Sie sind hier

Ticker

The French response to the Corona Crisis: semi-presidentialism par excellence

DIE - 19. Januar 2038 - 4:14

This blog post analyses the response of the French government to the Coronavirus pandemic. The piece highlights how the semi-presidential system in France facilitates centralized decisions to manage the crisis. From a political-institutional perspective, it is considered that there were no major challenges to the use of unilateral powers by the Executive to address the health crisis, although the de-confinement phase and socio-economic consequences opens the possibility for more conflictual and opposing reactions. At first, approvals of the president and prime minister raised, but the strict confinement and the reopening measures can be challenging in one of the European countries with the highest number of deaths, where massive street protests, incarnated by the Yellow vests movement, have recently shaken the political scene.

Kategorien: Ticker

SÜDWIND Newsletter

SID Blog - 5. Juli 2020 - 17:23

HLPF 2020 Guide

Forum Umwelt & Entwicklung - 5. Juli 2020 - 17:05

Auch in diesen ungewöhnlichen Zeiten findet das alljährliche High Level Political Forum (HLPF) statt. Vom 7.-16. Juli treffen sich in diesem Jahr VertreterInnen von Staaten, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und anderen Gruppen virtuell, um über sich über dem Umsetzungsstand der SDGs auszutauschen.

 

Thema des 2020 HLPFs ist “Accelerated action and transformative pathways: realizing the decade of action and delivery for sustainable development”. Wie dringend diese Beschleunigung des Handels und der Umsetzung der Agenda 2030 ist, zeigt neben vielen die eindrucksvolle Rede, die der UN Generalsekretär António Guterres Anfang diesen Jahres in der Generalversammlung hielt. Darin spricht er von “vier Reitern”, vier drohenden Gefahren im 21. Jahrhundert.

 

Der eindrucksvolle Satz fällt:

 

Our planet is burning“.

 

Gehalten wurde die Rede im Kontext der verheerenden Waldbrände in Australien und Afrika. Es bleibt zu hoffen, dass nun beim HLPF angesicht der weltweiten Corona-Pandemie und deren Auswirkungen nicht nur der Generalsekretär oder andere UN Beamte weitere Brandreden für globale Gerechtigkeit und Multilaterialismus halten werden, sondern dass das HLPF 2020 der Wendepunkt ist, den wir so dringend brauchen. Dass angesichts der Krisen, die uns in den letzten Monaten (und viele Menschen weltweit schon seit Jahrzehnten) im Bann gehalten haben, die Regierungen der Welt nicht mehr länger nur auf touristisch-weichgespülte Wohlfühlbotschaften über die Hochglanznachhaltigkeit ihrer Länder berichten, sondern nun das Handeln anfängt. Und dazu gehört vor allem auch, endlich mit sehr sehr vielem aufzuhören.

 

Um es mit den Worten der brillianten Arundhati Roy zu sagen:

 

Historically, pandemics have forced humans to break with the past and imagine their world anew. This one is no different. It is a portal, a gateway between one world and the next. We can choose to walk through it, dragging the carcasses of our prejudice and hatred, our avarice, our data banks and dead ideas, our dead rivers and smoky skies behind us. Or we can walk through lightly, with little luggage, ready to imagine another world. And ready to fight for it.

 

 

Es grüßen

 

Marie-Luise Abshagen und Elisabeth Staudt

 

 

 

 

HLPF 2020 Guide Allgemeines

Das 2020er High-Level Political Forum for Sustainable Development (HLPF) wird vom 7.-16. Juli stattfinden. Das High Level Segment findet vom 14.-16.07 (Di-Do) statt.

Thema: Accelerated action and transformative pathways: realizing the decade of action and delivery for sustainable development

Zur Einstimmung und Auffrischung hier eine Zusammenfassung des 2019er HLPF von IISD: http://sdg.iisd.org/news/hlpf-concludes-with-vote-on-ministerial-declaration-concerns-about-power-of-mandate-and-those-left-behind/

Interessant ist auch die Zusammenfassung einer Diskussion zur Bewertung von 4 Jahren freiwilliger Staatenberichte (VNR): https://sdg.iisd.org/news/hlpf-participants-reflect-on-four-years-of-vnrs/

Das HLPF 2020 wird ausschließlich virtuell stattfinden. Eine Registrierung für einzelne Programmpunkte ist mittlerweile weitestgehend freigeschaltet, siehe Programm unten. Es ist davon auszugehen, dass dann ein Link zu einer virtuellen Plattform bereitgestellt wird.

 

Thematische Reviews von Schwerpunkt SDGs wird es in diesem Jahr nicht geben.

