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EU-Haushalt: Flaggschiffe europäischer Interessen oder Leuchttürme nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit?

VENRO - 2. Juli 2020 - 11:02

Die Vorschläge der EU-Kommission zur Finanzierung und Ausgestaltung neuer Außeninstrumente stehen zur Entscheidung an. VENRO plädiert für eine Ausrichtung an Armutsreduzierung, den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 und den internationalen Klimaschutzzielen sowie für eine starke Rolle der Zivilgesellschaft.

Wird es am 17. und 18. Juli 2020 endlich soweit sein? Beim ersten Europäischen Rat der deutschen Ratspräsidentschaft 2020 wollen sich die Mitgliedsstaaten erstmals seit Wochen wieder persönlich begegnen. Das ist wichtig, denn Entscheidungen über Geld lassen sich schlecht per Video treffen.

Und es geht um viel Geld: Der Vorschlag für den Mehrjährigen Finanzrahmen der EU für die nächsten sieben Jahre (MFR 2021-2027) umfasst 1.100 Milliarden Euro sowie Zusatzmittel zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie (“Next Generation EU“, NGEU) von 750 Milliarden Euro bis Ende 2024. Eine Entscheidung im Juli ist nötig, damit sich der Start der neuen EU-Finanzierungsprogramme im kommenden Jahr nicht unnötig verzögert.

Teil des geplanten Gesamtpakets sind die Außenhilfen in der Rubrik „Europa und die Welt“, die zusammen mit den anteiligen Zusatzmitteln aus NGEU etwa 118 Milliarden Euro ausmachen sollen. Die Entwicklungszusammenarbeit soll mit dem Finanzierungsinstrument „Nachbarschaft, Entwicklung und internationale Zusammenarbeit“ (NDICI) auf neue Füße gestellt werden. Die humanitäre Hilfe behält ein eigenes Instrument.

Das NDICI soll mit regulär knapp 75,5 Milliarden sowie zusätzlich mit 10,5 Milliarden Euro aus dem NGEU-Paket ausgestattet werden. Die humanitäre Hilfe soll regulär 9,76 Milliarden Euro und weitere 5 Milliarden Euro aus dem NGEU erhalten. Mittel aus dem Europäischen Entwicklungsfonds (EEF), der der Finanzierung des Cotonou-Abkommens diente, werden für die Umsetzung des Nachfolgeabkommens in das NDICI integriert.

Der Zeitplan ist ehrgeizig: Bis Ende Juli sollen die Rahmenzahlen vereinbart sein. Von Juli bis Ende November läuft der sogenannte “Trialog“ zwischen der EU-Kommission, den Mitgliedsstaaten und dem Europäischen Parlament zur Aushandlung detaillierter Vereinbarungen über die Rechtstexte der Finanzierungsinstrumente. Von Juli bis Ende April 2021 erfolgt der Programmierungsprozess, also die Ausgabenplanung zunächst für 2021 bis Ende 2024. Von besonderer Bedeutung wird hierbei die Bewältigung der sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sein.

Was soll sich für die Entwicklungszusammenarbeit ändern?

Die wichtigste Neuerung ist die Stärkung der Förderung des Privatsektors über Kredit-, Garantie- und Blendinginstrumente (etwa durch den Europäischen Fonds für Nachhaltige Entwicklung, EFSD+). Die geografische Zusammenarbeit wird mit circa 75 bis 79 Prozent der vorgesehenen Mittel gegenüber der thematischen weiter gestärkt. Die Mittelvergabe soll vor allem an die EU-Nachbarschaftsstaaten und Afrika erfolgen, wobei die zu fördernden Themen noch umstritten sind. Einige Mitgliedstaaten fordern ein weiterhin eigenständiges Nachbarschaftsinstrument.

Auch die Integration des vormaligen EEF ist noch nicht sicher. Die Mittel sollen in den Partnerländern der EU für sogenannte “Flaggschiffinitiativen“ verwendet werden. Worum es bei diesen Initiativen geht, ist allerdings noch unklar. Die Ergebnisse der Verhandlungen der EU-Delegationen über den Programmierungsprozess sind nämlich nicht öffentlich. Als “Team Europe“ will die EU-Kommission ihre Entwicklungszusammenarbeit zwar noch stärker gemeinsam mit jener der Mitgliedstaaten über ein “Joint Programming“ definieren. Offen ist jedoch, welche Themen dabei im Vordergrund stehen werden: Digitalisierung, Green Deal, Migrationspartnerschaften, Wirtschaftswachstum und Beschäftigungsförderung?

VENRO fordert Priorisierung der Partnerländer und Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements

VENRO hat die bislang bekannten Vorschläge der EU-Institutionen und der EU-Mitgliedsstaaten analysiert und fordert: Die Schwerpunkte in der Zusammenarbeit der EU mit ihren Partnerländern müssen Armutsreduzierung, die SDG-Agenda und das Pariser Klimaschutzabkommens sein. Zudem müssen die Prioritäten der Partnerländer Vorrang haben vor den strategischen Interessen der EU.

Außerdem muss der Richtwert, 95 Prozent der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit anhand der ODA-Kriterien zu verausgaben, eingehalten werden. Die EU und ihre Mitgliedsstaaten müssen dafür ein unabhängiges und transparentes Monitoring ermöglichen, das an den Leitzielen Gendergerechtigkeit, Menschliche Entwicklung und Klimaschutz ausgerichtet ist.

Garantie-, Kredit- und Blending-Instrumente dürfen die Verschuldungslast der Partnerländer nicht weiter verschärfen. Privatsektorförderung muss verbindlichen menschenrechtlichen und sozial-ökologischen Standards folgen. Die geförderten Unternehmen sollten daran gemessen werden, ob ihre Investitionen entwicklungsfördernde, also vor allem armutsreduzierende, Wirkungen haben. Lokale Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen, die nachhaltig und umweltverträglich produzieren, sollten daher am stärksten unterstützt werden.

Nicht zuletzt muss die Rolle der lokalen und internationalen Zivilgesellschaft in der Formulierung und Umsetzung von Programmen über die thematische Säule hinaus in der geografischen Kooperation verankert werden. Die Bundesregierung sollte die deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um die Perspektiven der lokalen Zivilgesellschaft immer wieder zu Gehör zu bringen.

In unserem Positionspapier „Für eine faire Partnerschaft zwischen Afrika und Europa“ haben wir zivilgesellschaftliche Forderungen zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 formuliert. Die Publikation ist ebenfalls auf Englisch und Französisch verfügbar.

