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AfD fragt nach "Cash for Work"-Programm

#Bundestag - vor 6 Stunden 37 Minuten
AfD fragt nach "Cash for Work"-Programm - Entwicklung/Kleine Anfrage
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Kritik an Entwicklungspolitik Chinas

#Bundestag - vor 6 Stunden 37 Minuten
Kritik an Entwicklungspolitik Chinas - Entwicklung/Antwort
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Der Preis der Mode

Engagement Global - 20. November 2018 - 17:08
Das Filmprogramm zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung ist Teil der SchulKinoWochen. Foto: Robert Paul Kothe

Stille herrscht im Kino. Gebannt schauen rund 220 Schülerinnen und Schüler auf die Leinwand.

Der Dokumentarfilm „The True Cost – Der Preis der Mode“ zeigt Bilder von Fabrikhallen, in denen unzählige Frauen eng nebeneinander sitzen und nähen; Stapel von Lederstücken, die mit hochgiftigen Chemikalien behandelt werden; Kinder die an verschmutzten Flüssen spielen. Arbeiterinnen und Arbeiter berichten von ihren Arbeitsbedingungen und Herausforderungen. Aktivistinnen und Aktivisten erzählen von ihrem Engagement für mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in der Textilindustrie und im Modegeschäft.

„Ein T-Shirt oder eine Hose für weniger als zehn Euro? Wie kann es sein, dass Kleidung bei uns so wenig kostet?“ So lautet die Einstiegsfrage des Dokumentarfilms. Der Film zeigt eindrucksvoll den Weg, den Shirts, Hosen, Schuhe durchlaufen, bevor diese zu uns ins Geschäft kommen.

Am Montag, dem 19. November 2018, war der Auftakt zur Filmreihe „17 Ziele – EINE Zukunft“ bei den SchulKinoWochen, dem Filmprogramm zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung.

Nach der Filmvorführung konnten die Schülerinnen und Schüler Fragen an Gunther Beger, Abteilungsleiter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), und Anne Neumann, Referentin bei FEMNET e.V. stellen: Was kann ich tun, damit es den Näherinnen in Bangladesch und Indien besser geht? Wie kann ich mir als Schüler faire Mode leisten?

Anne Neumann von FEMNET e.V. gibt zu bedenken, warum man den überhaupt Kaufen muss: „Es gibt so viele Alternativen wie zum Beispiel Kleidertausch-Börsen oder Second Hand-Läden. Ich habe meine Kleidung auch von dort.“

Gunther Beger empfiehlt: „Achtet beim Kauf darauf, was auf den Etiketten steht. Auf der Internetseite der Initiative „Siegelklarheit“ könnt ihr euch schlau machen, welche Siegel für welche Standards stehen, zum Beispiel Fair, Bio, keine Kinderarbeit.“

Im Foyer erfuhren die Schülerinnen und Schüler vieles über Projekte von FEMNET e.V. und die Arbeit des BMZ.

Die Filmreihe „17 Ziele – EINE Zukunft“ ist ein Angebot im Rahmen der bundesweiten SchulKinoWochen von Vision Kino – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz in Kooperation mit Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Lehrkräfte können sich mit ihren Klassen ab sofort für die SchulKinoWochen anmelden. Sie können auch Referentinnen und Referenten aus dem Programm Bildung trifft Entwicklung von Engagement Global zur Vor- und Nachbereitung der Filme im Unterricht über die Internetseite einladen.

Weitere Informationen
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Die Globalen Pakte für Flüchtlinge und Migration

#2030Agenda.de - 20. November 2018 - 15:34
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren nicht mehr so viele Menschen gezwungen, ihre Heimatländer zu verlassen. Die Mehrheit der Flüchtlinge und Migranten wird von relativ armen Ländern des Globalen Südens aufgenommen. Viele sind während und nach ihrer Reise nur unzureichend geschützt. Die Vereinten Nationen haben darauf mit der Aushandlung eines globalen Flüchtlingspaktes und eines Migrationspaktes reagiert. Welche Verpflichtungen gehen die Staaten damit ein? Welche Rechte werden Flüchtlingen und Migranten zuerkannt? Und wie ist die Politik der Europäischen Union im Lichte beider Abkommen zu bewerten? Elspeth Guild von der Queen Mary University of London analysiert die politischen Implikationen beider Pakte vor dem Hintergrund des EU-Grenzschutzes.
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Deutscher Nachhaltigkeitsalmanach 2018 veröffentlicht