 

 

Programm und Side Events

 

Programm (Stand 22. Juni 2020): https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/26157HLPF_2020_PROGRAMME.pdf und ausführlicher: https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/26396HLPF_HLS_2020_Annotated_Programme.pdf

Programm für Side Events (Stand 24. Juni 2020): https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/26447Tentative_programme_of_side_events_2020.pdf

Programm für Special Events: https://sustainabledevelopment.un.org/hlpf/2020#other

Eine Übersicht der SDG Acceleration Actions findet sich hier: https://sustainabledevelopment.un.org/sdgactions

Übersicht über zivilgesellschaftliche Veranstaltungen finden sich bei Action4SD: https://action4sd.org/events/list/?tribe-bar-date=2020-07-01

 

 

 

Ministerial Declaration

Anders als 2019, dass entsprechend dem vierjährigen Turnus unter der Generalversammlung und nicht unter ECOSOC tagte, soll es bei dem diesjährigen HLPF wieder eine Ministerial Erklärung geben, an welcher bereits seit einigen Monaten gearbeitet wird. Die ECOSOC Präsidentin Mona Juul (Norwegen) hat für die Moderation des Prozess Georgi Velikov Panayotov, UN-Botschafter von Bulgarien und Amal Mudallali, Botschafterin der Ständigen Vertretung des Libanon beauftragt.

Ein Entwurf der Ministerial Declaration findet sich hier (Stand 16. Juni 2020): https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/26339HLPF_MD_Revised.pdf

Die ECOSOC Präsident wird darüber hinaus nach dem HLPF eine Zusammenfassung der Kernbotschaften des HLPF veröffentlichen.

 

Statements von Staaten und Zivilgesellschaft

Aufgrund der virtuellen Durchführung des HLPFs wird es keine Generaldebatte aller Staaten geben, sondern StaatenvertreterInnen und andere Stakeholder sind gebeten worden, ihre Reden schriftlich einzureichen. Deadline zum Einreichen der Statements war der 3. Juli. Sie werden dann auf der HLPF-Webseite angezeigt.

 

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, zivilgesellschaftlichen Stimmen mehr Raum zu geben. VertreterInnen verschiedener Stakeholdergruppen wurde deswegen die Möglichkeit geben, eigenen Forderungen an das Statement der Bundesregierung anzuhängen.

Die Kernforderungen des Forum Umwelt und Entwicklung zum HLPF 2020 und der SDG Action Decade finden sich auf Deutsch hier: https://www.forumue.de/wp-content/uploads/2020/04/Kernforderungen_SDG-Aktionsdekade_ForumUmweltundEntwicklung.pdf

und in einer Kurzversion auf Englisch hier: xyx

 

Die Major Groups and Other Stakeholders wurden angeregt, Ideen für den Gipfel und die Gipfelerklärung beizusteuern. Alle Statements des diesjährigen und der vergangenen HLPFs finden sich hier:

https://sustainabledevelopment.un.org/inputs/

Das NGO Major Group Statement findet sich hier: https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/26440NGO_Major_Group.pdf

 

Zivilgesellschaftlichen Organisationen haben im Vorfeld des HLPF vermehrt ihre Sorge ausgedrückt, dass es Einschränkungen in der Beteiligung von NGOs und anderen Gruppen geben könnte. Während die virtuelle Durchführung einerseits Chance für eine Beteiligung deutlich breiterer Gruppen darstelle, sei gleichzeitig zu befürchten, dass durch technische Beschränkungen oder Widerwillen von Regierung Beschränkungen in der Beteiligung aufgebaut werden.

 

Ein entsprechender Brief der Women Major Group findet sich hier: http://www.womenmajorgroup.org/wp-content/uploads/2020/06/Strong-and-inclusive-CSO-engagement-at-UN-virtual-meetings-1.pdf

 

 

Voluntary National Reviews (VNRs)

 

Im Zeitraum des High Level Segments werden 47 Staaten im Rahmen der VNR über die SDG-Umsetzung in ihrem Land berichten.

VNR Länder 2020

Argentinien, Armenien, Bangladesch, Barbados, Benin, Brunei Darussalam, Bulgarien, Burundi, Comoros, Costa Rica, Demokratische Republik Kongo, Ecuador, Estland, Finnland, Gambia, Georgien, Honduras, Indien, Kenia, Kirgisistan, Liberia, Libyen, Malawi, Mikronesien, Marokko, Mozambique, Nepal, Niger, Nigeria, Österreich, Panama, Papua Neuguinea, Peru, Moldau, Nord Mazedonien, Russland, Saint Vincent and the Grenadines, Seychellen, Sambia, Samoa, Slowenien, Solomon Inseln, Syrisch Arabische Republik, Trinidad und Tobago, Uganda, Ukraine, Usbekistan

Präsentationen (NYC Zeit):

Finnland, Brunei Darussalam, Bulgarien, Burundi, Gambia, Russland

Dienstag, 14. Juli 10:00-13:00 Uhr

 

Mikronesien, Nord Mazedonien

Dienstag, 14. Juli 15:15-16:15 Uhr

 

Estland, Österreich, Seychellen, Syrische Arabisch Republik, Ukraine, Uzbekistan

Mittwoch, 15. Juli 10:00-13:00 Uhr

 

Mozambique, Papua Neuguinea, Saint Vincent and the Grenadines, Trinidad und Tobago

Mittwoch, 15 Juli 14:00-16:00 Uhr

 

Comoros, DRC, Kirgistan, Libyen, Malawi, Moldau, Sambia

Donnerstag, 16 Juli 9:00-13:00 Uhr

 

Barbados, Liberia, Solomon Inseln

Donnerstag, 16 Juli 14:00-16:00 Uhr

 

Mehr Infos inkl. Länderberichte:

https://sustainabledevelopment.un.org/hlpf/2020#vnrs  

 

VNR Labs

Auch die VNR-Labs finden nun im dritten Jahr statt. Dazu: For the third year, a series of VNR Labs are being convened on the margins of the 2020 HLPF. The VNR Labs provide an informal platform for experience sharing and reflection on the Voluntary National Review (VNR) process. The Labs will be held under the Chatham House rule and will be open to Member States, the UN system and representatives of Major Groups and other Stakeholders.

