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Warum ist Multilateralismus so wichtig?

EurActiv - 21. September 2019 - 16:40
Am 23. September werden sich die Staats- und Regierungschefs der Welt bei den Vereinten Nationen in New York versammeln, um erneut darauf hinzuweisen, dass das globale Versprechen, eine gerechtere und nachhaltigere Welt aufzubauen, beschleunigt werden muss, schreiben Ulrika Modéer und Ahunna Eziakonwa.
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Nach millionenfachem Protest: Eine Woche der Lackmus-Tests

Baustellen der Globalisierung - 21. September 2019 - 14:45
Nachdem gestern weltweit Millionen (nicht nur) jüngerer Menschen für mehr Tempo in der internationalen Klimapolitik demonstriert haben, folgt nächste Woche der Lackmus-Test. Mindestens sechs Gipfel finden in New York statt. Doch drei sind am wichtigsten und könnten einen Unterschied machen: der Klimaaktionsgipfel des UN-Generalsekretärs am Montag (23.9.), der Gipfel zu den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) am Dienstag und Mittwoch (24./25.9.) und der Gipfel zur Entwicklungsfinanzierung am Donnerstag (26.9.). NGOs und zivilgesellschaftliche Watchdogs hoffen darauf, dass der Gipfelmarathon mehr positive Aktionen zum Klimanotstand, zur Umsetzung der SDGs hervorbringt und die Richtung der Finanzierung von Entwicklung ändert.

Jens Martens vom Global Policy Forum und Mitherausgeber von W&E hofft auf das Ende von Business-as-usual, wenn sich über 100 anwesende Regierungschefs bewusst werden, dass ihre bisherigen Zusagen zur Verbesserung des Lebens von Milliarden Menschen fehlgeschlagen sind, die Ungleichheit weiter wächst und der Planet noch mehr aufgeheizt wird. Zum Klimaaktionsgipfel sagt Indrajit Bose vom Third World Network: „Die Industrieländer müssen zu ihrer Verpflichtung stehen und die Emissionen kürzen und die versprochenen Finanzmittel zur Milderung und Anpassung an den Klimawandel bereitstellen.“ Zum SDG-Gipfel hat ein Reflection Group eine Zwischenbilanz erstellt: Die Regierungen sollten die Gelegenheit ergreifen und sich von der Deregulierungspolitik, der Konzernfreundlichkeit und der Selbstregulierung ‚der Märkte‘ abwenden.
Mit Blick auf der Finanzierungsgipfel sieht Roberto Bissio von Social Watch eine wichtige Veränderung darin, dass die Propaganda „Es gibt keine Alternative zum Neoliberalismus“ der Vergangenheit angehört. „Wir drängen alle Gipfelteilnehmer, die öffentlichen Finanzen auf allen Ebenen zu stärken.“ Die Reflection Group begrüßt die Diskussion auf dem Finanzgipfel zum Thema „Nutzung der öffentlichen Ressourcen für gleichere und nachhaltigere Gesellschaften, einschließlich des Kampfes gegen illegitime Finanzflüsse“. Sie will Steueranreize für Konzerne verhindern und die globale Steuerkooperation gegen Steuervermeidung verbessern.
Für alle diese Reformen braucht eine gut ausgestattete nationale und internationale öffentliche Institutionen. Auf globaler muss die erste multilaterale Institution, die UN, auf den Stand der Zeit gebracht und gestärkt und demokratisiert werden.- Dies alles sind hochgesteckte und ehrgeizige Ziele; aber darunter wird man kaum von einem Erfolg dieser Gipfelwoche sprechen können.
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21.09.2019 UN-Gipfelwoche steht im Zeichen von Klima und nachhaltiger Entwicklung

BMZ - 21. September 2019 - 11:00
New York – Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung stehen im Mittelpunkt der 74. UN-Generalversammlung in der kommenden Woche. UN-Generalsekretär António Guterres hat die Weltgemeinschaft vom 23. bis 25. September 2019 zum Climate Action Summit und zum Sustainable Development Summit eingeladen. Auf beiden Gipfeln sollen sich Staaten zu größeren Ambitionen in ihrer Klimaschutz- und Entwicklungspolitik bekennen. Bundesumweltministerin Schulze und ...
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UN Climate Summit: 23 September

Global Policy Watch - 20. September 2019 - 12:30

Will world leaders at the Climate Summit match the courage of the school students who strike around the world against the climate emergency, or will they be put to shame?

