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Aktuelle Meldungen der Engagement Global gGmbH - Service für Entwicklungsinitiativen
Aktualisiert: vor 9 Stunden 22 Minuten

Graadselääds

15. Februar 2019 - 10:49
Die 17 Ziele gibt es nun auch auf Saarländisch. Foto: NES e.V.

Bierdeckel für eine bessere Welt wurden am Donnerstagabend mit einer Release-Party im Saarbrücker Szenelokal „Jules Verne“ vorgestellt. Die Bierdeckel mit den 17 Nachhaltigkeitszielen auf Saarländisch, bebildert mit lokalen Motiven, haben Engagement Global mit ihrer Außenstelle in Mainz und das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. gemeinsam, beraten von Mundartring Saar e.V., auf den Weg gebracht.

Kurze Gesprächsrunden beleuchteten, welche Bedeutung die SDG (Sustainable Development Goals, Nachhaltigkeitsziele) für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit haben und welche Möglichkeiten sich auf Landesebene bieten, nachhaltig zu handeln.

Gesprächsgäste waren:

  • Roland Krämer, Staatssekretär für Umwelt und Verbraucherschutz im Saarland,
  • Katrin Frey aus dem saarländischen Ministerium für Bildung und Kultur, Referat Entwicklungszusammenarbeit und Bildung für Nachhaltige Entwicklung,
  • Andreas Bonaventura, engagierter Gymnasiallehrer,
  • Sebastian Haffner von Sunhelp International, die auch über ihr Projekt „In 100 Solaranlagen um die Welt“ berichteten,
  • die Poetry Slammer „Die Fabelstapler“ Phriedrich Chiller und Dr. Markus Becherer, die Nachhaltigkeit in ihren Darbietungen thematisieren.

Moderiert wurden die Runden von der Geschäftsführerin des Netzwerkes Entwicklungspolitik im Saarland e.V., Ulrike Dausend.

Den mehr als 100 Gästen wurde deutlich, dass die globalen Nachhaltigkeitsziele auf Saarländisch übersetzt, zu Saarländischen Zielen werden. Nicht nur in der Waldwirtschaft und nachindustriellem Umweltschutz hätte man laut Roland Krämer schon einiges erreicht, es bleibe dennoch sehr viel zu tun. Doch würden die letzten 30 Jahre zeigen, dass Engagement für Nachhaltigkeit sich immer lohne, so Krämer.

Andreas Bonaventura forderte mehr Unterstützung für diejenigen Schulen, die sich jetzt schon für die Vermittlung der 17 Ziele einsetzen. Die Agenda 2030 dürfe sich nicht nur auf freiwillige Projekte und Nachmittagskurse beschränken.

Ihm entgegnete Katrin Frey, dass sich durch das saarländische Zentrum für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und die Verankerung von BNE im Basiskurrikulum der Schulen auch die Globalen Nachhaltigkeitsziele nach und nach stärker im Bildungsbereich verankern würden.

Dass sich saarländisches Engagement in der Welt auszahlt und mit einfachster Technologie gerade in ländlichen Regionen zu Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung beitragen kann, verdeutlichte Sebastian Haffner sehr anschaulich.

Schließlich warb die Runde für ein 18. SDG, das für Herzblut und Leidenschaft hinter der Agenda 2030 steht. Gerade hier seien alle Anwesenden gefordert, sich weiter dafür zu engagieren.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele in Dialekt und motivisch lokal angepasst auf Bierdeckeln unter die Leute zu bringen – diese Idee haben ursprünglich Studierende der Rhein Fachhochschule Köln in Kooperation mit dem Projekt #17Ziele entwickelt. Ihr Ziel ist es, auf humorvolle Weise Interesse für die 17 Nachhaltigkeitsziele zu wecken und Menschen zum Handeln anzuregen. Mittlerweile sind zur Kölsch-Version weitere Lokal-Versionen der 17 Ziele-Bierdeckel entstanden, unter anderem in Berlin und im Allgäu.

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Festival der Taten: Bewerbung startet

14. Februar 2019 - 11:32
Die 17 Ziele wurden in der Seminarreihe an der Goethe-Universität Frankfurt diskutiert. Foto: Engagement Global

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDG) sind die nachhaltige Zielgerade – in Frankfurt genauso wie in Europa und der Welt. Doch inwiefern werden die 17 Ziele bereits umgesetzt? Um diese Frage aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, veranstaltete die Goethe-Universität Frankfurt im Wintersemester 2018/19 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) – Landesverband Hessen, der Society for International Development (SID) – Chapter Frankfurt und der Außenstelle Mainz von Engagement Global die Lehrveranstaltung „Die Sustainable Development Goals – in Hessen, Deutschland, Europa und der Welt“. In fünf öffentlichen Veranstaltungen wurde zudem über die 17 Ziele auf globaler, nationaler sowie lokaler Ebene diskutiert.

Jede der fünf Veranstaltungen an der Goethe-Universität Frankfurt setzte einen spezifischen Schwerpunkt innerhalb der Agenda 2030. Während der ersten Veranstaltung am Dienstag, 20. November 2018, erläuterte Jens Martens vom Global Policy Forum die 17 Ziele aus globaler Perspektive.

Die zweite Veranstaltung nahm unter dem Motto „SDG Acht - Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ das Freihandelsabkommen mit Afrika in den Blick. Professor Dr. Helmut Asche, Dr. Boniface Mabanza und Joachim Schuster diskutierten dabei, wie das achte Ziel im Hinblick auf Europas Handelspolitik mit dem afrikanischen Kontinent gesehen werden kann.

Am Dienstag, 22. Januar 2019, trat der Roundtable Deutschland zusammen. Das Podium mit Dr. Imme Scholz vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, Dagmar Maur von Engagement Global, Wolfgang Obenland vom Global Policy Forum Europe sowie UN Jugenddelegierter Lukas Schlapp wagte eine Prognose, welche Ziele in Deutschland bereits erreicht und an welchen Stellen der Agenda 2030 Prozess noch intensiviert werden muss.

In der vierten Veranstaltung gab Professor Dr. Lothar Brock von der Goethe-Universität mit Blick auf SDG 16 einen Einblick, wie Frieden als Leitmotiv der Agenda 2030 fungiert und wie die programmatische Verknüpfung von Frieden und Entwicklung zu beurteilen ist.

Während der letzten Veranstaltung am Dienstag, 12. Februar 2019, hatten die Zuhörerinnen und Zuhörer die Gelegenheit zu erfahren, wie global vernetzt und lokal aktiv Hessen tatsächlich ist. Andrea Jung vom Entwicklungspoltischen Netzwerk Hessen, Jennifer Gatzke von RENN.west und Renate Labonté vom Referat Nachhaltigkeitsstrategie im Umweltministerium standen zu diesem Thema Rede und Antwort.

Die Veranstaltungen fanden von November bis Februar jeweils dienstags statt. Im Anschluss hatten die Studierenden und die interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Referentinnen und Referenten zu diskutieren.

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17 Ziele in Hessen

13. Februar 2019 - 14:54
Die 17 Ziele wurden in der Seminarreihe an der Goethe Universität Frankfurt diskutiert. Foto: Engagement Global

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDG) sind die nachhaltige Zielgerade – in Frankfurt genauso wie in Europa und der Welt. Inwiefern werden die 17 Ziele bereits umgesetzt? Um diese Frage aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, veranstaltete die Goethe-Universität Frankfurt im Wintersemester 2018/19 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) – Landesverband Hessen, der Society for International Development (SID) – Chapter Frankfurt und der Außenstelle Mainz von Engagement Global die Lehrveranstaltung „Die Sustainable Development Goals – in Hessen, Deutschland, Europa und der Welt“. In fünf öffentlichen Veranstaltungen wurde zudem über die 17 Ziele auf globaler, nationaler sowie lokaler Ebene diskutiert.

Die Veranstaltungen fanden von November bis Februar jeweils dienstags statt. Im Anschluss hatten die Studierenden und die interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Referentinnen und Referenten zu diskutieren.

Jede der fünf Veranstaltungen an der Goethe-Universität Frankfurt setzte einen spezifischen Schwerpunkt innerhalb der Agenda 2030. Während der ersten Veranstaltung am Dienstag, 20. November 2018, erläuterte Jens Martens vom Global Policy Forum die 17 Ziele aus globaler Perspektive.

Die zweite Veranstaltung nahm unter dem Motto „SDG Acht - Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ das Freihandelsabkommen mit Afrika in den Blick. Professor Dr. Helmut Asche, Dr. Boniface Mabanza und Joachim Schuster diskutierten dabei, wie das achte Ziel im Hinblick auf Europas Handelspolitik mit dem afrikanischen Kontinent gesehen werden kann.

