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Hintergrund: Die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung

Worum geht es eigentlich bei der Hamburger Ringvorlesung „Wie wirkt die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung? im Sommersemester 2016? Hier vorab die Fakten. Und immer an den Sommer denken…

Was ist nachhaltige Entwicklung?

  • Nachhaltige Entwicklung wird definiert als Entwicklung, die die Bedürfnisse jetziger Generationen erfüllt, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu beschneiden. ? Nachhaltige Entwicklung braucht konzertierte Anstrengungen, um eine umfassende, nachhaltige und widerstandsfähige Zukunft für die Menschen und die Erde zu schaffen.
  • Damit nachhaltige Entwicklung erreicht werden kann, müssen drei Grundelemente geschaffen werden: Wirtschaftswachstum, soziale Teilhabe und Umweltschutz. Diese Elemente sind miteinander verbunden, und alle sind entscheidend für das Individuum und die Gesellschaft als Ganzes.
  • Die Bekämpfung von Armut in all ihren Formen ist unabdingbar für nachhaltige Entwicklung. Nachhaltiges, umfassendes und gerechtes Wirtschaftswachstum muss gefördert werden. Dabei müssen Chancen für alle Menschen entstehen, Ungleichheit abgebaut, grundlegende Lebensstandards sowie soziale Entwicklung und Teilhabe geschaffen werden. Außerdem müssen natürliche Ressourcen und Ökosysteme nachhaltig und integriert gesteuert werden.

Was sind die Ziele für nachhaltige Entwicklung?

Die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben sich auf das Abschlussdokument einer neuen Agenda zur nachhaltigen Entwicklung geeinigt. Sie trägt den Titel: „Unsere Welt transformieren: Die 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung“. Die Agenda enthält 17 Ziele und 169 Unterziele. Die vollständige Liste der Ziele und Unterziele ist hier abrufbar: http://www. un.org/sustainabledevelopment/sustainable-development-goals/ Das Abschlussdokument ist hier abrufbar: https//:sustainabledevelopment. un.org/post/2015/transformingourworld/

  • Die Staats- und Regierungschefs haben diese weltweit gültige, integrierte und umgestaltende Agenda im September 2015 angenommen, um in den kommenden 15 Jahren die Armut zu bekämpfen und eine nachhaltigere Welt zu schaffen.
  • Die Agenda baut auf den Ergebnissen der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) auf, die im Jahr 2000 beschlossen worden waren und die Entwicklungspolitik in den vergangenen 15 Jahren bestimmt hatten. Die MDGs haben bewiesen, dass weltweit gültige Ziele Millionen Menschen aus der Armut befreien können.
  • Die neuen Ziele sind Teil einer ambitionierten Entwicklungsagenda, die auf drei miteinander verbundenen Elementen nachhaltiger Entwicklung basiert:

Wirtschaftswachstum, soziale Teilhabe und Umweltschutz.

  • Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und ihre Unterziele gelten weltweit. Sie berücksichtigen verschiedene nationale Gegebenheiten, Möglichkeiten und Ebenen der Entwicklung und respektieren nationalstaatliche Prioritäten und Politik. Sie sind nicht unabhängig voneinander zu sehen, sondern müssen in einem integrativen Prozess umgesetzt werden.
  • Die SDGs sind das Ergebniss eines dreijährigen, transparenten und umfassenden Prozesses, an dem viele beteiligt waren. Sie repräsentieren eine beispiellose Verständigung auf Prioritäten der 193 Mitgliedsstaaten im Bereich nachhaltiger Entwicklung. Die Ziele werden weltweit unterstützt: von der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, Parlamentariern und anderen Akteuren. Die Entscheidung, die SDGs zu entwickeln, wurde von den Mitgliedsstaaten bei der Konferenz zu nachhaltiger Entwicklung in Rio de Janeiro (Rio+20) im Juni 2012 getroffen.

Aus welchen Elementen bestehen die Ziele für nachhaltige Entwicklung?

