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Aktuelle Meldungen der Engagement Global gGmbH - Service für Entwicklungsinitiativen
Aktualisiert: vor 11 Stunden 17 Minuten

Konfliktsituationen meistern

13. Dezember 2018 - 13:06
Teilnehmende des Trainingsmoduls „Conflict Management and Conflict Transformation“ bei der Konfliktanalyse über den Zugang und die Nutzung von Wasser zwischen Ägypten und Äthiopien. Foto: Engagement Global

Die Außenstelle Berlin von Engagement Global hat in Kooperation mit dem Seminar für ländliche Entwicklung (SLE) von Montag, 26., bis Freitag, 7. Dezember 2018, das Trainingsmodul „Conflict Management and Conflict Transformation“ unterstützt. Das zehntägige Trainingsmodul ist Teil des SLE Trainingscurriculums zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung und befasst sich insbesondere mit dem Ziel 16 - Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen.

Ziel des praxisorientierten Trainingskurses war es, Fach- und Führungskräfte aus der Internationalen Zusammenarbeit in den Prinzipien von Konfliktmanagement und -transformation zu schulen. Die Teilnehmenden lernten, komplexe Konfliktsituationen zu analysieren und entwickelten Möglichkeiten, in diesen Situationen deeskalierend und konfliktmindernd zu agieren. Durch den Einblick in verschiedene Methoden der Mediation und Friedensbildung waren sie am Ende des Kurses befähigt, ihr eigenes Konfliktverhalten sowie Konfliktdynamiken auf kleinem sowie Großgruppenniveau zu verstehen.

In einer Trainingseinheit in den Räumlichkeiten der Außenstelle Berlin von Engagement Global erhielten die Teilnehmenden vertiefte Einblicke in den Themenschwerpunkt „Sicherheit trifft Entwicklung“. Im Rahmen eines Fishbowl, einer Methode der Diskussionsführung in großen Gruppen, wurden verschiedene Perspektiven zum „Vernetzten Ansatz“ und der zivil-militärischen Zusammenarbeit eingenommen und analysiert.

Die Trainingseinheit wird über das Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) umgesetzt.

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Die Außenstelle Berlin als regionale Anlaufstelle

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Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Wernigerode und Hoi An

11. Dezember 2018 - 8:38
Der Osteroder Bürgermeister Klaus Becker mit den beiden Projektinitiatoren Elhadj Diouf und Tobias Rusteberg. Foto: Sabine Becker

Mit ihrem entwicklungspolitischen Engagement tragen Kommunen zu einer nachhaltigen und gerechten Entwicklung der Welt bei. Sie richten ihr Handeln vor Ort an den globalen Nachhaltigkeitszielen aus, binden migrantische Akteurinnen und Akteure in ihre Aktivitäten ein, fassen Beschlüsse zur fairen Beschaffung und pflegen Partnerschaften mit Kommunen in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Ost-und Südosteuropa. Gleichzeitig sind sie Vorbild für andere, die sich auf denselben Weg begeben wollen.

Aber wie finden deutsche Kommunen einen Einstieg in entwicklungspolitisches Engagement? Was braucht es, um den Blick in die Eine Welt zu öffnen? Was spornt an, was bewegt? Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global erzählt in der neuen Rubrik „Aus den Kommunen“, dass es oft persönliche Geschichten und Begegnungen sind, die den Stein ins Rollen bringen und schließlich eine ganze Stadt motivieren.

Osterode am Harz - Kaolack, Senegal

Eine dieser Geschichten stammt aus Osterode am Harz. Aus einer Schulpartnerschaft entwickelte sich über die letzten sechs Jahre hinweg eine intensive Städtefreundschaft mit Kaolack im Senegal. Anfang 2018 haben beide Städte beschlossen, sich in einer durch die SKEW geförderten kommunalen Klimapartnerschaft zu engagieren. Auch wenn die Kooperation institutionalisiert wurde, stehen die Menschen bei diesem Beispiel weiterhin im Mittelpunkt.

Oldenburg - China

Auch die Stadt Oldenburg ist schon seit über einem Jahrzehnt entwicklungspolitisch engagiert und bündelt ihre Aktivitäten in ihrer „China-Initiative“. Der Kommune und ihren beiden Partnerstädten Xi’an und Quingdao ist es gelungen, auf vielen verschiedenen Ebenen - von Wirtschaft über Wissenschaft zu Bildung und Sport - Brücken zwischen den Kulturkreisen zu schlagen.

Bereits mehr als 750 deutsche Städte, Landkreise und Gemeinden nutzen die Angebote und Programme der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global. Neben personeller und finanzieller Unterstützung bietet die SKEW ihren Kommunen eine wichtige Plattform, um weitere Akteurinnen und Akteure zu treffen, voneinander zu lernen, andere zu motivieren und damit in der Einen Welt etwas zu bewirken. Schauen Sie sich die neue Rubrik an und lassen Sie sich von den Erfolgsgeschichten aus den Projektkommunen inspirieren. Es kommen laufend neue Beispiele und Geschichten hinzu.

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Kommunale Partnerschaft Oldenburg und China

Kommmunale Partnerschaft Osterode am Harz und Kaolack

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Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit

10. Dezember 2018 - 12:24
Partnerorganisationen der Christlichen Initiative Romero tauschen sich bei regelmäßigen Treffen, wie hier in Honduras im September 2018, über die menschenrechtlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Bergbau aus. Foto: Alfredo Carías (CRIPDES)

Eine nachhaltige und gerechte Entwicklung wie sie die Agenda 2030 fordert, setzt die Teilhabe aller voraus. Deshalb gehört die Stärkung der Menschenrechte bei vielen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit zum erklärten Ziel. Vor allem geht es dabei um jene Menschenrechte, die sich mit Freiheit, Gleichheit, Gesundheit und Arbeitsbedingungen befassen.

So fördert beispielsweise bengo seit 2016 ein Regionalprogramm der Christlichen Initiative Romero (CIR) mit verschiedenen regionalen Partnern in Mittelamerika. Die Regierungen von El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua setzen seit den 1990er Jahren auf den metallischen Bergbau, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen. Der mehrheitlich von transnationalen Konzernen betriebene Abbau nimmt mittlerweile einen bedeutenden Teil der Landesflächen ein, in Honduras sind es rund 70 Prozent, in Guatemala 30 Prozent. Häufige Umweltprobleme im Umkreis von Bergbauprojekten sind Luft-, Gewässer-, und Bodenverschmutzung durch Zyanid-Laugen und Schwermetalle sowie die Austrocknung von Wasservorkommen durch den enormen Verbrauch der Minen. Diese Umweltprobleme führen zur Zerstörung landwirtschaftlicher Nutzfläche, wodurch den Gemeinden ihre Lebensgrundlage entzogen wird.

Mit den regionalen Partnerorganisationen unterstützt CIR Kommunen und Zivilgesellschaft dabei, wirksame Regelungen zur Einhaltung von Umweltnormen zu verhandeln und Menschenrechte zu schützen. Das betrifft vor allem das Recht der (indigenen) Bevölkerung auf vorherige informierte Konsultation. Dieses Recht ist in der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verankert. Das Programm folgt damit der Agenda der 2011 vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen verabschiedeten UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie den von der Generalversammlung verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDG).

Die Menschenrechte wahren und stärken, dazu können wir alle beitragen. Diesen Gedanken vermitteln auch über FEB, das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung, geförderte Projekte. So informiert beispielsweise FEMNET in einem Projekt, das von 2017 bis 2020 angelegt ist, umfassend über die Situation von Frauen, die in der Bekleidungsindustrie in den aufstrebenden Textilmärkten Äthiopien und Myanmar arbeiten. Ihre Arbeitsbedingungen und ihre Rechte am Arbeitsplatz stehen im Fokus von Studien, die eine Grundlage für Informationsmaterialien bilden, die für die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit unter anderem an Hochschulen und Schulen eingesetzt werden. Mit dem Textilbündnis und anderen Initiativen werden Gespräche organisiert, die Verantwortliche aus Politik, Gewerkschaften und Bekleidungsbranche zusammenbringen. Denn Veränderungen sind vor allem dann möglich, wenn sich Menschen entlang der gesamten Lieferkette dafür stark machen. Eine breit gefächerte Öffentlichkeitsarbeit sowie faire Modenschauen und der Fair Fashion Guide zeigen uns Konsumenten und Konsumentinnen: Wir können Menschenrechte wie beispielsweise das auf Versammlungsfreiheit (Artikel 20) oder gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen (Artikel 23) andernorts schützen.

Kurz zur Geschichte

Die Menschenrechtscharta von 1948 hat Vorläufer. Darunter sind die Virginia Declaration of Rights (1776) und die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte der französischen Nationalversammlung (1789). Die 1943 vom African Nation Congress, ANC, verabschiedete Erklärung Africans‘ Claims in South Africa reklamiert Menschen- und Bürgerrechte wie das Wahlrecht auch für Afrika.