Am Dienstag, 22. Januar 2019, trat der Roundtable Deutschland zusammen. Das Podium mit Dr. Imme Scholz vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, Dagmar Maur von Engagement Global, Wolfgang Obenland vom Global Policy Forum Europe sowie UN Jugenddelegierter Lukas Schlapp wagte eine Prognose, welche Ziele in Deutschland bereits erreicht und an welchen Stellen der Agenda 2030 Prozess noch intensiviert werden muss.

In der vierten Veranstaltung gab Professor Dr. Lothar Brock von der Goethe-Universität mit Blick auf SDG 16 einen Einblick, wie Frieden als Leitmotiv der Agenda 2030 fungiert und wie die programmatische Verknüpfung von Frieden und Entwicklung zu beurteilen ist.

Während der letzten Veranstaltung am Dienstag, 12. Februar 2019, hatten die Zuhörerinnen und Zuhörer die Gelegenheit zu erfahren, wie global vernetzt und lokal aktiv Hessen tatsächlich ist. Andrea Jung vom Entwicklungspoltischen Netzwerk Hessen, Jennifer Gatzke von RENN.west und Renate Labonté vom Referat Nachhaltigkeitsstrategie im Umweltministerium standen zu diesem Thema Rede und Antwort.

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Dreh das Radio auf

13. Februar 2019 - 13:40
Eine Schulsprecherin eröffnet die Wanderausstellung von LebKom e.V. in der Richard-Müller-Schule in Fulda im November 2018. Foto: Center for Profs

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit rund 200 Millionen Mädchen und junge Frauen von Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, kurz FGM) betroffen. Jährlich kommen rund zwei bis drei Millionen Mädchen hinzu. In etwa 30 Ländern Afrikas, des Mittleren Ostens und in einigen asiatischen Ländern wird die weibliche Genitalbeschneidung praktiziert und damit eine massive Menschenrechtsverletzung begangen.

FGM gilt häufig als ein Ritual für den Übergang vom Mädchen zur Frau und findet vor Beginn oder während der Pubertät statt. In manchen Regionen werden Mädchen bereits im Säuglingsalter beschnitten. Bei dem Eingriff werden Teile des weiblichen Genitals abgeschnitten oder verletzt. Der Tradition folgend gibt es für den gefährlichen Eingriff unterschiedliche Gründe. So soll die Beschneidung für Reinheit stehen, die Jungfräulichkeit sicherstellen und die Chancen auf dem Heiratsmarkt verbessern. Meist wird das Ritual von Frauen, sogenannten Beschneiderinnen, durchgeführt. Seit 2003 findet jährlich am 6. Februar der „Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung“ statt, um auf diese Form der Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen und über die schweren psychischen und physischen Folgeschäden aufzuklären.

Im westafrikanischen Senegal steht FGM seit 1999 unter Strafe. Dennoch wird das Ritual noch immer in einigen Teilen des Landes praktiziert. Die Hilfsorganisation (I)NTACT e.V., Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen e.V., will mit dem Projekt „Überwindung der Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung“ in 707 Orten der Regionen Kolda und Sedhiou in Senegal über die Gefahren des schädlichen Eingriffs aufklären. Das Projekt, das von 2014 bis 2017 durchgeführt wurde und auf dem seit 2018 ein Folgeprojekt im gleichen Gebiet aufbaut, wird über bengo von Engagement Global gefördert.

Obwohl ein Rückgang der Fälle von FGM verzeichnet wird, ist die Praxis vor allem im Süden Senegals weit verbreitet. In den dortigen Projektgebieten sind 45 Prozent der Mädchen unter 14 Jahren beschnitten, bei Frauen zwischen 15 und 49 Jahren sind es über 80 Prozent. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation USU, Umbrella Support Unit, werden gezielt religiöse und traditionelle Führer und Führerinnen in den Gemeinden sowie Beschneiderinnen angesprochen und über die negativen Aspekte von FGM aufgeklärt. Ziel ist es, dass Traditionshüter und -hüterinnen sowie Beschneiderinnen selbst die Bevölkerung von der Schädlichkeit des Eingriffs überzeugen. Durch öffentliche Aufklärungsveranstaltungen, Filmvorführungen, Vorträge an Schulen und Radioauftritte soll außerdem ein Großteil der Bevölkerung direkt erreicht werden.

Mädchen und Frauen haben nach der überstandenen Genitalverstümmelung häufig mit dauerhaften Schmerzen und Infektionen zu kämpfen. Neben der Präventionsarbeit ermöglichen Projektmitarbeitende von USU deshalb betroffenen Frauen den Zugang zu ärztlichen Untersuchungen und Operationen.

Auch in Deutschland sind Mädchen der Gefahr ausgesetzt, hierzulande oder durch einen Eingriff im Ausland an ihren Genitalien verletzt zu werden. Nach einer Studie von Integra, dem Deutschen Netzwerk zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung, und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) sind es knapp 50.000 betroffene und 5.000 gefährdete Mädchen und Frauen, die in Deutschland leben. Die deutschen Fachorganisationen schätzen die Zahl der bedrohten Mädchen sogar auf 13.000.

Der Verein LebKom e.V., Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen, will hierzulande mit dem Projekt „Weibliche Genitalverstümmelung – mehr Engagement für bedrohte Mädchen und Frauen in Afrika! Ehrenamt stärken, Jugend erreichen, Entscheidungsträger bewegen“ für das Thema sensibilisieren und statt zu schockieren, erfolgreiche Perspektiven zeigen, wie die Praktik beendet werden kann. Das derzeit laufende und von FEB, dem Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung, geförderte Projekt bietet unter anderem Fortbildungen und Qualifizierung für Ehrenamtliche. Der Verein hilft den Teilnehmenden dabei, sich untereinander zu vernetzen und Fähigkeiten und Hintergrundwissen zu erschließen, um am eigenen Wohnort entwicklungspolitisch aktiv werden zu können. Die Fortbildungen bieten außerdem Raum, kreative Ideen zu finden für überregionale Mitmach-Kampagnen und sensibilisieren die Teilnehmenden im Umgang mit von FGM betroffenen Mädchen und Frauen.

LebKom e.V. ist außerdem an Schulen unterwegs, bietet eine Wanderausstellung an und gibt Workshops und Unterrichtseinheiten zum Thema „FGM – was hat das mit uns zu tun?“. Besonders lebensnah und konkret werden die Wege zur Überwindung von FGM durch das Praxisbeispiel Fulda-Mosocho-Projekt in Kenia, das LebKom e.V. mitträgt. In Mosocho sind schon über 30.000 Mädchen geschützt. Die Ausweitung auf zwei weitere Nachbar-Regionen wurde 2011 mit einer Sensibilisierungskampagne für Führungskräfte über eine Förderung von bengo gestartet. Dieses Projekt setzt auf Schulungen und Ausbildungen nach dem Wert-Zentrierten Ansatz: Es bezieht zu 50 Prozent Männer ein und holt lokale Führungskräfte ins Boot. Durch den direkten Kontakt zum Projekt vor Ort gelingt der Austausch über die Aktivitäten in Deutschland und Kenia sowie die gegenseitige Unterstützung der verschiedenen Akteure.

Nach der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist die Verbreitung von FGM seit 2000 weltweit um fast ein Viertel zurückgegangen. Dennoch wird weiterhin in beinahe 30 Ländern trotz gesetzlicher Verbote an der schädlichen Tradition festgehalten.

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Zeichen setzen: gegen den Einsatz von Kindersoldaten

12. Februar 2019 - 8:30
Mit dem roten Handabdruck setzen Kinder und Jugendliche weltweit ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Foto: Simon Bösterling/terre des hommes

Weltweit werden Kinder in bewaffneten Konflikten als Soldaten an die Front geschickt. Laut dem Deutschen Bündnis Kindersoldaten werden rund 250.000 Kinder und Jugendliche in Armeen und bewaffneten Gruppen als Soldaten zum Kämpfen gezwungen. Der Red Hand Day am 12. Februar ist der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten und erinnert jährlich an diese Art der Kinderrechtsverletzung. An dem Aktionstag setzen Menschen weltweit mit roten Handabdrücken ein Zeichen, um den Einsatz von Kindersoldaten zu stoppen.

Der Aktionstag geht zurück auf den 12. Februar 2002. Damals trat das Fakultativprotokoll zur Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen in Kraft. Das Zusatzprotokoll ächtet die Zwangsrekrutierung und den militärischen Einsatz von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Damit wurde das in den Zusatzprotokollen I und II der Genfer Konventionen von 1977 festgelegte Mindestalter für die Teilnahme an Kampfhandlungen von 15 auf 18 Jahre angehoben. Die Bundesrepublik Deutschland hat das Kindersoldaten-Protokoll 2004 ratifiziert. Bisher wurde es von 167 Staaten unterzeichnet. Ein UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes in Genf überwacht die Einhaltung der Kinderrechtskonvention.

