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SID Mitglieder Update

Lecture by NATO Secretary General Jens Stoltenberg

GIGA Event - 11. Juni 2020 - 11:27
Geopolitical Implications of COVID-19 Online GIGA Lecture Series Referent*innen Jens Stoltenberg (NATO Secretary General) Moderation

Prof. Dr. Amrita Narlikar (President of the GIGA)

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Shrinking Space im Schatten von Corona: Zivilgesellschaft befürchtet Autoritarisierung der politischen Systeme

VENRO - 10. Juni 2020 - 13:05

In Lateinamerika werden in Reaktion auf die Corona-Pandemie drastische Einschränkungen der Bürgerrechte in Schnellverfahren und ohne jede Ankündigung verhängt, berichtet Menschenrechtsexperte Stefan Ofteringer von unserem Mitglied MISEREOR. Die engagierte Zivilgesellschaft warnt vor eine Zunahme des Autoritarismus und der Militarisierung der Politik.

Seit Wochen stehen wir im engen Kontakt mit unseren Partnern in Lateinamerika, um die Auswirkungen der Corona-Krise zu analysieren. Nirgendwo hatte das Thema so eine Dynamik wie in Brasilien, denn von dem Moment an, als die Pandemie Lateinamerika erreichte, wurden intensive politische Konflikte um die angemessene Reaktion auf die Krise deutlich. Diese folgten zunächst den Bruchlinien in der stark polarisierten brasilianischen Gesellschaft, die sich zwischen Gegner_innen und Befürworter_innen des Präsidenten Jair Bolsonaro auftun. Nach kurzer Zeit wurde aber deutlich, wie sehr auch das Regierungslager gespalten ist, denn innerhalb weniger Wochen traten zwei Gesundheitsminister zurück, da beide die Untätigkeit des Präsidenten angesichts der Pandemie und seine Verbalattacken nicht mehr hinnehmen wollten. Nun ist Brasilien das Land mit der höchsten Ansteckungsrate in Lateinamerika, während der Präsident weiterhin von einem „Grippchen“ spricht.

Angesichts dieser polarisierten Situation befürchtet die engagierte brasilianische Zivilgesellschaft eine Zunahme des Autoritarismus und der Militarisierung der Politik. Kurz vor den landesweiten Protesten vom ersten Juni-Wochenende gegen die Untätigkeit der nationalen Regierung und die wachsende Repression wurde aus einem Abgeordnetenbüro einer der Unterstützer Bolsonaros eine Liste mit etwa tausend Namen von Personen veröffentlicht, die sich als Antifaschist_innen engagieren und zu den Protesten aufgerufen hatten. Gleichzeitig startete der Präsident eine Initiative, mit der ihm nahestehende Geheimdienstbüros Zugriff auf Daten von über 80 Millionen Brasilianer_innen erhalten sollen, die in zivilen Datenbanken registriert sind und sich nichts zuschulden haben kommen lassen. Die befürchtete Autoritarisierung hat also einen realen Hintergrund.

Verstöße gegen Menschenrechte auch in Honduras und Kolumbien

Ähnliche Tendenzen zeichnen sich in Honduras ab, wo in Reaktion auf die Pandemie drastische Einschränkungen der Bürgerrechte in Schnellverfahren und ohne jede Ankündigung verhängt wurden. Schon einen Tag nach der Verhängung der Sondermaßnahmen und einer weitgehenden Ausgangssperre  wurde am 17. März 2020 die Menschenrechtsverteidigerin Aleyda Huete verhaftet, die Sprecherin einer Gruppe war, die sich gegen den Wahlbetrug bei der letzten Präsidentschaftswahl engagiert hat. Kurze Zeit später haben Organisationen aus San Pedro Sula berichtet, dass es massive Übergriffe und Festnahmen gegen Personen gab, die geringere Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen begangen haben, während die arme Bevölkerung keine Humanitäre Hilfe erhalten hat. Exzessiver Gewalteinsatz bei Festnahmen und Erpressung von Bestechungsgeldern wurden von Zeugen berichtet.

