürze zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an INKOTA-Referentin Lena Bassermann: bassermann[at]inkota.de Flyer: Seminar zur UN Kleinbauernerklärung (UNDROP) Anmeldeformular Ein Seminar von: INKOTA, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), FIAN Deutschland, und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Mit Unterstützung von: Brot für die Welt, Fairtrade Deutschland, IG Nachbau, Misereor, Oxfam, Weltfriedensdienst. Erfahren Sie mehr zu Welternährung und Landwirtschaft
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Die Digitalisierung kann nur mit grünen Rechenzentren nachhaltig werden

reset - 28. Juli 2020 - 7:32
Eine neue Studie ermittelt den Stromverbrauch und die CO2-Emissionen von Rechenzentren und zeigt, wie diese zentrale Infrastruktur der Digitalisierung klimaschonender betrieben werden kann.
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Weitere 6,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren wegen Covid-19 von akuter Mangelernährung bedroht

Unicef - 28. Juli 2020 - 0:30
Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie fordert UNICEF ein stärkeres Vorgehen bei der Vorbeugung und Behandlung von Mangelernährung. Die humanitäre Gemeinschaft benötigt 2,4 Milliarden US-Dollar, um die Ernährung von Müttern und Kindern zu verbessern.
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27. Juli 2020

ONE - 27. Juli 2020 - 17:06

1. Was kommt nach Cotonou-Abkommen?
Daniel Pelz thematisiert in der Deutschen Welle, wie es um das sogenannte Cotonou-Abkommen steht. Das Cotonou-Abkommen klärt die Beziehungen zwichen der Europäischen Union und 80 Entwicklungsländern aus Afrika, der Karibik und dem Pazifik (AKP-Staaten). Da dieses zum Ende des Jahres ausläuft, verhandeln die EU und AKP-Staaten nach länger Corona-Pause seit Anfang Juni wieder um ein Nachfolgeabkommen. Die finnische EU-Verhandlungsführerin und Kommissarin für Entwicklungszusammenarbeit Jutta Urpilainen zeige sich optimistisch. Seitens der AKP sei Verhandlungsführer Robert Dussey, Außenminister Togos, noch zurückhaltend. Seit 2018 werde über die Neuausrichtung der Partnerschaft verhandelt. Es gehe um die politischen Beziehungen, Wirtschaft, Handel und Entwicklungspolitik zwischen 106 Ländern, den EU-Staaten und ehemaligen europäischen Kolonien. Die afrikanische Seite fordert, dass auch ihre Prioritäten in einem neuen Abkommen stärker berücksichtigt werden, erklärt der südafrikanische Diplomat John Maré. Insbesondere im Handel werde ein neuer Kurs gefordert. Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, die sogenannten EPAs, mit einzelnen AKP-Staaten seien umstritten. Lokale Märkte werden mit Billigimporten aus der EU geflutet und dadurch die lokale Wirtschaft zerstört, wie Maré beklagt. Zudem arbeite die Afrikanische Union an einer panafrikanischen Freihandelszone. Dies erschwere die Aushandlung des neuen Abkommens, da Einzelabkommen der mit afrikanischen Ländern diese Freihandelszone unterminieren können.

2. Corona: Südafrika kommt nicht zur Ruhe
Wie unter anderem die Stuttgarter Zeitung und die Augsburger Allgemeine berichten, hat die Coronakrise Südafrika weiter fest im Griff. Durch Armut und Korruption werde die Eindämmung von Covid-19 weiter erschwert. Auch bei leichteren Fälle, die sich zu Hause auskurieren lassen, sind viele auf Kliniken angewiesen, da viele Menschen kein Zuhause haben, in dem sie sich isolieren können. Zudem seien nur ein Bruchteil der Betten in Corona-Zentren im Land auch an Sauerstofftanks angeschlossen. Für mittelschwere und schwere Verläufe sei eine Beatmung mit Sauerstoff aber überlebenswichtig. Die Lieferanten kommen zudem nicht nach und der Sauerstoff werde immer knapper, wie der südafrikanische Gesundheitsminister Zweli Mkhize zugibt. Die Pandemie sei zwar mit zeitlicher Verzögerung, dafür aber mit voller Wucht in Südafrika angekommen. Francoise Venter, Virologe der Johannesburger Witwatersrand-Universität, bedauert, dass die Chance verspielt worden sei von anderen Ländern zu lernen, die früher von der Pandemie betroffen waren. Bisher sei die offizielle Sterberate noch relativ gering. Allerdings werden jene nicht erfasst, die ohne einen Test an Covid-19 gestorben sind.