  • Menschen: Wir müssen Armut und Hunger in all ihren Formen und Dimensionen beenden. Wir müssen sicherstellen, dass alle Menschen ihr volles Potenzial in Würde und Gleichheit in einer gesunden Umgebung nutzen können.
  • Erde: Sie muss vor Zerstörung bewahrt werden. Dabei geht es auch um nachhaltigen Konsum und Produktion. Ihre natürlichen Ressourcen müssen nachhaltig genutzt werden. Der Klimaschutz muss dringend gefördert werden, damit jetzige und künftige Generationen geschützt werden.
  • Wohlstand: Alle Menschen sollen ein glückliches und erfüllendes Leben führen können. Wirtschaftlicher, sozialer und technologischer Fortschritt muss in Einklang mit der Natur stehen.
  • Frieden: Friedvolle, gerechte und inklusive Gesellschaften - frei von Angst und Gewalt sind zu fördern. Es kann keine nachhaltige Entwicklung ohne Frieden und keinen Frieden ohne nachhaltige Entwicklung geben.
  • Partnerschaft: Um die Agenda umzusetzen, muss eine neue globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung geschaffen werden, die auf gestärkter und weltweiter Solidarität basiert und besonders die Bedürfnisse der Ärmsten und Verwundbarsten berücksichtigt. Daran müssen alle Länder, alle Entscheidungsträger und Menschen arbeiten.

Warum sind die SDGs so umfassend im Vergleich zu den MDGs, die sehr eng gefasst waren?

  • Es gibt 17 SDGs mit 169 Unterzielen. Im Vergleich gab es acht MDGs mit 21 Unterzielen. Die komplexen Herausforderungen in der heutigen Welt machen es nötig, dass ein weites Themenfeld bearbeitet wird. Ein weiterer Grund ist, dass die Ursachen dieser Probleme bekämpft werden müssen und nicht nur die Symptome.
  • Die SDGs sind Ergebnis eines Verhandlungsprozesses , an dem 193 UN-Mitgliedsstaaten beteiligt waren, außerdem eine beispiellose Zahl von Vertretern der Zivilgesellschaft und andere Entscheidungsträger. Deshalb kamen dabei viele Interessen und Perspektiven zusammen. Bei den MDGs hingegen traf eine Gruppe von Experten hinter geschlossenen Türen die meisten Entscheidungen.
  • Die SDGs sind sehr breit angelegt, da sie viele miteinander verbundene Elemente nachhaltiger Entwicklung angehen: Wirtschaftswachstum, soziale Teilhabe und Umweltschutz. Die MDGs konzentrierten sich vor allem auf die soziale Agenda.
  • Bei den MDGs standen vor allem die Entwicklungsländer im Fokus. Bei den SDGs liegt der Fokus auf der ganzen Welt - auf Industrie- und Entwicklungsländern.

Sind 17 SDGs und 169 Unterziele nicht zu viel? Sind sie nicht zu vieldeutig und unrealistisch?

  • Armutsbekämpfung, geteilter Wohlstand und weltweite Nachhaltigkeit können nicht auf eine einfache Formel reduziert werden.
  • Die SDGs sind weltweit gültige Ziele und Unterziele, die auf die Länderebene heruntergebrochen werden müssen - unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten.

Wie unterscheiden sich die SDGs von den MDGs?

  • Die 17 SDGs mit ihren 169 Unterzielen sind weiter gefasst und werden im Gegensatz zu den MDGs die grundlegenden Ursachen von Armut angehen sowie das universelle Bedürfnis nach Entwicklung, das für alle Menschen greift. Die Ziele werden die drei Dimensionen nachhaltiger Entwicklung umfassen:

Wirtschaftswachstum, soziale Teilhabe und Umweltschutz.

  • Auf dem Erfolg der MDGs aufbauend, werden die neuen weltweiten Ziele Ungerechtigkeiten angehen, außerdem Themen wie Wirtschaftswachstum, Urbanisierungsprozesse, Industrialisierung, Energie, Klimawandel, nachhaltiger Konsum, Produktion sowie Frieden und Gerechtigkeit.
  • Die neuen Ziele gelten weltweit und in allen Ländern. Die MDGs galten hauptsächlich für die Entwicklungsländer.
  • Eines der wichtigsten Kennzeichen der SDGs sind die Mittel der Umsetzung - die Mobilisierung finanzieller Ressourcen, Kapazitätsaufbau und der Transfer umweltfreundlicher Technologien.
  • Die neuen Ziele berücksichtigen, dass der Kampf gegen den Klimawandel für nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung entscheidend ist. Das SDG-Ziel Nummer 13 bestimmt, dass der Klimawandel und seine Folgen dringend bekämpft werden müssen.

