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Aktualisiert: vor 20 Stunden 29 Minuten

PM: Wasser und Sanitärversorgung für alle bedeutet auch, der Kommerzialisierung und Privatisierung weltweit einen Riegel vorzuschieben! #Weltwassertag

20. März 2019 - 15:45

Pressemitteilung der AG Wasser des Forum Umwelt und Entwicklung

 

Weltwassertag am 22. März 2019
Motto: “Leaving no one behind – water and sanitation for all”

 

Wasser und Sanitärversorgung für alle bedeutet auch, der Kommerzialisierung und Privatisierung weltweit einen Riegel vorzuschieben!

 

Download der Pressemitteilung (pdf)

 

[Berlin, 21. März 2019] Zum morgigen Weltwassertag machen Umwelt- und Entwicklungsorganisationen sowie VertreterInnen der öffentlichen Wasserwirtschaft deutlich: „Niemanden zurückzulassen“ heißt vor allem, Zugang für diejenigen zu sichern, die in besonderem Maße von Wasserknappheit und fehlender Sanitärversorgung betroffen sind: Menschen auf dem Land, vom Klimawandel besonders Betroffene, Geflüchtete, Frauen und Kinder. Die Gründe hierfür liegen auch in der Kommerzialisierung der Nutzung von Wasserressourcen, wie dem Handel mit Wasser, und in der zunehmenden Privatisierung von Land und Wasserdienstleistungen. Es ist die Pflicht der Bundesregierung, diesen Entwicklungen Einhalt zu gebieten. Dafür ist und bleibt das oberste Gebot: Wasser- und Sanitärversorgung gehören in die öffentliche Verantwortung.

Weltweit haben 2,1 Milliarden Menschen immer noch keinen Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser. 4,3 Milliarden Menschen fehlt es an menschenwürdigen sanitären Anlagen. Gleichzeitig gefährden die zunehmende Übernutzung und Verschmutzung von Wasser sowie der fortschreitende Klimawandel die Verfügbarkeit und Qualität von Wasser in vielen Teilen der Welt.  Laut den Vereinten Nationen könnte bis zum Jahr 2050 die Hälfte der Weltbevölkerung an Wassermangel leiden. Vor diesem Hintergrund beobachten wir die Kommerzialisierung und Privatisierung von Wasserressourcen weltweit mit großer Sorge. So wird der Zugang aller Menschen zu unserer lebensnotwendigen Ressource zugunsten von kommerziellen Interessen weiter eingeschränkt.

In Deutschland sind es die kommunalen Strukturen und öffentlichen Unternehmen, die zur Erreichung dieser Menschenrechte wesentlich beigetragen haben. „Zur Lösung der internationalen Herausforderungen muss sich die Bundesregierung jedoch auch international dazu bekennen und sich deutlich gegen Privatisierung und Kommerzialisierung von Wasser aussprechen“, erklärt Durmus Ünlü, Koordinator der AG Wasser und Vertreter der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft.

Auf europäischer Ebene muss in erster Linie die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) endlich eine nachhaltige Verfassung bekommen, die das Wohl der Menschen und der Umwelt an vorderste Stelle setzt.  „Besonders dringend ist es, das Schutzniveau des Grundwassers und der Trinkwasserressourcen vor landwirtschaftlichen Einträgen deutlich zu verbessern und im Düngerecht endlich die Vorgaben des Gewässerschutzes umzusetzen“, betont Michael Bender, Leiter der GRÜNE LIGA – Bundeskontaktstelle Wasser.

Doch Freihandelsabkommen wie CETA, JEFTA und viele weitere, drohen diese Ziele zu unterlaufen. Sigrun Franzen vom Berliner Wassertisch gibt zu bedenken: „Diese Freihandelsverträge öffnen Tür und Tor für die Privatisierung der öffentlichen Wasserversorgung.“ Die Bundesregierung muss das von den BürgerInnen der gesamten Europäischen Union erkämpfte Recht auf öffentliche Wasserversorgung (Right2Water) langfristig garantieren, „Wem das Menschenrecht auf Wasser am Herzen liegt, der hilft uns, derartige Freihandelsabkommen zu stoppen“, so Franzen.

Im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit muss zudem die Versorgungslage der Menschen auf dem Land stärker in den Fokus gerückt werden. Dabei reicht es nicht, Wasserwerke, Kläranlagen und Leitungsnetze aufzubauen. Vielmehr braucht es auch vielfältige dezentrale Ansätze. Für die Trinkwasserversorgung müssen Schutz und Wiederherstellung von wasserbezogenen Ökosystemen im Vordergrund stehen. „Anderenfalls werden wir, wenn auch nicht die befürchteten Wasserkriege, doch zunehmend gewaltsam ausgetragene Konflikte um den Zugang zu Wasser erleben“ sagt Helge Swars vom Weltfriedensdienst.

Neben sicherem und bezahlbarem Trinkwasser spielt die Verfügbarkeit von Wasser in der Landwirtschaft auch für die weltweite Ernährungssicherheit eine Schlüsselrolle. Durch den Klimawandel befeuerte Wetterextreme, wie vielerorts zunehmende Dürren, bringen insbesondere Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im Globalen Süden an ihre Existenzgrenzen. Zusätzlich werden von Wassermangel betroffene Regionen durch den Anbau und Export wasserintensiver Agrarprodukte in die konsumdurstigen Industriestaaten stark belastet. „Wir müssen unsere Ernährungsgewohnheiten – insbesondere unseren exorbitanten Fleischkonsum – reduzieren“, erklärt Marijana Todorovic, Koordinatorin der AG Wasser des Forum Umwelt und Entwicklung. Gleichzeitig fordert sie: „Die Bundesregierung muss in ihrer Wirtschafts- und Entwicklungspolitik die Auswirkungen von virtuellem Wasserraub, ebenso wie die dadurch entstehenden externen Kosten für Menschen und Umwelt sichtbar machen und Verantwortung dafür übernehmen.

 

 

Pressekontakte

Michael Bender, GRÜNE LIGA, wasser@grueneliga.de, 030 40 39 35 30

Sigrun Franzen, Berliner Wassertisch, sigrun.franzen@berliner-wassertisch.info, 0157 713 122 56

Helge Swars, Weltfriedensdienst, Swars@weltfriedensdienst.de,  030 253 990 28

Marijana Todorovic, Forum Umwelt und Entwicklung, todorovic@forumue.de 0172 9739 116

Dr. Durmus Ünlü, Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft, uenlue@aoew.de, 030 397 436 06

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Europa vor der Wahl: „Die Erosion der marktkonformen Demokratie“

20. März 2019 - 15:44
21. Plenum des Forums Umwelt & Entwicklung
Berlin, 14.3.2019
Europa vor der Wahl: „Die Erosion der marktkonformen Demokratie“

Keynote Sebastian Schönauer, DNR

 

Der Gedanke des einigen Europas war einmal sehr populär. Aber die Idee einer „europäischen Integration“ hat weitgehend ihren Glanz verloren, für viele Menschen klingt die Idee wie eine leere Worthülse oder gar wie eine Bedrohung. In diesen Tagen will Großbritannien aus der EU austreten und machen wir uns nichts vor, in vielen anderen Ländern wäre es höchst ungewiss, wie „Exit“-Abstimmungen, zumindest aus der Eurozone ausgehen würden.

 

Immer mehr Menschen erkennen, dass die Europäische Union, dieses Konstrukt aus Rat, Kommission und einem eher machtlosen Parlament, nicht dasselbe wie das Europa der 400 Millionen Menschen in 27 Staaten ist! Die EU-Instanzen, insbesondere der Rat, die Versammlung der Regierungen und die EU-Kommission waren von Anbeginn an schon immer die „Lobby der Finanz-, Wirtschafts- oder Agro- und Autokonzerne“, ebenso wie eine mehr oder minder große Mehrheit der EU – Parlamentarier*innen ganz offen Wirtschaftsinteressen vertritt oder sich als deren Erfüllungsgehilfen versteht. Unsere Freunde vom Corporate Europe Observatory in Brüssel bringen ja eine Studie nach der anderen heraus, in der sie aufzeigen, welchen Einfluss Wirtschaftslobbyisten in Brüssel ausüben.

 

 

Spätestens seit dem Lissaboner Vertrag hat sich die EU dem neoliberalen Wirtschaftsmodell verschrieben.

Die Folgen dieses nicht-nachhaltigen Wirtschaftsmodells sehen wir allenthalben: Gesellschaftliche Spaltung, unaufhörliche Erosion unserer natürlichen Lebensgrundlagen und De-Legitimierung der „liberalen“ Demokratie. Auch für die Zukunft planen die Kommission und die Regierungen der EU ein Weiter-So: Weitere De- Regulierung der Dienstleistungsmärkte, weitere Kommerzialisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge, noch mehr Globalisierung durch 20 weitere Freihandelsabkommen, Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft.

Dazu passt, dass die EU-Kommission jetzt bei ihrer unermüdlichen Arbeit zur Etablierung der „marktkonformen Demokratie“ sich jetzt auch noch, wie es in einer DGB-Analyse vom Dezember 2018 nachzulesen ist, das Recht sichern will, parlamentarisch beschlossene Gesetze mit der sogenannten Notifizierungsrichtlinie durch einen einfachen Beschluss der EU-Kommission einfach annullieren zu können, wenn sie „den Wettbewerb behindern“, ein ungeheuerlicher Vorgang, der die Nationalstaaten zu Statisten degradieren würde.

Der Vorschlag für diese Richtlinie befindet sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren zwischen Rat der EU und Europa-Parlament. Der Vorschlag gehört zum „Dienstleistungspaket“, mit dem die EU-Kommission die Mitgliedstaaten drängen will, Regulierungen auf den Dienstleistungsmärkten abzubauen. Ein treffliches Beispiel ist die Meisterpflicht – eine wichtige Regulierung zur Sicherung der Qualität in Handwerksberufen.

