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UN-Flüchtlingszahlen und humanitäre Krise in Syrien

SID Blog - 18. Juni 2021 - 13:22

18.06.2021 | Pressemitteilung

Welthungerhilfe zu UN-Flüchtlingszahlen und der Situation in Syrien
Hungerkrise für Bürgerkriegsflüchtlinge spitzt sich zu

Bonn/Berlin, 18.06.2021. Die neuen UN-Flüchtlingszahlen sind trotz der Corona-Pandemie auf einen traurigen Rekordwert gestiegen: Mehr als 82 Millionen Menschen weltweit mussten ihre Heimat wegen Verfolgung, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen verlassen. Das entspricht fast der gesamten Einwohnerzahl Deutschlands. 86 Prozent aller Vertriebenen findet Zuflucht in den Nachbarländern oder in Ländern des Südens, die ohnehin mit Hunger und Armut kämpfen.

Allein Syrien zählt nach zehn Jahren Bürgerkrieg 13,5 Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene – ein trauriger Rekord weltweit. Vor allem die Lage der Vertriebenen innerhalb Syriens ist dramatisch. Rund 2,7 Millionen Binnenvertriebene sitzen im Nordwesten Syriens an der Grenze zur Türkei fest: „Die Bedingungen in den Camps sind vielerorts katastrophal. Neben Armut, Perspektivlosigkeit und der Angst vor Corona ist der zunehmende Hunger eines der größten Probleme. Die Preise für Brot, Gemüse und Früchte steigen ungebremst. Gleichzeitig sehen wir, dass das Regime, wie jedes Jahr zur Erntezeit, erntereife Felder gezielt in Brand schießt und Hunger als Waffe einsetzt“, schildert Konstantin Witschel, Programmkoordinator für Syrien, die Lage.

„Wenn jetzt auch noch der letzte Grenzübergang für Hilfsgüter der Vereinten Nationen aus der Türkei geschlossen wird, droht die ohnehin katastrophale humanitäre Lage völlig außer Kontrolle zu geraten. Für mehr als eine Million Menschen ist die grenzüberschreitende Nahrungsmittelhilfe der Vereinten Nationen überlebenswichtig. Auch die Impf-Kampagne gegen Covid-19 im Nord-Westen des Landes steht auf dem Spiel“, sagt Konstantin Witschel mit Blick auf die grenzüberschreitende Hilfe, über die Anfang Juli im Sicherheitsrat erneut entschieden werden muss.

Die Welthungerhilfe hilft in Syrien sowie in den Nachbarländern Türkei und Libanon Menschen, die vor dem Krieg in Syrien geflohen sind. Im Jahr 2020 unterstützte die Welthungerhilfe in Syrien über 600.000 Menschen größtenteils durch Nahrungsmittelhilfe, z.B. Nahrungsmittelgutscheine, Mehllieferungen für Bäckereien und Saatgut, Dünger und Werkzeuge für die landwirtschaftliche Produktion.

Konstantin Witschel, Programmkoordinator für Syrien, steht für Interviews zur Verfügung.

Weitere Informationen sowie Fotos zum Download finden Sie unter www.welthungerhilfe.de/presse

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 9.830 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 3,95 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.



Kana Yanar und UNO-Flüchtlingshilfe zocken #withrefugees

SID Blog - 18. Juni 2021 - 13:20
Kooperation mit 11 bit studios  

Anlässlich des kommenden Weltflüchtlingstags (20. Juni) kooperiert die UNO-Flüchtlingshilfe mit dem Videospiele-Entwicklerstudio 11 bit studios und dessen mehrfach ausgezeichnetem Spiel This War of Mine und stehen dabei gemeinsam #withrefugees. Rund um den Weltflüchtlingstag wird es über 40 Charity-Livestreams auf der Plattform Twitch geben, in denen u. a. das Spiel This War of Mine live gespielt und gleichzeitig zu Spenden für die weltweiten Projekte des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR – dessen nationaler Partner die UNO-Flüchtlingshilfe ist - aufgerufen. Mit dabei ist der deutsche Comedian und Moderator Kaya Yanar, der mit 350.000 Follower*innen auch auf Twitch unterwegs ist. Während seines Streams wird er mit Experten der UNO-Flüchtlingshilfe über die Situation der mehr als 82 Millionen Menschen auf der Flucht sprechen und darüber, was jede und jeder Einzelne tun kann. Die Aktion findet im Rahmen der Kampagne #FluchtIstKeinSpiel statt, die mit Hilfe von Analogien aus der Gaming-Welt auf die Situation und Missstände von weltweit über 80 Millionen Geflüchteten aufmerksam macht.

„Wir sind froh mit 11 bit studios und Kaya Yanar engagierte Partner für den diesjährigen Weltflüchtlingstag gewonnen zu haben. This War of Mine ist sicherlich kein Gute-Laune-Spiel, sondern taucht in eine ernste Thematik ein. Es vermittelt einen Eindruck davon, wie stark Geflüchtete sind, aber auch welche Risiken und Gefahren sie in Kauf nehmen für ein Leben in Sicherheit", fasst Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe zusammen.

Über This War of Mine

In dem im Jahr 2014 veröffentlichten Videospiel spielt man eine Gruppe von Zivilist*innen, die in einer vom Krieg heimgesuchten Stadt um ihr Überleben kämpfen. Es ist kein fröhliches Spiel, zeigt aber eindrucksvoll und in bedrückender Atmosphäre, womit Menschen auf der Flucht tagtäglich konfrontiert werden. Bekannt als das „Anti-Kriegsspiel", hat This War of Mine bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen gewonnen. Außerdem können alle Interessierten die UNO-Flüchtlingshilfe mit dem Kauf des Spiels This War of Mine unterstützen. Für jede Zahlung ab 5,00 Euro erhalten die Unterstützer*innen einen Game Key für das Spiel, den sie auf der Online-Spieleplattform Steam einlösen können. Der Kauf muss über folgende Seite getätigt werden: https://donate.raisenow.com/unof/#/de

Mehr Informationen unter: https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/fluchtistkeinspiel

 PRESSEMELDUNG DER UNO-FLÜCHTLINGSHILFE 21/2021, Bonn, 18. Juni 2021



 

Die UNO-Flüchtlingshilfe stellt sich vor

Bonn - 18. Juni 2021 - 12:00
Der jährliche „Global Trends“-Report des UNHCR besagt 2021, dass es weltweit insgesamt rund 82,4 Millionen Flüchtlinge gibt. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent gestiegen. Diese erschreckende Statistik verdeutlicht, wie wichtig es ist, für den Flüchtlingsschutz einzustehen. Und sie zeigt uns, dass eine Zahl nur eine abstrakte Ziffer ist, wenn man nicht […]
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Wie geht es Kindern in Flüchtlingsunterkünften?