3. Gewalt im Sudan
Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online, Deutschlandfunk und BR24 berichten, sind bei einem Angriff in Dafur im Sudan 60 Menschen getötet und 60 weitere verletzt worden worden. 500 bewaffnete Männer sollen am Samstag das Dorf Masteri in der Nähe der Landesgrenze zum Tschad überfallen haben, wie das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten mitteilte. Die Angreifer haben Häuser und den örtlichen Markt in Brand gesteckt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Suna haben die Kämpfe von Samstagmorgen bis Sonntagabend angedauert. In Dafur sind UN-Soldat*innen stationiert, um Sudan auf dem Weg zu Frieden und Demokratie zu unterstützen. Jedoch zeigen immer wieder auftretende Ausschreitungen, wie fragil die Lage in der Region weiterhin sei. Wie unter anderem die Deutsche Welle und evangelisch.de melden, sei im Süden des Sudans zudem ein  Massengrab mit Überresten von 28 Militärs entdeckt worden. Es stamme vermutlich aus der Zeit des ehemaligen Präsidenten Omar al-Baschir. Die derzeitige Übergangregierung in Khartum habe versprochen, Verbrechen unter dem langjährigen Machthaber aufzuklären. Seitdem werden immer wieder Massengräber im Land gefunden.

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Collective trauma

E+Z - 27. Juli 2020 - 12:42
Gewalttätige Konflikte können ganze Gesellschaften traumatisieren

Gewalttätige Konflikte können zur Traumatisierung ganzer Gesellschaften führen. Die Folgen sind kollektive Gefühle von Misstrauen und Angst, oft in Kombination mit starren Denkmustern. Schuldgefühle werden unterdrückt und das Opfersein wird zur Gruppenidentität.

Trauma führt zu Stress, und das kann zu Symptomen der Übererregbarkeit führen. Betroffene neigen dazu, sich leicht zu erschrecken, missmutig, wütend, aufgewühlt oder wie versteinert zu sein. Damit einher gehen oft Schlaf- und Konzentrationsprobleme. Sowohl Einzelne als auch Gesellschaften neigen zu psychischer Betäubung, um sich von den traumatischen Erfahrungen zu lösen. Sie ziehen sich zurück, verlieren das Interesse an Aktivitäten und an anderen Menschen, flüchten vor der Realität.

Kollektives Trauma ist ein noch nicht vollständig abgeschlossener Lernprozess, um mit extremem negativem Stress, Angst und Hilflosigkeit umzugehen (Reimann und König, 2018). Es kann dazu führen, dass Menschen in Konfliktdynamiken gefangen bleiben und Gewalt gegen sich selbst und andere ausüben. Traumasymptome werden oft an die nächste Generation weitergegeben, entweder durch die Erziehung und das Verhalten der Eltern, durch Vererbung oder Sozialisierung. Es handelt sich dann um ein „generationsübergreifendes Trauma“.

Wenn die traumatisierte Gruppe kollektive Gedanken und Gefühle entwickelt, werden diese als kollektive Identitätsmerkmale Teil der Gruppenrealität (Reimann und König, 2018). Das kann einer Heilung im Weg stehen. Narrative von Verlust und Verzweiflung, von Schuld und Scham und/oder eine gemeinsame Opferidentität sind typisch. Die kollektiven Emotionen werden von Misstrauen, Unsicherheit, extremer Verzweiflung oder Apathie bestimmt (Becker, 2004). Starre Denkmuster, Schuldzuweisungen, Vorurteile, Stereotype und ausschließende Normen charakterisieren die kollektiven Denkmodelle oder Glaubenssysteme. All das begünstigt Aggressionen, eine Gewaltkultur und Polarisierung innerhalb der Gruppe.
Eine traumasensible Konflikttransformation bedeutet demzufolge, darauf hinzuarbeiten, dass diese Gruppenidentitätsmerkmale sich in inklusivere Wahrnehmungen der Welt wandeln. Es geht darum, die Resilienz betroffener Gruppen zu stärken, damit diese konstruktive Strategien entwickeln können, um mit dem Erlebten klarzukommen.