Weblinks - 20. November 2018 - 13:27

Comments:

  • Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat nach 2017 zum zweiten Mal einen Deutschen Nachhaltigkeitsalmanach herausgegeben. Der Nachhaltigkeitsalmanach 2018 präsentiert in zwölf Beiträgen und auf 120 Seiten Ideen und Taten für eine zukunftsfähige, gerechte und weltoffene Gesellschaft im Jahr 2030. - Karsten Weitzenegger

Tags: entwicklung, RNE, 2030-Agenda, nachhaltigkeit, SDG, Nachhaltigkeitsgovernance

by: Karsten Weitzenegger

20. November 2018

ONE - 20. November 2018 - 12:40

1. Malaria: Zahl der Infizierten steigt
Mehrere Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau, Spiegel Online, Welt Online, tagesschau.de, Zeit Online und die Deutsche Welle berichten über die weltweit steigende Zahl von Malaria-Infektionen. 2017 sei die Zahl der Infizierten um zwei Millionen auf 219 Millionen gestiegen. Afrika sei besonders betroffen. Dort ereignen sich 90 Prozent aller Erkrankungen. Die Zahl der Todesfälle sei im Vergleich zu 2016 von 451.000 auf 435.000 leicht gesunken. Ein Problem sei immer noch, dass die Hälfte der Risikogruppe nicht unter den dafür präparierten Netzen gegen Moskitos schlafe, die als Erreger der Krankheit gelten. Zudem hätten noch immer zu wenig Schwangere Zugang zu Prophylaxe-Mitteln, so Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der Weltgesundheitsorganisation. Tedros wolle auch mit Hilfe der Privatwirtschaft den Kampf gegen die Infektionskrankheit intensivieren. Bis 2020 seien hierfür jährliche Mittel von 6,6 Milliarden US-Dollar nötig. 2017 liegen die Ausgaben bei 3,1 Milliarden US-Dollar. Der Tagesspiegel veröffentlichte heute zudem ein Stück über Wünsche von Lobbyist*innen für das kommende Jahr. Hintergrund ist der gestern stattgefundene Politikgipfel „Agenda 2019“ mit Kanzleramtschef Helge Braun in Berlin. Darin fordert die Entwicklungsorganisation ONE von der Bundesregierung, dass sie sich im kommenden Jahr an der Seite Frankreichs für eine erfolgreiche Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria einsetzt.

2. Deutschland erhöht Investitionen in globale Bildung
Wie unter anderem das Hamburger Abendblatt und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung melden, intensiviert das Entwicklungsministerium seine Bemühungen für globale Bildung. Für die Sonderinitiative „Ausbildung und Beschäftigung“ wolle das Ministerium ab dem kommenden Jahr 230 Millionen Euro bereitstellen, um „Ausbildungs- und Jobperspektiven“ für deutsche und afrikanische Unternehmen zu schaffen. Entwicklungsminister Müller wolle langfristig 25 Prozent des Etats seines Hauses für Bildung und berufliche Bildung aufwenden. Zudem erhöhe das Ministerium seine Mittel für Education Cannot Wait – einem Fonds für die Bildung von Kindern in Konfliktgebieten – von 16 auf 31 Millionen Euro. Laut dem Unesco-Weltbildungsbericht haben geflüchtete Kinder und Heranwachsende innerhalb der vergangenen zwei Jahre 1,5 Milliarden Schultage verpasst.