Immer wieder wird undifferenziert behauptet, dass private Unternehmen per se effektiver arbeiteten als öffentliche und dass (freier) Markt und Wettbewerb zu besseren und kostengünstigeren Dienstleistungen führen würden. Dieser Ideologie hängt die EU-Kommission an, wendet sie in ihrer Politik auf alle relevanten Bereiche der Daseinsvorsorge an und will so alle gewinnversprechenden Schlüsselbereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge einigen wenigen Finanz- und / oder anderen Großkonzernen überlassen.

 

 

Die Notifizierungsrichtlinie soll dafür sorgen, auch im Dienstleistungsbereich einen einheitlichen Binnenmarkt zu schaffen.

Bislang gelten für Dienstleistungen, ob Altenheime, Kinderbetreuung, Müllabfuhr oder Wasserversorger, die Bedingungen des Landes, in dem diese Dienstleistungen erbracht werden. Die EU-Kommission wollte einführen, dass für Anbieter von Dienstleistungen die Regeln ihres Herkunftslands gelten und die dortigen Behörden für die Kontrolle verantwortlich sein sollen.

Auch die rechtlichen und steuerlichen Vorteile für die gemeinnützigen Träger der Wohlfahrtspflege würden durch die sogenannte Bolkestein-Richtlinie bedroht. Nach deren Umsetzung würden Steuervorteile und ähnliche Begünstigungen für gemeinnützige Institutionen zukünftig ständig überprüft und in Frage gestellt, da sie verbotene Subventionen beinhalten und damit “Handelshemmnisse“ seien.

Noch mehr Kontrollmöglichkeiten also, um zu prüfen, ob von den Mitgliedstaaten erlassene Regulierungen nicht doch gegen das EU-Recht zu freien Märkten verstoßen. Bisher können Regelungen, die gegen EU-Recht verstoßen, in einem Vertragsverletzungsverfahren mit Klage beim Europäischen Gerichtshof geprüft werden. Mit der Notifizierungs-Richtlinie will die EU-Kommission durch einen einfachen Beschluss solche Regelungen außer Kraft setzen können. Ein solches Beschlussrecht würde bedeuten, dass die Kommission von Parlamenten beschlossene Gesetze der Mitgliedstaaten einfach außer Kraft setzen kann.

Im Klartext, das ist wie „TTIP ohne USA“, denn für diesen Marktfundamentalismus braucht die EU keine „USA als Türöffner“, das kann sie auch alleine. Und wen würde es wundern, wenn alle diejenigen Abgeordneten im Europaparlament und Regierungsvertreter*innen im EU-Rat, von links bis rechts, die vor wenigen Tagen das Freihandelsabkommen JEFTA mit Japan durchgewunken haben, auch dieses Projekt durchwinken würden? Leicht verändert vielleicht, aber den marktradikalen Kern tasten sie dabei wie immer nicht an, weil sie diese Marktpolitik für richtig halten, die aber nicht erst jetzt „vom Himmel gefallen“ ist. Die Notifizierungsrichtlinie  ist bereits im Lissaboner Vertrag und der Lissabon-Strategie vom Jahr 2000 angelegt, mit der sich die EU das Ziel gesetzt hat, zum „wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum der Welt“ zu werden.

 

 

Unser Gegenentwurf ist, die EU zum „nachhaltigsten Wirtschaftsraum der Welt“ zu machen!

Statt Wettbewerb muss Nachhaltigkeit die Maxime für die europäische Politik sein. Wir brauchen eine Vision mit einer glaubwürdigen Darstellung eines demokratisch organisierten, ökologisch und sozial ausgerichteten Europas, wenn wir die 400 Millionen Menschen für die Idee Europa wieder begeistern wollen. Davon ist leider im beginnenden Europawahlkampf nicht die Rede. Die Frage ist doch nicht „Mehr Europa“ oder „weniger Europa“, denn „mehr Europa“ auf der Basis der heutigen Politik, der heutigen Verträge, der heutigen Währungsunion heißt doch nur noch mehr Marktfundamentalismus, bedeutet noch weniger Demokratie,  mit allen bekannten Folgen.

Diese Europawahl ist auch keine Schicksalswahl gegen die Populisten: wer weiter an der „marktkonformen Demokratie“ baut, schafft erst die Grundlage für den ganzen Populismus, für die Wut so vieler Menschen auf „das System“. Der Neoliberalismus ist nicht die Alternative zum Populismus, er ist eine seiner wesentlichen Ursachen. Die Brandstifter tun heute so, als wären sie die Feuerwehr. Die Feuerwehr müssen wir wohl selber machen.

Wer aber setzt die Abkehr von der „marktkonformen Demokratie“ auf die Tagesordnung, die Rückkehr zum „demokratiekonformen Markt“? Als die damalige EWG, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft nach dem Krieg ins Leben gerufen wurde, war das Motto nicht nur „nie wieder Krieg“. Es gab auch einen Konsens, dass man keinen entgrenzten Markt wollte, sondern eine demokratisch kontrollierte und soziale Marktwirtschaft, von der alle europäischen Bürger*innen etwas haben sollten und nicht nur die ohnehin Reichen. Ein Konsens, der leider verlorengegangen ist. Wo sind die Initiativen, um das Primat der Politik wieder herstellen zu und damit auch die Entgrenzung des Finanzsektor bzw. der Megakonzerne – Schritt für Schritt – wieder beenden zu können? Stattdessen will die Wirtschaftsmacht Deutschland  gemeinsam mit der  Macron-Regierung die europäische Wettbewerbspolitik noch mehr abschwächen, will sogenannte „globale Champions“ züchten, also noch größere Megakonzerne schaffen, von denen wir jetzt schon wissen: Auch die werden später einmal „too big to fail“ sein und sollen dann, zu Gunsten ihrer Aktionäre im „Falle des Falles“ mit Steuergeldern vor der Pleite gerettet werden.

 

Die Demokratie befindet sich in einer kritischen Situation, die nicht unterschätzt werden darf.

 

Wir sehen in Ländern wie Ungarn und Polen, aber auch in Frankreich, wohin die Reise geht, wenn wir in Europa so weitermachen wie bisher. Auch bei uns in Deutschland beginnen die Repressionen gegen die kritische Zivilgesellschaft. Attac und die DUH seien hier nur als Beispiele genannt. Der Hamburger Senat hat es unter Olaf Scholz auch schon beim BUND Hamburg mit den Verlust der Gemeinnützigkeit probiert.

Wirtschaftslobbyverbände können ihre hohen, in die Millionen Euro gehenden Aufwendungen, quasi als staatlich erwünschte Sonderausgaben von der Steuer absetzen, der BDI ist ebenso wie eine Reihe von Freizeitclubs als gemeinnützig anerkannt – aber Spenden an Attac und an die DUH sollen nicht mehr steuerlich absetzbar sein? In CDU / CSU / FDP, aber anscheinend auch beim marktliberalen Teil der SPD haben politische Lobbyisten anscheinend das Ruder übernommen. Sogar Gerichten scheint eine vernünftige Definition von Gemeinwohl abhandengekommen zu sein, während es europaweit den Finanzkonzernen und großen Unternehmen unter Missachtung von Recht und Gesetz immer mehr Freiheiten ermöglicht werden, sich der staatlichen Aufsicht zu entziehen.

 

Parallel dazu verläuft wie in Polen ein gezielt vorangetriebene Abbau von Bürgerrechten unter einer nationalistischen PiS– Regierung, die unter dem Deckmantel einer sog. Justizreform ebenso den Abbau elementarer Bürgerrechte betreibt, wie Ungarn unter Orban, wo sich Fidesz und die ultrarechte Jobbik- Partei in ihrem offen gezeigten Rassenhass übertrumpfen, bis hin zu einem Italien, das sich unter den Neo – Faschisten als Polizeistaat outet. Diesem Treiben schauen die anderen Regierungschefs mehr oder minder tatenlos zu und die EU – Kommission muss mit Milliarden Euro aus EU – Fonds diese Regimes „füttern“ und vermittelt damit den Bürger*innen Europas ein lähmendes Gefühl der Ohnmacht. Rechtspopulistische Nachahmer gibt es bereits auch hier, wo u.a. im Bundesland Bayern die Orban- affine Regierung sogar Verfassungswidrige Verschärfungen im Polizeiaufgabengesetz (PAG) mit nicht hinnehmbaren Ausweitungen der Rechte der Polizei im Landtag von einer machttrunkenen CSU –beschließen ließ. Doch hier waren sofort die Jugendverbände auf dem Plan und versuchen nun gemeinsam mit großen Teilen der Zivilgesellschaft die Bürgerrechte wiederherzustellen.

 

Das Projekt Europäische Union hat nur eine Zukunft, wenn es sein Wirtschaftsmodell ändert.

Wenn wir also über die Zukunft der EU sprechen, müssen wir uns zuerst fragen, woran es liegt, dass immer mehr Menschen von der EU, von dieser jahrhundertealten Idee eines gemeinsamen Kontinents abwenden? Abwenden von einem Europa, so wie es sich in den Jahren 2018 / 2019 gegenüber seiner Bevölkerung präsentiert. Und müssen uns fragen, warum gerade die einfachen Leute, die nicht begünstigten Menschen den europäischen Institutionen nicht mehr vertrauen und warum die Zustimmung zur Politik Ihrer Parteienfamilien in so vielen Ländern dramatisch abnimmt? Wie wollen die sog. „Europäischen Eliten“, die politisch Verantwortlichen die EU und damit die europäische Idee retten, wenn Sie ihre Politik nicht einer Generalüberholung unterziehen?

Die meisten Menschen finden die europäische Einigung richtig, sind aber nicht mehr bereit, – und das ist nicht nur bei den Demos und Straßensperren der Gelbwesten in Frankreich zu sehen – die Auswirkungen des neoliberalen Wirtschaftsmodells hinzunehmen. Der europaweite Abbau von Arbeitnehmerrechten und ein europaweites Sozialdumping, das zu Niedriglöhnen, ja Hungerlöhnen  geführt hat, zeichnet sich ohne Kehrtwende um 180 Grad zu einer, weite Bereiche Europas zugrunde richtenden, Altersarmut ab, die zur Verelendung weiter Bevölkerungsschichten führen wird. Während Jahresvergütungen der Manager und Vorstandsvorsitzenden mit zweistelligen Millionenbeträgen vermeldet werden, bedroht das Schreckgespenst eines sozialen Abstiegs Millionen von Familien in Europa und bildet einen sozialen Sprengsatz, der bisher in seiner wahren Dimension übersehen wurde.