Die Zivilgesellschaft hat an den Verhandlungen zur neuen Agenda für nachhaltige Entwicklung mitgewirkt. Wie kann ihr Beitrag zum Abschlussdokument eingeschätzt werden?

  • Am Verhandlungsprozess zu den SDGs hat eine beispiellose Zahl von Vertretern der Zivilgesellschaft teilgenommen, außerdem Vertreter des Privatsektors und viele Bürgermeister.
  • Während der Verhandlungen konnten die Vertreter der Zivilgesellschaft und andere Entscheidungsträger direkt mit den Regierungsvertretern sprechen.
  • Viele junge Menschen waren ebenso beteiligt - auf sozialen Plattformen und durch den UN-eigenen MY World-Fragebogen, durch den mehr als sieben Millionen Stimmen zusammenkamen. Dabei waren rund 75 Prozent aller Teilnehmer unter 30 Jahre alt.

Wieviel wird die Umsetzung der neuen Entwicklungsagenda kosten? Die Aufgabe, wie die finanziellen Ressourcen für die SDG-Agenda mobilisiert werden sollen, ist ein Kernstück der neuen Agenda.

  • Die ambitionierte Agenda wird bedeutende Ressourcen brauchen - es geht um Milliarden von US-Dollar. Aber diese Mittel existieren bereits. Es gibt ausreichende Budgets weltweit, um diese Agenda finanzieren zu können.
  • Ressourcen müssen von einheimischen und internationalen Quellen kommen. Ebenso vom privaten wie vom öffentlichen Sektor.
  • Geld für die Entwicklungszusammenarbeit ist noch immer nötig, um in den am wenigsten entwickelten Ländern nachhaltige Entwicklung finanzieren zu können.
  • Die Agenda kann innerhalb des Rahmens einer erneuerten globalen Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung erreicht werden, so wie sie in den konkreten Empfehlungen der Aktionsagenda von Addis Abeba beschlossen worden ist, dem Dokument der dritten Internationalen Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung, die im Juli 2015 stattfand.

Wie wird die neue Entwickungsagenda umgesetzt?

  • Umsetzung und Erfolg werden von den jeweiligen eigenen Maßnahmen, Plänen und Programmen der Staaten zu nachhaltiger Entwicklung abhängen. Die SDGs werden als Kompass dienen, die Pläne eines Landes mit den globalen Verpflichtungen abzugleichen.
  • Nationale Strategien zu Nachhaltigkeit bedürfen angemessener Ressourcen und Finanzierungsstrategien.
  • Die 17 SDGs und 169 Unterziele der neuen Agenda werden gemessen und mit globalen Indikatoren überprüft. Diese weltweiten Indikatoren werden von der Statistik-Kommission der UN im März 2016 verabschiedet.
  • Regierungen werden auch ihre eigenene nationalen Indikatoren entwickeln, um den Erfolg der Ziele und Unterziele messbar zu gestalten.
  • Die Überprüfung wird jährlich auf höchster Ebene durch das Forum zu nachhaltiger Entwicklung erfolgen. Mit Hilfe eines SDG-Fortschrittsberichts, der vom UN-Generalsekretär vorbereitet wird.
  • Die Mittel der Umsetzung der SDGs werden, wie in der Aktionsagenda von Addis Abeba vorgesehen, überprüft. So sollen finanzielle Mittel effektiv mobilisiert werden, um die neue Entwicklungssagenda zu unterstützen.
  • Ein Mechanismus zur Förderung von Technologie, der beim Gipfel im September vorgestellt werden soll, wird die technologischen Bedürfnisse der Entwicklungsländer angehen, sowie mögliche Optionen und benötigten Kapazitätsaufbau. In Anerkennung der wichtigen Rolle, die die Kooperation im technischen Bereich für nachhaltige Entwicklung spielt, haben sich die Staaten auf diesem Mechanismus bei der Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung geeinigt.