Mehr Infos: https://sustainabledevelopment.un.org/hlpf/2020#labs

 

 

 

Kategorien: Ticker

Building better without building back a broken system

#2030Agenda.de - 3. Juli 2020 - 19:48
Lessons from the global COVID-19 crisis and its impact on the SDGs PLEASE REGISTER HERE

The COVID-19 pandemic will have a massive impact on the implementation of the SDGs and the fulfilment of human rights. The looming global recession will dramatically increase unemployment, poverty and hunger worldwide. Moreover, the crisis threatens to further deepen discrimination and inequalities. In many countries the macroeconomic situation had already deteriorated before the outbreak of the virus. A vicious circle of debt and austerity policies undermined socio-economic development in many countries.

Many now demand to build back better. But does “building back” really lead to the urgently needed transformational change? What kind of policies and strategies are necessary to ensure that human rights, gender justice and sustainability goals form integral components of all stimulus packages and government responses to the current crisis? How to revalue the importance of care and to rebuild global public services?

These questions will be discussed in this year's report Spotlight on Sustainable Development 2020. It is closely related to the theme of the HLPF 2020. With this virtual side event, we will present preliminary findings to be found in the report later this year.

 

Brief Statements by

Roberto Bissio,

Kategorien: Ticker

3. Juli 2020

ONE - 3. Juli 2020 - 17:00

1. Corona: Tourismuseinbruch in Afrika
Wie unter anderem das Handelsblatt berichtet, werden durch die Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus Milliardenschäden in der Tourismusindustrie in Afrika verursacht. Innerhalb von drei Monaten seien umgerechnet fast 55 Milliarden US-Dollar Schaden entstanden, so Amani Abou-Zeid, zuständige Kommissarin der Afrikanischen Union (AU). Die Haushalte von 24 Millionen Menschen seien auf dem afrikanischen Kontinent vom Tourismus abhängig. Damit mache dieser fast zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Viele Airlines werden die Coronakrise nicht überstehen, weil sie die Verluste nicht kompensieren können, so die Kommissarin. Dennoch könne durch die Krise auch Potential zum Wandel entstehen: Der innerafrikanische Lufttransport könne etwa gestärkt werden und die Digitalisierung im Tourismussektor vorangetrieben, sagt Abou-Zeid. Wie evangelisch.de weiter meldet, warnt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie für Entwicklungsländer. Derzeit breite sich Covid-19 immer schneller auf dem afrikanischen Kontinent aus. Dies wirke destabilisierend in vielen Regionen, erklärt Tanja Gönner, GIZ-Vorstandssprecherin. GIZ-Aufsichtsratsvorsitzender Martin Jäger warnt, dass viele Länder in Afrika nicht ausreichend für die Pandemie gewappnet seien.

2. DR Kongo: Neuer Ebola-Ausbruch
Wie der Deutschlandfunk meldet, ist im Nordwesten der Demokratischen Republik Kongo erneut das Ebolavirus ausgebrochen. Die Hamburger Infektiologin Marylyn Addo erklärt, dass das Virus vermutlich von Tieren auf den Menschen übergesprungen sei. Den Erreger vollständig auszurotten sei unmöglich, weil er gleichermaßen bei Tieren und Menschen vorkomme. Da es für Ebola bereits eine Therapie gibt, seien die Forschenden bei diesem Ausbruch nun im Vorteil. Jedoch werde durch die zusätzliche Belastung des ohnehin schwächeren Gesundheitssystems auch der Kampf gegen Corona beeinträchtigt. Erst Ende Juni habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Osten des Landes noch für Ebola-frei erklärt.

3. Südafrika: Gewalt gegen Frauen eskaliert
Wie Tycho Schildbach in der Tageszeitung (taz) berichtet, steigt seit den ersten Lockerungen der Corona-Lockdowns die Gewalt gegen Frauen in Südafrika dramatisch an. Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa spreche inzwischen von einer „zweiten Epidemie“ der Gewalt in Südafrika. Die Zahl sei nach der ersten Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen am 1. Juni gestiegen, weil seit diesem Tag wieder Alkohol gekauft werden könne. Mindestens 21 Frauen und Kinder seien in den letzten Wochen ermordet worden, so Ramaphosa. Das Alkoholverbot während der ersten zwei Monate des Lockdowns sollte in Südafrika eine Infektion durch gemeinsames Trinken verhindern und Krankenhäuser entlasten. Leane Ramsoomar vom South African Medical Research Council (SAMRC) erklärt, es gebe Hinweise, dass der wieder erlaubte Alkoholkonsum die Gewalt gegen Frauen begünstige. Seit dem 1. Juni sei die Zahl der Verletzungen in Zusammenhang mit Alkoholkonsum um 70 Prozent gestiegen. Ramsoomar erklärt das problematische Konsumverhalten der Südafrikaner*innen. „Rauschtrinken“ sei laut Studien der WHO in Südafrika sehr verbreitet und führe zu steigenden Gewaltexzessen. Die Aufregung und Gegenwehr gegen die Gewalt gegen Frauen sei groß. Auf Social Media machen Frauen auf die Opfer aufmerksam und fordern mit dem Hashtag #WomensLivesMatter Gleichberechtigung.

