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„Ich muss mich einfach lebendig fühlen“

Unicef - 20. Juni 2018 - 10:56
Rasha und ihre Tochter Mariam sind aus Syrien vor dem Krieg geflüchtet und auf Lesbos gestrandet. Rashas 17-jähriger Sohn Quaseem ist damals nach Deutschland gekommen. Nun warten alle auf ein baldiges Wiedersehen.
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Fachkonferenz: Mehr Mut zu Multilateralismus Anspruch und Wirklichkeit deutscher Politik in der Welt

Forum Umwelt & Entwicklung - 20. Juni 2018 - 10:21
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Fachkonferenz am 13. September 2018, 9:00 bis 17:30 Uhr
Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastr. 28, Berlin

 

Vor dem Hintergrund eines schwierigen multilateralen Umfelds ist die Bundesregierung bereit, mehr globale Verantwortung zu übernehmen. Laut Koalitionsvertrag sei es die „überragende“ Aufgabe deutscher Politik „auf Regeln basierende internationale Kooperationen, Institutionen und Organisationen […] zu stärken und weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist eine gerechte Gestaltung der Globalisierung im Sinne der Agenda 2030“ für nachhaltige Entwicklung.

Die Eröffnung der 73. Generalversammlung der Vereinten Nationen nehmen wir zum Anlass, mit Vertreterinnen und Vertretern von Regierung, Bundestag, Wissenschaft und Zivilgesellschaft darüber zu diskutieren, wie die Bundesregierung ihrem selbstformulierten Anspruch gerecht werden kann, solidarisch, multilateral und partnerschaftlich zu handeln. Wie verhalten sich Anspruch und Wirklichkeit deutscher globaler Politik? Welche Rolle sollte Deutschland in multilateralen Prozessen einnehmen? Wie kann abgestimmtes Handeln zwischen federführenden und an der Implementierung beteiligten Ressorts gestärkt werden? Welche Möglichkeiten für progressive globale Politik ergeben sich aus multilateralen Prozessen und Abkommen wie der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung?

Konkreter wollen wir dabei unter anderem diskutieren, was die formulierten Ansprüche in Bezug auf internationale Investitionsregeln bedeuten. Wie können die deutsche (Außen-)Wirtschafts- und Finanzpolitik die Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitspolitik gewährleisten? Wofür steht die deutsche Migrationspolitik und wie können die Beschlüsse des Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration mit Leben gefüllt werden? Welche Hindernisse gilt es zu überwinden bei der nationalen Umsetzung des globalen Abkommens über den Schutz der Biodiversität, die auch auf Betreiben der Bundesrepublik zu Stande gekommen ist?

Schlaglichtartig werden wir zentrale Politikfelder analysieren und erörtern, inwiefern deutsche Politik zur Erarbeitung und Umsetzung multilateraler Abkommen und Lösungsansätze beiträgt bzw. diese erschwert oder gar verhindert. Zu diesem spannenden Austausch laden wir Sie herzlich ein.

 

Informationen zu Programm und Anmeldung folgen in Kürze.

 

Einladung als pdf

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Weltlüchtlingstag: 68,5 Millionen auf der Flucht

EurActiv - 20. Juni 2018 - 9:34
Jährlich veröffentlicht die UNHCR zum Weltflüchtlingstag ihren Bericht. Demnach waren 2017 weltweit rund 68,5 Millionen Menschen wegen Konflikt, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen auf der Flucht. Ein neuer Rekord.
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rbb-exklusiv: Afrika-Beauftragter Nooke fordert eine "ganz andere Afrika-Politik"

Presseportal Afrika - 20. Juni 2018 - 8:52
Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) [Newsroom]
Berlin (ots) - Der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, hat eine Neuausrichtung der Entwicklungspolitik gefordert. Aus Anlass des heutigen Weltflüchtlingstages sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Inforadio vom rbb, "das Wohl ... Lesen Sie hier weiter...