20 September, New York: Will the tone of Monday’s UN Climate Summit pale in contrast with the courage of striking students who are taking a day off school in 120 countries,  to march for action to confront the climate emergency, though many know they could face severe penalties?

“We demand and expect the UN and leaders around the world to lead. With young people taking that role, now they have to show us they can catch up”, said Barbara Adams, from Global Policy Watch, a UN watchdog.

The climate emergency comes nearer every day, with the total devastation of the Bahamian Island of Abaco by Cyclone Dorian as the most recent example of the catastrophic effects of climate change. With temperatures predicted to rise by 1.5℃ in 10 years, ‘business as usual’ is no longer an option.

Developed countries must fulfil commitments to address the climate emergency

In the lead-up to the Climate Summit UN Secretary-General António Guterres has asked governments to promote action to address the climate emergency.

Writing in the Reflection Group’s Spotlight 2019, a report on the status of the 2030 Agenda,* Indrajit Bose, senior researcher with Third World Network, calls on developed country governments, which are responsible for causing the climate emergency, to uphold their commitments to support developing countries, which are already experiencing the effects.

Developed countries have – grudgingly – acknowledged their responsibility for the climate emergency, and pledged billions of dollars to support developing countries.

At the Copenhagen Climate Summit in 2010, they agreed to address the needs of developing countries, and at the 2015 Paris Climate Summit, the Green Climate Fund (GCF) was operationalised. It was agreed to mobilise US$100 billion a year by 2020 for the most vulnerable developing countries to take adaptation and mitigation measures.

Will developed countries step up to the plate at the Climate Summit?

“Those who have benefitted the most, must accept they need to change the most, and to make reparations”, says Barbara Adams. ”We wait to see if developed countries will use the occasion of the Climate Summit to agree to make good on their commitments for the GCF’s first formal replenishment in 2019”.

Unfortunately, the prospects are not good. Developed countries have tried to cut down on their financial commitments on the grounds that they will only give funds to match money that developing countries have accessed from other sources. In another sleight of hand, in order to increase their power on the Green Climate Fund Finance Board, they have tried to link their voting rights to the level of funds they agreed to put in, thus changing the current balance of 12 members from developing and 12 members from developed countries.

In his Spotlight contribution, Indrajit Bose emphasises that developed countries must:

  • fulfil their obligations on climate finance;.
  • recognise the critical need to help developing countries increase capacity to implement low-emissions and climate-resilient projects and programmes;.
  • stick to the Paris Agreement on a new collective, quantified finance goal before 2025 to take developing countries’ needs into account.

Will world leaders take the lead from the world’s children in pushing for stronger action on the climate emergency and on climate finance, or will they be put to shame?

For more information, or to talk to Barbara Adams or Indrajit Bose, please contact: Daphne Davies: Tel/WhatsApp +447770230251, Daphnedoubled@gmail.com * The Reflection Group on the 2030 Agenda for Sustainable Development is a joint initiative by a number of leading global civil society organisations including economic and social policy organisations, women’s groups and trade unions. It is supported by the Friedrich Ebert Stiftung. www.2030spotlight.org

Its publication Spotlight 2019 can be found here.

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Sicherheitsrat: Zwei Resolutionsentwürfe, kein Konsens über Waffenstillstand im syrischen Idlib

Vereinte Nationen - 20. September 2019 - 11:50

20. September 2019 - Der UN-Sicherheitsrat hat am Donnerstag keinen Konsens über eine der beiden konkurrierenden Resolutionen für ein Ende der Feindseligkeiten in Idlib, Syrien, erzielen können. Dies ist die letzte Provinz, die noch immer größtenteils von Rebellen besetzt ist, in der vom Krieg zerstörten Nation.

Ursula Müller, die stellvertretende Generalsekretärin der Vereinten Nationen für humanitäre Angelegenheiten, sagte vor der Abstimmung, dass Berichten zufolge ein von Russland am 30. August angekündigter einseitiger Waffenstillstand zu einem Rückgang der Kämpfe in der nordwestlichen Region geführt habe. Unsicherheit und eine „alarmierende“ humanitäre Situation bestehen jedoch fort.