The post 3. Juli 2020 appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

03.07.2020 Grüner Knopf: Minister Müller begrüßt Entscheidung des Freistaats Bayern zu nachhaltigen Textilien

BMZ - 3. Juli 2020 - 14:00
Der Freistaat Bayern und seine Unternehmen sollen künftig nur noch Textilien beschaffen, die nachhaltig hergestellt und mit Siegeln wie dem Grünen Knopf ausgezeichnet sind. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller zu dem nun vom Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags beschlossenen Antrag: "Der Freistaat Bayern zeigt in der Corona-Krise internationale Solidarität. Ich freue mich sehr, dass Bayern vorangeht und bei der Textilbeschaffung auf Nachhaltigkeit setzt." ...
Kategorien: Ticker

INKOTA-Beilage in der taz: Die Corona-Krise als globale Ernährungskrise

INKOTA - 3. Juli 2020 - 11:03
Das gesamte Ausmaß der Covid-19-Pandemie und ihrer Folgen ist global gesehen noch nicht abschätzbar. Fest steht aber: Die Corona-Krise trifft global gesehen die Ärmsten der Armen am schwersten. Die Nachrichten aus dem globalen Süden sind seit Beginn der Krise schockierend – vor allem, was das globale Ernährungs- und Landwirtschaftssystem betrifft. Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt bereits seit Ende März vor einer drohenden Hungerkrise. Und die steigende Arbeitslosigkeit droht die Situation für viele Menschen weiter zu verschlechtern: Für viele bedeutet kein Einkommen auch kein Essen! Aus diesem Anlass hat INKOTA ein Dossier erstellt, das am 3. Juli in der taz beiliegt. In dem vierseitigen Dossier geben sowohl INKOTA-Referent*innen als auch externe Autor*innen Einblicke in die dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Frauen, Bäuer*innen sowie Arbeiter*innen in der Landwirtschaft und Ernährungsindustrie – im globalen Süden sowie in Deutschland und Europa. Dabei werden die Auswirkungen auf Kakaobäuer*innen in Ghana ebenso beleuchtet wie die Kämpfe von migrantischen Erntehelfer*innen in Italien, Spanien und Deutschland. Lesen Sie jetzt die INKOTA-Zeitungsbeilage Weitere Informationen: Corona-Hilfe: Stärken Sie die Schwächsten! Zum INKOTA Corona News-Ticker Erfahren Sie mehr über unseren Arbeitsbereich Welternährung & Landwirtschaft
Kategorien: Ticker

Die Luftqualität verbessern

E+Z - 3. Juli 2020 - 9:51
Durch Kochen verursachte Luftverschmutzung in Innenräumen macht Arme in Indien anfälliger für Atemwegserkrankungen und Covid-19

Trotz vieler unbekannter Aspekte im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie ist zumindest ein Faktor unbestreitbar: Eine Atemwegserkrankung macht anfälliger für das Virus, und diese Erkrankungen stehen wiederum eindeutig in Zusammenhang mit Luftverschmutzung. Letztere erhöht daher die mit dem Coronavirus verbundenen Risiken. Für die USA, Italien und Britannien konnten Forscher auch empirisch zeigen, dass Feinstaub-Exposition die Covid-19-Infektionsrate und Sterblichkeit der Menschen erhöht.

In den meisten Städten in Entwicklungsländern ist die Luft deutlich schlechter als in wohlhabenden Ländern. Luftverschmutzung in Innenräumen ist in diesen Ländern aber oft noch gefährlicher für die Gesundheit als Luftverschmutzung draußen. Laut Weltgesundheitsorganisation ist sie für viele Frauen das größte Gesundheitsrisiko. Traditionelles Kochen mit Biomasse – meist Brennholz oder Kuhdung – führt häufig zu lebensbedrohlicher Luftverschmutzung in Innenräumen. Das Problem besteht vor allem auf dem Land.

Allein in Indien verursacht die durch Kochen verursachte Luftverschmutzung rund eine halbe Million Todesfälle pro Jahr. Aufklärung über die Gefahren könnte die Situation verbessern. 2016 startete die indische Regierung ein großes Programm, um die anfänglichen Investitionskosten für den Zugang zu Flüssiggas (Liquefied Petroleum Gas – LPG) als sauberen Brennstoff zu decken. Über 80 Millionen Haushalte schafften sich Gaskochherde an, aber viele nutzen weiterhin die bisherigen Brennstoffe in offenen Feuern und qualmenden Öfen. Gründe dafür sind neben der Unkenntnis der Gesundheitsrisiken vor allem teure Nachfüllungen der LPG-Zylinder (umgerechnet etwa 6,50 Dollar für die sechswöchige Versorgung einer fünfköpfigen Familie) und Versorgungsengpässe von LPG. Zudem haben Menschen manchmal Angst vor Gas oder sagen, das Essen schmecke anders.