Dennoch werden Kindersoldaten, meist zwischen 14 und 18 Jahren alt, weltweit in mindestens 19 Ländern rekrutiert, die meisten von ihnen im Nahen Osten, Afrika und Asien. Nicht immer sind sie direkt in Kampfhandlungen involviert – auch als Lastenträger und Minensucher werden sie eingesetzt. Mädchen sind dabei zusätzlich oft sexueller Gewalt ausgesetzt.

Im lateinamerikanischen Kolumbien werden Kinder und Jugendliche ebenfalls gezwungen zu kämpfen. Dort konnte 2016 nach über 50 Jahren bewaffnetem Konflikt ein Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Rebellengruppe FARC, Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia, ausgehandelt werden. 7000 Kämpfer der FARC wurden entwaffnet und demobilisiert, unter ihnen etwa 2000 Minderjährige. 300 Kinder und Jugendliche kehrten zu ihren Familien zurück.

Neben der Aufgabe, Kinder vor der Rekrutierung zu schützen, ist die soziale Wiedereingliederung der ehemaligen Kindersoldaten ein wichtiger Faktor, um die Umsetzung des Friedensabkommens zu unterstützen. Hier setzt das seit Juli 2017 und noch bis Ende 2019 laufende Projekt von terre des hommes Deutschland e.V. an, das über bengo von Engagement Global gefördert wird. Gemeinsam mit den kolumbianischen Organisationen Comisión Interclesial de Justicia y Paz (Justicia y Paz) und Conpaz begleitet terre des hommes Gemeinden, die besonders stark vom bewaffneten Konflikt betroffen sind.

Justicia y Paz steht den Menschen vor Ort in juristischen Fragen zur Seite, bietet psychosoziale Betreuung und leistet vor Ort Aufklärungsarbeit über die massiven Menschenrechtsverletzungen. Die Organisation fördert in den Gemeinden Initiativen zur Aufarbeitung der Auswirkungen des Krieges und zur Friedensbildung. Außerdem unterstützt sie die Opfer des Krieges bei der juristischen Verfolgung der Menschenrechtsverletzungen.

Die Organisation Conpaz, ein Netzwerk aus 135 Gemeinden in ganz Kolumbien verteilt, setzt sich für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in den vom Konflikt betroffenen Gemeinden ein und für den Erhalt des Friedens. Dafür werden in Workshops junge Friedensakteure und Gemeindevertreterinnen und -vertreter ausgebildet, die sich in den einzelnen Gemeinden engagieren und zur Umsetzung des Friedensabkommens beitragen.

Die Gemeinden sind dabei jedoch stetig der Gefahr von erneuten Übergriffen bewaffneter Akteure ausgesetzt. Denn noch immer sind weitere bewaffnete Rebellengruppen und kriminelle Banden in Kolumbien aktiv und setzen in großem Maße minderjährige Soldaten ein.

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Frauen in der Wissenschaft

11. Februar 2019 - 15:03
Eine Schulsprecherin eröffnet die Wanderausstellung von LebKom e.V. in der Richard-Müller-Schule in Fulda im November 2018. Foto: Center for Profs

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit rund 200 Millionen Mädchen und junge Frauen von Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, kurz FGM) betroffen. Jährlich kommen rund zwei bis drei Millionen Mädchen hinzu. In etwa 30 Ländern Afrikas, des Mittleren Ostens und in einigen asiatischen Ländern wird die weibliche Genitalbeschneidung praktiziert und damit eine massive Menschenrechtsverletzung begangen.

FGM gilt häufig als ein Ritual für den Übergang vom Mädchen zur Frau und findet vor Beginn oder während der Pubertät statt. In manchen Regionen werden Mädchen bereits im Säuglingsalter beschnitten. Bei dem Eingriff werden Teile des weiblichen Genitals abgeschnitten oder verletzt. Der Tradition folgend gibt es für den gefährlichen Eingriff unterschiedliche Gründe. So soll die Beschneidung für Reinheit stehen, die Jungfräulichkeit sicherstellen und die Chancen auf dem Heiratsmarkt verbessern. Meist wird das Ritual von Frauen, sogenannten Beschneiderinnen, durchgeführt. Seit 2003 findet jährlich am 6. Februar der „Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung“ statt, um auf diese Form der Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen und über die schweren psychischen und physischen Folgeschäden aufzuklären.

Im westafrikanischen Senegal steht FGM seit 1999 unter Strafe. Dennoch wird das Ritual noch immer in einigen Teilen des Landes praktiziert. Die Hilfsorganisation (I)NTACT e.V., Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen e.V., will mit dem Projekt „Überwindung der Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung“ in 707 Orten der Regionen Kolda und Sedhiou in Senegal über die Gefahren des schädlichen Eingriffs aufklären. Das Projekt, das von 2014 bis 2017 durchgeführt wurde und auf dem seit 2018 ein Folgeprojekt im gleichen Gebiet aufbaut, wird über bengo von Engagement Global gefördert.

Obwohl ein Rückgang der Fälle von FGM verzeichnet wird, ist die Praxis vor allem im Süden Senegals weit verbreitet. In den dortigen Projektgebieten sind 45 Prozent der Mädchen unter 14 Jahren beschnitten, bei Frauen zwischen 15 und 49 Jahren sind es über 80 Prozent. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation USU, Umbrella Support Unit, werden gezielt religiöse und traditionelle Führer und Führerinnen in den Gemeinden sowie Beschneiderinnen angesprochen und über die negativen Aspekte von FGM aufgeklärt. Ziel ist es, dass Traditionshüter und -hüterinnen sowie Beschneiderinnen selbst die Bevölkerung von der Schädlichkeit des Eingriffs überzeugen. Durch öffentliche Aufklärungsveranstaltungen, Filmvorführungen, Vorträge an Schulen und Radioauftritte soll außerdem ein Großteil der Bevölkerung direkt erreicht werden.

Mädchen und Frauen haben nach der überstandenen Genitalverstümmelung häufig mit dauerhaften Schmerzen und Infektionen zu kämpfen. Neben der Präventionsarbeit ermöglichen Projektmitarbeitende von USU deshalb betroffenen Frauen den Zugang zu ärztlichen Untersuchungen und Operationen.

Auch in Deutschland sind Mädchen der Gefahr ausgesetzt, hierzulande oder durch einen Eingriff im Ausland an ihren Genitalien verletzt zu werden. Nach einer Studie von Integra, dem Deutschen Netzwerk zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung, und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) sind es knapp 50.000 betroffene und 5.000 gefährdete Mädchen und Frauen, die in Deutschland leben. Die deutschen Fachorganisationen schätzen die Zahl der bedrohten Mädchen sogar auf 13.000.

Der Verein LebKom e.V., Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen, will hierzulande mit dem Projekt „Weibliche Genitalverstümmelung – mehr Engagement für bedrohte Mädchen und Frauen in Afrika! Ehrenamt stärken, Jugend erreichen, Entscheidungsträger bewegen“ für das Thema sensibilisieren und statt zu schockieren, erfolgreiche Perspektiven zeigen, wie die Praktik beendet werden kann. Das derzeit laufende und von FEB, dem Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung, geförderte Projekt bietet unter anderem Fortbildungen und Qualifizierung für Ehrenamtliche. Der Verein hilft den Teilnehmenden dabei, sich untereinander zu vernetzen und Fähigkeiten und Hintergrundwissen zu erschließen, um am eigenen Wohnort entwicklungspolitisch aktiv werden zu können. Die Fortbildungen bieten außerdem Raum, kreative Ideen zu finden für überregionale Mitmach-Kampagnen und sensibilisieren die Teilnehmenden im Umgang mit von FGM betroffenen Mädchen und Frauen.

LebKom e.V. ist außerdem an Schulen unterwegs, bietet eine Wanderausstellung an und gibt Workshops und Unterrichtseinheiten zum Thema „FGM – was hat das mit uns zu tun?“. Besonders lebensnah und konkret werden die Wege zur Überwindung von FGM durch das Praxisbeispiel Fulda-Mosocho-Projekt in Kenia, das LebKom e.V. mitträgt. In Mosocho sind schon über 30.000 Mädchen geschützt. Die Ausweitung auf zwei weitere Nachbar-Regionen wurde 2011 mit einer Sensibilisierungskampagne für Führungskräfte über eine Förderung von bengo gestartet. Dieses Projekt setzt auf Schulungen und Ausbildungen nach dem Wert-Zentrierten Ansatz: Es bezieht zu 50 Prozent Männer ein und holt lokale Führungskräfte ins Boot. Durch den direkten Kontakt zum Projekt vor Ort gelingt der Austausch über die Aktivitäten in Deutschland und Kenia sowie die gegenseitige Unterstützung der verschiedenen Akteure.

Nach der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist die Verbreitung von FGM seit 2000 weltweit um fast ein Viertel zurückgegangen. Dennoch wird weiterhin in beinahe 30 Ländern trotz gesetzlicher Verbote an der schädlichen Tradition festgehalten.

