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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 17 Stunden 19 Minuten

19. September 2019

19. September 2019 - 14:27
1. Bill Gates: Klimawandel betrifft Afrika besonders

In der Welt interviewt Klaus Geiger Microsoft-Gründer und Stifter Bill Gates unter anderem zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Afrika. Bei den Themen Gesundheit und Bildung gebe es positive Entwicklungen, so Gates. Gerade der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria habe in Sachen Gesundheit viel bewirkt. Dennoch müssten Staaten mehr Entwicklungsinvestitionen bereitstellen. Die Folgen des Klimawandels treffen die ärmsten Menschen der Welt besonders hart, insbesondere in Subsahara-Afrika. Gates selbst habe sich in den vergangenen Jahren viel mit dem Klimawandel beschäftigt und sehe vor allem beim Thema Ernährung viel Innovationsbedarf. Er selbst unterstütze technische Lösungen zur Verbesserung von Saatgut oder die Herstellung von „Fleisch auf pflanzlicher Basis”. Für Gates gehe es auch darum, vor Ort in Afrika zu helfen. Gerade Mädchen profitieren von einer verbesserten ökonomischen Lage. So erhalten sie einen besseren Zugang zu Bildung und können ihre Familien- und Karriereplanung selbst übernehmen.

2. EU: Mehr Geld gegen Ebola

Wie unter anderem das ZDF berichtet, wird die Europäische Union (EU) mehr Geld für den Kampf gegen Ebola bereitstellen. Seit dem Ausbruch der Krankheit in der Demokratischen Republik Kongo seien seitens der EU bereits rund 47 Millionen Euro bereitgestellt worden. Nun sollen weitere 30 Millionen folgen. Die Mittel sollen in medizinische Versorgung, Zugang zu sauberem Wasser sowie eine Verbesserung der Lebensmittelversorgung fließen. Bereits seit über einem Jahr sei die Epidemie in Gange und habe bisher über 2.000 Menschen das Leben gekostet.

3. Linke fordert mehr Chancen für Frauen in Afrika

In einem Gastbeitrag in der Welt fordert Helin Evrim Sommer, die entwicklungspolitische Sprecherin der Linkspartei  im Bundestag, mehr Investitionen für die Aufklärung über und den Zugang zu Verhütungsmitteln in Afrika. Oft werde Geburtenkontrolle von Politiker*innen in Afrika mit der Begründung abgelehnt, das sei „imperialistisch“, so Sommer. Doch werde hierbei außer Acht gelassen, dass eine wachsende Bevölkerung auch einen wachsenden Bedarf an medizinischer Versorgung, Bildung und Arbeit ergebe. Sommer kritisiert zudem, dass in dem Papier „10 Thesen für einen Marshallplan mit Afrika“ aus dem Entwicklungsministerium, das Wort Geburtenkontrolle nicht einmal Erwähnung finde. Gerade für Frauen sei dies ein wichtiger Punkt. Sie könnten so ihr Leben eigenständiger gestalten und besser darüber entscheiden, wann und unter welchen Umständen sie Kinder bekommen wollen. Dies biete Frauen und Mädchen nicht nur eine Chance, selbstbestimmter zu sein, sondern entlaste auch die Gesundheitssysteme. Neben mehr Aufklärung und Ausbildung entsprechender Lehrer*innen für Gesundheit und Empfängnisverhütung müsse man auch die Hilfsgelder an entsprechende Ziele knüpfen und sich Partner in den Ländern suchen, die bereits eine erfolgreiche Bevölkerungspolitik durchführen.

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(RED) X ONE Design Challenge

18. September 2019 - 14:12

Am 01.12. ist Welt-AIDS-Tag. (RED), die Partnerorganisation von ONE, unterstützt den Kampf gegen Aids schon seit langem durch Partnerschaften mit den größten Marken der Welt. Die Produkte und Events dieser Partnerschaften stärken das öffentliche Bewusstsein für die Auswirkungen der Krankheit und haben bis heute mehr als 600 Millionen US-Dollar für die Arbeit des Globalen Fonds eingebracht. Das finden wir natürlich großartig, denn der Globale Fonds leistet unglaublich wichtige Arbeit im Kampf gegen die vermeidbaren Krankheiten Aids, Tuberkulose und Malaria.

(RED) X ONE Design Challenge: https://www.red.org/design-challenge-assets

Kreativ gegen Aids

Dieses Jahr will (RED) mit dieser kreativen Arbeit und gemeinsam mit ONE erneut noch einen Schritt weiter gehen – in Zusammenarbeit mit Amazon/RED ist ein T-Shirt-Verkauf zum Welt-AIDS-Tag geplant. Und jetzt seid ihr gefragt! (RED) ruft ein weiteres Mal zur Design Challenge auf und möchte eure wildesten Entwürfe sehen, um Aids am 01.12. mit Farben, Formen und Wortspielen den Kampf anzusagen.

Bist du über 18 Jahre alt und hast eine kreative Ader? Fühlst du dich eventuell bereits INSPI(RED) und möchtest dein Design gegen Aids auf ein T-Shirt gedruckt sehen? Ausgerüstet mit unseren Logos, Brand Guidelines und nützlichen Zahlen sind wir gespannt, herauszufinden, was in euren Köpfen enstehen kann. Lasst eurer Kreativität freien Lauf – bis zum 04.10.! An diesem Tag erwarten wir spätestens eure Entwürfe. Je einfallsreicher, desto besser.

Und was passiert mit den Meisterwerken?

Nachdem ihr eure Designs auf der Website eingereicht habt, wird eine Jury aus einem (RED)-Mitglied, einem ONE-Mitglied und einem Design Artist fünf besonders großartige Entwürfe auswählen. Diese Designs werden auf T-Shirts gedruckt und am 01.12. zum Welt-Aids-Tag bei Amazon.com/RED verkauft. Und das Beste daran: Der Kauf bereits eines einzigen T-Shirts ermöglicht 56 Tage lebensrettender medizinischer Versorgung. Eure Designs könnten also buchstäblich Leben retten.

Klingt nach einer tollen Aktion? Finden wir auch! Jetzt sind eure grauen Zellen und kreativen Köpfe gefragt – wir möchten eure wildesten, engagiertesten, mutigsten Ideen sehen. Ganz egal ob Studierende*r, Aktivist*in oder Künstler*in. Laute Stimmen sind im Kampf gegen Aids gefragt und die stärksten Botschaften möchten wir auf Stoff drucken. Mach jetzt mit! Vielleicht warten wir auf genau dein Design.

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Fünf Fragen an Medinat Abdulazeez Malefakis, Forscherin am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin

18. September 2019 - 14:00

Als Expertin für Migration und Transnationalisierung forschte Dr. Medinat Abdulazeez Malefakis von Frühjahr bis Herbst 2019 am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin. Ihr Schwerpunkt ist die Rolle der Religion im Kontext von Terrorismus im Tschadseebecken von Westafrika, zum Beispiel bei Boko Haram. Außerdem setzt sie sich aktiv für die Rechte von Frauen und Mädchen ein. Besonders in den sozialen Medien, auf Twitter und Instagram, macht sich Medinat Abdulazeez Malefakis für feministische Projekte und Ziele stark. Wir haben ihre Zeit in Berlin genutzt und nach ihrer Meinung zum Potential von Feminismus im Jahr 2019 gefragt.

ONE: Warum ist Feminismus 2019 so wichtig?

Medinat Abdulazeez Malefakis: Feminismus brauchen wir immer, jedes Jahr. Denn es scheint, als würden immer noch viele Menschen Gleichberechtigung mit Geschlechterparität verwechseln. Mit letzterer hat Feminimus tatsächlich wenig zu tun, sondern viel mehr mit Geschlechtergleichstellung. Und wenn wir 2019 immer noch darüber reden müssen, dass Männer und Frauen gleich behandelt werden und die gleichen Chancen erhalten sollten, dann brauchen wir Feminismus definitiv noch. Wir brauchen Feminismus, bis die Welt versteht, dass Gleichberechtigung genauso wichtig ist wie die fundamentalsten Menschenrechte. So, wie die Welt momentan tickt, sind Frauen per se in einer benachteiligten Position. Nach einer Situation der sexuellen Gewalt beispielsweise sind sie zwar eigentlich die Opfer. Doch häufig schämen sie sich sehr und werden ausgegrenzt, weil sie vergewaltigt oder belästigt wurden. Um mit solchen sexistischen Traditionen zu brechen, die Frauen im Gegensatz zu Männern moralisch viel stärker zur Verantwortung ziehen, brauchen wir Feminismus.

ONE: Welche*r Politiker*in kann tatsächlichen Wandel für Frauen und Mädchen weltweit herbeiführen?

Medinat Abdulazeez Malefakis: Das ist aus meiner Sicht ohne Zweifel Jacinda Ardern, die Premierministerin Neuseelands. Für mich ist sie ein ideales Vorbild dafür, wie Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt ihr Potenzial entfalten können. Eine Regierungschefin, die nicht versucht, ein ‚Mann‘ zu sein und etwas tatsächlich Qualitatives zur Ebene der Entscheidungsträger*innen beiträgt. Eine Regierungschefin, die mutige Entscheidungen trifft, welche besonders angesichts terroristischer Bedrohungen so wichtig sind. Eine Regierungschefin, die allen zeigt, dass man als Frau alles sein kann, was man möchte, weiblich und Premierministerin; Mutter und Kabinettsvorsitzende. Und dass es in Ordnung ist, sein Baby zur Generalversammlung der Vereinten Nationen mitzubringen! Mit ihren Taten beweist sie kontinuierlich, dass Umstände, von denen gesagt wird, dass sie Frauen und Mädchen in ihren Möglichkeiten einschränken (wie beispielsweise Kinder zu bekommen), im Job und überall viel liberaler angegangen werden sollten – damit Frauen aufsteigen und Karriere machen können, genau wie Männer.

ONE: Was wäre Ihr ultimativer Tipp an Menschen, die sich weltweit für Frauen und Mädchen stark machen wollen?

Medinat Abdulazeez Malefakis: Frauen und Mädchen sehen sich weltweit individuellen Hindernissen gegenüber, je nach der Gesellschaft, in der sie leben. Aus diesem Grund sollte es weniger Verallgemeinerungen im Einsatz für Gleichberechtigung geben. Und ich möchte hinzufügen, dass Aktivist*innen eine Bedarfsanalyse durchführen sollten, bevor sie eine Kampagne ins Leben rufen.

ONE: Haben Sie selbst ein Vorbild? Und wenn ja, wer ist es und aus welchen Gründen?

Medinat Abdulazeez Malefakis: Nicht nur eines – viele. Das Durchhaltevermögen und die Widerstandskraft meiner Mutter sind sehr beeindruckend und in diesen Punkten wäre ich eines Tages gern wie sie. Meine Schwiegermutter ist auch eine unglaubliche Person, das ist fast unwirklich. Ich fühle mich in so vielen Punkten von ihr inspiriert. Nun wissen Sie natürlich auch, dass Jacinda Ardern mit auf dieser Liste steht. Außerdem fühle ich mich von Persönlichkeiten angezogen, die Stereotype herausfordern und Barrieren abbauen, wie Halima Aden.

