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Gemeinsam mit Anderen extreme Armut besiegen
Aktualisiert: vor 6 Stunden 42 Minuten

18. Februar 2019

18. Februar 2019 - 12:57

1. München: Merkel kämpft für Multilateralismus
Viele Medien berichteten von der Münchner Sicherheitskonferenz am vergangenen Wochenende, unter anderem die Tagesschau, Spiegel Online, die Tageszeitung (taz), das Handelsblatt und der Tagesspiegel. 30 Staats- und Regierungschefs sowie 80 Außen- und Verteidigungsminister haben vor Ort über internationale Sicherheitspolitik diskutiert. Angela Merkel habe in einer außenpolitischen Grundsatzrede vor einem Zerfall der internationalen Strukturen gewarnt und für einen Ausbau der internationalen Zusammenarbeit geworben. In diesem Zuge habe sie die Wichtigkeit der NATO als „Stabilitätsanker“ betont, zugleich aber darauf verwiesen, dass Deutschland in den vergangenen Jahren neben seinem Verteidigungsbudget auch seine Mittel für Entwicklungszusammenarbeit aufgestockt habe. Eine Lösung der Probleme vor Ort sei genauso wichtig wie eine verstärkte Bündnisfähigkeit, so Merkel. Der neue Vorsitzende der Afrikanischen Union und Staatschef Ägyptens, Abdelfattah Al-Sisi, forderte laut Deutschlandfunk auf der Konferenz eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika. Probleme wie Terrorismus, Migration und Klimawandel beträfen beide Kontinente gleichermaßen und könnten daher nur gemeinsam gelöst werden.

 

2. Nigeria: Wahlen verschoben
Laut Deutsche Welle, Spiegel Online, die Tageszeitung (taz) und Stuttgarter Nachrichten hat die Wahlkommission in Nigeria kurz vor Öffnung der Wahllokale die Präsidentschafts- und Parlamentswahl verschoben. Diese habe eigentlich am vergangenen Sonntag stattfinden sollen, sei nun aber um eine Woche veschoben worden. Grund dafür seien der nigerianischen Wahlkommission zufolge logistische Probleme, die einen freien, fairen und glaubwürdigen Urnengang gefährden. Es habe Probleme gegeben, die Wahlunterlagen rechtzeitig in alle Gebiete zu bringen. Zudem habe es im Vorfeld der Wahl gegen die Regierungspartei APC wie auch gegen die oppositionelle PDP Wahlbetrugsvorwürfe gegeben. Die Kandidaten beider großer Parteien werfen sich gegenseitig vor, die Wahlen manipulieren zu wollen. Beobachter erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Beiden. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat an die Bedeutung einer fairen und freien Wahl in dem westafrikanischen Land erinnert, wie das ZDF und die Deutsche Welle melden. Diese sei wichtig für Entwicklung und Stabilität in ganz Afrika und in Europa.

 

3. Privatinvestitionen in Afrika: Fluch oder Segen?
Kristiana Ludwig setzt sich heute in der Süddeutschen Zeitung kritisch mit der Politik von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) auseinander. Müller zufolge können deutsche Unternehmen von privaten Investitionen in Afrika genauso profitieren wie die Bevölkerung dort. Das Förderprogramm des Entwicklungsministeriums für Projekte in öffentlich-privater Partnerschaft kann dem Deutschen Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit zufolge jedoch „die hohen Ansprüche an entwicklungspolitische Wirksamkeit kaum einlösen“. Die Menschen, die bei einem geföderten Unternehmen arbeiten, profitieren zwar, auf die Entwicklung eines ganzen Landes haben solche Projekte jedoch keinen Einfluss. Zudem passen die Interessen des Unternehmens häufig nicht zu denen der Hilfsbedürftigen. Auch Sozial- und Menschenrechtsstandards werden nicht ausreichend eingehalten. Das Ministerium habe infolgedessen das Programm reformiert. Müller habe betont, Privatinvestitionen werden „in der Breite, in einer neuen Dimension und Qualität“ benötigt. Der entwicklungspolitische Sprecher der Grünen, Uwe Kekeritz, kritisierte, dass die Bundesregierung „Entwicklungspolitik immer mehr als Außenwirtschaftsförderung“ betrachte.

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Uber für Traktoren – Digitalisierung trifft Landwirtschaft

15. Februar 2019 - 13:58

Martha Haile ist Co-Founder der Plattform Hello Tractor und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Zukunft der Landwirtschaft in Afrika zu verbessern.

Denn diese macht auf dem gesamten afrikanischen Kontinent über die Hälfte der Beschäftigung aus. Sie stützt sich jedoch größtenteils auf veraltete Technologien, häufig wird noch von Hand gepflanzt.

Deshalb gründete Martha Hello Tractor, ein Uber-ähnliches System für Traktordienstleistungen in ganz Afrika. Die digitale Technologie ermöglicht Traktorbesitzer*innen ihre Fahrzeuge überall im Auge zu behalten. Landwirt*innen können über die App auch einen Traktor buchen, um ihre Felder zu bearbeiten.

Die App Hello Tractor koordiniert Angebot und Nachfrage von Traktoren in Afrika

Innovationen und Effizienzsteigerungen in der Landwirtschaft

Martha Haile, Jehiel Oliver und Van Jones gründeten Hello Tractor 2014 in Nigeria. Immer mehr Jungunternehmer*innen in den landwirtschaftlichen Betrieben in Afrika setzen auf Innovationen. Sie arbeiten daran, die Produktion, die Effizienz und das Einkommen zu steigern. Das Projekt bietet sich in Nigeria besonders an. Das Land in Westafrika hat die größte Bevölkerung und Wirtschaft Afrikas sowie einen berühmten Unternehmergeist, meint Haile.

Die Hälfte der arbeitenden Nigerianer*innen sind in der Kleinbauer*innenbranche tätig. Gleichzeitig gehört die Hälfte der in der Landwirtschaft Beschäftigten zu den ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung. Ein Großteil der Landwirtschaft ist essenziell, nur selten kommt eine Vermarktung oder Mechanisierung ins Spiel. Hello Tractor soll dazu beitragen, dass afrikanische Bauer*innen von einer weit verbreiteten Subsistenzlandwirtschaft zu einer Unternehmensgründung übergehen.

Zudem ist Haile der Meinung, dass Maschinen in der modernen Landwirtschaft unerlässlich sind, um die Produktivität zu steigern. Wenn der Agrarsektor wächst, profitieren die Landwirt*innen, was zu mehr Beschäftigungsmöglichkeiten führt. Das trägt dazu bei, die Armut in ländlichen Gebieten zu verringern.

Funktionen und Möglichkeiten der App

Hello Tractor richtet sich sowohl auf das Angebot als auch auf die Nachfrage. Es ermöglicht Traktorbesitzer*innen eine bessere Übersicht über seine*ihre Maschinen und eine bessere Kommunikation mit denjenigen, die sie bedienen. Am Traktor ist eine Vorrichtung angeschlossen, die Informationen an die Cloud sendet, sodass die Traktorbesitzer*innen in Echtzeit sehen, wo sich der Traktor befindet, wie viel Land er abdeckt, wie lange er im Leerlauf ist und sogar ob er gewartet werden muss.

“Kleinbauer*innen greifen nun auf automatisierte Abläufe zurück, die ihnen helfen, ihre Saat rechtzeitig zu bestellen. Mit erhöhter Transparenz und Effizienz haben Traktorbesitzer*innen den Gewinn gesteigert, die Ausfallzeiten reduziert und die Betrugsfälle verringert. Viele Hello Tractor-Nutzer*innen haben ihr Geschäft auf neue Regionen ausgedehnt – mit dem Ziel, mehr Landwirt*innen zu bedienen.”

Laut dem Unternehmen sollen Kleinbauer*innen durch den Anschluss 40-mal schneller sein und zwei Drittel der Kosten einzusparen. Hello Tractor spiegelt den großen Bedarf von Waren und Dienstleistungen der letzten Jahren wider.

Innovationen und Digitalisierung bieten viele Ansatzpunkte für eine effizientere und nachhaltigere Landwirtschaft

Bedarf neuer Innovationen

“Es geht um den gemeinschaftlichen Konsum – Nicht alle Landwirt*innen können sich eigene Traktoren leisten. Wir wollen Menschen dazu bringen, sich nicht mehr um die Verfügbarkeit eines Traktors zu sorgen – indem wir sie teilen”, sagt Haile.

Die Forderungen nach Mechanisierung in Afrika ist in den letzten Jahren lauter und dringlicher geworden, sagt Haile. Oft scheitert die Mechanisierung daran, dass es wenig Nachbetreuung von Maschinen gibt. Mit der Warnmeldung von Hello Tractor werden Betreiber*innen daran erinnert, den Traktor zu warten. So bekämpft das Unternehmen dieses Problem.

Die Unterstützung von Landwirten auf dem gesamten Kontinent seigert die Produktion und Effizienz. Der wesentliche Vorteil davon besteht für Haile darin, dass mehr afrikanische Lebensmittel auf der ganzen Welt verfügbar sind.

“Ich möchte Teil der Bewegung sein, die Geschäftsmodelle, Technologien und Initiativen für die Landwirtschaft voranbringen. Afrika kann die Welt ernähren. Es ist an der Zeit, dass wir dies tun, um unsere Lebensgrundlage zu verbessern, die Wirtschaft zu stärken und unsere köstlichen Lebensmittel zu exportieren.”

