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Babys richtig stillen: Die 13 größten Mythen und was dahintersteckt

Unicef - 19. November 2019 - 9:25
Von 13 Mythen zu 13 Fakten: Was ist das Beste für Ihr Baby? Wenn es ums Stillen geht, hat eine junge Mutter viele Fragen und bekommt ganz verschiedene Antworten, die verwirren können. Gemeinsam mit Stillberaterin und Stillforscherin Dr. Michele Griswold decken wir die 13 größten Mythen über das Stillen auf.
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Was bedeutet es, wenn der Klimanotstand erklärt wird – und wie kann das helfen?

reset - 19. November 2019 - 7:16
Was haben Schottland, Konstanz, Papst Franziskus und die Universität Exeter gemeinsam? Alle haben erklärt, dass es eine „Klimakrise“ gibt. Aber was bedeutet das für den Kampf gegen den Klimawandel?
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Was bedeutet es, wenn der Klimanotstand erklärt wird – und wie kann das helfen?

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Was haben Schottland, Konstanz, Papst Franziskus und die Universität Exeter gemeinsam? Alle haben erklärt, dass es eine „Klimakrise“ gibt. Aber was bedeutet das für den Kampf gegen den Klimawandel?
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Was bedeutet es, wenn ein Klimanotstand erklärt wird – und wie kann das helfen?

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Was haben Schottland, Konstanz, Papst Franziskus und die Universität Exeter gemeinsam? Alle haben erklärt, dass es eine „Klimakrise“ gibt. Aber was bedeutet das für den Kampf gegen den Klimawandel?
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A Geopolitically Aware EU and Its Eastern European Neighbours: More Realism, More Investment

SWP - 19. November 2019 - 0:00

The future European Commission under President Ursula von der Leyen claims to be a geopolitical Commission. Sceptics note that this ambition will only further broad­en the well-known gap between the capabilities of the EU and the expectations about its ability to shape foreign policy. Others welcome the fact that the “geopolitical commission” wants to emerge from the shadow of technocratic politics. However, the postponement by EU member states in starting accession negotiations with North Macedonia in October 2019 is being viewed from this perspective as strategic blind­ness. The EU should not jeopardise its strategic opportunities in the neighbourhood, which will soon include the United Kingdom, by sticking to its established enlarge­ment and neighbourhood policy. Instead, it should create new structures and invest more, both in political and material terms. One could imagine a European Political and Economic Area (EPEA) consisting of the EU and Eastern European countries of the Eastern Partnership (EaP).

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Israel’s Contradictory Gas Export Policy

SWP - 19. November 2019 - 0:00

In order to market its gas reserves, Israel has until now relied on exports to Egypt and Jordan. Through regional networking in the energy sector – for example, within the framework of the Eastern Mediterranean Gas Forum (EMGF), which was founded at the beginning of 2019 – the Israeli government hopes to improve its political relations in the region. At the same time, Israel is investing hope in the building of the EastMed gas pipeline. Its construction would create a direct export link to Europe, but it would thereby also undermine energy cooperation with its Arab neighbours. The Euro­pean Union (EU) should promote regional energy cooperation, as this could pro­mote part­nerships in other areas. Accordingly, the EU should not support the con­struction of the EastMed pipeline.

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Regenbogen über Taiwan

SWP - 19. November 2019 - 0:00

Am 26. Oktober 2019 nahmen rund 200 000 Menschen am »Taiwan LGBT 2019 Pride« in Taipeh teil. Der größte Pride Asiens stand in diesem Jahr unter dem Motto »Together, Make Taiwan Better«. Gefeiert wurde, dass Taiwan am 17. Mai 2019, dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie, als erstes Land in Asien die Ehe für alle eingeführt hat. Deutschland und die EU sollten vor diesem Hintergrund den Austausch mit Taiwan suchen, um LGBTI*-Rechte in Asien effektiver zu fördern. Ein Blick in die asiatischen Nachbarstaaten zeigt, dass dort zum Teil ähn­liche Hürden bestehen, wie Taiwan sie auf dem Weg zur Ehe für alle überwunden hat.

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18. November 2019

ONE - 18. November 2019 - 17:20

1. Deutschland und Afrika: Partnerschaft auf Augenhöhe?
Anlässlich einer morgen in Berlin stattfindenden ‚Compact with Africa‘-Konferenz zwischen afrikanischen und deutschen Vertreter*innen  aus Politik und Wirtschaft, thematisieren viele Medien, darunter Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Reuters, die Deutsche Welle (DW), der MDR, Euractiv, evangelisch.de und die junge Welt die wirtschaftliche Zusammenarbeit Deutschlands mit Afrika. Die 2017 von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich ihrer damaligen G20-Präsidentschaft ins Leben gerufene Initiative verspreche den afrikanischen Partnerländern zusätzliche Privatinvestitionen aus Deutschland. Im Gegenzug verpflichten diese sich zu bestimmten Wirtschaftsreformen. Es solle eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe sein, wie Merkel erneut bekräftigte. Allerdings werde an den ‚Compacts with Africa‘ kritisiert, dass die Bundesregierung deutsche Unternehmen nicht ausreichend darin unterstütze, sich langfristig auf dem afrikanischen Märkten zu behaupten, so Daniel Pelz für DW und Euractiv. Für Stefan Liebig und Christoph Kannengießer vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft gehören dazu, „Garantie- und Absicherungsinstrumente“ ebenso wie die Förderung „klimafreundlicher Infrastrukturprojekte und eine koordinierte Begleitung“, wie sie in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fordern. Rückenwind bekommen die Beiden von Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführers des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Das von Wirtschaftsminister Peter Altmeier gegründete ‚Wirtschaftsnetzwerk Afrika‘ sowie eine minimale Steigerung der ‚Hermes-Bürgschaften‘ reichen nicht aus, um Investitionen in Afrika abzusichern. Insgesamt sei die Außenwirtschaftspolitik Deutschlands weder ambitioniert noch offensiv genug, um mit der globalen Konkurrenz aus China und Indien mithalten zu können, schreiben Liebig und Kannengießer. Der Tagesspiegel und Euractiv zitieren eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die aufzeigt, dass die zugesagten deutschen Investitionen bisher kaum gestiegen seien, obwohl die afrikanischen Partner die geforderten Wirtschaftsreformen umgesetzt haben. Einerseits steigen sowohl Neuinvestitionen deutscher Unternehmen in Afrika als auch deren Handelsvolumen deutlich an, so Liebig in einem Interview mit Reuters. Allerdings zeige eine von Euractiv zitierte Studie des Allensbach Institut, dass lediglich fünf Prozent aller deutschen Unternehmen planen, zukünftig in Afrika Geschäfte zu machen.

