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Künstliche Intelligenz neu denken - aus indigener Perspektive

reset - 12. Januar 2021 - 5:07
Eine kürzlich gegründete Initiative erforscht neue Ansätze zum Aufbau ethischer KI-Systeme - aus indigener Perspektive. Eine sowohl faszinierende als auch wichtige Arbeit.
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The social value of health insurance: results from Ghana

DIE - 11. Januar 2021 - 13:51

We use the roll-out of the national health insurance in Ghana to assess the cushioning effect of coverage on the financial consequences of health shocks and resulting changes in coping behaviors. We find a strong reduction in medical expenditures, preventing households from cutting non-food consumption and causing a decrease in the volume of received remittances as well as labor supply of healthy adult household members. Moreover, we present evidence that the insurance scheme reduced the likelihood that households experiencing a health shock pulled their children out of school in order to put them to work. Avoidance of such costly coping mechanisms is potentially an important part of the social value of formal health insurance. The social value of formal insurance can be high despite small consumption responses.

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Direkte Hilfe zur Selbsthilfe – Das 1.000 Dollar-Projekt in Kenia

EINEWELTblabla - 11. Januar 2021 - 11:26

Vielleicht habt ihr selbst schon einmal Geld an eine Hilfsorganisation gespendet und euch gefragt, wie viel davon wirklich vor Ort ankommt. Und wer bestimmt eigentlich, wie diese Spendengelder verteilt werden? Was wäre nun, wenn ihr wüsstet, dass euer gespendetes Geld von einer Organisation direkt an einen einzelnen Menschen überwiesen wird? Und diese Person komplett selbständig darüber verfügen könnte? Klingt einfach – aber auch besonders? Wir möchten euch so eine besondere Organisation vorstellen, die eine andere Perspektive, eine andere Herangehensweise aufzeigt.

Im Vergleich

Viele Organisationen, wie beispielsweise WWF, Plan International, UNICEF, Care und World Vision zählen Studien nach zu den transparentesten Organisationen. Das bedeutet, es wurde überprüft: Wie offen sie über ihre Vision und Strategie, ihre Aktivitäten und die Wirkung dieser Arbeit informieren und diese offenlegen. Also wie transparent auch ihr nachverfolgen könnt, was mit eurem Spendengeld passiert. Eins ist allerdings bei all diesen Organisationen gleich und das ist die Perspektive. Ja, sie versuchen in den Ländern durch ihre Projekte Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Und ja, sie gehen auf die Bedürfnisse der tatsächlichen Bewohner*innen vor Ort ein und helfen die Lebensbedingungen zu verbessern. Aber die Bestimmungen über den Bau von Brunnen oder die Verteilung von Schulmaterialien werden schlussendlich oft von den Organisationen  allein entschieden.

GiveDirectly

Anders funktioniert die 2009 von Studierenden der Universitäten Harvard und dem Massachusetts Institute of Technology gegründete Organisation GiveDirectly. Auf der Suche nach dem effektivsten Weg Armut zu bekämpfen, beschlossen sie, den Menschen Geld direkt per Handytransfer zu überweisen.

Das Konzept

Diese Geldtransfers sind dabei an keinerlei Bedingungen geknüpft und die Empfangenden müssen das Geld nicht zurückzahlen. Außerdem ist das Geld somit nahezu sicher vor Korruption und kommt auch tatsächlich dort an, wo es gebraucht wird. Die Idee dahinter ist, dass die Empfänger*innen somit selbst entscheiden können, wofür sie es verwenden. Von den Spenden, die an GiveDirectly fließen, verwendet die Organisation nur 15 % für sämtliche administrative Zwecke, inklusive der Gehälter aller Mitarbeitenden – ein außergewöhnlich niedriger Wert. 85% einer Spende gehen damit direkt an Menschen in Armut.

Das 1.000 Dollar-Projekt in Kenia

2014 startete eine Gruppe von Wissenschaftler*innen mit der Organisation GiveDirectly ein Forschungsprojekt in Kenia. Das Projekt sollte über mehrere Jahre hinweg neue Daten für diese andere Art der finanziellen Unterstützung in Afrika und ihrer Auswirkungen zusammentragen.

Dafür wurden 10.500 arme Haushalte in Hunderten Dörfern des Siaya County, der kenianischen Region zwischen Viktoriasee und der Grenze zu Uganda, identifiziert. Satellitenaufnahmen von Strohdächern waren eines der Auswahlkriterien. Jeder dieser Haushalte erhielt einmalig umgerechnet 1.000 Dollar  – ein Betrag, der etwa dem jährlichen Durchschnittseinkommen einer Familie in Kenia entspricht. Das Geld wurde innerhalb einiger Monate in drei Raten über ein bargeldloses Handy-Bezahlungssystem namens M-Pesa ausgezahlt. Empfänger*innen, die kein Mobiltelefon besaßen, konnten ein einfaches Smartphone bei GiveDirectly erwerben.

In etwa der Hälfte der 653 untersuchten Dörfer fanden keine Zahlungen statt. Sie dienten als Kontrollgruppe, um die Effekte für die gesamte Gemeinschaft messen zu können.

Die Wirkung

Bedingungslose Geldtransfers kamen in der Entwicklungszusammenarbeit lange Zeit nicht zum Einsatz, weil befürchtet wurde, dass die Empfänger*innen das Geld für Alkohol, Drogen und ähnliches ausgeben würden. Aber dieses Projekt in Kenia zeigt deutlich, dass dies nicht der Fall ist. Die Auswertung von den Studien weist eindeutig darauf hin, dass sich das GiveDirectly-Programm in Kenia sogar positiv auf das körperliche und psychologische Wohlbefinden der Zahlungsempfänger*innen auswirkt.

Denn was haben die Bewohner*innen in den Dörfern eigentlich mit ihrem Geld gemacht?

Die meisten haben zuerst ihre regendurchlässigen Strohdächer durch Wellblechdächer ersetzt und sich somit ein großes Stück Lebensqualität gesichert. „Wir haben uns eine Kuh gekauft“, sagt Odhiambo, eine der Empfängerinnen, „außerdem Schuluniformen und Bücher für die Kinder.“ Ihr Mann hat in ein gebrauchtes Motorrad investiert, um als Taxifahrer genug Geld für den Schulbesuch seiner Kinder zu verdienen. Auch die ständigen Geldsorgen und der damit verbundene psychische Stress wurden weniger. Und durch die Gründung kleiner Unternehmen vor Ort wurde auch die regionale Gesamtwirtschaft angekurbelt und hat dafür gesorgt, dass am Ende tatsächlich alle Bewohner*innen des Dorfes gemeinsam von den direkten Finanzspritzen profitieren.