Der Menschenrechtscharta von 1948 folgen andere. Dazu zählt die Europäische Menschenrechtskonvention (1950), die in die Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2000,2009) einging, ebenso wie die Arabische Charta der Menschenrechte, die 2004 von der Arabischen Liga beschlossen wurde.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hat keinen völkerrechtlich verbindlichen Status. International bindende Abkommen sind hingegen der Pakt über Bürgerliche und Politische Rechte sowie der Pakt über Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte. Beide Pakte beziehen sich auf die AEMR und wurden 1966 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. In Kraft traten sie 1976.

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An Erfahrungen wachsen

5. Dezember 2018 - 16:49
Der Osteroder Bürgermeister Klaus Becker mit den beiden Projektinitiatoren Elhadj Diouf und Tobias Rusteberg. Foto: Sabine Becker

Mit ihrem entwicklungspolitischen Engagement tragen Kommunen zu einer nachhaltigen und gerechten Entwicklung der Welt bei. Sie richten ihr Handeln vor Ort an den globalen Nachhaltigkeitszielen aus, binden migrantische Akteurinnen und Akteure in ihre Aktivitäten ein, fassen Beschlüsse zur fairen Beschaffung und pflegen Partnerschaften mit Kommunen in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Ost-und Südosteuropa. Gleichzeitig sind sie Vorbild für andere, die sich auf denselben Weg begeben wollen.

Aber wie finden deutsche Kommunen einen Einstieg in entwicklungspolitisches Engagement? Was braucht es, um den Blick in die Eine Welt zu öffnen? Was spornt an, was bewegt? Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global erzählt in der neuen Rubrik „Aus den Kommunen“, dass es oft persönliche Geschichten und Begegnungen sind, die den Stein ins Rollen bringen und schließlich eine ganze Stadt motivieren.

Osterode am Harz - Kaolack, Senegal

Eine dieser Geschichten stammt aus Osterode am Harz. Aus einer Schulpartnerschaft entwickelte sich über die letzten sechs Jahre hinweg eine intensive Städtefreundschaft mit Kaolack im Senegal. Anfang 2018 haben beide Städte beschlossen, sich in einer durch die SKEW geförderten kommunalen Klimapartnerschaft zu engagieren. Auch wenn die Kooperation institutionalisiert wurde, stehen die Menschen bei diesem Beispiel weiterhin im Mittelpunkt.

Oldenburg - China

Auch die Stadt Oldenburg ist schon seit über einem Jahrzehnt entwicklungspolitisch engagiert und bündelt ihre Aktivitäten in ihrer „China-Initiative“. Der Kommune und ihren beiden Partnerstädten Xi’an und Quingdao ist es gelungen, auf vielen verschiedenen Ebenen - von Wirtschaft über Wissenschaft zu Bildung und Sport - Brücken zwischen den Kulturkreisen zu schlagen.

Bereits mehr als 750 deutsche Städte, Landkreise und Gemeinden nutzen die Angebote und Programme der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global. Neben personeller und finanzieller Unterstützung bietet die SKEW ihren Kommunen eine wichtige Plattform, um weitere Akteurinnen und Akteure zu treffen, voneinander zu lernen, andere zu motivieren und damit in der Einen Welt etwas zu bewirken. Schauen Sie sich die neue Rubrik an und lassen Sie sich von den Erfolgsgeschichten aus den Projektkommunen inspirieren. Es kommen laufend neue Beispiele und Geschichten hinzu.

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Kommunale Partnerschaft Oldenburg und China

Kommmunale Partnerschaft Osterode am Harz und Kaolack

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Aus den Kommunen: Gute Beispiele aus der Praxis

28. November 2018 - 14:58
Der Osteroder Bürgermeister Klaus Becker mit den beiden Projektinitiatoren Elhadj Diouf und Tobias Rusteberg. Foto: Sabine Becker

Mit ihrem entwicklungspolitischen Engagement tragen Kommunen zu einer nachhaltigen und gerechten Entwicklung der Welt bei. Sie richten ihr Handeln vor Ort an den globalen Nachhaltigkeitszielen aus, binden migrantische Akteurinnen und Akteure in ihre Aktivitäten ein, fassen Beschlüsse zur fairen Beschaffung und pflegen Partnerschaften mit Kommunen in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Ost-und Südosteuropa. Gleichzeitig sind sie Vorbild für andere, die sich auf denselben Weg begeben wollen.

Aber wie finden deutsche Kommunen einen Einstieg in entwicklungspolitisches Engagement? Was braucht es, um den Blick in die Eine Welt zu öffnen? Was spornt an, was bewegt? Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global erzählt in der neuen Rubrik „Aus den Kommunen“, dass es oft persönliche Geschichten und Begegnungen sind, die den Stein ins Rollen bringen und schließlich eine ganze Stadt motivieren.

Osterode am Harz - Kaolack, Senegal

Eine dieser Geschichten stammt aus Osterode am Harz. Aus einer Schulpartnerschaft entwickelte sich über die letzten sechs Jahre hinweg eine intensive Städtefreundschaft mit Kaolack im Senegal. Anfang 2018 haben beide Städte beschlossen, sich in einer durch die SKEW geförderten kommunalen Klimapartnerschaft zu engagieren. Auch wenn die Kooperation institutionalisiert wurde, stehen die Menschen bei diesem Beispiel weiterhin im Mittelpunkt.

Oldenburg - China

Auch die Stadt Oldenburg ist schon seit über einem Jahrzehnt entwicklungspolitisch engagiert und bündelt ihre Aktivitäten in ihrer „China-Initiative“. Der Kommune und ihren beiden Partnerstädten Xi’an und Quingdao ist es gelungen, auf vielen verschiedenen Ebenen - von Wirtschaft über Wissenschaft zu Bildung und Sport - Brücken zwischen den Kulturkreisen zu schlagen.

Bereits mehr als 750 deutsche Städte, Landkreise und Gemeinden nutzen die Angebote und Programme der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global. Neben personeller und finanzieller Unterstützung bietet die SKEW ihren Kommunen eine wichtige Plattform, um weitere Akteurinnen und Akteure zu treffen, voneinander zu lernen, andere zu motivieren und damit in der Einen Welt etwas zu bewirken. Schauen Sie sich die neue Rubrik an und lassen Sie sich von den Erfolgsgeschichten aus den Projektkommunen inspirieren. Es kommen laufend neue Beispiele und Geschichten hinzu.

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Kommunale Partnerschaft Oldenburg und China

Kommmunale Partnerschaft Osterode am Harz und Kaolack

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Junges Engagement weltweit fördern

28. November 2018 - 9:06
Die Konkreter Friedensdienst Reverse Teilnehmenden während eines Ausflugs zum Landtag in Düsseldorf. Foto: Engagement Global

In andere Kulturen eintauchen, neue Menschen kennenlernen und die Welt entdecken. Bereits seit über 30 Jahren unterstützt der Konkrete Friedensdienst (KF) junge engagierte Menschen aus Nordrhein-Westfalen (NRW), die zwischen ein und drei Monaten in ein Land des globalen Südens reisen und dort in einem entwicklungspolitischen Projekt mitarbeiten möchten. Aber auch jungen Menschen aus dem globalen Süden bietet das Nord-Süd-Austauschprogramm Konkreter Friedensdienst Reverse die Möglichkeit, in einer zivilgesellschaftlichen Organisation in Deutschland zu hospitieren. Die sieben diesjährigen Teilnehmenden beenden Ende November 2018 ihre Studienreise in NRW und kehren zurück in ihre Heimatländer.

Die Teilnehmenden beider Programme engagieren sich in zahlreichen unterschiedlichen Projekten. Dabei nutzen immer mehr Auszubildende und junge Berufstätige die Chance, ihre beruflichen Kenntnisse unter gänzlich anderen Bedingungen einzusetzen und neue Erfahrungen zu sammeln. Von jährlich rund 280 geförderten Teilnehmenden machten sie in den vergangenen Jahren einen Anteil von über 15 Prozent aus – und es werden stetig mehr. Das liegt unter anderem auch an der Zusatzqualifizierung „Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit“, die junge Berufstätige durch eine gezielte Vor- und Nachbereitung erwerben können.

Nach der Rückkehr können Ehemalige beispielsweise ihre Erfahrungen und ihr erlerntes Wissen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit weitergeben. Um solches Engagement zu fördern, ist vor allem die Vernetzung mit anderen motivierten jungen Menschen wichtig - wie beim Treffen ehemaliger Teilnehmender, die den Konkreten Friedensdienst in Ghana geleistet haben. Mit ihren verschiedenen, konkreten Erfahrungen in dem westafrikanischen Land, setzten sie sich beim „Ghana Treffen“ von Freitag, 14., bis Samstag, 15. September 2018, in der Jugendherberge in Neuss mit Erfolgsfaktoren und Hindernissen in der Projektarbeit vor Ort auseinander und reflektierten die Bedeutung aktueller entwicklungspolitischer Ansätze.

