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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 2 Stunden 50 Minuten

17. Juli 2019

17. Juli 2019 - 16:23
1. Kampf gegen HIV und Aids: Finanzielle Mittel fehlen

Mehrere Medien, darunter die Deutsche Welle, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Zeit und Spiegel Online berichten, dass die Anzahl der an AIDS verstorbene Menschen weltweit zurückgeht. Vergangenes Jahr seien rund 770.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit gestorben, dies sei im Vergleich zum Jahr 2010 ein Rückgang von 33 Prozent. In Osteuropa und Zentralasien hingegen sei die Zahl der infizierten Personen um 29 Prozent gestiegen. Die Regionen Ost- und Südafrika seien allerdings nach wie vor am stärksten von HIV betroffen. Rund 20 Millionen Menschen seien dort mit dem Virus infiziert, 37,9 Millionen seien es weltweit. Eine positive Entwicklung sei in Südafrika zu sehen, hier sei die Zahl der Neuinfektionen seit 2010 um 40 Prozent gesunken, ebenso die Zahl der Todesfälle. Nach wie vor ein großes Problem im Kampf gegen HIV sei die Versorgung mit den lebenswichtigen Medikamenten. Diese seien für Betroffene oft schwer zu bekommen, nur rund 62 Prozent weltweit hätten im letzten Jahr Zugang zu den antiretroviralen Medikamenten gehabt. Ein weiteres Problem sind laut UNAIDS fehlende finanzielle Mittel. Diese seien bereits 2018 um rund 890 Millionen Euro zurückgegangen.

2. Neue Fluchtrouten: Von Eritrea über Mexiko in die USA

Wie Simone Schlindwein in der Tageszeitung (taz) berichtet, fliehen immer mehr Menschen aus Afrika in Richtung der USA und durchqueren dabei Mexiko. Mexikanische Behörden meldeten, dass sich die Zahl der afrikanischen Migrant*innen seit Beginn des Jahres verdreifacht habe. Rund 1.900 Geflüchtete seien registriert worden, sie kämen vor allem aus den Ländern Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo. Doch auch immer mehr Eritreer*innen würden sich für die Route Richtung USA entscheiden, oft sei dies nur über „komplizierte Umwege” möglich, so Zecarias Gerrima, Vizedirektor der Organisation Africa Monitors. Vor der Grenzöffnung Eritreas nach Äthiopien im Juli 2018 seien rund 5.000 Eritreer*innen heimlich über die Grenze geflohen. Von dort machten sich viele über den Sudan nach Libyen an die Mittelmeerküste auf, um nach Europa zu gelangen. Vor ein paar Jahren seien die Grenzen jedoch weitestgehend geschlossen worden und die Weiterreise durch den Sudan sei kaum möglich. Viele Eritreer*innen würden dort festgenommen und deportiert, so Gerrima. Doch die Zahl der Flüchtenden gehe nicht zurück, stattdessen gebe es eine neue Route für Schleuser*innen. Sie würden nun bis nach Nordamerika geschleust. Über Umwege würden sie von afrikanischen Flughäfen nach Südamerika gebracht, um von dort mit dem Auto weiter zu fahren. Oft dauere die Reise mehrere Monate, manchmal sogar Jahre. Den Deal, den die Europäische Union mit dem Sudan und Libyen geschlossen habe, funktioniere nicht, es habe die Schlepper nur auf andere Routen gebracht, so der Vizedirektor von Africa Monitors.

3. Deutsche Kolonialvergangenheit in Namibia

Wie sowohl die Welt als auch die Süddeutsche berichten, hat Bundesratspräsident Daniel Günther in Namibia über die Kolonialvergangenheit Deutschlands gesprochen. Die Schrecken, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts an den Menschen des Landes verübt worden seien, werden nicht vergessen, so Günther. Deutschland, welches von 1884 bis 1915 Kolonialmacht in Namibia war, habe die „historische Schuld” anerkannt. Der letzte Besuch des Landes durch den Bundesrat habe 1997 stattgefunden. Dementsprechend groß sei das Interesse an Günthers Besuch in Windhuk. Das Verbrechen an den Herero und Nama sei ein Punkt, aber auch mögliche Entschädigungszahlungen von Seiten Deutschlands an die Nachkommen der Herero und Nama stehen im Fokus des Besuchs. Präsident Hage Geinob und Vizepräsident Nickey Mbumba betonten, dass die finanzielle Entschädigung vor allem ein Wunsch der namibischen Bürger*innen sei. Herero-Aktivist*innen kritisierten hingegen, dass Günthers Gesten und Worte nicht ausreichen. Eine Kranzniederlegung in dem Ort Swakopmund für die Opfer des Kolonialismus bezeichneten Herero-Vertreter*innen als „Heuchelei”.

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19. Juli 2019

16. Juli 2019 - 14:11
1. Jeder fünfte Mensch in Afrika hungert

Viele Medien, darunter die Tagesschau, die Tageszeitung (taz), Spiegel Online und die Deutsche Welle berichten, dass die Zahl der Hungernden weiter ansteigt. Bis zum Jahr 2015 sei die Zahl der hungernden Menschen gesunken, doch im vergangenen Jahr sei sie wieder gestiegen. Laut des aktuellen Berichts der Vereinten Nationen zur weltweiten Ernährungslage leiden 821 Millionen Menschen an Hunger. Besonders drastisch sei die Lage für Kinder, 149 Millionen seien unterentwickelt, so David Beasley, Direktor des Welternährungsprogramms. Betroffen seien vor allem Menschen in Regionen in Subsahara-Afrika, hier seien fast 20 Prozent der Bevölkerung unterernährt, Tendenz steigend. Wirtschaftskrisen, Kriege und auch Folgen des Klimawandels seien Gründe für diesen Trend. Das Ziel der Uno, Hunger bis 2030 zu eliminieren, rücke aktuell weiter weg. Auch die Zahl der hungernden Kinder, die dadurch in ihrer Entwicklung beeinflusst seien, solle bis 2025 halbiert werden. Es gebe keine bessere Entwicklungshilfe, als in Kinder zu investieren, so Henrietta Fore, Exekutivdirektorin des Kinderhilfswerks UNICEF.

2. Kongo: Erster Ebola-Fall in Millionenstadt

Wie unter anderem Spiegel Online, Zeit Online und die Tageszeitung Online berichten, wurde das Ebolavirus nun auch in der kongolesischen Metropole Goma festgestellt. Das Gesundheitsministerium habe in Goma im Osten des Landes einen Ebola-Fall registriert. Somit sei der erste Fall in einer Großstadt mit mehr als einer Million Einwohner*innen registriert worden. Die Stadt habe sich allerdings bereits mit Vorsichtsmaßnahmen auf eine mögliche Ausbreitung vorbereitet. Ein Priester sei am Wochenende von Butembo, nördlich von Goma gelegen, in die Provinzhauptstadt gereist und habe bereits auf der Reise Symptome gezeigt. Er sei in Goma direkt positiv auf Ebola getestet worden. Er und auch alle anderen Reisenden wurden identifiziert und isoliert. So solle eine Ausbreitung der Krankheit verhindert werden. Mit rund 1.665 Todesfällen im Kongo sei es die zweitgrößte Ebola-Epidemie in der Geschichte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüfe nun erneut, ob eine Notlage ausgerufen werden müsse. Der dafür nötige Expert*innenausschuss werde so schnell wie möglich einberufen, so Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO-Generaldirektor.

3. Vor G7-Finanzministertreffen: ONE fordert mehr Einsatz für Frauen von Scholz

Wie der Tagesspiegel  heute in seiner Morgenlage berichtet, fordert die entwicklungspolitische Organisation ONE mehr Investitionen für Finanzdienstleistungen für Frauen. Anlässlich des G7-Finanzministertreffen in Chantilly morgen und übermorgen habe ONE Plakate vor dem Finanzministerium in Berlin angebracht. Diese sollen Finanzminister Olaf Scholz zu mehr Einsatz für Frauen und deren Zugang zu Finanzdienstleistungen auffordern. Aktuell könne nur eine von drei Frauen auf der Welt Geld abheben, so ONE. Dies müsse sich ändern. In mehreren europäischen Ländern seien heute Sticker und Plakate mit der Botschaft angebracht worden. Auch die Komikerin Carolin Kebekus unterstütze die Aktion.

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15. Juli 2019

15. Juli 2019 - 14:20
1. Merkel und Nooke: Mehr Investitionen in Afrika nötig

Unter anderem die Rheinische Post veröffentlichte heute einen Gastbeitrag von Günter Nooke, dem persönlichen Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin. Er fordert eine „substanzielle Afrikapolitik“ der Europäischen Union, die verstärkt auf private Investitionen in afrikanische Länder und Wirtschaftswachstum setzen solle. Es gäbe bereits gute Ansätze wie etwa den Marschallplan aus dem Entwicklungsministerium, doch die Größenordnung der bisher angedachten Projekte sei einfach zu klein. Es müsse sich dringend etwas ändern und die Zeit dafür sei günstig, da 2020 das Cotonou- Abkommen neu ausgehandelt werde. Auch die neue Freihandelszone in Afrika böte gerade ideale Bedingungen, um wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Der wichtigste Punkt sei laut Nooke allerdings der politische Wille, mehr Mittel für Investitionen in Afrika zur Verfügung zu stellen. Dazu fordert er, dass die EU europäischen Unternehmen mindestens zehn Prozent der Strukturfondsmittel als Beihilfen für Investitionen in Afrika zur Verfügung stellt. Bereits am Wochenende berichtete unter anderem ZDF Online, dass Kanzlerin Angela Merkel erneut betont habe, dass Herausforderungen in der Entwicklungszusammenarbeit nur gemeinsam zu schaffen sind. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Entwicklungshelfer*innen-Gesetzes habe sich die Kanzlerin bei diesen für ihren Einsatz weltweit bedankt. Entwicklungszusammenarbeit sei ein Beitrag „zu wirtschaftlichem, sozialem und politischem Fortschritt in Entwicklung- und Schwellenländern“, so Merkel. Dennoch zeige die Zwischenbilanz zur Umsetzung der UN-Agenda 2030, dass es zu langsam vorangehe. Die Zahl der Menschen, die Hunger leiden, sei wieder gestiegen. Da auch Merkel auf wirtschaftliche Zusammenarbeit setze, kündigte sie an, noch 2019 eine weitere Konferenz zu den G20-Compacts with Africa in Berlin auszurichten. Zeitgleich solle auch eine Investor*innen-Konferenz stattfinden.