Original-Content von: Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), übermittelt durch news aktuell
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Was tun gegen Weltraumschrott?

reset - 20. Juni 2018 - 5:53
Hundertausende Teile Schrott kreisen mit rasender Geschwindigkeit im All um die Erde und stellen ein zunehmendes Risiko für Satelliten, Raumfahrtzeuge und Co dar. Weltweit wird an Lösungen getüftelt, den Weltraum von Weltraumtrümmern zu befreien.
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Weltflüchtlingstag: 30 Millionen Kinder auf Flucht vor Konflikten

Unicef - 20. Juni 2018 - 0:01
Rund 30 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit sind laut UNICEF im eigenen Land oder über Landesgrenzen hinweg auf der Flucht vor Konflikten – mehr als jemals zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg. Über die Hälfte aller Menschen mit Flüchtlingsstatus sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. 
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No “Global Britain” after Brexit

SWP - 20. Juni 2018 - 0:00

Under the leitmotif of “Global Britain”, the British government is painting Brexit as a unique opportunity to rethink its foreign and security policy: stronger, more influential, more global. The heart of the concept is a global outlook and bilateral agreements to compensate the loss of EU ties. In fact, however, the looming reality of Brexit appears to be weakening the United Kingdom diplomatically and spotlighting the constraints that individual nation states face. Confronted with rising transatlantic tensions and a resurgent China and Russia, the EU has no interest in having a weakened and insecure neighbour right across the Channel. But neither will the EU offer the UK special access to its foreign and security policy as a third country. In parallel to the Brexit negotiations, Germany should therefore keep channels open by intensifying the bilateral relationship and proposing new European foreign policy consultation formats.

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19.06.2018 Minister Müller zum Weltflüchtlingstag: Weltweite Flüchtlingskrise längst nicht überwunden

BMZ - 19. Juni 2018 - 17:30
Zum internationalen Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen am 20. Juni erklärt Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller: "Flucht und Migration bleiben die große Herausforderung der Zukunft. Die weltweite Flüchtlingssituation ist nach wie vor dramatisch: Jeden Tag kommen über 40.000 Flüchtlinge hinzu. 68 Millionen Menschen sind insgesamt auf der Flucht – fast doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Fast 90 Prozent von ihnen finden Aufnahme in ...
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Bundesentwicklungsminister Müller besucht Engagement Global

Engagement Global - 19. Juni 2018 - 17:18
Minister Dr. Gerd Müller diskutierte mit der Belegschaft über die Entwicklungen von Engagement Global. Foto: Barbara Frommann

Am Dienstag, 19. Juni 2018, besuchte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller zusammen mit der Leitungsebene des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Hauptsitz von Engagement Global im Bonner Tulpenfeld. Zum Besuch des Ministers war die gesamte Belegschaft inklusive Außenstellen eingeladen. Nach kurzer Zeit war die Betriebskantine, in der Engagement Global den Minister empfing, bis auf den letzten Platz belegt.

Die Delegation des BMZ, zu der neben Minister Müller auch die Parlamentarische Staatsekretärin Dr. Maria Flachsbarth, der Parlamentarische Staatssekretär Norbert Barthle sowie Staatssekretär Martin Jäger gehörten, tauschte sich zu Beginn des Besuchs mit Dr. Jens Kreuter, Geschäftsführer von Engagement Global, aus. Anschließend wurden die Mitarbeitenden in einer Ansprache begrüßt und von Minister Müller für Ihr Engagement gelobt.

In seiner Rede hob Minister Müller nicht nur die wachsenden Aufgabenfelder und das damit einhergehende personelle Wachstum bei Engagement Global hervor, sondern auch die Entwicklung von Programmen wie bengo, dem Senior Expert Service (SES) oder der Servicestelle Kommunen in der einen Welt (SKEW). Anschließend bot sich für Mitarbeitende die Möglichkeit Fragen direkt an die Führung des BMZ zu stellen.