Austausch fördern

Gesellschaftliche Veränderung gelingt am besten, wenn man Menschen zusammen bringt. Nicht zuletzt sind globale Partnerschaften eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Auch am FSI, dem Forum für Soziale Innovation in Solingen, ist man davon überzeugt, dass alles Wissen, das benötigt wird, um den globalen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen, in der Welt schon vorhanden ist. Daher waren sie in den vergangenen drei Monaten eine der gastgebenden Nicht-Regierungsorganisationen aus NRW für den KF-Reverse. In diesem Jahr kamen die sieben Teilnehmenden aus Ghana, Peru, Tansania, Südafrika, Nicaragua, Ruanda und Kamerun.

Sie alle engagieren sich in ihren Heimatländern für entwicklungspolitische Themen. „Die Qualifikation, die ich über das Programm erwerbe, hilft mir sehr für die Umsetzung meines Projekts und dabei, auch andere zu überzeugen, etwas für die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele zu tun“, berichtet Rommel Castro (20 Jahre) aus Nicaragua. Er setzt sich mit Leidenschaft für den Klimaschutz ein. In seiner Heimatstadt Jinotega hat Rommel in den vergangenen zwei Jahren ein Wiederaufforstungsprojekt gestartet und bereits über 450 Bäume einheimischer Arten gepflanzt.

Austauschprogramme wie dieses seien es, die wertvolle neue Anstöße für die eigene Arbeit liefern, sagt Linda Kavishe (26 Jahre), Teilnehmerin des KF-Reverse aus Tansania. So sei auch ihr neues Projekt Lifelight entstanden, mit dem sie mit Freiwilligen an Grund- und weiterführende Schulen geht, um dort die Botschaft der 17 Ziele bekannt zu machen. „Wir möchten erreichen, dass die Leute erkennen, dass Umwelt- und Klimaschutz mehr beinhaltet als Müll einsammeln“, so Linda. Der diesjährige Themenschwerpunkt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ bot ihr die Möglichkeit neue Ansätze und Methoden kennen zu lernen, mit denen sie weiter an ihrem Projekt in Tansania arbeiten kann.

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Friedensförderung und Erinnerungskultur

27. November 2018 - 16:35
Rund 130 Journalistinnen und Journalisten nahmen an der Konferenz teil. Foto: Christiane Fritsch

Medien sollen informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und Partizipation ermöglichen. Sie gelten als „vierte“ Gewalt und übernehmen damit eine herausfordernde Rolle, vor allem in konfliktiven Kontexten. Medien können sowohl Verursacher des Konflikts und des Misstrauens zwischen Menschen und Völkern sein, als auch Toleranz fördern und Friedenskultur stärken. Die Art und Weise der Berichterstattung über Konflikte und Konfliktparteien kann dabei entscheidend das Bild der breiten Öffentlichkeit prägen.

Die 16. entwicklungspolitische Konferenz für Nachwuchs-Journalistinnen und Journalisten „Bildkorrekturen 2018: Friedensförderung, Erinnerungskultur und Entwicklung“ in Leipzig hat deshalb die Rolle der Medien im Prozess der Vergangenheitsbewältigung von Kriegen und Krisen anhand ausgewählter regionaler Beispiele in den Mittelpunkt gestellt.

Während der Konferenz von Donnerstag, 22. November, bis Samstag, 24. November 2018 haben sich die rund 130 Teilnehmenden deshalb insbesondere mit den Herausforderungen journalistischer Arbeit im Rahmen der Vergangenheitsbewältigung beschäftigt. Die Nachwuchs-Journalistinnen und Journalisten haben dabei Anregungen für Perspektivwechsel bei ihrer eigenen Recherche im internationalen Umfeld erhalten.

Expertinnen und Experten aus Bosnien-Herzegowina, Ruanda und Westeuropa sprachen über die journalistischen Herausforderungen in ihren Ländern. Journalistinnen und Journalisten, die sich mit der Berichterstattung zu diesen Themen beschäftigen, berichteten von den Spannungsfeldern und teilten ihre Erfahrungen. Zudem wurde kontrovers über die aktive Rolle der Medien bei der Prävention von Konflikten diskutiert sowie über ihre Bedeutung für Erinnerungskulturen.

Vor und während der Bildkorrekturen-Konferenz produzierten die Teilnehmenden eigene Print- und audiovisuelle Beiträge und thematisierten bestehende Spannungsfelder in der journalistischen Berichterstattung. Fünf verschiedene journalistische Ausbildungsstätten und Hochschulen waren beteiligt: Die Universitäten in Leipzig, Bamberg und München sowie die Deutsche Journalistenschule München und die Deutsche Welle Akademie aus Bonn.

Einer der Höhepunkte der dreitägigen Konferenz war das Skype-Interview mit zwei Nachwuchs-Journalistinnen aus Kabul, die über Chancen und Herausforderungen der Rolle der Medien im Hinblick auf Frieden und Erinnerung des seit über 40 Jahren andauernden Konfliktes in Afghanistan sprachen.

Professor Johannes Grotzky, ein ehemaliger Balkan-Korrespondent des Bayerischen Rundfunks, warnte in seiner Keynote vor der Gefahr der eindimensionalen Berichterstattung: „Journalismus bedeutet Arbeit. Journalisten müssen immer lernen und hart arbeiten. Wer das nicht tut, befeuert einen Konflikt oder Krieg – statt ihn zu verhindern.“

Bildkorrekturen ist eine Medien-Lernwerkstatt, die alljährlich entwicklungsrelevante Themen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die Konferenz bringt jedes Jahr zu einem Schwerpunktthema Studierende, Journalistinnen und Journalisten aus den betroffenen Ländern und deutsche Auslandskorrespondentinnen und Auslandskorrespondenten sowie Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit zusammen.

Die Bildkorrekturen-Konferenz wird von Engagement Global in Kooperation mit Ausbildungsstätten und Hochschulen in Sachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen organisiert und über das Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) finanziert.

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Zur Internetseite der Bildkorrekturen-Konferenz

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Stoppt Gewalt gegen Frauen

23. November 2018 - 13:15
Der 25. November gilt als Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen. Foto: Iris Maria Maurer/Engagement Global

1998 von den Vereinten Nationen als Gedenktag anerkannt, erinnert der 25. November an die Ermordung der drei Schwestern Mirabal. Sie wurden am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik ermordet, weil sie im politischen Widerstand gegen Diktator Rafael Trujillo aktiv waren. Mehr als fünf Jahrzehnte später, 2016, werden in Mittelamerika, in Guatemala, erstmals zwei hohe Militärs wegen sexueller Gewalt gegen Frauen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Prozess und Verurteilung waren ein Bruch mit der Kultur der Straflosigkeit und des Schweigens, die den Bürgerkrieg von 1960 bis 1996 in diesem Land noch lange überdauert hatte.

Zu verdanken ist dieser Bruch auch der guatemaltekischen Organisation ECAP (Equipo de Estudios Comunitarios y Acción Psicosocial). Unterstützt vom Zivilen Friedensdienst (ZFD) baut die Organisation seit 2008 Unterstützergruppen für Frauen auf. ECAP bietet betroffenen Frauen eine psycho-soziale Begleitung und juristische Beratung sowie – buchstäblich – Raum, um über ihre Gewalterfahrungen zu sprechen. Es zeichnet die Organisation aus, dass sie nicht bei der Aufarbeitung der Vergangenheit stehen bleibt. Das Sprechen über Menschenrechte, Frauenrechte im Besonderen, und über Gerechtigkeit und politische Partizipation trägt zur Prävention aktueller Gewalt bei. Mehr als 100 indigene Frauen geben mittlerweile ihr Wissen weiter, moderieren Prozesse zur Wahrung der Rechte und fördern ein Unterstützungsnetzwerk. Gewalt verhindern, bevor sie ausbricht, Menschenrechte stärken – das sind auch zentrale Leitlinien der Arbeit des ZFD.

Diese Leitlinien bestimmen auch die Arbeit der Women Human Rights Defenders (WHRD) in Kenia. Unter anderem entwickelten sie 2016 gemeinsam mit der Friedens- und Menschenrechtsorganisation peace brigade international (pbi) und mit Unterstützung des ZFD ein sogenanntes Toolkit. Das Toolkit enthält als Online-Plattform Informationen, Handlungsempfehlungen und Anlaufstellen für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen, aber auch für Engagierte. Die Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidiger bilden über die Plattform ein Netzwerk, das sich in fünf informellen Siedlungen in Nairobi gegen Gewalt an Mädchen und Frauen stark macht und sich in gemeinsamen Aktionen für ihre Rechte einsetzt. Sie stehen der Bevölkerung vor Ort beratend und unterstützend zur Seite.

Ein Meilenstein in dem Bemühen, Gewalt gegen Frauen zu verhindern, ist die Resolution 1325. Angeregt von Netumbo Nandi-Ndaitwah, später Namibias Außenministerin, seit 2015 Vize-Premier, wurde sie im Jahr 2000 einstimmig vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedet. Die Resolution 1325 verlangt von Regierungen und von nichtstaatlichen Kriegsparteien umfassende Maßnahmen zur Gewaltprävention und Strafverfolgung der Täterinnen und Tätern. Sie fordert außerdem die stärkere Partizipation von Frauen an Friedensverhandlungen – bislang stellen Frauen lediglich vier Prozent der Teilnehmenden bei Friedensverhandlungen.