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Menschenrechtsverletzende Tradition stoppen

6. Februar 2019 - 16:58
Eine Schulsprecherin eröffnet die Wanderausstellung von LebKom e.V. in der Richard-Müller-Schule in Fulda im November 2018. Foto: Center for Profs

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit rund 200 Millionen Mädchen und junge Frauen von Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, kurz FGM) betroffen. Jährlich kommen rund zwei bis drei Millionen Mädchen hinzu. In etwa 30 Ländern Afrikas, des Mittleren Ostens und in einigen asiatischen Ländern wird die weibliche Genitalbeschneidung praktiziert und damit eine massive Menschenrechtsverletzung begangen.

FGM gilt häufig als ein Ritual für den Übergang vom Mädchen zur Frau und findet vor Beginn oder während der Pubertät statt. In manchen Regionen werden Mädchen bereits im Säuglingsalter beschnitten. Bei dem Eingriff werden Teile des weiblichen Genitals abgeschnitten oder verletzt. Der Tradition folgend gibt es für den gefährlichen Eingriff unterschiedliche Gründe. So soll die Beschneidung für Reinheit stehen, die Jungfräulichkeit sicherstellen und die Chancen auf dem Heiratsmarkt verbessern. Meist wird das Ritual von Frauen, sogenannten Beschneiderinnen, durchgeführt. Seit 2003 findet jährlich am 6. Februar der „Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung“ statt, um auf diese Form der Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen und über die schweren psychischen und physischen Folgeschäden aufzuklären.

Im westafrikanischen Senegal steht FGM seit 1999 unter Strafe. Dennoch wird das Ritual noch immer in einigen Teilen des Landes praktiziert. Die Hilfsorganisation (I)NTACT e.V., Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen e.V., will mit dem Projekt „Überwindung der Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung“ in 707 Orten der Regionen Kolda und Sedhiou in Senegal über die Gefahren des schädlichen Eingriffs aufklären. Das Projekt, das von 2014 bis 2017 durchgeführt wurde und auf dem seit 2018 ein Folgeprojekt im gleichen Gebiet aufbaut, wird über bengo von Engagement Global gefördert.

Obwohl ein Rückgang der Fälle von FGM verzeichnet wird, ist die Praxis vor allem im Süden Senegals weit verbreitet. In den dortigen Projektgebieten sind 45 Prozent der Mädchen unter 14 Jahren beschnitten, bei Frauen zwischen 15 und 49 Jahren sind es über 80 Prozent. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation USU, Umbrella Support Unit, werden gezielt religiöse und traditionelle Führer und Führerinnen in den Gemeinden sowie Beschneiderinnen angesprochen und über die negativen Aspekte von FGM aufgeklärt. Ziel ist es, dass Traditionshüter und -hüterinnen sowie Beschneiderinnen selbst die Bevölkerung von der Schädlichkeit des Eingriffs überzeugen. Durch öffentliche Aufklärungsveranstaltungen, Filmvorführungen, Vorträge an Schulen und Radioauftritte soll außerdem ein Großteil der Bevölkerung direkt erreicht werden.

Mädchen und Frauen haben nach der überstandenen Genitalverstümmelung häufig mit dauerhaften Schmerzen und Infektionen zu kämpfen. Neben der Präventionsarbeit ermöglichen Projektmitarbeitende von USU deshalb betroffenen Frauen den Zugang zu ärztlichen Untersuchungen und Operationen.

Auch in Deutschland sind Mädchen der Gefahr ausgesetzt, hierzulande oder durch einen Eingriff im Ausland an ihren Genitalien verletzt zu werden. Nach einer Studie von Integra, dem Deutschen Netzwerk zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung, und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) sind es knapp 50.000 betroffene und 5.000 gefährdete Mädchen und Frauen, die in Deutschland leben. Die deutschen Fachorganisationen schätzen die Zahl der bedrohten Mädchen sogar auf 13.000.

Der Verein LebKom e.V., Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen, will hierzulande mit dem Projekt „Weibliche Genitalverstümmelung – mehr Engagement für bedrohte Mädchen und Frauen in Afrika! Ehrenamt stärken, Jugend erreichen, Entscheidungsträger bewegen“ für das Thema sensibilisieren und statt zu schockieren, erfolgreiche Perspektiven zeigen, wie die Praktik beendet werden kann. Das derzeit laufende und von FEB, dem Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung, geförderte Projekt bietet unter anderem Fortbildungen und Qualifizierung für Ehrenamtliche. Der Verein hilft den Teilnehmenden dabei, sich untereinander zu vernetzen und Fähigkeiten und Hintergrundwissen zu erschließen, um am eigenen Wohnort entwicklungspolitisch aktiv werden zu können. Die Fortbildungen bieten außerdem Raum, kreative Ideen zu finden für überregionale Mitmach-Kampagnen und sensibilisieren die Teilnehmenden im Umgang mit von FGM betroffenen Mädchen und Frauen.

LebKom e.V. ist außerdem an Schulen unterwegs, bietet eine Wanderausstellung an und gibt Workshops und Unterrichtseinheiten zum Thema „FGM – was hat das mit uns zu tun?“. Besonders lebensnah und konkret werden die Wege zur Überwindung von FGM durch das Praxisbeispiel Fulda-Mosocho-Projekt in Kenia, das LebKom e.V. mitträgt. In Mosocho sind schon über 30.000 Mädchen geschützt. Die Ausweitung auf zwei weitere Nachbar-Regionen wurde 2011 mit einer Sensibilisierungskampagne für Führungskräfte über eine Förderung von bengo gestartet. Dieses Projekt setzt auf Schulungen und Ausbildungen nach dem Wert-Zentrierten Ansatz: Es bezieht zu 50 Prozent Männer ein und holt lokale Führungskräfte ins Boot. Durch den direkten Kontakt zum Projekt vor Ort gelingt der Austausch über die Aktivitäten in Deutschland und Kenia sowie die gegenseitige Unterstützung der verschiedenen Akteure.

Nach der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist die Verbreitung von FGM seit 2000 weltweit um fast ein Viertel zurückgegangen. Dennoch wird weiterhin in beinahe 30 Ländern trotz gesetzlicher Verbote an der schädlichen Tradition festgehalten.

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Evaluierungskultur fördern

5. Februar 2019 - 12:36
Mit mehr als 70 Teilnehmenden war das Jahrestreffen 2019 das bisher größte. Foto: Ute Grewenig/Engagement Global

Fachlicher Austausch und praktische Fragen der Evaluierungsarbeit bestimmten das Jahrestreffen der Evaluierungseinheiten deutscher Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) am Donnerstag, 31. Januar und Freitag, 1. Februar 2019, in Bonn. Eingeladen hatten das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Engagement Global. Mehr als 70 Teilnehmende aus 30 Organisationen nutzten das zweitägige Treffen, um gemeinsame Herausforderungen zu identifizieren und sich zu best practices auszutauschen.

Konkret ging es um Planung und Monitoring der Evaluierungsarbeit, Umgang mit Fehlern bei Evaluierungen, Möglichkeiten der Förderung der Evaluierungskultur sowie Feedback zur aktuell laufenden Reform der „Orientierungslinien zu den Evaluierungskriterien“ des BMZ. Die Evaluierungseinheiten der Organisationen verfolgen dabei unter anderem folgende Ziele: evidenzbasierte Projektsteuerung, evidenzbasierte Kommunikation mit Partnern und der Öffentlichkeit und die Erfüllung der Rechenschaftspflicht gegenüber Zuwendungsgebern.

Ilsedore Kraus, Referentin in der Stabsstelle Qualitätsmanagement, Revision bei Engagement Global, moderierte die Veranstaltung. Nach einem Grußwort von Angela Krug, Leiterin des Stabsbereichs bei Engagement Global, führte Michaela Zintl, Leiterin des Referats Evaluierung und Ressortforschung vom BMZ, in das Thema ein und sprach auch über die Herausforderung, Evaluierungsergebnisse für die Weiterentwicklung von Programmen zu nutzen.

In Vorträgen stellten Referentinnen und Referenten der teilnehmenden Organisationen Chancen und Probleme der Evaluierungsarbeit dar. Unter anderem zeigte Dr. Sven Harten vom Deutschen Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) auf, wie aus Fehlern in der Evaluierung gelernt werden kann. Thorsten Bär von Word Vision Deutschland berichtete über die letzte Meta-Evaluierung der Organisation und dortigen Bemühungen, die Qualität von Evaluierungen stetig zu verbessern. Außerdem sprach Dorothea Giesen-Thole von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) über die Möglichkeiten und Grenzen eine Evaluierungskultur zu fördern. Sie ging unter anderem der Frage nach, wie eine Evaluierungskultur in den Organisationen stärker verankert werden kann.

Michaela Zintl, die langjährige Leiterin des Referats Evaluierung und Ressortforschung im BMZ, wurde auf diesem Jahrestreffen verabschiedet. Sie zeichnete für die Durchführung der jährlichen Evaluierungstreffen verantwortlich und geht in diesem Jahr in den Ruhestand. Die Treffen werden jährlich vom BMZ gemeinsam mit einer Evaluierungseinheit aus einer EZ-Organisation ausgerichtet, in diesem Jahr übernahm Engagement Global diese Rolle.