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Rundbrief II/2018: Nachhaltig und sozial? Umwelt- und Entwicklungspolitik in Zeiten wachsender Ungleichheit

Forum Umwelt & Entwicklung - 19. Juni 2018 - 15:46

In Zeiten wachsender Ungleichheit werden Vorschläge und Konzepte dringend gesucht, die eine auseinanderdriftende Gesellschaft wieder zusammenbringen. Alternativen zu den neoliberalen Dogmen, die in den letzten Jahrzehnten reale Fortschritte zu mehr Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit verhindert haben, sind daher gefragter denn je. Auch für Umwelt- und Entwicklungsorganisationen gilt: Der Wandel hin zu einer ökologisch nachhaltigeren Gesellschaft kann nur dann gelingen, wenn er von der Mehrheit der Bevölkerung als sozial und fair empfunden wird und zur Verringerung sozialer Ungleichheit beitragen kann.

 

Mehr soziale Gerechtigkeit und weniger Ungleichheit sind der Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung. Nicht umsonst wird das Ziel 10 der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, das die Reduktion von Ungleichheiten fordert, als Schlüsselziel unter den 17 Zielen gehandelt. Doch welcher Arbeitsauftrag ergibt sich daraus für die Zivilgesellschaft und wie gehen wir den Ursachen für die wachsende Ungleichheit auch in unseren Handlungsfeldern auf den Grund? Dieser Frage gehen die Beiträge dieses Rundbriefs nach.

 

Während beim Zusammendenken von Umwelt und Sozialem hierzulande noch Verbesserungspotenzial besteht, werden die Auswirkungen von Umweltpolitiken auf die soziale Situation der Menschen in Ländern des Globalen Südens zumindest von der Zivilgesellschaft oft viel klarer erkannt. Undurchsichtiger wird es allerdings, wenn eine Politik als entwicklungsfördernd bezeichnet wird, während sie in Wahrheit soziale Ungleichheit fördert, wie beispielweise die seit Jahrzehnten praktizierte neoliberale Handelspolitik oder auch der Rohstoff-Extraktivismus in Lateinamerika. Es ist kein Zufall, dass in den rohstoffreichsten Ländern der Welt in den meisten Fällen gleichzeitig die Anzahl von Menschen, die in Armut leben, sehr hoch ist.

 

Ebenso wie die Ressourcenverteilung ist auch das Recht auf Land eine Frage politischer und wirtschaftlicher Macht, die in der Hand von Wenigen dem Großteil der Menschen, insbesondere im Globalen Süden, vorenthalten bleibt. Dabei werden Lösungen für globale Herausforderungen, wie beispielsweise die Ernährungssouveränität, in sogenannten ‚Entwicklungsländern‘ schon längst praktiziert. Es sind Kleinbäuerinnen und -bauern, die die Welt ernähren und auch im Jahr 2050 mit schätzungsweise 9 Milliarden BewohnerInnen werden ernähren können – nicht etwa die industrialisierten Agrarriesen.

 

Das Beispiel Portugals zeigt, wie ein Land nach Jahren zunehmender Ungleichheit und Polarisierung durch progressive Politik und Steuerreformen den Beginn des Kampfes gegen die Ungleichheit wagt und dabei sogar für Stabilität und Wirtschaftswachstum sorgt.

 

Nachhaltig und sozial? Wie das geht, darüber schreiben die AutorInnen in auf den kommenden Seiten.

 

Ich wünsche eine bereichernde Lektüre.

 

Marijana Todorovic

 

Download des Rundbriefs

Gedruckte Exemplare wird es in Kürze geben. Sie können unter bruck@forumue.de bestellt werden.