ONE: Bis zum tatsächlichen Erreichen von Gleichberechtigung ist es noch ein langer Weg. Was ist Ihrer Meinung nach der erste Schritt, um alle Barrieren und Hindernisse für Mädchen und Frauen abzubauen?

Medinat Abdulazeez Malefakis: Zugang zu Bildung. Wenn alle Mädchen und Frauen Bildung erhalten, ist das bereits ihr Sprungbrett für eine gleichberechtigte Wettbewerbssituation. An Orten wie Nordnigeria beispielsweise, wo Jungen in die Schule und Mädchen auf die Straße zum Betteln geschickt werden, wird diese Ungleichheit in Bildung weiterhin in eine allgemein ungleiche Gesellschaft resultieren. Zugang zu Bildung für alle ist der einfachste Weg, ungleiche geschlechterspezifische Vorstellungen zu beseitigen.

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18. September 2019

18. September 2019 - 11:45
 1. Merkel lädt zu Libyen-Konferenz ein

Robin Alexander meldet in der Welt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ein kurzfristiges Treffen zu Libyen einberufen hat. Neben Vertreter*innen aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Italien werden auch Teilnehmer*innen aus Ägypten, Russland, China, der Türkei als auch Staaten der Afrikanischen Union und der Arabischen Liga erwartet. Auch der UN-Sonderbotschafter für Libyen, Gassam Salamé, sei unter den Teilnehmenden. Bereits vergangene Woche habe Merkel auf die aktuellen Entwicklungen im Libyen-Konflikt hingewiesen. Laut der Kanzlerin drohe ein „Stellvertreterkrieg“, man müsse die Staatlichkeit wiederherstellen, so Merkel. Die Situation in dem Land verschärfe sich immer weiter, was auch Auswirkungen auf andere Staaten in Afrika haben könne. Seit dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi 2011 erlebe das Land permanent politische Instabilität.

2. Al-Bashir: Gerichtsverfahren im Sudan

Ebenfalls in der Welt thematisiert Christian Putsch das Verfahren gegen Sudans Ex-Diktator Omar al-Baschir. Während des Prozesses sitze al-Baschir in einem Käfig, bewacht von drei Soldaten. Die Anhörungen von Zeugen nehme al-Baschir eher gelassen zur Kenntnis. Die Zuschauerränge des Gerichtssaals seien fast zur Hälfte mit seinen Anhänger*innen besetzt, die ihn nach wie vor verehren. Die Realität im Land sehe aber anders aus: Nach dem Sturz al-Bashirs im April seien die Menschen auch weiterhin auf die Straße gegangen, um sich gegen eine neue Militärregierung zu stellen. Sie forderten Demokratie und eine Abkehr vom alten Regime. Im Gerichtssaal bestätigen Zeug*innen die Vorwürfe gegen den ehemaligen Machthaber. Sie berichten von Geldgeschenken und persönlichen Bereicherungen sowie Bestechung. Die Tatsache, dass der Ex-Diktator im Gerichtssaal hinter Gittern vorgeführt wird, soll der Bevölkerung zeigen, dass die Regierung zur Verantwortung gezogen werden. Auch mit der nun berufenen Übergangsregierung sei es noch ein weiter Weg zur Demokratie, schreibt Putsch. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet in diesem Zusammenhang, dass Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian angekündigt hat, rund 60 Millionen Euro Finanzhilfen für die sudanesische Übergangsregierung bereit zu stellen. Frankreich stehe an der Seite des neuen Sudans, so Le Drian.

3. Simbabwe: Comedy gegen Repressionen

Bei Spiegel Online interviewt Christoph Titz die simbabwische Satirikerin Sharon Chideu über die Situation in ihrem Land. Die Komikerin und Satirikerin thematisiere in ihrer Internet-Sendung auf dem Kanal Bustop TV vor allem die „traurige Realität“ in Simbabwe. Bereits vor drei Wochen sei ihre Kollegin und Sketch-Partnerin Samantha Kureya verschleppt und misshandelt worden. Laut Chideu sei diese aber wieder auf dem Weg der Besserung und könne bereits wieder Sketche drehen. Sie selbst habe rechtzeitig fliehen können, bevor ihr ein ähnliches Schicksal zustoßen konnte. Chideu vermute hinter der Entführung Mitglieder der Regierungspartei Zanu PF. Diese verweise jedoch oft auf eine „dritte Kraft“ und verdeckte Aktionen durch Unbekannte, so Chideu. Auch im Falle ihrer Kollegin sei noch nichts aufgeklärt. Die politische Lage unter der neuen Regierung Emerson Mnangagwa habe sich nicht verbessert, so Chideu. Trotz der Einschüchterungen mache sie mit ihrer Arbeit weiter. Sie stelle die Fragen, die andere journalistische Formate oft nicht stellen würden.

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17. September 2019

17. September 2019 - 16:50
1. Klimawandel trifft Afrika hart

Bei Spiegel Online porträtiert Bartholomäus Grill die Auswirkungen des Klimawandels in Sambia. Diese seien insbesondere im Süden des Landes besonders stark. Die meteorologischen Daten in der Provinzhauptstadt Choma wiesen signifikant geringere Niederschlagsmengen auf. Der ausbleibende Regen führe zu einem dramatischen Rückgang der Ernte. Laut einem Mitarbeiter des sambischen Agrarministeriums sei alleine die Maisernte innerhalb der letzten zehn Jahre von 60.000 auf 5.000 Tonnen geschrumpft. Es gebe finanzielle Hilfen, um den Landbau zu anzupassen, allerdings seien diese zu gering und die Umstellung gehe zu langsam voran. Die Lage werde im gesamten südlichen Afrika immer prekärer: Auch in Malawi, Namibia, Simbabwe, Botswana und Südafrika steigen die Temperaturen und die Niederschläge sinken. Emmanuel Hantobolo, Farmer in Sambia, sieht die Probleme als hausgemacht an. Die zunehmende Entwaldung für die Holzwirtschaft führe zu Bodenerosionen und verschärfe den Klimawandel. Die anhaltende Dürre werde viele Menschen in die Hungersnot treiben, so Hantobolo. Im Kampf gegen den Klimawandel berichtet ferner Focus Online, dass eine UN-Kommission unter Vorsitz von Microsoft-Gründer Bill Gates und Ex-Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon eine Studie vorgelegt hat, die aufzeigt, dass sich Investitionen in Maßnahmen gegen den Klimawandel und zur Anpassung an ebendiesen auch wirtschaftlich rechnen. Der Bericht benennt einen Investitionsbedarf von insgesamt 1,64 Billionen Euro in fünf Bereichen. Der zu erwartende Gewinn liege bei 6,4 Billionen Euro.

2. DR Kongo:  Neue Regierung, neuer Wind?

In der Tageszeitung (taz) berichtet François Misser über den Staatsbesuch des kongolesischen Präsidenten Felix Tshisekedi in Brüssel. Bis zum 20. September werde er sich neben politischen Gesprächen auch Treffen mit Diamanthändler*innen sowie König Philippe widmen sowie die Militärakademie besuchen. Seit zwölf Jahren sei dies der erste Staatsbesuch eines kongolesischen Staats- und Regierungsoberhauptes in der ehemaligen Kolonialmacht. Mit dem Besuch soll das angespannte Verhältnis zwischen den Ländern wieder gelockert werden. Der Einfluss des ehemaligen Präsidenten Joseph Kabila im kongolesischen Staatsapparat sei noch immer sehr stark. Kabilas Partei, die FCC, habe eine Mehrheit in der Nationalversammlung, im Senat und auch in den Provinzregierungen. Die neue Regierung sei unbeliebt und viele der zumeist männlichen Minister*innen unerfahren, schreibt Misser. Angesichts der andauernden bewaffneten Konflikte und der Ebola-Epidemie im Osten des Landes stehe die Regierung vor großen Herausforderungen.

3. Afrikas Bahnproblem

Clarissa Herrmann thematisiert in der Deutschen Welle die Infrastruktur der Bahn in Afrika, insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo. Am vergangenen Donnerstag sei dort ein Güterzug entgleist. Dabei seien mehrere Menschen ums Leben gekommen und einige schwer verletzt worden. Der Grund für das Entgleisen sei eine Überlastung des Zuges gewesen, so Steve Mbikayi, kongolesischer Minister für humanitäre Angelegenheiten. Aus Mangel an Alternativen werden oft auch illegaler Weise Güterzüge als Fortbewegungsmittel genutzt. In ganz Subsahara-Afrika gebe es marode Strecken. Oft werden diese vernachlässigt und nur für den Gütertransport genutzt, so Helmut Asche, Professor für Afrikastudien an der Universität Mainz. Der Straßenausbau habe lange Vorrang für westliche Geberländer gehabt. Heute sei China ein großer Investor in die Schieneninfrastruktur Afrikas. Dennoch gebe es viel Nachholbedarf, es gebe fast nur im südlichen Afrika gut ausgebaute Netze, so Asche.

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16. September 2019

16. September 2019 - 15:16
1. Westafrika: Eine Milliarde gegen Terror

Die Tagesschau, die Welt, die Neue Zürcher Zeitung und der Deutschlandfunk melden, dass die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) einen gemeinsamen Fonds gegen den Terror eingerichtet hat. Bei einer Sitzung in Burkina Faso haben die 15 ECOWAS-Staaten beschlossen, Gelder in Höhe von einer Milliarde US-Dollar in den Fonds einzuspeisen. Die Mittel sollen der Terrorbekämpfung auf nationaler Ebene sowie gemeinsamen Anti-Terror-Missionen der Westafrikanischen Staaten zugutekommen. Grund für den Sondergipfel sei die zunehmende Gewalt dschihadistischer Gruppen in der Sahel-Region. Erst kürzlich seien in Burkina Faso zwei Anschläge verübt worden, bei denen knapp 30 Menschen ums Leben gekommen seien. Die Bemühungen der Anti-Terror-Allianz G5 – mit Truppen aus Burkina Faso, dem Tschad, Mali, Mauretanien und Niger – sowie der UN-Mission Minusma in Mali reichen nicht aus. Im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus mangele es an Geld. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprach sich dafür aus, die bestehende UN-Operation zu verstärken.

2. Abschied von Mugabe

Mehrere Medien, darunter Spiegel Online, ntv.de, die FAZ.net, Focus Online, die Deutsche Welle und der österreichische Standard, berichteten bereits am Wochenende von der Trauerfeier des verstorbenen Ex-Präsidenten von Simbabwe Robert Mugabe in der Hauptstadt Harare. Das Stadion, in dem die Gäste dem Präsidenten die letzte Ehre erweisen konnten, sei laut Augenzeug*innen zu zwei Drittel leer gewesen. Unter den internationalen Gästen seien hauptsächliche Politiker*innen und Staatsoberhäupter unter anderem aus Nigeria, Kenia, Angola, Namibia und Südafrika gewesen. Zuletzt habe es auch Diskussionen um Mugabes Grabstätte gegeben. Er habe sich gewünscht, in seinem Heimatort Kutama begraben zu werden, so Familiensprecher Leo Mugabe. Die Regierung sehe für den umstrittenen Ex-Präsidenten, der das Land autokratisch regiert hatte, jedoch ein Begräbnis auf dem Heldenacker vor.