Building better without building back a broken system | Web conference

SID Hamburg - 1. Juli 2020 - 21:34
  With support from
Web conversation in the run-up to the High-level Political Forum on Sustainable Development Building better without building back a broken system Lessons from the global COVID-19 crisis and its impact on the SDGs Monday, 6 July 2020, 8:30-10:00am EDT

 

Please register here

The COVID-19 pandemic will have a massive impact on the implementation of the SDGs and the fulfilment of human rights. The looming global recession will dramatically increase unemployment, poverty and hunger worldwide. Moreover, the crisis threatens to further deepen discrimination and inequalities. In many countries the macroeconomic situation had already deteriorated before the outbreak of the virus. A vicious circle of debt and austerity policies undermined socio-economic development in many countries.

Many now demand to build back better. But does “building back” really lead to the urgently needed transformational change? What kind of policies and strategies are necessary to ensure that human rights, gender justice and sustainability goals form integral components of all stimulus packages and government responses to the current crisis? How to revalue the importance of care and to rebuild global public services?

These questions will be discussed in this year's report Spotlight on Sustainable Development 2020. It is closely related to the theme of the HLPF 2020. With this virtual side event, we will present preliminary findings to be found in the report later this year.

Brief Statements by

Roberto Bissio, Coordinator of Social Watch
María Graciela Cuervo, General Co-coordinator of Development Alternatives with Women for a New Era (DAWN)
David Boys, Deputy General Secretary of Public Services International
Kate Donald, Director Human Rights in Economic and Social Policy at the Center for Economic and Social Rights

Coments by

Ziad Abdel Samad, Executive Director of the Arab NGO Network for Development
Stefano Prato, Executive Director of the Society for International Development
Barbara Adams, President of Global Policy Forum

Moderator/Facilitator

Bodo Ellmers, Director of Sustainable Development Finance, Global Policy Forum Europe
Elisabeth Bollrich, Global Economy Expert at Friedrich-Ebert-Stiftung

 

Please register here: https://www. fes.de/veranstaltungen/?Veranummer=248 832
Participants will receive the login details for the web conversation upon registering for this event.

Sorry for cross-posting.

Fair trade and covid-19: Resisting resilience?

DIE Blog - 1. Juli 2020 - 15:41

New buzzword – why so popular?

Resilience has become increasingly popular in all dimensions of our lives and also in different academic disciplines ranging from ecology to psychology and social sciences. The resilience turn has also reached the EU: first in EU development and humanitarian aid policy in 2012, then European neighbourhood policy in 2015, after which it became the centerpiece of the EU’s Global Strategy of 2016.

Interestingly, since the Covid-19 crisis hit Europe in March 2020, also EU trade policy discourse is full of ‘resilience’. Announcing his new Trade Policy Review, which comes earlier than foreseen because of the Covid-19 crisis, EU Trade Commissioner Phil Hogan mentioned the concept six times. This popularity is not difficult to understand: we all appreciate its optimistic connotation in uncertain times. It is hard to be against resilience and more of it is always better.

However, there is a less innocent reason for its appeal. Resilience resonates very easily with the prevailing free trade paradigm.

Neoliberalism did it again

There is an extensive and sophisticated literature on what resilience means, which can be roughly divided in two views. The conservative view sees resilience as recovering from a shock back to the original stage, whereas the transformative view stresses how crises imply adaptation and eventually a new equilibrium. Both views have in common that:

(1) they present the crisis as something external – that cannot be fixed or prevented

(2) they shift the responsibility for dealing with it to individuals and communities – instead of addressing unjust structures at systemic level

(3) they cultivate neoliberal virtues of creativity and entrepreneurship – rather than recognizing people’s basic human rights

 

Hence, the transformative vision may not be that different from the conservative one. While it sounds positive and hopeful, ironically, it relies on the fatalistic assumption that crises will require us to change. As some scholars noted, it constitutes a ‘colonization of the political imagination’ and ‘offers hope in a hopeless world’.

Clearly, the focus is not on system change and preventing future crises. When the next crisis hits, we have to be better equipped to recover or adapt. Fortunately, we can organize trainings to develop resilience and develop indicators to measure progress.

Resilience enters EU trade…

Given the neoliberal tenets of resilience thinking, it may not be surprising that the EU Trade Commissioner and the Council of Trade Ministers have come to espouse the resilience turn. Also free trade advocates have discovered resilience as a key ingredient of the EU’s trade policy response to the crisis.

Just like other terms such as sustainability, transparency and inclusion, resilience can easily be molded to serve various agendas. Not only does it ignore the systemic flaws of neoliberal globalization, it also appeals to those advocating a stronger and more coherent EU foreign and security policy, and it has a progressive (transformative!) flavour to it. This fits in the EU’s wider trade response to covid-19: despite cautious and ambiguous emphasis on strategic autonomy for some products, ‘business as usual’ prevails.

For the Commission, the crisis shows the need to speed up the trade deal with the US (formerly called TTIP) and to revitalize liberalization in the World Trade Organization (WTO). An ambitious deal with Mexico was signed end April and negotiations with Australia and New Zealand continue. The resilience goal does not challenge the EU’s ‘hands off’ approach to fair trade – quite the contrary. Meanwhile, the resilience concept has been joined by ‘open strategic autonomy’, which leaves sufficient ambiguity to continue liberalization with some exceptions.

… including fair trade

More surprisingly perhaps: also fair trade advocates in Europe have embraced the resilience hype. To be fair, the movement also uses more radical language, arguing that the crisis provides ‘an opportunity to radically rethink the unsustainable and unequal global growth model’ and demanding binding EU legislation on business and human rights due diligence. More worrying is that resilience also sneaked into the fair trade discourse. It was remarkably quickly promoted to become a key element of the message of fair trade and trade justice movements. Until 2020, resilience barely appeared in key documents. It was absent in a 36-pages vision document on fair trade in Europe (‘sustainability’ was mentioned 172 times) and it appears just once in passing in the 19-page International Fair Trade Charter. The 20-pages Alternative Trade Mandate had only a single reference to the concept, which is entirely absent in the 39-pages Friends of the Earth report (‘sustainable’ and ‘sustainability’ appear 199 times).

Suddenly then, resilience appears everywhere. The brief Fair Trade movement statement to G-20 leaders of 15 April 2020 refers three times to resilience. The two-page summary of a webinar on the corona crisis and fair trade mentions it twice. A Fair Trade International Symposium online event was devoted to the impact of Covid-19 on ‘Fair Trade and resilience in supply chains’. Fairtrade International’s press announcement at the occasion of World Fair Trade Day has resilience in its title and ten times in the 1-pager, which highlights the creation of a ‘Fairtrade Producer Resilience Fund’ in response to the covid-19 pandemic.

Quo vadis fair trade

 However, resilience remains underdefined. Fair trade references to resilience refer to people (‘workers’, ‘farmers’ and ‘producers’) in the global South, or to ‘supply chains’. It is unclear what exactly resilient supply chains would look like. This confusion facilitates a discursive alliance between resilience and the free trade philosophy. Is this a problem? Perhaps not, but it puts the finger on past and ongoing debates on whether fair trade should involve radical change of the trading system versus specific reforms within the existing system. Fair trade against the market or in the market?

