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Der Kampf gegen gefährliche Chemikalien braucht mehr als Symbolpolitik

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:43

Der Kampf gegen gefährliche Chemikalien braucht mehr als Symbolpolitik

Im Vorfeld des Berlin Forums für Chemikalien und Nachhaltigkeit ziehen Umwelt- und Entwicklungsverbände eine kritische Bilanz der Arbeit der Bundesregierung. Sie hat wichtige Hausaufgaben in der Chemikalienpolitik unerledigt gelassen.

Berlin, 5. Juli 2021: Die Bundesregierung hat die Chemikalienpolitik vernachlässigt. Sie hat damit in Kauf genommen, dass die Gesundheit von Menschen weiterhin gefährdet, die Klimakrise angeheizt und der Verlust der Artenvielfalt beschleunigt wird.

Zu diesem Urteil kommt ein Bündnis aus den fünf Umwelt- und Entwicklungsverbänden BUND, Forum Umwelt und Entwicklung, HejSupport, PAN Germany und WECF. Es fordert die künftige Bundesregierung auf, den Schutz von Mensch, Artenvielfalt und Klima endlich ernst zu nehmen und sich in Deutschland, in der EU und weltweit aktiv für eine giftfreie Zukunft mit weniger Chemikalien und einem nachhaltigen Umbau der Chemieindustrie einzusetzen. Dies ist dringend notwendig: Noch immer sterben weltweit jährlich mehr als 1,6 Mio. Menschen durch Chemikalien. Noch immer wird für Herstellung und Transport von Chemikalien und Produkten knapp ein Drittel der verbrauchten Energie benötigt. Noch immer werden Ökosysteme durch den Rohstoffabbau und die Freisetzung gefährlicher Stoffe zerstört. Schadstoffe und Pestizide sind eine Hauptursache für die Umwelt- und Gesundheitskrise unserer Zeit.

Die jetzige Bundesregierung hat viele Möglichkeiten zu handeln verstreichen lassen. Obwohl Deutschland der Chemiestandort Nr. 1 in Europa ist, wurde Chemikalienpolitik weder im Koalitionsvertrag noch während der EU-Ratspräsidentschaft adressiert. Dabei ist die Bundesregierung als Vorsitzende des so genannten „Strategischen Ansatzes zum internationalen Chemikalienmanagement" (SAICM) in der Pflicht, die Weichen für eine Erneuerung des Abkommens zu stellen.

SAICM sollte dazu beizutragen, die Folgen von Chemikalien und Abfällen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt bis 2020 zu minimieren. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. Weltweit mangelt es an Problemwahrnehmung und politischem Handlungswillen. Im Juli 2021 wollte die Staatengemeinschaft in Bonn auf einer internationalen Konferenz zur Chemikaliensicherheit beschließen, wie es mit SAICM nach 2020 weitergeht. Statt der wegen Corona verschobenen Konferenz veranstaltet die Bundesregierung nun am 7. und 8. Juli das virtuelle Berlin Forum für Chemikalien und Nachhaltigkeit. Das u.a. mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, hochrangig besetzte Forum soll über Wege für einen nachhaltigen Umgang mit Chemikalien diskutieren.

Das NGO-Bündnis erwartet von dem Forum nicht nur schöne Worte und Symbolik, sondern konkrete Zusagen, um bis spätestens 2030 die negativen Folgen von Produktion und Verwendung von Chemikalien und Abfällen für Mensch, Artenvielfalt und Klima zu minimieren. Verbände in Deutschland und weltweit haben Forderungen mit konkreten Maßnahmen zum Schutz vor giftigen Chemikalien aufgestellt, die sofort umgesetzt werden könnten.

„Das Ziel, die Belastung des Menschen und der Umwelt durch Produktion und Freisetzung gefährlicher Stoffe bis 2020 nachhaltig zu reduzieren, ist nicht annähernd erreicht worden", erklärt Manuel Fernandez, Chemikalienexperte vom BUND. Ohne ein grundlegendes Umsteuern im Chemiesektor seien auch die Klima- und Artenschutzziele der UN-Agenda 2030 zum Scheitern verurteilt.  „Die Chemieindustrie darf als größter Stromverbraucher und drittgrößter Emittent von Kohlendioxid die Klimakrise nicht weiter verschärfen. Die Folgen tragen die Allgemeinheit und die Natur", so Fernández. „Das muss sich schnell ändern. In der EU bietet die neue EU-Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit hierfür eine Chance. Die Bundesregierung ist aufgefordert, beim nachhaltigen Umbau der Chemieindustrie mit gutem Beispiel voranzugehen."

Auch Pestizide zählen zu den weltweit gehandelten Chemikalien. „Jährlich erleiden rund 385 Millionen Menschen ungewollt Pestizidvergiftungen. Pestizide machen zudem einen erheblichen Anteil an stofflichen Belastungen von Gewässern, Lebensmitteln und am Schwund der Biodiversität aus", erläutert Susan Haffmans vom Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany). „Insbesondere hochgefährliche Pestizide sind eine weltweite Bedrohung. Deutschland kann und sollte damit beginnen, Doppelstandards im Pestizidhandel abzubauen und den Export von in der EU verbotenen hochgefährlichen Pestizide gesetzlich unterbinden. Zudem sollten endlich die Beschlüsse der vierten Internationalen Chemikalien Konferenz von 2015 umgesetzt werden, HHPs in der Landwirtschaft schrittweise durch nicht-chemische Alternativen wie Agrarökologie zu ersetzen."

Johanna Hausmann von Women Engage for a Common Future führt weiter aus: „Nur ein Bruchteil der bis zu 350.000 Chemikalien auf dem Weltmarkt sind reguliert. Sie vergiften unsere Umwelt und unsere Gesundheit. Die Wissenschaft bestätigt die krankmachende Wirkung vieler Chemikalien und bringt sie u.a. in Zusammenhang mit der Zunahme von Krebs, Fruchtbarkeitsstörungen und neurologischen Erkrankungen. Schwangere, Frauen, Kinder und sozial schwächere Bevölkerungsgruppen sind dabei besonders betroffen – in Deutschland und weltweit. Frauen reichern Schadstoffe stärker an. In der Schwangerschaft gelangen diese an den Fötus und gefährden künftige Generationen. Der Schutz vor bedenklichen Chemikalien muss eine wichtige Aufgabe der künftigen Bunderegierung werden. Gender- und sozioökonomische Aspekte müssen dabei eine wichtige Rolle spielen."

Tom Kurz vom Forum Umwelt und Entwicklung ergänzt: „Die Untätigkeit der internationalen Staatengemeinschaft und der Bundesregierung machen uns krank und werden auch noch kommende Generationen belasten. Es ist nicht möglich, unbedenklich einkaufen zu gehen und davon auszugehen nicht vergiftet zu werden. Hormonschädliche Substanzen in Kosmetik, Pestizide in der Luft und in unserem Essen, PFAS in Verpackungen und Weichmacher im Spielzeug: überall sind wir gefährlichen Stoffen ausgesetzt."

Alexandra Caterbow von der Gesundheits- und Umweltorganisation HEJSupport fasst zusammen: „Der Stellenwert der Chemiepolitik in der Politik der Bundesregierung spiegelt nicht die Dringlichkeit wider, die wir der Vergiftung unseres Planeten und unserer Körper beimessen sollten. Wir brauchen dringend verbindliche Zusagen aus der Politik, die auch im nächsten Koalitionsvertrag verankert sein müssen. Mehr Maßnahmen auf nationaler, EU und internationaler Ebene müssen von der neuen Regierung angeschoben und unterstützt werden, sonst werden z.B. weiterhin unsere Flüsse kontaminiert sein und Babys mit Schadstoffen im Körper geboren."

Weitere Informationen

Mehr Informationen zum Hintergrund finden Sie hier (PDF, 230 KB).

Informationen der NGOs zum Thema internationales Chemikalienmanagement finden Sie auf der gemeinsamen Webseite unter

https://www.giftfreie-zukunft.org/

Zum Vorbereitungsprozess für die Chemikalienkonferenz in Bonn unter http://saicm.org/

Informationen des Bundesumweltministeriums zum Berlin Forum für Chemikalien und Nachhaltigkeit unter

https://www.bmu.de/berlin-forum-fuer-chemikalien-und-nachhaltigkeit/#c59688

Diese Pressemitteilung finden Sie online und zum Download unter https://www.giftfreie-zukunft.org/aktuell/presse-berlin-forum




SIG Sauer will von der Gewalt in Kolumbien profitieren

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:42

Osnabrück (ots)

Vor BGH-Urteil: terre des hommes-Dossier belegt schwere Menschenrechtsverletzungen und Straftaten mit deutschen Pistolen in Kolumbien

Anlässlich der morgigen Urteilsverkündigung des Bundesgerichtshofs im Fall illegaler Pistolenexporte von SIG Sauer nach Kolumbien veröffentlicht das Kinderhilfswerk terre des hommes neue Belege dafür, dass SIG-Sauer-Pistolen in Kolumbien schlimmen Schaden anrichten, von dem auch Kinder und Jugendliche betroffen sind. Das Landgericht Kiel hatte 2019 drei Führungskräfte von SIG Sauer wegen des illegalen Exports von 38.000 Pistolen aus Deutschland über die USA nach Kolumbien zu Bewährungsstrafen und hohen Geldstrafen verurteilt, diese Urteile sind rechtskräftig. Außerdem verurteilte das Landgericht SIG Sauer zur Rückzahlung des Umsatzes im Wert von 11 Millionen Euro, wogegen das Unternehmen Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe einlegte.

"Unsere Recherchen belegen, dass SIG-Sauer-Waffen von Drogenbanden, Paramilitärs und Guerillagruppen bei Verbrechen eingesetzt wurden und auch kriminelle Polizist*innen und Militärs sie bei schweren Menschenrechtsverletzungen und Straftaten benutzt haben", sagte Ralf Willinger, Kinderrechtsexperte bei terre des hommes. "Kindersoldat*innen wurden gezwungen, mit diesen Waffen zu kämpfen, viele Kinder und Jugendliche wurden getötet."

"Kinder und Jugendliche aus unseren Projekten sind stark von der eskalierenden Gewalt in Kolumbien betroffen, das macht uns große Sorgen", sagte William León, Projektkoordinator von terre des hommes in Kolumbien. "Vor kurzem wurden im Rahmen des landesweiten Streiks Dutzende von jungen Menschen mit Handfeuerwaffen getötet, sowohl von Bürger*innen als auch von Polizist*innen in Zivil. Die Gewalt und der seit über 60 Jahre andauernde bewaffnete Konflikt in Kolumbien dürfen nicht weiter mit Waffen angeheizt werden. Waffenunternehmen wie SIG Sauer versuchen mit allen Tricks und auch illegalen Geschäften, von der Gewalt in Kolumbien zu profitieren. Diese blutigen Geschäfte dürfen sich nicht lohnen, wir hoffen deswegen auf ein eindeutiges Signal des Bundesgerichtshofs an die Waffenhändler." León betonte: "Auf unserem Weg zum Frieden brauchen wir keine Waffen - weder aus Deutschland, noch aus anderen Ländern. Das gilt insbesondere für Pistolen, die leicht zu verstecken sind und hier von Hand zu Hand wandern. In ein Land wie Kolumbien mit einem bewaffneten Konflikt und schweren Menschenrechtsverletzungen, auch von staatlicher Seite, dürfen keine Waffen geliefert werden - weder illegal noch legal."

terre des hommes Deutschland fördert in Kolumbien seit über 40 Jahren Projekte für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Schwerpunkte der Unterstützung sind Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor Gewalt, die Förderung einer Kultur des Friedens, der Einsatz für das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt sowie Bildung und Partizipation von Kindern und Jugendlichen.

terre des hommes Deutschland ist Mitglied im Trägerkreis von "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!". Diese Kampagne hatte 2014 Anzeige gegen SIG Sauer erstattet und damit die Ermittlungen und den Prozess gegen SIG Sauer ausgelöst, die 2019 zur Verurteilung durch das Landgericht Kiel führten. Im April 2020 erstattete die Kampagne erneut Anzeige gegen SIG Sauer, diesmal wegen illegaler Waffenexporte nach Mexiko, Nicaragua und erneut Kolumbien. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt.

Wie die terre des hommes-Studie "Kleinwaffen in kleinen Händen - Deutsche Rüstungsexporte verletzen Kinderrechte" aus dem Jahr 2020 zeigt, müssen Kinder und Jugendliche in zahlreichen Ländern mit deutschen Waffen kämpfen oder kommen durch diese zu Schaden, darunter Kolumbien, Brasilien, Irak, Syrien, Jemen, Indien und Philippinen.

Zum Dossier "SIG-Sauer-Pistolen in Kolumbien" und weitere Informationen: www.tdh.de/kleinwaffen

Äthiopien: Situation der Kinder in Tigray verschlechtert sich seit Monaten | UNICEF

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:41
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Äthiopien: Situation der Kinder in Tigray verschlechtert sich seit Monaten

140.000 Kinder unter Bedingungen einer Hungersnot / Zugang zu Hilfebedürftigen und Sicherheit für humanitäre Helfer*innen garantieren

© UNICEF/UN0412581/Leul Kinfu

Köln, den 05. Juli 2021 // UNICEF ruft Regierungen und Öffentlichkeit dringend zu mehr Aufmerksamkeit und verstärkter Hilfe für die Kinder in der äthiopischen Region Tigray auf. Die seit acht Monaten anhaltende Gewalt und die weitgehende Abriegelung der Region ist eine Katastrophe für die dort lebende Bevölkerung, insbesondere die Kinder. 

„Dies ist eine von Menschen gemachte Krise. Die Kinder und die leidenden Menschen können nicht warten, bis irgendwann offiziell eine Hungersnot ausgerufen wird", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Die vor einigen Tagen ausgerufene Waffenruhe muss unbedingt für die Versorgung der Zivilbevölkerung für die kommenden Monate genutzt werden."

Der Gesundheits- und Ernährungszustand der Kinder in Tigray verschlechtert sich laut UNICEF seit Beginn des Konflikts vor acht Monaten kontinuierlich. Im Frühjahr hat sich zuletzt die Zahl lebensgefährlich mangelernährter Kinder, die Hilfe in von UNICEF unterstützten Einrichtungen suchten, vervierfacht. Schätzungsweise 140.000 Kinder leben unter Bedingungen einer Hungersnot – auch wenn diese offiziell noch nicht erklärt wurde; mindestens 33.000 Kinder in nicht zugänglichen Gebieten sind laut UNICEF so schwer mangelernährt, dass sie sterben könnten, wenn nicht schnell gehandelt wird. Es müssen dringend rechtzeitig weitere mobile Ernährungs- und Gesundheitsteams Zugang in alle Regionen erhalten.

Weil wichtige Infrastruktur wie Brücken, Straßen, Krankenhäuser und Anlagen zur Wasserversorgung zerstört oder geplündert wurden, ist die elementare Versorgung der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet. Viele Familien berichten von furchtbarer Gewalt, von Angst und dass sie Angehörige verloren haben. Die Bewegungsfreiheit und Sicherheit der nationalen und internationalen Mitarbeiter*innen humanitärer Organisationen ist stark eingeschränkt.

Im Juni konnten die Menschen durch die Kämpfe die Hauptpflanzzeit nicht nutzen. Der Nachschub von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Gütern muss deshalb in großem Umfang und uneingeschränkt sichergestellt werden. Dazu müssen auch Lagerkapazitäten ausgebaut werden. Immer wieder vorgeschobene bürokratische Hindernisse müssen abgestellt werden.

Der Zugang zum Internet bzw. zu Telefon/Satellitenverbindungen sowie elektrischem Strom müssen für humanitäre Organisationen sofort wiederhergestellt und Straßen sowie der Luftraum für den Transport von Hilfsgüter geöffnet werden.

» Mehr Informationen zur Situation der Kinder in Äthiopien und der UNICEF-Hilfe vor Ort finden Sie auf unserer Projektseite und in unseren Blog.



VENRO informiert! Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:40


 

Nr. 4 / 2021

THEMENSCHWERPUNKT

Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
 

Liebe Leser_innen,

 

die Bundesregierung berichtet am 15. Juli beim Hochrangigen Politischen Forum (HLPF) der Vereinten Nationen über den Umsetzungsstand der Agenda 2030. Dr. Luise Steinwachs, unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende, kritisiert die grundsätzliche Ausrichtung des deutschen Staatenberichts. Im Interview erklärt sie, weshalb ein radikales Umsteuern hin zu echter globaler Nachhaltigkeit notwendig ist.

 

Auch wir haben anlässlich des Staatenberichts Bilanz gezogen und in einer Stellungnahme dargelegt, weshalb die Agenda 2030 zum Leitprinzip deutscher Politik werden muss. „Abwarten und Tee trinken reicht nicht, um Armut zu beenden", betonen Mira Ballmaier und Dr. Jürgen Focke, Sprecher_innen unserer AG Agenda 2030. In ihrem Blogbeitrag erläutern sie die aktuellen Zahlen zur Armutsbekämpfung.

 

Mit unserer neuen Rubrik #weltweitwichtig halten wir Sie ab sofort über unsere Aktivitäten zur Bundestagswahl auf dem Laufenden. In dieser Ausgabe finden sie dort die Aufzeichnung unserer Diskussion mit den Spitzenpolitiker_innen Saskia Esken (SPD), Hermann Gröhe (CDU), Dr. Robert Habeck (Die Grünen), Susanne Hennig-Wellsow (Die Linke) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP). Wir befragten sie zu unfairen Handelspraktiken, Rüstungsexporten und den Plänen ihrer Parteien zum Klimaschutz

 

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!

 

Herzliche Grüße

 

Anke Kurat
Stellvertretung

der Geschäftsführung

 

„Ein radikales Umsteuern hin zu echter globaler Nachhaltigkeit ist notwendig"

 

Deutschland berichtet zum zweiten Mal bei den Vereinten Nationen über den Stand der Umsetzung der Agenda 2030. Unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Luise Steinwachs erläutert im Interview, welche Aspekte ihr im Freiwilligen Staatenbericht Deutschlands fehlen und weshalb ein radikales Umsteuern hin zu echter globaler Nachhaltigkeit notwendig ist, um Armut und Hunger zu beenden.

  Zum Interview

Die Agenda 2030 muss zum
Leitprinzip deutscher Politik werden

 

Anlässlich der Berichterstattung Deutschlands bei den Vereinten Nationen haben wir unsere Perspektive auf den Umsetzungsstand der Agenda 2030 dargestellt. Die Bilanz fällt verheerend aus und unsere Forderung nach einem sozial gerechten, ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsmodell ist aktueller denn je. Die Stellungnahme wurde in den Anhang des Freiwilligen Staatenberichts Deutschlands aufgenommen.