Dazu gehört, dass auch die Arbeitnehmer*innen als die Leistungsträger unserer Gesellschaft nicht mehr bereit sind, hinzunehmen, dass den weltweit agierenden Konzernen die Verlagerung von Firmensitzen in Ländern ermöglicht wird, in die sie mit Steuererleichterungen bis hin fast zum Nulltarif gelockt werden, ohne dass die nationalen Regierungen dagegen einschreiten und / oder die EU- Kommission einschreitet könnte. Die angebliche „Hilflosigkeit“ der Regierenden gegenüber den Lobbyisten der Finanz- und Industriekonzernen ist gespielt, sie könnten auch anders, aber sie wollen nicht – und das spielt dann, wiederum den Rechtspopulisten und Nationalisten in die Hände, denen die Enttäuschten, die Nicht-Abgesicherten und oft Entrechteten im wahrsten Sinne des deutschen Wortes „nachlaufen“., aber erst hinterher merken, dass diese gar nicht daran denken, „dem Kapital und seinen Botschaftern weh zu tun!“

Das Problem ist lange bekannt, aber es wird nicht abgestellt, erst jetzt wurde wieder die geplante Digitalsteuer praktisch beerdigt. Das geht leicht, denn irgendeine Regierung findet sich immer, die dagegen ist. Auch auf eine europaweite Finanztransaktionssteuer warten wir noch heute, unter anderem weil die deutsche Regierung sie nicht will. Das ist die EU- Politik! Wenn es aber darum geht, mit einem Freihandelsabkommen mit Singapur neue Steuerschlupflöcher zu schaffen, dann ist die Einstimmigkeit kein Problem. Wenn die EU eine Chance haben will, dann muss diese „Trickserei“ abgeschafft werden!

Wenn in Europa ein kleiner Handwerksbetrieb mehr Steuern bezahlt als ein multinationaler Konzern, und sich die Reichen mit Cum-Ex-Modellen ungeniert aus den von anderen gezahlten Steuern bedienen, braucht sich niemand zu wundern, dass die Politiker dafür verantwortlich gemacht werden. Früher war das nämlich nicht so, und wenn Globalisierung so aussieht, dass so etwas dabei herauskommt, dann muss sie grundlegend geändert werden. Es muss aufhören, dass für die längst zu Millionären und Milliardären gewordenen Anleger und Manager der Hedgefonds und anderer Fonds „Steuerschlupflöcher“ angeboten werden. Jedes Jahr belegt Oxfam in seinen Ungleichheits- Berichten, dass die Ungleichheit weiter zugenommen hat. Warum tut sich da seit Jahrzehnten nichts, im Gegenteil?

 

Europa im nächsten Jahrzehnt:  nachhaltig, sozial und demokratisch

In den nächsten Wochen werden wir einen Wahlkampf erleben, bei dem es auch darum gehen wird, ob wir in Europa die Demokratie bewahren und weiterentwickeln oder Kurs nehmen auf ein Europa manchmal nur noch halbdemokratischer Nationalstaaten, so wie es viele propagieren. Leider machen es sich viele in dieser Auseinandersetzung etwas zu einfach.

Der Versuch, dieses Wirtschaftsmodell der „marktkonformen Demokratie“, des „wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraums der Welt“ und diejenigen politischen Kräfte, die für dieses Modell stehen, gleichzusetzen mit der „weltoffenen Demokratie“, die wir nun gegen die »Populisten« verteidigen sollen, kann nicht überzeugen. Diese Politik ist nicht die Alternative zu den Populisten, sondern eine ihrer wesentlichen Ursachen. Wer diese Politik fortsetzt, gefährdet nicht nur die europäische Einigung, sondern unsere Lebensgrundlagen. Umgekehrt gilt aber auch: wer aus Wut und Frust über dieses Modell und die Tatsache, dass immer weniger von ihm profitieren, auf pseudopopulistische Rattenfänger setzt, wird bald merken, dass er oder sie bald noch wütender sein wird.

Wir brauchen daher eine grundlegende Alternative zu dieser Politik, eine demokratische und fortschrittliche Alternative zu Neoliberalismus und Pseudo-Populismus, nennen Sie es meinetwegen die »ökologisch-soziale Transformation« oder wie auch immer. Aber so eine ökologische Transformation hat nur eine Chance auf Mehrheiten, wenn sie auch eine soziale Transformation ist, wenn sie einer breiten Mehrheit auch ökonomisch etwas bringt, wie wir in Frankreich sehr plastisch sehen. Nach 25 Jahren Umverteilung von unten nach oben brauchen wir in den nächsten 25 Jahren einen Stopp der Verelendung und „Umverteilung von oben nach unten“. Millionen Arbeitnehmer in Europa haben keine regelmäßigen Einkommen, leben von Gelegenheitsarbeiten oder von staatlichen Beihilfen, können sich keine Wohnung leisten. Millionen Menschen leben sogar im reichen Deutschland in Altersarmut, unterhalb der Armutsgrenze. Das war früher anders, als wir noch eine soziale Marktwirtschaft hatten, und das muss auch wieder anders werden.

Wir brauchen eine EU, die die nächsten 25 Jahre nicht immer neue Handelshemmnisse abräumt, das haben wir nun wirklich genug gemacht, sondern Nachhaltigkeitshemmnisse abbaut, Hemmnisse für soziale Gerechtigkeit abbaut, kurzum: eine EU, die mit der gleichen Konsequenz das Ziel verfolgt, der „nachhaltigste Wirtschaftsraum der Welt“ zu werden wie sie bisher ihre Lissabon-Agenda durchgezogen hat. Für eine solche Politik muss die Zivilgesellschaft begeistert werden, denn nur ein solches Projekt kann und wird die Gesellschaften und Völker Europas wieder zusammenführen, denn es würde für weitaus mehr Menschen eine Perspektive bieten als der gescheiterte und diskreditierte Marktfundamentalismus, die sogenannte »marktkonforme Demokratie«  der heutigen europäischen Eliten.

Und es würde auch, lassen Sie mich das auch erwähnen, sehr viele Flucht- und Migrationsursachen entfallen lassen, wenn wir beispielsweise wieder zu einer Landwirtschaft kommen, die in der Region für die Region produziert und die Menschen vor Ort ernährt, wie es im Weltagrarbericht steht, der nachweisen kann, dass alle Menschen dieser Erde satt werden können, wenn ihre Kreislaufwirtschaftsmodelle unterstützt und nicht mit Billig- Importen zerstört werden, angefangen bei einer bäuerlichen Landwirtschaft in allen Winkeln der Erde. Mit unseren Agrarexporten zerstören wir zurzeit in Afrika die Lebensgrundlage von Millionen Menschen und wollen es nicht wahrhaben, obwohl unsere Entwicklungsorganisationen bis hin zu den kirchlichen Hilfsorganisationen diese Botschaften verkünden. Unsere Agrar- Weltmarktstrategie wird uns noch viel mehr Klima- und Wirtschaftsflüchtlinge bescheren, während wir in Europa gleichzeitig unsere Landwirtschaftsstrukturen kaputt machen. „Schöne neue Welt!“ hieß unser FUE Kongress vor wenigen Wochen!

 

Europa kann es besser. Insbesondere die Naturschutzgesetzgebung ist ein großer Erfolg!

Ein positives Beispiel dafür, was die EU für die Menschen, für unsere Natur und unsere Umwelt an positivem gebracht hat, sind die Naturschutz – Richtlinien der EU, die seit Jahrzehnten für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlegen gesorgt haben. Hervorzuheben die FFH – Richtlinie und aktuell die Wasserrahmen- Richtlinie, die den guten „Zustand unserer Gewässer“ zum Ziel hat.

Die oft gescholtene und von Investoren und bauwütigen Politiker*innen immer wieder verteufelte FFH –oder Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, die im Jahr 1992 angesichts des jämmerlichen Zustands unserer Naturlandschaften von den damaligen Mitgliedstaaten der Europäischen Union zur Schaffung des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 einstimmig beschlossen wurde, ist eines der  positiven Beispiele, die uns dazu bewegen sollen, für den Fortbestand der EU einzutreten. Allerdings auch erst unter der Androhung eines Strafverfahrens durch den EuGH (!) gegen die damalige Umweltministerin Angela Merkel und gegen die Bundesrepublik wurde diese RL in Deutschland umgesetzt. Die FFH-RL soll seltene oder bedrohte Arten und Lebensräume schützen und steht des Öfteren Bauinvestitionen zu Recht im Weg und wurde im Jahr 2013 trotz Gegenwind einer Lobbykampagne von Industrie und rückwärtsgewandter Politik von der europäischen Bevölkerung bestätigt.

Erst vor wenige Tagen wurde eine EU – weite Befragung abgeschlossen, bei der fast 400 000 Menschen sich dafür ausgesprochen haben, die im Jahr 2000 beschlossene Wasserrahmen- RL zu behalten, und nicht zu „verwässern“ und damit „zahnlos“ zu machen. Jetzt geht um eine verbesserte und beschleunigte Umsetzung der beschlossenen Ziele. Die meisten unserer Gewässer und Flüsse müssen saniert und unser Grundwasser muss geschützt, erhalten und in vielen Fällen ebenfalls saniert werden, um den von Mitgliedstaaten der EU vor 18 Jahren beschlossenen „Guten Zustand aller Gewässer“ zu erreichen. Auch dafür lohnt es sich insbesondere für uns in den Naturschutz- und Umweltschutzorganisationen zu kämpfen!