Auch in Kolumbien registrieren Partnerorganisationen von MISEREOR Verstöße gegen die Menschenrechte im Rahmen der Corona-Pandemie. Erschütternd sind die fortgesetzten Angriffe auf Menschenrechtsverteidiger_innen während der Krise, die gegenüber den Vormonaten sogar angestiegen sind, so das Programm für zivilgesellschaftlichen Schutz von Menschenrechtsverteidiger_innen, Somos Defensores. „Die Mörder haben keine Ausgangssperre“ war der Tenor vieler Kommentare in den sozialen Netzwerken, nachdem mehrere soziale Führungskräfte und ehemalige Guerilla-Kämpfer_innen, die sich dem Friedensprozess angeschlossen hatten, zwischen Ende März und Anfang Mai umgebracht wurden.

Gleichzeitig zeigt sich in Kolumbien auch, wie mächtige Wirtschaftsinteressen versuchen, die Pandemie zu nutzen, um ihre Interessen gegen die Rechte der lokalen Bevölkerung durchzusetzen: Unternehmerverbände forderten Einschränkungen für die gesetzlich verbriefte vorherige Anhörung und Zustimmung lokaler Bevölkerung bei Großprojekten in den Bereichen Bergbau, Ölförderung und Agroindustrie. Diese Projekte bergen ein großes Konfliktpotential in Kolumbien – hier sollten eher höhere Standards als Aufweichungen der bestehenden Verpflichtungen angestrebt werden.

Es gibt auch Anlass zur Hoffnung

Insgesamt zeigt sich ein schwieriges Bild für die Menschenrechte und die Spielräume der Zivilgesellschaft in Lateinamerika. Dennoch ist Hoffnung angebracht, denn die engagierten Organisationen nutzen den Kontext der Pandemie um Vorschläge zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensgrundlagen benachteiligter Menschen einzubringen, wie etwa die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen oder nach grundsätzlichen Reformen in den Gesundheitssystemen. Dort liegt die Hoffnung für eine Transformation der bestehenden Verhältnisse – hoffentlich verbunden mit besseren Garantien für die Ausübung ihrer Rechte.

Stefan Ofteringer ist Berater auf Zeit für Menschenrechte bei unserer Mitgliedsorganisation MISEREOR.

Nicaragua: Die große Mehrheit der LSBTI-Community hat kaum Zugang zum Gesundheitssystem

VENRO - 9. Juni 2020 - 16:13

In Nicaragua leugnet die Regierung die Ausbreitung der Corona-Pandemie. Es liegt an der Zivilgesellschaft, im Land für die nötige Aufklärung zu sorgen, berichtet Klaus Jetz, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD). Die prekäre Situation der LSBTI-Community werde durch die Krise verstärkt.

Vor zwei Jahren wurden in Nicaragua Proteste der Bevölkerung gegen eine Reform der Sozialversicherung von Polizei und Militär blutig niedergeschlagen. Auch viele Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) nahmen an den Demos teil, wurden verhaftet, tauchten unter oder gingen ins Exil.

Zum Jahrestag der Proteste am 18. April 2020 gab es wieder willkürliche Festnahmen, auch von LSBTI, schreiben unsere Kolleg_innen aus Managua. Hinzu kommt die vom Regime geleugnete Corona-Pandemie. Vorkehrungen zum Schutz der Bevölkerung werden nicht getroffen. Es sind Expert_innen der Zivilgesellschaft, die für die nötige Aufklärung sorgen müssen. „Die Situation wird immer schlimmer, und von der Regierung gibt es keine Informationen. Es ist einfach nur traurig. Wir kämpfen gegen die Diktatur, die Epidemie, Depressionen und Angstzustände“, bringt es unser Kollege José Ignacio auf den Punkt.

Durch die politische Krise wurden soziale Bewegungen sichtbarer

Im vergangenen Jahr hat das Auswärtige Amt unserer Partnerorganisation Red de Desarrollo Sostenible ein Projekt zur Dokumentation von Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen im Land und zur Aktualisierung der LSBTI-Menschenrechtsagenda gefördert. Und auch in diesem Jahr läuft die Unterstützung aus Deutschland weiter. Das neue Projekt Niemanden zurücklassen zielt auf die Stärkung der Menschenrechte der LSBTI-Community und deren Befähigung zur Advocacyarbeit ab, mit der LSBTI-Anliegen auf die nationale politische Agenda gehievt werden sollen. Denn die Krise im Land habe dafür gesorgt, dass politische Räume entstanden sind, politische Teilhabe thematisiert wird und soziale Bewegungen sichtbarer wurden. Diskutiert werde ein in jeder Hinsicht inklusives Nicaragua und ein transparenter Wahlprozess im Jahr 2021 als möglicher Ausweg aus der Krise. Es fehlen jedoch konkrete Vorschläge, wie diese Inklusion erreicht werden soll und wie sie in menschenwürdige Arbeitsplätze, Nichtdiskriminierung und inklusive Gesundheitsdienste, Bildung sowie andere für die integrale Entwicklung der Menschen wichtige Bereiche münden kann.

