Sie sind hier

Ticker

Call for Contributions: World Sustainable Development Teach-In Day 2020

#HOCHN - 15. Juli 2020 - 0:00
Als Online-Veranstaltung findet der World Sustainable Development Teach-In Day 2020 (WSD TID 2020) am 4. Dezember statt. Bis spätestens 31. Juli kann dazu eine Interessensbekundung anhand verschiedener Kategorien abgegeben werden.

Foto: Pixabay/Alexas_Fotos

Kategorien: Ticker

C20 Opens Call for Proposals for C20 Summit

#C20 18 - 14. Juli 2020 - 21:04
As we gear up towards the biggest gathering of Civil Society in the G20 process, the C20 Secretariat is pleased to launch a Call for Session Proposals for the C20 2020 Summit that will take place from Tuesday, October 6th to Saturday, October 10th. The call for proposals is open to Civil Society Organizations (CSOs), [...]
Kategorien: english, Ticker

Nichtregierungsorganisationen fordern geschlechtergerechtes Lieferkettengesetz

#2030Agenda.de - 14. Juli 2020 - 20:04

Berlin/Bonn/Köln 14. Juli 2020

 

Das heute von den Bundesministern Gerd Müller und Hubertus Heil vorgestellte Ergebnis der Umfrage der Bundesregierung bescheinigt, dass ein Großteil der deutschen Unternehmen Menschenrechte missachtet. Ein Lieferkettengesetz wird damit unumgänglich. In einem aktuellen Positionspapier beschreibt ein Bündnis von 12 Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen wie dieses ausgestaltet werden muss, um geschlechtsspezifische Diskriminierung entlang von Lieferketten zu verhindern. In globalen Wertschöpfungsketten sind Frauen vielfach benachteiligt und größeren Risiken ausgesetzt als Männer. Die Bandbreite reicht von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz über Arbeitsbedingungen, die keine Rücksicht auf die Sorgearbeit von Frauen nehmen bis hin zu ungleicher Bezahlung.  Ein Lieferkettengesetz, das menschenrechtliche Sorgfaltspflichten einfordert, muss auch geschlechtergerecht sein.

 

Frauen und Mädchen sind in besonderem Maße von den negativen Auswirkungen globalen Wirtschaftens betroffen. Sie erfahren Menschenrechtsverletzungen entlang von Lieferketten in anderer Weise als Männer. So sind sie in weit höherem Maße geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt am Arbeitsplatz ausgesetzt.  Und immer noch verdienen Arbeitnehmerinnen weltweit deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Hinzu kommt eine große Ungleichheit bei der Aufteilung der Haus- und Sorgearbeit, die Frauen und Mädchen kostenlos für Familie und Gesellschaft leisten, was für sie zu einer erheblichen Doppelbelastung führt.

„Die globale Corona-Krise und ihre Auswirkungen, beispielsweise der massive Arbeitsplatzverlust in

Kategorien: Ticker

Literarischer Zugang zu Flucht und Migration

Engagement Global - 14. Juli 2020 - 17:33
Ziel der Vernstaötungsreihe war es, sich dem Thema Flucht und MIgration durch verschiedene Perspektiven zu nähern. Foto: Eldar Bock

Die Ringvorlesung „Flucht + Migration“ bot Studierenden der Universität Stuttgart die Möglichkeit, gemeinsam mit internationalen Referentinnen und Referenten über Flucht und Migration zu sprechen sowie über mögliche Formen des globalen Miteinanders nachzudenken.

Literatur, Theater und Film standen im Mittelpunkt der zehnteiligen Veranstaltungsreihe, die von April bis Juli 2020 online stattfand. Autorinnen und Autoren, Regisseurinnen und Regisseure, Dozentinnen und Dozenten, die selbst geflüchtet sind oder sich mit Flucht, Migration und Exil befassen, kamen dabei zu Wort und wurden unter anderem aus Ouagadougou, Burkina Faso, oder Toronto, Kanada, zugeschaltet. Zugehört und mitdiskutiert haben rund 500 Menschen.

