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Aktuelles von der Agrarkoordination
Aktualisiert: vor 1 Tag 6 Stunden

Stellenausschreibung: Agrarpolitischer Referent (m/w/d) mit geschäftsführenden Aufgaben gesucht

1. März 2020 - 11:00
Stellenausschreibung Die Agrar Koordination (Forum für internationale Agrarpolitik e.V.) in Hamburg steht für über 35 Jahre entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland. Die Agrar Koordination engagiert sich als gemeinnütziger Verein für eine vielfältige Landwirtschaft, die Ressourcen und Umwelt schützt und jetzt und in Zukunft alle Menschen gesund ernähren kann. Mit Bildungs-, Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit setzen wir uns für ein nachhaltigeres Ernährungssystem ein – von der Produktion, über den Handel bis zum privaten Konsum. Inhaltliche Schwerpunkte der Agrar Koordination bilden nachhaltige Landwirtschaft, Handel und Landwirtschaft, Agrarökologie, Saatgut und Biodiversität, innerhalb der EU als auch in UN, FAO und CBD, IPCCP. Unsere Arbeit ist vollständig projektfinanziert. Zusammen mit anderen Organisationen wirkt die Agrar Koordination auf eine faire und nachhaltige Agrarpolitik und veränderte Ernährungsmuster hin, mit dem Ziel Hunger und Armut weltweit zu beenden. Für unser Büro in Hamburg suchen wir möglichst ab 1. Juni eine*n
Agrarpolitischen Referenten (m/w/d) mit geschäftsführenden Aufgaben für 30 Wochenstunden.


Aufgaben:
- Umsetzung der Projektarbeit im Bereich Agrarökologie und für das Jugendbildungsprojekt BIOPOLI
- Entwicklungspolitische Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit zu Agrarthemen
- Leitung und Personalführung
- Außenvertretung und Vernetzung der Agrar Koordination
- Erarbeitung von Förderanträgen und Berichten
- Organisationsentwicklung und strategische Weiterentwicklung  
- Übergreifende Projektsteuerung und Qualitätsmanagement
- Weiterentwicklung des Fundraising bei Förderern und Spendern

Anforderungen:

- Hochschulabschluss in relevanten Fachrichtungen wie z.B.  Agrarwissenschaften oder Umweltwissenschaften,  Vertiefte Kenntnisse der europäischen Agrar- und Handels- und Entwicklungspolitik
- Erfahrungen in der entwicklungspolitischen Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit im Agrarsektor
- Erfahrungen im Projektmanagement (Projektfinanzierung, -planung, -durchführung und -abrechnung)
- Erfahrungen in Personalführung und Organisation

Wir erwarten ein selbstsicheres Auftreten, stilsicheres Schreiben und talentiertes Reden. Die Person muss komplexe Zusammenhänge erfassen und erklären können. Im Büro mit aktuell weiteren 5 Referent*innen gilt es, den Überblick zu behalten, eine hohe Qualität der Arbeit sicherzustellen und gut im Team arbeiten zu können. Da die Arbeitsbelastung wechselt, erwarten wir Flexibilität und eine hohe Belastbarkeit.

Neben sehr guten Englischkenntnissen sind Kenntnisse einer weiteren Fremdsprache von Vorteil.

Wir bieten eine Stelle, die ein hohes Maß an eigenverantwortlicher Arbeit verlangt und angelehnt an TVÖD Entgeltgruppe 13 vergütet wird. Im Jahr 2021 soll diese Stelle nach Möglichkeit auf eine ganze Stelle aufgestockt werden.

Die Stelle soll nach Möglichkeit zum 1. Juni 2020 besetzt werden. Aussagekräftige Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte elektronisch bis zum 10. April 2020 an Claudia Leibrock, Vorsitzende des Forums für internationale Agrarpolitik e.V.,
Mail: cleibrock@lidis.de, Mobil: 0151-155 45 447.

Bei Fragen zur Stelle können Sie sich an und Claudia Leibrock (siehe oben) und Ursula Gröhn-Wittern bei der Agrar Koordination unter Tel: 040 - 39 25 26 wenden.




Kategorien: Hamburg

Vernissage zur Ausstellung "Land und Wirtschaft – wer erntet? in Hamburg

19. Februar 2020 - 9:29
Porträts von Bäuerinnen und Bauern aus Tansania und Deutschland Der Eintritt ist frei! Die Agrar Koordination und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft präsentieren ihre neue Fotoausstellung: Unter dem Titel „Land und Wirtschaft – wer erntet?“ werden Porträts von Bäuerinnen und Bauern aus Tansania und Deutschland gezeigt. Fotograf der Bilder ist Fred Dott, die Texte stammen von Berit Thomsen (AbL.) und Sandra Blessin (Agrar Koordination). Zur Vernissage der Ausstellung laden wir Sie herzlich ein und möchten mit Ihnen bei einem Glas Sekt die Ausstellung vorstellen. „Land und Wirtschaft – wer erntet?“ geht der Frage nach, ob mit der jetzigen EU-Agrarpolitik und der Ausrichtung der deutschen und internationalen Zusammenarbeit wirklich eine bäuerliche und zukunftsfähige Landwirtschaft gestärkt wird. Bäuerinnen und Bauern aus Deutschland und Tansania kommen zu Wort und erzählen über ihre Arbeit und deren Bedingungen. In Deutschland werden sie von der Förderpolitik der Europäischen Union beeinflusst, die immer noch das agrarindustrielle Modell mit Monokulturen und intensive Tierhaltung sowie das Mantra vom „Wachsen oder Weichen“ unterstützt. In Tansania wurde durch internationale Entwicklungspartnerschaften, in denen auch die Deutschland vertreten ist, ein sogenannter „Wachstumskorridor“ geschaffen, der ebenfalls dem agrarindustriellen Modell mit all seinen Nebenwirkungen den Vorrang einräumt. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern laufen Gefahr zunehmend von ihrem Land verdrängt zu werden und gehen leer aus. Die Fotoausstellung ist Ergebnis mehrerer Recherchereisen der Autorinnen innerhalb Deutschlands und nach Tansania zwischen August 2018 und Juni 2019. Ausstellungsdauer: 19. Februar 2020 bis 11. März 2020 Die Ausstellung kann mit und ohne Referent*innenbesuch ausgeliehen werden.
Kategorien: Hamburg

100% Bio: Was tut die Hamburger Politik für gesundes und umweltfreundliches Essen?