2. Kongos Präsident zu Besuch bei Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel traf sich am Wochenende mit dem Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Félix Antoine Tshisekedi, wie die Deutsche Welle, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Tageszeitung (taz), die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, evangelisch.de und die junge Welt melden. Tshisekedi habe die Hoffnung geäußert, dass sein Land der „Motor Afrikas“ werden könnte. Der Präsident habe bereits weitreichende Veränderungen im Land herbeigeführt. Dazu zählen die Freilassung politischer Gefangener sowie wirtschaftliche Öffnung des Landes. Zuletzt habe Kongo mit einem erneuten Ausbruch von Ebola und bürgerkriegsähnlichen Zuständen zu kämpfen gehabt. Auch Tshisekedi sei nicht unumstritten, da er mit seinem problematischen Amtsvorgänger, Joseph Kabila, eng zusammenarbeite. Kabila gelte allgemein als korrupt. Wenn Kongo jedoch „an dem Reformkurs festhalte und dies wünsche“, könne das Land der ‚Compact with Africa‘-Initiative beitreten, so Merkel.

3. IWF ignoriert Korruption
Laut Bernd Dörries in der Süddeutsche Zeitung unterstützt der Internationale Währungsfonds (IWF) korrupte Regierungen durch Vergabe von Krediten. Unter anderem wegen seiner korrupten Regierung sei die Bevölkerung Äquatorialguineas trotz reicher Ölvorkommen zu großen Teilen extremarm. Durch die zusätzliche Misswirtschaft und den sinkenden Ölpreis befinde sich das Land nun in einer finanziellen Krise und habe den IWF um Unterstützung gebeten. Dieser werde dem Gesuch voraussichtlich mit mehreren Millionen US-Dollar Budgethilfe nachkommen. Sowohl IWF als auch die Weltbank möchten ebenfalls die Demokratische Republik Kongo mit einem Programm über fünf Milliarden US-Dollar unterstützen. Obwohl Kongos neuer Präsident Félix Tshisekedi als weniger korrupt gilt als seine Vorgänger, lenken die alten Machthaber durch ihre Mehrheit im Parlament noch immer zu einem großen Teil die Geschicke des Landes.

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Lebhafte Debatte zum Thema Kinderarbeit

BfdW - 18. November 2019 - 16:12
Die Brot für die Welt-Jugend hat im Bundestag eine wichtige Debatte zum Thema Kinderarbeit angestoßen. Abgeordnete debattieren lebhaft darüber, wie ausbeuterische Kinderarbeit verhindert werden kann.

7. November 2018: Fünf Jugendvertreter*innen von Brot für die Welt sitzen in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin fünf prominenten Politiker*innen gegenüber, die fünf verschiedenen Fraktionen angehören.

Die Jugendlichen stellen die Kampagne 100 Million vor, die vom indischen Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi (ein langjähriger Partner von Brot für die Welt) initiiert wurde und zum Ziel hat, wirksame Maßnahmen gegen ausbeuterische Kinderarbeit einzufordern.

Kailash Satyarthi's Einsatz gegen Kinderarbeit beeindruckt

Die Abgeordneten sind beeindruckt von Kailash Satyarthi, der bereits 80 000 Kinder aus der Sklaverei befreit hat und vom Engagement der Brot-für-die-Welt Jugend. Alle versprechen, die Kampagne 100 Million zu unterstützen. Und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), kündigen spontan an, die Initiative für einen fraktionsübergreifenden Bundestagsantrag gegen ausbeuterische Kinderarbeit zu ergreifen.

14. November 2019: Zu einem fraktionsübergreifenden Antrag ist es zwar nicht gekommen – aus welchen Gründen auch immer – aber im Plenum des Bundestages wird über einen Antrag von CDU/CSU und SPD debattiert. Titel: „Kinder weltweit schützen – Ausbeuterische Kinderarbeit verhindern“. Die Brot-für-die-Welt-Jugend sitzt auf der Tribüne und verhindert indirekt durch ihre Präsenz, dass wegen der vorgerückte Stunde – es ist mittlerweile 22:30 Uhr – die Debatte abgesagt und die Reden nur zu Protokoll gegeben werden.

Fast alle von ihren Fraktionen angemeldeten Abgeordneten halten ihre Reden und trotz der vorgerückten Stunde entwickelte sich eine lebhafte Debatte. MdB Bärbel Kofler dankt der Kampagne 100 Millionen, die in Deutschland von Brot für die Welt und der GEW getragen wird, und lobt insbesondere das Engagement der Jugendlichen. Sie hätten mit dazu beigetragen, dass jetzt ein Antrag zu dem Thema vorläge und diskutiert werde.