Für die LSBTI-Community stelle diese Situation eine besondere Herausforderung dar. Ihre Rolle im laufenden politischen Prozess werde zwar anerkannt, aber ihre vorrangigen Anliegen werden (noch) nicht wirklich diskutiert. Sie sollen sichtbar gemacht, konkrete Forderungen in politischen Partizipationsräumen und gegenüber politischen Akteur_innen postuliert werden, damit sie im Vorwahljahr 2020 in Wahlprogrammen Berücksichtigung finden. Der Zeitpunkt sei also günstig, um Bündnisse zu schließen und um die Anliegen der LSBTI-Community zu befördern.

Die Regierung scheut die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Lockdowns

José Ignacio berichtet aber auch, die Regierung halte sich nicht an die Empfehlungen der WHO, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Im Gegenteil: Weder Schulen noch Grenzen wurden geschlossen, der Tourismus wurde angekurbelt, Menschenansammlungen allenthalben. Der Hauptgrund: Man scheue die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Lockdowns. Zudem leugne die Regierung die Ausbreitung der Epidemie und spreche von einigen wenigen Fällen von Infizierten, die aus dem Ausland eingereist seien.

Die große Mehrheit der LSBTI-Community habe kaum Zugang zu den Leistungen des Gesundheitssystems, berichtet Ignacio weiter. Ihre prekäre Situation werde durch den Verlust von Jobs, meist im informellen Sektor, sowie durch Obdachlosigkeit, Gewalt, Stigmatisierung und Hasspredigten religiöser Eiferer verschärft.

Die Kolleg_innen in Managua haben beschlossen, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Strategie für die Durchführung ihrer Aktivitäten müsse sorgfältig überprüft werden. Was ist überhaupt noch machbar, was nicht? In Nicaragua habe man noch keine Vorstellung vom Ausmaß der Krise. Fachleute befürchten, so José Ignacio, dass wegen der einsetzenden Regenfälle die Zahl der Infizierten und Toten bis Ende Juni, Anfang Juli sprunghaft ansteigen werde.

Klaus Jetz ist Geschäftsführer unserer Mitgliedsorganisation Lesben- und Schwulenverband (LSVD).

Neue AG Shrinking Space: „Wir wollen Gegenstrategien entwickeln“

VENRO - 9. Juni 2020 - 14:35

Autokratische Regierungen instrumentalisieren die Coronapandemie, um ihren politischen Einfluss zu verstärken. Menschenrechtsexpertin Christine Meissler warnt im Interview vor der bewussten Einschränkung von zivilgesellschaftliche Freiheiten und erklärt, wie die neue VENRO-Arbeitsgruppe Shrinking Space Handlungsräume von NRO stärken möchte.

Frau Meissler, Sie haben die Gründung der AG Shrinking Space mitinitiiert. Inwiefern beeinflussen schrumpfende Handlungsräume die Arbeit der Mitglieder von VENRO und ihre Partnerorganisationen?

Von den Einschränkungen und Repressionen sind vor allem die Partnerorganisationen von VENRO-Mitgliedern betroffen. Schrumpfende Handlungsräume klingt sehr abstrakt. Aber für viele Partner bedeutet das einschneidende Beschränkungen ihrer Arbeit durch Überwachung, bürokratische Überregulierung und Schikanen, öffentliche Beleidigung und Stigmatisierung, eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten oder gesperrte Projektkonten, Arbeitsverbote und sehr häufig auch die persönliche Bedrohung und Gefährdung. Besonderer Gefahr ausgesetzt sind Menschenrechtsverteidiger_innen. Sie werden oftmals bedroht, verhaftet oder sogar ermordet. Das hat weitreichende Folgen – nicht nur für Partner und ihre Zielgruppen. In Ländern, in denen es keine unabhängigen zivilgesellschaftlichen Akteure gibt, die die Rechte von Benachteiligten einfordern, die öffentliche Politik kritisieren und die Regierung zur Rechenschaft ziehen, ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, dass ohnehin benachteiligte Gruppen und Minderheiten in ihrer Entwicklung abgehängt werden.