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15. Februar 2019

15. Februar 2019 - 12:29

1. 420 Millionen Kinder leben in Krisenregionen
Heute berichten unter anderem Spiegel Online, die Deutsche Welle und der MDR, dass weltweit etwa 420 Millionen Kinder in Krisenregionen leben. Die Zahlen gehen aus einer Studie der Kinderrechtsorganisation Save the Children hervor. Demnach wachse fast jedes fünfte Kind in einem Konfliktgebiet auf – mehr als je zuvor in den vergangenen 20 Jahren. Manche Angaben seien nicht überprüfbar und die Dunkelziffer daher vermutlich noch viel höher. Besonders dramatisch sei die Lage in Afrika und im Nahen Osten. Kinder werden gezielt getötet oder verstümmelt, von bewaffneten Gruppen rekrutiert, entführt oder Opfer von sexueller Gewalt. Außerdem werden ihre Schulen attackiert und ihnen werde humanitäre Hilfe vorenthalten. Die meisten Kinder leiden auch unter den indirekten Folgen der Konflikte wie Hunger und mangelnde medizinischer Versorgung. 2017 seien infolge von Kriegen und Konflikten mindestens 868.000 Kinder unter fünf Jahren gestorben. Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland, fordert, dass Kinder besser geschützt und Täter zur Verantwortung gezogen werden müssen. Sie richte ihren Appell auch explizit an die Bundesregierung, die mit ihrem Sitz im UN-Sicherheitsrat und als einer der größten Geber eine besondere Verantwortung für das Wohl und den Schutz der Kinder habe.

 

2. Auswärtiges Amt warnt vor Flucht nach Europa
Im aktuellen Süddeutsche Zeitung Magazin berichtet Veronica Frenzel über Exil-Afrikaner*innen, die im Auftrag des Auswärtigen Amtes in ihre Herkunftsländer reisen, um dort von einer Flucht nach Europa zu warnen. Die Informationskampagne sei Teil von Deutschlands sogenannntem „verbesserten Migrationsmanagement“. Hervé Tcheumeleu, der vor über 17 Jahren als Student nach Deutschland gekommen sei, habe sich beim Auswärtigen Amt erfolgreich mit seiner Projektidee beworben. Er möchte, dass Zurückgekehrte anderen von ihren gescheiterten Fluchterfahrungen berichten, um so Menschen davon abzubringen, ihr Leben für die gefährliche Reise nach Europa zu riskieren. Vom Auswärtigen Amt bekomme er dafür ein Budget von fast 45.000 Euro, von dem er unter anderem Informationsmaterialien und Mitarbeiter*innen bezahle. Das Auswärtige Amt habe ähnliche Programme von sechs weiteren Exil-Afrikaner*innen gefördert. Zudem habe es die Website „Rumours about Germany – facts for migrants“ entwickelt, auf der unter anderem darauf hingewiesen werde, dass Migrant*innen sich ein Visum für Deutschland nicht einfach kaufen können.

 

3. Afrikanisches Kino hat großes Potential
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) zufolge sind die Wachstumschancen für die Film- und Kreativwirtschaft nirgendwo auf der Welt so groß wie in Afrika. Das berichten unter anderem die Deutsche Welle, Deutschlandfunk und die Saarbrücker Zeitung. Bei einer Veranstaltung im Rahmen der Berlinale habe Müller gefordert, dass der Kontinent in die Lage versetzt werden müsse, eigene Geschichten, Filme und Inhalte produzieren zu können. Dabei verwies er auf die Initiative „Zukunft.Markt.Film“ seines Ministeriums, die mit einem Volumen von bislang 6,1 Millionen Euro Ausbildung, Investition, Vertrieb und Marketing der afrikanischen Filmwirtschaft unterstütze. Durch das Programm seien mehr als tausend Filmschaffende in 20 Ländern ausgebildet worden, davon fast die Hälfte Frauen. Als ein Erfolg gelte der vielfach prämierte und vom Entwicklungsministerium geförderte kenianische Kinderfilm „Supa Modo“. Müller verwies auch auf den Streamingdienst Netflix, der zunehmend Interesse an afrikanischen Film- und Serien-Produktionen zeige.

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14. Februar 2019

14. Februar 2019 - 13:34

1. Nigeria wählt
Über die anstehende Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Nigeria am Samstag berichten heute unter anderem der Stern und die Deutsche Welle. 84 Millionen Wahlberechtigte können sich zwischen 73 Kandidat*innen für das Präsident*innen-Amt entscheiden. Verlässiche Prognosen über den Wahlausgang gebe es nicht. Derzeit deute vieles aber auf einen Zweikampf zwischen Amtsinhaber Muhammadu Buhari von der All Progressives Congress (APC) und dem ehemaligen Vizepräsidenten Atiku Abubakar von der People’s Democratic Party (PDP) hin. Bei seiner Wahl vor vier Jahren habe Buhari angekündigt, entschieden gegen Korruption und Terrorismus zu kämpfen. Dabei sei er bis heute jedoch nur mäßig erfolgreich gewesen. Seit Ende 2018 greife die Terrormiliz Boko Haram wieder vermehrt Kommunen und militärische Ziele an. Erst wenige Tage vor der Wahl seien bei einem Angriff auf einen Politiker vier Menschen getötet und mehrere entführt worden. Auch die Bildung im Land sei gefährdet, berichtet Deutschlandfunk. Lehrer*innen üben ihren Beruf oft unter Lebensgefahr aus, denn Boko Haram zerstöre Schulen, überfalle und töte Lehrer*innen und bekämpfe besonders Bildung für Mädchen.

 

2. Afrikabeauftragter streitet mit Wissenschaftler*innen
Wie die Tageszeitung (taz), Welt und B.Z. berichten, hat sich der Afrikabeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), am Mittwoch mit einer Gruppe Wissenschaftler*innen zur Aussprache getroffen. Anlass seien Nookes umstrittene Äußerungen in einem Interview im vergangenen November gewesen. Er habe unter anderem gesagt, die europäische Kolonialisierung Afrikas habe dazu beigetragen, „den Kontinent aus archaischen Strukturen zu lösen“. Zudem sollen afrikanische Staaten seiner Meinung nach „ein Stück territoriale Hoheit abgeben“, damit Europa abgeschobene Migrant*innen „in Wirtschaftssonderzonen“ ansiedeln könne. Eine Gruppe Afrikanist*innen habe daraufhin in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel seinen Rücktritt gefordert, da er sich mit „kolonialen Stereotypen und rassistischen Untertönen“ respektlos gegenüber Afrikaner*innen geäußert habe. In der zweistündigen Debatte am Mittwoch haben sie wissen wollen, ob Nooke weiterhin zu seinen Interviewaussagen stehe. Der Afrikabeauftragte habe versichert, „jede Form von Rassismus“ sei ihm fremd, seine umstrittenen Äußerungen habe er aber nicht zurückgenommen. Beide Seiten haben der Welt zufolge auf ihren Positionen verharrt und vor allem aneinander vorbeigeredet.

 

3. Kenia setzt auf Bio-Avocados
Bettina Rühl widmet sich im Deutschlandfunk diese Woche dem Avocado-Anbau in Kenia. Dort satteln immer mehr Kleinbauer*innen von Kaffee auf Avocados um, weil dies weniger arbeitsintensiv sei. Eigentlich gelte die Avocado aufgrund ihres hohen Wasserverbrauchs als Umweltsünder. In dem afrikansichen Land setze man jedoch auf biologische Anbaumethoden. Im zentralen Hochland Kenias regne es viel und der Boden sei fruchtbar. Die Früchte brauchen weder künstliche Bewässerung noch Pflanzenschutzmittel. Über 90 Prozent der Avocados wachsen auf den Feldern von Kleinbauer*innen, wo sie gleichzeitig ihr Vieh frei herumlaufen lassen und nichts anbauen. Nach der Ernte würden die Früchte vor allem nach Europa exportiert. Kenia habe mittlerweile Südafrika als größten afrikanischen Avocado-Exporteur abgelöst. Peter Kamau vom Forschungsinstitut icipe in Nairobi glaubt, dass bald viele Organisationen und Unternehmen auf den kenianischen Avocadomarkt drängen werden. Dennoch würden Avocados dort auch in Zukunft nicht in Plantagen gezogen. Die Böden werden trotz des enormen Wasserverbrauchs der Avocadobäume nicht veröden, da es in Kenias Hochland ausreichend feucht sei.

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13. Februar 2019

13. Februar 2019 - 12:46

1. EU veröffentlicht Liste mit Geldwäsche-Staaten
Die EU-Kommission will heute eine Schwarze Liste vorstellen, auf der 23 Staaten mit hohem Risiko für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verzeichnet sind, wie Spiegel Online meldet. Darauf sollen auch die Länder Panama und Saudi-Arabien stehen. Unter anderem die Bundesregierung solle versucht haben, eine Nennung Saudi-Arabiens zu verhindern. Zudem habe es im Rat der EU-Staaten grundsätzliche Kritik an der Liste gegeben, etwa weil sie zu strenge Maßstäbe anlege. Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Dschubeir habe Anfang Februar persönlich in Brüssel vorgespochen, auch Panama habe in letzter Minute versucht, zu intervenieren. Beide seien jedoch erfolglos geblieben. Erheben der Rat der EU-Staaten und das Parlament einen Monat lang keinen Einspruch, werde die Schwarze Liste gemäß dem Vorschlag der EU-Kommission umgesetzt. Den betroffenen Staaten werden dann bestimmte Geschäfte mit der EU deutlich erschwert. Europäische Banken und andere Firmen beispielsweise müssen Partner*innen in den Risikoländern verstärkt überprüfen. In der EU-Kommission sei man optimistisch, dass die Liste ohne Änderungen angenommen werde.

 

2. Migration: Schwerpunkt in Afrika
Über die Flucht- und Migrationsbewegungen innerhalb Afrikas berichten heute unter anderem die Tageszeitung (taz) und Deutschlandfunk Nova. Demnach beherberge der Kontinent zwar ein Sechstel der Weltbevölkerung, zugleich aber ein Drittel aller Geflüchteten und Vertriebenen. Afrikanische Migration fände zu 90 Prozent innerhalb des Kontinents statt. Die Afrikanische Union habe daher auf ihrem diesjährigen Gipfel die Themen Flucht und Migration in den Fokus gerückt und das afrikanische „Jahr der Geflüchteten, Rückkehrer*innen und Binnenvertriebenen“ ausgerufen. In einigen Flüchtlingslagern wachse inzwischen die dritte Generation ohne Möglichkeit auf Rückkehr in die Heimat heran. Die Menschen leben vorranging in vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR eingerichteten Lagern, da es in den meisten afrikanischen Staaten keine Integrationspolitik gebe. Oft bestehe die Hoffnung, die Situation in den Krisenregionen verbessere sich schnell wieder. Doch die UNHCR-Lager seien massiv unterfinanziert. Es fehle Geld für neue Zelte oder für die Versorgung der Menschen mit den allernötigsten Essensrationen. Ein positives Gegenbeispiel sei Uganda. Die überwiegend aus dem Südsudan stammenden Geflüchteten werden dort in kleinen Dorfgemeinschaften angesiedelt und dürfen Arbeit aufnehmen. Auch Äthiopien bemühe sich inzwischen stärker, Geflüchtete zu integrieren.

