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IWF nimmt langjährige Forderung des World Future Council zur globalen Finanzierung des Klimaschutzes auf

SID Blog - 3. Dezember 2021 - 23:26
Warum die neuen „Sonderziehungsrechte" des IWF im Wert von 650 Mrd. US-Dollar der Gamechanger bei der Finanzierung des globalen Klimaschutz und der...
Pressemitteilung zur sofortigen Veröffentlichung
IWF nimmt langjährige Forderung des World Future Council zur globalen Finanzierung des Klimaschutzes auf   Warum die neuen „Sonderziehungsrechte" des IWF im Wert von 650 Mrd. US-Dollar der Gamechanger bei der Finanzierung des globalen Klimaschutz und der Überwindung der Covid-19 Krise sein können   Hamburg, 03.12.2021 - Die Klimakonferenz (COP26) in Glasgow hat die „Sonderziehungsrechte" des IWF als mögliche Finanzierungsquelle von Klimaschutzinvestitionen in ihr Abschlussdokument aufgenommen. Bereits im August hatte der IWF auf Antrag seiner Mitglieder beschlossen neue „Sonderziehungsrechte" im Wert von 650 Mrd. US-Dollar zu schaffen und an seine Mitglieder zu überweisen. 

Die Sonderziehungsrechte (SZR) des IWF stellen faktisch eine eigene internationale Währung dar, weil sie in jede beliebige andere Reservewährung getauscht werden können. Die schon 1969 eingeführte SZR-Währung führte lange Zeit ein Schattendasein, bis im Finanzkrisenjahr 2009 zum ersten Mal eine größere Summe – im Wert von 250 Mrd. US-Dollar – geschöpft wurde, um mit der zusätzlichen globalen Liquidität die Weltwirtschaft zu stabilisieren. Der World Future Council (WFC) nahm dies auf und forderte bereits auf der Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen (COP15) diese Finanzierungsmöglichkeit auch zur Umsetzung des globalen Klimaschutzes zu nutzen. Weitere SZR-Schöpfungen wurden jedoch zunächst seitens der USA verhindert, da diese eine Unterminierung des Dollar als globale Leitwährung befürchteten. 

Mit der aktuellen SZR-Schaffung haben die USA ihr Veto aufgegeben. Die neue Liquidität an internationaler Reserve-Währung soll laut Willen der IWF Mitgliedsstaaten genutzt werden, um der Covid-19 Krise zu begegnen, aber auch um die Finanzierung von Klimaschutzinvestitionen zu unterstützen. Da die neuen SZR aber analog zu den Mitgliedsquoten der Staaten verteilt werden bekommen die reichen Länder des Globalen Norden mit rund 400 Mrd. Dollar den Hauptteil der SZR, während die Staaten, die die neue Liquidität am nötigsten brauchen, nur einen kleinen Teil erhalten.

Da dies im Widerspruch zur eigentlichen Intension der aktuellen SZR-Schöpfung steht, wird nun auch unter den reichen Staaten diskutiert, wie sie zumindest einen Teil ihrer neuen SZR an die Staaten des Globalen Südens weiterleiten können. 

„Die Entwicklung neue SZR des IWF zur Bekämpfung der Covid-19 und der Klimakrise zu nutzen, ist sehr zu begrüßen und ein wichtiger Schritt in Richtung einer globalen Zusammenarbeit," sagt Alexandra Wandel, Vorstandsvorsitzende des World Future Councils. Dr. Matthias Kroll, Chief Economist des WFC ergänzt: „Die entscheidende Frage ist aber nun, ob diese neuen SZR tatsächlich in der benötigten Form eines rückzahlungsfreien Zuschusses weitergeleitet werden, oder nur in Form neuer Kredite. Letzteres würde aber die schon jetzt kaum tragbare Auslandsverschuldung der Staaten des Globalen Südens weiter erhöhen und daher weder dem Klimaschutz noch dem Wiederaufbau nach der Covid-Krise helfen." 

Dr. Matthias Kroll zeigt in einem neuen Policy Brief für die F20 wie die neuen SZR als rückzahlungsfreier Zuschuss weitergeleitet werden können, während trotzdem alle Seiten davon profitieren. 

Das F20 - Policy Briefing #3/2021 "Funding Global Climate Action and Overcoming the COVID-19 Crisis Through the IMF's Newly Created SDRs – What does the new G20 Initiative mean and how can this be a real game changer?" ist hier https://www.foundations-20.org/f20-policy-briefing-2021-11-29-sdrs/ abrufbar.  PRESSEKONTAKT
Anna-Lara Stehn
Media & Communications Manager, World Future Council
miriam.petersen@worldfuturecouncil.org
T: 040 3070914-0   Über die Stiftung World Future Council
Der World Future Council (WFC) verfolgt das Ziel, unseren Kindern und Enkeln einen gesunden, nachhaltigen Planeten mit gerechten und friedlichen Gesellschaften zu übergeben. Um dies zu erreichen, identifizieren, entwickeln, beleuchten und verbreiten wir zukunftsgerechte Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Menschheit und fördern deren Umsetzung weltweit. Der Rat besteht aus 50 internationalen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kultur. Jakob von Uexküll, der Gründer des Alternativen Nobelpreises, hat den World Future Council 2007 ins Leben gerufen. Wir sind als gemeinnützige Stiftung in Hamburg registriert und finanzieren unsere Arbeit über Spenden und institutionelle Partnerschaften. 




EWIK Newsletter Dezember / Januar: Globales Lernen - lebenslang

SID Blog - 3. Dezember 2021 - 23:23

Newsletter Eine Welt Internet Konferenz

Der Infodienst des Portals Globales Lernen

Ausgabe Dezember 2021 / Januar 2022: Globales Lernen - lebenslang

Lebenslang voneinander lernen

Liebe Leserinnen und Leser!

Am 10. November hat die UNESCO den Bericht "Reimagining our futures together - A new social contract for education" veröffentlicht (Download unter www.unesco.de). In diesem möchten die Autor*innen die Diskussion für einen neuen Gesellschaftsvertrag für Bildung anstoßen. Alle, die sich für die Zukunft der Bildung interessieren, werden hier spannende Anregungen finden. Ein Blick lohnt sich.

In dem Bericht fordern uns die Autor*innen u. a. dazu auf, "das Ver-lernen zu lernen" (learning to unlearn). D. h. unsere Voreingenommenheit, unsere Vorurteile sowie entzweiende Gedanken und Verhaltensweisen, die wir bewusst und unbewusst in uns tragen, zu erkennen und zu transformieren. Zwar ist dieser Prozess für alle Altersgruppen wichtig, jedoch können Angebote des Globalen Lernens eine entscheidende Rolle dabei spielen, Erwachsenen im Rahmen des Lebenslangen Lernens einen sicheren Rahmen zu bieten, in dem nicht nur sicher geglaubte Gewissheiten, sondern auch die eigenen Privilegien kritisch hinterfragt werden können, die ihnen aufgrund von Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht usw. zuteil werden. Inhaltliche und methodische Anknüpfungspunkte finden sich z. B. beim Anti-Rassismus, Critical Whiteness, in der postkolonialen Theorie und des intersektionalen Feminismus - machtkritische Konzepte, die im gesellschaftlichen Diskurs vor allem von jungen Menschen stark gemacht werden.

Ein lebhafter Austausch zwischen unterschiedlichen Altersgruppen befruchtet. Die Globale Bildungskampagne wurde durch ihre Entscheidung 2015, junge Stimmen in den eigenen Strukturen zu fördern, belebt und verändert. Das weltweite Bündnis von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften verteidigt das Menschenrecht auf gute, öffentliche, inklusive Bildung für alle seit 1999. Seit einiger Zeit hören wir zunehmend die Stimmen von jungen, engagierten Menschen aus dem Globalen Süden. Dabei stellen sie z. B. auch die Frage, welche Rolle Dekolonisierung bei der Gestaltung von Bildungssystemen spielen kann und muss. Erst im Oktober wurde eine Dialogreihe gestartet, die z. B. über den YouTube-Kanal der Global Campaign for Education nachvollzogen werden kann.

Auch die deutsche Sektion der Globalen Bildungskampagne hat 2020 ebenfalls eine Jugend-Task-Force gegründet (bei Twitter und Instagram zu finden unter @gbkjugend). Auch wir stellen fest: Anti-Rassismus, intersektionaler Feminismus und Postkolonialismus interessieren die jungen Menschen. Dadurch, dass wir uns ihnen öffnen, lernen und verändern wir uns - als Individuen und Organisationen.
Wer Lust hat, sich in der Gruppe junger Menschen zwischen 18 bis 26 Jahren für das Recht auf Bildung stark zu machen, findet weitere Infos auf www.bildungskampagne.org/jugend.

Der Newsletter des Portals Globales Lernen zum Jahreswechsel stellt zum Thema lebenslanges Lernen ausgewählte Materialien und Weiterbildungsangebote vor, aber auch eine Reihe lehrreicher Podcasts wie auch spannende Plan- und Gesellschaftsspiele zum Einsatz in Gruppen und im Familien- und Freundeskreis. Anregende Lektüre!

Maren Jesaitis, Koordinatorin Globale Bildungskampagne

 EWIK-Kooperationspartner Aktuelles
ARTE Campus - der neue Service von ARTE Education

Im Herbst 2021 wurde mit ARTE Campus ein neues Angebot von von ARTE Education ins Leben gerufen. Universitäten, Hochschulen und Medienzentren können eine ARTE Campus Lizenz erwerben und haben dann Zugriff auf eine Auswahl von über 1100 Videos in den Bereichen Kunst, Literatur, Sprachen und Kommunikation, Human- und Geisteswissenschaften, Wissenschaft und Technik - auch im Themenfeld Nachhaltige Entwicklung ist eine große Auswahl an Filmen verfügbar. Wie bei Educ'ARTE, der digitalen Schulmediathek des Senders ARTE, können auch hier Videos bearbeitet und z.B. mit Mind-Maps miteinander verknüpft werden.   BMZ-Publikationen für Kinder

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bietet verschiedene Publikationen für Kinder an, die sich gut zum Einsatz im Grundschulunterricht oder für Thementage eignen. Themen wie "Wo kommt unsere Kleidung her?" oder "Das Geheimnis der Tropenwälder" sind dabei altersgerecht aufbereitet, um Kindern einen ersten Einblick in diese Themen zu vermitteln. Alle Publikationen sind kostenlos in der Mediathek des BMZ - auch im Klassensatz - bestellbar.

Zeit statt Zeug schenken

Der fünfte Schal, das zehnte Parfüm. Es klingt furchtbar banal. Aber Dinge, die gekauft und dann besessen werden, kosten Zeit, Geld und Ressourcen. Traditionell verschärft sich das alles an Weihnachten noch ein wenig. Also warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Den guten Freunden gemeinsame Zeit schenken. Der Welt weniger Verbrauch. Im Zeit-statt-Zeug Shop gibt es viel Inspiration, Zeit zu verschenken: Basteln statt Bestellen, Demonstrieren statt Kaffeekränzchen oder Waldluft statt Parfüm. Mit einem Klick auf die Zeit-Idee erfahren Besucherinnen und Besucher der Website mehr über das Konsumverhalten zum jeweiligen Thema. Die Zeit-Idee kann mit einem personalisierten Gutschein verschenkt werden, der dann per Mail an die zu beschenkende Person geschickt werden kann.

 

Wirkungen verstehen, beobachten und nutzen – Eine Einführung in die Praxis wirkungsorientierter Evaluationen in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit

In der Handreichung „Wirkungen verstehen, beobachten und nutzen – Eine Einführung in die Praxis wirkungsorientierter Evaluationen in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit" wird dargestellt, welche Wirkungen Bildungsangebote entfalten können. In einer Schritt-für-Schritt Anleitung wird erklärt, wie sich Wirkungen beobachten und für die Weiterentwicklung von Angeboten nutzen lassen. Auf einem Plakat wird zudem dargestellt, wie die einzelnen Evaluations-Schritte sich in den Projektzyklus von Bildungsprojekten integrieren lassen. Die Handreichung wird durch das Online-Tool „Bildung wirkt – aber wie?" ergänzt.

CARE-Schreibwettbewerb 2022: „Wenn nicht jetzt, wann dann?!"

Zu spät? Zu aufwändig? Zu teuer? In einer Welt, in der Wälder brennen, Stürme wüten, Menschen auf der Flucht sind und sich politische und soziale Konflikte immer weiter zuspitzen, ist keine Zeit für faule Ausreden! Wir können vielleicht nicht kurz die ganze Welt retten - aber wir können damit anfangen und unseren Teil dazu beitragen. Unter dem Titel „Wenn nicht jetzt, wann dann?!" richtet die Hilfsorganisation CARE zum bereits neunten Mal einen Schreibwettbewerb für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 25 Jahren aus und möchte wissen: Was muss sich aus deiner Sicht ändern? Und was können wir dafür tun? Einsendeschluss ist der 23.01.2022. Die besten Texte werden im Rahmen des internationalen Literaturfestivals lit.COLOGNE vorgetragen und von einer prominenten Jury ausgezeichnet. Erstmalig wird der CARE-Schreibwettbewerb um einen Sonderpreis für Schulen ergänzt.
 

Sweet Revolution 2021: Stellt eure Schokotafel für fairen Kakao auf!

Fairer Kakaohandel geht alle etwas an! Zur Sweet Revolution fordert Fairtrade Deutschland im Aktionszeitraum vom 28. November bis zum 10. Dezember 2021: faire Einkommen, gerechte Arbeit- und Produktionsbedingungen und Schluss mit Kinderarbeit. Alle können einen Beitrag leisten und zeigen, dass wir eine Bewegung sind, die für fairen Handel einsteht. Dafür soll gemeinsam eine virtuelle Dominokette aus Schokoladentafeln aufgestellt werden: einmal um den gesamten Globus.

Multiplikator*innenschulung Globales Lernen 2022

Wie können Schülerinnen und Schüler für globale Zusammenhänge sensibilisiert werden? Welche Kompetenzen vermittelt das Globale Lernen und wie können Geschichten des nachhaltigen Handelns dabei genutzt werden? Denn Geschichten können nicht nur helfen, komplexe Themen überschaubar und greifbar darzustellen, sie schaffen auch einen positiven Zugang und motivieren zum Handeln.
Die Schulung des Eine Welt Forum Aachen richtet sich an Studierende und Interessierte, die mit Schulklassen und Jugendgruppen in der Städteregion Aachen zum Globalen Lernen arbeiten.
 

Praxisbuch für diskriminierungskritischen Unterricht

Dieser Praxisband von Carpus e.V. zum Globalen Lernen lädt Lehrkräfte zur Auseinandersetzung mit globaler Gerechtigkeit und eurozen­trischen Perspektiven im Schulunterricht ein. Ziel ist eine post­koloniale, diskriminierungskritische und transformative Päda­gogik, die die Schülerinnen und Schüler zur Gestaltung einer nachhaltigen und gerechten Zukunft befähigt. Anhand von (Unterrichts­)Beispielen und Alltagserfahrungen beschreibt ein diverses Team von Autorinnen und Autoren, wie Schule zur globa­len Gerechtigkeit aufklären kann. Gleichzeitig sensibilisieren die Beiträge für eine Pädagogik, die die Reproduktion von Stereotypen und einer eurozentrischen Perspektive vermeidet.