 

 

Download Artikel 1 – “Umweltorganisationen und die Soziale Frage” – Dr. Achim Brunnengräber

Download Artikel 2 – “Ungleichheit durch Privatisierung …” – Carl Waßmuth

Download Artikel 3 – “Kohleausstieg ist eine Frage der Gerechtigkeit” – Robin Herbst

Download Artikel 4 – “Gleichheit – Binnenmarkt – Europa” – Dr. Hartmut Elsenhans

Download Artikel 5 – “Globale Ungleichheit zum eigenen Vorteil” – Nelly Grotefendt

Download Artikel 6 – “Globale Ungleichheit” – Ellen Ehmke

Download Artikel 7 – “Des Menschen Recht auf Land” – Roman Herre

Download Artikel 8 – “Agrarökologie geht nur mit Ernährungssouveränität” – Dr. Bernhard Walter

Download Artikel 9 – “Extraktivismus als Ausdruck globaler Unterdrückung” – Alberto Acosta

Download Artikel 10 – “Portugal: Ein Robin-Hood-Staat?” – Elisio Estanque

Download Artikel 11 – “Handelskriege: Deutschland bald allein zuhause?” – Jürgen Maier

Download Artikel 12 – “EU-Agrarpolitik – Wie weiter nach 2020?” – Lavinia Roveran

Download Artikel 13 – “Das Ende der Umweltpolitik in Ungarn?” – Gábor Szabó

Download Artikel 14 – “Der Brexit und seine Folgen für die Umweltpolitik” – Alistair Taylor

Download Artikel 15 – “Weniger Insekten – Weniger Bienen” – Katrin Wenz

Download Artikel 16 – “Weltmeister des Nachhaltigkeitss(ch)eins” – Elisabeth Staudt

Download Artikel 17 – “Lebendige Flüsse für Europa” – Tobias Schäfer

Download Artikel 18 – “Sonderklagerechte für InvestorInnen illegal?” – Nelly Grotefendt und Jeremy Oestreich

Download Artikel 19 – “Globale Schiffahrt” – Dietmar Oeliger

 

 

 

 

 

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Welthungerhilfe: Kriege und steigende Flüchtlingszahlen bedrohen Erfolge der Entwicklungshilfe

Bonn - 19. Juni 2018 - 14:49
Die Arbeit der Welthungerhilfe war auch 2017 von humanitären Krisen und den Auswirkungen von kriegerischen Konflikten geprägt. Durch die steigende Anzahl von Flüchtlingen weltweit brauchen immer mehr Menschen vor allem in Ländern des Südens Unterstützung. Mehr als 80 Prozent aller Flüchtlinge leben in Entwicklungs- oder Schwellenländern. Trotzdem wachsen in Europa die Erwartungen an die Entwicklungszusammenarbeit, […]
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Unzureichende Infrastruktur

E+Z - 19. Juni 2018 - 14:42
Anfang Juli könnten in Kapstadt die Wasserhähne trocken bleiben

Normalerweise versorgen die Stauseen von sechs großen Dämmen Kapstadt mit Wasser. Ihre Speicherkapazitäten waren aber am Ende der Regensaison 2017 auf einem historischen Tiefstand. Seitdem ist die große Frage, ob die Wasserhähne im Ballungsgebiet von vier Millionen Menschen irgendwann trocken bleiben.

Am Anfang machten die Menschen noch Witze über die Krise. Ich bekam zum Beispiel Anrufe von Familie und Freunden, die spöttisch fragten, wann ich das letzte Mal geduscht hätte. Aber als die Wasserstände in den Stauseen weiter sanken, kam Panik auf.

Das nationale Department of Water and Sanitation (DWS) riet der Stadt, ihren Wasserverbrauch unter 500 Millionen Liter pro Tag zu begrenzen. Die Stadt wollte daraufhin sogar das Ziel von 450 Millionen Liter erreichen. Das bedeutet, dass jeder Einwohner nur 50 Liter pro Tag verbrauchen darf und dass Duschen ein Luxus ist. Haushalte, die zu viel Wasser verbrauchen, müssen eine Strafe zahlen. Das Wasserversorgungsunternehmen hat aber keine Daten über Löcher in Rohren, illegale Wasserentnahmen und andere Verluste.

