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Nachhaltigkeit unternehmerisch umsetzen
Aktualisiert: vor 3 Stunden 11 Minuten

Zukunft des Controllings

17. Januar 2020 - 14:23

Wissenschaft trifft Praxis – neue Impulse durch Klimawandel, Fachkräftemangel & CSR-Berichtspflicht?

Die Integration von Nachhaltigkeitsthemen in Unternehmen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Unser Forschungsprojekt „Nachhaltige Unternehmensführung durch integratives Controlling“ untersucht die Frage, wie sich Controller und Nachhaltigkeitsmanager dieser Herausforderung stellen können. Dazu haben wir mit 33 Controllern explorative Interviews zu ihrer Arbeit, Entwicklungen des Controllings, Weiterbildung und Nachhaltigkeit geführt.

Die Integration von Nachhaltigkeitsthemen in Unternehmen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Unser Forschungsprojekt „Nachhaltige Unternehmensführung durch integratives Controlling“ untersucht die Frage, wie sich Controller und Nachhaltigkeitsmanager dieser Herausforderung stellen können. Dazu haben wir mit 33 Controllern explorative Interviews zu ihrer Arbeit, Entwicklungen des Controllings, Weiterbildung und Nachhaltigkeit geführt.

Hiermit laden wir Sie zu einer halbtätigen Veranstaltung zur Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse ein:

Zeitrahmen: 25. März 2020 von 13:00 bis 16.30 Uhr, anschließend Fingerfood & Networking

Ort: Dockland Hamburg (Van-der-Smissen-Straße 9, 22767 Hamburg)

Kosten: Ihre Teilnahme wird von der NORDAKADEMIE-Stiftung finanziert und ist für Sie kostenlos; Plätze sind begrenzt. Um eine verbindliche Anmeldung wird gebeten.

Teilnehmende: Controller/innen und Nachhaltigkeitsmanager/innen sowie weitere Interessierte.

Neben der Präsentation der Ergebnisse durch das Forscherteam mit anschließender Diskussion, konnten wir auch zwei Controller aus erfolgreichen Unternehmen gewinnen, die über ihre Arbeit und der Schnittstelle zu Nachhaltigkeit berichten werden:

Thomas Kühl / Leiter Finanz-, Rechnungswesen, Controlling / Steinbeis Papier GmbH

Ulf Steinhop / Director Controlling & Risk Management / ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG

Zusätzlich wird es kurze Impulse mit anschließenden Diskussionen zu folgenden Themen geben:

  • Gutes Klima fürs Controlling? Greenhouse Gas Protocol und Klimaneutralität
  • CSR-Berichterstattung – was bedeutet die EU-Richtlinie für das Controlling?
  • Führungsverantwortung und neue HR-Anforderungen – Evidenzbasierte Erfolgsfaktoren von Teamarbeit: Ziele, Rollen und mentale Modelle

Über Ihre Teilnahme würden wir uns sehr freuen. Aktuelles Programm und Anmeldung

Bei Fragen schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an wenzig@leuphana.de. Gerne können Sie diese Einladung auch an Kollegen und andere Interessenten weiterleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Stefan Schaltegger
Prof. Dr. Michael Lühn
Prof. Dr. Holger Petersen

Foto: Unsplash.com Photos for everyone
Kategorien: Hamburg

Nachhaltige Jobs für alle

9. Januar 2020 - 11:06

Neues Jahr, neuer Job? Fast die Hälfte der Absolvent*innen des MBA Sustainability Management hat während oder nach dem Studium das Unternehmen gewechselt (Absolvent*innenbefragung 2018). Wie und wo finden sinnsuchende Bewerber*innen einen passenden Arbeitgeber? Wir haben bei Marcus Noack, Gründer der Jobplattform JOBVERDE, nachgefragt. Seine Mission: Mehr Nachhaltigkeit und Sinn im Job. In Deutschland und am liebsten weltweit. Im Interview berichtet er von den Anfängen und Zukunftsplänen  und dem Jobmarkt.