Themenschwerpunkt Jugendarbeit auf Bildung2030.at

Klimakrise & Co. sind auch in Ihrer Jugendarbeit immer öfter Thema? Dann gibt es Inspiration auf der digitalen Plattform Bildung2030.at mit dem neuen Themenschwerpunkt Jugendarbeit. Mit einer speziell zusammengestellten Sammlung aus Spielen, Ausstellungen und Materialien rund um die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bietet er konkrete Vorschläge, wie das Engagement der Jugendlichen für Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit bestärkt werden kann.
 OERcamp.global 2021

Am 9. bis 11. Dezember 2021 veranstaltet die Deutsche UNESCO-Kommission gemeinsam mit der Agentur J&K – Jöran und Konsorten ein globales 48-Stunden Online-Festival zum Thema Open Educational Resources. Ziel der Veranstaltung ist die Ermöglichung eines internationalen Wissensaustauschs zum Thema Open Education und Open Educational Resources (OER). Die Veranstaltung richtet sich an Praktikerinnen, Aktivisten, Wissenschaftlerinnen, nOERds und Neulinge im Bereich OER aus der ganzen Welt.
 Zum Schwerpunkt: Bildungsmaterialien


Globalisiert in Hamburg – Citizenship Education and Lifelong Learning

Die vorliegenden Materialien behandeln die Frage: "Welche Kompetenzen brauchen wir, um uns in der globaler werdenden Welt zurechtzufinden und diese als aktive Bürgerinnen und Bürger mitgestalten zu können?", mit unterschiedlichen Lernbausteinen. Diese wird am Beispiel der Auswirkungen der Globalisierung auf die Welthafenstadt Hamburg thematisiert. Verbunden werden hierbei lebensweltliche und alltägliche Erfahrungen mit internationalen Blickweisen und erziehungswissenschaftlichen Konzepten. Das Material kann in der Arbeit mit Studierenden oder pädagogischen Fachkräften eingesetzt werden.

Handreichungen zum Globalen Lernen in der Volkshochschule

Zur Unterstützung der entwicklungspolitischen Bildung an Volkshochschulen gibt das Projekt "Globales Lernen in der Volkshochschule" eine Materialienreihe heraus, die den Titel "Globales Lernen in der Volkshochschule" trägt. Die Bände liefern Hintergrundinformationen und didaktisch aufbereitete Materialien zu unterschiedlichen Fachbereichen an den Volkshochschulen, wie beispielsweise zur Länderkunde, zur kulturellen Bildung und Sprachenbildung.
  Verantwortungsvoll Reisen – Tourismus zukunftsfähig gestalten

Mit diesem Bildungsmaterial sollen Lehrerkräfte sowie Trainerinnen und Trainer, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und Referierende des Globalen Lernens und der entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit inhaltliche Anregungen bekommen, sich in ihren Kursen und Angeboten kritisch mit den Folgen des Reisens auseinanderzusetzen. Die Materialien enthalten Hintergrundinformationen, Texte sowie Links und geben Ideen zur didaktischen Gestaltung von schulischen und außerschulischen Gruppenangeboten.
Handreichung für Erwachsene: Food Diaries – Der globale Fußabdruck der Ernährung

Hilfe, wir essen die Welt auf! Im wahrsten Sinne des Wortes – denn unsere derzeitige Ernährungsweise und alles was damit zusammenhängt, ist alles andere als nachhaltig. Aktuell ist unser "Ökologischer Fußabdruck" einfach zu groß! Das Bildungsmaterial gibt in kurzen Fachtexten einen Einstieg. Mit Hilfe von Tagebüchern aus aller Welt lernen Sie andere Menschen und Kulturen kennen und finden Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Die enthaltenen Tests, Rätsel und ein Quartett runden das Heft ab.
  Wie wollen wir gelebt haben? Bildungsmaterialien und Methoden für den sozial-ökologischen Wandel

"Wie wollen wir gelebt haben?" Unter diesen Fragen hat es sich FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit zur Aufgabe gemacht, Menschen und Projekte zu porträtieren, die innerhalb einer gegenwärtig nicht-nachhaltigen Gesellschaft beginnen, etwas anders zu machen und ihre Handlungsspielräume zu nutzen. Die gemeinsamen Erfahrungen und Beispiele der Akteur*innen, die Ideen aus dem FUTURZWEI-Universum und die Haltung der proaktiven Nutzung der eigenen Handlungsspielräume sind zu einem Bündel Bildungsmaterialien für den sozial-ökologischen Wandel zusammengewachsen.
Zum Schwerpunkt: Multimediales
Bildung zum Hören: der Podcast Bildungswellen

Der Bildungs-Podcast Bildungswellen bietet regelmäßig Gespräche mit spannenden Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen – etwa Bildung, Wissenschaft, Natur- und Klimaschutz und nachhaltigem Unternehmertum. Erläutert werden relevante Themen rund um eine Bildung für nachhaltige Entwicklung und das Spektrum des Bildungsdiskurses damit erweitert. In der sechzehnten Folge des Podcasts Bildungswellen gibt es ein Gespräch mit den drei Gewinner*innen der BNE-Auszeichnung 2021 über ihre Projektideen und ihren Weg dorthin. 

fairtont. Der Weltladen-Podcast

fairtont. Der Weltladen-Podcast – das ist Fairer Handel für die Ohren. Laura und Solveig erzählen von Themen aus der Weltladen-Welt. Es gibt spannende Folgen zu Fair Fashion, dem Weltladen-Tag, der Klimakrise und Interviews mit interessanten Gästen. Am 15. jeden Monats gibt der Weltladen-Dachverband eine neue Folge heraus. Zu finden auf allen üblichen Podcast-Plattformen und unter www.weltladen.de/fairtont.

Der Utopia-Podcast - Einfach nachhaltig leben

Die Menschheit steht vor großen ökologischen und sozialen Herausforderungen. Doch obwohl die Zeit drängt, hat Nachhaltigkeit noch immer nicht oberste Priorität: weder auf der politischen Agenda noch bei der Mehrzahl der Verbraucher*innen oder bei Unternehmen. Der Utopia-Podcast beschäftigt sich mit der Frage, wie wir gemeinsam einen wirksamen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft leisten können. Aktuelle Themen sind "Siegelkunde: Welche Siegel beim Einkaufen helfen - und welche nicht" oder "Nachhaltiger Wintersport".  

Film „Made in Bangladesh" - mit Begleitmaterial

Die 23-jährige Shimu arbeitet in einer Textilfabrik in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, unter ausbeuterischen Bedingungen. Doch sie setzt sich zur Wehr, indem sie, zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen, eine Gewerkschaft gründet. Daraufhin übt ihr Ehemann Druck auf sie aus und die Fabrikleitung beginnt ihr zu drohen. Aber Shimu lässt sich nicht entmutigen. Das Begleitmaterial zum Film führt in die Themen Textilkonsum und -produktion, Arbeitsrechte sowie die Gleichberechtigung der Frau in Deutschland und Bangladesch ein.

SDG-Tool: Wirkel

Das Wort Wirkel kommt von „WIRKsamkeit". RENN.west ist der Überzeugung, dass eine bessere Welt nicht irgendwo fertig im Regal wartet, sondern dass wir sie selbst gestalten müssen - und können. Es kommt also auf unsere Mitwirkung an. Aus dieser Überzeugung heraus hat RENN.west den Wirkel erstellt. Er ist ein Spiel, aber auch eine Ideensammlung von ganz praktischen Anregungen, wie jede und jeder die Welt verändern kann. Die Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten des Wirkels orientieren sich an den 17 Zielen nachhaltiger Entwicklung, die sich die Weltgemeinschaft 2015 zum gemeinsamen Ziel gesetzt hat. Mehr zu den 17 Zielen nachhaltiger Entwicklung gibt es im Wirkel.  Zum Schwerpunkt: Plan- und Gesellschaftsspiele
Brettspiel: Terra Futura

Wie kann eine klimafreundliche Wirtschaft funktionieren? Das rasante Brettspiel „Terra Futura" von der Christlichen Initiative Romero e.V., das im Rahmen der europäischen Klimagerechtigkeits-Kampagne „Game On" entstanden ist, gibt Antworten auf die Frage und zeigt allen Spielbegeisterten, welche Wege in eine klimagerechte Zukunft führen. Mit Terra Futura können 2 bis 5 Spielerinnen und Spieler ab zehn Jahren zu Gestalterinnen und Gestaltern der Energiewende werden. Gemeinsam können sie lernen, wie eine sozial gerechte Klimawende aussehen könnte.  

WELT MACHT HUNGER: das praxisorientierte Bildungsprogramm mit Planspiel

WELT MACHT HUNGER ist ein praxisorientiertes Bildungsprogramm im Bereich des Globalen Lernens für Jugend- und Erwachsenenbildung. Der zentrale didaktische Baustein von WELT MACHT HUNGER ist ein Planspiel, durch das die Spielenden aus einer oft ohnmächtigen Haltung heraus zur Handlungskompetenz geführt werden. Einsetzbar ist das Spiel im schulischen Kontext, empfohlen ist es aber auch in Organisationen, Institutionen und Unternehmen, die ein tieferes Verständnis für globale Zusammenhänge zum Thema Hunger in der Welt, globale Kooperation und Nachhaltigkeit generieren wollen, um intrinsische Motivation für Verhaltensänderungen in Gang zu setzen.

Weltverteilungsspiel

Das Weltspiel ist ein Aktionsspiel für Gruppen (Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene). Es macht die Verteilung der einzelnen Weltressourcen erfahrbar. Anhand von Zahlen setzen sich die Spielenden mit der Weltbevölkerung, dem Welteinkommen und dem Energieverbrauch auf der Welt auseinander und erkennen globale Zusammenhänge.  

Kartenspiel "Die Welt im Kaleidoskop"

Täglich stellt uns das Leben in der globalisierten Welt vor Situationen, in denen wir entscheiden müssen: Wie können wir gut und dabei nicht auf Kosten anderer Menschen und der Umwelt leben? Das Kartenspiel "Die Welt im Kaleidoskop" rückt solche Situationen ins Bewusstsein und regt an, sie aus ganz unterschiedlichen Perspektiven des Menschseins zu reflektieren. Wie in einem Kaleidoskop ergeben sich dabei immer wieder neue Kombinationen von Fragen, die Alltägliches in neuem Licht erscheinen lassen und neue Perspektiven eröffnen.

Zum Schwerpunkt: Fort- und Weiterbildung


Dossier „Nachhaltigkeit in der Erwachsenen- und Weiterbildung" im wb-web

Hochwertige Bildung ist das vierte Ziel auf der Agenda für nachhaltige Entwicklung der vereinten Nationen. Diese erreicht man durch kompetente Lehrende, gute Bildungsangebote oder auch das Recht und die Möglichkeit zu Bildung. Aber nicht allein deshalb wendet sich das Portal wb-web mit einem Dossier dem Thema Nachhaltigkeit in der Erwachsenen- und Weiterbildung zu. Viel mehr dürfte es ein Dauerthema der Erwachsenenbildung werden bzw. sollte es schon sein. Wie sonst können sich Menschen in unserer Gesellschaft über die Möglichkeiten und Notwendigkeiten nachhaltigen Handelns informieren, sich über Chancen und Herausforderungen austauschen sowie konstruktive Lösungen entwickeln, wenn nicht durch lebensbegleitende Bildungsangebote?

Entwicklungspolitisches Bildungsprogramm der AWO International

Das entwicklungspolitische Bildungsangebot der AWO International e. V. nimmt Herausforderungen und Chancen der Globalisierung in den Blick und gibt Impulse für ein werteorientiertes, nachhaltiges Handeln. Dazu bietet die AWO Fortbildungen und Online-Kurse zu den Themen Globales Lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Global Citizenship Education an. Das Fortbildungsangebot erklärt methodisch-didaktische Hintergründe, regt Pädagog*innen zur Selbstreflexion und Zielsetzung an und vermittelt konkrete Methoden, wie globale Themen teilnehmer*innen-orientiert vermittelt werden können.  

Projekttage, Workshops und Projektwochen des Ökohaus e.V. Rostock

Mit den Projektags-Angeboten möchte das Ökohaus e.V. Rostock Jugendliche und Erwachsene anregen, sich mit einer solidarischen und nachhaltigen Gesellschaft zu beschäftigen. Die Projekttage können einzeln gebucht werden. Für ein tieferes Verständnis empfiehlt das Ökohaus die Buchung mehrerer Projekttage. Dies ist entweder über das Jahr verteilt oder am Stück möglich. Zielstellung ist eine tiefere Auseinandersetzung mit Themen des gesellschaftlichen Wandels und globaler Gerechtigkeit. Im Rahmen einer Projektwoche können einzelne Themen des Globalen Lernens bzw. der BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) deutlich vertieft werden. Neben der Vermittlung von Hintergrundwissen werden vor allem auch „Soft Skills" bei den Teilnehmenden trainiert. Es gilt eigene Ideen und Projekte für die Entwicklung einer solidarischen und nachhaltigen Gesellschaft zu entwickeln.

Der Lernort Weltladen

Weltläden bieten ein perfektes Lernsetting für all diejenigen, die sich mit dem Fairen Handel und den Auswirkungen des globalen Wirtschaftssystems auf Mensch und Umwelt auseinandersetzen wollen. Sie stellen Multiplikator*innen und anderen Interessierten Bildungsmaterialien rund um den Fairen Handel zur Verfügung und können zudem als außerschulische Lernorte von Schulklassen und anderen Gruppen genutzt werden. Im Weltladen wird gemeinsam mit anderen Generationen gelernt, interaktive Methoden ausprobiert und vor allem individuelle und kollektive Handlungsmöglichkeiten ergriffen. Auch für die Mitarbeiter*innen bietet der Weltladen durch die kontinuierliche Weiterbildung einen Raum für selbstorganisiertes (lebenslanges) Lernen.
 

#sporthandeltfair - Der nachhaltige Sportverein der Zukunft – Ein Leitfaden

Sport und Konsum gehen Hand in Hand. Jährlich werden alleine in Deutschland mehrere Milliarden Euro für Sportbekleidung und Sportgeräte ausgegeben. Wie in anderen Märkten auch, umspannen die Lieferketten von Sportartikeln längst den gesamten Globus. Dabei kommt es fast überall wo Sportartikel produziert werden täglich zu Arbeitsrechts- und Menschenrechtsverletzungen. Die Kampagne #sporthandeltfair steht für mehr globale Gerechtigkeit im Sport. Denn nicht nur der eigene Einkauf privat, sondern auch Sportvereine haben die Möglichkeit, einen ganz eigenen Beitrag zu mehr globaler Gerechtigkeit im Sport zu leisten. Ein Leitfaden erklärt die Vorbereitung und Umsetzung sowie die Potenziale nachhaltiger Vereinsführung und stellt mehrere Best-Practice-Beispiele vor.

EU-Afrika-Blog

Mit dem Online-Angebot EU-Afrika-Blog möchte SÜDWIND die EU-Politik gegenüber Afrika konstruktiv-kritisch begleiten und das Wissen über Afrika und seine 54 Länder im Sinne einer stärkeren Berücksichtigung der Interessen der afrikanischen Partner*innen erweitern. Ausführliche Hintergrundartikel, ein Glossar, das auch für Neueinsteiger*innen eine Hilfe im Fachsprech-Dschungel bietet, sowie Blogbeiträge informieren über und diskutieren zentrale Themen der EU-Afrika-Beziehungen.
 Aus unseren Fokusrubriken
Das Portal Globales Lernen setzt mit seiner Rubrik „Im Fokus" thematische Schwerpunkte, um aktuelle Themen des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausführlicher behandeln zu können.

Diese Schwerpunkte sind aktuell:

Wasser
Fridays for Future

Digitalisierung und Globales Lernen
Weniger ist mehr / Degrowth
Sustainable Development Goals (SDG)
Flucht und Asyl
Abfall und Müllexporte weltweit
Lebensmittelverschwendung

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen aktuelle Meldungen aus diesen Rubriken.




Wasser – Methodenhandreichung für Multiplikator*innen

Im Rahmen des Projekts Eine Welt = Deine Welt des arche noVa e.V. wurde eine Handreichung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erarbeitet, die bei der Bearbeitung des Themenkomplexes Wasser mit verschiedenen Methoden, Materialien und Hintergrundinformationen ab der 3. Klasse bis zur Oberstufe unterstützen soll. Aufgeteilt in die Module „Wasser allgemein", „Virtuelles Wasser", „WASH-Wasser, Sanitär und Hygiene", „Menschenrecht Wasser" und „Konflikte um Wasser" unterstützt die Handreichung dabei, das Thema Wasser und einzelne Vertiefungsschwerpunkte für die Teilnehmenden vorzubereiten und mit ihnen durchzuführen.