Dabei müssen wir immer aufpassen, dass wir in den Gesetzgebungsverfahren nicht von der Lobby der Chemie-, Agrar- und / oder anderer Industriekonzerne überstimmt werden und dass unsere Regierungen („Merkel-Alarm“!) sich nicht deren Lobbyisten unterwerfen. Unsere Chance sind gut, jede Stimme zählt und die jetzige Umweltministerin Svenja Schulze von der SPD hat versprochen, sich für die Beibehaltung der Wasserrahmen – Richtlinie und für eine verstärkte und schnellere Umsetzung einzusetzen.

 

Erfolgreiche Europäische Bürgerinitiativen right2water –

Wie sich die europäische Zivilgesellschaft erfolgreich für den wichtigsten Bereich der Daseinsvorsorge einsetzen konnte.

 

Mit dem Instrument der Europäischen Bürger-Initiative, der EBI wurden unter dem Kürzel right2water im Jahr 2013 insgesamt 1.659.543 anerkannte Unterschriften in 13 EU – Ländern gesammelt und so ist es der Zivilgesellschaft unter großen Anstrengungen in einer großartigen Zusammenarbeit der Natur- und Umweltschutzverbände und gemeinsam mit vielen Organisationen insbesondere der europäischen Gewerkschaftsbewegung gelungen, sich gegen Liberalisierungs- und Privatisierungstendenzen in der EU – Kommission im Bereich der Wasserwirtschaft positiv durchzusetzen.

Und obwohl es hier mit dem Recht auf Wasser für jedermann um ein zentrales Element unserer Daseinsvorsorge geht, ist der Zugriff der Finanz- und sonstiger Konzerne auf das Wasser, bzw. die Wasserwirtschaft damit noch lange nicht auf Dauer verhindert. Immer wieder wird aus der Kommission und auch dem Parlament heraus die Frage aufgeworfen, ob eine weitere Liberalisierung der Dienstleistungen und die Aufgaben der Daseinsvorsorge bis hin zur Privatisierung der Wasserressourcen und der Wasserwerke nicht doch bessere Lösung wären?  Also müssen die Organisationen der Zivilgesellschaft auch hier alle sechs Jahre um die Erhaltung kämpfen.

 

In anderen Bereichen haben wir leider keine „Siege feiern“, falsche Entwicklungen noch nicht endgültig stoppen, aber die Entwicklungen wenigstens zeitweise aufhalten, bzw. sogar in einzelnen Punkten nicht unwesentlich verändern können.

Beispiel Handelspolitik und die „Freihandelsabkommen der EU.

Die EU hat ca. 20 Freihandelsabkommen in der Pipeline, alle nach demselben Strickmuster mit noch mehr Globalisierung der Agrar- und Dienstleistungsmärkte, weiterhin regulatorische Kooperation, einseitiger Investitionsschutz, folgenlose NH-Kapitel. Und bei allen geht es um dasselbe:

Weitere Marktöffnung in den Bereichen, wo es noch relevante Märkte zu öffnen gibt, also vor allem Agrar- und Dienstleistungen, sowie um weitere Deregulierung. Diese Abkommen dürfen nicht wie bisher unter falschen Versprechungen der EU- Kommission und der sie stützenden Staaten wie Deutschland durchgewunken werden. Was wir brauchen, ist eine grundlegende Neuorientierung der Außenwirtschaftspolitik: runter von den Exportüberschüssen, mehr regionale Wertschöpfung, Abkehr von der Deregulierungspolitik.

Die Agrarpolitik ist in ihrer größten Krise. Die gemeinsame Agrarpolitik der EU – GAP muss verändert werden. Die Landwirtschaftspolitik ist eines der zentralen Nachhaltigkeitsprobleme in der EU und DE und breite Bevölkerungsschichten wollen weniger Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft.

Was muss an der GAP geändert werden? Bäuerliche Landwirtschaft muss wieder zur Richtschnur werden, nicht die Ausrichtung der landwirtschaftlichen Produktion an Weltmärkten, nicht an Agrar-, Chemie- und Finanzkonzernen, nicht an der globalen Konkurrenz aller gegen alle, was unweigerlich zur weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft führen würde mit allen Konsequenzen. Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU begünstigt mit Milliardenzahlungen immer größer werdende Wirtschaftsbetriebe, die mit wenigen und gering bezahlten Arbeitskräften riesige Ländereien mit riesigen Geräten bewirtschaften

 

 

Verehrte Anwesende, verehrte Vertreter*innen der politischen Parteien. Das war zur Einleitung unserer Podiumsdiskussion eine kritische, eine aus der Sicht der im Forum Umwelt und Entwicklung vertretenen Organisationen eher durchwachsene Bilanz der EU und ihrer Politik, die sie als Vertreter*innen der Politik in Deutschland in Richtung der von uns hier aufgezeigten Vorschläge und Forderungen dringend verbessern sollten. Die europäische Idee darf nicht scheitern.

 

 

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Crashkurs Rohstoffpolitik

20. März 2019 - 10:14
Programm – vorläufig Crashkurs Rohstoffpolitik für politisch Aktive und Multiplikator*innen aus Parteien, Gewerkschaften sowie
umwelt- & entwicklungspolitischen NGOs

24. und 25. Juni 2019
in Berlin

Dieser Crashkurs für politische Multiplikator*innen führt in Themen der Rohstoffpolitik und ihre sozialen und ökologischen Folgen ein. Dabei wird das Vorgehen deutscher und europäischer Akteure ebenso beleuchtet wie die Folgen des Abbaus in den Herkunftsländern und alternative Abbaukonzepte. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Recycling.

 

Montag, 17.06.2019

Webinar: Rohstoffpolitik; soziale und ökologische Folgen des Rohstoffabbaus 18:00 Einführung Deutsche Rohstoffpolitik; Rohstoffgerechtigkeit (Michael Reckordt, AK
Rohstoffe) 18:25 Soziale und ökologische Folgen des Rohstoffabbaus, Beispiel Peru (Constantin
Bittner, Misereor) 18:50 Rückfragen 19:15 Ende Webinar

Montag, 24.06.2019

ab 9:30 Begrüßung, Vorstellungsrunde und Einführung ins Programm 10:15 Rohstoffverbrauch in Deutschland & Global (Merle Groneweg, PowerShift) 11:00  Pause 11:15 Ressourcenschonung und -effizienz (Jan Kosmol, Umweltbundesamt) 12:00 Nachhaltiges Produktdesign (Cradle to Cradle Berlin, angefragt) 12:45  Mittagessen 13:45 Kreislaufwirtschaft vs. Recycling (Verena Bax, NABU) 14:30  Export von Schrott – Auslagerung von Umwelt- und Sozialrisiken oder Chancen?
(Andreas Manhart, Öko-Institut) 15:15 Pause 15:30 Rohstoffwende (Michael Reckordt, AK Rohstoffe) 16:00  Konzepte zur Reduzierung unseres Rohstoffhungers, aus ökologischer und
wissenschaftlicher Perspektive (Forschung zu Kolumbien) (Dr. Kristina Dietz,
Glocon/FU Berlin; N.N.) 18:00  Abendessen und anschließend get together

 

Dienstag, 25.06.2019

09:30  Besuch eines Recycling-Unternehmens 11:30 Gespräch mit Vertreter*in des Unternehmens 13:00 Mittag und Feedback 14:00 Ende Crashkurs

 

Für Fragen und mehr Informationen wenden Sie sich bitte an Jakob Kluchert von PowerShift.

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20. Zivilgesellschaftliches Außenwirtschaftsforum : Wirtschaftsmacht China: Partner, Gegner, Markt der Zukunft?

6. März 2019 - 17:59

Termin: 25. März 2019 – Einlass 17:30 Uhr – Beginn 18:00 Uhr

Ort: Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstr. 58/59, 10117 Berlin-Mitte

 

Wann China die USA als größte Volkswirtschaft ablöst, scheint nur eine Frage der Zeit. Stehen wir bald vor einem Handelskrieg mit China? Welche Interessen hat China auf den Weltmärkten, wie gestaltet China die Globalisierung und seinen wachsenden Einfluss, z.B. in Afrika? Wird China zur neuen Wirtschafts-Kolonialmacht? Welche wirtschaftliche und Investitionsstrategie fährt China? Welche Strategie wählen Deutschland und die EU in Sachen Wirtschafts- und insbesondere Handelsbeziehungen?

Das chinesische Gesellschaftsmodell ist die Antithese zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Liberalismus des Westens. Wird China Europa vormachen wie ein moderner Überwachungskapitalismus aussieht und zukünftig die Regeln des digitalen Handels prägen? Wie wird das Land mit den Problemen und Herausforderungen, von der sozialen Ungleichheit bis zum Umweltschutz, umgehen?

Diese und mehr Fragen diskutieren wir mit namhaften Vertretern aus Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft im Rahmen unseres 20. zivilgesellschaftlichen Außenwirtschaftsforums. Wir suchen Antworten auf diese Fragen – und die Konsequenzen für die deutsche und europäische Außenwirtschaftspolitik. Seien Sie mit dabei.

 

Eintritt frei. Um Anmeldung unter: grotefendt@forumue.de wird gebeten.

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Stellungnahme deutscher NGOs zum SAICM Post-2020 Prozess

22. Februar 2019 - 10:48

Stellungnahme deutscher NGOs zum Co-Chairs Paper, das im Rahmen des Multi-Stakeholder Workshops am 21.02.19 diskutiert wird.

 

Das Mandat von SAICM endet 2020. SAICM hat dazu beigetragen, drängende chemikalienpolitische Themen zu adressieren und hat den beteiligten Stakeholdern eine wichtige Plattform gegeben. Mit den bisherigen Ergebnissen können wir allerdings nicht zufrieden sein. Wir haben jetzt die Möglichkeit, einen ehrgeizigen internationalen Rahmen für ein zukünftiges, im besten Sinne nachhaltiges Chemikalienmanagement zu entwickeln, um schädliche Auswirkungen von Chemikalien auf die Gesundheit von Mensch und Umwelt über den gesamten Lebenszyklus zu verhindern. Um dies realisieren zu können ist es wichtig, den multi-stakeholder und multisektoralen Charakter von SAICM zu erhalten und gleichzeitig sicherzustellen, dass ein zukünftiges SAICM die Möglichkeit enthält, rechtsverbindliche Elemente zu integrieren. Dabei sollte auch ein übergreifender globaler Rahmen für ein solides Chemikalienmanagement in Betracht gezogen werden.