Aufklärung über Gesundheitsrisiken führt zu Verhaltensänderungen, auch bei Menschen auf dem Land. Wie unsere experimentelle Studie im indischen Bundesstaat Rajasthan zeigt, nutzen viele Haushalte, die entsprechende Informationen erhalten, danach häufiger LPG. In den Untersuchungswochen verdoppelten rund 30 Prozent der Haushalte nach einer Sensibilisierung ihren LPG-Verbrauch.

Dieser starke Effekt war nicht überraschend. In der Kontrollgruppe, die keine Informationen erhielt, waren sich nur 13 Prozent der Personen der Gesundheitsrisiken bewusst. Die meisten wussten zwar, dass der Rauch aus traditionellen Kochherden vorübergehend Rachen und Augen reizt, kannten aber die langfristigen Folgen nicht.

Scheinbar wurde der Einfluss auf die Gesundheit beim LPG-Programm nicht klar genug kommuniziert. Die Marketingkampagne nannte LPG einen „sauberen Brennstoff“, was aber auch als Abhilfe für geschwärzte Küchenwände missverstanden werden könnte. Sie nannte nicht direkt die reine Luft als Anreiz, sondern warb damit, etwas zu kaufen, was später nicht mehr so günstig zu bekommen sein würde.

Dieser Fehler sollte korrigiert werden. Die indische Regierung hat beschlossen, kostenlose LPG-Flaschen in ihr Corona-Unterstützungsprogramm für Arme aufzunehmen. Dies ist eine gute Gelegenheit, den Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung, Atemwegserkrankungen und Covid-19 zu thematisieren.

Nur wenn Menschen die Risiken traditioneller Brennstoffe kennen, können sie innerhalb ihres begrenzten Budgets bewusste Entscheidungen treffen. Dieses Wissen kann ihnen auch in Zukunft helfen, wenn die Covid-19-Krise vorbei ist.

Link
Zahno, M., Michaelowa, K., Dasgupta, P., und Sachdeva, I., 2020: Health awareness and the transition towards clean cooking fuels: Evidence from Rajasthan (PLoS ONE 15(4): e0231931):
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0231931

Katharina Michaelowa ist Professorin für Politische Ökonomie und Entwicklungspolitik an der Universität Zürich und am Centre for Comparative and International Studies.

Martina Zahno ist Doktorandin in Politischer Ökonomie und Entwicklungspolitik an der Universität Zürich.
martina.zahno@pw.uzh.ch

 

Kategorien: Ticker

Inheriting Extreme Poverty

EADI Debating Development Research - 3. Juli 2020 - 9:40
By Owasim Akram After working for more than ten years as a development practitioner in Bangladesh with a tremendous opportunity to observe the lives of the extreme poor while living very closely to them, one simple question kept  chasing me all the time: why do millions of them remain still poor despite huge progress in …
Kategorien: english, Ticker

BICC | Start of Webinar series \ Zooming in on Migration and Asylum

Bonn - 3. Juli 2020 - 9:30
On 30 June 2020 a new webinar series by EU-funded Horizon 2020 research projects working on migration and asylum will started. The project TRAFIG (Transnational Figurations of Displacement), coordinated by BICC, initiated the series and will host the first session tomorrow on ”Doing research on migration and asylum. Responsibilities and limits”. “One of the underlying […]
Kategorien: Ticker

Corona Crisis and Political Confrontation in Brazil

SWP - 3. Juli 2020 - 0:00

During his election campaign, Jair Bolsonaro promised economic recovery, the fight against corruption, and an iron hand against violent crime – today, these tasks rep­resent the weak spots of the President: Brazil has become an epicentre of the Covid‑19 pandemic. Even though Bolsonaro downplays the situation and opposes containment measures, the virus and the chaotic crisis management are bringing about serious nega­tive health, social, and economic consequences for the citizens. Investigations, in­cluding those on corruption, and revelations about the Justice Minister who resigned are targeting the President and his family. While the homicide rate is on the rise again in 2020, Bolsonaro pleaded in a cabinet meeting for armed resistance from the population against the health protection policies in the federal states. Threatened by impeachment, the President is struggling for his political survival, challenging the rule of law and democratic principles.