Youth Unstoppable - Der Aufstieg der globalen Jugend-Klimabewegung

Mit 15 Jahren begann die kanadische Filmemacherin Slater Jewell-Kemker, sich in der weltweiten Jugendbewegung gegen den Klimawandel zu engagieren und auch selber zu filmen. Zwölf Jahre lang begleitete sie die weltweit wachsende Jugendbewegung von innen heraus. Slater hat den Blick einer Jugendlichen, die für ihre Zukunft und für die der anderen kämpft. Sie ist Teil des Protests - mit ihrer Kamera und mit ihrer Stimme, anfangs noch unsicher, mit der Zeit aber immer klarer und lauter. Das Begleitmaterial bietet ausführliche Hintergrundinformationen zum Film. Die Arbeitsblätter greifen wichtige Themen aus dem Film auf und ermöglichen sowohl eine Reflexion des Gesehenen sowie eine Vertiefung der angesprochenen Themen.

 

Konfi-Arbeit grenzenlos - Digital aktiv in der Einen Welt

Das Heft „Konfi-Arbeit grenzenlos" umfasst eine Sammlung an Methoden und Bausteine aus und für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden in der Einen Welt. Einige behandeln explizit Fragestellungen des Globalen Lernens. Andere wiederum sind offen und laden die Jugendlichen ein, selbst ihre Themen zu setzen. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei die Nutzung digitaler Medien. Dabei setzen sie sich kritisch mit der Welt auseinander und üben sich im Perspektivwechsel. Im kreativen Entwickeln von Inhalten und Lösungsansätzen können sie sich als selbstwirksam erleben und werden zum weiteren Engagement in Kirche und Gesellschaft motiviert.

LearnStep „Der ökologische Fußabdruck"

Jeder Mensch verbraucht Rohstoffe und Energie, produziert Müll und Abgase. Das heißt, dass jeder einen sogenannten „ökologischen Fußabdruck" auf der Erde hinterlässt. In diesem LearnStep erfahren die Schüler*innen erfahren, was hinter dem Konzept des „ökologischen Fußabdrucks" steht, wie er berechnet wird und wie die globale Verteilung des Ressourcenverbrauchs ist. Die vom Globalen Klassenzimmer im Eine Welt Forum Aachen e.V. entwickelten digitalen LearnSteps zu Nachhaltigkeitsthemen dauern ca. 15 - 30 Minuten, eignen sich für Schüler*innen ab Klasse 5 und sind auch sehr gut im Homeschooling einsetzbar. Weitere Themen: „Der digitale CO2-Fußabdruck" und „Das gute digitale Leben".

 

Plan International: SDG-Ausstellung in Oldenburg

Die interaktive Wanderausstellung „Mission 2030 – Globale Ziele erleben" ist jetzt im Landesmuseum Mensch und Natur in Oldenburg zu entdecken. Bis April können Besucherinnen und Besucher ab 12 Jahren auf eine virtuelle Weltreise gehen und dabei Menschen aus 7 Ländern auf vier Kontinenten kennenlernen. Mission 2030 macht 7 der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung anhand konkreter Beispiele und direkt aus der Lebenswelt der Protagonistinnen und Protagonisten anschaulich. Zur Vor- oder Nachbereitung gibt es ausführliches Material für den Unterricht mit vielen Übungen, von denen die meisten auch unabhängig von einem Besuch der Ausstellung genutzt werden können.

Neues vom Blog EineWeltBlaBla


EineWeltBlaBla im November 2021

Der graue November. Für viele der wohl unbeliebteste Monat im Jahr. In unserem Blog haben wir für Abwechslung in den grauen Novembertagen gesorgt und unseren Leserinnen und Lesern spannende Themen und Projektideen vorgestellt.
Wie wäre es mit einer Teilnahme am CARE-Schreibwettbewerb oder am Bergwaldprojekt? Oder etwas Inspiration für mehr Klimaschutz durch die Klimaaktivistin Hilda Flavia Nakabuye? Zusammen mit den Sápara ihren Sieg feiern, mehr über The Ocean Clean-Up und Wasser in Lesotho erfahren oder doch die eigene Zeitgestaltung mit Blick auf Nachhaltigkeit überdenken? Diesen Monat war bestimmt für jede und jeden etwas Spannendes dabei!

Kennt ihr schon unseren Instagram und Facebook Account? Da werdet ihr regelmäßig über die Veröffentlichung unserer neuen Beiträge informiert!
Wir freuen uns, wenn ihr mitredet!

Neues aus den Datenbanken
Datenbank Eine Welt Medien – Filmtipps zum Thema Globales Lernen – lebenslang (SDG 4)

Zum Schwerpunkt dieses Newsletters findet sich auf der Datenbank Eine Welt Medien wieder eine interessante Zusammenstellung von Filmen, die die Rolle von inklusiver, gerechter und hochwertiger Bildung sowie die Bedeutung lebenslanger Chancen auf Bildung für alle thematisieren.
Verwiesen wird auch auf das Fortbildungsprogramm Filmbildung,das von europäischen Filminstituten entwickelt wurde. In dem Programm wird die Bedeutung von Filmbildung für Bildungsprozesse allgemein beleuchtet, weiterhin geht es um die Hintergründe und die Auswahl von Filmen für bestimmte Gruppen.
Alle Filmempfehlungen stellt die Datenbank Eine Welt Medien jeweils mit ausführlicher Beschreibung, Altersempfehlung und Nennung der Verleihstellen vor.
  Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien

In der Datenbank Eine Welt Unterrichtsmaterialien können sich Lehrkräfte und Interessierte über das aktuell verfügbare Angebot an didaktischen Printmaterialien zur Einen Welt informieren. Die Datenbank bietet die Möglichkeit, über eine umfassende Suchmaske gezielt nach Publikationen zu suchen. Eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen finden Sie hier.
Veranstaltungen
Sport & Globales Lernen
07.12.2021 - online
Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft - Workshop für Lehrkräfte
08.12.2021 - online Barcamp for Future
10.12.2021 - 11.12.2021 in Glücksburg Globale Sanitärversorgung und Hygiene
13. und 14.12.2021 - online
Bundesweite Fachtagung: Auf den Anfang kommt es an - Kitas und Träger auf dem Weg zum Klimaschutz
14.12.2021 - online SDG 17 – Mit ENSA durch partnerschaftliche Süd-Nord-Schulbegegnungen BNE-Themen in der gesamten Schule verankern - - Workshop für Lehrkräfte
12.01.2022 - online Ohne Gleichheit keine Nachhaltigkeit? - Workshop für Lehrkräfte
20.01.2022 - online Unser täglich Brot: Wo es her kommt und wie wir es vergeuden - Workshop für Lehrkräfte
26.01.2022 - online Transformative Bildung nimmt Politik und Wirtschaft in den Blick - Erfahrungs- und Lernaustausch am „Escape Game Climate" u.a.
02.02.2022 - online Zivile Konfliktbearbeitung – Wege zu Frieden und Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert - Workshop für Lehrkräfte
03.02.2022 - online Vorschau Ausgabe Februar 2022
Die nächste Ausgabe des Newsletters der Eine Welt Internet Konferenz erscheint Anfang Februar 2022 zum Thema

Wasser (SDG 6) 

Zusendungen sind bis zum 26. Januar 2022 willkommen.
EWIK-Umfrage: Bitte bewerten Sie uns! Ihre Meinung ist gefragt:
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Um Ihre Suche nach passenden Bildungs- und Unterrichtsmaterialien, nach aktuellen Aktionen, Veranstaltungen und Kooperationsmöglichkeiten zu erleichtern, versuchen wir stets, die Vielfalt der Angebote im deutschsprachigen Raum möglichst umfassend darzustellen.

Wir möchten daher gerne wissen: Werden wir unserem Anspruch gerecht, einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu allen relevanten Informations- und Bildungsangeboten zum Globalen Lernen zu bieten?

Hier geht es zur Umfrage. Das könnte Sie auch interessieren:
Publikationen der Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Print-Rundbrief  –  November 2021 Ziel 5 der Agenda 2030:
Geschlechtergerechtigkeit

 Der Rundbrief erscheint viermal jährlich und berichtet über die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Bund und Ländern, Fortbildungsangebote, Veranstaltungen, neue Materialien, Kampagnen und Aktionen.
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Evaluierung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Instrumente zum Umgang mit residualen Klimarisiken

SID Blog - 2. Dezember 2021 - 10:44


Evaluierung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Instrumente zum Umgang mit residualen Klimarisiken body {height:100%!important;margin:0;padding:0;width:100%!important;mso-margin-top-alt:0px;mso-margin-bottom-alt:0px;mso-padding-alt:0px 0px 0px 0px;}#m--background-table {margin:0;padding:0;width:100%!important;mso-margin-top-alt:0px;mso-margin-bottom-alt:0px;mso-padding-alt:0px 0px 0px 0px;}table {mso-table-lspace:0pt;mso-table-rspace:0pt;}table, table th, table td {border-collapse:collapse;}a, img,a img {border:0;outline:none;text-decoration:none;}img {-ms-interpolation-mode:bicubic;}#outlook a {padding:0;}.ReadMsgBody {width:100%;}.ExternalClass {width:100%;display:block!important;}.ExternalClass,.ExternalClass p,.ExternalClass span,.ExternalClass font,.ExternalClass th,.ExternalClass td,.ExternalClass div {line-height: 100%;}.yshortcuts,.yshortcuts a,.yshortcuts a:link,.yshortcuts a:visited,.yshortcuts a:hover,.yshortcuts a span {color:black;text-decoration:none!important;border-bottom:none!important;background:none!important;}body,table,td,th,p,a,li,blockquote{-ms-text-size-adjust:100%;-webkit-text-size-adjust:100%;}.preheader {display:none;display:none!important;mso-hide:all!important;mso-line-height-rule:exactly;visibility:hidden!important;line-height:0!important; font-size:0!important;opacity:0;color:transparent;height:0;width:0;max-height:0;max-width:0;overflow:hidden;} Pressemitteilung

Lebensgrundlagen in Entwicklungsländern trotz Klimaanpassung bedroht: deutsche Entwicklungszusammenarbeit gefragt Bonn, 02. Dezember 2021 – Im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels nutzen Bäuer*innen auf der ganzen Welt Anpassungsmaßnahmen. Sie optimieren zum Beispiel ihre Bewässerungssysteme, um ihre Ernte vor Dürre zu schützen. Bei langanhaltenden Dürreperioden jedoch sind Ernteausfälle irgendwann nicht mehr vermeidbar – die Grenzen der Anpassung sind erreicht. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die Menschen dabei, mit solchen sogenannten residualen Klimarisiken umzugehen. Allerdings werden die dabei genutzten Instrumente nicht immer zielgruppengerecht eingesetzt, wie eine Untersuchung des Deutschen Evaluierungsinstituts der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) zeigt. Residuale Klimarisiken bezeichnen Restrisiken, die verbleiben, obwohl Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel getroffen werden. Sie bedrohen die Lebensgrundlagen zahlreicher Menschen, insbesondere in den ärmsten und vom Klimawandel besonders betroffenen Ländern. Und sie können mühsam errungene Entwicklungserfolge wieder zunichte machen. In der Entwicklungszusammenarbeit kommen bereits verschiedene Instrumente zum Umgang mit residualen Klimarisiken zum Einsatz. Ernteausfälle aufgrund von Dürre werden beispielsweise durch Klimarisikoversicherungen oder Fonds zur Kompensation von Schäden und Verlusten abgefangen. Wird das Ackerland durch die Folgen des Klimawandels zur Wüste und kann daher nicht mehr bewirtschaftet werden, sind Ansätze gefragt, die den Menschen ermöglichen, sich andernorts eine neue Existenz aufzubauen. Das DEval hat die bisherigen Erfahrungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit diesen Instrumenten untersucht.

Deutschland ist Vorreiter

Die Evaluierung hat gezeigt, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit bereits vielfältige Erfahrungen mit der Durchführung von Maßnahmen zum Umgang mit residualen Klimarisiken hat. Dabei setzt sie vor allem auf Klimarisikoversicherungen; auch bei Instrumenten der Katastrophenvorsorge ist sie breit aufgestellt. „Angesichts zunehmender residualer Klimarisiken sind Klimarisikoversicherungen ein wichtiges Instrument, das international noch zu wenig genutzt wird. Deutschland ist einer der Vorreiter auf diesem Gebiet, muss für eine bessere Wirksamkeit der Maßnahmen allerdings noch stärker die Bedürfnisse der vom Klimawandel betroffenen Zielgruppen in den Blick nehmen", betont DEval-Direktor Prof. Dr. Jörg Faust.  

Bedürfnisse der Zielgruppen nicht ausreichend berücksichtigt

Die Evaluierung hat bestätigt, dass das deutsche Repertoire an Instrumenten zum Umgang mit residualen Klimarisiken größtenteils mit den Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung übereinstimmt. Allerdings zeigen die betrachteten Fallstudien, dass die Zielgruppen nur teilweise in die Planung und Durchführung der Maßnahmen eingebunden werden. Zudem bewerten sie die eingesetzten Instrumente oftmals als wenig relevant. „Die Zielgruppen in den Partnerländern würden teilweise andere Instrumente bevorzugen. Die dort eingesetzten Instrumente werden daher zum Teil nicht angenommen beziehungsweise nicht genutzt", so Dr. Gerald Leppert, Teamleiter der Evaluierung. Auf Madagaskar etwa haben die Erhebungen ergeben, dass Klimarisikoversicherungen für die Menschen im ländlichen Raum kaum geeignet sind. Viele von ihnen betreiben Subsistenzlandwirtschaft und haben nicht die finanziellen Mittel, um den Versicherungsbeitrag aufzubringen. Statt Zugang zu Klimarisikoversicherungen wünschten sie sich vielmehr Trainings zu verbesserten Agrartechniken, den Zugang zu materieller Ausstattung sowie Informationsangebote zu Klimarisiken.

Migrationsansätze stärker in den Mittelpunkt rücken

Menschen, die durch klimawandelbedingte negative Veränderungen ihrer Umwelt ihre Lebensgrundlage verlieren, bleibt oft nur die Abwanderung. Die Entwicklungszusammenarbeit kann diese Menschen über unterschiedlichste Maßnahmen unterstützen. Neben Hilfe bei der Migration in neue Regionen können beispielsweise Umschulungen gefördert und so neue Lebensgrundlagen geschaffen werden. Im Vergleich zu Versicherungsansätzen werden solche Instrumente von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bisher allerdings nur vereinzelt eingesetzt. Da existenzielle und irreversible Klimafolgen zunehmen werden, sollte sie sich dieser Thematik stärker widmen, empfiehlt das DEval.

Über die Evaluierung

Die Evaluierung ist Teil einer mehrstufigen DEval-Evaluierung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Der Fokus dieses Teils der Evaluierung lag auf der Relevanz, Effektivität und entwicklungspolitischen Wirksamkeit von Maßnahmen zum Umgang mit residualen Klimarisiken. Zum Einsatz kamen dabei qualitative und quantitative Datenerhebungs- und Analysemethoden, unter anderem eine groß angelegte standardisierte Haushalts- und Firmenbefragung und eine Flutmodellierung unter Nutzung von Geodaten. Für Fragen zur Evaluierung steht Dr. Sven Harten zur Verfügung. Über den Bericht   Der Bericht "Evaluierung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Instrumente zum Umgang mit residualen Klimarisiken" ist auf der Website des DEval abrufbar.
Bibliografische Angabe
Leppert, G. et al. (2021), Evaluierung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Instrumente zum Umgang mit residualen Klimarisiken. Deutsches Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval), Bonn.

Das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) ist vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mandatiert, Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unabhängig und nachvollziehbar zu analysieren und zu bewerten. Mit seinen strategischen und wissenschaftlich fundierten Evaluierungen trägt das Institut dazu bei, die Entscheidungsgrundlage für eine wirksame Gestaltung des Politikfeldes zu verbessern und Ergebnisse der Entwicklungszusammenarbeit transparenter zu machen. Das Institut gehört zu den Ressortforschungseinrichtungen des Bundes und wird von Prof. Dr. Jörg Faust geleitet.   Kontakt:
Deutsches Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval)
Fritz-Schäffer-Str. 26 | 53113 Bonn
Tel: 0228 - 33 69 07 - 0
info@DEval.org
www.DEval.org

Südsudan: Fluten und Vertreibungen verschärfen die Not der Menschen

SID Blog - 2. Dezember 2021 - 10:43

Welthungerhilfe stellt knapp 400.000 Euro Soforthilfe bereit Fluten und Vertreibungen verschärfen die Not von Hunderttausenden im Südsudan

Bonn/Berlin, 01.12.2021. Vor der morgigen Vorstellung des „Global Humanitarian Overview" (GHO), mit dem die UN den weltweiten humanitären Bedarf für 2022 beziffert, weist die Welthungerhilfe auf eine humanitäre Katastrophe im Südsudan hin, einem Land, das im GHO regelmäßig einen der vorderen Plätze belegt. Aktuell sind mehr als 800.000 Menschen im Südsudan von schweren Überschwemmungen betroffen, die große Teile des Landes unter Wasser gesetzt haben. Im dritten Jahr in Folge ist der Weiße Nil nach heftigen Regenfällen in mehreren Regionen über die Ufer getreten, UN-Experten sprechen von den schlimmsten Überschwemmungen seit 60 Jahren. Die Welthungerhilfe stellt knapp 400.000 Euro an zusätzlicher Soforthilfe bereit, um Familien mit dem Nötigsten zu versorgen und die aufgeweichten Deiche zu verstärken.