 

Download der Stellungsnahme

 

See here the English version SAICM Beyond 2020: Opinion of NGOs in the EU

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SAICM Beyond 2020: Opinion of NGOs in the EU

14. Februar 2019 - 18:45
Opinion of NGOs in the EU
SAICM Beyond 2020

The mandate of SAICM will end in 2020. We have now an opportunity to develop an ambitious international framework to prevent and eliminate adverse impacts on the health of people and the environment, across the lifecycle of chemicals and wastes. It is important to preserve the multi-stakeholder and multi-sectoral character of SAICM while making sure that it contains the possibility to include legally binding obligations, together with national measures for meeting those obligations. Consideration should be given to a legally binding overarching global framework for the sound management of chemicals.

 

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Geteilte Pflichten – Geteilte Rechte? Warum die Umsetzung von Nachhaltigkeit allen voran eine staatliche Aufgabe ist

14. Februar 2019 - 11:42

„Mietenexplosion, marode Infrastruktur, zu geringe Investitionen in Schulen und Krankenhäuser, fehlender Nahverkehr und Fahrradwege, Steuerschlupflöcher für Reiche, steigende Kinderarmutszahlen, […] — jede/r von uns kann sofort Dinge nennen, die dem Konzept der Nachhaltigkeit konträr gegenüberstehen, aber durch das Individuum bzw. Einzelpersonen nicht gelöst werden können. Sondern bei denen die Verantwortung und Entscheidungshoheit eindeutig beim Staat liegt.

Genau diese Dinge stehen auch in den SDGs, formuliert als Aufgabe von Staaten für Staaten. Denn genau das ist die 2030-Agenda: von Staaten verhandelt, von Staaten verabschiedet. Slogans wie »Den Wandel gemeinsam gestalten« wälzen daher die Verantwortung, die sich Regierungen der Welt gegenseitig gegeben haben, auf uns ab. Und verwaschen damit die Komplexität dessen, was in den Zielen steht. Hinzu kommt, dass durch staatliche Akteure das Konzept der Nachhaltigkeit mehr und mehr ausgehöhlt wird.”

 

Gastbeitrag von Marie-Luise Abshagen im eNewsletter der Wegweiser Bürgergesellschaft 02/2019 vom 13.02.2019

 

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SAICM – Internationale Chemikalienpolitik bekommt eine neue Struktur

12. Februar 2019 - 11:07

Im März 2018 trafen sich in Stockholm VertreterInnen von Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Industrie, um über die Zukunft eines internationalen Forums zur Chemiepolitik, SAICM (Strategischer Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement), zu diskutieren. Was wie ein Kongress für SpezialistInnen klingt, ist tatsächlich relevant für jedeN von uns. Denn schädliche Chemikalien sind allgegenwärtig – in unserem Essen, in den Produkten, die wir täglich benutzen, in der Luft, die wir atmen, und in unserer Umwelt. Sie machen nicht an Grenzen Halt und verbreiten sich in der ganzen Welt, z. B. über global gehandelte Produkte. Obwohl viele Chemikalien die Umwelt und unsere Gesundheit erheblich schädigen können, beschränkt sich politische Regulierung meist nur auf einzelne Stoffe und nicht auf strukturelle Probleme. Verboten werden Stoffe meist erst dann, wenn sie schon lange Schaden angerichtet haben, oftmals sogar irreparablen Schaden. Die Politik kann mit den immer neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Stoffen, die auf den Markt kommen, nicht Schritt halten. Als einer der größten Chemieindustrien weltweit kommt Deutschland eine wesentliche Verantwortung in der internationalen Chemiepolitik zu.

Der Artikel von Alexandra Caterbow erschien im Rundbrief/I 2018 

 

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Save the Date: Jahresplenum “Europa vor der Wahl: Die Erosion der „marktkonformen Demokratie“

7. Februar 2019 - 12:41

Save the Date

Jahresplenum Forum Umwelt und Entwicklung

 

Europa vor der Wahl: Die Erosion der „marktkonformen Demokratie“

 

14. März 2019; 17:00 – 20:00 Uhr mit anschließendem kleinem Empfang

taz-Kantine, Friedrichstraße 21, 10969 Berlin

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Interessierte,

 

zum Jahresplenum des Forum Umwelt und Entwicklung am 14. März 2019 möchten wir Euch herzlich einladen. Die Wahl des Leitungskreises steht an. Zudem werden wir den Arbeitsbericht 2018 und die Arbeitsschwerpunkte 2019 vorstellen und mit euch bzw. unseren Mitgliedsorganisationen diskutieren.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion werfen wir einen Blick auf die diesjährigen Europawahlen. Dafür haben wir verschiedene Europaabgeordnete angefragt, mit uns und euch ins Gespräch zu kommen:

 

Europa vor der Wahl: Die Erosion der „marktkonformen Demokratie“

 

Spätestens seit dem Lissaboner Vertrag hat sich die EU dem neoliberalen Wirtschaftsmodell verschrieben. Die Folgen dieses nicht-nachhaltigen Wirtschaftsmodells sehen wir allenthalben: Gesellschaftliche Spaltung, unaufhörliche Erosion unserer natürlichen Lebensgrundlagen, Delegitimierung der „liberalen“ Demokratie.  Auch für die Zukunft planen die Kommission und die Regierungen der EU ein Weiter-So: Weitere Deregulierung der Dienstleistungsmärkte, weitere Kommerzialisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge, noch mehr Globalisierung durch 20 weitere Freihandelsabkommen, Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft durch eine völlig verfehlte Agrarpolitik, während die vielzitierten Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der UN allenfalls unverbindliche Leitbilder sind.
Ist so eine „marktkonforme Demokratie“ die Alternative zu wachsendem Rechts-Populismus und Nationalismus – oder vielmehr eine der Ursachen dafür? Was bedeutet das für die Zivilgesellschaft und ihre Aktivitäten zur EU-Wahl?

 

Programmablauf

 

17.00 -18:00 Uhr interner Teil

(für Mitgliedsorganisationen des FUE):

Begrüßung, Arbeitsbericht 2018, Diskussion.
Wahl der Leitungskreismitglieder

Änderung des Memorandum of Understanding: Umstellung auf zweijährliche statt jährliche Jahresplena

Politische Schwerpunkte 2019

 

Ab 18:00 Uhr öffentlicher Teil:

Politische Diskussion mit Europaabgeordneten
Europa vor der Wahl: Die Erosion der „marktkonformen Demokratie“

 

20:00 Umtrunk/Stehempfang

 

 

 

Wir bitten um Anmeldung an Ramona Bruck bruck@forumue.de

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How to Change the World – One Poem at a Time

1. Februar 2019 - 16:21

+++ Politics meets Poetry +++

 

February 21st 2019

7 pm – 10 pm

at: Berlin Global Village, Am Sudhaus 2, 12053 Berlin

 

 

Are you annoyed by all the bad news everyday? Sick of the feeling there is nothing we can do to stop the world from going down? Fed up with the fact that despite the great challenges all around us there is little political leadership to get on about it? Do you worry that all the dystopian stories like “Brave New World” are just about to come true?

 

So are we! But we believe that there is one strength we all have and we should tap into: the power of community. If we seek to make a better world for everyone, then we need to begin by building a strong, supportive community of positive and passionate individuals. Collectively, we have the power to push for a just and sustainable world for all.

 

But where is the fun in all this, you ask? Wait no longer.

 

We invite you to a special night of poetry, politics and community. We will bring together people with a wide variety of talents and backgrounds. To celebrate how far we have come, and to reflect upon where we can go next. It’s hard but it should also be fun.

 

“We have already seen the year of no, the year of hate, the year of “it’s too late”. So we declare this, 2019, the year of hope.” – Musa Okwonga  #yearofhope.

 

Bring your friends and neighbours.

 

 

With Musa Okwonga and TRVΛNIΛ

 

moderated by Marie-Luise Abshagen

 

The event will be in English. Free entrance. Drinks donation-based

 

Please register with Marie-Luise Abshagen by Feb 18th at abshagen@forumue.de

 

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Mit Gedichten die Welt verändern

 

+++ Politik trifft Poesie +++

21. Februar 2019 19:00-22:00 Uhr

Ort: Berlin Global Village, Am Sudhaus 2, 12053 Berlin

 

 

Hast du auch die Nase voll von den täglichen schlechten Nachrichten? Keine Lust mehr auf das Gefühl, dass die Welt eh untergeht? Genug von der Tatsache, dass es trotz der vielen Herausforderungen kaum politischen Willen zur Veränderung zu geben scheint? Und kriegst du Gänsehaut bei dem Gedanken daran, dass dystopische Romane wie “Schöne Neue Welt” Wirklichkeit werden könnten?

 

Geht uns genauso! Wir glauben aber fest daran, dass wir daran etwas ändern können: Und zwar gemeinsam. Wenn wir eine bessere Welt für alle Menschen wollen, müssen wir damit anfangen, Leute mit Leidenschaft für die gute Sache zusammenzubringen. Zusammen können wir eine Bewegung aufbauen für eine gerechte und nachhaltige Welt.

 

Also wieder nur ein Stuhlkreis, denkst du dir? Weit gefehlt.

 

Hiermit laden wir dich ein zu einem ganz besonderen Abend ein: Politik trifft auf Poetry und Community. Wir wollen Menschen mit unterschiedlichen Talenten und Hintergründen zusammenbringen, um zu zeigen, was wir gemeinsam bereits erreicht haben und wohin wir gemeinsam schreiten können. Keine leichte Aufgabe. Deswegen soll der Spaßfaktor nicht vergessen werden.

 

“We have already seen the year of no, the year of hate, the year of “it’s too late”. So we declare this, 2019, the year of hope.” – Musa Okwonga  #yearofhope.

 

Kommt reichlich mit Freund*innen und Nachbar*innen.

