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SID Mitglieder Update

Die ganze Lieferkette im Griff = Unternehmerische Verantwortung

SID Blog - 26. April 2021 - 22:52
Berlin, 22.04.2021 – Anlässlich der heutigen ersten Lesung zum Lieferkettengesetz im Bundestag betont das Forum Fairer Handel, dass die Einigung auf ein Lieferkettengesetz ein wichtiger Schritt für mehr Gerechtigkeit in globalen Lieferketten ist. Für mehr Wirksamkeit muss der vorliegende Entwurf jedoch dringend nachgebessert werden. Andrea Fütterer, Vorstandsvorsitzende des Forum Fairer Handel, kommentiert:

 

„Unternehmen müssen Verantwortung für die Arbeiter*innen entlang ihrer gesamten Lieferkette übernehmen. Entsprechend müssen die Sorgfaltspflichten vollumfänglich für die gesamte Lieferkette und nicht nur, wie derzeit im Gesetzentwurf vorgesehen, für direkte Zulieferer – also Vertragspartner – gelten. Es ist völlig inakzeptabel, dass rückwärtsgewandte Unternehmensverbände sagen, dass das Lieferkettengesetz in der jetzigen Form für Unternehmen nicht umsetzbar sei. Globale Lieferketten können durchaus so gestaltet werden, dass sie menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten Rechnung tragen. Das ist eine Frage des Willens, nicht der Machbarkeit.

Das zeigen Fair-Handels-Unternehmen seit fast 50 Jahren und rufen in einem gemeinsamen Statement mit anderen Unternehmen dazu auf, ein wirkungsvolles Lieferkettengesetz zu verabschieden. Nur vollumfängliche Sorgfaltspflichten entlang der gesamten Lieferkette können Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung effektiv und präventiv bekämpfen. Unternehmen hatten zehn Jahre Zeit, die Sorgfaltspflichten in den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen umzusetzen. Wir reden hier also nicht von völlig unvorhersehbaren Anforderungen, sondern von einem internationalen Standard, der mit Blick auf ausbeuterische Kinderarbeit, Hungerlöhnen und anderen Menschenrechtsverletzungen in globalen Lieferketten eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Die Bundestagsabgeordneten müssen den Entwurf zum Lieferkettengesetz dringend nachbessern, damit Deutschland nicht hinter internationalen Standards zurückbleibt. Menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfalt darf in globalen Lieferketten nicht länger die Ausnahme sein,  sondern muss zur Norm werden."

 

Service

 

·       Das Forum Fairer Handel ist Trägerorganisation der Initiative Lieferkettengesetz.

·       Pressemitteilung des Bündnisses zur Protestaktion anlässlich der ersten Lesung im Deutschen Bundestag am 22.04.2021 zum Download

·       Statement von Unternehmen für ein wirkungsvolles Lieferkettengesetz zum Download

·       Stellungnahme des Forum Fairer Handel zur Einigung der Bundesregierung auf ein Lieferkettengesetz zum Download

    

Lieferkettengesetz sollte Kinder wirksam schützen | UNICEF & andere Organisationen

SID Blog - 26. April 2021 - 22:51
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Lieferkettengesetz sollte Kinder wirksam schützen

Organisationen fordern Nachbesserung im Regierungsentwurf zum Sorgfaltspflichtengesetz

© UNICEF/UN064360/Feyizoglu

Berlin, den 22. April 2021 // Der Bundestag sollte die Rechte von Kindern im geplanten Sorgfaltspflichtengesetz stärker berücksichtigen. Das fordern Human Rights Watch, Kindernothilfe, Plan International Deutschland, Save the Children, UNICEF Deutschland und World Vision Deutschland in einem gemeinsamen Appell. Anlässlich der für heute geplanten 1. Lesung im Bundestag rufen die Organisationen zu dringenden Nachbesserungen im aktuellen Regierungsentwurf auf, um Mädchen und Jungen weltweit vor Kinderrechtsverletzungen in globalen Lieferketten wirksam zu schützen. 

„Es liegt jetzt in den Händen der Parlamentarier*innen, die Weichen für verantwortungsvolles globales Handeln zu stellen und die Umsetzung von Menschenrechten, Kinderrechte eingeschlossen, in allen Stufen der Wertschöpfungskette zu einem gesetzlichen Erfordernis für Unternehmen zu machen", so heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Organisationen. „Ein solches Gesetz ist zwingend notwendig, um alle Menschen, und insbesondere Kinder, beispielsweise vor Ausbeutung und Gesundheitsschäden, wirksam zu schützen."

In ihrem Appell fordern die Organisationen unter anderem, den Anwendungsbereich des Gesetzes auf Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden und auf besonders risikobehafteten Branchen auszuweiten. Der aktuelle Gesetzentwurf sieht vor, in einem ersten Schritt nur etwa 600 deutsche Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitenden dazu zu verpflichten, die geplanten Maßnahmen umzusetzen.

Die Größe eines Unternehmens sei jedoch nicht in jedem Fall aussagekräftig. Auch kleinere Unternehmen in Risikobranchen, wie dem Textilsektor oder in der Landwirtschaft, können zu schweren Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden beitragen. Daher ist aus kinderrechtlicher Sicht ein risikobasierter Ansatz zielführender, als die ausschließliche Konzentration auf die Größe der Unternehmen.

Zudem fordern die Organisationen den Geltungsbereich der Sorgfaltspflicht auf die gesamte Lieferkette auszuweiten. „In unserer täglichen Arbeit vor Ort sehen wir eine Vielzahl von Kinderrechtsverletzungen in globalen Wertschöpfungsketten," so die Organisationen. „Die meisten dieser Rechtsverletzungen, darunter auch Kinderarbeit, finden am Beginn der Wertschöpfungskette statt, wie in Minen und in der Landwirtschaft. Deshalb sollte ein Sorgfaltspflichtengesetz den gesamten Lebenszyklus eines Produkts oder einer Dienstleistung und deren umfassende Wertschöpfung einbeziehen."

Der aktuelle Regierungsentwurf verpflichtet Großunternehmen lediglich dazu, menschenrechtliche Risiken in ihren eigenen Betrieben und bei ihren direkten Zulieferern zu bewerten und auf solche Risiken zu reagieren. Bei Zulieferern, die weiter unten in der Lieferkette angesiedelt sind, sieht das Gesetz vor, dass Unternehmen nur eine „anlassbezogene" menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung durchführen müssen, sobald sie „substantiierte Kenntnisse" von potenziellen Menschenrechtsverletzungen haben. Eine solche Regelung würde hinter die UN Leitprinzipien zurückfallen, wie auch hinter die kürzlich vom EU Parlament verabschiedeten „Empfehlungen an die EU-Kommission zur Sorgfaltspflicht und Rechenschaftspflicht von Unternehmen".

In einem gemeinsamen Positionspapier haben die Organisationen bereits Ende letzten Jahres ihre Forderungen für ein robustes Lieferkettengesetz formuliert, das den internationalen und nationalen kinderrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands nachkommt. 

 » Der gemeinsame Appell der Organisationen steht hier zum Download zur Verfügung.


Europe shouldn’t underestimate the global appeal of China’s vaccine diplomacy

DIE Blog - 21. April 2021 - 14:00

Western media coverage tends to downplay the success of China’s vaccine development and vaccine diplomacy, but Europe should not underestimate the appeal of Beijing’s offer. The failure of rich countries to address equitable global access to COVID-19 vaccines and the West’s absence from the vaccine diplomacy game has provided China with a reputational win.

Recent comments by the director of the Chinese Center for Disease Control (CDC) about the “not-high protection rates” of current vaccines have been seized upon by headlines to imply the poor quality of Chinese jabs. The comments, which included praise of mRNA vaccine efficacy, mark a rare break with the official state narrative on China’s vaccine superiority, but they don’t reveal anything new or surprising. Most importantly, the choice to purchase Sinovac or Sinopharm vaccines is not primarily political, but pragmatic.

The efficacy of Chinese vaccines

We have long known that available Chinese vaccines do not offer the same level of protection as new-tech mRNA vaccines from US and European manufacturers, but in the context of a global vaccine shortage, “good enough,” is an attractive proposition.

There are three Chinese vaccine makers currently supplying the global market: Sinovac, CanSino, and state-owned giant Sinopharm. Trials in Brazil showed that CoronaVac, the vaccine produced by Chinese company Sinovac, has an efficacy rate of 50.4 percent, a number supported by more recent studies in Brazil and Chile. Meanwhile, Sinopharm claims that its primary vaccine has an efficacy rate of 79.34 percent. The most recent Chinese addition to the global market, a one-shot vaccine from CanSino, has shown an eventual efficacy rate of 65.7 percent. For comparison, British-Swedish manufacturer AstraZeneca claims an efficacy rate of 76 percent, US Johnson & Johnson 63.3 percent globally and 74.4 percent  in US trials, while Russia’s Gamaleya Institute claims 91.6 percent for its vaccine Sputnik V.

The reluctance of Chinese vaccine makers to publish their full data has fueled suspicion among some experts, and efficacy rates are often variable between trials. But available information indicates that the Chinese shots meet the World Health Organization’s (WHO) threshold for Covid-19 vaccine efficacy of 50 percent. It should also be noted that 50 percent efficacy still offers much more protection against severe illness than no vaccine.

Speculation as to the efficacy of Chinese vaccines does not undermine their utility when there is no other option to numerous countries.

The problem of equitable access

Our best chance of avoiding vaccine-trumping mutations and our surest path toward global economic recovery is to rollout vaccines across the world at the same time, prioritizing the vulnerable regardless of nationality. COVAX, a global initiative led by the World Health Organization (WHO) among others, was initially designed as a collective mechanism that would pool resources and distribute vaccines equitably among 190 participating countries.

Unsurprisingly, it didn’t work out that way: national – and in the case of the EU, regional – interests trumped those of humanity as a whole, and rich countries scrambled to secure purchase agreements, pushing those with fewer means to the back of the queue.

Though it still has an important role to play, COVAX now essentially functions as a charitable mechanism. Even if it succeeds, it will only cover 20 to 30 percent of participating countries’ populations, far short of even the low, early estimates required for herd immunity of 70 percent. Although a handful of rich countries are now nearing the light at the end of the tunnel, the problem of equitable access to vaccines – and thus an end to the pandemic – remains fundamentally unsolved. Just 0.2 percent of total vaccine supplies have found their way by donation to low income countries so far.

Global shortage of vaccines

Of course, even rich countries have had difficulties sourcing vaccines they have purchased. Despite the unprecedented efforts underway to scale up vaccine production capacity, the world is facing severe and likely ongoing vaccine shortages. This is the backdrop against which we need to assess China’s vaccine exports.

Countries hit hard by the pandemic are desperately seeking vaccines, and China, with low infection rates and limited urgency to vaccinate at home, has its books open for orders. They may not be the best, nor even the cheapest, but in some cases, Chinese vaccines are the only ones available.

Chinese manufacturers are also helping their partners in countries like the United Arab Emirates, Egypt, and Indonesia to build their own vaccine production capacity – a situation that is highly desirable from an equitable access standpoint.

And so we have arrived at a situation where China can credibly claim to be helping plug the gap in global vaccine supply, especially the gap that exists between the rich and poor countries. Although the EU is exporting millions of vaccines, most of these doses are going to other high-income countries. Those that are supplying middle income and low-income countries are other middle-income countries: China, India, and Russia.

The narrative of China’s helping hand

As far as donations of vaccine supplies are concerned, Beijing is winning just by showing up. COVAX, to which the EU is the lead financial donor, has now kicked into gear, but the EU has halted plans to donate vaccines directly due to shortages at home, while the US is only now entering the donation game. The quantity of doses donated by China are not very large – 14 million so far – only go so far in addressing countries’ needs. But they are at least very visibly getting jabs into arms in developing countries.