Sie haben vor knapp zehn Jahren eine grüne Jobplattform aufgebaut – warum dachten Sie, dass die Welt genau das braucht?

Eigentlich sind wir von Unternehmen auf die Idee gestoßen worden. 2011 war Hamburg Umwelthauptstadt. Wir hatten uns 2010 schon die Domain Umwelthauptstadt.de gesichert und haben eine Plattform aufgebaut, die nachhaltigen Unternehmen eine Bühne geben sollte. Im Rahmen dieses Umwelthauptstadtjahres haben wir uns angeguckt, welche Unternehmen es in Hamburg gibt, die sich auf das Thema Nachhaltigkeit spezialisiert haben oder eine starke nachhaltige Ausrichtung haben. Die Unternehmen sind irgendwann an uns herangetreten und haben gefragt: Können wir nicht bei euch auch Stellenanzeigen veröffentlichen? Diese Möglichkeit gab es damals nicht. Wir haben dann eine relativ simple Seite geschaffen, wo sie ihre Stellenanzeigen hochladen konnten. Dann haben wir einen Investor gesucht, der uns dann wiederum auf das Thema Stellenanzeige gestoßen hat. Es waren diese beiden Kräfte: Die nachhaltigen Unternehmen, die ihre Vakanzen hatten, und der Investor, der gesagt hat „Entwickelt euch doch zu einer Stellenbörse”.

Vor zehn Jahren waren Sie Pionier, inzwischen gibt es Mitbewerber – wie grenzen Sie sich ab?

Wir grenzen uns ab, weil es uns primär um nachhaltige Unternehmen geht. Wir wollen nicht eine reine „grüne” Stellenbörse sein, weil auch jeder etwas anderes unter einer grünen Stellenbörse versteht. „Grün“ wird oftmals assoziiert mit Bio oder Umwelttechnik. Das ist uns zu spitz. Nachhaltigkeit ist natürlich eine Art Nische und wird auch immer noch so betrachtet, aber wir wollen eigentlich die gesamte Palette nachhaltiger Unternehmen abdecken. Und denen die Möglichkeit geben, dass sie ihre konventionellen Stellenanzeigen, also beispielsweise einen Betriebswirt, veröffentlichen können, aber auch ihren CSR-Manager. Wir wollen keine große allgemeine Stellenbörse sein, sondern eine große Stellenbörse mit dem starken Fokus auf Nachhaltigkeit. Wir bündeln grüne Jobs, typische nachhaltige Jobs und Jobs mit Sinn. Das ist ja letztendlich das, was die Generation Y und Z sucht.

Wen oder was finden unsere MBA-Studierenden und andere Jobsuchende auf Ihrer Seite und was verstehen Sie unter nachhaltigen Unternehmen?

Zertifikate und wissenschaftliche Screenings sind an der Stelle, wo Unternehmen ihre Stellenanzeigen aufgeben, zu kompliziert. Wir wollen keine Barriere schaffen, z. B. dass die Unternehmen über 20 Punkte erklären müssen, was sie alles nachhaltig macht. Wir schauen uns an, ob das Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht und wie es auf der Website kommuniziert. Wird da transparent zum Thema Nachhaltigkeit berichtet? Am Ende des Tages ist außerdem der User ein gutes Regulativ. Unsere User sind teilweise so kritisch, dass Sie sagen „Wie kann es sein, dass da bspw. Vattenfall eine Stellenanzeige veröffentlicht?” Dann sagen wir: Klar, das Unternehmen Vattenfall erfüllt den Nachhaltigkeitsanspruch nicht perfekt. Wenn die aber einen CSR-Manager suchen, dann finden wir schon, dass es passt.

Was treibt Sie persönlich an, schon ein Jahrzehnt dranzubleiben?