Quellen

Becker, D., 2004: Dealing with the consequences of organised violence in trauma work. In: Austin, A., Fisher, M., Rospers, N. (eds): Transforming ethnopolitical conflict. The Berghof Handbook: VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden.

Reimann, C., und König, U., 2018: Closing a gap in conflict transformation. Understanding collective and transgenerational trauma.
https://www.ximpulse.ch/wp-content/uploads/1806CollectiveTrauma.pdf

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‘Competitive After Corona’: CSR.digital Discusses Opportunities with SMEs

SCP-Centre - 27. Juli 2020 - 12:35

With a combined demand and supply shock, Small and Medium-Sized Enterprises (SMEs)  have been greatly exposed to the adversities of the pandemic outbreak. On the one hand, production has been affected by business closures, travel restrictions, and distancing requirements. On the other, containment measures have decreased demand, especially in sectors such as gastronomy or tourism. Amidst this pressure, SMEs still have to pay all their fixed costs. Despite a rollback on lockdown measures, many such enterprises are still facing challenges on how to react and adapt to the new situation. What are the lessons learnt so far? Which are the right actions? How to strengthen resilience and become more future-proof?

In July 2020, CSR.digital, the Centre for Digital Responsibility in North-Rhein Westphalia, addressed these questions in an online meeting together with over 130 representatives from SMEs, the NRW government, civil society, and the scientific community. Harnessing the power of digitalisation in supporting SMEs to become more resilient was at the centre of the discussions.

At the event opening, the Minister of Economics and Digital Affairs in NRW, Prof. Dr. Andreas Pinkwart addressed the participants via a recorded video, in which he explained how digital responsibility can lead to more competitiveness, including in crisis times.

Prof. Dr. Barbara  E. Weißenberger from Heinrich-Heine-University Düsseldorf, a CSR.digital project partner, reflected on the current state of research: “We are still observing a certain optimism regarding the economy and there is hope that we will be able to absorb a good part of the economic downturn next year. However, I consider it realistic that we will have to deal with the effects of the pandemic even by 2023 or 2024”. She added that the essential part is to focus on making companies more crisis-proof and that this requires measures to improve sustainability. In turn, higher sustainability goals are closely linked to digitalisation, concluded Weißenberger.

Tying digitalisation processes with sustainability goals is a key in CSR.digital. With the support of the Chamber of Industry and Commerce in NRW and the scientific community,  CSR.digital is looking into the specific needs of the businesses and trying to map out solutions collaboratively with them. CSR.digital also intends to make existing knowledge visible and connect key players with one-another. As Wolfgang Trefzger, IHK NRW representative in the CSR.digital team points out: “We want to implement our work in close collaboration with the 16 IHKs in NRW. Experiences from companies that are already pioneering in sustainable digitalisation processes will be taken into account, too”.

One such example, the Cologne-based bag manufacturer FOND OF, was already presented during the online meeting. Julian Conrads and Till Hess from FOND OF shared first insights into good practices of digital responsibility and set the framework for the following discussion. The highlights of their interview are available here.

The expert panel pointed out various pressing issues regarding digital responsibility on the SMEs’ side. Stephan Grabmeier, innovation and social entrepreneurship expert, highlighted that “neither the economy nor the individual company must see themselves as an end on their own, but instead take the whole into account. Therefore, business must always meet social demands and create meaning. When asked what the world would lack if my company no longer existed, entrepreneurs should be able to give a clear answer in the face of ecological and social crises. This would then also motivate the employees.” Dr. Myriam Jahn, CEO of IoT specialist Q-loud, recalled that competitiveness in the case of digitalisation means speed above all else. This is particularly visible in the context of the development of Artificial Intelligence (AI), where according to Jahn, the German economy has still to catch up. On the other hand, Roland Schüren, managing director in the 4th generation bakery ‘Ihr Bäcker Schüren’, emphasised the entrepreneurial perspective, which is less characterised by planning and more so by action, trial, and error. Closer peer exchange, which CSR.digital will facilitate, is fundamental with respect to this.

The discussion of the experts was complemented by questions and suggestions from the audience. An important consensus from the audience side was that, SMEs’ needs and opportunities are often not the focus of the public debate on digitalisation. This could be countered by actively addressing the challenges posed by sustainability and digitalisation, for example by offering products and services with added social value, the experts suggested.