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Engagement Global erhält Aufsichtsrat

28. Januar 2019 - 13:12
Über 500 Mitarbeitende arbeiten bei Engagement Global - ein Aufsichtsrat wird eingesetzt.

Gestartet ist Engagement Global 2012 mit rund 100 Mitarbeitenden und dem Auftrag, entwicklungspolitisches Engagement umfassend zu fördern: mit Beratung und Weiterbildung, Vernetzung und finanzieller Unterstützung. Seit Gründung hat sich das Auftragsspektrum differenziert, die Mittel sind gestiegen, beispielsweise für kommunale Entwicklungszusammenarbeit und Sonderinitiativen. Kontinuierlich ist auch das Personal gewachsen. Seit Oktober 2018 arbeiten mehr als 500 Menschen in der Organisation. Damit ist die Einsetzung eines Aufsichtsrates gesetzlich gefordert.

Der Aufsichtsrat wird drei Mitglieder haben. Die Gesellschafterin, vertreten durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wird zwei Personen bestellen. Gesetzlich geregelt ist eine Arbeitnehmervertretung. Die Wahl dieser dritten Person wird vom Gesamtbetriebsrat von Engagement Global organisiert.

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Entwicklungspolitische Erstberatung stark gefragt

22. Januar 2019 - 10:02
Die Mitmachzentrale berät und informiert zu entwicklungspolitischem Engagement. Foto: Barbara Frommann/Engagement Global

Engagement Global wurde 2012 aus der Taufe gehoben, um entwicklungspolitisch Interessierten den Weg zu Information und Engagement zu erleichtern. Eine entscheidende Neuerung war die Einrichtung der „Mitmachzentrale“, heute Fachstelle für entwicklungspolitische Beratung und Vernetzung. Die Fachstelle berät Menschen und Organisationen, die entwicklungspolitisch aktiv werden möchten und unterstützt sie dabei, ein passendes Engagement, Förderangebote und Kontakte zu finden. Stifterinnen und Stifter erhalten besondere Beratungs- und Vermittlungsangebote.

Die Fachstelle berät nicht nur ausführlich zu den mehr als 30 Förderprogrammen und Initiativen von Engagement Global, sondern informiert darüber hinaus auch zu Angeboten anderer entwicklungspolitischer Akteure.

Die Themen sind breit gefächert. Neben Anfragen zu Freiwilligendiensten, Praktika und Jobs in der Entwicklungszusammenarbeit, kommen viele Anfragen zu Fördermöglichkeiten für entwicklungspolitische Bildungsprojekte und Auslandsprojekte.

Die Idee der Beratung aus einer Hand hat sich bewährt. Waren es im Startjahr 2012 noch 5.700 Anfragen, sind die telefonischen und schriftlichen Kontakte allein von 2017 auf 2018 um 621 auf insgesamt 8.700 gestiegen.

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Auszeichnung für junge Berufstätige

18. Januar 2019 - 15:45
Die ausgezeichneten KF-Teilnehmenden gemeinsam mit Herrn Berthold Schröder, Herrn Dr. Holthoff-Pförtner und Herrn Kreuter (v.l.n.r). Foto: René Frampe

Die Wiedersehensfreude war groß, als am Dienstag, dem 16. Januar 2019, 50 junge Berufstätige im Haus der Universität in Düsseldorf zusammenkamen, um ihre Zertifikate entgegenzunehmen. Sie alle haben sich mit dem Programm Konkreter Friedensdienst Nordrhein-Westfalen (KF) von Engagement Global 2018 im Ausland engagiert und ihre fachlichen Fertigkeiten in Projekten im Globalen Süden eingesetzt. Im Rahmen der Kooperation des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT) und des Konkreten Friedensdienstes wird seit zehn Jahren die Zusatzqualifizierung „Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit“ verliehen. Doch nicht nur Fachkräfte aus dem Handwerk wurden bei der gestrigen Verleihung geehrt: Erstmalig erhielten auch junge Berufstätige und Auszubildende aus den Bereichen Pflege, Soziale Arbeit und Handel ein Zertifikat.

Eröffnet wurde die Verleihung von der Poetry Slammerin und Rap-Musikerin Jessy James LaFleur, die sich mit ihrem Text an die jungen Berufstätigen richtete: „Was man heute in den Händen hält, das hat man selbst in der Hand. Was du heute in den Händen hältst, ist mehr als ein Stück Papier. Es ist deine Überzeugung, deine Herzensangelegenheit.“

Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen, lobte das große Engagement der KF-Teilnehmenden: „Es sind beeindruckende gesellschaftliche Beiträge zur Entwicklungszusammenarbeit, die hier heute von Ihnen repräsentiert werden.“ Gemeinsam mit Berthold Schröder, Vizepräsident des WHKT und Vorsitzender der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks, und dem Geschäftsführer von Engagement Global, Dr. Jens Kreuter, überreichte er den engagierten KF-Teilnehmenden ihre Auszeichnungen. „Ohne Sie würde zu Hause das Wasser nicht fließen, die Heizung nicht anspringen und das Auto nicht fahren“, ergänzte Dr. Jens Kreuter an die Auszubildenden gewandt.

Nach der Verleihung wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Nutzen fachlich geprägten Engagements beleuchtet sowie über die besonderen Herausforderungen für die teilnehmenden Betriebe und die jungen Berufstätigen diskutiert. Unter anderem erzählte Yvonne Groß, Auszubildende der Stadt Köln, von ihren in Namibia gesammelten Erfahrungen. Begleitet von Dirk Schnaar, Ausbilder für Garten- und Landschaftsbau im Grünflächenamt der Stadt Köln, grub sie dort 2018 Wasserstellen für Elefanten.

Beim anschließenden Abendprogramm konnten sich die jungen Teilnehmenden austauschen, sich gegenseitig von ihren Projekten und Herausforderungen berichten und die Verleihung ausklingen lassen.

Seit Gründung des Konkreten Friedensdienstes haben bislang knapp 10.000 junge Berufstätige oder Auszubildende zwischen 18 und 25 Jahren aus NRW in Projekten rund um den Globus gearbeitet. Das Programm der Landesregierung NRW wird von Engagement Global gGmbH mit ihrer Außenstelle in Düsseldorf durchgeführt. Kooperationspartner des KF im Handwerk ist der WHKT. Partner bei der Zusatzqualifizierung sind aktuell die Katholische Hochschule NRW/Fachbereich Soziale Arbeit, kbs – Die Akademie für Gesundheitsberufe und die Stadt Köln.

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Karikaturenausstellung mit musikalischem Abschluss

18. Januar 2019 - 13:21
Die Karikaturenausstellung kann noch bis Freitag, 25. Januar 2019 in der vhs Wiesbaden besichtigt werden. Foto: Thomas Keydel / Engagement Global

Mit einer musikalischen Lesung wurde am Donnerstag, 17. Januar 2019, in der Volkshochschule (vhs) Wiesbaden der Abschluss der Karikaturenausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ eingeläutet.

Mitglieder der Initiative MasterPeace aus Syrien, Somalia, Jemen, Albanien, Afghanistan und Äthiopien erzählten persönliche Geschichten aus ihren Heimatländern, über Fluchterfahrungen und über neu gesammelte Eindrücke in Deutschland. Die von den Autorinnen und Autoren vorgetragenen Texte sind Teil des Buches „Warum wir hier sind“, das 2017 aus einem Projekt zum kreativen Schreiben heraus entstand.

Kristine Tauch, Initiatorin des Projekts, stellte zunächst die Hintergründe und Entstehungsgeschichte des Buches vor. Das Zitat eines Autoren versinnbildlichte dabei die grundlegende Idee des Projekts: „Ein Mensch kann nicht frei sein, wenn er seine Geschichte nicht erzählen darf“. Anschließend präsentierten drei Autoren und Autorinnen dem interessierten Publikum ihre bewegenden Kurzgeschichten. Begleitet wurden sie dabei durch den syrischen Gitarristen Mohammad Mahmoud.

Die Veranstaltung fand im Rahmen einer Finissage inmitten der Karikaturenausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ im Foyer der vhs Wiesbaden statt. Thematisch aufeinander abgestimmt bot sich den Gästen nach dem Programm die Möglichkeit, die Ausstellung zu besichtigen und gemeinsam über das Gehörte und Gesehene ins Gespräch zu kommen. Durch den Abend führten Elfriede Weber von der vhs Wiesbaden und Christina Berthold von der Außenstelle Mainz von Engagement Global. Die Ausstellung ist noch bis Freitag,25. Januar 2019, in der vhs Wiesbaden zu besichtigen.