Der eritreische Autor Sulaiman Addonia etwa sprach mit den Teilnehmenden über sein Buch „Silence is My Mother Tongue“, das in einem Geflüchtetenlager im Sudan spielt. Der Roman handelt von der Hauptfigur Saba, die an ihrem Wunsch nach Freiheit, Bildung und selbstbestimmten, nicht-normativen Geschlechterrollen festhält.

Die Regisseurin Lourdes Picareta wiederum zeigte ihren Dokumentarfilm „Vor uns die Sintflut“, der vom Klimawandel betroffene Menschen aus Bangladesch zu Wort kommen lässt und diskutierte mit den Studentinnen und Studenten über das Thema Umweltmigration.

Die Theatermacherin Uta Plate stellte ihr Projekt „Servus Salam“ mit jugendlichen Geflüchteten und Münchner Seniorinnen und Senioren vor. Sie machte deutlich, dass Verständigung einen Prozess darstellt, der nicht selbstverständlich, sondern das Resultat der Arbeit aller Beteiligten ist.

Der literarische Zugang zu den globalen Phänomenen Flucht und Migration wurde gewählt, weil Filme und Bücher Geschichten erzählen können, die der Vielschichtigkeit von Migration und Flucht angemessen sind und die Menschen hinter den Zahlen und Statistiken sichtbar machen. Nur mit Geschichten können Menschen für ein Thema gewonnen werden, so die Regisseurin Lourdes Picareta. Geschichten können auch dazu beitragen, Klischees entgegenzuwirken und Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen eine Stimme zu geben.

Veranstaltet wurde die Ringvorlesung von der Außenstelle Stuttgart von Engagement Global im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) in einer Kooperation mit dem Institut für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart.

Neben Studierenden richtete sich die Veranstaltungsreihe an die interessierte Öffentlichkeit sowie an Lehrende und Bildungsschaffende in der Erwachsenenbildung und im Bereich des Globalen Lernens.

Weitere Informationen ### Image Gallery ###
Kategorien: Ticker

14. Juli 2020

ONE - 14. Juli 2020 - 16:35

1. Rückschlag im Kampf gegen Hunger
Wie unter anderem die Tagesschau, ZDF heute, die Süddeutsche Zeitung, Spiegel und Deutschlandfunk Nova berichten, steigt die Zahl der Hungernden weltweit immer weiter. Das zeigen die Ergebnisse des neuen Berichts der Vereinen Nationen „The State of Food Security and Nutrition in the World“. Im Jahr 2019 litten laut Bericht 690 Millionen Menschen an Hunger, etwa neun Prozent der Weltbevölkerung. Damit sei die Zahl im Vergleich zu 2018 sogar noch um zehn Millionen gestiegen, innerhalb von fünf Jahren sogar um 60 Millionen. Bis 2030 wolle die Weltgemeinschaft im Rahmen der Nachhaltigen Entwicklungsziele Hungersnöte weltweit eindämmen. Dieses Ziel sei nun kaum noch erreichbar, heißt es im Bericht. Die Zahl der Hungernden könnte laut Prognosen bis 2030 sogar noch auf 840 Millionen steigen.

2. EU kooperiert mit Nordafrika zum Grenzschutz
Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung berichten, will die Europäische Union enger mit fünf nordafrikanischen Staaten zusammenarbeiten. Ziel sei die Eindämmung irregulärer Migration, wie die EU-Innenkommissarin Ilva Johansson nach einer Videokonferenz am Montag mitteilte. Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Mauretanien seien an der Kooperation beteiligt. Die Initiative sei von Italien ausgegangen. Zudem seien die Innenminister*innen Deutschlands, Spaniens, Frankreichs und Maltas an der gestrigen Videokonferenz beteiligt gewesen. Das Projekt sei Teil des größeren Pakts für Asyl und Migration, der im September umgesetzt werden soll. Nach Schätzungen von der EU-Grenzschutzorganisation Frontex seien allein auf der westlichen und zentralen Mittelmeerroute in den vergangenen drei Jahren 330 Millionen Euro mit Schleuserei verdient worden. Durch den Treuhandfonds für Afrika fließen 870 Millionen Euro in die Zusammenarbeit mit nordafrikanischen Staaten, davon ein Drittel ins Grenzmanagement.