Beijing seeks to position itself as a leader of the developing world, and vaccine exports provide a useful tool with which Beijing can deepen relationships in the global South. Current Chinese vaccines may fall short of the golden standard set by Western mRNA vaccines, but they go a long way in the current crisis. In the distant future, Beijing may need to offer a more competitive vaccine, but by then it will likely have added an mRNA vaccine to its portfolio.

The failure of rich countries to address worldwide equitable access to vaccines has opened up room for China to credibly claim that it is doing more than the West to help developing countries. There is fertile ground for this narrative in the global South, where it is commonplace to see rich countries as self-interested and exploitative.

Against the backdrop of worsening tensions between China and the West, it will be increasingly important for Beijing to secure support among what was called in the Cold War the “third world.”  We should not undervalue developing country diplomacy in our “systemic rivalry” with China, nor underestimate the successes of China’s vaccine diplomacy.

Der Beitrag Europe shouldn’t underestimate the global appeal of China’s vaccine diplomacy erschien zuerst auf International Development Blog.

Oxfam Umfrage: Mehrheit hält Wirtschaftssystem für ungerecht

SID Blog - 21. April 2021 - 0:30

Repräsentative Umfrage

Zum World Earth Day analysiert ein neuer Bericht die Gerechtigkeitslücken der europäischen Wirtschaft / Start einer europaweiten NGO-Kampagne

Berlin, 21.04.2021. Nur jeder Fünfte in Deutschland ist davon überzeugt, dass unser Wirtschaftssystem sozial gerecht ist, eine Mehrheit verlangt umfassende Reformen. Das zeigt eine große repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Splendid Research im Auftrag von Oxfam Deutschland. Anlässlich des morgigen World Earth Day veröffentlichen Oxfam, das Europäische Umweltbüro (EEB) und das „forum für internationale entwicklung und planung" (finep) einen Bericht, der die Ursachen von Ausbeutung und Naturzerstörung in der europäischen Wirtschaft analysiert. Die Organisationen fordern eine Abkehr von der Fixierung auf Wachstum und eine sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft.

Für die Umfrage wurden in Deutschland Anfang April 1001 Menschen ab 18 Jahren befragt. Einige zentrale Ergebnisse:

  • Nur jeder Fünfte Befragte (21 Prozent) hält das Wirtschaftssystem in Deutschland für sozial gerecht. 56 Prozent sind der Meinung, dass kleine Veränderungen nicht ausreichen, sondern die Wirtschaft umfassend reformiert werden muss.
  • Nur 13 Prozent sind der Meinung, dass Einkommen und Vermögen in Deutschland gerecht verteilt sind. Männer (16 Prozent) und Menschen mit sehr hohem Einkommen (20 Prozent) sind davon allerdings etwas häufiger überzeugt als Frauen (9 Prozent) und Menschen mit niedrigem Einkommen (10 Prozent).
  • Kritik gibt es auch daran, wer von Unternehmensgewinnen profitiert: Nur 12 Prozent der Befragten meinen, diese seien gerecht verteilt.
  • Über dreiviertel der Befragten (77 Prozent) finden zudem, dass große Konzerne zu viel Einfluss auf die Politik ausüben und 71 Prozent wollen, dass die Politik die Macht großer Unternehmen begrenzt. 
  • Ähnlich viele Befragte (78 Prozent) meinen, dass die Politik das Wirken großer Unternehmen auf die Umwelt stärker regulieren muss und 59 Prozent finden, dass Umweltverschmutzung von Unternehmen nicht ausreichend geahndet wird.

„Die Mehrheit in Deutschland verlangt mehr Gerechtigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Menschen haben genug von Profiten um jeden Preis, die zu Ungleichheit und Naturzerstörung führen. Doch machen wir uns nichts vor: Eine Minderheit profitiert von diesen Verhältnissen und niemand gibt gerne freiwillig Macht und Privilegien ab. Deshalb braucht es tiefgreifende politische Reformen – und soziale Bewegungen, die diese Veränderungen einklagen und vorantreiben", sagt Barbara Sennholz-Weinhardt, Wirtschaftsexpertin bei Oxfam Deutschland.

Wirtschaft demokratisieren, Fixierung auf Wachstum überwinden

Was im Einzelnen nötig ist, um unsere Wirtschaft sozial und ökologisch gerecht zu gestalten, beschreibt ein neuer Bericht, den Oxfam, EEB und finep anlässlich des morgigen World Earth Day veröffentlicht. In „Towards a Wellbeing Economy" beschreiben die beiden Organisationen die systemischen Ursachen von Ausbeutung und Naturzerstörung: historisch und politisch bedingte soziale Ungleichheit, die Konzentration von Macht und Reichtum und die Abhängigkeit unserer Wirtschaft von Wachstum. Die Zusammenhänge zeigt der Bericht anhand von vier Sektoren beispielhaft auf: Landwirtschaft, Textilien, Gebäude und Digitalwirtschaft.

Um diese ausbeuterischen Strukturen zu überwinden, fordern Oxfam, EEB und finep unter anderem eine Abkehr von der Wachstumsfixierung, die Umwelt und Menschen schädigt, sowie den Aufbau einer klimagerechten und demokratischen Wirtschaft. Dafür muss die Politik der fortschreitenden Machtkonzentration in Märkten und von Konzernen ein Ende setzen.

Bundesregierung muss Unternehmen stärker regulieren

Die nächste Bundesregierung muss dringend das Wettbewerbs- und Kartellrecht verschärfen und Mitspracherechte aller Interessengruppen sowie Gemeinwohlorientierung in der Geschäftsführung von Unternehmen stärker gesetzlich verankern, damit sich Unternehmensentscheidungen nicht vor allem an Profiterwartungen ausrichten. „Wir müssen die wirtschaftliche und politische Macht in viele statt in wenige Hände legen. Und wir müssen unsere Wirtschaft so gestalten, dass sie ein gutes Leben für alle ermöglicht, egal ob sie wächst oder nicht", fordert Sennholz-Weinhardt.

Oxfam Deutschland, EEB und finep sind Teil eines Bündnisses aus 16 Nichtregierungsorganisationen aus 13 europäischen Ländern, das am World Earth Day die europaweite Kampagne #ClimateOfChange startet.

 

Redaktionelle Hinweise:

 

Bretton Woods’ Pandemic Policies: A Gender Equality Analysis—Perspectives from Latin America

DEVELOPMENT - 21. April 2021 - 0:00
Abstract

Using a human rights and feminist economist perspective, this article analyzes the emergency financial policies deployed by international financial institutions (IFIs)—in particular the IMF and the World Bank—to help countries in Latin America cope with the COVID-19 crisis. Looking at the macroeconomic and fiscal assumptions behind IMF loans to countries, it identifies clear signals that fiscal discipline and pro-market options will continue to be priorities as soon as the emergency has been overcome. The study explains how recent adjustment and austerity policies adopted by a number of countries have disproportionately affected women’s human rights, reinforcing the invisibilization of gender inequalities in domestic and care work and in turn, making women even more vulnerable to the impact of the pandemic and resulting economic recession. It concludes that in order to properly consider the conditions of IFI loans, countries must evaluate the probable impact of these financial contracts on people’s human rights, and in particular on gender equality.

Investment Governance to Reverse Unjustified Privileging of Investors

DEVELOPMENT - 20. April 2021 - 0:00
Abstract

This article discusses approaches to re-envisioning the investment governance regime with a view towards reversing unjustified privileging of investors, including the roles of home and host states in reviewing international investment agreements as well as advancing related national legal frameworks pertaining to investor obligations.

Leveraging Corruption: How World Bank Support to Private Sector Undermines Emerging Democracies

DEVELOPMENT - 19. April 2021 - 0:00
Abstract

The International Finance Corporation, the branch of the World Bank that lends to the private sector, is closely associated with the biggest corruption cases in history, including the infamous Odebrecht scandal that resulted in the removal, imprisonment and even suicide of several Latin American presidents. Yet diplomatic immunity has kept the Bank and its Private–Public Partnerships model away from scrutiny.

Klimawandel sorgt für chaotischen Monsun in Indien

SID Blog - 16. April 2021 - 22:57
Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)

  • Neue Studie zeigt, dass Sommermonsun-Regenfälle in Indien stärker und unberechenbarer werden
  • Für jedes Grad Celsius Erwärmung werden die Monsunregenfälle wahrscheinlich um etwa 5% zunehmen
  • Seit 1980 ist die durch Treibhausgase verursachte Erwärmung der entscheidende Treiber für stärkere und unbeständigere Monsunperioden

14.04.2021

Klimawandel sorgt für chaotischen Monsun in Indien 

Wenn die globale Erwärmung ungebremst weitergeht, werden die Sommermonsun-Regenfälle in Indien stärker und unberechenbarer. Das ist das zentrale Ergebnis einer Analyse eines deutschen Forscherteams, das mehr als 30 aktuelle Klimamodelle aus aller Welt verglichen hat. Die Studie sagt für die Zukunft mehr extrem nasse Jahre voraus – mit potenziell schwerwiegenden Folgen für das Wohlergehen, die Wirtschaft und das Nahrungsmittelsystem von mehr als einer Milliarde Menschen.

„Wir haben robuste Beweise für eine exponentielle Abhängigkeit gefunden: Für jedes Grad Celsius Erwärmung werden die Monsunregenfälle wahrscheinlich um etwa 5% zunehmen", sagt Erstautorin Anja Katzenberger vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). „Damit konnten wir frühere Studien bestätigen und zusätzlich zeigen, dass die globale Erwärmung die Monsun-Regenfälle in Indien noch stärker erhöht als bisher angenommen. Sie dominiert die Monsun-Dynamik im 21. Jahrhundert."

Zu viel Niederschlag schadet Reispflanzen

Mehr Niederschlag ist nur bedingt gut für die Landwirtschaft in Indien und die Nachbarländer. Wie Co-Autorin Julia Pongratz von der LMU erklärt: „Nutzpflanzen brauchen vor allem in der ersten Wachstumsperiode Wasser, aber zu viel Regen in den anderen Wachstumsstadien kann den Pflanzen schaden – auch dem Reis, von dem sich ein Großteil der indischen Bevölkerung ernährt. Das macht die indische Wirtschaft und das Nahrungsmittelsystem sehr empfindlich gegenüber schwankenden Monsunmustern."

Ein Blick in die Vergangenheit unterstreicht, dass menschliches Verhalten hinter der Intensivierung der Regenfälle steckt. Seit den 1950er Jahren haben menschengemachte Einflüsse begonnen, die langsamen natürlichen Veränderungen, die über viele Jahrtausende hinweg stattfanden, zu überholen. Zunächst führten hohe, das Sonnenlicht blockierende Aerosol-Belastungen zu einer gedämpften Erwärmung und damit zu einem Rückgang der Niederschläge, doch seit 1980 ist die durch Treibhausgase verursachte Erwärmung der entscheidende Treiber für stärkere und unbeständigere Monsunperioden.

Eine Bedrohung für das Wohlergehen des indischen Subkontinents

 „Wir sehen mehr und mehr, dass es beim Klimawandel um unvorhersehbare Wetterextreme und deren schwerwiegende Folgen geht", kommentiert Gruppenleiter und Co-Autor Anders Levermann vom PIK und der Columbia University, New York/USA, die Ergebnisse der in der Zeitschrift Earth System Dynamics veröffentlichten Studie. „Denn was wirklich auf dem Spiel steht, ist das sozioökonomische Wohlergehen des indischen Subkontinents. Eine chaotischere Monsunzeit stellt eine Bedrohung für die Landwirtschaft und Wirtschaft in der Region dar und sollte ein Weckruf für die Politik sein, die Treibhausgasemissionen weltweit drastisch zu reduzieren."

Artikel: Anja Katzenberger, Jacob Schewe, Julia Pongratz, Anders Levermann: Robust increase of Indian monsoon rainfall and its variability under future warming in CMIP-6 models. Earth System Dynamics. DOI: 10.5194/esd-2020-80.