 

Mit Musa Okwonga und TRVΛNIΛ

 

moderiert von Marie-Luise Abshagen

 

Die Veranstaltung wird auf Englisch stattfinden. Eintritt ist kostenlos. Getränke auf Spendenbasis

 

Bitte bis 18. Februar anmelden bei Marie-Luise Abshagen unter abshagen@forumue.de

 

 

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Under Pressure: Mit Konzernklagen gegen Umweltschutz

22. Januar 2019 - 11:08
Auswirkungen von Konzernklagen auf Rohstoff- und Umweltpolitik

 

 

Gemeinsam mit PowerShift, Campact, dem BUND, der AbL und attac haben wir eine neue Fallstudie veröffentlicht, in der wir die Auswirkungen von Konzernklagen auf Umweltgesetzgebung untersuchen. Das so genannte ISDS-System (Investor State Dispute Settlement) gibt Investoren weitreichende Sonderrechte und verleiht ihnen Zugang zu einer Paralleljustiz, um ihre Interessen durchzusetzen. International tätige Konzerne haben dieses Instrument genutzt, um mit Schadensersatzforderungen von bis zu mehreren Milliarden Euro zu drohen, wenn Regierungen gegen ihre Interessen gehandelt haben. Dass dies vor allem den Umweltsektor betrifft, wird in unserer Studie deutlich, in der wir auch exemplarisch verschiedene Klagefälle skizzieren.

 

Download ‘Under Pressure: Mit Konzernklagen gegen Umweltschutz’

 

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Politischer Diskussionsabend: So geht Nachhaltigkeit – Zivilgesellschaftliche Impulse für eine nachhaltige Politik

18. Januar 2019 - 8:41
Politischer Diskussionsabend Di, 29.01.2019 – 17:30 Uhr Hörsaalruine der Charité (Berliner Medizinhistorisches Museum, Campus Charité Mitte, Charitéplatz 1, 10117) Berlin

Über drei Jahre ist es jetzt her, dass sich Deutschland zu der Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) verpflichtet hat. Das Jahr 2019 ist eine wichtige Wegmarke in diesem Prozess: Bereits jetzt beginnen die Vorbereitungen auf einen Nachhaltigkeitsgipfel der Staats- und Regierungschefs im September 2019, der eine erste Bilanz zieht und die ambitionierte Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer Ziele voranbringen soll. Auch in Deutschland wird aktuell die Überarbeitung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vorbereitet.

Genau der richtige Zeitpunkt um mit Ihnen und Euch gemeinsam zu diskutieren: Was erwarten wir von einer nachhaltigen Politik? Wichtiger Impuls und Rahmen für den Abend ist der aktuelle Bericht ‚So geht Nachhaltigkeit – Deutschland und die globale Nachhaltigkeitsagenda‘, der gezielt zivilgesellschaftliche Ansätze und Initiativen zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen in Deutschland und weltweit in den Fokus rückt. Wir wollen zeigen: Nachhaltigkeit ist möglich – wenn der politische Wille dafür besteht.

Gemeinsam mit Ihnen und Euch möchten wir erfolgreich in das politische Jahr 2019 starten und laden herzlich ein zu einem Abend ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.

Merken Sie sich den Termin gleich vor, ein ausführliches Programm folgt in Kürze. Anmeldungen richten Sie bitte an staudt@forumue.de.

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Positionspapier: Agrarökologie stärken. Für eine grundlegende Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme

18. Januar 2019 - 7:53

Armut, Hunger, Artensterben, Bodenzerstörung, Klimakrise – hunderte Millionen von bäuerlichen Erzeuger*innen sind davon betroffen. Die industrielle Landwirtschaft bedroht nachweislich die Existenz (klein-)bäuerlicher Erzeuger*innen und gefährdet die natürlichen Lebensgrundlagen hierzulande und im globalen Süden. In dem Positionspapier „Agrarökologie stärken. Für eine grundlegende Transformation der Agrar- und Ernährungssystemefordern 56 zivilgesellschaftliche Organisationen die Bundesregierung auf, Agrarökologie zum zentralen Förderkonzept zur Armutsbekämpfung und zur Anpassung an die Klimakrise zu machen und sie als Grundlage für eine Reform der EU-Agrarpolitik zu nutzen. Das Konzept ist wissenschaftlich fundiert, in der Praxis hinlänglich erprobt und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Darüber hinaus werden in dem Papier zehn gleichberechtigte Elemente formuliert, die die Unterzeichner*innen des Papiers als Kernbestandteile von Agrarökologie erachten.

 

Download des Positionspapiers

 

Das Positionspapier „Agrarökologie stärken“ wird getragen von folgenden 56 Organisationen: Agrar Koordination, Agrecol, Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW), ARA, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL), Aurelia Stiftung, Biokreis Anbauverband, Bioland, Bluepingu, Brot für die Welt, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Bündnis Junge Landwirtschaft, Bürger für regionale Landwirtschaft & Ernährung (BIONALES), Christliche Initiative Romero (CIR), Deutscher Naturschutzring (DNR), Die Agronauten – Forschungsgesellschaft für Agrar- und Ernährungskultur, Die Freien Bäcker – Zeit für Verantwortung, ECOVIN, Ernährungsrat Berlin, Ernährungsrat Frankfurt, Ernährungsrat Nürnberg und Umgebung, FIAN Deutschland, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL), Forum Fairer Handel, Forum Umwelt und Entwicklung, Gen-ethisches Netzwerk, GEPA – The Fair Trade Company, Germanwatch, Grüne Liga, Handwerk mit Verantwortung, IFOAM – Organics International, INKOTA-netzwerk, junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (jAbL), Meine Landwirtschaft, Mellifera, MISEREOR, NaturFreunde Deutschland, Naturland, Naturschutzjugend (NAJU), Netzwerk solidarische Landwirtschaft, Nyéléni.de, Oxfam Deutschland, Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany), Sarah Wiener Stiftung, Seeds Action Netork (SAN) Deutschland, Slow Food Deutschland, Slow Food Europa, Stadtbienen, TransFair (Fairtrade Deutschland), Treemedia, Weltladen-Dachverband, World Future Council, WWOOF-Deutschland, Zukunftsstiftung Landwirtschaft

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Pressemitteilung: Bundesregierung muss Potenzial von Agrarökologie nutzen

18. Januar 2019 - 7:30

Pressemitteilung

Bundesregierung muss Potenzial von Agrarökologie nutzen

Zivilgesellschaftliche Organisationen präsentieren Forderungskatalog

 

[Aachen, Berlin, Hamm, den 18.01.2019] Armut, Hunger, Artensterben, Bodenzerstörung, Klimakrise – hunderte Millionen von bäuerlichen Erzeuger*innen sind davon betroffen. Die industrielle Landwirtschaft bedroht nachweislich die Existenz (klein-)bäuerlicher Erzeuger*innen und gefährdet die natürlichen Lebensgrundlagen hierzulande und im globalen Süden. In einem heute veröffentlichten Positionspapier fordern 56 zivilgesellschaftliche Organisationen die Bundesregierung auf, Agrarökologie zum zentralen Förderkonzept zur Armutsbekämpfung und zur Anpassung an die Klimakrise zu machen und sie als Grundlage für eine Reform der EU-Agrarpolitik zu nutzen. Das Konzept ist wissenschaftlich fundiert, in der Praxis hinlänglich erprobt und ganzheitlich im Ansatz.

 

Zehn Jahre nach dem Erscheinen des Weltagrarberichts setzt sich die Erkenntnis durch, dass eine Ertragssteigerung um jeden Preis keine Lösung für Armut, Hunger und Umweltzerstörung ist. Mit der Agrarökologie gibt es ein wirksames Gegenmodell. Das Konzept basiert auf ökologischen Prinzipien, dem politischen Ansatz der Ernährungssouveränität und dem Recht auf angemessene Nahrung. „Die Förderung der Agrarökologie zahlt sich dreifach aus: Sie verbessert die Lebenssituation von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, mindert die Folgen der Klimakrise und schützt die natürlichen Lebensgrundlagen“, erklärt Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale. Die Bundesregierung sollte bis 2021 300 Millionen Euro zur Förderung der Agrarökologie national und international zur Verfügung stellen, davon 200 Millionen Euro für die „Scaling up Agroecology-Initiative“ der FAO und 100 Millionen Euro für ein Förderprogramm „Agrarökologie und Frauen“.

 

Auch die Landwirtschaft in Deutschland und Europa würde davon profitieren. „Agrarökologie kann bäuerliche Landwirtschaft wirtschaftlich stärken und Perspektiven auch für den ländlichem Raum insgesamt verbessern“, erklärt Reiko Wöllert, Mitglied im Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). „Agrarökologie mit einer verbesserten Wertschöpfung für die Betriebe zu verbinden ist daher wichtig, um Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen und das Höfesterben zu beenden. Die Bundesregierung sollte sich bei der Reform der EU-Agrarpolitik dafür einsetzen, dass die Weichen in diese Richtung gestellt werden. Wirtschaftskreisläufe, Regionalunternehmen und lokale Vermarktungsnetzwerke von Bauern und Bäuerinnen sollten besonders gestärkt werden”, sagt Wöllert.

 

Das Konzept der Agrarökologie baut auf den Prinzipien des ökologischen Landbaus auf. Dazu zählen der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, der Kreislauf von Boden-Pflanze-Tier und Mensch sowie der Verzicht auf Mineraldünger und Pestizide. „Agrarökologie fördert die Vielfalt unter und über der Erde“, erklärt Katrin Wenz, Agrarexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz. Biodiversität werde über mehrgliedrige Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte und Mischanbau systematisch ins Anbausystem integriert. „Wer Vielfalt erhalten will, darf also nicht weiter auf die Intensivierung der Landwirtschaft setzen, sondern muss Anbausysteme fördern, die Ressourcen sparen und die Biodiversität schützen“, so Wenz.