Das kommt das Unternehmergen durch. Wir wollen Unternehmer sein und unsere Plattform ist für uns eine Art Baby, das gibt man nicht mal eben auf, weil es eine schwere Phase gibt, weil wir einen neuen Konkurrenten haben oder weil man einen Investor bräuchte, um es noch größer zu machen. Wir sind da passionsgetrieben und total emotional mit dem Thema verbandelt. Gerade merken wir, dass die Branche und der Markt anziehen. Das ist für uns natürlich ein schöner externer Faktor, die ganze Arbeit lohnt sich. Wir haben den Anspruch ein gutgehendes Unternehmen aufzubauen.

Und ist Ihnen das gelungen?

Also unser Vorteil ist, dass wir von Beginn an „bootstrap“ gestartet sind. Wir haben die Mammutaufgabe auf uns genommen, ohne Business Angel zu starten und das Ganze schnell profitabel zu machen. Und wir sind mittlerweile auch schon lange profitabel. Jetzt sind wir zum ersten Mal auf Investorensuche und wollen die ganze Nummer größer machen. Allein so eine Bewegung wie Fridays for Future macht Millionen junge Menschen aus, die affin für solche Jobs sind. Wir wollen eine Plattform schaffen, auf der genau die Jobs drauf sind, die sie suchen – für Deutschland, Österreich und die Schweiz und wenn es nach uns geht ist es ein weltweiter Business Case. Das schaffen wir nicht aus eigenen Kräften, sondern nur mit einem strategischen Investor.

Wie entwickelt sich der grüne Stellenmarkt?

Das ist ein schwieriges Thema, weil die Zahlen, die da sind und messbar sind, dem ganzen Trend nicht gerecht werden. Weltweit gibt es sicher einen Anstieg von Beschäftigten in den erneuerbaren Energien. Bei echten Nachhaltigkeitsexperten ist die Zahl leider immer noch relativ klein ist, das ist kein Massenarbeitsmarkt. Ich zitiere aber immer wieder die Gallup-Studie, die sagt, dass 67 % der Beschäftigten nur Dienst nach Vorschrift machen, 16 %  innerlich gekündigt haben. Die Leute sind in der Masse nicht zufrieden mit ihrer Arbeit und suchen nach Jobs mit Sinn. Und das ist eigentlich die große Chance für Unternehmen, für Arbeitgeber, da ein Angebot zu schaffen. Eines, das den jungen und älteren Leuten mehr Sinn gibt als nur das Gehalt.

Sie können drei Bausteine für eine nachhaltige Welt wählen – was steht drauf?

Da würde ich wahrscheinlich erstmal städteplanerisch rangehen und die Innenstädte definitiv von Autos befreien – und wenn Autos, dann nur E-Autos. Das wäre ein echter Zugewinn an Lebensqualität. Ein Riesenproblem sind die Billigflüge, das ist eine Sache, die man regulieren und anpacken muss. Und den Weltmeeren müsste man etwas Gutes tun und sie von dem Müll befreien. Und für uns wünsche ich mir, dass wir alle Menschen da draußen erreichen, die Lust auf einen nachhaltigen Job oder einen nachhaltigen Arbeitgeber haben.

Vielen Dank!

Das Interview führte Anna Michalski vom Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg. Marcus Noack veröffentlicht regelmäßig einen Podcast, in dem auch Prof. Stefan Schaltegger bereits Gast war.

Bild: Marcus Noack

Kategorien: Hamburg

MBA-Studierende mit Katjes auf Veggie-Kurs

19. Dezember 2019 - 13:03

„Alles veggie.“ – 2010 hat Katjes begonnen Fruchtgummi, Lakritz und Co. sukzessive auf vegetarisch umzustellen, seit 2016 verzichtet das Unternehmen bei der Herstellung seiner Produkte komplett auf tierische Gelatine. Damit ist Katjes ein Pionier in der Branche – und sehr erfolgreich. Wir nehmen mit MBA-Studentin Anette Dierks die Veggie-Strategie ihres Unternehmens unter die Lupe.

Sie haben auch im Rahmen Ihres MBA-Studiums Katjes als sehr guten Beispielfall eines Business Case for Sustainability ausgearbeitet und vor Ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen präsentiert – haben Sie oder andere in Ihrem Unternehmen seit Ihrer Präsentation weitere Business Cases for Sustainability entwickelt?