Unicef - 18. Juni 2021 - 11:00
Geflüchtete und migrierte Kinder, die in Sammelunterkünften leben, befinden sich häufig in einer schwierigen Situation. Gewaltschutz-Expertin Ulrike Ottl spricht im Interview darüber, vor welchen Herausforderungen Kinder in Sammelunterkünften stehen und wie sie wirksam vor Gewalt geschützt werden können.
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Bessere Bildungschancen für geflüchtete Kinder

Engagement Global - 18. Juni 2021 - 10:48
Kinder früh auf die Schule vorzubereiten, hilft ihnen bei der Eingewöhnung. Foto: Unsplash

Jedes Jahr am 20. Juni wird der Weltflüchtlingstag begangen. Der Tag macht darauf aufmerksam, dass Millionen von Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung oder den Folgen des Klimawandels sind. Auch ruft der Tag dazu auf, Geflüchtete an allen Lebensbereichen teilhaben zu lassen – von der Gesundheitsversorgung bis hin zum Sport. Ebenso sollen geflüchtete Menschen eine Chance auf Bildung bekommen.

Das Programm bengo von Engagement Global unterstützt aktuell ein Projekt des Vereins Orienthelfer e. V., das syrische geflüchtete Kinder und ihre Familien im Libanon auf den Besuch der Grundschule vorbereitet. Orienthelfer e. V. arbeitet in diesem Projekt wiederum mit der indischen Nichtregierungsorganisation AMURT (Ananda Marga Universal Relief Team) zusammen, die unter anderem Entwicklungsprojekte im Libanon durchführt.

Vorschulbildung und psychosoziale Unterstützung im Libanon

Viele der im Libanon lebenden syrischen Familien haben mit Armut, aber auch mit psychosozialen Problemen zu kämpfen. Psychosozial meint, die Psyche und das soziale Verhalten betreffend. Dazu kommen Hindernisse beim Zugang zu Bildung. Um die Chance auf Bildung für Kinder im Vorschulalter in der Region Chouf zu erhöhen, werden diese intensiv auf die erste Klasse des öffentlichen Schulsystems vorbereitet.

In die Vorbereitung sind speziell geschulte Lehrkräfte involviert, aber auch Expertinnen und Experten, die sich den psychosozialen Belangen der Kinder annehmen. Die Eltern erhalten durch eine Familienberatung dahingehend Unterstützung, das Bildungsbedürfnis ihrer Kinder zu priorisieren – trotz der oftmals schwierigen Lebensumstände.

Ziel des Projekts ist es, dass die Kinder nach der Vorbereitungszeit am libanesischen Schulunterricht teilnehmen. Zudem sollen die Abbruchquote gesenkt und die Chance auf einen positiven Bildungsweg erhöht werden.

Das Programm bengo

Bengo steht deutschen Nichtregierungsorganisationen (NRO) als Beratungsstelle für Fragen rund um die entwicklungspolitische Projektarbeit in Ländern des Globalen Südens zur Seite. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt den NRO zur Unterstützung dieser Arbeit Fördermittel bereit, die von Engagement Global verwaltet werden.

Weitere Informationen

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Supporting SMEs to Become Leaders in Sustainable Digitalisation

SCP-Centre - 18. Juni 2021 - 10:35

It is clear: digitalisation is in full swing and governments need to take bold action to shape this transformation to the benefit not only of the economy but also the environment and society as a whole. With its Digital Strategy, the German federal government has put together measures to ensure that digitalisation and innovation work as enablers for the kind of economic growth that is attentive to these needs and expectations.

As the backbone of the German economy and with strong ties to local communities, Small and Medium-Sized Enterprises (SMEs), constitute a key stakeholder in the digital transformation. To support them, the German Ministry of Economics has initiated a large programme called the Mittelstand Digital, with 26 Competence Centres for Digitalisation spread all over Germany. The centres support SMEs with hands-on knowledge and expertise in transforming their business models, digitalising their value chains, and integrating new technologies into their operations. The initiative has been a success and has reached over 200.000 SME representatives of through projects, trainings, and conferences since 2015.

Since 2017, the CSCP co-leads the Competence Centre eStandards, operating Germany-wide as the first and only of the 26 centres with a strong focus on sustainable digitalisation. In line with major European frameworks such as the EU Green Deal, the Ministry of Economy has recognised the opportunity and the necessity to integrate sustainability into the entire initiative and strengthen its positioning among the 25 other competence centres.

Enhancing the digital transformation of the German economy without fully considering adverse ecological and social effects or without harvesting the potential that new technologies can have to create a sustainable economy would have been a missed chance. The Ministry of Economy has taken action by initiating a horizontal working group within the Mittelstand Digital initiative, whose work will be to ensure that sustainability becomes an integral part of all competence centres. Most importantly, the CSCP-led working group will support the competence centres to make sustainable digitalisation a priority for the SMEs they work with.

As a first step, the CSCP will give train-the-trainer workshops on sustainable digitalisation to support the competence centres build the necessary capacities. Throughout 2021 and 2022, the CSCP will focus on passing on its knowledge and methodologies on topics such as building circular economy business models with the use of innovative technologies, using artificial intelligence to ensure sustainable values chains or shaping a sustainable digitalised work environment.

“Different competence centres have a focus on different technologies, such as augmented reality, industry 4.0, artificial intelligence or blockchain technology. Bringing together these different partners with their unique and highly specialised expertise allows us to understand how we can use digitalisation to create more sustainable business models and value chains. It’s a strong message from the Ministry of Economics to integrate sustainability into the federal digitalisation strategy and will take us a step closer to achieving the goals set out in the Paris Agreement and the EU Green Deal” says Thomas Wagner, Project Manager for the Competence Centre and coordinator of the working group.