Besonders betroffen ist der Bundesstaat Unity State. Viele Menschen sind tagelang durch hüfttiefes Wasser gewatet, um in höher gelegenen Gegenden Schutz zu suchen. Zurück bleiben zerstörte Häuser, ertrunkene Tiere und weggespülte Felder und Ernten. „Wir sind acht Tage von unserem Dorf bis zu diesem Flüchtlingscamp gelaufen. Jeden Tag hat es geregnet und wir haben im Wasser geschlafen", erzählt Nyapuoa Kuol Bachuy, die in die Stadt Bentiu geflohen ist. „Wir waren bisher erfolgreiche Bauern. Die Flut hat all das Erreichte zerstört, wir haben unsere gesamte Ernte verloren. Wir fragen uns alle, wie um alles in der Welt wir das überleben sollen."

Die Katastrophe trifft ein Land, in dem ohnehin 60% der 12 Millionen Einwohner Hunger leiden. 1,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren gelten als akut unterernährt. Viele Kleinbauern werden immer wieder durch die Folgen von Gewalt und Bürgerkrieg zurückgeworfen. Dürren und Überschwemmungen als Auswirkungen des Klimawandels nehmen zu: „Wir erleben im Südsudan, wie Wetterextreme die Lebensgrundlagen der Menschen zerstört: Überschwemmungen werden in Ausmaß und Länge immer extremer. Das bedeutet für die Menschen weniger Ernte und weniger Einkommen, dafür mehr Hunger und Verzweiflung", sagt Bettina Iseli, Programmdirektorin der Welthungerhilfe.

In mehreren Regionen hat die Welthungerhilfe laufende Verteilungen, z.B. von Nahrungsmitteln und Fischerei-Zubehör, für die Flutopfer ausgeweitet. Außerdem stellt sie zusätzlich knapp 400.000 Euro Soforthilfe bereit, um 3.000 Familien in Unity State mit Hygieneartikeln, Zeltplanen und einem Bargeldzuschuss für Nahrungsmittel zu versorgen. Weiterhin werden Deiche um Flüchtlingscamps abgedichtet.

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030". Seit ihrer Gründung wurden mehr als 10.369 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.





Entwicklungsminister Gerd Müller wird Generaldirektor der UN-Organisation für industrielle Entwicklung (UNIDO)

SID Blog - 30. November 2021 - 23:16

Wien, 30. November 2021 – Der geschäftsführende Bundesentwicklungsminister Gerd Müller wird neuer Generaldirektor der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO).

Die Ernennung von Minister Müller für eine vierjährige Amtszeit wurde heute im Rahmen der Generalversammlung der UNIDO in Wien bestätigt. Im Dezember wird Müller Li Yong nachfolgen, der die Sonderorganisation der Vereinten Nationen seit 2013 leitete und während seiner Amtszeit das Mandat der UNIDO an der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung ausrichtete.

Dazu erklärte Gerd Müller: „Ich möchte Generaldirektor Li und den MitarbeiterInnen von UNIDO für die erfolgreiche Arbeit in den vergangenen acht Jahren danken. Wir stehen gegenwärtig vor globalen Herausforderungen, die uns alle betreffen: der Klimawandel, die COVID-19-Pandemie und der zunehmende Hunger in der Welt. Um Ungleichheit zu bekämpfen, einen besseren Wiederaufbau zu gewährleisten und einen grünen Aufschwung zu fördern, müssen wir auf internationaler Ebene stärker zusammenarbeiten und sofort handeln. Dazu möchte ich die UNIDO zu einer globalen Plattform für Technologietransfer, Know-how und Digitalisierung weiterentwickeln."

Die Plattform könne Müller zufolge „grüne Fähigkeiten und Technologien fördern, die Nutzung von erneuerbaren Energien ausweiten und einen fairen Zugang zu globalen Märkten und Wertschöpfungsketten ermöglichen – in enger Zusammenarbeit mit anderen UN-Agenturen, Regierungen, Entwicklungsbanken sowie Unternehmen und Investoren. Die UNIDO kann so einen wirksamen Beitrag zur gemeinsamen Arbeit der UN leisten, den Mitgliedsstaaten dabei zu helfen, die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, das Pariser Klimaabkommen, das Übereinkommen über die biologische Vielfalt und die Pekinger Erklärung über die Gleichstellung der Geschlechter zu erfüllen."

Er betonte sein Ziel, „UNIDO als führenden multilateralen Akteur der Förderung von grüner, widerstandsfähiger, inklusiver und nachhaltiger industrieller Entwicklung durch eine erneuerte Partnerschaft zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern zu etablieren und das Engagement der Industriestaaten zu steigern."

Als Bundesminister stärkte Müller das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, indem er den Haushalt auf mehr als 12 Milliarden Euro verdoppelte. Mit dem COVID-19-Sofortprogramm von 4 Milliarden Euro hat Deutschland umgehend auf die Krise reagiert, um die am wenigsten entwickelten Länder und Länder mit mittlerem Einkommen bei der Bewältigung der sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen der Pandemie zu unterstützen.

Zudem rief er Sonderinitiativen wie „EINE WELT ohne Hunger", „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren" und „Ausbildung und Beschäftigung" ins Leben – und verstärkte die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen, insbesondere in Afrika (Marshallplan mit Afrika).


COP26: Was wurde beschlossen, welche Baustellen ergeben sich für die Ampelkoalition?

VENRO - 30. November 2021 - 20:40

Wie leider zu erwarten, bleiben die Ergebnisse des Weltklimagipfels in ihrer Gesamtheit deutlich hinter dem zurück, was für eine umfassende Antwort auf die Klimakrise notwendig gewesen wäre. Im Rahmen der Grenzen des konsensbasierten Verhandlungsprozesses wurden aber zumindest in manchen Bereichen durchaus solide Ergebnisse erzielt. Für die neue Bundesregierung heißt dies nun: Volle Kraft voraus für mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit!

Mitte des Monats ist die 26. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen (UN) in Glasgow zu Ende gegangen, vor wenigen Tagen hat die Ampel ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Sven Harmeling, Sprecher der VENRO-AG Klimawandel und Entwicklung, war bei den Verhandlungen in Schottland vor Ort. In seinem Artikel verknüpft er die zentralen Ergebnisse der COP26 mit den klimapolitisch relevanten Inhalten des Koalitionsvertrags von SPD, Grüne und FDP.

Klimaschutz-Lücke zum 1,5°C-Ziel wiederholt anerkannt, aber jetzt nationales Handeln notwendig

Positiv ist zunächst, dass die Vertragsstaaten für 2022 die Hausaufgabe mitbekommen haben, ihre Emissionsreduktionsziele im Laufe des kommenden Jahres vor dem Hintergrund der im Glasgow Climate Pact klar benannten Lücke zur 1,5°C-Grenze zu überarbeiten. Auf der COP27, die 2022 in Ägypten stattfindet, wird es unter anderem ein spezielles Ministertreffen zum kurzfristigen Klimaschutz geben, außerdem soll ein spezielles Arbeitsprogramm dazu verabschiedet werden.

Mit dem im Ampel-Koalitionsvertrag avisierten Klimaschutz-Sofortprogramm, das 2022 erarbeitet werden soll, den erhöhten Zielen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien (80 Prozent bis 2030) sowie dem Kohleausstieg „idealerweise bis 2030“ kann die Bundesregierung ein wichtiges Maßnahmenkorsett zusammenstellen. Wichtig wird allerdings auch sein, dass die Europäische Union (EU) ein konkretes Maßnahmenpaket im Rahmen der Fit-for-55-Umsetzung erstellt. Dieses Paket sollte auf eine deutliche Übererfüllung der bisherigen 2030-Ziele  hinauslaufen, die eine Reduktion von 50 Prozent der Emissionen vorschreiben. Denn erst ein Reduktionsziel von 65 Prozent für die EU ist kompatibel mit der 1,5°C-Grenze.

Partnerschaften für das Kohle-Phase Out

Für einiges Aufsehen sorgte die bei COP26 vorgestellte Partnerschaft von Deutschland, der USA, der EU und anderer Akteure mit Südafrika, die auf eine Dekarbonisierung und einen gerechten Übergang der Energieversorgung weg von der Kohle abzielt und mit einem Finanzumfang von ca. 8,5 Mrd. USD (vor allem Kredite) ausgestattet ist. Auch wenn hier noch viele Details offen sind, könnten solche großen Partnerschaften von Geberländern mit Entwicklungs- und Schwellenländern einen Paradigmenwechsel einläuten. Mehr noch: Sie werden sogar zwingend notwendig sein, um der bei COP26 erzielten – aber auch umstrittenen – Einigung auf eine Reduzierung von Kohle, den sogenannten Phase-Down, zur Umsetzung zu verhelfen.

Im Kapitel „Klima- und Energieaußenpolitik“ des Koalitionsvertrages strebt die Ampel auch für die deutsche G7-Präsidentschaft 2022 „eine Initiative zur Gründung von Klimapartnerschaften sowie eines für alle Staaten offenen internationalen Klimaclubs“ an.

Der Glasgow Climate Pact sieht auch den Abbau von Subventionen für fossile Energien vor. Hier fehlt es dem Koalitionsvertrag bisher an sehr konkreten Umsetzungsplänen, die dann aber ihren Weg in das Sofortprogramm finden sollten. Der Anstieg des CO2-Preises bis 2025 wird nicht verändert, allerdings wird festgehalten, dass der Preis im EU-Emissionshandel nicht auf unter 60 Euro pro Tonne fallen darf – was ein deutliches Signal setzt.

Gemischte Ergebnisse zu Klimafinanzierung 

Im entwicklungspolitisch zentralen Bereich der Finanzierung für Klimaschutz und Anpassung sind die Ergebnisse der COP gemischt. Die Nichterreichung des Klimafinanzierungsziels von jährlich 100 Milliarden US-Dollar durch die Industrieländer wurde explizit benannt und wird nun auch erstmals im kommenden Jahr vom Ausschuss für Finanzen des UN-Klimasekretariats UNFCCC untersucht werden. Es gelang allerdings nicht, explizit festzuschreiben, dass die Industrieländer die 100 Milliarden US-Dollar bis 2025 im jährlichen Durchschnitt erbringen sollen (also insgesamt 600 Mrd. für 2020-2025), um auch das verspätete und derzeit eher für 2023 erwartete Erreichen der 100 Milliarden US-Dollar wiedergutzumachen.

Das bei der COP getroffene Versprechen der Industrieländer, die kollektive Finanzierung für Anpassung bis 2025 gegenüber 2019 zu verdoppeln, ist immerhin ein wichtiges politisches Signal, dessen Erreichung messbar sein wird. Für die Zeit nach 2025 soll es ein neues Post-2025-Finanzierungsziel geben, wofür die COP26 nun einen intensiveren Arbeitsprozess initiiert hat, allerdings noch ohne Vorfestlegungen. Positiv hervorzuheben ist, dass Aspekten der Geschlechtergerechtigkeit in der Klimafinanzierung stärkeres Gewicht beigemessen werden soll. Auch gab es in Glasgow überdurchschnittlich hohe Einzelzusagen für zwei UN-Anpassungsfonds, u.a. auch von deutscher Seite. Die auch von VENRO und vielen anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Verbänden aufgestellte Forderung, dass es neben Unterzielen für Minderung und Klimaanpassung auch eines für Finanzierung zum Umgang mit den Klimaschäden geben soll, wird aber weiterhin Gegenstand der Diskussionen bleiben.

Der Koalitionsvertrag bleibt leider relativ vage bei der Frage des Aufwuchses der Klimafinanzierung und insbesondere im Bereich Klimaanpassung. Es wird nur von der Erfüllung des 100-Milliarden-Versprechens und einer perspektivischen Erhöhung des deutschen Beitrages gesprochen. Im Kontext der Verpflichtung, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe aufzuwenden, liest sich allerdings: „Zusätzlich sollen die Mittel für die internationale Klimafinanzierung weiter aufwachsen.“ Dies könnte so interpretiert werden, dass zumindest ein weiterer Aufwuchs „on top“ zur Entwicklungsfinanzierung kommen und nicht auf das 0,7-Prozent-Versprechen angerechnet werden soll. VENRO hält weiterhin an der Forderung fest, die Klimafinanzierung bis 2025 auf mindestens acht Milliarden Euro an Haushaltsmitteln zu erhöhen.

Industrieländer blockieren Fortschritt bei Finanzierung für Klimaschäden

Die Forderungen der Entwicklungsländer und weiter Teile der Zivilgesellschaft, endlich beim Thema Finanzierung für den Umgang mit Klimaschäden konkrete Fortschritte zu erzielen, blockten die Industrieländer weitestgehend ab. Die Entwicklungsländer spitzten die Forderungen gegen Ende der Konferenz durch den vorgeschlagenen Beschluss einer Glasgow Loss and Damage Facility (und weiterer Ausarbeitung danach) unter dem Dach des UNFCCC-Finanzmechanismus zu. Die COP26-Präsidentschaft verzichtete aber schließlich darauf, diese in den finalen Text aufzunehmen, was für deutliche Kritik sorgte.

Was schließlich vereinbart wurde, ist ein vager „Dialog“ zu den Finanzierungsarrangements zu Klimaschäden, der im Juni bei den Bonner Klimaverhandlungen begann und sich über zwei Jahre ziehen soll – mit ungewissem Ausgang. Allerdings bietet dies eine Gelegenheit, den Vorschlag der Entwicklungsländer wieder konkret auf den Tisch zu legen und auch die Industrieländer dazu zu drängen, sich nicht weiter der Debatte über neue Finanzquellen und deren zielgerichtete Verwendung zu verweigern. Die ägyptische Präsidentschaft für COP27 hätte durchaus Möglichkeiten, dann für die Konferenz in Ägypten auf einen weitergehenden Beschluss hinzuwirken.

Die neue Ampelkoalition hat sich immerhin auf die Agenda geschrieben, Klima- und Energiepartnerschaften auch für „am Verursacherprinzip orientierte Klimarisikoversicherungen“ voranzutreiben, wo sich für die G7-Präsidentschaft eine besondere Gelegenheit in Anknüpfung an die InsuResilience Global Partnership bietet.

Der Fokus sollte jetzt auf nationalem Handeln liegen

In jedem Fall machte die Klimakonferenz in Glasgow deutlich, dass Klimaschäden mittlerweile zum bitteren Alltag für viele Menschen in Entwicklungsländern gehören. Mit fortdauerndem unzureichendem Klimaschutz wächst die Ungeduld der Betroffenen, weshalb zum Beispiel die Inselstaaten Antigua und Barbuda sowie Tuvalu am Rande der COP eine neue Kommission ankündigten, die explizit Klagemöglichkeiten auf internationaler Ebene zum Thema klimabedingte Schäden und Verluste untersuchen soll.

Wenngleich sich die COP auch für die nächsten Jahre ein umfangreiches Arbeitsprogramm gegeben hat, sollte jetzt nicht in erster Linie der Blick zur nächsten COP im Mittelpunkt stehen, sondern der Fokus auf stärkerem nationalen Handeln liegen. Denn das ist zentral, um auf UNFCCC-Ebene Ergebnisse zu erzielen, die dieses weiter verstärken können.