Gewalt gegen Frauen ist nicht auf Kriege und bewaffnete Konflikte beschränkt. Auch in vermeintlich friedlichen Verhältnissen erleben Frauen Formen von Gewalt. So haben in der Europäischen Union (EU) ein Drittel der Frauen schon einmal körperliche Gewalt erfahren. Dies sagt eine Studie, im März 2014 von der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte publiziert, die in 28 Mitgliedstaaten der EU repräsentativ 42.000 Frauen befragt hatte.

In Deutschland wurden 2017 fast 140.000 Fälle häuslicher Gewalt gemeldet, so die Zahl der neuen Kriminalstatistik zur Partnerschaftsgewalt, die Familienministerin Franziska Giffey am 20. November 2018 vorstellte. In der überwiegenden Mehrheit waren die Opfer Frauen, die misshandelt, gestalkt oder bedroht wurden – aus allen Teilen der Gesellschaft. Schätzungsweise werden nur 20 Prozent der Fälle zur Anzeige gebracht, laut Studie soll die Dunkelziffer weitaus höher liegen. Ziel sei daher, Hilfseinrichtungen für Frauen, wie Beratungsstellen und Frauenhäuser, auszubauen sowie einen besseren rechtlichen Schutz vor Gewalt zu schaffen.

Die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen und die allgemeine Stärkung von Frauenrechten ist eine Herausforderung, vor der sowohl der globale Süden als auch der globale Norden stehen. An diese Aufgabe, die nur gemeinsam von allen Geschlechtern bewältigt werden kann, erinnert jedes Jahr der Internationale Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November.

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Der Preis der Mode

20. November 2018 - 17:08
Das Filmprogramm zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung ist Teil der SchulKinoWochen. Foto: Robert Paul Kothe

Stille herrscht im Kino. Gebannt schauen rund 220 Schülerinnen und Schüler auf die Leinwand.

Der Dokumentarfilm „The True Cost – Der Preis der Mode“ zeigt Bilder von Fabrikhallen, in denen unzählige Frauen eng nebeneinander sitzen und nähen; Stapel von Lederstücken, die mit hochgiftigen Chemikalien behandelt werden; Kinder die an verschmutzten Flüssen spielen. Arbeiterinnen und Arbeiter berichten von ihren Arbeitsbedingungen und Herausforderungen. Aktivistinnen und Aktivisten erzählen von ihrem Engagement für mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in der Textilindustrie und im Modegeschäft.

„Ein T-Shirt oder eine Hose für weniger als zehn Euro? Wie kann es sein, dass Kleidung bei uns so wenig kostet?“ So lautet die Einstiegsfrage des Dokumentarfilms. Der Film zeigt eindrucksvoll den Weg, den Shirts, Hosen, Schuhe durchlaufen, bevor diese zu uns ins Geschäft kommen.

Am Montag, dem 19. November 2018, war der Auftakt zur Filmreihe „17 Ziele – EINE Zukunft“ bei den SchulKinoWochen, dem Filmprogramm zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung.

Nach der Filmvorführung konnten die Schülerinnen und Schüler Fragen an Gunther Beger, Abteilungsleiter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), und Anne Neumann, Referentin bei FEMNET e.V. stellen: Was kann ich tun, damit es den Näherinnen in Bangladesch und Indien besser geht? Wie kann ich mir als Schüler faire Mode leisten?

Anne Neumann von FEMNET e.V. gibt zu bedenken, warum man den überhaupt Kaufen muss: „Es gibt so viele Alternativen wie zum Beispiel Kleidertausch-Börsen oder Second Hand-Läden. Ich habe meine Kleidung auch von dort.“

Gunther Beger empfiehlt: „Achtet beim Kauf darauf, was auf den Etiketten steht. Auf der Internetseite der Initiative „Siegelklarheit“ könnt ihr euch schlau machen, welche Siegel für welche Standards stehen, zum Beispiel Fair, Bio, keine Kinderarbeit.“

Im Foyer erfuhren die Schülerinnen und Schüler vieles über Projekte von FEMNET e.V. und die Arbeit des BMZ.

Die Filmreihe „17 Ziele – EINE Zukunft“ ist ein Angebot im Rahmen der bundesweiten SchulKinoWochen von Vision Kino – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz in Kooperation mit Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Lehrkräfte können sich mit ihren Klassen ab sofort für die SchulKinoWochen anmelden. Sie können auch Referentinnen und Referenten aus dem Programm Bildung trifft Entwicklung von Engagement Global zur Vor- und Nachbereitung der Filme im Unterricht über die Internetseite einladen.

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Kinderrechte stärken Kinder

19. November 2018 - 10:03
Es gibt noch viel zu tun, damit die Rechte von Kindern überall Wirklichkeit werden. Foto: Patric Fouad

Kinder haben Rechte – doch werden zahlreiche Mädchen und Jungen auf der ganzen Welt ihrer elementaren Rechte beraubt, indem sie beispielsweise wirtschaftlich oder sexuell ausgebeutet werden. Am 20. November, dem internationalen Tag der Kinderrechte, soll an die UN-Kinderrechtskonvention von 1989 erinnert werden, und daran, dass vielen Kindern noch immer weltweit ihr Recht auf Mitsprache, Bildung und Gesundheit verwehrt bleibt. Die Konvention legt wesentliche Standards zum Schutz aller Kinder bis zur Volljährigkeit fest und beruht auf vier Grundsätzen, die das Überleben und die Entwicklung, die Nichtdiskriminierung, die Wahrung der Interessen der Kinder sowie deren Beteiligung betreffen.

Engagement Global fördert in verschiedenen Ländern Kinderrechtsprojekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Über bengo, Beratung und Projektförderung für private Träger in der Entwicklungszusammenarbeit, wird beispielsweise seit 2011 ein Projekt der Kinderrechtsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. zur Verbesserung des Kinderschutzes in Benin gefördert. Gemeinsam mit der Partnerorganisation CIPCRE-Bénin wurden Maßnahmen zur Prävention sexueller Gewalt und sexuellen Missbrauchs erarbeitet, um Kinder wirksamer und nachhaltiger davor zu schützen. Mehr als tausend Institutionen und Kontaktpersonen beispielsweise aus Bildungseinrichtungen, Kommunalvertretungen oder Glaubensgemeinschaften sind eingebunden, um ein Umfeld aufzubauen, das Kinder und ihre Rechte schützt. Auch die Weiterbildung von rund tausend Fachkräften im Erziehungswesen, in Polizeibehörden und in der Ärzteschaft dient diesem Ziel. Des Weiteren werden Kinder und Jugendliche ausgebildet, um als so genannte peer educators in ihrer Altersgruppe zu wirken, denn Kinder sollen dazu befähigt werden, sich selbst gegen sexuelle Übergriffe zu wehren.

Innerhalb des Projekts ist ein Verhaltenskodex an Schulen entwickelt und verbreitet worden. Diesen Kodex greift das aktuelle Folgeprojekt zur Stärkung der Familien und lokalen Institutionen für einen verbesserten Schutz gegen sexuellen Missbrauch von Kindern auf. Landesweit soll der Verhaltenskodex als Richtlinie für Schulen geltend gemacht werden, um die Bevölkerung verstärkt für das Thema Kinderschutz zu mobilisieren und Kinderrechte strukturell zu stärken. Kinder lernen ihre Rechte kennen und sollen im Schul- und Ausbildungsbereich zunehmend ein Umfeld vorfinden, welches sie vor sexueller Gewalt sowie Kinderhandel schützt.

Ein über das Programm zur Förderung entwicklungspolitischer Qualifizierungsmaßnahmen (PFQ) unterstütztes Projekt ist die Fortbildung zur Stärkung des Kinderschutzes in Unterkünften für geflüchtete Menschen. Das Kinderhilfswerk Plan International Deutschland e.V. (Plan) schult dort Fachkräfte und Ehrenamtliche, die mit geflüchteten Menschen im Ausland arbeiten, zum Thema Kinderschutz. Ziel der Fortbildungen ist es, die Rollensicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre Arbeit zu stärken und ihnen Instrumente und Methoden aufzuzeigen, um eine sichere Umgebung für Kinder auch unter den besonderen Herausforderungen des Lebens in einer Flüchtlingsunterkunft umzusetzen.

Über das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) wurde von 2016 bis 2018 das Projekt „Kinderrechtecamp: VAMOS - gemeinsam die Welt verändern“ der Organisation terre des hommes (tdh) unterstützt. In altersgerechten Workshops haben mehr als 100 Kinder und Jugendliche gelernt, wie sie sich aktiv einsetzen können, um Kinder vor Gewalt und Ausbeutung zu schützen. Ein Ergebnis dieser Camp-Arbeit war das „WeltretterHandbuch" - es macht Mut, sich zu engagieren und zeigt Wege auf, wie das geschehen kann. Tdh bietet überdies Materialien und Anregungen, um Kinderrechte im Unterricht einzubringen und zeigt an Beispielen das Engagement von Kindern.