Are you an SME who is looking to tap into digitalisation as a means toward becoming more resilient? There are many ways the Competence Centre eStandards can support you in building the right skills for that. Detailed information is made available in numerous guides, brochures and checklists. You can also experience the concrete benefits of eStandards for your digitalisation project using our demonstrators on site or virtually in our experience and training centres. Through telephone consultations, focus groups and practical forums, we inform and inspire you to lead successful digitalisation processes. As part of our capacity building, the centre offers online seminars, workshops and training courses, where you can clarify your individual questions in an exchange with the speakers.

For the whole offering, check out the Competence Centre eStandards website and get in touch with Thomas Wagner!

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18. Juni 2021

ONE - 18. Juni 2021 - 9:53
1. Weltweit 82 Millionen Menschen auf der Flucht

Die Zahl der weltweit flüchtenden Menschen hat mit 82 Millionen einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus einem Bericht des UN-Geflüchtetenhilfswerks UNHCR hervor, berichten der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Zeit Online und der Deutschlandfunk. Rund die Hälfte der Flüchtenden leben als Binnenvertriebene im eigenen Land. Drei Viertel der Menschen, die ins Ausland fliehen, suchen in der Nähe ihrer Heimat Schutz. Nach Europa kommen weniger als zehn Prozent. Vertreibung sei kein kurzfristiges und vorübergehendes Phänomen mehr, so UN-Geflüchtetenkommissar Filippo Grandi und fordert ein entschlossenes Bestreben “Konflikte, die jahrelang andauern, zu lösen”.

2. Müller schließt Afrika-Reise ab

Zum Abschluss seiner Westafrika-Reise hat Entwicklungsminister Gerd Müller dem Institut Pasteur im Senegal 20 Millionen Euro zur Produktion von Corona-Impfstoffen zugesagt. Das thematisieren Handelsblatt, Tagesschau.de und Deutsche Welle. Das Geld solle bis April 2022 zur Verfügung gestellt werden. So könne man bereits Ende des Jahres selbst Impfstoffe produzieren, so Africa CDC, die Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (AU). Bislang sei laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erst ein Prozent der afrikanischen Bevölkerung von rund 1,3 Milliarden Menschen vollständig gegen Covid-19 geimpft worden.

3. Kleinbäuerliche Landwirtschaft als Perspektive

In Afrika führt großflächige Landwirtschaft nicht zu höheren Erträgen. Dagegen haben kleinbäuerliche Betriebe viel mehr Potential, die einzelnen Länder insgesamt voranzubringen. Das geht aus einer Studie des katholischen Hilfswerks Misereor hervor, die Tobias Schwab in der Frankfurter Rundschau thematisiert. Bislang werden Lebensmittel nur auf elf Prozent der Fläche von verkauften Feldern produziert. Gründe dafür könnten Spekulation mit Boden und Wasser sein – aber auch mangelnde Information über das Ertragspotenzial der Flächen oder Probleme beim Import von Produktionsmitteln. So verlieren Kleinlandwirt*innen ihre Äcker. Dabei gebe es in dieser traditionellen Form der Landwirtschaft quasi keine Arbeitslosigkeit, einen höheren Ertrag pro Hektar, eine besserere Lebensmittelversorgung in der Region und eine Perspektive für junge Menschen. Wer sein Land an die großflächige Landwirtschaft verliert, verliere damit auch die Existenzgrundlage, so Markus Wolter von Misereor. Die Flucht führe oft in Städte, wo Armut warte.

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Hungerkrise für Bürger­kriegs­flüchtlinge spitzt sich zu

Welthungerhilfe - 18. Juni 2021 - 9:30
Welthungerhilfe zu UN-Flüchtlingszahlen und der Situation in Syrien.
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Die Zukunft von Bangladeschs Textilproduktion – Warum wir endlich globale Lieferkettengesetze brauchen

EINEWELTblabla - 18. Juni 2021 - 9:29

Im Rahmen der diesjährigen Fashion Revolution Week haben wir vor kurzem bereits über die Tragödie von Rana Plaza, einer eingestürzten Textilfabrik in Bangladesch berichtet. Als Reaktion auf das Unglück wurde 2013 das sogenannte Bangladesch-Abkommen verabschiedet, eine verbindliche Vereinbarung zum Brandschutz und zur Gebäudesicherheit zwischen Gewerkschaften, Einzelhandel und großen internationalen Marken. Diese Vereinbarung ist jedoch im Mai 2021 ausgelaufen und wird momentan nur durch eine dreimonatige Verlängerung einiger Marken weitergeführt – die Befürchtung in Bangladesch, in der Textilproduktion wieder mehr Gefahren ausgesetzt zu sein, ist entsprechend groß.

Das Bangladesch-Abkommen

Das Bangladesch-Abkommen wurde erstmals 2013 als Reaktion auf die Trägodie vom Rana Plaza beschlossen. Bei dem Unglück verloren über 1.100 Menschen ihr Leben, weitere 2.000 wurden verletzt. Das Gebäude, in dem große Marken wie C&A oder Primark produzierten, stürzte ein, nachdem zuvor bereits Risse im Gebäude von den Arbeiterinnen und Arbeitern bemängelt wurden. Trotzdem wurden sie zur Arbeit gezwungen, viele bezahlten mit ihrem Leben. Das Unglück sorgte für internationales Entsetzen. Gerade deshalb gelang es wohl, so schnell ein Abkommen zu unterzeichnen – die großen Textilmarken waren deutlich unter Druck geraten.

2013 verabschiedet und 2018 erneuert, soll das Bangladesch-Abkommen für bessere Sicherheitsstandards sorgen. Regelmäßige unabhängige Inspektionen, die Überwachung von notwendigen Sanierungen, Sicherheitstrainings und die Berücksichtigung von Beschwerden der Arbeitenden sollen eine erneute Katastrophe verhindern. Seit der Verabschiedung des Abkommens sind bereits mehrere tausend Mängel aufgenommen worden. Interessant ist auch, dass sich Stakeholder auf einer Website über den Status der Fabrik, in der produziert wird, informieren können. Dieses Abkommen, an dem sich ursprünglich über 200 Marken beteiligt hatten, ist jedoch zum 31. Mai ausgelaufen. Noch läuft eine dreimonatige Verlängerung, die von 56 Marken mitgetragen wird. Doch die Sorge wächst – was passiert nach dem Auslaufen des Abkommens?