In welchem Verhältnis steht der Klimawandel zu nachhaltiger Entwicklung?

  • Wir können gegenwärtig bereits feststellen, dass der Klimawandel Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, die Nahrungsmittel-und Wassersicherheit, auf globale Wanderbewegungen, wie auch auf Frieden und Sicherheit haben wird. Investitionen in nachhaltige Entwicklung werden dabei helfen, gegen den Klimawandel vorzugehen, indem vor allem die Luftverunreinigung eingedämmt und das Klimabewusstsein der Menschen eine Stärkung erfährt. Demnach wird entschlossenes, gegen den Klimawandel gerichtetes Handeln die nachhaltige Entwicklung befördern und umkehrt.
  • Wenn der Klimawandel ungehindert fortschreiten kann, kompromittieren wir die Erfolge, die wir auf dem Weg zu nachhaltiger Entwicklung in den letzten Jahrzehnten erreichen konnten. Gleichzeit rücken zukünftige Erfolge auf diesem Weg in weite Ferne und werden nahezu unmöglich.
  • Daher sind beherzte Schritte gegen den Klimawandel und die Förderung von nachhaltiger Entwicklung zwei sich gegenseitig verstärkende Seiten derselben Medaille. Nachhaltige Entwicklung kann nicht ohne tatkräftiges Handeln gegen den Klimawandel erreicht werden - die Ziele nachhaltiger Entwicklung tragen diesem Umstand ausdrücklich Rechnung.

Wie wird die Klimakomponente der SDGs die Debatte über den Klimawandel auf der bevorstehenden Klimakonferenz von Paris am Ende des Jahres beeinflussen?

  • Der Konsens, den man bezüglich des Abschlussdokuments der neuen Agenda für nachhaltige Entwicklung erzielen konnte, zielt keinesfalls darauf ab, der Pariser Klimakonferenz vorzugreifen, oder sich die Rolle des Rahmenabkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen anzumaßen.
  • Vielmehr wird diese Übereinkunft zur Agenda 2030 ein starkes Signal der weltweiten Erwartungshaltung senden, dass nunmehr die Zeit gekommen ist für entschlossene Schritte gegen den Klimawandel.
  • Im Lichte dessen, dass die Ziele für nachhaltige Entwicklung handlungsleitend für die Bekämpfung des Klimawandels sein sollen, wird ihre Umsetzung, die am 1. Januar 2016 beginnen wird, den Übergang zur Umsetzung des neuen Klimaabkommens, das 2020 in Kraft treten soll, beschleunigen.

Was konnte mit den Millenniumsentwicklungszielen erreicht werden?

  • Die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) haben die erfolgreichste Bewegung gegen Armut in der Geschichte hervorgebracht und dienen als Grundlage der zukünftigen Entwicklungsagenda.
  • Armut und Hunger: Nur zwei Jahrzehnte ist es her, dass beinahe die Hälfte der Weltbevölkerung in extremer Armut leben musste. Die Anzahl der Menschen, die heute in extremer Armut leben müssen, ist um die Hälfte zurückgegangen - sie konnte von 1,9 Milliarden Menschen im Jahr 1990 auf 836 Millionen im Jahr 2015 zurückgedrängt werden.
  • Geschlechtergleichheit: Die Welt konnte ebenso in den letzen Jahren seit Umsetzung der MDGs eine beträchtliche Verbesserung im Bezug auf Gleichstellung der Geschlechter in der Schulbildung verzeichnen. In diesem Zusammenhang konnte nahezu gleicher Zugang für beide Geschlechter zu Grundschulbildung in der Mehrzahl der Länder erreicht werden. Es gibt nun immer mehr Mädchen in den Schulen, genauso ist die Zahl weiblicher Vertreter in 90% der Parlamente auf der Welt in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegen - Daten aus über 174 Ländern belegen dies.
  • Kindersterblichkeit: Im Weltmaßstab gesehen ist die Kindersterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren zwischen 1990 und 2015 von 90 auf 43 Todesfälle bei 1000 Geburten gesunken.
  • Müttergesundheit: Die Müttersterblichkeitsrate weist einen Rückgang von 45% weltweit auf, wovon die stärkste Abnahme seit 2000 zu verzeichnen ist.
  • Krankheitsbekämpfung: Die Anzahl der HIV-Neuinfektionen fiel um ungefähr 40% zwischen 2000 und 2013. Mehr als 6,2 Millionen Malaria-Todesfälle konnten zwischen 2000 und 2015 vermieden werden, während die Tuberkuloseprävention-, Diagnose und Behandlung im Zeitraum von 2000 - 2013 etwa 37 Millionen Leben retten konnte.
  • Sanitärversorgung: Weltweit haben 2,1 Millionen Zugang zu verbesserter Sanitärversorgung erhalten, während die Zahl derjenigen, die keine Toiletten nutzen können, seit 1990 um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist.
  • Globale Partnerschaft: Die offizielle Entwicklungshilfe durch entwickelte Länder ist im Zeitraum 2000 - 2014 effektiv um 66% gestiegen, und beträgt 135,2 Milliarden US-Dollar.