Weitere Informationen

Zur Internetseite von Kinderrechte Afrika e.V.
Zur Internetseite von Plan International
Zur Internetseite von terre des hommes

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Faire Vielfalt auf dem Bazaar Berlin

12. November 2018 - 9:03
Ein vielfältiges Workshopangebot für Schülerinnen und Schüler informierte zu Fairem Handel. Foto: Messe Berlin GmbH

Bunte Farben, exotische Gerüche und reges Treiben begegneten den Besucherinnen und Besuchern, wenn sie den Bazaar Berlin betraten. Vom Afrika-Markt über den World Market bis hin zum Fair Trade Market, an allen Ständen wurde angeregt diskutiert, informiert und gehandelt – der Bazaar Berlin ist Deutschlands internationalste Verkaufsmesse für Kunsthandwerk, Design, Naturwaren und Fair-Trade-Produkte. Circa 500 Herstellerinnen und Hersteller sowie Händlerinnen und Händler aus mehr als 60 Ländern präsentierten von Mittwoch, 7., bis Sonntag, 11. November 2018, ihre Waren und exotischen Produkte.

Die Außenstelle Berlin, Brandenburg von Engagement Global beteiligt sich seit dem Bestehen des Fair Trade Markets mit einem interaktiven Informations- und Bildungsangebot zu Fairem Handel. Der Fair Trade Market präsentierte eine umfassende Produktpalette, die den Kriterien des Fairen Handels entspricht. Natürlichkeit der Materialien und Sorgfalt der Verarbeitung spielen eine ebenso wichtige Rolle wie die Nachhaltigkeit der Produktion und faire Arbeitsbedingungen.

Am Stand von Engagement Global präsentierten zwei Initiativen des Fairen Handels gemeinsam ihre Produkte und gaben Informationen zu ihrer Arbeit: Nativa de Peru verkaufte handgefertigte Textilien einer Frauenkooperative der Shipibo aus Peru. Das erzielte Einkommen unterstützt die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Frauen. Die Initiative Balanka e.V. zeigte, wie aus Plastikmüll vom Straßenrand attraktive Taschen, Rucksäcke bis hin zu Regenjacken entstehen und zugleich für Frauen und Jugendliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

Zudem gab es auch in diesem Jahr ein vielfältiges Workshopangebot für Schulklassen. Verschiedene Vereine und Partner boten ein abwechslungsreiches Workshop-Programm rund um das Thema Fairer Handel und Nachhaltigkeit. Workshops zum Umgang mit Ressourcen, praktische Arbeiten, beispielsweise Papier schöpfen, sowie Aktionen für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit wurden angeboten.

Das Programm Bildung trifft Entwicklung (BtE) machte das Thema Fairer Handel mit den Workshops „Die Reise einer Jeans“ sowie „Von der Ernte bis zur Schokolade und die Rolle des Fairen Handels“ für die Schülerinnen und Schüler greifbarer.

Die Außenstelle Berlin bot zudem in Kooperation mit dem Grips-Theater den theaterpädagogischen Workshop „Fair handeln mit Spiel und Grips“ an.

Weitere Informationen

Zur Internetseite des Bazaar Berlins

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Eröffnung der Ausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ in Wiesbaden

8. November 2018 - 17:29
Besucherinnen der Ausstellungen diskutieren eines der Werke. Foto: Thomas Keydel/Engagement Global

Die Kulturkoordination EXILE hat mit einem Wettbewerb internationale Künstlerinnen und Künstler dazu aufgerufen, das Thema Flucht und Migration künstlerisch darzustellen. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden in einer Wanderausstellung präsentiert. Mit der feierlichen Eröffnung am Mittwoch, dem 7. November 2018, ist die Karikaturenausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ offiziell in der Volkshochschule Wiesbaden angekommen. Es handelt sich um die zweite Station der deutschlandweiten Wanderausstellung.

Das Ziel des Wettbewerbs war es, Erfahrungen, Eindrücke und Sichtweisen zum Thema Flucht und Migration in künstlerischer Form darzustellen. Die eingesendeten Karikaturen zeigen das breite Spektrum des Themas, die Schwierigkeiten, Hürden und den Schmerz, die Heimat und Familie zu verlassen, aber auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, Unterstützung und Akzeptanz. Nicht wenige Zeichnungen thematisieren ebenso Kritik an strukturellen Bedingungen sowie die Wahrnehmung unterschiedlicher, manchmal beängstigender gesellschaftlicher Reaktionen. Aus den zahlreichen Einsendungen aus über 80 Ländern wurden 40 Karikaturen ausgewählt, die nun bis zum Freitag, dem 25. Januar 2019, in der Volkshochschule Wiesbaden zu besichtigen sind.

Die Ausstellungseröffnung in Wiesbaden bot der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit, durch die Karikaturen ins Gespräch zu kommen und den Austausch zu suchen. Im Foyer der Volkshochschule diskutierten an diesem Abend zahlreiche Kleingruppen über Bedeutung und Interpretationsmöglichkeiten der einzelnen Kunstwerke.

Elfriede Weber, Fachbereichsleiterin der Volkshochschule Wiesbaden, lobte in ihrer Eröffnungsrede die Vielfalt und die pointierte Darstellung der Karikaturen. Gekonnt verband die Germanistin im weiteren Verlauf ihre Interpretation einiger Zeichnungen mit großen Werken der Weltliteratur.

Christina Berthold, Mitarbeiterin der Außenstelle Mainz von Engagement Global, ergänzte die Begrüßung um Einblicke in die Entstehung der Ausstellung. Sie wies jedoch ebenso darauf hin, dass die zum Teil humoristische Darstellung nicht über die Tatsache hinwegtäuschen solle, dass so viele Menschen wie nie zuvor auf der Flucht seien. „Alle zwei Sekunden ist ein Mensch gezwungen, die eigene Heimat zu verlassen“, berichtete sie und verdeutlichte dies anschaulich mit einem zweisekündigen Taktschlag. Umso erfreulicher sei es, dass die Ausstellung nun in der Volkshochschule „einen Ort, irgendwo“ gefunden habe, um diese Denkanstöße zuzulassen und den Diskurs über Flucht und Migration weiter voranzutreiben.

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Zur Meldung auf der Internetseite der Kulturkoordination EXILE

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17 Ziele am Tag der Vereinten Nationen

24. Oktober 2018 - 16:52
Beim „Zusammenspiel“ kann man alleine oder zu zweit Spiele rund um die SDG spielen und dabei etwas über sie lernen. Foto: Engagement Global/ Barbara Frommann

Die Stadt Bonn feierte am Samstag, 20. Oktober 2018, auf dem Markt den Tag der Vereinten Nationen. Rund 50 in Bonn arbeitende Institutionen und Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, darunter Engagement Global, stellten sich und ihre Beiträge zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung vor.

Wie auch in den vergangenen Jahren stand das Fest unter einem Motto. Dieses Jahr lautete es: „Leaving no one behind“ – Niemanden zurücklassen. Damit lag der Fokus auf den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDG).

Engagement Global präsentierte sich gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Zelt zwei. Am Stand von Engagement Global konnten die Bonnerinnen und Bonnern Gespräche über die Arbeit der Organisation und ihren Beitrag zur Umsetzung der 17 Ziele führen. Wer sich zudem selbst entwicklungspolitisch engagieren wollte, erhielt Informationen zu Angeboten wie dem Aktionsgruppenprogramm (AGP), Bildung trifft Entwicklung (BtE) oder dem Konkreten Friedensdienst NRW von Engagement Global.

Großes Interesse bei Jung und Alt rief auch das Glücksrad mit dem Eine-Welt-Quiz hervor. Ein kräftiger Dreher am Rad entschied zunächst über die Kategorie, zum Beispiel „Umwelt & Ernährung“, aus der dann eine Frage aus dem Quiz gestellt wurde. Ein junger Standbesucher, der mit seiner Mutter am Glücksrad sein Wissen über die Eine Welt testen wollte, versuchte sein Glück.

„Wo befindet sich die größte Müllkippe der Welt?“ fragte eine der Mitarbeiterinnen von Engagement Global und gab drei Alternativen: „In Deutschland, in der Wüste oder im Meer?“. „Im Meer, das ganze Plastik ist ja da drin!“ kommt schnell die Antwort von dem Jungen, denn auch er hat begriffen, dass ein Großteil unserer Abfälle, besonders aus Kunststoff, in die Meere gelangt und dort bleibt. Eine praktische Möglichkeit Abfall zu verhindern, sei beim Einkaufen auf die Plastiktüten am Obstregal zu verzichten, so die Mitarbeiterin weiter.