While proponents of ‘alternative trade’ demanded an overhaul of the global economic system in the 1960s, they shifted emphasis to the selling of products that would reap direct benefits for producers since the 1980s.

In theory, the long-term radical vision and short-term pragmatism could be combined. Over time, however, market activities came to overshadow social justice concerns and fair trade became increasingly associated with specific shops and product labels. Instead of an alternative to the market, it became a niche market in itself.

Towards a radical agenda

In the past decades, fair trade advocates have already included enough ambiguous concepts in its discursive armory, such as ‘fair’, ‘just’, ‘inclusive’ and ‘sustainable’. ‘Resilience’ now just adds another layer of fuzziness. Instead, it should be carefully reconsidered what fair trade means, how we can achieve it and how ‘resilience’ possibly fits in this picture. This inevitably involves a critique of neoliberal globalization, which has once again shown its vulnerabilities during the Covid-19 crisis.

First, changes or abolition of existing trade and investment rules could be advocated, with the purpose of subordinating free enterprise to social and ecological objectives and promoting less trade at regional scale. Second, instead of voluntary fairtrade labels, priority could be given to arrangements that regulate commodity markets and guarantee sufficiently high and stable prices. Third, key attention should go to UN and EU negotiations on business and human rights. Finally, the fair trade movement cannot be ignorant about the historical and colonial dimension of unequal trade relations, and should be at the forefront of decolonization debates and support claims for reparations.

While these suggestions might seem utopian, they merely undo the worst (and radical) measures of the past 30 years, revalue the critical and post-colonial roots of the fair trade movement, and add recent insights on global justice, de-growth and post-development.

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Dar es Salaam und Hamburg: Städtepartnerschaft in schwierigen Zeiten

SID Hamburg - 1. Juli 2020 - 13:04

Am 1. Juli 2020 feiern Hamburg und Dar es Salaam ihr 10-jähriges Jubiläum. Hamburg hilft der Partnerstadt in der Corona-Krise mit konkreten Projekten.

Staatsrätin Almut Möller, Bevollmächtigte Hamburgs beim Bund, bei der Europäischen Union und für auswärtige Angelegenheiten: „Leider können wir uns wegen der Covid-19-Pandemie in diesem Jahr nicht besuchen und unser Jubiläum nicht gemeinsam feiern. Hamburg ist den Menschen in Dar es Salaam in diesen schwierigen Zeiten dennoch eng verbunden. Der Senat unterstützt verschiedene Organisationen vor Ort finanziell, damit Schutzkleidung für Beschäftigte im Gesundheitswesen beschafft wird, Stoffmasken in Werkstätten von Frauen hergestellt und Hygiene-Stationen im öffentlichen Raum errichtet werden können. Hamburg leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Virusbekämpfung in seiner tansanischen Partnerstadt.“

Aus Anlass des Jubiläums zeigt ein Kurzfilm die Vielfalt von Austausch und Zusammenarbeit, die sich innerhalb eines Jahrzehnts zwischen beiden Städten entwickelt hat. Dazu gehören Klimaschutzprojekte und wissenschaftlicher Austausch, Zusammenarbeit von Krankenhäusern, Schulpartnerschaften und Berufsbildung, Jugendbegegnungen und gemeinsame künstlerische Projekte. Der Kurzfilm, der auch eine Videobotschaft von Bürgermeister Tschentscher enthält, ist vom Hamburger Dokumentarfilmer Thomas Schlottmann mit zahlreichen Akteuren der Städtepartnerschaft produziert worden. Der Kurzfilm ist unter https://www. hamburg.de/dar-es-salaam/ zu sehen. 

Hintergrund

Die Partnerschaftsvereinbarung mit Dar es Salaam wurde am 1. Juli 2010 von Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust und dem Bürgermeister von Dar es Salaam, Adam O. Kimbisa, im Hamburger Rathaus unterzeichnet. Heute pflegen rund 30 Hamburger Initiativen und Organisationen wie beispielsweise Sportvereine, Schulklassen oder Krankenhäuser  Austausch mit der Partnerstadt.

Foto (c) Senatskanzlei Hamburg

Auftakt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft: „Afrika muss ein zentraler Partner Europas sein“

VENRO - 1. Juli 2020 - 11:36

Anfang Juli übernimmt Deutschland für sechs Monate den Vorsitz im Rat der Europäischen Union (EU). Der stellvertretende VENRO-Vorsitzende Mathias Mogge spricht im Interview über zivilgesellschaftliche Forderungen an die Bundesregierung, neue Wege für die afrikanisch-europäischen Beziehungen und die Aktivitäten von VENRO während der deutschen Ratspräsidentschaft.

Herr Mogge, in der Regierungserklärung zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft sagte Bundeskanzlerin Merkel, die EU stehe momentan vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte. Wird sich die EU in den nächsten Monaten also vorrangig mit sich selbst beschäftigen?

Eine europäische Selbstbeschäftigung würde niemandem helfen. Die Corona-Krise verdeutlicht, dass komplexe Herausforderungen nur durch gemeinschaftliche Anstrengungen überwunden werden können. In unserer vernetzten Welt trifft dies auf viele Themen zu: Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften, Friedenspolitik und der Schutz von Menschenrechten, Generationengerechtigkeit und Digitalisierung. Die EU kann nur erfolgreich sein, wenn sie dabei multilateral agiert.

Afrika muss in all diesen Prozessen ein zentraler Partner Europas sein. Auch wegen der aktuell schwierigen sozialen und ökonomischen Lage in vielen afrikanischen Staaten begrüßen wir die Ankündigung der Bundesregierung, die Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Union (AU) zu einem Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zu machen.

Wir fordern jedoch eine faire Partnerschaft, die niemanden zurücklässt und die Bedürfnisse der Bürger_innen in den Mittelpunkt stellt. Die EU und wir Europäerinnen und Europäer müssen die Erfahrungen aus der Corona-Krise endlich nutzen, um gemeinsam mit unserem Nachbarkontinent fundamentale Themen wie soziale Ungleichheit, eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft und die Auswirkungen des Klimawandels anzugehen. Die Bundesregierung kann viel dafür tun, den afrikanisch-europäischen Beziehungen neuen Schwung zu verleihen.

Wo sehen Sie dabei den größten Handlungsbedarf?

Die EU und ihre Mitgliedsstaaten müssen zuallererst ihre eigenen Versprechen einhalten. Der EU-Nachhaltigkeitsbericht aus der vergangenen Woche zeigt erneut, dass Europa seine Ziele beim Klimaschutz deutlich verfehlt. Die negativen Auswirkungen spüren vor allem die Menschen im Globalen Süden.

