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Forderungen der Eine Welt-Landesnetzwerke zur Bundestagswahl 2013

Politisches Handeln ohne Einbezug globaler Aspekte ist heutzutage undenkbar. Dabei beschränkt sich das globale politische Engagement schon lange nicht mehr auf die klassische Außen- und Entwicklungspolitik. Der Klimawandel, weltweite Ernährungskrisen, globale Sicherheitsprobleme und die Weltwirtschafts- und Finanzkrise sind im Zentrum unserer Gesellschaft angekommen.

Die Bewältigung dieser globalen Herausforderungen kann nur gelingen, wenn die erforderlichen Kurswechsel die Zustimmung und aktive Unterstützung aller Menschen in Deutschland erhalten. Dazu benötigen Bürgerinnen und Bürger Information und Beratung zu nachhaltigen Alternativen, Lebensstilen und politischen Handlungsoptionen. In diesem Prozess spielt die entwicklungspolitische Inlandsarbeit in Deutschland eine wesentliche Rolle.

Die Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt Landesnetzwerke in Deutschland e. V. (agl) als bundesweiter Dachverband der 16 Eine Welt Netzwerke legte dazu im Juni 2013 folgende Forderungen vor.

1. Globale Entwicklungsziele lokal umsetzen

Wir fordern in allen Politikfeldern die Fokussierung auf die Umsetzung globaler Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele auch hier in Deutschland. Kernstück ist dabei die entwicklungspolitische Inlandsarbeit, die auf allen Ebenen einer breiten Unterstützung bedarf. Denn nur wer globale Zusammenhänge kennt, kann gesellschaftliche Veränderungen verantwortlich mit voran bringen.Schwerpunkte wie Fairer Handel, nachhaltige Beschaffung, Globales Lernen an Schulen sowie attraktive Bildungsangebote für die breite Öffentlichkeit müssen flächendeckend umgesetzt werden.

2. Förderung der Entwicklungspolitischen Bildungsarbeit steigern

Wir fordern die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, sich für eine Verdoppelung des Titels für 2014 für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit von derzeit 15 Millionen Euro (2013), einzusetzen und damit besonders die Arbeit von zivilgesellschaftlichen Organisationen zu stärken. Für die Folgejahre fordern wir eine Anhebung um 5 Mio. Euro pro Jahr. Nur so lässt sich das dezentrale zivilgesellschaftliche Engagement entsprechend der internationalen Forderungen mittelfristig signifikant steigern.

3. Querschnittsaufgabe Migration und Entwicklungszusammenarbeit verankern

Wir fordern, dass die Themen Migration und Eine Welt-Arbeit auf politischer Ebene zusammengedacht und zusammen behandelt werden. Migrantische Aktivitäten und Strukturen sind zu unterstützen. Politik, Verwaltung und Beiräte des Bundes müssen die spezifischen internationalen, kulturellen und fachlichen Kompetenzen von MigrantInnen und Diasporagemeinschaften auf allen Ebenen einbeziehen und die aktive Mitgestaltung der Eine Welt-Politik durch ihre Expertise, Erfahrungen und Kenntnisse ermöglichen.

4. Absicherung gewachsener zivilgesellschaftlicher Strukturen

Wir fordern die Stärkung der Strukturen der dezentralen Eine Welt-Arbeit durch eine institutionelle Förderung der Eine Welt-Landesnetzwerke und ihres Dachverbandes, der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e. V.(agl), sowie die Weiterführung und den kontinuierlichen Ausbau des bundesweiten Eine Welt-PromotorInnenprogramms.

5. Umsetzung in allen politischen Ressorts

Wir fordern eine kohärente Umsetzung dieser Politikziele in allen politischen Ressorts. Sie sind gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgaben und müssen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens beachtet, integriert und umgesetzt werden.

Quelle: Forderungen der Eine Welt-Landesnetzwerke zur Bundestagswahl 2013 http://www. ewnw.de/sites/default/files/agl%20Forderungspapier%20Bundestagswahl%202 013.pdf