Fazit

GiveDirectly hat eindeutig nachgewiesen, dass ihr Konzept der direkten Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig funktioniert. Außerdem ist dieser Ansatz gut umsetzbar und kann theoretisch ohne großen Aufwand in viele andere Länder übertragen werden.

Wenn ihr neugierig geworden seid, könnt ihr die Dokumentation vom WDR zu diesem Projekt anhören, die noch bis zum 13. April 2021 verfügbar ist. Oder wenn ihr weiterlesen oder selbst spenden möchtet, geht das hier.

– Ronja –

Das Beitragsbild ist von Shane Rounce auf Unsplash.

Der Beitrag Direkte Hilfe zur Selbsthilfe – Das 1.000 Dollar-Projekt in Kenia erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

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Cling together, swing together: the contagious effects of COVID‐19 on developing countries through global value chains

DIE - 11. Januar 2021 - 11:01

This paper aims at estimating the economic vulnerability of developing countries to disruptions in global value chains (GVCs) due to the COVID‐19 pandemic. It uses trade in value added data for a sample of 12 developing countries in sub‐Saharan Africa, Asia and Latin America to assess their dependence on demand and supply from the three main hubs China, Europe, and North America. Using first estimates on COVID‐19‐induced changes in final demand and production, we obtain an early projection of the GDP effect during the lockdowns that runs through trade in GVCs. Our estimates reveal that adverse demand‐side effects reduce GDP up to 5.4 percent, and that collapsing foreign supply puts an even larger share of countries’ GDP at risk. Overall, we confirm conjecture that the countries most affected are those highly integrated in GVCs (South‐East Asian countries). We argue, however, that these countries also benefit from a well‐diversified portfolio of foreign suppliers and demand destinations, possibly leading to a cushioning of economic downswing because COVID‐19 stroke major hubs at different times.

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Hungersnot, Ernährungskrise, Mangelernährung – Was ist das?

Unicef - 11. Januar 2021 - 11:00
In Ländern wie Somalia, Südsudan oder Jemen hungern Hunderttausende Menschen. Bilder von ausgemergelten Kindern, Berichte von qualvoll verhungerten Mädchen und Jungen sind immer wieder in den Nachrichten oder auf Social Media. Warum gibt es immer noch Hunger auf der Welt und wann spricht man von einer Hungersnot?
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Wettbewerbsstart „Hauptstadt des Fairen Handels 2021“

Engagement Global - 11. Januar 2021 - 10:56
Diese Kommunen waren beim Wettbewerb 2019 erfolgreich. Foto: Jörg Loeffke

Fairer Handel ist wirkungsvolle Entwicklungszusammenarbeit und zugleich Förderung des Gemeinwesens vor Ort. Dabei geht es nicht ohne die Kommunen. Sie übernehmen vielerorts in Deutschland globale Verantwortung und setzen sich gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft für den Fairen Handel oder die Faire Beschaffung ein.

Alle zwei Jahre zeichnet die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global Kommunen für ihr lokales Engagement zum Fairen Handel aus. Der Wettbewerb würdigt global verantwortliches und nachhaltiges Handeln und macht Öffentlichkeit und Medien auf kreative und innovative Beispiele aufmerksam. So wird der Faire Handel als kommunales Thema greifbar und regt zum Mit- und Nachmachen an.

In 2021 geht der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft von Bundesminister Dr. Gerd Müller in die zehnte Runde. Neu in diesem Jahr: Erstmalig können sich neben Städten und Gemeinden auch Landkreise mit ihren Projekten rund um den Fairen Handel und die Faire Beschaffung am Wettbewerb zu beteiligen. Sie können sich sowohl mit Ihren langfristigen Maßnahmen und Strategien einbringen als auch mit einzelnen außergewöhnlichen Aktionen. Diese müssen bei Einsendeschluss noch in der Umsetzung oder abgeschlossen sein, dürfen aber nicht länger als fünf Jahre zurückliegen.

Den zehn Gewinnerkommunen stehen Preisgelder im Gesamtwert von 250.000 Euro zur Verfügung. Zudem gibt es Sonderpreise. Diese Preise werden im Rahmen der offiziellen Preisverleihung am 23. September 2021 in Neumarkt in der Oberpfalz, amtierende Hauptstadt des Fairen Handels, unter allen sich beteiligenden Kommunen verlost. Außerdem erhalten alle Kommunen 2022 die Gelegenheit, an zwei von der SKEW organisierten Erfahrungsaustauschen teilzunehmen.

Der Hauptstadtwettbewerb 2021 auf einen Blick!
  • Bewerbungsstart: 4. Januar 2021
  • Einsendeschluss: 2. Juli 2021
  • Preisverleihung: 23. September 2021 in Neumarkt in der Oberpfalz
  • Preisgelder: 200.000 Euro für fünf Preisträger und zusätzlich fünf Sonderpreise à 10.000 Euro

Die Wettbewerbsunterlagen sind über die neue digitale Bewerbungsplattform abrufbar. Ihren Beitrag reichen Sie bitte ausschließlich online ein.

Kontakt

Servicestelle Kommunen in der Einen Welt
Team Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“
Telefon: +49 228 20717-2880
hauptstadtwettbewerb.skew@engagement-global.de

Weitere Informationen
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11. Januar 2021

ONE - 11. Januar 2021 - 10:43

+++ Liebe Leser*innen von ONEs Top Themen des Tages,
wir wünschen Ihnen ein frohes neues Jahr und melden uns wieder zurück. Ab heute erhalten Sie wieder täglich unsere entwicklungspolitische Presseschau – kurz, knackig und kostenfrei. Falls Sie Kolleg*innen oder Bekannte kennen, die ebenfalls unsere Top-Themen erhalten wollen – eine formlose Mail mit dem Betreff „Aufnahme Top-Themen“ an presse@one.org reicht aus. +++