Die immensen finanziellen Mittel, über die die EU derzeit im Zusammenhang mit dem Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2021-2027, dem EU-Wiederaufbauplan, dem European Green Deal und der Eindämmung der Corona-Pandemie verhandelt, dürfen daher nicht nur Europa zugutekommen. Unser Ziel muss eine kohlenstofffreie Wirtschaft sein, in der Produktion und Konsum nachhaltig sind, damit wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen bewahren. Nur in einer nachhaltigen Welt können alle Menschen ein gesundes Leben führen und ihre kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Rechte wahrnehmen.

Die europäische Politik muss anerkennen, dass die kleinbäuerliche Landwirtschaft in Afrika angesichts schwacher oder fehlender staatlicher Sicherungssysteme die Lebensversicherung der Menschen ist. Handelsvereinbarungen, die auf das Cotonou-Abkommen mit der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staatengruppe (AKP) folgen sollen, müssen daher Ernährungssicherheit und Ernährungssouveränität der einheimischen Bevölkerung begünstigen. Die EU sollte die AU außerdem unterstützen, im Rahmen der Afrikanischen Freihandelszone (AfCFTA) die lokalen und regionalen Märkte zu stärken.

Auch im Bereich Flucht und Migration müssen wir andere Wege gehen. Als “Friedensmacht“ braucht Europa vor allem humane statt sicherheitspolitischer Strategien, die den Schutz von Geflüchteten und legale Migration ermöglichen. Zudem muss die EU insbesondere in Afrika deutlich mehr in Krisenprävention, zivile Konfliktbearbeitung und Friedenskonsolidierung investieren.

Wie kann die Zivilgesellschaft diese großen Transformationen positiv beeinflussen? Was hat sich VENRO für die Zeit der deutschen Ratspräsidentschaft vorgenommen?

Wir müssen immer wieder deutlich machen, dass echte partnerschaftliche Beziehungen zwischen Afrika und Europa eine breitere Grundlage benötigen. Dazu gehören viele Dimensionen: ein offener Dialog über unsere gemeinsame Vergangenheit und die langanhaltenden Folgen des europäischen Kolonialismus, eine kritische Bestandsaufnahme aktueller wirtschaftlicher Verflechtungen und unausgewogener Handelsbeziehungen, aber auch eine Verständigung über die Grundlagen einer solidarischen Zukunft, in der vor allem die vielen jungen Menschen auf beiden Kontinenten mehr Gemeinsames als Trennendes entdecken und sich einander annähern. Für diese und andere Formen der Zusammenarbeit sollten wir die Möglichkeiten der Digitalisierung zum gegenseitigen Nutzen gestalten.

In den vergangenen Wochen haben wir im Rahmen unseres Digital Africa Forum 2020 mit rund 70 Organisationen aus Afrika und Europa über viele dieser Themen diskutiert. Das gemeinsame Nachdenken wurde von allen Beteiligten als sehr bereichernd wahrgenommen. Zugleich sind daraus konkrete Forderungen an die Bundesregierung für die nächsten sechs Monate entstanden, die wir in unserem Positionspapier „Für eine faire Partnerschaft zwischen Afrika und Europa“ zusammengefasst haben. Dazu zählen zum Beispiel Vorschläge für eine engeren Kooperation bei der Pandemiebekämpfung, beim Klimaschutz oder bei der Digitalisierung.

VENRO wird diese gemeinsamen Ergebnisse zu verschiedenen Anlässen vertreten, vor allem rund um den für Oktober 2020 geplanten AU-EU-Gipfel. Dabei werden wir zusammen mit vielen Partner_innen immer wieder deutlich machen, dass die Corona-Krise nur überwunden werden kann, wenn besonders schutzbedürftige Menschen angemessen unterstützt werden. Zugleich werden wir unseren partnerschaftlichen Dialog fortsetzen und den Austausch mit der afrikanischen Zivilgesellschaft als Teil unseren EU-Trio-Projekts weiterentwickeln.

Welche greifbaren Fortschritte wünschen Sie sich bis Ende 2020?

Die Bundesregierung muss sich unter anderem für die Erhöhung des EU-Klimaziels auf mindestens 55 Prozent Emissionsreduktion, für verbindliche Lieferkettengesetze auf europäischer und nationaler Ebene sowie für menschenrechtsbasiertes Handeln in der humanitären Hilfe und der Migrationspolitik stark machen. Auch wenn diese und andere Maßnahmen sich nicht bis Jahresende in der Praxis zeigen werden, müssen sie als Ergebnis der politischen Verhandlungen insbesondere im MFR 2021-2027 und der Umsetzung des European Green Deal erkennbar sein.

Ich bin fest davon überzeugt, dass eine faire Partnerschaft zwischen Afrika und Europa möglich ist. Die Corona-Krise könnte uns zumindest dazu dienen, Entwicklungen zu beschleunigen, die im 21. Jahrhundert unausweichlich geworden sind. Während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft können AU und EU wichtige Weichen stellen, um eine neue Qualität der afrikanisch-europäischen Beziehungen zu erreichen.

Um die Ergebnisse und Wirksamkeit politischer Entscheidungen beurteilen zu können, benötigen wir allerdings ein wirksames Monitoring. Unsere Aufgabe als Zivilgesellschaft wird es sein, dranzubleiben und unsere Regierungen an den gemachten Versprechungen zu messen. Der AU-EU-Gipfel wird dabei ein wichtiger Prüfstein sein.

It’s the end of the COP as we know it!

DIE Blog - 30. Juni 2020 - 8:13

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In der zweiten Junihälfte veranstaltete das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) zusammen mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie eine Online-Expertenworkshop-Reihe mit dem Titel „It’s the end of the COP as we know it!“ Darin forderten sie Expert*innen auf, Reformoptionen zu prüfen, die es der jährlichen „Vertragsstaatenkonferenz“ (Conference of the Parties, COP) der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) ermöglichen, eine ehrgeizige Klimapolitik effektiv umzusetzen. Ursprünglich als zweitägiger Workshop geplant, griffen die Veranstalter als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie auf ein Web-Format mit vier separaten Online-Sitzungen zurück.

Am 17. Juni wurde der Workshop mit einer Keynote von Martin Frick, dem stellvertretenden Sondergesandten des UN-Generalsekretärs für den Welternährungsgipfel 2021, eröffnet. Er hob die Bedeutung von Ernährungssystemen für eine wirksame Klimapolitik hervor und unterstrich die Notwendigkeit eines systemischen Ansatzes zur Bewältigung der globalen Klimakrise. Damit gab er den Ton für die darauffolgende Sitzung über horizontale Verflechtungen in der multilateralen Klimapolitik vor. Nach Vorträgen von Alexandra Deprez (IDDRI), Ludwig Liagre (Universität Padua), Christián Retamal und Julio Cordano (Regierung von Chile), Susan Biniaz (Universität Yale) und einer kritischen Würdigung durch Ina Lehmann (DIE) erörterte das virtuelle Panel das Potenzial für eine Abstimmung der UNFCCC-COPs mit anderen multilateralen Prozessen, zum Beispiel im Hinblick auf den Erhalt der biologischen Vielfalt und das Versprechen von „naturbasierten Lösungen“.