Mit welchen Ansätzen die Bonner Institutionen und Organisationen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung verfolgen, zeigte sich auf dem Bonner Markt am Tag der Vereinten Nationen. In den Gesprächen mit den engagierten Besucherinnen und Besuchern zeigten sich jedoch auch eines: Niemanden zurücklassen ist eine Aufgabe, die nur gemeinsam erreicht werden kann.

Am Tag der Vereinten Nationen begehen die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen weltweit den „Geburtstag der Vereinten Nationen“ und erinnern so an die Charta der Vereinten Nationen, die am 24. Oktober 1945 in Kraft trat. Die Stadt Bonn veranstaltet seit 1996 das Bürgerfest.

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Ein „Blickwechsel“ auf internationale Partnerschaft

23. Oktober 2018 - 17:21
Zwei Teilnehmer der Konferenz im Austausch über internationale Partnerschaften. Foto: Engagement Global/ Marvin Schäfer

Wie können Akteure einen neuen Blick auf internationale Partnerschaften gewinnen? Darauf will die Konferenz „Blickwechsel“ eine Antwort liefern. Im Weiterbildungszentrum in Ingelheim, Rheinland-Pfalz, fand die erste Konferenz für internationale Kooperationen und Partnerschaften des Bundeslandes statt. Eingeladen waren Vereine, Stiftungen, Gemeinden, Kommunen, Bildungseinrichtungen und Gruppen aus Rheinland-Pfalz, die Partnerschaften und Kooperationen mit Ländern des globalen Südens pflegen.

Mehr als hundert Teilnehmende hatten bei der Tagesveranstaltung die Möglichkeit sich zu vernetzen und mit anderen Partnerschaftsinitiativen auszutauschen. Workshops und Vorträge rundeten das Angebot ab und zeigten Wege und Unterstützungsmöglichkeiten auf, um die erfolgreiche Partnerschaftsarbeit auch zukünftig zu gestalten. Ein Ziel der Kooperationspartnerinnen und -partner war es außerdem, einen Blickwechsel auf internationale Partnerschaften, ganz im Sinne von Ziel 17 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, herbeizuführen und neue Ideen für Partnerschaften auf Augenhöhe einzubringen.

Ziel 17 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung fordert, Umsetzungsmittel zu stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederzubeleben.

Die Konferenz bot Raum für Austausch zwischen den Teilnehmenden, indem die Organisatorinnen und Organisatoren die Aktivitäten der Partnerinnen und Partner auf Projektpostern, Bannern und Flyern darstellten und somit für alle Teilnehmenden sichtbar wurden.

Dr. Carola Stein, Referatsleiterin im Ministerium des Innern und für Sport, eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Gäste. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden in insgesamt acht Workshops Themen wie „Junges Engagement“ und „Bedeutung der nachhaltigen Entwicklungsziele für Partnerschaften“. Die Mitmachzentrale von Engagement Global veranstaltete einen Workshop zum Thema „Fördermöglichkeiten für Partnerschaften“.

Abschließend dankte Christina Berthold, Mitarbeiterin der Außenstelle Mainz von Engagement Global, den Teilnehmenden für ihr Engagement in der Partnerschaftsarbeit und ermutigte dazu, die Partnerschaftsarbeit im Sinne der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung auch weiterhin auf Augenhöhe zwischen Deutschland und dem globalen Süden zu gestalten.

Die „Blickwechsel“ Konferenz war eine Kooperationsveranstaltung von dem Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz, dem Kolping Bildungswerk Trier, Ebasa e.V., ELAN e.V., dem Haus Wasserburg, der Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung und der Außenstelle Mainz von Engagement Global gGmbH.

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Klimaschutz und Klimagerechtigkeit müssen gelebt werden

22. Oktober 2018 - 14:10
Anjalina Diana Podder, Abteilungsleiterin des Klimareferats der Bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Bischofskonferenz Bangladesch, Dhaka/Bangladesch. Foto: SEZ/Frank Eppler

Wir in Bangladesch zahlen den Preis für den Klimawandel“, rief Anjalina Diana Podder, Abteilungsleiterin des Klimareferats der Bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Bischofskonferenz Bangladesch, den Teilnehmenden des sechsten Stuttgarter Forums für Entwicklung zu. Und dann zählte sie die Fakten auf: weniger Regen und Verschiebung der Regenfälle, weniger Trinkwasser und weniger Wasser für die Landwirtschaft, Ernteverluste, zunehmende Versalzung des Grundwassers und der Böden in den Küstengebieten und heftige Wirbelstürme seien die nicht mehr zu übersehenden Auswirkungen des Klimawandels.

Die Folge - eine zerstörte Umwelt. Den Menschen in den betroffenen Gebieten bliebe nichts anderes mehr übrig als wegzuziehen. „Wer einmal vor den Folgen des Klimawandels geflüchtet ist, hat keine Chance, je wieder nach Hause zurückzukehren.“, so Podder.

Laut Podder könne das sechste Stuttgarter Forum für Entwicklung eine Brücke zwischen Deutschland und Bangladesch sein und die Menschen in Deutschland dazu sensibilisieren, sich für einen Lebensstil zu entscheiden, der den Menschen in Bangladesch hilft, mit den Folgen des Klimawandels besser fertig zu werden. „Jede und jeder einzelne von uns muss mehr Verantwortung übernehmen“, forderte Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ). „Der Klimawandel ist im Wesentlichen durch uns im Norden ausgelöst. Wir verursachen ihn und die Menschen aus dem globalen Süden müssen mit den Konsequenzen leben.“, so Keil weiter.

Stefan Wilhelmy, Bereichsleiter der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global, hob die Verantwortung und das Engagement der Kommunen in Sachen Klimaschutz und Klimagerechtigkeit hervor. Gerade für Kommunen sei das Motto des sechsten Stuttgarter Forums für Entwicklung ein zentrales Thema. „Sie können beispielsweise durch CO2-Einsparungen in Deutschland einen ganz wesentlichen Beitrag zur Verringerung der Klimaerwärmung leisten. Sie können aber auch über Projekte mit ihren Partnern im globalen Süden sich für weltweite Klimagerechtigkeit einsetzen. Dabei unterstützen wir die Kommunen sehr gerne.“

In diesem Zusammenhang verwies er auf das Projekt Kommunale Klimapartnerschaften der SKEW und betonte: „Der Grundgedanke des Projekts ist es, die fachliche Zusammenarbeit deutscher Städte mit Kommunen im globalen Süden in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung zu stärken und Handlungsprogramme für die langfristige Zusammenarbeit zu erarbeiten. Das Projekt zählt inzwischen weltweit 60 kommunale Klimapartnerschaften. Davon entfallen 12 auf das Land Baden-Württemberg.“

Staatssekretärin Giesela Splett vom baden-württembergischen Finanzministerium betonte in ihrem Grußwort die Verantwortung auch des Landes Baden-Württemberg für die Bekämpfung des Klimawandels. „Wir haben schon sehr viele Maßnahmen ergriffen. Aber wir müssen bei unseren Anstrengungen noch einen Zahn zulegen.“ Das Land allein könne in vielen Handlungsfeldern den Hebel nicht rumreißen. „Wir brauchen eigene Anstrengungen, aber wir brauchen eben auch die richtigen Rahmensetzungen auf internationaler und nationaler Ebene. Deshalb ist es auch so wichtig, international zu kooperieren.“, forderte Splett.

Klimaschutz sei eine Querschnittsaufgabe, die alle Ressorts angehe und alle politischen Ebenen betreffe, so Splett. „Klimaschutz und Klimagerechtigkeit müssen gelebt werden. Die Politik braucht eine breite gesellschaftliche Unterstützung, um die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.“, ermahnte die Staatssekretärin. Das sechste Stuttgarter Forum sei eine wichtige Unterstützung auf diesem Weg.

Das sechste Stuttgarter Forum für Entwicklung wird von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) bereits zum dritten Mal in Kooperation mit Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global und rund 40 weiteren Institutionen ausgerichtet. Am diesjährigen Stuttgarter Forum nahmen rund 550 Besucherinnen und Besucher teil.

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Gewinner des Schulwettbewerbs folgen Einladung des Bundesministers Müller

17. Oktober 2018 - 11:07
Die „Robotic-Gruppe“ wurde bei der Preisverleihung des Schulwettbewerbs von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller nach Berlin eingeladen. Foto: André Wagenzik

„Technik ist die Zukunft“, stellt Schüler Emmanuel vom Gymnasium Markt Indersdorf fest. Deswegen hat Emmanuel als Mitglied der „Robotic-Gruppe“ seiner Schule einen Lerncomputer für Kinder mit eingeschränktem Zugang zu Bildungsmöglichkeiten entwickelt. Mit dem robusten und energieautarken Computer belegten die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Markt Indersdorf den ersten Platz des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik 2018 in der Alterskategorie der Klassenstufen acht bis zehn. Der Preis für den ersten Platz ist mit 2000 Euro dotiert.

Bei der Preisverleihung zur achten Runde des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik am Donnerstag, dem 21. Juni 2018, wurden die engagierten Schülerinnen und Schüler von Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, nach Berlin eingeladen, um weiter über ihr Projekt zu diskutieren.