The next CSR.digital online event, a live interview with KI.NRW, a central networking initiative in the field of artificial intelligence in NRW, is scheduled for 12 August 2020. Find out more about the event and register here. In the coming weeks, the CSR.digital team will visit IHK Bonn and IHK Düsseldorf to communicate project contents and receive direct feedback in interactive workshops and personal talks. 

CSR.digital – Sustainably Competitive is funded by the Ministry of Economic Affairs NRW via the EFRE fund.

For further information, please contact Anna Hilger.

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Das Erbe des Kriegs

E+Z - 27. Juli 2020 - 12:27
Friedensarbeit trägt zur Heilung kollektiver Traumata im Libanon bei

Der libanesische Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 hinterließ viele Wunden und eine entlang ihrer Religionsgruppen tief gespaltene Gesellschaft. Nach dem Ende des Bürgerkriegs wurde die Erinnerung an die Vergangenheit drei Jahrzehnte kollektiv verschwiegen. Der Staat hoffte, dadurch ein Gefühl von Normalität herstellen zu können. Während das zunächst den Schmerz betäubte, blieben tiefsitzende Gefühle von Verlust, Scham und Hoffnungslosigkeit bestehen.

Kollektive Opfernarrative wurden nur innerhalb der gespaltenen Bevölkerungsgruppe weitergegeben. In Schulbüchern bleibt die Vergangenheit bis heute tabu und ein breiter öffentlicher Diskurs fand lange nicht statt. Stattdessen dienen Migranten, Geflüchtete und fremde Mächte als Sündenböcke für die schlechte Sicherheitslage und die zum Teil prekären politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Politische Parteien bedienen sich einer Sprache der Angst und des Misstrauens, um das starke Bedürfnis vieler Menschen nach Sicherheit zu manipulieren.

Der landesweite Aufstand, der im Oktober 2019 begann und als Oktoberrevolution bekannt ist, stellt diese Realitäten und fremdbestimmten Identitäten infrage. Demonstrierende verlangten ein Ende von Korruption, Vetternwirtschaft und mangelnder Verantwortung, nachdem die Regierung eine neue Steuer auf Internettelefonie angekündigt hatte. Die Oktoberrevolution führte zum Zerfall der Regierung, das Land stand monatelang am Rande des finanziellen Bankrotts. Die gespaltene Gesellschaft, in der viele so lange geschwiegen hatten, versammelte sich hinter der Forderung nach einem grundlegenden gesellschaftlichen und politischen Wandel. Die Protestierenden rissen die Gesellschaft erstmals seit langem aus dem politischen Tiefschlaf.

Friedensarbeit muss kollektive Traumata berücksichtigen

Gewalttätige Konflikte können ganze Gesellschaften traumatisieren, und diese Traumata werden manchmal von Generation zu Generation weitergegeben (siehe Kasten). Im Libanon sind kollektive Traumata allgegenwärtig. Die Friedenorganisation Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD) wendet in ihren Projekten im Umgang mit der Vergangenheit das Prinzip der Multiperspektivität an. Multiperspektivität geht davon aus, dass Geschichte subjektiv und interpretationsabhängig ist. In Gesprächen über die Vergangenheit entwickeln Menschen ein Verständnis darüber, wie das Erlebte individuelle und kollektive Identitäten prägt; so wird ein Heilungsprozess unterstützt.

In einer Reihe von Trainings mit dem Titel „Memory of War“ reflektierten Friedensaktivisten aus verschiedenen Nachbarschaften über kollektive Identitätsnarrative, die vom Bürgerkrieg geprägt wurden. Vor dem Hintergrund der Oktoberrevolution ging es auch um die Bedeutung eines gesunden Trauerprozesses. Dieser ist eine Grundvoraussetzung dafür, Körper und Geist aus der Starre eines nicht verarbeiteten Traumas zu lösen, das zu kollektiven Gefühlen von Angst und Hoffnungslosigkeit führt. Die Aktivisten schauten sich gegenwärtige Konflikte in ihrem Umfeld durch die Linse der Multiperspektivität an und eigneten sich neue Methoden zum Umgang mit der Vergangenheit an.