17. Februar 2020 - 11:46
Datum: 17. Februar 2020, 18:30-20:40 Uhr, danach Empfang

Ort: Katholische Akademie Hamburg, Herrengraben 4, 20459 Hamburg

Gesunde, nachhaltige Verpflegung für Kinder, Jugendliche und Kranke sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. In Hamburg scheint man noch weit davon entfernt. Die Stadt Kopenhagen versorgt ihre Bürger*innen zum Beispiel seit 2015 mit 90 Prozent Bio-Nahrung in allen öffentlichen Kantinen, ohne dass dafür die Kosten wesentlich erhöht wurden. Bremen stellt bis 2022 die Verpflegung in Schulen und Kitas auf 100 Prozent Bio um und Berlin hat sich eine Bio-Quote von 50 Prozent in Grundschulen zum Ziel gesetzt. Im Städtevergleich klingt daher das derzeitige Hamburger Ziel - ein Mindesteinsatz von 10 Prozent Bio-Lebensmitteln in öffentlichen Einrichtungen - wenig ehrgeizig. Kann nicht auch Hamburg eine gesündere, nachhaltigere Ernährung in Kitas, Schulen und Krankenhäusern anbieten und den Bio-Anteil deutlich erhöhen? Ist 100% Bio ein Ziel, das auch die öffentlichen Einrichtungen in Hamburg innerhalb der nächsten 10 Jahre erreichen können? Welche Position beziehen dazu die Hamburger Bürgerschaftsfraktionen? Diesen brennenden Fragen werden wir auf folgender Veranstaltung nachgehen, zu der wir Sie herzlich einladen:

Moderation: Dr. Tanja Busse, Moderatorin und Buchautorin

Begrüßung: Alexandra Wandel, Vorstandssprecherin, Stiftung World Future Council, und Julia Sievers, Vertreterin des Verbraucher*innenbündnis Bio-Stadt Hamburg

Wie gelingt die Umstellung auf gesundes und umweltfreundliches Essen in öffentlichen Einrichtungen?

Es berichten: Emma Peyron, Transformationsmanagement Beraterin von Kopenhagens House of Food, Ronny Meyer, Bremens Staatsrat für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, und Dr. Philipp Stierand, Geschäftsführer der Kantine Zukunft Berlin, Fragen aus dem Publikum
Tut die Hamburger Politik genug für gesundes und umweltfreundliches Essen in öffentlichen Einrichtungen? Wie ist dazu die Position der Hamburger Parteien? Statements von Parteivertreter*innen für die Bürgerschaftswahl: Anne Krischok MdHB (SPD), Ulrike Sparr MdHB (Bündnis 90/Die Grünen), Antje Müller Kandidatin bei der Bürgerschaftswahl, Landeslistenplatz 2 (CDU), Stephan Jersch MdHB (Die Linke), Dr. Kurt Duwe MdHB (FDP) & Diskussion mit dem Publikum mit anschließendem Resümee der Veranstaltung.

Empfang
Kategorien: Hamburg

UPOV und Handel

5. Februar 2020 - 16:10
FREIER ZUGANG ZU SAATGUT IST VORRAUSETZUNG FÜR AGRARÖKOLOGIE Handelsabkommen werden heute vielfach kritisiert. Die Globalisierung der Agrarmärkte ist einer der zentralen Streitpunkte. Für bäuerliche Betriebe in Europa entsteht ein zunehmender Druck noch preisgünstiger zu produzieren, weil die importierte Milch oder das importierte Fleisch noch billiger sein werden, als in Europa produziert wird. So werden die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe vom Markt gedrängt. In den so genannten Entwicklungsländern versucht die Agrarindustrie ihre Produkte durch Handelsabkommen und eingeschlossenen Vorgaben für gesetzliche Regelungen zu geistigen Eigentumsrechte oder Hygiene in den Markt zu bekommen. Beim Thema Saatgut zeigt sich dies sehr deutlich. Noch immer werden 80% des Saatguts in Entwicklungsländern von den Bauern und Bäuerinnen selbst erzeugt. Dieser so genannte Nachbau ist der Saatgutindustrie ein Dorn im Auge; ist aber ein uraltes Recht und Praxis, die erhalten bleiben muss ohne die Bauern und Bäuerinnen zu kriminalisieren. Die Bedeutung des Saatgutes und der Vielfalt für eine agrarökologische Praxis ist umfassend. Ohne den Zugang zu frei verfügbaren Sorten ist eine vielfältige Landwirtschaft nicht möglich und damit keine Agrarökologie! Die Agrar Koordination arbeitet seit vielen Jahren zum Thema Saatgut, bäuerliche Rechte und Erhaltung genetischer Vielfalt, insbesondere in entwicklungspolitischen Zusammenhängen. Der Einfluss einer Organisation wie UPOV, die die Interessen der Saatgutanbieter vertritt, ist kaum bekannt und der Zusammenhang zwischen Handelsabkommen und dem, was auf dem Saatgutsektor geschieht auch nicht. Das vorliegende Diskussionspapier leistet einen guten Beitrag zu einer kritischen Diskussion. Deshalb haben wir uns entschieden es auf Deutsch zu übersetzen. Wir danken Both ENDS für die gute Zusammenarbeit und dem Forum Umwelt und Entwicklung für die Unterstützung für diese Aufgabe.
Kategorien: Hamburg