Wenn unsere Partner nicht mehr arbeiten können, sind VENRO-Mitglieder in ihrer Förderarbeit betroffen. Aber auch gemeinsame Lobbyarbeit kann negativ beeinflusst werden.

Wie sehr hat die Corona-Pandemie den Druck auf die Zivilgesellschaft verschärft?

Lockdowns, Abstandsregeln und Versammlungsverbote erschweren es für uns und unsere Partner, sich zu organisieren, sich für andere bei politischen Entscheidungen einzusetzen und gemeinsam auf die Straße zu gehen. Und durch die wirtschaftlichen Folgen der Krise sind auch finanzielle Schwierigkeiten absehbar. Dazu kommt, dass die Coronapandemie genutzt wird, um Menschenrechte und zivilgesellschaftliche Freiheiten bewusst einzuschränken und Kritiker_innen zum Schweigen zu bringen. Autokratische Regierungen instrumentalisieren weltweit die Krise, um ihren politischen Einfluss zu verstärken. Sie ermöglichen exzessive und unverhältnismäßige Gewaltanwendung durch Sicherheitskräfte, verletzen die Meinungs- und Pressefreiheit, indem sie Zensur einführen und weiten die staatliche Überwachung aus. Die Maßnahmen gegen die Pandemie treffen viele Menschenrechtsverteidiger_innen besonders hart: Allein in Kolumbien wurden 2020 bis zum Mai bereits 115 von ihnen umgebracht. Es passiert nun vieles im Verborgenen, weil zivilgesellschaftliche Akteure nicht vor Ort sein können, Kommunikation erschwert wird, die Transparenz abnimmt und Partizipationsmöglichkeiten wegfallen. Gesetze werden in vielen Fällen nun ohne Einflussnahme schnell entschieden. Und die Risiken für Umweltzerstörungen, Abholzungen und Landnahmen nehmen zu. Aber es zeigt sich wieder einmal, dass in Zeiten von humanitären Krisen zivilgesellschaftliche Organisationen mit ihren lokalen Kenntnissen und Netzwerken besonders gut gefährdete Gemeinschaften unterstützen können. Und es entstehen neue Formen des Engagements.

Mit welchen Schwerpunkten will sich die AG Shrinking Space nach ihrer Gründung zuerst befassen?

Es gab bereits in den letzten Jahren einen informellen Kreis von Vertreter_innen aus Mitgliedsorganisationen, die zu dem Thema gearbeitet haben. Dieser Kreis hat sich sehr für die AG eingesetzt und auch schon Ende 2019 Schwerpunkte identifiziert: Wir wollen v.a. einen Austausch zu Gegenstrategien ermöglichen, aber auch gemeinsame Advocacyarbeit machen. Wir hatten zu beiden Punkten bereits einige Inhalte identifiziert – aber in kurzer Zeit hat sich viel verändert. Es macht daher Sinn, inhaltliche Punkte in diesen zwei Bereichen zu diskutieren und anzupassen.

Christine Meissler ist Referentin für den Schutz der Zivilgesellschaft bei unserer Mitgliedsorganisation Brot für die Welt.

No Future for the JCPOA? The Iranian Nuclear File and Proliferation Risk in the Middle East

GIGA Event - 4. Juni 2020 - 14:44
Online GIGA Talk GIGA Gespräch Referent*innen Prof. Dr. James Russell (Naval Postgraduate School), Hana Attia (GIGA), Dr. Christian Buck (Federal Foreign Office) Moderation

Prof. Dr. Eckart Woertz (GIGA)

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Forschungsschwerpunkte Frieden und Sicherheit Regionen GIGA Institut für Nahost-Studien Anmeldung erforderlich

LHÜ-Info Mai 2020

SID Blog - 31. Mai 2020 - 22:14

Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ (SEWOH)

Weblinks - 29. Mai 2020 - 0:32

Comments:

  • Mit der Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ (SEWOH) stellt sich die deutsche Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft den Herausforderungen der Menschheit. Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze und Ideen, wie dieses Ziel zu erreichen ist. Der Kampf gegen den Hunger kann nur gemeinsam gelingen, wenn Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik bereit sind, sich mit ihrer Expertise zu ergänzen und gegenseitig von Erfahrungen zu lernen.
    - Karsten Weitzenegger

Tags: ernährung, hunger, Welt-Ernährung, SEWOH, BMZ, wirtschaft, SDG2

by: Karsten Weitzenegger

Individual Preferences and Self-Selection into Emigration in Developing Countries

GIGA Event - 28. Mai 2020 - 16:16
Lecture by Dr. Tobias Stöhr Virtual Event GIGA Seminar in Socio-Economics Referent*innen [Dr. Tobias Stöhr](https://www.ifw-kiel.de/de/experten/ifw/tobias-stoehr/) is senior researcher at the Kiel Institute for the World Economy (IfW) Forschungsschwerpunkte Wachstum und Entwicklung Anmeldung erforderlich

UN reform and the COVID-19 pandemic – what role for the UN to better serve the world?

DIE Blog - 28. Mai 2020 - 13:00

By Artodidact on Pixabay

The Covid-19 pandemic not only threatens to undo development gains and reverse progress in achieving the sustainable development goals of the 2030 Agenda. It also presents an early and serious test for the reform of the UN development system (UNDS), where major reform decisions were taken in 2018 to reposition the UNDS for improved, integrated and strategic support in line with the 2030 Agenda’s interlinked nature.

2019 was a transformational year for the UNDS, as reforms were implemented and began to take root. Therefore UN Secretary-General Guterres’ annual report on the UN development system was eagerly awaited. The report can be seen as a near midterm-review of the ongoing reform of the UNDS, written at the onset of the Covid-19 pandemic. While self-confident about the success in reform implementation achieved so far (such “positivity” is of course in the DNA of the UN), the report is also self-critical regarding shortcomings and hints at looming challenges.

Both member states and UN agencies are asked to support the reform

The reform is “on track”, says the Secretary-General. An UN DESA survey among UN Resident Coordinators and developing country governments demonstrates measurable improvements on the ground. In some areas, such as the reform of the Resident Coordinator system, progress is faster; others such as the efficiency agenda and the reform of the UN’s regional structures prove to be more difficult and require “ongoing leadership from all involved.”

This frankness about shortcomings is laudable. Reform enthusiasm of UN entities cannot be taken for granted, warranting continued coordinated support from member states. Nor are member states fully on track for meeting their commitments made in the UN Funding Compact (agreed in 2019). Increases in the share of core funding or softly earmarked resources are key enablers for a reformed UNDS. Yet funding for instruments such as Joint SDG Fund falls short of what the Funding Compact calls for.

A revived system of UN Resident Coordinators

At the heart of the reform is the Resident Coordinator system, which has been detached from UNDP and now operates under the direct leadership of the Secretariat, with authority over the (on average 18) UN entities active in every developing country. A clear majority of 75% of Resident Coordinators report that they can make final decisions on the distribution of common resources, up from 61% in 2017. Developing countries confirm this. 79% of the governments surveyed agree that the Resident Coordinator “effectively leads and coordinates”. Interestingly, however, this number is down from 92% in 2017, which was before the reform.

New focus on transborder work

The “UN Sustainable Development Cooperation Frameworks”, which comprise the UN agencies’ collective response to country’s needs, are a key element of the new ways of planning and working together. They are not novel, but rather a new currency, after the old one (the UN Development Assistance Frameworks, known as “UNDAFs”) suffered from inflation. The UNDAFs were too often just a compilation of all activities planned by individual UN entities. The Coordination Framework’s explicit focus on transborder and regional work though is new and could strengthen the UN’s comparative advantages. Most of the UN’s development work has been heavily compartmentalized, yet transborder issues – not least the Covid-19 pandemic – could amplify the UN’s development offer.

The reform of the UN’s regional structure, where a simplification of the coordination mechanisms was decided but not yet implemented (among other things), can be expected to further advance this aspect.