1. Impfungen in den ärmsten Ländern stocken

Claudia Bröll und Till Fähnders berichten in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die logistischen und finanziellen Herausforderungen bei den Impfungen in Ländern, die besonders von Armut betroffen sind. Die Kühlung der Impfstoffe stelle dabei ein grundsätzliches Problem beim Transport in den Ländern des globalen Südens dar. Unter anderem deshalb seien viele Entwicklungsländer auf die globale Impfstoffinitiative Covax angewiesen, so der Gesundheitsexperte des World Economic Forum, Arnaud Bernaert. Die Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Impfallianz Gavi soll 92 Entwicklungsländern den Zugang zu Impfstoffen ermöglichen. Dafür habe Covax bisher zwei Milliarden Impfstoffe angeschafft. Bernaert rechnet jedoch damit, dass in diesem Jahr nur 200 bis 500 Millionen Impfdosen verteilt werden können. Daher will die Afrikanische Union (AU) nun auch eigenständig Impfstoffe für rund 40 Prozent der Bevölkerung des Kontinents bereitstellen. Die AU verhandele derzeit mit mehr als zehn Herstellern. Bis April will die AU Impfstoffe zur Verfügung stellen. An der Finanzierung beteilige sich auch China. Bernaert warnt deshalb, China könne sich dadurch als Retter der Welt stilisieren. Die Covax-Initiative sei eine wichtige Alternative zur chinesischen Impfdiplomatie, so Bernaert weiter.

2. Äthiopien: Konflikte in der Tigray-Region dauern an

Wie unter anderem die Tageszeitung (taz) und der Deutschlandfunk berichten, halten die Kämpfe in der Region Tigray im Norden Äthiopiens an. Laut Angaben der Regierung seien wichtige Vertreter der Tigray-Volksbefreiungsfront (TLPF) entweder getötet oder verhaftet worden. Dennoch werden weiterhin Kämpfe in Teilen Tigrays sowohl von der Regierung als auch von den Vereinten Nationen (UN) gemeldet. Währenddessen habe ein Generalmajor der äthiopischen Streitkräfte zugegeben, dass die eritreische Armee in den Tigray-Konflikt involviert gewesen sei. Der Generalmajor habe dabei seine Missbilligung gegenüber dem Eingriff Eritreas geäußert. Die UN fordere zudem uneingeschränkten Zugang zu Tigray. Laut UN-Angaben benötigen dort 2,3 Millionen Menschen humanitäre Hilfe.

3. Deutscher Politikwissenschaftler wird UN-Missionschef im Sudan

Mehrere Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Deutsche Welle und der Deutschlandfunk, melden, dass der ehemalige Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Volker Perthes, zum Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs für den Sudan ernannt wurde. UN-Generalsekretär António Guterres lobte seine umfassende Erfahrung in Wissenschaft, Forschung, internationalen Beziehungen und Diplomatie. Auch Deutschlands Außenminister Heiko Maas bezeichnete Perthes als den perfekten Kandidaten. Perthes werde zukünftig die UN-Mission UNITAMS im Sudan leiten. Diese wurde vor kurzem ins Leben gerufen und soll den Übergang zu einer Demokratie im Sudan unterstützen.

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Welche Rolle spielt die Wissenschaft im “Superjahr 2021“?

DIE - 11. Januar 2021 - 9:00

Ein Jahr, geprägt von einer weltweit kollektiven Krisenerfahrung in nicht gekanntem Ausmaß, mit jeweils lokal und sozial unterschiedlichen Ausprägungen, liegt hinter uns. Auch 2021 wird stark von der Covid-19-Pandemie geprägt sein. Gleichzeitig hat es keine geringere Aufgabe als zum historischen Wendepunkt zu werden: Covid-19-Bewältigung, wirtschaftliche und gesellschaftliche Genesung fallen zusammen mit mehreren Großveranstaltungen der internationalen Umwelt- und Klimapolitik. In den Medien ist die Rede vom „Superjahr 2021“.

Was bedeutet dieses Zusammenspiel von Covid-19-Bewältigung und Großveranstaltungen der internationalen Umwelt- und Klimapolitik in 2021 für Forschung und Beratung für nachhaltige Entwicklung, wie sie das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) praktiziert?

Die Herausforderungen der angelaufenen Impfkampagnen gehen weit über die multilateral zu klärenden Fragen nach Finanzierung, Produktion und Zulassung hinaus. Regionale, nationale, lokale und sektorale Governance-Systeme sind aufgefordert, in selten geübter Art für den Zugang zu Impfstoffen und ihre Verteilung ineinander zu greifen. Auch gesellschaftliche Akzeptanz für Impfschutz zu generieren, gestaltet sich weltweit äußerst unterschiedlich.

Zur globalen Gesundheitskrise kommen die kaskadierenden Risiken der Pandemie: sie wirkt als ökonomische Krise, als soziale und politische Krise. Die aufgelegten Wiederaufbauprogramme unterscheiden sich global massiv bezüglich ihrer Finanzvolumina und der an sie gebundenen Umwelt- und Sozialstandards. Laut Internationalem Währungsfonds reichen sie von 9,3% des BIPs in Hocheinkommensländern, bis 6% in Schwellenländern und 1,8% in Niedrigeinkommensländern. Die Weltbank geht von Pandemie-bedingten Zyklen wachsender Einkommensunterschiede weltweit aus. Um sozial und ökologisch nachhaltiges „build forward better“, in den Worten von UN-Generalsekretär António Guterres, sicherzustellen, müssen die Stimulus-Pakete somit sozialen Ungleichheiten durch die Pandemie entgegenwirken und der Klimakrise vorbeugen. 

Vier Verhandlungsarenen der internationalen Umwelt- und Klimapolitik in 2021 sind hervorzuheben: (1) 15. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention für biologische Vielfalt, geplant für Mai in Kunming, China. (2) 26. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention im November in Glasgow, Schottland (Gastgeber: Großbritannien und Italien) zwecks einer gemeinsamen Dekarbonisierungsstrategie bis 2050. (3) 19. Sitzung des Komitees zur Umsetzung der UN-Konvention zur Bekämpfung von Wüstenbildung im März, virtuell. (4) Ausgestaltung der UN-Dekade Ozeanforschung für nachhaltige Entwicklung 2021-2030 (inkl. UN-Oceans Summit, März, Lissabon, Portugal).

Insbesondere von Europa, den USA und China wird in diesen Verhandlungen ambitionierte Führung erwartet. Die EU-Ratspräsidentschaften Deutschland (2020), Portugal und Slowenien (2021) als Trio, Italiens G20-Präsidentschaft und Großbritanniens G7-Präsidentschaft (gefolgt von Deutschland in 2022) flankieren dies. China hat sich durch die Selbstverpflichtung Ende 2020, bis 2060 CO2-neutral zu sein, positioniert. In den USA lässt der Führungswechsel hoffen.