 

3. Frieden in Ostafrika
Die Tageszeitung (taz) widmet sich heute dem voranschreitenden Friedensprozess zwischen Eritrea und Äthiopien. Jahrzehntelang sei Eritreer*innen die Ausreise aus ihrem eigenen Land nicht erlaubt worden. Im September sei im Rahmen des Friedensschlusses zwischen Eritrea und Äthiopien die Grenze erstmals wieder geöffnet worden. Seit dem können Eritreer*innen ohne Papiere oder Genehmigung die Grenze überqueren. Viele nutzen die neue Freiheit, um dem Wehrdienst in ihrem Land zu entkommen, der mehrere Jahre dauere und für jeden Erwachsenen Pflicht sei. Wie viele Eritreer*innen die Grenze mittlerweile überquert haben, wisse aufgrund der weggefallenen Kontrollen niemand genau. Für Äthiopien sei der Zustrom schwer zu bewältigen, da das Land bereits vor dem neuen Zuzug etwa 900.000 Geflüchtete beherberge. Zudem gebe es noch rund 1,4 Millionen Binnenvertriebene. Wirtschaftlich betrachtet sei die Grenzöffnung für beide Länder positiv. Die britische Journalistin und Eritrea-Kennerin Michela Wrong vermutet, der Frieden und die Grenzöffnung könnten nun auch das Ende der Diktatur in Eritrea einläuten.

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12. Februar 2019

12. Februar 2019 - 13:05

1. Mehr deutsche Wirtschaft in Afrika
Über den derzeit stattfindenden Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsgipfel in Ghana berichten unter anderem das Handelsblatt und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) beklagt vor Ort, dass viel zu wenige deutsche Unternehmen in Afrika aktiv seien, obwohl die Wirtschaft in manchen Ländern Afrikas um mehr als 7 Prozent im Jahr wachse. Er habe mittelständischen Unternehmen, die in Afrika investieren wollen, daher stärkere Unterstützung zugesagt. Sein Ziel sei es, die Präsenz der deutschen Wirtschaft in Afrika innerhalb der nächsten zwei Jahre zu verdoppeln. Bereits im Oktober vergangenen Jahres habe die Bundesregierung einen Investitionsfonds für Afrika im Umfang von einer Milliarde Euro angekündigt, um das Investitionsrisiko für kleine und mittlere Firmen zu verringern. Deren Aktivierung gehe jedoch zu langsam voran, beklagt Stefan Liebing, Chef des Afrikavereins der deutschen Wirtschaft. Ab April werden je 400 Millionen Euro für deutsche und afrikanische Unternehmen aus dem Fonds bereitgestellt. Zudem werde das Wirtschaftsministerium ab dem kommendem Jahr zusätzlich 200 Millionen Euro bereitstellen. Als Ergänzung zum Investitionsfonds wolle Müller eine neue Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung schaffen mit dem Ziel, in Afrika bis 2021 100.000 neue Arbeitsplätze für Berufe mit höherer Qualifikation zu schaffen.

 

2. Gates begrüßt Fortschritte in der Gesundheitsversorgung
Auch heute berichten unter anderem das ZDF, der Tagesspiegel sowie die Nachrichtenagenturen dpa und AFP vom derzeit stattfindenden Gipfel der Afrikanischen Union in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Zum Abschluss des Treffens habe der neue AU-Vorsitzende, Ägyptens Präsident Abdelfattah al-Sisi, die Mitgliedsstaaten zur Zusammenarbeit im Umgang mit Geflüchteten aufgerufen und für das kommende Jahr Reformen der AU angekündigt. Am Rande des Gipfels habe sich zudem US-Milliardär und Philanthrop Bill Gates optimistisch über den Kampf für eine gute Gesundheitsversorgung für alle Menschen geäußert. Die Menschheit solle „stolz sein“ auf den Fortschritt in den Entwicklungsländern. Heute könne beispielsweise bei Impfungen, beim Zugang zu Antibiotika und zu sicheren Entbindungen bereits mit „bescheidenen Summen“ ein „phänomenaler Nutzen“ errungen werden. Um Krankheiten wie Aids und Malaria zu bekämpfen, seien die Entwicklungsländer jedoch weiter auf die „Großzügigkeit“ reicherer Geberländer angewiesen. In einem Interview von Sascha Karberg im heutigen Tagesspiegel betonte der Arzt und Medikamentenforscher Paul Stoffels, eine Welt ohne bestimmte Krankheiten wie HIV oder Tuberkulose sei möglich, wenn pharmazeutische Unternehmen „viel enger mit der akademischen, wissenschaftlichen und medizinischen Gemeinschaft zusammenarbeiten würden“.

 

3. Moderner Staat im historischen Afrika
Ada von der Decken berichtet im Deutschlandfunk über das Königreich der Kuba, einem innovativen vorkolonialen Staat in Afrika. Das Königreich sei im frühen 17. Jahrhundert auf dem heutigen Gebiet der Demokratischen Republik Kongo entstanden. Dort habe es bis zur Gründung des Staates keine gesellschaftliche Ordnung gegeben. Im Königreich aber sei ein Verbund verschiedener Volksgruppen mit einem fortschrittlichen politischen System entstanden. Es habe über ein Rechtssystem und universale Besteuerung verfügt und sein Volk mit öffentlichen Gütern versorgt. Die DNA-Analyse der Genetikerin Lucy van Dorp vom University College London habe gezeigt, dass die Kuba genetisch vielfältiger und durchmischter waren als ihre benachbarten Volksgruppen. Der Staat habe offenbar von Beginn an Migration, Zuzug und soziale Mobilität gefördert, was widerum ein innovatives und für seine Zeit beeindruckendes Königreich hervorgebracht habe.

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Warum infizieren sich täglich fast 1000 Mädchen und junge Frauen mit HIV?

11. Februar 2019 - 14:10

Seit Ausbruch der Krise sind wir im Kampf gegen HIV/Aids einen weiten Weg gegangen. Institutionen wie der Globale Fonds und das amerikanische Programm PEPFAR arbeiten eng mit den besonders stark betroffenen Ländern zusammen, um die Mutter-zu-Kind-Übertragung zu verhindern, HIV-Infizierten den Zugang zur Behandlung zu ermöglichen und letztendlich Millionen Leben zu retten.

Aber trotz aller beeindruckenden Bemühungen und Erfolge gibt es eine Bevölkerungsgruppe, die sich immer noch überdurchschnittlich häufig mit HIV infiziert. Weltweit stecken sich jeden Tag fast 1000 Mädchen und Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren mit dem HI-Virus an, und die überwiegende Mehrheit von ihnen lebt in Afrika südlich der Sahara. Hier haben junge Frauen eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit wie junge Männer, sich mit HIV zu infizieren.

Und obwohl diese Zahlen zunächst überraschend sein dürften, sollten wir bei näherer Betrachtung überhaupt nicht überrascht sein.

Risikofaktoren

Das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, hängt nicht nur mit der körperlichen Gesundheit zusammen, sondern auch mit wirtschaftlichen und sozialen Faktoren – und insbesondere mit den verschiedenen Ebenen der geschlechtsspezifischen Diskriminierung.

Auf der ganzen Welt umgeben nach wie vor Stigma und soziale Tabus die sexuelle Aktivität von Mädchen. Dies schränkt die Möglichkeit offen über Sex und sexuell übertragbare Krankheiten zu reden stark ein. Deshalb verfügen Mädchen oft nicht über wichtige Informationen, um sich vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen.

Der Zugang zu Bildung ist ein wichtiger Faktor im Kampf gegen HIV (Quelle: freestocks.org auf Unsplash)

Hohe Infektionsraten hängen auch mit der wirtschaftlichen Verwundbarkeit von Mädchen zusammen. Angesichts der begrenzten Möglichkeiten, Einkommen zu erzielen, stehen Mädchen oft unter Druck, transaktionsbasierte sexuelle Beziehungen einzugehen, in denen ungeschützter Sex gegen finanzielle Unterstützung ausgetauscht wird. Dies gilt sowohl außerhalb als auch innerhalb der Ehe, da sich viele Eltern dafür entscheiden, ihre Töchter als Kinder zu verheiraten. Diest ist auf eine Kombination aus wirtschaftlichen Zwängen und sozialen Normen zurückzuführen.

Schlussendlich sind hohe Infektionsraten bei Frauen und Mädchen auch durch ihre begrenzte Autonomie und Verhandlungsmacht in ihren Beziehungen bedingt. Besonders gefährdet sind diejenigen, die gezwungen sind, als Kinder zu heiraten. Selbst finanziell abgesicherte Mädchen und Frauen, die über Informationen zum Schutz verfügen, werden häufig von ihren Partnern unter Druck gesetzt, ungeschützten Sex zu haben.

Der Globale Fonds

Glücklicherweise wissen wir, dass es wirksame Wege gibt, all diese Probleme anzugehen. Der Globale Fonds und seine Partner legen Wert auf einen ganzheitlichen Ansatz, der sie an der Wurzel angeht.

Mehr als die Hälfte der Ausgaben des Fonds ist inzwischen speziell auf Programme für Frauen und Mädchen ausgerichtet und hat seit 2002 so insgesamt 18 Milliarden US-Dollar investiert. Der Globale Fonds hat ein Programm (HER) gestartet, um zusätzliche Ressourcen für die spezifischen Bedürfnisse junger Mädchen und junger Frauen zu mobilisieren.

In Botswana bietet der Globale Fonds Rechtshilfe und Unterstützung für Frauen und Mädchen, die geschlechtsspezifische Gewalt überlebt haben, und beseitigt gleichzeitig strukturelle Hindernisse für eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung.