2. Chinesische Militärpräsenz für mehr Frieden in Afrika?

Wie Martina Schwikowski in der Deutschen Welle berichtet, lud das chinesische Verteidigungsministerium erneut die Führungen afrikanischer Armeen nach Peking ein. Bereits vergangenes Jahr habe das Treffen unter dem Titel „Chinesisch-Afrikanisches Forum zur Sicherung und Verteidigung“ gestanden. Dieses Jahr sei das Wort „Verteidigung“ durch Frieden ersetzt worden. Der veränderte Wortlaut lasse eine Verschiebung von Prioritäten Chinas erkennen, hin zu mehr Engagement in der Friedenssicherung, so Cobus van Staden, Mitarbeiter des südafrikanischen Instituts für internationale Angelegenheiten (SAAIA). Allerdings gehe es China vor allem darum, mehr Präsenz in Afrika zu zeigen. Das Forum im letzten Jahr sei ein Test für eine afrikanische Kooperation gewesen. Dieses Jahr sei es bereits offizieller und den Gesprächsrunden werde mehr Bedeutung beigemessen, so Lina Benabdallah, Politikwissenschaftlerin aus den USA. Die Militärbasis in Dschibuti spiele für China eine wichtige Rolle. So wolle Chinas Präsident über eine neue Route von Dschibuti über die neue gebaute Eisenbahnstrecke nach Addis Abeba ganz Ostafrika erschließen. China sei in den letzten Jahren zum zweitgrößten Waffenexporteur in Afrika geworden. Chinas Präsiden Xi Jinping habe sich jedoch auch für das Ziel der Afrikanischen Union ausgesprochen, die Waffen bis 2020 ruhen zu lassen.

3. Angriff in Somalia

Wie viele Medien, darunter die Tageszeitung (taz), die Deutsche Welle, die Welt und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichten, sind bei einem Terrorangriff auf ein Hotel in Kismayo in Somalia 26 Menschen getötet worden. Es habe rund zwölf Stunden gedauert, bis alle Terrorist*innen außer Gefecht gesetzt worden seien, berichten lokale Medien. Erst habe sich ein Selbstmordattentäter vor dem Hotel in die Luft gesprengt, anschließend hätten Angreifer*innen das Hotel gestürmt. Unter den Opfern seien neben mehreren ausländischen Staatsbürger*innen auch die somalisch-kanadische Journalistin Hodan Nalayeh und ihr Ehemann. Nalayeh sei vor kurzem aus Kanada in ihr Heimatland Somalia zurückgekehrt. Der UN-Chef in Somalia, James Swan, verurteile den Angriff, den die Terrorgruppe Al-Shabaab beanspruche, aufs Schärfste. UN-Generalsekretär António Guterres sprach der somalischen Bevölkerung seine Solidarität und Unterstützung aus.

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12. Juli 2019

12. Juli 2019 - 15:15
1. Angola: Journalist und Präsident gegen Korruption

Bernd Dörries berichtet in der Süddeutschen Zeitung über den Kampf des angolanischen Präsidenten João Lourenço gegen Korruption und Misswirtschaft. Seit zwei Jahren regiere der neue Präsident. Angola sei nach Südafrika die wohlhabendste Nation der Staaten Subsahara-Afrikas, dennoch leide die Bevölkerung unter Armut. Zwei Drittel der Bevölkerung hätten weniger als zwei Dollar am Tag zur Verfügung. Lourenço habe nun den Journalisten Rafael Morais zu sich eingeladen und öffentlich seine Arbeit unterstützt, weiter über Korruption zu berichten. Obwohl die Familienmitglieder des ehemaligen Präsidenten größtenteils aus ihren Ämtern entfernt worden seien, sind viele Posten noch mit Mitgliedern des alten Regimes besetzt. Somit habe es der neue Präsident schwer, tiefgreifende Veränderungen vorzunehmen, so Morais. Trotz seiner Ölvorkommen kämpfe Angola mit Schulden. Kredite an China in Milliardenhöhe belasten das Land. Investitionen, etwa in Gewerbeparks, um das Land zu diversifizieren und eine Alternative zu Ölexporten zu schaffen, seien gescheitert. Lourenço plane nun, Staatsfirmen zu privatisieren und auch den staatlichen Ölkonzern Sonangol zu spalten, um die korrupte Elite zu minimieren. Derweil berichtet die Welt, dass sich Bundesratspräsident Daniel Günther (CDU) im Rahmen seines Afrikabesuchs auch mit dem Staatspräsidenten Lourenço in Angola treffen werde.

2. Tansania: Mehr Kinder für eine bessere Wirtschaft?

Wie die Tageszeitung Online (taz) und Deutschlandfunk Nova berichten, forderte Tansanias Präsident John Magufuli Frauen im Land auf, mehr Kinder zu bekommen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Er habe Tansanias Frauen wörtlich geraten „ihre Eierstöcke zu befreien”. Er fordere dazu auf mehr Kinder zu bekommen, um so einen wirtschaftlichen Aufschwung im Land herbeizuführen. China sei hierfür das beste Beispiel, so Magufuli. Eine große Bevölkerung bedeute eine große Wirtschaftsleistung. Vor fast 60 Jahren hatte Tansania rund zehn Millionen Einwohner*innen, heute seien es schon 61 Millionen. Damit sei das Land bereits jetzt eines mit der höchsten Geburtenrate weltweit. Viel Kritik bekam der Präsident von den Medien. So wurde in sozialen Netzwerken hervorgehoben, dass die jetzige Bevölkerung bereits unter Hunger leide, ein Aufruf zu mehr Kindern sei der falsche Weg. Bereits letztes Jahr habe Magufuli Frauen dazu aufgerufen, auf Verhütung zu verzichten, was von Frauenrechtsaktivist*innen schon damals mit Sorge betrachtet wurde.

3. Ebola: Hilfe sollte auch ohne globalen Notfall kommen

Wie Johannes Dietrich in der aktuellen Frankfurter Rundschau berichtet, will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ebola-Epidemie noch nicht zu einem „globalen Notfall” erklären. Der britische Entwicklungsminister Rory Stewart fordere die WHO auf, den Ebola-Ausbruch im Kongo zu einem globalen Notfall zu erklären, damit mehr finanzielle Hilfe von der internationalen Staatengemeinschaft komme. Aktuell fehlen der Organisation mehr als die Hälfte der benötigten Mittel. Zu Beginn des Jahres hatte die WHO ein Budget von 98 Millionen Dollar gefordert. Nicht nur der britische Minister fordere mehr Hilfe, auch private Hilfsorganisationen schlossen sich der Forderung an. Die internationale Gemeinschaft müsse die Mittel zur Verfügung stellen, um einen globalen Notstand zu vermeiden, nicht erst, wenn bereits der Notstand ausgerufen wurde, so Tedro Ghebreyesus, WHO-Generaldirektor. Er warne auch, dass die Erklärung eines „ globalen Notfalls“ negative Folgen haben könne. Es wäre z.B. kontraproduktiv, wenn Grenzen geschlossen würden. Dies vergrößere vor allem die Not der einheimischen Bevölkerung. Ein großes Problem sei es auch, dass die Bevölkerung nur schwer kooperiere. Gewalttätige Unruhen und Angriffe auf Helfer*innen von Gesundheitsorganisationen verschlimmerten die Lage. Im Nachbarland Uganda sei nach drei Todesfällen der Ausbruch unter Kontrolle.

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11. Juli 2019

11. Juli 2019 - 16:49
1. Demographie: Bildung als wichtiger Faktor

Zum Weltbevölkerungstag berichtet Martina Schwikowski in der Deutschen Welle über die demographische Lage in Afrika. Die junge Bevölkerung in Afrika wachse rasant, die Wirtschaft könne hier in vielen Ländern nicht mithalten. Das westafrikanischen Land Niger habe aktuell die höchste Geburtenrate, es werde hier mit einer Verdreifachung der Bevölkerung bis zum Jahr 2050 gerechnet. Für diesen Anstieg fehlen Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Bildung und vieles mehr, so Alisa Kaps, Mitarbeiterin des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Ein entscheidender Faktor bei der Bevölkerungsentwicklung sei Bildung. Je länger Mädchen Bildung erhielten, desto später heiraten sie, so Kaps. Langfristig können sie somit mehr zum Familieneinkommen beitragen und das traditionelle Rollenbild verändern. Der Wandel vollziehe sich allerdings nur langsam, sagt Jakkie Cilliers, Direktor des südafrikanischen Instituts für Sicherheitsstudien. Eine gesellschaftliche Debatte zu Themen wie Bildung für Frauen und Mädchen sowie Gesundheitsversorgung sei wichtig. In Afrika dauere es allerdings noch rund drei Jahrzehnte, bis mehr Einkommen und Wachstum durch den demographischen Umschwung spürbar werden, so Cilliers. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, liegt Deutschland in der EU mit 83 Millionen Menschen als bevölkerungsreichster Staat an der Spitze. In Afrika bewiesen die Staaten Äthiopien und Ghana, dass ein staatliches Gesamtkonzept wirksam sei. In Äthiopien habe sich die Kindersterblichkeitsrate in den letzten 25 Jahren halbiert, die Einschulungszahlen haben sich dagegen verdoppelt.

2. Wo fängt Klimaflucht an?

In einem Interview mit Andrea Bachstein in der Süddeutschen Zeitung erklärt Politikwissenschaftler Benjamin Schraven wie der Klimawandel Migration in Zukunft beeinflussen wird. Klimamigration und Klimaflucht sei schwierig zu definieren, da die Zusammenhänge oft wesentlich komplexer seien als zunächst angenommen. Am Horn von Afrika müssten die Menschen aufgrund von Dürre fliehen, allerdings seien hier auch von Beginn an keine stabilen Zustände gegeben. Es gebe keine allgemeine Definition von „Klimaflüchtling”. Ab wann der Einfluss des Klimas selbst so hoch sei, dass es als Fluchtursache gelte, sei schwierig zu sagen. Viele Menschen kehren nach Naturkatastrophen an ihre Heimatstätten zurück oder verlassen ihr Zuhause erst gar nicht. Dennoch werden sie registriert. Es sei klar, dass es einen Einfluss des Klimawandels auf das Migrationsverhalten gebe, unklar sei, in welchem Ausmaß. Eine gigantische Bewegung durch den Klimawandel sei in den nächsten Jahren aber nicht zu erwarten. Wichtig sei vor allem die Bekämpfung vor Armut, denn oft träfen die Folgen des Klimawandels die Menschen, die bereits von Armut betroffen sind.

3. Kampf gegen Terrorismus aufnehmen

Wie ZDF.de und evangelische.de berichten, warnt UN-Generalsekretär António Guterres vor dem wachsenden Terrorismus in Afrika. Terroristische Attacken würden ganze Regionen destabilisieren. Afrika müsse Unterstützung im globalen Kampf gegen Terrorismus bekommen. Sie sollten stärker miteinander kooperieren, aber auch internationale Gemeinschaft sollten Unterstützung leisten. Guterres verweist vor allem auf die Bluttaten von Extremisten*innen in Kenia, Nigeria, Mali, Burkina Faso und Niger. Wirtschaftliche Fortschritte und soziale Entwicklung dürften nicht durch Terroristen*innen zunichtegemacht werden.