Die sozial-, wirtschafts- und politikwissenschaftliche Nachhaltigkeits- und kooperative Entwicklungsforschung des DIE findet vor diesem geopolitischen und von der Pandemie geprägten Hintergrund statt. Ziel ist es, über empirisch-basierte – und in internationalen Partnerschaften reflektierte – Forschung, zu Ansätzen zur Covid-19-Krisenbewältigung beizutragen und politische Maßnahmen zum Abwenden künftiger Krisen wissenschaftlich zu begleiten. Es handelt sich um Forschung, die die gesellschaftlichen Herausforderungen und politischen Verhandlungsarenen adressiert, sich hierzu öffentlich äußert, sowie im Sinne transformativer Forschung auch vertraulich beratend agiert.

Vor diesem Hintergrund begrüßt das DIE ausdrücklich die UN Research Roadmap for the COVID-19 Recovery und trägt zu ihrer Umsetzung bei, stets in Verbindung mit klima- und umweltpolitischen Fragestellungen im Kontext globaler Ungleichheiten. Dies umfasst Fragen nach den Auswirkungen der Pandemie auf Gesellschaften und Ökonomien in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie auf regionale (EU, AU) und multilaterale Zusammenarbeit (UN-System, G20) genauso wie die Entwicklung konkreter Ansätze zu Krisenbewältigung und -prävention. Beispiele sind Arbeiten zu den Covid-19-Finanzinstrumenten als transformativem, vorbeugenden Hebel der Klimakrise, oder aber die empirische Erhebung gesellschaftlichen Zusammenhalts in unterschiedlichen Lokalkontexten sowie die Analyse dessen bezüglich Krisenresilienz und -prävention.

Das Jahr 2021 ist durch das Zusammenspiel von Covid-19-Bewältigung und den umwelt- und klimapolitischen Verhandlungen auf Ebene der Vereinten Nationen auch für die Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung ein besonderes Jahr. Es ist ihre Aufgabe, die beschleunigten Prozesse des Krisenmanagements auf Basis gesammelter Expertisen zu reflektieren, die rapiden Veränderungen empirisch zu begleiten sowie für Politik und Gesellschaft Hintergrund- und Orientierungswissen anzubieten. Über Jahre gewachsene, globale Partnerschaften für Reflexions- und Beratungsrunden sowie vertrauliche Beratungsstrukturen zwischen Wissenschaft und Politik sind hierbei von zentraler Bedeutung. Im gemeinsamen kritischen und sachorientierten Austausch gilt es, ‚alternative Fakten‘ in Krisendiskursen einzugrenzen und gemeinsam Covid-19-Bewältigung und Wiederaufbau zu nutzen, um Klimakrise und wachsenden globalen Ungleichheiten entschieden entgegenzutreten.

Anna-Katharina Hornidge ist Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) und hält eine Professur für Globale Nachhaltige Entwicklung an der Universität Bonn inne. Von Hause aus ist sie Entwicklungs- und Wissenssoziologin. Vor ihrem Umzug an das DIE und die Universität Bonn leitete sie die sozialwissenschaftliche Abteilung am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung und bekleidete eine Professur an der Universität Bremen.

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Gesunde Stadtbäume mit Unterstützung von Satellitendaten und maschinellem Lernen

reset - 11. Januar 2021 - 5:20
Green City Watch arbeitet mit Geodaten und künstlicher Intelligenz, um die Pflege von Grünflächen und Bäumen in Städten zu optimieren. RESET sprach mit Mitgründerin Nadina Galle darüber, wie sich unsere Beziehung zur Natur durch die Technologien verändern könnte.
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RCEP-Countries Create Asia-Pacific Free Trade Zone

SWP - 11. Januar 2021 - 0:00

The signing of the Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) on 15 Novem­ber 2020 establishes the world’s largest free trade area. The agreement was hailed as an important step forward for the international trade system: protectionism is no longer the only visible option for the third decade of the twenty-first century. But RCEP is a relatively weak instrument. It consolidates existing trade agreements in the region, but does not represent a breakthrough to a liberal economic space. It lacks the potential to make the Asia-Pacific region into a monolithic trading bloc, nor does it contribute to overcoming growing political tensions in the Indo-Pacific.

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Erdoğan zerschlägt endgültig die Autonomie der türkischen Universität

SID Blog - 10. Januar 2021 - 22:17
Günstling wird Hochschulrektor

Wiesbaden, den 5. Januar 2021. „Wir wollen keinen staatlich eingesetzten Rektor – Er wird gehen, wir bleiben!" Mit diesen Sprechchören haben über 1.000 Studierende der angesehenen Boğaziçi-Universität in Istanbul gegen die Einsetzung von Melih Bulu als Rektor am gestrigen Montag demonstriert. Erstmals seit 40 Jahren wurde ein Staatskommissar als Hochschulrektor per Dekret von Präsident Erdoğan eingesetzt.

Nach dem angeblichen Putschversuch 2016 hat Präsident Erdoğan am 29. Oktober 2016 das Notstandsdekret 676 erlassen und somit die Wahl von Hochschulrektoren de facto abgeschafft. Nicht mehr die Hochschulen selber sollten autonom Rektorinnen und Rektoren wählen dürfen, sondern die Stellen werden auf der Webseite des staatlich gelenkten türkischen Hochschulrats (YÖK) ausgeschrieben und anhand einer Rankingliste des YÖK dem Staatspräsidenten zur Auswahl und Ernennung vorgelegt.

„Präsident Erdoğan sieht in den Hochschulen des Landes nur angebliche Terroristen, die es zu eliminieren gilt und hierzu sind ihm alle Mittel recht. So hat er seit 2016 insgesamt 15 private Hochschulen geschlossen und ihre Vermögenswerte konfisziert. Über 6.000 Hochschullehrende und 1.500 Verwaltungsangestellte an 122 Universitäten wurden ohne Gerichtsbeschluss gefeuert und abertausende Studierende zwangsexmatrikuliert", so Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des World University Service (WUS), zu den Entwicklungen in den letzten Tagen in der Türkei.