  Zur Stellungnahme (PDF)
  Zum Staatenbericht (PDF/EN)

Abwarten und Tee trinken reicht nicht, um globale Armut zu beenden

 

Weltweit leben 1,5 Milliarden Menschen in Armut. Es ist offensichtlich, dass die Staatengemeinschaft nicht „on track" ist, ihr Ziel zu erreichen, extreme Armut bis 2030 zu beenden. Mira Ballmaier und Dr. Jürgen Focke, Sprecher_innen unserer AG Agenda 2030, fordern, die Ursachen endlich bei der Wurzel zu packen. Ihr Blogbeitrag zum Thema Armut bildet den Auftakt unserer Themenreihe, mit der wir bis zur Bundestagswahl aufzeigen, was uns #weltweitwichtig ist.

  Zum Blogbeitrag

Jahresbericht 2020: Wir sitzen nicht alle im selben Boot

 

Die Corona-Pandemie hat unsere Arbeit 2020 geprägt, und ihre Folgen sind noch lange nicht absehbar. Klar ist jedoch: die Krise trifft die Menschen im globalen Süden besonders hart. Mit unserem Jahresbericht 2020 geben wir Einblick in unsere Arbeit in diesem außergewöhnlichen Jahr und skizzieren die Herausforderungen, denen wir uns annehmen wollen.

  Zum Jahresbericht (PDF)

Haushaltsentwurf 2022: Mehr Verlässlichkeit für die Entwicklungszusammenarbeit ist notwendig

 

Nach dem aktuellen Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2022 sollen die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit im kommenden Jahr konstant bleiben. Die Gelder für Humanitäre Hilfe sollen hingegen um 200 Millionen Euro gekürzt werden. Deutliche Kürzungen einzelner Positionen innerhalb des BMZ-Etats sorgen zusätzlich für Verunsicherung.

  Zur Pressemitteilung

OECD bescheinigt der deutschen Entwicklungspolitik Verbesserungsbedarf

 

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat die Effektivität der deutschen Entwicklungspolitik analysiert und sieht erheblichen Verbesserungsbedarf. VENRO begrüßt den internationalen Prüfbericht, mit dem sich der Bundestagsausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in seiner Sitzung am 9. Juni befasst hat.

  Zur Pressemitteilung

Die verpasste Chance des Cotonou-Folgeabkommens

 

Das Cotonou-Folgeabkommen zwischen der Europäischen Union und den 79 Mitgliedern der Organisation Afrikanischer, Karibischer und Pazifischer Staaten soll Ende 2021 ratifiziert werden. Aus unserer Sicht ist das Abkommen eine verpasste Chance, eine solidarische und partnerschaftliche Zusammenarbeit zu etablieren. In unserer Stellungnahme benennen wir Schwachstellen und formulieren konkrete Forderungen zur Erweiterung des Abkommens.

  Zur Stellungnahme

One Health – die Bundesregierung muss diesen Ansatz in allen Politikbereichen umsetzen

 

Damit Gesundheit und Wohlergehen für alle Menschen erreicht werden können, ist es notwendig, die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ganzheitlich in den Blick zu nehmen. Der One-Health-Ansatz beschäftigt sich mit diesen Wechselwirkungen. Wenn er ganzheitlich umgesetzt wird, kann er einen wertvollen Beitrag dazu leisten, insbesondere das Leben benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu verbessern. In unserer Stellungnahme zeigen wir auf, welche Aspekte bei der Umsetzung von One Health zu berücksichtigen sind.

  Zur Stellungnahme

Zivilgesellschaftliche Perspektiven auf das neue UNESCO-Bildungsprogramm „BNE 2030"

 

Unter dem Titel „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2030" will die UNESCO die Weichen für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit der kommenden zehn Jahre stellen. In einem Beitrag auf unserem Blog hat sich unsere Referentin Lara Fedorchenko das neue Programm näher angeschaut.

  Zum Blogbeitrag

Uns ist nicht egal, was in anderen Teilen der Welt passiert! Bis zur Bundestagswahl am 26. September zeigen wir in den sozialen Medien, was uns #weltweitwichtig ist. Machen Sie mit und informieren Sie sich über alle Aktivitäten und Inhalte auf

  www.weltweitwichtig.de
 

Spitzenpolitiker_innen diskutieren, was #weltweitwichtig ist

 

Unter dem Motto „Was ist #weltweitwichtig?" diskutierten wir mit Spitzenpolitiker_innen über (un-)faire Handelspraktiken, Rüstungsexporte und die Pläne ihrer Parteien zum Klimaschutz. Mit dabei waren Saskia Esken (SPD), Hermann Gröhe (CDU), Dr. Robert Habeck (Die Grünen), Susanne Hennig-Wellsow (Die Linke) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP). Eine Aufzeichnung der Diskussion mit Gebärdensprache finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

  Zu YouTube

Zivile Seenotrettung: Shrinking Space im Schatten der Pandemie

 

Von David Starke und Jana Ciernioch

 

Seit 2015 füllen zivile Seenotrettungsorganisationen im zentralen Mittelmeer die durch das Fehlen staatlicher Seenotrettung der EU-Staaten entstandene Lücke. Auf unserem Blog kritisieren Jana Ciernioch und David Starke von SOS MEDITERRANNEE Deutschland die im Schatten der Corona-Pandemie zunehmenden Einschränkungen für zivile Rettungsschiffe und lebenswichtige humanitäre Hilfeleistungen.

  Zum Blogbeitrag

Auf ein Menschenrecht sollte niemand warten müssen — WASH ist #weltweitwichtig

 

Von Thilo Panzerbieter

 

WASH ist #weltweitwichtig. Warum? Weil Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) unverzichtbar sind für das menschliche Überleben und die gesunde Entwicklung – für alle Menschen und überall. Entsprechend seiner großen Bedeutung muss WASH von der Bundesregierung politisch gestärkt werden, erklärt Thilo Panzerbieter, Sprecher des WASH-Netzwerks, auf unserem Blog.

  Zum Blogbeitrag
20.07.2021, Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, online
  Project Coordination & Skills of a High-Profile Coordinator
 

Every project has its target: a time bound activity undertaken to create a specific product, service or result. It is unique with specific goals and objectives which have to be realised on-time, within the given budget. Planning the result of a project right at the initiation and working towards achieving the same will certainly ensure that resources are put to optimum use and beneficiaries receive the results that are committed to them within the project.

  Zur Veranstaltung
28.07.2021, Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, online
  Resource Mobilisation During COVID Times
 

Obtaining funding is one of the biggest challenges that most NGOs face worldwide. This workshop will introduce you to the nuances of fundraising. We will explore ways through which small and medium NGOs can raise resources to supplement the grants or take up independent programmes on behalf of the community.

  Zur Veranstaltung
03.09.2021, W. P. Schmitz-Stiftung, Hamburg   Was ist ein gutes Auslandsprojekt?
 

Im Seminar werden Methoden und Instrumente der Projektentwicklung und -begleitung vorgestellt und praktisch eingeübt. Wir gehen auch der Frage nach, wie Erfolge im Projekt über sogenannte Indikatoren nachgewiesen werden können. Darüber hinaus geben wir Hinweise zu Fördermöglichkeiten für Auslandsprojekte aus dem Titel Private Träger des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

  Zur Veranstaltung

Save the Children sucht eine Schichtbetreuung (m/w/d) im Bereich Telemarketing/Telefundraising in Berlin.

 

Oxfam sucht eine_n (Roving) Grants and Compliance Advisor (w/m/d) in Berlin.

 

Medico International sucht eine_n Mitarbeiter_in für den Bereich Nothilfe.

 

MISEREOR sucht eine_n Abteilungsleiter_in Organisation (m/w/d) in Aachen.

 

Die Johanniter suchen eine_n Projektcontroller_in Auslandshilfe (w/m/d).

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  Besuchen Sie uns auf    

sekretariat@venro.org

www.venro.org

Tel.: 030 2639299-10

 

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Stresemannstraße 72

10963 Berlin

 

Redaktion: Janna Völker

Fotos: MintBlanc/Shutterstock; Jörg Farys;  Visual Facilitators/Björn Pertoft; Anthony Jean/SOS MEDITERRANEE

© 2021 VENRO

   

EWIK Newsletter Juli/August: Krieg und Gewalt

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:39

Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe Juli/August 2021: Krieg und Gewalt

Liebe Leser*innen,

kurz vor der Bundestagswahl geht es einmal mehr darum, ob Deutschland auch in den kommenden vier Jahren die Militärausgaben weiter steigert oder stattdessen die zivile Konfliktbearbeitung stärkt.

„Vorrang für Zivil" – das sollte bereits in der (friedens-)politischen Bildungsarbeit an Schulen gelten. Doch mit großem finanziellen Aufwand wirbt die Bundeswehr seit einigen Jahren um Nachwuchs für die Truppe. Regelmäßig besuchen Jugendoffiziere der Bundeswehr Schulen und informieren Schüler*innen über ihre Arbeit. Abkommen der Bundeswehr mit einzelnen Landesregierungen räumen der Bundeswehr weitreichende Möglichkeiten im Bereich der politischen Bildung sowie bei der Aus- und Weiterbildung (angehender) Lehrer*innen ein.

Explizite „Werbung" für ihre Tätigkeiten darf die Bundeswehr im schulischen Kontext nicht machen. Doch wo verläuft die Grenze zwischen Information und Werbung? „Wenn ich Offiziere vor eine Klasse schicke, dann ist da zwar die Intention der Information da, aber wir haben ja auch eine Wirkung, und diese Wirkung ist dann eben doch Werbung", sagt auch der Berliner Sozialdemokrat Timo Schramm, der selbst vier Jahre Zeitsoldat war.

Aus friedenspädagogischer Sicht ist es dringend erforderlich, dem Alternativen entgegenzusetzen und zivile Formen der Konfliktlösung in die Schulen einzubringen. Während die Jugendoffiziere aus einer Sicherheitslogik heraus Konfliktlösungsmöglichkeiten erklären – es geht um Selbstschutz vor „den anderen", Aufrüstung und notfalls Gewalt –, vermittelt die Friedensbildung, dass Frieden nur miteinander möglich ist. Das erfahren die Schüler*innen durch die Beschäftigung mit Friedensprojekten oder Beispiele von Gleichaltrigen, die sich in Konfliktregionen für ein friedliches Miteinander einsetzen. Nicht zuletzt lernen sie so von ihren Altersgenoss*innen aus dem Globalen Süden, wie sie Konflikte und Vorurteile auch in ihrem eigenen (Schul-)Alltag überwinden können.

Indem sie das aktive Engagement der Schüler*innen für eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit und Teilhabe fördert, leistet die Friedensbildung auch einen Beitrag zu globaler Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung. Denn eine gerechte und ökologisch nachhaltige Welt entsteht nur dann, wenn wir die Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander schaffen.

Umgekehrt sind soziale und ökologische Nachhaltigkeit Voraussetzung für eine dauerhaft friedliche Welt. Was hat der Klimawandel mit Konflikten zu tun? Wie tragen Waffenexporte und unser Konsumverhalten zur Entstehung von Fluchtursachen bei? Über diese Zusammenhänge klärt die Friedensbildung auf und vermittelt – in Anlehnung an das Konzept des positiven Friedens – Handlungsoptionen, wie jede*r Einzelne sich für eine zukunftsfähige Welt einsetzen kann. Dabei betrachten die Schüler*innen aktuelle gesellschaftliche Themen – z.B. Flucht und Migration – aus der Friedensperspektive und nehmen auch die eigene Rolle kritisch in den Blick. Zugleich kommen im Sinne der Friedenslogik auch Menschen aus dem Globalen Süden zu Wort, über die sonst häufig nur geredet wird. So erleben die Schüler*innen hautnah, dass echter Frieden nur gemeinsam und unter Berücksichtigung aller Interessen erreicht wird.

Dieser Newsletter stellt Friedensbildungsmaterialien für den Unterricht vor, informiert über Veranstaltungen und bietet anlässlich des Weltfriedenstages am 21. September Hintergründe zum Thema Frieden.

Wir wünschen eine spannende und informative Lektüre!

Christine Lieser und Claudia Osthues
Referent*innen für Friedensläufe und friedenspolitische Bildung beim forumZFD

EWIK-Kooperationspartner
Aktuelles
Educ'ARTE - digitale Schulmediathek des Senders ARTE

Als zeitsparendes, qualitativ hochwertiges und zuverlässiges Tool unterstützt Educ'ARTE, die digitale Schulmediathek des Senders ARTE, Lehrkräfte bei der Umsetzung des Präsenz- und Fernunterrichts! Educ'ARTE bietet einen Katalog von über 1400 mehrsprachigen Videos für alle Fächer und Klassenstufen. Die vielfältigen Inhalte ermöglichen Schülerinnen und Schülern eine fundierte, kritische und perspektivreiche Auseinandersetzung mit aktuellen Themen wie Nachhaltige Entwicklung. Doch Educ'ARTE bietet noch mehr: Mithilfe der pädagogischen Begleitmaterialien und der interaktiven Funktionen (Videoausschnitte und Mind-Maps erstellen, Bild-, Audio- und Textkommentare hinzufügen, Untertitel und Texttranskriptionen einblenden) kann der Unterricht interaktiv und fächerübergreifend gestaltet werden. Abonnierte Schulen haben außerdem die Möglichkeit, an pädagogischen Projekten teilzunehmen. Mit einem Klick auf der Website können Interessierte die Schulmediathek einen Monat lang kostenlos testen. F.A.Z.-Schulprojekt zur Bundestagswahl 2021

Der Schulwettbewerb zum politischen Wettbewerb: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung ruft gemeinsam mit dem Partner Google News Initiative Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen 1 und 2 dazu auf, sich am Beispiel der Bundestagswahl mit dem Thema „Politik" auseinanderzusetzen.

Praxisbuch „Zukunftsesser: Klimafreundliche Ernährung im Unterricht und Schulalltag"

Anregungen, Hintergrundinformationen und passende Materialien zur Vermittlung des Themas „Klimafreundliche Ernährung" bietet das neue Praxisbuch „Zukunftsesser" der Verbraucherzentrale NRW. Es wendet sich an Lehrkräfte von weiterführenden Schulen sowie an Multiplikator*innen aus dem Ernährungsbereich. Neben ausführlichen Planungshilfen und Anleitungen beinhaltet das Praxisbuch alle nötigen Materialien zur Umsetzung einer Unterrichtseinheit für die 7. bis 10. Klassen sowie von Aktionen in der Schule für alle Jahrgänge von der 5. Klasse bis zur Oberstufe („Zukunftsesser in Aktion").

Handreichung „Globital? Globales Lernen Digital"

ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V. hat einen Leitfaden für die Umsetzung von Themen des Globalen Lernens in digitale Formate entwickelt. Seminare, Schulungen, Workshops, Fort- und Weiterbildung, Kurse und vieles mehr werden seit mehr als einem Jahr ausgesetzt oder zunächst provisorisch in Online-Angeboten weitergeführt. Dieser umfangreiche und praxisbezogene Leitfaden stellt sowohl allgemeine Tools der Zusammenarbeit und der Visualisierung für die Bildungsarbeit vor und bezieht auch Social Media-Anwendungen und Möglichkeiten der digitalen Begegnung in seine Betrachtungen ein.

BNE für morgen: Junge Ideen für die entwicklungs- und umweltpolitische Vereinsarbeit 

In Kooperation mit lokalen Vereinen im Großraum Esslingen/Stuttgart erarbeiteten Studierende der Sozialen Arbeit seit Sommer 2020 Projekte zu entwicklungs- und umweltpolitischen Themen und lieferten damit neue Impulse für die Vereinsarbeit. Begleitet und unterstützt wurden die beiden Akteursgruppen durch das von finep koordinierte (Drittmittel-)Projekt „BNE für morgen", das in ein Studienprojekt der Hochschule Esslingen eingebettet war. Dabei sind Projekte wie eine Schnitzeljagd zu nachhaltigem Konsum, Unterrichtsmaterial, eine Ausstellung sowie eine Kleidergirlande zu Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie entstanden.

11. KMK/BMZ-Fachtagung zum Orientierungsrahmen

An der 11. Orientierungsrahmen-Fachtagung im November 2020 nahmen rund 200 Fachleute aus Ministerien, Wissenschaft, Lehrkräftebildung, Schulen und Zivilgesellschaft sowie Schülerinnen und Schüler teil. In Fachvorträgen, Diskussionen, Workshops und „Open Spaces", in denen die Teilnehmenden selbst die Themen setzten und moderierten, wurde der Umsetzungsprozess des Orientierungsrahmens facettenreich vorgestellt und diskutiert. Die beiden Tagungsschwerpunkte lagen auf dem Umgang mit Komplexität und Unsicherheit sowie auf der Erweiterung des Orientierungsrahmens auf die gymnasiale Oberstufe. Die Dokumentation sowie Videomitschnitte ausgewählter Vorträge sind nun verfügbar.

Gerechtigkeit für alle? Weltweit? Unterrichtszugänge für die Fächergruppe Religion, Ethik und Philosophie (Klasse 9/10)

Diese Unterrichtseinheit für die Klassen 9/10 will in den Fächern Philosophie, Ethik und Religion das Stichwort „Gerechtigkeit" aufgreifen und zum Ausgangspunkt ganz unterschiedlicher Lernbemühungen und Denkwege machen - besonders auch Im Kontext einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung". Die Unterrichtseinheit will ermöglichen, mit diesem zentralen Begriff ein Stück differenzierter und „durchdachter" umzugehen: Zunächst nicht ganz bewusste Voreinstellungen durchdenken, Akzentsetzungen und Perspektiven anderer zur Kenntnis nehmen, neue Möglichkeiten erschließen.