3. Tansania: Situation für Homosexuelle verschärft sich
Die Welt und die Frankfurter Rundschau thematisieren die sich verschärfende Situation für Homosexuelle in Tansania. Beginnend mit dieser Woche werde ein „Überwachungsteam“ gegen Prostitution, Online-Betrug und Homosexuelle vorgehen. Bürger*innen können „Verdächtige“ über eine Telefon-Hotline denunzieren. Männern, die gleichgeschlechtlichen Sex haben, drohe bis zu 30 Jahre Haft. Laut einer Umfrage des US-amerikanischen Pew-Instituts lehnen 95 Prozent der Tansanier*innen Homosexualität ab. Präsident John Magufuli, auf dem anfangs wegen seines Kampfes gegen die Korruption und wegen der Einführung vieler Sparmaßnahmen große Hoffnungen geruht haben, regiere zunehmend autoritär. Der niederländische Botschafter, der sich in der Vergangenheit kritisch über die Situation in dem Land geäußert habe, sei des Landes verweisen worden. Die Weltbank habe beschlossen, 300 Millionen US-Dollar für Bildungsinvestitionen zurückzuhalten – als Reaktion auf die präsidiale Anordnung, schwangere Mädchen von staatlichen Schulen auszuschließen. Auch Dänemark halte Entwicklungsmittel wegen der Situation für Homosexuelle zurück.

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Regierung: Zahlungen an Sambia gestoppt

#Bundestag - 20. November 2018 - 12:34
Regierung: Zahlungen an Sambia gestoppt - Entwicklung/Antwort
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Hilfen für palästinensische Gebiete

#Bundestag - 20. November 2018 - 12:34
Hilfen für palästinensische Gebiete - Entwicklung/Kleine Anfrage
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Wie hat sich die Finanzkrise auf den Globalen Süden ausgewirkt?

VENRO - 20. November 2018 - 12:22

Vor zehn Jahren erfasste die Finanzkrise alle Länder der Erde. Die daraus resultierenden Folgen wurden in den Gesellschaften des Globalen Südens und denen des Nordens jedoch höchst unterschiedlich wahrgenommen. Antje Schneeweiß von unserer Mitgliedsorganisation SÜDWIND analysiert, wie die Länder des Südens die Auswirkungen der Finanzkrise verkraftet haben.

Die am 15. September 2008 durch den Konkurs der Bank Lehman Brothers ausgelöste Finanzkrise erfasste in rasanter Geschwindigkeit alle Volkswirtschaften der Welt. Damals tauchte in den Medien das Bild des „Rettungsschirms“ auf. Dieser von den Regierungen unter Aufwendung von Milliarden Euro und US-Dollar an Steuergeldern aufgespannte Schirm sollte Banken vor den Folgen ihrer Investition in wertlos gewordenen Hypothekenkredite bewahren. Viele Menschen fragten damals, warum Banken, die oft an ihrer Misere eine Mitverantwortung trugen, gerettet werden sollten, während Menschen, die bloß Zuschauer des Geschehens waren, ohne Rettungsschirm die Konsequenzen tragen mussten.

Die Rolle des zur Passivität verurteilten Opfers der Krise kam in besonderem Maße jenen Menschen zu, die in den exportorientierten Sektoren des Globalen Südens ihr kümmerliches, sehr hart erarbeitetes Einkommen verloren. Wer, so fragten sich entwicklungspolitisch engagierte Menschen, spannt einen Rettungsschirm für sie?

Die Finanzmarktkrise erreichte die Länder des Südens über vier Ansteckungswege. Zum ersten kam es zu einem deutlichen aber vorrübergehenden Rückgang der Entwicklungshilfemittel.

Zum zweiten konnten von Arbeitslosigkeit betroffene Migranten im Norden keine oder nur reduzierte Heimatüberweisungen an ihre Familien tätigen. Hiervon waren in besonderem Maße mittelamerikanische Länder betroffen, in denen Verwandte von Arbeitsmigranten aus den USA oder Spanien vergeblich auf die benötigte Unterstützung warteten.