„Es geht Präsident Erdoğan um eine systematische Abschaffung des demokratischen, laizistischen und sozialen Rechtsstaats, wie es im Artikel 2 der türkischen Verfassung verbrieft ist. Hierzu gehört auch die Abschaffung jeglicher Hochschulautonomie wie sie im Artikel 27 der türkischen Verfassung verbrieft ist: ‚Jedermann hat das Recht, Wissenschaft und Kunst frei zu lernen und zu lehren, zu äußern, zu verbreiten und in diesen Bereichen jede Art von Forschung zu betreiben.' Dass dies in der Realität nicht mehr gilt, zeigen die bis heute anhaltenden Verhaftungen und Verurteilungen von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Berufsverbote und deren Exilierung", so Dr. Ghawami.

Mit der Einsetzung von Melih Bulu, der bereits 2011 mit Plagiatsvorwürfen seiner Promotionsarbeit konfrontiert war, wird ein Günstling von Präsident Erdoğan als Rektor der ehemaligen ersten US-amerikanischen Universität außerhalb der USA eingesetzt. Die Universität wurde 1863 unter dem Namen Robert College gegründet und 1971 nach dem Bosporus-Fluss in Boğaziçi-Universität umbenannt. Melih Bulu, ein langjähriger Parteigänger Erdoğans AKP, der vergeblich 2015 für ein Parlamentsmandat kandidierte, hat bereits angekündigt, jeglichen Protest an „seiner" Universität im Keime zu ersticken.

Weder für Melih Bulu noch für Recep Tayyip Erdoğan gelten rechtsstaatliche Grundsätze und akademische Normen. Bulu plagiiert und Erdoğan schmückt sich mit einem gefälschten Universitätsdiplom aus dem Jahre 1981 der Marmara-Universität. Dies benötigte Erdoğan, um der Grundvoraussetzung der türkischen Verfassung (Arikel 101) gerecht zu werden, um für das Amt des Staatspräsidenten kandidieren zu können. Die Marmara-Universität wurde aber erst 1982 gegründet. Der Dekan und der Rektor der Universität, die beide die Urkunden unterschrieben haben sollen, nahmen ihre Tätigkeiten auch erst 1982 auf. Ein klarer Fall für die Staatsanwaltschaft in der Türkei, die aber untätig blieb und bleibt.

Wie zitierte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel vor knapp einem Jahr bei der Einweihung des Campus der Türkisch-Deutschen Universität in Istanbul in Anwesenheit von Präsident  Erdoğan zu Recht Albert Einstein: „Neugier ist ein verletzliches Pflänzchen, das nicht nur Anregung, sondern vor allem Freiheit braucht. Im Grunde kann man es auf eine einfache Formel bringen: Je größer die wissenschaftliche Freiheit ist, umso größer ist auch der wissenschaftliche Ertrag. Die Wissenschaft muss die Freiheit haben, in neue Richtungen zu denken. Sie braucht kritischen Diskurs und geistige Offenheit, wenn sie Fortschritt vorantreiben soll." Die geistige Offenheit ist Präsident Erdoğan abhandengekommen.

„Ich appelliere an die internationale Scientific Community, die Vorgänge an der Boğaziçi-Universität in Istanbul klar zu verurteilen und ihre Solidarität mit den Lehrenden und Studierenden, die sich für die Autonomie ihrer Universität einsetzen, zu bekunden. Ebenso ist die Aufnahme türkischer Exil-Wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Verwaltungsangestellter und Studierender weiterhin dringend notwendig. Insbesondere Deutschland steht in der Verantwortung, da während der Nazi-Diktatur zahlreiche Exilanten aus Deutschland an den türkischen Universitäten Schutz und Aufnahme fanden, so z. B. der spätere regierende Bürgermeister von Berlin Ernst Reuter, der Komponist Paul Hindemith oder der Finanzwissenschaftler Fritz Neumark", so Dr. Ghawami abschließend.

 


World University Service – Deutsches Komitee e.V.
Seit 1950  aktiv für das Menschenrecht auf Bildung
Since 1950 active for the human right to education
WUS – Verwaltung
Goebenstr. 35 – 65195 Wiesbaden
Tel.: +49 (0) 611 40809799 – Fax: +49 (0) 611 446489
www.wusgermany.de

 

 

Populist radical right parties in Europe: what impact do they have on development policy?

DIE - 8. Januar 2021 - 13:04

Previous research suggests that the rise of populist radical right parties (PRRPs) is contributing to the politicization of European domestic and external policies. However, whether this is also the case for European development policy is unclear. Building on a new dataset that analyses government positions and coalition agreements across European countries since the 1990s, we investigate whether, and if so how, the strength of PRRPs affects European governments' framing of the relationship between migration and development policy. Research on PRRPs suggests that they influence other parties' positions directly when they are in government, or indirectly by framing topics such as migration differently from other parties, thereby pushing government and opposition parties to modify their own positions. We find (moderate) support for PRRPs' indirect influence on the framing and salience of the migration–development policy nexus, via their vote and seat share. The effect of PRRPs in government on the formulation of development aid policy goals is smaller.

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Engagement Global unter den Top-Arbeitgebern 2021

Engagement Global Presse - 8. Januar 2021 - 12:57
Engagement Global setzt sich für Chancengleichheit in der Belegschaft ein. Foto: Marc Gärtner

Erneut reiht eine Studie der Zeitschrift Focus-Business und der Arbeitegeber-Bewertungsplattform Kununu Engagement Global – Service für Entwicklungsinitiativen unter die Top-Arbeitgeber des Mittelstands ein. Die Organisation fördert entwicklungspolitisches Engagement durch Information, Beratung und finanzielle Unterstützung. Sie arbeitet insbesondere mit der Zivilgesellschaft sowie mit Kommunen und Schulen zusammen. Engagement Global ist im Auftrag der Bundesregierung tätig und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

Analysiert wurden in der Studie mehr als 900.000 Unternehmen am Standort Deutschland und rund vier Millionen Bewertungen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Kununu abgegeben hatten. Zu den Kriterien für die Auswahl zur Top-Arbeitgeberin zählten unter anderem eine Weiterempfehlungsrate von mehr als 70 Prozent und eine Bewertung mit mindestens 3,5 von 5 möglichen Punkten auf der Kununu-Skala. Untersucht wurden die Bereiche Mitarbeiterangebote- und zufriedenheit, Gesundheitsmanagement, Werteverständnis, Talentkommunikation sowie Image.