Die „Robotic-Gruppe“ und zwei Lehrkräfte nahmen am Montag, dem 15. Oktober 2018, am Grand Challenges Annual Meeting in Berlin teil. Die jährliche Veranstaltung wird unter anderem von der Bill and Melinda Gates Foundation organisiert. Bei dem Forum stehen die Themen Gesundheit und Entwicklung im Vordergrund.

Zudem stellten die Gewinnerinnen und Gewinner am Dienstag, dem 16. Oktober 2018, ihren Lerncomputer im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vor.

Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik wird von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und unter Schirmherrschaft des deutschen Bundespräsidenten durchgeführt.

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Herausforderungen für globale Nachhaltigkeit in Hessen

16. Oktober 2018 - 15:28
Bei dem politischen Dialog wurden Ideen und Herausforderungen für globale Nachhaltigkeit in Hessen diskutiert. Foto: Chris Schmetz

Im Bundesland Hessen wird am Sonntag, dem 28. Oktober 2018, ein neuer Landtag gewählt. Welche Ideen und Innovationen haben die Parteien, die bei der Landtagswahl antreten, in Bezug auf die Agenda 2030 mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung? Welchen Stellenwert hat das global bewusste und vernetzte Handeln in Hessen überhaupt? Und welche globalen Herausforderungen müssen bei der lokalen Umsetzung von Nachhaltigkeit berücksichtigt werden?

Die Außenstelle Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland von Engagement Global und das Entwicklungspolitische Netzwerk Hessen e.V. luden am Montag, dem 15. Oktober 2018, zum politischen Dialog zwischen Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft in den Großen Saal im Haus am Dom in Frankfurt am Main, um über Ideen und Herausforderungen für globale Nachhaltigkeit in Hessen zu diskutieren. Zudem wurde die Broschüre „Global vernetzt – lokal aktiv im Entwicklungsland Hessen“ vorgestellt. Die Broschüre sammelt zahlreiche Beispiele von Initiativen aus Hessen, die zur Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung beitragen.

Wissenschaftlichen Input gab Professorin Dr. Uta Ruppert von der Goethe Universität Frankfurt. Sie betonte die Bedeutung der Landespolitik zur Umsetzung der Agenda 2030. Auf Landesebene entscheide sich an vielen Stellen die Frage nach dem „Guten Leben für alle“ im Sinne der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, so Ruppert.

In der anschließenden Podiumsdiskussion thematisierten Vertreterinnen und Vertreter der Parteien im Landtag globale Herausforderungen und Möglichkeiten der konkreten Umsetzung der Agenda 2030 in Hessen. Mit dem Moderator Helmut Törner-Ross diskutierten Dr. Ralf-Norbert Bartelt von der Christlich Demokratischen Union (CDU), Violetta Bock von Die Linke, Stephan Grüger von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), Kaya Kinkel vom Bündnis 90/Die Grünen und Dr. Thorsten Lieb von der Freien Demokratischen Partei (FDP). Besonders die Themen Wirtschaft und Arbeit, Bildung und Globales Lernen und ökosoziale Beschaffung standen bei der Diskussion im Vordergrund.

Im Anschluss konnten Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft in einer moderierten Fishbowl-Diskussion ihre Fragen bei den Politikerinnen und Politikern platzieren. So ging es unter anderem um die Einrichtung einer Service- und Beratungsstelle für die kommunale Beschaffung und die Verschärfung des Vergabegesetzes für die öko-soziale Beschaffung in Hessen sowie um die Anerkennung der ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Der politische Dialog wird auch künftig fortgesetzt.

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Ammerländer Gespräche zur Umsetzung der Agenda 2030

4. Oktober 2018 - 16:30
Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, im Interview. Foto: Engagement Global/Jörg Hemmen

Vor drei Jahren unterzeichneten die Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. 17 Ziele gelten seither für alle 193 unterzeichnenden Staaten – darunter auch Deutschland. Doch die 17 Ziele, die Sustainable Development Goals (SDG), sind nicht flächendeckend bekannt.

Die Außenstelle Hamburg von Engagement Global führt darum, zusammen mit der Evangelischen Erwachsenenbildung Niedersachsen (EEB) seit Juni eine Veranstaltungsreihe zur Umsetzung der Agenda 2030 im Ammerland durch. Das Ammerland liegt im Nordwesten von Niedersachsen. Das Projekt wird seitens des EEB vom Evangelischen Bildungswerk des Kirchenkreises Ammerland begleitet.

Unter dem Titel „Ammerländer Gespräche zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ informierten versierte Referentinnen und Referenten zu den SDG und diskutierten mit den Besuchenden über Anknüfungspunkte auf lokaler und regionaler Ebene.

Zu Gast waren diese Referentinnen und Referenten:

  • Wolfgang Obenland vom Global Policy Forum,
  • Dr. Ruth Gütter, Oberkirchenrätin und Referentin für Nachhaltigkeit bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
  • Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Deutschland und
  • Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Den Auftakt machte Wolfang Obenland in Westerstede am Donnerstag, 14. Juni 2018. Seine Organisation, das Global Policy Forum ist eine Nichtregierungsorganisation, welche die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele in Deutschland beobachtet und kritisch begleitet. Neben einer Einführung in die Agenda 2030 stellte er anhand praktischer Umsetzungsbeispiele aus ganz Deutschland die Bedeutung der Zivilgesellschaft und somit der lokalen Ebene in den Vordergrund. Einig waren sich die Teilnehmenden, dass Symptombekämpfung nicht reiche, sondern es um die Schärfung des politischen Bewusstseins gehe.

Während der zweiten Veranstaltung in Rastede am Donnerstag, dem 23. August 2018, stellte Dr. Ruth Gütter vier Ziele vor, die relevant für die Kirche seien: Ziel 2 „Hunger beenden, Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft fördern“, Ziel 5 „Geschlechtergleichstellung erreichen, alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen“, Ziel 10 „Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern“ und Ziel 12 „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“.

In der nachfolgenden, lebhaften Diskussionsrunde wurde angemerkt, dass Fair Trade seit den 1970er Jahren bestehe und von kirchlichen Einrichtungen mehr genutzt werden solle. „Alle Anstrengungen im Privaten reichen nicht“, ist die Fachreferentin für Fragen der Nachhaltigkeit überzeugt. „Politik muss den Rahmen durch Gesetze schaffen. Das gilt auch für die Kirche.“

In Petersfehn stellte am 4. September Prof. Dr. Günther Bachmann die Agenda 2030 und deren Bedeutung für Wirtschaft und Industrie, Institutionen und Partnerschaften vor. Der Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Deutschland veranschaulichte seine Ausführungen mit zahlreichen Beispielen aus seiner alltäglichen Arbeit. „Die Logik aller 17 Ziele ist, dass sie nur zusammen funktionieren, nicht einzeln. Ich glaube, dass wir Menschen viel mehr tun können“, betonte er. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie setzt die 17 Ziele für Deutschland um und wird auf nationaler Ebene anhand von 63 Indikatoren gemessen. Knapp bei der Hälfte ist Deutschland allerdings nicht auf der Zielgeraden. „Es fehlt das Zielmanagement bei den wichtigen und komplexen Zielen. Die Ziele könnten engagierter umgesetzt werden“, kritisierte Bachmann. Hiernach diskutierten die Besuchenden besonders die Themen Massentierhaltung, Landwirtschaft und Abfallvermeidung.

Beim Abschluss der öffentlichen Veranstaltungsreihe in Elisabethfehn appellierte Dr. Maria Flachsbarth vom BMZ am Donnerstag, 20. September 2018: „Es kommt auf uns an, die SDGs lokal sichtbar zu machen, um global etwas zu verändern. Wir tragen alle Verantwortung für die eine Welt. Und die SDGs sind unsere Weltlebensversicherung.“

Auch an den Vortrag von Dr. Flachsbarth schloss sich eine lebendige Diskussion an, die einerseits verdeutlichte, dass zum nachhaltigen Leben noch ein weiter Weg zu gehen sei. Sie zeigte aber auch, dass die Bürgerinnen und Bürger im Ammerland gewillt sind, ihren Teil zu einer lebenswerten Zukunft beizutragen. Dieser Enthusiasmus wurde mit entsprechenden Anknüpfungspunkten in die begleitenden, öffentlichen Ideenschmieden aufgenommen und gesammelt. Ziel hierbei war es, das Abstrakte konkret werden zu lassen und Ideen für den (Kirchen-)kreis Ammerland zu sammeln.

Aus den vier Ideenschmieden sollen ab Oktober zwei Arbeitsgruppen entstehen, die nach Veranstaltungsende selbständig, kontinuierlich und langfristig an Umsetzungsmöglichkeiten der Agenda 2030 im Ammerland mitwirken. Themenschwerpunkte, Umsetzungsideen oder lokale Projekte zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung werden die Gruppen, orientiert an den Interessen der Gruppenmitglieder und an den Ergebnissen der Ideenschmieden, eigenverantwortlich festlegen. Die zwei Arbeitsgruppen werden in zwei unterschiedlichen Regionen des Ammerlandes stattfinden und von zwei Honorarkräften begleitet und in ihrer Arbeit unterstützt.