Buch „Der strebende Geist: Der Arzt und Dichter Noah K. Ndosi aus Tanzania"

Noah Ndosi ist ein Arzt und Dichter aus Tanzania. Er schildert seine Kindheit, Jugend und Schulzeit, berichtet von den Erzählungen seiner Großmutter und leistet damit seinen Beitrag zum Erhalt dieser Erinnerungen, die sonst im Dunkeln versinken würden. Das Buch enthält auch eine ganze Anzahl von Kommentierungen politischer Ereignisse weltweit. Ein Schwerpunkt sind die vielfältigen Sorgen, die sich Ndosi macht, wenn es um die Umwelt und den menschlichen Zusammenhalt geht. Die zweite Hälfte des Buches bildet in drei verschiedenen Sprachen eine große Zahl von Gedichten ab, die sich allesamt mit seinem Hauptthema befassen, nämlich den Schilderungen des frühen Dorflebens, der Deformation der Umwelt und des menschlichen Miteinanders. Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien
peace brigades international – 40 Jahre im Einsatz für die Menschenrechte mit internationalen Partnerinnen und Partnern

Seit nunmehr 40 Jahren ist peace brigades international (pbi) weltweit im Einsatz für die Menschenrechte. Als von der UN anerkannte Friedens- und Menschenrechtsorganisation engagiert sich pbi seit 1981 erfolgreich für den Schutz von Aktivistinnen und Aktivisten und ihren Gemeinschaften. Mit besonderem Fokus auf die gewaltfreie Konfliktbearbeitung ist pbi derzeit in Mexiko, Guatemala, Honduras, Costa Rica (Nicaragua), Kolumbien, Kenia, Indonesien und Nepal aktiv. Mit einem breiten Bildungsangebot für Schulen zu den Themen Menschenrechte, Frieden, Zivile Konfliktbearbeitung und Nachhaltige Entwicklung tritt pbi auch hierzulande für den Schutz der Menschenrechte und für eine Kultur des friedlichen Miteinanders ein.
„Es lebe der Frieden!" – KITA-Bildungsmaterial

Das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger' bündelt in dieser Ausgabe von „Kita – in Deutschland und weltweit" pädagogische Gedanken zu dem Thema Frieden und Geborgenheit. Denn auch in der heutigen Kita-Landschaft begegnen sich viele verschiedene Kulturen und Religionen, für die ein friedlicher Umgang miteinander entscheidend ist. Mit Tipps und Anregungen für den Morgenkreis, Spiel- und Basteltipps, Liedern, Rollenspielen sowie einer Phantasiereise zur Arche Noah lernen die Kinder Erkennen, Bewerten und Handeln rund um das Thema Frieden. Dieses Bildungsmaterial richtet sich vor allem an Kita-Leitungen, Erzieherinnen und Erzieher. „Damit es nicht gleich kracht!" – Unterrichtsmaterialien und Wettbewerb zum Thema Frieden und Gerechtigkeit

In diesem von MISEREOR und dem Auer-Schulbuchverlag realisierten Unterrichtsmaterial werden unterschiedliche Aspekte von Frieden und Gerechtigkeit anhand von elf Länderbeispielen aus Afrika, Asien und Lateinamerika näher beleuchtet. Abwechslungsreiche Texte und Arbeitsblätter bieten spannende Einblicke: ob Rohstoffe im Kongo oder der lange Weg zum Frieden in Kolumbien. Das Material eignet sich für den gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht in den Klassen 8-13. Kunst gegen Gewalt. Didaktisches Material zum Thema Friedenserziehung in Kolumbien

Jahrzehntelang gab es Krieg in Kolumbien. Das merkt man besonders in der Hauptstadt Medellín. Viele der drei Millionen Menschen wurden mit Gewalt aus ihren Dörfern vertrieben. Die Stadt selbst war stark umkämpft. Sie galt als eine der gefährlichsten Städte der Welt. Obwohl es mittlerweile ruhiger ist, gehören Gewalt und Drogenkriminalität besonders in den armen Vierteln immer noch zum Alltag. In dem Bildungsmaterial von Brot für die Welt geht es um Gewalt und die Folgen für Kinder sowie ein Projekt, das mit Kunst-Workshops und Betreuung den Kindern die Chance gibt, ein neues Selbstwertgefühl aufzubauen und herauszufinden, was sie richtig gut können und was sie wollen.
Frieden durch Freundschaft

Anhand altersgerechter und didaktisch aufbereiteter Inhalte und Methoden lernen Schüler*innen im Unterricht, Ursachen und Hintergründe von Gewalt in Konfliktregionen zu verstehen und einzuordnen. Sie verstehen besser, wie Konflikte entstehen, warum sie zu Gewalt führen und welche Schritte notwendig sind, um Frieden zu erreichen. Die Arbeitsblätter gibt es als Klassensatz in drei Varianten für die Klassen 1-4, 5-7 oder 8-10 (Format DIN A 4, 45 min. Arbeitszeit). Die Lehrkraft erhält zusätzlich ein Impulsblatt (1 DIN A4 Seite) mit didaktisch-methodischen Hinweisen, Erläuterungen und Vertiefungsfragen.

Kinder und Jugendliche für Frieden und Verständigung: Frieden lernen am Beispiel des Nahostkonflikts

Seit 1999 arbeitet das Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD) gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen in Israel & Palästina für den Frieden. Mit diesem Heft lädt forumZFD Lehrkräfte ein, mehr über Friedensarbeit in dieser Region zu lernen. Ganz besonders richtet sich dieses Heft an alle Schulen, die an einem der Friedensläufe zur Unterstützung des forumZFD teilnehmen. Begleitend zu dem sportlichen Einsatz vermittelt das Unterrichtsheft Kindern und Jugendlichen in vier Unterrichtseinheiten einen Einblick in die Lebenswirklichkeit arabischer und jüdischer Kinder und Jugendlicher aus Jerusalem und Haifa. Gendergerechtigkeit und sexualisierte Gewalt. Unterrichtsmaterial für Sekundarstufe I und II

 In diesem Arbeitsmaterial von GEMEINSAM FÜR AFRIKA werden die Begriffe Gender und sexualisierte Gewalt näher erläutert.  Die Aufgaben und Fragen geben Anstoß zum Perspektivwechsel und zur Reflexion sozialer Geschlechter in unserer Gesellschaft. Zudem werden potentielle Handlungsperspektiven und der Kampf für mehr Geschlechtergerechtigkeit angesprochen.
Auch das Bild von Mädchen und Frauen in afrikanischen Ländern und afrikanischer Feminismus werden thematisiert.
Zum Schwerpunkt: Multimediales

Online-Spiel: „This war of mine" – Sensibilisierung zu Bürgerkriegsthemen

In dem Spiel „This War of Mine" wird eine Gruppe von Zivilpersonen im Rahmen eines Bürgerkriegsszenarios gesteuert. Durch die permanente Krisensituation erfordert es eine Fülle an moralischen Entscheidungen, um das Überleben der Charaktere zu sichern. Das Spiel wurde von allen Beteiligten als sehr ansprechend und eindringlich empfunden, zudem ermöglicht es mit einer relativ einfachen Steuerung einen schnellen Einstieg. Auch wenn nur eine Person steuert, fesselt das düstere Szenario eine ganze Gruppe und bietet immer wieder Anlass zu Diskussionen und Reflexion.

Jetzt mal ganz friedlich: Zuhören, wie Frieden gemacht wird. Ein Podcast des Zivilen Friedensdienstes

Krieg vom Zaun brechen geht einfach. Aber wie macht man eigentlich Frieden? Jule Koch und Sebastian Niesar sprechen mit Kolleginnen und Kollegen, die das versuchen. Im Podcast „Jetzt mal ganz friedlich" geben sie Einblicke in die Lebensrealitäten in Krisenregionen und erzählen Geschichten aus der internationalen Friedensarbeit.

#StopViolence – Ein Graffiti-Stop-Motion-Film

„Stop Violence" ist ein Kurzfilm, den engagierte Jugendliche entwickelt und umgesetzt haben. Der Film ruft gegen verschiedene Formen von Gewalt auf. Produziert ist er als "Stop Motion Film": hierbei werden Fotos von Wandgemälden, Graffiti und Menschen zu einem Film zusammengeschnitten. Absolut sehenswert und auch im Unterricht einsetzbar.

Online-Hub des ZFD: Frieden verbessert das Klima

Der Online-Hub „Frieden verbessert das Klima" des Zivilen Friedensdiensts (ZFD) wirft Licht auf die Verbindung zwischen Klimakrise und Frieden. Er beleuchtet sukzessive die Rolle ziviler Konfliktbearbeitung bei der Bewältigung der Klimakrise mit Beispielen aus dem ZFD und ermöglicht durch zahlreiche Info-Tipps eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Beiträge aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft runden das Angebot ab.

Film mit Begleitheft: Willi im Libanon

Reporter Willi Weitzel ist für die Sternsinger im Libanon unterwegs. Dort erfährt er von Kindern vor Ort wie sie mit Menschen verschiedener Kulturen aufwachsen und was sich eine Familie, die vor dem syrischen Bürgerkrieg geflüchtet ist, besonders wünscht. Ein Begleitheft mit Erzählungen aus dem Alltag der Kinder, Tipps zum Streitschlichten und ein Würfelspiel ergänzt den Film.

Zum Schwerpunkt: Aktionen, Angebote, Fortbildungen
Friedenstag an der Schule

Ein Tag im Zeichen des Friedens – das ist die Idee der Friedens-Projekttage des Forums Ziviler Friedensdienst e.V. - forumZFD. Die Friedenstage sind ein kostenloses Angebot des forumZFD für Schulen. Sie fördern das friedliche Miteinander in unserer Gesellschaft und im Schulalltag. Ein Friedenstag kombiniert Sport, Workshops und gesellschaftliches Engagement für Friedensprojekte in Konfliktregionen.

Ausstellung „Frieden geht anders!"

Mit der Ausstellung „Frieden geht anders!" des Zentrum Oekumene wird anhand von neun konkreten Konflikten aufgezeigt, wie mit unter­­schied­lichen gewaltfreien Methoden Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen verhindert oder beendet werden konnten. Die Beispiele stammen aus unterschiedlichen Weltregionen, doch die angewendeten Methoden sind grundsätzlich überall einsetzbar.

Aktion Rote Hand

In der Aktion Rote Hand haben Schulklassen die Möglichkeit, gegen den Einsatz von Kindern in Kriegen zu protestieren. Sie beschäftigen sich im Unterricht mit Gewalt, die diese Kinder erleiden und ausüben und können zu einer eigenen Position diesbezüglich kommen. Sie können sich mit Fingerfarbe die Hände rot bemalen, sie auf ein Blatt Papier drücken und ihre Botschaft an die Politik darauf schreiben. Politikerinnen und Politiker werden in die Schule eingeladen und erhalten von den Jugendlichen zusammen mit den roten Händen den Auftrag, sich für die Kindersoldaten einzusetzen.
Zum Schwerpunkt: Hintergrundinformationen
Dossier „Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen in Zentralamerika"

Menschenrechtsverteidiger*innen werden weltweit bedroht und verfolgt, stigmatisiert und diffamiert, zu Unrecht angezeigt, verhaftet, verletzt oder gar ermordet. Einige verschwinden spurlos. Auch in Zentralamerika zeigt sich dieses Phänomen immer häufiger. Das 60-seitige Dossier „Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen in Zentralamerika", herausgegeben vom Runden Tisch Zentralamerika, soll dieses Unrecht sichtbarer machen und dazu beitragen, die Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen zu beenden. Dafür werden Handlungsempfehlungen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene gegeben. Die Christliche Initiative Romero (CIR) hat als Teil der Redaktionsgruppe das Dossier mitgestaltet und ist als Mitglied des Runden Tisches Zentralamerika Mitherausgeberin.

Gerechtigkeit schafft Frieden - Friedensdossier von Misereor

Frieden ist für Misereor ein Schwerpunktthema, da Frieden und Entwicklung eng miteinander verbunden sind. Dieser Fokus zeigt sich sowohl in der weltweiten Unterstützung von Partnerorganisationen als auch in der Inlandsarbeit. Auf einer Schwerpunktseite zum Thema sind neben einführenden Informationen und weiterführenden Links auch thematische Publikationen zu finden.

Dossier: Frieden fördern

Wie kann friedliches Verhalten von klein auf gefördert werden? Und wie kann man Kindern die Themen Krieg und Frieden vermitteln? Diese und andere Fragen greift das Themendossier „Frieden fördern" des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger' auf.
Beiträge von Fachleuten, Projektpartnern, Kindern und Jugendlichen beschreiben, was Frieden gefährdet, und zeigen Wege für ein friedlicheres Miteinander auf.

Europa kann mehr! Friedensgutachten 2021

„Europa kann mehr!" Das fordern die vier führenden deutschen Friedensforschungsinstitute Bonn International Center for Conversion (BICC), Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) und Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) in ihrem aktuellen Friedensgutachten. So muss die EU etwa im Verhältnis zum Globalen Süden neue Akzente setzen: Sie kann dazu beitragen, Impfstoffe gerecht zu verteilen, die sozioökonomischen Kosten der Pandemie abzumildern und die Armuts- und Ernährungspolitik neu zu justieren.

Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik „Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Fridays for Future
Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.


Podcast Richtig & Falsch - Folge 4: Generation Klimakrise

In der 4. Folge von Richtig & Falsch, dem Podcast zu Politischer Bildung für alle Lehrkräfte, geht es um ein alles entscheidendes Thema: Die Klimakrise. Was ist in Sachen Klimakrise die Aufgabe der Schule und was nicht? Wie kann die Fridays For Future Bewegung in Politischer Bildung begleitet und sogar für Politische Bildung genutzt werden? Und - wie können Schülerinnen und Schüler auf ein Leben in der Klimakrise vorbereitet, aber nicht entmutigt werden?

Projekt digital bewegt

Digitale Technik durchdringt immer mehr Bereiche unseres Lebens und der Gesellschaft. Ihre Auswirkungen sind komplex: So hat digitale Technik nicht nur einen immensen ökologischen Fußabdruck, sondern verändert auch unsere Kommunikation, unsere Arbeit, verschiebt Machtverhältnisse oder beeinflusst unsere Möglichkeiten demokratischer Teilhabe. Da digitale Technik über mehrere Dimensionen hinweg wirkt, arbeitet der Verein Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. zu verschiedenen Schwerpunkten. In den drei Bereichen Mobilität, Logistik und Kommunikation werden in unterschiedlichen Formaten Expert*innen mit verschiedenen Perspektiven auf den jeweiligen Bereich zusammengebracht.

"Zugriff verweigert - Digitalisierung global gerecht gestalten" - BREBIT 2021

Unter dem Motto "Zugriff verweigert - Digitalisierung global gerecht gestalten" geht die BREBIT 2021 in ihr 18. Jahr. Die Bildungstage finden vom 16. August bis 3. Dezember 2021 in ganz Brandenburg statt und greifen das Vorjahresthema Digitalisierung und globale Gerechtigkeit nochmals unter anderen Blickwinkeln auf. Der BREBIT-Angebotskatalog ist nun erschienen, die passenden Aktionen und Projekttage können ab sofort online gebucht werden.

"Welt gerecht gestalten lernen" - Didaktische Poster zu den SDGs

Auf den didaktischen Postern "Welt gerecht gestalten lernen" in blauer oder weißer Farbe (in DIN A1) befindet sich eine Übersicht der 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele und ihrer wichtigsten Inhalte. Darüber hinaus hat EPiZ e.V. zu jedem Ziel Themen ausgewählt, die Impulse für den Transfer der Ziele in die Bildungspraxis geben. Die Poster werden gegen eine geringe Spende kostenfrei abgegeben.

Kitaprojekt „Bis auf den letzten Krümel"

Mit seinem Bildungsprojekt „Bis auf den letzten Krümel" gibt der gemeinnützige Verein RESTLOS GLÜCKLICH Erzieher*innen Werkzeug und Wissen an die Hand, um mit ihrer Vorschulgruppe spielerisch den Wert von Lebensmitteln zu erforschen. Im Fokus des 7-wöchigen Bildungsprojekts steht das eigenständige Erforschen und Erleben. Workshops und Exkursionen liefern einen lebendigen Zugang zu den Themen – die Kinder bauen unter anderem ein Kompostglas, „retten" Lebensmittel oder bereiten gesunde Snacks zu. Zusammen mit vielseitigen, kreativen Bildungsmaterialien erlangen die Kinder somit spielerisch Wissen über Lebensmittelproduktion, -verschwendung und Abfallvermeidung.

KITA – in Deutschland und weltweit: Die Umwelt im Blick

Diese Ausgabe von „KITA – in Deutschland und weltweit" vom Kindermissionswerk Die Sternsinger e.V. möchte dazu einladen, sich spielerisch mit Umweltschutz in Form von Mülltrennung, Nachhaltigkeit und Upcycling auseinanderzusetzen. Die Ausgabe bietet verschiedene Bausteine an, um Vorschulkindern ökologisch sinnvolles Verhalten zu vermitteln und die Verantwortung für die Schöpfung von klein auf zu stärken.

Neues vom Blog EineWeltBlaBla


EineWeltBlaBla im Juni 2021

Sei ein Changemaker oder wie die Frauen Ruandas und beteilige dich in Skateistan am Schulwettbewerb zur Bundestagswahl, um dich für kreative Ideen gegen Müll und für internationale Lieferkettengesetze stark zu machen! 

Dieser Aufruf könnte dabei rauskommen, wenn jemand versuchen würde, aus den Blogbeiträgen im Juni eine Wahlwerbung zu schalten.
Unsere Redaktion hat sich in diesem Monat viel mit den Rechten von Mädchen und Frauen beschäftigt und dabei über Skateistan und Frauen in Ruanda berichtet. Außerdem haben wir uns angeschaut, welche kreativen Ideen Südafrika gegen die Müllverschmutzung hat und – wo wir schon bei Kreativität sind – auf den Schulwettbewerb der F.A.Z. zur Bundestagswahl aufmerksam gemacht. Wir haben uns über einen Gastbeitrag von Masifunde gefreut und über den BUKO39 berichtet. Wie genau die Situation in Bangladeschs Textilproduktion aussieht und warum wir endlich internationale Lieferkettengesetze brauchen, haben wir in einem der letzten Beiträge im Juni berichtet. Das alles lest ihr auf dem Blog!