MdB Wolfgang Stefinger von der CSU fordert im Kampf gegen Kinderarbeit Dreierlei:

  • 1. Existenzsichernde Löhne und die konsequente Durchsetzung von Kinderrechten in den Ländern, in denen ausbeuterische Kinderarbeit nach wie vor stattfindet.
  • 2. Größere Anstrengungen – auch im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit -, dass alle Kinder zur Schule gehen können.
  • 3. Mehr Verantwortungsübernahme durch Konsument*innen und Unternehmen. Damit es zu mehr Siegelwahrheit und –klarheit komme, müsse der Staat hier regulierend eingreifen und dazu beitragen, dass im Zertifizierungswesen nur noch glaubwürdige und anspruchsvolle Siegel bestehen könnten. Stefinger lobt Unternehmen, die schon jetzt verantwortungsbewusst agieren und den menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten in ihren Lieferketten gerecht werden. Aber es gebe auch Widerstände, besonders von den Verbänden. Denen gegenüber er dann deutlich: „Die Lösung kann nicht heißen: blockieren, verzögern und am Ende gar nichts machen“.

Auch sein Fraktionskollege Georg Kippels (CDU) hebt zwar das Freiwilligkeitsprinzip hervor, betont aber, der Wirtschaft sei „unmissverständlich deutlich gemacht“ worden, dass „gesetzgeberische Maßnahmen die logische Konsequenz“ seien, wenn durch freiwillige Maßnahmen es nicht kurzfristig zu Erfolgen käme.

Kein klares Votum für Lieferkettengesetz

Sascha Raabe (SPD) geht noch einen Schritt weiter: In einer sehr emotionalen Rede prangert er die brutale Ausbeutung von Kindern in vielen Ländern dieser Welt an. Davon dürften weder deutsche Unternehmen noch Konsument*innen profitieren. Er setzt darauf, dass sich die Minister Müller (als einziger aus dem Kabinett anwesend bei der Debatte) und Heil gemeinsam für ein Lieferkettengesetz starkmachen.

Ein klares Votum für ein Lieferkettengesetz enthält der Antrag von Union und SPD, der mit den Stimmen der Koalition auch angenommen wird, allerdings nicht. Zwischen den Zeilen kann man allerdings Andeutungen in diese Richtung lesen. Das ist den Grünen und Linken zu wenig, der FDP und der AfD hingegen zu viel, weshalb es von der Opposition keine Zustimmung gibt.

Brot für die Welt setzt sich im Rahmen der Initiative Lieferkettengesetz mit vielen anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren für ein Lieferkettengesetz ein. Dazu gibt es in der GroKo unterschiedliche Meinungen – nicht nur zwischen den Koalitionspartnern, sondern auch innerhalb der beiden Fraktionen. Deshalb ist der Koalitionsantrag zum Thema Kinderarbeit an dieser Stelle undeutlich.    

Aber unterhalb der Schwelle Lieferkettengesetz enthält er einige bemerkenswerte Forderungen: Etwa die Prüfung von gesetzlichen Maßnahmen, um die Einfuhr von und den Handel mit Produkten ausbeuterischer Kinderarbeit unter Strafe zu stellen. Eine fatale Gesetzeslücke, die in der Tat rasch geschlossen werden muss: Wer hierzulande achtjährige Kinder in einen Steinbruch schickt, landet im Gefängnis. Die Einfuhr von Steinen aus indischen Steinbrüchen, in denen Kinder dieses Alters schuften, ist aber nach wie vor legal – ganz im Gegensatz zu mehreren anderen Ländern wie z.B. den  Niederlanden.

Auch die Forderung nach so etwas wie einem staatlichen „Siegel-TÜV“, um fürs öffentlichen Beschaffungswesen und den Verbraucher*innen zuverlässige Orientierungshilfe zu geben, ist bemerkenswert. Ebenso die Aufforderung an die Bundesregierung, sich im Rahmen der EU für Handelsverträge mit sanktionsbewährten Nachhaltigkeits- und Menschenrechtskapitel einzusetzen.

Kundgebung gegen Kinderarbeit

Nun wird es darauf ankommen, dass dieser Bundestagsbeschluss (Drucksache 19/15062) auch konsequent umgesetzt wird. Darauf wird die Brot-für-die-Welt-Jugend drängen: Schon am kommenden Mittwoch (27.11.) ziehen die Jugendlichen mit Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi vom EWDE (Caroline-Michaelis-Str. 1 in Berlin; Start 12:30 Uhr) zum Parlament. Dort gibt es auf der Wiese vor dem Reichstag eine Kundgebung, auf der eine ehemalige Kinderarbeiterin berichtet, Kailash Satyarthi redet und Abgeordnete von Union, SPD, FDP, Linken und Grünen erläutern, was sie gegen ausbeuterische Kinderarbeit bereits tun der künftig tun wollen.     

Thema (BfdW) : Kinder und JugendlicheLänderbezug (Asien): IndienVeranstaltung bzw. Programme: 100Million
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Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene – (k)eine Selbstverständlichkeit?!

VENRO - 18. November 2019 - 15:45

Der Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung ist eine Grundvoraussetzung für ein Leben in Würde – und ein Menschenrecht. Dieses bleibt jedoch vielen Millionen Menschen verwehrt. Höchste Zeit, dem Thema die dringend benötigte Aufmerksamkeit zu widmen.

Heute ist Welttoilettentag! Ja, den gibt es wirklich! Seit 2013 ist der 19. November ein offizieller Welttag der Vereinten Nationen. Die Aufmerksamkeit um die „großen und kleinen Geschäfte“ ist auch dringend notwendig: 4,2 Milliarden Menschen leben ohne sichere Sanitärversorgung, davon verrichten 678 Millionen ihre Notdurft im Freien – das sind fast 10 Prozent der Weltbevölkerung.

Sauberes Trinkwasser, angemessene Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) sollten selbstverständlich sein – für alle Menschen und überall. Seit 2010 sind Wasser und Sanitärversorgung als Menschenrechte anerkannt. Trotzdem haben heute nicht alle Menschen Zugang dazu; auf Grund ihrer ethnischen, sexuellen, oder sozialen Zugehörigkeit, ihres Einkommens oder ihres Wohnortes. Ohne eine angemessenen Grundversorgung wird diesen Menschen eine gleichberechtige Chance zu Gesundheit, Bildung und finanzieller Stabilität verwehrt.