3. Afrika: Aufforsten ohne zu pflanzen

Volker Schlöndorff spricht in der Welt am Sonntag mit Tony Rinaudo, der sich mit Aufforstungsprojekten in Afrika beschäftigt. Rinaudo habe bereits in den 1980er-Jahren geforscht, wie sich karge Landschaften ohne direkt Bepflanzung wieder begrünen lassen. Mit Hilfe einer neuentwickelten FMNR-Methode (Farmer Managed Natural Regeneration) helfe er nun vor allem in Afrika Landflächen wieder aufzuforsten. Im Niger habe sich schon Erfolg abgezeichnet, so wachsen jetzt bereits auf über sechs Millionen Hektar Land wieder Bäume. Es gebe ein vorhandenes unterirdisches Wurzelwerk, aus dem neue Sprösslinge sprießen. Diese müssten dann vor Mensch und Tier geschützt werden, bis sie groß genug seien. Man müsse dabei einen Perspektivwechsel der Menschen in den Regionen erreichen, so Rinaudo. Diese würden die größeren Sprösslinge oft als Feuerholz nutzen. Er wolle den Menschen vor Ort zeigen, dass die FMNR-Methode vor allem den Gemeinden nütze. Der Boden unter Bäumen sei wieder fruchtbar, die Ernteerträge würden ansteigen, Erosionen gehen zurück und auch das Mikroklima verbessere sich. Viele Entwicklungsinvestitionen fließen oft in Wiederaufforstungsprojekte, diese seien aber teuer und weniger erfolgversprechend. Die Methode, bereits bestehendes Wurzelwerk wieder zu reaktiveren, sei aussichtsreicher und kostengünstiger. Passend dazu veröffentlichte am Wochenende die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Schätzung, dass mehr Geld in Initiativen gegen den Klimawandel fließen wird, wie ZDF, Focus Online und das Handelsblatt melden. Das Geld fließe vor allem nach Asien, Afrika und Lateinamerika. Das Ziel für 2020, 100 Milliarden US-Dollar zu generieren, sei noch erreichbar, so der OECD-Generalsekretär Angel Gurría.

 

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13. September 2019

13. September 2019 - 16:15
1. Ghana: Drohnen bringen Medikamente

Jana Sepehr erläutert bei Spiegel online, wie Drohnen in Ghana Menschenleben retten können. Bereits Anfang April dieses Jahres hätte der Ausbau eines Drohnennetzwerkes für Medikamentenlieferungen in Ghana begonnen. Hierfür wurden Verträge mit dem amerikanischen Unternehmen Zipline geschlossen, um in Zukunft 120 Drohnen zu 2.000 Gesundheitszentren zu schicken. Den Weg könne die Drohne meist schneller zurücklegen als ein Auto, gerade in Ghana seien viele Straßen marode oder während der Regenzeit überschwemmt. Hier biete die Drohne einen klaren Vorteil gegenüber herkömmlichen Transportmöglichkeiten. Kritiker*innen sehen das Projekt skeptisch. Für Notfälle mag der Transport mit einer Drohne sinnvoll sein, so Gameli Aheto, Arzt an der Universitätsklinik in Accra. Doch häufig werden auch Impfstoffe mit den Drohnen transportiert, und „Impfungen sind in der Regel keine Notfälle” so Aheto. Die investierten 12 Millionen Dollar hätten an anderer Stelle eingesetzt werden können. Es seien Prioritäten falsch gesetzt worden, so Gregory Rockson, Gründer von mPharma, einem Start-up, dass die Inventur und Belieferung von Medikamenten in Apotheken übernimmt. Im Notfall können die Drohnenflüge vielen Menschen das Leben retten, würden jedoch nicht dafür sorgen, das marode ghanaische Gesundheitssystem zu verbessern.

2. Nigeria: Land der Vermissten

Spiegel online und evangelische.de berichten, dass fast 22.000 Menschen in Nigeria als vermisst gelten. Grund hierfür sei der bereits seit zehn Jahren andauernde Kampf gegen die Terrorgruppe Boko Haram. Laut dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seien in keinem anderen Land so viele Vermisstenmeldungen eingegangen wie in Nigeria. Gerade für Angehörige sei es schlimm, das Schicksal der Verschwunden nicht zu kennen. Auch waren fast sechzig Prozent der Vermissten zum Zeitpunkt ihres Verschwindens noch unter 18 Jahren. Auch Flucht sei ein Trennungsgrund vieler Familien. Es müsse mehr dafür getan werden, dass Familien erst gar nicht getrennt werden, so Peter Maurer, Präsident des IKRK. Lediglich 367 Fälle konnten in den vergangenen Jahren im Nordosten Nigerias, dem Hauptgebiet von Boko Haram, aufgeklärt werden.

3. Wenig Aussicht auf Frieden in der Zentralafrikanischen Republik?

Jeff Murphy Bares führt in der Deutschen Welle ein Interview mit Mankeur Ndiaye, Leiter der UN-Friedensmission in der Zentralafrikanischen Republik. Aktuell werde sowohl beim UN-Sicherheitsrat als auch bei der UN-Generalversammlung über die Möglichkeit diskutiert, das Waffenembargo gegen das Land aufzuheben. Auch die Verlängerung der UN-Friedensmission MINUSCA stehe zur Diskussion. Grund für das Waffenembargo ist der seit 2012 andauernde Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik. Ndiaye plädiere für eine Fortsetzung der Friedensmission. Aktuell gebe es noch keine Verbesserungen, doch man müsse sich gedulden. Manchmal gebe es Fortschritte, manchmal Rückschläge, so Ndiaye. Gerade in Birao, im Norden des Landes, gebe es immer wieder Gewalt.

 

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Lobbytage 2019: Re-Cap in Tweets

13. September 2019 - 16:01
Der Bundeshaushalt 2020 wird verhandelt und die ONE-Jugendbotschafter*innen sind natürlich dabei

Es ist wieder soweit: Die jährlichen Verhandlungen zum Bundeshaushalt stehen an. Natürlich sind auch dieses Jahr wieder die ONE-Jugendbotschafter*innen in Berlin dabei. Mehr als 20 junge engagierte Menschen treffen in über 20 Gesprächen auf Mitglieder des Deutschen Bundestags und sprechen mit den Politiker*innen über die Ziele zukünftiger Entwicklungszusammenarbeit. Ebenso findet ein gemeinsames Treffen mit dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung statt.

Was sie in diese Gespräche mitnehmen? Natürlich jede Menge entwicklungspolitische Empfehlungen für den Bundeshaushalt 2020, konkrete Forderungen bezüglich einer 0,7% ODA-Quote und natürlich unerschöpfliche Motivation, Armutsbekämpfung zur Priorität zu machen. Im Rahmen der Lobbytage fordern sie die Politiker*innen erneut auf, sich gegen Armut und vermeidbare Krankheiten einzusetzen und allen Kindern weltweit Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

Waas geht, Berlin?
???? Ich habe gehört #ONEYouth19 sind heute und morgen im #Bundestag um über den #Bundeshaushalt2020 und Entwicklungszusammenarbeit zu diskutieren. ????????????

Ich bin dabei ✌ #Vorfreude
Göttingen ➡️????➡️ Berlin pic.twitter.com/TqCacpmh6t

— Konstantin (@Konstantin__ONE) September 11, 2019

Ankunft und Briefing mit dem ONE Deutschland Team

Am Mittwoch kommen die #ONEYouth19 aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland nach und nach in Berlin an. Bereits bereit für sie: ein motiviertes Team, jede Menge Mappen mit Briefing-Material und ein spannendes Programm voller Treffen mit Politiker*innen des Bundestags. Wir bereiten uns auf den ersten Termin vor und die Spannung steigt!

Und es geht los: Voll motiviert bereiten wir uns mit ⁦@franziska_Prl⁩ auf die Lobbygespräche vor! Watch out #Bundestag ???????????? #ONEYouth19 #Bundeshaushalt2020 pic.twitter.com/JYb7LtXM4f

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) September 11, 2019

#ONEYouth19 goes Bundestag

Die ersten interessanten Gespräche finden statt und unsere Empfehlungen für eine effektive und gute Entwicklungszusammenarbeit im Bundeshaushalt 2020 finden vielerorts Gehör. Von Sonja Steffen (SPD) wurden wir zur Plenarsitzung eingeladen und wir treffen sie und Carsten Körber (CDU) gemeinsam im Bundestag.

Vielen Dank für das Gespräch, @SteffenSonja & Carsten Körber! Wir haben Ihnen erläutert, was wir vom #Bundeshaushalt2020 zum Thema #Entwicklungszusammenarbeit erwarten. Jetzt hoffen wir, dass Sie die #NullKommaSieben und den Kampf gegen extreme Armut unterstützen #ONEYouth19 #AWZ pic.twitter.com/lRzEvH4Zxx

— Nina Ziller (@ninarelliz) September 11, 2019

Die Treffen sind für uns natürlich der wichtigste Programmpunkt während der Lobbytage. Allerdings wollen wir im besten Fall so viele Menschen wie möglich mit unseren Empfehlungen und Anliegen erreichen – umso mehr freuen wir uns, wenn die Mitglieder des Bundestags sich auch öffentlich für gute und effektive Entwicklungszusammenarbeit aussprechen oder von unseren Treffen berichten.

Wir haben die Forderungen von @ONEDeutschland schon letztes Jahr unterstützt und freuen uns auf ein ebenso erfolgreiches Treffen heute! /TM https://t.co/dOwq4X9DW8

— Christoph Matschie (@matschie) September 12, 2019

#ONEYouth19 zu Gast im #Bundestag. #Danke für das wichtige Engagement dieser jungen Menschen im Bereich der #Entwicklungszusammenarbeit! pic.twitter.com/Ucx1Tid6G6

— Sonja Steffen (@SteffenSonja) September 12, 2019

In den Donnerstag starten wir bereits sehr motiviert. Statt auszuschlafen, findet bereits um 8 Uhr das erstes Treffen einiger Jugendbotschafter*innen mit Jürgen Hardt (CDU) statt.

Vielen Dank, @juergenhardt für Ihre Unterstützung! Wir haben uns sehr über das Treffen zum #Bundeshaushalt2020 und das interessante Gespräch mit Ihnen über zukünftige #Entwicklungszusammenarbeit gefreut. Toll, dass Sie sich für Armutsbekämpfung einsetzen! #ONEYouth19 #Bundestag pic.twitter.com/UiLzFa35VB

— Maxi Köhler (@maxikoehler) September 12, 2019

Gleich im Anschluss tanken die Jugendbotschafter*innen nur kurz Kaffee, Tee und Wasser und machen sich direkt wieder auf den Weg zum Paul-Löbe-Haus. Denn sie sind eingeladen zu einem Treffen mit den Obleuten und Sprecher*innen des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Vielen Dank, Peter Ramsauer (CDU) für die Einladung.