Das deutsche Lieferkettengesetz und was es wirklich bringt

Acht Jahre nach Rana Plaza ist in Deutschland am 11. Juni 2021 nun endlich ein Lieferkettengesetz verabschiedet worden, das Unternehmen zu mehr Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette verpflichten soll. Doch das Gesetz hat viele Lücken. Die Initiative Lieferkettengesetz versteht das Gesetz passenderweise als „Noch nicht am Ziel, aber endlich am Start”. Damit soll betont werden, wie wichtig der Einsatz vieler Nichtregierungsorganisationen und Individuen war, um ein Lieferkettengesetz endlich auf die Tagesordnung des Bundestags zu bekommen, das Gesetz aber noch lange nicht weitreichend genug ist.

Gute erste Ansätze

Positiv ist, dass das Gesetz in Deutschland endlich einen Paradigmenwechsel anstößt. Nicht mehr länger freiwillige Corporate Responsibility (Unternehmensverantwortung), sondern gesetzliche Rahmen, die Menschenrechtsverstöße verhindern sollen. Außerdem legt das Gesetz Sorgfaltspflichten sowie bestimmte umweltbezogene Pflichten fest. All diese gesetzlichen Regulierungen sollen von soliden behördlichen Durchsetzungen kontrolliert und Nichteinhaltung sanktioniert werden.

Doch noch viel Arbeit

In Hinblick auf die Reichweite der Sorgfaltspflicht, die Beteiligung Betroffener am Sorgfaltsverfahren und die Wiedergutmachung erfüllt das Gesetz noch nicht die Vorgaben der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNLP). Auch die umweltbezogenen Leitlinien gehen zum Teil nicht weit genug und berücksichtigen weder Biodiversität noch Klimaauswirkungen. Betroffene haben keine Anspruchsgrundlage, vor deutschen Gerichten Schadensersatz einzuklagen. Einer der größten Kritikpunkte ist aber wohl, dass all die Richtlinien des Lieferkettengesetzes erst ab 2023 gelten und dann nur für Unternehmen ab 3.000 Mitarbeitenden (ab 2024: 1.000 Mitarbeitende). Auch sind Unternehmen nur zur Kontrolle ihrer unmittelbaren Zulieferer verpflichtet, für mittelbare Zulieferer ist dies lediglich bei Bedarf notwendig. Viele fordern deshalb Nachbesserungen.

Warum wir eine globale Lösung brauchen

Eine europäische Lösung zur Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferkette lässt noch auf sich warten. Das Europaparlament hat am 10. März 2021 jedoch einen ersten Gesetzesvorschlag verabschiedet. Die fraktionsübergreifende Mehrheit im Parlament hat dafür gestimmt. Der europäische Vorschlag ist in vielen Teilen tiefer greifend als das deutsche Gesetz. Nach dem Europaparlament muss jetzt die EU-Kommission einen Gesetzesentwurf verabschieden. Dies ist für Juni 2021 geplant.

Auf internationaler Ebene gibt es die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Die Leitprinzipien sind in drei Säulen eingeteilt: (1) die Pflicht des Staates, Menschenrechte zu schützen, (2) die Verantwortung der Unternehmen, Menschenrechte zu achten und (3) ein Zugang zu gerichtlicher und außergerichtlicher Abhilfe bei Menschenrechtsverletzungen. Diese sind aber nur Leitlinien und stellen keinen völkerrechtlichen Vertrag dar. Die Nationen sind so nur angehalten, die Prinzipien in Nationale Aktionspläne umzusetzen.

Leider gibt es weiterhin täglich Verstöße gegen Menschenrechte entlang der Lieferkette. Viel zu häufig sind dabei Kinder betroffen – weltweit sind nach aktuellen Schätzungen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und UNICEF 160 Millionen Mädchen und Jungen von Kinderarbeit betroffen. Die Corona-Pandemie hat diese Situation noch verschärft. Dabei ist im Nachhaltigkeitsziel 8 der UN das Ziel festgeschrieben, bis 2030 jegliche Form der Kinderarbeit abzuschaffen. Das Ziel 8 fordert außerdem im Allgemeinen menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Um dieses Ziel wirklich erreichen zu können, braucht es jedoch noch mehr Anstrengungen, starke gesetzliche Regelungen und verantwortliches Handeln von Wirtschaftsverbänden. Bangladesch hat doch eindeutig gezeigt, dass verantwortliches Handeln auf freiwilliger Basis nicht ausreichend ist. Um weitere Katastrophen wie Rana Plaza zu verhindern und menschenwürdige Arbeit zu ermöglichen, brauchen wir deshalb starke internationale sowie nationale Lieferkettengesetze!

-Leah-

Das Beitragsbild stammt von J Williams auf Unsplash.com

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Deutsche ODA in Daten, Fakten und Trends

Welthungerhilfe - 18. Juni 2021 - 9:16
Deutschland hat als Geberland auf die Cornona-Pandemie mit Aufstockungen der ODA reagiert. Die Mittel für Entwicklungs­zusammenarbeit und humanitäre Hilfe für die kommenden Jahre sind aber nicht gesichert. Eine Analyse der Welthungerhilfe aus dem Bericht "Kompass 2020".
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Bezahlbare, qualitativ hochwertige Kinderbetreuung in vielen wohlhabenden Ländern nicht verfügbar

Unicef - 18. Juni 2021 - 9:00
Bezahlbare, qualitative hochwertige Kinderbetreuung ist laut UNICEF in einigen der reichsten Länder der Welt für viele Eltern immer noch nicht verfügbar - so ein neuer UNICEF-Report zur Kinderbetreuung in OECD- und EU-Staaten.
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Der G7-Gipfel in Cornwall – Revival des westlichen Plurilateralismus

#2030Agenda.de - 17. Juni 2021 - 20:39

Kommentar von Bodo Ellmers

 

Der G7-Gipfel unter britischer Präsidentschaft im südenglischen Cornwall war der erste der Post-Trump-Ära. Damit war er auch ein Test der alten multilateralen Koalition der Großmächte des politisch-kulturellen Westens, die bis zur Gründung der G20 vor etwas mehr als einem Jahrzehnt die internationale Politik bestimmten. Mit der Bekämpfung der Coronakrise und dem Bedarf an „Building Back Better“ waren die Anforderungen an die G7 hoch. Das Abschlussdokument ist ein Rundumschlag über verschiedene Politikfelder und befasst sich – als Novum – auch in zahlreichen Paragrafen mit der außenpolitischen Haltung der G7 zu anderen Nationen, von Russland über China bis Myanmar. Viele Beschlüsse zu zentralen Herausforderungen wie der Impfstoffversorgung oder der Entwicklungsfinanzierung bleiben jedoch vage. Nachhaltige Entwicklung wurde nur am Rande behandelt bzw. hauptsächlich auf seine Klimaaspekte reduziert. Die deutsche G7-Präsidentschaft im kommenden Jahr erbt viele unerledigte Aufgaben.