Kapstadt hat einen Katastrophenplan bekanntgegeben, der drei Phasen beinhaltet:

  • In der ersten Phase wird der Wasserverbrauch strikt überwacht.
  • In der zweiten Phase bekommen nur noch wichtige Institutionen wie Krankenhäuser Wasser. Diese Phase wird eingeleitet, wenn der Wasserstand im Stausee unter ein bestimmtes Niveau fällt.
  • In der dritten Phase wird kein Wasser aus dem Stausee mehr zur Verfügung stehen, und Wasser muss in Flaschen verteilt werden. Diese Phase startet am „Tag 0“.

Ursprünglich dachten Experten, dieser Tag 0 wäre am 12. April. Jetzt rechnet die Regierung damit, dass dieser Tag im Sommer eintritt. Die Lage entwickelt sich ein wenig besser als befürchtet, so dass die Krise bislang nicht weiter als Phase 1 eskaliert ist.

Dies wurde dadurch erreicht, weil die Kapstädter in den ersten Monaten des Jahres fast nur die Hälfte dessen verbrauchten, was sie in den gleichen Monaten des Vorjahres konsumiert hatten. Dennoch ist das Ziel von 450 Millionen Litern um etwa 15 Prozent verfehlt worden. Etwas Regen hat die Speicher allerdings wieder etwas aufgefüllt.

Die Krise ist dennoch nicht vorbei. Die bittere Wahrheit ist, dass Kapstadt für eine Dürre diese Art nicht gewappnet ist. Das Klima verändert sich. Der staatliche südafrikanische Wetterdienst sagt eine kontinuierliche Abnahme der Niederschläge voraus zusammen mit längeren und wärmeren Sommern. Wissenschaftler meinen, dass die aktuelle Krise mit dem Wetterphänomen El Niño zu tun hat, das sind veränderte Strömungen im ozeanographisch-meteorologischen System. Vorherige El-Niño-Phasen führten aber nicht zu einer so schlimmen Wasserknappheit.

Offensichtlich haben die südafrikanischen Behörden es versäumt, die rapide Urbanisierung zu organisieren. Von 1996 bis 2015 ist die Bevölkerung von Kapstadt um mehr als 50 Prozent gewachsen. Die Wasser- und Sanitärinfrastruktur wurde nicht dementsprechend ausgebaut. Professor Horman Chitonge von der Universität Kapstadt warnt, dass die Infrastruktur vieler Städte des Kontinents unzureichend ist, so dass der Bedarf die Kapazitäten beträchtlich übersteigt.

Zudem funktioniert die Koordination der lokalen Ebene mit der nationalen und Provinzebene überhaupt nicht gut. Kapstadt drohte der DWS, sie zu verklagen, weil sie nicht die nötige Unterstützung geboten hatte. Daher erklärte die DWS am 8. Februar eine nationale Katastrophe in drei Kap-Provinzen. Als Folge dessen konnten nationale Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden.

Kapstadt schmiedet nun Pläne für die Zukunft. Es testet eine Meerwasserentsalzungsanlage. Außerdem denken die Stadtplaner darüber nach, Grundwasserressourcen auszubeuten. Sie wissen, dass sie Alternativen finden müssen, um nicht mehr vollständig vom Oberflächenwasser abhängig zu sein.

Die Lage bleibt angespannt. Dennoch hoffen die Leute, dass die Behörden ihre Lektion gelernt haben. Die wichtigste ist wahrscheinlich die, dass nicht Trockenheit zu Wasserknappheit führt, sondern eine unzureichende Infrastruktur, die wiederum von Planungsfehlern herrührt. Der Klimawandel schert sich nicht um Behörden, die in der Vergangenheit hängenbleiben, statt sich zukünftigen Herausforderungen zu stellen.