.@cducsubt Vielen Dank für das heutige Gespräch mit Peter #Ramsauer. Wir hoffen Sie unterstützen uns weiterhin im Kampf gegen extreme Armut!#ONEYouth19 #NullKommaSieben #Bundeshaushalt2020 pic.twitter.com/zIhOP7uORV

— Timo Färber (@timo12031998) September 12, 2019

Nach dem Treffen mit den Obleuten des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung! ???? Vielen Dank für Ihre Zeit und den interessanten Austausch über #Entwicklungszusammenarbeit mit den Sprecher*innen der @cducsubt, der @fdpbt und der @Linksfraktion. #ONEYouth19 pic.twitter.com/X5d250gyHA

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) September 12, 2019

Währenddessen laufen die Gespräche mit den Politiker*innen weiter. Viele Treffen mit den Abgeordneten führen zu einem guten Austausch über den bevorstehenden Bundeshaushaltsbeschluss und die JuBos haben die Möglichkeit, in Bezug auf Entwicklungszusammenarbeit Druck zu machen. Viele haben ein offenes Ohr für die Forderungen nach 0,7% ODA, starken Einsatz für Bildung und Gleichberechtigung.

Vielen Dank, Martin #Patzelt für Ihre Unterstützung! Wir haben uns sehr über das Treffen zum #Bundeshaushalt2020 und das interessante Gespräch mit Ihnen über zukünftige #Entwicklungszusammenarbeit gefreut. Toll, dass Sie sich für Armutsbekämpfung einsetzen! #ONEYouth19 pic.twitter.com/ZYC2ctatUq

— Luisa Kern (@Luisa__Kern) September 12, 2019

Vielen Dank .@HoffmannForest für das tolle Treffen und Ihre Unterstützung. Wir finden es toll wie Sie sich bereits in der #Entwicklungszusammenarbeit einsetzen und hoffen, dass Sie sich auch beim #Bundeshaushalt2020 weiter für die Armutsbekämpfung stark machen #ONEYouth19 pic.twitter.com/LYXEAZi5Qi

— Kassandra Kate Ramey (@KassandraRamey) September 12, 2019

Trending Topics

Pausen? Kennen die #ONEYouth19 nicht! Wenn gerade keine Gespräche anstehen, wird fleißig zum Thema Bildung getwittert. Die Jugendbotschafter*innen machen klar, dass die Zeit für ungleiche Chancen vorbei ist und genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, sich für gleichberechtigten Zugang zu Bildung einzusetzen.

130 Millionen Mädchen können weltweit nicht zur Schule gehen. Dagegen müssen wir JETZT handeln. Wir #ONEYouth19 setzen uns dafür in Berlin ein. #SDG4#Bildungsgerechtigkeit#EducationCannotWait pic.twitter.com/EHP59THMou

— Janice Fuchs (@JaniceKAF) September 12, 2019

Juhu! Bei so viel Engagement und Ausdauer schafft es #ONEYouth19 mit Hilfe von ONE-Unterstützer*innen in ganz Deutschland direkt in die Trending Topics auf Twitter. Ein eindeutiger Beweis dafür, dass die Jugendbotschafter*innen einen ganz zentralen Teil unserer Arbeit ausmachen und mit ihren Empfehlungen und Forderungen viele Menschen erreichen.

#ONEYouth19 (Deutsche Twitter Trends am 12.09.2019) https://t.co/aHhYGt5gN0 pic.twitter.com/mnf4sutFPw

— Deutsche Trends (@trends_de) September 12, 2019

Selbst am letzten Tag ist nochmal richtig Action angesagt – einige JuBos machen sich mit den ONE-Scorecards auf den Weg zum Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Ihr Ziel: Mit den Flyern so viele Mitarbeiter*innen wie möglich erreichen und sie darauf aufmerksam machen, wie Deutschland im Ranking zu Entwicklungszusammenarbeit abschneidet. Getreu dem Motto „Gestern #Bundestag, heute @BMZ_Bund“ schaffen sie es sogar ins Ministerium und geben die Dokumente an Entwicklungsminister Müller persönlich in der Poststelle ab.

Gestern #Bundestag, heute @BMZ_Bund ✌????

ONE DATA Report jetzt übersichtlich als ONE Scorecard!

Liebe Mitarbeitende des #BMZ und Minister Müller, #ONEYouth19 würden gerne mit Ihnen über #NullKommaSieben ODA sprechen.

Wir sind vor der Tür oder hier ➡️ https://t.co/QE277qYtMf pic.twitter.com/637yWIZ2eY

— Konstantin (@Konstantin__ONE) September 13, 2019

Den Haushalt im Blick

Fast sind die Lobbytage rum, da nehmen die Jugendbotschafter*innen den Bundestag noch einmal scharf ins Visier. Bei ihrem Fotostunt auf dem Platz der Republik stellen sie die entscheidende Frage für den Bundeshaushalt 2020: 0,7% – In weiter Ferne? und fordern mehr Investitionen für Armutsbekämpfung.

WOW, #ONEYouth19! ???? Das waren ereignisreiche und motivierende Tage! Danke für euer Engagement zum #Bundeshaushalt2020, eure Ausdauer und Motivation, die Welt zu verändern. ???????? Euer Mitwirken ist unbezahlbar. Eine gute Heimfahrt und klopft euch einmal selbst auf die Schulter ???? pic.twitter.com/CnqWPdCku1

— ONE in Deutschland (@ONEDeutschland) September 13, 2019

Geschafft aber glücklich findet die letzte Feedbackrunde statt. Es geht natürlich auch direkt in die Ideenschmiede für neue und bevorstehende Aktionen. Aber erstmal wird sich selbst auf die Schulter geklopft für drei erfolgreiche und motivierende Lobbytage. Wir danken den #ONEYouth19 für ihren spektakulären Einsatz und ihre Ausdauer! Jetzt hoffen wir natürlich, dass viele unserer Empfehlungen im Bundeshaushalt umgesetzt werden.

Geschafft ???????? Unsere Lobbytage 2019 sind leider schon zu Ende! Danke für die tollen Tage an @ONEDeutschland und an alle JuBos ???? #ONEYouth19 rocks!

Doch jetzt fangen wir erst richtig an!#PovertyIsSexist #Bundeshaushalt2020 #Entwicklungszusammenarbeit pic.twitter.com/sTTSOkrnAV

— Linda (@Linda_ONEYouth) September 13, 2019

Auf Twitter war natürlich noch sehr viel mehr los. Für noch mehr Impressionen von den Lobbytagen in Berlin kannst du gern nach unserem Hashtag #ONEYouth19 schauen. Content, der inspiriert und zeigt, wie engagiert die Jugendbotschafter*innen sich für Armutsbekämpfung einsetzen.

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12. September 2019

12. September 2019 - 14:51

1. Elfenbeinküste: Dorf vom Meer verschluckt

Julia Köppe portraitiert bei Spiegel online das Dorf Lahou-Kpanda in der Elfenbeinküste, das durch den steigenden Meeresspiegel zu versinken droht. Dieser Prozess sei bereits seit 30 Jahren im Gang. Ein Gefängnis, ein Krankenhaus und eine Schule seien bereits dem Meer zum Opfer gefallen. Nun drohe dem Friedhof der Gemeinde das gleiche Schicksal. Gerade für die Familienmitglieder der Begrabenen sei dies schwer mit anzusehen, schreibt Köppe. Das Schicksal Lahou-Kpandas drohe auch vielen anderen Regionen . Es gebe noch Uneinigkeit über die Datenlage zur Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs. Unbestritten sei jedoch, dass der Stand 2018 um acht Zentimeter höher lag als noch 1993. Das werde sich auch in Zukunft bemerkbar machen; in Westafrika lebt rund ein Drittel der Bevölkerung an der Küste. Die Elfenbeinküste sei eines der Länder Westafrikas, das am stärksten vom steigenden Meeresspiegel und Erosionen betroffen sei.

2. Dialog in Kamerun?

Clarissa Herrmann in der Deutschen Welle sowie evangelische.de thematisieren die Aufnahme des politischen Dialogs in Kamerun. Bereits am Dienstag habe Präsident Paul Biya in einer Rede verkündet, Ende des Monats einen Dialog über die Situation des anglophonen Teil Kameruns anzustoßen. Geflüchtete und Vertriebene müssten in ihre Heimat zurückkehren können und Kinder wieder die Möglichkeit eines Schulbesuchs haben, so Biya. Angefangen als Lehrer*innen-Streik im Jahr 2016 haben sich große Proteste im anglophonen Teil Kameruns ausgebreitet. Die Vereinten Nationen schätzen, dass der Konflikt mindestens 1.850 Menschen das Leben gekostet habe. Biya habe jedoch Forderungen nach einer Abspaltung des anglophonen Teils Kameruns eine Absage erteilt. Die Opposition sei mit den bisher gemachten Zusagen jedoch nicht zufrieden. Man habe konkrete Maßnahmen wie eine allgemeine Amnestie für die englischsprachigen Anführer*innen, die sich im Gefängnis befinden, erwartet, so Denis Nkemlemo, Sprecher der Oppositionspartei Social Democratic Front.

3. Hoffnung für Südsudan?

Das ZDF meldet, dass im Südsudan die Aussicht auf eine Einheitsregierung besteht. Präsident Salva Kiir und Riek Machar, ehemaliger Vizepräsident und Rebellenführer, wollen bis zum 12. November eine einheitliche Regierung stellen. Nach einem zweitägigen Treffen in der Hauptstadt Juba seien noch offene Fragen geklärt worden, unter anderem die Anzahl der Staaten im Südsudan.

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Die ONE DATA Scorecard

12. September 2019 - 10:20

ONE versteht es als eine unserer Kernaufgaben, zu überprüfen inwieweit Regierungen ihren Versprechen nachkommen, extreme Armut zu bekämpfen. Die ONE DATA Scorecards sind die Nachfolger unseres jährlichen DATA Berichts (2007-2017). Mit den Scorecards möchten wir die Anstrengungen der Geberländer knapp und präzise vergleichbar machen und darstellen, wo wir noch Verbesserungspotenzial sehen.

Ihr findet die Scorecard hier.

Die ONE DATA Scorecards sind 21 kurze Profile der 20 größten bilateralen Geber sowie der EU Institutionen. Sie bewerten die Geber dahingehend, wie viel Entwicklungsgelder (Official Development Assistance, ODA) sie aufbringen und wie gut sie diese Mittel verwenden, um extreme Armut zu bekämpfen.