In der zweiten Sitzung am 18. Juni loteten Damon Jones (Climate Analytics), Stefan Aykut (Universität Hamburg), Darius Nassiry (Climate Finance Advisors, BLLC) sowie Wolfgang Obergassel und Lukas Hermwille (Wuppertal Institut) mit Dan Bodansky (Arizona State University) und Katia Simeonova (UNFCCC-Sekretariat) als designierte Diskutant*innen, den Umfang einer COP-Reform aus, indem sie unter anderem die unterschiedlichen Rollen und Funktionen der UNFCCC-COP differenzierten.

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Am 24. Juni konzentrierte sich die dritte Sitzung auf die Rolle der überparteilichen Interessenvertreter*innen bei der Förderung des institutionellen Wandels und der Umsetzung der Politik, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Workshop-Reihe zog. Thomas Hale (Oxford University) und Bryce Rudyk (New York University), Carolin Fraude und Thomas Bruhn (IASS, Potsdam), Idil Boran (York University) und Sander Chan (DIE) sowie die Diskutant*innen Heike Schroeder (University of East Anglia) und Joanes Atela (ACTS, Nairobi) sprachen dies unter dem gemeinsamen Thema „Enhancing Participation“ an.

Die vierte und letzte Sitzung am 25. Juni widmete sich dem Thema „Facilitating action across levels“ mit Präsentationen von Shalini Sharma (ICE&SDGs, Indien), Frank Granshaw (GPSEN, USA) und Kathleen Mar (IASS, Potsdam) und zusätzlichen Kommentaren von Richard Klein (SEI) und Saleemul Huq (ICCCAD). Die Co-Gastgeber Steffen Bauer (DIE) und Lukas Hermwille (Wuppertal Institut) beendeten die Workshop-Reihe, indem sie in ihrer Abschlusspräsentation die gemeinsamen Punkte aller vier Sitzungen heraushoben. Sie stellten fest, dass sich ein Konsens darüber abzeichnet, dass die UNFCCC COPs von der Verhandlung zur Umsetzung übergehen und dazu politische Leitlinien auf höchster Ebene notwendig sind. Dieses Ziel, so die Workshop-Reihe, könnte erleichtert werden, wenn das Potenzial eines breiteren Spektrums von Akteuren, einschließlich nichtstaatlicher Akteure, einbezogen und multilaterale Prozesse und Politikbereiche, die über die UNFCCC hinausgehen, einbezogen würden.

Wenn Sie sich an der Diskussion beteiligen möchten, wie die UN-Klimakonferenzen hin zu einer ehrgeizigen und effektiven Umsetzung reformiert werden können, nutzen Sie dazu den Hashtag #EndOfCOP auf Twitter.

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It’s the end of the COP as we know it!

DIE Blog - 30. Juni 2020 - 8:07

©DIE

During the second half of June, the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) hosted an Online Expert Workshop Series entitled „It’s the end of the COP as we know it!” together with the Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. It called upon experts to consider reform options that enable the annual “Conference of the Parties” (COP) of the UN Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) to further effective implementation of ambitious climate policy. Originally planned as a two-day workshop, the co-chairs resorted to a web format with four separate online sessions, in response to the Covid-19 pandemic.

On 17th June, the workshop kicked off with a keynote intervention by Martin Frick, Deputy of the UN Secretary-General’s Special Envoy for the Food Systems Summit 2021. He highlighted the relevance of food systems for effective climate policy as underscoring the need for a systemic approach to the global climate crisis. This effectively set the tone for the ensuing session on horizontal interlinkages in multilateral climate governance. Following presentations by Alexandra Deprez (IDDRI), Ludwig Liagre (University of Padua), Christián Retamal and Julio Cordano (Government of Chile), Susan Biniaz (Yale University) and a critical appraisal by Ina Lehmann (DIE), the virtual panel discussed the potential for aligning UNFCCC COPs with other multilateral processes, for instance, with regard to biodiversity conservation and the promise of “nature-based solutions.”

In the second session, on 18th June, Damon Jones (Climate Analytics), Stefan Aykut (University of Hamburg), Darius Nassiry (Climate Finance Advisors, BLLC), and Wolfgang Obergassel and Lukas Hermwille (Wuppertal Institute), with Dan Bodansky (Arizona State University) and Katia Simeonova (UNFCCC Secretariat) as designated discussants, endeavoured to “Scoping COP reform” by inter alia differentiating distinct roles and functions of the UNFCCC COP.

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On 24th June, the third session focussed on the role of non-party stakeholders to driving institutional change and policy implementation, which proved a recurrent theme across the entire workshop series. Thomas Hale (Oxford University) and Bryce Rudyk (New York University), Carolin Fraude and Thomas Bruhn (IASS, Potsdam), Idil Boran (York University) and Sander Chan (DIE), as well as discussants Heike Schroeder (University of East Anglia) and Joanes Atela (ACTS, Nairobi) addressed this under the common theme of “Enhancing participation”.

The fourth and final session, on 25th June, turned to “Facilitating action across levels” with presentations by Shalini Sharma (ICE&SDGs, India), Frank Granshaw (GPSEN, USA), and Kathleen Mar (IASS, Potsdam) and additional commentaries by Richard Klein (SEI) and Saleemul Huq (ICCCAD). Co-chairs Steffen Bauer (DIE) and Lukas Hermwille (Wuppertal Institute) wrapped up the workshop series as they connected the dots across all four sessions in their concluding presentation. They noted an emergent consensus on the need for the COP to move from negotiation to implementation and to provide high-level political guidance to that end. This objective, the workshop series suggests, could be facilitated by embracing the potential of a broader spectrum of actors, including non-state actors, and by reaching out to multilateral processes and policy sectors that lie beyond the UNFCCC.

If you wish to join the debate on how to reform UN climate conferencing for the benefit of ambitious and effective implementation, you may refer to the hashtag #EndOfCOP on Twitter.

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Towards a digital partnership between the AU and the EU. New online event series on digitisation in Africa

DIE Blog - 29. Juni 2020 - 15:29

©Shahadat Rahman on Unsplash

Like hardly any other technology, digitalisation is changing and revolutionising our working and living environments, and last but not least, social coexistence. The issue also plays an increasingly important role in relations between Africa and Europe.

The German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), together with the African Center for Economic Transformation (ACET) and the European Center for Development Policy and Management (ECDPM), organized four webinars on digitisation last month. African and European politicians, members of implementation organisations, entrepreneurs and representatives of international organisations met to discuss four central thematic blocks of digitisation on the basis of a previously circulated position paper. The discussion centered on strategic investments, education, higher education, and vocational training, good governance and regulation and the implementation of existing agreements between the European Union (EU) and the African Union (AU).