In Kenia, Swasiland und Südafrika zielen die Programme darauf ab, Mädchen und Frauen im Alter von 14-22 Jahren in der Schule zu halten und ihnen zusätzliche Bildungs- und Sozialhilfe anzubieten.

In Lesotho wurden die sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdienste in die HIV-Dienste integriert, so dass Frauen beide Dienste an einem Ort nutzen können.

Qualitativ hochwertige Sekundarschulbildung (einschließlich umfassender Sexualerziehung), Geldtransfers, die die wirtschaftliche Unsicherheit von Mädchen verringern, und Maßnahmen zur Stärkung der Handlungs- und der Verhandlungsmacht von Mädchen tragen dazu bei, dass sich Mädchen weniger wahrscheinlich mit HIV infizieren.

Wir müssen den Kampf gegen HIV erweitern

Bei der Vorbereitung auf die Wiederauffüllung des Globalen Fonds 2019 sollten wir sicherstellen, dass der Fonds in der Lage ist, auf die finanziellen Mittel zurückzugreifen, die er benötigt, um HIV/Aids ein für allemal auszurotten, indem er weiterhin die Bedürfnisse und Zwänge von Mädchen und Frauen in den Mittelpunkt seiner Investitionen stellt.

Füge jetzt deinen Namen hinzu, um den Staatsoberhäuptern zu sagen, dass sie diese mutige Initiative in diesem Jahr unterstützen müssen.

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11. Februar 2019

11. Februar 2019 - 14:08

Afrikanische Union berät zu Flucht und Migration
Unter anderem die ZEIT, die Welt, die Deutsche Welle, die Tageszeitung (taz) und Süddeutsche Zeitung thematisieren den derzeit stattfindenden Gipfel der Afrikanischen Union (AU) in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Der ägyptische Päsident Abdelfattah al-Sisi habe seinen ruandischen Amtskollegen Paul Kagame turnusmäßig als AU-Vorsitzenden abgelöst. Al-Sisi betone, bis zum Ziel, 2020 in ganz Afrika „die Waffen schweigen zu lassen”, sei es noch ein weiter Weg. Die Staatengemeinschaft berate auf dem Gipfel vorranging zu den Themen Flucht und Migration. UN-Generalsekretär António Guterres habe in einer Rede Afrika für seine Solidarität mit Geflüchteten gelobt, dabei jedoch nicht die Gefahren erwähnt, denen Vertriebene in Teilen Afrikas ausgesetzt seien. Zudem habe er kürzlich erzielte Friedensfortschritte im Südsudan, der Zentralafrikanischen Republik sowie im Konflikt zwischen Äthiopien und Eritrea gelobt. Zugleich mahne er jedoch mehr globalen politischen Willen im Kampf gegen den Klimawandel an. Ginge dieser Kampf verloren, werde dies dramatische Folgen für Afrika haben, auch wenn der Kontinent selbst zur globalen Erwärmung „nicht viel beiträgt“.

 

Afrika: Bevölkerungsverdopplung in 30 Jahren?
Der Spiegel widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe dem anhaltenden Bevölkerungswachstum in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern. Niger beispielsweise habe mit durchschnittlich sieben Kindern pro Frau die höchste Geburtenrate der Welt. Und die nigerianische Stadt Lagos sei seit den Fünfzigerjahren von rund 300.000 auf heute 20 Millionen Menschen angewachsen, bis 2050 sollen es 40 Millionen werden. Insgesamt werde sich die Bevölkerung Afrikas in den kommenden 30 Jahren von 1,2 auf 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln. Über die Hälfte davon sei jünger als 30 Jahre und habe wenig Zukunftsaussichten, sollte sich die wirtschaftliche Lage des Kontinents nicht grundlegend verbessern. Es drohten Verteilungskämpfe um knapper werdende Ressourcen wie Land, Nahrung, Wasser und Arbeit. Um den demografischen Herausforderung angemessen zu begegnen, müssten die verantwortlichen Regierungen die Gesundheitsversorgung verbessern, in Bildung investieren, insbesondere für Mädchen, Arbeitsplätze schaffen und funktionierende staatliche Institutionen aufbauen.

 

Sierra Leone: Notstand wegen Vergewaltigungen
Wie der Tagesspiegel berichtet, hat Sierra Leone aufgrund der stark gestiegenen Zahl von Vergewaltigungen im Land den nationalen Notstand ausgerufen. Präsident Julius Maada Bio habe die Einrichtung einer Spezialeinheit der Polizei und eines Sondertribunals bekannt gegeben, um Fälle sexueller Gewalt schneller verfolgen zu können. In dem westafrikansichen Land habe sich die Zahl der gemeldeten Vergewaltigungen im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Bio habe außerdem eine Gesetzesänderung angekündigt, wonach Vergewaltigung von Minderjährigen ab sofort mit lebenslanger statt mit höchstens 15 Jahren Haft bestraft werden soll. Die große Ebola-Krise vor vier Jahren habe praktisch zu einem Zusammenbruch des öffentlichen Lebens geführt. Seitdem haben zum einen die Fälle von häuslicher und sexueller Gewalt stark zugenommen. Zum anderen sei auch die Zahl der Teenager-Schwangerschaften in manchen Regionen um bis zu 65 Prozent gesteigen, da viel Kinder nicht nur ihre Eltern, sondern jeglichen Schutz verloren haben, wie eine Studie des UN-Entwicklungsprogramms UNDP nahelegt.

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Halimas Traum einer HIV-freien Generation

8. Februar 2019 - 14:29

Diese Geschichte stammt ursprünglich von Halima Abdullahi* für die Thomson Reuters Foundation.

“Hast du gesagt, du warst schon einmal verheiratet?”
“Bist du eine Witwe?”
“Und du bist erst achtzehn Jahre alt?”

Der Arzt stellte all diese Fragen in einem Atemzug, aber ich konnte sie nicht beantworten. Ich zitterte. Gott, lass nicht wahr sein, was ich denke. Mit Arbeitgeberbrief und Aufregung bin ich in die Arztpraxis gegangen. HIV und andere medizinische Tests sind Routine bei der Überprüfung des beruflichen Hintergrundes in Nigeria. Mein Traum war, genug Geld für ein Studium zu sparen. Ich war ihm einen Schritt nähergekommen.

Eine gute medizinische Versorgung bleibt die Grundlage in der Bekämpfung von Aids

Die Diagnose

“Du bist HIV-positiv, aber es ist okay!” sagte der Arzt nach einer langen Pause. In diesem Moment spürte ich mein Leben zusammenbrechen. Nein, es ist nicht okay, Doktor! Der Schmerz drang in mein Herz und meine Beine wurden steif. Ich konnte mich nicht bewegen. Ich verfluchte die Familie und Kultur, in die ich geboren wurde.

Als ich heiratete, war ich 15 Jahre alt. Ungewöhnlich ist das im Nordosten Nigerias, aus dem ich komme, nicht. An meine Hochzeitsrituale kann ich mich kaum erinnern, außer dem Gefühl unglücklich zu sein. Vor meinem Hochzeitstag flehte ich meinen Vater viele Male an, mich die Ausbildung abschließen zu lassen. Ich sagte ihm, dass ich mit einem Schulabschluss eines Tages sein Leben verbessern könnte, aber er weigerte sich. Ich wurde gezwungen, einen Mann zu heiraten, dessen Tochter älter war als ich.

“Du bist HIV-positiv, aber es ist okay!” sagte der Arzt nach einer langen Pause.

Nach der Hochzeit verlief das Leben sehr schnell. Innerhalb eines Jahres wurde ich schwanger und mein Mann sehr krank. Ich habe meine Zwillinge verloren und mein Mann starb. Viele Erinnerungen an diesen traumatischen Abschnitt meines Lebens sind verschwunden, aber die vom Verlust meiner Zwillinge bleibt lebendig. Erst später erfuhr ich, dass es in der Gemeinschaft, aus der ich komme, einen Mythos gibt, dass Männer mit HIV/Aids geheilt werden können, wenn sie Sex mit Jungfrauen haben.

Der Neuanfang

Der Besuch einer  Schule ermöglichte Halima ein eigenes Einkommen (Photo: Jawad Jalali/ World Bank)

Unmittelbar nach der Beerdigung meines Mannes lief ich mit dem bisschen Geld, das mir während der Begräbnisgrüße geschenkt wurde, von zu Hause weg. Ich hatte Angst, davor, wieder verheiratet zu werden. In einem Nachbarstaat fand ich Arbeit im Verkauf von Lebensmittel und im Abwasch. Anstelle eines Gehalts bat ich um Zugang zu einer Schule, um die Sekundarschule abzuschließen.

Ich träume von einer Generation frei von HIV und dem Ende der Kinderehe.

An dem Tag in der Arztpraxis hatte ich das Gefühl, all mein ist Leiden war umsonst. Die erste HIV Diagnose ist zehn Jahre her. Viele Male war ich deprimiert, aber meine Flucht war die Bildung. Mittlerweile habe ich einen Abschluss, arbeite in einer Denkfabrik und ernähre meine Familie.

Der Traum

Heute werden sich 900 junge Frauen in Afrika mit HIV infizieren und über zweitausend Menschen werden daran sterben. Ich träume von einer Generation frei von HIV und dem Ende der Kinderehe. Von meinem Status erzähle ich niemandem, denn man wird in Nigeria schnell verurteilt und stigmatisiert. Mein Traum aber bleibt es, eines Tages der Welt meine Geschichte zu erzählen. Vielleicht inspiriere ich ja jemanden.

*Der Name wurde aus Datenschutzgründen geändert.

ONE begrüßt die Beiträge von Gast-Bloggern, unterstützt aber nicht unbedingt die hervorgehobenen Ansichten, Programme oder Organisationen.