Weblink zum Artikel: https://esd.copernicus.org/articles/12/367/2021/

Klimawandel macht es schwieriger, eine gute Tasse Kaffee zu bekommen

SID Blog - 16. April 2021 - 22:56
Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)

  • Die geeignete Fläche für hochwertige Kaffeesorten in Äthiopien könnte signifikant schrumpfen, wenn der Klimawandel ungebremst weitergeht.
  • Gleichzeitig könnte die Fläche zunehmen, die für durchschnittlich schmeckenden Kaffee geeignet ist.
  • Im schlimmsten Fall könnten einzelne hochwertige Kaffeesorten bis zum Ende des 21. Jahrhunderts bis zu 40 % ihrer Anbaufläche in Äthiopien verlieren.

14.04.2021

Der Klimawandel macht es schwieriger, eine gute Tasse Kaffee zu bekommen 

Äthiopien könnte in Zukunft weniger besonders hochwertigen Kaffee und mehr durchschnittliche, eher fade schmeckende Sorten erzeugen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie eines internationalen Forschungsteams, das die Auswirkungen des Klimawandels auf Afrikas größtes Anbaugebiet für Kaffee untersucht hat. Ihre Ergebnisse sind sowohl für die Millionen von Kleinbauern des Landes, die mit Spezialitätenkaffee mehr verdienen als mit normalem Kaffee, als auch für Baristas und Kaffeegenießer auf der ganzen Welt relevant.

„Der Klimawandel hat widersprüchliche Auswirkungen auf die Kaffeeproduktion in Äthiopien. Die Fläche, die für durchschnittlichen Kaffee geeignet ist, könnte nach unseren Computersimulationen bis in die 2090er Jahre tatsächlich allmählich zunehmen", sagt Erstautor Abel Chemura vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. „Doch mehr ist nicht unbedingt besser. Denn auf der anderen Seite wird die geeignete Fläche für hochwertige Spezialitätenkaffeesorten, die für ihre blumigen, fruchtigen und würzigen Noten geschätzt werden, wahrscheinlich schrumpfen, wenn der Klimawandel ungebremst weitergeht. Das ist nicht nur ein Problem für Kaffee-Liebhaber, sondern vor allem auch für die lokale landwirtschaftliche Wertschöpfung."

Die geeigneten Flächen in Äthiopien für Spezialitätenkaffee schrumpfen

In verschiedenen Szenarien untersuchten die Forscher, wie sich insgesamt 19 Klimafaktoren auf den Anbau von fünf verschiedenen Kaffeespezialitäten in der Zukunft auswirken werden, darunter die mittlere Temperatur, die jährliche Niederschlagsmenge und die Saisonalität. Wird es zum Beispiel wärmer, reift die Kaffeekirsche schneller als die Entwicklung der Bohne, was wiederum zu qualitativ schlechterem Kaffee führt. Erhöhte Niederschläge wiederum begünstigen die Kaffeeproduktion im Allgemeinen, sind aber für einzelne Kaffeespezialitäten nicht unbedingt von Vorteil.

So gehen die Forscher davon aus, dass die Anbauflächen für vier von fünf Kaffeespezialitäten zurückgehen werden, wobei einige stärker betroffen sind als andere. Der berühmte Yirgacheffe beispielsweise, eine der ältesten und begehrtesten Kaffeesorten der Welt, die im Südwesten Äthiopiens angebaut wird, könnte im schlimmsten Fall bis zum Ende des 21. Jahrhunderts mehr als 40 % ihrer Anbaufläche verlieren.

Ein Schlag für Äthiopiens Wirtschaft

Davon wären nicht nur die Kaffeetrinker weltweit betroffen, welche anspruchsvolle Mischungen bevorzugen – es hätte auch Folgen für Äthiopiens Wirtschaft. „Wenn eine oder mehrere Kaffeeregionen aufgrund des Klimawandels ihren Spezialitätenstatus verlieren, hat das potenziell schwerwiegende Folgen für die Kleinbauern in der Region", sagt Co-Autor Christoph Gornott vom PIK und der Universität Kassel. „Wenn sie gezwungen wären, auf den Anbau konventioneller, weniger schmackhafter und eher bitterer Kaffeesorten umzusteigen, würden sie plötzlich mit industriellen Produktionssystemen konkurrieren, die anderswo effizienter sind. Für das Äthiopien, in dem der Kaffeeexport etwa ein Drittel aller Agrarexporte ausmacht, könnte sich das als fatal erweisen."

Allerdings gibt es Möglichkeiten, diesen Trend zu stoppen. „Da die verschiedenen Kaffeespezialitäten stark von unterschiedlichen lokalen klimatischen, räumlichen und bodenbezogenen Faktoren beeinflusst werden, braucht es Anpassungsmaßnahmen, die auf die jeweilige Region zugeschnitten sind", ergänzt Christoph Gornott. „Unsere Studie unterstreicht die Bedeutung einer lokalisierten Anpassungsplanung und -reaktion. Wir zeigen, wie sich der Klimawandel ganz konkret auf die Verfügbarkeit und den Geschmack eines der beliebtesten Getränke der Welt auswirkt und – was noch wichtiger ist – auf die Wirtschaft der lokalen Gemeinden des globalen Südens."

Artikel: Abel Chemura, Bester Mudereri, Amsalu Woldie Yalew & Christoph Gornott (2021): Climate change and specialty coffee potential in Ethiopia. Nature Scientific Reports.

Link zum Artikel: https://www.nature.com/articles/s41598-021-87647-4

Die Studie wurde im Rahmen des Agrica Projekts durchgeführt.

Einladung zu den Entwicklungspolitischen Diskussionstagen 2021

SID Blog - 16. April 2021 - 22:53
Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie/Euch auch in diesem Jahr wieder ganz herzlich zu den
Entwicklungspolitischen Diskussionstagen (EPDT) von SLE und Heinrich-Böll-Stiftung
einladen. Die EPDTs finden vom 25.-26. Mai 2021 statt und feiern ihr 20-jähriges
Jubiläum! Aus gegebem Anlass findet die Veranstaltung als Online-Podiumsdiskussion und
erstmals auf Deutsch und Englisch statt (Simultanübersetzung).

Das Programm hier auf einen Blick:

Dienstag, 25. Mai 2021 (09.30 - 11.30 Uhr, CET)
Partners in climate? Die Rolle afrikanischer Energiepartnerschaften im Europäischen
Green Deal

Dienstag, 25. Mai 2021 (15.00 - 17.00 Uhr, CET)
Spielball oder Sprungbrett - Digitalisierung kleinbäuerlicher Landwirtschaft in
Subsahara-Afrika

Mittwoch, 26. Mai 2021 (09.30 - 11.30 Uhr, CET)
Des Kaisers faire Kleider - Mit Siegeln und Sorgfaltspflicht zu mehr Nachhaltigkeit?

Nähere Informationen entnehmen Sie/entnehmt Ihr bitte dem beigefügten
Veranstaltungsflyer. Unter finden
https://calendar.boell.de/de/event/tag1-entwicklungspolitische-diskussionstage-2021-1
ist der Link zur kostenfreien Anmeldung zur ersten Online-Podiumsdiskussionen.

Mit den besten Grüßen
Simone Aubram


Seminar für Ländliche Entwicklung (SLE)
Humboldt-Universität zu Berlin
Hessische Straße 1-2
10115 Berlin
Tel.: 030-2093 46890
www.sle-berlin.de
www.facebook.com/sleBerlin

weltwärts trotz(t) Corona

SID Blog - 16. April 2021 - 22:50

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Auch in Zeiten der Corona-Pandemie ist die Entscheidung für weltwärts eine gute. Denn die Hoffnung bleibt groß, dass im Laufe des Jahres wieder vermehrt Freiwilligendienste stattfinden können – sowohl in Deutschland als auch im Globalen Süden.

Marie und Edgar haben ihren Freiwilligendienst 2018/2019 in einem Schildkrötenschutzprojekt in Vietnam absolviert. Foto: Engagement Global

Bonn, 16. April 2021. Die seit nun mehr als einem Jahr grassierende Corona-Pandemie hat das Leben und den Alltag vieler Menschen weltweit fest im Griff. Auch das weltwärts-Programm stand und steht immer noch unter dem Eindruck der Pandemie. Nach der erfolgreichen Rückholaktion aller Nord-Süd-Freiwilligen im letzten Jahr ist die Maßgabe weiterhin, weltwärts aufrecht zu erhalten – trotz geschlossener Grenzen, Reisewarnungen sowie hoher Infektionszahlen in Deutschland und weltweit.

Dies ist im letzten Jahr im Rahmen des Möglichen gut gelungen: Zwar mussten die allermeisten Freiwilligen ihren Dienst abbrechen oder absagen, und auch für die zivilgesellschaftlichen Organisationen ist die Situation – nicht nur finanziell –  äußerst herausfordernd. Es wurde jedoch vieles dafür getan, weltwärts weiter möglich zu machen – wenn auch etwas anders als üblich. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat sich früh sehr deutlich für eine Weiterführung des Programms ausgesprochen und mit verschiedenen Maßnahmen die beteiligten Organisationen unterstützt. Viele Freiwillige haben zudem die extra geschaffene Möglichkeit in Anspruch genommen, ihren Dienst in Deutschland zu beginnen. Sie haben sich hierzulande bis zu sechs Monate entwicklungspolitisch engagiert, während sie auf die Ausreise gewartet haben. Außerdem konnten Süd-Nord-Freiwillige den Dienst in Deutschland verlängern, wenn eine Rückreise in ihre Herkunftsländer nicht möglich war.

Es geht voran – mit kleinen Schritten

Seit Dezember 2020 können wieder Nord-Süd-Freiwillige ausreisen: Mit Ruanda, Uganda und Thailand sind es aktuell drei Länder, in denen sich weltwärts-Freiwillige aktuell engagieren. „Die Hoffnung, dass es im Laufe der nächsten Monate deutlich mehr werden, ist groß. Auch Einreisen internationaler Freiwilliger nach Deutschland finden wieder statt – genau wie die Ausreisen der Freiwilligen aus Deutschland unter strengsten Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen. Dass die Sicherheit und Gesundheit der Freiwilligen dabei immer an erster Stelle steht und Freiwilligendienste nur dort stattfinden, wo es die Lage zulässt, ist selbstverständlich", sagt Astrid Neumann, Abteilungsleiterin der Koordinierungsstelle weltwärts bei Engagement Global.

Für den aktuellen Jahrgang wird alles dafür getan, dass so viele Freiwilligendienste wie möglich stattfinden können. Auch in diesem Jahr wird es für die Nord-Süd Freiwilligen die Option geben, ihren Dienst in Deutschland zu beginnen, wenn sich – bedingt durch das Infektionsgeschehen – die Ausreise verzögern sollte. Das Interesse an einem weltwärts-Freiwilligendienst ist ungebrochen groß: Viele Organisationen berichten von hohen Bewerbungszahlen.  

Entsendeorganisationen helfen weiter

Es gilt also weiterhin für alle Interessierten, dass es auch „trotz Corona" eine gute Idee ist, sich über die Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes zu informieren. Dafür sind die weltwärts-Entsendeorganisationen die beste Ansprechstelle und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Über weltwärts

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts richtet sich an junge Menschen ab 18 Jahren, die für eine längere Zeit im Ausland leben und sich engagieren möchten. Globales Lernen, interkultureller Austausch und Engagement für eine nachhaltige Entwicklung stehen dabei im Vordergrund. weltwärts wird als Gemeinschaftswerk von rund 160 gemeinwohlorientierten Trägern in Deutschland und circa 2.000 Partnerorganisationen in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Ozeanien umgesetzt. Die Beratung und Unterstützung der beteiligten Akteure sowie die administrative und finanzielle Koordination verantwortet die Koordinierungsstelle weltwärts bei Engagement Global. Gefördert wird das Programm durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Zu den weltwärts-Entsendeorganisationen

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ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen informiert und berät Einzelpersonen, Zivilgesellschaft, Kommunen, Schulen, Wirtschaft und Stiftungen zu entwicklungspolitischen Vorhaben und fördert diese finanziell. Wir qualifizieren bedarfsgerecht, verbinden Menschen und Institutionen miteinander, unterstützen zivilgesellschaftliches und kommunales Engagement.