Ein drittes Problem stellte der Kapitalabzug aus Entwicklungsländern in die Zentralen der im Norden angesiedelten Banken dar. Angesichts der Kreditklemme und hohen Abschreibungsverlusten mussten die Banken aus dem Norden ihre Kapitaldecke stärken und zogen deshalb Geld in die Zentralen ab. Dies betraf auch Entwicklungsländer wie Indien oder Südafrika, die in den Jahren zuvor ihre Finanzmärkte geöffnet hatten. Betroffen waren auch die Börsen dieser Länder. In Südafrika wurden alleine im vierten Quartal 2008 Wertpapiere im Wert von acht Milliarden Euro verkauft. Die Kurse brachen um 35 Prozent ein. In den betroffenen Ländern hatte dies zur Folge, dass auch die heimischen Banken die Kreditvergabe drosselten. Leittragende waren vor allem kleine und mittlere Unternehmen, deren Versorgung mit Krediten plötzlich stark eingeschränkt wurde. Es kam zu Konkursen und einem Verlust von Arbeitsplätzen.

Der vierte Ansteckungsweg war der massive Einbruch des Welthandels mit dem damit einhergehenden Zusammenbruch der Rohstoffpreise. Über diesen Weg erreichte die Krise wohl die meisten Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern – und dies auch in Staaten, deren Wirtschaft gute Wachstumsraten aufwies und deren Kapitalmärkte vor einem schnellen und starken Abfluss von Kapital geschützt waren. Es kam zu massiven Entlassungen in so unterschiedlichen Ländern wie China, Argentinien, Indonesien und Sambia. Dabei traf sie sowohl den verarbeitenden Sektor, aus dem mehr und mehr Fertigungsschritte in die Länder des Südens ausgelagert worden waren, als auch den Rohstoffsektor. Hier führten die implodierenden Preise für z.B. Kupfer und Platin zu Massenentlassungen in den Minen des südlichen Afrikas. Die Folgen dieses Einbruchs der Nachfrage aus dem Norden sind wohl auch die am längsten spürbaren: Experten aus Indonesien und Südafrika berichten, dass sich die verschlechterten Arbeitsbedingungen in Form von kurzfristigen Beschäftigungsverhältnissen und einem massiven Ansteigen von ungeschützter Leiharbeit bis heute nicht wieder normalisiert haben. Allerdings liegt der Grund für diesen andauernden Trend weniger in langanhaltende Absatzprobleme der Fabriken und Minen. Experten glauben vielmehr, dass Unternehmen die Situation Ende 2008 lediglich zum Anlass nahmen, ihre Belegschaft zu flexibilisieren und so die Unsicherheiten ihres Geschäfts auf die Arbeiter_innen abzuwälzen und Kosten zu sparen.

Die Katastrophen von Rana Plaza und Marikana im Kontext der Krisenfolgen

Dieser Einbruch der Nachfrage nach Konsumgütern im Norden als Folge der Finanzmarktkrise führte in Bangladesch jedoch zu einer paradoxen Entwicklung. Während Textilfabriken in Indonesien und China Arbeiter_innen entließen, kam es in diesem Land ab 2009 zu einem Boom. Großhändler von Textilien im Norden gingen davon aus, dass in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs vor allem Billigware gefragt sein würde. Eines der billigsten Länder der Textilfertigung war Bangladesch. Aus diesem Grund wurden bei dortigen Textilunternehmen deutlich mehr Aufträge platziert als zuvor. Der Export von Textilien stieg von 12,5 in den Jahren 2009/10 auf 18 Milliarden US-Dollar in den  Jahren 2010/11. Die Textilindustrie in Bangladesch baute deshalb in kurzer Zeit Kapazitäten auf. Dazu zählte auch der illegale Ausbau des Fabrikkomplexes Rana Plaza in Dhaka, der im April 2013 zu dessen Zusammenbruch führte. Bei der Katastrophe starben 1.134 Menschen starben.

Südafrikaner, die die Situation in den Minengebieten des Landes genau beobachten, berichten seit der Finanzmarkkrise von einer deutlichen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Der mit der Krise einhergehende Einbruch der Rohstoffpreise führte in diesem Land zur Entlassung von insgesamt 150.000 Arbeiter_innen. Platinminen wie in Marikana entließen allein 35.000 Minenarbeiter_innen. Seitdem stagniert die Arbeitslosigkeit, die Löhne blieben niedrig. Als der Platinpreis wieder anstieg, verlangten die Arbeiter_nnen höherer Löhne. Diese Auseinandersetzung in der Marikana-Mine des Unternehmens Lonmin endete damit, dass  Sicherheitskräfte 34 Minenarbeiter erschossen.