ForumZFD unterstützt außerdem Lehrer und Lehrerinnen aus dem ganzen Land und aus allen religiösen Gruppen dabei, die Vergangenheit so zu vermitteln, dass sich die Gräben nicht vertiefen, sondern möglichst schließen. Zusammen mit seiner Partnerorganisation, der Lebanese Association for History, setzt forumZFD kreative Methoden ein, um Lehrer wie Schüler zu motivieren, umstrittene historische Ereignisse und die Erinnerung an die Gewalt in einem anderen Licht zu sehen.

Neben der Multiperspektivität hilft dabei auch der Austausch mit älteren Menschen. Ein Beispiel für den Dialog der Generationen ist das Projekt „From Local History to a Wider Understanding of the Past”. Darin zeichnen Schülerinnen und Schüler die Erinnerungen Älterer an den Bürgerkrieg auf, setzen diese dann künstlerisch um und stellen eine Verbindung zu ihrem eigenen, gegenwärtigen Leben her.

Ein anderer Fokus des forumZFD ist es, Aktivisten über die gesellschaftlichen Gräben hinweg für den Einsatz für Gewaltfreiheit zu mobilisieren. Gemeinsam mit der Partnerorganisation The Lebanese Women Democratic Gathering hat forumZFD die Gründung einer Frauenbewegung aus syrischen und libanesischen Friedensaktivistinnen unterstützt: Nisaa Kaderat (fähige Frauen). In ihrem Gemeindezentrum in Baalbek finden Frauen aller Nationalitäten und Generationen Zuflucht, die aufgrund ihres Geschlechts Gewalt erleben. Mit Hilfe von Methoden der gewaltfreien Kommunikation, des Intergruppen-Dialogs und der psychosozialen Fürsorge begegnen sich die Frauen mit Empathie und setzen sich dabei mit Gefühlen von Einsamkeit, der Opferrolle und mit Scham auseinander.

So wird einerseits die Berücksichtigung kollektiver Traumata in die Konflikttransformation aufgegriffen. Andererseits schaffen Gruppenprozesse eine Atmosphäre der Empathie, in der individuelle Erfahrungen mit Hilfe der Gruppe verarbeitet und Lernprozesse angestoßen werden können. Wenn Konflikttransformation also sensibel mit den psychosozialen Dynamiken kollektiver Traumata umgeht, stärkt sie die Resilienz auf individueller wie gesellschaftlicher Ebene.

Darüber hinaus ist es wichtig, mit Hilfe von Medien, Festivals, Ausstellungen und anderen Kunstformen gemeinsame Narrative der Vergangenheit und der Opferidentitäten zu verwandeln. Diese Ansätze helfen dabei, Feindbilder „des anderen“ abzubauen. Dadurch wächst wiederum der Glaube, dass man selbst etwas bewegen kann, und das hilft, die Hilflosigkeit zu überwinden. Aus Passivität und politischer Apathie können so Ermächtigung und Handlungsfähigkeit werden.

Miriam Modalal ist Projektmanagerin bei forumZFD.
miriam.modalal@gmail.com

Dalilah Reuben-Shemia war Beraterin für Frieden und Konflikte bei forumZFD und forscht zu Gewaltfreiheit.
d.reuben-shemia@posteo.de

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Empfundene Zusammengehörigkeit

E+Z - 27. Juli 2020 - 11:59
Eine Nation ist nichts Natürliches, sondern eine menschengemachte „imaginäre Gemeinschaft“

Die Schweiz ist dafür ein gutes Beispiel. Ihre Amtssprachen sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Ihre Menschen leben auf verschiedenen Seiten der massivsten natürlichen Grenze, die es in Europa gibt: den Alpen. Die drei Sprachgemeinschaften haben kulturell große Gemeinsamkeiten mit den Nachbarländern, die den Namen ihrer jeweiligen Sprachen tragen. In der Schweiz sind knapp 40 Prozent katholisch, 30 Prozent evangelisch und 20 Prozent konfessionslos. In Europa zeichnet nicht nur besondere Vielfalt  die Schweiz aus, sondern auch besondere Stabilität. Lokale Selbstverwaltung und Unabhängigkeit von Europas Großmächten prägen das nationale Selbstverständnis. Es ist also an die Verfassungsordnung gebunden.