Biopoli-Seminar vom 22.-22.3.20 in Hamburg

30. Januar 2020 - 10:08
Der Hand Print als Erweiterung des ökologischen Fußabdrucks ermutigt Menschen dazu, relevante gesellschaftliche und politische Veränderungen aktiv mitzugestalten und Nachhaltigkeit in der Gesellschaft ausgehend vom persönlichen Aktionsraum strukturell zu verankern. Er zeigt neue Handlungsmöglichkeiten auf, die Lernende nicht nur als Konsument*innen, sondern als Gestalter*innen ihrer Gesellschaft ernst nehmen. Nach einer Einführung in die Ideen hinter diesem Ansatz werden wir im Rahmen einer Zukunftswerkstatt erarbeiten, welche größeren Handlungsoptionen sich im Sinne des Hand Prints für die Themenfelder nachhaltige Ernährung, Landwirtschaft & Agrarpolitik ergeben können. Im letzten Teil des Workshops werden wir uns weitere Anregungen und Materialien für die Arbeit mit dem Hand Print anschauen und Ideen für die Einbettung in die eigene Arbeit entwickeln." Die Dozentin
Marie Heitfeld arbeitet bei Germanwatch und ist Referentin für Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und zuständig für die Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien West (RENN.west). Sie ist Mitautorin der Broschüre „Wandel mit Hand und Fuß“ zu beziehen unter https://germanwatch.org/de/12040 .
Kategorien: Hamburg

Heldenmarkt 2020: Stand, Ausstellung & Vorträge

25. Januar 2020 - 9:43
Wir sind am kommenden Wochenende (25.-26.1.2020) sehr vielfältig auf dem Heldenmarkt Hamburg vertreten:

Zum Einen präsentieren wir die Arbeit unseres Vereins an unserem Stand und zeigen dort auch die neue Ausstellung "Land und Wirtschaft – wer erntet?"

Zum Anderen halten unsere Referenten zwei Vorträge: 1. Vortrag am Samstag, den 25.1. um 13:00: "Nachhaltige Landwirtschaft in der Entwicklungszusammenarbeit und in der Agrarpolitik" (Sandra Blessin)

Unsere Refenrentin geht der Frage nach, ob mit der jetzigen EU-Agrarpolitik und der Ausrichtung der deutschen und internationalen Zusammenarbeit bäuerliche und zukunftsfähige Landwirtschaft gestärkt wird. Anhand des Wachstumskorridors in Tansania und den Vorschlägen zur aktuellen Agrarreform wird mit den Teilnehmern über eine Landwirtschaft der Zukunft diskutiert.

2. Vortrag am Sonntag, den 26.1. um 11:00: "Nachhaltige Kita- und Schulverpflegung" (Julia Sievers, Projekt "Gutes Essen macht Schule)


Es gibt noch viel zu tun für eine nachhaltige Kita- und Schulverpflegung, Wo liegen die Herausforderungen und welche erfolgreichen Ansätze gibt es? Wo können verschiedene Akteure für das Gelingen einer nachhaltigen Ernährung an Kitas und Schulen beitragen?

Das vollständige Programm gibt es hier als PDF zum Download:
https://www.heldenmarkt.de/wp-content/uploads/2020/01/200120_HM_programm_HH_web.pdf


HELDENMARKT Hamburg

Wann?

Samstag, 25. Januar 2020 | 10.00 – 19.00 Uhr
Sonntag, 26. Januar 2020 | 10.00 – 18.00 Uhr
Wo?

Hamburg Messe und Congress GmbH
Messeplatz 1
20357 Hamburg

– Halle A2 –

(barrierefrei, barrierefreies WC vorhanden)

Wieviel?

VVK Ticket normal: 9 €                             (10 € an der Tageskasse)
VVK Ticket ermäßigt: 7 €                          ( 8 € an der Tageskasse)
VVK Gruppenticket: 5 Personen:  40 €   (nur im Online-Vorverkauf)

Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.
Hunde bitte zu Hause lassen – gern eigenen Trinkbecher mitbringen.
Kategorien: Hamburg

„Land und Wirtschaft – wer erntet?“

20. Januar 2020 - 10:44

Am 15.1.2020 hat die Agrar Koordination zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirt, der Heinrich-Böll-Stiftung und FIAN Deutschland anlässlich der Präsentation der Ausstellung „Land und Wirtschaft“ eine Veranstaltung in der Heinrich Böll-Stiftung durchgeführt, bei der es um die Frage ging, ob die Ausrichtung deutscher und internationaler Entwicklungszusammenarbeit und die derzeitige und geplante EU Agrarpolitik eine bäuerliche und zukunftsfähige Landwirtschaft fördert. Neben den Beiträgen von Roman Herre (FIAN Deutschland), Sandra Blessin (Agrar Koordination), Berit Thomsen (AbL.), Jan Wittenberg (AbL.), Nora Boehm (BMZ) und Dr. Susanne Schlaack (BMEL) gab es viele spannende Fragen aus dem Publikum.

Sandra Blessin, Mitautorin der Ausstellung, sagte im Anschluss an die Veranstaltung, dass es gut sei, durch die Veranstaltung erneut auf die Unzulänglichkeiten der EU Agrarpolitik und die zweifelhafte Verwendung einiger staatlicher Entwicklungsgelder für öffentlich private Partnerschaften aufmerksam gemacht zu haben.

Jan Wittenberg, Ackerbau und AbL. Vorstand brachte es auf den Punkt: „ Wir sollten nicht die Fehler unserer Agrarpolitik in die Länder des Südens exportieren.“

Die Ausstellung kann kostenlos bei der Agrarkoordination ausgeliehen werden.

Nähere Infos hier....