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ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH
Service für Entwicklungsinitiativen

Sitz der Gesellschaft: Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 40
53113 Bonn
Telefon +49 228 20 717-0
Telefax +49 228 20 717-2150

info@engagement-global.de
www.engagement-global.de


Somalia: Thirty Years After

DEVELOPMENT - 16. April 2021 - 0:00
Abstract

Politically, Somalia is more or less the same as it was in the late 1990s—rightly put, the Arta peace process—with ‘political’ groups competing for power and wealth but with a different approach. The issues on the ‘Somali’ agenda are many, the need to rethink governance immense and ongoing efforts to rebuild the nation, from security to the constitution to the reconciliation process are but national priorities. This article aims to provide a brief assessment of Somalia—30 years after. It will discuss some of the issues in the Somali agenda with emphasis on the story of the haan and provide a number of recommendations.

A Volatile Context: A Revisionist Lens on Good Governance

DEVELOPMENT - 15. April 2021 - 0:00
Abstract

Pressures on the legitimacy of global governance are coming from many sides, including from people who feel betrayed by unfulfilled promises and others who wonder if governance structures can ever become truly accountable and responsive to often deep and evolving human insecurity. This article calls for the integration of norms of governance that can better balance hierarchy and protocol with constituent care and service.

Deutschland darf die 0,7-Marke auch nach der Pandemie nicht reißen

SID Blog - 13. April 2021 - 20:56
Oxfam zu den OECD-Zahlen zur Entwicklungszusammenarbeit

Berlin, 13.04.2021. Laut den heute von der OECD veröffentlichten Zahlen zur weltweiten Entwicklungszusammenarbeit 2020 hat die Bundesregierung zum zweiten Mal in 50 Jahren das Ziel erreicht, 0,7 Prozent des deutschen Bruttonationaleinkommens für Entwicklung auszugeben (2019: 0,61 Prozent, 2020: 0,73 Prozent). Dies erklärt sich aus einem Anstieg der Entwicklungsgelder von 24,2 Milliarden US-Dollar (2019) auf 27,5 Milliarden US-Dollar (2020) - allerdings auch aus dem Rückgang des Bruttonationaleinkommens im Zuge der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr. Oxfam fürchtet eine Kürzung des Entwicklungsetats bereits ab dem nächsten Jahr und warnt davor, die Länder des globalen Südens mit den Auswirkungen der Pandemie alleinzulassen.

Tobias Hauschild, Oxfams Experte für Entwicklungsfinanzierung, kommentiert:

„Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Ländern des Globalen Südens drohen die Erfolge in der Armutsbekämpfung zunichte zu machen. Das verlangt ein entschiedenes Handeln seitens der Industrieländer. Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr richtig reagiert und zusätzliche Gelder für Entwicklung bereitgestellt.

Das Erreichen der 0,7-Prozent-Marke darf keine historisch bedingte Ausnahme bleiben. Vielmehr muss es selbstverständlich sein, dass Deutschland seinem internationalen Versprechen auch nach der Pandemie nachkommt. Es ist angesichts der Corona-Herausforderungen für wirtschaftlich benachteiligte Länder daher ein fatales Signal, dass der Entwicklungsetat laut dem jüngsten Eckwertbeschluss des Kabinetts schon ab dem kommenden Jahr sinken und bis 2024 um rund ein Viertel gekürzt werden soll. Statt bei den Ärmsten zu sparen, muss die Bundesregierung die Gelder für Entwicklungszusammenarbeit in den kommenden Jahren konsequent aufstocken, um auch zukünftig ihren internationalen Verpflichtungen nachzukommen und den weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie zu begegnen."

Oxfam fordert die 0,7-Prozent-Marke durch die Erhöhung der Investitionen in Gesundheits-, Bildungs- und soziale Sicherungssysteme im Globalen Süden langfristig zu halten und dafür unter anderem die Mittel aus der lange geplanten Finanztransaktionssteuer zu nutzen. 


Mehr unter www.oxfam.de

BMZ: Deutschland erfüllt internationales 0,7-Prozent-Ziel, aber drastischer Einbruch in nächsten Jahren muss verhindert werden

SID Blog - 13. April 2021 - 20:55
Minister Müller zu neuen OECD-Zahlen: „Deutschland erfüllt internationales 0,7-Prozent-Ziel, aber drastischer Einbruch in nächsten Jahren muss verhindert werden"

 

Paris/Berlin, 13. April 2021 – Voraussichtlich bei 0,73 Prozent liegt Deutschlands Anteil der öffentlichen Entwicklungsleistungen (ODA) am Bruttonationaleinkommen im Jahr 2020. Ohne Berücksichtigung der Inlandsflüchtlingskosten beträgt der Anteil 0,66 Prozent. Damit bleibt Deutschland hinter den USA der zweitgrößte Geber weltweit. Das geht aus den heute veröffentlichten Zahlen der OECD hervor.

 

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: „Deutschland kommt seinen internationalen Verpflichtungen nach und hat 2020 das 0,7-Prozent-Ziel für Entwicklung zum zweiten Mal erreicht. Damit unterstützen wir weltweit die Eindämmung der Pandemie, die Versorgung von Flüchtlingen, insbesondere im Krisenbogen um Syrien und den Kampf gegen den Klimawandel. Jeder Euro kommt direkt den Menschen zu Gute, erzielt ein Vielfaches an Wirkung und schafft Perspektiven, gerade für die jungen Menschen vor Ort.

Allerdings droht in den nächsten Jahren ein dramatischer Einbruch: Die vom Finanzministerium vorgelegte Finanzplanung sieht für die kommende Jahre einen Rückgang der Entwicklungsmittel um rund ein Viertel vor. Die weltweiten Folgen der Pandemie können wir so nicht bewältigen. Denn Corona wird im nächsten Jahr nicht vorbei sein. Wir müssen konsequent eine weltweite Impfkampagne umsetzen. Nach Angaben der WHO wurden bislang fast 90 Prozent der weltweiten Impfungen in reichen Ländern verabreicht. Um mindestens 20 Prozent der Bevölkerung in ärmeren Ländern zu impfen und mit Therapeutika zu versorgen, fehlen noch immer über 22 Mrd. Dollar. Eine weltweite Impfkampagne darf nicht am Geld scheitern – aus humanitären Gründen, aber auch aus unserem eigenen Interesse. Sonst kommt das Virus im nächsten Flieger zurück, vielleicht noch gefährlicher."

„Zudem hat der Virus eine dramatische Wirtschafts- und Hungerkrise ausgelöst", so Müller weiter. „130 Millionen Menschen sind zusätzlich in Hunger und Armut zurückgefallen. 300 Millionen Menschen haben ihren Arbeitsplatz verloren. Und weil Medikamente nicht mehr ankommen, etwa für Aids, Tuberkulose oder Malaria, werden in Afrika voraussichtlich mehr Menschen an den Folgen des Lockdowns sterben, als am Virus selbst. Es ist zu befürchten, dass viele Länder um Jahre in ihrer Entwicklung zurückgeworfen werden."

 

Mit den heute von der OECD vorgelegten Zahlen erreicht Deutschland zum zweiten Mal nach 2016 das von den Vereinten Nationen vereinbarte Ziel, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Leistungen zur Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Entwicklungsländern einzusetzen. Insgesamt haben Bund, Länder und Kommunen 2020 rund 25 Milliarden Euro für diese sogenannten ODA-Leistungen aufgebracht.




A more ambitious G20 for a sustainable post-pandemic recovery and transformation

DIE Blog - 8. April 2021 - 13:54

The COVID-19 pandemic submerged the world for more than a year now, and global infection numbers are still rising. There are huge differences in the ability of governments and societies to cope with the pandemic: while Europe and the Americas remain epicentres of the disease, there are signs that infections are now also picking up across the African continent.

In an interesting turn-of-tide in discussion, the IMF calls for more public expenditure and higher taxation of the wealthy. The IMF states that economic recovery is possible in 2021 but dependent on both, access to vaccines and other medical interventions, and continuous effective policy support. Policy support needs to cushion the effects of the economic contraction, to decarbonize energy systems and economies, and for intensified multilateral cooperation to ensure universal access to vaccines and therapeutics and adequate financial liquidity of highly indebted countries.

While the IMF focusses on the dual challenge of recovery and decarbonisation, the G20 has committed to implementing the 2030 Agenda as a whole since 2016. All of this means a full agenda for the G20 (and the G7), domestically and globally. In this piece, I want to discuss the advantages and difficulties of such an integrated approach to recovery and transformation, and what the G20 can do for implementing it effectively.

Why choose an integrated approach towards recovery and sustainable development?

In 2020, the argument for integrated approaches was that states faced a dual challenge: they had to react immediately to the social and economic emergencies of the Covid-19 crisis, and invest into the long-term transformation of social and economic infrastructures and consumption habits towards sustainability. This transformation encompasses the reduction of poverty and inequality as much as climate neutrality, the transition to a circular economy and the protection of biological diversity and natural habitats. Integration of the two agendas was not only timely –so many years had been lost with sterile debates and negotiations – but was also needed because public and private budgets are limited. Sequential or disconnected parallel processes cannot be afforded.

Today, one year after, this has not changed; yet, tonality in the debate is different. Covid-19 and its socio-economic consequences will stay with us much longer than anticipated due to the lack of domestic effectiveness and insufficient efforts at multilateral cooperation. Viruses don’t negotiate; if left to “their business”, they mutate. Thus, public budgets and political institutions are under extraordinary pressure and policymakers are having a hard time understanding that wrong decisions lead to irreversible costs in terms of infections and deaths. Adequate decisions are those informed by a variety of scientific disciplines and careful ethical considerations.

Economic recovery is one important aspect of coping with the pandemic – but just one. Living with the virus requires to adjust the ways in which we live and work, we take care of children, youth and the elderly, the sick and the vulnerable in order to enhance social and institutional resilience, domestically and globally. These broader dimensions of coping are reflected in the 2030 Agenda; decarbonisation is but an important part of it. If these adjustments are designed to last, they can support further transformation processes. Citizens expect governments to do what they can to cope with the pandemic; they demand reliable conditions for public and private life. Naturally, the process of coping creates experiences both with failure and with other, alternative ways of doing things. These experiences raise societal expectations.  And alternative experiences can also raise readiness for reform and further change; the population might be more ready for transformation than some decision-makers dare to believe.

It depends on the quality of crisis management now whether in retrospect from 2050 the Covid-19 pandemic will just seem a short episode, compared with the structural transformation process we will hopefully have substantially progressed on by then. Huge impacts on personal lives and expectations, on the economy and on public budgets will shape the next decades. This is why it is so important to get the pandemic under control as quickly as possible and in ways that do not obstruct efforts to create sustainable and attractive futures on this planet. Recovering and transforming have to be integrated processes, and cannot come one after the other.

How can the integrity of public and private investments towards recovery with sustainable transformation be achieved?

Governments need a clear understanding of where to direct public investments to, and how to align private decisions and investments with a sustainable recovery. A clear and reliable strategy and communication helps. Governments should use their national strategies for SDG implementation and decarbonisation plans for these purposes, link these with public budgets so that funding resources are clear and adequate, monitor their implementation with the support of independent scientific commissions, learn from successes and failures, and invest in clear and regular communication around it – with the general public, with stakeholders in the economy, in society and in academia, and with subnational levels of government.

This will allow for reliable framework conditions for private investors (and households) and make uncertainties manageable. One example is dynamic carbon pricing, another one public support for new infrastructures and for new technologies. Work on sustainable finance by central banks and finance ministers, globally, in the G20 and the European Union is crucial.