 

Auch angesichts der Herausforderungen der weltweiten Klimakatastrophe ist ein Umdenken hin zur Agrarökologie dringend nötig. Diversifizierte Anbausysteme machen Bauern und Bäuerinnen krisensicherer gegenüber Wetterextremen. „Böden speichern in Dürrezeiten besser Wasser und nehmen bei Starkregen Wasser leichter auf. Pflanzen können tiefer wurzeln. Der Schädlings- und Krankheitsdruck nimmt ab“, so Jan Urhahn, Landwirtschaftsexperte bei der Entwicklungsorganisation INKOTA. Die Bundesregierung sollte sich dafür einsetzen, dass die positiven Wirkungen der Agrarökologie in den Politikempfehlungen des Arbeitsprogramms der UN-Klimarahmenkonvention für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit besondere Beachtung finden. „Um der Agrarökologie zum Durchbruch zu verhelfen, muss die Bundesregierung schädliche Programme schnellstmöglich beenden. Daher muss sie aus der Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika aussteigen“, fordert Urhahn. Die Initiative nütze vor allem den großen Agrarkonzernen und stehe der Agrarökologie diametral entgegen.

 

Veranstaltungshinweis: Zum Thema Agrarökologie findet am 18.1.2019 um 15:30 Uhr in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin die Diskussionsveranstaltung „Agrarökologie stärken! Für eine zukunftsgerichtete Politik und Praxis“ statt. Unter anderem mit Abram Bicksler, Landwirtschaftsreferent, Abteilung Anbau und Pflanzenschutz, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und mit Dr. Stefan Schmitz, Beauftragter für die Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

 

Weitere Informationen:

Positionspapier „Agrarökologie stärken. Für eine grundlegende Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme“ inklusive der Liste der 56 unterzeichnenden Organisationen

Weitere Informationen zur Veranstaltung „Agrarökologie stärken! Für eine zukunftsgerichtete Politik und Praxis“ am 18.01.2019

Ansprechpersonen:

Jan Urhahn, INKOTA-netzwerk, Mobil: 0176 70 61 03 81, E-Mail: urhahn@inkota.de

Katrin Wenz, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Mobil: 0176 47 68 41 62, E-Mail: katrin.wenz@bund.net

Marita Wiggerthale, Oxfam, Mobil: 0162 13 86 32 1, E-Mail: mwiggerthale@oxfam.de

Reiko Wöllert, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Festnetz: 036254 78 02 4, E-Mail: mitteldeutschland@abl-ev.de

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Erklärung deutscher Umwelt- und Entwicklungsorganisationen zur Bioökonomie-Politik der Bundesregierung

16. Januar 2019 - 7:59

Was die Bundesregierung derzeit unter dem Begriff Bioökonomie verhandelt, hat aus unserer Sicht das Potenzial, Menschen- und Sozialrechte weiter auszuhöhlen und die Umweltzerstörung zu beschleunigen. Eine Wirtschaft, die verstärkt nachwachsende Rohstoffe einsetzt, kann nur dann nachhaltig sein, wenn dies mit einer sozial-ökologischen Transformation einhergeht.
Die unterzeichnenden Verbände und Organisationen fordern deshalb von der Bundesregierung eine Neuausrichtung der nationalen und europäischen Bioökonomie-Strategien.

 

Download der Erklärung zur Bioökonomie

 

Diese Erklärung wurde vom „Zivilgesellschaftlichen Aktionsforum Bioökonomie“ initiiert.
Weitere Informationen und Kontakt auf www.aktionsforum-biooekonomie.de
Stand 16. 01.2019

 

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Pressemitteilung: Bioökonomie – Industrialisierungs-Turbo für die Landwirtschaft

16. Januar 2019 - 7:54

Umwelt- und Entwicklungsverbände veröffentlichen Erklärung zur Bioökonomie

 

Die Bioökonomie-Strategie der Bundesregierung birgt das Potential, Menschen- und Sozialrechte weiter auszuhöhlen und die Umweltzerstörung zu beschleunigen. Darauf weisen führende Umwelt- und Entwicklungsverbände zum Beginn der Grünen Woche in Berlin in einer gemeinsamen Erklärung hin. Bioökonomie wird nur dann zukunftsfähig sein, wenn sie mit einer sozial-ökologischen Transformation einhergeht. Dazu müsse der Rohstoffverbrauch dramatisch gesenkt werden, so die Verbände.

 

Mithilfe der sogenannten Bioökonomie soll unsere erdöllastige, klimaschädliche Wirtschaft künftig vor allem auf nachwachsenden Rohstoffen basieren und somit “grüner” werden. Politik und Wirtschaft wollen jedoch wenig an den eigentlichen Strukturen unserer problematischen Produktionsweise ändern.

 

Die Grüne Woche ist die international größte Agrarmesse. Hierbei spielt der Bioökonomie-Ansatz hintergründig eine große Rolle, denn die nachwachsenden Rohstoffe sollen vor allem durch die  Land- und Forstwirtschaft produziert werden.

 

Schon heute trägt die industrialisierte Landwirtschaft zum Verlust von Artenvielfalt und Klimawandel bei. Wenn in Zukunft Land- und Forstwirtschaft zusätzliche Biomasse für neue Geschäftsfelder der Industrie produzieren, geraten Ökosysteme weiter unter Druck. Darüber hinaus verschärfen sich auch soziale Konflikte im globalen Süden.

 

Die Erklärung ist insbesondere ein Appell an die Bundesregierung, ihre Bioökonomie-Politik neu auszurichten.

 

 

Kontakt:

 

Peter Gerhardt, denkhausbremen e. V.

+49 163 755 8366 peter@denkhausbremen.de

 

Jonas Daldrup, denkhausbremen.e.V.

+49 421 3304 8381 jonas@denkhausbremen.de

 

Josephine Koch , Forum Umwelt & Entwicklung

Tel. +49 (0) 30 678 1775 74  / E-Mail Koch@forumue.de

 

    

Die Erklärung wurde initiiert vom “Zivilgesellschaftlichen Aktionsforum Bioökonomie”. Weitere Infos und Kontakt: www.aktionsforum-biooekonomie.de

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Fachgespräch: Wie Tiergesundheit ein Land bewegt – mit Dr. Kebba Daffeh, Tierarzt aus Gambia

15. Januar 2019 - 17:42

TIERÄRZTE WELTWEIT in Gambia

 

Wie Tiergesundheit ein Land bewegt – Fachgespräch mit Dr. Kebba Daffeh, Tierarzt aus Gambia

 

1.Februar 2019, 10:00-12:00 Uhr

Forum Umwelt und Entwicklung, Marienstr. 19 – 20 (1. Stock Hinterhaus), 10117 Berlin

 

 

Für einen Großteil der Menschen weltweit stellt die Haltung von Tieren ihre Lebensgrundlage dar. Die tiermedizinische Versorgung ist jedoch in vielen Ländern, besonders in ländlichen Gebieten, mangelhaft oder fehlt gänzlich. Die wenigen Fachkräfte sind oft unzureichend ausgebildet. Gemeinsam mit der Welttierschutzstiftung versucht der gambische Tierarzt Dr. Kebba Daffeh das zu ändern. Während seines Besuches in Deutschland freuen wir uns, ihn und Sie zu einem gemeinsamen Fachgespräch (auf Englisch) einzuladen.

Um die Versorgung von Tieren nachhaltig zu verbessern, entwickelte die Welttierschutzstiftung 2015 das Programm TIERÄRZTE WELTWEIT. Die Welttierschutzstiftung fördert die tierärztliche Aus- und Weiterbildung in Ländern des Globalen Südens, vor allem in afrikanischen Ländern wie Malawi, Gambia, Tansania, Uganda und demnächst in Liberia und Ruanda. Die Stiftung arbeitet dafür eng mit Bildungsinstitutionen, Tierarztverbänden und Ministerien vor Ort zusammen und begleitet die Projekte, bis sie erfolgreich aufgebaut sind und langfristig von den lokalen PartnerInnen weitergeführt werden. Neben der fachlichen Ausbildung an Colleges und Universitäten geht es bei unserer Arbeit immer auch um die ländliche Entwicklung, um Wissenstransfer und die Schaffung von Arbeit und Einkommen, aber auch um Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit („One Health“-Ansatz), Restriktionen durch fehlende Infrastruktur u. Ä.

 

 

TIERÄRZTE WELTWEIT in Gambia

Seit 2015 ist TIERÄRZTE WELTWEIT in Gambia tätig. In dem westafrikanischen Land kommen auf 75 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung in der Landwirtschaft und ca. 1 Million Nutztiere nur 15 TierärztInnen und 83 weitere Fachkräfte für Tiergesundheit. Es gibt zwar Studiengänge für Tiergesundheit und Landwirtschaft, aber keine tiermedizinische Ausbildung im Land. Seit dem Frühjahr 2016 arbeitet der gambische Tierarzt Dr. Kebba Daffeh als Projektmanager des Programms TIERÄRZTE WELTWEIT und unterrichtet Studierende der Landwirtschaft und Tiergesundheit an der Universität und dem College sowohl theoretisch als auch in praktischen Fähigkeiten, um sie besser auf ihre zukünftige Tätigkeit vorzubereiten. Inzwischen sind die Themen fester Bestandteil der Lehrpläne.

Die Welttierschutzstiftung und das Forum Umwelt und Entwicklung laden am Freitag, den 1. Februar 2019, von 10:00 bis 12:00 Uhr zum Erfahrungsaustausch mit Dr. Kebba Daffeh, University of The Gambia ein. Er wird über den Aufbau und die Entwicklung des Bildungsprogramms TIERÄRZTE WELTWEIT in Gambia sowie über dessen transformative Wirkungen auf die Lebensbedingungen von Menschen und Tieren berichten. Im Anschluss beantwortet Dr. Daffeh gern Ihre Fragen.

 

Das Fachgespräch ist für alle NGOs interessant, die in den Bereichen Ländliche Entwicklung und Aus- und Fortbildung tätig sind und an Capacity Building und Development interessiert sind. Auch interessierte Privatpersonen sind herzlich willkommen.

Das Fachgespräch findet in englischer Sprache statt.

Wir freuen uns sehr auf Ihre Teilnahme!