Das Ende des Impfstoff-Nationalismus?

Viel berechtigte Kritik mussten sich G7 und andere reiche Länder im Vorfeld des G7-Gipfels an ihrem Impfstoffnationalismus anhören. Zwar hatte US-Präsident Biden sich bald nach seinem Amtsantritt publikumswirksam den Forderungen nach vorübergehender Aussetzung des Patentschutzes für Coronaimpfstoffe angeschlossen - die die Europäer bei der WTO bislang abgelehnt haben - doch änderte auch das nichts daran, dass die

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Kommunen sind zentral für nachhaltige Entwicklung

#2030Agenda.de - 17. Juni 2021 - 20:39

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Pressemeldung 210, Dienstag, 15. Juni 2021 

Die Kommunen spielen eine zentrale Rolle für die Erreichung der Ziele für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen („Sustainable Development Goals“, SDGs). Dies betonte gestern der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung unter Leitung des Chefs des Bundeskanzleramtes Bundesminister Helge Braun.

Der Ausschuss begrüßte, dass sich bereits mehr als 170 Kommunen durch Unterzeichnung einer Musterresolution des Deutschen Städtetags und des Rates der Gemeinden und Regionen Europas ausdrücklich zur Agenda 2030 bekannt hätten. Er rief alle Kommunen dazu auf, sich mit eigenen Aktionen an der Europäischen Nachhaltigkeitswoche vom 20. bis 26. September 2021 zu beteiligen.

Geprüft werden soll die Einrichtung eines Kompetenznetzwerks, das den praxisorientierten Erfahrungsaustausch mit und zwischen Kommunen unterstützt und Beratungsleistungen für Kommunen anbietet. Der Ausschuss regte an, bestehende Projektförderungen durch den Bund in Abstimmung mit den Ländern in einem gemeinsamen Handlungskonzept für die Unterstützung der kommunalen Nachhaltigkeit zu bündeln. Förderprogramme sollten so angelegt werden, dass sie besser aufeinander abgestimmt einen Beitrag zur Erfüllung der Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, des deutschen Klimaschutzplans 2050 und der globalen Nachhaltigkeitsziele leisten.

Die erfolgreiche Kooperation des Bundes mit den Ländern, den Kommunen und den kommunalen Spitzenverbänden in der nationalen Stadtentwicklungspolitik solle im Sinne nachhaltiger Entwicklung

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The trade effects of the economic partnership agreements between the European Union and the African, Caribbean and Pacific Group of States: Early Empirical insights from panel data

DIE - 17. Juni 2021 - 15:23

This study provides early ex-post empirical evidence on the effects of provisionally applied Economic Partnership Agreements (EPAs) on trade flows between the European Union (EU) and the African, Caribbean and Pacific Group of States (ACP). Employing the gravity model of trade, we do not find a general EPA effect on trade between ACP countries and the EU, but identify heterogeneous effects across specific agreements and economic sectors. While the CARIFORUM-EU EPA rather reduced imports from the EU overall, other EPAs seem to have partly increased EU imports, particularly for the Southern Africa Development Community (SADC) EPA partner countries. On the sectoral level, by comparison, we find increases in the EU's agricultural exports to SADC, Eastern and Southern Africa (ESA) and the Pacific. In the area of manufactures trade, we find decreases of exports of the ESA and SADC countries to the EU, but increases in EU imports for SADC countries.

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How the Circular Cities Declaration is Empowering Cities to Become Circularity Leaders

SCP-Centre - 17. Juni 2021 - 14:20

Strategic aligning and waste management are two of the cornerstones for cities in their transition toward more circularity. During the second European Circular Cities Declaration webinar, signing cities and circularity experts exchanged knowledge and ideas on circularity at the city level.

In their path toward more circularity, cities and regions face various challenges, from engaging the right stakeholders to coming up with the best implementation plans. Through an exclusive webinar series for its over 50 signatories, the Circular Cities Declaration (CCD), is offering cities a platform to exchange and engage with one-another as well as with experts on pressing circularity topics.

During the second webinar, held in April 2021, the CSCP facilitated a discussion about the operationalisation of local circular economy strategies. During the discussion, some of the more advanced cities engaged in knowledge-sharing of key learnings, challenges, and success stories with their peers. Among others, representatives from Circular Flanders, Belgium and Maribor, Slovenia, elaborated their own journeys of developing and implementing circular economy strategies.

As part of the webinar, the CSCP also shared key learnings on the topic of biowaste management by drawing on experiences from the SCALIBUR and HOOP projects. Key steps along the biowaste value chains – from the collection to the valorisations – were discussed and new viewpoints introduced.

The ongoing webinar series is part of the European Circular Cities Declaration’s work on raising the cities’ capacities to accelerate the transition to the circular economy.

Cities and regions can join the initiative and become part of a visionary group that is taking action now for the sustainable future.

If you are interested in joining or finding out more about the CSCP efforts towards circularity in cities, reach out Cristina Fedato.

 

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Abwarten und Tee trinken reicht nicht, um globale Armut zu beenden

VENRO - 17. Juni 2021 - 12:13

Weltweit leben 1,5 Milliarden Menschen in Armut. Die Tendenz ist durch die Corona-Pandemie weiter steigend. Armutsbekämpfung ist damit eine der größten Herausforderungen der Gegenwart und muss endlich bei der Wurzel gepackt werden, fordern Mira Ballmaier und Dr. Jürgen Focke, Sprecher_innen unserer AG Agenda 2030. Ihr Blogpost zum Thema Armut bildet den Auftakt unserer neuen Themenreihe, die zeigt, welche Schwerpunkte für unseren Verband #weltweitwichtig sind.