„Der fragile Waffenstillstand hat eine Perspektive in den Mittelpunkt gerückt, die für diesen Sicherheitsrat nur allzu vertraut sein sollte: Weitere Kämpfe werden Tausende von Zivilisten gefährden und vertreiben. Weitere Vertreibungen werden noch mehr Bedürfnisse schaffen. Weitere Bedürfnisse werden Hilfskräfte überfordern, die bereits jetzt schon an ihre Grenzen stoßen", sagte sie der Kammer.

Humanitäre Helfer erreichen jeden Monat mehr als 1,6 Millionen Menschen in der Idlib-Region durch grenzüberschreitende Operationen aus der Türkei.

Rund 400.000 Einwohner sind seit Mai nach einer Eskalation der Militäroperationen aus ihren Häusern geflohen. Sie sind in Gebiete nahe der Grenze gedrängt worden, die bereits dicht besiedelt sind, was die Aufnahmegemeinschaften weiter belastet.

Müller betonte, dass Obdach ein wichtiges Anliegen sei. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage und des knappen Angebots könnten sich viele Familien keinen Wohnraum leisten. Angesichts des bevorstehenden Winters schätzen die Hilfsorganisationen, dass sie mehr als 68 Millionen US-Dollar benötigen, um den Bedürftigen zu helfen.

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3 Gründe, warum die Klimabewegung so wichtig ist

ONE - 20. September 2019 - 10:49

Hier bloggt Stephan Exo-Kreischer, Leiter des Büros von ONE in Deutschland. 

Seit rund einem Jahr beobachte ich fasziniert und begeistert, wie jeden Freitag Schüler und Schülerinnen in ganz Deutschland für unsere Zukunft auf die Straße gehen. Wir bei ONE sind zwar keine Organisation, die als vorderstes Ziel den Klimawandel bekämpft. Dennoch freue ich mich riesig über die aktuelle Klimadebatte, da sie sehr stark mit drei unserer Herzensanliegen verwoben ist.

  1. Das Engagement von jungen Menschen macht einen großen Unterschied

    Starke Aktivistinnen in Aktion gegen Armut

    Es klingt vielleicht wie eine Plattitüde, doch der Jugend gehört die Zukunft. Deshalb finde ich es unglaublich wichtig, dass sich junge Menschen in politischen Debatten Gehör verschaffen. Bei ONE haben wir vor 9 Jahren das ONE-Jugendbotschafter*innenprogramm ins Leben gerufen. Die Teilnehmer*innen werden in politischer Lobby-, Kampagnen- und Medienarbeit geschult und setzen sich mit uns für eine Welt ohne extreme Armut ein. Sie haben erkannt, dass auch dieses Thema entscheidend für unsere Zukunft ist.

    Ich bin immer wieder beeindruckt von dem Engagement, das die Jugendbotschafter*innen zeigen und freue mich sehr, dass viele von ihnen neben ONE auch bei Fridays for Future oder vielen anderen Bewegungen dabei sind. Für mich ist völlig klar: Die Jugend von heute ist hochpolitisch, blickt über den Tellerrand hinaus und erkennt globale Zusammenhänge – wer etwas anderes behauptet, lebt auf einem anderen Stern. Mein Wunsch Richtung Politik ist: Nehmt die Forderungen von Greta Thunberg, Luisa Neubauer und ihren Mitstreiter*innen verdammt noch mal ernst.

  2. Der Kampf gegen die Folgen des Klimawandels ist auch der Kampf gegen Armut

    Landwirtschaft ist ein Schlüsselsektor in vielen Ländern Afrikas (Credit:A.Fleuret_USAID)

    Wir bei ONE kämpfen für eine Welt, in der jeder Mensch das Recht auf ein Leben in Würde hat. Eine Welt, in der extreme Armut Vergangenheit ist. Dafür ist die Bekämpfung des Klimawandels zentral. Denn es sind häufig diejenigen am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen, die ihn am wenigsten verursacht haben und in extremer Armut leben. Darunter sind viele Menschen in den Ländern Afrikas.

    Laut dem Globalen Klima-Risiko-Index von Germanwatch hatte der afrikanische Kontinent innerhalb der vergangenen 20 Jahre am meisten mit Naturkatastrophen zu kämpfen – mit verheerenden Konsequenzen für die Menschen vor Ort. Ein Beispiel sind länger anhaltende Dürren in Regionen Subsahara-Afrikas oder das Austrocknen des Tschadsees, das einst zu den größten und wichtigsten Trinkwasserreservoiren des Kontinents gehörte. Dadurch gerät die Landwirtschaft unter Druck, im schlimmsten Fall entstehen Trinkwasserengpässe, Hungerkrisen und politische Instabilität.