3. Neue europäische Sahel-Einheit startbereit
Eine neue europäische Kampftruppe ist einsatzbereit für den Einsatz in der Sahelzone, wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung meldet. Die Taskforce Takuba werde ab Mittwoch mit 100 französischen und estnischen Soldat*innen gemeinsam mit malischen Truppen in einer gemeinsamen Einheit gegen islamistische Terrorgruppen in der Sahelzone kämpfen. Im Oktober soll eine zweite Truppe mit 60 tschechischen und im Januar mit 150 schwedischen Soldat*innen folgen, wie Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly im Interview mit La Croix ankündigte. Ende Juni habe sich der französische Präsident Emmanuel Macron mit Vertreter*innen der G5-Sahel-Staaten Mali, Niger, Tschad, Mauretanien und Burkina Faso getroffen. Er sei zuversichtlich, dass ein Sieg in der Sahelzone möglich sei. Die Zuversicht halte sich in der Sahelregion in Grenzen. Die Lage in der Sahelzone habe sich in den letzten Jahren trotz Einsatz ausländischen Militärs verschlechtert. Vergangenes Jahr seien zehnmal mehr Menschen getötet worden als 2014.

The post 14. Juli 2020 appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

14.07.2020 Bundesminister Heil und Müller: "Jetzt greift der Koalitionsvertrag für ein Lieferketten-Gesetz. Ziel ist ein Abschluss noch in dieser Legislaturperiode"

BMZ - 14. Juli 2020 - 15:45
Heute wurden dem Interministeriellen Ausschuss der Bundesregierung die Ergebnisse zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte vorgestellt. 7.300 größere deutsche Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden müssen zeigen, wie sie Menschenrechte und soziale Mindeststandards in ihren Wertschöpfungsketten sicherstellen....
Kategorien: Ticker

Fernweh zu Pandemiezeiten: Eine Chance das eigene Reiseverhalten zu reflektieren

EINEWELTblabla - 14. Juli 2020 - 14:55

Einige Menschen auf der Welt waren noch nie so lange am Stück am selben Ort wie seit Beginn der Corona-Pandemie. Nicht nur Dienstreisen fallen aus, sondern für viele der langersehnte Urlaub und eine damit verbundene Reise. Oft heißt Urlaub, dass eine Reise ins Ausland ansteht. Es ist eine schöne Möglichkeit nahe und ferne Länder zu bereisen und andere Lebenswelten zu erkunden. Auch wenn das spannend ist und das eigene Weltbild erweitert, bedeutet es leider auch: Mein ökologischer Fußabdruck wird größer und größer. Daher kann man die Absage der Reise vielleicht einfach nutzen, um über das eigene Reiseverhalten und nicht nur deren ökologische, sondern auch soziale Auswirkungen nachzudenken.

Wo liegt mein Urlaubsziel?

Zunächst stellt sich die Frage, an welchem Ort man seinen Urlaub verbringen möchte. Je weiter weg, desto unbekannter, neuer und spannender – scheint es zunächst. Aber lerne ich dann nicht womöglich ein fernes Land von mehr Seiten kennen als meine nähere Umgebung? Gezwungenermaßen mussten aktuell viele Leute ihr Urlaubsziel auf das Land, in dem sie leben, verlegen. Zum einen aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Ausland, zum anderen schlicht, weil der Reiseverkehr eingeschränkt wurde oder nicht klar ist, ob er erlaubt sein wird. Damit kann zum Beispiel die Nord- und Ostsee, die Mecklenburgische Seenplatte, der Taunus oder das Allgäu plötzlich nicht mehr langweilig erscheinen, sondern den Zugang zu schöner Natur und Entspannung bieten.

Mit welchem Verkehrsmittel verreise ich?

Je weiter weg ein Urlaubsziel liegt, desto wahrscheinlicher ist die Reise per Flugzeug. Dass das hohe CO2-Emissionen bedeutet, ist spätestens seit der Fridays For Future-Bewegung keine Überraschung mehr. Es kann helfen, sich für die Reise eine angemessene Zeit zu nehmen und zu prüfen, ob es eine Verbindung mit der Bahn gibt. Ist eine Stunde Flug, um eine Strecke von hunderten Kilometern zurückzulegen, nicht eh merkwürdig?