Es bleiben uns nur noch 10 Jahre, um die Nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, müssen alle Länder, Geber wie Partner, ihre Versprechen einhalten und so zielgerichtet und effektiv wie möglich auf das Ende extremer Armut hinarbeiten. Mit den Scorecards möchten wir die Anstrengungen der Geberländer vergleichbar machen und darstellen, wo wir noch Verbesserungspotenzial sehen.

Wie funktionieren die Scorecards?

Die Scorecards stellen drei Fragen: (1) Wie viel ODA wird ausgegeben? (2) Wie stark ist sie auf Armutsbekämpfung ausgerichtet? (3) Und wie effektiv wird sie ausgegeben?

  • Quantität: hierzu gucken wir uns an, ob ein Geber das 0,7 Ziel einhält, bzw. wie weit er davon entfernt ist.
  • Ausrichtung: diese Säule untersucht, wie stark die ODA auf die Bekämpfung extremer Armut ausgerichtet ist. Dazu untersuchen wir,
    • wie groß der Anteil der ODA ist, der an die am wenigsten entwickelten Länder (least developed countries, LDCs) geht.
    • wie groß der Anteil der ODA ist, der für soziale Sektoren wie Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung aufgewendet wird.
    • und wie groß der Anteil der ODA ist, mit dem Frauen und Mädchen gestärkt werden.
  • Qualität: diese Säule untersucht, wie gut auf die effektive Verwendung der ODA geachtet wird. Dazu fragen wir:
    • Wie viel ODA ist „Kern“-ODA bzw. im Umkehrschluss, wie hoch ist der Anteil der ODA, der nie das eigene Land verlässt? Ausgeklammert werden z.B. Kosten für Studierende aus Entwicklungsländern sowie Kosten für die Versorgung von Geflüchteten im Geberland (denn diese Kosten haben keinen eindeutigen Nutzen für oder in Partnerländern).
    • Wie transparent ist ein Geber in seinen ODA Flüssen (hier folgen wir der Bewertung des Aid Transparency Index von Publish What You Fund)?
    • Wie gut richtet ein Geber seine Unterstützung an den Zielen der Partnerländer aus (hier nutzen wir die Daten der Global Partnership for Effective Development Cooperation, GPEDC)?

Eine ausführliche Methodologie, wie wir die ONE DATA Scorecard erstellt haben findet ihr hier.

Wie schneidet Deutschland ab?

Alles in allem ergibt sich aus der Analyse für die deutsche Entwicklungspolitik ein gemischtes Bild. Dadurch, dass die Höhe der ODA mit 50 Prozent die Hälfte der Gesamtwertung ausmacht, erreicht die Bundesrepublik im Gesamtvergleich der Geber einen soliden 6. Platz. Allerdings wird die deutsche ODA-Quote bei der aktuellen mittelfristigen Finanzplanung der Bundesregierung in Zukunft weiter sinken, anstatt sich dem 0,7 Prozent-Ziel, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, wieder anzunähern. Wenn nicht deutlich gegengesteuert wird, wird Deutschland bereits im nächsten Jahr in dieser Kategorie schlechter abschneiden.

Sehr deutlich ergibt sich aus der Analyse ein dringender Bedarf, die deutsche Entwicklungsfinanzierung stärker auf das Ziel der Beseitigung der extremen Armut auszurichten. Die Länder, die am stärksten von extremer Armut betroffen sind, müssen wieder in den Fokus der deutschen Entwicklungspolitik rücken. Ebenso sollte Deutschland vermehrt in soziale Sektoren und die Stärkung von Frauen und Mädchen investieren, um gezielt die Menschen zu fördern, die in extremer Armut leben und dazu beizutragen soziale Ungleichheiten abzubauen. Schlussendlich sollte Deutschland – und auch alle anderen DAC Geber – den Anteil der Gelder, die im eigenen Land ausgegeben und als ODA angerechnet werden, deutlich senken.

Eine kurze Zusammenfassung der deutschen Ergebnisse findet ihr hier.

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11. September 2019

11. September 2019 - 18:19
1. Ruanda bietet Hilfe an

Wie mehrere Medien, darunter Spiegel Online, die Zeit Online, die Tageszeitung (taz), die junge Welt und der österreichische Standard melden, wird Ruanda mindestens 500 Geflüchtete aus Libyen aufnehmen. Insgesamt sollen bis zu 30.000 Menschen in dem ostafrikanischen Land Zuflucht finden. Die Vereinbarung sei über das Geflüchtetenhilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) zwischen der Afrikanischen Union und der ruandischen Regierung zustande gekommen. Das UNHCR werde Ruanda bei der Prüfung der Asylgesuche helfen, einige sollen Bleiberecht in Ruanda erhalten oder in Drittländer umgesiedelt werden. Auch bei der Rückkehr in ihre Heimatländer werde das UNCHR den Menschen behilflich sein, deren Anträge abgelehnt wurden. Es können nicht alle Menschen aus den lybischen Lagern gerettet werden – dafür habe man keine Kapazität, so Vincent Cochetel, Zuständiger des UNHCR für Europa. Cochetel forderte die Lybische Regierung vor allem auf, Verantwortung für den Schutz dieser Menschen zu übernehmen.

2. Transparenz in Afrikas Wahlkämpfe?

Martina Schwikowski schreibt in der Deutschen Welle über die Transparenz der Wahlkämpfe in afrikanischen Ländern. Derzeit finde in Mosambik Wahlkampf statt. In vielen afrikanischen Ländern seien staatliche Zuschüsse für die Parteien gesetzlich geregelt, so auch in Mosambik. Über private Parteispenden und deren Beträge herrsche jedoch oft Unklarheit und wenig Transparenz, so Olufunot Akinduro von EISA (Electoral Institute for Sustainable Democracy in Africa), einer südafrikanischen Nichtregierungsorganisation. Auch in anderen Ländern gebe es ähnliche Probleme. So habe nun der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa ein Gesetz unterschrieben, das die Finanzierung der Kandidat*innen und deren Wahlkämpfe durch private Gelder regeln soll. In vielen Ländern fehle es noch an diesen Mechanismen. Zudem werden bestehende Gesetze oft zu wenig geprüft. In Afrika helfe es, wenn der Kandidat oder die Kandidatin selbst über ausreichend finanzielle Kapazitäten verfüge. Oft finanzieren sich die Parteien durch die Kandidierenden und nicht umgekehrt, so Magnus Ohman von der NGO IFES (International Foundation for Electoral Systems). Der Mangel an eigenen Finanzierungssystemen der Parteien führe dazu, dass insbesondere die Wohlhabenden die Macht unter sich aufteilen. Auch müssen Geldflüsse transparenter werden. Im weitgehend bargeldlosen Finanzsystem Südafrikas können Finanzflüsse viel besser nachvollzogen werden als in Ländern mit einem hohen Bargeldverkehr.

3. Kritischer Blick auf deutsche Entwicklungspolitik

Eva-Maria Schreiber kritisiert bei Neues Deutschland, dass die Bundesregierung ihr globales Engagement zurückfährt. Zwar steige das Budget für das Entwicklungsministerium 2020 noch leicht auf 10,37 Milliarden Euro an. In den Folgejahren sinke es dann jedoch um eine Milliarde Euro ab. Gerade das Versprechen der Bundesregierung, 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für Entwicklungsausgaben aufzuwenden, werde mit derzeit 0,51 Prozent deutlich verfehlt. Nicht nur das Finanzministerium, auch die verschiedenen Projekte des Entwicklungsministerium stehen in der Kritik. So seien Projekte wie die ‚Sonderinitative Eine Welt ohne Hunger‘ (SEWOH) umstritten, schreibt Schreiber. Solche Projekte, die laut dem Deutschen Evalierungsinstitut DEval „konzeptionell nicht sehr stark untermauert“ seien, lassen die Mittel für andere Aufgaben schrumpfen. Auch Müllers Förderung der Expansion deutscher und europäischer Unternehmen in afrikanische Märkte mithilfe des Entwicklungsinvestitionsfonds werde kritisch gesehen.

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10. September

10. September 2019 - 14:28

1. Klima: „Europäische Antwort“ reicht nicht aus
In einem Interview mit RTL und n-tv spricht sich Entwicklungsminister Gerd Müller dafür aus, die Klimapolitik stärker global als nationalen auszurichten. Der wachsende Energiebedarf in Schwellen- und Entwicklungsländern drohe mit einem massiven Ausbau von Kohlekraftwerken einherzugehen. Diesen Herausforderungen müsse man sich stellen, indem man in „Innovation und Technologietransfer“ investiere, so der CSU-Politiker. Der Wohlstand auf der Welt sei zudem sehr ungleich verteilt: 90 Prozent des globaeln Vermögens häufe sich in den Industrieländern an, die zusammen lediglich ein Zehntel der Weltbevölkerung ausmachen. Gerade wenn man Migrationsdruck entgegenwirken wolle, müsse man „faire Lohne und Preise für Produkte zahlen“, so Müller. Er wiederholte seine Forderung nach einem eigenen EU-Kommissar für Afrika, die jedoch bereits von der designierten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen abgelehnt worden sei. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet betonte ebenfalls in einem RTL/n-tv-Interview, dass eine „europäische Antwort“ alleine beim Klimawandel nicht ausreiche. Ferner übte er Kritik, dass Entwicklungsminister Müller nicht Teil des Klimakabinetts der Bundesregierung sei.

2. Sudan: Pionierarbeit im Außenministerium
Die Tageszeitung (taz) portraitiert die ehemalige sudanesische Exilantin Asmaa Abdallah, die in der neuen Übergangsregierung ihres Heimatlandes den Posten der Außenministerin antritt. Sie sei damit eine von vier Frauen im Regierungskabinett und erst die dritte Außenministerin in der arabischen Welt. Bereits vor der Machtübernahme des mittlerweile gechassten Diktators Omar al-Baschir sei Abdallah eine der ersten sudanesischen Frauen im diplomatischen Dienst gewesen. Unter al-Baschir sei sie vom Dienst suspendiert worden und habe sich ins Ausland begeben, wo sie verschiedenen Beratertätigkeiten nachgegangen sei, meist in Marokko. Abdallah habe sich während der Proteste gegen den Langzeitdiktator der Opposition angeschlossen. Ihre Amtsübernahme sei auch ein Symbol dafür, dass die bisher militärisch und männerdoministere Politik des Landes weiblicher werde. Auch das noch zu wählende neue Parlament solle zu 40 Prozent aus Frauen bestehen.

3. Nigeria reagiert auf Gewalt in Südafrika
Wegen der fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika, plant Nigeria nun, 600 Bürger*innen aus dem Land zurückzuholen, wie unter anderem Zeit Online meldet. Im Zuge der Unruhen seien bisher bereits zwölf Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt seien 640 Menschen festgenommen worden. Örtlichen Medien zufolge gebe es nicht nur dokumentierte Angriffe auf Nigerianer*innen, sondern auch auf Menschen aus Äthiopien, dem Kongo und Simbabwe. Südafrika habe zeitweise seine Auslandsvertretung in Nigeria geschlossen. Beide Länder wollen nun gemeinsamen „nach Lösungen suchen“.