Welche Herausforderungen bleiben auch nach den MDGs zurück?

  • Es leben immer noch 800 Millionen Menschen in extremer Armut während 795 Millionen weiter unter extremem Hunger leiden.
  • Zwischen 2000 und 2015 verringerte sich die Anzahl der Kinder, die nicht in die Schule gehen konnten um fast die Hälfte. Jedoch gibt es immer noch 57 Millionen Kinder, denen das Recht auf Grundschulbildung verwehrt bleibt.
  • Die Geschlechterungleichheit bleibt trotz verbesserter weiblicher Vertretung in den Parlamenten und mehr Mädchen, die zu Schule gehen können, bestehen. Frauen sind weiterhin mit Diskriminierung bei der Arbeitssuche, beim Zugang zu Wirtschaftsgütern und bei der Teilnahme an privaten und öffentlichen Entscheidungsprozessen konfrontiert.
  • Wirtschaftliche Ungleichgewichte zwischen den reichsten und den ärmsten Haushalten, städtischen und ländlichen Gegenden, dauern an. Die Kinder der ärmsten 20% der Haushalte sind mehr als doppelt so häufig beeinträchtigt, wie Kinder der reichsten 20% der Haushalte. Es ist dabei mehr als viermal so wahrscheinlich, dass die Kinder der ärmsten 20% der Haushalte keinen Zugang zu Schulbildung haben. Verbesserte sanitäre Bedingungen erreichen nur etwa die Hälfte der Landbevölkerung, während es im Gegensatz dazu immerhin 82% in städtischen Gebieten sind.
  • Während die Sterblichkeitsrate bei Kindern vor dem fünften Lebensjahr um 53% zwischen 1990 und 2015 zurückging, bleibt die Kindersterblichkeit in den ersten Monaten nach der Geburt weiterhin vorrangig ein Problem der ärmsten Regionen.

Wie wird der Fortschritt der SDGs gemessen werden? Wie viele Indikatoren werden für die 169 Unterziele entwickelt werden?

  • Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung und ihre 169 Unterziele werden mit Hilfe einer Reihe übergeordneter globaler Indikatoren überprüft werden. Diese Indikatoren werden durch regionale und nationale Indikatoren ergänzt, die von den Mitgliedsstaaten entwickelt werden.
  • Eine globale Expertengruppe unter Mitwirkung von Vertretern aus verschiedenen UN-Behörden wird ein globales Rahmenwerk an Indikatoren erarbeiten, das dann anschließend durch die UN-Statistikkommission im März 2016 beschlossen werden wird. In einem finalen Schritt werden der Wirtschafts- und Sozialrat und die Generalversammlung die Indikatoren verabschieden.
  • Die Leiter der Statistikbehörden in den Mitgliedsstaaten werden dann für jedes Unterziel zwei Indikatoren vorlegen. Es wird angestrebt, etwa 300 Indikatoren für alle Unterziele auszuarbeiten. Wenn die Indikatoren mehrere Themenfelder gleichzeitig berühren, sind Einsparungen bei der Anzahl der Indikatoren denkbar.

Quelle: UNRIC Bonn