Kategorien: Hamburg

Agrar Koordination zum GFFA: Handelsabkommen dürfen die Rechte der Bauern nicht einschränken!

20. Januar 2020 - 9:49

Agrar Koordination zum GFFA: Handelsabkommen dürfen die Rechte der Bauern nicht einschränken!

[Hamburg, 16. Januar 2020] – Ab heute findet in Berlin das 12. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung statt. Die hochrangige Veranstaltung, die am Samstag mit dem Treffen der Agrarminister*innen aus aller Welt endet, soll die „Bedeutung des Handels und eines integrierten Handelssystems für die weltweite Ernährungssicherung in das öffentliche Bewusstsein rücken“, wie es in der Ankündigung heißt. Die Agrar Koordination kritisiert anlässlich des GFFA die Auswirkungen von Freihandelsabkommen wie z.B. dem Mercosur-Abkommen auf die biologische Vielfalt in Saatgutsystemen und die Beschränkung der Rechte der Bauern und Bäuerinnen an ihren genetischen Ressourcen.

Ursula Gröhn-Wittern von der Agrar Koordination aus Hamburg: „ Handelsverträge dürfen die nationale Saatgutgesetzgebung nicht in einer Weise beeinflussen, die die beteiligten Staaten zwingt, Patentrechte oder Sortenschutzrechte nach europäischem Vorbild einzuführen.“

In den Entwicklungsländern erzeugen die Bauern und Bäuerinnen noch immer 80 Prozent ihres Saatguts selbst und schaffen damit beständig genetische Vielfalt und lokal angepasste Sorten. Dies ist ein grundlegender Bestandteil der globalen Ernährungssicherheit, der angesichts des Klimawandels weiter an Bedeutung gewinnt.

Gröhn-Wittern: „Handelsabkommen enthalten oft Klauseln, die Staaten auffordern, ihre Gesetzgebungen so anzupassen, dass der kommerzielle Saatgutmarkt gestärkt wird und damit die Abhängigkeit von Kleinbauern von teurem, zugekauftem Saatgut zunimmt. Die Erhaltung der Biodiversität auf den Farmen ist außerdem ein wichtiger Baustein in der Anpassung an den Klimawandel. Wir brauchen eine Stärkung der Regeln, die Biodiversität und Klima schützen. Das können auch Handelsabkommen sein. Alles andere ist nicht zukunftsfähig.“

Weitere Informationen: Mireille Remesch und Ursula Gröhn-Wittern; Kritischer Agrarbericht 2020: Freihandel vs. Agrarökologie.
Kategorien: Hamburg

Artikel im Kritischen Agrarbericht 2020

15. Januar 2020 - 14:53
Der neue Kritische Agrarbericht 2020  ist erschienen. Wer wissen will, was im letzten Jahr an umelt- und entwicklungspolitischen Themen diskutiert wurde, liest hier alles, was man wisen muss. Dieses Standartwerk ist jedes Jahr ein Muss. Die Agrar Koordination hat dieses Jahr einen Beitrag geschrieben: Freihandel vs. Agrarökologie von Mireille Remesch und Ursula Gröhn-Wittern. Hier.
Kategorien: Hamburg

Praktikant*in gesucht

15. Januar 2020 - 10:58

Das Projekt Gutes Essen macht Schule 

Mit dem Projekt Gutes Essen macht Schule setzen wir uns bundesweit für eine nachhaltige Kita- und Schulverpflegung ein. Durch Bildungs-, Öffentlichkeits- und Beratungsarbeit wirken wir insbesondere auf folgende Aspekte einer nachhaltigen Ernährung in Kitas und Schulen hin:
  • Vermeidung von Lebensmittelabfällen
  • Reduzierung des Fleischangebotes (maximal 1-2 Mal pro Woche)
  • Verstärkter Einsatz von Bio-Lebensmitteln, vorzugsweise aus der Region
  • Verwendung von fair gehandelten Lebensmitteln
  • Nachhaltiger Fischkonsum
Wir suchen
  • Student*innen im Bereich Ernährungswissenschaften, Umweltwissenschaften, Agrarwissenschaften, Sozialwissenschaften o.ä. mit Kenntnissen im Bereich nachhaltige Ernährung
  • Im Idealfall jemand mit Interesse, die eigene Bachelor- oder Masterarbeit zum Themenbereich Nachhaltige Ernährung/Nachhaltige Kita- oder Schulverpflegung zu schreiben und dies mit dem Praktikum bei der Agrar Koordination zu verknüpfen
Wir bieten
  • eine interessante Tätigkeit in einem netten Team
  • Einblicke in die Arbeit einer kleinen Nichtregierungsorganisation
  • Unterstützung bei der Planung einer praxisnahen Bachelor-/Masterarbeit
  • Fahrtkostenzuschuss für den öffentlichen Nahverkehr
Aufgaben
  • Durchführung von Recherchen
  • Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von Informations- und Fortbildungsveranstaltungen
  • Unterstützung bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit  
Wir freuen uns auf Deine Bewerbung! Rückfragen und Bewerbung bitte richten an: Julia Sievers, julia.sievers@agrarkoordination.de, Tel.: 040/ 39 25 26

Kategorien: Hamburg

Land und Wirtschaft - wer erntet?

15. Januar 2020 - 10:15

Ausstellungseröffnung & Podiumsdiskussion

15.1. 2020, 18.00h bis 20.30h in der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin

Land und Wirtschaft - wer erntet?

als pdf

Wird durch die Ausrichtung deutscher und internationaler Entwicklungszusammenarbeit und die derzeitige und geplante EU Agrarpolitik eine bäuerliche und zukunftsfähige Landwirtschaft gestärkt?