Kennt ihr schon unseren Instagram und Facebook Account? Da werdet ihr regelmäßig über die Veröffentlichung unserer neuen Beiträge informiert!
Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Neues aus den Datenbanken
Datenbank Eine Welt Medien – Filmtipps zum Thema Krieg und Gewalt (SDG 16)

Von Kriegen, Bürgerkriegen und asymmetrischen Konflikten sind Kinder am meisten betroffen. Die Datenbank Eine Welt Medien hat zum Schwerpunkt dieses Newsletters eine Empfehlungsliste mit Filmen zusammengestellt. So beleuchten einige Filme das Schicksal von Kindersoldatinnen und -soldaten, andere zeigen das Leben von Frauen als Kriegsopfer, wieder andere schildern das Leben in Flüchtlingslagern. Alle Filme werden jeweils mit ausführlicher Beschreibung, Altersempfehlung und Verleihstellen aufgeführt.
Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien

In der Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien können sich Lehrkräfte und Interessierte über das aktuell verfügbare Angebot an didaktischen Printmaterialien zur Einen Welt informieren. Die Datenbank bietet die Möglichkeit, über eine umfassende Suchmaske gezielt nach Publikationen zu suchen. Eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen finden Sie hier.
Veranstaltungen
Seminar für Multiplikator*innen: Machtkritische Bildungsarbeit zur Digitalisierung
10.07.2021 - 11.07.2021 in Münster Nachhaltigkeit in Schulpartnerschaften? – Mehrfach Machbar!
15.07.2021 online Learn@Lunch: 17 Ziele kreativ und sichtbar - Wie gelingt die Kommunikation von Nachhaltigkeitsthemen?
22.07.2021 online Basismodul: Grundlagen der Erd-Charta (Bildungs-)Arbeit - Multiplikator*innenausbildung für den Großen Wandel
23.07.2021 - 25.07.2021 in Warburg-Germete Wege zu einer anderen Ökonomie
30.07.2021 - 31.07.2021 in Bad Boll Seminar für Multiplikator*innen: Machtkritische Bildungsarbeit zur Digitalisierung
14.08.2021 - 15.08.2021 in Köln Bildungsurlaub: Die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) – global denken, lokal handeln
16.08.2021 - 20.08.2021 in Leck BNE-Sommerakademie 2021
23.08.2021 - 25.08.2021 in Leibnitz Fortbildung: Bio-Anbau im Unterricht – das Planspiel „50 Percent?!"
02.09.2021 in Berlin
Studientagung Digitale Agenda 2030
02.09.2021 - 03.09.2021 in Münster
Schulungsreihe FairCademy: Mode und Menschenrechte
03.09.2021 - 05.09.2021 in Crimmitschau Workshop: Klimawandel - Ein Blick auf sozial-ökonomische Ungleichheiten, Macht und transformative Lösungsansätze
03.09.2021 online
Fit für Globales Lernen in der Beruflichen Bildung - Lebensmittel global
03.09.2021 online Fit für Globales Lernen in der Beruflichen Bildung - IT, Elektrotechnik, Anlagenmechanik global
04.09.2021 online
Chic aber schmutzig: Globale Wertschöpfung und soziale Kämpfe in der Bekleidungsindustrie
05.09.2021 - 10.09.2021 in Hattingen Werkstatt Globales Lernen für angehende und erfahrene Lehrkräfte der beruflichen Bildung
10.09.2021 - 12.09.2021 in Trebnitz Vorschau Ausgabe September 2021: 
Die nächste Ausgabe des Newsletters der Eine Welt Internet Konferenz erscheint Ende August 2021 zum Thema

Demokratische Teilhabe und Pressefreiheit

Zusendungen sind bis zum 24. August 2021 willkommen.
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Um Ihre Suche nach passenden Bildungs- und Unterrichtsmaterialien, nach aktuellen Aktionen, Veranstaltungen und Kooperationsmöglichkeiten zu erleichtern, versuchen wir stets, die Vielfalt der Angebote im deutschsprachigen Raum möglichst umfassend darzustellen.

Wir möchten daher gerne wissen: Werden wir unserem Anspruch gerecht, einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu allen relevanten Informations- und Bildungsangeboten zum Globalen Lernen zu bieten?

Hier geht es zur Umfrage. Das könnte Sie auch interessieren:
Publikationen der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Print-Rundbrief  –  Juni 2021 Ziel 3 der Agenda 2030:
Gesundheit und Wohlergehen

Der Rundbrief erscheint viermal jährlich und berichtet über die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Bund und Ländern, Fortbildungsangebote, Veranstaltungen, neue Materialien, Kampagnen und Aktionen.
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Dr. Kambiz Ghawami (V. i. S. d. P)

Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des
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Bundesumweltministerium fördert Projekte im Einsatz gegen Meeresmüll

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:38

Meeresmüll ist eine der weltweit größten umweltpolitischen Herausforderungen. Vor allem Plastikmüll verursacht erhebliche Umweltschäden. Zum Schutz der Meere startet das Bundesumweltministerium heute den zweiten Förderaufruf zu seinem Programm gegen Meeresmüll. Ab sofort können sich Projekte bewerben, die aktiv zu nachhaltiger Produktion, Vertrieb und Nutzung und damit zur Vermeidung des Eintrags von Abfällen in Meere beitragen. Des Weiteren können sich Projekte bewerben, die eine geordnete Abfallbewirtschaftung mit umweltgerechten Entsorgungs- und Recyclingstrukturen in Schwellen- und Entwicklungsländern sicherstellen.

Jedes Jahr werden etwa 13 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere eingetragen. Sie gefährden nicht nur die Meeresbewohner unmittelbar. Auch die weiteren Wirkungen auf Mensch und Umwelt sind deutlich zu spüren: Das Plastik in den Meeren gelangt in die Nahrungskette und beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit der marinen Ökosysteme als Ganzes. Diesem Schaden an der Natur und den Grundlagen des menschlichen Lebens und Wirtschaftens will das Programm "Marine Debris Framework – Regional hubs around the globe" (Marine:DeFRAG) entgegenwirken.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Das Problem Meeresmüll drängt mehr denn je. Das große Interesse am ersten Aufruf des Förderprogramms zeigt deutlich den Bedarf nach Unterstützung für konkrete Maßnahmen dagegen. Aufbauend auf dem Erfolg der ersten Förderrunde wollen wir weitere Maßnahmen unterstützen, die vor allem die Vermüllung mit Plastik reduzieren. Mit diesem Förderprogramm nimmt Deutschland seine besondere Verantwortung in der Welt wahr und löst einige der Zusagen zu den G7- und G20-Aktionsplänen gegen Meeresmüll ein."

Die geförderten Projekte sollen die Entstehung von Abfällen an Land möglichst schon direkt an der Quelle vermeiden helfen. Plastikmüll soll gar nicht erst in Flüsse und Meere gelangen. Gefördert werden daher Kooperationen, die mit erprobten Lösungen mittelfristig die Menge an Plastikmüll am Beginn der Wertschöpfungskette reduzieren bzw. Abfall- und Kreislaufmanagementsysteme aufbauen. Zentrale Aspekte der Förderung sind Multiplizierbarkeit, Anschlussfähigkeit und der Fortbestand der gewählten Ansätze. Das Förderprogramm unterstützt Projekte zu Politikberatung, Kapazitätsaufbau, Technologiekooperation und Investitionen sowie zur Implementierung des jeweiligen institutionellen Rahmens. Neben Anrainerstaaten belasteter Flüsse liegt der Fokus auf küstennahen Regionen und Inselstaaten.

Das Programm richtet sich an Durchführungsorganisationen des Bundes, Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, deutsche Ableger internationaler und multilateraler Organisationen und Einrichtungen, die einen Sitz in Deutschland haben. Deutsche Antragsteller können für die Durchführung mit internationalen Partnern zusammenarbeiten. 

Im ersten Schritt des Auswahlverfahrens werden die eingereichten Projektskizzen begutachtet. Anschließend durchlaufen die ausgewählten Vorhaben ein ausführliches Antragsverfahren. Die Projektskizzen können bis spätestens 8. September 2021 bei der zuständigen Projektträgerin "Zukunft – Umwelt – Gesellschaft" (ZUG) gGmbH eingereicht werden.

Im Rahmen des ersten Förderaufrufs wurden acht Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 32,2 Millionen Euro ausgewählt und befinden sich bereits in der Umsetzung oder in der Vorbereitung darauf.

Weitere Informationen



Südsudan - Kein Frieden und die Krise der Flüchtlingskinder

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:38
UNO-Flüchtlingshilfe zu zehn Jahre Unabhängigkeit Südsudan

Bereits zwei Jahre nach der Unabhängigkeit (9. Juli 2011) flammte 2013 der Bürgerkrieg in dem jüngsten Staat der Welt, Südsudan, erneut auf. Frieden ist bis heute nicht in Sicht. Hinzu kommen Naturkatastrophen und Nahrungsmittelknappheit. Dies hat verheerende Auswirkungen insbesondere auf Frauen und Kinder, die mehr als 80 Prozent der südsudanesischen Flüchtlinge stellen und dringend Unterstützung benötigen. Fast vier Millionen Menschen - knapp ein Drittel der Bevölkerung des Südsudans - sind derzeit auf der Flucht. Der Hilfsbedarf ist jedoch nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe dramatisch unterfinanziert.

 

„Die Menschen im Südsudan brauchen zwei Dinge: Frieden und Unterstützung. Insbesondere die Kinder brauchen Hilfe, denn es droht eine verlorene Generation. Und Perspektivlosigkeit führt zwangsläufig in eine Spirale neuer Konflikte", sagt Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

 

Ein Großteil der südsudanesischen Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. 65 Prozent der Flüchtlinge aus dem Südsudan sind unter 18 Jahren. Darum wird die Krise in dem Land oftmals als Krise der Flüchtlingskinder bezeichnet. Über 66.000 Flüchtlingskinder sind "unbegleitet": Sie haben ihre Eltern oder Verwandten verloren oder wurden von ihnen getrennt und sind besonders auf Unterstützung angewiesen. Unterstützung, die das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) bietet und welche die UNO-Flüchtlingshilfe als nationaler Partner des UNHCR fördert: Durch Hilfsmaßnahmen konnten rund 70 Prozent der Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter die Grundschule besuchen – 2021 sollen 90 Prozent der Kinder diese Möglichkeit haben. Jedoch sind aktuell nur 16 Prozent des benötigten Budgets für die UNHCR-Hilfsmaßnahmen gedeckt. Allein 2021 werden knapp 190 Millionen Euro benötigt.

 

Südsudan als Aufnahmeland

Trotz der Herausforderungen im eigenen Land verfolgt der Südsudan eine Politik der offenen Türen gegenüber Flüchtlingen aus den Nachbarländern. Im Dezember 2020 lebten rund 314.000 Flüchtlinge im Südsudan, die meisten stammen aus dem Sudan.

 

Unterstützungsmöglichkeiten unter:

www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/suedsudan

 


Südsudan: 300.000 Kinder von schwerer Mangelernährung bedroht

SID Blog - 8. Juli 2021 - 12:37
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Südsudan: 300.000 Kinder von schwerer Mangelernährung bedroht

UNICEF-Bericht zum zehnten Jahrestag der Staatsgründung am 9.Juli

Südsudan 2021: UNICEF-Kinderreporterin Christine (17) bei einem Außeneinsatz. | © UNICEF/UN0475185/Aldo

Köln, den 6. Juli 2021 // Zehn Jahre nach seiner Gründung erlebt der Südsudan laut UNICEF die schlimmste humanitäre Krise seit seiner Unabhängigkeit. Im jüngsten Staat der Welt benötigen derzeit 8,3 Millionen Menschen humanitäre Hilfe – das sind zwei Drittel der Gesamtbevölkerung. Mehr als die Hälfte davon – 4,5 Millionen – sind Kinder. 

In dem heute veröffentlichten Bericht „Respond to our Cry" („Reagiert auf unsere Hilferufe") rechnet UNICEF in diesem Jahr mit der höchsten Zahl an akut mangelernährten Kinder in dem Land seit der Staatsgründung. Im Laufe des Jahres 2021 werden schätzungsweise 1,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt sein, darunter 300.000 Kinder mit der schwersten Form. Es besteht Lebensgefahr, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Vor dem zehnten Jahrestag am 9. Juli ruft UNICEF dringend zur Hilfe für die Kinder im Südsudan auf.

„Die Welt darf den Kindern im Südsudan nicht den Rücken kehren. Wenn die Regierungen jetzt die Mittel für die humanitäre Hilfe oder die Stärkung der Strukturen im Land kürzen, wären die Folgen für Kinder unmittelbar und tiefgreifend. Sie würden ihr Leid noch einmal verschärfen und die Hoffnungen der Kinder auf eine friedliche Zukunft zerstören", sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

Der jüngste Staat der Welt wurde nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen am 9. Juli 2011 unabhängig. Doch Konflikte und Gewaltausbrüche gingen danach weiter. Durch das jüngste Friedensabkommen, das bisher nur teilweise umgesetzt wurde, wurden die Herausforderungen für Kinder bisher nicht gelindert. Unzureichende staatliche Strukturen, extreme Armut, soziale und ökonomische Krisen, die Folgen des Klimawandels und nun die Covid-19-Pandemie verstärken sich in ihren Auswirkungen auf die Bevölkerung. UNICEF konstatiert eine „Kinderrechte-Krise" in dem Land, in dem 2,8 Millionen Mädchen und Jungen keine Schule besuchen. Durch die Pandemie hatten in den vergangenen 14 Monaten weitere zwei Millionen Kinder keinen Unterricht. Jedes zehnte Kind im Südsudan erlebt seinen fünften Geburtstag nicht.

„In unserem Land werden Kinder nicht respektiert. Das Recht, eine Schule zu besuchen, etwas zu essen zu bekommen, geschützt zu werden und das Recht darauf, in Sicherheit zu leben – so viele Rechte, die man uns vorenthält!", sagte die 17-Jährige Christine, UNICEF-Jugend-Reporterin im Südsudan.

UNICEF und seine Partner, darunter die deutsche Bundesregierung, haben angesichts der dramatischen Ernährungsunsicherheit seit Ende 2020 die Hilfe ausgeweitet, insbesondere in den am stärksten betroffenen Bezirken. Seit Anfang des Jahres wurden beispielsweise landesweit 70.000 Kinder behandelt, die an schwerer akuter Unterernährung leiden, mit einer Heilungsrate von mehr als 95 Prozent. 

Im Jahr 2021 benötigt UNICEF für seine Hilfe im Südsudan 180 Millionen US-Dollar. Lediglich ein Drittel davon sind derzeit finanziert. Es besteht die Gefahr, dass dringend benötigte Hilfe in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, Gesundheit und Kinderschutz nicht geleistet werden kann.

» Der vollständige englischsprachige Bericht steht hier zum Download zur Verfügung.

» Aktuelles Bild- und Videomaterial finden Sie hier.


„Ein radikales Umsteuern hin zu echter globaler Nachhaltigkeit ist notwendig“

VENRO - 2. Juli 2021 - 11:15

Auf dem Hochrangigen Politischen Forum berichten UN-Mitgliedsstaaten regelmäßig über ihren Umsetzungsstand der Agenda 2030 – in diesem Jahr ist auch Deutschland wieder an der Reihe. Im Interview kritisiert die stellvertretende VENRO-Vorsitzende Dr. Luise Steinwachs die grundsätzliche Ausrichtung des deutschen Berichts und erklärt, wie die Bundesregierung ihren Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele erhöhen kann.

Am 5. Juli beginnt das Hochrangige Politische Forum für nachhaltige Entwicklung (HLPF) der Vereinten Nationen (UN). Seit 2016 wird hier jährlich über die Umsetzung der Agenda 2030 berichtet. Aufgrund der Corona-Pandemie findet es das zweite Mal in Folge in virtueller Form statt. Frau Dr. Steinwachs, Sie nehmen am HLPF teil – was ist vom diesjährigen Treffen zu erwarten?

„In diesem Jahr geht es um den nachhaltigen Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie. Das ist politisch höchst relevant. Schon vor Corona war die Welt nicht auf dem richtigen Weg, die in der Agenda 2030 formulierten Ziele für Nachhaltige Entwicklung bis 2030 erreichen zu können. Ungleichheit, Armut und Hunger nehmen nach wie vor zu. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend weiter verschärft. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind allein im Jahr 2020 zusätzlich bis zu 124 Millionen Menschen in extreme Armut abgedrängt worden. Auch die Zahl der Menschen, die an chronischem Hunger leiden, ist gestiegen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass allein im Jahr 2020 83 bis 132 Millionen mehr Menschen davon betroffen waren als im Vorjahr. Die Ungleichheit in und zwischen Staaten nimmt zu. Das ist ein Skandal. Die Politik muss endlich verstehen, dass ein „Weiter so“ keine Option ist, sondern dass ein radikales Umsteuern notwendig ist hin zu echter globaler Nachhaltigkeit, statt fortwährend dem Wachstum hinterherzulaufen.“

Deutschland berichtet im Rahmen des HLPF zum zweiten Mal über den Umsetzungsstand der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung in, durch und mit Deutschland. Den schriftlichen Bericht hat die UN bereits veröffentlicht. Kann Deutschland heute über mehr Fortschritte berichten, als beim ersten Staatenbericht vor fünf Jahren?

„Der erste Bericht wurde 2016 präsentiert, da ging es noch darum, die 2015 verabschiedete Agenda 2030 überhaupt als Politikinstrument zu etablieren. In den letzten Jahren hat die Bundesregierung durchaus Schritte unternommen, um für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und grundlegende Prinzipien der Nachhaltigkeit in den verschiedenen Politikbereichen zu verankern. Leider reicht das bei weitem nicht aus. Darauf weist auch die Bundesregierung in ihrem Bericht hin.

Positiv ist, dass die Bundesregierung endlich damit beginnt, die sogenannten Spill-Over-Effekte zu analysieren. Das sind die (negativen) externen Effekte von Industrieländern wie Deutschland auf andere Länder insbesondere im Globalen Süden. Das europäische Wohlstandmodell basiert global betrachtet noch immer auf massiver Ausbeutung von Mensch und Natur. Das wird in zahlreichen Studien wiederholt bestätigt. Um weltweit soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit zu erreichen, muss diese Ausbeutung beendet werden.“

Welche Aspekte fehlen Ihnen in dem Bericht?

„Es geht nicht nur um einzelne Aspekte, sondern um die grundsätzliche Ausrichtung des Berichts. Er sollte den Beitrag Deutschlands zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele darstellen, und zwar nicht nur mit dem Fokus auf Deutschland, sondern darüber hinaus. Natürlich ist es erst einmal ein großer Fortschritt, dass Deutschland überhaupt über die Veränderungen im eigenen Land berichtet. Das war bei den Millenniumentwicklungszielen anders. Diese Neuerung sollte aber nicht den Blick auf die globale Ebene verstellen. Deutlich mehr internationale Indikatoren sind notwendig. Zum Beispiel berichtet Deutschland nicht systematisch dazu, wie es einen Beitrag zur Reduzierung von weltweiter Armut leistet, weil es dazu keinen Indikator gibt. Es werden nur exemplarisch Beispiele von Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit aufgeführt. Das reicht nicht.