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, zunächst deutlich gesunken. Noch vor der Corona-Pandemie geriet dieser Trend jedoch ins Stocken. Es wurde offensichtlich, dass die Staatengemeinschaft nicht „on track“ ist, ihr Ziel zu erreichen, extreme Armut bis 2030 zu beenden. Die Pandemie hat die Erfolge nun sogar zunichte gemacht und dazu geführt, dass die Zahlen zum ersten Mal in über 20 Jahren wieder steigen. Der druckfrische Sustainable Development Report 2021 prognostiziert, dass durch die Folgen der Corona-Krise über 120 Millionen Menschen mehr in extremer Armut fallen. Am stärksten betrifft dies Menschen aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Wann gilt man als arm?

Armut existiert überall auf der Welt, ob in Deutschland oder im globalen Süden. Eine einheitliche Definition gibt es jedoch nicht. Grundsätzlich zeigt sich Armut über einen Mangel. Das kann, muss aber nicht rein auf Einkommen bezogen sein. Armut rein über das Einkommen zu betrachten, greift viel zu kurz. Stattdessen sind mehrdimensionale Betrachtungsweisen entscheidend, die auch Grundbedürfnisse wie Bildung, Gesundheit, soziale Sicherung oder Wasser- und Sanitärversorgung in den Blick nehmen. Auch ein Mangel an Teilhabechancen kann Armut bedeuten. Neben extremer Armut werden häufig weitere Unterscheidungen vorgenommen, z.B. in relative oder gefühlte Armut. Von extremer Armut spricht man, wenn Menschen weniger als 1,90 US-Dollar (etwa 1,57 Euro) pro Tag zur Verfügung haben. Relative Armut wird mit dem mittleren Einkommen des Landes angegeben. Die Armutsgrenze in Deutschland liegt bei 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten. Stand 2019 umfasst dies etwa 14.000 Euro. Im Gegensatz dazu lässt sich gefühlte Armut nicht über einen Wert wiedergeben. Menschen fühlen sich arm, wenn sie diskriminiert und ausgeschlossen werden. Gefühlte Armut hat eine große soziale Dimension.

Corona-Pandemie verschärft weltweite Armutsrisiken

Noch ist das Ausmaß der Auswirkungen der Pandemie nicht in seiner Gänze absehbar, doch schon jetzt ist klar: Die Lage ist sehr ernst. Über die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu sozialen Sicherungsmechanismen, in Afrika sind es über 90 Prozent. Millionen Menschen wurden durch Beschäftigungsverluste die Lebensgrundlage genommen und sie sind von Armut und wirtschaftlicher und sozialer Ausgrenzung betroffen. Dies gilt insbesondere im informellen Sektor, in dem die überwiegende Mehrheit der arbeitenden armen Menschen beschäftigt ist. Die Krise wirkt sich außerdem unverhältnismäßig stark auf den Lebensunterhalt von jungen und weiblichen Arbeitnehmer_innen aus, die ohnehin eine viel höhere Wahrscheinlichkeit haben, in Armut zu leben. Jüngere Menschen waren im Jahr 2019 doppelt so häufig von Armut betroffen wie Erwachsene. Auch für andere vulnerable Personengruppen wie Menschen mit Behinderungen oder ältere Menschen spitzt sich die Situation zu. Waren sie bereits vor der Pandemie einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt, ist die Gefahr, nun vollständig von globalen Entwicklungsfortschritten abgehängt zu werden, realer als je zuvor.

Armut in all ihren Formen ist damit die zentrale Herausforderung der Gegenwart. Sie steht zugleich in einem engen Interdependenzverhältnis zu zahlreichen weiteren Themen wie Bildung, Gesundheit, Hunger oder dem Klimawandel. Unsere globalisierte Welt ist im Wandel und das eine kann nicht losgelöst vom anderen betrachtet werden. Umso dringender sind Deutschland und die internationale Staatengemeinschaft gefordert, sich nicht zurückzulehnen und die Geschehnisse von der Seitenlinie aus zu betrachten. Die Corona-Pandemie muss als Weckruf verstanden werden, dass keine Zeit mehr bleibt, abzuwarten und Tee zu trinken. Übrigens zum Thema Tee: Laut einer Oxfam-Studie verdienen Pflücker_innen auf indischen Teeplantagen umgerechnet nur zwischen 1,73 und 2,14 Euro pro Tag. Dies ist weniger als die Hälfte dessen, was einem existenzsichernden Lohn entspräche. Die Folge: 56 Prozent der befragten Plantagenarbeiter_innen haben nicht ausreichend zu essen und lebt unter der Armutsgrenze.

Um zu verhindern, dass Ungleichheiten zwischen und in Staaten sich weiter vergrößern, müssen endlich die Versprechen eingelöst werden, die der Weltbevölkerung mit der Agenda 2030 gegeben wurden.

Ziel der Agenda 2030: Armut in allen Formen beenden

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung steckt in diesem Sinne voller Versprechen, voller Ziele und notwendiger Schritte. Sie wurde 2015 von den Vereinten Nationen (UN) verabschiedet und benennt einen umfassenden und ehrgeizigen Weg hin zu einer lebenswerten Welt für diese und die nächsten Generationen. Die Beendigung von Armut in all ihren Dimensionen ist dabei als erstes Ziel festgehalten. Bis 2030 möchte die Staatengemeinschaft alle Ziele für alle Menschen erreichen. Doch bereits vor dem Ausbruch von Sars-CoV-2 war klar: Im gegenwärtigen Tempo ist das unmöglich.

Auch die deutsche Regierung hat sich den 17 Nachhaltigkeitszielen verpflichtet, doch setzt dies bisher nicht kohärent genug um. Und dass, obwohl sie Armutsbekämpfung als eines ihrer priorisierten Ziele und als „Qualitätsmerkmal“ benennt (vgl. Seite 34). Im März dieses Jahres wurde die Aktualisierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht, die die Umsetzung der Agenda 2030 in und durch Deutschland regeln soll. Doch dies ist unserer Ansicht nach nicht weitreichend genug. Für uns ist klar: Der Übergang in eine nachhaltige Zukunft ist keine Option, sondern ein Muss.