Die Transformation zu einer vegetarischen Marke in unserem Segment war sehr weitreichend. Dies führte zu tiefgreifenden Veränderungen in zahlreichen Unternehmensbereichen, von der Produktentwicklung, der Produktion, dem Einkauf bis hin zur Kommunikation an unsere Handelskunden und Endverbraucher. Von daher muss man dem bestehenden Veggie Business Case auch Zeit geben, sich zu etablieren, zu reifen und weiter zu wachsen. Wir konnten mit der Einführung von Chocjes, einer veganen Schokolade mit UTZ-zertifiziertem Kakao, an unseren Weg anknüpfen, Veränderungen anzustoßen und Nachhaltigkeit in den Kern des Geschäftsmodells zu stellen.

Was hat Katjes zu der doch weitreichenden Umstellung auf Veggie-Produkte bewogen?

Der Fruchtgummi- und Lakritzmarkt hat ein Paradigma: Die Fruchtgummi- und Lakritzprodukte werden mit tierischer Gelatine produziert. Dabei ist Gelatine eine versteckte Zutat, die nach unserer Meinung keine Berechtigung in unserer Kategorie hat. Kein Mensch möchte „Fleisch im Bonbon“ haben. Zudem waren unsere ersten Produkte die Katjes-Kinder sowie die Yoghurt-Gums von Anfang an ohne Gelatine. Daher haben wir uns zurück auf unsere Wurzeln besinnt und 2010 angefangen uns auf „vegetarische Produkte“ zu konzentrieren. Das ist auch aus einem weiteren Grund sinnvoll: Die Produktion der Grün-Ohr-Bären  verursacht so beispielsweise 20 % weniger CO2-Emmissionen  als ein vergleichbares Produkt mit Gelatine.

2010 hat Katjes begonnen umzustellen; sechs Jahre später ist jedes Produkt, das das Werk verlässt mit dem V-Label „vegetarisch“ gekennzeichnet – wie lange haben Sie die Umstellung vorbereitet?

Nach einer Bestandsaufnahme und dem Formulieren der Strategie hat es ca. 2-3 Jahre gedauert, bis wir die kritischen Stellschrauben auf Kurs bringen konnten. Es war ein kontinuierlicher Prozess – geprägt von Weiterentwicklungen, dem Überwinden von Rückschritten, erneutem Lernen und Verstehen, Verbesserungen.

Viele Menschen wissen gar nicht, dass Fruchtgummi meist tierische Gelatine enthält –  wie schwierig war es, Konsument*innen so zum Kauf von Veggie-Produkten zu bewegen?

Durch die klare Kommunikation, die gewählt wurde, und durch die Einbindung von relevanten Stakeholdern, die auf die Glaubwürdigkeit der Umstellung positiv einzahlen konnten, ist es uns gelungen, unsere Konsument*innen auf diese Reise mitzunehmen. Und ganz klar stand am Anfang „Aufklärung“ auf unserer Kommunikationsagenda, denn vor fast zehn Jahren war das Thema „Veggie“ tatsächlich noch ein Nischen-Thema. Grundlage für das Gelingen war aber sicherlich auch, dass die Produktentwicklung zuvor so gute Arbeit geleistet hat und die Produkte die bestehenden Erwartungen an die Qualität in Form von Geschmack und Konsistenz erfüllen konnten.

Wie nah sind die Produktentwickler*innen im Geschmack und Konsistenz ans Original herangekommen – oder ist Katjes bei der Veggie-Umstellung ganz bewusst abgewichen?