Wer sich für globale Zusammenhänge interessiert und sie mitgestalten möchte, dem bietet Engagement Global vielseitige berufliche Möglichkeiten. Gegründet im Jahr 2012, beschäftigt die Organisation heute über 600 Mitarbeitende an sieben Standorten. Flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle, die Möglichkeit zur mobilen Arbeit sowie die Einrichtung eines Familienservice, der Mitarbeitende beispielsweise in Fragen zur Pflege von Familienangehörigen berät: All dies sind Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Engagement Global ist nach dem Audit „Beruf und Familie“ zertifiziert.

Der berufliche Einstieg bei Engagement Global steht Menschen mit ganz unterschiedlichen Ausbildungswegen offen. Gesucht werden etwa Bewerberinnen und Bewerber aus der Informationstechnik oder mit fundiertem Verwaltungswissen, aber auch Absolventinnen und Absolventen von geisteswissenschaftlichen Studiengängen wie Sozialwissenschaften, Ethnologie oder Interkultureller Kommunikation. Juristinnen und Juristen, Betriebswirte und Betriebswirtinnen unterstützen bereits jetzt in der Organisationsentwicklung. Mit dem Hauptsitz in Bonn und weiteren Standorten in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Mainz, Leipzig und Stuttgart bietet Engagement Global Anlaufstellen für entwicklungspolitisches Engagement in ganz Deutschland.

Engagement Global setzt sich zudem in besonderem Maße für Chancengleichheit in der Belegschaft ein. Die Interessen von Bewerberinnen und Bewerber sowie von Mitarbeitenden werden durch eine Schwerbehindertenbeauftragte sowie eine Gleichstellungsbeauftragte sichergestellt. Das Miteinander im Kollegium stützt sich auf gegenseitigen Respekt und Toleranz.

Aktuelle Stellenangebote finden Sie auf der Homepage von Engagement Global sowie über Interamt.

Weitere Informationen
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Singapur löst viele Probleme über öffentlichen Wohnungsbau

E+Z - 8. Januar 2021 - 10:55
UN Habitat widmet sich im jüngsten Teil seiner „Housing Practice Series“ dem Beispiel Singapurs

Die Bereitstellung von öffentlichem Wohnraum in Singapur ist einzigartig. 82 Prozent der rund 5,8 Millionen Einwohner leben in Wohnungen, die die staatliche Wohnungsbaugesellschaft Housing Development Board (HDB) errichtet hat. In den günstigsten dieser Wohnungen liegen die Mieten weit unter dem Marktpreis. Ein großer Teil wird verkauft, so dass auch der Anteil von Wohneigentum in dem dicht besiedelten südostasiatischen Land sehr hoch ist.

Singapur ist ein globales Finanz- und Handelszentrum, in dem freie Marktwirtschaft herrscht. Doch an entscheidenden Stellen greift der Staat regulatorisch ein – unter anderem, um sozialen Ausgleich in der „Millionärsoase“ mit sehr hohen Lebenshaltungskosten zu schaffen (siehe Konversation mit Anna-Katharina Hornidge in E+Z/D+C e-Paper 2020/10, Schwerpunkt). Das Thema Wohnen spielt in dem Zusammenhang eine große Rolle.

UN-Habitat, das Wohn- und Siedlungsprogramm der UN, widmet Singapur den jüngsten Teil seiner „Housing Practice Series“. Die Reihe stellt Programme zum öffentlichen Wohnungsbau weltweit vor, um vor allem Entwicklungsländern Möglichkeiten aufzuzeigen, Wohnraum in Städten zu schaffen, die Bildung von Slums zu reduzieren und die Wohnbedingungen der Menschen zu verbessern. Ziel ist es, angemessenen, erschwinglichen und nachhaltigen Wohnraum für alle zu schaffen, wie auch im 11. Ziel für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goal – SDG) der UN vereinbart ist.

Singapur hat Anfang der 1960er Jahre in Reaktion auf das starke Bevölkerungswachstum begonnen, staatliche Wohnungen zu bauen. Seitdem hat die HDB mehr als eine Million Wohneinheiten errichtet – und damit zugleich weitere stadtplanerische Ziele erreicht, etwa die Beseitigung von Slums, eine Neuentwicklung des Stadtzentrums und den Aufbau von Industrie, sowie gesellschaftliche und politische Herausforderungen gelöst, die sich aus der sehr heterogenen und ethnisch diversen Bevölkerung ergeben.

Laut dem UN-Bericht war der Ansatz unter anderem deshalb so erfolgreich, weil für die Menschen weit mehr als ein bezahlbares Dach über dem Kopf entstanden sei: Um die Häuser herum schuf die Stadt ein Umfeld, in dem die Bewohner leben und arbeiten, lernen und ihre Freizeit verbringen. So machte sie die Wohnkomplexe – unter starker Beteiligung der Menschen und in Kooperation mit allen relevanten Behörden – zum Mittelpunkt sozialer Infrastrukturen. Die Identifikation der Menschen mit diesem Umfeld sei sehr groß. Damit hängt auch ein weiterer Faktor zusammen: Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern wird sozialer Wohnungsbau in Singapur nicht mit schlechter Qualität und Unterschicht in Verbindung gebracht.

Zwei Segmente

In den 1980er Jahren stellte der Staat den sozialen Wohnungsbau vorübergehend ein und gab das Ziel aus, dass möglichst alle Menschen in Eigentumswohnungen leben sollten. So zerfiel der öffentlich errichtete Wohnraum in zwei Segmente: neuere, größere Eigentumswohnungen und kleinere, ältere Mietwohnungen. Das hatte zur Folge, dass der Bedarf in der Mitte zwischen Sozialwohnung und Eigentum nicht mehr gedeckt wurde. Mittlerweile sind aber auch kleine Wohnungen zum Kauf auf dem Markt.

Ab 1990 lag der Fokus darauf, die in die Jahre gekommenen Gebäude zu renovieren und das Umfeld zu verbessern. Viele Bewohner sind in den Wohnungen alt geworden, ihren veränderten Bedürfnissen sollte im Rahmen des Modernisierungsprogramms Rechnung getragen werden. Aktuell konzentriert sich die HDB vor allem darauf, attraktiven Wohnraum für die nächste Generation an Bewohnern zu schaffen.

Laut UN-Habitat zeigt das Beispiel Singapurs, dass es möglich ist, die allgemeine Entwicklung hin zu immer weniger Sozialwohnungen umzudrehen, und dass Wohnraumförderung nach wie vor in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zu gesellschaftlicher Stabilität beitragen kann.