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08. Februar 2019

8. Februar 2019 - 13:20

Südafrika: Kampf gegen Korruption
Wie unter anderem das ZDF und die schweizerische Nachrichtenagentur sda berichten, verkündete Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa, vor den kommenden Parlamentswahlen im Mai und darüber hinaus stärker gegen die Korruption im Land vorzugehen. Zudem wolle die Regierung für Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen sorgen. Daran, dass der Kampf gegen Korruption jahrelang stillgestanden habe, seien der Opposition zufolge allerdings Ramaphosas eigene Partei, der African National Congress (ANC), sowie sein Amtsvorgänger Jacob Zuma Schuld. Zuma habe 2018 nach schweren Korruptionsvorwürfen zurücktreten müssen. ANC-Politiker*innen in hohen Funktionen sollen sich während seiner Amtszeit an der Staatskasse bereichert haben. Ramaphosa gebe sich als Erneuerer und Kämpfer, sei allerdings selbst von 2014 bis 2018 Vizepräsident unter Zuma gewesen. Laut eigener Aussage habe er von den Skandalen jedoch nichts gewusst. Mit der Ankündgung der Korruptionsbekämpfung habe für Ramaphosa auch der Wahlkampf begonnen. Beobachter*innen rechnen bei der Wahl trotz aller Skandale mit einem erneuten Sieg seiner Partei.

Afrika bald größte Freihandelszone der Welt?
Über die Pläne der Afrikanischen Union (AU), auf dem Kontinent die größte Freihandelszone der Welt einzuführen, berichten die Deutsche Welle und Focus Online. Den Weg dorthin solle das Afrikanische Freihandelsabkommen (AfCFTA) ebnen, das im vergangenen März nach jahrelangen Verhandlungen von 44 afrikanischen Staaten unterzeichnet wurde. Um den Vertrag geltend zu machen, müssen ihn mindestens 22 Staaten ratifizieren. Bisher sei dies erst in 17 Staaten der Fall. Das Ziel des AfCFTA sei eine deutliche Steigerung des bislang schwachen innerafrikanischen Handels. Der AU-Kommissar für Handel und Industrie, Albert Muchanga, betonte, das Abkommen schaffe „Chancen für große Investitionen in Afrika“. Zu den Ländern, auf deren Ratifizierung die AU noch warte, gehöre auch das wirtschaftlich starke Nigeria. Dessen Regierung befürchte, das Abkommen könnte nigerianischen Unternehmern schaden und dazu führen, dass ausländische Billigprodukte den nigerianischen Markt überschwemmen. Doch Jamie Macleod, Handelspolitik-Experte des African Trade Policy Centre, weist darauf hin, dass das Abkommen bereits Schutzmaßnahmen gegen diese Risiken beinhalte. Sowohl Macleod als auch Muchanga seien optimistisch, dass sich ausreichend viele afrikanische Staaten finden, die das Abkommen ratifizieren – einschließlich Nigeria.

Afrikas Weg in den Weltraum
In der Tageszeitung (taz) berichtet Peter Schneider von den Bestrebungen und Erfolgen einiger afrikanischer Staaten im Weltraum. Äthiopien bekomme in diesem Jahr mit Unterstützung Chinas den ersten eigenen Erdbeobachtungssatelliten. Nigeria, Südafrika, Ghana, Angola und Kenia haben zusammen bereits mehr als ein Dutzend Satelliten im All platziert. Die AU habe Ende 2017 eine Raumfahrtstrategie verabschiedet mit dem Ziel einer panafrikanischen Raumfahrtagentur. Damit sollen bereits vorhandene Ressourcen gemeinsam genutzt und ein kohärentes afrikanisches Raumfahrtprogramm gefördert werden. Das Interesse afrikanischer Staaten an der Raumfahrt habe auch praktische Gründe. Ein von Südafrika entwickeltes Informationssystem beispielsweise werte Satellitenbilder im Bezug auf Buschbrände aus, die ohne diese Technologie oft lange unbemerkt blieben und Stromtrassen beschädigten. Zudem können mithilfe von Satelliten lokale Regenfälle vorhergesagt und die Vorgänge in Nationalparks überwacht werden. Nicht zuletzt könne man sich mit einem eigenen Programm langfristig aus der Abhängigkeit von Europa, den USA und kommerziellen Unternehmen befreien. Wirkliche Unabhängigkeit sei jedoch nur erreicht, wenn die Satelliten auch von afrikanischen Ingenieur*innen gebaut und betrieben würden, wozu bisher lediglich Südafrika in der Lage sei.

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07. Februar 2019

7. Februar 2019 - 13:17

27 % aller Menschen ohne Freiheitsrechte
Wie unter anderem das ZDF, die Deutsche Welle, Der Tagesspiegel und Radio Eins berichten, hat das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt am Mittwoch seinen ‚Atlas der Zivilgesellschaft‘ vorgestellt. Dieser messe, inwiefern ein Staat grundlegende Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit gewährt und ordne 196 Länder in fünf Kategorien von „offen“ bis „geschlossen“ ein. Zu den 45 „offenen“ Staaten zählt unter anderem auch Deutschland. Jedoch lebten nur vier Prozent – 282 Millionen Menschen – in einem „offenen“ Staat. Dahingegen leben 27 Prozent der Weltbevölkerung – knapp zwei Milliarden Menschen – in einem der 23 „geschlossenen“ Staaten, darunter Ägypten, China, die Demokratische Republik Kongo, Syrien und Saudi Arabien. Die Präsidentin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel betone, die massiven Einschränkungen seien „auch Zeichen einer Krise der Demokratie”. Sie fordere die Bundesregierung auf, sich weltweit für eine freie und handlungsfähige Zivilgesellschaft einzusetzen und sich für den Schutz von Menschenrechten und deren Verteidiger*innen stark zu machen.

 

Mali: Bleibt die Bundeswehr?
Paul Starzmann widmet sich im Tagesspiegel dem Bundeswehreinsatz in Mali. Seit 2013 seien deutsche Soldat*innen dort im Rahmen einer UN-Mission stationiert. Das Land spiele eine wichtige Rolle in der Afrika-Strategie der Regierung, da es zum einen ein „Transitstaat“ für Migrant*innen auf dem Weg nach Europa sei. Zum anderen sei der Norden des Landes ein Rückzugsgebiet für Islamist*innen. Trotz der Unterstützung durch die Bundeswehr sei Mali jedoch nicht sicherer geworden, die Gewalt gegen UN-Soldat*innen und Regierungstruppen habe sogar zugenommen. Deshalb gebe es aktuell auch keine Pläne für einen Abzug der Bundeswehr. Am Freitag empfange Bundeskanzlerin Angela Merkel den malischen Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta. Die Regierungsparteien gehen davon aus, dass er Merkel um eine Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes in seinem Land bitten werde. Eine Verlängerung des im Mai auslaufenden Bundestagsmandats für den Einsatz sei wahrscheinlich.

 

Afrikanische Entwicklungsbank will Millionen Jobs schaffen
Laut Deutsche Welle, Deutschlandfunk und der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) hat sich die Afrikanische Entwicklungsbank (ADB) zum Ziel gesetzt, durch finanzielle Unterstützung einer Reihe von Staaten in den kommenden zehn Jahren 25 Millionen neue Jobs in Afrika zu schaffen. Am Dienstag habe sie dazu ihren Jahresbericht zu den Perspektiven der afrikanischen Wirtschaft vorgestellt. Akinwumi Adesina, Präsident der ADB, sagte, man müsse „den demografischen Vorteil Afrikas in einen wirtschaftlichen Vorteil ummünzen“. Den zehn Millionen jungen Menschen, die auf dem Kontinent jährlich auf den Arbeitsmarkt drängen, stehen lediglich drei Millionen Arbeitsplätze vor Ort zur Verfügung. Um dieses Defizit auszugleichen, brauche es ein höheres Wirtschaftswachstum. Adesina kritisiere, dass afrikanische Länder trotz des Preisverfalls Rohstoffe wie Kakao und Baumwolle nach wie vor exportieren, statt sie selbst zu verarbeiten. Um eine Verarbeitung vor Ort zu fördern, unterstütze die ADB vor allem die Industrialisierung des Agrarsektors und die Entwicklung des Informations- und Kommunikationssektors. Laut Adesina müssen mehr Arbeitsplätze entstehen, damit junge Menschen in Afrika bleiben, statt ihr Glück in Europa zu suchen.

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06. Februar 2019

6. Februar 2019 - 14:04

1. Haushalt: Debatte um Finanzierungslücken geht weiter
Auch heute thematisieren unter anderem die Süddeutsche Zeitung und die Welt die geplanten Sparpläne des Bundesfinanzministeriums. Während ein ausgeglichener Haushalt auch bei der anstehenden Finanzplanung die Maßgabe bliebe, sollen die Etats für Verteidigung und für Entwicklungszusammenarbeit ab 2021 – anders als ursprünglich geplant – nicht mehr aufgestockt werden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen betonte, dass aus ihrer Sicht an den Militärausgaben nicht gespart werden dürfe. Durch die vorgesehene Kopplung von Mehrausgaben in den Bereichen Verteidigung und Entwicklungszusammenarbeit rücke auch das erklärte Ziel Deutschlands, 0,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für Entwicklung aufzuwenden, in weite Ferne. Die FDP gehe indes von einer Finanzierungslücke in der Größenordnung von 80 Milliarden Euro für die kommenden Jahre aus. Finanzminister Scholz (SPD) habe bisher von einem Haushaltsloch von rund 25 Milliarden Euro bis 2023 gesprochen. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) war Dienstagabend in der ZDF-Fernsehsendung von Marcus Lanz zu Gast. Dort merkte er an, Unterstützung für Afrika müsse vor allem durch die Reform bestehender, unfairer Handelsstrukturen erfolgen, auch in Deutschland. Zudem sei der politische Reformwille afrikanischer Regierungen gefordert.

 

2. Unicef: Nur ein Drittel aller Kinder erhält Sozialleistungen
Weltweit profitieren nur 35 Prozent aller Kinder von staatlichen Sozialleistungen. Das berichten unter anderem die BILD, die ZEIT, Deutschlandfunk und die Süddeutsche Zeitung und beziehen sich auf einen gemeinsamen Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Die finanzielle Unterstützung von Kindern sei auf den verschiedenen Kontinenten sehr unterschiedlich. Während in Europa 87 Prozent der Kinder soziale Unterstützung erhalten, seien es in der Asien-Pazifik-Region lediglich 28 Prozent, in Afrika sogar nur rund 16 Prozent. Die Zahlungen seien in unterschiedlichen Ländern an jeweils verschiedene Bedingungen und Altersstufen geknüpft und spielen eine zentrale Rolle im Kampf gegen Armut. Mithilfe der Zuwendungen können kindergerechte Nahrung, Medikamente und Schulbildung finanziert werden. Finanzielle Unterstützung für Kinder verringere zudem das Risiko der Kinderarbeit.