Tabuthema Sanitärversorgung: Raus aus der Nische!

Die Menschenrechte und die Agenda 2030 fordern eine Entwicklungszusammenarbeit, die globale Ungleichheiten abbaut. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) waren von den 822 Millionen Euro, die Deutschland im Jahr 2016 für Wasser- und Sanitärversorgung global zur Verfügung stellte, nur 118 Millionen für eine armutsorientierte Basisversorgung vorgesehen.

Das tabuisierte Thema Sanitärversorgung erhält dabei am wenigsten Unterstützung: Nur 16 Prozent der finanziellen Mittel waren im Jahr 2016 hierfür bestimmt. Dies resultiert zum Teil daraus, dass Deutschland im Bereich Wasser vorrangig in zentrale, städtische Versorgungssysteme investiert, von denen die Ärmsten und andere marginalisierte Gruppen nur selten profitieren. Der jüngste Report der Weltbank stellt fest: 56 Prozent der Subventionen im Bereich WASH kommen dem reichsten Fünftel der Bevölkerungen zugute, lediglich 6 Prozent entfielen auf das ärmste Fünftel.

Unsere zehn Forderungen an die Bundesregierung

„Niemanden zurücklassen“ (Leave no one behind) ist nicht nur das Motto des diesjährigen Welttoilettentages, sondern auch eine der zehn Forderungen an die Bundesregierung, die wir, das WASH-Netzwerk und VENRO, in unserem neuen Positionspapier „Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene für alle – Leben retten und nachhaltige Entwicklung sichern“ formulieren.

Fachlich verdichtet und leicht verständlich erklärt das Papier auf wenigen Seiten die Querbezüge zu anderen Bereichen, darunter Inklusion, Bildung und Einkommen, Gesundheit, Ernährung, urbane Entwicklung, Nachhaltigkeit sowie Anti-Korruption. Nicht zuletzt beleuchtet das Positionspapier auch die Bedeutung von WASH im humanitären Kontext.

Was braucht es jetzt? Notwendig ist eine Enttabuisierung des Themas, ein Willen, auch dahin zu gehen, wo Menschen schwer zu erreichen sind sowie eine bessere Nutzung der komparativen Vorteile der Zivilgesellschaft und staatlichen Akteuren.

Das WASH-Positionspapier ist auf den Webseiten von VENRO und vom WASH-Netzwerk zu finden.

Auftakt zum Zukunftsforum

Engagement Global Presse - 18. November 2019 - 15:14
In der Auftaktveranstaltung geht es um die Auswirkungen von Klima, Brand und Rodung der Wälder. Foto: Anton Gudkov

Welche Auswirkungen haben die Waldbrände in Brasilien weltweit? Diese Frage wird unter anderem am Dienstag, 26. November 2019, bei der Auftakt-Vorlesung zum Zukunftsforum an der Hochschule Harz diskutiert. Zum Zukunftsforum lädt Engagement Global gemeinsam mit der Stadt Wernigerode und der Hochschule Harz Interessierte jeden Alters zu einer Sonderveranstaltung der GenerationenHochschule in Wernigerode ein.

„WeltWald im Wandel: Auswirkungen von Klima, Brand und Rodung“ lautet der Titel der ersten Vorlesung, bei der der Wald im Fokus steht. 2020 wird die Reihe rund um das Thema Nachhaltigkeit mit mehreren Veranstaltungen fortgesetzt. László Maráz vom Forum Umwelt und Entwicklung sowie Judith Reise vom Öko-Institut e.V. werden als Experte und Expertin referieren. Die Moderation übernimmt die Geografin Dr. Christina Alff.

Eingangs wird Judith Reise, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Energie und Klimaschutz, erläutern wie sich unser Umgang mit dem Wald auch auf globale Prozesse auswirkt, anschließend beleuchtet László Maráz, der die Dialogplattform Wald und AG Wälder koordiniert, welche Auswirkungen die Brände in Brasilien haben und wie sich diese auch in Deutschland bemerkbar machen.

Veranstaltungsort

Hochschule Harz
„Papierfabrik“ (Haus 9)
Wernigeröder Campus
Am Eichberg 1
38855 Wernigerode

Interessierte können sich vorab online zur Veranstaltung anmelden. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der Hochschule Harz, der Stadt Wernigerode und Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland.

Weitere Informationen
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Welttoilettentag als Anlass für Klo-Kampagne von arche noVa

ONE - 18. November 2019 - 14:20

Dies ist ein Gastbeitrag der arche noVa im Rahmen unserer Blogserie zum Welttoilettentag am 19.11.2019.
Die Autorin Dana Ritzmann leitet die Kommunikationsabteilung bei arche noVa und freut sich über Input und Feedback zu den aktuellen Klo-Stories der Dresdner Hilfsorganisation.

Weitere Infos unter www.arche-noVa.org

Dass Toilette mehr ist als ein stilles Örtchen, zeigt unsere Collage zum Welttoilettentag. Seit mehr als zwei Jahrzehnten baut arche noVa überall auf der Welt, wo es Not tut, Toiletten und Latrinen: barrierefreie in Indonesien, flutsichere in Pakistan, sauber gefließte in der Ost-Ukraine, behelfsmäßige in Cox´ Bazar, aus Stein, Bambus oder Holz, mit Eimern, Besen oder auch Waschbecken mit Blümchenmotiv, zum Sitzen oder Hocken, mit Klopapierhalter oder Wasserstelle. Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt. So verschieden die Menschen auf der Welt, so unterschiedlich ihre Gewohnheit, ihr kleines oder großes Geschäft zu verrichten.