Auch die Fortbewegung im Urlaub kann ich versuchen mit Nahverkehr statt einem Mietauto zu organisieren.

Wo werde ich schlafen?

Einfach hin, in irgendein Hotel einchecken, dann die Top Tipps des Reiseführers abklappern und am nächsten Tag schnell weiter in den nächsten Ort und das Spiel von vorne. Kann man machen, gibt einem aber auch keinen wirklichen Einblick in den Ort oder das Land.

Als erstes stellt sich die Frage welche Unterkunft sich anbietet. Utopia hat dafür Öko-Reiseportale zusammengestellt, die nachhaltige Unterkünfte aufführen. Gleichzeitig lohnt es sich, nach Unterkünften von kleineren, unbekannteren Anbietern zu suchen. Auf der Buchungsplattform Vaolo gibt es zum Beispiel Angebote von abgelegeneren Gemeinschaften, die Vaolo miteinander vernetzt.

Wie bereite ich mich auf die Reise vor und wie verhalte ich mich dort?

Der Urlaub beginnt vom Gefühl her meist mit dem Rucksack- oder Kofferpacken. Davor kann die Vorfreude noch mehr gesteigert werden und dabei gleichzeitig das Reisen fair und verantwortungsvoll geplant werden. Informationen zum Reiseziel sind interessant, erleichtern das Eingewöhnen und können ein Grundverständnis für eine noch fremde Region aufbauen.

Viele nützliche Tipps stellen fair unterwegs und tourism watch für alle Bereiche der Reiseplanung zur Verfügung. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk darauf, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und sich fair und sozial verantwortlich zu verhalten.

Die Reiseentscheidung liegt letztlich bei jedem selbst, eine gut geplante Reise kann den Urlaub zu einem intensiveren Erlebnis machen – und dabei alle Beteiligten einbeziehen.

Das Beitragsfoto ist von Clay Banks auf Unsplash.

Der Beitrag Fernweh zu Pandemiezeiten: Eine Chance das eigene Reiseverhalten zu reflektieren erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

“Freiwillige Rückkehr” – Vom Regen in die Traufe

SÜDWIND - 14. Juli 2020 - 12:36

von Ramona Lenz und Katherine Braun

Anfang des Monats begann die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, in deren Mittelpunkt die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems stehen soll. Eine Abkehr von dem bisherigen Abschottungs- und Externalisierungskurs ist in dem Neuen Pakt für Migration und Asyl nicht zu erwarten, vielmehr soll die Vorverlagerung des EU-Grenzschutzes vorangetrieben werden. Über sogenannte Vorprüfverfahren soll die Schutzbedürftigkeit von Migrant*innen und ihre Aussicht auf Asyl bereits an den EU-Außengrenzen geprüft werden. Die vielfältigen Probleme, die dieses Vorgehen mit sich bringt, sind in den letzten Jahren besonders augenfällig geworden in den so genannten Hotspots auf den griechischen Inseln, die trotz aller rechtlichen und humanitären Mängel offenbar als Vorbild für die geplante Reform dienen: Schutzsuchende verharren in menschenunwürdigen Lagern bis zu einer Entscheidung oder werden nach Möglichkeit schon vorher zur Rückkehr bewegt.

Rückführung um jeden Preis – auf Kosten der Menschenrechte

Mit dem Ziel, Rückführungen noch „effektiver“ zu gestalten, sollen nun zusätzlich zu den bereits bestehenden Rücknahmeabkommen weitere Abkommen mit afrikanischen Staaten abgeschlossen und die Agentur FRONTEX sowie internationale Organisationen wie die auf Rückkehrförderung spezialisierte Internationale Organisation für Migration (IOM) personell und finanziell besser ausgestattet werden. Sehr interessiert ist die EU an einer engeren Zusammenarbeit mit nordafrikanischen Herkunfts- und Transitländern wie Libyen, Algerien und Tunesien, bekräftigte Bundesinnenminister Seehofer erst Anfang Juli 2020 wieder auf der Innenministerkonferenz. An Kooperationen mit Grenzschützern wie der berüchtigten libyschen Küstenwache wird festgehalten, sie sollen sogar ausgebaut und weitere Zentren für Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge errichtet werden. Der Schutz von Menschenrechten und der entwicklungsfördernde Beitrag von Migration werden ordnungspolitischen Zielen untergeordnet, auf Kosten tausender Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge.