The direct juxtaposition of contrasting positions contributed to the broadening of the knowledge of a highly dynamic thematic complex. All participants agreed that COVID-19 acts as an accelerator of global digitisation. In view of significant investment needs and limited funds, it requires close cooperation between public institutions and the private sector, according to some participants. Africa’s digital transformation can only succeed if both infrastructural and educational policy challenges will be solved in unison.

The event is part of a series of policy briefs and events ahead of the AU-EU Summit, jointly organized by the DIE, ACET, ECDPM with the financial support of the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ). The results of the discussions will be reflected in a public position paper. More information and regular updates on upcoming events can be found here.

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Towards a digital partnership between the AU and the EU. Neue Web-Format-Reihe zum Thema Digitalisierung in Afrika

DIE Blog - 29. Juni 2020 - 15:26

©Shahadat Rahman on Unsplash

Wie kaum eine andere Technologie verändert und revolutioniert Digitalisierung unsere Arbeits- und Lebenswelten und nicht zuletzt das gesellschaftliche Miteinander. Auch in den Beziehungen zwischen Afrika und Europa spielt das Thema eine zunehmend bedeutende Rolle.

Das Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) hat zusammen mit dem African Center for Economic Transformation (ACET) und dem European Center for Development Policy and Management (ECDPM) im vergangenen Monat vier Web-Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung organisiert. Hierbei trafen sich afrikanische und europäische Politiker*innen, Mitglieder von Implementierungsorganisationen, Unternehmer*innen sowie Vertreter*innen internationaler Organisationen, um auf Grundlage eines zuvor zirkulierten Positionspapiers vier zentrale Themenblöcke der Digitalisierung zu diskutieren. Es ging dabei um strategische Investitionen, Schul-, Hochschul-, und Berufsbildung, gute Regierungsführung und Regulierung und die Implementierung bestehender Vereinbarungen zwischen der Europäischen Union (EU) und der Afrikanischen Union (AU).

Die direkte Gegenüberstellung zum Teil stark kontrastierender Positionen trug zur Erkenntniserweiterung eines hoch dynamischen Themenkomplexes bei. Einig waren sich alle Teilnehmer*innen, dass COVID-19 als Beschleuniger der globalen Digitalisierung fungiert. Angesichts eines hohen Investitionsbedarfs und begrenzter Mittel bedürfe es einer engen Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und privaten Unternehmen, so einige Teilnehmer*innen. Afrikas digitale Transformation könne nur dann gelingen, wenn sowohl infrastrukturelle als auch bildungspolitische Herausforderungen im Einklang gelöst werden.

Die Web-Formate sind Teil einer neuen Veranstaltungsreihe, die das DIE zusammen mit ACET und ECDPM und der finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Vorbereitung des bevorstehenden AU-EU-Gipfels im Oktober dieses Jahres organisiert. Die Ergebnisse der Diskussionen werden in einem öffentlichen Positionspapier reflektiert. Weitere Informationen und regelmäßige Updates zu bevorstehenden Veranstaltungen finden Sie hier.

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Report on the annual conference of the RNE on 15 June 2020

DIE Blog - 29. Juni 2020 - 14:55

©RNE

On 15 June 2020, the Council for Sustainable Development (RNE) held its first virtual annual conference. Much was different from what had been planned – a half-day format instead of a full-day meeting; a video message from the Chancellor instead of a live performance; the presentation of the draft of the revised sustainability strategy was cancelled because the Federal Government had to concentrate on containing the Corona pandemic and its social and economic consequences in recent months. The consultation on the sustainability strategy has been postponed until autumn. The RNE used the conference to discuss the issues it had dealt with in the first half of the year with external guests. On the one hand, the focus was on issues that the Council believes must be given greater weight in sustainability policy, such as public services of general interest, sustainable food systems and the decarbonisation of production and consumption. On the other hand, new topics were discussed, such as the German government’s hydrogen strategy, the urgent recommendation to align the economic stimulus package in Germany and the EU with climate and sustainability policy goals and to use the German EU Council Presidency to reform and strengthen the European-African partnership. In the final round, Imme Scholz, RNE Vice-Chairperson and DIE’s Deputy Director, summarised insights from the Annual Conference and the statements of the 3400 participants: Many see the Corona pandemic as an opportunity to sharpen their awareness of the essentials, e.g. the recognition that it is not only systemically relevant what creates income or secures economic growth, but also what makes people grow and enables them to cope with everyday life and holds society together. The reference to the common good has thus gained new importance in the public and political debate.

In summer and autumn, RNE will organise a series of online conferences in which interested parties can also enter into direct exchange. The online confernce „The contribution of responsible banking and sustainability-oriented finance for resilient economic structures“ will kick off on 8 July. More details will be available soon on the RNE website.

Photos on twitter

Link to the recording of the RNE Annual Conference 2020

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Wissenschaftsnarrative als weltschaffende Praktiken: Meeresspiegelveränderung in Singapur

DIE Blog - 29. Juni 2020 - 14:09

@DIE

Das dritte Projekt dieser Reihe, „Wissenschaftsnarrative als weltschaffende Praktiken: Meeresspiegelveränderung in Singapur“, ist Teil des interdisziplinären Verbundprojektes Fiction Meets Science (FMS), gefördert durch die Volkswagenstiftung. Aus der Zusammenarbeit von Soziolog*innen und Literaturwissenschaftler*innen eröffnen sich neue Perspektiven hinsichtlich der Darstellung von Wissenschaft in fiktionalen sowie faktualen Narrativen. Gleichzeitig ergeben sich aus diesen Studien Einblicke in die internen Logiken wissenschaftlichen Arbeitens, als auch Erkenntnisse über dessen Platz und Bedeutung in der Gesellschaft. In der aktuellen Projektphase „FMS II: Varieties of Narrative“ liegt der Schwerpunkt auf der Untersuchung der globalen Dimensionen, der unterschiedlichen kulturellen wie regionalen Prägung des Wissenschaftskontextes und öffentlicher Diskurse, welche in die Aufbereitung von Wissenschaft einfließen. Darüber hinaus wird der Beitrag dieser Narrative in vielfältigen Genres und Medien zum öffentlichen Engagement und zu einer stärkeren gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Wissenschaft erforscht.

Indem das hier vorgestellte FMS-Teilprojekt das Thema Meeresspiegelveränderung in den Fokus rückt, weist es auch auf die Wichtigkeit des wachsenden Feldes der Marinen Sozialwissenschaften hin. Der dringende Bedarf an empirischer Forschung auf dem Gebiet der Ocean Governance und damit verbundener Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik – hier durch die Untersuchung eines spezifischen Klimawandel-Diskurses in den Blick genommen – wird vor dem Hintergrund der im nächsten Jahr beginnenden UN-Dekade der Ozeanforschung besonders deutlich.