Die schiere Masse an Klo-Motiven täuscht aber leicht darüber hinweg, dass ein Großteil der Menschen gar keine Sanitärversorgung hat, geschweige denn eine eigene Toilette. Glaubt man der Weltgesundheitsorganisation betrifft das mehr als 2,3 Milliarden Menschen. 892 Millionen praktizieren noch immer offene Defäkation mit all den negativen Folgen für die Gesundheit. Laut WHO nutzen mindestens 2 Milliarden Menschen eine mit Fäkalien verunreinigte Trinkwasserquelle. 829 Millionen sterben jedes Jahr an Durchfallerkrankungen infolge von schmutzigem Trinkwasser, unzureichender Sanitärversorgung und mangelnder Handhygiene.

Ein Tag für SDG6

Um genau darauf aufmerksam zu machen, wurde 2001 der Welttoilettentag ausgerufen. Jedes Jahr am 19. November soll er daran erinnern, dass das globale Nachhaltigkeitsziel Nr. 6 noch lange nicht erreicht ist – sauberes Wasser und eine sanitäre Grundversorgung für jeden Menschen überall auf der Welt. Wir von arche noVa machen uns genau dafür stark. In unserer Arbeit als internationale Hilfsorganisation sind die Themen Sanitär und Hygiene, direkt in Verbindung mit Wasser, ein zentrales Anliegen. Dabei bauen oder reparieren wir nicht nur Toiletten in jedweder Form, sondern wir führen auch Hygieneschulungen durch und gründen lokale Komitees, die sich für die Sauberkeit der sanitären Einrichtungen verantwortlich fühlen.

Toiletten und Bildung – wo ist der Zusammenhang?

Ein ganz besonderer Fokus liegt dabei weltweit auf dem Bau von Schultoiletten. Der Fakt, ob es diese gibt, wirkt sich nämlich an vielen Orten nachweislich auf den Bildungserfolg von Mädchen aus. Eine aktuelle Umfrage in Somalia beispielsweise ergab, dass mehr als die Hälfte der befragten Schülerinnen angab, im letzten halben Jahr aufgrund ihrer Menstruation Unterricht verpasst zu haben. Manchmal ist der Grund lediglich der, dass es keinen geeigneten Ort gibt, um die erhöhte persönliche Hygiene durchzuführen. Die Tage sind anderswo noch viel mehr ein Tabu als hierzulande, umso wichtiger ist es, dafür zu sorgen, dass physische Unabänderlichkeiten Mädchen nicht noch zusätzlich benachteiligen. Oft genug reicht dafür eine verschließbare Tür, ein Mülleimer in der Nähe und sauberes Wasser.

Photo Credit: arche noVa

Tuesdays for Toilets

Außerdem brauchen wir das Bewusstsein, dass sich Dinge verändern lassen. Die Klima-Kids von Fridays for Future haben das über Monate jetzt eindrucksvoll bewiesen. Hier knüpfen wir an mit unserer Kampagne Tuesdays for Toilets. Dafür kapern wir den Dienstag für das Thema Sanitär und Hygiene im humanitären Kontext. Zum Welttoilettentag am 19. November starten wir mit unserer eindrucksvollen Klo-Collage, die uns übrigens extra zu diesem Anlass unsere Dresdner Lieblingsfotografin Katharina Grottker gezaubert hat. Jeden Dienstag stellen wir in den Sozialen Medien ein Thema vor, dass irgendetwas mit dem Thema Toilette zu tun hat – entweder gibt es einen regionalen Bezug, eine spezielle Technik oder Bauweise, Menschen, die über ihre Bedürfnisse erzählen, natürlich Zahlen und Fakten oder auch mal eine kuriose Geschichten vom Stillen Örtchen. Gründe gibt es genug, mal genauer in die Schmuddelecke zu leuchten. Wir knipsen den Spot an. Flush!

Ihr wollt mehr über die Arbeit von arche noVa erfahren? Das könnt ihr nicht nur auf der Website, sondern auch bei Twitter, Facebook & Instagram!

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Spätzünder mit wachsender Bedeutung

E+Z - 18. November 2019 - 14:17
Der Historiker Kiran Klaus Patel erläutert, weshalb die EU zum dominierenden Staatenbund Europas wurde

Patels Buch „Projekt Europa“ erschien im vergangenen Jahr bei C.H. Beck. Der Autor ist Geschichtsprofessor an der Universität Maastricht und behandelt gut nachvollziehbar die Beiträge der EU zu Friedenskonsolidierung, Wohlstandsentwicklung und Gestaltung der Weltordnung. Er belegt aber auch, dass diese Rollen bei ihrer Gründung kaum angestrebt wurden.

Im Folgenden wird kurz skizziert, was Patel zu den drei eben genannten Rollen schreibt. Für die Versöhnung des vom Krieg gebeutelten Europa war die EU seiner Meinung nach zwar wichtig, aber eine entscheidende Rolle spielte sie zunächst nicht. Nach 1945 entstanden viele verschiedene, internationale Organisationen, die sich um Frieden in Europa bemühten, aber die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EG), die der erste Vorläufer der EU war, entstand erst ein Jahrzehnt später. Sie diente vor allem ökonomischen Interessen und hatte lediglich sechs Mitglieder – Westdeutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg. 1957 bündelten diese Länder auch ihre Atompolitik (Euratom) und etablierten eine Wirtschaftsgemeinschaft. Erst Ende der 1950er Jahre wurden daraus die Europäischen Gemeinschaften, die später dann im Singular „Europäische Gemeinschaft“ genannt wurde und aus der in den 1990ern die EU hervorging. Euratom galt lange als die wichtigste der drei Gemeinschaften.

Was Frieden angeht, war ihre Rolle nicht eindeutig, schreibt Patel. Das kleine westeuropäische Bündnis stärkte einerseits Vertrauen und Kooperation unter den Mitgliedstaaten und machte sogar aus den ehedem tief verfeindeten Ländern Deutschland und Frankreich enge Verbündete. Andererseits betrachteten die Sowjetunion und der gesamte Ostblock die EU als bedrohliche Stärkung der Westmächte. In den frühen 1980er Jahren änderte sich diese Wahrnehmung, denn die EU bestand auf der Beibehaltung der Handelsbeziehungen zum Ostblock und milderte so den Eskalationskurs Washingtons im wieder intensiver werdenden Kalten Krieg.