Equally, clear and reliable strategies, investments in improved social safety nets (e.g. universal health coverage), in economic infrastructure and transparent communication and accountability help to protect and increase cohesion within society and trust in political institutions. This are vital resources for coping with crises and for sustainable transformation and decarbonisation processes.

What can the G20 do?

These tasks are universal and all countries are confronted with them. Still, the resources needed for accomplishing them are very unequally distributed – be they financial, human, technological, knowledge, cultural or social. Securing fiscal space for low-income countries and middle-income countries under stress is vital for controlling the pandemic, for recovery and sustainable transformation. The G20 and the international community at large needs to define clear perspectives for mutual support over the next decade in order to enable public and private action towards these goals.

In principle, the G20 is a very good platform for making recovery converge with implementation of the 2030 Agenda, but its current form of organisation prevents it from using its full potential. The Global Sustainable Development Report published by the UN Independent Group of Scientists in 2019 distinguishes thematic entry-points for sustainable development, such as “human well-being and capabilities” and “sustainable and just economies” from policy-related levers for delivering change. In 2020 we analysed the workstreams of the G20 under the Saudi presidency, and we could see that most of the lever-related workstreams belong to the Finance Track, while all entry point-related workstreams fall under the Sherpa Track. For shaping recovery in a way conducive to sustainable development, both tracks need to work closely together to ensure that transformative policy objectives (often owned by the Sherpa track) are equipped with the levers of adequate financial, fiscal and economic policies (owned by the finance track). The G20 is particularly strong on finance, fiscal and economic policies. However, it needs to expand its political and financial clout to a second lever: science, technology and innovation (STI) policies, and gear it towards sustainable recovery and transformation. Sharing technologies and engaging in joint knowledge creation is vital for sustainable recovery and transformation. Scientific cooperation by G20 members is primarily motivated by strengthening competitiveness. In the 21st century, much more funding is needed for scientific cooperation that envisages the global common good.

The priorities of the Italian presidency of the G20 – grouped under the keywords people, planet, and prosperity taken directly from the 2030 Agenda – are a very good first step for enhancing the collective capacity of the G20 towards integrating recovery and sustainable transformation measures.

In this context, the Development Working Group (DWG) can play an important role in the Italian presidency: it is grouped in the Sherpa track, and it has been tasked in 2016 to coordinate and inspire the G20’s work for sustainable development across all working groups. The Italian presidency has planned four DWG meetings; the first one took place just before the first meeting of finance ministers and central bank governors, while the last meeting will be back-to-back with the meeting of finance and central bank deputies. Timing offers great potential for coordination and even cooperation, on the broader theme of shaping recovery towards sustainable development, and for ensuring that the G20 engages in expanding fiscal space of developing countries, in particular of least developed countries. For realising the potential, national delegations to the DWG need to include representation beyond development departments.

Furthermore, the DWG needs to be ambitious. It should go beyond updating the G20 Action Plan on the SDGs as it has done annually since 2017, and focus on fresh action in the aftermath of the Covid-19 pandemic. The perspective needs to be how to enhance universal implementation of the SDGs, expanding the horizon beyond instruments of development cooperation, and understanding implementation of the 2030 Agenda as what it is: a universal task that includes cooperation relations across all countries, with the G20 strength to go beyond the boundaries of North-South and South-South cooperation and their instruments.

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EWIK Newsletter April: Kompetenzorientiertes Lernen: Projekte und Unterrichtsbeispiele

SID Blog - 6. April 2021 - 20:53
Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe April 2021: Kompetenzorientiertes Lernen: Projekte und Unterrichtsbeispiele

Liebe Leserinnen und Leser,

bei der Konzeption und Umsetzung von Unterricht stellen sich für die Lehrkräfte die komplexen Fragen nach der Intention (wozu?), nach der Gestaltung des Lernprozesses (wie?) und nach der Auswahl des Themas (was?). Das Wichtigste sind dabei die Akteure, d.h. die Lernenden, ihre bereits erworbenen Kompetenzen, ihre zunehmend selbstbestimmte Partizipation, ihre Kommunikation mit den Lehrkräften und MitschülerInnen. Sie sollen frühzeitig eine zentrale Rolle spielen bei der Beantwortung der Fragen nach dem Sinn des Vorhabens (Projekts), wie es gemeinsam umgesetzt werden soll und um welche Herausforderungen und Verknüpfungen mit ihrer Lebenswelt es geht.

Angesichts der Vielzahl der für wichtig gehaltenen Lerninhalte und der Komplexität derzeitiger und zukünftiger Herausforderungen sowie der didaktischen Möglichkeiten, ihnen zu begegnen, kann es zuversichtlich stimmen, dass die Zahl erforderlicher Kompetenzen überschaubar bleibt. Sie sind daher bei allen Lernprozessen, denen es – wie in Schule – nicht um den Erwerb von spezialisierten und einem zeitlichen Verfall ausgesetzten Fähigkeiten und Fertigkeiten geht, von grundlegender Bedeutung. Kompetenzorientiertes Lernen kann gelernt und zunehmend wirkungsvoll gestaltet werden, wenn es bei dem Bemühen, Lösungsansätze für zukunftsfähiges Handeln zu finden, nicht ausschließlich um Wissenserwerb geht, sondern das eigene werteorientierte Handeln stets mit in den Blick kommt.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Kompetenz vage als Fähigkeit verstanden, etwas zu bewerkstelligen. Die Erziehungswissenschaft hat daraus einen Fachbegriff gemacht, der dabei helfen soll, eine Leistung zu messen. Kompetenzen sind allerdings nicht nur outcome-orientiert, sondern haben in ihrer Ergebnisorientierung auch Bedeutung für die Themenauswahl und die Unterrichtsgestaltung. Sie verbinden nach dem Entwicklungspsychologen F.E. Weinert bereits erworbene und erlernbare kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten, um sich stellende Probleme zu lösen. Kompetenzen sind darüber hinaus aber auch mit emotionalen und sozialen Bereitschaften verbunden, um Herausforderungen verantwortungsvoll begegnen zu können. Das wiederrum kann nur zu zielgerichtetem nachhaltigem Handeln führen, wenn von den Individuen – oder in diesem Fall von der Lerngruppe – Kompetenzen werteorientiert auf das Handeln ausgerichtet sind.

BNE-Kompetenzen werden im Orientierungsrahmen Globale Entwicklung (2016, S. 95) auf 11 Kernkompetenzen begrenzt. Es geht um 11 komplementäre Teilkompetenzen einer holistischen Idee (nachhaltige Entwicklung), wobei im Lernprozess verschiedene Teilkompetenzen zu einer umfassenden Gestaltungskompetenz akkumuliert werden. Da BNE-Kompetenzen ihrem Charakter nach fächerübergreifend sind, sollten sie – wie das im Orientierungsrahmen Globale Entwicklung geschieht – mit Fachkompetenzen verbunden werden. Für die unterrichtliche Praxis genügt es allerdings nicht, z.B. die Kernkompetenz Perspektivenwechsel und Empathie mit der geographischen Fachkompetenz eigene und fremde Wertvorstellungen bei der Analyse von Räumen und Entwicklungsproblemen zu kombinieren. Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern muss eine Spezifische Kompetenz formuliert werden, die der Herausforderung des gewählten thematischen Schwerpunkts gerecht wird. Sie entspricht in der Regel der Aufgabenstellung des Vorhabens (Projekts). Dabei ist eine Visualisierung der gemeinsam formulierten Aufgabenstellung/ Spezifischen Kompetenz empfehlenswert.

Kompetenzen gewinnen an Wert und Wirkung, wenn ihr Erwerb von den Lernenden (z.B. mit Hilfe eines einfachen Selbstbewertungsbogens) beurteilt wird und diese Selbstbewertung Grundlage der Feedbackkultur mit den Lehrkräften wird.

In diesem Newsletter werden aktuelle Materialien, Unterrichtsentwürfe und weitere Bildungsressourcen vorgestellt, die sich explizit auf die Kompetenzentwicklung im Sinne des Orientierungsrahmens beziehen. Schwerpunktunabhängige Meldungen und Veranstaltungshinweise runden das Angebot ab. Anregende Lektüre!
 
Jörg-Robert Schreiber

Mitautor des Orientierungsrahmens Globale Entwicklung

EWIK-Kooperationspartner
Aktuelles
Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele – Lernsnacks für Lehrkräfte"

Sie suchen Impulse, wie Sie die 17 Nachhaltigkeitsziele in Ihren Unterricht einbinden können? Vom 21. April bis zum 16. Juni 2021 bietet ein Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, die sich in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und für das Globale Lernen engagieren, die digitale Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" an. Sie richtet sich an Lehrer*innen aller Schulformen und Jahrgangsstufen und weitere Interessierte. Jede Woche werden dienstags oder mittwochs zwei Lernsnacks à 60 Minuten zu je einem Nachhaltigkeitsziel angeboten. Das Themenspektrum der methodenreichen Lernsnacks ist so breit wie die Nachhaltigkeitsziele selbst. Es umfasst unter anderem Aspekte hinsichtlich Armut, Hunger, Klimawandel, Energie, Fairer Handel, Bildung, Gesundheit oder Frieden.

Ausbeutung von Mensch und Umwelt für die Palmöl-Produktion in Guatemala

Das Video „Ein Modell des Todes – Palmölplantagen in Guatemala" der Christlichen Initiative Romero (CIR) zeigt, warum es in Deutschland ein starkes Lieferkettengesetz braucht, das robuste Sorgfaltspflichten für den Schutz von Menschenrechten und Umwelt in der gesamten Lieferkette vorschreibt: Aktivist*innen und Betroffene aus Guatemala prangern im Video die rücksichtslose Ausbeutung von Menschen und Natur durch Palmölplantagen-Betreiber an.

Weltklasse-Aktion der Globale Bildungskampagne vom 26. April bis 26. September 2021

Homeschooling, Wechselunterricht, abgehängte Schüler*innen – die Corona-Pandemie zieht eine noch nie dagewesene Bildungskrise nach sich. Zeitweise konnten laut UNESCO 1,6 Mrd. Schüler*innen weltweit nicht zur Schule gehen. Die Situation stellt ein reiches Land wie Deutschland vor große Herausforderungen. Ärmere Länder im Globalen Süden haben es ungleich schwerer. So führen Schulschließungen und Lockdown oft direkt in die Kinderarbeit. Bildungschancen werden zerstört – in vielen Fällen für immer. Mit der Weltklasse!-Schulaktion 2021 will die Globale Bildungskampagne auf globale Bildungsungleichheit aufmerksam machen und lädt Schulen bundesweit ein, sich für Bildungschancen weltweit einzusetzen.
Online Escape Game "Exit Klimakrise"

In einer Welt, in der wirtschaftliche Interessen und gedankenloser Konsum im Zentrum stehen, will die Geheimorganisation „Next Level Society" die Balance wiederherstellen und das Klima retten. Eine Task Force aus jungen Agent*innen wird sich nun dieser Herausforderung stellen. Auf die Spielerinnen und Spieler wartet eine spannende Schnitzeljagd durch das Internet und vielseitige Rätsel: Wie viele Kilometer legt ein T-Shirt zurück, wenn es produziert wird? Wie ressourcenaufwändig ist unser Fleischkonsum? Und was hat Videostreaming mit Nachhaltigkeit zu tun? Das kostenlose Online-Spiel ist im Rahmen der Klimakampagne 1Planet4All entstanden und eignet sich für Schüler*innen ab 14 Jahren.

Publikation: Weltwerkstatt – Utopien. Kunst. Globales Lernen.