    Das ist besonders vor dem Hintergrund fatal, dass Landwirtschaft eigentlich ein zentraler Motor im Kampf gegen extreme Armut sein könnte: Einerseits, weil Afrika mit seinen großen, landwirtschaftlich nutzbaren Flächen zweifellos das Potenzial hätte, sich selbst zu versorgen. Andererseits, weil die Landwirtschaft dazu beitragen kann, jungen Menschen berufliche Perspektiven zu bieten. Dies ist nur ein Beispiel, doch es unterstreicht deutlich den globalen Zusammenhang zwischen Klimadebatten in Europa und Afrika.

  3. Armut ist sexistisch: Wenn wir Frauen stärken, gewinnt das Klima

    Fairer Zugang zu Bildung stärkt Mädchen und das Klima

    Ein zentrales Anliegen von ONE ist die Stärkung von Mädchen und Frauen. Mit dem Slogan ‚Armut ist sexistisch‘ machen wir darauf aufmerksam, dass häufig Frauen besonders stark von Armut betroffen sind. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: Beispielsweise dürfen in vielen Ländern Mädchen seltener eine Schule besuchen als Jungen, Frauen dürfen vielerorts kein Unternehmen gründen oder erhalten keinen Zugang zu finanziellen Dienstleistungen – z.B. einem Konto oder Kredit –, um für die Zukunft vorzusorgen. Wenn wir extreme Armut aus der Welt schaffen wollen, müssen wir die Situation von Frauen unbedingt verbessern.

    Doch was viele nicht wissen: Frauen spielen nicht nur eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Armut, sondern auch im Kampf gegen den Klimawandel. Auf ein spannendes Beispiel für diesen Zusammenhang hat mich ONE-Jugendbotschafterin und Fridays for Future – Aktivistin Luisa Neubauer kürzlich aufmerksam gemacht: Die Initiative „Project Drawdown“ hat ermittelt, dass wir den globalen CO2-Ausstoß in den nächsten 30 Jahren um 122 Milliarden Tonnen verringern könnten, wenn Frauen und Mädchen gestärkt und geschlechterspezifische Ungleichheiten beispielsweise beim Zugang zu Bildung beseitigt würden.

    Du fragst dich, was Bildung mit CO2 zu tun hat? Erhalten Frauen eine mehrjährige Ausbildung, haben sie weniger Kinder, sie erzielen höhere Löhne und ihre landwirtschaftlichen Betriebe sind produktiver. Bildung stärkt ihre Widerstandsfähigkeit und rüstet sie gegen die Folgen des Klimawandels. Wenn Frauen dann auch noch einen gleichberechtigten Zugang zu landwirtschaftlichen Produktionsmitteln, Finanzdienstleistungen und Land bekommen, macht das einen riesigen Unterschied für das Klima. Denn über 40 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte weltweit sind Frauen und diese bauen 60 bis 80 Prozent der Nutzpflanzen in ärmeren Teilen der Welt an. Klingt zu gut um wahr zu sein? Dann empfehle ich dir unbedingt den inspirierenden TED-Talk von Katharine Wilkinson von Project Drawdown.

All das sind Gründe, warum die Bewegungen gegen extreme Armut und den Klimawandel eng verknüpft sind. Mindestens ebenso wichtig wie diese eher sachlich-nüchterne Begründung ist für mich persönlich aber, dass ich mit meinen zwei kleinen Söhnen jeden Tag zwei Vertreter der Generation in meinen Arm nehme, die nach derjenigen kommt, die derzeit für ihre Zukunft auf die Straße geht. Ein wichtiger Grund, warum ich jeden Tag dafür arbeite, die Welt ein Stück weit besser zu machen. Grundlegend ist aber, dass wir alle gemeinsam daran arbeiten, dass wir noch eine Welt haben, die wir unseren Kindern übergeben können und wollen. 