Link
UN-Habitat, 2020: Housing Practice Series – Singapore.
https://unhabitat.org/housing-practice-series-singapore

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Future Combat Air System: Too Big to Fail

SWP - 8. Januar 2021 - 0:10

The development of the Future Combat Air System (FCAS) is Europe’s most important defence project. Both technologically and militarily, the project has the potential to set new standards and revolutionise the use of air power. Politically, the multinational project is a litmus test for the extent to which Europe is capable of cooperating on security policy, developing its own capabilities and putting national interests to one side for this purpose. The success of the project rides to a great extent on Germany and France. However, the different perspectives and procedures of these two coun­tries place FCAS at risk of collapse – a failure that would have serious disadvantages for all involved.

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Der Brexit-Vertrag: Ein stabiles Fundament für eine neue Partnerschaft

SWP - 8. Januar 2021 - 0:00

Es war eine Einigung in fast letzter Minute: Das am 30. Dezember 2020 unterzeichnete »Handels- und Kooperationsabkommen« zwischen EU und Vereinigtem Königreich hat den No-Deal-Brexit nur einen Tag vor Ende der Übergangsphase verhindert. Viereinhalb Jahre nach dem Austrittsreferendum werden die Beziehungen zwischen der EU und ihrem ehemaligen Mitgliedstaat damit auf eine neue Basis gestellt. Es ist ein beachtliches Verdienst der Verhandlungsführer auf beiden Seiten, dass trotz der widrigen Bedingungen ein solch komplexes Vertragswerk zustande gekommen ist.

Und doch steht am Ende des Prozesses ein weitgehend harter Brexit, der dem britische Streben nach Souveränität geschuldet ist. Zwar läuft der Warenverkehr weiterhin zollfrei und ohne quantitative Beschränkungen, dennoch entstehen im Vergleich zur Binnenmarktmitgliedschaft viele neue nicht-tarifäre Handelsschranken. Die (Finanz-)Dienstleistungen sind weitgehend aus dem Vertrag ausgeklammert, mit wenigen Ausnahmen verabschieden sich die Briten aus europäischen Projekten wie Erasmus, und auch die Außen- und Sicherheitspolitik wurde von London ganz ausgenommen. Die EU kann für sich verbuchen, trotz des nun beschränkten Marktzugangs weitreichende Instrumente für die Sicherung fairer Wettbewerbsbedingungen (»Level Playing Field«) durchgesetzt zu haben. Hierzu gehört auch die Möglichkeit zur Wiedereinführung von Zöllen und anderen Handelsbeschränkungen, sollte es in Zukunft zu einer maßgeblichen Divergenz von Arbeitsrechts- oder Umweltstandards kommen. Und so haben beide Seiten ihre bemerkenswert defensiven Ziele erreicht: Boris Johnson bekommt seinen harten Brexit, die EU kann ihren Binnenmarkt und ihre Standards verteidigen.

Das Auseinanderdriften ist nicht programmiert

Auf der Strecke geblieben ist die ursprüngliche Idee einer britisch-europäischen Partnerschaft. Dennoch ist ein weiteres Auseinanderdriften nicht programmiert. Vielmehr gibt es fünf Gründe, warum aus dem Handelsvertrag trotz des Rosenkriegs um den Brexit eine stabile langfristige Beziehung entstehen kann.

Erstens markiert der Handelsvertrag nicht das Ende der Verhandlungen zwischen London und Brüssel. Das Abkommen selbst sieht eine Überprüfung nach fünf Jahren vor – also ein knappes halbes Jahr nach den nächsten britischen Parlamentswahlen – in deren Zuge die Beziehungen auch wieder vertieft werden können. Darüber hinaus gibt es eine Klausel, die die Überprüfung des Nordirland-Protokolls im Jahr 2024, Übergangsfristen für die Energiekooperation und die Fischerei sowie noch 2021 Gespräche zu Datenaustausch und Finanzmarktdienstleistungen vorsieht. Ähnlich wie mit der Schweiz wird es also laufend Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien geben, wenn auch auf einem politisch weniger dramatischen Niveau als zuletzt. Gerade diese Entdramatisierung der Beziehungen bietet eine Chance auf Wiederherstellung von Vertrauen und Verbesserung der Kooperation.

Zweitens ist das Abkommen auf eine Erweiterung ausgelegt. Es begründet eine institutionalisierte Kooperation zwischen London und Brüssel mit einem EU-UK-Partnerschaftsrat und einer Reihe spezialisierter Fachausschüsse etwa zum Güterhandel, zur Energiekooperation oder zur britischen Beteiligung an EU-Programmen. Dabei ist es explizit als »Dachabkommen« angelegt, in dessen institutionellen Gesamtrahmen sich weitere »Zusatzabkommen« einfügen können.

Eine fortgesetzte Verflechtung

Drittens werden die wirtschaftlichen Beziehungen für beide Seiten trotz neuer Handelsbeschränkungen wichtig bleiben. Dafür sprechen die geographische Nähe, die enge Verflechtung vieler Wirtschaftszweige und die gegenseitige Bedeutung mit der EU als bei weitem wichtigster Handelspartner der Briten sowie Großbritannien als zweitgrößte Volkswirtschaft Europas. Hinzukommen die Level-Playing-Field-Bestimmungen des neuen Handelsvertrags, mit denen sich beide Partner verpflichten, geltende EU-Standards, soweit sie den Handel betreffen, aufrechtzuerhalten – und Anreize geschaffen wurden, bei neuen Standards Schritt zu halten.

Viertens wurde bei den gegenseitigen Drohungen mit dem No-Deal-Brexit auch deutlich, wo trotz schwieriger Trennung die gemeinsamen Interessen liegen. So räumt das Handels- und Partnerschaftsabkommen der Klimapolitik eine wichtige Stellung ein, in der das Vereinigte Königreich 2021 mit der Ausrichtung des nächsten Klimagipfels – gemeinsam mit Italien – eine zentrale Rolle einnimmt. Hier bietet sich auch eine trilaterale Zusammenarbeit mit der neuen US-Administration an. Stärker als erwartet fällt auch die fortgesetzte Beteiligung der Briten an EU-Programmen wie dem EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus sowie Teilen des Datenaustausches in der Innen- und Justizpolitik aus.