Der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP setzt einen starken Schwerpunkt auf Klimaschutz. Allerdings: Auf nationaler Ebene werden viele Maßnahmen genannt (Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien auf 80 Prozent bis 2030, Kohleausstieg, Wasserstoff-Strategie etc.), aber es fehlt an konkreten Angaben mit Blick auf die Unterstützung für Anpassungsmaßnahmen und den Umgang mit Schäden und Verlusten in besonders vom Klimawandel betroffenen Ländern im globalen Süden. Hier muss Deutschland seine globale Verantwortung noch ernster nehmen.

„Wir haben alles zu verlieren an Gesundheit und Wohlstand, und sehr viel zu gewinnen an Lebensqualität“

VENRO - 30. November 2021 - 11:08

Klima- wie Coronakrise zeigen, dass wir Ernährung, Gesundheit und Klima endlich als großes Ganzes betrachten müssen. Im Interview erklärt Dr. Eckart von Hirschhausen, wie wir alle dazu beitragen können und was er von der neuen Bundesregierung beim Thema Nachhaltigkeit erwartet.

Ernährung, Gesundheit und Klima. Unsere Produktion und unser Konsum von Lebensmitteln ist nicht nachhaltig. Dr. Eckart von Hirschhausen, wo sehen Sie in Zukunft die zentralen Herausforderungen?

„Die großen Themen unserer Zeit hängen viel enger miteinander zusammen als oft wahrgenommen wird. Die Klimakrise ist auch eine Gesundheitskrise. Und ohne die Zerstörung von Lebensräumen, das Artensterben und den Wildtierhandel hätten wir auch kein Corona. Wir müssen Gesundheit global denken. Ein Virus stoppt nicht an Ländergrenzen. Ein C02-Molekül steigt in die Atmosphäre, egal, von welchem Kontinent es kommt. Auch Naturschutz und Tierschutz ist Gesundheitsschutz. Dieser Kerngedanke nennt sich „one health“ oder auf Deutsch: Gesunde Erde – Gesunde Menschen. Ein entscheidender Faktor zur Nachhaltigkeit ist unser Essen. Wenn wir nicht mehr essen, als wir brauchen, verbrauchen wir weniger. Ich würde es begrüßen, wenn der ökologische Fußabdruck auf Packungen aufgedruckt wäre. Mit meiner Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen möchte ich den Gedanken von „planetary health“ in Deutschland voranbringen. Diese Idee verbindet das, was dem Körper guttut, mit dem, was dem Planeten guttut. Allein durch eine pflanzenbasierte Ernährung könnten wir 150.000 Todesfälle in Deutschland jedes Jahr verhindern. Weniger Fleisch zu essen ist also ein echter Verzicht – auf Herzinfarkt und Schlaganfall!“

Die neue Bundesregierung will Nachhaltigkeit großschreiben. Wie lautet Ihre Botschaft an eine neue Regierung?

„Wir steuern mit hoher Geschwindigkeit auf eine unbewohnbare Erde zu. Dabei sind die großen Hebel bekannt: erneuerbare Energien sofort weiter ausbauen, Kohle in der Erde lassen, Konsum und Flüge reduzieren und, und, und. Wir müssen uns endlich von den alten Klimaerzählungen lösen: Wie viel Klimaschutz können wir uns leisten – oder der Wirtschaft zumuten? Wir haben alles zu verlieren an Gesundheit und Wohlstand, und sehr viel zu gewinnen an Lebensqualität. Der Klimawandel kommt nicht irgendwann – wir sind mittendrin. Diese Einsicht kam erst mit der Flutkatastrophe in diesem Sommer, bei der 200 Menschen starben und in einer Nacht mindestens 30 Milliarden Euro Schaden entstanden. Wir könnten es schöner haben als jetzt. Und gesünder. Meine Botschaft an die Ampel ist also: Das Teuerste was wir jetzt tun können ist: Nichts!“

Und nicht zuletzt: Was kann jede_r Einzelne tun?

„Sehr viel! Die persönlichen Hebel sind weniger heizen, weniger fliegen, weniger Fleisch. Außerdem sollten wir aufhören, Lebensmittel zu verschwenden – ein Drittel landet in der Tonne. Aber das allein reicht nicht. Werden Sie politisch! Jeder von uns hat nicht nur einen ökologischen Fußabdruck, sondern auch einen „Handabdruck“, also die Möglichkeit durch politisches Handeln aktiv Einfluss zu nehmen. Sich schlau machen, sich verbünden mit anderen und auf politische Veränderungen drängen, das ist das allerwichtigste. Es ist falsch, alle Kraft auf die Vermeidung von Plastiktüten zu legen, wenn Flüge weiterhin in Deutschland billiger sind als Bahnfahrten. Und wenn Milliarden Subventionen in der Landwirtschaft und in der Energieerzeugung genau die falsche Richtung befeuern. Deswegen müssen wir überregional, europäisch und global denken. Wir haben nur noch zehn Jahre, die darüber entscheiden, wie die nächsten 10.000 Jahre für uns hier auf der Erde werden. Klima ist kein „Modethema“, sondern eine Frage des Überlebens.“

Mehr zum Thema erfahren Sie auf unserer machbar-Konferenz 2021 „Das große Ganze: Wie wir Ernährung, Gesundheit und Klima zusammendenken können“, die am 2. Dezember in Berlin stattfindet. Alle Infos zum Programm finden Sie hier. Weitere Informationen stellen wir auf unserer Webseite bereit.

 

Dr. Eckart von Hirschhausen ist Arzt, Moderator, Autor und Wissenschaftsjournalist. Er setzt sich seit 2018 für eine medizinisch und wissenschaftlich fundierte Klimapolitik ein. Er ist Mitglied der „Scientists for Future“ und Unterstützer der „Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit“ (KLUG). Zudem hat er die Stiftung „Gesunde Erde – Gesunde Menschen“ gegründet und übernahm 2021 die Schirmherrschaft für die Hamburger Klimawoche.

GPF Europe: Die Pandemie der Ungleichheit

SID Blog - 30. November 2021 - 11:06

Neuerscheinung Die Pandemie der Ungleichheit
Verteilungseffekte der COVID-19-Krise



Die COVID-19-Pandemie trifft Arm und Reich unterschiedlich hart. Reiche blieben vom Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten bislang relativ unberührt. Sie profitierten sogar von der Geldschwemme der Zentralbanken, dem Boom auf den Aktienmärkten und dem damit einhergehenden Anstieg der Vermögenswerte. Allein die Zahl der Milliardär*innen stieg seit Anfang 2020 um 660 auf 2.755 weltweit. Ihr Vermögen wuchs binnen eines Jahres um über 5 Billionen US-Dollar auf 13,1 Billionen US-Dollar.

Dagegen schadet die Pandemie vor allem den Armen. Sie arbeiten eher in Berufen mit direktem Kontakt zu Menschen, leiden häufiger unter Vorerkrankungen, leben oft in beengten Wohnverhältnissen und genießen seltener das Privileg des Home Office. Daher infizieren sie sich eher mit dem Coronavirus und sterben auch häufiger daran.

Endgültige Daten liegen zwar noch nicht vor, aber erste Schätzungen und Prognosen deuten darauf hin, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander geht. Dieses Briefing gibt einen Überblick über die Auswirkungen der Pandemie auf die materielle Ungleichheit, und damit auch auf die Verwirklichung des Ziels 10 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, mit dem sich die Regierungen zur Reduzierung der Ungleichheit verpflichtet haben. Es adressiert ferner die mittelbaren Auswirkungen der zunehmenden Ungleichheit auf weitere Zielvorgaben der Agenda 2030.

Zum Download des Briefings (pdf, 488 KB)


Die Publikation ist Teil des Projekts „Weichenstellung 2020" des Global Policy Forums Europe, gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen sowie von Engagement Global im Auftrag des BMZ.

Für die Inhalte der Publikation ist allein Global Policy Forum Europe e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt von Engagement Global, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung oder der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen wieder.


Fachtagung: Abitur im Fokus nachhaltiger Entwicklung

SID Blog - 30. November 2021 - 11:05

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Rund 100 Fachleute aus dem Bildungsbereich arbeiteten auf der 12. Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung am 25. und 26. November 2021 an der Weiterentwicklung und Umsetzung des Orientierungsrahmens Globale Entwicklung. Das Ziel: Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Schule, insbesondere in der Oberstufe. Engagement Global richtet die Tagung für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die Kultusministerkonferenz (KMK) aus.

Die 12. Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung am 25. und 26. November 2021. Foto: Anna Bröhl

Bonn, 30. November 2021. Der Fokus der 12. Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung (OR) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Kultusministerkonferenz (KMK) lag in diesem Jahr auf dem Prozess der Erweiterung des OR auf die gymnasiale Oberstufe. So trafen sich am Donnerstag, 25. November 2021, und Freitag, 26. November 2021, Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, Wissenschaft, Lehrerbildung, Schulen und Zivilgesellschaft in Bad Honnef, um Anregungen für die Überarbeitung des OR für die gymnasiale Oberstufe zu erarbeiten.  

Den Erweiterungsprozess steuert eine KMK/BMZ-Projektgruppe, in der die Bundesländer, die Wissenschaft und die Zivilgesellschaft vertreten sind. Die Verantwortung für die Umsetzung obliege den Ländern, das sei wichtig, um „vom Engagement Einzelner und zeitlich befristeter Projekte wegzukommen, hin zu einer auf Dauer angelegten strukturellen Verankerung", betonte Wulf Bödeker. Der BNE-Berichterstatter der KMK sagte bei seiner Begrüßungsrede auf der Tagung, dass der OR einen elementaren Beitrag dazu leiste, Zukunftsthemen mehrdimensional und mehrperspektivisch aufzubereiten. Es sei schlüssig, ihn nun auf die Oberstufe zu erweitern, denn systemisches Denken und der Erwerb von vernetztem Wissen seien zentrale Merkmale sowohl von BNE als auch des Lernens in der gymnasialen Oberstufe. 

Im Vorfeld der Tagung haben sich Expertinnen und Experten in digitalen Fachforen mit der Entwicklung der fächerbezogenen OR-Fachkapitel für die gymnasiale Oberstufe befasst. In den am Donnerstag und Freitag stattfindenden Workshops wiederum diskutierten die Teilnehmenden, darunter auch Schülerinnen und Schüler, über die fachübergreifenden Kapitel im OR, die aktualisiert werden. Zudem wurden auf der Tagung auch Inputs gegeben, etwa die Vorstellung der Resonanzpädagogik als Ansatz für BNE-Lernerfahrungen durch Dr. Jens Beljan von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.  

Hans-Peter Baur, Unterabteilungsleiter des BMZ, freute sich insbesondere über die rege und engagierte Beteiligung Jugendlicher an der Fachtagung und an BNE. Lernende müssten die globalen Herausforderungen kennen und bewerten können und daraus überzeugtes, globales und nachhaltiges Handeln ableiten. Schule soll ihnen helfen, mit diesen komplexen Herausforderungen umzugehen. Anita Reddy von Engagement Global ging darauf ein, dass die Pandemie die Dringlichkeit noch erhöhe, globale Bildung zu fördern, um das Urteilsvermögen und die Handlungsfähigkeit der Lernenden zu unterstützen. Der OR gebe dazu praktische Anregungen, wofür Anita Reddy den Beteiligten dankte. 

Die Dokumentation der Fachtagung inklusive der Online-Fachforen wird im Frühjahr 2022 auf der Internetseite „Globale Entwicklung in der Schule" veröffentlicht. 

Zur Seite des Programms Globale Entwicklung in der Schule

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ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen informiert und berät Einzelpersonen, Zivilgesellschaft, Kommunen, Schulen, Wirtschaft und Stiftungen zu entwicklungspolitischen Vorhaben und fördert diese finanziell. Wir qualifizieren bedarfsgerecht, verbinden Menschen und Institutionen miteinander, unterstützen zivilgesellschaftliches und kommunales Engagement.


Global Food Governance

DEVELOPMENT - 30. November 2021 - 0:00
Abstract

This article helps lay a basis for the kind of deep analysis of the stakes of global food governance that is required today, under the impact of the COVID 19 crisis and with the threat of corporate capture of decision-making spaces. The article reviews the history of global food governance, identifies the critical questions that need to be asked, and suggests some directions that may contribute to strengthening the agency of rights-holders, weakening that of corporations, and democratizing multilateral governance.

Bundesminister Dr. Gerd Müller wird Vorsitz des Kuratoriums der Welthungerhilfe übernehmen

SID Blog - 29. November 2021 - 19:56

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Berlin, 29.11.2021. Das Kuratorium der Welthungerhilfe wird einen neuen Vorsitzenden bekommen. Bundesminister Dr. Gerd Müller wird die Aufgabe von Dr. Erik Bettermann übernehmen. Das Kuratorium der Welthungerhilfe besteht aus 30 Personen, die die Welthungerhilfe ehrenamtlich beraten. Die Mitglieder kommen aus der Wirtschaft, Politik oder Kultur, um die Bandbreite der deutschen Öffentlichkeit zu repräsentieren. Sie unterstützen das Präsidium und den Vorstand der Welthungerhilfe, indem sie unserer Stimme im Kampf gegen Hunger und Armut auf der Welt noch mehr Nachdruck verleihen. Sie tragen unsere Themen in unterschiedliche Netzwerke und stehen als Ansprechpartner bei Veranstaltungen zur Verfügung.   

„Wir danken Dr. Bettermann für sein langjähriges Engagement als Vorsitzender des Kuratoriums sehr herzlich. Gleichzeitig freuen wir uns, dass wir mit Gerd Müller einen erfahrenen und sehr engagierten Mitstreiter im Kampf gegen Hunger und Armut an unserer Seite haben werden. Als Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit hat er u.a. wichtige Impulse für die Förderung der ländlichen Entwicklung gesetzt. Die Auswirkungen des Klimawandels sowie der COVID-19 Pandemie stellen unsere Arbeit in den kommenden Jahren weltweit vor neue Herausforderungen. Wir haben mit den Mitgliedern des Kuratoriums wichtige Unterstützer und Ratgeber, auf die wir zählen können", sagt Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: „Weltweit hungern wieder über 800 Millionen Menschen, und jeden Tag sterben 15.000 Kinder am Hunger. Nach Jahren großer Fortschritte steigen die Zahlen an. Das ist ein Skandal, denn wir haben das Wissen und die Technologie für Eine Welt ohne Hunger. Wir müssen jetzt entschlossen handeln und den Kampf gegen Hunger und Mangelernährung ganz oben auf die globale Agenda setzen. Dies will ich mit ganzer Kraft auch im Kuratorium der Welthungerhilfe unterstützen.
Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe sind oftmals der letzte Rettungsanker für Millionen Notleidende. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für diesen unermüdlichen Einsatz - selbst in schwierigsten Einsatzgebieten wie in Afghanistan oder im Krisenbogen um Syrien. Das ist nicht nur überlebenswichtige Nothilfe. Es ist auch vorausschauende Friedenspolitik. Denn sie tragen so wesentlich dazu bei, den Teufelskreis aus Not, Armut, Konflikten, Flucht und Vertreibung zu durchbrechen und langfristige Entwicklung zu ermöglichen. Ich freue mich, dass ich diese wichtige Arbeit künftig noch enger begleiten kann."

Weitere Informationen sowie eine Liste aller Mitglieder des Kuratoriums finden Sie unter www.welthungerhilfe.de/presse

 

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030". Seit ihrer Gründung wurden mehr als 10.369 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.





UNICEF: „Tragischen Winter für Kinder in Afghanistan verhindern“

SID Blog - 27. November 2021 - 16:57
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Afghanistan

UNICEF: „Tragischen Winter für Kinder verhindern"

Jedes zweite Kind unter fünf Jahren bis Ende des Jahres akut mangelernährt /  UNICEF Deutschland ruft dringend zu Spenden auf

© UNICEF/UN0530471/Bidel

Köln, den 26. November 2021 // Angesichts der katastrophalen Lage von Millionen Kindern in Afghanistan und des heraufziehenden Winters ruft UNICEF die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger vor dem 1. Advent dringend zur Unterstützung auf. Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, erklärt dazu:

„Bald werden die Temperaturen am Hindukusch auf bis zu minus 25 Grad sinken. In vielen ländlichen Gebieten in den Bergregionen sind Familien dann durch Schnee von der Außenwelt abgeschnitten. Sie brauchen dringend Decken, warme Kleidung und Planen zum Abdichten ihrer Unterkünfte. Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen stehen vor dem Kollaps. Es fehlt an elementarem medizinischem Material. Das Gesundheitspersonal hat monatelang keine Gehälter mehr erhalten. Ausgerechnet diejenigen, die jetzt besonders gebraucht werden, geraten selbst mit ihren Familien in Not.