Ein stark ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl schützt vor fragiler Staatlichkeit. Wo Menschen sich der imaginären Schicksalsgemeinschaft einer Nation zugehörig fühlen, sind Gewaltkonflikte weniger wahrscheinlich als da, wo das nicht der Fall ist, sodass Legitimitätskrisen in fürchterliches Blutvergießen ausarten können. Ein abschreckendes Beispiel in Europa war der Zerfall Jugoslawiens in den 1990er Jahren.

Konzeptionell überschneiden sich die Begriffe „Peacebuilding“, „Statebuilding“ und „Nationbuilding“. Denn die gewaltfreie Lösung von Konflikten ist dort wahrscheinlicher, wo der Staat ein Gewaltmonopol innehat und Menschen weniger geneigt sind, zu den Waffen zu greifen, wenn sie sich mit Nation und Staat identifizieren. Nach traumatischen Katastrophen wie Bürgerkrieg oder Diktatur ist alles drei wichtig: Peacebuilding, Statebuilding und Nationbuilding. Da Wechselwirkungen stark sind, ist die Frage müßig, was zuerst kommen soll. Was eine Komponente stärkt, fördert indirekt auch die beiden anderen. Wirklich wichtig ist es, alle drei möglichst schnell voranzubringen.

Wie wir in Ländern mit hohen Einkommen sehen können, können Nationen zwei Arten von Solidarität fordern – erstens die tendenziell aggressive Solidarität gegen Ausländer und andere Nationen und zweitens die defensive Sozialstaats-Solidarität, die vor Armut und Not schützt. Rechtspopulisten verbinden beides heute auf perfide Weise und behaupten, Migranten und andere Minderheiten nutzten soziale Sicherungssysteme aus, die eigentlich Angehörigen der als homogen verstandenen Nation vorbehalten sein sollten. Das Paradox dieses Narrativs ist, dass es nicht eint, sondern spaltet und zugleich Institutionen schwächt.

Traumatisierte Nationen brauchen Versöhnung, nicht Sündenböcke. Nötig sind die Anerkennung der historischen Wahrheit sowie neues Vertrauen, was Institutionen und Rechtssicherheit angeht. Derlei erfordert, dass Menschen sich sicher fühlen. Dass wirkungsvolle soziale Sicherung die Belohnung für den Erfolg einer Nation sei, ist ein Irrtum, denn soziale Sicherheit ist eben auch eine Voraussetzung für empfundene Zusammengehörigkeit. Beim Engagement in Krisenregionen sollte die internationale Staatengemeinschaft nicht nur militärisch verstandene Sicherheit anstreben. Größere soziale Sicherheit würde nämlich sowohl dem Peace- als auch dem Nationbuilding dienen.

 

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Erster Anlauf gescheitert

E+Z - 27. Juli 2020 - 11:37
Die auf der ersten nationalen Landreformkonferenz Namibias Anfang der 1990er Jahre erarbeitete Politik wurde nie umgesetzt

Die Leitidee war, dass weiße Farmer freiwillig Land an Schwarze verkaufen würden. Angesichts der hohen Landpreise sollten die Transaktionen staatlich subventioniert werden. Obendrein sollte der Staat immer ein Vorkaufsrecht haben, wenn Land zu Verkauf stünde.

Dieses Konzept ging nicht auf. Die Behörden waren langsam und ineffizient. Offiziellen Angaben von 2018 zufolge wurden dem Staat seit 1992 über 8 Millionen Hektar (etwas mehr als ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Privatbesitz) angeboten. Tatsächlich kaufte er davon lediglich 37 Prozent. Der Staat erwarb 496 Agrarbetriebe und teilte sie zur Vergabe auf. Die Statistik zeigt, dass immer noch fast 50 Prozent des Landes Weißen gehören. Die Nachkommen der unter der Kolonialherrschaft Enteigneten sind weiterhin landlos.

Leider besteht Ungleichheit selbst dort fort, wo Land umverteilt wurde. Sie beruht nur jetzt nicht mehr auf der Hautfarbe, denn nun sind politische Kontakte und ethnische Zugehörigkeiten wichtig geworden. Viele Mitglieder der politischen und administrativen Elite wurden auf dem Papier als „ehemals benachteiligt“ eingestuft und dann bei Landumverteilung berücksichtigt. Tatsächlich stammen viele von ihnen aus Nordnamibia. Dort war das Land immer im Besitz der lokalen Gemeinschaften geblieben. Leider konnten Menschen, deren Vorfahren nie enteignet wurden, Land erwerben und wurden dafür auch noch subventioniert. Solcher Grundbesitz gehört heute zu den Statussymbolen der neuen Elite.