Kategorien: Ticker

2. Juli 2020

ONE - 2. Juli 2020 - 15:37

1. Corona weltweit: Kein Aufatmen
Wie Andrea Böhm, Karin Ceballos, Kerstin Kohlenberg, Jörg Lau und Jan Ross in der aktuellen Zeit thematisieren, spaltet sich die Welt derzeit zwischen Regionen, in denen das Coronavirus als überwunden scheint, und Ländern, in denen die Pandemie erst noch ihren Höhepunkt erreicht. In Deutschland und weiten Teilen Europas werden Kontakt- und Reisebeschränkungen gelockert. Gleichzeitig schießen die Kurven und Zahlen der Neuinfektionen weltweit in diesen Tagen nach oben. Doppelt so viele Länder haben in den letzten zwei Wochen einen Anstieg gemeldet als einen Rückgang der Fallzahlen. Die Schwelle von 10 Millionen Infizierten sei überschritten worden und die Zahl der täglichen Neuinfektionen liege seit Mitte Juni bei über 100.000 Menschen. Die Epizentren der ersten Phase wie Wuhan, Norditalien, Spanien und New York seien mittlerweile weitgehend unter Kontrolle. Demgegenüber breite sich das Virus nun in Lateinamerika, Nordamerika, Asien und Afrika stärker aus. Während es auf dem afrikanischen Kontinent rund hundert Tage gedauert habe, bis die Schwelle von 100.000 registrierten Fällen überschritten wurde, habe es lediglich 19 weitere Tage gedauert, bis dort bereits 200.000 Fälle registriert wurden. Die Pandemie zeige: Staaten mit stabiler und verantwortungsbewusster Regierung, die mit genügend Ressourcen ausgestattet sind, können die Krise überwinden. In Staaten mit schwächeren Institutionen und hoher Korruption sei Stagnation, Instabilität oder Verarmung zu befürchten. Dabei habe sich abgezeichnet, dass das öffentliche Vertrauen in die Institutionen ein zentraler Faktor bei der erfolgreichen Bekämpfung der Pandemie gewesen sei. Dank guter Frühwarnsysteme habe die Pandemie in den afrikanischen Staaten zunächst verlangsamt werden können, jedoch kommen mit steigenden Zahlen die schwachen Gesundheitssysteme und mangelndes Personal im Gesundheitsbereich vieler Staaten zum Tragen.

2. OXFAM & ONE fordern Finanztransaktionssteuer zur Armutsbekämpfung
In einem gemeinsamen Gastbeitrag im Tagesspiegel, sprechen sich die Deutschland- und Frankreich-Länderbüros der Entwicklungsorganisationen OXFAM und ONE zu Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer ein. Diese solle genutzt werden, um weltweit den Kampf gegen Armut mitzufinanzieren. Der Anteil der Menschen, die extremer Armut leben, drohe in Afrika auf 27 Prozent der Bevölkerung anzusteigen. Seit der Finanzkrise 2008 sei die Einführung der Finanztransaktionssteuer versprochen worden. Nun solle dieses Versprechen endlich eingelöst werden. Würden sich alle EU-Mitgliedsstaaten beteiligen, wären jährliche Einnahmen von rund 60 Milliarden Euro zu erwarten. Der bisherige deutsch-französische Vorschlag greife zu kurz, da er keine Besteuerung von Devisengeschäften vorsehe. Diese machen allerdings das Gros der Transaktionen aus. Ließe man diese weiterhin außen vor, stehen am Ende lediglich rund 3,45 Milliarden Euro Steuereinnahmen zur Verfügung.

3. Äthiopien: Eskalation bei Protesten
Wie unter anderem die Tagesschau, Zeit Online, Spiegel und die Tageszeitung (taz) melden, sind bei Protesten in Äthiopien innerhalb von zwei Tagen mehr als 80 Menschen getötet worden. Am Montag sei der beliebte äthiopische Sänger und Aktivist Hachalu Hundessa in der Hauptstadt Addis Abeba erschossen worden. Seitdem herrschen Unruhen in mehreren Städten. Hintergrund seien immer wieder aufflammende ethnische Spannungen. Hundessa habe der Volksgruppe der Oromo angehört. Oromo-Vertreter*innen hatten gefordert, Hachalu in der Hauptstadt zu beerdigen. Die Volksgruppe beklage, zunehmend aus der Hauptstadt vertrieben zu werden. Der Oppositionspolitiker Jawar Mohammed, ebenfalls Teil der Omoro-Volksgruppe, sei gemeinsam mit 34 weiteren Menschen festgenommen worden. Sie hätten versucht, Hachalus Leichnam abzufangen und in die Haupstadt zu bringen. Nach Angaben der Oppositionspartei haben Sicherheitskräfte in der Stadt Holeta auf Demonstrierende geschossen, die die Freilassung der Inhaftierten forderten.

The post 2. Juli 2020 appeared first on ONE.

Kategorien: Ticker

Africa and Europe: A Kenyan civil society perspective on our relations and expectations

VENRO - 2. Juli 2020 - 14:18

VENRO’s Digital Africa Forum 2020 mobilised African and European civil society to deliberate and develop practical recommendations to the German EU Presidency. Representing African participants during the kick-off workshop, Helen Owino reflects upon the potentials of the AU-EU partnership and calls for an inclusive participation of civil society.

In recent years, Africa has been recording steady economic growth. Thirty African States are middle-income or high-income countries. The continent’s economic expansion has the potential to accelerate and drive broader social and human development with new opportunities arising from the digital transformation, the demographic dividend, low-cost renewable energy, the green transition and a low-carbon, blue and circular economy.

At the same time, many challenges remain. Thirty-six of the world’s most fragile countries are in Africa and often weakened by conflicts. The continent hosts 390 million people living below the poverty line. Growth has not always been inclusive, notably due to governance challenges. Africa, as the rest of the world, is also affected by the consequences of climate change, environmental degradation and pollution, and the current COVID-19 pandemic.