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Deine Steuergelder helfen, Menschenleben zu retten

11. Juli 2019 - 9:00

Man unterstützt es ja auch irgendwie, denn es dient dem Allgemeinwohl. Aber trotzdem macht es kaum jemand gerne: Steuern zahlen. Doch wusstest du, dass du mit deinen Steuern die Welt veränderst?

Denn ein Teil – wenn auch ein recht kleiner – der Steuergelder wird in internationale Zusammenarbeit investiert, zum Beispiel in Projekte zur Bekämpfung von vermeidbaren Krankheiten weltweit. Wir bei ONE haben deshalb mal nachgerechnet: Welche großen Erfolge für globale Gesundheit haben Steuerzahler*innen in Deutschland ermöglicht?

Was ist überhaupt Globale Gesundheit?

Globale Gesundheit beschreibt den internationalen Blick auf Gesundheit. Krankheiten machen nicht vor Ländergrenzen halt. In einer globalisierten Welt, in der weite Reisen nur noch ein paar Flugstunden dauern, müssen Krankheiten auch global bearbeitet werden. Das ist nicht nur gerecht –jede*r hat ein Recht auf Gesundheit, aber von einer gesünderen Welt profitieren wir im Endeffekt alle.

Verbesserungen in der globalen Gesundheit sind machbar – doch dazu braucht es politischen Willen und genügend Geld

Dabei ist Gesundheit nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern berücksichtigt auch präventive Maßnahmen, sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren. Organisationen, die sich für Globale Gesundheit einsetzen sind beispielsweise UNICEF, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), oder die Impfallianz Gavi.

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria

Wer schon ein bisschen auf unserem Blog unterwegs war, oder unsere Accounts auf Twitter, Facebook, oder Instagram verfolgt weiß: Uns ist insbesondere die Arbeit des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria wichtig. Das ist ein multilateraler Fonds, das heißt, neben Staaten sind in der Finanzierung und in der praktischen Arbeit auch die Zivilgesellschaft und der private Sektor eingebunden. Deutschland unterstützt den Fonds mit 810 Millionen Euro für die Jahre 2017 bis 2019. Dieses Geld hilft praktisch vor Ort im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria – durch Impfungen, Mückennetze, Medikamente und mehr. Bei einer Analyse durch den Fonds, wurde festgestellt: gemeinsam mit seinen Partner*innen konnte er dazu beitragen, dass seit 2002 über 27 Millionen Menschenleben gerettet wurden.

Auch wenn es nur ein kleiner Teil der Steuergelder ist – damit kann sehr viel bewirkt werden (Foto: Jonathan Brinkhorst via Unsplash)

Wie funktioniert die Berechnung?

Und hier kommen wir zurück zu dem Thema Steuern. Unsere Analyse rechnet aus, welchen Anteil ein einzelner Wahlkreis zu den Erfolgen des Globalen Fonds beigetragen hat. Das funktioniert in zwei Schritten.

Zuerst wird der Anteil bestimmt, den Deutschland zur Finanzierung des Globalen Fonds beigetragen hat. Das sind von 2001 bis 2017 7,13 Prozent. Dieser Prozentsatz entspricht gleichzeitig dem Anteil, den Deutschland zur Rettung der 27 Millionen Leben beigetragen hat. Das Ergebnis zeigt wie viel Großartiges wir bereits erreicht haben. Es wurde dazu beigetragen 1.925.100 Leben zu retten. 350.127 Fälle von Tuberkulose wurden behandelt. 1.225.444 Menschen konnten mit lebensrettenden HIV-Medikamenten versorgt werden und 13.794.994 Moskitonetze wurden verteilt.

Weil wir es noch genauer wissen wollten, haben wir im zweiten Schritt den Anteil nach Wahlkreis ausgerechnet.  Da überall unterschiedlich viele Menschen leben, die unterschiedlich viele Steuern zahlen, muss noch einmal gerechnet werden. Die Einkommenssteuer wird als Näherungswert für den Anteil am deutschen Gesamtbeitrag genommen und der Beitrag für den einzelnen Wahlkreis, beziehungsweise bei größeren Städten mit mehreren Wahlkreisen für die ganze Stadt, bestimmt. Zugegebenermaßen ist das kein perfekter Wert, aber dennoch ist er erstaunlich repräsentativ.

Dank der Steuerzahler*innen in Deutschland konnte so einiges erreicht werden

Dein Beitrag für Globale Gesundheit

Durch die Steuerzahler*innen im Wahlbezirk Hildesheim konnten beispielsweise im Jahr 2017 39.641 Moskitonetze verteilt werden. Im selben Jahr ermöglichten die Menschen aus Hamburg die Behandlung von 10.576 Fällen von Tuberkulose. Berliner Steuerzahler*innen haben dazu beigetragen, dass zeitgleich 45.590 Menschen mit lebensrettenden HIV-Medikamenten versorgt wurden. Ihr seht: Das sind großartige Erfolgsgeschichten – die wir alle gemeinsam möglich gemacht haben.

Wir sind überzeugt, dass der Kampf gegen extreme Armut und für globale Gesundheit nicht erst in den betroffenen Ländern stattfindet. Durch eine starke Entwicklungszusammenarbeit kann jede*r Bürger*in einen Teil beitragen.

Am 10. Oktober findet die nächste Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds statt. Wir sehen die positive Veränderung, die der Globale Fonds für Millionen Menschen erreicht hat. Deshalb setzten wir uns dafür ein, dass Deutschland seinen Beitrag möglichst bald verkündet, damit andere Länder nachziehen und die Konferenz ein voller Erfolg wird.

Wenn du noch mehr machen möchtest, als „nur“ Steuern zu zahlen, dann hast du viele Möglichkeiten dich für Globale Gesundheit einzusetzen. Zum Beispiel kannst du unsere Petition zur Wiederauffüllung des Globalen Fonds unterzeichnen.

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#ArewaMeToo – Nigerias Frauenbewegung

10. Juli 2019 - 13:16

Unter dem Titel „Die #MeToo Bewegung in Nordnigeria: Zusammentreffen von Islam, Kultur und Moderne“ hat Medinat Abdulazeez Malefakis vergangene Woche ihre Forschung zur Frauenbewegung im Norden Nigerias vorgestellt. ONE war dabei und berichtet.

#MeToo –es begann nicht erst in Hollywood

Als Alyssa Milano im Zuge der öffentlich werdenden Missbrauchsfälle des Hollywood-Regisseurs Weinstein 2017 einen Tweet verfasste und #MeToo verwendete, entwickelte sich binnen Stunden eine virale Social Media Bewegung, im Zuge derer Millionen Menschen ihre Erfahrungen mit sexueller Gewalt teilten. Die Formulierung „Me Too“ geht allerdings auf die Aktivistin Tarana Burke zurück. Sie setzt sich für Opfer sexueller Gewalt, insbesondere aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen, ein. In ihrer Arbeit erkannte sie, dass es unglaublich wichtig ist, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. Ihr wurde aber auch klar, wie schwierig das öffentliche Berichten über eigene Gewalterfahrungen ist. Bereits 2006 benutzte sie dafür den Begriff „Me Too“. Die Bewegung startete also nicht ursprünglich im glänzenden Hollywood mit weißen Frauen. Sie begann in der schwarzen Community in der Bronx – einem sozial schwachen New Yorker Stadtteil.

Der entscheidende Tweet, der die #MeToo Bewegung aufgriff und ins Rollen brachte.

Von #MeToo zu #ArewaMeToo

Weil es an keinem Ort der Erde wirkliche Gleichberechtigung der Geschlechter gibt, ist es eigentlich kaum verwunderlich, dass weltweit #MeToo aufgriffen wurde. Bemerkenswert ist im Fall Nigerias dennoch, dass ausgerechnet im Norden des Landes die Frauen laut wurden. Denn dort können nur sehr wenig Frauen lesen und schreiben und ihr Zugang zum Internet ist ebenfalls ziemlich gering – keine ideale Voraussetzung für eine Online-Bewegung. Außerdem sind patriarchalische Strukturen dort extrem stark ausgeprägt. Gewalt gegen Frauen ist dort sehr häufig und Sexualität ist ein Tabuthema über das nicht gesprochen wird, von Sexualerziehung ganz zu schweigen. Deshalb entscheiden sich die meisten Frauen denen sexuelle Gewalt wiederfährt nicht darüber zu sprechen, aus Angst vor dem Stigma das dort damit einhergeht.

Weltweit kämpfen Frauen für gleiche Rechte und gegen Gewalt.

Trotzdem begannen Frauen über ihre Erfahrungen mit geschlechtsspezifischer Gewalt zu berichten. Den Start machte Khadijah Adamu, eine 24-jährige Apothekerin, die vom Missbrauch durch ihren Ex-Freund tweetete. Andere Frauen folgten und durchbrachen damit teils jahrelanges Schweigen. Der Hashtag #ArewaMeToo ist dabei eine eigene Abwandlung, welche den Namen Nordnigerias – Arewa – mit aufnimmt.

Die Bewegung bekommt Gegenwind

Wie überall auf der Welt kam es auch in Nigeria bald zu Gegenreaktionen. Dass die Bewegung religiöse Interpretationen und Anordnungen hinterfragte, führte bei vielen nigerianischen Twitter-Nutzern zu Empörung. Frauen, die an die Öffentlichkeit treten, unterwanderten eine kulturell gewachsene Trennung zwischen Privatem und Öffentlichem, bei der Frauen häufig der Platz im Privatem zugeordnet wird. Viele Menschen, die das als natürlich sehen, empfanden die protestierenden Frauen als Bedrohung. Und letztlich machte die Bewegung sichtbar: Die patriarchalischen Strukturen sind an der sexuellen Gewalt mitschuldig. Für viele Menschen in Machtpositionen verursachte das vor allem eins: Angst. Kommt dir bekannt vor? Auch in Deutschland flüchteten Männer in den Vorwurf eines Generalverdachts, anstatt sexistische Strukturen und Denkweisen zu reflektieren und durchbrechen.

Männer, die für Frauenrechte demonstrieren – so sollte es überall sein Foto: Samantha Sophia)

Eine passende Antwort auf kulturelle Anschuldigungen

Die Aktivist*innen ließen das aber nicht einfach stehen. Gerade weil häufig religiöse Argumentationen gegen die Bewegung benutzt wurden, setzten sie der Kritik eine eigene religiöse Deutung entgegen. Sie griffen beispielsweise Ansätze des Islamischen Feminismus auf, der innerhalb der Religion die Gleichstellung aller Geschlechter begründet und fördert. Damit versuchten sie den Vorwurf zu entkräften, sie würden fremde westliche Interesse unterstützten. Dieser Ansatz holte auch Menschen in ihrer Lebenswelt ab, um sie für einen kulturell angepassten Feminismus zugänglich zu machen.