Majaletje Mathume ist ein südafrikanischer Studentenaktivist.
majaletjet@gmail.com

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Saubere Energie

E+Z - 19. Juni 2018 - 14:10
Um ganz Bangladesch bis 2020 mit Strom zu versorgen, sollte die Regierung in erneuerbare Energien investieren

Die moderne Zivilisation ist abhängig von Energie. Bangladesch ist ein tropisches Delta mit einer weiten Vernetzung von Flüssen und Kanälen. Das Land braucht eine Infrastruktur für nachhaltige Energien.

Die Böden sind fruchtbar, aber Land und landwirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten sind begrenzt. Wirtschaftswachstum, eine rapide Verstädterung und Industrialisierung steigern den Energiebedarf. Das Land ist bereits dicht besiedelt, was aber noch extremer werden wird: Obwohl das jährliche Bevölkerungswachstum seit 1980 von fast drei Prozent drastisch gesunken ist, lag es laut Weltbank im Jahr 2016 immer noch bei 1,1 Prozent.

In Bangladesch wird Strom weitgehend aus Erdgas und anderen fossilen Brennstoffen generiert. Diese Kraftwerke verschmutzen die Umwelt, stoßen große Mengen an Kohlendioxid aus und tragen zum Klimawandel bei. Erneuerbare Energien sind eine saubere und nachhaltige Alternative. Wie verfügbar sie sind, hängt von geografischen und klimatischen Gegebenheiten ab, unter anderem von Temperatur, Regenmenge, Luftstromgeschwindigkeit, Anzahl der Sonnenstunden und Feuchtigkeit. Bangladeschs geografische Beschaffenheit eignet sich bestens für erneuerbare Energien.

Die Regierung will Bangladesch bis 2020 komplett elektrifizieren. Derzeit haben 38 Prozent der Menschen noch keinen Strom. Rund 89 Prozent der Elektrizität werden über Erdgas erzeugt, erneuerbare Energie hat einen Anteil von 0,5 Prozent. Um die nötige Energie liefern zu können, baut die Regierung derzeit ein Atom- und ein Kohlekraftwerk. Umweltorganisationen halten sie für gefährlich und nicht nachhaltig und lehnen beide vehement ab. Sie sind besorgt wegen Nuklearunfällen, der Entsorgung des radioaktiven Abfalls, Luftverschmutzung und CO2-Emissionen.

Sicherer und weniger umweltschädigend sind Wind- und Solarkraft. Laut Experten könnte beides gut in Bangladesch umgesetzt werden, die Bedingungen dafür sind günstig. Hinzu kommt, dass der Ausbau des Stromnetzes in vielen Teilen des Landes nicht so bald möglich sein wird. Der Netzausbau ist teuer und macht wenig Sinn in Gegenden, in denen die Kaufkraft gering ist oder die etwa wegen großer Gewässer schlecht erreichbar sind. Dort sind netzunabhängige Lösungen mithilfe erneuerbarer Ressourcen sinnvoll und erschwinglich.

Klimadaten nutzbar machen

Zur Umsetzung dieser Lösungen helfen Klimadaten. Über meine App können die Menschen solche Daten abfragen und nutzen. Die App analysiert und veranschau­licht Durchschnittstemperaturen, Windgeschwindigkeiten, Sonnenstunden, relative Feuchtigkeit und durchschnittlichen Niederschlag über lange Zeiträume. Nutzer der App navigieren durch eine Landkarte von Bangladesch. Auf verschiedenen Ebenen zeigt sie das Potenzial unterschiedlicher erneuerbarer Energien an bestimmten Orten auf. Die Daten der App beziehen sich auf die niedrigste Verwaltungseinheit und liefern spezielle Informationen für Gegenden, wo es Polizeistationen („thanas“) gibt.

Um die besten Möglichkeiten für erneuerbare Energien – und auch solche, die über die reine Stromerzeugung hinausreichen, wie etwa Solarkocher – an den einzelnen Orten zu ermitteln, werden verschiedene Kriterien angelegt. Was die Nutzer mit den Informationen machen, bleibt ihnen selbst überlassen.