Africa’s potential attracts increased interest from many actors. This is a welcome development, as it widens Africa’s options and creates room for synergies. On 9th March 2020, the President of the European Commission and the High Representative for Foreign Affairs and Security Policy presented a draft for a new EU-Africa strategy. The document proposes to strengthen the cooperation between the African Union (AU) and the European Union (EU) through partnerships in five key areas: green transition; digital transformation; sustainable growth and jobs; peace and governance; migration and mobility. The proposal is part of an ongoing dialogue and will be the basis of discussion in the run-up to the next AU-EU Summit in Brussels in October 2020, which will be the occasion to define joint strategic priorities for the years to come.

The German EU Council Presidency from July to December 2020 is a window of opportunity for civil society organizations (CSOs) to advocate for responsible political decision-making. I happened to be meaningfully engaged in a virtual consultation process through the Digital Africa Forum 2020 organised by VENRO. It mobilised African and European civil society to deliberate and develop practical recommendations to the German EU Presidency.

How can we ensure the AU-EU partnership is beneficial to an ordinary citizen?

This engagement and participation was a reflective process on what the AU-EU partnership actually translates to at national and bilateral cooperation level. I kept thinking about what it would mean for an ordinary citizen. That small scale artisan worker that makes and sells steel doors and window frames for a living, who has trouble getting registration for his business and when he does, is taxed heavily because of the high public sector deficits and inflation rates. How can we ensure the partnership is beneficial to this person by addressing his needs?

Much as one would like to commend the regional blocs for policy documents outlining the foundations for their partnership after the end of the Cotonou Agreement, there are gaps and challenges that need to be addressed especially from the perspective of the ordinary poor citizen. The same is true for Kenya’s Vision 2030, which is the country’s development blueprint covering the period 2008 to 2030. Its main aim is to transform the country into a middle-income country by 2030. The blueprint vision is based on three key pillars: economic, social and political.

The economic pillar aims to improve prosperity of all. Kenya’s population is largely youthful. Many are completing school education and joining a labour market with no jobs. In the case of Kenya, cooperation must thus focus on economic relations that create jobs for young people, especially keeping in mind that the informal sector currently employs over 70% of the country’s workforce. In this sense, African-European cooperation should support agriculture because of its ability to create employment. Tourism, manufacturing for regional markets, inclusive wholesale and retail trade, financial and business support services are other sectors with a lot potential to provide jobs.

Unfortunately, Vision 2030 places the highest premium on stable macroeconomic environment. In the coming years, this is under threat by the consequences of the COVID-19 pandemic like high inflation, high interest rates, and increasing public sector deficits. A bilateral cooperation needs to consider strengthening policies such as the Macro Economic Stability Framework at national level in order to caution the ordinary poor citizen and investors from these negative consequences.

The political pillar, on the other hand, aims to realise a democratic political system founded on issue-based politics that respects the rule of law and protects the rights and freedoms of every individual. The government officially recognises that in an open democratic society like Kenya, the people themselves, parliament, civil society and a vigilant press are the ultimate defence against abuse of office.

Any bilateral relation must strengthen space of civil society

Kenya has a vibrant CSO arena with over 6,000 registered non-governmental organizations. CSOs play an important role in numerous sectors including education, gender equality, health, agriculture, manufacturing, housing, trade etc. Nevertheless, the role of civil society in national development and expanding democratic space continues to be challenged. Controls, intimidation and threats for deregistration from government continue. For example, CSOs operations are reduced by restricting their ability to provide education and information to citizens or by bringing in legislation to control registration and rules on generating 80% of resources locally and only 20% externally. Any bilateral relation must therefore acknowledge and strengthen space of civil society to increase its role in national accountability.

In conclusion, two key issues come to play: the need to ensure inclusivity in the EU-Africa Strategy development process by creating spaces for participation. Our CSOs call for meaningful engagement of African citizens in the consultation processes. Their recommendations will build on and enrich the partnership and deepen the AU-EU relations. Secondly, civil society will play a pivotal role in holding governments accountable to the commitments made at the global and regional level and thus their involvement throughout the process needs to be a focus for the German EU presidency. AU and EU must provide support and finance meetings to make inclusive participation of civil society happen.

Helen Owino is a Program Officer for Advocacy at the Centre for the Study of Adolescence (Kenya). She participated in the Digital Africa Forum 2020 and represented African participants during VENRO’s kick-off workshop on 29 June 2020.

Was bedeutet das Wort “Flucht”? – ein Gastbeitrag

EINEWELTblabla - 2. Juli 2020 - 12:36

Dieser Beitrag wurde von Helena Lüer im Namen des Vereins academic experience Worldwide verfasst. Sie schildert euch dabei, wofür und wie sich der Verein einsetzt und warum es wichtig ist, Geflüchtete als Individuen und nicht als homogene Gruppe wahrzunehmen. Danke, Helena, für diesen wertvollen Einblick!