Anhaltend niedrige Beschäftigungsquoten

Konkrete Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf einzelne Länder lassen sich nur in wenigen Fällen ausmachen. Global gesehen zeichnet sich allerdings ein Muster ab, unter dem Länder des Südens und Nordens gleichermaßen zu leiden haben. So lag das Wirtschaftswachstum von 2008 bis 2016 mit 2,5 Prozent um einen ganzen Prozentpunkt unter dem globalen wirtschaftlichen Wachstum von 2000 bis 2007. Von dieser Entwicklung waren die Länder des Nordens allerdings stärker betroffen als die des Südens. Im Norden lag das Wirtschaftswachstum durchschnittlich um 1,5 Prozent unter der Vorkrisenzeit. Im Norden wie im Süden führt das zu anhaltend niedrigen Beschäftigungsquoten. Neben den südeuropäischen Ländern sind von dieser Entwicklung besonders Länder in Südamerika wie Brasilien, Argentinien und Kolumbien betroffen. Besorgniserregend ist, dass weltweit besonders Menschen im Alter von 15 bis 24 den Mangel an Arbeitsplätzen zu spüren bekommen.

Die Länder des Globale Südens halfen sich selbst

Ein umfassendes Bild der Krise ergibt sich allerdings erst, wenn man die Stärken, die Entwicklungsländer in der Krise durchausgezeigt haben, mit betrachtet. Ihre offensichtlichste Stärke liegt darin, dass ihre Banken aufgrund einer besseren Regulierung keine verbrieften Subprime-Kredite kauften – anders als etwa die Banken Europas. Dies verhinderte eine direkte Ansteckung. Höhere Kapitalanforderungen, eine Einschränkung des Spekulierens auf Kredit sowie eine Begrenzung der Aktivitäten im Ausland verhinderten zum Beispiel, dass die sonst sehr gut in die internationalen Kapitalmärkte integrierten Banken Südafrikas in toxische Wertpapiere investierten. Eine Reihe von Entwicklungsländern zeigte zudem Stärke, indem sie in kurzer Zeit entschlossene Konjunkturmaßnahmen zur Gegensteuerung in Angriff nahmen. Zu diesen Ländern zählen u.a. China und Argentinien. Während die Krise die Schwächen der Finanzmärkte und ihrer Regulierung im Norden schonungslos offenlegte, wurde ebenso deutlich, dass das Bankensystem der Länder des Globalen Südens aus den vorangehenden Krisen gelernt hatte und in dieser Zeit stabil blieb.  Vor diesem Hintergrund wurde der besagte Rettungsschirm für die Armen  also von den  Regierungen einer Reihe von Schwellenländern selbst gespannt  – denn diese sorgten dafür, dass ihre Bürger_innen en vor den schlimmsten Krisenfolgen bewahrt wurden.

Insgesamt unterscheidet sich die Wahrnehmung der Folgen der Finanzkrise 2008 in den Gesellschaften des Globalen Südens und denen des Nordens fundamental. Während im Norden das Bewusstsein besteht, in einer Nachkrisenzeit zu leben und viele Menschen die Krise als eine Zäsur erleben, ist dies in den untersuchten Entwicklungsländern nicht der Fall. Hier wird sie eher als eine Krise von vielen wahrgenommen. Oftmals, wie etwa in Argentinien, ist sie nicht das Ereignis, das die tiefsten Spuren im kollektiven Gedächtnis hinterlassen hat. Selbst in Südafrika, wo die Finanzmarktkrise bis heute in Form von verschlechterten Arbeitsbedingungen in den Minen spürbar ist, wird dieser Bezug kaum hergestellt.  Auch in Indien verbindet kaum jemand die Probleme, die kleine und mittlere Unternehmen bei der Kreditaufnahme haben, mit der Finanzkrise 2008. Dies sagt weniger über die Schwere der Krisenfolgen als über die Situation der Menschen aus. Extern verursachte Krisen, die die eigene Existenz bedrohen, gehören zu den normalen Lebenserfahrungen der meisten Menschen in Entwicklungsländern. Für viele Menschen in Europa und Nordamerika war diese Erfahrung jedoch neu und wurde deshalb viel stärker als einschneidende Erfahrung erlebt.