 

Anlässlich der Präsentation der Foto-Ausstellung „Land und Wirtschaft – wer erntet?“ veranstalten die Agrar Koordination, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL.), die Heinrich-Böll-Stiftung und FIAN Deutschland einen Abend mit Vorträgen und Podiumsdiskussion zu dem Thema der Ausstellung.

 

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit setzt seit einigen Jahren verstärkt auf öffentlich-private Partnerschaften in der Entwicklungszusammenarbeit. Welche Auswirkungen dies konkret auf die Bevölkerung insbesondere Kleinbäuerinnen und Kleinbauern einiger Länder hat, zeigt das Beispiel des tansanischen Wachstumskorridors. Hier verlieren Menschen das Land, das ihnen Jahrzehnte zum Lebensunterhalt gedient hat zugunsten von großflächigen Agrarinvestitionen. In weiteren Beispielen wird deutlich, dass auch mithilfe deutscher Entwicklungsgelder für große Agrarinvestitionen in Sambia Bäuer*innen Land verlieren werden. Wie passt dies mit der Ende 2018 verabschiedeten UN Deklaration zum Schutz der Rechte von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zusammen?

 

Aber auch hier in Deutschland wird das Geld in der Landwirtschaft nicht dort ausgegeben, wo es der Mehrheit der Betriebe und der Gesellschaft als Ganzem hilft: Nämlich für die faire Unterstützung von Landwirtschaft, die sich für mehr Qualität, mehr Klimaschutz, artgerechte Tierhaltung und Erhalt der Artenvielfalt einsetzt. Warum wird dies durch EU Agrar- und Handelspolitik nicht ausreichend umgesetzt? Es diskutieren Vertreter*innen von Nichtregierungsorganisationen zusammen mit Vertreter*innen von den zuständigen Bundesbehörden.

 

Eingangsvorträge:


•    Sandra Blessin (Agrar Koordination): Einleitende Worte zur Ausstellung und zum tansanischen Wachstumskorridor
•    Roman Herre  (FIAN) über Entwicklungsfinanzierung, Public Private Partnerchips in der Entwicklungszusammenarbeit und den Wachstumskorridoren in Mozambique
•    Berit Thomsen (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft): Was fördert die derzeitige EU Agrarpolitik und was nicht? Wo sollte es hingehen?

 

 

Auf dem Podium diskutieren:

Sandra Blessin, Agrar Koordination

Roman Herre, FIAN Deutschland

Jan Wittenberg, Ackerbauer und im Bundesvorstand der AbL

 

Beate Kasch, designierte Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) (angefragt),

Bundesentwicklungsministerium (BMZ) Vertreter*in (angefragt)

 

Moderation: Ursula Gröhn-Wittern, Agrar Koordination

 

Im Anschluss führen Berit Thomsen und Sandra Blessin durch die Ausstellung "Land und Wirtschaft - wer erntet?". Es gibt kleine Snacks und Getränke.

 

Veranstalter: Agrar Koordination, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Heinrich-Böll-Stiftung und FIAN Deutschland.

Kategorien: Hamburg

Auswertung: Umfrage zur Reform der Europäischen Agrarpolitik

14. Januar 2020 - 14:25
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen ein deutliches Bild: Die größten Herausforderungen für die Landwirtschaft werden in der Anpassung an den Klimawandel gesehen und beim Schutz der Umwelt und Erhalt der Artenvielfalt. Ertragssteigerungen und Innovationen wie z.B. Digitalisierung stehen hingegen bei der Wichtigkeit weiter hinten. 71 Prozent finden es sehr wichtig, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) Bäuerinnen und Bauern unterstützen soll, die eine soziale, ökologische und tiergerechte Landwirtschaft betreiben. Sehr wichtig finden die Jugendlichen die Förderung von biologischer und regionaler Landwirtschaft, ein Verbot von schädlichen Pestiziden und Reduzierung von synthetischen Düngemitteln, und die Reduzierung der Fleischproduktion und des Fleischkonsums. Alle Grafiken und Ergebnisse der Umfrage können hier angesehen werden. Poster der Ergebnisse An der Umfrage "So eine Landwirtschaft wollen wir..." haben 366 Jugendliche im Alter von 15 - 25 Jahren innerhalb des Jugendbildungsprojekts Biopoli teilgenommen. Vielen Dank!
Kategorien: Hamburg

Film : Die Wiese

14. Januar 2020 - 10:32
14.1. 2020 im Metropolis Kino in Hamburg , 19 Uhr Gäste zum Gespräch im Anschluss. Die Dokumentation stellt die bunte, blühende Sommerwiese und seine vielfältigen Bewohner vor. Vögel, Heuschrecken, Zikaden und zahlreiche andere Tiere leben in dem Naturparadies, das mit großem technischem Aufwand von einer anderen Seite zum Vorschein kommt. Die Hauptdarsteller des Films sind zwei junge Reh-Zwillinge. In ihrem Lebensraum zwischen Waldrand und Wiese, erleben die beiden zahlreiche Abenteuer. Erscheinungsdatum: 4. April 2019 (Deutschland) Regisseur: Jan Haft Drehbuch: Jan Haft Besetzung: Sebastian Winkler Kamera: Jan Haft, Kay Ziesenhenne 
Kategorien: Hamburg

Positionspapier: Landwirtschaft 4.0

13. Januar 2020 - 14:20
Positionspapier zum Download
Kategorien: Hamburg

Vorträge und Stand der Agrar Koordination beim Heldenmarkt Hamburg!

13. Januar 2020 - 11:49
Wir sind am kommenden Wochenende (25.-26.1.2020) sehr vielfältig auf dem Heldenmarkt Hamburg vertreten: Zum Einen präsentieren wir die Arbeit unseres Vereins an unserem Stand und zeigen dort auch die neue Ausstellung "Land und Wirtschaft – wer erntet?"

