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Bericht zur DGVN-Tagung "Widersprüchliche Nachhaltigkeit – UN-Agenda 2030 und SDGs bei uns und in der Welt"

Vor gut einem Jahr, am 25. September 2015, verabschiedete die UN-Generalversammlung die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs), welche die Milleniums-Entwicklungsziele ablösen sollen und die Zielsetzung haben, eine neue Ära globaler Nachhaltigkeitspolitik einzuläuten. Anlässlich dieser neuen Agenda 2030 hat die DGVN am 21. und 22. September 2016 zu einer entwicklungspolitischen Fachtagung unter dem Titel „Widersprüchliche Nachhaltigkeit – UN-Agenda 2030 und SDGs bei uns und in der Welt“ eingeladen.

Bei der abendlichen Auftaktveranstaltung war neben der stellvertretenden Bundestagspräsidentin Claudia Roth mit Annett Moehner eine Vertreterin des UN-Klimasekretariats (UNFCC) geladen. Eröffnet wurde die Tagung durch den DGVN-Vorsitzenden Detlef Dzembritzki, der die Notwendigkeit eines schlagkräftigen UN-Systems zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele und die Verantwortung Deutschlands unterstrich. Die Umsetzung der Ziele und eine generelle Stärkung der Vereinten Nationen seien Themen, die sowohl jetzt als auch im Bundestagswahlkampf 2017 stärker von der deutschen Politik thematisiert werden müssten. Auch die derzeitige Haushaltsdebatte im Bundestag zeige, ob Deutschland ein Motor auf dem Weg zu nachhaltiger Entwicklung und Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit sei. Anschließend legte Roth in ihrem Input-Vortrag eindrucksvoll die weltweiten Probleme bedingt sowohl durch die Auflösung der postkolonialen Staatenordnung als auch durch Verteilungsungerechtigkeit dar. Dabei ging sie sowohl auf die Notwendigkeit von nationaler Kohärenz in der Politikumsetzung, globale Verantwortung und die Bedeutung der Agenda 2030 für die universellen Menschenrechte ein. Sie wies darauf hin, dass auch Deutschland in bestimmten Punkten noch ein „Entwicklungsland“ sei und nachhaltige Entwicklung aufgrund globaler Verantwortung somit bereits zuhause beginnt. Eine Betrachtung der lokalen Ebene erscheine außerdem häufig als lohnenswert, da beispielsweise eine kommunale Nachhaltigkeitsagenda eine hervorragende Vorbildfunktion für höhere Ebenen erfüllen könne. Im Anschluss stellte Moehner die enge Verbindung zwischen den Nachhaltigen Entwicklungszielen und dem Pariser Klimaabkommen heraus. Die Fortschritte beim UN-Klimaabkommen seien weitere wesentliche Komponenten auf dem Weg zur Verbesserung globaler Nachhaltigkeit. Im Gegensatz zum Vorgänger, dem Kyoto-Protokoll, fordere das neue Abkommen nationale Klimaschutzbeiträge aller Länder ein.

Veranstaltungsbericht von Tobias Stelzer (DGVN): http://www. dgvn.de/meldung/bericht-zur-dgvn-tagung-widerspruechliche-nachhaltigkeit-un-agenda-2030-und-sdgs-bei-uns-und-in-de/