In den kommenden Jahren brauchen wir daher eine Bundesregierung, die den Weg dorthin aktiv gestaltet und entsprechend dem Leitbild der Agenda 2030 dafür Sorge trägt, dass wir „niemanden zurücklassen“. Wir müssen gewaltige Fortschritte machen, um zukünftig in einer gerechten und nachhaltigen Welt leben zu können. Die Agenda 2030 weist uns den Weg und hat die notwendigen Schritte bereits aufgezeichnet. In diesem Sinne erwarten wir von der zukünftigen Bundesregierung, dass

… die Agenda 2030 der Rahmen für das gesamte Regierungshandeln ist und ressortübergreifend kohärent und orientiert an menschenrechtlichen Standards umgesetzt wird.

… die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie globaler ausgerichtet und um dafür geeignete Indikatoren erweitert wird.

… alle Bundesministerien verbindliche Vorgaben zur Umsetzung der Agenda 2030 und der Nachhaltigkeitsstrategie erhalten. Die spezifischen Maßnahmen sollten regelmäßig im Bundestag und in anderen öffentlichen Foren diskutiert und von der Zivilgesellschaft kommentiert werden.

… für alle Bundesgesetze eine verpflichtende Folgenabschätzung durchgeführt wird, der ambitionierte Nachhaltigkeitskriterien zugrunde liegen.

… sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit konsequent daran ausgerichtet, die weltweite Ungleichheit zu verringern und den Grundsatz „niemanden zurücklassen“ auf nationaler und internationaler Ebene zu leben.

Dieser Artikel ist Teil unserer Themenreihe zur Bundestagswahl 2021, in der wir unsere Erwartungen für die kommende Legislaturperiode formulieren. Die Blogserie basiert auf unserem aktuellen Positionspapier Was jetzt #WeltWeitWichtig ist – Erwartungen an die Parteien zur Bundestagswahl 2021. Darin fordern wir die Parteien, die zukünftigen Abgeordneten und die kommende Bundesregierung auf, ihre Prioritäten auf eine nachhaltige Politik zu richten, die alle mitnimmt!

Lesen Sie mehr dazu unter www.weltweitwichtig.de.

17. Juni 2021

ONE - 17. Juni 2021 - 11:59
1. Mehr Unruhen in Zeiten der Pandemie

Zeit Online, Spiegel, ZDF.de, das Handelsblatt und Yahoo Nachrichten berichten, dass die Welt in Zeiten der Pandemie konfliktreicher geworden ist. Das sei das zentrale Ergebnis des jährlichen Global Peace Index, den das Institute for Economics and Peace in London für 2020 veröffentlichte. Damit habe sich die Friedenssituation im Schnitt zum neunten Mal in 13 Jahren verschlechtert. Obwohl das Niveau von Konflikten und Terrorismus im Jahr 2020 insgesamt gesunken sei, haben politische Instabilität und gewalttätige Demonstrationen zugenommen, so Steve Killelea, Gründer des Instituts. Das führe er auf die Corona-Pandemie zurück. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie würden weitere Unsicherheiten schaffen, so Killelea. 

2. Brüssel will Anti-Terror-Einsatz in Mosambik

Laut einem Medienbericht der Welt, der auch von Der Standard, der Presse Augsburg und der Oldenburger Onlinezeitung aufgegriffen wird, will die EU als Reaktion auf den wachsenden Einfluss von islamistischen Terroristen im Norden Mosambiks einen Militäreinsatz starten. Die EU-Außenminister würden einen entsprechenden Beschluss bei ihrem Treffen am 12. Juli in Brüssel fassen, laut Welt unter Berufung auf EU-Diplomaten. Konkret solle vor Ort eine “schnelle Eingreiftruppe”, Eliteeinheiten mosambikanischer Soldat*innen, ausgebildet werden. Ein Kampfeinsatz der EU-Soldat*innen sei nicht vorgesehen. Der Einsatz werde zunächst auf zwei Jahre befristet, das Kommando solle Portugal übernehmen. 

3. Die “tödliche dritte Welle” in Afrika

Martina Schwikowski thematisiert in der Deutschen Welle, dass die dritte Corona-Welle in vielen afrikanischen Ländern angekommen sei. Während die Infektionszahlen in vielen Ländern steigen, fehle es an Geld und Impfstoffen. Auf seiner Westafrika-Reise will Entwicklungsminister Müller die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie vor Ort, aber auch die Möglichkeiten zur eigenen Impfstoffherstellung in Westafrika diskutieren. Auf seiner ersten Station in Togo sprach er mit Pharmaproduzenten und besichtigte Produktionsanlagen. Zeit Online und Spiegel thematisieren, dass die Aussetzung der Patente für Covid-Impfstoffe die Impfkampagne in vielen von Armut betroffenen Ländern beschleunigen würde. Nun werde Kritik gegen Deutschland lauter, wo sich die Regierung  noch immer dagegen stelle. Zudem berichten Evangelisch.de und Migazin, dass Geflüchtete in vielen armen Ländern laut einer Umfrage des Kinderhilfswerks World Vision keinen Zugang zu Corona-Impfungen erhalten. Sie stünden in der weltweiten Impfhierarchie weit unten auf der Liste, obwohl sie einem vergleichsweise hohen Infektionsrisiko ausgesetzt seien, erklärte die Hilfsorganisation.

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Engaging Employees is Key in Becoming a Sustainable Organisation

SCP-Centre - 17. Juni 2021 - 11:59

The way companies approach the integration of sustainability principles into their culture and working practices is as varied as the companies themselves. Top management responsibility and commitments are often regarded as the most important means and indicators for formal sustainability integration. But do they also need to be the starting point? Putting employees in the driver’s seat from the beginning may offer significant advantages.

Some organisations do not start with a sustainability strategy at the top, but as a cross-cutting cultural process. This was the case with a German municipal utility whose human resources (HR) team wanted to hear their employees’ perspectives on sustainability and how they could best align it with current and future sustainability-related processes and projects.

The human resource factor as the driving force

What if a topic that really drives and motivates you is taken up within your company, but you are not part of the process? That’s why employee engagement from early on is key. Sustainability is meaningful, motivating, and contagious. With more and more people willing to be an active part of the sustainable transformation, HR departments increasingly report the need to have a strong sustainability focus that not only attracts new talent, but helps to retain and further develop employees.