Die im letzten IPCC- Sonderbericht über die Ozeane und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima (SROCC) beschriebenen schwerwiegenden Folgen der weltweiten Klimaveränderung sind omnipräsent. Singapur ist bereits von mehreren Auswirkungen betroffen. Als kleiner, aber bevölkerungsreicher und niedrig liegender Insel- und Stadtstaat ist es allerdings vor allem durch den Anstieg des mittleren globalen Meeresspiegels in hohem Maße gefährdet, und zudem als tropischer Hotspot vom Schicksal des antarktischen Eisschildes abhängig. Um das Land vor Überflutungen und Küstenerosion zu schützen, baut die Regierung auf verschiedene Anpassungsmaßnahmen. So sind etwa 70-80% der Küstenlinie Singapurs durch Polder, massive Uferbefestigungen und Steindämme, oder mithilfe von naturbasierten Lösungen wie der Mangrovenaufforstung gesichert.

Die gravierende Bedrohung durch den Meeresspiegelanstieg infolge seiner geographischen Lage ist nur einer der vielfältigen Gründe, weshalb Singapur als Untersuchungsstandort für dieses Forschungsprojekt gewählt wurde. Es handelt sich vielmehr um eine ganz spezielle Zusammensetzung von Aspekten: Sein wirtschaftlicher Einfluss im und weit über den Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) hinaus, seine große technologische Innovationskraft, seine Entwicklung und sein Selbstverständnis als Weltstadt, sowie seine starke globale Vernetzung als weltweit größter Umschlaghafen. Diese Eigenschaften ziehen eine ganz eigene Herangehensweise und Argumentation in Bezug auf Singapurs Umweltmanagement angesichts zukünftiger Herausforderungen nach sich. Selbsterklärtes Ziel des Stadtstaates ist es, nicht weniger als eine internationale Führungsrolle im Bereich „green economy“ einzunehmen. Dieser Anspruch ist jedoch nicht frei von Widersprüchlichkeiten, bedenkt man etwa die kontroversen Praktiken beim Sandabbau zur fortlaufenden Landgewinnung oder die Tatsache, dass die CO2-Emissionen pro Kopf höher als in weitaus größeren Ländern sind, so dass der ökologische Fußabdruck Singapurs seine Biokapazität um ein Vielfaches übersteigt.

©DIE

Im Bewusstsein der Notwendigkeit evidenzbasierter Klimapolitik hat die singapurische Regierung mehrere Aktionspläne (z.B. „SSB – Sustainable Singapore Blueprint“) und Informationskampagnen erarbeitet, um die Aufmerksamkeit der Bürger für den Klimawandel zu wecken. Lange Zeit war das Thema des steigenden Meeresspiegels im öffentlichen Diskurs wenig präsent, ist nun aber von höchster Priorität. Damit gehen hohe Investitionen in wissenschaftliche Forschungsprogramme einher, mit der Vorgabe, Singapur als klimatologischen Wissensstandort und -knotenpunkt in (Südost-) Asien zu etablieren, inklusive einer Wissenschaftsgemeinde auf lokaler Ebene mit gleichfalls lokal erhobenen Daten. Da das Land ein leistungsstarker und einflussreicher Akteur in der Region ist, werden die dort entwickelten sozio-technologischen Ansätze im Umgang mit den Folgen des Klimawandels zusätzliche Auswirkungen auf die benachbarten Länder haben.

Die Bilder und Deutungsmuster einer Zukunft, die durch Meeresspiegelveränderung gefährdet ist, sind ebenso wie diesbezügliche wissenschaftliche Erkenntnisse gewiss nicht an regionale Grenzen gebunden. Sie reisen in unterschiedlichen Formen von Wissenschaftsnarrativen und werden von globalen in lokale diskursive Kontexte übersetzt. Das Ergründen dieser Diskurse bringt Dynamiken und strukturelle Aspekte zum Vorschein, die ein besseres Verständnis von sozialen Wandlungsprozessen ermöglichen. Im konzeptionellen Rahmen von Wissenssoziologischer Diskursanalyse und ‘Multi-sited ethnography¢ ist das Ziel dieses Forschungsprojektes die qualitative Untersuchung, wie und in welchem Ausmaß diese Narrative in politische Aushandlungsprozesse in Singapur einfließen und sie leiten. Ihren Wegen vom öffentlichen in den politischen Bereich folgend, wird dabei gleichzeitig der Mobilisierung bestimmter argumentativer Tendenzen, Vorstellungen und sinnschaffender Handlungen nachgegangen. Adaptionen aus der Populärkultur, wissenschaftsjournalistische Aufarbeitung und Regierungsprogramme werden in diesem Sinne als Quellen analysiert, die an der Konstruktion des Diskurses bezüglich Meeresspiegelveränderung beteiligt sind und somit das Zusammenspiel einer Vielzahl von Akteuren abbilden.

 

Zeitrahmen: 3 Jahre                     Projekt: Beatrice Dippel

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Narrating Science as a World-Making Activity: Sea Level Change in Singapore

DIE Blog - 29. Juni 2020 - 14:07

@DIE

The third project in this series, entitled “Narrating Science as a World-Making Activity: Sea Level Change in Singapore“ is part of a larger interdisciplinary research programme Fiction Meets Science (FMS) funded by the Volkswagen Foundation. The collaboration between literary and social sciences opens up new perspectives on the portrayal of science in both fictional and factual narratives. At the same time, the programme aims at providing insights into the inner workings of science and its place in society. Reflecting on the global dimensions, diverse cultural and regional contexts of science and public discourse production, is the main emphasis of the current project phase „FMS II: Varieties of Narrative“, studying science narratives in various genres and media. Furthermore, their contributions to broader societal discourses on science as well as to public engagement with science will be examined.

With the focus on sea level change, this subproject is also pointing to the importance of the growing field of marine social sciences. Against the background of the UN Decade of Ocean Science for Sustainable Development, starting next year, the urgent need for empirical research regarding ocean governance and related science-policy interfaces – here addressed via the investigation of a specific climate change discourse – is underlined once more.

The severe impacts of global climate change, as described in the latest IPCC’s Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate (SROCC), are ubiquitous, and Singapore is already affected by several consequences. As a small, but densely populated and low-lying island city-state, it is particularly vulnerable to global mean sea level rise, and as a tropical hotspot very sensitive to the fate of the Antarctic ice sheet. To defend the country against inundations and coastal erosion, the government builds upon various adaptation measures: About 70-80% of Singapore’s coastline is protected by polders, hard seawalls and stone embankments, or through the use of nature-based solutions like mangrove restoration.