Treffpunkte der AGs werden über die lokale Presse und das EEB bekanntgegeben. Bei Interesse auch unter

aussenstelle.hamburg@engagement-global.de

Die Interviews mit allen Referentinnen und Referenten finden Sie auf dem YouTube-Kanal von Engagement Global oder weiter unten.

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Agenda 2030 als Bildungsaufgabe

1. Oktober 2018 - 13:05
Die Teilnehmenden des Kongress „Stadt. Land. Welt.“ in der vh ulm. Foto: Engagement Global

Unter dem Motto „Stadt. Land. Welt. Die Agenda 2030 als Bildungsaufgabe“ versammelten sich Volkshochschulleitungen, Programmgestalterinnen und -gestalter, Dozentinnen und Dozenten sowie zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure am Dienstag, dem 25. September 2018 im Club Orange der Ulmer Volkshochschule – kurz vh ulm.

„Vor genau drei Jahren wurde die Agenda 2030 in New York unterzeichnet“, begrüßte Anita Reddy, Leiterin des Fachbereichs Bildungsprogramme von Engagement Global, die rund 90 Volkshochschulvertretungen aus Bayern und Baden-Württemberg.

Im Zentrum der Veranstaltung stand Ziel 4 der Agenda 2030: Höherwertige Bildung mit dem siebten Unterziel, das anstrebt, allen Lernenden den Zugang zu Wissen und Fertigkeiten zu eröffnen, um eine global nachhaltige Entwicklung zu fördern. Engagement Global, so Reddy, nehme den Auftrag, alle Menschen erreichen zu wollen, ernst. Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) müsse auch im ländlichen Raum verankert werden. Aus diesem Grund habe sich der Kongress ausdrücklich auch an kleinere, ländliche Volkshochschulen gewandt, so Reddy weiter.

Gunther Czisch, Oberbürgermeister der Stadt Ulm, umriss in seiner Begrüßung die vielen Aufgaben der Stadtpolitik, um die Kommune in Richtung Nachhaltigkeit zu bewegen. Als freie Reichsstadt seien es die Ulmerinnen und Ulmer gewohnt, alle Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen – so auch Nachhaltigkeit. Der Ulmer Weg ist ein stadtteilbezogener, raumorientierter Ansatz, denn „jedes Quartier tickt anders“, so Czisch. Von den Bildungseinrichtungen erwarte das Stadtoberhaupt, dass sie die komplexen Themen der Agenda 2030 in die Öffentlichkeit trügen und zwar auf eine „entspannte und entkrampfte“ Art. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) seien ideal, um Stadtpolitik zu gliedern und ein Weg, die Stadt zu verstehen. Es gelte nun, die Stadt „in einen Konsens zu bringen“. Eine Aufgabe, die Czisch den Bildungseinrichtungen ins Heft schreibe.

Die Leiterin der Ulmer Volkshochschule, Dr. Dagmar Engels, zog einen großen Bogen von der Gründung der vh ulm kurz nach dem zweiten Weltkrieg, bis hin zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung von heute. Errichtet als Antwort gegen ein zerstörtes Ulm, war der Auftrag mit Kultur und politischer Bildung das Erstarken von faschistischen Diktatur von Beginn an zu vermeiden. Seit den 1940er Jahren vermittelte das Volkshochschulprogramm eine globale Perspektive, beispielsweise mit der Themenreihe Europa und den Interdependenzen der Weltwirtschaft. Bis heute laute der Auftrag: Aufklären, eine Plattform bieten, einmischen.

Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Ko-Präsident des Club of Rome, nahm sich in seiner Key Note die Zukunft im globalen Maßstab vor und dabei die 17 Ziele kritisch unter die Lupe. Die ersten zehn Ziele seien „reine Wachstumsziele“ und die drei ökologischen Ziele diesen nur angehängt und untergeordnet. „Die Umwelt ist doch aber die Grundlage von allem“, appellierte er an das Publikum. Die Umwelt habe niemanden mehr, der für sie spreche und alle gesellschaftlichen Bereiche seien der Logik und Macht der Wirtschaftsinteressen unterworfen. Auch die Entwicklungsländer sind auf dem Pfad der Wachstumsorientierung unterwegs. Eine tiefe Sinnkrise und Erschütterung unseres philosophischen Denkens sieht er und plädiert für eine neue Aufklärung, eine Aufklärung, die die planetaren Grenzen berücksichtige.

Am Nachmittag wurden erprobte Methoden, Formate und unterstützende Programme vorgestellt. Viele Tipps zur Nachahmung und zum Weiterarbeiten wurden geteilt. Einen solchen Austausch wünschten sich die Teilnehmenden verstärkt. Fruchtbar war besonders der bundeslandübergreifende Ansatz. Das gemeinsame Lernen und das Lernen voneinander wurde von den Teilnehmenden als äußerst hilfreich bewertet.

Der Kongress wurde initiiert und veranstaltet von der Außenstelle Baden-Württemberg, Bayern von Engagement Global, den Volkshochschulverbänden Bayern und Baden-Württemberg, der Eine Welt-Regionalpromotorin und der vh ulm.

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Drei Jahre Agenda 2030

25. September 2018 - 15:16
Ziel 17 fordert Partnerschaften zur Erreichung aller Ziele. Foto: Engagement Global/Charlotte Wulff

Die Agenda 2030 wird drei Jahre alt! Am 25. September 2015 unterzeichneten 193 Staaten in New York die Agenda für nachhaltige Entwicklung. Seitdem hat sich auch in Deutschland viel getan. Die Bundesländer haben ihre Strategien überarbeitet, um mit ihren Projekten und politischen Leitlinien die 17 Ziele der Agenda zu erreichen. Auch die Bundesregierung hat ihre Nachhaltigkeitsstrategie überarbeitet und nahm dieses Jahr schon zum zweiten Mal an den freiwilligen nationalen Reviews der Vereinten Nationen teil. Weltweit machen sich die 193 unterzeichnenden Staaten auf den Weg, die Agenda 2030 in den jeweiligen nationalen Kontext zu übersetzen. In immer mehr Ländern wird dabei auch eine Lokalisierung der Agenda 2030, also eine Verortung auf der lokalen und damit auf der kommunalen Ebene, angestrebt.

Städte, Kreise und Gemeinden spielen bei der Umsetzung der Ziele eine unverzichtbare Rolle

Mit dem Handlungsfeld „Global Nachhaltige Kommune“ wirbt die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global bei deutschen Kommunen dafür, sich für die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung einzusetzen und gibt ihnen dabei die nötige Unterstützung. Für Kommunen ist dabei nicht nur das Ziel 11 „Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen" der Agenda 2030 relevant. Auch in der Jugendhilfe, außerschulischen Bildungsangeboten, der Gleichstellung, Inklusion, Flächennutzung oder dem Klimaschutz sind Kommunen zentrale Akteurinnen einer nachhaltigen Entwicklung. Ziel ist es, die Agenda 2030 im kommunalen Alltag zu verankern und dabei auch global verantwortungsbewusstes Handeln zu befördern.

Die Agenda 2030 hat sich in den letzten drei Jahren zu einem starken Motor für solche Kommunen entwickelt, die sich auch mit entwicklungspolitischen Inhalten identifizieren und diese in ihr kommunales Handeln einbeziehen wollen. Sie fördern den fairen und sozialökologisch-nachhaltigen Einkauf, nutzen Möglichkeiten der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit um globale Zusammenhänge zu verdeutlichen oder steigern die Zusammenarbeit mit migrantischen Organisationen.

Weltweites Engagement nimmt Fahrt auf

Durch die vielfältigen Aktivitäten auf kommunaler Ebene gewinnt die Agenda 2030 ohne Zweifel an Fahrt und politischem Rückenwind. Der Jahrestag der Agenda 2030 macht jedoch auch deutlich: Für die Umsetzung der Ziele bleiben nur noch zwölf Jahre. Es gilt also, den eingeschlagenen Weg konsequent und mit Nachdruck weiter zu verfolgen und auf allen Ebenen weitere Akteure zum Mitmachen zu gewinnen. Das Leuchtturmprojekt „Global – Lokal: Agenda 2030 verOrten“, welches die Angebote der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global rund um die Agenda 2030 bündelt, setzt genau hier an. Es bietet Kommunen die Möglichkeit aktiv zu werden – vor Ort in der eigenen Kommune, gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern weltweit sowie auf internationaler Ebene, um ihren Beitrag zur Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und damit der Agenda 2030 zu leisten. Entdecken auch Sie die Möglichkeiten für ein kommunales Engagement zur Agenda 2030, wir unterstützen Sie gerne.

Weitere Informationen

Zu den Informationen auf der Internetseite der SKEW

Zur Themenseite Leuchtturmprojekt 2018

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