Die Küstenbewohner Bangladeschs nutzen schon seit jeher Sonnenenergie, um Fisch zu trocknen. Heutige Solartrockner funktionieren am besten bei Hitze und geringer relativer Luftfeuchtigkeit. Sie brauchen Platz, und den gibt es auf dem Land meist. Die Effizienz von Solarkochern und -öfen beruht vor allem auf Sonnenstunden und Temperaturen, starker Wind kann sie beeinträchtigen. Am besten eignen sich Gegenden mit täglich mehr als sechs Sonnenstunden und schwachem Wind. Auch solche Hinweise gibt meine App.

In Bangladesch gibt es viel Sonne – Solarzellen wären im ganzen Land sinnvoll. Allerdings sollten die Anlagen den örtlichen Temperaturen angepasst sein. Hitze mindert die Leistung der Solarzellen, dennoch werden sie oft an sehr heißen Orten eingesetzt.

Zur ökonomischen Windkrafterzeugung eignen sich Küsten- und Bergregionen am besten. Die Mindestwindgeschwindigkeit liegt bei drei bis vier Metern pro Sekunde. Ideal sind Windkraftanlagen an der Küste und in den Chittagong Hills.

Meine App macht auch Angaben zu Niederschlägen. Regenwasser kann in Tanks auf Dächern gesammelt und für den Hausgebrauch in Küchen und Toiletten geleitet werden. Gut installierte Vorrichtungen können Wasser auch über natürliche Wasserläufe in Speichertanks pumpen. Meine App hat drei Kategorien: Gegenden mit hoher, moderater und geringer Regenmenge. Das meiste Potenzial zum Sammeln von Regenwasser hat der Osten des Landes wegen seiner Hügel.

Die App kann auch Behörden, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen dienen. Sie kann das Potenzial erneuerbarer Energien unterstützen sowie deren Einführung auf lokaler Ebene vorantreiben – und so die Stromerzeugung für eine nachhaltige Entwicklung erhöhen.

Natürlich kann meine App auch anderen Ländern nützen. Klimadaten werden weltweit immer wichtiger – nicht zuletzt für die Energieerzeugung.

Md Reaid Alam ist ein Geograf aus Bangladesch. Derzeit arbeitet er als Postgraduierter an der Technischen Hochschule Stuttgart, wo er die beschriebene App entwickelt hat. Sein Masterprogramm ist Teil der AGEP – der Arbeitsgemeinschaft entwicklungsländerbezogener Postgraduiertenstudiengänge.
riad_alam@yahoo.com

Link
Ein Eindruck von der App ist hier zu bekommen:
http://www.arcgis.com/apps/View/index.html?appid=e306dd97ab4548f4ba7d6b0f6a888e7b&extent=81.0917,20.0669,99.5488,29.4211
 

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19. Juni 2018

ONE - 19. Juni 2018 - 13:24

1. Zahl Menschen auf der Flucht erreicht Rekordhoch
Wie unter anderem Süddeutsche.de, Zeit Online, faz.net und die Welt  berichten, waren laut einem Bericht des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) 2017 68,7 Millionen Menschen auf der Flucht. Damit seien aktuell mehr Menschen auf der Flucht als jemals zuvor. Täglich würden über 44.000 Personen aus ihrer Heimat vertrieben. Die meisten Geflüchteten stammen aus Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia. Die größte Zahl an Schutzsuchenden beherbergen Schwellen- und Entwicklungsländer wie die Türkei, Pakistan und Uganda. Deutschland stehe an sechster Stelle. In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt fordert Achim Steiner, Chef des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), eine bessere europäische Zusammenarbeit bei Geflüchteten.