Zum Anderen halten unsere Referenten zwei Vorträge: 1. Vortrag am Samstag, den 25.1. um 13:00: "Nachhaltige Landwirtschaft in der Entwicklungszusammenarbeit und in der Agrarpolitik" (Sandra Blessin)

Unsere Refenrentin geht der Frage nach, ob mit der jetzigen EU-Agrarpolitik und der Ausrichtung der deutschen und internationalen Zusammenarbeit bäuerliche und zukunftsfähige Landwirtschaft gestärkt wird. Anhand des Wachstumskorridors in Tansania und den Vorschlägen zur aktuellen Agrarreform wird mit den Teilnehmern über eine Landwirtschaft der Zukunft diskutiert.

2. Vortrag am Sonntag, den 26.1. um 11:00: "Nachhaltige Kita- und Schulverpflegung" (Julia Sievers, Projekt "Gutes Essen macht Schule)


Es gibt noch viel zu tun für eine nachhaltige Kita- und Schulverpflegung, Wo liegen die Herausforderungen und welche erfolgreichen Ansätze gibt es? Wo können verschiedene Akteure für das Gelingen einer nachhaltigen Ernährung an Kitas und Schulen beitragen?

Das vollständige Programm gibt es hier als PDF zum Download:


HELDENMARKT Hamburg

Wann?

Samstag, 25. Januar 2020 | 10.00 – 19.00 Uhr
Sonntag, 26. Januar 2020 | 10.00 – 18.00 Uhr
Wo?

Hamburg Messe und Congress GmbH
Messeplatz 1
20357 Hamburg

– Halle A2 –

(barrierefrei, barrierefreies WC vorhanden)

Wieviel?

VVK Ticket normal: 9 €                             (10 € an der Tageskasse)
VVK Ticket ermäßigt: 7 €                          ( 8 € an der Tageskasse)
VVK Gruppenticket: 5 Personen:  40 €   (nur im Online-Vorverkauf)

Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.
Hunde bitte zu Hause lassen – gern eigenen Trinkbecher mitbringen.
Kategorien: Hamburg

Insektenatlas veröffentlicht

9. Januar 2020 - 11:16
Alamierende Berichte über das Aussterben der Insekten weltweit haben Naturschützer, Landwirte und Bürger*innen aufgeschreckt. Es ist nicht unbedingt gut, wenn man nicht mehr von Mücken gestochen wird. 90% aller Arten sind Insekten. Insekten bestäuben 3/4 aller wichtigen Kulturpflanzen (nicht nur Bienen). Insekten sind unverzichtbar zur Verbesserung der Bodenqualität und als Nahrung für Vögel und Amphibien. Die Heinrich Böll Stiftung legt wieder eine umfangreiche und wichige Informationsquelle vor.  download des Insektenatlas
Kategorien: Hamburg

Wissenschaftler fordern Änderung der EU-Landwirtschaftspolitik

29. November 2019 - 11:52
Fünf Organisationen, die zusammen 2’500 Wissenschaftler repräsentieren, haben in einem offenen Brief an das EU-Parlament eine Reform der EU-Agrarpolitik gefordert. In ihrem Schreiben vom 5. November verlangen sie umgehend eine echte Kursänderung anstelle des derzeit vorliegenden Plans für die EU-Agrarpolitik nach 2020, der im Oktober zuletzt diskutiert wurde.

«Wir beobachten einen katastrophalen Rückgang der Vogel-, Reptilien-, Insekten- und Amphibienpopulationen, die in ganz Europa auf schädliche Agrarpraktiken zurückzuführen sind», stellen die Wissenschaftler fest. Sie fordern eine sofortige Priorisierung von Nachhaltigkeitszielen, um die Biodiversität zu retten.

Warnung vor «grünen Wüsten»

Die bisherige gemeinsame Agrarpolitik (GAP, engl. CAP) der EU habe zur Intensivierung von Arbeitsweisen geführt, die der Tierwelt großen Schaden zugefügt haben.

*Dazu gehörten unter anderem die drastische Zunahme von Pestizideinsätzen, eine Ausweitung der Bewässerung und die Zerstörung von Weideland.*

Die derzeitigen EU-Regeln sehen vor, dass ein Landwirt Subventionen beantragen kann, die der Fläche des bewirtschafteten Bodens entsprechen. Diese Flächensubventionen folgten als Korrektur von Produktionszuschüssen, die in der Vergangenheit unter anderem zu den bekannten Butterbergen geführt hatten. Die Flächenregel aber fördert die Intensivwirtschaft in Grossbetrieben.

In der EU-Landwirtschaft wird pro Hektar gezahlt. Für die Umwelt ist das ein Desaster. (CC)

Das Resultat seien «grüne Wüsten» aus ertragsoptimierten Monokulturen, die für die meisten Lebewesen nicht mehr bewohnbar seien, führen die Unterzeichner auf. Seit den 1980er-Jahren habe der gegenwärtige Kurs der EU zum Rückgang der Vögel in Europa um 55 Prozent und der Insekten in Deutschland um 76 Prozent geführt. Ähnliche Trends würden auch von anderen Tier- und Pflanzengruppen beobachtet, deren Lebensräume von den landwirtschaftlichen Nutzflächen Europas abhängen. Massnahmen, um die Artenvielfalt zu erhalten oder wiederherzustellen, würden nur wenig kontrolliert und seien grösstenteils ineffektiv, bemängeln die Europäische Ornithologen-Union, die Europäische Säugetierstiftung, die Societas Europaea Herpetologica (Europäische Gesellschaft f. Reptilienforschung), die Societas Europaea Lepidopterologica (Schmetterlingsforschung) und der Schmetterlingsschutz Europa. Es mangle an Zielsetzungen und Funding.