Dabei sind die Zustände nicht nur in den Lagern auf den griechischen Inseln, sondern auch in den von IOM und UNHCR betriebenen Camps für Transitmigrant*innen in Afrika oft desaströs. Die Corona-Pandemie hat die Lage noch verschärft. Die Partnerorganisation von medico international, Alarmphone Sahara, berichtet, dass illegale Abschiebungen aus Algerien nach Niger zugenommen haben und vermehrt Menschen in der Wüste ausgesetzt werden. Auch aus Libyen, wo Migrant*innen gefährdet sind, in sklavenähnlichen Verhältnissen gefoltert und vergewaltigt zu werden, kehren Menschen in das südlich gelegene Transitland Niger zurück. Viele stimmen einer „freiwilligen“ Rückkehr in ihr Herkunftsland zu, um in den von der IOM betriebenen Camps in Niger aufgenommen zu werden, da sie darin die einzige Chance sehen, ihr Überleben zu sichern. Aufgrund der Pandemie verweigern viele Herkunftsländer derzeit die Rücknahme, so dass die Menschen unter schwierigsten Bedingungen auf unbestimmte Zeit in den Transitlagern ausharren müssen.

Notfallrückführungen: Eine Schutzmaßnahme oder Ursache neuer Schutzbelange?

Eine neue Studie weist nun auf die alarmierenden menschenrechtlichen und humanitären Folgen einer Politik hin, die in erster Linie europäischen Interessen folgt. In ihrer 2019 durchgeführten und im Juni 2020 veröffentlichten Studie kann die Autorin Jill Alpes belegen, dass es bei der Umsetzung der Rückkehrprogramme zu erheblichen Verstößen gegen humanitäre und menschenrechtliche Prinzipien kommt. So legen Berichte von Betroffenen nahe, dass die Beteiligung an den Rückkehrprogrammen keineswegs immer freiwillig erfolgt, wie von der IOM behauptet, sondern teils erheblicher psychischer und in Einzelfällen auch physischer Druck auf die Migrantinnen und Migranten ausgeübt wird, damit sie ihrer eigenen Rückführung zustimmen. Vielfach erscheint ihnen eine Rückkehr in ihr Herkunftsland angesichts in Libyen drohender Folter und Gewalt als das kleinere Übel, nicht jedoch als eine geeignete Maßnahme, um tatsächlich in Sicherheit zu leben. In Niger akzeptierten interviewte Migrantinnen und Migranten ihre Rückführung nach schweren Menschenrechtsverletzungen und einer lebensbedrohlichen Abschiebung in die Wüste durch die algerischen Behörden.

Auf die menschenrechtsverletzenden Auswirkungen der europäischen Externalisierungspolitik weisen Brot für die Welt und medico international seit Jahren hin. Die von der Migrationsforscherin Jill Alpes durchgeführte und von Brot für die Welt und medico international publizierte Studie „Notfallrückführungen der IOM aus Libyen und Niger: Eine Schutzmaßnahme oder Ursache neuer Schutzbelange?“ untersucht nun bestehende Rückkehrprogramme für Migrantinnen und Migranten in Libyen und Niger als Form der Externalisierung und zeigt die Auswirkungen auf Flüchtlinge sowie Migrantinnen und Migranten in Westafrika auf. Basierend auf Interviews mit Migrantinnen, Migranten und Flüchtlingen, die aus Libyen und Niger nach Nigeria und Mali zurückgekehrt sind, weist die Studie auf die alarmierenden menschenrechtlichen und humanitären Folgen einer Politik hin, die in erster Linie europäischen Interessen folgt. Dabei beleuchtet sie insbesondere die Rolle der IOM bei den Evakuierungs- und Rückkehrmaßnahmen. Brot für die Welt und medico international fordern eine menschenrechtsbasierte und entwicklungsfördernde Migrationspolitik, die sich nicht von kurzfristigen innenpolitischen Kalkülen treiben lässt.