Zum wichtigen Friedensstifter wurde die EU in Patels Augen erst in den 1990er Jahren, indem sie nach dem Kollaps der Sowjetunion den osteuropäischen Ländern Perspektiven bot. Die Osterweiterung der EU war für die friedliche Transformation enorm wichtig gewesen.

Ökonomisch relevant war die EU Patel zufolge auch immer, allerdings war das Bündnis in den frühen Jahren kein Wachstumsbeschleuniger. Vielmehr expandierten die Volkswirtschaften ohnehin schnell, weil der Wiederaufbau nach dem Krieg und neue Technik Chancen boten. Die nationalen Regierungen nutzten die EG aber, um schwierige Übergänge zu managen. So federten die vergemeinschafteten Agrarsubventionen den Strukturwandel im ländlichen Raum und seine Auswirkungen auf kleine Familienhöfe ab, die kaum überlebensfähig waren. Die innereuropäische Migration, besonders von Süditalien in industrialisierte Städte der nördlichen Mitgliedsstaaten, erwies sich als ähnlich wertvoll. Sie federte soziale Spannungen ab und half Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu vermeiden.

Was das Streben der EU nach einer Weltmachtstellung angeht, arbeitet Patel präzise aus, dass Pragmatismus diesen Ehrgeiz immer gedämpft hat und dass die USA die regionale Verflechtung in Europa aus geostrategischen Gründen unterstützten. Selbst wenn „Brüssel“ im Kalten Krieg für Washington manchmal ein schwieriger Partner war, diente der stabilisierende Einfluss der EU auf Westeuropa immer auch den Interessen der USA. Donald Trump ist der erste US-Präsident, der sich offen ablehnend gegenüber der EU äußert.

Im Lauf der Jahre wurde die EG/EU zu einer wichtigen Wirtschafts- und Handelsmacht mit wachsendem Einfluss auf andere Politikfelder. Vor allem im Bereich der Entwicklungshilfe (official development assistance – ODA) war das früh ersichtlich. Ein erheblicher Teil der Fördermittel der Mitgliedsstaaten fließt über die EU an die Entwicklungsländer. Die Nationalstaaten verfolgen zwar eigene Entwicklungsziele, doch die gemeinsame Finanzierung macht die EU zu einem ernst zu nehmenden Partner. Wie Patel zeigt, trug die EU auch viel dazu bei, die Kolonialherrschaft zu überwinden. Die Rhetorik wandelte sich von arroganter Herrschaftsattitüde zu Partnerschaft auf Augenhöhe. Das ist selbst dann wichtig, wenn nicht jedes Versprechen erfüllt wird.

Andererseits spielt die EU in manchen Politikfeldern keine wirkliche Rolle. Auffällig ist das in der Sicherheitspolitik. Die NATO ist offensichtlich viel wichtiger, wie Patel schreibt. Er geht aber nicht darauf ein, dass die EU-Mitgliedschaft auch innerhalb der NATO relevant ist und Regierungen stärkt. Ihre Spitzenpolitiker kennen sich, sind gewöhnt, Absprachen miteinander zu treffen, und neigen eher dazu, gemeinsame Interessen zu verfolgen als nur engverstandene nationale Vorteile zu suchen, wie das in der Vergangenheit der Fall war.

Was die EU stark machte

Es gibt wichtige Gründe dafür, dass aus drei Partikulargemeinschaften mit sechs Mitgliedern die dominante, supranationale Organisation Europas wurde, die nun als globales Modell für Regionalintegration gilt. Laut Patel unterscheiden sich die EU und ihre Vorläuferorganisationen von anderen internationalen Bündnissen in folgenden entscheidenden Punkten:

  • Es ging nie nur um die intergouvernementale Abstimmung, sondern es gab von Anfang an starke supranationale Ansätze mit gemeinsamer Verwaltung, Gesetzgebung und Rechtsprechung. Jede Gemeinschaft wurde von einer Kommission verwaltet, und diese wurden später zu einer einzigen Kommission verschmolzen. Alle Mitglieder mussten und müssen verbindliche, gemeinsame Rechtsvorschriften umsetzen, und der Europäische Gerichtshof sorgt für die Einhaltung. Diese supranationalen Dimensionen machen die EU besonders stark.
  • Entscheidend war zudem die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Sie war lange die wichtigste Gemeinschaft, denn sie erforderte die Koordination aller marktrelevanten Regulierungen. Derlei ist im Leben der Menschen unmittelbar wirksam. Entsprechend groß war und ist die Aufmerksamkeit von Wirtschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Die Bürger der Mitgliedsländer spürten folglich die Bedeutung der EG/EU.

Patel zufolge stellte der Spätzünder unter den internationalen Organisationen aus diesen Gründen nach und nach alle Konkurrenten in den Schatten. Die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA) etwa war weniger dynamisch, weshalb Großbritannien, Irland und Dänemark in den frühen 1970er Jahren ausstiegen und zur EU überwechselten. Der EU traten danach noch viele weitere Staaten bei. Trotz des Brexit-Referendums hat sich die EU als erstaunlich belastbar erwiesen.

Patel nennt den Grund: die Mitglieder reagierten immer wieder auf Krisen und entwickelten so die frühen Europäischen Gemeinschaften der 1950er Jahre zur heutigen EU fort. Auf die Dramen neueren Datums wie Brexit, Flüchtlingszugstrom oder Euro-Krise geht der Autor nicht ein. Er zeigt aber, was die EU so stabil macht: Sie dient den Interessen ihrer Mitgliedsstaaten, wobei die Institutionen und Entscheidungsprozesse flexibel genug sind, um auf neue Herausforderungen zu reagieren. Patel stellt die Geschichte der EU als Serie erfolgreicher Reaktionen auf Krisen dar – und nicht als konsequente Umsetzung eines rigiden Masterplans.