Die aktuelle Hungerkrise wird immer schlimmer. Rund 14 Millionen Mädchen und Jungen haben nicht ausreichend zu essen - das sind mehr als alle Kinder in Deutschland. Erwachsene essen weniger und lassen Mahlzeiten aus, damit ihre Kinder essen können. Unser UNICEF-Team in Afghanistan fürchtet, dass bis Ende des Jahres über eine Million Kinder so schwer mangelernährt sein könnten, dass ihr Leben in Gefahr ist, wenn nicht schnellstens gegengesteuert wird. Je tiefer Familien in Armut und Hunger stürzen, desto höher ist auch das Risiko, dass Kinder früh verheiratet werden oder arbeiten müssen.

Eine UNICEF-Kollegin berichtet von bedrückender Stille auf den Gesundheitsstationen, wo immer mehr mangelernährte Kinder versorgt werden müssen; von Mädchen und Jungen, die zu schwach sind, um zu lächeln oder nach einem Finger zu greifen, wie kleine Kinder das normalerweise tun.

UNICEF ist mit einem großen Team in Afghanistan und organisiert zusammen mit seinem Netzwerk an Partnern sauberes Trinkwasser, versorgt mangelernährte Kinder und impft Babys und Kleinkinder. Allein im vergangenen Monat konnten 30.000 schwer akut mangelernährte Kinder unter fünf Jahren behandelt werden.

Die Unsicherheit über die politische Zukunft des Landes darf nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden. Sie haben ein Recht auf jede Hilfe und Unterstützung. Wir können und müssen einen tragischen Winter in Afghanistan verhindern."

Spendenkonto

Bank für Sozialwirtschaft Köln
IBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00
BIC BFSWDE33XXX
Stichwort: Afghanistan


UNICEF: „Neue Ampel: Vorfahrt für Kinderrechte“

SID Blog - 25. November 2021 - 15:31
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„Neue Ampel: Vorfahrt für Kinderrechte" 

UNICEF Deutschland zum Koalitionsvertrag

© Shutterstock

Köln/Berlin, den 25. November 2021 // Der Entwurf des Koalitionsvertrags zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP enthält nach Auffassung von UNICEF Deutschland eine Reihe wichtiger Ansätze zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und unterstreicht die weltweite Verantwortung für die nachwachsende Generation. 

Es wird jetzt darauf ankommen, bei der Umsetzung der vielfältigen Vorhaben und Maßnahmen der verschiedenen Ressorts immer die Belange und die Rechte von Kindern und Jugendlichen als Kompass zu nehmen. 

„Der Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition gibt den Kinderrechten Vorfahrt", sagte Georg Graf Waldersee, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Die neue Regierung steht vor der Aufgabe, die Vorhaben des Vertrags in eine kohärente, ressortübergreifende Politik zu gießen, die an wichtigen Stellen auch Teile der Opposition sowie die Länder und Kommunen mitnimmt. Es geht darum, die am meisten benachteiligten Kinder, Jugendlichen und Familien zu unterstützen. In Deutschland wie in der internationalen Zusammenarbeit müssen die Kinderrechte der Maßstab für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit sein."

Waldersee weiter: „UNICEF appelliert an die Ampel-Koalition, Kinder bei der deutschen Corona-Politik stärker zu berücksichtigen. So sollte der neue wissenschaftliche Pandemiebeirat der Bundesregierung in seiner Zusammensetzung sicherstellen, dass die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen besondere Beachtung finden." 

UNICEF begrüßt sehr, dass die zukünftige Regierung das Vorhaben für eine Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz zum Ziel führen will. Auch die Stärkung der Partizipation über einen nationalen Aktionsplan für Kinder-und Jugendbeteiligung und eine Senkung des Wahlalters sind wichtige Impulse. Die Partizipation von Kindern und jungen Menschen sollte nun auf allen politischen Ebenen verankert werden. Die konkrete Formulierung einer Kindergrundsicherung sollte zeitnah erfolgen.

Für UNICEF Deutschland sind eine starke humanitäre Hilfe und Entwicklungspolitik sowie eine ambitionierte Klimaschutzpolitik von zentraler Bedeutung. Die drängenden globalen Aufgaben wie die Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Pandemie, des Klimawandels oder andauernder bewaffneter Konflikte verlangen einen multilateralen, multidisziplinären Angang. 

Service für Redaktionen

Unter dem Titel „Eine Politik mit Zukunft – für Kinder und mit Kindern" hat UNICEF Deutschland zur Bundestagswahl 2021 konkrete Vorschläge zur Umsetzung der Kinderrechte veröffentlicht. Die Empfehlungen enthalten unter anderem Maßnahmen zur Stärkung der Teilhabechancen benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Deutschland sowie zur Verbesserung der Situation von Kindern in Krisen- und Konfliktgebieten.


Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

SID Blog - 25. November 2021 - 15:30
Berlin - Eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen ist Gewalt gegen Frauen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit investiert weltweit 15 Millionen Euro, um Gewalttaten wie etwa weibliche Genitalverstümmelung besser zu verhindern und Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, medizinisch, rechtlich und psychosozial zu betreuen.

 

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: „Weltweit erlebt jede dritte Frau in ihrem Leben mindestens einmal körperliche oder sexualisierte Gewalt. Die Corona-Krise hat die Lage dramatisch verschärft: Durch die Lockdowns ist häusliche und sexuelle Gewalt gegen Frauen angestiegen. Experten rechnen mit bis zu 30 Millionen weiteren Fällen. Durch die weltweite Hunger- und Wirtschaftskrise werden schätzungsweise 13 Millionen Mädchen zu Kinderheiraten gedrängt. Das können wir nicht einfach so hinnehmen. Wir müssen viel stärker für die Rechte und Chancen von Frauen weltweit kämpfen. Deutschland unterstützt den Kampf gegen Gewalt an Frauen mit weiteren 15 Millionen Euro, insbesondere über  lokale Frauenrechtsorganisationen. Denn Bildung und Gleichberechtigung sind der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben von Frauen."

          

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) erhöht zum einen die Unterstützung für den UN-Treuhandfonds zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen um 2,5 Millionen auf nun insgesamt 5,7 Millionen Euro (bis 2023). Der Fonds feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen.

Zum anderen fördert das BMZ zwei afrikanische Regionalprogrammen zur Prävention von geschlechtsbasierter Gewalt.

Dabei geht es um eine bessere Prävention von weiblicher Genitalverstümmelung in Ostafrika (7,3 Millionen Euro) sowie um die Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im südlichen Afrika (2 Millionen Euro).

  

Zudem hat das Entwicklungsministerium in diesem Jahr die Mädchenbildungsinitiative SHE – Support Her Education" auf den Weg gebracht. Zusammen mit der Globalen Bildungspartnerschaft und der Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai werden benachteiligte Mädchen und junge Frauen in Schwellen- und Entwicklungsländern dabei unterstützt, die Schule zu besuchen und einen Abschluss zu machen.

 


The proof of the haggis: Making sense of the Glasgow climate change conference

DIE Blog - 24. November 2021 - 14:00

Photo by Craig McKay on Unsplash

The Scottish national dish of haggis warrants the attribute of an acquired taste. The notion of a sheep’s stomach primarily filled with offal of the same ruminant sounds repulsive to many while connoisseurs praise its savoury flavour. Either way, delivering a haggis makes for an inscrutable mess. Much the same can be said of the outcome of “COP26”, the 26th Conference of the Parties to the UN Framework Convention on Climate Change (UNFCCC), which convened in the Scottish city of Glasgow under the presidency of the United Kingdom. It also was the first such meeting after the COVID-19 imposed hiatus of 2020 – eagerly awaited to get global climate governance back on track and to boost the implementation of the Paris Agreement of 2015.

Success or failure?

As unsurprisingly as legitimately, the outcome of COP26 is decried as insufficient by proponents of ambitious climate action, even as “an utter betrayal” by social movements like the Global Campaign to Demand Climate Justice. Equally unsurprising the flagbearers of climate multilateralism, like COP26 President Alok Sharma, insisted that COP26 delivered and that its Glasgow Climate Pact “charts a course for the world to deliver on the promises made in Paris”. Notwithstanding either verdict, it was foreseeable that a single COP, even at the best of times, would not be able to single-handedly solve all issues that require solving to effectively halt global warming at 1.5°C.

Yet, the times are hardly the best for multilateral diplomacy. The UK Presidency was not to be envied to have to pull off COP26 under pandemic conditions and it was no mean feat to get it done. All the same, the execution of the task raised many questions and, indeed, considerable frustration among country delegations and observer organizations. Welcoming some 40.000 participants when the venue could host a maximum of 10.000 under the given hygienic regulations seemed haphazard at best. Advising countless duly accredited badge holders to “please come prepared with appropriate gear” to stand the Glaswegian weather while queuing in vain, added the proverbial insult to injury.

Still, for the COP to take place and to resume its work was good news. Only then could it be expected to deliver normative signals and guidance, technically as well as politically, on the further implementation of the Paris Agreement as well as means and resources to that same end. The questions to ask in its aftermath, therefore, are not so much whether the COP has been running smoothly or whether it makes for a success or failure, but rather what it has actually delivered, why and how so, and at what scale or strength. Like with the enigmatic haggis, this warrants a closer look at the ingredients and also at the side dishes to go with it – the neeps and tatties, if you will.

While recipes may vary, the list of ingredients to look out for was rather clear from the outset. First and foremost, COP26 was challenged to conclude the technical rulebook to operationalise the implementation of the Paris Agreement. Overdue issues to be solved in the Paris rulebook applied notably with a view to market mechanisms to boost mitigation action as well as with regard to rules that ensure transparency and common timeframes to facilitate more accountable and comparable reporting on national ambitions and implementation efforts. Moreover, climate finance represented a whole bouquet of ingredients: closing the gap towards the USD 100 bn per year (as originally promised by developed countries at COP15 in 2009 to support climate policy in developing countries from 2020 onwards); clarifying expectations on the expansion of international climate finance as of 2025; improving the balance between finance targeted towards mitigation and adaptation respectively; and finding a way forward to ensure additional resources to address climate-related loss and damage. Related, yet distinct from these ingredients, Glasgow was to advance the operationalisation of a global goal on adaptation. Not least, countries were expected to weigh in spiced up national climate plans (so-called nationally determined contributions, NDCs) and long-term strategies (LTS) that are consistent with net-zero emissions objectives to be reached by mid-century and, therefore, to be consistent with keeping 1.5°C within reach.

A rich mix…

The Glasgow haggis entails almost all of these ingredients, albeit with varying quality and quantity. A bitter aftertaste lingers especially where crucial wording, such as on phasing out coal and fossil fuel subsidies, has been watered down at the last moment. However, a universally agreed text that essentially implies to discard coal and fossil fuel subsidies for good is unprecedented. Its abated language notwithstanding, it provides valuable nutrients for the comprehensive economic transformation that is at stake and should free billions of public resources that can be redirected to just transition policies and sustainable development. A delivery plan on international climate finance and the pledged doubling of adaptation finance by 2025 (from 2019 levels) also enriched the mix, facilitating agreement and promising essential resources. Not least, COP26 actually managed to conclude negotiations on the Paris rulebook. While some compromises were made to that end, the most damaging loopholes in emissions trading, such as double-counting, appear to have been closed now and the rules on transparency and common time frames can be expected to strengthen accountability and, through improved comparability, conducive peer pressure.

…with ambivalent side dishes

Add to this the side dishes. A whole bunch of declarations and initiatives that were announced during the Glasgow COP address key sectoral mitigation challenges such as deforestation, methane emissions or post-fossil automobility. While the true mitigation potential of these initiatives needs to be soberly assessed, they are in themselves cases in point for the COP to serve as a catalyst for climate action that goes beyond the cumbersome and highly formalised intergovernmental processes of the UNFCCC. Void of key players, like Russia in the case of methane or Germany with regard to automobiles, and susceptible to greenwashing these side helpings may still amount to brown sauce rather than healthy greens. Still, on aggregate they cater to a growing recognition that the tide is actually turning against the fossil-fuelled status quo.

Hence, in spite of all the anger and frustration that was palpable especially during the final iterations of the Glasgow cover decision, it would be too bleak to consider COP26 as a mere waste of time and effort. Much rather, the Glasgow package delivered a hefty lump for all Parties to chew on. As of now, it remains hard to tell how palatable individual Parties will find their haggis once they take it to their domestic tables. But if they now act even upon the half-hearted words of the Glasgow Climate Pact, the implementation of the Paris Agreement could finally gain traction. Ultimately, the proof of the haggis will be in the eating.

Those who stomach it may likely develop an appetite for more. To make this scenario more probable, the order for COP27 in Egypt next year is pretty straightforward: Lavishly sprinkling the Glasgow pudding with commensurate climate finance. This would certainly help whetting the appetite of middle-income countries, who are crucial to bending the global emissions curve. It would also help to invigorate small island states and other climate vulnerable developing countries, who left Glasgow with a few crumbs on their plate in view of the climate-induced losses and damages they are facing already. That, indeed, is the lasting embarrassment and disappointment of the Glasgow COP. No streams of brown sauce can gloss it over.

Der Beitrag The proof of the haggis: Making sense of the Glasgow climate change conference erschien zuerst auf International Development Blog.