Weitere Informationen zum Thema hat unsere Mitgliedsorganisation SÜDWIND in der Publikation ‚10 Jahre Finanzkrise. Auswirkungen auf den Globalen Süden‚ zusammengestellt.

 

Globaler Pakt: „In vielen Ländern der Welt ist Migration ein positives Phänomen“

Vereinte Nationen - 20. November 2018 - 12:19

20. November 2018 - Der beigeordnete UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Volker Türk, hat in einem Interview des Deutschlandfunks (Dlf) den Migrationspakt verteidigt. Damit werde zum ersten Mal für alle UN-Mitgliedsstaaten zusammengefasst, was Migration bedeute und wie man sie besser regeln könne. Er betonte, dass die meisten Migrationsbewegungen nicht nach Europa führten.

Der Großteil der weltweiten Migration finde im globalen Süden statt, so Türk. Besonders wichtiger Bestandteil des Paktes sei die Unterstützung für diejenigen Länder, die besonders viele Migranten aufnähmen. Deswegen sei er auch für Deutschland besonders wichtig.

Türk betonte, dass Deutschland in den vergangenen 24 Monaten an den Verhandlungen für den Pakt beteiligt gewesen sei.

Er verteidigte die Formulierung im Pakt, dass Migration „Quelle für Wohlstand und Innovation“ sei. In vielen Ländern der Welt sei Migration ein positives Phänomen. De facto habe die Migration die Entwicklung in vielen Ländern vorangetrieben. Gleichzeitig gehe es im Pakt aber auch um die Bekämpfung von Ursachen illegaler Migration, so Türk. Es brauche mehr reguläre Möglichkeiten der Migration.

Auch wenn der Pakt nicht rechtsverbindlich sei, habe er eine Bedeutung: „Es geht auch darum, dass die Mitgliedsstaaten mehr zusammenarbeiten und gemeinsame Lösungen finden.” Das Abkommen soll helfen, Flucht und Migration besser zu organisieren. Mehrere Länder – darunter die USA und Österreich – wollen sich der Vereinbarung nicht anschließen. Die USA hätten lediglich aus innenpolitischen Gründen der genauen Wortwahl des Paktes nicht zustimmen wollen, sagte Türk.

Türk äußerte sich auch zum Globalen Flüchtlingspakt, der Mitte Dezember von der UN-Generalversammlung offiziell angenommen werden soll. Durch den Pakt könnten Mitgliedstaaten, die besonders viele Flüchtlinge aufnähmen, wie zum Beispiel der Libanon, konkret durch freiwillige Maßnahmen unterstützt werden. Aufnahmeländer sollen beispielsweise dabei unterstützt werden, ihre Gesundheits- und Bildungssysteme für Flüchtlinge zu erweitern.

Das Interview in voller Länge können Sie hier nachlesen. 

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Guterres nennt Gewalt gegen Frauen „weltweite Pandemie“

Vereinte Nationen - 20. November 2018 - 12:14

19. November 2018 „Bis Frauen und Mädchen nicht frei von Angst, Gewalt und Unsicherheit leben können, kann sich die Welt weder als fair noch als gleichberechtigt bezeichnen.“
Mit diesem Statement machte der Generalsekretär António Guterres anlässlich eines Special Event im Hauptbüro der Vereinten Nationen auf die am 19. November beginnende Kampagne UNite aufmerksam. Unter dem Motto „Orange the World: #HearMeToo“ ruft die Kampagne auf, 16 Tage lang die Aufmerksamkeit auf die weltweite Pandemie der Gewalt gegen Frauen zu richten und der Botschaft von Opfern und Aktivisten globale Beachtung zu schenken.
Kern des Problems ist, Guterres zufolge, der Mangel an Respekt gegenüber Frauen und Mädchen. Männer versäumten demnach, die Gleichheit und Würde von Frauen in vollem Maße anzuerkennen.
Für UN-Woman Leiterin Phumzile Mlambo-Ngcuka geben UN Initiativen wie der „UN Trust Fund to End Violence Against Women“, die das Leben von Frauen grundlegend verändern, Anlass zur Hoffnung.
Die Präsidentin der Generalversammlung Maria Fernanda Espinosa Garces jedoch machte auf alarmierende Statistiken aufmerksam: demnach hätten fast 35% der Frauen schon einmal eine Form physischer und/oder sexueller Gewalt erlitten. Das projeziere ein schlechtes Bild auf alle Gemeinschaften, Staaten und die Vereinten Nationen und stelle laut Garces eindrücklich dar, dass die Welt immer noch weit entfernt von ihrem Ziel, Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu beenden, entfernt sei.
Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen findet am 25. November statt.