Wie könnten wir in Zukunft leben? Wie kommen wir dorthin? Für eine global gerechte und ökologische Welt brauchen wir positive Zukunftsbilder. Im vergangenen Jahr fand in dem außerschulischen Lernort, der Weltwerkstatt im EPiZ, die fünfteilige Veranstaltungsreihe „Weltwerkstatt – grenzenlos kreativ die Welt von morgen bauen" statt. Sie zielte darauf ab, gemeinsam Utopien zu erproben und diese dann im (Bildungs-) Alltag umzusetzen. In einer eigenen Publikation werden die Idee und der Aufbau der Veranstaltungsreihe nun dargestellt. Fotos, Interviews, ­Methodenbeschreibungen und interaktive Elemente geben Einblicke in die Umsetzung und sollen dazu anregen, auch an anderen Orten Utopien zu entwickeln und neue Wege einzuschlagen.

#excitingedu DIGITAL 2021

Auf der #excitingedu DIGITAL, dem Online-Kongress für die digitale Schule, wird es zahlreiche Sessions zu digitalem Fachunterricht, Methoden für den Fern- und Präsenzunterricht, Tools für das kollaborative Arbeiten,  Medienentwicklungsplanung und auch zum Thema BNE & digitaler Bildung geben. Der Online-Kongress richtet sich an Schulleitungen, Lehrkräfte und Vertretende der Bildungsadministrationen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

ökoRAUSCH Wissenswelt - Ausstellung zu zukunftsfähigen Lebensstilen und Gesellschaftsentwürfen

Die partizipative Wissensausstellung, erstmals auf dem ökoRAUSCH Festival für Design und Nachhaltigkeit 2020 gezeigt, knüpft an den Themenkomplex des nachhaltigen Designs an und macht ökologische und soziale Hintergründe greifbar. Warum ist es nötig, einen neuen, ressourcenschonenden Umgang mit Materialien zu entwickeln? Weshalb engagieren wir uns für Gender-Gerechtigkeit? Mit welchen Instrumenten lässt sich die Umsetzung von gesellschaftlichen Visionen in die Realität befördern? Positive Alternativen für eine nachhaltige Zukunft öffnen die Gedanken dafür, dass auch andere Lebens-, Konsum-, Produktions-, Wirtschafts-, und Politikkonzepte möglich sind, die ein gutes, ökologisch und sozial verantwortungsvolles Leben für alle ermöglichen können. Die Ausstellung wird an Vereine, Einrichtungen, Museen oder Veranstaltungen NRW-weit verliehen.

Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien
Indigene Wege – Wandel-Erfahrungs-Geschichten indigener Gemeinschaften zu den nachhaltigen Entwicklungszielen

Die ‚Wandel-Erfahrungs-Geschichten' zu den 17 SDGs informieren über das Engagement indigener Gemeinschaften für nachhaltige Entwicklung und den Umgang mit lokalen Auswirkungen der weltweiten sozial-ökologischen Krise. Ihre in der kulturellen Identität verankerten und wertebasierten Vorstellungen und Praktiken von Nachhaltigkeit können auf der Suche nach Lösungen Orientierung bieten. Die dargestellten globalen Zusammenhänge zeigen die Verknüpfungen zwischen dem Handeln von Menschen in Deutschland mit der Situation indigener Völker auf. Sie eröffnen Gestaltungsspielräume für solidarisch motivierte Weltbürger*innen und alle, die sich für nachhaltige Veränderungen auf den Weg machen möchten. Zur Publikation gibt es zusätzlich ein Begleitheft für die Sekundarstufe mit Handreichungen zu den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen für die Bildungsarbeit.

Critical Literacy am Beispiel von Nachrichten zum Klimawandel

Das Workshop-Konzept zu Medienkompetenz und Klimawandelleugnung des Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationszentrum e.V. (EPIZ Berlin) ist für Schüler*innen ab der 10. Klasse geeignet. Sie lernen, wie Meinungen entstehen, welche Interessen damit verbunden sein können, wie Quellenkritik geht, und welche Informationskanäle sich für welche Botschaften eignen. Das Workshop-Konzept zielt darauf, Texte, Filme sowie die Rolle der sozialen Medien zum Thema Klimawandel zu analysieren und auf politische Standpunkte, Strategien und verborgene Botschaften hin zu hinterfragen.
Aktualisiert: OR-Teilveröffentlichung Geografie

Die Orientierungsrahmen-Teilausgaben sind praxisorientierte Ergänzungen zum gleichnamigen Fachkapitel des KMK/BMZ Orientierungsrahmens Globale Entwicklung und richten sich insbesondere an Lehrkräfte.
Die jetzt aktualisiert vorliegende Teilausgabe Geografie veranschaulicht die Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in diesem Unterrichtsfach. Sie enthält neben einem einführenden Teil das unveränderte Fachkapitel aus dem OR mit dem jeweiligen kompetenzorientierten Unterrichtsbeispiel.
Teilausgaben zum OR liegen für insgesamt neun Fächer vor und stehen zum Download zur Verfügung.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Ausbildungs- und Berufsvorbereitung

Diese Handreichung ist eine Zusammenfassung der Ergebnisse, der Erfahrungen und den Unterrichtskonzepten aus dem Projekt „Fit für MORGEN – Ausbildungs- und Berufsvorbereitung unter Einbeziehung von Bildung für nachhaltige Entwicklung". Fit für MORGEN ist eine gemeinsame Länderinitiative der Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit dem Ziel, die Umsetzung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung in der Schulpraxis zu unterstützen. In drei beruflichen Schulen in den genannten Bundesländern wurden von 2017 bis 2020 Unterrichtsmodelle für den Bereich der Ausbildungs- bzw. Berufsvorbereitung (BVJ, AVSH) entwickelt und erprobt.

History of Food – Unsere Nahrung und ihre globalen Wurzeln – Unterrichtsmaterial zur Ausstellung www.historyoffood.de

Alle Nahrungsmittel, alle Pflanzen, alle Produkte, die wir kaufen und konsumieren, können wir aus globaler und auch aus machtkritischer Perspektive betrachten. Heutige globale Produktionsverhältnisse sind nicht neutral oder gar geschichtslos. Im Gegenteil: Weltweite Produktionsverhältnisse und Handelsströme sind bis heute geprägt von kolonialer Besetzung und Ausbeutung und im Zuge dessen von Industrialisierung und Globalisierung. Das multimediale Bildungsprojekt „HI [STORY] OF FOOD – Unsere Nahrung und ihre globalen Wurzeln" diskutiert vor diesem Hintergrund die globale Geschichte der Nutzung von Nahrungsmitteln. In multimedialen Angeboten – Wanderausstellung, Website mit Videos, interaktiven Karten und Texten, Bildungsmaterial und Workshops – geht das Projekt Fragen zur Globalgeschichte von ausgewählten Nutzpflanzen nach.
FAIR macht Schule!

Die Unterrichtsmaterialien des Projektes "FAIR macht Schule!" widmen sich nachhaltigem Konsum und weltweiten Zusammenhängen von Produktion, Handel und Konsum. Dabei sollen Schüler*innen lernen, in diesen Themenbereichen Problematiken zu erkennen und schließlich selbst Handlungsoptionen zu entwickeln. Ver Produktgruppen bilden das Herzstück der Materialien: Handys, Steine, Textilien und Kakao. Geeignet sind sie für die Fächer Geografie, Gemeinschafts-/Sozialkunde, Wirtschaft, Ethik/Religionslehre und Geschichte.
Dilemmata bearbeiten. Dilemmata-Kompetenz vermitteln.

Spiele und alltagsnahe Arbeitsaufträge werfen im Themenheft der Tropenwaldstiftung OroVerde immer wieder die Frage auf: "Wie soll ich mich entscheiden?". Beispiele aus den Bereichen Nachhaltigkeit und Umweltschutz vermitteln Jugendlichen, was moralisch Handeln bedeutet, und wie sie mutig wertbasierte Entscheidungen treffen können. Erkenntnisse aus der Hirnforschung und der Spieltheorie zeigen auf, wie einfach Fehlschlüsse oder kognitive Dissonanz entstehen können. Gleichzeitig werden Methoden erarbeitet, mit denen die Jugendlichen handlungsfähig bleiben können. Das Heft steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

Inklusives Unterrichtsmaterial für die Grundschule zum Thema „Nachhaltiger Konsum von Erdbeeren"

Im Rahmen der Umsetzung des Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung (OR) entstehen Lern- und Lehrmaterialien für alle Fächer des OR und zur Grundschule. In Zusammenarbeit zwischen Engagement Global und der Organisation Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V. (bezev) wird aktuell das Unterrichtsmaterial „Her mit der Erdbeere – Inklusive Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Grundschule" erstellt.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung Sachsen: Unterrichtsbeispiele Gymnasium

Das Material umfasst zwölf ausgewählte Unterrichtsbeispiele zu aktuellen globalen Herausforderungen für verschiedene Fächer. Die Unterrichtsbeispiele wurden von Themenexperten und -expertinnen entwickelt, an den sächsischen Lehrplänen ausgerichtet und durch das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) geprüft. Sie bieten Lehrkräften die Möglichkeit, Themen wie „Globalisierung von Wirtschaft und Arbeit", „Migration und Integration" oder „Kommunikation im globalen Kontext" mit geringem Aufwand in ihren regulären Unterricht einzubeziehen und damit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) schulartspezifisch umzusetzen. Die Unterrichtsbeispiele sind natürlich auch in allen anderen Bundesländern uneingeschränkt anwendbar.
Zum Schwerpunkt: Multimediales

Planspiel zum Thema Palmöl für Berufsschüler*innen

Ob Brotaufstrich, Waschmittel oder Shampoo: Palmöl ist ein vielseitiger Rohstoff und steckt in zahlreichen Produkten des täglichen Lebens. Doch der steigende Konsum hat massive Folgen. Beim vom WILA Bonn entwickelten "Planspiel Palmöl" schlüpfen Berufsschüler*innen für den Einzelhandel in die Rollen von Kund*innen, Verkäufer*innen und Einkäufer*innen. Sie diskutieren Maßnahmen, um den Handel mit Produkten, in denen Palmöl enthalten ist, nachhaltig und fair zu gestalten.

taraxacum. - Impulskartenspiel mit Fragen und Aufgaben für eine Welt im Wandel 

Querbeet denken, Klartext reden, nachhaltig handeln - das ist das Motto des neuen Impulskartenspiels von Ökohaus e.V. Mit den Karten können wichtige Fragen des sozialökologischen Wandels spielerisch entdeckt werden. Die Spielenden kommen leicht ins Gespräch - von philosophischen Fragen über Experimente und Bewegungsaufgaben bis hin zu konkreten Handlungsmöglichkeiten. taraxacum. eignet sich perfekt für den Einsatz in der Schule - ob als Einstieg in ein Unterrichtsthema oder auch in einer Vertretungsstunde.
Aber auch unter Freunden oder in der Familie bringt es eine Menge Spaß, mit den Karten über Fragen unserer aller Zukunft nachzudenken und zu diskutieren.

Planspiele bei der bpb

Planspiele gewinnen als handlungsorientierte Methode in der schulischen und außerschulischen Bildung für die Vermittlung komplexer Zusammenhänge in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat eine Übersicht über die Methodik der Planspiele zusammengestellt und pflegt eine Datenbank mit Planspielen in der politischen Bildung, darunter auch zahlreiche zu den Themenfeldern Entwicklungspolitik und Ökologie / Nachhaltigkeit.

Immer dem Essen nach! Immer dem Essen nach! – Digitale Schnitzeljagd zu weltweiter Ernährung

Die Schnitzeljagd „Immer dem Essen nach" wird mit der App Actionbound gespielt. Die Spieler*innen besuchen einen Supermarkt, einen Bioladen und ihre Schulkantine, bekommen Informationen zu weltweiter Ernährung, berechnen den Fußabdruck ihres Essen und diskutieren zum Beispiel über die Frage, ob es weiterhin Werbung für ungesunde Nahrungsmittel geben sollte. In der Version für Zuhause gehen sie in ihrer Küche auf Entdeckungstour. Das Angebot richtet sich an Lehrkräfte und Multiplikator*innen ab der 6. Klasse und eignet sich für mindestens zwei Schulstunden.