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09. September 2019

9. September 2019 - 13:59

1. Gerd Müller – ein Ankündigungsminister?

Anlässlich der Vorstellung des Grünen Knopfs, einer Initiative des Entwicklungsministeriums für nachhaltige Textilwirtschaft, zieht Sabine Müller in der Tagesschau kritisch Bilanz über die Arbeit von Entwicklungsminister Gerd Müller. Bei seiner Afrika-Reise, die kürzlich stattgefunden habe, habe er keine Berührungsängste gezeigt und vor allem viel Empathie bewiesen. Doch hier liege auch ein Problem, schreibt Sabine Müller. Oft seien die Versprechungen impulsiv. Bei einem Besuch habe er zum Beispiel spontan den Bau einer Solaranlage durch die Umweltorganisation WWF versprochen – ohne Absprache. Der Minister verfolge gute Ideen, allerdings oft nicht mit der nötigen Konsequenz und Langfristigkeit, so Stephan Exo-Kreischer, Deutschlanddirektor der Entwicklungsorganisation ONE. Ähnlich kritisiert Stefan Liebing vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft eine mangelnde Durchsetzung und Umsetzung angekündigter Projekte. Derzeit bestehen für Müller jedoch gute Gegebenheiten, seine Forderungen nach einem EU-Kommissar für Afrika durchzusetzen, da seine ehemalige Kabinettskollegin und Parteifreundin Ursula von der Leyen das Amt der EU-Kommissionspräsidentin antreten werde.

2. Papst in Madagaskar und Mauritius

Wie mehrere Medien, darunter das ZDF, die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), die Deutsche Welle und katholische.de melden, sprach der Papst sich bei einem Besuch in Madagaskar gegen Gewalt aus. Glaubensüberzeugungen werden mitunter instrumentalisiert, um Terrorismus, Mord, Vertreibung oder Ausgrenzung zu rechtfertigen, so der Pontifex. Auch sprach sich Papst Franziskus deutliche gegen Korruption und Spekulation aus. Während seiner Afrika-Reise, die ihn nach Mosambik, Madagaskar und Mauritius bringe, habe das Oberhaupt der katholischen Kirche zu mehr Miteinander aufgerufen. In Madagaskar warb er für eine gerecht und nachhaltige Entwicklung, wie die Deutsche Welle bereits am Wochenende berichtete. Er sehe vor allem die „exzessive Abholzung“ von Wäldern als eine Gefahr für das Land. Der Papst sei nun bei seiner letzten Station Mauritius angekommen, dort treffe er sich mit Vertreter*innen von Politik, Kirche und Zivilgesellschaft.

3. Positive Trends in Afrika

Focus online thematisiert drei positive Entwicklungen, die derzeit in Afrika zu beobachten sind. Die für die Trends zugrunde liegenden Daten stammen unter anderem von ‚Africa in Data‘, einer Plattform des gemeinnützigen Projekts ‚Our World in Data‘. In Afrika habe sich zwischen 1950 und 2010 die Zahl der besuchten Schuljahre deutlich erhöht. Seinerzeit habe der Durschnitt für Schulbesuche von Kindern bis zu zwei Jahren betragen. Heute gehen Kinder in Südafrika, Botswana und Gabun durchschnittlich acht bis zehn Jahre zur Schule. Auch sei die Kindersterblichkeit stark rückläufig. Sie sei von 15-30 Prozent im Jahr 1980 in den meisten Ländern Afrikas jetzt auf 0-15 Prozent gesunken. Auch das Wirtschaftswachstum steige an. Das führe dazu, dass der Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben, sinkt. Die Entwicklungen sein insgesamt positiv. Allerdings gebe es noch immer große Differenzen zwischen den einzelnen Ländern Afrikas.

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06. September 2019

6. September 2019 - 13:50

1. Südafrika: Ausschreitungen überschatten Weltwirtschaftsforum

Mehrere Medien, darunter die Tagesschau, die Welt, die Tageszeitung (taz), der Tagesspiegel, der Deutschlandfunk und die Deutsche Welle melden, dass die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika weiter anhalten. Hierbei seien bereits mehr als zehn Menschen in Johannesburg und Pretoria ums Leben gekommen. Bereits Anfang der Woche hatte es dort Angriffe auf Geschäfte afrikanischer Einwanderer und Einwanderinnen gegeben. Dies habe zu Kritik und Demonstrationen in anderen afrikanischen Staaten geführt. Südafrika habe nun vorübergehend seine Botschaft im nigerianischen Abuja geschlossen. Von den Unruhen werde auch das aktuell stattfindende Weltwirtschaftsforum (WEF) in Kapstadt überschattet. Die Ungleichheit in dem Land sei zu groß und die Arbeitslosenzahl zu hoch, so Matthias Boddenberg, Geschäftsführer der deutsch-südafrikanischen Handelskammer.

2. Übergangsregierung im Sudan steht

Wie die Deutsche Welle meldet, wurde im Sudan nun mit einigen Tagen Verzögerung die neue Übergangsregierung bekannt gegeben. Ministerpräsident Abdalla Hamdok habe dies damit begründet, dass er alle Regionen mit einbeziehen und ein „Geschlechtergleichgewicht“ erzielen wollte. Als eine von vier Frauen im Kabinett sei Asma Mohamed Abdalla als erste Außenministerin des Landes nominiert. Ein Gremium aus Militärvertreter*innen und Zivilist*innen ist Teil einer dreijährigen Übergangsphase, die den Sudan in eine Demokratie führen soll, nachdem im April der autokratische Staatschef Omar al-Baschir gestürzt worden war.

3. Simbabwe: Ex-Präsident Mugabe ist verstorben

Unter anderem die Welt, Spiegel Online, die Tagesschau, Zeit Online, Focus Online, der Tagesspiegel, die Berliner Morgenpost und die Deutsche Welle berichten, dass Robert Mugabe, Simbabwes ehemaliger Präsident, mit 95 Jahren verstorben ist. Mugabe regierte das Land von 1980 an zunächst als Regierungschef, später als Präsident, bis er 2017 nach einem Militärputsch zurücktrat. Mugabe herrschte weitgehend autokratisch und seine Amtszeit sei von Menschenrechtsverletzungen, Misswirtschaft und Korruption geprägt gewesen. Emmerson Mnangagwa, Simbabwes neuer Präsident, verkündete über Twitter den Tod des Ex-Präsidenten und würdigte ihn als „Panafrikaner“ und „Unabhängigkeitsikone“.

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05. September 2019

5. September 2019 - 15:38
1. Außenminister Maas trifft Friedensnobelpreisträger im Ostkongo

Wie mehrere Medien, unter anderem Spiegel Online, das ZDF, die Welt, der Deutschlandfunk, die Deutsche Welle, der Merkur und die Neue Osnabrücker Zeitung melden, will Außenminister Heiko Maas in der Demokratischen Republik Kongo über weitere Ebola-Hilfen sprechen. Man könne der Ausbreitung des Virus nicht weiter tatenlos zusehen, so Maas am Mittwoch. Nachdem der Außenminister mit UN-Ebola-Beauftragen David Gressly über die aktuelle Lage gesprochen hat, werde er sich am Donnerstag mit Präsident Félix Tshisekedi treffen, um über weitere mögliche Nothilfen Deutschlands an den Kongo zu sprechen. Der Hauptanlass von Maas‘ Besuch im Kongo war allerdings das Treffen mit Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege in dessen Krankenhaus in Bukavu im Ostkongo. Der Gynäkologe behandelt dort Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind. Das Problem sexualisierter Kriegsgewalt sei im Kongo besonders stark. Dies sei auch Schwerpunkt während der deutschen Präsidentschaft des UN-Sicherheitsrats im April gewesen. Deshalb liege das Thema auch Minister Maas am Herzen und er habe Dr. Mukwege Unterstützung von deutscher Seite zugesagt.

2. Afrikanische Fluggesellschaften im Aufschwung?

Caroline Born berichtet bei der Deutschen Welle, dass Fluglinien in Afrika immer weiter ausgebaut werden. Regierungen hätten in den letzten Jahren zunehmend staatliche Fluggesellschaften gegründet. Uganda sei nur eines der jüngsten Beispiele, auch Tansania und Senegal seien dabei, ihre Fluglinien wieder aufzubauen. Aktuell fliege die staatliche Fluglinie ‚Uganda Airlines‘ sieben regionale Ziele an, dies solle ab Herbst auf Ziele im südlichen Afrika ausgebaut werden. Dennoch seien für viele Passagiere afrikanische Fluglinien keine Option: Die Preise seien zu hoch und die Verbindungen oft zu umständlich. Die Aussichten für Fluglinien seien positiv, denn immer mehr Afrikaner*innen fliegen: ob für Tourismus, Bildungszwecke oder für medizinische Behandlung. Grund dafür ist vor allem die wachsende Wirtschaftskraft. Probleme für die Wirtschaftlichkeit der Airlines seien hingegen vor allem hohe Luftfahrtsteuern und Treibstoffpreise sowie ein nicht einheitlicher afrikanischer Luftraum. Nur die staatliche Linie ‚Ethiopian Airlines‘ habe es bisher zum Erfolg gebracht.

3. Papst in Mosambik

Die Süddeutsche Zeitung Online und der Deutschlandfunk berichten, dass Papst Franziskus am Mittwochabend in Mosambik angekommen ist. Das sei der erste Besuch des katholischen Kirchenoberhauptes in dem Land. Papst Franziskus werde sich mit Präsident Filipe Nyusi und auch Vertreter*innen der Zivilgesellschaft treffen. Neben Mosambik wird der Papst auch noch Madagaskar und Mauritius bereisen, hier ist der Besuch von Sozialprojekten geplant.

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Was bewegt ONE-Aktivist*innen? Ein Interview mit unserer Jugendbotschafterin Nataly

4. September 2019 - 14:34

Wie ticken unsere Aktivist*innen und was bewegt sie zu ihrem Engagement? Lerne unsere Jugendbotschafterin Nataly kennen und lasse dich inspirieren dem, was sie bisher mit ONE erlebt hat. 

Stell dich vor: Wie heißt du, wo kommst du her, und wie lange engagierst du dich schon bei ONE?

Ich bin Nataly, 22 Jahre alt und lebe in Deutschland. Seit März 2018 bin ich Jugendbotschafterin bei ONE.

Was motiviert dich für dein Engagement für ONE und wie bist du dazu gekommen?

Während meines Freiwilligendienstes mit dem Roten Kreuz in Uganda wurde mir bewusst, wie privilegiert ich bin. Ich führe ein Leben, in dem ich nicht mit extremer Armut oder einem unzureichenden Gesundheitswesen kämpfen muss. Diese Privilegien kann ich nicht ablegen, sie aber sehr wohl nutzen, um mich für Menschen zu engagieren die es nicht so leicht haben, wie ich.