Diese fehlgeleitete Landzuweisung ist politisch umstritten. Die Nachkommen der im Kolonialismus enteigneten Gemeinschaften fühlen sich marginalisiert – und das führt zu interethnischen Feindseligkeiten. Ein weiteres Problem ist, dass viele der nichtprivilegierten Umverteilungsbegünstigten von ihrem Land nicht leben können. Da ihnen Kapital und Know-how fehlen, sind sie auf staatliche Hilfe angewiesen.

 

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Unrecht wiedergutmachen

E+Z - 27. Juli 2020 - 11:24
Zur Wiedergutmachung kolonialer Verbrechen sollte Deutschland Namibias Landrückgabe finanzieren

Amtliche Statistiken dokumentieren die ungleiche Verteilung des Landbesitzes in Namibia: Weniger als 5000 (meist weiße) kommerzielle Farmer besitzen 48 Prozent des Landes. 35 Prozent sind für indigene Gemeinschaften reserviert, und von diesen Flächen hängen über 70 Prozent der Bevölkerung ab. Die übrigen 17 Prozent des Landes gehören dem Staat.

Diese Verteilung entspricht nicht den offiziellen Politikzielen. Die Regierung will eigentlich Land an die Nachkommen der in der Kolonialzeit Enteigneten übertragen. Auf der Agenda stehen die Umsiedlung der indigenen Bevölkerung sowie die freiwillige Abtretung von kommerziell genutztem Agrarland. Passiert ist bisher nicht viel. Land besitzen wie eh und je wenige Privilegierte, zu denen mittlerweile auch Mitglieder der politischen Klasse gehören (siehe Box).

Als ehemalige Kolonialmacht hat Deutschland die Verantwortung, zur Behebung dieses Missverhältnisses beizutragen. Die Machtausübung in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika war äußerst brutal (1884 bis 1915). Weiße wurden ermutigt, Farmen auf indigenem Land zu errichten. Der Widerstand der lokalen Ovaherero- und Nama-Gemeinschaften gegen Zwangsvertreibungen löste den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts aus, der von 1904 bis 1908 andauerte (siehe Joshua Kwesi Aikins im Schwerpunkt des E+Z/D+C e-Paper 2017/11). Die Damara waren ebenfalls betroffen. Überlebende wurden in Lager gesteckt und in Reservate gezwungen. Weiße Grundbesitzer eliminierten auch systematisch die San (Buschleute).

Der Landraub ging weiter, als 1915 Südafrika das Territorium besetzte und 1919 offiziell die Macht übernahm. Afrikaans sprechende weiße Farmer zogen in die „fünfte Provinz“. Bis in die 1960er Jahre wurden indigene Gemeinschaften unter der südafrikanischen Bantustan-Politik vertrieben und umgesiedelt. Für bestimmte ethnische Gruppen gab es euphemistisch als „Stammesgebiete“ bezeichnete Reservate.

Mit der Unabhängigkeit sollte die Würde der schwarzen Gemeinschaften wiederhergestellt werden. 1990 bildete die Befreiungsbewegung South-West Africa People’s Organisation (SWAPO) die neue Regierung einer souveränen Nation. Die Nationale Landkonferenz 1991 war ein vielversprechender Start, änderte aber am Landbesitz wenig. Die geplante Rückgabe an Enteignete scheiterte kläglich. Das Verfahren war langsam und begünstigte oft Akteure mit politischen Kontakten, aber ohne angestammte Ansprüche.

Wegen des Scheiterns gab es im Oktober 2018 eine zweite Landkonferenz, die stärker auf angestammte Ansprüche ausgerichtet war. Im Februar 2019 wurde eine 15-köpfige Kommission für Ahnenland ernannt. Sie empfahl im Dezember 2019, den Enteigneten Vorrang zu geben. Sie hielt fest: „Der Kolonialismus hat die Menschen ihrer Würde, ihrer kulturellen und sonstigen Grundrechte beraubt, und das erfordert dringend systematische Wiedergutmachung.“ Die Kommission schlug vor, „Reparationen der ehemaligen Kolonialmächte“ zu nutzen, um die Landreform zu unterstützen und soziale Gerechtigkeit wiederherzustellen.