 

3. Trump möchte Weltbankkritiker zu deren Chef machen
Die Süddeutsche Zeitung und Frankfurter Allgemeine Zeitung berichten, dass US-Präsident Donald Trump heute möglicherweise David Malpass als Nachfolger des zurückgetretenen Weltbank-Chefs Jim Yong Kim nominieren wird. Malpass sei derzeit Staatssekretär im amerikanischen Finanzministerium und gelte als starker Kritiker der Weltbank. Er habe diese wiederholt als „übergriffig“ und ihre Verfahren als „eingefahren“ bezeichnet. Der multilatere Ansatz der Weltbank ginge für ihn „viel zu weit“. Malpass dränge vor allem darauf, dass sich die Weltbank stärker bei der Förderung des Wirtschaftswachstums in armen Ländern engagiert, um so nicht zuletzt neue Märkte für US-Firmen zu erschließen. Gleichzeitig werfe Malpass der Weltbank vor, zu viel Geld an aufstrebende Schwellenländer wie Brasilien oder China zu verleihen, die gar keine Entwicklungshilfe mehr benötigten.

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Aktiv gegen weibliche Genitalverstümmelung

6. Februar 2019 - 14:02

In den letzten drei Jahrzehnten ist die Rate der weiblichen Genitalverstümmelungen zurückgegangen: Während in den dreißig Ländern, in denen Berichte zu der Praxis vorliegen in den 80ern noch die Hälfte der Frauen betroffen waren, sind es 2018 nur noch ein Drittel. Grund dafür sind auch viele Aktivist*innen, die sich auf verschiedenste Weisen engagieren.

Joseph Osuigwe Chidiebere ist einer von ihnen. Er ist Geschäftsführer und Gründer des „Devatop Centre for Africa Development“, einer nigerianischen Nichtregierungsorganisation, die sich gegen Menschenhandel und Menschenrechtsverstöße einsetzt. Eines der Projekte heißt “End Female Genital Mutilation“ und zielt auf die Reduktion der weiblichen Genitalverstümmelung im Zentrum des Landes.

„Du selbst, oder eines deiner Familienmitglieder haben vielleicht keine weibliche Genitalverstümmelung praktiziert, aber das ist kein Grund, darüber zu schweigen. Du musst dich dagegen aussprechen, um andere von der Praxis abzubringen.
– Joseph Osuigwe Chidiebere

Diese Initiative ist ein Beispiel, wie lokale Initiativen kultursensibel und nachhaltig Veränderung hervorbringen. Für Joseph Osuigwe Chidiebere bedeutet das beispielsweise lokale Netzwerke, Frauen, Jugendliche, traditionelle Herrscher*innen und Entscheidungsträger*innen mit einzubeziehen. So entsteht in der Gesellschaft ein Bewusstsein für die Folgen der weiblichen Genitalverstümmelungen.

Ursachen für die menschenrechtswidrige Praxis gibt es viele – sie reichen von kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen Argumentationen, bis hin zu falschen hygienischen Ansichten. Daran angeknüpft will das Projekt durch den inklusiven Ansatz zeigen, dass keine dieser Gründe legitim sind.

Das empfindliche Sexualorgan eines Mädchens abzuschneiden, ist direkt gegen die Intention der Natur gerichtet. Es ist eine Verzerrung ihrer Weiblichkeit und ein Missbrauch ihres grundlegenden Menschenrechts.”
– Joseph Osuigwe Chidiebere

Dabei fördert Joseph Osuigwe Chidiebere auch junge Menschen in Seminaren und Trainings, damit diese selbst aktiv werden.

Joseph Osuigwe Chidiebere mit lokalen Aktivisten (Fotocredit: Devatop Centre for Africa Development)

Durch Menschen und Initiativen wie dieser geht es voran, im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung. Die Arbeit ist dabei längst nicht getan – ein wichtiger Teil davon ist internationale Unterstützung. Eine Möglichkeit dazu ist unsere Kampagne „Armut ist sexistisch“, mit der wir darauf aufmerksam machen, dass Frauen und Mädchen von Armut am härtesten getroffen werden. Informiere dich und werde Teil von „Armut ist Sexistisch“

Mehr Interesse an der Arbeit von Joseph Osuigwe Chidiebere und seiner Organistion „Devatop Centre for Africa Development“? Schau doch mal auf der Website vorbei.

 

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05. Februar 2019

5. Februar 2019 - 13:17

1. Haushaltsloch gefährdet Entwicklungsinvestitionen
Finanzminister Olaf Scholz (SPD) warnt vor einem 25-Milliarden großen Haushaltsloch bis zum Jahr 2023, wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt, Spiegel Online sowie die Nachrichtenagenturen DPA und Reuters berichten. Der Grund sei die gesunkene Wachstumsprognose, die aufgrund der schwächeren Konjunktur bis 2020 von 1,8 auf 1,0 Prozent korrigiert worden sei. Scholz wolle an einem ausgeglichenen Haushalt festhalten und betont, dass neue Ausgaben daher nur durch Einsparungen an anderer Stelle möglich seien. Zur Debatte steht nun vor allem, ob die ursprünglich geplanten Mehrausgaben für Verteidigung und Entwicklungszusammenarbeit wegfallen sollen. Der Verteidigungsetat sollte auf Drängen der USA angehoben werden. Eine Anhebung des Etats für Entwicklungszusammenarbeit in ähnlicher Größenordnung sei ebenfalls in der Koalition vereinbart worden. Die Ausgabenziele orientieren sich an international vereinbarten Quoten. Würden die Etats nicht angehoben, könnten diese Quoten jedoch nicht eingehalten werden. Diesbezügich habe das Finanzministerium jedoch darauf hingewiesen, dass die Quoten für Verteidigung und Entwicklungshilfe bei sinkendem Wachstum und gleichbleibenden Ausgaben automatisch steigen werden.

2. Afrika: Frauen an die Macht
Die Süddeutsche Zeitung thematisiert die stärker werdende Rolle von Frauen in der afrikanischen Politik. Nur fünf afrikanische Staaten haben in ihrer postkolonialen Geschichte ein weibliches Staatsoberhaupt gehabt und auch in Kabinetten und Parlamenten haben Frauen jahrzehntelang eine untergeordnete Rolle gespielt. Doch seit einiger Zeit würde eine neue Generation von Politikerinnen sichtbar. In Mali habe 2018 zum ersten Mal ein Kabinett seine Arbeit aufgenommen, das zu einem Drittel aus Frauen bestand. Im selben Jahr habe Ruanda den Frauenanteil im Parlament von 64 auf 68 Prozent erhöht. In Äthiopiens neuem Kabinett seien 10 von 20 Minister*innen weiblich und mit Sahle-Work Zewde sei erstmals eine Frau zur Präsidentin des Landes gewählt worden. Der äthiopische Premierminister Abij Ahmed betont, Frauen würden ihre Regierungen effizienter und weniger anfällig für Korruption machen. Diese Aussagebestätigte der amerikanische Think Tank Council on Foreign Relations anhand einer empirischen Untersuchung.

3. Südafrika: Weiße Farmer fürchten Enteignungen
Laut dem Tagesspiegel hält Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa vor den Parlamentswahlen im Mai weiter am Thema Landenteignungen fest. In seinem Wahlprogramm habe er von einer beschleunigten Landreform gesprochen, die eine „Enteignung ohne Entschädigung“ vorsieht, wo sie „angebracht“ sei. Erreichen wolle er dies durch eine Verfassungsänderung. Unterstützung erhalte er dabei auch von der drittgrößten Partei im Parlament, den Economic Freedom Fighters (EFF). Südafrikas Menschenrechtskommission zufolge sei das Land der nach wie vor am stärksten von Ungleichheit betroffene Staat weltweit. Auch 25 Jahre nach dem Ende der Apartheid seien die Folgen in der aktuellen Landverteilung sichtbar. Die größte Oppositionspartei Democratic Alliance (DA) wirft Ramaphosa jedoch vor, mit seiner Politik auf Wählerfang in den Armenvierteln und auf dem Land zu gehen und bezeichnet die Pläne als katastrophale Politik. Untersuchungen des South African Institute of Race Relations zeigen, dass die Landreform allerdings für nur vier Prozent der befragten schwarzen Südafrikaner*innen zu den wichtigsten Themen gehöre. Wichtigere Anliegen seien Arbeitsplätze, Drogenmissbrauch und Kriminalität.

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4. Februar 2019

4. Februar 2019 - 11:00
  1. Nigeria vor den Wahlen

Die Lage in Nigeria vor den Präsidentschaftswahlen Ende Februar spielt heute in mehreren Medien eine Rolle. Unter anderem das Domradio hat ein Interview von Marc Engelhart mit Panti Filibus Musa, dem Erzbischof der größten lutherischen Kirche Nigerias veröffentlicht. Die Kirche sei besorgt, ob die anstehenden Wahlen frei, fair und glaubwürdig vonstattengehen werden. Insgesamt werde eine Sprache verwendet, die zu Hass und Gewalt anstifte.  Musa fordert mehr Einmischung der Kirche in die Politik, da nur ein interreligiöser Dialog Terror und Gewalt im Nordosten des Landes beenden könne.  In einem Video auf Dw.com berichtet Adrian Kriesch über die große Arbeitslosigkeit in Nigeria. Mit 87 Millionen Menschen sei Nigeria das Land mit den meisten Menschen in Armut. Ein Viertel der Bevölkerung habe keine geregelte Arbeit, was vor den Wahlen Sorgen bereite. Die österreichische Zeitung Krone berichtet unterdessen von einem Hubschrauberunfall des Vizpräsidenten von Nigeria, Yemi Osinbajo. Auf seiner Dienstreise sei eine Landung missglückt. Es sei ein Wunder, dass niemand verletzt worden sei. Osinbajo habe seinen Wahlkampf danach weitergeführt als sei nichts passiert.