Die ganze Rede hier: https://bit.ly/2qWRjKR

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Creating Positive Business Impacts on Sustainability – Join Us for Our Workshop on 7 December and Find Out How!

SCP-Centre - 20. November 2018 - 11:32

Today, good sustainability performance is commonly associated with having a small footprint. This means a reduction of negative sustainability impacts, such as CO2 emissions, waste of natural resources, poor working conditions, etc. We say: Assessing our footprint is key but there is more to explore!

What about the positive impacts we are having on people and the planet? Positive impacts – or in other words handprint – can be generated throughout your whole company. How you can use the handprint analysis will be the central question in this workshop. A brief introduction to the handprint can be found here.

To give you some examples:

  • Strategy managers and decision makers Positive thinking of sustainability as a component for the corporate strategy instead of telling the story of diminution and restriction. Or in other words making sustainability the centre of all corporate decisions.
  • Strategy managers, Marketing and decision makers Creation of new values to attract new customers and investors as part of your communication and stakeholder engagement strategy
  • Product Developers, Marketing, Business Development and Procurers New opportunities and points of reference through creation of product features reflecting positive sustainability effects, throughout the value chain, or activities on the corporate level; for example, using the Sustainable Development Goals (SDGs) as a point of reference in procurement or product development
  • Sustainability Managers, Finance and Controllers Opportunities through integrated approaches based on joint life cycle thinking (and untapping long-term cost saving potentials) instead of standardised foot print reporting and following “silo mentality”
  • HR Managers and Strategy Strengthening of employer branding and motivation of employees through participated impact creation instead of “only” increasing wages to retain staff

We will work out with you:

  • How to identify positive impacts (handprint) of your business and how to capitalise on?
  • What are new positive impacts your company or even yourself could create in the company as an additional value?

Join us!

Date and time: 07 December, 10:00am – 4pm

Location: Collaborating Centre of Sustainable Consumption and Production, Hagenauer Straße 30, 42107 Wuppertal

The interactive and collaborative workshop is limited to 20 participants. Please register by 21 November latest by sending an email to hpworkshop@scp-centre.org. An agenda will be provided on our website soon. Workshop language will be English.

An organisational fee of 29 Euros will be charged subsequent to the workshop. Lunch is included.

For further information please contact Janpeter Beckmann.

Der Beitrag Creating Positive Business Impacts on Sustainability – Join Us for Our Workshop on 7 December and Find Out How! erschien zuerst auf CSCP gGmbH.

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UN Vollversammlung nimmt UN Erklärung zu den Rechten von Bauern und Bäuerinnen an!