Nordirland als gemeinsame Aufgabe

Fünftens ist Nordirland in der Kombination von Austritts- und Handelsvertrag endgültig zur gemeinsamen Aufgabe von Großbritannien und der EU geworden. Um die Grenze zum EU-Mitglied Republik Irland offen zu halten, gelten in Nordirland nunmehr weiterhin die Regeln des EU-Binnenmarkts; in der Irischen See ist zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinigten Königreichs eine Handelsgrenze entstanden. Bei jeder Abweichung von EU-Standards wird die britische Regierung nunmehr nicht nur abwägen müssen, ob dies die Level-Playing-Field-Regeln bricht – und die EU somit Handelsschranken errichten könnte –, sondern auch, ob neue innerbritische Handelsschranken zu Nordirland entstehen. Die EU hat gleichsam auch im Interesse ihres Mitglieds Irlands die Verantwortung, gemeinsam mit der britischen Regierung dafür zu sorgen, dass diese komplexen Regelungen möglichst reibungslos funktionieren, um den Frieden in Nordirland nicht zu gefährden.

Der unter hohem Zeit- und politischem Druck entstandene Handelsvertrag legt damit vor allem eines – ein Fundament, auf dem die britisch-europäischen Beziehungen neu entstehen können. Der harte Brexit ist nun Tatsache, der Schritt von der EU-Mitgliedschaft zu einem Drittstaat mit reinem Handelsvertrag vollzogen. Es obliegt nun der politischen Ausgestaltung, wie dieses Fundament genutzt wird. Die EU und Deutschland sollten offen dafür sein, auf diesem Fundament eine stabile europäisch-britische Partnerschaft zu bauen.

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Anmeldung Arbeitstreffen “Konzernmacht”

Forum Umwelt & Entwicklung - 7. Januar 2021 - 13:39

Arbeitstreffen “Konzernmacht”

20.01.21

12-14 Uhr

Online

 

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07.01.2021 Minister Müller begrüßt erste Grüner-Knopf-Zertifizierung im Ausland

BMZ - 7. Januar 2021 - 13:00
Das staatliche Textilsiegel Grüner Knopf gewinnt auch international an Bedeutung: Mit dem dänischen Bettwäsche-Hersteller Beirholm Væverier (Væverier = Weberei) wurde das erste Unternehmen im Ausland erfolgreich geprüft. Entwicklungsminister Gerd Müller: "Nachhaltigkeit liegt mehr denn je im Trend. Ich freue mich, dass mit Beirholm ein dänisches Unternehmen mitmacht. Der Grüne Knopf ist ein internationales Siegel. Weitere internationale Unternehmen ...
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Bauern und Goldschürfer tragen zur Wassernot bei

E+Z - 7. Januar 2021 - 10:03
Die Versandung von Reservoirs verschärft Simbabwes Wasserkrise

Das wenige Wasser, das noch zur Verfügung steht, ist zudem durch Sand, Schlick und andere im Wasser gelöste Partikel verschmutzt. Diese Versandung, die im ganzen Land in Flüssen und Reservoirs auftritt, kann das Wasser nahezu unbrauchbar machen. Der Umweltaktivist Happison Chikova schätzt, dass in Simbabwe in den vergangenen 20 Jahren 108 Reservoirs durch eine Kombination von Dürre und Versandung unbrauchbar geworden sind.

Beispielsweise sind im Distrikt Mwenezi im Süden des Landes offiziellen Daten zufolge 23 von Erddämmen eingefasste Reservoirs durch Versandung verloren gegangen und in Beitbridge nahe der Grenze zu Südafrika mindestens 32. Laut der nationalen Statistikbehörde entwickeln sich viele weitere Reservoirs in die gleiche Richtung.

Auch der Mazowe-Stausee rund 35 Kilometer nördlich von Harare, der eine wichtige Wasserquelle darstellt, ist bedroht: Illegales Goldschürfen führt zu starker Verunreinigung, und der Wasserstand ist gefährlich niedrig. Der See, der eine Kapazität von 35 Millionen Kubikmeter Wasser hat, ist nur noch zu einem Fünftel gefüllt.

Die Hauptursache für die Probleme ist nicht die Natur, sondern der Mensch. Landwirte bauen ihre Ackerfrüchte zu nah am Wasser an, so dass jeder Regenguss Erde in Flüsse und Seen schwemmt. Goldschürfer verursachen Versandung, indem sie die Flussbetten aufwühlen, und Kiesschürfer tun es ebenfalls, wenn sie in der Nähe von Flüssen graben und große Mengen losen Sands zurücklassen, der letztlich im Wasser landet.

Die Leidtragenden sind vor allem die Menschen, die weiter flussabwärts leben und das Wasser zum Trinken und Kochen, zum Waschen und für die Landwirtschaft benötigen. „Ich kann meinen Gemüsegarten nicht mehr versorgen, weil das Wasser aus dem Reservoir im Nullkommanichts weg ist“, sagt Silibaziso Masukume aus dem Distrikt Mwenezi. „Wir haben nur drei bis fünf Monate lang Wasser“, erklärt die Dorfautorität Kange Sibanda, in deren Territorium das Musambasi-Reservoir im gleichen Distrikt liegt. „Danach haben alle Schwierigkeiten, selbst Wasser für ihre Tiere zu finden.“

Joseph Tasosa, Leiter der Non-Profit-Organisation Zimbabwe National Environmental Trust, sieht einen Teil der Lösung in einer Veränderung der Landwirtschaft. „Manchmal bauen die Menschen direkt am Flussufer an, und wenn es regnet, werden diese landwirtschaftlichen Flächen direkt in den Fluss gespült. Nach und nach lagert sich die Erde so in den Wasserreservoirs ab“, erklärt er.

Auch die Arbeit der Goldschürfer kommt auf den Prüfstand. In Beitbridge machen die Behörden sie für die Verschmutzung der Flüsse verantwortlich. Der Goldschürfer Denis Juru zeigt sich jedoch unbeeindruckt von den Problemen flussabwärts. „Ich suche nach Gold, das ich verkaufe, um Geld zu verdienen“, sagt er. „Ich verkaufe kein Wasser.“

Jeffrey Moyo ist Journalist in Simbabwe.
moyojeffrey@gmail.com

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Digitale Lobbyarbeit und Hartnäckigkeit - Interview mit dem indischen Aktivisten Abhinav Lokhare

reset - 7. Januar 2021 - 6:59
Tief frustriert von der Untätigkeit in der Klimakrise und unbeeindruckt von der Unterdrückung durch die Regierung, nutzt der 17-Jährige Abhinav Lokhare die Vorliebe für digitale Werkzeuge seiner Generation, um sich für einen ökologischen Wandel in Assam, Indien, einzusetzen.
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