Die Wanderausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ ist das Ergebnis eines internationalen Künstlerwettbewerb. Die Kulturkoordination Exile e.V. hatte im Jahr 2017 in Kooperation mit Engagement Global weltweit Künstlerinnen und Künstler dazu aufgerufen, ihre Erfahrungen, Eindrücke und Sichtweisen zum Thema Flucht und Migration in künstlerischer Form darzustellen. Die Ausstellung zeigt das breite Spektrum der Themen Flucht und Migration sowie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Die Ausstellung kann kostenlos ausgeliehen werden. Interessierte können sich an aussenstelle.mainz@engagement-global.de wenden.

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Globales Lernen in vielen Sprachen

20. Dezember 2018 - 9:59
Das Erklärvideo zum Chat der Welten gibt es jetzt auch auf Englisch, Spanisch und Französisch. Foto: Engagement Global

Kinder und Jugendliche können heutzutage über digitale Medien jederzeit miteinander in Kontakt treten. Dies kann für Lehrerinnen und Lehrer eine Herausforderung sein, aber auch vielfältige Möglichkeiten bieten, den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten.

Der CHAT der WELTEN nutzt die Möglichkeiten des virtuellen Austauschs, um Globales Lernen in die Klassenzimmer zu bringen. Mit dem Einsatz digitaler Medien überwindet der CHAT der WELTEN geografische Distanzen zwischen Menschen und bietet authentische Begegnungen. Schulklassen in Deutschland können entweder mit einer Expertin oder einem Experten sowie mit Gleichaltrigen in Kontakt treten. Der virtuelle Austausch kann live oder zeitversetzt per Videobotschaften stattfinden. Vor jedem Chat werden die Teilnehmenden mit Methoden des Globalen Lernens auf das Thema des Chats vorbereitet.

Ein Erklärfilm über den CHAT der WELTEN stellt kurz und anschaulich die Programmlinie dar und zeigt, wie ein CHAT der WELTEN Projekt aussehen kann. Es wird erklärt, wie der CHAT der WELTEN Kinder und Jugendliche dabei begleitet, in den Kontakt mit Expertinnen und Experten sowie Gleichaltrigen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu treten und sich mit globalen Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Um insbesondere auch Interessierte in Partnerländern des CHAT der WELTEN anzusprechen, gibt es den Erklärfilm nun in drei weiteren Sprachen: Englisch, Französisch und Spanisch. Die Versionen kommen vielseitig zum Einsatz. So wurden Rohversionen schon auf einer EXPO in Dakar im Senegal und beim ASA Kaleidoskop, dem jährlichen Dialog- und Vernetzungstreffen des ASA-Programms zu Nachhaltigem Wirtschaften, gezeigt. Die finalen Übersetzungen in Englisch, Französisch und Spanisch sind auf der Chat der Welten Internetseite und auf dem YouTube Kanal von Engagement Global zu finden.

Der CHAT der WELTEN ist ein Angebot von Engagement Global und behandelt Themen des Alltags, vertieft kulturelles Wissen sowie Sprach- und Medienkompetenz. Die CHAT-Partner lernen voneinander und miteinander und stärken so ihr Bewusstsein für globale Zusammenhänge und andere Lebenswelten.

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Konfliktsituationen meistern

13. Dezember 2018 - 13:06
Teilnehmende des Trainingsmoduls „Conflict Management and Conflict Transformation“ bei der Konfliktanalyse über den Zugang und die Nutzung von Wasser zwischen Ägypten und Äthiopien. Foto: Engagement Global

Die Außenstelle Berlin von Engagement Global hat in Kooperation mit dem Seminar für ländliche Entwicklung (SLE) von Montag, 26., bis Freitag, 7. Dezember 2018, das Trainingsmodul „Conflict Management and Conflict Transformation“ unterstützt. Das zehntägige Trainingsmodul ist Teil des SLE Trainingscurriculums zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung und befasst sich insbesondere mit dem Ziel 16 - Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen.

Ziel des praxisorientierten Trainingskurses war es, Fach- und Führungskräfte aus der Internationalen Zusammenarbeit in den Prinzipien von Konfliktmanagement und -transformation zu schulen. Die Teilnehmenden lernten, komplexe Konfliktsituationen zu analysieren und entwickelten Möglichkeiten, in diesen Situationen deeskalierend und konfliktmindernd zu agieren. Durch den Einblick in verschiedene Methoden der Mediation und Friedensbildung waren sie am Ende des Kurses befähigt, ihr eigenes Konfliktverhalten sowie Konfliktdynamiken auf kleinem sowie Großgruppenniveau zu verstehen.

In einer Trainingseinheit in den Räumlichkeiten der Außenstelle Berlin von Engagement Global erhielten die Teilnehmenden vertiefte Einblicke in den Themenschwerpunkt „Sicherheit trifft Entwicklung“. Im Rahmen eines Fishbowl, einer Methode der Diskussionsführung in großen Gruppen, wurden verschiedene Perspektiven zum „Vernetzten Ansatz“ und der zivil-militärischen Zusammenarbeit eingenommen und analysiert.

Die Trainingseinheit wird über das Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) umgesetzt.

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Die Außenstelle Berlin als regionale Anlaufstelle

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Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Wernigerode und Hoi An

11. Dezember 2018 - 8:38
Der Osteroder Bürgermeister Klaus Becker mit den beiden Projektinitiatoren Elhadj Diouf und Tobias Rusteberg. Foto: Sabine Becker

Mit ihrem entwicklungspolitischen Engagement tragen Kommunen zu einer nachhaltigen und gerechten Entwicklung der Welt bei. Sie richten ihr Handeln vor Ort an den globalen Nachhaltigkeitszielen aus, binden migrantische Akteurinnen und Akteure in ihre Aktivitäten ein, fassen Beschlüsse zur fairen Beschaffung und pflegen Partnerschaften mit Kommunen in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Ost-und Südosteuropa. Gleichzeitig sind sie Vorbild für andere, die sich auf denselben Weg begeben wollen.

Aber wie finden deutsche Kommunen einen Einstieg in entwicklungspolitisches Engagement? Was braucht es, um den Blick in die Eine Welt zu öffnen? Was spornt an, was bewegt? Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global erzählt in der neuen Rubrik „Aus den Kommunen“, dass es oft persönliche Geschichten und Begegnungen sind, die den Stein ins Rollen bringen und schließlich eine ganze Stadt motivieren.

Osterode am Harz - Kaolack, Senegal

Eine dieser Geschichten stammt aus Osterode am Harz. Aus einer Schulpartnerschaft entwickelte sich über die letzten sechs Jahre hinweg eine intensive Städtefreundschaft mit Kaolack im Senegal. Anfang 2018 haben beide Städte beschlossen, sich in einer durch die SKEW geförderten kommunalen Klimapartnerschaft zu engagieren. Auch wenn die Kooperation institutionalisiert wurde, stehen die Menschen bei diesem Beispiel weiterhin im Mittelpunkt.

Oldenburg - China

Auch die Stadt Oldenburg ist schon seit über einem Jahrzehnt entwicklungspolitisch engagiert und bündelt ihre Aktivitäten in ihrer „China-Initiative“. Der Kommune und ihren beiden Partnerstädten Xi’an und Quingdao ist es gelungen, auf vielen verschiedenen Ebenen - von Wirtschaft über Wissenschaft zu Bildung und Sport - Brücken zwischen den Kulturkreisen zu schlagen.

Bereits mehr als 750 deutsche Städte, Landkreise und Gemeinden nutzen die Angebote und Programme der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global. Neben personeller und finanzieller Unterstützung bietet die SKEW ihren Kommunen eine wichtige Plattform, um weitere Akteurinnen und Akteure zu treffen, voneinander zu lernen, andere zu motivieren und damit in der Einen Welt etwas zu bewirken. Schauen Sie sich die neue Rubrik an und lassen Sie sich von den Erfolgsgeschichten aus den Projektkommunen inspirieren. Es kommen laufend neue Beispiele und Geschichten hinzu.

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Kommunale Partnerschaft Oldenburg und China

Kommmunale Partnerschaft Osterode am Harz und Kaolack

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Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit

10. Dezember 2018 - 12:24
Partnerorganisationen der Christlichen Initiative Romero tauschen sich bei regelmäßigen Treffen, wie hier in Honduras im September 2018, über die menschenrechtlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Bergbau aus. Foto: Alfredo Carías (CRIPDES)

Eine nachhaltige und gerechte Entwicklung wie sie die Agenda 2030 fordert, setzt die Teilhabe aller voraus. Deshalb gehört die Stärkung der Menschenrechte bei vielen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit zum erklärten Ziel. Vor allem geht es dabei um jene Menschenrechte, die sich mit Freiheit, Gleichheit, Gesundheit und Arbeitsbedingungen befassen.