Auch gibt die Bundesregierung in ihrem Bericht an, dass die Agenda 2030 Leitprinzip deutscher Politik ist. Dem muss ich leider widersprechen, denn der Rahmen für die Umsetzung der Agenda 2030 ist bei uns die viel zu schwache Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie. Sie hat in der Praxis kaum politische Relevanz und entfaltet nicht die nötige strukturverändernde Wirkung. Eine tatsächlich wirkungsvolle übergeordnete Strategie müsste mit ihren Prinzipien und Zielen kohärent und verbindlich in allen Politikbereichen implementiert werden.“

Wurde die Zivilgesellschaft ausreichend in den Prozess der Berichterstattung eingebunden?

„Die Bundesregierung hat mehrmals zu Dialogveranstaltungen eingeladen. Wir konnten eine Entwurfsfassung des Staatenberichts auch schriftlich kommentieren. Einzelne Aspekte wurden dann auch aufgegriffen. Besonders gefreut hat mich, dass die Bundesregierung in der finalen Version nun doch explizit auf das Prinzip der Agenda 2030, Leave No One Behind, eingeht.

Im Anhang des Staatenberichts konnten wir als Dachverband zudem einen eigenen kurzen Text veröffentlichen, in dem wir unsere Perspektive auf den Stand der Umsetzung darstellen. Und bei der offiziellen Präsentation des Berichts am 15. Juli können wir eine Stellungnahme einbringen, die wir gemeinsam mit dem Forum Umwelt und Entwicklung, dem DGB und den Jugenddelegierten erarbeitet haben.

Also: Ja, die Zivilgesellschaft ist einbezogen worden und hat auch eine gewisse Sichtbarkeit im Prozess. Für das nächste Mal wünsche ich mir aber, dass wir deutlich früher beteiligt werden. Es ist ja nicht nur ein freundliches Entgegenkommen der Bundesregierung, wenn sie die Zivilgesellschaft einbindet, sondern dafür gibt es vom Ministerrat des Europarates verabschiedete Leitlinien, die darauf abzielen, dass nicht-staatliche Akteure tatsächlich in politischen Prozessen substanziell beitragen können und dafür auch ausreichend Zeit eingeräumt wird. Auch muss es in dem jeweiligen Prozess – wie hier der Erstellung des Berichts – einen echten Überarbeitungsspielraum geben, damit die Eingaben überhaupt berücksichtigt werden können. Hier hätte ich mir einen offeneren Prozess gewünscht, sowohl was den zeitlichen Rahmen angeht als auch bezogen auf die Inhalte.“

Was muss die nächste Bundesregierung unbedingt in Angriff nehmen, um die Umsetzung der Agenda 2030 zu beschleunigen?

„Letztendlich ist Agenda 2030 ein Versuch, die gemeinsame Verantwortung der Staatengemeinschaft für den Zustand und die Zukunft dieser Welt zu formulieren und Wege aufzuzeigen, wie diese Zukunft global nachhaltig und gerecht gestaltet werden kann. Diese Vision sollte die nächste Bundesregierung ernst nehmen und der Umsetzung der Agenda 2030 sehr viel höhere Verbindlichkeit einräumen.“

In einem Satz: Was ist Ihnen #weltweitwichtig?

Lokal handeln, global denken, also anders herum, als es üblicherweise gesagt wird. Mir ist wichtig, dass wir nicht nur globale Ziele in lokales Handeln übersetzen, sondern auch, dass wir lokales Handeln grundsätzlich auf seine globalen Auswirkungen hin überprüfen und anpassen. Das ist für mich der Kern der Agenda 2030.“

Dr. Luise Steinwachs ist stellvertretende VENRO-Vorsitzende.

Welthungerhilfe: Hungersnöte wieder auf dem Vormarsch

SID Blog - 30. Juni 2021 - 22:27

Welthungerhilfe stellt Jahresbericht 2020 vor

Hungersnöte wieder auf dem Vormarsch: Kriege, Klimawandel und Corona führen zu herben Rückschlägen bei Hungerbekämpfung  


Bonn/Berlin, 30.06.2021.
Die Welthungerhilfe blickt bei ihrer Jahrespressekonferenz mit großer Sorge auf die Rückkehr von Hungersnöten in Krisengebieten. Nach aktuellen Prognosen der UN leben 41 Millionen Menschen weltweit am Rande einer Hungersnot und drohen zu verhungern, wenn sie keine schnelle Überlebenshilfe erhalten. Bewaffnete Konflikte, wie zum Beispiel im Norden Äthiopiens in der Krisenregion Tigray oder jahrelange Dürren wie im Süden Madagaskars haben insbesondere für die ärmsten Familien verheerende Folgen.  

„In vielen unserer Projektländer hat sich die Lage der Menschen durch die Pandemie dramatisch verschärft. Corona ist zum Hungervirus mutiert und insbesondere Frauen und Kinder leiden am stärksten unter den Folgen. Mädchen werden früher verheiratet, viele Kinder kehren nicht in die Schulen zurück, weil sie Geld verdienen müssen. Der Klimawandel gefährdet in Afrika die Existenzen der Familien. In Madagaskar waren es Dürren und in Ostafrika haben Jahrhundertfluten Ackerland und Viehherden und damit die Lebensgrundlage der Kleinbauern und -Bäuerinnen zerstört. Die Menschen haben keinerlei Reserven mehr“, warnt Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe.

Der Rückblick ins letzte Jahr zeigt aber auch, wie viel trotz aller Schwierigkeiten erreicht werden konnte. Die Hilfsbereitschaft und Solidarität der deutschen Bevölkerung war 2020 außerordentlich hoch. Die Welthungerhilfe verzeichnet eines der höchsten Spendenergebnisse in ihrer Geschichte und konnte mehr als 14 Millionen Menschen unterstützen. „Die privaten Spenden sind für uns ein wichtiger Ansporn, im Kampf gegen Hunger und Armut nicht nachzulassen. Die aktuellen Berichte aus unseren Ländern sind alarmierend. Die Nahrungsmittelpreise steigen enorm an, die wirtschaftliche Entwicklung ist durch die Lockdowns und Unterbrechung der Handelswege um Jahre zurückgeworfen und viele Familien haben sich hoch verschuldet. In vielen Ländern kämpfen die Menschen mit den Auswirkungen von verschiedenen, sich überlagernden Krisen und Hunger wird in Kriegsgebieten zunehmend als Waffe eingesetzt“, betont Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe. 

Im Jahr 2020 standen der Welthungerhilfe 285,4 Millionen Euro für den Kampf gegen Hunger und Armut zur Verfügung. Die Spendeneinnahmen lagen bei 69,6 Millionen Euro. Die öffentlichen Geber stellten 213,2 Millionen Euro für die Projektarbeit bereit. Der Anteil der Bundesregierung betrug knapp 50 Prozent, der größte Einzelgeber davon war das BMZ mit 43,8 Millionen Euro. Südsudan, Sudan und Syrien / Türkei erhielten wie im letzten Jahr die höchste Projektförderung.

Zahlen, Fakten, Fotos und Graphiken gibt es in der digitalen Pressemappe unter https://welthungerhilfe.de/jahresbericht2020-presse.

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 10.369 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophehilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

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Auf ein Menschenrecht sollte niemand warten müssen — WASH ist #weltweitwichtig

VENRO - 30. Juni 2021 - 11:45

WASH ist #weltweitwichtig. Warum? Weil Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) unverzichtbar sind für das menschliche Überleben und die gesunde Entwicklung – für alle Menschen und überall. Entsprechend seiner großen Bedeutung muss WASH von der Bundesregierung politisch gestärkt werden, erklärt Thilo Panzerbieter, Sprecher des WASH-Netzwerks.

Wasser und Sanitärversorgung sind seit 2010 als Menschenrechte anerkannt. Trotzdem haben nach wie vor nicht alle Menschen Zugang zu einer angemessenen Grundversorgung. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) zufolge leben weltweit circa 2,2 Milliarden Menschen, also etwa 30 Prozent der Weltbevölkerung, ohne eine sichere Trinkwasserversorgung. 4,2 Milliarden Menschen leben ohne sichere Sanitärversorgung, davon verrichten 678 Millionen ihre Notdurft im Freien.

Jenen, denen der Zugang verwehrt wird, nimmt man eine gleichberechtige Chance zu Gesundheit, Sicherheit, Bildung und finanzieller Stabilität. Denn WASH verbessert und schützt die Gesundheit und stärkt die lokale Wirtschaft. Es ermächtigt Frauen und ermöglicht Kindern dauerhaft zur Schule zu gehen, insbesondere Mädchen, die während ihrer Menstruation oft dem Unterricht fernbleiben.

Die Weltgemeinschaft hat sich mit der Agenda 2030 das Ziel gesetzt, die Verfügbarkeit von Wasser und Sanitärversorgung für alle zu gewährleisten und Wasserressourcen nachhaltig zu bewirtschaften und damit globale Ungleichheiten abzubauen. WASH ist ein Kernbereich und Indikator für das übergeordnete Ziel der Agenda 2030: die Reduzierung von Armut. Entsprechend seiner großen Bedeutung muss WASH von der Bundesregierung politisch gestärkt werden. Für die kommende Bundestagswahl und darüber hinaus fordern wir:

1. Eine stärkere Armutsorientierung in der Entwicklungszusammenarbeit

Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sollte der Grundsatz der nachhaltige Entwicklungsziele „Niemanden Zurücklassen“ gelten. Zum Grundsatz der Entwicklungsfinanzierung sollte es werden, proportional mehr Menschen aus marginalisierten Bevölkerungsgruppen den Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung zu ermöglichen als solchen, die bereits einen relativ guten Zugang haben.

2. Eine zentralere Rolle von WASH in der Pandemie(-bekämpfung)

Als Lehre aus der aktuellen Pandemie und zur Verhinderung zukünftiger Pandemien sollte verstärkt auf präventive Maßnahmen zum Gesundheitsschutz gesetzt werden. Hierzu gehört unter anderem die Schaffung der Voraussetzungen und der Bildung zu Hygieneverhalten in der Gesellschaft, zum Beispiel an Schulen.

3. Stärkung von Frauen und Mädchen durch Verbesserung der Menstruationshygiene

Noch immer werden Frauen und Mädchen wegen ihrer Menstruation stigmatisiert und ausgegrenzt. Die Stigmatisierung der Menstruation muss beendet und die Geschlechtergleichheit gefördert werden – sowohl in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit als auch in der humanitären Hilfe. Es braucht ein gutes Menstruationshygienemanagement und mehr Aufmerksamkeit für das Thema reproduktive Gesundheit, um Frauen und Mädchen vor Krankheiten, Schulabbruch und negativen sozialen Normen zu schützen und um ihnen einen sicheren und würdevollen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen.

Nur mit der politischen Stärkung von WASH kann die Agenda 2030 erfolgreich umgesetzt und einem großen Teil der Menschheit ein besseres Leben gewährt werden.

Weitere Informationen:
Gemeinsam mit VENRO hat das Deutsche WASH-Netzwerk – ein Zusammenschluss aus 25 deutschen Nichtregierungsorganisationen aus der humanitären Not- und Übergangshilfe und der internationalen Entwicklungszusammenarbeit – 2019 ein Positionspapier zu WASH (PDF) verfasst. Fachlich verdichtet und leicht verständlich erklärt das Papier auf wenigen Seiten die Querbezüge von WASH zu anderen Bereichen, darunter Inklusion, Bildung und Einkommen, Gesundheit, Ernährung, urbane Entwicklung, Nachhaltigkeit, Anti-Korruption und beleuchtet auch die Bedeutung von WASH im humanitären Kontext.

Dieser Artikel ist Teil unserer Themenreihe zur Bundestagswahl 2021, in der wir unsere Erwartungen für die kommende Legislaturperiode formulieren. Die Blogserie basiert auf unserem aktuellen Positionspapier Was jetzt #WeltWeitWichtig ist – Erwartungen an die Parteien zur Bundestagswahl 2021. Darin fordern wir die Parteien, die zukünftigen Abgeordneten und die kommende Bundesregierung auf, ihre Prioritäten auf eine nachhaltige Politik zu richten, die alle mitnimmt!

Lesen Sie mehr dazu unter www.weltweitwichtig.de.

Die 5 besten Gesetze zum Schutz vor gefährlichen Chemikalien mit "Polit-Oscar" ausgezeichnet

SID Blog - 29. Juni 2021 - 17:32

Future Policy Award 2021 kürt die fünf besten Gesetze zum Schutz vor gefährlichen Chemikalien Vorbildliche Gesetze zum Schutz vor Chemikalien aus Kolumbien, Kirgisistan, den Philippinen, Sri Lanka und Schweden werden mit dem „Polit-Oscar" ausgezeichnet.

Genf, Hamburg, Nairobi, Paris, 29. Juni 2021 – Fünf inspirierende, effektive Gesetze zum Schutz vor gefährlichen Chemikalien werden mit dem Future Policy Award 2021 ausgezeichnet. Der auch als Polit-Oscar bekannte Preis würdigt Gesetze, die bessere Lebensbedingungen für heutige und zukünftige Generationen fördern. Jedes Jahr wird ein Politikfeld ausgewählt, in dem innovative Lösungen besonders wichtig sind. 2021 widmet sich der Preis den besten politischen Lösungen, die gefährliche Chemikalien regulieren oder verbieten, um schädliche Folgen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu verringern. Von 55 nominierten Gesetzen aus 36 Ländern wurden zwei Gesetze in der allgemeinen Kategorie „Chemikalien während des gesamten Lebenszyklus" mit Gold prämiert. Zu speziellen Themen wurden drei Sonderpreise vergeben. Die folgenden Gesetze wurden ausgezeichnet:

Gold
  • Kirgisistan: Beschluss Nr. 43 über die Genehmigung des Einstufungssystems für Chemikalien und Vorschriften zur Gefahrenkennzeichnung – Etikettierung und Sicherheitsdatenblatt (2015). Kirgisistan machte die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien durch GHS (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) rechtsverbindlich – eine Regelung, die am Arbeitsplatz, im Transportwesen, für Konsumgüter, für Pestizide und Arzneimittel verwendet werden kann.
  • Schweden, Stockholm Region: Ausstiegsliste für umwelt- und gesundheitsgefährdende Chemikalien (2012-2016, geändert 2017-2021). Die Region Stockholm reduzierte den Einkauf und die Beschaffung vieler giftiger Chemikalien, darunter mehrere, die Krebs verursachen können.

Sonderpreise
  • Sonderpreis 'Hochgefährliche Pestizide', Sri Lanka: Pestizidkontrollgesetz Nr. 33 (1980, geändert 1994, 2011, 2020) und Nationale Politik und Aktionsplan zur Prävention von Selbstmord (1997). Das Gesetz sorgt dafür, dass nur noch die weniger gefährlichen Pestizide verfügbar sind, was die Suizidrate um 70 Prozent reduziert hat.
  • Sonderpreis 'Blei in Farben', Philippinen: Chemische Kontrollverordnung für Blei und Bleiverbindungen (CCO, 2013-24). Die Philippinen sind das erste südostasiatische Land, das erfolgreich eine Gesetzgebung für bleisichere Farbe eingeführt hat.
  • Sonderpreis 'Arzneimittelrückstände in der Umwelt', Kolumbien: Beschluss Nr. 371 zur Merkmalsfestlegung von Managementplänen bezüglich der Rückgabe pharmazeutischer Produkte und abgelaufenen Arzneimitteln (2009). Kolumbien schuf das erste erfolgreiche Programm zur obligatorischen Medikamenten-Entsorgung in Lateinamerika.
 
Am 6. Juli 2021 werden wir die Gewinnergesetze des Future Policy Award 2021 mit einer hochrangigen, virtuellen Preisverleihung würdigen. Registrieren Sie sich unter: https://www.worldfuturecouncil.org/fpa-2021-ceremony/. Im Anschluss werden die Gewinner beim Berlin Forum on Chemicals and Sustainability am 8. Juli 2021 vorgestellt.

Der Preis wird seit 2009 von der Stiftung World Future Council organisiert und in diesem Jahr in Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), dem Strategischen Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement (SAICM), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dem Ausbildungs- und Forschungsinstitut der Vereinten Nationen (UNITAR) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) verliehen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die weltweite Verbreitung gefährlicher Chemikalien erfordert ein weltweites Engagement für einen sicheren und umweltfreundlichen Umgang mit diesen Stoffen. Durch die diesjährige Preisauswahl lenkt der Future Policy Award die Aufmerksamkeit auf Gesetze, die genau dafür sorgen: Mensch und Umwelt vor gefährlichen Chemikalien zu schützen. Kolumbien, Kirgisistan, Schweden, Sri Lanka und die Philippinen haben mutige Regelungen vorzuweisen, die diesen Preis verdienen. Ich wünsche mir, dass sie andere Länder zu ehrgeizigeren politischen Maßnahmen im Chemikalienbereich inspirieren."

„Chemikalien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit ihnen! Wir können die zunehmende Vergiftung unseres Planeten nicht weiter hinnehmen. Besonders Kinder leiden unter den Folgen. Die Gewinner des Future Policy Award 2021 liefern den Beweis, dass durch gute Gesetze viel erreicht werden kann", stellt der Unternehmer Prof. Dr. Michael Otto heraus. Prof. Dr. Otto ist Mitgründer und Ehrenratsmitglied des World Future Council.

Achim Steiner, Leiter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), ergänzt: „Jedes Jahr kommen um die 1.500 neue Chemikalien auf den Markt. Viele von ihnen wurden nie auf Sicherheit und Toxizität getestet und können irreversible Schäden an der Gesundheit von Menschen, Fauna, Flora und Ökosystemen verursachen. Die mit dem Future Policy Award 2021 ausgezeichneten Gesetze aus Schweden, Kirgisistan, Kolumbien, den Philippinen und Sri Lanka sind wirkungsvolle Lösungen, die kritische Aspekte dieser globalen Herausforderung angehen."


Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.worldfuturecouncil.org/chemikalien
https://twitter.com/Good_Policies

Über den Future Policy Award
Jedes Jahr werden die wirkungsvollsten politischen Maßnahmen zur Bewältigung der dringlichsten Herausforderungen der Menschheit durch den Future Policy Award ausgezeichnet. Der Future Policy Award ist die erste und einzige globale Auszeichnung, die Gesetze aufgrund ihrer Wirksamkeit für heutige und zukünftige Generationen würdigt. Das Ziel der Auszeichnung ist es, die weltweite Aufmerksamkeit auf vorbildliche Gesetze zu lenken und somit politisches Handeln voranzutreiben. Seit 2010 vergibt der World Future Council diesen Preis in Zusammenarbeit mit UN-Organisationen und der IPU.