Zum Schwerpunkt: Aktionen, Angebote, Fortbildungen
FAIR macht Schule! – Aktionstage für Schulklassen in Baden-Württemberg rund um Sozial- und Umweltstandards

Unter dem Titel "FAIR macht Schule!" bietet der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) Aktionstage für Schulen an, bei denen sich die Schülerinnen und Schüler mit Themen rund um nachhaltigen Konsum und Sozial- und Umweltstandards bei Unternehmen und in der kommunalen Beschaffung auseinandersetzen und dazu bei einer Stadtrallye in Dialog mit verschiedenen öffentlichen und privaten Akteuren vor Ort treten. Das Angebot richtet sich an Schulklassen und Projektgruppen aller Schularten in Baden-Württemberg ab Klasse 8 und wird auch als digitales Format angeboten.

Multiplikator*innenschulung „Fit für faires globales Handeln"

Der Fußball aus Pakistan, die Schokolade mit Kakao aus Ghana oder das T-Shirt aus Bangladesch - das sind alles global gehandelte Konsumgüter, die auf unterschiedlichste Weise produziert werden und bei uns im Geschäft landen. Aber wie wurden diese Waren produziert, wie steht es um die Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette, welche Unternehmen sind beteiligt und handeln sie nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit? In der Multiplikator*innenschulung von hamburg mal fair wird diesen Fragen nachgegangen und ein Einstieg in die Bildungsarbeit für Faires Globales Handeln ermöglicht. Die Fortbildung richtet sich an junge Erwachsene, die Kindern und Jugendlichen globale Zusammenhänge begreifbar machen möchten und neugierig auf kreative Methoden in der Bildungsarbeit sind.

Zum Schwerpunkt: Hintergrundinformationen

Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung

Der "Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung" (OR) im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung ist das Ergebnis einer gemeinsamen Initiative der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Er hilft dabei, Bildung für nachhaltige Entwicklung mit globaler Perspektive fest in Schule und Unterricht zu verankern. Der konzeptionelle Ansatz des OR ist weltweit bislang einmalig. Der OR benennt elf Kernkompetenzen in den Bereichen Erkennen – Bewerten – Handeln, auf die sich die Teil-Kompetenzen der Fächer beziehen (S. 95ff).
Aktuell wird der OR auf die Gymnasiale Oberstufe erweitert. Der OR steht auf dem Portal Globales Lernen in Lang- und Kurzversion, in Fächer-Teilausgaben sowie in fremdsprachigen Versionen zum Download zur Verfügung und kann kostenfrei beim Cornelsen-Verlag bestellt werden.

Globales Lernen. Eine Einführung: Lerneinheit zum Thema Coffee-to-go Einwegbecher

Wie viele andere Organisationen hat auch der Verein Vamos e.V. seit März 2020 die Zunahme von digitalen Angeboten des Globalen Lernens beobachtet und selbst Ideen entwickelt. Im Projekt „welt.weit.virtuell - Globales Lernen mit digitalen Medien", das im November 2020 gestartet ist, beschäftigen sich die Autor*innen u. a. mit der Frage, was mögliche Anderswerte digitalen Globalen Lernens bzw. des Lernens mit digitalen Medien sein können. Im Projekt wird also versucht, genauer auf die Lernprozesse zu schauen, die durch digitale Medien anders gestaltet werden können: Inwieweit und in welchen Bereichen können digitale Elemente Bildungsangebote des Globalen Lernens / BNE ergänzen, verbessern, neugestalten oder sogar neue Lernformen ermöglichen?
Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik "Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Fridays for Future
Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.


Online Escape Game: Digital Breakout – Wer rettet das Internet?

Ein Hacker droht, das Internet lahmzulegen! - WELTWEIT! Es gibt nur eine Chance, das Internet zu retten: Die Spielenden müssen einen Weg finden, wie Digitalisierung nachhaltig und gerecht gestaltet werden kann. Werden Sie es schaffen? Die Zeit läuft! Beim Knacken von Rätseln und Codes werden der zunehmende Rohstoffverbrauch, die damit verbundenen Umweltprobleme und die Arbeitsbedingungen im globalen Süden beleuchtet. Und vor allem geht es in dem Spiel darum, Chancen und Handlungsmöglichkeiten zu finden.

Workshop-Reihe für Schulklassen zum Thema „Grenzen des Wachstums"

Das derzeitige Wirtschaften ist auf Wachstum ausgerichtet. Die bereits in den 1970er Jahren vom Club of Rome aufgezeigten Grenzen des Wachstums werden immer stärker sichtbar. Knapper werdende Ressourcen wie fossile Brennstoffe („Peak Oil") oder landwirtschaftliche Nutzfläche („Peak Soil") führen das Wirtschaftswachstum an seine Grenzen. Andere Modelle müssen gefunden und diskutiert werden. Ziel der Workshop-Reihe ist es, dass sich die Schüler*innen mit nachhaltiger Entwicklung auseinandersetzen, ihre Urteilskraft schärfen und eine Verantwortung für die eigene Lebensweise wahrnehmen.

Unsichtbar? Hinter den Kulissen globaler Waren: Inklusive Methoden für den Förderschwerpunkt „Sehen"

Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern, so lautet das vierte der SDGs (Sustainable Development Goals). Sowohl die Nachhaltigen Entwicklungsziele als auch die UN-Behindertenrechtskonvention verdeutlichen, wie wichtig inklusive Bildung ist. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, allen Kindern und Jugendlichen diese Bildung zu ermöglichen. Das vorliegende Konzept des Schul- und Bildungsprojekts êpa! des Marburger Weltladens für Fachkräfte in der pädagogischen Arbeit mit Kindern (7 - 12 Jahre) bietet Methoden und Materialien des Globalen Lernens an, die es sehenden und nichtsehenden Kindern gleichermaßen ermöglichen, an diesem Bildungsangebot teilzuhaben.

Podcast „Klima? Gerecht! Globale Perspektiven auf die Klimakrise"

In der aktuellen Folge des Podcasts „Klima? Gerecht! Globale Perspektiven auf die Klimakrise" der Christlichen Initiative Romero (CIR) geht es um die Stärkung marginalisierter Stimmen im Klima-Diskurs. Unter dem Titel „Von Menschenrechten und Machtverhältnissen" diskutieren die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Norma Sancir aus Guatemala und die Klimaaktivistin Lea Dehning aus Deutschland über systemische Ursachen für die Klimakrise und gehen der Frage nach, welche Rolle dabei Kolonialismus und der Schutz von Menschenrechten spielen.

Neues vom Blog EineWeltBlaBla


EineWeltBlaBla im März 2021

Das Sich-gegenseitige-Verstehen in der eigenen Muttersprache ist manchmal problematisch, im schlechtesten Fall diskriminierend und verletzend. Wie unser Verständnis von Sprache mit dem Begriff Political Correctness zusammenhängt, sind wir in dem Beitrag zu Die Macht der Worte nachgegangen.

Am 3. März war Tag des Artenschutzes - Zeit, um eine Bilanz zu ziehen, haben wir uns gedacht.

Warum fällt uns das mit dem Klimaschutz eigentlich so schwer? Dieser Frage wurde in dem ersten Gastbeitrag dieses Monats nachgespürt und Zusammenhänge zwischen dem Problem des kollektiven Handelns im 21. Jahrhundert, der Verwaltung von öffentlichem Gut und dem Klimawandel erkannt.

Am 8. März war Internationaler Frauentag! In einem ersten Beitrag dazu haben wir uns dem diesjährigen Motto der UN für den Weltfrauentag 2021: Women in leadership: Achieving an equal future in a COVID-19 world gewidmet. In Teil 2 zum feministischen Kampftag gibt es einen Überblick, wie anlässlich des Frauenkampftages weltweit Menschen aktiv geworden sind.

Wie geht es unserer Psyche bei all der Umweltzerstörung? Was bedeuten Begriffe wie Klimaangst, Klimadepression oder Solastalgie? Und wie hängen diese emotionalen Auswirkungen mit der Klimakrise zusammen? Auch damit haben wir uns im März auseinandergesetzt, denn mit diesen Gefühlen steht keine*r alleine da.

Für alle, die es auch vermissen, neue Menschen kennen zu lernen oder ein Gespräch mit einer Person zu führen, über die man noch überhaupt nichts weiß, haben wir die Organisation "Start with a friend" vorgestellt, die Einwander*innen und Locals zusammenführt.

Anlässlich des Weltwassertags am 22. März hat sich der „a tip: tap" Verein vorgestellt und über sein Engagement und die verschiedenen Projekte zum Thema Leitungswasser berichtet.

Zum Monatsende hin haben wir noch ein wenig den Blick in Richtung kommende Sommermonate schweifen lassen. Denn das Feriencamp Modell morgen verbindet die Fragen der Zukunft mit einer Berufsorientierung der besonderen Art: In den verschiedenen Camps können Jugendliche herausfinden, wie man mit einem sinnvollen Job seinen Lebensunterhalt verdienen und eine zukunftsfähige Welt gestalten kann. Und um einen Eindruck vom letzten Jahr zu bekommen, erzählt eine Teamerin von ihren eigenen Erfahrungen.

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Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Neues aus den Datenbanken
Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien

In der Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien können sich Lehrkräfte und Interessierte über das aktuell verfügbare Angebot an didaktischen Printmaterialien zur Einen Welt informieren. Die Datenbank bietet die Möglichkeit, über eine umfassende Suchmaske gezielt nach Publikationen zu suchen. Hier gelangen Sie zu einer Zusammenstellung aktueller Bildungsmaterialien.

Datenbank Eine Welt Medien – Filmtipps zum Thema Kompetenz-, werte- und handlungsorientiertes Lernen

Die Datenbank Eine Welt Medien hat zum Schwerpunkt dieses Newsletters eine Empfehlungsliste mit Filmen zusammengestellt. So fördern Filme aus dem Globalen Süden häufig Empathie und die Fähigkeit zum Perspektivenwechsell und schulen ebenso Reflexions- und Urteilsfähigkeit. Alle Filme werden jeweils mit ausführlicher Beschreibung, Altersempfehlung und Verleihstellen aufgeführt.
Veranstaltungen
Digitale Öffentlichkeitsarbeit - wirkungsvoll für eigene Formate im digitalen Raum werben
13.04.2021 online Afrika, China und Europa: zwischen Abhängigkeit, Konkurrenz und Kooperation
15.04.2021 online Online-Methodenfortbildung zum Thema „Globale Sanitärversorgung und Hygiene" der German Toilet Organization e. V. (GTO)
16.04.2021 online Grenzen des Wachstums - Über Ressourcenknappheit und das Gute Leben
16.04.2021 - 17.04.2021 online Workshop: Transformative Bildungspraxis – auf dem Weg zur sozial-ökologischen Transformation?
17.04.2021 online UrbanArt in der umwelt- und entwicklungspolitischen Bildungsarbeit - sichtbare Zeichen setzen für Veränderung vor Ort
21.04.2021 online Die SDGs in Unterricht und Schule bringen - Auftaktveranstaltung der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" 
21.04.2021 online Podcasts, Erklärvideos und andere Bildungssnacks selbst gemacht
21.04.2021 - 22.04.2021 online Online-Seminar „Wirkungsorientierung bei Multiplikator*innenschulungen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit"
22.04.2021 online Warum Kinderarbeit? Ein Bildungsangebot zum SDG 1. Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" 
27.04.2021 online Klimawandel macht Hunger! Ein digitaler Workshop der Welthungerhilfe zum SDG 2. Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" 
27.04.2021 online Welternährung neu denken. Interaktive Lehrerfortbildung zum weltweiten Ernährungswandel. Ein digitaler Workshop zum SDG 2. Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" 
05.05.2021 online One Health - Gesundheit für alle. Ein digitaler Workshop der DAHW zum SDG 3. Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" 
05.05.2021 online Workshop: Transformative Bildung und Digitalisierung
07.05.2021 online Nachhaltigkeitsziel 4: Bildung für alle – digitale Unterrichtsmaterialien mit offener Lizenz selbst erstellen. Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte"
11.05.2021 online Kinderarbeit und Kinderrechte weltweit. Ein Online-Workshop von Brot für die Welt zum SDG 8. Teil der Fortbildungsreihe „Die 17 Nachhaltigkeitsziele - Lernsnacks für Lehrkräfte" 
11.05.2021 online Vorschau Ausgabe Mai 2021: 
Die nächste Ausgabe des Newsletters der Eine Welt Internet Konferenz erscheint Ende April 2021 zum Thema

Biologische Vielfalt / Nachhaltige globale Landwirtschaft  

Zusendungen sind bis zum 23. April 2021 willkommen.
EWIK-Umfrage: Bitte bewerten Sie uns! Ihre Meinung ist gefragt:
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Um Ihre Suche nach passenden Bildungs- und Unterrichtsmaterialien, nach aktuellen Aktionen, Veranstaltungen und Kooperationsmöglichkeiten zu erleichtern, versuchen wir stets, die Vielfalt der Angebote im deutschsprachigen Raum möglichst umfassend darzustellen.