Bitte melden Sie sich bis zum 25. Januar 2019 an bei Marijana Todorovic (todorovic@forumue.de)

 

Kontakt:

Karin Siegmund, Welttierschutzstiftung, ks@welttierschutz.org, +49 30 9237226-0

Marijana Todorovic, Forum Umwelt und Entwicklung, todorovic@forumue.de, +49 30 678 1775 907

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Fachpodium beim GFFA: Digitalisierung – Utopie oder Dystopie?

10. Januar 2019 - 11:24

 

 

 

 

 

Wann: Freitag, den 18.1.19 von 10:30 Uhr bis 11:45 Uhr

Wo: CityCube Berlin, Ebene 3, MX, Messedamm 26. Eingang Messedamm, 14055 Berlin

 

Digitalisierung – Utopie oder Dystopie?
Das Ende der Ressourcenkrise oder grenzenlose Konzernmacht über unser Essen?

Brot für die Welt, das Forum Umwelt und Entwicklung und das INKOTA-netzwerk organisieren
beim nächsten GFFA (Global Forum for Food and Agriculture) im Januar 2019 ein Fachpodium zum Thema Digitalisierung
in der Landwirtschaft. Digitalisierung wird oft als fortschrittliche Lösung betitelt. Smart Farming,
Drohnen zu Wasser und in der Luft, per Satellit gesteuerte Traktoren, die Nutzung von Wetter- und
Bodendaten durch Big Data-Plattformen oder die Anwendung von synthetischer Biologie.
Aber ist Digitalisierung tatsächlich das neue Wundermittel, um die Landwirtschaft weltweit
zukunftsfähig zu machen? Ist sie der Einstieg in ein Zeitalter, in dem die Wachstumsgrenzen noch
einmal deutlich verschoben werden können?

Eine kritische Betrachtung der Auswirkungen der Digitalisierung kommt bislang zu kurz:
Wie verändert sich die Landwirtschaft durch die Digitalisierung? Wer sind die zentralen Akteure
im Digitalisierungs-Geschäft? Was bedeutet die Digitalisierung explizit für bäuerliche Erzeuger*innen weltweit?
Ist die Digitalisierung wirklich so ressourcenschonend, wie es versprochen wird?
Oder wird bald die Tiefsee umgegraben, damit die Ressourcen gewonnen werden können, die die digitale Landwirtschaft
zum Ackern braucht? Welche Grenzen und politischen Rahmensetzungen braucht die Digitalisierung, um für den Umbau
hin zu einer sozial und ökologisch gerechten Landwirtschaft genutzt werden zu können?

Diese und viele weitere Fragen wollen wir gerne mit unseren Gästen und Ihnen diskutieren.

 

Key Note: Neth Daño, ETC Group, Philippinen

Podium:

Neth Daño, ETC Group, Philippinen

Dr. Angelika Hilbeck, ETH Zürich, Schweiz

Janet Maro, SAT, Tansania

Stig Tanzmann, Brot für die Welt, Berlin

Moderation: Jan Urhahn, INKOTA-netzwerk, Berlin

 

 

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch mit Simultanübersetzung statt.

Eintritt frei – Eine Online-Anmeldung ist erforderlich. 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Jan Urhahn: urhahn@inkota.de.

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Jetzt Bewerben: Wir fördern nachhaltige Projekte mit 2000€

4. Januar 2019 - 15:08

 

Wir vergeben im Rahmen unseres Projekts „Make Europe Sustainable for All“ dreimal 2.000 Euro als Unterstützung für lokale Aktionen, Kampagnen und öffentlichkeitswirksame Maßnahmen im Bereich “Globale Ziele für nachhaltige Entwicklung – Sustainable Development Goals (SDGs)”

 

 

Ziel des Projektes ist es, alle 17 SDGs ins Bewusstsein zu rücken und im Rahmen europäischer, nationaler und lokaler Aktionen darüber zu informieren, wie die Ziele miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig bedingen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Themenkampagnen zur Bekämpfung von Ungleichheit, zur Nachhaltigkeit in der Lebensmittel- und Agrarbranche sowie zu nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion, jeweils unter Einbeziehung der Querschnittsthemen Geschlechtergleichstellung, Migration und Klimawandel. Weitere Informationen zu den Kampagnen und dem Projekt unter: www.makeeuropesustainableforall.org

 

 

In Deutschland wird das Projekt „Make Europe Sustainable for All“ von den Organisationen

  • WECF Deutschland
  • AWO International
  • und Forum Umwelt und Entwicklung umgesetzt.

Einer der Hauptbestandteile unseres Projekts ist die Erteilung von Zuschüssen (Subgranting) an lokale Gruppen, Basisorganisationen und weitere lokale zivilgesellschaftliche Akteure. Mit dieser Unterstützung sollen der Wissens- und Informationsaustausch zu den Sustainable Development Goals gestärkt und das Bewusstsein der EU-Bürger*innen dafür geschult werden, was die SDGs mit ihnen und ihrem Leben zu tun haben und welche Rolle sie selbst bei der Umsetzung der Agenda 2030 spielen können.

Gemeinsam mit Ihren lokalen Projekten möchten wir daher die 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung ins Bewusstsein der Menschen vor Ort rücken. Die Maßnahmen sollten mit mindestens einem der folgenden Themenschwerpunkte im Einklang stehen:

  • Bekämpfung von Ungleichheit,
  • Nachhaltigkeit in der Lebensmittel- und Agrarbranche
  • sowie nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion.

Es werden zudem Vorschläge begrüßt, bei denen ein Zusammenhang zwischen den lokalen Maßnahmen und der Europawahl sowie europäischen Verfahren hergestellt wird.

 

Bewerbungsverfahren

Bitte bewerben Sie sich bis zum 15. Februar 2019, 23:59 Uhr MEZ, über folgenden Link: https://www.surveymonkey.com/r/V9X55HY

 

Weitere Informationen können Sie unserer Ausschreibung entnehmen:

Download der Ausschreibung

Download der Budgetvorlage

 

Bitte beachten Sie, dass Sie auf surveymonkey.com die Budgetvorlage nur im PDF-Format hochladen können – bitte speichern Sie ihre PDF Datei wie folgt:

“Lot 1, Deutschland, [Name Ihrer Organisation]”

 

 

Europaweite Ausschreibung

Darüber hinaus vergibt das European Environmental Bureau im Auftrag unseres europäischen Projektnetzwerks 6 Zuschüsse mit einer maximalen Zuschusshöhe von 7.500€. Der Bewerbungsschluss ist ebenfalls der 15. Februar 2019. Hier finden Sie alle Informationen und Unterlagen zu dieser Ausschreibung. Organisationen können sich für beide Ausschreibungen bewerben.

 

Wir freuen uns auf vielfältige und innovative Ideen! 

 

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Elisabeth Staudt

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Rundbrief IV/2018: Lebensadern unserer Erde: Flüsse – begradigt, gestaut, zerstört.

20. Dezember 2018 - 13:58

Flüsse sind die Lebensadern unserer Erde, das ökologische Rückgrat unserer Landschaften. Sie schaffen seit Jahrtausenden lebenswerte Umfelder sowohl für Tiere und Pflanzen, als auch für uns Menschen. Gleichzeitig stehen sie ganz oben auf der Liste der Ökosysteme mit dem größten Artenverlust. Zudem werden Menschen auf der ganzen Welt aus ihrer gewohnten Umgebung vertrieben, um Platz für Wasserkraftwerke zu schaffen, oder sie werden krank von den Industrieabwässern, die die Flüsse und damit das Trinkwasser verunreinigen. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes flussabwärts:

 

 

Auf dem Balkan, dem „Blauen Herz Europas“, wo die letzten wilden Flüsse unseres Kontinents die Landschaften prägen, sind über 3.000 neue Wasserkraftprojekte in Planung, mit katastrophalen Folgen für die Natur. Anderorts werden Mega-Staudämme entgegen anhaltender Proteste der Zivilgesellschaft errichtet, teils begleitet von schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen seitens der Regierungen. In Gebieten, in denen Wasserknappheit herrscht, entstehen auch zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen Konflikte um die Nutzung von Flüssen. Im Norden Kenias ist ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen mit einer Kamel-Karawane entlang des Ewaso-Nyrio-
Flusses gewandert, um auf die Bedrohungen des Flusses aufmerksam zu machen.

 

Als strategische „Waffe“ in Konflikten werden Flüsse missbraucht, um die Wasserversorgung der Gegner zu verknappen, Überschwemmungen auszulösen oder (Trink-)Wasser zu verunreinigen. Giftige Chemikalien landen aber auch beispielsweise durch die Textil- und Lederindustrie in den Gewässern, wo sie besonders Frauen, Kinder und die ärmsten Bevölkerungsschichten treffen. Auch hierzulande, z. B. in der Lausitz, verschmutzt der Abbau von Braunkohle unser Trinkwasser und zerstört den Lebensraum von Tieren und Pflanzen.

 

Politische Programme wie die Wasserrahmenrichtlinie in der Europäischen Union oder das Blaue Band in Deutschland sollen dazu dienen, unsere Flüsse vor schädlichen Einträgen, Begradigungen, Stauungen, Wasserkraft und zu hoch frequentiertem Schiffverkehr zu schützen
und Fließgewässer und Auen zu renaturieren, um wieder einen natürlichen Biotopverbund mitsamt der wertvollen Ökosystemfunktionen zurückzugewinnen. Doch bei der Umsetzung hakt es gewaltig.

 

Dass Flusslandschaften komplexe Ökosysteme sind, die vielfältige, für eine intakte Umwelt und die Lebensräume von Menschen essenzielle Funktionen erfüllen, ist leider noch nicht ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit durchgedrungen. Mit dieser Ausgabe möchten wir den Flüssen nicht nur den Respekt und die Aufmerksamkeit schenken, die ihnen gebührt, sondern auch dem Abwärtstrend etwas entgegensetzen, indem wir Möglichkeiten aufzeigen, um diese Schätze der Natur und ihren Artenreichtum zu schützen.

 

Ich wünsche eine sprudelnde Lektüre

Marijana Todorovic

 

 

Download des Rundbriefs

Gedruckte Exemplare wird es in Kürze geben. Sie können unter bruck@forumue.de bestellt werden.

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