EPN Hessen Newsletter 10&11/2021

SID Blog - 23. November 2021 - 19:22

  Sollte der Newsletter nicht korrekt angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.     NEWSLETTER 10&11/2021     Liebe Leser:innen,
unsere Informations- und Bildungsangebote für Sie/Euch finden nach wie vor online und in Präsenz statt. Wir bitten um eine rechtzeitige Anmeldung und die Einhaltung der Coronamaßnahmen.
Viele Workshops, Filmabende, Vorträge und Qualifizierungsreihenzu verschiedenen entwicklungspolitischen Themen bieten ihre letzten Modulen oder vorletzten Veranstaltungen an. Andere Aktivitäten werden hier zum ersten Mal angekündigt, wie zum Beispiel der "Save the Date" unserer Digitalen Netzwerkstätte am 9.12.2021.
Außerdem berichten wir das Aktuellste aus unseren Mitgliedsorganisationen.
Wir freuen uns sehr Ihnen/Euch weiterhin bei unseren Präsenz- und Online Veranstaltungen und Projekten sehen zu können!   Bleiben Sie/Ihr gesund. Mit besten Grüßen aus der Geschäftsstelle     Inhalt 1. Aktuelle EPN Hessen Veranstaltungen
2. Aus dem Netzwerk
3. „Hessen entwickeln für die Eine Welt" – Neues aus dem Promotor:innenprogramm: 4. Weiterlesen, mitmachen, hingehen     Aktuelle EPN Hessen Veranstaltungen:   Online Fortbildungsreihe: Modul 2 „Geschlechtergerechtigkeit" (Di., 23.11.21, online)   Im Workshop stellt das Schul- und Bildungsprojekt êpa! des Weltladen Marburg am Beispiel der Ausstellung „Mit Power in die Zukunft. Der Kampf von Frauen in Nicaragua" das SDG 5 zu „Geschlechtergerechtigkeit und Empowerment für alle Frauen und Mädchen" vor und gibt Anregungen für den Unterricht.
Das Modul wird gestaltet von êpa! - Weltladen Marburg / Referierende: Lydia Koblofsky, Karla Méndez und Doreen Thieke.   Weiterlesen Online-Seminar: „Digitales Engagement für eine gerechte Welt – Erfahrungen aus dem Globalen Süden und Norden" (25.11.21, online)   Im Internet entsteht eine neue digitale Öffentlichkeit, durch die sich Menschen weltweit vernetzen und voneinander erfahren. Die Rolle der Sozialen Medien in Protestbewegungen wird von Medien und Politiker*innen aus dem Globalen Norden oft betont. Auch jetzt sind Menschen weltweit online aktiv im Kampf um die Gleichberechtigung aller Geschlechter, gegen die Unterdrückung von Frauen* und Mädchen* und gegen autoritäre Regime.
Am 25. November, dem internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, möchten wir mit Online-Aktivist:innen ins Gespräch kommen, die in unterschiedlichen Teilen der Welt leben und sich für eine gerechtere Welt einsetzen. Wir sprechen mit Online-Aktivist:innen aus verschiedenen Ländern und fragen nach ihren Perspektiven auf den Einsatz für weltweite soziale Gerechtigkeit im digitalen Raum.   Weiterlesen Film- und Diskussionsreihe FERN:WELT:NAH: „Tödliche Hilfe" (29.11.21, Frankfurt/M)   Der haitianische Filmemacher Raoul Peck begleitete über anderthalb Jahre die internationalen Hilfsbemühungen nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti. Seine anfänglichen vorsichtigen Hoffnungen in eine internationale Hilfe, die Haiti besser wieder aufbauen will, schwinden im Laufe der Beobachtung. So legt der Film ein erschütterndes Zeugnis über die Beharrungskräfte koloniale Denkungsart ab. Im anschließenden Gespräch stellt Katja Maurer von medico international den Film in einen aktuellen Kontext der Lage in Haiti und der Debatte um eine Dekolonisierung der Hilfe.   Weiterlesen Workshop: Postkolonialismus und Diversität im Globalen Lernen (02.12.21, online)   Wie können postkoloniale Perspektiven und Diversität im Globalen Lernen & BNE konzeptionell verankert werden? Wie können Globales Lernen & BNE zu einer diskriminierungssensiblen und rassismuskritischen Gesellschaft beitragen? Wie kann die Inklusion gesellschaftlich marginalisierter Gruppen als Akteur:innen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit gewährleistet werden? Welche Zugangsbarrieren gibt es und wie können sie abgebaut werden? Der Workshop beleuchtet Ansätze der postkolonialen Theorie, Diversität und zeigt Handlungsoptionen für die eigene entwicklungspolitische Bildungsarbeit auf (mögliche Inhalte, Methoden und Zielgruppenansprache).   Weiterlesen QUALIFIZIERUNGSREIHE: „Modul 5: Anti-Bias-Training – Vorurteilsbewusste Bildungsarbeit in der Schule"   Lernen und Lehren bedienen sich gesellschaftlicher Bilder. Anti-Bias ist ein aktiver Ansatz, dersich mit Vorurteilen und Darstellungen befasst. Dabei gilt es sich einzumischen und persönliche Verhaltensweisen sowie institutionelle Praktiken, die Diskriminierung und Unterdrückung aufrechterhalten, zu verändern. Wir werden in Modul 5 auf einer persönlichen Ebene zum Perspektivwechsel anregen und uns damit auseinandersetzen, unter welchen Voraussetzungen die eigene Bildungsarbeit geschieht, in welcher Position man sich bewegt und was dies für die Arbeit bedeutet. Wir werden auch fragen, wie innergesellschaftlich Vorurteileund Stereotype abgebaut werden können. Aus einer globalen Perspektive werden wir unsdamit befassen, was diese kritische Bildungsarbeit zu einem veränderten Miteinanderbeitragen kann.   Weiterlesen SAVE THE DATE: „Digitale Werkstatt: Digitalisierung: nachhaltig – inklusiv – global gerecht?"   Digitalisierung ist in aller Munde. Spätestens seit der Pandemie ist Digitalisierung aus der entwicklungspolitischen Arbeit nicht wegzudenken. Es hat sich gezeigt: Digitalisierung kann Menschen zusammenbringen. Gleichzeitig sind digitale Prozesse noch weit davon entfernt, allen zur Verfügung zu stehen. Wer hat Zugang zu digitalen Räumen?
Welchen Einfluss hat Digitalisierung auf unseren Planeten?
Wer verdient daran und wer leidet unter der Ausbeutung durch Digitalisierung?
Wie kann Digitalisierung für alle Menschen gerecht gestaltet werden, unabhängig von Alter, Be_hinderung, sozialem und ökonomischen Status, oder Wohnort der Nutzer:innen?
Diese Fragen möchten wir mit Euch und Ihnen auf der digitalen Werkstatt innerhalb drei verschiedener Workshops und einer Podiumsdiskussion bearbeiten.   Weiterlesen   Aus dem Netzwerk:   NETZ Bangladesch: Pressemeldung „Die Krisen anpacken – und nicht loslassen"
Die Corona-Pandemie bedroht die Existenz von bis zu 35 Millionen Menschen in Bangladesch, sagt Dr. Max Stille, Geschäftsführer der Entwicklungsorganisation NETZ. Aber: Es geht nicht nur um die unmittelbare Gesundheitsgefahr, sondern um soziale Benachteiligung der ärmsten Menschen. Weiterlesen...   Weltläden in Hessen: Seminar „Vom Kakaobaum bis zur Schokocreme" (05.12.2021, Witzenhausen) Alle lieben Schokolade und Kakao! Wer schon immer wissen wollte, wie Schokolade gemacht wird, und wo die Kakaobohnen wachsen, der kann das am Sonntag herausfinden. Die Familie kann tropisches Klima unter Kakaobäumen mit allen Sinnen erfühlen, den Weg der Samen bis zur fertigen Schokolade kennen lernen und nach getaner Arbeit selbst hergestellte Schokocreme genießen.
Die EPN Hessen Mitglieder Weltläden in Hessen und der Weltladen Witzenhausen laden Sie zu dem Seminar mit Agraringenieurin und Bildungsreferentin Ines Fehrmann, Witzenhausen ein.
Weiterlesen...
  Atrium e.V.: Projekt "Sinneswandel im Blick-Inklusiver Kulturgarten" Das Projekt "Sinneswandel im Blick-Inklusiver Kulturgarten" der EPN Hessen Mitgliedsorganisation Atrium e.V. macht wieder Fortschritte!
Im November 2019 fand der erste inklusive Workshop mit blinden, seheingeschränkten und sehenden Menschen in Kairouan, Tunesien statt. Die Teilnehmenden befassten sich zunächst theoretisch mit der Kompostierung und ihrem Nutzen für die Bodenverbesserung sowie dem Konzept der Permakultur. Im Anschluss folgte die praktische Umsetzung durch die Konstruktion der Kompostierungsanlage. Besonders der inklusive und partizipative Ansatz dieses Workshops und die Kombination aus theoretischer Wissensvermittlung und praktischer Anwendung traf bei den Teilnehmenden auf positive Rückmeldung. Weiterlesen...   Christoffel-Blindenmission: Fachveranstaltung: „Das Schweigen brechen – Wege zu inklusiver Gewaltprävention für Frauen mit Behinderungen weltweit" Die EPN Hessen Mitgliedorganisation Christoffel-Blindenmission und der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, laden
zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November 2021 zu einer virtuellen Fachtagung mit nationalen und internationalen Gästen ein. Weiterlesen...       "Hessen entwickeln für die Eine Welt" - Neues aus dem Promotor:innenprogramm:   Sechs hessische Eine Welt-Promotor:innen beitragen, dass die entwicklungspolitisch Engagierten mehr voneinander wissen, sich austauschen und besser gegenseitig stärken können. Das Programm wird vom EPN Hessen koordiniert. Haben Sie Interesse an einem Fachaustausch oder einer Kooperation mit den Promotor*innen? Dann melden Sie sich bei ihnen.   www.hessen-entwickeln.de Online Workshop: "Nachhaltige Stadtpläne: Alles Gute auf einer Karte" (Di, 30.11.2021)   Nachhaltige Stadtpläne und Einkaufsführer können enkeltaugliche Alternativen vor Ort für die breite Bevölkerung sichtbar machen. Doch bevor so ein Stadtplan erstellt ist, tauchen viele Fragen auf. Welche Geschäfte und Orte sollen auf die Karte? Wie finanzieren wir sie? Welche Kooperationspartner machen mit? Woran müssen wir denken? In diesem Online-Workshop können Sie von den Erfahrungen erfolgreicher Beispiele profitieren.   Weiterlesen   Weiterlesen, mitmachen, hingehen:   Materialien:  
  • Zeitschrift Weltsicht des Weltladen Marburgs
  • Bildungsprojekt êpa!: Konzepthefte
  • Old School: Print-Magazin von jungen Menschen
  • welt-sichten: Leben im Dorf
  Mitmachen:
  • Alle für EINE WELT für alle Wettbewerb: „Der Countdown läuft: Es ist Zeit für Action!"
  • Medico-Spendenaufruf: Hilfe für Geflüchtete an der Grenze Polen/Belarus
  • WeltWeitWissen 2022: Bundeskongress zum Globalen Lernen / Bildung für Nachhaltige Entwicklung
  • Nationaler Preis – Bildung für nachhaltige Entwicklung
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Tag der Kinderrechte: Entwicklungsministerium verstärkt Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit

SID Blog - 20. November 2021 - 23:55
Zum heutigen Internationalen Tag der Kinderrechte erklärt Entwicklungsminister Gerd Müller:

 

„160 Millionen Kinder müssen weltweit arbeiten –  das ist jedes zehnte Kind! Viele davon unter schlimmsten ausbeuterischen Bedingungen. Nach Jahren des Rückgangs nimmt Kinderarbeit weltweit wieder zu, vor allem in Afrika. Das ist ein Skandal, gerade im Jahr 2021, dem Internationalen Jahr gegen Kinderarbeit.

 

Alle Kinder haben einen Anspruch auf ein Leben in Würde! Die Wirklichkeit sieht aber brutal anders aus: 80 Millionen Kinder müssen, statt in die Schule zu gehen, unter schlimmsten, ausbeuterischen Bedingungen in Textilfabriken, Minen oder auf Kaffeeplantagen schuften – auch für unsere Produkte.  Die Kinder sind auch die größten Leidtragenden der Corona Pandemie.  Millionen Eltern wurden in Hunger und extreme Armut zurückgeworfen. Wo es kein soziales Sicherungsnetz gibt, Eltern nur Hungerlöhne verdienen, müssen die Kinder schuften, um zu überleben. Die Internationale Arbeitsorganisation ILO schätzt, dass durch Corona neun Millionen Kinder zusätzlich in Kinderarbeit gedrängt wurden. Millionen Mädchen werden als Folge von Hunger und Not in Kinderehen gedrängt. Schon vor der Pandemie ging der Kampf für die Kinderrechte zu schleppend voran.

 

Die Weltgemeinschaft muss den Kampf für Kinderrechte weltweit massiv verstärken.  Deutschland geht voran. Im Juni wurde das Lieferkettengesetz beschlossen, das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit muss in den weltweiten Lieferketten von Unternehmen in Deutschland eingehalten werden. Mit der Internationalen Arbeitsorganisation ILO verstärken wir jetzt den Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit in Ländern, in denen sie noch stark verbreitet ist. Wir unterstützen beispielsweise lokale Kindesschutznetzwerke und geben Kindern und Jugendlichen eine Ausbildung. Im Kongo verbessern wir gemeinsam die rechtlichen Vorgaben für den Kampf gegen Kinderarbeit. Die deutsche Entwicklungspolitik unterstützt die ILO dazu mit fünf Millionen Euro.

 

Diese Projekte sind wichtig, aber ohne ein Umsteuern in unserer Wirtschaftsweise und unserem Konsumverhalten werden wir den Kampf gegen Kinderarbeit nicht gewinnen. Wir müssen endlich verstehen, dass ein Teil unseres Wohlstand auch auf Ausbeutung und Kinderarbeit beruht. Ich wünsche mir, dass immer mehr Unternehmer und Verbraucher sagen: Ich produziere fair, ich kaufe fair!

Das Lieferkettengesetz, das wir in diesem Jahr beschlossen haben, ist ein wichtiger erster Schritt, das zu ändern."




2018 bis 2020: Eine Million Kinder als Flüchtlinge geboren

SID Blog - 20. November 2021 - 1:15
Internationaler Tag der Kinderrechte, 20. November

 

Am 20. November 1989, vor 32 Jahren, verabschiedete die UN-Generalversammlung die Kinderrechtskonvention. Nach diesem Regelwerk haben alle Kinder ein Recht auf Gesundheit, auf Bildung und darauf, dass ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden. Anlässlich des morgigen Internationalen Tages der Kinderrechte macht die UNO-Flüchtlingshilfe auf die oft katastrophale und rechtlose Situation von Flüchtlingskindern aufmerksam.

 

Laut der aktuellen Studie „Mid-Year Trends Report" des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) waren in der ersten Hälfte dieses Jahres mehr als 84 Millionen Menschen auf der Flucht, eine deutliche Steigerung gegenüber dem Stand von Ende 2020, als die Zahl noch bei 82,4 Millionen lag. Vier von zehn Flüchtlingen sind Kinder. Sie sind die Hauptleidtragenden von Gewalt und Vertreibung. Traumatisiert von den schrecklichen Erlebnissen während der Flucht blicken sie einer unsicheren Zukunft entgegen. Immer mehr Flüchtlingskinder werden auch im Exil geboren: Nach Schätzungen des UNHCR sind zwischen 2018 und 2020 rund eine Million Kinder als Flüchtlinge auf die Welt gekommen.

 

„Für Flüchtlingskinder besteht die Gefahr, viele Jahre im Exil zu bleiben. Damit dürfen wir uns nicht abfinden und müssen uns dafür einsetzen, ihnen Würde und Perspektiven zu geben. Eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben in Frieden und Sicherheit", fordert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, dem nationalen Partner des UNHCR.

 

Kampagne: Hilfe für Flüchtlingskinder und -mütter

Besonders die Situation der Kinder in Afghanistan ist besorgniserregend: Etwa 65 Prozent der afghanischen Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche. Viele von ihnen sind unter den 2,2 Millionen geflohenen Afghaninnen und Afghanen in den Nachbarländern oder den fast drei Millionen Menschen, die als Vertriebene innerhalb Afghanistans leben – nur ein Beispiel für den immensen Hilfsbedarf, der weltweit für Flüchtlingsfamilien besteht.

 

Im Zuge ihrer Winterkampagne macht die UNO-Flüchtlingshilfe insbesondere auf die Notlage geflüchteter Mütter und Kinder aufmerksam. Mangelernährung, Schmutz, Kälte oder Hitze schwächen den Körper und führen zu lebensbedrohlichen Infektionen. Der UNHCR ist weltweit im Einsatz, um Frauen und Kinder zu schützen: Helferinnen und Helfer sorgen für Unterkünfte, für ausreichend Lebensmittel und betreuen Geburten.

 

Informationen zur Winterkampagne unter: www.uno-fluechtlingshilfe.de/spenden-schutz

 

Mehr zum Thema Flüchtlingskinder: www.uno-fluechtlingshilfe.de/fluechtlingskinder

 


Changing Childhood Project | Neue Studie von UNICEF & Gallup

SID Blog - 20. November 2021 - 1:14
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Internationaler Tag der Kinderrechte am 20. November

Junge Menschen sehen die Welt positiver als Ältere – aber sie erwarten Lösungen für Krisen und mehr Mitsprache

UNICEF und Gallup haben erstmals über 21.000 junge und ältere Menschen in 21 Ländern nach ihrer Sicht auf die Welt gefragt / Junge Menschen in Deutschland sind besonders digital, global und finden Vielfalt wichtig

 

© UNICEF/UN0389056/Panjwani

New York/ Köln, den 18. November 2021 // Jugendliche und Heranwachsende sehen trotz Klimawandel und Belastungen, zum Beispiel durch die Covid-19-Pandemie, mehr Verbesserungen auf der Welt als die ältere Generation: So sind rund 57 Prozent der jungen Menschen davon überzeugt, dass die Welt mit jeder Generation ein besserer Ort zum Leben wird. Bei den Erwachsenen über 40 Jahren sagen dies nur 39 Prozent. In Deutschland sehen sogar fast zwei Drittel der jungen Menschen (61 Prozent) eine positive Entwicklung der Welt, gegenüber rund 40 Prozent bei den über 40-Jährigen.