So fördert beispielsweise bengo seit 2016 ein Regionalprogramm der Christlichen Initiative Romero (CIR) mit verschiedenen regionalen Partnern in Mittelamerika. Die Regierungen von El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua setzen seit den 1990er Jahren auf den metallischen Bergbau, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen. Der mehrheitlich von transnationalen Konzernen betriebene Abbau nimmt mittlerweile einen bedeutenden Teil der Landesflächen ein, in Honduras sind es rund 70 Prozent, in Guatemala 30 Prozent. Häufige Umweltprobleme im Umkreis von Bergbauprojekten sind Luft-, Gewässer-, und Bodenverschmutzung durch Zyanid-Laugen und Schwermetalle sowie die Austrocknung von Wasservorkommen durch den enormen Verbrauch der Minen. Diese Umweltprobleme führen zur Zerstörung landwirtschaftlicher Nutzfläche, wodurch den Gemeinden ihre Lebensgrundlage entzogen wird.

Mit den regionalen Partnerorganisationen unterstützt CIR Kommunen und Zivilgesellschaft dabei, wirksame Regelungen zur Einhaltung von Umweltnormen zu verhandeln und Menschenrechte zu schützen. Das betrifft vor allem das Recht der (indigenen) Bevölkerung auf vorherige informierte Konsultation. Dieses Recht ist in der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verankert. Das Programm folgt damit der Agenda der 2011 vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen verabschiedeten UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie den von der Generalversammlung verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDG).

Die Menschenrechte wahren und stärken, dazu können wir alle beitragen. Diesen Gedanken vermitteln auch über FEB, das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung, geförderte Projekte. So informiert beispielsweise FEMNET in einem Projekt, das von 2017 bis 2020 angelegt ist, umfassend über die Situation von Frauen, die in der Bekleidungsindustrie in den aufstrebenden Textilmärkten Äthiopien und Myanmar arbeiten. Ihre Arbeitsbedingungen und ihre Rechte am Arbeitsplatz stehen im Fokus von Studien, die eine Grundlage für Informationsmaterialien bilden, die für die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit unter anderem an Hochschulen und Schulen eingesetzt werden. Mit dem Textilbündnis und anderen Initiativen werden Gespräche organisiert, die Verantwortliche aus Politik, Gewerkschaften und Bekleidungsbranche zusammenbringen. Denn Veränderungen sind vor allem dann möglich, wenn sich Menschen entlang der gesamten Lieferkette dafür stark machen. Eine breit gefächerte Öffentlichkeitsarbeit sowie faire Modenschauen und der Fair Fashion Guide zeigen uns Konsumenten und Konsumentinnen: Wir können Menschenrechte wie beispielsweise das auf Versammlungsfreiheit (Artikel 20) oder gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen (Artikel 23) andernorts schützen.

Kurz zur Geschichte

Die Menschenrechtscharta von 1948 hat Vorläufer. Darunter sind die Virginia Declaration of Rights (1776) und die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte der französischen Nationalversammlung (1789). Die 1943 vom African Nation Congress, ANC, verabschiedete Erklärung Africans‘ Claims in South Africa reklamiert Menschen- und Bürgerrechte wie das Wahlrecht auch für Afrika.

Der Menschenrechtscharta von 1948 folgen andere. Dazu zählt die Europäische Menschenrechtskonvention (1950), die in die Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2000,2009) einging, ebenso wie die Arabische Charta der Menschenrechte, die 2004 von der Arabischen Liga beschlossen wurde.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hat keinen völkerrechtlich verbindlichen Status. International bindende Abkommen sind hingegen der Pakt über Bürgerliche und Politische Rechte sowie der Pakt über Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte. Beide Pakte beziehen sich auf die AEMR und wurden 1966 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. In Kraft traten sie 1976.

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An Erfahrungen wachsen

5. Dezember 2018 - 16:49
Der Osteroder Bürgermeister Klaus Becker mit den beiden Projektinitiatoren Elhadj Diouf und Tobias Rusteberg. Foto: Sabine Becker

Mit ihrem entwicklungspolitischen Engagement tragen Kommunen zu einer nachhaltigen und gerechten Entwicklung der Welt bei. Sie richten ihr Handeln vor Ort an den globalen Nachhaltigkeitszielen aus, binden migrantische Akteurinnen und Akteure in ihre Aktivitäten ein, fassen Beschlüsse zur fairen Beschaffung und pflegen Partnerschaften mit Kommunen in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Ost-und Südosteuropa. Gleichzeitig sind sie Vorbild für andere, die sich auf denselben Weg begeben wollen.

Aber wie finden deutsche Kommunen einen Einstieg in entwicklungspolitisches Engagement? Was braucht es, um den Blick in die Eine Welt zu öffnen? Was spornt an, was bewegt? Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global erzählt in der neuen Rubrik „Aus den Kommunen“, dass es oft persönliche Geschichten und Begegnungen sind, die den Stein ins Rollen bringen und schließlich eine ganze Stadt motivieren.

Osterode am Harz - Kaolack, Senegal

Eine dieser Geschichten stammt aus Osterode am Harz. Aus einer Schulpartnerschaft entwickelte sich über die letzten sechs Jahre hinweg eine intensive Städtefreundschaft mit Kaolack im Senegal. Anfang 2018 haben beide Städte beschlossen, sich in einer durch die SKEW geförderten kommunalen Klimapartnerschaft zu engagieren. Auch wenn die Kooperation institutionalisiert wurde, stehen die Menschen bei diesem Beispiel weiterhin im Mittelpunkt.

Oldenburg - China

Auch die Stadt Oldenburg ist schon seit über einem Jahrzehnt entwicklungspolitisch engagiert und bündelt ihre Aktivitäten in ihrer „China-Initiative“. Der Kommune und ihren beiden Partnerstädten Xi’an und Quingdao ist es gelungen, auf vielen verschiedenen Ebenen - von Wirtschaft über Wissenschaft zu Bildung und Sport - Brücken zwischen den Kulturkreisen zu schlagen.

Bereits mehr als 750 deutsche Städte, Landkreise und Gemeinden nutzen die Angebote und Programme der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global. Neben personeller und finanzieller Unterstützung bietet die SKEW ihren Kommunen eine wichtige Plattform, um weitere Akteurinnen und Akteure zu treffen, voneinander zu lernen, andere zu motivieren und damit in der Einen Welt etwas zu bewirken. Schauen Sie sich die neue Rubrik an und lassen Sie sich von den Erfolgsgeschichten aus den Projektkommunen inspirieren. Es kommen laufend neue Beispiele und Geschichten hinzu.

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Kommunale Partnerschaft Oldenburg und China

Kommmunale Partnerschaft Osterode am Harz und Kaolack

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Aus den Kommunen: Gute Beispiele aus der Praxis

28. November 2018 - 14:58
Der Osteroder Bürgermeister Klaus Becker mit den beiden Projektinitiatoren Elhadj Diouf und Tobias Rusteberg. Foto: Sabine Becker

Mit ihrem entwicklungspolitischen Engagement tragen Kommunen zu einer nachhaltigen und gerechten Entwicklung der Welt bei. Sie richten ihr Handeln vor Ort an den globalen Nachhaltigkeitszielen aus, binden migrantische Akteurinnen und Akteure in ihre Aktivitäten ein, fassen Beschlüsse zur fairen Beschaffung und pflegen Partnerschaften mit Kommunen in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Ost-und Südosteuropa. Gleichzeitig sind sie Vorbild für andere, die sich auf denselben Weg begeben wollen.

Aber wie finden deutsche Kommunen einen Einstieg in entwicklungspolitisches Engagement? Was braucht es, um den Blick in die Eine Welt zu öffnen? Was spornt an, was bewegt? Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global erzählt in der neuen Rubrik „Aus den Kommunen“, dass es oft persönliche Geschichten und Begegnungen sind, die den Stein ins Rollen bringen und schließlich eine ganze Stadt motivieren.

Osterode am Harz - Kaolack, Senegal

Eine dieser Geschichten stammt aus Osterode am Harz. Aus einer Schulpartnerschaft entwickelte sich über die letzten sechs Jahre hinweg eine intensive Städtefreundschaft mit Kaolack im Senegal. Anfang 2018 haben beide Städte beschlossen, sich in einer durch die SKEW geförderten kommunalen Klimapartnerschaft zu engagieren. Auch wenn die Kooperation institutionalisiert wurde, stehen die Menschen bei diesem Beispiel weiterhin im Mittelpunkt.

Oldenburg - China

Auch die Stadt Oldenburg ist schon seit über einem Jahrzehnt entwicklungspolitisch engagiert und bündelt ihre Aktivitäten in ihrer „China-Initiative“. Der Kommune und ihren beiden Partnerstädten Xi’an und Quingdao ist es gelungen, auf vielen verschiedenen Ebenen - von Wirtschaft über Wissenschaft zu Bildung und Sport - Brücken zwischen den Kulturkreisen zu schlagen.