Über die Gewinner des Future Policy Award 2021
www.worldfuturecouncil.org/chemikalien

Über die Stiftung World Future Council
Der World Future Council (WFC) verfolgt das Ziel, unseren Kindern und Enkeln einen gesunden, nachhaltigen Planeten mit gerechten und friedlichen Gesellschaften zu übergeben. Um dies zu erreichen, identifizieren, entwickeln, beleuchten und verbreiten wir zukunftsgerechte Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Menschheit und fördern deren Umsetzung weltweit. Der Rat besteht aus 50 internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kultur. Jakob von Uexküll, der Gründer des Alternativen Nobelpreises, hat den World Future Council 2007 ins Leben gerufen. Wir sind als gemeinnützige Stiftung in Hamburg registriert und finanzieren unsere Arbeit über Spenden und institutionelle Partnerschaften.
Partnerorganisationen

Über das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und den Strategischer Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement (SAICM)
https://www.unep.org/
http://www.saicm.org/

Über die Internationale Arbeitsorganisation (ILO)
https://www.ilo.org/

Über die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
https://www.oecd.org

Über das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)
https://www.undp.org/

Über das Ausbildungs- und Forschungsinstitut der Vereinten Nationen (UNITAR)
https://unitar.org/
    

   



???? Has aid become part of the problem, rather than a solution? Where did we go wrong? - CONCORD Newsletter June 2021

SID Blog - 29. Juni 2021 - 17:31

Director's blog HAS AID BECOME PART OF THE PROBLEM, RATHER THAN A SOLUTION? WHERE DID WE GO WRONG?

That the EU decided to address human development in Council Conclusions this month is to be welcomed. That those Conclusions were bland and simply repeated previous commitments is, however, definitely to be regretted. And that the EU can – yet again – view this through the perspective of pursuing EU interests and contributing to economic growth is more than a little mind-boggling. 

Every part of the global economic system which we impose on others should be revisited. Every part of the international governance system in which rich countries impose the rules should be revised. Every aspect of international trade should be rebalanced.

And every part of the "aid" system should be reoriented to give power and access to global South actors.

Tanya Cox,
CONCORD Director


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CONCORD NEWS OF THE MONTH GENERAL ASSEMBLY 2021 On our 18th General Assembly, the Confederation came together virtually once again from all corners of Europe. This was an opportunity for us to look back at what we have achieved and look forward to co-creating our future, together.  In the meantime, catch a glimpse of our discussions.

Our article DEVE INEQUALITIES HEARING Our Director, Tanya Cox, participated in a public hearing from the Committee on Development focusing on tackling inequalities in developing countries. "Inequalities are no accidents of fate. They are the result of deliberate choices made by people in power. The good news is that these choices can be reversed," she said.

Our tweet FRENCH VERSION: EU ODA, MIGRATION AND GLOBAL EUROPE Global Europe – the new EU development cooperation instrument – will be implemented in a context of 80 million people globally facing long-term forced displacement. That number is only expected to increase. Our paper, now available on our website also in French, proposes a way forward that supports constructive development efforts related to migration.

Our paper REGIONAL ALLIANCES NEWSLETTER  This newsletter from our workstream on Regional Alliances contains a summary of important upcoming meeting and events, updates on CONCORD's reaction to the negotiated text of the Post-Cotonou Agreement, and more. You can find the previous newsletters and relevant documents from this workstream here.

Our newsletter NEW MAILING LIST As you may already know, we changed our extranet system last September and it is now time to adapt all our mailing lists for workstreams. Starting from September, all the Google groups you know will be migrated to new ones. The only thing you will have to do to contact the different groups is to reply to the last email from the group and not use the old ones. 

If you have any questions please contact Marion Coat GLOBAL EUROPE INSTRUMENT The new Global Europe Instrument (ex-NDICI) has now entered into force for the 2021-2027 period. CSOs should not expect new calls for proposals until late Autumn when the Multi-annual Indicative Programmes will be adopted. Meantime, the FFSD workstream is developing a guide to the new Global Europe Instrument to help CSOs find their way through this new funding environment.

If you have any questions please contact Celia Cranfield FFSD UPDATES
Members have been analysing and preparing for the changes that will come next year with the introduction of a new EC Grant Agreement and continue to try to shape the roll-out of the Opsys IT tool and information system for funding and tender opportunities for EU external action. Please see here an important notice on changes coming that will replace the EuropeAidID. 

Learn more UPDATES FROM OUR NETWORK ADOLESCENT GIRLS IN CRISIS: THE VENEZUELAN MIGRATION This report from Plan International presents the experiences, voices, challenges and opportunities of Venezuelan refugee and migrant girls and adolescent girls in Colombia, Ecuador and Peru, from a feminist, intersectional and human rights perspective as part of Plan International's 'Girls in Crisis' global research series.

Learn more DEMOCRATISING GLOBAL GOVERNANCE AND MULTILATERALISM Despite significant advances in international commitments and national legislation, human rights are under attack in countries across the world. Dissenting voices are being silenced, persecuted, jailed, and even killed. New research by ActionAid reveals the extent to which corporate and right-wing threats are dismantling our democratic systems.

Learn more ENDING THE HUNGER CRISIS: RESPONSE, RECOVERY AND RESILIENCE The International Rescue Committee estimates that without urgent action, progress towards the SDG target of Zero Hunger will effectively be suspended by at least 5 years. This report outlines the priority actions that the G7 and wider international community must take to prevent famine and build countries' preparedness and resilience against future food security crises.

Learn more SLAPPED BUT NOT SILENCED: DEFENDING HUMAN RIGHTS IN THE FACE OF LEGAL RISKS Business and Human Rights Resource Centre has launched a report analysing the use of SLAPPs (strategic lawsuit against public participation) globally. This analysis reveals that powerful entities are abusing legal systems across the world to intimidate and silence defenders and communities who speak out against corporate abuse.

Learn more WORDS NOURISH NOBODY: STATEMENT FROM NGOs With the number of people facing famine or catastrophic levels of food insecurity rising more as each week passes, a group of NGOs respond to the leaders' communique from the G7 summit by telling the world's wealthiest nations that words nourish nobody. Collectively endorsed by members such as CARE International, Save the Children, OXFAM and World Vision.

Learn more JOB OPPORTUNITIES Finance Officer
Organisation: Seas at risk
Deadline: 30 June 2021 Fundraising Consultant
Organisation: Wetlands Europe
Deadline: 5 July 2021 CALLS FOR PROPOSALS & OPPORTUNITIES The latest open calls for proposals from DG INPTA

From 24 May 2021 to 24 June 2021 Call for proposals: Coding Girls – Tackling the Gender and Geographic Divide in the
ICT sector in Mozambique


Until 31 August 2021 Add your news







Bundesentwicklungsminister Gerd Müller startet das Deutsch-Afrikanische Jugendwerk

SID Blog - 27. Juni 2021 - 19:16

Berlin – In einer virtuellen Veranstaltung hat das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) das Deutsch-Afrikanische Jugendwerk (DAJW) vorgestellt mit dem die Partnerschaft zwischen Deutschland und Afrika weiter vertieft und besonders für junge Menschen erfahrbar gemacht werden soll.

Dazu erklärt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: „Die Ehrenamtlichen sind eine unverzichtbare Basis für das Engagement in der Welt. Über verschiedene Programme sind bereits hunderttausende Ehrenamtliche aus Deutschland in der
Entwicklungszusammenarbeit tätig. Mit dem Deutsch-Afrikanischen Jugendwerk kommt jetzt ein neues wichtiges Element für das ehrenamtliche Engagement hinzu. Die Jugendwerke haben in den letzten Jahrzehnten einen unverzichtbaren Beitrag für Austausch und Verständigung zwischen Deutschland und seinen europäischen Nachbarn geleistet. 
Zehntausende junge Menschen haben über das Deutsch-Französische, das Deutsch-Polnische und das Deutsch-Ungarische Jugendwerk neue Brücken gebaut, historische Gräben überwunden und Freundschaften geschlossen. Dieses Erfolgsmodell tragen wir jetzt weiter in die Welt hinaus. Mit dem Deutsch-Afrikanischen Jugendwerk verbinden wir das enorme Potential junger Menschen in Deutschland und auf unserem Nachbarkontinent Afrika. Die drängenden Probleme unserer Zeit – Hunger, Klimawandel, Pandemien – können wir nur durch Zusammenarbeit lösen. Mit dem DAJW schaffen wir jetzt eine Basis dafür,
damit die Jugend unserer Kontinente gemeinsam an Lösungen dafür arbeiten kann."

Das DAJW unterstützt junge Menschen, zivilgesellschaftliche Träger sowie Betriebe und Institutionen aus Deutschland und den Ländern Afrikas bei ihrem Engagement für nachhaltige Entwicklung über zwei Programmlinien:

Die Programmlinie Teams up! fördert Begegnungen von deutschen und afrikanischen Jugendgruppen – vom Sportverein bis zur Umwelt-AG. Über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren setzen sich junge Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren mit einem der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDGs) auseinander, lernen von- und miteinander. Dafür treffen sie sich virtuell wie auch in Deutschland und im Partnerland. Förderfähig sind Projekte, die in Antragspartnerschaften zwischen Projektpartnern aus Deutschland und Projektpartnern aus Afrika beantragt werden.

Mit der Programmlinie Team works! haben junge Fachkräfte – ob aus Handwerk, Verwaltung oder Pflege – die Möglichkeit, sich in ihrem Fachgebiet zu engagieren. Auszubildende und junge Berufstätige bringen sich in einem drei- bis sechswöchigen Einsatz auf dem jeweiligen Nachbarkontinent ein und setzen Impulse für nachhaltige Entwicklung. Unterstützt werden sie dabei von einer erfahrenen Fachkraft des Senior Experten Service. Die Programmlinie steht interessierten Fachkräften im Alter von 18 bis 30 Jahren, die am Ende ihrer Ausbildung beziehungsweise am Anfang ihres Berufslebens stehen, offen.

Aufgrund der Corona Restriktionen wird das DAJW seine Arbeit zunächst mit einer kleineren Teilnehmerzahl von ca. 1.000 Personen im ersten Jahr starten. Die
Teilnehmerzahl soll in den kommenden Jahren kontinuierlich gesteigert werden. Das DAJW wird im Auftrag des BMZ von Engagement Global durchgeführt und vom Senior Experten Service unterstützt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.dajw.de. ​

Zivile Seenotrettung: Shrinking Space im Schatten der Pandemie

VENRO - 25. Juni 2021 - 14:05

Im zentralen Mittelmeer füllen zivile Seenotrettungsorganisationen seit 2015 die durch das Fehlen staatlicher Seenotrettung der EU-Staaten entstandene Lücke. Auf der tödlichsten Fluchtroute der Welt haben Nichtregierungsorganisationen (NGOs) weit über 120.000 Menschen vor dem Ertrinken bewahrt und müssen ihren Handlungsspielraum trotzdem laufend neu aushandeln und verteidigen. Im Schatten der COVID-19-Pandemie hat sich die Lage weiter zugespitzt: Während Menschen weiter von Libyen aus über das Meer nach Europa fliehen, werden zivile Rettungsschiffe systematisch festgesetzt und der Zugang zu lebenswichtiger humanitärer Hilfe wird massiv eingeschränkt – mit fatalen Folgen für schutzsuchende Menschen. 

An den Außengrenzen der Europäischen Union (EU) wird im Kontext von Flucht und Migration der Raum für prinzipiengeleitetes humanitäres Handeln seit Jahren eingeschränkt. Menschenrechtsverteidiger_innen und humanitäre Helfer_innen, die Menschen auf der Flucht zur Hilfe kommen, sehen sich Ermittlungsverfahren, administrativen Schikanen, Einschüchterungsversuchen und Verleumdungskampagnen ausgesetzt. Seit 2015 wurden mehr als 170 Menschen in Europa strafrechtlich verfolgt, weil sie Migrant_innen und Flüchtenden in Not geholfen haben. Dies betrifft auch die Besatzungsmitglieder humanitärer Rettungsschiffe im zentralen Mittelmeer. Ihr konsequenter Einsatz für das Recht auf Leben und den uneingeschränkten Zugang zu humanitärer Hilfe haben sie auf Kollisionskurs mit der europäischen Migrationspolitik gebracht. Denn die Retter_innen bringen die aus Seenot geretteten Menschen an einen sicheren Ort (Europa), wie es das Seerecht vorschreibt.

Doch die EU-Politik zielt darauf ab, schutzsuchende Menschen an der Ankunft in Europa zu hindern. Die lebensrettende Arbeit von Rettungs-NGOs wird vielfältig blockiert, kriminalisiert und politisch instrumentalisiert. Seit 2018 haben nationale Behörden etwa 50 Verwaltungs- und Strafverfahren gegen Besatzungsmitglieder oder Schiffe eingeleitet. Behördliche Schikanen wie Flaggenentzug, Festsetzung der Schiffe oder strafrechtliche Verfolgung einzelner Crewmitglieder verhindern immer wieder die Rettung von Menschen in Seenot. Fast jede Seenotrettungsorganisation war in den letzten Jahren aufgrund von Interventionen staatlicher Stellen gezwungen, ihren Einsatz zumindest vorübergehend einzustellen. Gleichzeitig hat sich die EU selbst immer weiter aus der Seenotrettung im zentralen Mittelmeer zurückgezogen – obwohl die Rettung von in Not geratenen Menschen auf dem Meer nach internationalem See- und Völkerrecht Pflicht ist.

Blockade ziviler Seenotrettung

Einen neuen traurigen Höhepunkt hat die seit Jahren anhaltende Blockade ziviler Seenotrettung mit der systematischen Festsetzung der NGO-Schiffe im letzten Jahr erreicht. Wegen angeblicher Sicherheitsmängel werden die humanitären Schiffe seitdem am Auslaufen gehindert. Dass die meisten dieser Schiffe bereits seit Jahren unter hohen Sicherheitsstandards im Rettungseinsatz sind und die italienischen Behörden die Eignung der Schiffe bei Inspektionen zuvor nie angezweifelt hatten, zeigt die politische Motivation hinter den Blockaden.

Darüber hinaus haben die meisten europäischen Küstenstaaten mit Verweis auf die pandemische Lage im Frühjahr letzten Jahres nicht nur ihre Grenzen, sondern faktisch auch ihre Häfen für aus Seenot gerettete Menschen geschlossen. Die im Herbst 2019 beschlossene Malta-Vereinbarung zur Aufnahme und Verteilung aus Seenot geretteter Menschen innerhalb Europas wurde ausgesetzt. Das deutsche Bundesinnenministerium rief im April 2020 zivile Seenotrettungsorganisationen sogar schriftlich dazu auf, den Rettungseinsatz vorerst einzustellen – ein klarer Widerspruch zu den humanitären Prinzipien und geltendem internationalen Recht. Während die Seenotrettung so fast vollständig zum Erliegen kam, flohen weiter Menschen aus Libyen über das Mittelmeer. Zwischen Mitte September und Mitte November 2020 waren fast alle aktiven zivilen Seenotrettungsschiffe wegen angeblicher Sicherheitsmängel in Italien festgesetzt. Mindestens 470 Tote waren die Folge. Und auch dieses Jahr geht die Blockade vieler humanitären Schiffe weiter.

Dabei ist der Einsatz der zivilen Seenotrettungsschiffe angesichts der Untätigkeit der EU-Staaten unverzichtbar: Denn die Gefahr, auf der Flucht über das Mittelmeer, der tödlichsten Fluchtroute der Welt, zu sterben, ist zuletzt weiter gestiegen. In der ersten Jahreshälfte 2021 sind dort mindestens 686 Menschen ertrunken – mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ende April hat die Crew der Ocean Viking von SOS MEDITERRANEE das bisher größte Bootsunglück dieses Jahres bezeugt. Weil staatliche Stellen über viele Stunden auf Notrufe nicht reagierten und die zivilen Akteure bei der Suche komplett auf sich allein gestellt waren, haben Schätzungen zufolge bis zu 130 Menschen ihr Leben verloren.

Die große Tragödie dabei ist, dass diese Toten vermeidbar gewesen wären, wenn die EU-Staaten sich endlich zu einem gemeinsamen und konsequenten Vorgehen in der Seenotrettung einigen würden. Stattdessen schaut Europa dabei zu, wie im Mittelmeer auf dem Rücken schutzsuchender Menschen Abschottungspolitik betrieben wird. Damit nicht genug: Seit 2016 unterstützen die EU-Staaten – darunter auch Deutschland – zusätzlich die libysche Küstenwache und bauen diese gezielt dazu auf, Flüchtende auf See abzufangen und völkerrechtswidrig in das Bürgerkriegsland Libyen zurückzubringen. Allein 2021 wurden bis Ende Juni mehr als 14.000 Menschen auf dem Meer abgefangen und nach Libyen zurückgeführt. Diese Zahl des ersten Halbjahres übersteigt die Gesamtzahl der Zwangsrückführungen des gesamten vergangen Jahres. Die meisten von ihnen landen in libyschen Internierungslagern, wo ihnen schwere und vielfache Menschenrechtsverletzungen drohen. Die EU-Staaten nehmen das wissentlich in Kauf.

Aufgrund der katastrophalen menschenrechtlichen Lage hat Ärzte ohne Grenzen, eine der wenigen Nichtregierungsorganisationen, die überhaupt noch Zugang zu libyschen Lagern hat, vor wenigen Tagen das vorübergehende Aussetzen ihrer Arbeit in zwei Einrichtungen in der Hauptstadt Tripolis erklärt. Aus Seenot gerettete, schutzsuchende Menschen dürfen nicht weiter nach Libyen zurückgebracht werden!

Humanitäre Prinzipien und Menschenrechte gelten auch in Krisenzeiten

Eine künftige Bundesregierung, die es mit den menschen- und völkerrechtlichen Verpflichtungen gegenüber schutzsuchenden Menschen ernst meint, muss die deutsche Beteiligung an der Ausbildung der libyschen Küstenwache und damit an den Zwangsrückführungen in die libyschen Lager sofort beenden.

Darüber hinaus muss sie deutlich machen, dass die anhaltende Pandemie nicht dazu dienen darf, dass europäische Staaten sich ihrer rechtlichen Verpflichtung und der Verantwortung für Menschen auf der Flucht entledigen. Humanitäre Prinzipien und Menschenrechte gelten auch in Krisenzeiten. Konkret muss sie sich dafür einsetzen, dass humanitäre Schiffe ihren lebensrettenden Einsatz ungehindert ausführen können.

Eine nachhaltige Lösung für die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer kann langfristig aber nur aus Brüssel kommen. Deswegen muss die künftige Bundesregierung sich langfristig für eine europäisch koordinierte Seenotrettung einsetzen. Bis dahin müssen die humanitären Schiffe ihren lebensrettenden Einsatz ungehindert fortführen können und aus Seenot gerettete Menschen umgehend an einen sicheren Ort ausgeschifft werden.