2. Nimmt Migrationsdruck aus Afrika zu?
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung präsentiert der amerikanische Professor und Afrika-Experte Stephen Smith Thesen aus seinem neuen Buch „La ruée vers l’Europe“. Das Buch sei kurz nach seiner Veröffentlichung zu einem Referenzwerk in der Einwanderungs- und Entwicklungsdebatte geworden. Laut Smith werde es im Zuge der demographischen Entwicklung des schnell wachsenden jungen Afrika einen starken Migrationsdruck in das alternde Europa geben. Grund für diese Auswanderungswelle sei neben Armut auch der „Wunsch nach Veränderung, nach Abenteuer“. Entwicklungshilfe werde die Menschen nicht daran hindern, nach Europa zu gehen, so Smith. Er argumentiert, dass dieses Geld die Reise teilweise erst ermögliche. Wichtig für eine Verbesserung der Umstände in Afrika sei seiner Ansicht nach neben Korruptionsbekämpfung vor allem „eine resolute Geburtenkontrolle“. Eine deutsche Version des Buches soll im Herbst unter dem Titel „Nach Europa: Das junge Afrika auf dem Weg zum alten Kontinent“ erscheinen.

3. Deutscher Völkermord in Namibia: Aufarbeitung stockt
Spiegel Online veröffentlichte bereits gestern ein Interview mit dem Afrikanisten Henning Melber, in dem er die stockende Aufarbeitung des deutschen Kolonialverbrechens im heutigen Namibia thematisiert. Das Deutsche Kaiserreich habe als Kolonialmacht zwischen 1904 und 1908 etwa 80.000 Menschen der Stämme Nama und Herero getötet. Die Verhandlungen, die Deutschland mit Namibia um die Konditionen und das Ausmaß einer offiziellen Entschuldigung führt, seien seit dem Eingeständnis des Völkermords 2015 kaum weitergekommen. Inzwischen sei eine Sammelklage von Nachfahr*innen der ermordeten Nama und Herero in einem New Yorker Gericht eingereicht worden. Darin fordern die Kläger*innen finanzielle Reparationen von der deutschen Bundesregierung.

 

 

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UN-Flüchtlingskommissar: Weltweite Flüchtlingszahlen auf Rekordniveau, aber Lösungen in Reichweite

Vereinte Nationen - 19. Juni 2018 - 12:40

19. Juni 2018 – Die Zahl der Menschen, die gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, ist im vergangenen Jahr um fast drei Millionen auf 68,5 Millionen gestiegen, so UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi (UNHCR) am Dienstag.

Als Grund für den Anstieg nannte Filippo Grandi anhaltende Gewalt auf der ganzen Welt und fehlende Lösungen für Konflikte. Mehr als zwei Drittel aller Flüchtlinge weltweit stammten aus einer Handvoll Ländern, sagte der Hochkommissar gegenüber Journalisten in Genf.

An der Spitze der Liste steht Syrien, wo nach sieben Jahren brutaler Kämpfe mehr als 6 Millionen Menschen im Ausland Zuflucht gesucht haben, gefolgt von Afghanistan (2,6 Millionen) und Südsudan (2,4 Millionen).

Der UNHCR-Bericht stellte außerdem fest, dass 85 Prozent der 68,5 Millionen Menschen, die letztes Jahr vertrieben wurden, aus armen Ländern oder Ländern mit mittlerem Einkommen stammten. „Es ist weiterhin vor allem eine Krise der armen Welt – also Menschen aus armen Ländern, die in arme Länder umsiedeln oder in ihrem Land bleiben, als Vertriebene."

Der bevorstehende Globale Pakt über Flüchtlinge folgt der New Yorker Erklärung für Flüchtlinge und Migranten aus dem Jahr 2016, in der alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen erklärten, die Verantwortung, allen Menschen zu helfen, die internationalen Schutz benötigen, gerechter zu verteilen. UNHCR hat dafür Konsultationen mit Regierungen und anderen Interessengruppen durchgeführt, um einen Entwurf für diesen Pakt zu erarbeiten, den Filippo Grandi der UN-Generalversammlung später in diesem Jahr präsentieren wird.

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We’ve moved

Disrupt & Innovate - 19. Juni 2018 - 11:20

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