  1. Impfen in Mali

Bereits am Wochenende veröffentlichte Spiegel Online einen Bericht von Jürgen Bätz zum Thema Impfen in Mali. Während die Impfmüdigkeit in Deutschland zunehme, seien Impfungen in Mali als Lebensretter begehrt, so Bätz. In Mali erinnerten sich viele noch an Zeiten, in denen Kinder an vermeidbaren Krankheiten wir Masern, Pocken oder Tetanus gestorben seien. Nach Angaben der WHO verhinderten Impfungen jährlich zwei bis drei Millionen Todesfälle. In Mali alleine hätten Impfkampagnen bereits Zehntausenden Kindern das Leben gerettet. Der Weltbank zufolge sein im Jahr 2000 dort jedes fünfte Kind noch vor dem fünften Geburtstag gestorben, inzwischen sei es nur noch jedes Zehnte. In Deutschland sterbe etwa jedes 300. Vorschulkind.

 

  1. Kongo: Kampf um Bodenschätze und Mineralien

Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat es am Wochenende bei schweren Gefechten zwischen kongolesischen Soldaten und Rebellen im Ost-Kongo gegeben, bei denen mindestens 22 Menschen getötet wurden. Andrea Böhm beschreibt auf Zeit online detailliert, welche Rolle Joseph Kabila und seine Gefolgschaft im Wettstreit um die Rohstoffe gespielt haben und weiterhin spielen werden. Denn nach der mutmaßlich durch Kabila manipulierten Wahl des neuen Präsidenten Felix Tshisekedi gebe es kaum Hoffnungen auf einen politischen Wandel. Der Kongo sei zwar unendlich reich an Rohstoffen, doch die Bevölkerung verharre in Armut – obwohl der Bergbau das Fundament für den Wiederaufbau des Kongo sein könnte und müsste. Artikel 58 der kongolesischen Verfassung sichere allen Bürger*innen der Landes Teilhabe an dessen Reichtum zu. Der Staat sei zu einer gerechten Verteilung der Gewinne verpflichtet. Für Kongoles*innen sei dies jedoch „der blanke Hohn“. Unter denjenigen, die mit Spaten, Spitzhacken und bloßen Händen in Gruben und Tunnel nach den Rohstoffen graben, seien erstens Zehntausende Kinder und zweitens verkauften die Gräber*innen ihre Ausbeute im Anschluss für lächerlich wenig Geld an Mittelsmänner oder Firmen. Andrea Böhm lässt die Frage offen, ob am Ende die Kongoles*innen den höchsten Preis für die Energiewende der Wohlhabenden zahlen müssen.

 

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01. Februar 2019

1. Februar 2019 - 9:03

Brexit: Die Folgen für Entwicklungsländer
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung beleuchtete bereits vorgestern die Folgen des Brexits für Entwicklungsländer. Würde das britische Parlament dem ausgehandelten Austrittsvertrag mit der EU zustimmen, wäre das Vereinigte Königreich auch verpflichtet, insgesamt 3,3 Milliarden Euro für den Europäischen Entwicklungsfonds beizusteuern und Entwicklungsländern bis 2020 den EU-üblichen Marktzugang gewähren. Da der EU-Deal in seiner bisherigen Form vom britischen Unterhaus abgelehnt werde, befürchtet die Entwicklungsorganisation Brot für die Welt negative ökonomische Auswirkungen für Entwicklungsländer. So seien sowohl höhere Einfuhrzölle insbesondere bei landwirtschaftlichen Produkten zu erwarten als auch der Wegfall bisher gewährter Handelserleichterungen. Auch gebe es offene Fragen beim Handel sowie der Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit. Mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs verliere die EU zudem ein Land, das „über eine große außenpolitische Kompetenz und historische Verbindungen in viele Länder des Südens“ verfüge. Es sei zu erwarten, dass die EU nach dem Brexit den Fokus in der Entwicklungszusammenarbeit stärker auf Migrationspolitik lege – ein Thema, das für die Briten in diesem Zusammenhang weniger Gewicht gehabt habe.

Russland: Militärmacht in Afrika
Johannes Dieterich und Stefan Scholl thematisieren in der Stuttgarter Zeitung den wachsenden Einfluss Russlands auf dem afrikanischen Kontinent. Dabei stehen insbesondere militärische Zusammenarbeit sowie Waffenhandel im Vordergrund. Laut russischen Offiziellen beschränke sich die Militärkooperation hauptsächlich auf die Ausbildung afrikanischer Sicherheitskräfte. Es gebe jedoch auch Augenzeugenberichte, die eine aktive Beteiligung – etwa bei der Niederschlagung von Aufständen im Sudan – nahelegen. Auch in Zentralafrika sollen bis zu 500 russische Legionär*innen die Regierung in der Auseinandersetzung mit den Rebell*innen unterstützen. Russische Kräfte seien unter anderem auch in Simbabwe und Guinea aktiv. Knapp 40 Prozent aller Rüstungskäufe von afrikanischen Ländern werden mit Russland getätigt. Damit verweise Russland China (17 Prozent) und die USA (11 Prozent) auf die Plätze zwei und drei. Insbesondere für autokratische Regime sei das Geschäft mit der Föderation auch deshalb lohnenswert, da Russland – anders als westliche Geldgeber – Investitionen nicht an demokratische Reformen und gute Regierungsführung knüpfe.

Bootsunglück vor Eritrea: Zahl der Toten steigt
Wie unter anderem die Neue Zürcher Zeitung meldet, ist die Zahl der toten Geflüchteten, die vor der Küste Djibutis gekentert waren, auf 52 gestiegen. Bisher seien von den insgesamt über 130 Gekenterten lediglich 16 lebend geborgen werden. Es werden allerdings weitere Todesfälle erwartet, da noch viele vermisst werden. Die beiden Boote, mit denen die Geflüchteten Anfang dieser Woche unterwegs gewesen seien, seien vermutlich auf dem Weg nach Jemen gewesen. Laut der UN-Organisation für Migration (IOM) seien zwischen 2014 und 2018 über 700 Menschen bei der Überfahrt vom Horn von Afrika nach Jemen ums Leben gekommen.

 

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31. Januar 2019

31. Januar 2019 - 10:57
  1. Steinmeier und AU: Internationale Ordnung verteidigen, EU will Nachhaltigkeitswende

Heute berichten fast alle Medien über Frank-Walter Steinmeiers gestrige Zwangspause in Äthiopien, weil der deutsche Regierungsflieger erneut eine Panne hatte. Einige Medien, unter anderem DW.com und der Münchner Merkur,  greifen auch eine dpa-Meldung über Steinmeiers Besuch bei der Afrikanischen Union (AU) auf. Er habe sich mit dem Vize-Kommissionsvorsitzenden der AU, Kwesi Quartey, getroffen. Sie seien sich einig, dass der Multilateralismus verteidigt werden müsse „auch gegen die, die ihn in Frage stellen“. Der AU werde häufig Wirkungslosigkeit nachgesagt, so die Deutsche Welle. Zwar würde viel entschieden, doch nur wenig von den Staaten umgesetzt. Zudem fehle der AU Geld. Derweil hat die EU gestern Vorschläge für eine „Nachhaltigkeitswende“ präsentiert, wie u.a. der Deutschlandfunk berichtet. Unter anderem soll Nahrung so produziert und genutzt werden, dass die wachsende Menschheit versorgt werden kann. Entwicklungsminister Müller habe diese Pläne als überfällig bezeichnet. Phillipp Saure vom epd schreibt unterdessen in Welt-Sichten über mögliche Folgen des Brexit für Entwicklungsländer. So sei aktuell bspw. unklar, ob Großbritannien seinen noch ausstehenden Beitrag zum Europäischen Entwicklungsfonds (3,3 Mrd. Euro) leisten werde, ob die den Entwicklungsländern gewährten Handelserleichterungen bestehen bleiben (insbesondere hinsichtlich der britischen Einfuhrzölle für Agrarprodukte) und ob die Briten weiterhin am 0,7-Prozent-Ziel festhalten werden.

  1. Neue Entwicklungs-Start-ups in Berlin und Stuttgart, „Rafiki“ aus Kenia kommt in deutsche Kinos

Matthias Jauch schreibt heute im Tagesspiegel über die Eröffnung des Coworking Spaces EINS in Charlottenburg, der in Zusammenarbeit mit der TU Berlin entstanden ist. „Triple Impact“ stehe bei allen Start-Ups, die im EINS gefördert werden, an erster Stelle: Ökonomischer Erfolg, gesellschaftlicher und ökologischer Mehrwert. Das Unternehmen „Hedera“ sei bereits eingezogen. „Hedera“ arbeite an einer Plattform, die Entwicklungsorganisationen, Finanzinstitute, Wissenschaftler*innen und Berater*innen in Entwicklungsländern vernetzen solle, um die Kosten für Entwicklungsdienstleistungen zu senken. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt zudem über das Start-Up „re-new“, das an der Universität Stuttgart-Hohenheim ansässig ist. Bislang fielen für Geldtransfers in Heimatländer von Migrant*innen sehr hohe Gebühren an, bei afrikanischen Ländern im Schnitt 8,7 Prozent der Transfersumme. Mit der neuen App solle Geldtransfer künftig leichter werden. Sie soll Mitte des Jahres auf den Markt kommen und ist bisher nur auf Überweisungen nach Nigeria beschränkt. Derweil schreiben heute viele Medien, u.a. der Tagesspiegel, über den kenianischen Film „Rafiki“, der nun in die deutschen Kinos kommt. „Rafiki“ ist ein lesbischer Liebesfilm, der in Kenia verboten sei. Der Chef der Filmklassifizierungsbehörde, Ezekial Mutua, könne keinen Film erlauben, der „den Anschein erwecke, dass Homosexualität in Kenia akzeptabel ist.“ Die Autorin Wanuri Kahiu habe sich juristisch gewehrt und so konnte der Film zumindest eine Woche in kenianischen Kinos laufen – und deshalb als Kenias Oscarkandidat eingereicht werden. In einem Interview mit Hanns-Georg Rodek in der Welt beschreibt Kahiu, der in Kenia Gefängnis droht, die Entstehung des Films und wie sie das „Katastrophenimage“ Afrikas verändern möchte.