David Starke ist Geschäftsführer von SOS MEDITERRANEE Deutschland,
Jana Ciernioch ist Politische Referentin bei SOS MEDITERRANEE Deutschland.

 

Dieser Artikel ist Teil unserer Themenreihe zur Bundestagswahl 2021, in der wir unsere Erwartungen für die kommende Legislaturperiode formulieren. Die Blogserie basiert auf unserem aktuellen Positionspapier Was jetzt #WeltWeitWichtig ist – Erwartungen an die Parteien zur Bundestagswahl 2021. Darin fordern wir die Parteien, die zukünftigen Abgeordneten und die kommende Bundesregierung auf, ihre Prioritäten auf eine nachhaltige Politik zu richten, die alle mitnimmt!

Lesen Sie mehr dazu unter www.weltweitwichtig.de.

UNICEF fordert „Politik mit Zukunft – für Kinder und mit Kindern“

SID Blog - 25. Juni 2021 - 13:48
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Bundestagswahl 2021

UNICEF fordert „Politik mit Zukunft – für Kinder und mit Kindern"

Positionspapier anlässlich der Mitgliederversammlung veröffentlicht/ Geschäftsbericht 2020: Starke Unterstützung aus Deutschland während der Pandemie

© Shutterstock

Köln, den 22. Juni 2021// UNICEF Deutschland ruft vor der Bundestagswahl 2021 die Parteien dazu auf, sich entschlossen für den Schutz, die Förderung und die stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen einzusetzen und damit die Weichen für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu stellen.

Das heute zur Mitgliederversammlung des Deutschen Komitees für UNICEF veröffentlichte Positionspapier „Eine Politik mit Zukunft – für Kinder und mit Kindern" enthält Eckpunkte für politische Antworten auf die akuten und fortdauernden Herausforderungen, vor denen junge Menschen in Deutschland und weltweit stehen.

„Armut, Konflikte und Gewalt, die Folgen des Klimawandels und die Auswirkungen der Corona-Pandemie bedrohen das Leben und die Zukunft von Kindern weltweit", sagte Georg Graf Waldersee, Vorsitzender von UNICEF Deutschland, bei der Vorstellung des Papiers anlässlich der digitalen Mitgliederversammlung.

„Die Verwirklichung der Kinderrechte und der Nachhaltigen Entwicklungsziele muss der Kompass für das politische Handeln sein. Die zukünftige Bundesregierung hat die Aufgabe, in Deutschland und in der internationalen Zusammenarbeit die Lebensbedingungen und Chancen von Kindern dauerhaft zu verbessern und kein Kind zurückzulassen. Das ist die entscheidende Voraussetzung für den Wandel zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft", so Waldersee.

UNICEF-Empfehlungen zur Bundestagswahl

Die verstärkte, wirkungsvolle Beteiligung von Kindern und Jugendlichen auf allen politischen Ebenen, soziale Gerechtigkeit für jedes Kind sowie eine auf die Rechte von Kindern ausgerichtete Umwelt- und Klimapolitik sind laut UNICEF Deutschland die drei zentralen Bereiche, für die sich die neue Bundesregierung einsetzen sollte. 

Neben konkreten Empfehlungen zur Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland wie die unter der aktuellen Koalition gescheiterte Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz oder die Etablierung eines/einer Bundeskinderrechtsbeauftragte*n auf Bundesebene enthält das UNICEF-Papier Vorschläge für ein stärkeres Engagement der Bundesregierung, um extreme Armut und die Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche weltweit zurückzudrängen.

» Das Positionspapier „Eine Politik mit Zukunft – für Kinder und mit Kindern" können Sie hier herunterladen.

Große Unterstützung aus Deutschland für UNICEF-Arbeit

Auf der Mitgliederversammlung wurde heute auch der Geschäftsbericht für das Jahr 2020 entgegengenommen. Das Deutsche Komitee für UNICEF hat im vergangenen Jahr Einnahmen in Höhe von 138,3 Millionen Euro erzielt. Die Einnahmen liegen damit in einem Jahr mit großen Unsicherheiten mit Blick auf die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres (126,21 Mio. Euro). 

„Zahlreiche Spender*innen, eine wachsende Zahl von Philanthropen, Unternehmen, Tausende ehrenamtlich Engagierte und Partner hier in Deutschland haben ermöglicht, dass wir inmitten dieser uns alle betreffenden Krise unseren Beitrag zu den UNICEF-Programmen für Kinder sogar deutlich steigern konnten. Sie haben gezeigt, dass Solidarität und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft nach wie vor tief verankert sind", sagte Georg Graf Waldersee. „Das ist gerade in dieser Zeit ein Hoffnung machendes Signal für die Kinder, ihre Familien und unsere UNICEF-Teams in den Krisengebieten und vielen Ländern, für das wir herzlich danken."

Zu dem sehr guten Ergebnis in Deutschland haben mehr als 530.000 aktive UNICEF-Spender*innen beigetragen. Die regelmäßigen Beiträge aus über 302.000 UNICEF-Patenschaften machten rund 46,6 Millionen Euro aus. Dank dieser regelmäßigen Spenden kann UNICEF Kinder in Notsituationen flexibel, langfristig und wirksam unterstützen.

So konnten beispielsweise lebensrettende Hilfen in Kriegs- und humanitären Krisengebieten wie in Bangladesch, Jemen, Südsudan und Syrien ermöglicht werden. Mit Spenden aus Deutschland wurde auch der weltweite Kampf von UNICEF gegen die Covid-19-Pandemie unterstützt. Schwerpunkt waren zudem langfristige Programme zur Wasser- und Gesundheitsversorgung, Bildung und Ernährung sowie zum Schutz von Kindern in den ärmsten Ländern.

Insgesamt konnte das Deutsche Komitee für UNICEF in 2020 für die internationale Programmarbeit 107,16 Millionen Euro bereitstellen. 3,32 Millionen Euro wurden für die satzungsgemäße Programm- und Kinderrechtsarbeit in Deutschland eingesetzt. Die Kosten für Verwaltung sowie Öffentlichkeitsarbeit und Werbung in Deutschland betrugen – gemäß den Kriterien des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) – 16 Prozent. 

UNICEF Deutschland trägt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) und wurde mehrfach für vorbildliche Unternehmensführung und Transparenz ausgezeichnet – so durch das Beratungsunternehmen Phineo. Beim Transparenzwettbewerb von PricewaterhauseCoopers wurde UNICEF wiederholt für vorbildliche Berichterstattung ausgezeichnet.

» Den Geschäftsbericht und den ausführlichen Finanzbericht finden Sie unter www.unicef.de/gb2020.


Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen EPN Newsletter 05/2021

SID Blog - 25. Juni 2021 - 13:47
    Newsletter 05/2021     Liebe Leser:innen,
Unsere kritische Stadtrundgangsreihe 2021 PERSPEKTIVWECHSEL ist diesem Monat gestartet! Dennoch mussten wir unsere geplante Film- und Diskussionsreihe FERN:WELT:NAH erneut auf Winter 2021 verschieben. Bitte verpassen Sie diese Termine nicht: das Programm mit den aktuellen Terminen werden auf der Webseite der Filmreihe FERN:WELT:NAH sowie in unserem Newsletter bekannt gegeben.
Den Appell aller Eine Welt-Landesnetzwerke „Wichtiger denn je: Engagement für nachhaltige Entwicklung stärken!" an politische Entscheidungsträger*innen des Bundes, der Länder, und Kommunen finden Sie auch in dieser Ausgabe.

Sie werden auch die letzten Antworten unserer Mitgliedsorganisationen finden, die an dem Projekt „Eine Welt-Arbeit und die Covid-19 Pandemie" teilgenommen haben.

Und „last but not least": das Lieferkettengesetz wurde am 11. Juni verabschiedet! „Noch nicht am Ziel, aber endlich am Start" so drückte sich die Initiative Lieferkettengesetz in ihrer Pressemitteilung aus.

Viel Spaß beim Lesen! Mit besten Grüßen aus der Geschäftsstelle     Inhalt Aktuelle EPN Hessen Veranstaltungen: - PERSPEKTIVWECHSEL: Start der kritischen Stadtrundgangreihe 2021 im Juni! - FERN:WELT:NAH: Staffel XI auf Winter verschoben! - Qualifizierungsreihe: „Globales Lernen in die Schule"- (Fr, 17.09.21, - Sa., 04.12.21)
Aus dem Netzwerk:
- Ökumenische Initiative Eine Welt: „Werde Erd-Charta-Botschafter:in!"
- Weltladen Darmstadt: Bio-Regio-Faire Sommermesse im August!
- NETZ: Digitale Bangladesch-Tagung „Die Stimme der Opfer" - Veranstaltungen von Netzwerkmitgliedern in der Terminlese…   Aus der Geschäftsstelle: - Neue EPN Hessen-Broschüre „Globales Lernen in Hessen" ist online!
„Hessen entwickeln für die Eine Welt" – Neues aus dem Promotor:innenprogramm:
- VIDEO: Lieferkettengesetz und Fashion Revolution Week - Darmstadt 24. April 2021 - Globale Arbeit - Globale Kämpfe? Internationale Solidarität und Arbeitsbedingungen entlang globaler Lieferketten - „Weiterhin fordern wir mehr Teilhabeförderung": Imbuto e.V. für das Projekt „Eine Welt-Arbeit und die Covid-19 Pandemie" - „Die Entwicklungspolitische Bildungsarbeit ist in der globalen Pandemie wichtiger denn je": NETZ e.V. für das Projekt „Eine Welt-Arbeit und die Covid-19 Pandemie" - „Der Wert unserer Arbeit wurde unter Umständen noch deutlicher": fair-ein e.V. für das Projekt „Eine Welt-Arbeit und die Covid-19 Pandemie"   Glokales:
- agl-Apell: Wichtiger denn je: Engagement für nachhaltige Entwicklung stärken! - „Noch nicht am Ziel, aber endlich am Start" - Kommentar zum Beschluss des Lieferkettengesetzes   Weiterlesen, mitmachen, hingehen:
- Materialien
- Mitmachen: Kampagnen, Wettbewerbe & Ausschreibungen - Terminlese - Terminkalender     Aktuelle EPN Hessen Veranstaltungen: PERSPEKTIVWECHSEL: Start der kritischen Stadtrundgangreihe 2021 im Juni! Widerstand! Unter diesem Schlagwort wird das EPN Hessen dieses Jahr erneut mit unserer Reihe kritischer Stadtrundgänge Perspektiven wechseln. Dabei freuen wir uns, mit einem digitalen Rundgang ein weiteres Reflexionsangebot in unser Programm aufnehmen zu können. Wir thematisieren Widerstände hier in Frankfurt und im Globalen Süden, hören Aktivist:innen und zeigen Handlungsalternativen auf. Wir erfahren Hintergründe, entwickeln gemeinsam Ideen Stadt zu gestalten und eignen uns diese an. Weiterlesen...
  FERN:WELT:NAH: Staffel XI auf Winter verschoben! Wir haben sehr gehofft, die elfte Staffel der Film- und Diskussionsreihe FERN:WELT:NAH diesem Sommer durchzuführen. Leider mussten wir den Start der XI Staffel der Filmreihe zum zweiten Mal verschieben. Wir wollten sicher gehen, dass die Filmreihe FERN:WELT:NAH in Form von Präsenzveranstaltungen stattfindet. Wir setzen die FERN:WELT:NAH -Reihe im Winter 2021 fort: An vier Abenden vom 25.10. bis zum 13.12.2021 werden gesellschaftliche Herausforderungen kritisch beleuchtet, alternative Produktionsmodelle aufgezeigt und über den globalen, transformativen Wandel diskutiert. Weiterlesen...   Qualifizierungsreihe: „Globales Lernen in die Schule"- (Fr, 17.09.21, - Sa., 04.12.21) Neben der Wissensvermittlung zu den Wechselwirkungen von lokalem und globalem Kontext, will Globales Lernen (Selbst-) Reflexionsprozesse anstoßen und die Erweiterung von individuellen und kollektiven Handlungskompetenzen im Sinne einer geteilten globalen Verantwortung fördern. Mit den Methoden des Globalen Lernens werden fächerübergreifend Kernkompetenzen wie Perspektivwechsel oder eigenes Urteils- und Entscheidungsvermögen erlernt, die zur Mitgestaltung einer nachhaltigeren globalen Entwicklung erforderlich sind. Nächster Termin findet am Fr., 17.09.21, 16:00 – 19:00 Uhr und Sa., 18.09.21, 10:00 – 17:00 Uhr in Marburg statt: Modul 3: PERSPEKTIVWECHSEL Globaler Süden: Globaler Norden". Referent: Kizito Odhiambo (freier Bildungsreferent für Globales Lernen). Moderation: Doreen Thieke und Anna Dobelmann (ISW e.V./Marburger Weltladen). Weiterlesen...     Aus dem Netzwerk: Ökumenische Initiative Eine Welt: „Werde Erd-Charta-Botschafter:in!" Die Erd-Charta ist eine inspirierende Vision für eine zukunftsfähige und gerechte Welt. Getragen wird sie von einem weltweiten Netzwerk interkultureller und interreligiöser Initiativen. Sie bietet einen ganzheitlichen Zugang zu globalen Zusammenhängen und wertebasiertem Lernen.
Ob interaktiver Workshop, Vortrag, Demo oder Stand – es gibt viele Wege die Erd-Charta mit Leben zu füllen. Weiterlesen...   Weltladen Darmstadt: Bio-Regio-Faire Sommermesse im August! Am 28. August findet die Bio-Regio-Faire Sommermesse mit mehr als 30 Verkaufs- und Informationsstände statt. Welche Alternativen gibt es für nachhaltigen Konsum? Und welche Initiativen engagieren sich vor Ort für Nachhaltigkeit? Diese Fragen wird der EPN Hessen Mitglieder Weltladen Darmstadt zusammen mit den lokalen Initiativen aus dem Themenfeld Nachhaltigkeit beantworten. Weiterlesen...
  NETZ: Digitale Bangladesch-Tagung „Die Stimme der Opfer" Zur digitalen Bangladesch-Tagung (11. bis 13. Juni 2021) zum Thema Klimagerechtigkeit hat die EPN Hessen Mitgliedsorganisation NETZ e.V. internationale Gäste begrüßt, darunter Klimaschützer aus Bangladesch, von Fridays for Future und „Klimagerechtigkeit Kassel". In Vorträgen und Gesprächsrunden haben die Teilnehmer:innen mit Gästen und Entwicklungsexpert:innen über das vom Bundesverfassungsgericht gekippte Klimagesetz des Bundes und die internationale Klimakrise diskutiert. Weiterlesen...     Aus der Geschäftsstelle: Neue EPN Hessen-Broschüre „Globales Lernen in Hessen" ist online! Mit dieser Broschüre stellt das EPN Hessen zahlreiche Bildungsangebote zivilgesellschaftlicher Organisationen und Initiativen im Bereich Globales Lernen (GL) und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Hessen vor. Damit wird die vielfältige Expertise entwicklungspolitisch Aktiver aus dem Netzwerk - und darüber hinaus - sichtbar, die in allen hessischen Regionen und in den unterschiedlichsten Formaten angeboten wird. Auch aktuelle bildungspolitische und bildungspraktische Herausforderungen sowie konzeptionelle Anfragen, die mit der Weiterentwicklung, Verankerung und Etablierung von GL und BNE einhergehen, werden in dieser Broschüre thematisiert. Weiterlesen...     "Hessen entwickeln für die Eine Welt" - Neues aus dem Promotor:innenprogramm: VIDEO: Lieferkettengesetz und Fashion Revolution Week – Darmstadt 24. April 2021 Dieses Jahr beteiligten sich viele zivilgesellschaftliche Initiativen aus Hessen an der globalen Fashion Revolution Week (FRW). Vom 19.-25. April stellten diverse Akteur:innen aus Darmstadt, Kassel, Gießen, Marburg und Frankfurt ein spannendes Programm an Veranstaltungen auf die Beine. Zwei zentrale Forderungen beleuchteten die Akteur:innen in online Workshops, Lesungen, Filmvorstellungen und Vorträgen: die Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden der globalen Textilindustrie müssen gestoppt werden. Am 24. April haben die Teilnehmer:innen der Fashion Revolution Week in Darmstadt einem Demonstrationszug darauf aufmerksam gemacht. Sie können ein kurzes Video auf YouTube über die FRW sehen. Weiterlesen...   Globale Arbeit – Globale Kämpfe? Internationale Solidarität und Arbeitsbedingungen entlang globaler Lieferketten Bildungsurlaub für Auszubildende und junge Menschen bis 26 Jahre.
Wir lernen Initiativen kennen, die internationale Arbeiter:innensolidarität organisieren und treffen Aktive, die sich für Menschenrechtsverantwortung von Unternehmen ein- und die Politik unter Druck setzen.
Kosten: 50 €. Anmeldefrist: 25.04.2021. Weiterlesen...   „Weiterhin fordern wir mehr Teilhabeförderung":
Imbuto e.V. für das Projekt „Eine Welt-Arbeit und die Covid-19 Pandemie"
Hildegard Schürings ist Geschäftsführerin und Gründungsmitglied von Imbuto e.V., der 2021 seinen 20sten Geburtstag feiert. Sie ist Erziehungswissenschaftlerin und war beruflich viele Jahre als Beraterin in der Entwicklungszusammenarbeit tätig, meistens auf dem afrikanischen Kontinent. Der Verein hat Mitglieder:innen in sechs Ländern aus Europa und Afrika. Viele Mitglieder:innen sind in Rwanda geboren oder haben dort gearbeitet.
Der Krieg und Genozid 1990-1994 in Rwanda hat Imbutos Arbeit sehr geprägt. Um den kompletten Beitrag von Imbuto e.V. zu lesen, besuchen Sie unsere Webseite.   „Die Entwicklungspolitische Bildungsarbeit ist in der globalen Pandemie wichtiger denn je":
NETZ e.V. für das Projekt „Eine Welt-Arbeit und die Covid-19 Pandemie"
NETZ e.V. engagiert sich für mehr Gerechtigkeit in Bangladesch, Indien und weltweit. Sie stehen für Gleichberechtigung, Menschenrechte und ein selbstbestimmtes Leben der global am meisten benachteiligten Menschen.
Sie kennen aus 30 Jahren intensiver Partnerschaft die Potentiale von Menschen, die global an den Rand gedrängt werden und unterstützten sie, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einzusetzen und vor Ort soziale Strukturen aufzubauen, die ihnen und anderen helfen. Um den kompletten Beitrag von NETZ e.V. zu lesen, besuchen Sie unsere Webseite.   „Der Wert unserer Arbeit wurde unter Umständen noch deutlicher":
fair-ein e.V. für das Projekt „Eine Welt-Arbeit und die Covid-19 Pandemie"
fair-ein e.V. wurde 2005 in Frankfurt a.M. gegründet. Der Verein will Bürger:innen durch vielfältige Veranstaltungen mit entwicklungspolitischen Zusammenhängen konfrontieren und Bildungsprojekte zum fairen Handel, zur Entwicklungszusammenarbeit und zur Nord-Süd-Problematik anbieten. Um den kompletten Beitrag von fair-ein e.V. zu lesen, besuchen Sie unsere Webseite.     Glokales agl-Apell: Wichtiger denn je: Engagement für nachhaltige Entwicklung stärken! Die Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl) hat Ende Mai ein Appel an politische Entscheidungsträger:innen in Bund, Länder und Kommunen veröffentlicht. Um eine solidarische (Post-)Corona-Welt zu gestalten, ist das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland fundamental. Initiativen aus der Zivilgesellschaft müssen gestärkt werden. Weiterlesen...   „Noch nicht am Ziel, aber endlich am Start" – Kommentar zum Beschluss des Lieferkettengesetzes
Berlin, 11.06.2021. Der Bundestag hat in seiner heutigen Sitzung das Lieferkettengesetz verabschiedet. Johanna Kusch, Koordinatorin des zivilgesellschaftlichen Bündnisses "Initiative Lieferkettengesetz", kommentiert: "Im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in den Lieferketten sind wir noch lange nicht am Ziel, aber seit heute endlich am Start: Erstmalig verpflichtet hierzulande ein Gesetz Unternehmen, Verantwortung für die Menschen in ihren Lieferketten zu übernehmen. Das ist ein Erfolg der Zivilgesellschaft und eine gute Nachricht für Alle, die unter ausbeuterischen Bedingungen in den Lieferketten deutscher Unternehmen arbeiten."
Die veröffentlichte Pressemitteilung des zivilgesellschaftlichen Bündnisses "Initiative Lieferkettengesetz" können Sie hier finden.     Weiterlesen, mitmachen, hingehen:   Materialien:
  • agl: Material zu der Fachdiskussion „'Faire Fans' – Nachhaltigkeit und Merchandise im deutschen Profifußball"
  • Beschaffungsamt des BMI: Handreichung „Unterstützung bei der Nutzung der Verpflichtungserklärung zur Berücksichtigung sozialer Aspekte bei der ITK-Beschaffung"
  • Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein (BEI): neue Broschüre „Praxisbeispiele sozial verantwortlicher IT-Beschaffung"
  • Südlink: Kritischer Konsum: Was kann er erreichen – und was nicht?
  • UNESCO: 4.Weltbericht zur Erwachsenenbildung
  • welt-sichten: Selbst bestimmen! Schwierige Kämpfe um den eigenen Staat
  •  Brucerius Lab: Podcast „Urban Change"
  Mitmachen:
  • INKOTA Kampagne: Make Chocolate Fair!
  • Faire Woche 2021: 10.-24. September 2021
  • Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement: Engagement macht stark!
  • startsocial: Stipendien für soziale Initiativen, jetzt bewerben!
  • Aufruf: Solidarisch geht anders!
  Terminlese: Do., 24.06.2021 (19.00h), Frankfurt am Main: „Ausverkauf an die Konzerne – Das EU-Mexiko-Freihandelsabkommen und die Folgen für Mensch und Natur". Veranstalter:in: Grüne Lunge.   Sa., 26.06.21 (11:00-13:00h), Wili-Brandt-Platz Frankfurt am Main: Stadtrundgang: Frankfurt's Colonial Hangover. Veranstalter:in: EPN Hessen und Frankfurt Postkolonial.   Sa., 26.06.21 (10:00-18:00h), online: Online-Seminar: Wege der Lebendigkeit in Zeiten von Enthaltsamkeit und Einsamkeit?. Veranstalter:innen: gewaltfrei handeln e.V.   Mo., 05.07.2021 (19.00h), Frankfurt am Main: „Mode mit (gutem) Gewissen – Per Gesetz zu fairen Lieferketten". Veranstalter:innen: Frankfurter Rundschau GmbH, GIZ, Haus am Dom.   Sa., 06.07.21 (09:00-13:00h), Frankfurt am Main: Seminar: Kolonialismus – Macht – Rassismus: Deutsche Kolonialgeschichte im Unterricht. Veranstalter:in: lea bildungsgesellschaft mbH der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW).   Sa., 10.07.21 (10:00-13:30h), Wartburggemeinde Frankfurt am Main: Stadtrundgang: Stadtwandeln in Bornheim – Tauschen, teilen, Tomaten. Veranstalter:innen: EPN Hessen, Klima-Bündnis und Transition Netzwerk D/A/CH in Koopertion mit Transition Town Frankfurt.    Fr., 20.08. - So., 22.08.21, Wiesbaden: Grenzenlos-Qualifikationsseminar I . Veranstalter:innen: World University Service (WUS).   Weitere entwicklungspolitische Veranstaltungen in Hessen finden sich in unserem Terminkalender.
    Der EPN Hessen-Newsletter wird finanziell unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) sowie im Rahmen des Eine Welt-PromotorInnenprogramms vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ):     Finanzielle Unterstützung erhalten wir für den Newsletter auch von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW).     Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e.V.
Vilbeler Straße 36
60313 Frankfurt
Tel. +49 (0)69 - 913 951 70
www.epn-hessen.de     Link zum Impressum und Datenschutzerklärung von EPN Hessen e.V.     © 2021 Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e.V.  