Efficiency, transparency and results-orientation

On efficiency, a key interest in particular of donors, progress is slower. A goal was set to achieve savings of USD 300 million per year. More work remains to be done for the prospect of achieving this target. If the USD 300 Mio. are big or small, depends on the perspective (its approximately 1 % of the UNDS’s total annual expenditure). The more important aspect is probably that greater efficiency translates into smoother inter-agency coordination. A system is promised to go online in the second half of 2020 that tracks efficiency gains.

On transparency and results-orientation – an ongoing concern for decades – the report presents a whole bundle of achievements, initiatives, and priorities. In our recent report on earmarking in the UN, we concluded that there is still vast potential to improve transparency, in particular on funding and results. Currently, only UNDP provides project-level transparency. Project and programme evaluations are a good window in the UN’s field work, but are available only for a fraction of (UNDP) projects and country offices, and only after the completion of activities. The new UN Info will provide system-wide data on funding flows and activities of the UN within individual countries and might help address this transparency gap.

Challenging member states to up-date mandates on UN functions

The report is surprisingly ambitious in the sense that it demonstrates the willingness to go beyond consolidating what’s been achieved, even at the onset of the pandemic. The Secretary-General asks member states to raise the bar in their guidance to the UNDS and spell out the functions they see for the UNDS in more detail. So far, the current UNDS reform process was about institutional structures and processes, but there was an almost striking neglect of the question what policies the UN should pursue. The concentration rather on the form than the function of the UNDS also partially explains the success of this reform round – previously, member states failed to agree on priorities.

Support for national policy-making is one issue singled out by the Secretary-General – and rightly so as here the UNDS has a potential advantage over bilateral donors in supporting governments in finding integrated solutions for sustainable development in line with global agendas. All UN organisations present themselves as “policy” institutions that address root causes, help shape policies, and strengthen fundamental rights. “The UNDS will need to support governments with policy options and technical advice to make difficult choices.” This could mark a turning point in “delivering things” to “delivering thinking” (UNFPA).

Perspectives on policy-making and the UN’s advantage

Policy work is not easy. It’s hard to measure, takes time and can be politically risky as it requires balancing and shaping interests within a society. It is much easier to excite donors about implementation and service delivery work. But UN evaluations consistently point out the flaws in such downstream work: It often reaches only a relatively minor subset of the population and tends to have little effect beyond the duration of the intervention. Pilot projects are often not scaled up as planned.

Based on the survey of partner governments, the Secretary-General also challenges member states to provide guidance on the UN’s substantive policy areas. The UNDS clearly has its SDG darlings and orphans, the latter include SDGs 9 (infrastructure), 11 (settlements) and 12 (sustainable consumption). Those identified for a marked upgrading to respond to the articulated needs are SDGs 1 (poverty), 8 (economy) and 13 (climate).

The Secretary-General’s request to clarify the UNDS’s functions provokes a more fundamental question about the role of the UN: Should the UN be that global multilateral body where everything it does flows from and serves the common interest, or should it be a service provider, collectively owned, but optimized for meeting the various specific needs of (developing) states? The report also uses the term “global public goods” and ask member states to address the UNDS’ contribution to the Agenda 2030 implementation in states that are not traditional programme countries. The Covid-19 pandemic might provide an impetus to rebalance the UN more to its global functions.

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Webinar: Sustainability after COVID-19: Can the global Green New Deal movement survive the pandemic?

DIE Blog - 26. Mai 2020 - 13:04

Am 12. Mai organisierte das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) gemeinsam mit der Green Growth Knowledge Platform (GGKP) ein Webinar zum Thema “Sustainability after COVID-19: Can the global Green New Deal movement survive the pandemic?” Im Webinar diskutierten 850 Teilnehmer*innen mit Expert*innen der School of Global Environmental Sustainability der Colorado State University, des Council on Energy, Environment and Water (CEEW), ThyssenKrupp, des University College London (UCL) und des World Resources Institute (WRI). Moderiert von DIE-Wissenschaftlerin Anna Pegelswurde diskutiert, wie politisch informierte intelligente grüne Transformationen Win-Wins vor kostspieligeren Reformprozessen priorisieren und sicherstellen können, dass die nicht-grünen Teilen der post-Corona Konjunkturpakete so viele Umweltbedingungen wie möglich enthalten. Eine Aufzeichnung des Webinars:

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