Was bedeutet das für mich?

Die #ArewaMeToo Bewegung zeigt, dass jeder Mensch egal wo er*sie lebt, den Wunsch und den Anspruch auf Gleichberechtigung hat, unabhängig von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit oder sozialem Status. Aber der Weg dorthin kann sehr unterschiedlich aussehen.

Sie macht auch deutlich, dass Frauen überall auf der Welt von Diskriminierung und geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht werden. Natürlich ist das Ausmaß sehr unterschiedlich und Frauen sollten sich nicht gegeneinander ausgespielt werden. Nur weil die rechtliche Situation für Frauen in Deutschland deutlich besser ist als in Nordnigeria, heißt nicht, dass man über Themen wie  die Luxussteuer auf Produkte für Menstruationshygiene, oder dass Frauen in Deutschland durchschnittlich 21% weniger verdienen als Männer nicht reden braucht.

Im Gegenteil, wir finden der Gedanke, dass weltweit Frauen und Männer für Geschlechtergerechtigkeit kämpfen, macht Mut. Denn wir können uns gemeinsam für eine Welt, frei von Ungleichheit und sexueller Gewalt einsetzen. Wir können voneinander lernen und uns unterstützen.

Eine Möglichkeit dafür ist zum Beispiel die Petition der senegalesischen Aktivistin Black Queen gemeinsam mit ONE im Senegal. Nach der Vergewaltigung und dem Mord von zwei Frauen fordert sie die senegalesische Regierung auf, Vergewaltigungen konsequent zu bestrafen und Opfer sexueller Gewalt zu schützen. Unterstütze sie dabei und unterschreibe die Petition!

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10. Juli 2019

10. Juli 2019 - 13:03

1. Sudan: Internet wieder zugänglich

Die Deutsche Welle berichtet, dass nach mehr als einem Monat das Internet im Sudan wieder frei ist. Nach dem Sturz des Präsidenten Omar al-Baschir im April diesen Jahres einigten sich vergangene Woche das Militär und die Opposition im Sudan. Das Land sei nach einer „heroischen Revolution“ auf dem Weg in eine neue Zukunft, so Osama Hemeida vom Beirat für Menschenrechtsfragen. Es sei somit an der Zeit, die Sanktionen gegen Sudan aufzuheben. Hemeida fordere einen radikalen Schuldenschnitt, um das Land von seinen Auslandsschulden zu befreien. UN-Menschenrechtsspezialist*innen hatten am Montag die sudanesischen Behörden aufgefordert, das Internet wiederherzustellen. Eine Abschaltung verletze die Menschenrechte, da es die Freiheit der Meinungsäußerung und die Versammlungsfreiheit behindere. Bereits am 3. Juni sei das Internet unterbrochen worden. Ein Gericht in der Hauptstadt Khartum habe nun angeordnet, dass die Netzbetreiber es für ihre Kunden wieder freigeben müssen.

2. Afrikanische Freihandelszone: Merkel sieht großes Potenzial

Wie der Deutschlandfunk und die Agentur Reuters berichten, sieht Bundeskanzlerin Angela Merkle große Chancen in der neu entstandenen afrikanischen Freihandelszone. Deutschland und auch Europa müssten das Potenzial Afrikas stärker nutzen. Die jetzt entstehende Freihandelszone (AfCFTA) könne der Schlüssel hierzu sein, so Merkel. Afrika sei durch seine vielen jungen Menschen ein innovativer Kontinent und reich an Rohstoffen. Der ab Juli 2020 entstehende Binnenmarkt könne auch deutschen Unternehmen eine Investition in Afrika erleichtern, so Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft. Die Bundesregierung setze bei ihrer Afrikapolitik verstärkt auf die Themen Digitalisierung, Bildung und Ausbildung sowie auf Beschäftigung, Handel und Investition.

3. UN-Nachhaltigkeitsziele: Ein weiter Weg

Wie Evangelische.de und Chrismon unter Rückgriff auf eine epd-Meldung berichten, appellieren gestern Entwicklungsexpert*innen an Deutschland und die Europäische Union, die UN-Nachhaltigkeitsziele schneller und verstärkt anzugehen. In der Politik habe angesichts der großen Herausforderungen und der Frage nach der Finanzierung eine Art „Schockstarre“ eingesetzt, so Wolfgang Obenland, Programmkoordinator des Global Policy Forums. Dabei gebe es viele Mittel, die anders genutzt werden könnten und damit zur Umsetzung der UN-Ziele beitragen könnten. Dazu gehörten etwa Subventionen von EU-Ländern für fossile Energieträger. Zu den UN-Zielen gehöre der Kampf gegen den Klimawandel genauso wie die Bekämpfung von extremer Armut und Benachteiligung. Im September soll bei einer Konferenz in New York Bilanz zum Stand der Umsetzung gezogen werden. Hunger und extreme Armut sollen laut den UN-Zielen bis 2030 verschwunden sein.

 

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09. Juli 2019

9. Juli 2019 - 14:15

1. Den Haag verurteilt Kriegsverbrecher

Wie mehrere Medien, darunter die Deutsche Welle, der Tagesspiegel Online (taz), Spiegel Online, Tagesschau Online und die Süddeutsche Online berichten, wurde der Kongolese Bosco Ntaganda in Den Haag verurteilt. Der internationale Gerichtshof habe den Rebellenchef wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Ntganda sei in allen 18 Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Als Kommandant der Rebellengruppe „Patriotische Kräfte für die Befreiung des Kongos” (CNDP) sei er einer der Hauptführer der Verbrechen gewesen. Nach drei Jahren Prozess sei jetzt das Urteil in Den Haag gefallen. In drei Anklagepunkten halte ihn das Gericht für direkt verantwortlich: Mord, versuchter Mord und gezielte Angriffe auf Zivilist*innen. Die Situation vor Ort habe sich allerdings verschärft. Die Frage sei, welchen Einfluss das Urteil auf die aktuellen Probleme habe, so Jean Bosco Lalo, Koordinator des Bündnisses zivilgesellschaftlicher Gruppen in Ituri. Für den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (ICC) sei es erst die dritte Verurteilung für Kriegsverbrechen seit seinem Bestehen. Die internationale Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüße das Urteil.

2. Ostafrika: Klischeebilder in der Stellenanzeige

In der aktuellen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung berichtet Bernd Dörries über eine Stellenausschreibung der New York Times (NYT) welche in Ostafrika für Kritik gesorgt hat. Mit der Stellenanzeige für eine*n Ostafrikakorrespondent*in habe die NYT in Kenia für Empörung gesorgt. Viele Kenianer*innen sahen hier ein Klischeebild Afrikas repräsentiert. Der*die neue Korrespondent*in solle über ‘Terrorismus, den Wettlauf um Ressourcen, den globalen Wettkampf mit China und das ständige Hin und Her zwischen Demokratie und Autoritarismus’ berichten. Doch es bestehe auch die Möglichkeit, die Leser*innen mit einer „unerwarteten Geschichte der Hoffnung“ zu beglücken. Von der ökonomischen Erfolgsgeschichte Kenias, der Elektrifizierung des Landes oder der neuen Eisenbahnlinie an der Küste sei nichts erwähnt. Die NYT entschuldigte sich für die Anzeige, doch viele Medien kritisierten die einseitige Darstellung Ostafrikas. Immer mehr Medienunternehmen könnten sich keine eigenen Korrespondent*innen leisten. Große Stiftungen zahlten deshalb häufig große Summen, damit lokale und internationale Medien über Afrika berichten.

3. Libyen: sofortige humanitäre Hilfe nötig

Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung Online, die Frankfurter Allgemeine Zeitung Online, die Zeit Online sowie Welt Online melden, spricht sich Gerd Müller für sofortige Hilfe für Libyen aus. Notwendig sei eine gemeinsame humanitäre Initiative von Europa und den Vereinten Nationen zur Rettung der Geflüchteten, so der Entwicklungsminister. Am Sonntag konnte das Schiff des Vereins Sea-Eye mit 65 Geflüchteten an Bord in Malta anlegen. Eine sofortige Übereinkunft zur Seenotrettung in der EU sei zu treffen, so Müller. Die Lager in Libyen seien keine Perspektive. Es werde ein Handeln der Bundeskanzlerin und des gesamten Kabinetts erwartet, so Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt.

 

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08. Juli 2019

8. Juli 2019 - 16:56

1. Gerd Müller fordert mehr Investitionen in Entwicklung

Nicola Abé, Batholomäus Grill und Christoph Schult führen im aktuellen Spiegel ein Interview mit Entwicklungsminister Gerd Müller. Die Kritik an der Entwicklungshilfe entspreche nicht der Wirklichkeit, so Müller. Gerade seit den 1990er Jahren sei die Zahl der Menschen, die von Armut betroffen sind, von rund 1,9 Milliarden auf 740 Millionen gesunken, während die Weltbevölkerung um 2 Milliarden Menschen gewachsen sei. Dennoch läge noch viel Arbeit vor der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere in Afrika. Die Ressourcen seien zwar vorhanden, jedoch fehle ein konsequenter Wille. So sei etwa die Erhöhung des Afrika-Etats der EU von fünf auf sechs Milliarden Euro zu gering. Eine wirksame Finanzierungsquelle wäre die Einführung einer europäischen Finanztransaktionssteuer. Dies werde aber von der Finanzindustrie boykottiert. Die Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten sei auch an Bedingungen geknüpft, dabei stünden gute Regierungsführung und die Bekämpfung von Korruption im Mittelpunkt. Laut Müller sollen Entwicklungsinvestitionen auch für den Mittelstand interessanter werden. Die Dynamik der afrikanischen Volkswirtschaften werde oftmals unterschätzt.

2. Instabile Länder anfälliger für Putschversuche

Philip Plickert berichtete gestern in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass afrikanische Regierungen häufiger gestürzt werden als Regierungen anderer Kontinente. Der Putsch im Sudan sei nur einer von vielen. Rund 75 Prozent aller Staatsstreiche fänden laut einer Analyse von NKC African Economics in afrikanischen Ländern statt. Im Durchschnitt gebe es zwar nur etwa zwei Staatsstreiche pro Jahr und dies weltweit, Afrika bleibe jedoch ein Kontinent mit vielen eher instabilen Ländern. Elf Faktoren hätten die Ökonomen von NKC African Economics ermittelt, welche einen Putsch oder einen Putschversuch begünstigen. Solide Demokratien seien insgesamt weniger anfällig für Putschversuche. Doch auch Autokratien und Diktaturen, welche die Opposition unterdrücken, werden weniger häufig geputscht. Anfällig seien vor allem mittel- bis halbautoritär regierte Länder. Als wirkliche Demokratie könne nur etwa die Hälfte aller afrikanischer Staaten betrachtet werden. Andere Faktoren, wie beispielsweise eine sehr junge Bevölkerung können die Wahrscheinlichkeit eines Putsches ebenfalls steigern. Ein bedeutender Risikofaktor sei ein militärischer Hintergrund des amtierenden Regierungsoberhaupts. Laut der NKC-Analyse gibt es derzeit in fünf afrikanischen Staaten ein erhöhtes Risiko für einen Putsch: in Äthiopien, Nigeria, Zimbabwe, auf den Komoren und in Sierra Leone. Einen wissenschaftlichen Konsens über die Determinanten möglicher Putschversuche gebe es allerdings nach wie vor nicht.