Gemeinsam mit 9 Millionen Unterstützer*innen weltweit setzt sich ONE dafür ein, öffentliches Bewusstsein zu schaffen und die politischen Entscheidungsträger*innen zur Einhaltung der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zu bewegen. Eine solch große Zahl (junger) Menschen hat die Macht wahren Wandel zu erreichen.

Nataly bei einem Schulworkshop in Köln

Welcher Moment als ONE-Jugendbotschafterin hat dich bisher besonders stolz gemacht?

Während der Eröffnungstage des Jugendbotschafter*innenprogramms 2018 in Berlin trafen wir zufällig den ehemaligen UN-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger Kofi Annan. Er dankte uns für unseren Einsatz und betonte, wie wichtig es ist, dass junge Menschen für das einstehen, woran sie glauben.

Das mag nicht der beste Moment gewesen sein stolz zu sein, da ich ja gerade erst bei ONE angefangen hatte. Doch es war eine unglaubliche Motivation. Und es hat mich sehr stolz gemacht: Ich bin stolz ein Teil von ONE sein zu können. Einer Bewegung, die einschreitet und handelt, anstatt Ungerechtigkeit einfach zu akzeptieren und die eigenen Privilegien zu genießen.

Nataly beim Weltgesundheitsgipfel 2018

Wenn du eine Sache in der Welt ändern könntest, welche wäre das?

Ich setze mich für Gleichberechtigung ein. Mit der Organisation, die mein Partner und ich in Uganda gegründet haben, unterstützen wir Mädchen und Frauen mit Aufklärung zur Monatshygiene und der Möglichkeit selbst wiederverwendbare Binden herzustellen. Das ist aber nur ein kleiner Schritt. Um Frauen zu stärken und die Gleichberechtigung der Geschlechter zu erreichen, müssen wir ganz oben ansetzen.

Herstellen von wiederverwendbare Binden in Uganda

Nirgendwo auf der Welt haben Frauen die gleichen Rechte wie Männer. Je stärker ein Land von Armut betroffen ist, desto stärker trifft dies Frauen und Mädchen. Armut ist sexistisch. Vor uns liegt noch immer ein langer Weg.

Und du kannst deinen Teil dazu beitragen! Mach mit und werde Teil unserer globalen Bewegung! 

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04. September 2019

4. September 2019 - 13:55
1. Fremdenfeindliche Gewalt in Südafrika

Wie mehrere Medien, darunter die Tagesschau, die Welt, Zeit Online, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau, die Deutsche Welle und die Neue Osnabrücker Zeitung melden, gab es Montag und Dienstag gewalttätige Ausschreitungen in Südafrika. Dabei seien Dutzende Menschen festgenommen worden. Von den Krawallen seien Johannesburg sowie die Hauptstadt Pretoria betroffen. Die Gewalt habe sich vor allem gegen afrikanische Ausländer*innen gerichtet. Geschäfte seien zerstört und geplündert worden. Bereits am Sonntag habe es Proteste gegen die Beschäftigung ausländischer Lkw-Fahrer*innen gegeben. In Johannesburg sei die Gewalt rasch eskaliert, die Polizei sei mit Gummigeschossen und Tränengas gegen die Aufstände vorgegangen. Grund für die immer wieder ausbrechende Gewalt sei die hohe Arbeitslosigkeit im Land. In Südafrika lebende Ausländer*innen werden von vielen dafür verantwortlich gemacht. Politiker*innen wie der Zulu-König Goodwill Zwelithini würden diesen Hass befeuern.

2. Sudan: Deutschland unterstützt Übergangsregierung

Unter anderem die Tagesschau, Focus online, ntv, ZDF, Zeit online, der Deutschlandfunk und die Deutsche Welle berichten, dass Außenminister Heiko Maas finanzielle Unterstützung für die Übergangsregierung Sudans zugesagt hat. Neben der Aufstockung humanitärer Hilfe um fünf Millionen Euro sollen auch Gespräche über die Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit mit dem Sudan in der Bundesregierung besprochen werden. Die schnelle Integration des Landes in die Weltwirtschaft sei ein wichtiges Ziel, so Maas. Diesbezüglich liege vor dem Land noch ein langer Weg, Sudan könne aber mit deutscher Unterstützung rechnen, so der Außenminister.

3. Burkina Faso: Putschist*innen verurteilt

Katrin Gänsler schreibt in der Tageszeitung (taz) über die Verurteilung zweier Generäle in Burkina Faso, die am versuchten Staatsstreich 2015 beteiligt waren. Die Drahtzieher*innen hatten versucht, nach einem Volksaufstand die Rückkehr des alten Regimes zu erwirken. Nun sei deren Anführer, General Gilbert Diendéré, zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Ein weiterer hochrangiger General, der damalige Außenminister und ehemalige UN-Diplomat Djibril Bassolé, müsse für zehn Jahre ins Gefängnis. Neben ihnen seien 84 weitere Personen angeklagt worden, 78 davon seien verurteilt worden. Dies sei ein großer Erfolg und ein Zeichen, dass der „Rechtsstaat funktioniert“.

 

 

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Junge Menschen in Nigeria vereinen ihre Kräfte für eine vielsprechende Zukunft

3. September 2019 - 14:10

“Unsere Bitte ist, dass Sie ihr Wort gegenüber jungen Nigerianer*innen halten, besonders, was die Schaffung neuer Arbeitsplätze betrifft, denn wir verlieren so viele großartige Nigerianer*innen durch Auswanderung. Ich werde in ein paar Wochen aus dem National Youth Service Corps (NYSC) austreten und meine Frage ist „was kommt nun?” Leider ist genau das für Millionen junger Nigerianer*innen Realität.” – Wadi Ben-Hirki, ein ONE-Unterstützer.

ONE-Unterstützer Wadi Ben-Hirki (Mitte) bei einem Treffen mit Nigerias Vize-Präsident, Prof. Yemi Osinbajo, während der #VoteYourFuture-Kampagne.

Vor Kurzem hatte eine Delegation junger Nigerianer*innen einen wichtigen Termin. Die ONE Direktorin in Nigeria, Mrs. Serah Makka-Ugbabe, begleitete sie zu einem Treffen mit niemand Geringerem als Nigerias Vize-Präsident, Professor Yemi Osinbajo in Abuja.

Was Ziel dieses Besuches war? Sie wollten dem Vize-Präsidenten vom Verlauf der #VoteYourFuture-Kampagne berichten und ihm die Youth Declaration präsentieren, die über 67.000 Nigerianer*innen unterzeichnet hatten.

Die #VoteYourFuture Kampagne war eine von jungen Menschen umgesetzte Wahlkampagne, die große Teile der Jugend aus ganz Nigeria in einem gemeinsamen Glauben an das Land ihrer Träume zusammenbrachte. Im Zentrum stand der Wunsch nach Wahlen, die an den Richtlinien der politischen Kandidat*innen und nicht an religiösen oder ethnischen Zugehörigkeiten orientiert sind.

Alles begann mit den Menschen selbst

Anfang 2018 befragte ONE gemeinsam mit UNICEFs U-report über 170.000 nigerianische Bürger*innen im ganzen Land, um herauszufinden, welche Themen für sie in Hinblick auf die Wahlen 2019 besonders wichtig sind.

Die Ergebnisse sprachen für sich: mehr als die Hälfte aller Nigerianer*innen, die an den Umfragen teilnahmen (56%), hofften darauf, dass die zukünftige Regierung das Thema Arbeitsplätze ansprechen würde. Andere wichtige Themen waren Korruption (14%), Bildung (10%), das Gesundheitssystem (9%), Landwirtschaft (6%) und letztendlich auch andere Problematiken (4%). Dieser Trend zeichnete sich in allen Regionen, Altersgruppen und unabhängig vom Geschlecht ab.

Diese Ergebnisse waren wiederum hilfreich, als die Arbeit an zwei Dokumenten begann, die im Mittelpunkt der Kampagne standen. Das erste Dokument war ein Policy Report, der Bürger*innen dabei half, die Herausforderungen, aber auch möglichen Lösungen, für ihr Land verstehen zu können. Das Zweite war die Youth Declaration – die schriftliche Petition, die den vielerorts geforderten Wandel herbeiführen sollte.

Nigerianer*innen diskutieren über die wichtigsten Themen für die Wahlen 2019.

ONE Champions verfassen die Youth Declaration

ONE wird bei der Arbeit in Nigeria von jungen Ehrenamtlichen, den ONE Champions, unterstützt. Im Juni 2018 wurden zehn von ihnen aus ganz Nigeria gewählt, mit jeweils mindestens einer*m Champion pro geopolitische Zone, um die Youth Declaration zu verfassen. Diese ist ein inspirierendes und zukunftsorientiertes Dokument, das zeigt, wie groß der Bedarf an einer Regierung ist, die durch strategische Investitionen in Infrastruktur, das Gesundheitssystem, Landwirtschaft und den Kampf gegen Korruption mehr Möglichkeiten für junge Leute schafft. Ebenfalls wichtig im Dokument: Die Rolle von jungen Menschen als Schlüsselakteur*innen im Aufbauprozess des Landes.

Nachdem die Youth Declaration verfasst wurde, prüfte man sie in Fokusgruppen verschiedener geopolitischer Zonen, Religionen, Geschlechter und Hintergründe. Dieser Test war wichtig, um sicherzugehen, dass der Inhalt des Dokuments tatsächlich die Realität und Hoffnungen junger Nigerianer*innen widerspiegelte. Da gab es beispielsweise Nomda aus Abia, die nach dem NYSC (National Youth Service Corps von Nigeria) Probleme mit der Gründung eines Unternehmens angehen will und dafür von der Regierung lediglich erwartet, dass ihr ein Umfeld zur Verfügung gestellt wird, in dem ihr Startup auch tatsächlich wachsen kann.


Champions aus allen geopolitischen Zonen erstellen die Youth Declaration.

Bürger*innen und zukünftige politische Amtsträger*innen aus ganz Nigeria treffen zusammen

Am 10. Oktober 2018 versammelten sich rund 3000 junge Menschen aus dem ganzen Land in der nigerianischen Hauptstadt Abuja, um die #VoteYourFuture Kampagne zu starten. Die starke Botschaft dabei an die Führungskräfte Nigerias: “Wir sind die Zukunft, und die Zukunft beginnt jetzt”. Bekannte Gesichter kamen ebenfalls dazu, darunter Rapper und Schauspieler Falz, Schauspielerin Bisola, Sängerin und Schauspielerin Banky W, Medien-Persönlichkeit und Moderator der Sendung Big Brother Naija, Ebuka Obi-Uchendu, und Journalistin Laila Johnson-Salami.

Weil das nigerianische Team so entschlossen war, ihren Stimmen in ganz Nigeria Gehör zu verschaffen, gingen Champions und Unterstützer*innen von ONE mit #VoteYourFuture auf die Reise, führten Panel Diskussionen und diskutierten über Probleme politischer Strategien in Gombe, Enugu, Kwara, Kaduna, Osun und Cross River.