Aufteilung des EU-Budgets für die Jahre 2014 – 2020 (Daten: EU, Visualisierung: Spiegel Online)

Die Wissenschaftler kritisieren damit einen der Grundpfeiler der EU. Den Landwirtschaftssektor ausbalanciert zu halten, ist nicht nur politisch komplex, sondern auch teuer. 60 Milliarden Euro, rund 40 Prozent des Budgets und damit den grössten Posten, gibt die Europäische Gemeinschaft jährlich dafür aus. Die kommende Version des GAP sieht Zahlungen an Bauern im Umfang von einem Drittel des Gesamtbudgets vor, berichtet das irische Portal «Greennews».

Eine zukünftige EU-Agrarpolitik müsse sowohl diverser wie auch nachhaltiger sein als die gegenwärtige, fordern die Unterzeichner des offenen Briefes. Sie müssen den globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Developement Goals, SDGs) der Vereinten Nationen Rechnung tragen. Dazu gehöre unter anderem eine grössere Unterstützung für kleine Betriebe, nachhaltige Wirtschaftsmethoden und Massnahmen zur Erhaltung der Biodiversität.
Kategorien: Hamburg

Pestizide in Brasilien: Die agrarökologische Bewegung kämpft für ein Leben ohne Agrar-Gifte

28. November 2019 - 12:45

„Das Leben ist Agrarökologie“, so sagt eine Kleinbäuerin aus Südbrasilien. Ihre Familie ist eine von vielen, die ein Leben ohne Gift leben wollen. Dafür kämpfen sie um Land und setzen auf einen vielfältigen Anbau mit Agroforst und traditionellem Saatgut. In einem Land, das von gentechnisch verändertem Soja- und Maisanbau dominiert ist, ist dies kein einfaches Unterfangen. Brasilien ist der größte Pestizidmarkt der Welt, mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung vor Ort.

Im Bundesstaat Parana hat sich eine starke soziale Bewegung gebildet, die Alternativen zum agrarindustriellen Model aufzeigt. Wichtige Errungenschaften werden jedoch von der aktuellen brasilianischen Regierung unter Jair Bolsonaro bedroht. Fördergelder wurden gestrichen und viele Bäuerinnen und Bauern, Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen werden bedroht. Sie brauchen dringend mehr internationale Unterstützung und Aufmerksamkeit.

Susan Haffmans, Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. umreißt das Pestizidproblem und stellt Ergebnisse der Studie „Giftige Exporte. Die Ausfuhr hochgefährlicher Pestizide von Deutschland in die Welt“ vor.

Mireille Remesch, Agrar Koordination, war im Oktober in Parana und berichtet wie die Menschen in diesen schwierigen Zeiten für Agrarökologie kämpfen und welche Herausforderungen damit verbunden sind.

Moderation: Petra Zivkovic, umdenken Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V.

 

28.11.2019 um 19.30 Uhr in der GLS Bank, Düsternstraße 10, 20355 Hamburg

Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung von Agrar Koordination, Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. und umdenken Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V.

Kategorien: Hamburg

Aufruf zur Demo

26. November 2019 - 11:01
Unter dem Motto "Agrarwende anpacken, Klima schützen!" startet die 10. Wir haben es satt-Demo in Berlin am 18.1.2020 um 12.00h am Brandenburger Tor.

Wir haben die fatale Politik satt! – Agrarwende anpacken, Klima schützen!

Für eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung, für insektenfreundliche Landschaften und globale Solidarität

2020 stehen wichtige Entscheidungen für die Landwirtschaft und für das Klima an: Bei der EU-Agrarreform entscheidet sich, ob mit den Milliarden-Subventionen die Agrarwende gestemmt und das Insektensterben gestoppt werden kann. Mit einem Veto gegen das Mercosur-Freihandelsabkommen kann Deutschland mithelfen, die Feuer am Amazonas einzudämmen. Und für echten Klimaschutz müssen wir die Bundesregierung auch 2020 weiter unter Druck setzen.

Weil die Politik blockiert, rennt uns die Zeit weg. Bei der 10. Wir haben es satt!-Demo im Januar fordern wir mit Zehntausenden auf der Straße: Agrarwende anpacken, Klima schützen – Macht endlich eine Politik, die uns eine Zukunft gibt!

Essen ist politisch – für immer mehr Menschen!
In den letzten 10 Jahren ist eine starke Bewegung für gute Landwirtschaft und gutes Essen entstanden. Immer mehr Bäuer*innen bauen ihre Ställe um und erzeugen Lebensmittel ohne Gentechnik. Immer mehr Betriebe nutzen weniger Pestizide oder setzen komplett auf Bio. Bürgerinitiativen haben unzählige Tierfabriken verhindert, Volksbegehren kämpfen für Artenvielfalt und Foodsharing-Projekte retten wertvolle Lebensmittel vor dem Müll. Immer mehr Menschen kaufen konzernfreie Lebensmittel und essen weniger Fleisch. Gemeinsam zeigen wir, wie Agrar- und Ernährungswende geht.

Ackerland in Bauernhand!
Seit Jahrzehnten stemmt sich die Agrarlobby gegen jede Veränderung. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner lässt die Bäuer*innen bei den notwendigen Veränderungen allein. Sie will die Milliarden-Subventionen weiter denen geben, die viel Land besitzen – egal, wie sie wirtschaften. Mit staatlicher Unterstützung kaufen Investor*innen immer mehr Ackerland, während allein in den letzten 10 Jahren hierzulande 100.000 Betriebe aufgeben mussten. Schluss damit! Fördergelder nur noch für Bauernhöfe, die die Tiere gut halten, Umwelt- und Klima schützen und gutes Essen für uns alle herstellen!

Wir haben Agrarindustrie satt!
Die industrielle Landwirtschaft hat fatale Auswirkungen: Flächendeckender Pestizideinsatz tötet massenhaft Insekten. Zu viel Gülle verschmutzt unser Wasser. Für das Gensoja-Futter in deutschen Tierfabriken werden Regenwälder abgebrannt. Dumping-Exporte überschwemmen die Märkte im globalen Süden und berauben unzählige Bäuer*innen ihrer Existenz. Die Agrarindustrie heizt die Klimakrise und gesellschaftliche Konflikte gefährlich an – das müssen wir stoppen!