Es gab ja beides: Umstellungen von bestehenden Rezepturen auf vegetarische Alternativen sowie komplette Neuproduktentwicklungen, bei denen wir bei der Entwicklung freier waren. Die neuen Produkte erlaubten uns eine bewusste Erweiterung des „Texturen-Spektrums“. Bei den bestehenden Produkten war es natürlich eine Herausforderung, die Konsistenz zu matchen – und je nach Produkt war das auch unterschiedlich schwer zu erreichen. Große Kompromisse sind wir nicht eingegangen, aber dennoch mussten wir manchmal bei 95 % Annäherung anerkennen, dass durch die Umstellung momentan Grenzen erreicht sind, die wir akzeptiert haben. Und die allermeisten unserer Kund*innen auch.

Bei der Veggie-Strategie spielt Tierwohl eine große Rolle. Inwieweit berücksichtigen Sie andere Nachhaltigkeitsthemen wie z. B. Umwelt- und Sozialstandards in der Lieferkette?

Diese Themen spielen eine große Rolle, sowohl in der Lieferkette als auch an den Standorten. Den Großteil unserer Rohstoffe beziehen wir regional, so stammt beispielsweise Zucker auf Basis von Zuckerrüben aus Deutschland und angrenzenden EU-Ländern, was ein gewisses Niveau durch relativ hohe Umwelt- und Sozialstandards bereits sicherstellt. Dennoch haben wir z. B. durch Hot-Spot-Analysen die für uns relevanten Themen ermittelt, an denen wir kontinuierlich und in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten weiterarbeiten.

Katjes ist veggie, aber nicht bio – warum?

Wir haben vor einigen Jahren die Erfahrung gemacht, dass Konsument*innen nicht bereit waren, für unsere Produkte einen höheren Preis zu zahlen, wenn sie mit Biorohstoffen hergestellt waren. Von daher wäre die Frage eher an unsere Konsumten*innen zu richten: Ihr mögt Katjes in veggie, aber nicht in bio – warum?

Seit 2014 gibt es bei Katjes eine Nachhaltigkeitsabteilung. Wie viele Menschen arbeiten als „explizite“ Nachaltigkeitsmanager*innen in der Abteilung und wie viele „implizite“ Nachaltigkeitsmanager*innen gibt es in anderen Abteilungen? (und in welchen…) Wie treiben Sie Nachhaltigkeit im Unternehmen voran?

Genau, seit 2014 verantworte ich bei Katjes den Bereich Nachhaltigkeit „explizit“, als „one-woman-show“ sozusagen. Unterstützt werde ich im Kern von einem 10-köpfigen, interdisziplinären Nachhaltigkeitsteam, das aus den Abteilungsleitern aller relevanten Fachbereiche (u. a.  Produktentwicklung, Produktion, Technik, Einkauf, Marketing, Vertrieb, Personalabteilung) besteht sowie dem Gesellschafter und Inhaber Bastian Fassin. In den Fachbereichen werden die Themen operativ umgesetzt, während bei mir in Abstimmung mit der Geschäftsführung die strategische Ausrichtung liegt. In quartalsweisen Meetings tauschen wir uns über den Stand der Umsetzungen aus und legen die nächsten Schritte gemeinsam fest.

Um Nachhaltigkeit bei Katjes voranzutreiben, versuchen wir auf mehreren Ebenen zu agieren. Einerseits sind wir dabei, das Thema mehr und mehr in die Abteilungen zu integrieren – sodass am Ende des Tages alle Mitarbeitenden zu Nachhaltigkeitsverantwortlichen werden. Dazu muss das Thema gut „übersetzt“ werden, damit jeweils Anknüpfungspunkte in die einzelnen Bereiche gefunden werden können. Das Thema ist so vielfältig, dass sich wirklich viele darin wiederfinden können, wenngleich jeder einen anderen Zugang oder Treiber dazu haben mag. Wenn man sich dessen bewusst ist, kann man viele Türen öffnen. Weiterhin hilft es, neben den strategischen Themen auch ganz konkrete, greifbare Maßnahmen durchzuführen und das entsprechend intern zu kommunizieren; denn auch so kann man Mitarbeitende gut auf dem Weg mitnehmen. Wer täglich seine eigene Trinkflasche in der Hand hält und sie mit Leitungswasser aus einem Wasserspender befüllt, statt aus einer PET-Flasche zu trinken, die seit der Befüllung bis zu uns ins Werk schon weit gereist ist, wird mehrmals am Tag an seinen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit erinnert – ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Ganz wesentlich ist darüber hinaus, dass ich auf Bestehendes aufbauen kann, da Nachhaltigkeit im Unternehmen schon seit Gründung fest verankert ist, und dass die Geschäftsführung des Familienunternehmens hinter dem Thema steht. Die dadurch bestehende Authentizität, die von jedem unmittelbar gespürt wird, ist ein großer Wert in der täglichen Arbeit.