Das ist ein Ergebnis der heute zum Internationalen Tag der Kinderrechte (20.11.) veröffentlichten repräsentativen Befragung von UNICEF und dem renommierten Meinungsforschungsinstitut Gallup. Für das „Changing Childhood Project" („Projekt Kindheit im Wandel") wurden mehr als 21.000 Personen aus zwei Generationen (15 bis 24 Jahre und über 40 Jahre) in 21 Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern interviewt – darunter Deutschland.

„Es gibt genug Gründe für Pessimismus: Klimawandel, die Corona-Pandemie, Armut und Chancenungleichheit, die Spaltung der Gesellschaft und wachsender Nationalismus. Aber es gibt auch Anlass zur Zuversicht: Kinder und junge Menschen weigern sich, die Welt durch die düstere Brille der Erwachsenen zu sehen", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Im Vergleich zu älteren Generationen bleiben die jungen Menschen optimistisch, denken viel globaler und sind entschlossen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Sie machen sich zwar Sorgen über die Zukunft, aber sie sehen sich als Teil der Lösung."

Die internationale Befragung zeigt, dass die jungen Menschen in allen Ländern heute deutlich digitaler sind und globaler denken als Ältere. So sehen sie sich viel häufiger als Weltbürger*innen und befürworten eher die internationale Zusammenarbeit, um Krisen wie der Covid-19-Pandemie zu begegnen. Zudem glauben sie eher, dass sich die Kindheit verbessert hat. So sieht die Mehrheit der befragten Jugendlichen Fortschritte im Bereich der Gesundheitsversorgung, Bildung und persönlichen Sicherheit im Vergleich zu früheren Generationen.

Aber viele empfinden großen Erfolgs- und Leistungsdruck und psychische Belastungen. Die digitale Welt ist für sie selbstverständlich. Trotzdem sind sie kritisch gegenüber den für sie sehr wichtigen sozialen Medien. Junge wie ältere Menschen sind gleichermaßen der Überzeugung, dass die junge Generation mehr gehört werden muss und fordern von der Politik entschlossenes Handeln gegen den Klimawandel. 

„Die Studie zeigt differenziert die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen – über alle Grenzen hinweg. Junge Menschen sind in reichen wie in armen Ländern trotz vielfältiger Belastungen und Sorgen grundsätzlich zuversichtlicher als Ältere. Sie sehen mit großer Klarheit die Probleme unserer Zeit und möchten die Zukunft mitgestalten. Diesen Gestaltungswillen sollten Regierungen – auch die künftige Bundesregierung – nutzen und nicht nur für Kinder, sondern mit ihnen gemeinsam nachhaltige Lösungen für die gegenwärtigen Herausforderungen finden", erklärt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

Ergebnisse der Befragung in Deutschland im internationalen Vergleich

Aufwachsen in einer digitalen Welt

  • 91 Prozent der 15- bis 24-Jährigen in Deutschland sind täglich online; bei den Menschen ab 40 sind es 74 Prozent.
  • Im Durchschnitt der 21 befragten Länder informieren sich 45 Prozent der Unter-25-Jährigen hauptsächlich über soziale Medien (Deutschland: 38 Prozent). Aber nur durchschnittlich 17 Prozent und weniger als zehn Prozent der jungen Menschen in Deutschland sagen, dass sie den Informationen in den sozialen Medien sehr vertrauen. Für die Älteren ist das Fernsehen die wichtigste Informationsquelle (Durchschnitt: 39 Prozent, Deutschland: 30 Prozent). 

Junge Menschen stärker global orientiert

  • Junge Menschen sehen sich im Durchschnitt eher als Weltbürger*innen (rund 39 Prozent) als die ältere Generation (22 Prozent). Diese identifiziert sich eher mit dem Wohnort oder Land. 
  • In keinem anderen der befragten Länder ist die junge Generation so global orientiert wie in Deutschland. Gleichzeitig ist aber auch der Generationenunterschied bei dieser Frage besonders groß: 67 Prozent der Jüngeren empfinden sich in erster Linie als Teil der Weltgemeinschaft im Vergleich zu 41 Prozent der älteren Generation. 

Alle Menschen gleich behandeln

  • Junge Menschen legen in allen befragten Ländern großen Wert auf die Gleichbehandlung der Menschen unabhängig von Geschlecht, Religion, ethnischer Herkunft oder sexueller Identität. 
  • So finden es in Deutschland rund 88 Prozent der befragten jüngeren im Vergleich zu rund 74 Prozent der älteren Menschen sehr wichtig, dass Mitglieder der LGBTQ+-Gemeinschaft gleich behandelt werden. Auch der Gleichbehandlung von Frauen (97 zu 91 Prozent), ethnischen (95 zu 84 Prozent) und religiösen Minderheiten (91 zu 76 Prozent) misst die Generation der Unter-25-Jährigen in Deutschland einen jeweils höheren Stellenwert bei als die Generation der Über-40-Jährigen.

 Kampf gegen Klimawandel für beide Generationen zentrale Zukunftsaufgabe

  • Beim Thema Klimawandel sind sich beide Generationen einig: Die Regierungen sollten entschieden dagegen vorgehen, meinen zum Beispiel 73 Prozent der 15- bis 24-Jährigen sowie 72 Prozent der Über-40-Jährigen in Deutschland. 
  • Die meisten Auswirkungen des Klimawandels können verringert werden, sagen durchschnittlich je 86 Prozent der Menschen aus beiden Generationen. 

 Kinder und Jugendliche beteiligen

  • Eine Mehrheit in beiden Generationen findet, dass junge Menschen stärker beteiligt werden sollen. Durchschnittlich 58 Prozent der jüngeren und 52 Prozent der Menschen über 40 finden es sehr wichtig, dass Politiker*innen bei ihren Entscheidungen die Stimmen der Kinder und Jugendlichen hören. In Deutschland sind 59 Prozent der jüngeren und 52 Prozent der älteren Generation dieser Meinung.

Eine Politik mit Zukunft – für Kinder und mit Kindern
 
Zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20.11. appelliert UNICEF Deutschland an die künftige Bundesregierung, die Verwirklichung der Kinderrechte zum Kompass ihres politischen Handelns zu machen. Soziale Gerechtigkeit für jedes Kind, eine an den Kinderrechten orientierte Umwelt- und Klimapolitik sowie die Partizipation von Kindern und Jugendlichen sollten zu den Kernelementen des neuen Regierungsprogramms gehören.

Das „Changing Childhood Project"

Das „Changing Childhood Project" von UNICEF und dem Meinungsforschungsinstitut Gallup ist die erste Untersuchung, bei der verschiedene Generationen in allen Weltregionen zu ihrer Sicht auf Kindheit heute befragt wurden. Für das Projekt wurden zwischen Februar und Juni 2021 über 21.000 Jugendliche und Erwachsene Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern telefonisch befragt: Äthiopien, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Japan, Kamerun, Kenia, Libanon, Mali, Marokko, Nigeria, Peru, Simbabwe, Spanien, Ukraine, USA. Alle Proben sind wahrscheinlichkeitsbasiert und für das jeweilige Land für zwei Altersgruppen repräsentativ: Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sowie Menschen ab 40 Jahren. Befragt wurden jeweils etwa 1.000 Menschen pro Land (Indien: 1.500).   

Service 

» Alle Ergebnisse der Befragung stehen auf der neuen interaktiven Webseite http://changingchildhood.unicef.org zur Verfügung.

» Eine deutsche Zusammenfassung des Berichts sowie eine Übersicht ausgewählter Ergebnisse der Befragung in Deutschland im Vergleich mit dem internationalen Durchschnitt finden Sie auf unserer Webseite.


Auf die Kinder kommt es an. Jetzt!

VENRO - 19. November 2021 - 12:52

Kinderrechte global zu stärken, ist gerade mit Blick auf die gegenwärtigen globalen Krisen das Gebot der Stunde. Welche Weichenstellungen nötig sind, um Kinderrechte in der Entwicklungszusammenarbeit strategisch zu verankern, zeigt unser Blogbeitrag zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November auf.

Jeder dritte Mensch auf der Erde ist ein Kind (d.h. unter 18 Jahren gemäß der Konvention der Vereinten Nationen, UN). Kinder sollten eine der wichtigsten Zielgruppen der Entwicklungszusammenarbeit sein. Und doch werden Kinder viel zu oft übersehen.

Der Internationale Tag der Kinderrechte am 20. November ist weltweit Anlass für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für die Rechte von Kindern einzutreten: für ihre gesunde Entwicklung, für ihre Partizipation und für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft. Kinderrechte sind universell gültig. Dies ist in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegt, die ihre Geburtsstunde am 20. November 1989 hatte, vor nunmehr 32 Jahren.

Trotz vieler Erfolge in den vergangenen drei Jahrzehnten bleiben ernüchternde Fakten. Denn gerade in den ärmeren Ländern dieser Welt – aber nicht nur dort – drohen gegenwärtige Krisen, erzielte Fortschritte zunichte zu machen.

Corona- und Klimakrise sind verheerend für Gesundheit, Ernährung und Bildung

Die Auswirkungen der Pandemie haben existenzielle Gefahren für die Gesundheit, den Schutz und die Entwicklung von Kindern ergeben. Jedoch wird noch nicht ausreichend wahrgenommen, was die Pandemie weltweit für Kinder bedeutet. Vor allem in den ärmsten Ländern geraten Kinder und ihre Familien in existenzielle Not. Für arme und benachteiligte Kinder bedeutet die Corona-Pandemie vielfach Mangelernährung, Hunger und zunehmende Gewalt, große Einschränkungen beim Zugang zu Bildung und Gesundheit. In allen Ländern der Welt waren und sind Kinder durch die Schließung von Schulen und Hilfseinrichtungen einem stärkeren Risiko von häuslicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Fortschritte, die in den letzten Jahrzehnten für Kinder erzielt wurden – auch wenn sie nicht hinreichend waren – drohen nun zunichte gemacht zu werden: Etwa, wenn Kinder nicht wieder in die Schulen zurückkehren, weil sie arbeiten und zum Familieneinkommen beitragen müssen.

Auch die Folgen der globalen Klimakrise sind für Kinder bereits heute verheerend: Hitze, Wasserknappheit, Extremwetterlagen und Luftverschmutzung bedrohen das gesunde Aufwachsen, und damit die Lebensgrundlagen von Kindern als besonders vulnerable und schutzbedürftige Menschen. Aufgrund des Klimawandels nimmt der Druck zur Migration auf Menschen auf der ganzen Welt zu. Die Klimakrise ist auch eine Krise der Kinderrechte. Denn die Klimakrise stellt in ihrem Ausmaß eine existenzielle Gefahr für Gesundheit, Ernährung und Bildung dar – die zentrale Grundlage für die Zukunft von allen Kindern weltweit.

Die genannten Herausforderungen von Klimawandel und Umweltzerstörung, Armut, Hunger und Ungleichheit betreffen Kinder überproportional: 48 Prozent, fast die Hälfte der armen Menschen weltweit, sind Kinder. Zudem sind Kinder öfter gleichzeitig von mehreren Mangelsituationen betroffen.

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit: Kluft zwischen Anspruch und Realität

Trotz dieser Herausforderungen werden die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in der Realität von der Politik oft übersehen, nicht gehört und sie werden zu wenig beteiligt. Dies trifft auch auf die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) zu. Anspruch und Realität klaffen deutlich auseinander.

Die deutsche EZ selbst hatte sich 2017 in ihrem Aktionsplan „Agents of Change“ vorgenommen, international Vorreiter für Kinderrechte zu werden. Eine Bewertung des im Sommer 2021 veröffentlichten Endberichts des Aktionsplans führt jedoch zu dem Schluss, dass dieses Ziel noch nicht erreicht worden ist. Zwar hatte sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) einer Reihe wichtiger kinderrechtlicher Themen angenommen, wie etwa dem Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit oder der Einrichtung eines Jugendbeirats im BMZ. Jedoch fehlt ein systematischer kinderrechtlicher Politikansatz: Es stehen weiterhin notwendige Schritte der Bundesregierung aus, eine kohärente und auf die Erreichung von Kinderrechten zielende Gesamtstrategie als Grundlage der deutschen EZ zu entwickeln und umzusetzen. So sind Kinderrechte nicht in allen Handlungsfeldern systematisch angelegt. Auch fehlt es an einem Monitoring-System, das die regelmäßige, systematische und einheitliche Überprüfung der Umsetzung menschenrechtlicher Vorgaben in der staatlichen EZ ermöglicht.

Wie kann eine eine internationale Vorreiterrolle für Kinderrechte erreicht werden?

Es bleibt ungewiss, ob und in welcher Weise Kinderrechte in einer künftigen Bundesregierung und beim BMZ stärker und systematischer verankert werden (wie z.B. durch den Reformprozess „BMZ 2030“). Dies ist jedoch unabdingbar, damit die notwendigen Prioritätensetzungen der deutschen EZ für die frühkindliche Entwicklung sowie für Kinder und Jugendliche gesteigert werden, gerade mit Blick auf die grundlegende soziale Infrastruktur (Gesundheit, Ernährung, Bildung, Schutz vor Gewalt). Angesichts der immensen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und den Klimawandel ist dies elementar.

Und last but not least: Zwingend notwendig bleibt eine Kindesschutz-Policy für das Entwicklungsministerium und alle EZ-Durchführungsorganisationen sowie für die Freiwilligendienste, damit Kinder im Einflussbereich der deutschen Entwicklungszusammenarbeit vor Schaden und Gewalt geschützt werden. Auch dies ist essentielle Grundlage dafür, dass die deutsche EZ eine internationale Vorreiterrolle für Kinderrechte glaubhaft reklamieren kann.

Kinderrechte und nachhaltige Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden

Eine Entwicklungspolitik, die einen großen Teil der Weltbevölkerung und die nächste Generation ignoriert, wird nicht nachhaltig sein. Vielmehr gilt: Investitionen in bessere Lebenschancen und Perspektiven für Kinder führen zu deutlichen Verbesserungen, sowohl für Kinder und Jugendliche selbst, als auch für die ganze Gesellschaft. Entwicklungspolitik muss deshalb die Belange von Kindern und Jugendlichen systematisch einbeziehen und strategisch umsetzen. Die UN-Kinderrechtskonvention ist hierfür die Grundlage, die Agenda 2030 gibt Wege und Ziele vor.

Was jetzt zu tun ist

Es ist die Zeit für verantwortungsvolle Weichenstellungen. Gegenwärtig laufen die Koalitionsverhandlungen zu einer möglichen Ampel-Koalition. Eine künftige progressive neue Bundesregierung tut gut daran, ein starkes Zeichen zu setzen, damit universell gültige Kinderrechte auf der politischen Agenda sowie in einer nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit einen hohen Stellenwert einnehmen. Das beinhaltet:

  • Die künftige Bundesregierung sollte im Sinne der Agenda 2030 eine kohärente, auf die Erreichung von Kinderrechten abzielende Gesamtstrategie entwickeln, die als Grundlage der deutschen Entwicklungspolitik dient.
  • Die Rechte von Kindern und Jugendlichen müssen durchgängig verankert werden („Mainstreaming“). Ziel sollte eine systematische Überprüfung der Umsetzung menschenrechtlicher Vorgaben ein.
  • Die Investitionen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in frühkindliche Entwicklung sowie in die für Kinder und Jugendliche grundlegende soziale Infrastruktur (Gesundheit, Ernährung, Bildung, Schutz vor Gewalt) sollten deutlich erhöht werden.
  • Eine verbindliche Kindesschutz-Policy sollte für die Arbeit des Bundesentwicklungsministeriums, der Durchführungsorganisationen und der Freiwilligendienste der deutschen Entwicklungszusammenarbeit erarbeitet und umgesetzt werden.

Die gegenwärtigen globalen Krisen und Herausforderungen, die durch die Pandemie, Hunger und Armut sowie den Klimawandel geprägt sind, erfordern entschlossenes Handeln. Kinderrechte global zu stärken, ist das Gebot der Stunde, damit die junge Generation ihre Chancen auf eine lebenswerte Zukunft ergreifen kann.

Dieser Blogbeitrag wurde gemeinsam verfasst von Dr. Christian Neusser (Sprecher der VENRO-AG Kinderrechte), Judy Müller-Goldenstedt (Sprecherin der VENRO-AG Kinderrechte) und Anke Scheid (VENRO-Referentin im Bereich Humanitäre Hilfe, Frieden und Teilhabe aller).

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