 3. „Sea-Watch 3“ darf in Italien anlegen, 40 tote Bootsflüchtlinge vor Dschibuti

Wie u.a. die Welt berichtet, haben die deutsche Hilfsorganisation Sea Watch und Italien eine Lösung für die Aufnahme der 47 Geflüchteten, darunter acht Minderjährige, an Bord der „Sea-Watch 3“ gefunden. Sie könnten in Italien an Land gehen, Deutschland, Frankreich, Portugal, Malta und Rumänien hätten sich bereit erklärt, einige der Menschen aufzunehmen. Die Ruhrnachrichten schreiben, dass sich die Hafeneinfahrt der Sea-Watch in Catania verzögere. Dass die „Sea-Watch 3“ nun in Catania anlanden müsse, sei laut Sea Watch ein politischer Schachzug. Catania sei, „eine Stadt, deren Staatsanwalt bekannt für seine Agenda gegen NGOs ist“. Man „hoffe das Beste“, bereite sich jedoch aufs Schlimmste vor. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kommentiert Reinhard Veser, dass das Gerangel um die „Sea-Watch 3“ deutlich eine Gefahr für die EU aufzeige, nämlich, „dass humanitäres Verhalten zweitrangig wird.” Unterdessen melden der Deutschlandfunk und andere Medien, dass gestern zwei Flüchtlingsboote vor Dschibuti gekentert sind. 130 Menschen werden vermisst, die dpa sprach unter Berufung auf die Internationale Organisation für Migration heute Morgen von 43 Toten.

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30. Januar 2019

30. Januar 2019 - 11:41

1. Korruption: Subsahara-Afrika trauriger Spitzenreiter
Die Nichtregierungsorganisation Transparency International (TI) veröffentlichte gestern seinen jährlichen Korruptionswahrnehmungsindex, wie unter anderem die Welt, tagesschau.de, Spiegel Online und die Deutsche Welle berichten. Zusammen mit internationalen Partnern befrage TI Expert*innen und Geschäftsleute dazu, wie korrupt sie die Zustände in den jeweiligen Ländern einschätzen. Dem Ranking liege ein Punktesystem von 0-100 zugrunde – je höher die Zahl, desto niedriger die wahrgenommene Korruption. Mit 80 Punkten lande Deutschland auf Platz 11 der 180 untersuchten Länder. Am schlechtesten schneide Somalia ab (zehn Punkte). Insgesamt schneide von allen untersuchten Regionen Subsahara-Afrika mit durchschnittlich 32 Punkten am schlechtesten ab. Dazu beleuchtet Christoph Titz auf Spiegel Online den Fall eines Zwei-Milliarden-Dollar-Kredits für Mosambik, bei dem 500 Millionen US-Dollar „verschwunden“ seien. Eine Verwicklung von Regierungsmitgliedern sei nicht ausgeschlossen. Als Reaktion auf die Veröffentlichung des Korruptionsindex urteilt Entwicklungsminister Gerd Müller, dass Korruption „die größte Geißel für Entwicklung“ sei, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung meldet. Sie untergrabe Rechtsstaatlichkeit, verhindere Investitionen und zerstöre das Vertrauen in den Staat. Deswegen werde Deutschland seine Zusammenarbeit mit Ländern verstärken, die gute Regierungsführung, Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte vorantreiben.

2. Unicef startet neue Bildungsoffensive
Wie unter anderem ZDF.de und der Tagesspiegel berichten, beklagt das UN-Kinderhilfswerk Unicef, dass 41 Millionen Kinder weltweit nicht mit ausreichend Wasser, Lebensmitteln und medizinischer Unterstützung versorgt sind. Hierfür werden alleine in diesem Jahr 3,3 Milliarden Euro benötigt. Zudem beginne Unicef eine (Aus-)Bildungsinitiative für Zehn- bis 24-Jährige. Elke Büdenbender, Unicef-Schirmherrin und Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe betont, dass diese jungen Menschen einen „Anspruch auf unsere Hilfe“ haben. Zusammen mit Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und dem privaten Sektor wolle Unicef für die Initiative 100 Millionen Euro sammeln. Die Initiative habe drei Ziele: Junge Menschen sollen besseren Zugang zu Schulen und besseren Unterricht bekommen, Praktika sollen gefördert werden und insbesondere Mädchen und junge Frauen sollen gestärkt werden. Derzeit können rund 60 Prozent der Kinder in Subsahara-Afrika und Asien kaum oder gar nicht lesen, so Unicef.

3. Südafrikas „Eiserne Lady“ tritt ab
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung thematisiert den Abgang von Maria Ramos als Vorsitzende der Absa-Bank, Afrikas führender Bank mit Sitz in Südafrika. Die als „Eiserne Lady“ bezeichnete portugiesisch-stämmige Ramos habe die Bank zehn Jahre lang erfolgreich durch die globale Finanzkrise geleitet und Herausforderungen im Zusammenhang mit der Übernahme afrikanischer Barclay-Filialen bewältigt. Die 59-Jährige habe seinerzeit zudem unter anderem mit dem derzeitigen südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa an der ersten demokratischen Verfassung Südafrikas mitgewirkt. Ihre Karriere habe auf der politischen Bühne begonnen: Als Mitglied der Afrikanischen Nationalkongress (ANC) sei sie 1994 vom damaligen Präsidenten Nelson Mandela als Generaldirektorin ins Finanzministerium berufen worden.

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29. Januar 2019

29. Januar 2019 - 12:47
  1. Steinmeier will neue Partnerschaft mit Afrika

Viele Medien, u.a. der Bonner Generalanzeiger, der Münchner Merkur und ZDF.de, berichten heute über den ersten Tag von Frank-Walter Steinmeiers dreitägiger Äthiopienreise. Zum Auftakt sei Steinmeier von Präsidentin Sahle-Work Zewde mit militärischen Ehren begrüßt worden und habe Regierungschef Abiy Ahmed zum Gespräch getroffen. Steinmeier habe deutsche Unterstützung für den Reformprozess im Äthiopien zugesagt sowie eine engere Partnerschaft mit Afrika gefordert. Europäer*innen und Afrikaner*innen müssten gemeinsam die Lebensbedingungen vor allem für die jungen Menschen verbessern. Den Friedenschluss zwischen Äthiopien und Eritrea habe er als „Signal der Hoffnung“ für den Kontinent bewertet. Wie u.a. die Wirtschaftswoche berichtet, wird Steinmeier von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Am Montagnachmittag haben VW und die äthiopische Regierung eine Absichtserklärung unterzeichnet, eine Autoindustrie aufzubauen. Damit weite VW seine Aktivitäten in Afrika weiter aus.

  1. Sudan sucht Hilfe bei Russland

Wie Christoph Titz auf Spiegel Online berichtet, ist Russland seit einiger Zeit ein neuer und wichtiger Partner der sudanesischen Regierung um Sudans Machthaber Umar-al Baschir. Moskau habe kürzlich Gerüchte bestätigt, nach denen russische Söldner im Sudan aktiv seien. Dies habe laut einer russischen Regierungssprecherin aber „nichts mit dem russischen Staat zu tun“, die Männer trainierten bloß Militär und Polizist*innen, an der Niederschlagung der Proteste beteiligten sie sich nicht. Seit Dezember gebe es landesweit Proteste im Sudan. Seit Tagen schießen die Sicherheitskräfte auch scharf. Erst kürzlich sei ein Arzt, der sich um einen Verletzten kümmerte, erschossen worden. Neben den Vereinigten Arabischen Emiraten hätten nun auch die Türkei und Russland angekündigt, Hilfen nach Sudan zu schicken – vor allem Treibstoff und Weizen.

  1. Bald Bleichcreme-Verbot in Ruanda?

Bereits gestern berichtete Thilo Thielke in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über den gefährlichen Trend von Bleichcremes in afrikanischen Ländern. Viele Frauen hellen mit speziellen Cremes ihre Haut auf. Ruandas Präsident wolle die Kosmetika nun verbannen. Per Twitter habe er das Gesundheitsministerium und die Polizei aufgerufen, „das Problem sehr schnell zu lösen“.  In der Folge hätten Polizist*innen Geschäfte durchsucht und der Polizeisprecher habe eine Aufklärungskampagne angekündigt. Weiter gebe es eine ministerielle Anweisung aus dem Jahr 2016, die 1343 Kosmetika verbiete. Viele Frauen, die ihre Haut bleichen, fürchten nun, dass die Aufhellungsmittel bald ausgehen könnten. Trotz der bekannten Gesundheitsgefahren – viele Cremes enthalten u.a.  Quecksilber – bleichen viele Frauen ihre Haut: Laut WHO nutzen in Nigeria 77 Prozent der Frauen aufhellende Cremes, in Togo 50 Prozent und in Südafrika 35 Prozent.

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ONEs Top-Themen des Tages: die entwicklungspolitische Presseschau

28. Januar 2019 - 16:28

Was passiert eigentlich in Afrika? Wie ist der Stand bei der Bekämpfung extremer Armut und vermeidbaren Krankheiten? Und was macht die internationale Staatengemeinschaft, um die Welt gerechter zu machen?

Diese Fragen behandelt das Medienteam von ONE in Deutschland jeden Tag in seinem tagesaktuellen Nachrichtenüberblick. ONEs „Top-Themen des Tages“ speisen sich aus entwicklungspolitischen Meldungen mit dem Schwerpunkt Afrika. Sie werden täglich am späten Vormittag an Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, Journalist*innen und Politiker*innen versendet. Kurz. Knapp. Kostenfrei. Reinschnuppern kann man hier.

Falls Du auch in den Genuss kommen möchtest, bieten wir Dir gerne unseren Service an. Schreib uns bei Interesse einfach eine kurze Email mit dem Betreff „Aufnahme in Top-Themen“ an presse@one.org. Mehr bedarf es nicht.

Dein Team von ONE in Deutschland

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