Bis 2030 hat Katjes sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen des Unternehmens um 45 % zu verringern – welche Rolle spielen die Veggie-Produkte dabei und was tut Katjes noch, um den CO2-Fußabdruck des Unternehmens zu verringern?

Die Zielsetzung bezieht sich zunächst auf die Einsparungen der Emissionen an den Standorten. Die Umstellung auf Veggie leistet darüber hinaus einen Beitrag zum Klimaschutz – und zwar auf doppelte Weise: Zum einen haben wir dadurch den CO2-Fußabdruck in unseren Produkten verringert, was wir durch Ökobilanzen für ausgewählte Produkte auch ganz konkret ermittelt haben, zum anderen konnten wir durch die Kommunikation zu „vegetarischer Ernährung“ einen Beitrag zur Sensibilisierung unserer Konsument*Innen leisten, was sich im besten Fall auch positiv auf deren Ernährungsverhalten und somit den Klimaschutz auswirkt. Darüber hinaus versuchen wir an den Stellen, an denen wir unmittelbar Emissionen vermeiden oder reduzieren können, auch entsprechend wirksam zu werden. Sei es durch Einsparen von Energie und Emissionen durch Verhaltensänderungen oder neue technische Möglichkeiten, durch Investitionen in energieeffizientere Anlagen oder durch den Bezug von Ökostrom an allen unseren Standorten. Wir sind auf einem guten Weg, aber es bleibt auch noch wirklich viel zu tun!

Aktuelle Umsatzzahlen veröffentlicht Katjes nicht, aber Schätzungen zufolge haben sie sich seit 2006 verfünffacht – ist Katjes mit und durch den Veggie-Kurs besonders erfolgreich?

Wir haben gerade den Deutschen Marketingpreis gewonnen und kurz zuvor den Goldenen Zuckerhut  –beides sind bedeutende Auszeichnungen in unserem Umfeld. Der Mut für die Umstellung auf Veggie an sich, aber auch für die entsprechende Kommunikation hierzu, hat dazu geführt, dass wir das Profil unserer Marke noch deutlich schärfen konnten. Das wurde durch die Preise bestätigt – und zeigt, dass wir mit Veggie gut auf Kurs liegen

Vielen Dank für die Einblicke und weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Nachhaltigkeitsmanagement.

Weiterlesen: Katjes Nachhaltigkeitspublikation

Das Interview führte Anna Michalski vom Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg.

Bild: Katjes

Kategorien: Hamburg

CSM entwickelt App für nachhaltigen Modekonsum

9. Dezember 2019 - 12:49

Das eigene Shoppingverhalten nachhaltiger gestalten: Mit seiner Idee einer „Green Fa­shion Chal­len­ge-App“ gehört Pro­fes­sor Dr. Ja­cob Hörisch zu den Ge­win­nern des Ide­en­wett­be­werbs „Mo­de­kul­tur, Tex­ti­li­en und Nach­hal­tig­keit“ des Ra­tes für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung (RNE).

Dem Ju­ni­or­pro­fes­sor für Nach­hal­tig­keitsöko­no­mie und -ma­nage­ment des Centre for Sustainability Management (CSM) ste­hen während des einjähri­gen Förder­zeit­raums knapp 50.000 Euro für die  Ent­wick­lung der App zur Verfügung.