3. Einigung im Sudan

Wie bereits am Wochenende mehrere Medien, darunter die Tageszeitung online (taz), die Welt Online, Zeit Online und Deutsche Welle berichteten, einigten sich die Opposition und die Militärregierung im Sudan. Nach langen Verhandlungen hätten sich die Vertreter*innen der Protestbewegung und das Militär auf die politische Zukunft des Landes verständigt. Demokratische Wahlen seien allerdings erst nach einer Übergangszeit von mehr als drei Jahren vereinbart worden. Eine Übergansregierung werde es nicht geben, jedoch einen Rat. Sowohl das Militär als auch die Protestbewegung stellen hierfür fünf Mitglieder. Der Rat solle unter wechselseitiger Führung das Land leiten. Ebenfalls vereinbart wurde ein Überganskabinett mit fachkundigen Zivilist*innen. Allerdings habe das Militär nach wie vor eine zentrale Rolle. Die Armee habe außerdem die Unterstützung von wichtigen Regionalmächten wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten.

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Weltpolitik hautnah: Unser Treffen mit einem G7-Sherpa

5. Juli 2019 - 15:58

Bald ist wieder G7-Gipfel. Dieses Jahr möchten wir echten Fortschritt für Frauen und Mädchen weltweit sehen. Deshalb haben wir uns mit dem G7-Sherpa Professor Lars-Hendrik Röller getroffen und mit ihm über unsere Forderungen gesprochen. Hier berichtet Jugendbotschafterin Luisa von ihren Eindrücken des Treffens.

 

Aktivismus kennt kein Hitzefrei! Den sommerlichen 32°C zum Trotz, haben wir, eine Gruppe Jugendbotschafter*innen von ONE, die Möglichkeit genutzt, um uns für Geschlechtergerechtigkeit und das Ende extremer Armut einzusetzen. Im Rahmen der Vorbereitungen auf den G7-Gipfel im August, konnten wir uns mit G7-Sherpa Professor Lars-Hendrik Röller im Bundeskanzleramt treffen.

Sherpas sind die Chefunterhändler*innen der Regierungen, die das internationale Gipfeltreffen vorbereiten. Professor Röller hat diese Rolle nun schon seit 2011 inne und ist ebenfalls wirtschaftspolitischer Berater der Bundesregierung – ein einflussreicher Gesprächspartner also. Dementsprechend aufgeregt waren wir natürlich auch!

Es steht Einiges auf dem Spiel

Bei unserem Treffen hatten wir die Möglichkeit Professor Röller unseren offenen Brief zu überreichen und mit ihm über die Gleichstellung von Frauen und Mädchen, extreme Armut und eine gerechte Entwicklungszusammenarbeit zu sprechen. Das war uns ein großes Anliegen, denn schließlich steht einiges auf dem Spiel.

Die G7 sind ein wichtiges Forum, in dem die Staats- und Regierungschefs und -chefinnen Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, Japans, Kanadas und der USA aufeinandertreffen und versuchen, sich auf gemeinsame weltpolitische Positionen zu einigen. G7 bzw. G8 Gipfel (bis 2014 war Russland noch dabei) haben eine lange Geschichte. Schon 1975 fand ein Treffen in Frankreich statt, das man als Vorläufer der heutigen Gipfel ansehen kann. In diesem Jahr findet G7 wieder in Frankreich statt, und zwar in Biarritz.

ONE fordert: Echter Fortschritt, keine leeren Versprechen

Die perfekte Möglichkeit etwas zu bewegen

Der Gipfel bietet die perfekte Möglichkeit, um wirklich etwas zu bewegen. Denn die dort vereinten Staaten sind die größten Geber von Entwicklungsgeldern weltweit. Außerdem werden auch Vertreter*innen der Regierungen von Südafrika, Senegal, Ruanda, Burkina Faso und Ägypten (als aktueller Vorsitz der AU Kommission) teilnehmen. Wir finden, dass dies der Startschuss für eine Partnerschaft mit Afrika auf Augenhöhe sein sollte. Zudem hat Frankreich als Gastgeber die Bekämpfung von Ungleichheiten sogar als das zentrale Thema des diesjährigen G7-Gipfels festgelegt.

Über 138.000 Unterstützer*innen haben mittlerweile unseren offenen Brief unterzeichnet, den wir Professor Röller überreichen konnten. Dieser Brief wurde von mehr als vierzig Aktivistinnen aus 15 Ländern Afrikas mitverfasst, darunter beispielsweise die erste Jugendbeauftragte der Afrikanischen Union Aya Chebbi. Diese Frauen, die wirklich in vorderster Reihe für die Gleichheit der Geschlechter eintreten, möchten nicht unser Mitgefühl. Sie fordern Taten, damit wir nicht noch 108 Jahre auf echte Gleichberechtigung warten müssen. Dem schließen wir uns an. Denn Geschlechtergleichheit muss höchste Priorität erhalten – beim G7-Gipfel und darüber hinaus. Was wir konkret fordern, könnt ihr hier nachlesen.

Jugendbotschafter*innen in Aktion

Jetzt heißt es: Dran bleiben!

Wir sind auf jeden Fall bestärkt aus dem Treffen hervorgegangen. Aber jetzt heißt es: Dran bleiben!  Denn wir möchten echten Fortschritt und nicht bloß Versprechen. Schließlich drängt die Zeit. Bis 2030 will die Weltgemeinschaft extreme Armut und vermeidbare Krankheiten beenden. Auch geschlechterbedingte Ungerechtigkeit soll bis dahin ein Ende finden. Und auch, wenn sich in diesem Bereich schon manches bewegt hat, gibt es bis dahin noch Einiges zu tun!

Du möchtest unsere Jugendbotschafter*innen in ihrer Arbeit unterstützen? Dann unterzeichne unseren offenen Brief. Denn: Im Kampf um Geschlechtergerechtigkeit zählt jede Stimme!

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05. Juli 2019

5. Juli 2019 - 11:32
1. Nigeria sagt ‚Ja‘ zu Freihandel

Wie die Deutsche Welle und die Tageszeitung berichten, berät die Afrikanische Union derzeit in Niger, wie sie die Ziele ihrer eigenen Entwicklungsziele, die Agenda 2063, umsetzen kann. In erster Linie gehe es dabei um die Beschleunigung von Entwicklung und Wirtschaftswachstum. Bei der Agenda 2063 handelt es sich konkret um 14 Initiativen in den Bereichen Infrastruktur, Bildung, Wissenschaft, Technologie, Kultur und Friedenssicherung. Das panafrikanische Freihandelsabkommen AfCFTA, das vor kurzem in Kraft getreten sei, soll den Weg ebnen zu einer gemeinsamen Zoll- und Währungsunion, einem gemeinsamen Markt und möglicherweise einer afrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft. Am 30. Mai 2019 haben bereits 24 Länder das Abkommen ratifiziert. Würden alle Länder Afrikas dem Abkommen beitreten, könne AfCFTA die größte Freihandelszone der Welt werden. Auch die Regierung Nigerias, der größten Volkswirtschaft Afrikas, habe am Wochenende entschieden, dem Abkommen beizutreten. Es habe vorher Bedenken wegen offener Grenzen und der Einfuhr minderwertiger Waren gegeben. Aktuell sei das Freihandelsabkommen eine der wenigen Initiativen der Agenda 2063, die vorankommen, so Désiré Assogbavi, togolesischer Politikwissenschaftler. Andere Pläne wie beispielsweise der Ausbau des Schienenverkehrs und der innerafrikanischen Infrastruktur kämen nur schleppend voran. Auch das Ziel einer totalen Waffenruhe in Afrika bis 2020 sei derzeit kaum umzusetzen. Das Scheitern einer Initiative habe automatisch Einfluss auf das Gelingen anderer. Waffenruhe und Sicherheit seien die Grundlangen für Entwicklung. Mit einer starken Regierung sei es möglich, die Pläne bis 2063 umzusetzen, so Assogbavi.

2. Mehr Bildung für Mädchen

Wie der Deutschlandfunk berichtet, fordert Entwicklungsminister Gerd Müller zum Treffen der G7-Entwicklungs- und Bildungsminister*innen in Paris mehr Einsatz für die Bildung von Mädchen und jungen Frauen. Die Minister*innen der G7-Länder beraten sich zum ersten Mal mit Kollegen*innen aus den G5-Sahelländern Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Tschad und Niger. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtet weiter, dass sich Müller mit der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai treffen werde. Bildung gebe Mädchen nicht nur neue Lebenschancen, sondern sie schütze auch vor Kinderehen und frühen Schwangerschaften. Aktuelle verliere man eine ganze Generation an den Folgen von Armut, Arbeitslosigkeit und Radikalisierung, so Müller. Dies könne, wie in den Sahel-Staaten, ganze Regionen destabilisieren.

3. Südafrika: Erstmals schwarze Frau Firmenchefin

Die Süddeutsche Zeitung portraitiert die Südafrikanerin Phuti Mahanyele-Dabengwa, die erste weibliche und schwarze Chefin des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers. Die 48-Jährige sei bereits zu „Forbes Africa Business Women of the Year” gekürt worden und habe sowohl für ihre Studienleistungen als auch für ihre Arbeit im Finanzsektor Auszeichnungen erhalten. Naspers, gegründet vor mehr als 100 Jahren, sei inzwischen ein internationaler Konzern. Mahanyele-Dabengwa habe in den USA und Großbritannien studiert und als Managerin für Sigma Capital gearbeitet. Sie solle nun die Auslandsgeschäfte des Konzerns vorantreiben. In Südafrika, einer der wichtigsten Märkte für Napsers, sei sie bereits gut vernetzt.