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Den Stillstand überwinden

#2030Agenda.de - 20. September 2019 - 9:52
Vor dem kommenden SDG-Gipfel der Vereinten Nationen am 24. und 25. September kommentiert und analysiert der renommierte Experte Jens Martens (u.a. Geschäftsführer des Global Policy Forums in New York; Koordinator der globalen Civil Society Reflection Group on the 2030 Agenda for Sustainable Development) die derzeitige Umsetzung der Agenda 2030 in Österreich und weltweit. Zum Ende hin gibt er auch Empfehlungen ab, wie wir den Stillstand überwinden können.
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Nachhaltiges Europa?

#2030Agenda.de - 20. September 2019 - 9:52
Die EU-Kommission sieht die EU als Vorreiterin bei der Umsetzung der Agenda 2030 und nimmt in einem Refle­xionspapier vor allem andere Staaten in die Pflicht. Hier knüpft die Kritik von zivilgesellschaftlichen Organisationen an: Nach Verabschiedung der Agenda 2030 und der SDGs im Jahr 2015 habe die EU weder mit der konsequenten Umsetzung der SDGs auf EU-­Ebene begonnen noch eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Stattdessen trete die Kommission auf der Stelle, indem sie auch vier Jahre nach Verabschiedung der SDGs noch immer darüber ‚reflektiere’, wie diese in, mit und durch die EU umgesetzt werden könnten. Gleichzeitig verfol­ge die EU weiterhin nicht­ nachhaltige Politikkonzepte in wichtigen Bereichen wie der Landwirtschafts­- oder Han­delspolitik, die teilweise in direktem Widerspruch zur Ver­wirklichung der SDGs stünden.
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Neues Briefing: Nachhaltiges Europa?

Global Policy Forum - 20. September 2019 - 8:07

Die EU-Kommission sieht die EU als Vorreiterin bei der Umsetzung der Agenda 2030 und nimmt in einem Refle­xionspapier vor allem andere Staaten in die Pflicht. Hier knüpft die Kritik von zivilgesellschaftlichen Organisationen an: Nach Verabschiedung der Agenda 2030 und der SDGs im Jahr 2015 habe die EU weder mit der konsequenten Umsetzung der SDGs auf EU-­Ebene begonnen noch eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Stattdessen trete die Kommission auf der Stelle, indem sie auch vier Jahre nach Verabschiedung der SDGs noch immer darüber ‚reflektiere’, wie diese in, mit und durch die EU umgesetzt werden könnten. Gleichzeitig verfol­ge die EU weiterhin nicht­ nachhaltige Politikkonzepte in wichtigen Bereichen wie der Landwirtschafts­- oder Han­delspolitik, die teilweise in direktem Widerspruch zur Ver­wirklichung der SDGs stünden.

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Jedes Kind hat ein Recht auf Zukunft

Unicef - 20. September 2019 - 0:01
Die Zukunft von Kindern weltweit ist in Gefahr, wenn wir uns der realen Bedrohung durch den Klimawandel nicht entschieden entgegenstellen. Georg Graf Waldersee, Vorstandsvorsitzender von UNICEF Deutschland, ergreift zum Weltkindertag und zum globalen Klimastreik am 20.9. das Wort.
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Grosse Ziele, aber kein Plan

#2030Agenda.de - 19. September 2019 - 21:52

Am 24. und 25. September kommen die Staats- und Regierungschef dieser Welt in New York zusammen, um erstmals eine Zwischenbilanz zum Umsetzungsstand ihrer gemeinsamen Nachhaltigkeitsagenda zu ziehen. Ein weiterer UN-Gipfel also, bei dem sich unsere Regierenden treffen – um zu reden und sich bestenfalls Verantwortlichkeiten hin und her schieben oder schlimmer noch, die Missstände klein- und schönreden. Aber sie lassen sich nun mal nicht weglächeln. Auch ohne Gipfel wissen wir bereits, dass die Zahl der Hungernden wieder steigt, die Ärmsten immer ärmer und Reichen absurderweise immer reicher werden, die Artenvielfalt dramatisch abnimmt und die Klimakrise unvermindert voranschreitet – mit einem Wort, wir entwickeln uns nicht hin zu einem nachhaltig gerechten Miteinander in dieser Welt, sondern eher davon weg. Dabei steht genau das hinter den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDGs), denen sich die 193 UN-Staaten im Jahr 2015 verschrieben haben: die Sicherstellung einer gerechten gesellschaftlichen Entwicklung auf sozialer, ökonomischer und ökologischer Ebene. Vorrangig geht es dabei um die Verringerung von ungleichen Lebensstandards in und zwischen den Staaten, die Schaffung von Chancengleichheit aller Menschen und den Erhalt von Ökosystemen. Bis 2030 soll jedes Land eigene Maßnahmen umgesetzt haben, die zur Erfüllung dieser Ziele führen