Die EU ist eine komplexe und vielschichtige, überstaatliche Organisation, in der nationale Regierungen immer noch eine große Rolle spielen. Die Mitgliedschaft in der EU erleichtert ihnen vieles. Patel äußert die auf Erfahrung beruhende Hoffnung, die EU werde nicht auseinanderbrechen, sondern sich zu einer noch bedeutenderen supranationalen Organisation weiterentwickeln. Wie in der Vergangenheit wird das dem Autor zufolge aber eher in vagen Kompromissen und plötzlichen Innovationen geschehen, als Ausdruck großer Prinzipien sein.

Buch
Patel, K. K., 2018: Projekt Europa. München: C.H. Beck.
Die englische Übersetzung („Project Europe“) erscheint im April 2020 bei Cambridge University Press.

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Macht und Ermächtigung in der globalen Textilproduktion

Engagement Global - 18. November 2019 - 13:18
Die Referentinnen Nora Lohmeyer und Anna Neumann sprachen gemeinsam mit Moderatorin Nora Große über Machtstrukturen in der Textilbranche. Foto: Anton Scholz

Das Ziel 8, Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung stand am Montag, 11. November 2019, an der Freien Universität Berlin im Fokus. Expertinnen und Experten warfen dabei einen kritischen Blick auf bestehende Machtbeziehungen und Machtstrukturen innerhalb der textilen Wertschöpfungskette und innerhalb der globalen Produktionsnetzwerke der Textil- und Bekleidungsbranche.

Dr. Nora Lohmeyer aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität Berlin stellte Ergebnisse aus dem internationalen Forschungsprojekt „Garment Supply Chain Governance Project“ vor, bei dem globale Machtbeziehungen und -strukturen innerhalb der Produktionsnetzwerke in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch untersucht wurden.

Sie erläuterte, dass nach dem Einsturz der Fabrik von Rana Plaza im Jahr 2013 Verbesserungen von Arbeitsstandards in den textilen Produktionsstätten zu beobachten gewesen seien, etwa mit Blick auf bessere Löhne und Sicherheitsstandards. Bestehende Sozialprogramme seien hinterfragt und verbessert worden. Dennoch würden weitere positive Entwicklungen durch bestehende und unveränderte Machtbeziehungen und Machtstrukturen innerhalb der Produktionsnetzwerke verlangsamt oder sogar verhindert werden.

Nach wie vor fehle es an den Möglichkeiten einer Selbstorganisation, in vielen Fällen seien Gewerkschaften noch gänzlich unbekannt. Die Abhängigkeitsverhältnisse innerhalb der Produktionsnetzwerke seien nicht nur bestehen geblieben, sondern sogar verstärkt worden, so das Fazit von Norma Lohmeyer. In der Beziehung zwischen westlichen Einkäuferunternehmen und Produktionsstätten seien die produzierenden Länder weitaus machtloser als die westlichen Abnehmerinnen und Arbeitnehmer, so die Expertin.

Anne Neumann des INKOTA-netzwerk e.V. stellte die Perspektive aus ihrer Kampagnenarbeit dar. Ihr Blick richtete sich auf die Leder- und Schuhproduktion in Indien, in der die von Frau erwähnten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen Lohmeyer in Bangladesch, nicht festgestellt werden können. Anne Neumann schilderte die Gefahren und Probleme, mit denen Arbeiterinnen und Arbeiter konfrontiert sind: Umweltverschmutzung sowie Gesundheitsgefährdungen der Arbeiter und Arbeiterinnen durch die genutzten Chemikalien, Probleme der Arbeitssicherheit, Kinderarbeit, Löhne, die nicht zum Leben reichen. Zudem sei auch hier eine gewerkschaftliche und zivilgesellschaftliche Arbeit sehr stark eingeschränkt beziehungsweise nicht vorhanden.

Die beiden Expertinnen waren sich einig, dass eine wichtige Rolle, um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu schaffen, der Erlass eines Lieferkettengesetzes in Deutschland sei, durch das Unternehmen auf dem deutschen Markt verpflichtet wären, ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachzukommen und Produktionsstandards einzuhalten.

Das 2014 geschlossene Textilbündnis sei daher ein erster wichtiger Schritt, um Lieferketten fair zu gestalten. Das Bündnis für nachhaltige Textilien ist eine Multi-Akteurs-Partnerschaft mit rund 120 Mitgliedern aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und Standardorganisationen. Sie alle wollen die Bedingungen in der weltweiten Textilproduktion verbessern – von der Rohstoffproduktion bis zur Entsorgung. Aber auch hier gäbe es noch Verbesserungspotential: Es dürfte vor allem nicht bei einer freiwilligen Entscheidung der Unternehmen bleiben Maßnahmen zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht umzusetzen, sondern die Umsetzung sollte für alle Unternehmen verpflichtend sein. Ebenso wurden die Stärken und Schwächen des vom Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) entwickelten Siegels „Grüner Knopf“ - eine Auszeichnung für Produkte von Unternehmen, die anspruchsvolle Sozial- und Umweltstandards erfüllen - sowie die Notwendigkeit von verpflichtenden Regulierungen von Mindeststandards diskutiert.

Weitere Vorlesungen

An drei weiteren Abenden stellen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit ihre Ansätze und Sichtweisen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele vor:

  • Montag, 18. November 2019, 18 Uhr: „Welchen Einfluss haben Konsumentinnen und Konsumenten auf die Produktionsweisen im Textilbereich?“
  • Montag, 25. November 2019, 18 Uhr: „Wer wird denn gleich das Handtuch (weg-)werfen?“
  • Montag, 2. Dezember 2019: „Wer trägt hier die Verantwortung?“

Die Ringvorlesung „Transformation unserer Welt - Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ wird gemeinsam von GIZ und Engagement Global veranstaltet. Weitere Kooperationspartner sind die Stabsstelle Nachhaltigkeit und Energie der Freien Universität Berlin, Sustain IT!-Initiative für Nachhaltigkeit und Klimaschutz und die Studentische Initiative Nachhaltigkeitsbüro der Humboldt-Universität Berlin.