Bereits mehr als 750 deutsche Städte, Landkreise und Gemeinden nutzen die Angebote und Programme der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global. Neben personeller und finanzieller Unterstützung bietet die SKEW ihren Kommunen eine wichtige Plattform, um weitere Akteurinnen und Akteure zu treffen, voneinander zu lernen, andere zu motivieren und damit in der Einen Welt etwas zu bewirken. Schauen Sie sich die neue Rubrik an und lassen Sie sich von den Erfolgsgeschichten aus den Projektkommunen inspirieren. Es kommen laufend neue Beispiele und Geschichten hinzu.

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Kommunale Partnerschaft Oldenburg und China

Kommmunale Partnerschaft Osterode am Harz und Kaolack

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Junges Engagement weltweit fördern

28. November 2018 - 9:06
Die Konkreter Friedensdienst Reverse Teilnehmenden während eines Ausflugs zum Landtag in Düsseldorf. Foto: Engagement Global

In andere Kulturen eintauchen, neue Menschen kennenlernen und die Welt entdecken. Bereits seit über 30 Jahren unterstützt der Konkrete Friedensdienst (KF) junge engagierte Menschen aus Nordrhein-Westfalen (NRW), die zwischen ein und drei Monaten in ein Land des globalen Südens reisen und dort in einem entwicklungspolitischen Projekt mitarbeiten möchten. Aber auch jungen Menschen aus dem globalen Süden bietet das Nord-Süd-Austauschprogramm Konkreter Friedensdienst Reverse die Möglichkeit, in einer zivilgesellschaftlichen Organisation in Deutschland zu hospitieren. Die sieben diesjährigen Teilnehmenden beenden Ende November 2018 ihre Studienreise in NRW und kehren zurück in ihre Heimatländer.

Die Teilnehmenden beider Programme engagieren sich in zahlreichen unterschiedlichen Projekten. Dabei nutzen immer mehr Auszubildende und junge Berufstätige die Chance, ihre beruflichen Kenntnisse unter gänzlich anderen Bedingungen einzusetzen und neue Erfahrungen zu sammeln. Von jährlich rund 280 geförderten Teilnehmenden machten sie in den vergangenen Jahren einen Anteil von über 15 Prozent aus – und es werden stetig mehr. Das liegt unter anderem auch an der Zusatzqualifizierung „Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit“, die junge Berufstätige durch eine gezielte Vor- und Nachbereitung erwerben können.

Nach der Rückkehr können Ehemalige beispielsweise ihre Erfahrungen und ihr erlerntes Wissen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit weitergeben. Um solches Engagement zu fördern, ist vor allem die Vernetzung mit anderen motivierten jungen Menschen wichtig - wie beim Treffen ehemaliger Teilnehmender, die den Konkreten Friedensdienst in Ghana geleistet haben. Mit ihren verschiedenen, konkreten Erfahrungen in dem westafrikanischen Land, setzten sie sich beim „Ghana Treffen“ von Freitag, 14., bis Samstag, 15. September 2018, in der Jugendherberge in Neuss mit Erfolgsfaktoren und Hindernissen in der Projektarbeit vor Ort auseinander und reflektierten die Bedeutung aktueller entwicklungspolitischer Ansätze.

Austausch fördern

Gesellschaftliche Veränderung gelingt am besten, wenn man Menschen zusammen bringt. Nicht zuletzt sind globale Partnerschaften eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Auch am FSI, dem Forum für Soziale Innovation in Solingen, ist man davon überzeugt, dass alles Wissen, das benötigt wird, um den globalen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen, in der Welt schon vorhanden ist. Daher waren sie in den vergangenen drei Monaten eine der gastgebenden Nicht-Regierungsorganisationen aus NRW für den KF-Reverse. In diesem Jahr kamen die sieben Teilnehmenden aus Ghana, Peru, Tansania, Südafrika, Nicaragua, Ruanda und Kamerun.

Sie alle engagieren sich in ihren Heimatländern für entwicklungspolitische Themen. „Die Qualifikation, die ich über das Programm erwerbe, hilft mir sehr für die Umsetzung meines Projekts und dabei, auch andere zu überzeugen, etwas für die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele zu tun“, berichtet Rommel Castro (20 Jahre) aus Nicaragua. Er setzt sich mit Leidenschaft für den Klimaschutz ein. In seiner Heimatstadt Jinotega hat Rommel in den vergangenen zwei Jahren ein Wiederaufforstungsprojekt gestartet und bereits über 450 Bäume einheimischer Arten gepflanzt.

Austauschprogramme wie dieses seien es, die wertvolle neue Anstöße für die eigene Arbeit liefern, sagt Linda Kavishe (26 Jahre), Teilnehmerin des KF-Reverse aus Tansania. So sei auch ihr neues Projekt Lifelight entstanden, mit dem sie mit Freiwilligen an Grund- und weiterführende Schulen geht, um dort die Botschaft der 17 Ziele bekannt zu machen. „Wir möchten erreichen, dass die Leute erkennen, dass Umwelt- und Klimaschutz mehr beinhaltet als Müll einsammeln“, so Linda. Der diesjährige Themenschwerpunkt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ bot ihr die Möglichkeit neue Ansätze und Methoden kennen zu lernen, mit denen sie weiter an ihrem Projekt in Tansania arbeiten kann.

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Friedensförderung und Erinnerungskultur

27. November 2018 - 16:35
Rund 130 Journalistinnen und Journalisten nahmen an der Konferenz teil. Foto: Christiane Fritsch

Medien sollen informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und Partizipation ermöglichen. Sie gelten als „vierte“ Gewalt und übernehmen damit eine herausfordernde Rolle, vor allem in konfliktiven Kontexten. Medien können sowohl Verursacher des Konflikts und des Misstrauens zwischen Menschen und Völkern sein, als auch Toleranz fördern und Friedenskultur stärken. Die Art und Weise der Berichterstattung über Konflikte und Konfliktparteien kann dabei entscheidend das Bild der breiten Öffentlichkeit prägen.

Die 16. entwicklungspolitische Konferenz für Nachwuchs-Journalistinnen und Journalisten „Bildkorrekturen 2018: Friedensförderung, Erinnerungskultur und Entwicklung“ in Leipzig hat deshalb die Rolle der Medien im Prozess der Vergangenheitsbewältigung von Kriegen und Krisen anhand ausgewählter regionaler Beispiele in den Mittelpunkt gestellt.

Während der Konferenz von Donnerstag, 22. November, bis Samstag, 24. November 2018 haben sich die rund 130 Teilnehmenden deshalb insbesondere mit den Herausforderungen journalistischer Arbeit im Rahmen der Vergangenheitsbewältigung beschäftigt. Die Nachwuchs-Journalistinnen und Journalisten haben dabei Anregungen für Perspektivwechsel bei ihrer eigenen Recherche im internationalen Umfeld erhalten.

Expertinnen und Experten aus Bosnien-Herzegowina, Ruanda und Westeuropa sprachen über die journalistischen Herausforderungen in ihren Ländern. Journalistinnen und Journalisten, die sich mit der Berichterstattung zu diesen Themen beschäftigen, berichteten von den Spannungsfeldern und teilten ihre Erfahrungen. Zudem wurde kontrovers über die aktive Rolle der Medien bei der Prävention von Konflikten diskutiert sowie über ihre Bedeutung für Erinnerungskulturen.

Vor und während der Bildkorrekturen-Konferenz produzierten die Teilnehmenden eigene Print- und audiovisuelle Beiträge und thematisierten bestehende Spannungsfelder in der journalistischen Berichterstattung. Fünf verschiedene journalistische Ausbildungsstätten und Hochschulen waren beteiligt: Die Universitäten in Leipzig, Bamberg und München sowie die Deutsche Journalistenschule München und die Deutsche Welle Akademie aus Bonn.

Einer der Höhepunkte der dreitägigen Konferenz war das Skype-Interview mit zwei Nachwuchs-Journalistinnen aus Kabul, die über Chancen und Herausforderungen der Rolle der Medien im Hinblick auf Frieden und Erinnerung des seit über 40 Jahren andauernden Konfliktes in Afghanistan sprachen.

Professor Johannes Grotzky, ein ehemaliger Balkan-Korrespondent des Bayerischen Rundfunks, warnte in seiner Keynote vor der Gefahr der eindimensionalen Berichterstattung: „Journalismus bedeutet Arbeit. Journalisten müssen immer lernen und hart arbeiten. Wer das nicht tut, befeuert einen Konflikt oder Krieg – statt ihn zu verhindern.“

Bildkorrekturen ist eine Medien-Lernwerkstatt, die alljährlich entwicklungsrelevante Themen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die Konferenz bringt jedes Jahr zu einem Schwerpunktthema Studierende, Journalistinnen und Journalisten aus den betroffenen Ländern und deutsche Auslandskorrespondentinnen und Auslandskorrespondenten sowie Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit zusammen.

Die Bildkorrekturen-Konferenz wird von Engagement Global in Kooperation mit Ausbildungsstätten und Hochschulen in Sachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen organisiert und über das Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) finanziert.

Weitere Informationen

Zur Internetseite der Bildkorrekturen-Konferenz

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