Deutschlands Rolle

Die ehemaligen Kolonialmächte sind Deutschland und Südafrika. Sie haben riesigen Schaden angerichtet. Südafrikas Regierung ist allerdings selbst aus einem Freiheitskampf hervorgegangen und übernimmt keine Verpflichtung für das Handeln des früheren Apartheidregime. Das mindert aber selbstverständlich Deutschlands Verantwortung überhaupt nicht.

Von Journalisten gelöchert, räumte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes Mitte 2015 ein, dass die deutsche Kriegsführung in Namibia einem Völkermord gleichgekommen sei. Seitdem verhandeln Deutschland und Namibia über die Aufarbeitung dieses Unrechts. Die Bundesregierung hat keinen Reparationen zugestimmt und vermeidet sogar den Begriff „Reparationen“.

Dennoch verdient der Vorschlag der namibischen Kommission Beachtung. Tatsächlich könnte Deutschland für die Landrückgabe Mittel bereitstellen, die als Kompensationen für Farmer, die ihr Land nicht verkaufen wollen, dienen könnten.

Eine Rechtsgrundlage für eine solche Landumverteilung besteht. Zwar sind laut Namibias Verfassung alle Eigentumstitel, die zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit bestanden, geschützt. Aber Artikel 16 besagt klar: „Der Staat oder eine durch Gesetz ermächtigte zuständige Stelle oder ein durch Gesetz ermächtigtes Organ kann Eigentum im öffentlichen Interesse enteignen, sofern eine gerechte Entschädigung gezahlt wird, wobei Bedingungen und Vorgehen per Parlamentsbeschluss festlegt werden.“ Derartige Gesetze und Vorschriften bestehen, und 2008 legte der Oberste Gerichtshof Richtlinien zur Durchsetzung fest.

Die Finanzierung solch einer Umverteilungs- und Enteignungspolitik wäre ein vernünftiger erster Schritt. Darüber hinaus sollte Deutschland Investitionen in die ländliche Infrastruktur sowie in Agrar-Beratung mitfinanzieren, um die lokalen Gemeinschaften in die Lage zu versetzen, voll von der Umsiedlung zu profitieren. Die namibische Regierung müsste derweil gewährleisten, dass nur Nachkommen der Enteigneten und nicht politische Eliten von der Umverteilung profitieren.

Die Regierungen beider Länder wären gut beraten, solch eine Politik zu vereinbaren. Das würde nicht nur der Aussöhnung Deutschlands und Namibias dienen, sondern auch innerhalb Namibias Versöhnung fördern – zwischen den wirklich Entrechteten und denen, die nur vorgeben, es zu sein. Für Namibia würde das einen Neuanfang bedeuten, der das de­struktive Erbe des ungleichen Landbesitzes überwindet.

Der Begriff „Reparationen“ sollte niemanden abschrecken. Die deutsche Bundesregierung mag sich davor scheuen, weil das als Präzedenzfall für andere ehemalige Kolonialmächte verstanden werden könnte – und diese wollen keine Wiedergutmachung für vergangene Verbrechen zahlen (siehe Kehinde Andrews im Schwerpunkt des E+Z/E+C e-Paper 2017/11). Wie die namibische Ahnenland-Kommission aber richtig konstatiert, wird der Begriff „Reparation“ im internationalen Recht „in einem weiten Sinne verwendet“. Er kann für alles stehen, was dazu dient, „die verschiedenen Arten von Schäden, die Opfer erlitten haben, wiedergutzumachen“.

Land ist Identität, gestohlenes Land ist gestohlene Identität. Eigentumsrechte, die ein nach der kolonialen Landnahme institutionalisiertes Rechtssystem gewährt, mögen zwar gültig sein – aber unfair sind sie in jedem Fall. Das Unrecht der Vergangenheit muss korrigiert werden. Die Gespräche zwischen Deutschland und Namibia bieten dazu eine historische Chance.

Henning Melber ist emeritierter Direktor der Dag Hammarskjöld Stiftung in Uppsala, Schweden, und außerordentlicher Professor an der University of Pretoria und der University of the Free State in Bloemfontein. Er ist seit 1974 Mitglied der SWAPO (South West African People’s Organisation).
henning.melber@nai.uu.se

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