Wir möchten daher gerne wissen: Werden wir unserem Anspruch gerecht, einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu allen relevanten Informations- und Bildungsangeboten zum Globalen Lernen zu bieten?

Hier geht es zur Umfrage. Das könnte Sie auch interessieren:
Publikationen der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Print-Rundbrief  –  März 2021 SDG 2 - Hunger beenden

Der Rundbrief erscheint viermal jährlich und berichtet über die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Bund und Ländern, Fortbildungsangebote, Veranstaltungen, neue Materialien, Kampagnen und Aktionen.
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Dr. Kambiz Ghawami (V. i. S. d. P)

Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des
über den


 



Umweltbundesamt unterstützt Vereinte Nationen bei digitaler Nachhaltigkeit

SID Blog - 6. April 2021 - 20:51

"Coalition for Digital Environmental Sustainability" (CODES) gegründet Zur Unterstützung der Roadmap für digitale Zusammenarbeit des UN-Generalsekretärs haben sich das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP, der International Science Council, das Umweltbundesamt, die Regierung von Kenia, Future Earth sowie Sustainability in the Digital Age zusammengeschlossen, und gemeinsam die weltweite Initiative CODES (Coalition for Digital Environmental Sustainability) gegründet.


y Die CODES-Initiative ist ein offener Stakeholder-Zusammenschluss. Sie will Umweltbelange fest in der Roadmap für digitale Zusammenarbeit verankern. Die Initiative will Treffen koordinieren, Diskussionen anstoßen, Berichte erstellen und vor allem dabei helfen, Zusammenarbeit herzustellen für einen Aktionsplan zur Stärkung einer Digitalisierung für ökologische Nachhaltigkeit.

Die Roadmap für digitale Zusammenarbeit des UN-Generalsekretärs hebt bereits hervor, wie wichtig digitale Technologien für Umwelt- und Klimaschutz sind: "Die neuesten technologischen Fortschritte werden uns noch besser helfen, den Umweltzustand zu überwachen und die Umwelt zu schützen. Wenn wir diese Technologien richtig nutzen, kann die digitale Revolution helfen, den Klimawandel zu bekämpfen, globale Nachhaltigkeit voranzubringen, und auch das Wohlergehen der Menschen zu fördern."

Die CODES-Initiatoren wollen einen offenen Multi-Stakeholder-Prozess etablieren und anwendungsbasiertes Wissen und Best-Practice zusammenbringen, um die Potenziale der Digitalisierung noch stärker für Nachhaltigkeitstransformationen nutzbar zu machen. Dies beinhaltet: Aufgaben schrittweise priorisieren, ein dezentrales Koordinations-Netzwerk aufbauen, Innovationsförderung und ein gemeinsames Verständnis von Investitionsprioritäten. Ziel ist es, gemeinsam Einfluss zu nehmen darauf, wie der private und der öffentliche Sektor ihre Finanzmittel einsetzen, um einen digitalen nachhaltigen Planeten zu erschaffen. Dabei betrachtet die Initiative den Umgang mit Daten, Standards, Sicherheitsnetzen, Infrastruktur, public-private partnerships und digitalen öffentlichen Gütern. Besonders sollen die Bereiche schnell identifiziert werden, die kommerzielle und nicht-kommerzielle Investitionen in nachhaltige Wirtschaftsformen in Gang bringen.

Um das gemeinsame digitale Nachhaltigkeitsziel zu erreichen, wird CODES in ihrem Aktionsplan weltweite Zielvereinbarungen unterstützen. Die CODES-Initiative wird dazu aufrufen, zählbare und termingerechte Zusagen für Investitionen in digitale Nachhaltigkeit zu tätigen, die dabei helfen sollen, Millionen von Produkten, Milliarden von Konsumenten und Billionen von Geldern zu bewegen CODES-Initiatoren tragen dazu bei, die Fortschritte in Richtung der "Millionen, Milliarden, Billionen"-Ziele zu monitoren und an den UN-Generalsekretär sowie den Technologie-Beauftragten des Generalsekretärs zu berichten.

Als Mit-Initiator der Initiative CODES plant das Umweltbundeamt den Aufbau eines "Anwendungslabors Künstliche Intelligenz und Big-Data", mit dem die Anwendbarkeit von Methoden der KI für das umweltbezogene Monitoring, insbesondere mit globalen Satellitenfernerkundungsdaten, überprüft und konkrete Anwendungen für den Umweltschutz und das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele entwickelt werden sollen. Das Umweltbundesamt unterstützt damit die umweltpolitische Digitalagenda des Bundesumweltministeriums sowie die Umsetzung der EU-Ratsempfehlungen zur Förderung einer nachhaltigen Digitalisierung im Rahmen des Europäischen Green Deals von Dezember 2020.

"Noch sind weniger als die Hälfte der Erdbevölkerung online. Wir wollen bis 2030 alle Menschen ermöglichen, die Vorteile des Internet und der digitalen Welt zu nutzen. Dies wird jedoch die Erde weiter unter Druck setzen", sagte die stellvertretende Generalsekretärin Maria-Francesca Spatolisano, Büro des Technologie-Beauftragten, Vereinte Nationen. "Eine nachhaltigere Zukunft zu erschaffen ist eine zu große Aufgabe für ein einzelnes Land, einen einzelnen Sektor oder Unternehmen. Wir begrüßen daher die CODES-Initiative und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Initiatoren."

Wichtige Meilensteine:
  1. 27. April 2021 (vsl.): Unterstützung der Debatte der UN-Vollversammlung zur digitalen Konnektivität und Zusammenarbeit
  2. Mai 2021: Roundtable "A Digital Planet for Sustainability" zur Diskussion des Berichtsentwurfs und der Agenda der Initiative
  3. 10.-11. Juni 2021: Globale Konferenz "A Digital Planet for Sustainability - Working towards an Acceleration Plan on Digital Environmental Sustainability"
  4. Juli 2021: Roundtable, Besprechung des Plans zur Beschleunigung von Digitalisierung in der ökologischen Nachhaltigkeit
  5. September 2021: Veröffentlichung des "Aktionsplan zur Stärkung einer Digitalisierung für ökologische Nachhaltigkeit: So bewegen wir Millionen von Produkten, Milliarden von Konsumenten und Billionen von Geldern", Input zur 76. UN-Vollversammlung
  6. Einrichtung eines CODES-Programm-Vorstands, um die Beiträge der CODEs-Mitglieder zu überwachen und zu managen und um die CODES-Initiative zu beraten


Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die UN-Plattform SparkBlue oder kontaktieren Sie direkt:

???? Rethinking the world: it's going to take more than "new lenses" - CONCORD Newsletter March 2021

SID Blog - 1. April 2021 - 15:46
r Director's blog RETHINKING THE WORLD: IT'S GOING TO TAKE MORE THAN "NEW LENSES"

For a long time now, I've been mulling over how difficult it is for decision-makers to move on from a general understanding of the fact that 'things have gone rather pear-shaped' to their being convinced that a fundamentally new approach to the world is needed in order to rebuild better.

As I see it, it's not about solving the current problems – by addressing things issue by issue - but about putting in place profoundly new ways of working.  Which requires totally new ways of thinking. Only in this way, will we really solve inequalities and ensure we all have a far greater sense of well-being and freedom to lead our lives in a way that suits us. It was Albert Einstein who once said that we cannot solve our problems using the same thinking that created the problem.

And yet time and again, this is what we see among EU decision-makers.

Tanya Cox,
CONCORD Director


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CONCORD NEWS OF THE MONTH SCOREBOARD FOR THE EU'S ACTIONS TO TACKLE INEQUALITIES The EU and its Member States have committed to tackling inequalities in partner countries. But, are commitments being translated into action? By analysing some of the EU's most recent actions, our scoreboard evaluates whether or not this approach has been taken – or if inequalities have been addressed at all. This in-depth analysis provides valuable insights to #MainstreamEquality in the future.

Our scoreboard APPROVAL OF THE PROVISIONAL AGREEMENT ON NDICI Last week, the European Parliament and the Council committees approved the provisional agreement on the Neighbourhood, Development and International Cooperation Instrument (NDICI). CONCORD Europe prides itself in having successfully influenced – with its members – the negotiations since the beginning, providing additional views and recommendations to the European Parliament and the Member States.

Read provisional agreement BOSCH FOUNDATION FUND We are very excited to share the wonderful news that the Robert Bosch Foundation has agreed to fund a new piece of work within CONCORD.  This will allow us to focus (even more deeply) on examining inequalities and how the EU and Member States address them, as well as putting a spotlight on digitalisation as a key EU priority and how it may influence inequalities of all kinds in partner countries.

Learn more UPDATES FROM OUR NETWORK INTERSECTIONALITY BETWEEN CLIMATE CRISIS AND SRHR The International Planned Parenthood Federation (IPPF) has recently released a position paper that discusses the impacts of the climate crisis on sexual and reproductive health and rights (SRHR), such as unavailable services in affected areas and harmful impacts on maternal health. IPPF describes its priorities for advocacy and engagement on the issue as a healthcare provider and advocate. 

Learn more EDUCATION IS IN A STATE OF GLOBAL EMERGENCY In April 2020, 90% of the student population were not able to receive an education due to school closures as many governments' response to stop the spread of the virus. In a joint position paper, our members call the EU to ensure that education is prioritised in countries where it's needed the most. It also identifies how the EU should support education at a national level by applying a gender and inclusion lens to all aspects of education.

Learn more EAEA's GRUNDTVIG AWARD Each year, the European Association for the Education of Adults (EAEA) Grundtvig Award highlights initiatives that produce new ideas, foster partnerships and advance understanding of how we can work in adult education. This time, EAEA Grundtvig Awards will be given to the best projects or initiatives promoting digitalisation and democracy. Applications are open until 10 April 2021.

Learn more A SAFETY NET AGAINST POVERTY: DISABILITY-INCLUSIVE SOCIAL PROTECTION Light for the World put together this issue brief on disability-inclusive social protection, outlining what social protection is, and its relevance to persons with disabilities. Including a short listing of social protection global policy framework, as well as key recommendations to ensure its inclusivity and in line with the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities.

Learn more JOB OPPORTUNITIES EU Partnership Officer
Organisation: Handicap International Federation
Deadline: 2 April 2021 Finance Officer
Organisation: CONCORD
Deadline: 5 April 2021 Consultant(s): Statistician for AidWatch 2021
Organisation: CONCORD
Deadline: 5 April 2021 Consultant(s): Writer for AidWatch 2021
Organisation: CONCORD
Deadline: 5 April 2021 CEO
Organisation: ActionAid Ireland
Deadline: 6 April 2021 Director of EU Advocacy & Policy
Organisation: World Vision
Deadline: 23 April 2021 CALLS FOR PROPOSALS & OPPORTUNITIES The latest open calls for proposals from DG INPTA

From 24 February 2021 to 24 March 2021 Add your news

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