Mehr Infos zur Green Fashion Challenge-App auf der Leuphana-Website
Blogartikel „3-Minuten-Nachhaltigkeitsmanagement“ zu nachhaltigem Kleiderkauf

Fonds Nachhaltigkeitskultur fördert Ideenwettbewerbe

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung sucht in Ideenwettbewerben regelmäßig innovative Projekte, die einen Kulturwandel in Richtung Nachhaltigkeit anstoßen. Die Gewinnerideen werden mit bis zu 50.000 Euro aus dem Fonds Nachhaltigkeitskultur prämiert.  Thema der aktuellen Wettbewerbsrunde lautet „Kultur + Nachhaltigkeit = Heimat“. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 05. Februar 2020.

Mehr Infos zum Ideenwettbewerb

Foto: Sarah Dorweiler / Unsplash

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Zweiter MERU-Praxisdialog zum Thema Rebound-Effekte in Unternehmen

6. November 2019 - 14:53

Nach dem erfolgreichen Start der Praxisdialog-Reihe im Juni veranstaltet das vom  Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt „Ganzheitliches Management von Energie- und Ressourceneffizienz in Unternehmen“ (MERU) für interessierte Unternehmen den zweiten Praxisdialog zu diesem wichtigen Umweltthema. Thema des 2. Praxisdialogs ist „Effizienz wirksam umsetzen – Die Erfassung von Rebound-Effekten in Unternehmen“.

Interessierte Unternehmensvertreterinnen und -vertreter sind herzlich zu dem Praxis-Workshop am 28. November 2019 in Stuttgart eingeladen, um diese Fragen zu diskutieren. Die Veranstaltung wird diesmal durch den Projektpartner Umwelttechnik Baden-Württemberg  ausgerichtet.

Das bietet der Workshop:
– Einblicke in den Stand der Wissenschaft
durch Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Schaltegger, Leuphana Universität Lüneburg & Dr. Nele Kampffmeyer, Öko-Institut
   – Praxis-Inputs aus der Initiative „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ und der betrieblichen Energiemanagement-Beratung
   – Diskussion in Arbeitsgruppen

Wann? 28. November 2019 | 10-17 Uhr
Wo? Sparkassenakademie, Pariser Platz 3 A, 70173 Stuttgart
Anmeldung: Bitte melden Sie sich bis zum bis zum 24. November hier an. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Das Programm finden Sie hier, Informationen zu Rebound-Effekten hier.

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Wollmilchsau oder Spezialist?

24. Oktober 2019 - 11:37

Kein Entweder-oder, sondern Sinn und Karriere. Das versprechen Stellenbeschreibungen wie Chief Sustainability Officer, Nachhaltigkeitsmanager*in, CSR-Expert*in oder Sustainability Director.

Was CSR Manager*innen können müssen und was sie im Arbeitsalltag erwartet, haben wir im Jobportrait „Wollmilchsau oder Spezialist – Das machen CSR Manager*innen“ für das Magazin der Plattform GoodJobs zusammengefasst.

Nachhaltigkeitsmanager*innen im Portrait

Wie sieht das in der Praxis aus und was bringt der MBA Sustainability Management dabei? Das zeigen zum Beispiel diese Beiträge aus der Reihe „Studierende im Portrait“ der Leuphana.

Olaf Wit­ten­burg ist MBA-Absolvent und Af­ter-Sa­les-Ma­na­ger bei ei­ner großen Elek­tro­nik-Han­dels­ket­te und als Nach­hal­tig­keits­be­auf­trag­ter für über 400 Fi­lia­len in Deutsch­land zuständig. Zum Portrait

Charlotte Klement stu­diert seit 2018 be­rufs­be­glei­tend den MBA Sustaina­bi­li­ty Ma­nage­ment und ar­bei­tet bei ei­nem Bio-An­bau­ver­band – nach Stationen in Pa­ris, Lon­don und der Ka­ri­bik wieder in ihrer Heimatstadt Lüneburg. Zum Portrait

Fotos: Titel © Izuddin Helmi Adnan – Unsplash / Portraits Olaf Wittenburg & Charlotte Klement © Leuphana

Kategorien: Hamburg