Auf die Straße – für das Klima und die Landwirtschaft!

Ob dürre Äcker oder abgesoffene Felder – die Klimakrise lässt sich nicht ignorieren. Die Wissenschaft warnt schon lange, dass wir den Planeten mit der aktuellen Wirtschaftsweise zugrunde richten. Obwohl Hunderttausende für das Klima streiken, kommen von der Bundesregierung nur Bankrotterklärungen. Das haben wir satt!

 

Zum Auftakt der Grünen Woche, wenn sich die Agrarminister*innen der Welt in Berlin treffen, bringen wir unsere Forderungen in die Schlagzeilen. Während drinnen über Landwirtschaft, Fördergelder und Mercosur geredet wird, zeigen wir draußen mit unserem Massenprotest klare Kante: Landwirtschaft und Gesellschaft müssen jetzt klimagerecht umgebaut werden!

 

Wir fordern von der Bundesregierung:

 

·         Die Agrarwende finanzieren – Bauernhöfe beim Umbau der Landwirtschaft nicht alleine lassen: Mit gezielten Subventionen und fairen Preisen sind artgerechte Tierhaltung und mehr Klima- und Umweltschutz machbar!

 

·         Klares Veto Deutschlands gegen das Mercosur-Abkommen: Für gerechten Welthandel, globale Bauernrechte und konsequenten Regenwaldschutz!

·         Nein zu den Industrie-Mogelpackungen: Gentechnik, Patent-Saatgut und der routinemäßige Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger verschärfen die Klimakrise und den Hunger!

 

Seid dabei: Kommt mit uns – der breiten, bunten und entschlossenen Bewegung – auf die Straße. Schnappt euch euren Kochtopf und schlagt mit uns Alarm für die Agrar- und Ernährungswende!


Wir haben es satt!-Demonstration:
18. Januar 2020 | 12 Uhr | Brandenburger Tor | Berlin

Was wir wollen

Weltweites Höfesterben stoppen +++ Für gutes Essen für alle +++ Für artgerechte Tierhaltung und weniger Fleischkonsum +++ Für Ernährungssouveränität und gerechten Welthandel +++ Für Gentechnikfreiheit vom Acker bis zum Teller +++ Für Klimaschutz und mehr Ökolandbau +++ Für echten Insektenschutz und den Pestizidausstieg +++ Für eine sozial-gerechte und ökologische EU-Agrarreform (GAP) +++ Für das Ende des ungezügelten Wirtschaftswachstums +++ Für eine Landwirtschaft, die mit gesunden Böden das Klima schützt +++Für eine solidarische Welt – Geflüchtete willkommen +++


Wer wir sind

Wir sind Bäuerinnen und Bauern, von konventionell bis bio, von Tierhaltung bis Ackerbau. Wir sind Bäcker*innen, Köch*innen, Verbraucher*innen, Imker*innen, Natur- und Tierschützer*innen, Umweltaktivist*innen, Aktive der Entwicklungszusammenarbeit, engagierte Jugendliche, Menschen aus Stadt und Land und viele mehr. Wir gehen seit 2011 gemeinsam auf die Straße – für gute Landwirtschaft und gesundes Essen!

www.wir-haben-es-satt.de

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Bauernproteste

19. November 2019 - 10:26
Den Bauern geht es schlecht, weil sie finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen. Viele Betriebe sind hoch verschuldet, weil sie ins " Wachsen" investiert haben. Größere Ställe, größere Maschinen, mehr Tiere etc. Das taten sie auf ausdrückliches Anraten ihrer so genannten Berufsvertretung dem Deutschen Bauernverband, der immer wieder das "Wachsen oder Weichen" predigte. Die Banken gaben gerne die Kredite, gab es doch Land als Sicherheit. Inzwischen wissen auch die Bauern und Bäuerinnen, dass es zwischen dem Bauernverband und der vor- und nachgelagenten Agrarindustrie von Futtermittelhandel, Molkerein und Banken, engste personelle Beziehungnen und Interessenskonflikte gibt. Viel zu lange haben sie davor die Augen verschlossen. In keinem anderen Land sind Lebensmittel so billig wie in Deutschland. Verbraucherinnen und Verbraucher sind meiner Ansicht nach zu großen Teilen bereit, mehr zu zahlen, wenn dafür ihr Trinkwasser sauber bleibt und in ihrer Umwelt noch Vögel und Insekten leben. Die Bauern sind nicht schuldig am Insektensterben, sondern eine in die falsche Richtung ausgelegte Agrarpolitik die eine umwelt- und tiergerechtere Landwirtschaft nicht genug fördert. Solange der Großteil der Agrarsubventionen noch immer nach der bewirtschafteten Fläche gezahlt wird und nicht für die Qualität der Produkte und die Art ihrer Erzeugung, wird es den Steuerzahlern und Steuerzahlerinnen schwer zu vermitteln sein, warum Landwirte einen beträchlichen Anteil ihres EInkommens aus Subventionen beziehen sollen. Am 19. Januar wird es in Berlin wieder eine "Bauerndemo" geben. Dort stehen Verbraucherinnen und Bauern und Bäuerinnen nebeneinander und fordern eine andere Agrarpolitik. Liebe Landwirte! Schaut dort mal vorbei. Dort findet Ihr die Solidarität die Ihr sucht! Zeigen wir unseren Nahrungsmittelproduzenten Respekt, aber auch, dass wir erwarten, dass sie dem Mythos der Wachstums ohne Grenzen nicht mehr folgen, denn das gefährdet unser aller Zukunft und das Höfesterben wird sich fortsetzen. 
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