Um tatsächlich zum Schutz von Migrantinnen und Migranten jenseits der EU-Außengrenzen beizutragen, brauchen wir eine Neuausrichtung der europäischen Flüchtlings- und Migrationspolitik, aber anders als sie sich mit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft abzeichnet: Die EU darf nicht länger auf Externalisierung um jeden Preis setzen, sondern muss die Verantwortung Europas für den Schutz der Menschenrechte von Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten diesseits und jenseits ihres Territoriums anerkennen. Dazu gehört, die Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache einzustellen, illegalen Abschiebungen entgegenzuwirken, Zugang zu rechtsstaatlichen Asylverfahren zu sichern, insbesondere Opfern von Folter und anderen Menschenrechtsverletzungen Alternativen zur Rückkehr ins Herkunftsland zu eröffnen und dem entwicklungsfördernden Beitrag von Migration Rechnung zu tragen.

Dr. Ramona Lenz ist Kulturanthropologin und in der Öffentlichkeitsarbeit von medico international zuständig für das Thema Migration.

Dr. Katherine Braun ist Referentin für Migration und Entwicklung bei Brot für die Welt.

Der Text erschien erstmals Anfang Juli auf der Seite von medico international und von Brot für die Welt.

Foto: medico

The post “Freiwillige Rückkehr” – Vom Regen in die Traufe appeared first on Südwind EU Afrika Blog.

Kategorien: Ticker

Disaster response: why democracy matters

EADI Debating Development Research - 14. Juli 2020 - 12:24
By Isabelle Desportes It is inherent to times of crises, and we can witness it in the way the COVID-19 pandemic is being handled too: strong leadership emerges, many decisions and emergency legislative mechanisms are enforced, and some key issues move to the background. While such centralistic measures are often necessary, they also bear the …
Kategorien: english, Ticker

14.07.2020 UN-Nachhaltigkeitsforum: Deutschland fordert nachhaltigen Weg aus der Corona-Krise

BMZ - 14. Juli 2020 - 12:00
Beim UN-Nachhaltigkeitsforum 2020 setzt sich Deutschland für einen weltweiten grünen und nachhaltigen Wiederaufbau (green and better recovery) nach der Corona-Krise ein. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und das Pariser Klimaabkommen bilden dafür den Kompass. Das Hochrangige Politische Forum für nachhaltige Entwicklung (HLPF) überprüft jedes Jahr die Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer 17 globalen Nachhaltigkeitsziele....
Kategorien: Ticker

Innovation aus Lego in Jordanien: Wasser marsch!

Unicef - 14. Juli 2020 - 9:00
Ahmads Heimat ist das Flüchtlingscamp Zaatari im Norden Jordaniens. Sein halbes Leben hat der zwölfjährige Junge aus Syrien hier verbracht. Wer ihn sucht, findet ihn meist in der Nähe der Wasserleitungen des Camps. Er kennt die Anlage so gut, dass er sie sogar aus Lego nachgebaut hat.
Kategorien: Ticker

PRESSEMITTEILUNG - Nichtregierungsorganisationen fordern geschlechtergerechtes Lieferkettengesetz

Global Policy Forum - 14. Juli 2020 - 8:47

Berlin/Bonn/Köln 14. Juli 2020

Heute werden die Bundesminister Gerd Müller und Hubertus Heil die Ergebnisse der Umfrage der Bundesregierung zur Einhaltung der Menschenrechte entlang globaler Lieferketten vorstellen. Es ist zu befürchten, dass diese nicht gut ausfallen und ein Großteil der deutschen Unternehmen Menschenrechte missachtet. Ein Lieferkettengesetz wird damit unumgänglich. Es muss auch geschlechtergerecht sein. Das fordert ein Bündnis von 12 Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen in seinem aktuellen Positionspapier. In globalen Wertschöpfungsketten sind Frauen vielfach benachteiligt und größeren Risiken ausgesetzt als Männer. Die Bandbreite reicht von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz über Arbeitsbedingungen, die keine Rücksicht auf die Sorgearbeit von Frauen nehmen bis hin zu ungleicher Bezahlung.