In dieser

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WFTO -Konferenz: Fairer Handel braucht Klimaschutz

BfdW #Nachhaltigkeit - 19. September 2019 - 18:54
Alle zwei Jahre beraten Akteurinnen und Akteure des Fairen Handels auf einer Internationalen Konferenz über die Zukunft des Fairen Handels. Die dringlichste Herausforderung für Fair Handels-Produzentinnen und Produzenten ist der Klimawandel.
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WFTO -Konferenz: Fairer Handel braucht Klimaschutz

BfdW - 19. September 2019 - 18:54
Alle zwei Jahre beraten Akteurinnen und Akteure des Fairen Handels auf einer Internationalen Konferenz über die Zukunft des Fairen Handels. Die dringlichste Herausforderung für Fair Handels-Produzentinnen und Produzenten ist der Klimawandel.

Die Internationale Fair Handels-Konferenz wird von der World Fair Trade Organisation veranstaltet. Sie ist die weltweit größte Internationale Konferenz der Fair Handels-Bewegung. Dieses Jahr treffen sich im peruanischen Lima über 300 Akteurinnen und Akteure der gesamten Wertschöpfungskette des Fairen Handels. Produzentinnen und Produzenten, Kooperativenvertreterinnen und -vertreter, Fairhandels-Importeure, wie beispielsweise die GEPA bis hin zu Einzelhändlerinnen und -händler, NGOs sowie Vertreterinnen und Vertreter der Vereinten Nationen. Auf der Agenda stehen große Fragen: Wie können neue Marktzugänge und mehr Wertschöpfung vor Ort geschaffen und faire Löhne für Arbeiterinnen und Arbeiter gewährleistet werden? Oder wie können Flüchtende in den Fairen Handel miteinbezogen werden? Dabei wird aber eins schnell klar: Ein Thema das in jeder Veranstaltung, ob am Rande oder als zentrales Thema diskutiert wird, ist der Klimawandel und die Herausforderungen, die dieser vor allem für Kleinproduzentinnen und -produzenten im Globalen Süden mit sich bringt. Kurz vor dem globalen Klimastreik am 20. September und dem UN-Klimasondergipfel in New York wird auch bei der Fair Handels-Konferenz in Lima die Dringlichkeit zum Handeln deutlich.

Vor allem im Kaffeesektor, dem Pionierprodukt des Fairen Handels, werden die Folgen des Klimawandels für die Produzentinnen und Produzenten besonders deutlich. Bis zum Jahr 2050 werden etwa 50 Prozent der heutigen Anbauflächen von Kaffee nicht mehr dafür geeignet sein, so Dario Soto Avril, Geschäftsführer von Fairtrade International auf der WFTO- Konferenz. In manchen Regionen, beispielsweise in Westafrika oder dem Kongo-Becken, wird sogar auf bis zu 80 Prozent der bisherigen Flächen kein Kaffee mehr angebaut werden können. Höhere Temperaturen fördern Pflanzenkrankheiten, wie den Kaffeerost, der im Jahr 2012/2013 80 Prozent der Ernte in Guatemala zerstörte. Die Kaffeeproduzentinnen und –produzenten konnten sich bis heute nicht vollständig von dieser Krise erholen. Stark schwankende Niederschläge können zu Qualitätseinbußen führen, wodurch Produzentinnen und Produzenten bei ohnehin historisch niedrigen Weltmarktpreisen noch geringere Preise erzielen. Somit ist die Anpassung an den Klimawandel für die Zukunftsfähigkeit kleinbäuerlicher Kaffeeproduktion von zentraler Bedeutung.