 

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04. Juli 2019

4. Juli 2019 - 13:40
1. Führt mehr Entwicklung zu mehr Migration?

Wie unter anderem Die Welt, Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Tagesschau.de und die Deutsche Welle berichten, wird die Migration nach Europa zunehmen. Dies gehe aus einer aktuellen Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung hervor. Migration habe es schon immer gebegeben, erklärt Adrian Heiermann vom Berlin-Institut. Heute gebe es aber auch humanitäre Wanderungen wie zum Beispiel die Flucht vor Verfolgung oder Kriegen, aber auch die Bildungsmigration. Laut einer Befragung des Gallup-Instituts denken 10 Prozent der Weltbevölkerung darüber nach, in ein anderes Land auszuwandern. Mit insgesamt 33 Prozent sei der Anteil in afrikanischen Ländern südlich der Sahara vergleichsweise hoch. Jedoch mache sich nur ein Bruchteil der Menschen tatsächlich auf den Weg. Oft seien die finanziellen Mittel nicht vorhanden, so Rainer Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts. Auch sei es ein Irrtum, dass mehr wirtschaftliche Entwicklung in armen Ländern zu weniger Migration führe. Eine steigende Entwicklung bedeute zunächst mehr Migration, so die Studie. Wie Petra Sorge, Giacomo Zandonini, Ludovica Jona, Chris Jones und Caitlin Chandler im aktuellen Spiegel berichten, baut die EU ihre IT-Infrastruktur aus, um irreguläre Migration einzudämmen. So soll die EU-Grenzschutzagentur Frontex wachsen und riesige Mengen an Metadaten wie beispielsweise Pässe, Fingerabdrücke, Fotos und Adressen speichern und weitergeben können. So sollen Länder mehr direkten Zugriff auf Daten bekommen. Diese Praxis der Weitergabe sei an dem Projekt rechtlich umstritten. Allerdings brauche die EU auch Zuwanderung, da die Gesellschaft überaltere und es immer weniger Einzahler*innen in die Rentenkassen sowie die Gesundheits- und Pflegesysteme gebe, so Klingholz. Mit dem globalen Migrationspakt, den die UN-Vollversammlung im Dezember 2018 verabschiedet habe, gebe es einen Kooperationsrahmen, um Migrationspolitik global abzustimmen.

2. Afrikas Wohltäter*innen

Markus Schönherr berichtet im aktuellen Tagesspiegel über die Wohltätigkeit afrikanischer Milliardäre, die den Kontinent nachhaltig verändern wollen. Derzeit gebe es 20 Afrikaner*innen, die laut dem Wirtschaftsmagazin “Forbes Africa” Milliardäre seien. Viele von ihnen seien selbst in Armut aufgewachsen und geben nun ihr Geld an Stiftungen und Hilfsprojekte. Die Philanthropen in Afrika hätten andere Gründe als Steuernachlässe, so Chris Bishop, Autor des Buchs ‚Afrikas Milliardäre‘. Sie seien oft selbst mittellos aufgewachsen. Aliko Dangote, der reichste Mann Afrikas, wolle insbesondere als Wohltäter in Erinnerung bleiben aber auch als als Mann, der große Hürden gemeistert hat. Seine Stiftung, ausgestattet mit über einer Milliarde US-Dollar, unterstütze Bildung, Kunst, Kleinunternehmen und humanitäre Hilfe. Zwar trennten die Einwohner Afrikas und seine Milliardäre Welten, einigen würde sie jedoch eins: Die Opposition gegen Korruption, Misswirtschaft und schlechten Regierungsführung. Wolle Afrika vorankommen, müssen seine reichsten Bürger*innen Hand in Hand mit der Regierung arbeiten, so Patrice Motsepe, Bauunternehmer aus Südafrika.

3. Libyen: USA blockiert Einigung

Wie Zeit Online, Tagesschau.de, Welt Online, Deutsche Welle, Focus Online und die Tageszeitung (taz) online berichten, hat sich der UN-Sicherheitsrat nicht auf eine Verurteilung des Luftangriffes auf ein Flüchtlingslager in Libyen geeinigt. US-Diplomaten haben eine entsprechende Resolution blockiert, das sie kein „grünes Licht“ der US-Regierung erhalten haben. Bei dem Angriff auf das Geflüchtetenlager in Tadschura nahe der Hauptstadt Tripolis seien in der Nacht zum Mittwoch mindestens 44 Menschen getötet und 130 schwer verletzt worden. Der UN-Sondergesandte für Libyen, Ghassane Salamé, habe eine unabhängige Untersuchung gefordert. Der Luftangriff könnte demnach auch ein Kriegsverbrechen darstellen.

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03. Juli 2019

3. Juli 2019 - 12:19
1. Der Preis des guten Gewissens

Wie Tagesspiegel und die Deutsche Welle berichten steigt die weltweite Nachfrage nach Kobalt immer weiter. Allerdings führen die derzeitigen Abbaubedingungen zu großen ökologischen und sozialen Problemen. Kobalt werde unter anderem für die Akkus von E-Autos benötigt, um eine möglichst kurze Ladezeit zu gewährleisten. Der Bedarf sei bereits hoch und steige stetig an. Mehr als 60 Prozent des Kobalts werde in der Demokratischen Republik Kongo gefördert. Hier werde das Erz mit einfachsten Mittel abgebaut, oft auch von Kindern. Die Folgen seien Belastungen für die Umwelt und die Gesundheit. Um Kinderarbeit zu verhindern, würden immer mehr Autobauer auf Großminen setzen, in denen es keine Kinderarbeit gebe. Die Bewohner*innen rund um die Minen seien jedoch ebenfalls enormen Umweltbelastungen ausgesetzt. Mit den Großminen gebe es jedoch ein weiteres Risiko: den illegalen Kobalt-Abbau bei Nacht. Die Firmen setzen Hunde und Wachschutz ein, um die Minen zu beschützen. Dies habe jedoch auch Todesfälle nach sich gezogen. Die Förderung im Kongo werde jedoch weiter zunehmen, wie eine Studie der Deutschen Rohstoffagentur (Dera) zeigt. Ein komplettes Embargo von Kobalt aus dem Kongo sei keine Lösung, so Matthias Buchert, Bereichsleiter Ressourcen und Mobilität am Ökoinsitut in Freiburg. Dies könne zu massivem Schmuggel führen. Wichtiger sei die Umsetzung von Mindeststandards und Kontrollen.

2. Südafrika: Tödlicher Kampf im Nahverkehr

Wie Christian Putsch in Der Welt berichtet, gibt es in Südafrikas Nahverkehr immer mehr Gewalt unter rivalisierenden Anbietern –bis hin zu Auftragsmorden. In Südafrika sei der öffentliche Nahverkehr mit Minibussen ein kaum zu kontrollierendes Milliardengeschäft. Rund 200.000 Busse gebe es in dem Land, 60 Prozent des öffentlichen Nahverkehrs werde von den Minibussen dominiert. Für Bewohner*innen aus Armenvierteln sei es ein Ausweg aus der Armut. Wer die lukrativsten Strecken kontrolliere, könne es innerhalb von wenigen Jahren zu Wohlstand bringen. In Südafrika sei das Geschäft noch eines der wenigen im informellen Sektor und somit weitgehend unreglementiert. Die Strecken und Lizenzen seien umkämpft und dies führe zu Gewalt. Eine Studie der Universität Kapstadt habe berechnet, dass 42 Prozent aller Auftragsmorde in der Taxibranche verübt werden. Taxi-Gewalt gebe es im gesamten Land, nicht nur in Kapstadt. Eine Spezialeinheit der Polizei zur Aufklärung der Morde sei nötig, sagt Jean Pierre Smith, Zuständiger für Sicherheitsfragen im Stadtrat von Kapstadt. Ein neues Bussystem für eine bessere Infrastruktur solle das Problem verbessern. Doch auch hier gebe es Proteste der Taxiunternehmen. Der Widerstand würde durch Zahlungen der Regierung ausgeglichen, damit die Taxiunternehmer den neuen Bussen keine Konkurrenz machen.

3. #Metoo in Nigeria

Wie der WDR berichtet, haben Missbrauchsvorfälle durch nigerianische Kirchenvertreter zu einem Aufleben der #metoo-Bewegung im Land gesorgt. . Die Fotografin Busola Dakolo beschuldige Biodun Fatoyibo, Pastor einer der führenden und populärsten Gemeinden Nigerias, der Commonwealth of Zion Assembly Kirche, der Vergwaltgiung. Unter dem Hashtag #metoo und #churchtoo habe Dakolo ihre Geschichte im Netz geteilt. Fatoyibo soll sie vergewaltigt haben, als sie noch eine Jugendliche gewesen sei. Mittlerweile sei der Pastor zurückgetreten, der öffentliche Druck werde immer größer. Auch viele nigerianische Prominente wie die Sängerin TY Bello sprechen über ähnliche Erfahrungen. Die konservative Gesellschaft in Nigeria habe noch einen langen Weg vor sich, jedoch gebe es langsam etwas Bewegung, so die französisch-nigerianische Sängerin Asa.

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02. Juli 2019

2. Juli 2019 - 14:00
1. Afrika in Chinas Schuldenfalle?

In der aktuellen Ausgabe des Spiegels thematisieren Bartholomäus Grill, Michael Sauga und Bernhard Zand Chinas Investitionen in Schwellen und Entwicklungsländern. Diese seien wesentlich größer als bisher angenommen. China sei damit einer der größten Gläubiger der Welt. Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam lege in den kommenden Tagen einen Bericht vor, welcher die Finanzmacht Chinas aufzeige. Insbesondere Länder in Armutsregionen haben weit mehr Kredite von China aufgenommen als bisher bekannt. Die Kreditvereinbarungen legen den Ländern erhebliche Lasten auf. So setze Peking auf kurze Rückzahlungsfristen und hohe Risikozuschläge. Als Schutz vor Zahlungsausfällen sichere sich China mit umfangreichen Rechten ab, wie den Zugriff auf Nahrungsmittel, Rohstoffe oder die Gewinne von Staatsfirmen der Empfängerländer. Auch in Südafrika wachse die Sorge gegenüber Chinas Finanzeinfluss. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa habe im vergangenen Herbst bei einem Staatsbesuch in Peking Darlehen und Zuschüsse in Höhe von rund 24 Milliarden Euro ausgehandelt. Dies, so befürchte die Oppositionspartei Democratic Alliance, könne für Südafrika eine neue Schuldenfalle sein. China baue mit einem beeindruckenden Tempo die Infrastruktur in Afrika aus und sichere sich im Gegenzug Zugriffsrechte auf Märkte und Bodenschätze. Afrikanische Machthaber*innen würden China auch deshalb bevorzugen, weil die Zusammenarbeit nicht an moralische Bedingungen wie Menschenrechte und demokratische Prinzipien geknüpft seien. Dennoch werden auch die Stimmen in Afrika lauter, die warnen, dass die Verschuldung gegenüber China zu hoch sei. Ändern werde dies aber vorerst nichts. Afrika brauche eine moderne Infrastruktur und die Kredite seien vorteilhaft und nützlich für beide Seiten gewesen.