Die Teilnahme ist öffentlich und kostenfrei. Bitte melden Sie sich online zur jeweiligen Veranstaltung an.

Veranstaltungsort

GIZ Haus Berlin
Reichpietschufer 20
10785 Berlin

Weitere Informationen
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18.11.2019 Minister Müller kündigt Start von Africa Cloud auf Digitalklausur an

BMZ - 18. November 2019 - 13:00
Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) stellt am Rande der Kabinettsklausur in Meseberg sieben digitale Leuchtturm-Vorhaben in Afrika vor. Insgesamt investiert das BMZ fast 270 Millionen Euro in mehr als 200 Digitalprojekte in Afrika. Entwicklungsminister Gerd Müller: "Wir dürfen die digitale Entwicklung in Afrika nicht verschlafen! Sonst schaffen wir nie ausreichende Angebote für Bildung, Ausbildung und Jobs. Wir starten jetzt die 'Africa Cloud'. Mit der neuen Plattform schaffen ...
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Kinderrechte in Gefahr

Unicef - 18. November 2019 - 11:00
UNICEF-Bericht zum 30. Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention: In den vergangenen 30 Jahren haben die Kinderrechte dazu beigetragen, das Leben von Kindern zu verbessern. Doch die ärmsten Kinder profitieren bis heute zu wenig von den sozialen und medizinischen Errungenschaften des 21. Jahrhunderts. 
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UNICEF: ungleiche Fortschritte in 30 Jahren Kinderrechtsvertrag

Vereinte Nationen - 18. November 2019 - 10:19

18. November 2019 - Obwohl in den letzten drei Jahrzehnten Erfolge bei der Verbesserung der Leben von Kindern erzielt wurden, sind dringend Maßnahmen erforderlich, wenn auch die ärmsten Kinder Verbesserungen spüren sollen, so ein neuer UN-Bericht.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) fordert Länder auf, die Zusagen umzusetzen, die vor 30 Jahren im Rahmen der Konvention über die Rechte der Kinder gemacht wurden.

Henrietta Fore, UNICEF-Exekutivdirektorin, stellte fest, dass immer mehr Kinder länger, besser und gesünder leben, die Ärmsten und Schwächsten jedoch weiterhin kaum Chancen haben.

"Zusätzlich zu den anhaltenden Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Bildung, müssen Kinder heute mit neuen Bedrohungen wie Klimawandel, Online-Missbrauch und Cybermobbing kämpfen", sagte sie.

Millionen Menschen sind aufgrund von Armut, Diskriminierung und Marginalisierung immer noch gefährdet. Die ärmsten Kinder sterben oft noch vor ihrem fünften Geburtstag an vermeidbaren Ursachen.

UNICEF wird die kommenden 12 Monate nutzen, um einen integrativen globalen Dialog zu fördern, der darauf abzielt, die Versprechen der Konvention für alle Kinder Wirklichkeit werden zu lassen.

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The Call For Applications For The Second Round of The Academy of Change is Now Open! – Apply Today!

SCP-Centre - 18. November 2019 - 10:10

This is your opportunity to learn more about sustainable behaviour change while working and exchanging with peers from all over the world. Building on, and motivated by, an inspiring first round of our capacity building programme on sustainable behaviour change, we are happy to announce that the call for applications for the second round of the Academy of Change is now open! Apply today and secure your place!

We know that humanity is facing unprecedented challenges due to the effects of climate change that are already being felt around the world. To meet emission targets set by governments, with the aim of restricting global warming to below 1.5oC degrees compared to pre-industrial levels, we will need the public to embrace a profound shift in ways of living, alongside systemic changes in other aspects of society.

Acknowledging the challenge and responding to this need is the Academy of Change, a unique capacity building programme on sustainable behaviour change. It is designed for leaders working on climate change and sustainability engagement within the Non-Governmental Organisation (NGO) sector. The programme enables participants to incorporate evidence-based expertise and insights about citizen behaviours into their strategies and projects, generating greater impact from their activities.

The first round of the Academy of Change was launched in 2017. Looking back, we are proud  to have worked with more than 50 NGOs from around the world, including Greenpeace, Friends of the Earth China and SlowFood International. We have defined elements of a successful behaviour change intervention as well as designed, implemented and tested three pilot interventions on the ground.

Inspired and motivated by the results, we are excited to open the next call for applications for the second round of Academy of Change! The programme is free of charge and will include strategic training, through both in-person workshops and online activities, networking opportunities and coaching sessions. The programme will consist of 7 stages, starting in May 2020 and will run for 4 months. Together we will learn about behavioural and decision-making insights, models and tools of understanding and changing behaviours, designing and implementing behaviour change interventions, as well as learn how to evaluate related impact. The content and facilitation of the programme will be delivered by the initiative partners, in combination with a line-up of high level keynote speakers, academics and experts who will deliver insight throughout the stages. You can find more details about the Academy programme here.

Due to the limited number of places in the Academy, the participants of the programme will be selected through an open application process to ensure a fair, transparent and high-quality selection procedure. A group of 40 professionals working for NGOs across the world will be carefully selected. Applications can be sent until 24 January 2020.

Are you curious and part of an NGO covering sustainability and climate topics? Are you looking for new and insightful approaches to boost the impact of your work and accelerate change in sustainable behaviours that really matter? Then apply for the next round. We are looking forward to receiving your application and driving change with you!

Academy of Change is a non-profit initiative of the Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), Behaviour Change and the International Civil Society Centre (ICSC), funded by the KR Foundation.

For more information on the AoC programme, please contact Mariana Nicolau.

Der Beitrag The Call For Applications For The Second Round of The Academy of Change is Now Open! – Apply Today! erschien zuerst auf CSCP gGmbH.

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