Auf der WFTO-Konferenz zeigt Hannady Melghem, Agraringenieurin und Kaffeeproduzentin aus Honduras, dass durch agrarökologische Anbaumethoden Anpassung an den Klimawandel möglich ist. Durch die Verwendung ökologischer Düngemittel wird die Umweltbelastung gesenkt. Durch das Pflanzen von schattenspendenden Bäumen kann die lokale Temperatur auf den Feldern verringert und das Wasser aufgrund dichterer Wurzeln im Boden besser gespeichert werden. Beim agrarökologischen Anbau fallen die Erträge pro Hektar zwar oftmals geringer aus, jedoch überwiegen die Vorteile: Es müssen keine teuren Düngemittel und Pestizide gekauft werden. Und die Kaffeepflanzen sind resistenter gegenüber Krankheiten und die Auslaugung der Böden wird verringert, wodurch die Erträge und die Qualität langfristig gesichert werden können.

In den Zehn Prinzipien des Fairen Handels ist der Umweltschutz fest verankert. Schulungen zur Anpassung an den Klimawandel sowie Beratung zu Wasser- und Umweltmanagement werden von lokalen Produzentennetzwerken, wie zum Beispiel der WFTO-Lateinamerika oder der CLAC, angeboten oder können durch die Fair Handels-Prämie finanziert werden. Doch das allein wird nicht ausreichen um die Zukunft von Kleinproduzentinnen und –produzenten zu sichern. Faire Preise, Geschlechtergerechtigkeit, existenzsichernde Einkommen und Löhne sowie geeignete politische Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Wirtschaften sind ebenso wichtig, wie Simel Esim von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu Beginn der WFTO-Konferenz bekräftigt.

Brot für die Welt setzt sich seit fast 50 Jahren für den Fairen Handel und die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kleinproduzentinnen und -produzenten ein und unterstützt die WFTO unter anderem bei der Stärkung ihres Garantie-Systems und der Weiterentwicklung eines Modells zur Berechnung von Fairen Löhnen vor Ort, das auf der Konferenz in Lima vorgestellt wurde.

Thema (BfdW) : Nachhaltiges WirtschaftenFairer HandelKlima, Energie und UmweltLinks: Publikation "Klimawandel und Herausforderungen für den Fairen Handel"
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Kindersterblichkeit weltweit: Warum sterben eigentlich Kinder?

Unicef - 19. September 2019 - 16:20
Fast alle zwei Sekunden stirbt weltweit ein Kind unter fünf Jahren. Warum ist die Kindersterblichkeit so hoch? Welche Länder sind besonders betroffen und was kann man tun, damit jedes Mädchen und jeder Junge eine Chance auf Überleben hat? Die wichtigsten Informationen im Überblick.
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Die Rechte der Kinder werden 30: Versprochen ist versprochen

Unicef - 19. September 2019 - 16:10
Am 20. November 1989 wurde die UN-Konvention über die Rechte des Kindes verabschiedet. In diesem Jahr feiern wir also 30 Jahre Kinderrechte. UNICEF-Geschäftsführer Christian Schneider ergreift zu diesem Anlass das Wort und spricht sich für die Kindheit von morgen aus.
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Soziale Ungleichheit überwinden – von der Utopie zur Realität

VENRO - 19. September 2019 - 15:58

„Soziale Ungleichheit überwinden – von der Utopie zur Realität“ – unter dieser Zielsetzung fand am 12. September 2019 unsere jährliche Konferenz zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung statt. Gemeinsam mit rund 160 Teilnehmenden aus den Bereichen Entwicklung, Umwelt und Klima sowie Soziales diskutierten wir über Ursachen und Perspektiven sowie konkrete Maßnahmen zur Überwindung sozialer Ungleichheit. Abseits der Diskussionsrunden boten sich bei der Konferenz zudem viele Gelegenheiten zum Austausch mit anderen Teilnehmenden.

Vier Erkenntnisse, die die Debatte über soziale Ungleichheit prägen, nehme ich von dem Konferenztag mit:

Soziale Ungleichheit – eine Frage der Definition: Wo soziale Ungleichheit anfängt, ist durchaus umstritten: Soll sie allein über das verfügbare Einkommen, das Vermögen oder über die Fähigkeiten und Kapazitäten eines Individuums gemessen werden? Auch ist umstritten, wie sie überwunden werden kann: Ist die Initiative der oder des Einzelnen gefragt? Wann sollten oder müssen Staat und Politik Maßnahmen ergreifen? Diese Fragen müssen – wie auch bei der Konferenz – immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und gemeinsam verhandelt werden. Unstrittig indes war: Extreme Armut und Hunger sind die gravierendsten Ausprägungen sozialer Ungleichheit. Sie gilt es überall – im globalen Süden und auch in Europa – mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Soziale Ungleichheit ist menschengemacht: Wir definieren nicht nur, was wir unter sozialer Ungleichheit verstehen. Wir tragen auch dazu bei, dass die Welt tatsächlich ungleich ist und bleibt. Deshalb muss der Blick stärker auf Exklusionsprozesse gelenkt werden. Wie genau werden die Reichen reicher, die Armen ärmer? Warum besteht weiterhin Ungleichheit zwischen Männern und Frauen? Und wie schlagen sich diese ökonomischen und sozialen Ungleichheiten auf die Möglichkeiten nieder, Einfluss auf politische Entscheidungsprozess zu nehmen? Was wir also brauchen sind wirkungsvollere Ansätze, die den Zugang zu politischen Regulierungs- und Entscheidungsprozessen auch für von Armut betroffene und marginalisierte Bevölkerungsgruppen erleichtern. Dafür braucht es eine starke Zivilgesellschaft, die eine solche Perspektive eröffnet und progressive Ansätze zur Überwindung sozialer Ungleichheit einfordert.

Eine ehrliche Debatte über Verantwortung und Kosten des Klimawandels führen: Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung können soziale Ungleichheit verschärfen. Beispielsweise werden in der Lausitz durch den Ausstieg aus der Kohle viele Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren und werden möglicherweise deshalb deutliche Einkommensverluste hinnehmen müssen, selbst wenn sie in den Tourismus oder in Pflegeberufe wechseln können. Mit einem teilweise deutlich geringeren Einkommen schränkt sich der wirtschaftliche und soziale Spielraum ein. In der Diskussion wurde deutlich, dass diese Herausforderung von Politik und Wirtschaft noch nicht ausreichend klar benannt, geschweige denn angegangen wird. Deshalb gab es den Aufruf an Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft eine „ehrliche Debatte über den Strukturwandel“ zu führen. Gemeinsam mit den Betroffenen – und nicht über ihre Köpfe hinweg – müsse entschieden werden, wie dieser sozial gerecht angegangen werden sollte.

Mit „der Wirtschaft“ reden: Rechtliche Regelung vs. freiwillige Selbstverpflichtung zur Verwirklichung sozial-ökologischer und menschenrechtlicher Standards bei der Produktion und in den globalen Lieferketten – Zivilgesellschaft und Unternehmenstehen sich teilweise kontrovers gegenüber. In der Diskussion wurde aber deutlich, dass ein konstruktiver Dialog bestehende Meinungsverschiedenheiten, wie soziale und ökologische Standards und die Menschenrechte in Produktion und Lieferkette durchgesetzt werden können, auflösen kann. Denn auch deutschen Unternehmen ist am Schutz der Menschenrechte und der Umwelt gelegen. Nur gemeinsam wird man eine Lösung finden.

Wer sich selbst einen kurzen Eindruck von der Konferenz verschaffen möchte, sollte einen Blick auf das Graphic Recording werfen.

Beeindruckt hat mich darüber hinaus wieder einmal der breite Veranstalterkreis der Konferenz und das große Interesse an einer Sektoren übergreifenden Diskussion über nachhaltige Entwicklung: Die Konferenz wurde von VENRO, dem Forum Umwelt und Entwicklung, dem Deutschen Naturschutzring, der Diakonie Deutschland, dem Paritätischer Gesamtverband, dem Forum Menschenrechte, dem CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung und der Klima-Allianz Deutschland ausgerichtet. Sie ist mittlerweile die größte jährlich stattfindende zivilgesellschaftliche Konferenz zur Verwirklichung nachhaltiger Entwicklung in Deutschland. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung kommt vier Jahre nach ihrer Verabschiedung endlich in der deutschen Zivilgesellschaft an.

Abschließend möchte ich noch auf das Netzwerk Agenda 2030 hinweisen. Dieses bietet Dachverbänden und Netzwerken der deutschen Zivilgesellschaft die Möglichkeit zum Austausch und zu gemeinsamen Aktivitäten rund um die nachhaltige Entwicklung. Aus seinem Kreis stammen die Veranstalter_innen der Konferenz und die Herausgeber_innen des jährlichen SDG-Reports. Das Netzwerk wird koordiniert von VENRO und dem Forum Umwelt und Entwicklung.

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