Über Geflüchtete wird in Deutschland viel gesprochen. Das Bild von geflüchteten Menschen begegnet uns oft, wenn wir die Zeitung aufschlagen, die Nachrichten schauen oder die News-App nutzen. Meistens erhalten wir aber nur einen generalisierten und unreflektierten Eindruck, da geflüchtete Menschen oft als unselbstständige und passive Personen dargestellt werden, die in erster Linie auf unsere Hilfe und Sozialleistungen angewiesen sind. Gleichzeitig herrscht auch ein Misstrauen, ob sie diese Unterstützung wirklich verdient haben und sie müssen sich kontinuierlich beweisen und rechtfertigen. Nur selten kommen sie öffentlich selbst zu Wort und können ihre Sicht auf Fluchterfahrungen und das Leben in Deutschland erzählen. So geht im öffentlichen Diskurs beispielsweise auch verloren, dass viele geflüchtete Menschen in ihren Herkunftsländern schon beeindruckende berufliche, akademische und persönliche Erfolge erzielt haben. Durch ihre Erfahrungen können sie unsere Arbeitswelt, Hochschullandschaft und nicht zuletzt auch unser alltägliches Leben sehr bereichern. Das darf im Umkehrschluss aber auch nicht bedeuten, dass nur Menschen Schutz genießen dürfen, die einer Gesellschaft ökonomischen Mehrwert liefern. Wo beginnt schützenswertes Leben?

Wir leben zwar in einer sehr diversen Gesellschaft, dennoch wissen wir nur erschreckend wenig über unsere Mitmenschen, über die wir zwar oft sprechen, aber ihre Geschichten kaum kennen. 

Der Verein academic experience Worldwide e.V. aus Frankfurt am Main hat es sich zur Aufgabe gemacht Vorurteile abzubauen, Menschen zusammenzubringen und das Bild von geflüchteten Menschen in der deutschen Gesellschaft nachhaltig zu verändern. Die Mitglieder setzen sich dafür ein, Menschen aller Nationalitäten in unserer Gesellschaft zu vernetzen und geflüchtete Akademiker*innen vielseitig zu unterstützen. Die Arbeit begann 2013 als zwei Studentinnen der Goethe Universität Frankfurt ein Tandemprogramm zwischen geflüchteten Akademiker*innen und Studierenden organisierten. Dies ist bewusst kein klassisches Mentoring-Programm, da es darum geht, dass beide Teilnehmenden von dem geteilten Wissen und den gesammelten Erfahrungen profitieren. Hieraus bildete sich 2015 ein Verein, der seine Arbeit seitdem kontinuierlich erweitert. Neben dem Tandemprogramm bietet aeWorldwide ebenfalls ein regelmäßiges Seminarprogramm und andere kulturelle Events wie Kochabende oder Museumsbesuche an. Zusätzlich können mithilfe von Spendengeldern Deutschkurse und Fahrkarten für die Mitglieder und Teilnehmenden finanziert werden. 

Ein neues Projekt ist die Podcast-Reihe „Refugee Tales Germany – #exitVorurteile“, der von Sayed Shahanshah Hashimi initiiert und produziert wird. Mit dem Podcast wollen die Mitglieder von aeWorldwide es anders machen und häufige Vorurteile bezüglich Flucht und Migration aus der Welt schaffen. “Refugee Tales Germany” #exitVorurteile ist ein bislang einmaliges Projekt im deutschsprachigen Raum. Damit möchte der Verein die Stimmen und die Einzelschicksale hörbar machen. In kurzen etwa 10-minütigen Folgen kommen Geflüchtete zu Wort und erzählen ihre individuelle Geschichte ohne mit der Ankunft in Deutschland zu stoppen. Wie erging es ihnen? Was hat sie überrascht? Welche Wünsche haben sie für ihre Zukunft? Welches Leben haben sie vor der Flucht geführt? Es ist eine Reise in die Lebenswelt der Geflüchteten, die die Vielseitigkeit und Komplexität ihrer Biografien erkundet.

In den bisher veröffentlichten Folgen sprachen Darious und Aryana über ihre Lebenswege und auch über die Ankunft in Deutschland. Darious thematisiert in der ersten Folge das Leben als Jude im Iran und Aryana spricht über ihre Flucht aus Afghanistan und ihren großen Traum, Ärztin zu werden. Neue Folgen werden bald folgen und die Hörer*innen können sich auf neue Eindrücke und Geschichten freuen!  

Da die Vereinsarbeit und auch die Produktion des Podcasts rein ehrenamtlich organisiert wird, freut sich aeWorldwide immer über kleine Spenden. Dies geht ganz einfach über die Plattform Betterplace

Wenn auch ihr eure Geschichte erzählen möchtet, nehmt gerne Kontakt auf unter: info@aeworldwide.de. Darüber hinaus sind auch jederzeit Anregungen, Kritik und sonstige Rückmeldungen willkommen! 

Den Podcast könnt ihr euch auf Spotify  oder ITunes anhören! 

Auf dem Beitragsbild ist das academic experience Worldwide e.V.-Team zu sehen.

Der Beitrag Was bedeutet das Wort “Flucht”? – ein Gastbeitrag erschien zuerst auf EineWeltBlaBla.

Kategorien: Ticker

Seiten

SID Hamburg Aggregator – Ticker abonnieren