AgrarKoordination - 20. November 2018 - 11:11
Aber die Bundesregierung hat sich enthalten!  Das Abstimmungergebnis war: 119 dafür, 7 dagegen und 49 Enthaltungen. Dies ist ein großer Erfolg! Ein breites Bündnis von 15 zivilgesellschaftlichen Organisationen forderte die Bundesregierung dazu auf, für die Annahme der Erklärung zu stimmen. Die Erklärung stärkt die Rechte von besonders diskriminierten, ausgegrenzten und in ihrer Existenz bedrohten Gruppen auf dem Land, die einen Großteil der Welternährung sichern. Dazu erklärt Paula Gioia von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Europäischen Koordination von Via Campesina (ECVC) stellvertretend für das Bündnis: „Die Zahl der weltweit Hungernden ist im vergangenen Jahr auf über 820 Millionen Menschen gestiegen. Der Kampf um schwindende Ressourcen wie Land und Wasser hat sich verschärft; die Saatgutvielfalt ist durch die zunehmende Kommerzialisierung von wenigen Hochertragssorten und deren Eigentumsschutz bedroht. Organisationen und Menschen, die sich für die Rechte von Kleinbauern und Landarbeitern einsetzen, werden in vielen Ländern bedroht oder gar ermordet.“ Die Bundesregierung hat sich bei den Abstimmungen zur UN-Erklärung im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf enthalten. Im Koalitionsvertrag hingegen hat sich die Bundesregierung für eine Unterstützung von Kleinbauern und -bäuerinnen und die Stärkung der Menschenrechtsschutzmechanismen ausgesprochen. Im Rahmen einer menschenrechtsbasierten Außenpolitik kann mit dieser Erklärung eine Lücke im internationalen Menschenrechtskanon geschlossen werden. Das zivilgesellschaftliche Bündnis besteht aus folgenden Organisationen: Agrar Koordination, Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW ), Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Brot für die Welt, FIAN Deutschland, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL), Forum Fairer Handel, GEPA – The Fair Trade Company, INKOTA-netzwerk, Internationaler Verband Katholischer Ländlicher Erwachsenenbewegungen (FIMARC), MISEREOR, Naturland e.V., TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland), Welthaus Bielefeld und Welthungerhilfe
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Hungersnot, Ernährungskrise, Mangelernährung – Was ist das?

Unicef - 20. November 2018 - 10:15
Im Jemen wird möglicherweise bald eine Hungersnot erklärt. Moment mal – gibt es dort denn nicht schon längst eine Hungersnot? Fakt ist: Im Jemen und in mehreren Ländern Afrikas sind Hunderttausende Kinder lebensbedrohlich mangelernährt. Was genau bedeutet das und wie können wir diesen Kindern helfen?
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Blockchain und DLTs – Worum geht es da eigentlich?

reset - 20. November 2018 - 6:46
Was genau kann die Blockchain eigentlich – und warum wird sie so gehypt? RESET beleuchtet Stärken (und Schwächen) der Technologie.
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EU-Tunisia DCFTA: Good Intentions Not Enough

SWP - 20. November 2018 - 0:00

The European Union has been negotiating a new free trade agreement (DCFTA) with Tunisia since 2016, seeking to expand mutual market access for all goods, and also services and investments. But great obstacles remain to be overcome. The EU hesitates to grant concessions on agriculture that would make a deal attractive to Tunis, while overall resistance exists within Tunisian civil society, business and politics. A shrewd agreement could promote economic modernisation and growth, to strengthen and stabilise Tunisia’s young democracy. That is obviously also in the EU’s interest. But substantial progress cannot be expected until after elections to the European Parlia­ment and parliamentary and presidential elections in Tunisia in late 2019. The inter­vening period should be used to generate a broader consensus in Tunisia and to enable Tunis to create a negotiating strategy of its own.

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Endlich wieder Schule!

Misereor - 19. November 2018 - 18:13
Im Libanon dürfen syrische Flüchtlingskinder dank der Jesuiten und ihrem Flüchtlingsdienst sowie der Unterstützung von MISEREOR wieder Kind sein. Kunst, das ist Zaids Lieblingsfach. Zaid ist elf Jahre alt und zeichnet in jeder freien Minute. Comicfiguren und Serienhelden und Landschaften. Zaid kann außergewöhnlich gut zeichnen. Seine …

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Der Beitrag Endlich wieder Schule! erschien zuerst auf MISEREOR-Blog.

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Kinder besonders von Katastrophen betroffen

Welthungerhilfe - 19. November 2018 - 16:53
Die Auswirkungen des Klimawandels waren 2018 allgegenwärtig. Waldbrände, Tsunamis, Erdbeben – wie verwundbar die betroffene Gesellschaft bei extremen Naturereignissen ist, unterscheidet sich stark von Land zu Land. Dies erfasst der WeltRisikoBericht. Dieses Jahr legt er besonderen Augenmerk auf die verletzlichste Bevölkerungsgruppe: die Kinder.
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