Während einige Freiwillige von ONE auf der Reise mit Tausenden junger Nigerianer*innen in Kontakt traten, nahmen sich andere die digitalen Plattformen vor. ONE kooperierte mit TRACE Naija and Enough is Enough, Nigeria, um eine Serie von Interviews mit fünf der Präsidentschaftskandidat*innen, die die Youth Declaration unterzeichnet hatten, auszustrahlen. Junge Nigerianer*innen, darunter ONE Champions, trafen mit den Kandidat*innen zusammen und diskutierten deren politische Zielsetzungen.

ONE Champions und Unterstützer*innen treffen sich mit Präsidentschaftskanditat*innen.

Gesagt – getan

Bei einem Treffen mit der ONE-Delegation in Abuja am 2. Juli 2019, nahm Nigerias Vize-Präsident, Professor Yemi Osinbajo, die Youth Declaration in Empfang und versprach, in den nächsten vier Jahren mehr Möglichkeiten für junge Menschen zu schaffen. Außerdem ermutigte er sie, weiterhin nationale Einheit zu fördern, trotz der politischen, ethnischen oder religiösen Narrative, die ihrerseits gefährliche Strömungen unterstützen und das Land teilen. Dabei sollten die jungen Menschen nicht aufhören, politische Vertreter*innen zur Rechenschaft zu ziehen.

Unser Team in Nigeria hat mit der #VoteYourFuture Kampagne eine laute und bedeutsame Botschaft nach außen getragen. Junge Menschen in Nigeria haben leere Versprechen satt und sind bereit für mutige Veränderungen. Sie haben dafür gesorgt, dass ihre Stimmen gehört werden. Jetzt geht es darum, eng mit den gewählten Amtsträger*innen zusammenzuarbeiten, um ein Land aufzubauen, in dem alle Bürger*innen in allen Teilen Nigerias ein Leben voller Möglichkeiten und in Würde führen können.

Nigerias Vize-Präsident,, Professor Yemi Osinbajo, nimmt die Youth Declaration im Namen der nigerianischen Regierung in Empfang.

Eine großartige Leistung, finden wir. Das siehst du auch so? Teile diese guten Nachrichten mit deinen Freunden und Mitmenschen. Oder schaue bei ONE in Africa für mehr Infos zur #VoteYourFuture-Kampagne vorbei. Dieser Blogartikel gibt dir zum Beispiel einen guten Überblick der größten Aktionen und Erfolge in 2018 von ONE Unterstützer*innen in Afrika.

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03. September 2019

3. September 2019 - 12:41
1. Maas: Besuch im Sudan und Kongo

Mehrere Medien, darunter die Welt, die Süddeutsche Zeitung, RP-Online, Merkur, Deutschlandfunk und die Deutsche Welle melden, dass Außenminister Heiko Maas zu einer Reise in den Sudan und die Demokratische Republik Kongo aufgebrochen ist. Zunächst werde er sich mit der neu formierten Übergangsregierung im Sudan treffen. Treffen mit der Zivilgesellschaft stehen ebenso auf seiner Agenda. Sudan stehe an einem Wendepunkt in der Geschichte und solle diese historische Chance nutzen, so Maas. Er sagte der neuen Führung des Landes auch die Unterstützung Deutschlands zu. In DR Kongo stehe ein Besuch des Krankenhauses von Friedensnobelpreisträger und Mediziner Dr. Denis Mukwege auf der Agenda. Zudem wolle Maas sich einen Überblick über die UN-Friedensmission Monusco und die aktuelle Ebola-Epidemie verschaffen.

2. Millionenhilfen für Namibia

Unter anderem ZDF, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Deutschlandfunk, die Deutsche Welle und die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichten, dass Deutschland Namibia mit rund zehn Millionen Euro im Kampf gegen die derzeit vorherrschende Dürre unterstützt. Die Industrieländer müssen sich durch ihren Beitrag zum Klimawandel ihrer Verantwortung stellen, so Entwicklungsminister Gerd Müller. Bereits seit Mai gelte in Namibia der Notstand. Die Dürre sorge für extreme Nahrungsmittelknappheit, von der rund ein Fünftel der Bevölkerung betroffen sei. Eine Folge sei die sinkende Wirtschaftskraft. Investitionen in alternative Anbaumethoden sowie neues Saatgut und Brunnen sollen mit der Hilfe Deutschlands nun möglich sein.

3. Japanische Investitionen in Afrika

Patrick Welter setzt sich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit den aktuellen Bestrebungen Japans auseinander, die Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern weiter auszubauen. Bei der dreijährlich stattfindenden ‚Tokyo International Conference on African Development‘ (TICAD) waren die steigenden Investitionen Chinas in Afrika eines der präsentesten Themen. Für Japan sei es aktuell schwer, mit China mitzuhalten. An der Afrika-Konferenz in Peking seien mit 53 Staaten ebenso viele vertreten gewesen wie in Tokyo. Die Direktinvestitionen Japans seien im Vergleich zu China deutlich niedriger. Zudem sinken laut der Außenhandelsagentur Jetro die Exporte Japans nach Afrika. Japan setze bei den Investitionen jedoch auf Qualität, schreibt Welter. Die Regierung verspreche langfristige Erfolge und wolle in 30 afrikanischen Staaten auf Training für Regierungsmitglieder setzen und somit den Blick für Schuldenmanagement schärfen.

 

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Was hat der G7-Gipfel für Frauen und Mädchen gebracht?

2. September 2019 - 15:27

zuerst erschienen am 29.08.2019 im Monda Magazin

 

 

Friederike Röder war mit der Organisation ONE beim G7-Gipfel in Biarritz, um sich für Gleichberechtigung weltweit einzusetzen. Wie es vor Ort lief, hat sie uns in Form ihrer persönlichen fünf größten Erfolge und Misserfolge des Gipfels verraten.

Friederike Röder ist Direktorin von ONE in Frankreich und der EU. Die Nichtregierungsorganisation setzt sich für ein Ende von extremer Armut und vermeidbaren Krankheiten in Afrika ein. Da Armut auf der Welt nicht beendet werden kann, ohne Frauen und Mädchen zu stärken, und es beim jetzigen Tempo noch 108 Jahre dauern würde, bis weltweit Gleichberechtigung herrscht, forderte die Organisation »einen feministischen G7-Gipfel«. Mit der Kampagne #ProgressNotPromises hatte sich ONE monatelang dafür eingesetzt, dass dieser G7-Gipfel echte Ergebnisse für Frauenrechte bringt. Dies sind nun die fünf größten Erfolge und Misserfolge:

 

AktivistInnen von ONE begrüßten die G7 mit einer klaren Botschaft.

G7-GIPFEL: DIE TOP 5 ERGEBNISSE IN BIARRITZ
  1. Es wurde ein Riesenschritt im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria gemacht: Deutschland und andere Länder (bzw. die EU) haben den G7-Gipfel genutzt, um ihre finanzielle Unterstützung für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria anzukündigen. Angela Merkel hat eine Milliarde Euro für die nächste Finanzierungsperiode zugesagt. Das ist der Hammer und eine richtig gute Nachricht für Frauen auf der ganzen Welt, denn was kaum jemand weiß: Weltweit gesehen ist AIDS Todesursache Nummer 1 für Frauen unter 50. Insgesamt gab es vor und während des Gipfels Zusagen in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar.
  2. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Gleichstellung der Geschlechter, Bildung und Zugang zum Internet in Afrika auf die Agenda des Gipfels gesetzt und signifikante Mittel dafür bereitgestellt. Auch Deutschland will für Frauen in afrikanischen Ländern den Zugang zu Krediten verbessern, indem es zusätzliche Mittel für die pan-afrikanische AFAWA-Initiative (Affirmative Finance Action for Women in Africa) der Afrikanischen Entwicklungsbank versprach. Das ist super, denn in Afrika leben die meisten Gründerinnen der Welt. Jede vierte Frau in Afrika hat ein Unternehmen gegründet oder managt eines. Doch drei Viertel aller Frauen haben keinen Zugang zu Krediten.
  3. Afrikanische Länder waren am Verhandlungstisch – Zum ersten Mal in der Geschichte der G7 haben afrikanische Länder bereits im Vorfeld des Gipfels am Verhandlungsprozess teilgenommen und auch an spezifischen Sitzungen auf dem Gipfel selbst. Ein Schritt hin zu einer wirklich gleichberechtigten Partnerschaft? Wir hoffen es!
  4. Erstmals wurden auch Ankündigungen zu Gesetzen und politischen Maßnahmen zur Stärkung von Frauen und Mädchen gemacht. Senegal hat zum Beispiel angekündigt, dass Vergewaltigung endlich als Straftatbestand behandelt werden soll. Höchste Zeit!
  5. Das Beste: Rechenschaft! DennWorte verschwinden, aber Taten bleiben. Emmanuel Macron hat angekündigt, einen unabhängigen Überprüfungsmechanismus einzurichten. Was sich trocken anhört, wird für Millionen Mädchen und Frauen zu einer wirksamen Waffe: Denn die Regierungen können zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie ihre Versprechen nicht einhalten. Das ist einmalig!

 

G7-GIPFEL: FLOPS… GAB ES AUCH!
  1. Am Ende steht und fällt der Erfolg von guten Ideen mit den finanziellen Ressourcen. Und leider gab es nicht genug Geld von den G7 als Staatengruppe. Das betrifft vor allem die oben genannte AFAWA-Initiative, die afrikanischen Gründerinnen Kredite erleichtert.
  2. Zu wenig Geld gab es auch für eine Initiative, die sich für die digitale finanzielle Inklusion von Frauen einsetzt. Weltweit hat nur eine von drei Frauen Zugang zu einem Bankkonto! Davon sind vor allem Frauen in armen Ländern betroffen. In Deutschland haben 99 % Frauen Zugang zu einem Bankkonto, in Niger sind es gerade mal 11 % – also nur jede zehnte Frau. Das muss sich ändern!
  3. Die USA sagten gar kein neues Geld für Gleichberechtigung zu.
  4. Es gab auch kein neues Geld für mehr und bessere Entwicklungsprogramme innerhalb der sogenannten Partnerschaft mit Afrika. Das ist insofern besonders traurig, als dass Macron eigentlich eine neue und bessere Partnerschaft mit Afrika auf diesem Gipfel eingehen wollte.
  5. Angela Merkel hat eine neue »Sahel-Initiative« vorgestellt, aber wir fragen uns: Mit welchem Ziel? Die Menschen in der Sahelzone, also in Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und Tschad, sind besonders von Armut betroffen. Auch gibt es dort vermehrt terroristische Anschläge. Es ist also grundsätzlich sehr, sehr wichtig, dass sich die Region entwickelt und Unterstützung erhält. Doch bisher ist es völlig unklar, inwieweit diese Initiative einen Mehrwert bietet oder einfach eine Doppelstruktur neben bestehenden Initiativen bildet – wir brauchen keine neuen Initiativen, wir brauchen konkrete Maßnahmen.

 

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