The acute problem with sea level rise due to its geographical location is amongst the manifold reasons why Singapore was chosen as a study ground for this research project. It is rather a particular compound of aspects, including its economic influence not merely in the ASEAN but also beyond, its technological innovation capacity, the Singaporean nation-building of a cosmopolitan identity as well as its strong global interconnections as the world’s biggest transshipment hub. These factors entail a very distinctive approach and reasoning about environmental management in a challenged future, wherein the self-proclaimed role is that of an internationally leading green economy. Yet, this statement is not free of contradictions, considering the controversial sand mining practices for the ongoing Singaporean land reclamation or the fact that the carbon emissions per capita are higher than in far larger countries, resulting in an ecological footprint highly exceeding the biocapacity of the city-state.

©DIE

Recognising the need for evidence-based climate policies, the Singaporean government started developing several action plans (e.g. “SSB – Sustainable Singapore Blueprint“) and information campaigns to raise awareness for climate change amongst its citizens. For a long time, the topic of rising sea levels was not on the public discourse agenda, but is now set on high priority. This goes hand in hand with high investments in academic research programmes with the pronounced objective to develop Singapore as a knowledge hub in climate science in (Southeast) Asia, relying on a local database and a local scientific community. As a powerful player in the region, Singapore’s socio-technological practices in tackling the consequences of a changing climate will have further impacts on the neighbouring countries.

The imaginaries of a future challenged by sea level change and respective scientific knowledge are certainly not limited to a regional level. They travel in various forms of science narratives and are translated from global discursive contexts to local ones. An examination of these discourses, revealing dynamics and structural aspects, allows a better comprehension of social transformation processes. Drawing on the concept of multi-sited ethnography and the Sociology of Knowledge Approach to Discourse, this research project aims to qualitatively assess how and to what degree these narratives inform and guide national policy-making in Singapore. By following them on their ways from the public to the political sphere, it also explores the mobilisation of certain argumentative currents, ideas and meaning-making activities. Cultural adaptations, science journalism and government programmes will be analysed as sources co-constructing the discourse on sea level change and depicting the interplay between a variety of actors.

 

Time frame: 3 years                     Project staff: Beatrice Dippel

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Jörn Grävingholt at the hearing in the NRW Science Committee on Peace and Conflict Research

DIE Blog - 29. Juni 2020 - 13:14

Jörn Grävingholt & Conrad Schetter, ©JRF

On 17June 2020, at the request of the ALLIANCE 90 / THE GREENS parliamentary group, the science committee of the North Rhine-Westphalian state parliament discussed the topic “Strengthening peace and conflict research” in a public meeting.

Representatives of various institutes for peace and conflict research in North Rhine-Westphalia discussed with the science committee about the future direction of this research field.

The two Bonn member institutes of the Johannes Rau Research Foundation and the Bonn Alliance for Sustainability Research, the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik  (DIE) and the BICC (Bonn International Conversion Center) were also invited.

Jörn Grävingholt spoke for the DIE and explained that the institutions involved in peace and conflict research in NRW cooperate in many different ways and thus bring their different strengths to bear in joint research and policy advice. He argued to strengthen the institutional funding of this branch of research in order to ensure the recognized high quality work in the long term.

The hearing made it clear that all political groups in the state parliament attach great importance to peace and conflict research. The committee minutes for consultation will shortly be available on the Science Committee website:.

The application of the ALLIANCE 90 / THE GREENS parliamentary group „Strengthening peace and conflict research“ (German only) can be found at: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-7752.pdf

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Jörn Grävingholt bei Anhörung im Wissenschaftsausschuss NRW zu Friedens- und Konfliktforschung

DIE Blog - 29. Juni 2020 - 13:13

Jörn Grävingholt & Conrad Schetter, ©JRF

Am 17. Juni 2020 erörterte der Wissenschaftsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtages auf Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN in einer öffentlichen Sitzung das Thema „Die Friedens- und Konfliktforschung stärken“.
Vertreter*innen verschiedener Institute der Friedens- und Konfliktforschung in Nordrhein-Westfalen diskutierten mit dem Wissenschaftsausschuss über die zukünftige Ausrichtung dieses Forschungsfeldes. Eingeladen waren auch die beiden Bonner Mitgliedsinstitute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft und der Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung, das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) sowie das BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn).

Für das DIE sprach Jörn Grävingholt und erläuterte, dass die Einrichtungen, die in NRW in der Friedens- und Konfliktforschung engagiert sind, in vielfältiger Weise kooperieren und damit ihre unterschiedlichen Stärken in gemeinsame Forschung und Politikberatung einbringen. Er warb dafür, die institutionelle Finanzierung dieses Forschungszweigs zu stärken, um die anerkannt hochwertige Arbeit auf Dauer sicherstellen zu können.

In der Anhörung wurde deutlich, dass alle Fraktionen des Landtags der Friedens- und Konfliktforschung einen hohen Stellenwert beimessen. Das Ausschussprotokoll zur Anhörung steht in Kürze auf der Seite des Wissenschaftsausschusses.

Der Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN: „Die Friedens- und Konfliktforschung stärken“ (Drucksache 17/7752)

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Global Landscapes Forum (GLF) Bonn Digital Conference 2020

DIE Blog - 29. Juni 2020 - 12:45

Mariya Aleksandrovo and Michael Brüntrup from the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) organised an afternoon within the virtual Global Landscape Forum (GLF) 2020. Together with the Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) and partners from the University of Bonn, the United Nation Convention to Combat Desertification (UNCCD) and the Rangeland Initiative of the International Livestock Research Institute (ILRI), they designed three interlinked sessions on the nexus “drought risk management, natural resource management and social protection”. The new German focal point in the Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) for the UNCCD, Mrs Christa Franke, could be won over for a greeting address.

DIE’s contribution consisted of three panel discussions and a complex mix of 23 video clips, mostly produced specifically for this event. A moderator guided through each session. A preliminary recording of the entire session can be found here. An unusual highlight was certainly the address of the ESA astronaut Samantha Cristoforetti who brought in the ”orbital perspective (…) onto the amazing work you all are doing to preserve our climate, our biosphere, our landscapes, and especially our agricultural and food security” and some of the services that aerospace can contribute to this. In the last session, some short clips from climate activists in Uganda made it very clear how drastically the Corona crisis just as drought challenges affect poor people in poor countries. Social protection, resource and climate protection as well as agriculture must go together to meet this challenge. DIE’s Christoph Strupat could clearly substantiate some of these linkages with the help of results from intervention experiments in Malawi.

The GLF 2020 had been planned long before the Corona pandemic as a virtual event, to provide a sign that large conferences and global dialogue are possible and meaningful without resource-intensive travelling. With the outbreak of the Corona crisis the event got further dynamic and meaning, which has also been considered in its subtitle „Food in the time of crises“. With almost 5000 (a fee of 10 US dollar) paying participants from 146 countries and all segments of society this has been achieved in an impressive way. Participants were free to roam between sessions and to exchange with presenters and among themselves; in addition, social media were served busily, its outreach indicated with 50 million.

 

In summary, the conference showed many new options for global interactions but it also became clear that this requires substantial efforts and that it cannot completely replace physical meetings

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