2. Aufnahmeländer für Geflüchtete gesucht

Wie die Süddeutsche Zeitung und der Deutschlandfunk berichten, sucht das UN-Geflüchteten Hilfswerk UNHCR nach Aufnahmemöglichkeiten für 1,44 Millionen Menschen, die noch immer auf der Flucht sind. Mit 40 Prozent kommen die meisten Hilfesuchenden aus Syrien, gefolgt von Südsudan mit 14 Prozent und der Demokratischen Republik Kongo (elf Prozent). Viele seien vor Krieg, Konflikten und Verfolgung geflohen. Aktuell lebten die Geflüchteten in 60 verschiedenen Ländern, zu großen Teilen in Ostafrika und der Türkei. Die Verantwortung für die globale Krise müsse gerecht verteilt werden, so UNHCR-Chef Filippo Grandi. Im vergangenen Jahr haben laut UNHCR nur 25 Länder zusammen 92.400 Flüchtlinge permanent aufgenommen.

3. Guinea-Bissau: Machtloser Präsident

Wie die Tageszeitung (taz) und Focus online berichten, hat José Mário Vaz, Präsident von Guinea-Bissaus im Westen Afrikas, keinen Einfluss mehr auf die Staatsgeschäfte. Nach der Amtsenthebung vergangene Woche habe dies auch die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS bei ihrem Gipfeltreffen in Nigerias Hauptstadt Abuja bekräftigt. Vaz sei vor fünf Jahren direkt vom Volk gewählt worden und gehöre der größten Partei des Landes, PAIGC, an. Jedoch sei er mit der Parteiführung seit Jahren zerstritten, die Differenzen seien sowohl auf privater als auch auf politischer Ebene. Im Land herrsche bereits seit Jahren Stillstand, viele Schulen und Universitäten seien geschlossen und weder das Justizsystem noch das Gesundheitswesen seien funktionstüchtig. Trotz seiner Absetzung sei Vaz zum ECOWAS-Gipfel nach Nigeria gereist. Hier habe die Wirtschaftsgemeinschaft beschlossen, dass er mit eingeschränkten Befugnissen bis zum 3. Juli im Amt bleiben solle. Bis dahin solle eine neue Regierung gebildet werden. Wichtig sei zunächst, dass das Militär nicht interveniere, so Luis Barbosa Vicente, Politik-Analyst aus Guinea-Bissau.

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1. Juli 2019

1. Juli 2019 - 13:18
1. BMZ: 500 Millionen mehr für Klimaschutz

Wie unter anderem Deutschlandfunk Online, die Berliner Morgenpost Online sowie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung Online berichten, erhält das Entwicklungsministerium 500 Millionen Euro mehr aus dem nationalen Klimafond. Dies sei durch Umschichtungen im Bundeshaushalt für 2020 möglich. Deutschland könne somit seine Klimaschutzzusagen bis 2020 erfüllen und seine internationalen Klimaschutzmittel somit auf vier Milliarden Euro verdoppeln. Entwicklungsminister Gerd Müller wolle einen Schwerpunkt für Klimaschutz-Initiativen in Afrika setzen. Eine stärkere Förderung von Start-ups, die  Projekte im Bereich ‚erneuerbare Energien‘ aufbauen, sowie die der Ausbau von Öko-Energie für afrikanische Dörfer sei hierbei der Fokus. Deutschland müsse ein Vorreiter sein und seine nationalen Ziele deutlich ambitionierter verfolgen, so Müller. Jedoch finde der weltweit größte CO2-Ausstoß außerhalb Deutschlands statt. Deswegen werde eine globale Energiewende benötigt, so Müller.

2. Eine Währung in Westafrika

Wie die Deutsche Welle berichtet,  rückt eine gemeinsame Währung für die Westafrikanischen Wirtschafsgemeinschaft ECOWAS immer näher . Die Einheitswährung erhalte vor allem in den frankophonen Ländern Zustimmung. Hier werde bisher mit dem CFA-Franc gezahlt, welcher an den Wechselkurs des Euro gebunden sei. Eine eigene westafrikanische Währung wäre Inbegriff von finanzieller Unabhängigkeit von der einstigen Kolonialmacht Frankreichs, so die Befürworter*innen. Mit einer gemeinsamen Währung können Einsparungen in allen Bereichen der westafrikanischen Zone gemacht werden, die mit dem Wechselkurs zusammenhängen, sagt Etienne Fakaba, Wirtschaftswissenschaftler und Direktor des Zentrums für Politik-, Wirtschafts- und Sozialforschung. In Nigeria werde die Debatte um eine einheitliche Währung mit Skepsis beobachtet. Die westafrikanischen Länder seien sehr unterschiedlich und eine Diskussion über Finanzdisziplin unerlässlich, so Yves Ekoué Amaizo, Direktor der Denkfabrik Afrocentricity. Nigeria könne künftig nicht für Schulden aus Nachbarstaaten wie Benin, Togo oder die Elfenbeinküste aufkommen. Eine Vereinheitlichung von Steuer-, Industrie-, Handels- und Arbeitspolitik sei daher dringend notwendig.

3. Massenproteste im Sudan

Mehrere Medien, darunter die Tagesschau, Zeit Online, Deutsche Welle und Focus Online berichten von Toten bei Massenprotesten gegen die Militärregierung in Sudans Hauptstadt Khartum und in weiteren Städten des Landes. Es seien die ersten Proteste, seit das Militär Anfang Juni gegen Demonstrierende vorgegangen sei. Damals sei ein oppositionelles Protestlager gestürmt und mehrere Menschen getötet worden. Bei den aktuellen Protesten habe das Militär Tränengas gegen die Protestierenden eingesetzt. Das zivilgesellschaftliche Bündnis ‚Sudanese Professional Association‘ (SPA) und ein ihm nahestehendes Ärztekomitee berichten von vier Toten in der Stadt Omdurman sowie einemn weiteren Toten in Atbara. Unter anderem die USA, Großbritannien und Norwegen haben daraufhin die sudanesische Regierung zu Gewaltverzicht aufgerufen. Es gebe ein Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit, hieß es in einer Mitteilung des US-Außenministeriums. Dies solle der Übergangsrat achten und friedliche Proteste erlauben.

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Im Einsatz für die SDGs: So viel Power haben 400 junge Leute

28. Juni 2019 - 16:15

400 junge Menschen hat Engagement Global dieses Jahr zum Festival der Taten nach Berlin eingeladen. Die Idee dahinter: gemeinsam kreativ werden und konkrete Aktionen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele entwickeln. Unsere Jugendbotschafterinnen Nina und Maxi waren auch mit von der Partie. Hier berichtet Nina von ihren Erfahrungen und ihrem konkreten Projekt. 

Kennst du die 17 Nachhaltigkeitsziele? Die 193 Staaten unserer Welt haben sich darauf geeinigt diese bis 2030 zu erreichen. Sie sollen globale Herausforderungen lösen und eine gerechte, lebenswerte Zukunft schaffen. Meine Jugendbotschafter-Kollegin Maxi und ich sind große Fans! Nur leider haben viele Menschen ein Problem damit: die Ziele sind zu abstrakt. Und wir Menschen neigen bekanntlich dazu, Abstraktes schwer verstehen zu können. Was wir nicht verstehen, können wir nicht verändern. Das ist schlecht, denn es geht um unsere Zukunft.

Von etwas Abstraktem zu konkreten Ideen

Maxi und ich sind Jugendbotschafterinnen bei ONE und wollen nicht nur eine Welt ohne extreme Armut, sondern auch die Verwirklichung aller Nachhaltigkeitsziele bis 2030. Deshalb waren wir vom 20-21. Mai beim „Festival der Taten“ in Berlin. Wie der Name schon sagt, hat sich das Festival zum Ziel gesetzt, konkrete Aktionen und Projekte für junge Menschen in Deutschland für die Erreichung der SDGs hervorzubringen. Rund 400 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland kamen zusammen und sind zwei Tage lang zusammen kreativ geworden. Hier erfährst du, was dabei herauskam.

Maxi und Nina beim Festival der Taten 2019

NO POVERTY-Messe

Ich habe mich beim Festival der Taten mit anderen jungen Menschen mit dem ersten Nachhaltigkeitsziel beschäftigt: Armut in jeder Form und überall beenden. Mithilfe des Design Thinking-Ansatzes haben wir uns mit der Frage beschäftigt: Wie kann ich eine Lebensweise entwickeln, die keine Armut fördert? Unsere Idee: eine kostenlose „NO POVERTY-Messe“, die überall in Deutschland an öffentlichen Orten stattfinden kann. Alles, was dafür gebraucht wird, sind engagierte Menschen, die die Organisation in die Hand nehmen.

Ziel der Messe ist es, dass junge Menschen sich, ohne großen Aufwand, klar und transparent informieren können, wie man einen Lebensstil führt, der Menschen im globalen Süden nicht schadet. Dies geschieht in unterschiedlichen Formaten durch Stände, Diskussionsforen und Panels, in denen nachhaltiger Konsum in der Modebranche, Lebensmittelindustrie etc. thematisiert wird. Außerdem soll die Messe diverse Menschen und Kulturen zusammenbringen und durch ein Angebot aus Musik, Kunst und internationaler Küche für jede*n etwas bereithalten. Beim Festival haben wir bereits einen Messeplan und Werbeplakate dafür erstellt.

Teilnehmende werden beim Festival der Taten gemeinsam kreativ

Gemeinsam sind wir stark

Die Veranstaltung bot auch die Möglichkeit, die anderen Gruppen und deren konkrete Aktionen und Projekte zu bestaunen. Von einem Plastiksammel-Wettbewerb zu einem neuen „Zukunftsfach“ in der Schule – es war spannend, wie unterschiedlich und kreativ die Lösungsansätze waren. Außerdem fanden parallel auf der „Impulsbühne“ verschiedene Diskussionsrunden statt und auch Maxi und ich durften unsere Arbeit als „Lobbyistinnen für die Nachhaltigkeitsziele“ vorstellen. Es war sehr inspirierend so viele Initiativen und Menschen kennenzulernen, die sich für die SDGs stark machen und sich mit ihnen zu vernetzen. Denn gemeinsam können wir mit so viel jungem Engagement viel erreichen.

Nina und Maxi bei ihrem Vortrag über Arbeit als „Lobbyistinnen für die Nachhaltigkeitsziele“

Fang bei dir an!

Was bleibt noch zu sagen? Es ist leichter als du denkst, die zuerst abstrakt klingenden Nachhaltigkeitsziele umzusetzen. Egal, ob du schon weißt, für was du dich konkret einsetzen willst oder noch auf der Suche bist, wichtig ist es anzufangen.

Was stört dich am meisten? Dass Menstruationsartikel als Luxusartikel mit 19% besteuert werden? Dass allein in Deutschland täglich 45 Millionen Einweg-Plastikflaschen verbraucht werden? Dass in deinem Dorf nur zweimal pro Tag ein Bus fährt? Gründe doch eine Initiative in deinem Ortverein, der Universität oder der Schule. Wir können nicht warten, bis es die anderen tun – wir müssen selbst aktiv werden!