Engaging colleagues at different functions and hierarchy levels

With the municipal utility we started with an application process open to all its employees for an initial workshop series. With a diverse group of about 20 highly-motivated employees, we facilitated three workshops to exchange views and ideas on sustainability. Working with the Golden Circle concept, we developed a proposal for the purpose of the companies’ sustainability journey (the “Why?”), the way to get there (the “How?”), and ideas for concrete measures (the “What?”).

In addition to the workshop series, the CSCP facilitated qualitative interviews with executives to better understand their current perception as well as opportunities and challenges on the road towards more sustainability. Based on these we will reach out to all executives via surveys to review the general awareness as well as hot topics to consider when further embedding sustainability into various processes and projects.

Why this is worth the effort?

The results of such open and honest discussions on eye level lead often to practical suggestions from the operational implementation perspective. If taken up by top management, these suggestions are often far better accepted compared to top-down strategies. Also, our surveys and feedback talks at the end of such engagement phases regularly reveal that dealing with sustainability issues and their concrete implementation is experienced as motivating and meaningful. And last but not least, there are exciting insights from the participants that are important for embedding cross-cutting issues like sustainability: In everything we do, we need to ask ourselves, is it possible to do it more sustainably? Here, too, the personal insights of colleagues will always carry more weight than messages from external facilitators.

While sustainability strategies are often developed with a strong focus on hot topics (the “What?”), they may lack a more in-depth dialogue on how a motivating and guiding purpose may also include sustainability (the “Why?”) and how the cultural setting and way of working and cooperating may require change and new experiments (the “How?”). Combining this holistic view with employee engagement may not only be a good starting point, but also support organisations with ongoing sustainability strategies in order to review and strengthen internal ownership. With the focus on developing a sustainability culture aimed at empowering employees to become internal and external ambassadors, proactive HR departments have a highly important new role to play.

For further information and to exchange with us on the role of enterprises in accelerating the sustainability transformation, please contact Stephan Schaller.

Der Beitrag Engaging Employees is Key in Becoming a Sustainable Organisation erschien zuerst auf CSCP gGmbH.

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Angela Bähr als Expertin in Fachzeitschrift DIE STIFTUNG

DSW - 17. Juni 2021 - 11:50

Angela Bähr, Programmdirektorin der DSW.

Was ist wichtig in der Entwicklungszusammenarbeit? Wo liegen Chancen, wo Herausforderungen? Diese und viele weitere Fragen wurden beim Roundtable der Fachzeitschrift DIE STIFTUNG geklärt. Mit dabei war auch Angela Bähr, stellvertretende Geschäftsführerin und Programmdirektorin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Ein Thema, das immer wieder aufkam, war die Corona-Pandemie. „Die unzureichende Gesund­heitsversorgung im ländlichen Raum wird durch Covid-19 sichtbar wie unter einem Brennglas“, erklärt Angela Bähr. Die Pandemie hat gezeigt, wo die Entwicklungszusammenarbeit ausgebaut werden muss, nämlich vor allem bei digitalen Angeboten – auch im Bereich Gesundheit. Der Roundtable spricht neben bisherigen Erfahrungen auch über die kürzlich angelaufene Stiftungsallianz für Afrika (SAfA) und die positiven Synergieeffekte, die sich aus der Verzahnung von unterschiedlichen Aspekten der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) ergeben. Die SAfA ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Entwicklungszusammenarbeit in Zukunft aussehen kann.

Wenn Stiftungen zusammenarbeiten, ergeben sich viele Vorteile

In der SAfA arbeiten verschiedene Organisationen gemeinsam in Äthiopien daran, die Perspektiven für junge Menschen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren zu verbessern. Jede Organisation bringt sich mit ihrem spezifischen Knowhow ein. Eine der Stiftungen in dem Zusammenschluss ist die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Auf verschiedenen Ebenen bekommen jungen Menschen das Angebot, sich Wissen anzueignen und ihre Perspektiven weiterzuentwickeln, um gar nicht erst in eine Armutsspirale zu geraten. Die DSW macht Angebote zu Familienplanung und körperlicher Selbstbestimmung. Damit wird vermieden, dass Mädchen bereits im Teenageralter schwanger werden und deshalb die Schule abbrechen. Auch Informationen zur Gleichstellung der Geschlechter stellt die DSW bereit, um insbesondere die Lebensperspektiven von Mädchen zu erweitern und zu verbessern. Andere Stiftungen und Organisationen innerhalb der SAfA konzentrieren sich auf die Bildung von jungen Menschen und fördern eine nachhaltige Landwirtschaft.

Mit beim Roundtable waren neben Angela Bähr auch Erich G. Fritz (Georg-Kraus-Stiftung), Michael Opitz (Hanns-R.-Neumann-Stiftung), Ralf Tepel (Karl-Kübel-Stiftung) und Prof. Claudia Warning (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ), die fast alle ebenfalls im Umfeld der SAfA tätig sind.

Das ganze Gespräch können Sie hier nachlesen.

Der Beitrag Angela Bähr als Expertin in Fachzeitschrift DIE STIFTUNG erschien zuerst auf DSW.

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How to align national Covid-19 recoveries with the Sustainable Development Goals

DIE - 17. Juni 2021 - 11:07

The Covid-19 crisis encompasses multifaceted and interconnected risks and vulnerabilities, which extend to wide-ranging humanitarian, social, economic and environmental dimensions. The pandemic and its consequences also challenge the efforts to realize the 2030 Agenda and its Sustainable Development Goals (SDGs) in a holistic manner. As stated by the UNSG, Antonio Guterres, at the recent SDG Summit, “the 2030 Agenda is designed to address the very fragilities and shortcomings that the pandemic has exposed”. Almost one year later, what can be said about national recoveries and the extent to which these have used the transformative ambition and design of the 2030 Agenda? How can we ensure that recovery plans and investments do move us closer towards SDG achievements and not the other way round? These and many other questions were raised and discussed in a series of high-level dialogues jointly organized by IDDRI and the DIE (German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik) that brought together a group of government officials, specialized agencies and international organisations, as well as think tank representatives from all regions of the world. Some initial insights and takeaways are presented in this blog post.

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