Kategorien: english, Ticker

PRESSEMITTEILUNG - Nichtregierungsorganisationen fordern geschlechtergerechtes Lieferkettengesetz

Global Policy Forum - 14. Juli 2020 - 8:47

Berlin/Bonn/Köln 14. July 2020

Heute werden die Bundesminister Gerd Müller und Hubertus Heil die Ergebnisse der Umfrage der Bundesregierung zur Einhaltung der Menschenrechte entlang globaler Lieferketten vorstellen. Es ist zu befürchten, dass diese nicht gut ausfallen und ein Großteil der deutschen Unternehmen Menschenrechte missachtet. Ein Lieferkettengesetz wird damit unumgänglich. Es muss auch geschlechtergerecht sein. Das fordert ein Bündnis von 12 Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen in seinem aktuellen Positionspapier. In globalen Wertschöpfungsketten sind Frauen vielfach benachteiligt und größeren Risiken ausgesetzt als Männer. Die Bandbreite reicht von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz über Arbeitsbedingungen, die keine Rücksicht auf die Sorgearbeit von Frauen nehmen bis hin zu ungleicher Bezahlung.

Kategorien: english, Ticker

"Über den Klimawandel zu informieren ist der erste Schritt, ihn zu bekämpfen.“ Interview mit dem Aktivisten Iqbal Badruddin

reset - 14. Juli 2020 - 5:56
Wenn es um den Klimawandel geht, kommen die Stimmen derer, die davon am stärksten betroffen sind, oft viel zu kurz. In dieser Interview-Reihe sprechen wir mit Aktivist*innen aus dem globalen Süden über ihren Kampf für mehr Klimagerechtigkeit und ihre Visionen für eine nachhaltige Zukunft.
Kategorien: Ticker

Lieferkettengesetz: Meilenstein gegen Ausbeutung in Entwicklungsländern

SPD - 14. Juli 2020 - 0:00
Die Initiative für ein Lieferkettengesetz ist ein Meilenstein gegen Ausbeutung und Kinderarbeit in Entwicklungsländern. Kinder sollen zur Schule gehen und nicht auf Plantagen und in Bergwerken schuften müssen. Mit dem Lieferkettengesetz setzt sich SPD-Fraktion im Bundestag für fairen Wettbewerb und ein Ende von Kinderarbeit ein, erklärt Sascha Raabe.
Kategorien: Ticker

Der Kaukasus im Schatten der Pandemie

SWP - 14. Juli 2020 - 0:00

Die Corona-Krise überschattet politische und sozialökonomische Entwicklungen im Kaukasus. Im Südkaukasus, der zum Raum der Östlichen Partnerschaft der Euro­päischen Union (EU) gehört, verläuft die Infektionsdynamik höchst unterschiedlich. Während Armenien zu einem Epizentrum der Pandemie im Kaukasus geworden ist, zählt Georgien weltweit zu den Ländern mit den geringsten Covid‑19-Infektions- und ‑Todes­raten. Selbst wenn es für frühzeitige und konsequente Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionsausbreitung gelobt wird, sind die wirtschaftlichen Folgen auch für Georgien erheblich. Die Pandemie trifft im Südkaukasus auf Länder mit schwachen Sozial- und Wirtschaftssystemen, hoher Armut und Arbeits­losigkeit sowie einer großen »informellen Wirtschaft«. Sie zwingt die Regierungen zu anspruchs­vollen Anti-Krisen-Plänen. In der Nachbarschaft des Süd­kaukasus liegt ein weiteres Epi­zentrum der Infektion: Russland. Dessen kaukasische Peripherie, der Nord­kaukasus, stellt dabei eine besondere Problemregion dar.

Kategorien: Ticker

Seiten

SID Hamburg Aggregator – Ticker abonnieren