Du hast Lust bekommen dich für die Umsetzung der SDGs stark zu machen? Dann wage den ersten Schritt und werde ONE-Unterstützer*in.

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28. Juni 2019

28. Juni 2019 - 11:17
1. Eritrea achtet keine Menschenrechte

Wie Focus Online, die Deutsche Welle und der Deutschlandfunk berichten, wird die aktuelle Menschenrechtslage in Eritrea ein Schwerpunkt der aktuellen Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf sein. Es werde darüber beraten, ob das Mandat der Sonderberichterstatterin für Eritrea verlängert werden soll. Grund hierfür sei das inzwischen geschlossene Friedensabkommen zwischen Eritrea und Äthiopien, so Wolfgang Schreiner, Eritrea-Experte von Amnesty International. Die Lage sei jedoch nach wie vor sehr besorgniserregend. Laut Human Rights Watch und Amnesty International gäbe es Fälle von Folter und willkürlicher Verhaftung. Für viele Beobachter*innen sei es ein Skandal gewesen, dass Eritrea im Oktober 2018 von der UN-Vollversammlung in den Menschenrechtsrat gewählt wurde. Zur aktuellen Sitzung des UN-Menschenrechtsrats sei der neue Amnesty-Bericht zu Eritrea veröffentlicht worden. Dieser werfe der Regierung vor, Aktivist*innen und Kritiker*innen auch im Ausland zu verfolgen. Wie die Berner Zeitung zudem berichtet, werden Aktivisten aus Eritrea auch in Kenia, den Niederlanden, Schweden, Großbritannien und der Schweiz bedroht.

2. Berlin uneinig über soziale Verantwortung der Wirtschaft im Ausland

Wie das Handelsblatt berichtet, gelingt es der Bundesregierung nicht, eine gemeinsame Linie für deutsche Unternehmen zu finden, was die Einhaltung von Menschenrechten für Auslandsgeschäfte betrifft. Die Umsetzung von Zielen der Vereinten Nationen stehe hierbei im Mittelpunkt. Unternehmen sollen dafür Sorge tragen, dass auch in Schwellen- und Entwicklungsländer soziale und humanitäre Standards eingehalten werden. In Deutschland gebe es hierfür noch keine gesetzliche Regelung. Union und SPD hätten sich auf das sogenannte Monitoring geeinigt, eine repräsentative Umfrage unter deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Solle die Umfrage ergeben, dass die freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft nicht ausreichen, müsse der Gesetzgeber tätig werden. Das Wirtschaftsministerium wolle aktuell die Umfragemethodik jedoch so verändern, dass möglichst viele Unternehmen diese Menschenrechtsstandards erfüllen. Menschenrechtler*innen seien empört und warnen vor einer Verwässerung des Gesetzes. Das Vorgehen des Wirtschaftsministeriums in dieser Frage verschleppe eine gesetzliche Entscheidung, so Cornelia Heydenreich von Germanwatch.

3. Libyen: Haftar-Truppen erleiden Niederlage

Unter anderem die Süddeutsche Zeitung, Zeit Online, die tageszeitung (taz) und der Deutschlandfunk berichten über die innerlybischen Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft in dem Land. General Chalifa Haftar, Oberbefehlshaber der Gegenregierung habe einen Rückschlag erlitten. Die Truppen der libyschen Einheitsregierung hätten die Stadt Garian, südlich der Hauptstadt Tripolis, eingenommen und die Truppen Haftars vertrieben. Von dort habe Haftar im April seine Angriffe auf die Hauptstadt begonnen. Die Konflikte halten seit Monaten an und haben den Friedensplan der Vereinten Nationen zurückgeworfen. Haftar werde vom libyschen Parlament im Osten des Landes unterstützt. Dieses beanspruche ebenso wie die Regierung von Ministerpräsident Fajes al-Sarraj die Macht für sich.

 

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27. Juni 2019

27. Juni 2019 - 16:48
1. Klimawandel und Krisen: Hunger wird immer schwerer zu bekämpfen

Wie der Deutschlandfunk  und Tagesschau.de berichten, erschweren die Folgen des Klimawandels sowie kriegerische Auseinandersetzungen die weltweite Bekämpfung des Hungers. Diese gehe aus einem Bericht der Welthungerhilfe hervor. Gerade in Afrika wirke sich der weltweite Temperaturanstieg besonders auf die Entwicklungsarbeit vor Ort aus, so Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe. Die Ausdehnung von Trockengebieten und der Anbau von Energiepflanzen für Industrieländer verstärke die Problematik zusätzlich. Thieme fordere von der Bundesregierung vor allem mehr Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit. Nicht nur der Klimawandel, auch Epidemien, Kriege und bewaffnete Auseinandersetzungen sowie instabile politische Verhältnisse erschweren den direkten Zugang zu den Betroffenen. Die Welthungerhilfe habe vergangenes Jahr 10,5 Millionen Menschen in 37 Ländern unterstützt, insbesondere in Subsahara-Afrika.

2. Weniger Etat für Entwicklung und Auswärtiges

Unter anderem Süddeutsche.de, der Deutschlandfunk, Tagesschau Online, und die Berliner Morgenpost berichten über die Haushaltsplanung der Bundesregierung für 2020 und bis 2023. Geringere Steuereinnahmen führten dazu, dass alle Ressorts zunächst sparen müssen. Die Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit bleiben etwa auf dem Niveau von 2019. Für humanitäre Hilfe sowie Krisenprävention seien bis 2023 zusätzlich 5,1 Milliarden Euro eingeplant. Kanzlerin Angela Merkel fordere ein Umdenken in der Entwicklungspolitik, berichtete evangelische.de. Sie wies darauf hin, dass Entwicklungspolitik weniger als karitativer Akt gesehen werden solle. Man müsse sich auf Augenhöhe begegnen, so die Kanzlerin. Zudem sollten die Maßnahmen als Zusammenarbeit mit und weniger für Afrika gesehen werden. Wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtet, kritisiert die Entwicklungsorganisation ONE, dass gegenüber der Haushaltsplanung vom März weniger Geld für Entwicklung und Auswärtiges bis 2023 vorgesehen sei. Die Kürzungen in der Armutsbekämpfung seien „genau das falsche Signal“, so Stephan Exo-Kreischer, Deutschland-Direktor von ONE.

3. Technologie gegen Hunger

Wie die Deutsche Welle berichtet, soll eine Appenschen in Krisengebieten der Zugang zu Saatgut erleichtern. Hilfe zur Selbsthilfe und damit die Möglichkeit auf ein eigenständiges Leben sei das Ziel, so Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe. In der Demokratischen Republik Kongo seien die Folgen des jahrzehntelangen Krieges spürbar. Felder liegen brach und Ernten verdorren. Die anhaltenden Konflikte seien ein weiterer Punkt für die schwere Versorgung. Entsprechende Schritte wie beispielsweise die Verteilung von Saatgut und Werkzeugen seien erste Schritt zur langfristigen Befriedung. Afrika sei eines der Hauptgebiete, in denen sich die Welthungerhilfe engagiere. Die Gegebenheiten vor Ort seien hierbei besonders wichtig. In anderen Ländern wie Myanmar habe die Organisation eine App für die Verteilung von Saatgut entwickelt. Diese setze einen Preis fest, sodass Wucher vermieden werden könne.

 

 

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26. Juni 2019

26. Juni 2019 - 16:19
1. Zu wenig Schutz vor häuslicher Gewalt

Laut Spiegel Online zeigt eine neue UN-Studie, dass Frauen zu wenig vor häuslicher Gewalt geschützt werden. Die UN-Frauenrechtsorganisation UN Women komme zu dem Ergebnis, dass in 111 von 189 untersuchten Ländern Vergewaltigung in der Ehe nicht unter Strafe stehe. Phumzile Mlambo-Ngcuka, Geschäftsführerin von UN Women, beklagt, dass sich Gesetze, die Familien betreffen, nur sehr langsam ändern. Frauen könnten in vielen Teilen der Welt nicht frei entscheiden, wann und wen sie heiraten. Der Kampf gegen institutionalisierte Diskriminierung von Frauen habe jedoch große Fortschritte gemacht, so Mlambo-Ngcuka. Die weite Verbreitung von Gewalt in der Partnerschaft mache das Zuhause statistisch gesehen zu einem der gefährlichsten Orte für Frauen.

2. Mehr Länder schalten Internet ab

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt Alp Tocker, Mitglied der Nicht-Regierungsorganisation Netblocks, dass in vielen Ländern die Blockade oder komplette Abschaltung des Internets zunimmt. Bereits seit Anfang Juni seien die Bewohner des Sudans weitgehend ohne Internet gewesen, wie die Tagesschau vergangen Woche meldete. Maßnahmen wie diese haben 2019 global zugenommen, so Toker. Vor allem gehe es darum, öffentliche, politische Versammlungen zu verhindern. Im Sudan sei das Internet seit Kurzem komplett abgeschaltet worden. Dies führe dazu, dass das Ausmaß von Menschenrechtsverletzungen nur langsam an die Öffentlichkeit komme. Äthiopien kappte das Internet nach dem mutmaßlichen Putschversuch am vergangen Wochende, wie die Tageszeitung Online (taz) berichtete. Algerien blockierte für die Abiturprüfungen Social-Media-Plattformen, um Schummeln zu minimieren. Es sei ziemlich schwer, Abschaltungen sofort zu erkennen, so Toker. Dies führe dazu, dass es oftmals einige Stunden dauern kann, bis sich die Abschaltung herumspricht. Oft würden Pläne dann ohne digitale Instrumente umgesetzt.

3. China investiert in Nigerias Studierende

Die Tageszeitung Online (taz) berichtet, steigt die Attraktivität von China für Studierende aus Nigeria: Europa hingegen verliert an Attraktivität. Immer mehr afrikanische Studierende entschieden sich für ein Studium in China. Vollstipendien und Austauschprogramme seien wichtige Gründe für diese Entscheidung. 2018 habe die chinesische Regierung angekündigt, 50.000 Stipendien für Afrikaner*innen zur Verfügung zu stellen. Im Vergleich hierzu wurden über das Erasmus+-Programm der Europäischen Union 2017 nur 39 Master-Studierende aus Nigeria ausgewählt. Die Erhöhung der Studiengebühren für Nicht-EU-Bürger habe sich im letzten halben Jahr verfünfzehnfacht. Auch die Probleme an nigerianischen Universitäten sorgen für eine Abwanderung. Streiks von Lehrenden und fehlende Lernmaterialien seien in China kein Problem. Mit Kritik an China wird sich jedoch bei den Studierenden zurückgehalten. Zensur und Diskriminierung sei bei den Nigerianer*innen kaum ein Diskussionsthema. Ein Abschluss aus China komme fast einer Jobgarantie für den Arbeitsmarkt in Nigeria gleich.

 

 

 

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