Corona-Boom: Supermärkte machen Kasse, Arbeiter*innen zahlen den Preis

SID Blog - 22. Juni 2021 - 7:00

Neuer Oxfam Bericht

Corona-Boom: Supermärkte machen Kasse, Arbeiter*innen zahlen den Preis

Moderne Sklaverei auf Plantagen, kaum Schutz vor COVID-19, Hungerlöhne trotz Rekordgewinnen

Berlin, 22.06.2021. Deutsche Supermärkte erlebten im Corona-Jahr 2020 einen Umsatzboom, das Vermögen ihrer Eigentümer*innen wuchs um bis zu 30 Prozent. Die Arbeiter*innen in den globalen Lieferketten schuften trotzdem zu Hungerlöhnen, sind kaum geschützt oder haben ihre Arbeit ganz verloren. Das zeigt der neue Oxfam-Bericht „Pandemie-Profiteure und Virus-Verlierer*innen". Recherchen in vier Ländern belegen Ausbeutung und schockierende Fälle von moderner Sklavenarbeit. Zudem erhalten Arbeiter*innen immer weniger vom Erlös der von ihnen geernteten Produkte. Oxfam fordert, dass die Rekordumsätze der Supermärkte bei den Menschen ankommen müssen, die unser Essen herstellen.

Im Corona-Jahr 2020 wurden Supermärkte zu Krisengewinnern. Laut Oxfams Recherchen stiegen die Umsätze von Discountern wie Lidl und Aldi um knapp neun Prozent, bei klassischen Supermärkten wie Rewe und EDEKA um knapp 17 Prozent. Der Umsatzboom spiegelt sich auch bei den Vermögen der Eigentümer*innen wider. Das Vermögen von Beate Heister und Karl Albrecht Junior, den Haupteigentümer*innen von Aldi Süd, wuchs von knapp 18 auf fast 25 Milliarden Euro. Das Vermögen von Dieter Schwarz, dem Eigentümer der Schwarz-Gruppe, zu der Kaufland und Lidl gehören, wuchs um mehr als 30 Prozent.

„Während die Supermarktketten Kasse machten, kämpfen die Arbeiter*innen, die unser Essen herstellen, um ihre Existenz", sagt Tim Zahn, Oxfam Experte für Wirtschaft und Menschenrechte. Oxfam-Recherchen in Brasilien, Indien, Südafrika und Thailand ergaben, dass viele Arbeiter*innen ihre Arbeitsplätze verloren haben. Wenn sie weiterarbeiten konnten, sind sie bei ihrer Arbeit kaum gegen Corona geschützt. Die Pandemie verstärkt darüber hinaus die Benachteiligung von Frauen, die durch die Pandemie überdurchschnittlich häufig ihre Jobs verloren haben und zusätzliche Care-Arbeit leisten.

Profite entlang der Lieferkette extrem ungleich verteilt

Neue Oxfam-Berechnungen für Kaffee aus Brasilien, Tee aus Indien und Wein aus Südafrika zeigen, dass Arbeiter*innen immer weniger vom Preis bekommen, den Konsument*innen im Supermarkt bezahlen, während die Supermärkte den größten Anteil für sich behalten. Arbeiter*innen auf Traubenplantagen in Südafrika und auf Teeplantagen im indischen Bundesstaat Assam erhalten nur ein Prozent des Verkaufspreises. So verdienen Teepflücker*innen im indischen Bundesstaat Assam täglich gerade einmal 1,91 Euro. Im Kaffeesektor im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais beträgt die Lücke zwischen gezahlten Löhnen und existenzsichernden Löhnen 40 Prozent. „Dabei wäre Geld genug da", so Tim Zahn. „Allein die Pandemiegewinne der Eigentümer von Aldi Süd hätten ausgereicht, um rund vier Millionen Beschäftigten im brasilianischen Kaffee-Sektor existenzsichernde Löhne zu zahlen."

Fälle von „moderner Sklavenarbeit" in Lieferketten deutscher Supermärkte

Auf Kaffeeplantagen in Brasilien hat Oxfam besonders drastische Fälle gefunden. Hier stehen einige Plantagenbesitzer*innen wegen „moderner Sklaverei" auf der offiziellen „Lista suja" (übersetzt: schmutzige Liste) der Regierung. Arbeiter*innen, mit denen Oxfam gesprochen hat, berichten von Unterkünften ohne fließendes Wasser, extremer körperlicher Arbeit und fehlendem Schutz gegen giftige Pestizide oder das Coronavirus. Von ihren niedrigen Löhnen können die Arbeiter*innen kaum leben, zudem müssen sie Ausrüstung und Schutzkleidung selbst kaufen, wofür sie sich oft bei den Plantagenbesitzern verschulden. Obwohl die Plantagen auf der schmutzigen Liste stehen, hat Oxfam Belege für Verbindungen zu deutschen Supermarktketten.

Oxfam fordert, dass Arbeiter*innen in den globalen Lieferketten ausreichend gegen Corona geschützt sind, kostenlose Schutzbekleidung erhalten und im Falle einer COVID-19-Erkrankung weiterhin Lohn bekommen. Außerdem müssen die Supermarktketten ihr Geschäftsmodell verändern, so dass die Beschäftigten in den globalen Lieferketten von ihrer Arbeit leben können und ihre Rechte geachtet werden. Das kürzlich verabschiedete Lieferkettengesetz ist ein erster Schritt, doch nur eine Minimallösung. Die Bundesregierung muss dieses nachschärfen und sich für eine weitreichendere Regelung in der EU einsetzen.

 

Hintergrundinformationen:

  • Der Begriff der modernen Sklaverei umfasst laut den Vereinten Nationen eine Vielzahl an Ausbeutungsverhältnissen, darunter die sogenannte Schuldknechtschaft. Häufig sind Arbeiter*innen bei ihren Arbeitgeber*innen verschuldet, sodass sie den Arbeitsplatz nur schwer wieder verlassen können, ihre Freiheit also eingeschränkt ist. Nach brasilianischem Gesetz umfasst „sklavenähnliche Arbeit" auch überlange Arbeitstage und erniedrigende Arbeitsbedingungen.

Redaktionelle Hinweise:

  • Die deutsche Studie „Pandemie-Profiteure und Virus-Verlierer*innen", eine Zusammenfassung und die englischsprachige Studie stehen hier zum Download bereit
  • Grafiken zur Preisverteilung und Bildmaterial von brasilianischen Kaffeeplantagen finden Sie hier
  • Oxfams Experte für Wirtschaft und Menschenrechte, Tim Zahn, steht für Interviews zur Verfügung

 


FIAN und ECCHR reichen Klage gegen KfW Förderbank ein

SID Blog - 21. Juni 2021 - 11:45
KfW verweigert Informationszugang zu Menschenrechts- und Umweltauswirkungen bei Investition in Paraguay
Köln, Berlin – Die Menschenrechtsorganisation FIAN reicht heute mit Unterstützung des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) beim Verwaltungsgericht Frankfurt am Main eine Auskunftsklage gegen die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein. Die KfW verweigert eine Einsichtnahme in die Umwelt- und Sozialaktionspläne des in Paraguay aktiven luxemburger Agrarinvestors PAYCO. Die KfW-Tochter Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) hatte 2013 über 15 Prozent von PAYCO erworben.

„Die Projekte von KfW und DEG sind an die Ziele der deutschen Entwicklungspolitik gebunden. Eine Kontrolle durch Abgeordnete, Medien und kritische Öffentlichkeit ist jedoch nur möglich, wenn diese die notwendigen Informationen erhalten", so Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN Deutschland. KfW und DEG hatten über Jahre hinweg Informationen zu PAYCO verweigert, sogar gegenüber Abgeordneten des Deutschen Bundestags. „Im vorliegenden Fall stellt die DEG private Landbesitzansprüche aus der Zeit der Diktatur in Paraguay über grundlegende Menschenrechte. Das ist für einen mit Entwicklungspolitik beauftragten Akteur ein Armutszeugnis. Der Aufsichtsrat der DEG, in dem das Entwicklungsministerium den Vorsitz innehat, muss hier endlich handeln", so Mimkes weiter.

„Projekte, die indirekt durch die KfW und DEG finanziert werden, müssen menschenrechts- und umweltschutzkonform sowie öffentlich zugänglich sein", ergänzt Christian Schliemann vom ECCHR. „Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat bereits in seinem Urteil vom November 2019 ausgeführt, dass die KfW Informationen im Sinne des Informationsfreiheitsgesetzes herauszugeben hat."

„Die KfW und die DEG verweigern die Einsichtnahme in die Umwelt- und Sozialaktionspläne von PAYCO auf Grundlage von angeblichen Geschäftsgeheimnissen. Doch mit diesem Argument könnten die KfW und die DEG die Offenlegung jeglicher Information verweigern, da fast jedes ihrer Projekte ein sogenanntes Geschäft tangiert", sagt Rechtsanwältin Anna Gilsbach, die die Klage für FIAN und ECCHR formuliert hat.

PAYCO ist mit 146.000 Hektar der zweitgrößte Landbesitzer in Paraguay – dies entspricht fast dreimal der Fläche des Bodensees. Das Agrarunternehmen betreibt hauptsächlich Soja-Anbau und Viehzucht und vertreibt zudem genmanipuliertes Saatgut. Wiederholt wurden auf PAYCO-Farmen Entwaldung und Landkonflikte mit Indigenen dokumentiert. Im Westteil von Paraguay wird eine der höchsten Entwaldungsraten weltweit dokumentiert.

Nach UN-Angaben sind rund zehn Prozent der Bevölkerung in Paraguay unterernährt. Große Teile der indigenen Bevölkerung leben in extremer Armut. Dies hängt eng mit der starken Landkonzentration zusammen: Paraguay gehört zu den Ländern mit der höchsten Flächenkonzentration weltweit. Rund 2,6 Prozent der Landbesitzer halten mehr als 80 Prozent der Agrarflächen.

Weitere Informationen: Hintergrundpapier zu PAYCO 

UN-Flüchtlingszahlen und humanitäre Krise in Syrien

SID Blog - 18. Juni 2021 - 13:22

18.06.2021 | Pressemitteilung

Welthungerhilfe zu UN-Flüchtlingszahlen und der Situation in Syrien
Hungerkrise für Bürgerkriegsflüchtlinge spitzt sich zu

Bonn/Berlin, 18.06.2021. Die neuen UN-Flüchtlingszahlen sind trotz der Corona-Pandemie auf einen traurigen Rekordwert gestiegen: Mehr als 82 Millionen Menschen weltweit mussten ihre Heimat wegen Verfolgung, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen verlassen. Das entspricht fast der gesamten Einwohnerzahl Deutschlands. 86 Prozent aller Vertriebenen findet Zuflucht in den Nachbarländern oder in Ländern des Südens, die ohnehin mit Hunger und Armut kämpfen.

Allein Syrien zählt nach zehn Jahren Bürgerkrieg 13,5 Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene – ein trauriger Rekord weltweit. Vor allem die Lage der Vertriebenen innerhalb Syriens ist dramatisch. Rund 2,7 Millionen Binnenvertriebene sitzen im Nordwesten Syriens an der Grenze zur Türkei fest: „Die Bedingungen in den Camps sind vielerorts katastrophal. Neben Armut, Perspektivlosigkeit und der Angst vor Corona ist der zunehmende Hunger eines der größten Probleme. Die Preise für Brot, Gemüse und Früchte steigen ungebremst. Gleichzeitig sehen wir, dass das Regime, wie jedes Jahr zur Erntezeit, erntereife Felder gezielt in Brand schießt und Hunger als Waffe einsetzt“, schildert Konstantin Witschel, Programmkoordinator für Syrien, die Lage.

„Wenn jetzt auch noch der letzte Grenzübergang für Hilfsgüter der Vereinten Nationen aus der Türkei geschlossen wird, droht die ohnehin katastrophale humanitäre Lage völlig außer Kontrolle zu geraten. Für mehr als eine Million Menschen ist die grenzüberschreitende Nahrungsmittelhilfe der Vereinten Nationen überlebenswichtig. Auch die Impf-Kampagne gegen Covid-19 im Nord-Westen des Landes steht auf dem Spiel“, sagt Konstantin Witschel mit Blick auf die grenzüberschreitende Hilfe, über die Anfang Juli im Sicherheitsrat erneut entschieden werden muss.

Die Welthungerhilfe hilft in Syrien sowie in den Nachbarländern Türkei und Libanon Menschen, die vor dem Krieg in Syrien geflohen sind. Im Jahr 2020 unterstützte die Welthungerhilfe in Syrien über 600.000 Menschen größtenteils durch Nahrungsmittelhilfe, z.B. Nahrungsmittelgutscheine, Mehllieferungen für Bäckereien und Saatgut, Dünger und Werkzeuge für die landwirtschaftliche Produktion.

Konstantin Witschel, Programmkoordinator für Syrien, steht für Interviews zur Verfügung.

Weitere Informationen sowie Fotos zum Download finden Sie unter www.welthungerhilfe.de/presse

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 9.830 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 3,95 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.



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